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Full text of "Flora Hanoverana excursoria, enthaltend die Beschreibungen der phanerogamischen Gewchse Norddeutschlands in den Flussgebieten der Ems, Weser und Unterelbe, geordnet nach natrlichen Familien .."

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Fl,ORA 


HOMICREICHS    HANMOTER 

ODER 

iSeHIIiDEBIJlVe  fSEIlVER  TKOETAXIOl^V 

NACH 

IHREM  GEHALTE  AN  GEWÄCHSEN, 

DEREN  \ERBREITUNGS-   UND  \ERTHEILUNGSZUSTANDE 

UND   DEREN  GESCHICHTLICHEM  \ERHALTEN. 


BEGRÜNDET 


SEINE  MAJESTÄT  DEN  KONIG  WILHELM  IV 

tllSD    FORTGEFÜHRT 

AUF  BEFEHL  UND  UNTER  DEM  HULDREICHEN  SCHUTZE 

SEINER  MAJESTÄT  DES  KÖNIGS 
ERNST  AUGUST. 


FI^ORA 

HAMOTERAIVA    EXCIJRISORIA 

enthaUeiul 

»IE  BESCIlREIBUIVeEIV 

DEH 

PUAlVEROeAIVIIlSCBLi:]!^  0£1¥Ä€III§£ 
]¥ORIi]>EUXISClIIiA^»l§i 

in   den 

Flussgebieten  der  Ems,  Weser  und  ünterelbe 

g-eordnet  nach  natürlichen  Familien 


Angabe   der  Wohn-  und   Standorte,   der  BodenbeschafFenlieit,    der 

Begrenzung-    der   Gesammtverbreitung    und    des    Vorkommens     im 

Gebiete,    der  Häufigkeit,    des   Gesclligkeitsverhältnisses  und    des 

gescliicbtliciien   Verhaltens  der  einzelnen  Pflanzenarten. 

Nebst   einer 

speciellen  Nachweisung  ihrer  gewerblichen  Benutzung  in  phar- 

maceutisch-medicinischer,    technischer,    ökonomischer  und 

forstlicher  Beziehung. 


D-     G.  F.  W.  MEYER, 

Königl.  Hannoverschein  Hofralb,  PLjsiograpIieu  des  Königreichs, 
ordentlichem  Professor  an  der  Universität  Göttingen  und  Mitgliede  der  Societät  der 
Wissenschaften  daselbst,  Ritter  des  Königl.  Hanno>erschen  Giielphen  -  Ordens ,  des 
Königl.  Danisch.  Dannehrog  -  Ordens  ,  des  Herzogl.  Braunschw.  Ordens  von  Heinrich 
dem  Löwen,  des  Grossherzogl.  Darnistädtsch.  Ordens  von  Philipp  dem  Grossmüthigen. 
Mifgliede  von  Akademien  und  gelehrten  Gesellschaften  im  Königreiche  Hannover, 
Prcussen,  Sachsen,  Baiern,  Böhmen,  Churhessen ,  der  Schweiz,  Frankreich, 
Grossbritaniiien,    Riissland.  LIBRARV 

NEW  YORK 
-^>6©©^ eOTANICAL 

Göttiiigen^ 

bei  Vandenhoeck  und  R 5: p r e c h t 


Göttingeil , 

Druck    der   Dicterichschen   Univ. -Biiclidriicke 


LIBRARY 

NEW  YOH-. 


Vorrede« 


Welche  Stellung'  die  ,, Flora  hanoverana  excursoria"  als  eine 
Abtiieilung-  der  „Flora  lianoverana"  in  dieser  einnimmt,  geht  her- 
vor aus  dem  hier  mitgetlieilteu  Plane,  nach  welchem  die  letztere 
bearbeitet  wird.  Der  dort  gegebenen  allgemeinen  Nachweisung 
ihres  Inhalts  habe  ich  Einiges,  ihre  nähere  Einrichtung  und  Aus- 
führung  Betreffendes,   hinzuzufügen. 

Bei  der  annoch  bestehenden  Unvollkommenheit  des  natürli- 
chen Pflanzensystems,  dessen  Ordnungen,  oder  Familien,  auf  ei- 
ner grösstentheils  willkührlichen  Zusammenstellung  von  Kennzei- 
chen beruhen,  ist  es  im  Grunde  gleichgültig,  welcher  der  neuern 
Anordnungen  desselben  man  in  der  Aufzählung  der  Pflanzen  einer 
Gegend  folgen  will.  Sie  entsprechen  sämmtlich  in  ihrer  einfachen 
Reihenfolge  schon  deshalb  den  Erscheinungen  in  der  Natur  nicht, 
weil  uns  die  vegetabilische  Entwickelung  keineswegs  in  einem 
gemeinschaftlichen  Fortschritt  sich  verändernder  Organe  entge- 
gentritt, wir  vielmehr  auch  hier,  wie  in  der  übrigen  organischen 
Natur  ,  ein  Stehenbleiben  einzelner  Organe  auf  ihrer  Bildungs- 
stufe, ja  auch  wohl  einen  Rückschritt  wahrnehmen,  während  die 
übrigen  Organe  oder  Theile  derselben  eine  Reihe  verschiedener 
Entwickelungsstufen  durchlaufen.  Ein  System,  auf  einer  so 
schwachen  Basis  stehend,  in  seiner  Anwendung  auf  die  Kennt- 
niss  des  Einzelnen  kaum  geeignet,  ohne  die  leitende  Hülfe  einer 
Uebersicht  seiner  Abtheilungen  nach  dem  LiNKE'schen  System 
den  weniger  geübten  Pflanzenforscher  zur  Bestimmung  der  Pflan- 
zenarten in  den  Stand  zu  setzen,  wird  weniger  durch  Aufnahme 
jeder  neuen,  ihrem  Werthe  nach  oft  noch  sehr  zweifelhaften  Ver- 
änderung, als  vielmehr  dadurch  an  praktischer  Brauchbarkeit 
gewinnen,  dass  man  die  gewählten  Normen  durch  allgemeine  Bei- 
behaltung geläufiger  zu  machen  —  sie  dem  Inhalte  ihrer  Ab- 
theilungen nach  dem  Gedächtnisse  einzuprägen  sucht;  wodurch 
^indessen  geprüfte  Verbcsserungen  im  Einzelnen  nicht  ausgeschlos- 

»-- sen  seyn  sollen. 

^.        Aus  diesem  Grunde  bin  ich  in  der  nachstehenden  Flora,  mit 

CJ> 

CD 


—        VI        — 

wenigen  Ausnalmien  ,  der  Anordnung  der  P  f  I  a  n  zc  n  f  am  i- 
lien  gefolgt,  wie  sie  durcli  die  mit  Recht  iillgemein  gescliätztc 
„Synopsis  florae  germanicae  et  liclveticac  auct.  I).  GtiL.  Da\. 
Jos.  ko<ii,  Edit.  II.  Pars  1—3.  Lipsiae  184.3—1844"  iu  die 
l*flaiizonkundc   Deutschlands   eingeführt  worden   ist. 

Die  \  a  c  li  w  e  i  s  u  n  g  des  Vorkommens  der  Familie  n  in 
nächster  Heziehung  zum  Hoden,  und  die  Angabe  ihres  (■  o- 
halts  an  wichtigern  Pflanzenstoffen  hinter  dem  Fami- 
liencharakter entspricht  dem  Grundgedanken  der  Flora  des  Kö- 
nigreichs Hannover:  die  Vegetation  des  Landes  in  ihrer  organi- 
schen Verbindung  mit  der  übrigen  Natur  und  in  nächster  Bezie- 
hung zum  volkswirthschaftlichen    Interesse   darzustellen. 

Die  Zugabe  einer,  auf  wenige  Züge  beschränkten,  natür- 
lichen Charakteristik  zum  wesentlichen  Charakter  der  Gat- 
tungen und  eines  kurzen,  die  Bestimmung  der  einzelnen 
Arten  erleichternden  Zusatzes  zu  den  Diagnosen  dieser 
erlaubte,  unter  Einführung  eines  kompcndiösen  Drucks,  der  ge- 
ringe Umfaug  des  Gebiets,  auf  welches  die  Angabe  des  Gehaltes 
an  Pflanzen  hier  beschränkt  ist.  Und  durch  gelegentliche  Fin- 
sciialtung  von  B  e  m  er  k  u  n  ge  n,  grösstentheils  kritischen  Inhalts, 
habe  ich  theils  das  stets  wiederkehrende  Einerlei  ancinandcr- 
gereiheter  Charaktcrformeln  zu  unterbrechen  gesucht;  theils  der 
Erörterung  bedürfende  üngewissheiten,  Zweifel  und  Widersprüche 
zur  Besprechung  zu   bringen   gewünscht. 

Bei  der  Anordnung  der  Pf  I  an  z  en  a  rt  en  in  den  Gat- 
tungen habe  ich  die  Einführung,  aus  französischen  der  Syste- 
matik gewidmeten  Werken  in  unsere  Floren  übergegangener ,  so- 
genannter natürlicher  Gruppen  oder  Rotten,  wodurch  gar  oft  die 
einzelnen  Arten  aus  der  natürlichen  Stellung  zu  ihren  nächsten 
Verwandten  herausgerissen  werden,  zu  vermeiden  gesucht,  wenn 
letzteres  zu  befürchten  war,  jedenfalls  aber  die  Anwendung  be- 
sonderer Namen  für  solche  Abtbeilungen,  als  hier  nur  zur  F^ast 
fallende  Vermehrung  des  schon  so  übermässig  angewachseneu  Na- 
men wusts   aufgegeben. 

In  der  Aufstellung  der  Arten  selbst  habe  ich  die  An- 
sicht festgehalten ,  welche  ich  in  der  Bearbeitung  der  ,,Chloris 
hanovcrana"  sattsam  glaube  vor  Augen  gelegt  zu  haben.  Fast 
jede  neue  Flora  deutscher  Länder,  Gegenden  oder  Ortschaften 
bringt  uns  neue  Pflanzenarten  auf  dem  alten  Grunde ;  nicht  etwa 
neu  entdeckte,  sondern  durch  stets  fortschreitende  Zersplitterung 
der  bisher  anerkannten  zu  neuen  Arten  gestempelte.  Nachfol- 
gende Florenschreiber  nehmen   die  neuen  Arten   ohne  weiteres  auf 


—    vir     — 

und  beinülien  sicli ,  unter  IVIittlieilung-  oft  sehr  scliarfsiclitig-  auf 
uiiltcdeutenile  Abweichungen  der  Bildung  gestützter  Diagnosen, 
deren  Zahl  uocli  zu  vermehren.  Eine  Prüfung  der,  den  angeh|g 
lieh  neuen  Arten  beigelegten,  Charaktere  —  eine  Wiedervereini- 
gung dessen,  was  natur-  und  wahrheitswidrig  getrennt  worden 
ist,  fällt  selten  Jemanden  ein.  Es  giebt  Werke,  in  denen  diese 
Artenfabrikation  bis  zu  einem  wahren  üebermuth  gesteigert  ist. — 
So  stehen  wir  gegenwärtig  auf  dem  besten  Wege,  den  wichtig- 
sten Theil  der  systematischen  Botanik:  die  Artenkenntniss,  in 
einer  des  forschenden  Menschengeistes  unwürdigen  Spielerei  mit 
Namen  und  Formen  untergehen  zu  sehen,  und  bald  nur  noch  Be- 
schreibungen der  Individuen  unsere  Fluren  bewohnender  Pflanzen 
in  den  Floren  zu  lesen. 

Es  liegt  dieser  Erscheinung  wohl  zunächst  eine  doppelte  Ur- 
sache zum  Grunde:  einseitige  Beobachtung,  und  die  Sucht  etwas 
Neues  zu  geben.  31it  der  zunehmenden  Liebe  zur  vaterländi- 
schen Pflanzenkunde  vermehrt  sich  die  Zahl  der  Schriftsteller, 
indem  Mancher  sich  veranlasst  siebt,  die  Pflanzen  seiner  Gegend 
durch  Herausgabc  einer  Flora  bekannt  zu  machen.  Von  den  an- 
erkannten Arten  ihm  abweichend  erscheinende  Formen  ist  er  nur 
zu  geneigt,  als  neue  Arten  aufzuführen,  weil  er  zu  wenig  mit 
der  Vegetation  in  grössern  Kreisen  bekannt  ist.  Die,  auf  we- 
nige Formen  beschränkte,  Vergleichung  der  in  seinem  Bezirk 
vorkommenden  Arten,  gewährt  ihm  eine  nur  unvollständige  An- 
sicht des  Gestaltungsumfangs,  welcher  ihrer  Entwickelung  nach 
Boden,  Klima  und  Zufälligkeiten  ,  einzuräumen  ist.  Und  nicht 
minder  entzieht  sich  häufig  seiner  Kenntniss  dasjenige,  was  in 
andern  Werken  bereits  darüber  mitgetheilt  wurde.  Die  Synony- 
mie,  auf  diese  Weise  mit  doppelten  und  dreifachen  Namen  be- 
legter Pflanzenformen,  lässt  sich  deshalb  oft  nicht  mit  Sicher- 
heit berichtigen  ,  weil  die  aufgestellten  Charaktere  nicht  immer 
von  denselben  Bildungsbeschaffenbeiten  hergenommen  wurden. 

Häufiger  als  durch  Irrthümer,  auf  diese  Weise  veranlasst, 
und  weniger  verzeihlich  ist  die  Zersplitterung  der  Arten,  welcher 
die  Sucht  zum  Grunde  liegt,  durch  etwas  Neues  zu  glänzen, 
durch  Bekanntmachung  neuer  Pflanzen  das  botanische  Publikum 
zu  interessiren,  —  auch  wohl  dem  Absätze  des  Werks  förder- 
lich zu  seyn.  Wenn  nicht  alles  Neue  in  eine  neue  Flor  sorg- 
fältig aufgenommen  —  nicht  die  Zahl  des  Neuen  noch  vermehrt 
ist,  so  dürfte  zu  befürchten  seyn,  dass  dem  Verfasser  Mangel 
an  Bekanntschaft  mit  der  neuern  Literatur j  Mangel  an  Scharf- 
blick vorgeworfen  würde.     Feine  Beobachtung,  botanischer  Scharf- 


—      VIII     — 

sinn  —  wodurch  konnten  diese  auffälliger  bewiesen  werden,  als 
diircli   Aufstellung-  neuer  Arten! 

.  Icli  nujclite  diesem  Raisonncment  die  3lcinuiig  entgegenstel- 
len, dass  der  Hekanntscliaft  mit  der  neuern  f^iteratur,  wenn  sie 
zu  ers|triessliclien  Ergebnissen  führen  soll,  vor  allem  eine  beson- 
nene Kritik  zur  Seite  stehen  sollte.  Und  botanischer  Scharf- 
sinn, in  Verbindung  mit  einem  philosophischen  Geiste  der  For- 
schung, dürfte  überzeugender  auftreten  in  dem  Ergründen  des 
Uebereinstiinmenden  der  Grundformen  und  in  dessen  Festhalten 
durch  die  Reihe  der  Schwankungen,  welche  dem  Veränderlichen 
und  Zufälligen  angehören,  als  durch  den  vergänglichen  Prunk 
für  dieses  ersonnener  neuer  Namen.  Die  Ehre  eine  neue  Species 
entdeckt  zu  haben,  steht  wahrlich  der  nach,  die  alten  im  Kreise 
ihrer  wandelbaren  Entwickelungsnormen  richtig  erforscht  und  er- 
kannt zu  haben.  Zu  jener  führt  gar  oft  der  Zufall ;  zu  dieser 
kann   nur  die  tiefste   Einsicht  in   die  Natur  der  Pflanze  führen. 

Wenn  wir  von  Vielen  jene  Bahn  betreten  sehen ,  so  a^ebührt 
ein  um  so  lebhafterer  Dank  den  wenigen  Schriftstellern,  die  frei 
von  Selbstsucht,  den  Lockungen  der  Mode  entsagend,  auf  dem 
Wege  besonnener  Forschung  beharren;  Schriftstellern,  denen  die 
Wissenschaft  nicht  bloss  Verstandessache  ist,  die  vielmehr  be- 
seelt von  dem  Pflichtgefühle:  Wahrheit  in  der  Pflanzen- 
forschung zu  verbreiten,  die  J>littheilung  dieser  hoher 
schätzen  als  jenen  trügliclien  Ruhm,  viel  neue  Arten  aufgestellt 
zu   haben. 

Zu  den  Werken  dieser  gehört  vor  allen  die  „Flora  der  Pro- 
vinz Preussen"  von  Ernst  31eyer  '),  deren  erste  beide  Liefe- 
rungen gegen  Ende  des  Drucks  der  Flora  excursoria  zu  meinen 
Händen  kamen.  Diese,  so  anspruchslos  auftretende,  Flora  ge- 
hört zu  den  gediegensten  Arbeiten ,  welche  eine  vorurtheilsfreie 
Forschung  im  Gebiete  der  vaterländischen  Pflanzenkunde  un- 
serer Wissenschaft  darbringt.  Und  nicht  minder  ehrenvoll  steht 
die,  schon  einige  Jahre  früher  erschienene,  ,, Rheinische  Flora" 
von  J.  Cii.  DÖLL  2)  .^^^f  jigge,,,  p^ij^.  j^^  Forschung  da.  Sie 
enthält  einen  Schatz  aus  unbefaugener  Beobachtung'  hervorge- 
gangener Aufschlüsse  über  die  Natur  und  das  wahre  Verwandt- 
schaftsvcrhältniss  mancher  Pflanzen.  Es  ist  mir  unter  den,  seit 
der  Herausgabe  von  Ko(ii\s   „Synopsis"  über  die  specielle  Pflan- 

')  Flora    der  Provinz  Pieussen    von  C.  Patze,    E.  Meyer    und  L.  El- 
KAN.     Erste  und  zweite  Lielciung.     Königsberg  1848  ii.   1849.     Duod. 
^)  Rbeinisclic   Flor.i.     Von  J.  Cii.   IIöi.l.     FiauIiF.  a.  .11.  1813.  8. 


—       IX       — 

zenkunde  Deutsclilands  erscliienetien  Werken,  bis  zu  der  jüng;- 
steii  Arbeit  dieser  Art,  in  der  unsere  g-emeine  Birke  unter  fünf 
Artennainen  auftritt,  keins  bekannt,  welches  mit  jenen  beiden 
Werken  zusammen   genannt  zu  werden  verdiente. 

Werke,  wie  diese,  bereiten  die  nicht  mebr  ferne  Zeit  einer 
heraufbeschworenen  wissensciiaftlichen  Reaction  vor,  in  welcher 
ein  neuer  Li\'Mi  auftreten  wird  ,  der  durchdrungen  vom  Geiste 
der  Wahrheit,  mit  umfassendem  Forschertalente  den  Muth  ver- 
bindet, der  Mode  rücksichtslos  entgegen  zu  treten ;  der,  unter 
Vereinigung  ganzer  Reihen  in  unsern  botanischen  Werken  zerris- 
sen dastehender  Pflanzenarten,  die  Einheit  im  Kreise  ihres  ge- 
setzlich begrenzten  Formenspiels  uns  wieder  kennen  lehren  wird. 
Diese  Zeit  wird  so  gewiss  kommen ,  als  aller  Trug  des  Ver- 
standes und  des  Glaubens  früherer  Zeit  in  einer  spätem  seiner 
Lösung  entgegengeht.   — 

DieSynonymie  betreflFend  —  um  wieder  zurückzukommen 
auf  die  Einrichtung  der  vorliegenden  ,, Flora  excursoria",  in  der 
ich  meinen  Kräften  und  gegebener  Gelegenheit  nach  dahin  strebte, 
einer  richtigen  [)arstellnng  der  Pflanzenspecies  mich  zu  nähern, 
weit  entfernt  jedoch  von  dem  Wahne,  sie  überall  erreicht  zu 
haben  —  suchte  ich  den  Mittelweg  einzuhalten.  Zur  Nachwei- 
sung der  LixMi'scben  Arten  ist  die  von  ihm  selbst  noch  besorgte 
zweite  Ausgabe  der  j,Species  plantarum",  auch  wohl  die  zweite 
Ausgabe  seiner  „Flora  suecica"  citirt.  Durch  die  Anführung  der, 
ihrem  Zwecke  gemäss  nicht  mit  Diagnosen  versehenen,  „Chlo- 
ris  hanoverana"'  hat  der  Inhalt  dieser  eine  nähere  Nachweisung 
eriialten.  Kotii's  mehrerwähnte  ,, Synopsis"  sollte  zur  Förde- 
rung gegenseitigen  Verständnisses,  wie  es  hier  geschehen  ist,  in 
allen  Specialfloren  citirt  werden.  Diesen  beiden  Werken  sind 
als  ständige  Citate  ,,Schklhr's  Handbuch",  als  classisches  deut- 
sches Kupferwerk,  hinzugefügt,  ,,Stijrm's  Flora  Deutschlands" 
der  Einrichtung  und  des  bequemen  Gebrauchs  wegen,  die  „Eng- 
lish  flora"  und  die  ,, Flora  danica"  als  ein  paar  klassische  Werke 
des  Auslands,  von  denen  ersteres  durch  stets  richtige  Zeichnung 
das  Recht  in  Anspruch  nimmt,  zur  Schlichtung  vorkommender 
Meinungsverschiedenheiten,  wenige  Fälle  ausgenommen,  als  Rich- 
ter aufzutreten.  Davon  abgesehen  dient  die  Anführung  beider 
Werke  zur  Nachweisung  der  geographischen  Verbreitung  der  Pflan- 
zen Deutschlands  in  den  Richtungen  nach  Nord-Westen  und  nach 
Norden.  Endlich  ist  durchgängig  ,,RKicHE>nACH's  Iconographia 
botanica",  so  weit  die  hiesige  Bibliothek  sie  erhielt,  citirt  wor- 
den,   weil   in   Verbindung  mit    einer  compendiösen,    die   Verglei- 


—         X        — 

cliuiig;  crlciclitcrndcu,  Zusammenstellung  der  Formen  das  Cliarak- 
teristisclic  dieser  trefflicli  liervorg^clioben  ist.  Kei  solclien  Vor- 
züg-en  ^erstellt  man  sicli  ij^orn  dazu,  den  ^\'ertli  der  unterstellen- 
den  IJezeicIirmngcn   als  Arten   niclit  zu  streng-  zu   prüfen. 

Neuere,  der  Oefl'cntliclikeit  überg^ebeiic  Herbarien  zu  c  i- 
tiren,  liabe  icli  ,  bei  der  wenig-en  Siclierlieit  welclie  ilire  Ein- 
ricbtung-  gewäbrt,  unterlassen.  Üag-egen  iiabe  icli ,  wie  sclion 
in  der  ,,C"liloris"  g^esrbelien  ist,  wo  die  Geieg-enlieit  dazu  sicli 
anbot,  auf  den  KiiiurART'scIien  Nacblass  der  Pflanzen  Riicksiclit 
gfcnommen,  welcbc  wälirend  seines  Aufentlialts  in  Upsala,  unter 
den  Augen  Li\m';'.s,  dessen  Scbüler  und  Freund  Ehrbart  war, 
von  ibm  eingelegt  wurden.  Der  Wertli ,  den  dieser  Nacblass 
crbalten  bat,  als  nacb  Linsk's  Tode,  mit  der  Entdeckung  die- 
sem unbekannt  gebliebener  Pflanzen,  mancbe  Ungewissbeiten  ent- 
standen ,  welcbc  der  oft  nabe  verwandten  oder  sieb  äbnlicbcn 
Arten  Liwk  mit  dem  eingefübrtcn  Namen  babe  bezeicbnen  wol- 
len ,  ist  so  augenfällig,  dass  Erörterungen  desselben  überflüssig 
scyn  würden.  Dagegen  linde  icb  micb  durcb  den  Einwurf,  den 
man  der  IJeglanbigung  einiger  der,  in  der  ,,Cbloris"  durcb  das 
Citat  jenes  Nacblasses  als  Li\Nt:"scbe  Pflanzen  bezeicbneten,  Ar- 
ten entgegengestellt  bat:  ,,die  Pflanze  wacbse  nicbt  um  Upsala*', 
Folgendes  zur  Bericbtigung  der  bieraus  abgeleiteten  Meinung 
der  Unsicbcrbeit  meiner  Angabe  mitzutbeilen ,  obgleicb  icb  micb 
in  der  sjCliloris"  scbon  einmal  über  diesen  Pflanzennacblass  ge- 
äussert  babe. 

Die  Pflanzen,  wclclie  Eiiriiart  in  Upsala  einlegte,  sind  tbeils 
auf  Excur.si()ncn,  sowobl  in  der  Nabe  von  Upsala  als  in  entfern- 
tem hegenden  angestellt,  aufgenommen  worden;  tbeils  stammen 
sie  aus  dem  botaniscbcn  Ciartcn  von  Upsala  ber.  Ehrhart  legte 
die  erstem  meistens  in  zablreicben  Exemplaren  ein,  indem  er 
scbon  damals  die  nacb  seiner  Rückkebr  ausgefübrte  Herausgabe 
getrockneter  Sammlungen  beabsicbtigt  baben  mag;  wogegen  sieb 
die  Gartenpflanzen  meistens  nur  in  einzelnen  Exemplaren  finden. 
Er  vcrfubr  bicrbei  mit  der  ibm  eigenen,  fast  pedantiscben  Sorg- 
samkeit. Die  Exemplare  jeder  einzelnen  Specios  liegen  in  einem 
aus  4  —  6  Hogen  zusammcngenäbeten  Hefte  Fliessjiapier,  welcbes 
aussen  mit  einer  fortlaufenden  Nummer  und  dem  Namen  der 
Pflanze  bezeicbuet  ist.  Hei  den  Exemplaren  liegt  eine  Etikette, 
worauf  abermals  der  Name  der  Pflanze  stellt,  und  ein  an  der 
Ecke  binzugefügtes  U.  (Upsaliac)  oder  H.  U.  (Hortus  upsalicnsis) 
zeigt  an,  dass  die  Pflanze  in  Upsala  eingelegt  sey.  Die  er- 
wälintc  Nummer  entspricbt  einem  eingebundenen,    von   Ehrhart 


—        XI        — 

gescliiiebencii ,  systematisclieii  Register  der  eing-elegten  Pflanzen. 
Ks  sind  diese  also  durcli  eine  dreimalige  Nacliweisung  des  Na- 
mens und  doppelte  Bezeichnung  vermittelst  einer  Nummer  gegen 
Verwechselungen   gesichert. 

Wenn  ich  nun,  lediglich  in  der  Absicht,  die  Li>'\K'sclie  Au- 
torität nachzuweisen  —  nicht  um  Beiträge  zur  Flor  von  üpsala 
zu  liefern  —  in  der  ,,Chloris"  dem  citirten  LiN>E'schen  Namen 
die  Bemerkung  hinzufügte:  ,,nach  Ausweise  von  Ehrhart  zu 
Likkk's  Zeit  in  (bei,  zu)  Upsala  gesammelter  (eingelegter)  Exem- 
plare"; so  ist  es  wohl  einleuchtend,  dass  der  Einwurf  ,,die 
Pflanze  wachse  nicht  um  Upsala"  in  mehr  als  einer  Beziehung 
nicht  geeignet  ist,  die  Folgerung  meiner  Angabe  aufzuheben. 
Das  citirte  Exemplar  kann  aus  dem  üpsaler  botanischen  Garten 
entnommen  —  es  kann  auf  entferntem  Excursionen  gesammelt  — 
es  kann  die  bezeichnete  Pflanzenart  in  der  Nähe  von  Upsala  ver- 
loren gegangen  seyn.  Ersteres  ist  namentlich  mit  dem  ,  in  der 
„Chloris"  S.  50  citirten,  Rubus  fruticosus  der  Fall,  worüber  S. 
169  der  ,, Flora  excursoria"  das  Nähere  nachgewiesen  ist.  Und 
der  letzterwähnte  Umstand  kann  sehr  wohl  dem  Einspruch  zum 
Grunde  liegen,  der  gegen  meine  S.  325  der  „Chloris"  aus- 
gesprochene Meinung,  dass  Schrader's  Verbascum  thapsiforme 
Linnk's  V.  Thapsus  sey ,  erhoben  worden  ist  (Berghads  Anna- 
leu der  Erd-,  Völker-,  und  Staatenkunde  Decemb.  1840.  S.  280. 
Febr.  1841  S.  397),  weil  V.  thapsiforme  bei  Upsala  nicht  wachse. 
In  Gotland  und  Oeland  wächst  es  aber  noch  jetzt.  Warum  kann 
es  nicht  bei  Upsala,  unter  dem  Einflüsse  fortschreitender  Boden- 
kultur eben  so  wohl  verloren  gegangen  seyn  ,  als  dies  von  an- 
dern schwedischen  Pflanzen  eingeräumt  wird  ^).  Unter  solchen 
Umständen  mögen  meine  geehrten  Freunde  im  Norden  es  mir 
nicht  verargen,  wenn  ich  in  jene  vor  meinen  Augen  liegenden  Do- 
kumente ein  volles  Vertrauen  setze  ,  wenn  auch  die  betreffende 
Pflanze  jetzt  dort  nicht  mehr  wachsen  sollte. 

Was  die  Berücksichtigung  der  geographischen  und  der 
geschichtlichen  Verhältnisse  der  Pflanzen  betrifft,  so  habe 
ich  mich  aufgefordert  gefühlt,  diesem  Gegenstande,  vorbereitend 
für  die  zweite  und  dritte  Hauptabtheilung  der  „Flora  des  König- 
reichs Hannover",  durchgängig  mehr  Aufmerksamkeit  zu  widmen, 
als  ihnen  gewöhnlich  in   den   Floren  zu   Theil   wird. 

')  „Mc"tha  rubra.  In  sac|>i!>us  et  ciiltis  Scaiiiac  oiini  rrc(|iu'ntior,  nunc 
imillis  locis  »xslirpala,  ubi  qaondam  luxui-iavit"  E.  Fries  Summa  vcge- 
tabillum  Scandinaviae.    Ilolmiae   et  Lipsiac.   1846.   p.   196. 


—      XII      — 

Kinc  l)cträclitliclic  Zahl  der  Pflanzen  Deutsclilands  crreiclit  im 
(icLiete  unserer  Flor  die  Nordgrerizc  ilircr  G  esani  ni  t  v  c  r  b  r  c  i- 
tiing-,  eine  selir  viel  kleinere  die  Siidii^rcnze,  die  Ostgrenze  oder 
die  Westgrenze  dcrselljen.  Der  Kintritt  dieser  Begrenzung  ist 
allgemein,  oder  wo  die  Beobachtungen  es  gestatteten,  nach  \A- 
nien,  durch  bekannte  Ortschaften  bezeichnet,  angegeben,  auch 
wohl  der  iiusserste  bis  jetzt  beobachtete  specielle  Standort  hin- 
zugefügt worden. 

Auf  ähnliche  Weise  ist  die  Begrenzung  des  Vorkommens 
in  Deutschland  von  den  Pflanzen  bemerkt  worden,  welche 
die  Nord-  oder  Siidgrenze  des  (Gebiets  nicht  erreichen,  höher  im 
Norden  oder  tiefer  südlich  in  Europa  aber  wieder  auftreten. 
Auch  ist  es  angegeben,  wenn  eine  sehr  bemerkliche  Abnahme 
oder  Zunahme  im  Vorkommen  der  Pflanze  nach  einer  jener  Rich- 
tungen  beobachtet  wurde. 

Leber  das  Vorkommen  der  P  f I  a  n z  e  n  a  r t  c  n  in  Be- 
ziehung zum  Boden  nach  seinen  Innern  Verbältnissen  (vStruk- 
tur  und  Bestandmasse),  besitzen  wir,  ausser  vielen  einzelnen 
schätzbaren  Mittheilungen,  einige  diesem  Gegenstande  vorzugs- 
weise gewidmete  Schriften  oder  Abbandlungen  ^).  Es  liegt  ihnen 
zum  Theil  die  Meinung  zum  Grunde,  dass  der  Einfluss  des 
Bodens  auf  das  Vorkommen  der  Gewächsarten  vorzüglich  von 
dessen  geogtiostischer  BcschafTenheit  abhängig  sey.  Diese  Mei- 
nung verlangt  indessen  erhebliche  Einschränkungen,  worauf  schon 
der  Umstand  hindeuten  mag,  dass  man  bei  einer  Vergleicbung 
der  Angaben  jener  Schriften  unter  sich  und  mit  den  in  andern 
Werken  zerstreuet  enthaltenen,  auf  mannichfache  Abweichungen 
und   auf  Widers[iriiche   die  Menge  stiisst. 

Der  Einfluss,  den  die  Verschiedenartigkeit  der  Gebirgslager 
unstreitig  auf  Begünstigung  oder  Zurückweisung  von  Pflanzen- 
familien und  Arten  ausübt,  unterliegt  Beschränkungen,  ja  kann 
gänzlich  aufgehoben  werden,  durch  die  chemische  sowohl  als  die 
|(bysische  Beschaffenheit  des  die  Gebirgslager  deckenden  Ober- 
grundes. Die  Modificationen,  in  denen  jener  hiernach  eintritt,  hän- 
gen von  mehrfachen  \  erhältnissen  ab,  welche  zwischen  dem  Ober- 
und  Untergründe  Stattfinden  können.     Auch  kommen  die  Gewäcbs- 


')  UcImt  den  Einfluss  «los  Rodens  auf  die  Yerlheilung  der  Gewäcbso. 
Von  Dr.  F.  Incer.  Mit  2  Cbaiten  u.  6  Tabellen.  Wien  183(3.  —  Ue- 
Ixr  »len  I'.iiiiluss  des  Bodens  auf  di<-  Vertheilung  der  Alpenpflanzen  in 
>  •■iiniseiite  Scliriften  botanischen  Inli.ilts  von  Hugo  v.  Mohl.  Tübingen 
184Ö.  S.393. —  Grundsätze  der  Agricultur-Cbeniie  von  G.  SchIbler.  Leip- 
zig 1831.  Theil  IT.  Altschn.  4.  und  mehrere. 


—     XIU      — 

foimeu  in  Betraclit,  welche  den  Boden  bekleiden.  Wo  ein  mäcli- 
tiger  Obergrund  die  Gebirgslager  bedeckt,  wie  in  der  Regel  im 
aufgeschwemmten  Laude  der  Fall  ist,  kann  die  Einwirkung  die- 
ser auf  die  Vegetation  nur  gering  seyn.  Häufig  findet  eine  Ein- 
wirkung alsdann  gar  nicht  Statt.  Wo  der  Obergrund  von  ge- 
ringerer Mäciitigkeit  ist,  kann  die  Einwirkung  der  unterliegen- 
den Lager  in  verschiedenem  Grade  eintreten,  je  nachdem  JJestand- 
theile  dieser,  sey  es  durch  Zertrümmerung  oder  durch  Auflösung, 
in  die  Bodeudecke  übergegangen  sind  ,  oder  weder  primär  noch 
secundär  ein  Menguugs  -  oder  Mischungs  -  Verhältniss  dieser  Art 
eintrat.  Nicht  minder  kann  alsdann  der  Feuchtigkeitszustand  des 
Obergrundes  wirksam  werden,  der  oft  auf  mehrfache  Weise  vom 
Untergrunde  abhängig  ist.  Von  Seiten  der  Gewächse  aber  kommt, 
wenn  die  Bodendecke  geringer  ist,  zunächst  der  Wurzclhau  in 
Betracht.  Tief  wurzelnde  Bäume  können  unter  einer  Einwirkung 
der  Unterlage  stehen,  welcher  die  Kräutervegetation  entzogen  ist. 

Es  wird  hiernach  der  Einfluss  des  Bodens  auf  das  Vorkom- 
men und  die  Verbreitung  der  Gewächsarten  in  den  aufgeschwemm- 
ten Ebenen,  wie  in  den  Flachländern  überhaupt,  in  den  mehrsten 
Fällen  mehr  von  dem  chemisch  -  physischen  Verhalten  des  Ober- 
grundes ausgehen,  als  von  der  Beschaft'enbeit  der  in  der  Tiefe 
stehenden  Gebirgslager.  Dasselbe  wird  häufig  in  tiefgründigen 
Thälern  der  Gebirge  ,  ja  selbst  auf  Gebirgshöhen  alsdann  der 
Fall  seyn ,  wenn  diese  von  einer  starken  Oberkrume  bedeckt 
sind. 

Demnach  ist  es  nicht  zu  verkennen,  dass  es  für  die  Erzie- 
lung sicherer  Resultate  über  den  Einfluss  des  Bodens  auf  Ver- 
breitung und  Gedeihen  der  Gewächse,  dessen  Ergründung  oft  durch 
die  widersprechendsten  Erscheinungen  erschwert  wird,  wünschens- 
wertli  sey,  die  Beschaffenheit  der  obern  Bodendecke  für  eine 
jede  Pflanzenart  in  den  Specialfloren  angegeben  zusehen.  Vom 
Pflunzengeograph,  der  die  Aussprüche  der  freithätigeu  Natur  em- 
pfängt, sind  sicherere  Aufschlüsse  über  jenen  Einfluss  zu  erwarten, 
als  vom  Landwirth,  der  nur  nach  den  Ergehnissen  einer  erzwun- 
genen Vegetation  urtheilen  kann.  Die  Zusammenstellung  wieder- 
holter, sorgfältiger  Angaben  dieser  Art  aus  vielen  Gegenden  wird 
uns,  unter  Abscbeidung  des  Einflusses  lokaler  Eigenthümlichkei- 
ten  des  Bodens,  in  den  Stand  setzen,  durch  Ermittelung  den  Bo- 
den bezeichnender  Pflanzen,  zur  Aufstellung  einer  vegetabilischen 
Charakteristik  für  die  verschiedenen  Bodenbescbaffenheiten  zu  ge- 
langen. Welchen  Werth  eine  mit  Sicherheit  einzuführende  Be- 
nutzung dieser  für  Ackerbau,  für  Wiesen- und  Weidenkultur,  für 


—      XIV      — 

Forstaulagen  und  Abscliätzungen    haben  würde,   bedarf  keiner  be- 
sondern   Nacliweisung. 

Diesem  Ziele  zustrebend,  babc  icb  mit  Nacbweisung-  der  Oert- 
liclikeit,  in  welcher  die  Pflauzenart  vorkommt,  stets  die  Aiii^fabe 
der  liodenbescIiafTenbcit  verbunden,  die  ihrem  Vorkommen  im  (ge- 
biete vorzugsweise  entspricht.  Die  Fortsetzung  dieses  \\'ri'ah- 
rens  wird  zu  der  Vervollständigung  führen,  der  diese  Angaben 
noch   bedürfen  mögen. 

Unmittelbar  an  die  Berücksichtigung  der  Bodenbescbaftenheit 
sich  schliessend  und  wenigstens  in  manchen  Fällen  unter  dem 
Einfluss  dieser  stehend,  empfiehlt  sich  einer  sorgfältigem  Angabe 
das  G  esel  I  ig  kei  ts  verbal  tn  i  SS  der  Pflanzen,  welches 
sich  in  deren  örtlichem  Vertheilnngszustande  ausspricht.  Um  für 
die  einzelnen  Angaben,  die  hierüber  hier  und  da  in  den  Flo- 
ren vorkommen,  eine  allgemeinere  Kinführung  vorzubereiten, 
schien  es  mir  erforderlich,  die  zu  schwankenden,  oft  auch  ver- 
schieden gebrauchten  Ausdrücke  vermehren  —  und  durch  Anwendung 
nachstehender  Bezeichnungen  eine  bestimmtere  Gradation  einfüh- 
ren zu  müssen.  Die  Pflanzen  leben  dieser  nach  ,, einsam"  (einige 
Orchideen)  ,  sie  finden  sich  auf  ihren  Staudörtern  ,  hei  minderer 
Isolirung,  „einzeln"  (wenn  von  Häumen  die  Rede  ist  ,, einge- 
sprengt"', im  Gegensatz  derer,  die  zusammenhängende  Waldbe- 
stände bilden),  wenn  die  Entfernung,  in  der  sie  vorkommen,  we- 
niger gross  ist,  „zerstreut."  Oder  sie  wachsen  ,  als  gesellige 
Pflanzen,  unter  zunehmender  Anhäufung  ,, truppweise",  —  ,,heer- 
den weise",  —  ,,schaarenweise";  unter  dem  Einflüsse  von  Eigen- 
thümlichkeiten  der  Wurzelbildung  aber  „horstweise"  (im  Wasser 
„massen-  oder  schwadenweise"),  und  in  Folge  eintretender  An- 
einanderreihung der  Horste  ,, rasenweise"  oder  ,, rasenbildend". 
Wo  eine  dieser  Wachsthumswcisen  bestimmt  hervortritt,  ist  dies 
—  mit  Weglassung  der  Angabe  des  zerstreueten  Vorkommens 
als  des  gewöhnlichsten  —  in  die  Angabc  des  Vorkommens  auf- 
genommen worden. 

Zur  Bezeichnung  der  Häufigkeit  des  Vorkommens 
im  Gebiete  sind  die  Ausdrücke  ,, allgemein  verbreitet",  „sehr  häu- 
fig" —  „häufig",  —  „ziemlich  häufig",  —  „stellenweise"  oder 
„hier  und  da",  —  „ziemlich  selten",  —  „selten",  —  „sehr  sel- 
ten" so  consequent  als  es  die  Umstände  gestatteten,  angewandt 
worden. 

Die  Kenntniss  der  ge  seh  i  eh  tl  i  c  h  en  V  e  r  h  ä  1 1  n  iss  e  der 
Pflanzen  unserer  Florengebiete  steht  in  Gefahr,  in  Folge  der 
wenigen  Beachtung,    die  jenen    in  den  betreffenden  Werken  zu 


—      XV       - 

Tlieil  wird,  mit  fortrückender  Zeit  gänzlich  verloren  zu  gelien. 
Liegt  es  uns  am  Herzen,  das  Wenige,  welches  wir  von  einem 
Sacliverliältniss  noch  wissen,  so  wiciitig  für  die  Geschichte  des 
Menschen,  so  bezieliungsvoll  zur  Volksbildung,  zur  Verbreitung 
der  Völker  und  den  Fortschritten  ihrer  Kultur,  dem  Untergange 
zu  entziehen,  so  ist  es  nothwendig  in  der  Aufführung  der  Pflan- 
zen unserer  Florengebiete  ihren  geschichtlicheu  Verhältnissen 
mehr  Beachtung  als   bisher  geschah,  zuzuwenden. 

Zu  diesem  Zweck  empfiehlt  sich  meiner  Ansicht  nach  eine 
Eintheilung  der  Gewächse  in  ,, wildwachsende"  und  in  „kulti- 
virte  Pflanzen".  Nur  jene  erstem  sind  Gegenstand  der  Floren 
im  strengem  und  richtigeren  Sinne  des  Begriffs.  Sie  sind  ,, in- 
ländische Pflanzen",  wenn  ihr  Auftreten  in  der  Flor  jenseit  der 
Zeitgeschichte  der  I.audesvegetation  liegt,  ,, ausländische  Pflan- 
zen'', wenn  ihr  Auftreten  innerhalb  der  Zeitgeschichte  der  Lan- 
desvegetation erfolgte.  Die  letztem  können  seyn  „eingebürgerte 
Pflanzen"  oder  solche  ,  deren  schon  früh  erfolgte  Einwanderung 
geschichtlich  nicht  mehr  genau  nachgewiesen  werden  kann  (da- 
hin gehören  die  mehrsten  ausschliesslich  auf  Aeckcrn  jetzt  wild- 
wachsenden Pflanzenarten)  — ,  „angesiedelte"  oder  ,, verwilderte 
Pflanzen",  deren  Entweichung  vom  kultivirten  Boden  oder  Ein- 
schlcppung  durch  Volkswanderung,  Beziehung  fremder  Saat,  Ein- 
fuhr von  Ballast  u.  s.  w.  geschichtlich  nachzuweisen  ist,  die  aber 
nun  Besitz  vom  Boden  genommen  haben  und  in  der  Regel  all- 
jährlich erscheinen,  —  ,,hospitirende  Pflanzen"  oder  solche  die, 
eben  jener  Kategorie  angehörig,  nur  bisweilen  hier  oder  da  er- 
scheinen ,  endlich  „verirrte  Pflanzen"  oder  solche,  die  ent- 
schieden entfernten  Erdstrichen  angehören  und  unverkennbar 
nur  durch  Zufall  irgendwo  in  wenigen  Exemplare«  aufwuchsen. 
Nach  diesen  Bezeichnungen  ist  das  Geschichtsverhältniss  der 
Pflanzen  unseres  Gebiets  angedeutet  worden.  Die  inländischen 
Pflanzen,  den  Hauptstamm  der  Flora  bildend,  sind  als  solche 
nicht  besonders  bezeichnet  und  die  verirrten  Pflanzen,  zur  Flora 
nicht  gehörig,  nur  am  Schlüsse  der  Gattung  ohne  Diagnose  er- 
wähnt. 

In  Andeutung  einer,  ebenfalls  dem  Geschichtlichen  angehö- 
rigen  Verschiedenheit,  welche  sich  im  Eintritt  des  jährli- 
ch en  Vege  ta  t  i  o  n  scycl  u  s  ausspricht,  kann  man  von  den  „all- 
jährlich" den  Kreislauf  ihres  Lebens  vollbringenden  Pflanzen  die 
„intermittirenden"  unterscheiden,  welche  ab  und  an  eine  Reihe 
von  Jahren  nicht  erscheinen  und  dann  plötzlich  wieder  auftreten, 
wie  dies  besonders  mit  einigen  Orchideen,  auch  mit  einigen  Cy- 


—      XVI      — 

poraceeii  und  Cräscrn  der  Fall  ist.  Wo  dies  letztere  Vcrlialten 
eintritt,  ist  dies  durcli  die  Anwendung  des  obigen  Ausdrucks 
angegeben   worden. 

Im  Verfolg  endlich  der  oben  berührten  Rücksicht,  welche 
die  Flora  des  Königreichs  Hannover  auf  das  praktische  Leben 
nimmt,  habe  ich  es  mir  erlaubt,  von  der  üblichen  Beschränkung 
unserer  Floren  auf  das  rein  Wissenschaftliche  durch  Einführung 
einer  Nuchweisung  am  Schlüsse  der  einzelnen  Gattungen  abzu- 
weichen, worin  unter  der  Aufschrift  „Gewerbliches"  nachgewie- 
sen wird,  in  welcher  Beziehung  die  einzelnen  Arten  der 
Gattung  zu  den  vorne  hm  liebsten  Gewerbsbetrieben 
der  Land  es  ei  n  wo  huer  stehen.  Es  ist  diese  Nachweisung 
auf  den  |tharmaceutisch -medicinischen  Gewerbsbetrieb  —  auf  die 
wichtigern,  dem  Fabrikwesen  und  technischen  Anstalten  anderer 
Art  angehöriger,  Betriebe  —  und  auf  den  Betrieb  der  Land- 
und  Forstwirthschaft  ausgedehnt  worden.  Wenn  die  gedrängte 
Kürze  der  hierzu  gewählten  Darstellung  die  Nachsicht  der  Bo- 
taniker  in  Anspruch  nimmt;  so  wird  der  Apotheker,  der  Arzt, 
der  Fabrikant  und  Handwerker,  der  Landwirth,  Forstmann  und 
Gartenfreund  eine  Flora,  wie  ich  hoffen  darf,  gern  in  die  Hand 
nehmen,  welche  ihm  die  Pflanzen  seiner  Gegend  in  unmittelba- 
rer  Beziehung  zu  seinen  Lebensbeschäftigungen,  seinen  Erwerbs- 
zweigen und   seinen  Neigungen  kennen  lehrt. 

Nach  diesen  Rücksichtsnahmen  nun  sind  in  der  hier  vorlie- 
genden ,, Flora  hanoverana  excursoria"  aufgenommen  worden: 
die  phanerogamischeu  Gewächse  des  ganzen  Emsgebiets,  nebst 
dem  obern  Theile  des  Gebiets  der  Lippe  bis  an  den  Bergzug, 
der  unter  dem  Namen  des  Hartstrangs  von  Unna  im  preussischen 
Westphaleu  bis  nach  Ruthen  läuft,  —  des  ganzen  Wesergebiets 
mit  dem  untern  Theile  des  Fuldagebiets  bis  nach  Gudensberg  in 
Hessen,  und  dem  untern  Theile  des  Werragebiets  bis  nach  Esch- 
wege, —  des  Gebiets  der  Unstrut  und  des  der  Saale  ,  bis  nach 
Naumburg  im  Preussischen,  —  und  endlich  des  untern  Eibgebiets 
bis  nach  Wittenberg.  Es  begreift  demnach  das  Gebiet  der  Flor 
in  sich:  das  Königreich  Hannover,  das  Grossherzogthum  Olden- 
burg und  das  Herzogthum  Braunschweig;  vom  Königreiche  Preu- 
ssen  den  grössten  Theil  der  Provinz  W^estphalen  und  Sachsen 
incl.  der  Grafschaften  Werningerode  und  Stollberg ,  und  von  der 
Provinz  Brandenburg  einen  Theil  des  Regierungsbezirks  Pots- 
dam; ferner  den  nördlichen  Theil  des  Cburfürstenthums  Hessen, 
die  Fürstlich  Lippeschen  Länder,  die  Fürstlich  Waldeckschen  Län- 
der, den  grössten  Theil  der  Herzoglich   Anhaltschen   Länder,  die 


—      XVII      — 

Fürstlicli  Scliwarzhurgsclien  Länder ,  die  grössere  westliclie 
Hälfte  der  Grossherzogtliiimer  Mecklenburg- Schwerin  und  Meck- 
lenburg-Strelitz  ,  die  Herzogtbiimer  Holstein  und  Lnuenburg; 
endlicb  die  Gebiete  der  freien  Städte  Bremen,  Hamburg  und 
Lübeck. 

Es  ist  diese  Erweiterung  des  Florengebiets  im  Vergleich  mit 
dem  der  ,,Chloris  lianoverana''  eingeführt  worden,  um,  zur  Ge- 
winnung umfassenderer  Resultate  binsiclitlich  der  Verbreitung  un- 
serer Gewächse  nach  Boden  und  Klima,  eine  bessere  natürliche 
Begrenzung  zu  erhalten,  indem  das  Gebiet  der  ,, Flora  excurso- 
ria"  hierdurch  auf  ganz  Norddeutschland  bis  zu  51^  11'  der  Breite 
herab,  mit  alleinigem  Ausschluss  des  nord  -  östlichen  Theils  von 
Preussen  (dem  Unter -Odergebiet)  ausgedehnt  worden   ist. 

Die  Gesammtzahl  der  innerhalb  dieser  Grenzen,  unter  dank- 
bar erkannter  Mitwirkung  befreundeter  sowohl  als  persönlich  mir 
unbekannter  Botaniker,  nachgewiesenen  phanerogamischen  Pflan- 
zenarten beträgt  1497,  welche  in  554  Gattungen  und  112  Fa- 
milien aufgeführt  worden  sind.  Es  gehören  hiervon  dem  Kö- 
nigreiche Hannover  1325  Arten  an,  indem  172  Arten  der  Ge- 
sammtzahl nur  ausserhalb  der  Grenzen  desselben  vorkommen.  Die 
in  der  „Chloris"  durch  Standörter  innerhalb  der  Landesgrenze 
nachgewiesene  Zahl  der  Phanerogamen  sieht  sich  hier  um  30  Ar- 
ten ,  als  dem  Ergebnisse  nach  Herausgabe  der  Chloris  fortge- 
setzter Forschungen ,  vermehrt. 

Auf  diese  —  die  ,, Chloris  hanoverana"  —  gekommen  ,  wel- 
che, ebenfalls  eine  Abtheilung  der  Flora  des  Königreichs  Hanno- 
ver bildend ,  der  gegenwärtigen  j,Flora  excursoria"  voranging, 
finde  ich  mich  veranlasst,  Einiges,  sachbeziehliche  Hergänge  der 
Zwischenzeit  des  Erscheinens  beider  erörternd,  hier  zu  sagen. 

Von  zwei  Seiten  hat  sich  die  „Chloris"  dem  Drucke  überge- 
bener  Nachträge  zu  erfreuen  gehabt.  Der  erste  Nachtrag  kün- 
digt sich  als  solcher  durch  seinen  Titel  an.  Er  laucet  5,Scliolia 
osnabrugensia  in  Chloridem  hanoveranam  d.  h.  Zusätze  und  Be- 
richtigungen unsere  vaterländische  Flora  betreflfend,  mit  Berück- 
sichtigung der  osnabrückschen  Specialflora;  eine  höchst  nothwen- 
dige  und  wichtige  Zugabe  zu  der  Chloris  hanoverana  von  J.  J. 
F.  Arendt.  Osnabrück  1837."  (35  Seiten  in  8.).  Der  Verfasser, 
Privatlehrer  der  englischen  und  französischen  Sprache,  unzufrie- 
den damit,  dass  er  aus  der  üebersicht  der  Gewächse  in  einer 
Landesflora  nicht  eine,  durch  specielle  Standörter  nachgewiesene 
vollständige  Flora  seines  Aufenthaltsortes  hat  ausziehen  können, 
liefert  für  die  Gegend  von  Osnabrück  eine  Anzahl  neuer  Stand- 


—      XVIII     — 

örtcr  zu  deu  iu  der  .,CliIoris"'  aufgeführten  Gewäcliseu.  Die 
Quelle,  aus  der  diese  Standörter  eDtnuinineu  worden  sind,  ist 
eine  doppelte.  Einen  Tlieil  derselben  lieferte  der  Scliullelirer 
Fleddermam«  zu  Ijotte  im  Preussisclien,  ein  fleissiger  und  unter- 
riciitt'ter  Pflanzenkenner,  dessen  Bestimmungen,  wie  nachher 
von  ilim  erbetene  Mittheilungen  erweisen,  als  richtig  anzuerken- 
nen sind.  Einen  andern  Theil  entnahm  der  Verfasser  der  „Scho- 
lia"  grösstentheils  aus  einem  namhaften  Herbarium  dortiger  Ge- 
gend. Verschiedene  dieser  letztern  Angaben  in  Zweifel  ziehend, 
erbat  ich  von  ihm  Exemplaie  der  betreft'endcn  Pflanzen  zur  An- 
sicht und  Remission.  Die  Nichtgewährung  dieses  Gesuchs  wurde 
durch  die  Gefälligkeit  eines  kenntnissvollen  Botanikers  ersetzt, 
welcher  die  Originalexemplare  jenes  Herbariums  mit  den  An- 
gaben der  ,,Scholia-'  verglich.  Das  Resultat  der  Verglei- 
cliung  erwies,  dass  die  Kritik  hinsichtlich  der  Richtigkeit  der 
Bestimmungen,  welche  dieser  zweiten  Quelle  angehören,  Ei- 
niges zu  wünschen  übrig  lässt.  Der  Beitrag  an  Pflanzenarten, 
den  die  ,jScholia*'  zur  j,Chloris"  liefern ,  beschränkt  sich  auf 
eine  Pflanze:  Thiaspi  alpestre  L. ,  welche  vom  Schullehrer 
Fledoermann  am  Saume  des  Königreichs  entdeckt  wurde.  Die 
,,Berichtigungen"  beziehen  sich  auf  fehlerhaft  gedruckte  Stand- 
örter. 

In  wie  weit  dieser  Nachtrag  als  eine  ,, höchst  nothwendige 
und  wichtige  Zugabe'"  bezeichnet  zu  werden  verdient,  überlasse 
ich  der  Beurtheilung  Anderer.  —  Eine  Nachlieferung  von  Stand- 
örtern  gab  der  Verfasser  zu  zwei  verschiedenen  Alalen  in  der 
Regcnsburg'schen  botanischen  Zeitung. 

Mehr  Vertrauen,  als  von  einem  Manne  vom  Fach  ausgehend, 
erweckt  und  verdient  der  zweite  Nachtrag,  der  erst  gegen  Ende 
des  Druck's  der  ,, Flora  excursoria"  unter  dem  Titel  erschien: 
„Beiträge  zur  Flora  Ostfrieslands  von  S.  Laktzils -Beninüa 
Dr.  phil.  und  Privatdocent  au  der  Universität  in  Gottingen.  Göt- 
ting.  1849."  (55  Seiten  in  4.)  Den  Inhalt  bilden,  nach  Angabe 
der  Vorrede,  die  Resultate  eines  im  Sommer  1847  eingetretenen 
halbjährigen  Aufenthalts  des  Verfassers  in  der  Provinz  Ostfries- 
land. Er  giebt  zunächst  eine  üebcrsicht  der  Vegetation  nach 
dem  Vorkommen  der  Gewächse  und  ihrer  Verbreitung  auf  den, 
zuvor  angedeuteten,  wichtigsten  Bodenformationen.  Dann  folgt 
ein,  nach  den  Familien  aufgestelltes  Verzeichniss  der  beobachte- 
ten Gefässpflanzen,  welches  Namen  und  Fundorte  der  Gewächse 
nachweist.  Obgleich  der  Verfasser  keine  Diagnosen  gegeben 
und  selten  ein  Synonym  hinzugefügt  hat,  so  sind  doch   eindring- 


—      XIX      — 

liehe   Ketintniss  und,  was  in   unserer  Zeit  mehr  sagen  will ,    ein 
redliches   Streben   nach   Wahrheit  unveritennbar. 

Ausser  manchen  neuen  der  Provinz  Ostfriesland  angehÖrigen 
Standörtern  für  die  in  der  „Cliloris"'  bereits  aufgefülirten  Pflan- 
zen, sieht  sich  die  Zaiil  dieser  um  zwei  wiidwaciisende  Pflan- 
zenarten: Agrimonia  odorata  Mill.  und  Ajuga  pyramidalis  L. 
vermehrt.  Der  Verfasser  zählt  zwar  (S.  54)  auch  Endymion  nu- 
tans,  Silene  Armeria  und  Primula  acaulis  hierher,  wofür  er 
Standörter  nachgewiesen  hat.  Der  erstere  indessen,  den  ich  un- 
weit des  Schlossgartens  von  Gödens  ebenfalls  beobachtete ,  ist 
hier  sowohl,  wie  bei  Coesfeld  im  preussischen  Westphalen,  wo 
ihn  schon  früher  v.  Bönm>ghaüsen  angetroft'en  hat  (Fl.  exe.  S. 
577),  eine  aus  den  Niederlanden,  wo  er  wild  wächst,  in  die 
Gärten  angrenzender  Länder  verpflanzte  und  aus  diesen  zufällig 
entwichene  Pflanze,  die  der  Flora  Deutschlands  nicht  angehört. 
Nicht  minder  ist  Silene  Armeria,  welche  überall  in  Gärten  ge- 
zogen wird,  im  ganzen  Gebiete  der  Flor,  mit  alleiniger  Aus- 
nahme ihres  in  der  „Flora  excursoria"  (S.  91)  nachgewiesenen 
spontanen  Vorkommens  im  Bodegebirgc  des  Harzes,  eine  nur  in 
der  Nähe  von  Gärten  verwilderte  Pflanze.  Ob  es  nicht  eine  ähn- 
liche Bewandtniss  mit  den  wenigen,  bei  Aurich  in  der  Nähe  von 
Gärten  angetrofl^enen,  Exemplaren  von  Primula  acaulis  habe,  mag 
dahin  gestellt  bleiben.  Auch  der  in  der  „Flora  excurs.''  (S.  425)  für 
diese  Pflanze  angeführte  Standort  im  Mecklenburg,  hat  nur  we- 
nige, wahrscheinlich  aus  Gärten  abstammende,  Exemplare  aufzu- 
weisen. 

Unpasslich  und  dazu  geeignet  das  Urtheil  des  Minderunter- 
richteten  über  die  „Chloris  hanoverana"  irre  zu  führen  ,  ist  die 
am  Schluss  dieser  „Beiträge",  als  Specialflor  einer  einzelneu 
Provinz,  gegebene  numerische  Zusammenstellung  der  aufgeführ- 
ten Pflanzenarten  mit  denen,  welche  in  der  „Chloris",  die  als 
Landesflor  sämmtliche  Provinzen  des  Königreichs  umfasst,  durch 
specielle  Standörter  für  jene  Provinz  naciigewiesen  sind.  Kein 
Verständiger  kann  aus  einer  Landesflora  den  Standörtern  nach 
eine  vollständige  Provincial-  oder  Ortiflor  zusammentragen  wol- 
len. Und  eben  so  wenig  kann  eine.  Ungleichartiges  mit  ein- 
ander vergleichende,  numerische  Zusammenstellung  der  Standör- 
ter einer  Provinzialflor  mit  denen,  welche  eine  Landesflora  für 
jene  Gegend  angiebt,  zu  einem  beachtenswertheu  Resultate  füh- 
ren;  ganz  abgesehen  davon,  dass  hier  eine  solche  Zusammen- 
stellung schon  deshalb  ungenau  ausfallen  muss ,  weil  der  Ver- 
fasser der  „Beiträge",    manche  Pflanzenzustände    als  Arten  auf- 


—      XX      — 

gefülirt  hat,  die  icli  als  solche  nicht  anerkenne'),  die  folglich 
auch  in  der  Artenxahl  der  ,,t'liloris"  nicht  enthalten  seyn  können. 
Wenn  in  der  ,,Chloiis",  für  welche  dem  Plane  nach  1  Band 
bewilligt  worden  ist,  für  jede  der  12  Provinzen,  welche  sie  um- 
fasst,  eine  Anzahl  specieller  Standörter  für  Kichen ,  Ulmen,  Bu- 
chen, Linden,  Birken,  Erlen,  Fichten,  Kiefern,  Vogelkirschen, 
Holzapfel,  Haseln,  Schwarz-  und  Weissdorn,  Holunder,  Feldro- 
sen, Heide,  Heidelbeeren,  Hirn-  und  Brombeeren  u.  s.  w.  —  für 
Gänseblümchen,  Distel,  Klette,  Kornblumen,  Kamillen,  Vergiss- 
meinnicht,  Thymian,  Nesseln  u.  s.  w.  —  für  Schilf,  Rohr,  Riet, 
die  vielen  gemeinen  Gräser  u.  s.  w.,  Gewächse  die  in  sämmtlichen 
Provinzen  vorkommen  und  die  Jeder  zu  finden  weiss,  hätte  auf- 
genommen werden  sollen,  so  würde  sie  ohne  erheblichen  Nutzen, 
zu  mehrern  Bänden  angewachsen  und  ihr  Preis  bedeutend  erhöbet 
worden  seyn.  Diese  und  viele  andere ,  eben  so  allgemein  ver- 
breitete Pflanzen,  sind  aber  in  jenen  beiden  Nachträgen  für  das 
Osnabrücksclie  und  Ostfriesland  aufgeführt  worden  ;  wogegen  auch, 
jene  als  Specialfloren  eines  einzelnen  Landestheils  betrachtet,  nichts 
einzuwenden  ist.  Auf  eine  Landesflora  angewandt,  würde  ein 
solches   Verfahren   mindestens  lächerlich  gewesen  seyn. 

Die  „Chloris"  enthält  die  bereits  ungebührliche  Anzahl  von 
19,000  specielleii  StandÖrtern,  eine  Zahl  die  wohl  in  keinem  ähn- 
lichen Werke  vorkommen  möchte.  Ich  würde  einen  grossen  Theil 
derselben  gestrichen  haben,  wenu  die  Eile,  in  welcher  einem  da- 
maligen Drange  der  Umstände  nach,  der  Druck  erfolgen  musste, 
die  Beendigung  des  Manuscripts  und  eine  Revision  desselben 
vor  Anfang  des   Drucks  gestattet  hätte. 

Mit  Recht  bemerkt  übrigens  der  Verfasser  der  ,, Beiträge"'  in 
der  Vorrede,  dass  meine  in  der  ,,Chloris"  gegebenen  Beiträge 
zur  ostfriesischen  Flor  sich  vorzüglich  auf  die  Inseln  bezögen. 
Diese  zunächst  zu  untersuchen,  forderten  mich  die  eigentbümli- 
chen  Verhältnisse  der  Lage  und  des  Bodens  jener  Gegend  auf. 
Sic  versprachen  hier  eine  für  Pflanzengeographie  und  Physiolo- 
gie reiche  Ausbeute;    während   die   einfachen,  auf  gleiche  Weise 


')  z.B.  Rnnunnihis  paucislamineus  Tausch,  \iola  Scbultzii  Bill  .,  Po- 
lyj!;ala  deprcssa  >^'knder.,  Spcigula  iiiaxima  Weihe,  Aiithyllis  maritima 
ScHWEiGG.,  Scneoio  aquaticus  Huds.,  Carduus  multiflorus  Gaud.  ,  Lappa 
minor  De  Cand.,  Leontodon  haslile  L.,  Hieracium  sylvaticum  Gouan, 
Myosotis  striguiosa  IIeichenb.  ,  !>lcntha  sativa  Sm.,  Galcopsis  bifida  De 
BöNNiNGH.,  Clienopoiliuni  opulifolium  Scurad.  ,  Orcliis  eJodcs  Gr.,  O. 
incaruata  Fr.,  Jnncus  conglomeratus  L.,  Luzula  multiflora  Lej.,  Scirpus 
TahernatMiiontani  Gmkl..  Carcx  frisica  H.  Hoch,  C.  Ocdcri  L.,  C.  Horn- 
scbuchiana  Hoppe,  C>lyziM-ia  plicata  Fr.   etc. 


—      XXI      — 

im  Breinensclicii  und  im  Oldenburg-scIien  uuftretetideD  Buderiver- 
liältnisse  des  ostfriesisclieu  ItJuDenlandes ,  wenig'  die  I^andesflor 
Bereiclierndes  erwarten  Hessen.  Dieser  Ansicht  liat  auch  der  Kr- 
folg  entsprochen  ,  indem  ein  vierwochentiiclier  Aufenthalt  hin- 
reiclite,  um  dort  363  Phanerogamen  und  195  Kryptogamen,  un- 
ter diesen  118  Algenarten,  von  denen  22  in  den  über  die  Flor 
Deutsclilands  erschienenen  Scliriften  nicht  aufgeführt  sind,  auf- 
zufinden und  in  ihren  eigenthümlicli  modificirten  F^ebensverhält- 
nissen   zu  beobachten  ^). 

Unbegründet  ist  dagegen  der  Ausspruch  des  Verfassers :  die 
Kenntniss  der  Flora  von  Ostfriesland  sey  bisher  vernachlässigt 
worden.  Seit  Pliniüs  ^)  die  erste,  später  zu  manchem  Streit 
führende  5),  Notiz  über  die  Vegetation  der  Inseln  gab,  haben 
in  neuerer  Zeit  H.  Ta\nen  +)  und  J.  C.  Freesk  ^) ,  dann  von 
Halem  ^)  und  in  der  dritten  Ausgabe  des  Werks  dieses  letz- 
tern IVIertens,  endlich  Jürgens'')  mit  der  Untersuchung  und 
Bekanntmachung  der  Gewächse  Ostfrieslands  sich  beschäftigt. 
Manche  Beiträge  gab  auch  Fr.  Arends  ^).  Ich  selbst  bereisete 
Ostfriesland,  nach  Herausgabe  der  ,,C'hloris",  abermals  im  Jahre 
1838  und  wiederholt  im  Jahre  1842,  wovon  die  Resultate  in 
die  „Flora  excursoria"  aufgenommen  sind.  Ausserdem  widmen 
in  jener  Gegend  noch  lebende,  kenntnissreiche  Botaniker,  unter 
denen  ich  nur  H.  Korn  und  Böckeler  nenne,  ihre  Untersuchun- 
gen der  oldenburgschen  und  ostfriesischen  Flor  und  bringen  die 
Ergebnisse  zur  Oeffentlichkeit.  Die  Gegend  von  Göttingen,  den 
Harz  und  die  Umgegend  der  Stadt  Hannover  ausgenommen,  kann 
diesemnach  Ostfriesland  zu  den  am  meisten  in  botanischer  Hin- 
sicht untersuchten   Gegenden   des  Königreichs  gezälilt  werden. 

Eine,   den  Berücksichtigung  verdienenden  Umständen,   wie   mir 


')  Vcrgl.  im  Hiiiiiiovcrschcii  !>Iag;.iziii  v.  J.  1823  u.  1824  von  Stücli 
99  an:  G.  F.  W.  3Ieyer  über  die  Vcgetalion  der  ostfriesisclieii  Inseln 
mit  besonderer  Rücksicht  auf  Nordeinei ,  nehst  einigen  ans  d<Mi  Natur- 
verliäUnissen  abgeleiteten  Benierljungen  über  den  liullurzustand  des  Itn 
dcns  und  dessen   Beförderung. 

2)  N.  II.  Lib.  IV.  c.  13.    sect.  28  u.  Lib.  XVIII.  c.   12.  seet.  16. 

^)   C  T.  Menke  ,    de  leguniinilius  veteruni  p.   14. 

^)  Ostlriesische  Mannigraltigkeiten.      Anrieh    1784  folg. 

*)  Daselbst. 

^)  Beschreibung  der  zum  Fürstentbunie  Oslfriesland  gehörigen  Insel 
l^ordernei  u.  s.  w. 

")  .ilgae  aijuaticae  ,  quas  in  litora  maris  üynastiam  Jeveraiiam  ef 
Frisiam  Orientalen!  alluentis  rejectas  et  in  liarum  tcrrarum  aquis  habi- 
tantes  collegit  G.  II.  B.  JIrgens  1H17— 1822. 

*)  In  seinem  treft'licbcu  WerUe  „Ostfriesland  und  Jever  in  geogr. 
statistisch,  und  landwirthscbaftl.  Hinsicht.   1818— 1820. ' 


—      XXII      — 

sclieint,  aiig-emessencre,  den  Gelialt  der  „Cliloris"  in  ein  richti- 
geres Liclit  stellende,  Vergleiclmng-  derselben  mit  den  beiden  hier 
erwähnten  Nachträg-en  dürfte  dem  Vorhergehenden  nach  folgende 
seyii:  Die  ARENDx'sche  Schrift  fügt  zum  Gehalte  der  „Chloris" 
eine,  die  von  Lantz.  Bemnmja  (incl.  der  aus  Garten  entwiche- 
nen Pflanzen)   fünf  neue  Arten   hinzu. 

Die  Geringfügigkeit  dieses  von  jener  Seite  eingegangenen 
Nachtrags  in  einem  Zeiträume  von  13  Jahren  nach  dem  Erschei- 
nen der  „Chloris",  veranlasst  mich,  hiermit  allen,  mir  zum  Tlieil 
vielleicht  unbekannten,  Freunden  der  vaterländischen  Pflanzen- 
kunde den  Wunsch  ans  Herz  zu  legen,  botanische  Entdeckungen 
und  Beobachtungen,  welche  sie  im  Königreiche  machten,  auf  ir- 
gend eine  Weise  der  Ocffentlichkeit  zu  übergeben. 

Es  würde  eine  thörigte  Einbildung  seyn  zu  glauben ,  und 
eben  so  thörigt  die  gestellte  Forderung,  zu  verlangen,  dass  alle 
Pflanzenarten  eines  Landes  in  wenigen  Jahren  sollten  aufgefun- 
den seyn,  welches  von  den  Gebirgshöhen  des  Harzes  bis  zu  den 
Inseln  des  meerumfluteten  Küstensaums  eine  so  grosse  !\lannich- 
faltigkeit  der  Oberflächenbildung,  der  liestandmasse  des  Bodens 
und  der  klimatischen  Verhältnisse  aufzuweisen  hat,  wie  das  Kö- 
nigreich Hannover.  —  Als  De  Candolle  die  Herausgabe  einer 
dritten  Ausgabe  der  „Flore  fran^aise"  von  Lamarck  beendigt 
hatte,  worin  2000  in  den  frühem  Ausgaben  übersehener  Pflan- 
zenarten von  ihm  aufgeführt  waren,  nöthigten  ihn,  schon  wäh- 
rend des  Drucks  und  gleich  nach  demselben  gemachte  neue  Ent- 
deckungen, einen  Supplementband  zu  liefern,  worin  abermals  1300 
neu  aufgefundene  Arten   nachgewiesen  wurden  ^).  — 

Was  den  Umständen  nach  zu  erwarten  war  und  dem  speciellen 
Zwecke  entsprach,  das  ist  in  der  „Chloris  hanoverana"  geleistet 
worden.  Schiefe  Urtheile,  die  davon  ausgingen,  dass  die  ,, Chloris 
hanoverana"  für  die  „Flora  hanoverana"'  gehalten  wurde,  finden  ihre 
Berichtigung  in  dem  hier  mitgetheilten  Plane  der  letztem.  Aus- 
sprüche des  Neides  und  der  Rlissgunst  aber,  wo  sie  vorkommen 
mögen  ,  lialte  ich  für  überflüssig  zu  beachten.  Nur  die  unrich- 
tige Angabe  finde  ich  mich  veranlasst,  zur  Rechtfertigung  der 
Verlagshandlung ,  zurückzuweisen,  dass  der  Preis  der  „Chloris"' 
7  Rthlr.  16  Ggr.  (Recens.  in  Hall,  allgem.  Literaturz.  Febr.  1837.) 
und  gar  9  Rthl.  (Regensb.  bot.  Zeit.  Jahrg.  XXI.  B.  1  v.  J.  1838. 
Lit.  Ber.  S.  52.)  betrage.  Der  mit  der  Verlagshandlung  kon- 
tractlicli  festgestellte  Preis  ist  für  das  Königreich  Hannover  und 


')  De  Cand.   Flore   fiam-aise,  Vol.   VI.   |>.  5. 


-       XXIII     — 

Hcrzügtliuin  Braunscliweig  3  Rtliir.  12  Ggf.,  für  das  Ausland 
4  Rtlilr.  16  Ggr. ,  wie  er  auch  in  den  „Intelligenzblättern  der 
Hall.  Lit.  Zeit.  v.  J.  1836.  Nio  59",  der  „Jenaer  Lit.  Zeit.  Nro 
38  u.  42",  im  „Börsenblatt  Nro  34"  —  und  in  ,,Berguaus  äu- 
nalen  der  Erd-,  Völker-  u.  Staatenkunde  v.  J.  1840.  S.  111." 
richtig  angegeben  ist.  Und  nie  hat  die  Verlagshandlung,  nach 
der  mir  gegebenen  Versicherung ,  das  Werk  zu  einem  höhern 
als  diesem  ,  für  744  und  XVI  Seiten  in  gr.  Quart  gewiss  sehr 
billigen,  Preis  verkauft. 

Unbekümmert  übrigens  um  lieblose  Angriffe,  die  mich  in  mei- 
nen Verhältnissen  nicht  berühren,  werde  ich  dem  Verfolge  einer 
Idee  meine  Kräfte  widmen,  der  zu  Liebe  ich  einer  höhern  Stel- 
lung im  Staatsdienst  und  einem  ausgedehntem  Wirkungskreise 
entsagte,  der  Idee:  in  der  Durchführung  des  hier  vorgelegten 
Plans  der  Flora  des  Königreichs  Hannover  meinem  Vaterlande 
ein  Werk  über  seine  vegetabilische  Naturbeschaffenheit  zu  lie- 
fern, so  vollständig  und  in  so  durchgängig  festgehaltener  Bezie- 
hung zum  vStaats  -  und  Volksinteresse,  wie  es  wohl  kein  grösse- 
res  Land   bis  jetzt  aufzuweisen   haben   dürfte. 


G.  F.  W.  MFYFR. 


—     XXIV 


Krkläruiig 

der  Abkürzungen  und  Zeichen. 


Bezeichnung  der  Latidestlieile  iu   den   Angaben   der  Standorter. 

An,  =  Herzoglich  Anhailsche  Länder. 

Bm.         =  Gebiet  der  freien  Stadt  Bremen. 

JBr,  =  Herzoglhum  Braunschweig. 

Mb.  =  Gebiet  der  freien  Stadt  Hamburg. 

Jfl  =  Herzogthum  Holstein. 

Jtn,  =  Königreich  Hannover. 

Hs.  =  Churfürstenthum  Hessen. 

JLb.  =  Herzogthum  Lauenburg. 

Ltp.  =  Fürstlich  Lippe -Detmoldsche    und    Lippe  -  Schauenburg- 

sche  Länder. 

Mjüb.         =  Gebiet  der  freien  Stadt  Lübeck. 

lUk.  =  Grossherzogthümcr  Mecklenburg- Schwerin  und  Mecklen- 

burg-Strelitz. 

Ol.  =  Grossherzogthum  Oldenburg. 

J»r.  =  Königreich  Preussen. 

J»r.  W.  =  Königlich  Preussische  Provinz  Westphalen. 

Schw.      =  Fürstlich  Schwarzburgsche  Länder. 


Die  nicht  innerhalb  der  Grenzen   des  Königreichs  Hannover  wach- 
senden Pflanzen  sind  mit  einem  Sternchen  *  bezeichnet. 


Bemerk.     Der  Druck  der  „Flora    excursoria"    hat    im  Monat  Juni 
1847  seinen  Anfang  genommen. 


Von     Seiner    Majestät     dem    Könige     für    die 
Bearbeitung-  der 

genehmigter 

PliAW. 


Das  Werk  zerfällt  in  vier  Hauptabtheilungen,  deren  gemeinschaftlicher 
Titel  lautet.: 

^  FLORA 

DES 

KÖNIGREICHS  HANNOVER, 

ODER 

SCHILDERUIVG  SEINER  VEGETATION 

NACH  IHREM  GEHALTE  AN  GEWÄCHSEN,  DEREN  YERBREI 
TÜNGS-    UND   YERTHEILLNGSZUSTANDE    UND    DEREN    GE- 
SCHICHTLICHEM VERHALTEN. 

BEGRÜNDET  DURCH 

SEINE  MAJESTÄT  DEN  KÖNIG  WILHELM  IV. 

FORTGEFÜHRT  AUF  BEFEHL  UND  UNTER  DEM 
HULDREICHEN  SCHUTZE 

SEINER  MAJESTÄT  DES  KÖNIGS 
ERNST  AUGUST. 

VFKFASST     VON 

GEORG   FRIEDRICH  WILHELM  MEYER. 


—       XXVI       — 

(Erste   Haiiptahtheihing.) 

FLORA 

DES 

KÖNIGREICHS  HANNOVER. 

BESCHREIBENDER    THEIIi 

ENTHALTEND 

DIE  VOLLSTÄNDIGEN  NATURBESCHREIBUNGEN 

DER  IM  RÖNIGREICOE  WILDWACIISEINDEIV  LISD  IM  FREIEN 

FELDE  AIVGEBALETEIH  GEWÄCHSE,  NEBST  IHREN 

IN  KUPFER  GESTOCHENEN  ABBILDUNGEN^ 


Der  beschreibende  Theil  zerfällt  in  den  begründenden  Theil  und  vier 
Abiheilungen. 

BEGRÜNDENDER  THEIL. 

(Foliorormat.) 
Dieser   eiilliält: 

1.  Den  Plan  des  Werks.  2.  Unter  der  Aufschrift:  Die  Natur 
und  der  Mensch  in  seiner  geselligen  Verbindung,  eine 
Ansicht  des  Einflusses  der  Natur  auf  den  Menschen  und  das  volkswirth- 
schaftliche  Leben ,  zur  Nachweisung  des  allgemeinen  Interesse ,  welches 
die  nähere  Kenntniss  der  Naturbeschafl'enhcit  des  vaterländischen  Bodens 
einem  jeden  seiner  Bewohner  gewähren  muss. 

(Erste    Abtliclliiiig-.) 

BESCHREIBUNGEN  DER  GEWÄCHSE. 

(Folloforn.al.) 
Die    Uiiiiicliliiiig    dci-    Bcsclircil>iingco    ist   folgniilc  : 

NAME  DER  GATTIU'NG. 

(Lateinisch  und  deutsch,  unter  Hinzufügung  der  Citate  von  Linn. 
Gen.  pl. ,  TouRNEF.  Inst.,  Adans.  Fam.,  Juss.  Gen.,  Batsch  Affinit.  und 
Gäktn.  Fruct.) 

NAME  DER  ART. 

(Lateinisch  und  deutsch ,  unter  Angabe  der  Stellung  im  natürlichen 
und  künstlichen  Systeme.) 

RESTIMMUNG  DER  ART. 

lvEI>^ZEI(;iIEN. 

(Oder  Charakteristik ,  deutsch  und  lateinisch.) 


—     XXVII       - 

SYKONYMIE. 

(Die  Synonymie  der  Systeme,  von  Link.  Sp.  pl.  ed.  2.  an,  der  Mo- 
nographien und  einiger  Handbücher,  —  der  werlhvollsten  Floren  einzel- 
ner Länder.  —  Die  vollständige  Literatur  neuerer  Zeit  über  die  Hanno- 
versche Flor.  —  Werke  der  angewandten  Wissenschaft.  —  Dann  die 
wichtigern  altern  Werke,  nach  Ordnung  der  Zeitfolge,  bis  auf  Thal.  Sylv. 
hercyn.  (1588),  Dod.  Penipt.  (1583),  Lob.  Icon.  (1576),  Fuchs  Kräuterb. 
(1542).  —  Provincial-Benennungen.  —  Bemerkungen,  die  Literatur  be- 
treffend.) 

I.     GESTALT. 

(Wurzel.  Mittelstock.  Stengel.  Knospen  nebst  Knospenlage.  Blät- 
ter. Blüte.  Geschlechtsdecke.  Geschlechtsorgane,  Blütenboden.  Frucht. 
Samen.  —    Abweichungen  der  Bildung.     Verwandtschaft.) 

n.  LEBENSLAUF. 

(Keimung.  Ausschlagen.  Wachsthum.  Blüthenentwickelung  nach 
Aher  und  Jahreszeit:  der  Art,  des  Individuums.  Aufblühen  nach  der 
Tageszeit  und  nach  den  Erscheinungen.  Befruchtung:  Verhalten  der 
Geschlechtsorgane.  Trächtigkeit  und  Fruchtreife:  der  Art,  des  Indivi- 
duums. Absterben.  Fortpflanzung:  durch  Samen,  durch  Theilung  u.s.  w. 
Besondere  Lebenserscheinungen:  Bewegungen,  Blätterschlaf,  Tempera- 
tur ,  Lichtausslrahlung  u.  s.  w.). 

in.     LEBENSSPHÄRE. 
VEllBREITUING. 

(Horizontale  Verbreitung.     Verticale  Verbreitung.) 

VORKOMMEN. 

(Boden,  nach  der  geognostischen  und  physisch-chemischen  Beschaf- 
fenheit.    Örtlichkeit,  nach  Form  und  Benutzung  des  Bodens.) 

VERTHEILUTVG. 

(Geselligkeits-Vcrhälluiss.  Grösste  Anhäufung,  Standörter,  nach 
den  einzelnen  Provinzen  des  Landes  geordnet.) 

IV.     EIGENSCHAFTEN. 

Äusseres.  Geruch.  Geschmack.  Wirkung  auf  den  thierischen  und 
vegetabilischen  Organismus.  Ökonomisch  nutzbare  Kräfte.  Arzneilich 
nutzbare  Kräfte.     Technisch  nutzbare  Kräfte.) 


Beobachtungen. 
Erklärung  der  Kupfertafel. 

Die  Aliljildiingen,  welche  in  vcrscbiedenen  Manieren,  je  nat-lidem  die  IValiir  der  rflantc 
CS  erfordert,  in  Rupier  gesloclien ,  mit  farbigen  Griindlönen  gedruckt  und  dann  ausgemalt 
worden,     enthalten: 

1.  Die  Pflanze  in  Lebensgrösse,  von  Bäumen  und  Slräuchern  einen  Theil. 

2.  Vollständige  Zergliederungen    der  wichtigern  Theile  in   zweckmässi- 
gen, dem  Durchmesser  nach  angegebenen,  Vergrösserungen. 


—     XXVIll     - 

(Zweite    Abtlieiliing.) 

(1    Uaiul    hl    (^uarlformat.) 

CHLORIS  HANOVERANA, 

ODER 

INACB  DEN  NATÜRLICHEN  FAMILIEN  GEORDNETE 

ÜBERSICHT  DER  Ol  KÖNIGREICHE  HANNOVER 

WILDWACHSENDEN  SICHTBAR  BLÜHENDEN 

GEAVÄCIISE  UND  FARN, 

KEBST 

EINER  ZUSAMMENSTELLUNG  NACH  IHRER  BENUTZUNG 
IM  HAUSHALTE,  IN  DEN  LANDWIRTHSCHAFTLICHEN 
GEWERBEN  UND  IN  DEN  KÜNSTEN. 


Itie    Clllorls    cutliair: 

1.  Die  Ableitung  der  Anordnung,  nach  welcher  die  Pflanzen  in  \  erwandt- 
schaftskreisen,  Familiengruppen  und  Familien  aufgefiihrl  worden  sind. 

2.  Eine  Übersicht  der  Familien  unter  Andeutung  ihrer  Entwickelungsstufen. 

3.  Eine  Übersicht  der  Gattungen  zu  Anfang  jedes  Verwandtschaflskreises. 

4.  Die  Aufzählung  der  sämmtlichen  Pflanzenarten,  Unterarten,  Schein- 
arten, Spielarten,  Abänderungen  und  Umbildungen  in  ihren  Gattui^en. 

Von   jeder   Pflanze    sloil    anzugeben : 

Der  lateinische  und  deutsche  systematische  Name,  das  Cilat  aus  Linn. 
Sp.  pl.  ed.  2.,  einige  guten  Abbildungen,  und  eine  kurze  kritische  Syno- 
nymie,  —  dann  die  Dauer,  Blülhezeit  und  F'ruchtreife ,  das  Vorkommen 
im  Königreiche  unter  Hinzufügung  speciellcr  Standörter,  —  Bemerkun- 
gen ,  enthaltend  Beobachtungen  ,  Berichtigungen  u.  s.  w. 

Am    Stl.lusä    ioigt: 

ÜIJERSIClir 

DER  IM  KÖNIGREICHE  HANNOVER 

WILDWACHSENDEN  SICHTBAR  BLÜHENDEN 

GEWÄCHSE  UND  FARN 

NACn 

IHRER  BENUTZUNGSFÄHIGKEIT. 

A.  Gewächse  des  Landes,  welche  sich  zum  unmittelbaren  Verbrauch  oder 
zur  Gewinnung  roher  Producte  des  Pflanzenreichs  eignen:  1.  Ge- 
wächse für  den  Haushalt,  2  für  den  Wiesen-  und  Weidenbau  und 
die  Viehhaltung ,  3.  für  die  Cultur  der  Heiden ,  die  Befestigung  des 
Treib  -  und  Flugsandes ,  und  die  Begrünung  der  Deiche ,  4.  für  den 
Forslbau ,   5.  für  den  Gartenbau. 

B.  Gewächse  des  Landes ,  die  sich  zur  Gewinnung  von  Kunstproducten 
eignen:  1.  Gewächse  für  das  Arznei-  und  Apothekerwesen,  2.  für 
das  Manufactur-  und  Fabrikwesen,  3.  für  den  Handwerksbetrieb. 


—       XXIX      — 

(Dritte    Ab  thelliiDg.) 

(1    Band    in    guarlform.-.!.) 

CERES  HANOVERANA, 

ODER 

NACH  DEIS  ISATÜRLICHEI\  FAMILIEN  GEORDNETE 

ÜBERSICHT    DER   IM  KÖNIGREICHE  HANNOVER   IM 

FREIEN    FELDE    ANGEB ALEXEN    GEWÄCHSE, 

NEBST 

NACH  WEISUNG  IHRER  PRO  VINCIALBENENNUNGEN  UND 
DER  ANGABE  IHRER  SAAT-  UND  ERNTEZEITEN. 


Die     Einriclitiing     der     Ceres     banoverana     isl     im     Allgeineiuen     die     der    Cliloris. 
Docli   folgt 

dem  lateinischen  und  deutschen  systematischen  Namen  der  Pilanzen 
ausser  dem  Citate  aus  LisN.  Sp.  pl.  ed.  2.  das  Citat  von  De  Cakd.  Syst. 
nat.  und  Prodr.  syst,  nat.,  dann  eine  vollständige  Synonymie  der  rer- 
schiedenen  Landesbenennungen  nach  den  Provinzen  des  Königreichs,  die 
Angabe  der  Saat-  und  Erntezeiten  —  die  Bezeichnung  der  Provinzen, 
in  welchen  die  Pflanze  gebauel  wird,  —  Bemerkungen  über  die  Cultur- 
methoden,  die  Einträglichkeit  u.  s.  w. 


(Vierte  Abtheilung.) 

(>acl.    rraslHiiden    in    Abllieiluiigen    in    Octa.forniat   iind    iinler    Abänderung    des     nachstellenden 
Titels.) 

FLORA  HANOVERANA  EXCÜRSORIA, 

ODER 

SYSTEMATISCHE  ALFZÄHLUNG  UND 
CHARAKTERISIRUNG  DER  IM  KÖNIGREICHE  HANNO- 
VER UND   IN   DEN   ANGRENZENDEN   LÄNDERN  DES 
NÖRDLICHEN  DEUTSCHLANDS 
WILDWACHSENDEN  PFLANZEN. 


Die    Flor.1    eicur>oria    eolhüll: 

1.  Eine  Übersicht  der  aufgeführten  Gattungen  nach  dem  LiNNii'schen 
Systeme.  2.  Die  Charaktere  der  Klassen,  Ordnungen,  Gattungen  und 
Arten  nach  dem  natürlichen  Systeme.  3.  Die  wichtigste  Synonymie  der 
letztern,  ihre  Lebenssphäre,  Dauer,  Blütezeit  und  Fruchlreife,  unter  Hin- 
zufügung von  Bemerkungen  und  Beobachtungen.  Eine  Nachweisung  der 
gewerblichen  Benutzung  der  aufgeführten  Pflanzen. 


—       XXX       —  . 

(Zweite    Haupt abtheilungf.) 

(Quarlforinat.) 

FLORA 

DES 

KÖNIGREICHS   HANNOVER. 

CÜESCmCHTIilCHER    THEIIi 

KNTHALTli^D 

DIE  SCHILDERUNG  DER  VEGETATION 

DES  KÖIMGUEICHS  HAIMSO\ER  NACH  IHREM  FRÜHEUN 
VERHALTEIV  LWD  IHREN  YERÄNDERLNGEN, 

ODER 

PFLANZENGESCHICHTE  DES  LANDES. 


ERSTER  ABSCHNITT. 

Von  den  fossilen  Vegetubilien   des  Landes. 

I.  Von    der  Verbreitung   der  fossilen  Vegetabilien  nach  der  geognosti- 
schen  Beschaffenheit  des  Bodens. 

1.   Pflanzenreste    einer   früher  untergegangenen  Vegetation   in  den 
altern  normalen  und  abnormen  Gebirgsniassen.      2.    Pflanzenverstei- 
nerungen und  Abdrücke  der  jetzigen  Vegetation  in  den  jungem  Bo- 
denmassen. 
II.    Anordnung  und  Beschreibung  der  fossilen  Vegetabilien. 

III.  Vergleichung  der   fossilen  Vegetabilien    des    Landes   unter  sich  und 
mit  denen  anderer  Länder. 

IV.  Vergleichung   der   fossilen   Vegetabilien    mit  der  jetzigen  Vegetation. 

ZWEITER  ABSCHNITT. 

Ansichten  und  Untersuchungen  über  die   Entstehung  der  Jetzigen 
Vegetation  des   Landes. 
I.    Über  die  ursprüngliche  Entstehung   der  jetzigen  Vegetation   und  ihr 
relatives  Alter. 

II.  Über  die  noch  jetzt  eintretende  Entstehung  von  Vegetation. 

DRITTER  ABSCHNITT. 

Untersuchungen  der  Veränderungen,    welche  die  jetzige  Vegeta- 
tion   des    Landes    nach    ihrer    Entstehung   erlitten    hat   und  noch 
erleidet. 
I.    Geschichtliche   Ansicht    der    Veränderungen,    welche   die  Vegetation 
erlitten  hat,  und  des  hiervon  ausgegangenen  Einflusses  auf  die  phy- 
sische Beschaff"enheit  des  Landes. 


—       XXXI      — 

II.   Nähere   Untersuchung   der    einzelnen  Veränderungen  der  Vegetation 
und  ihrer  Ursachen. 

1.  V'erminderung  der  Pflanzenzahl  durch  den  Verlust  von  Ge- 
wächsen. 2.  Vermehrung  der  Pflanzenzahl  durch  Ansiedelung  oder 
Einführung  von  Gewächsen.  3.  Übersicht  des  Einflusses  der  Ver- 
änderungen im  POanzenbestande  des  Landes  auf  dessen  Gesammt- 
vegetalion. 
III.  Betrachtung  der  fortwährend  stattfindenden  Oscillationen  im  Auf- 
und  Abtreten,    in  der  Verbreitung  und  Vertheilung  von  Gewächsen. 

VIERTER  ABSCHNITT. 

Schilderung- der  Vegetation  nach  ihrem  jährlichen  Entwickelungs- 
verlaufe,   oder  Pflanzenbiographie  des  Landes. 

I.  Schilderung  der  Vegetation  in  ihrem  Ruheslande. 

II.  Schilderung  ihrer  beginnenden  Entwickelung. 

III.  Schilderung  ihrer  Ausbildungsperioden. 

IV.  Schilderung  ihres  Überganges  in  den  Ruhestand. 

Bemerk.       I>ie     wiI«ln.icbseDden     niict     die     ciiltivirlen    Pflanzen    werden    besonders   alige- 
liandelt,   jcdorli    »ergleicliend    nnd    siiniinariscli    ziisaninicngestellt ,    ho    «nd    wie    der   Zweck    des 


(Dritte    Hauptabtheilung^.) 

FLORA 

DES 

KÖNIGREICHS  HANNOVER. 

CEOGRAPHISeUER    TII£IIi 

ENTHALTEND 

EINE  ÜBERSICHTLICHE  UND  VERGLEICHENDE 
SCHILDERUNG 

DER  VEGETATION  DES  KÖNIGREICHS  HANNOVER 
NACH  IHREM  VERHALTEN  ZUM  BODEN  UND  ZUM  KLIMA 

ODER 

PFLANZENGEOGRAPHIE  DES  LANDES. 


Der    geograpliiscbe    Thcil     zerrällt    in    zwei    Abllieiliiiigen ,     von    welcbeii     die    erste    den 
rbereilenden    Tbeil,    die   zweite   den   pflanzengeograjibiscben    ansmacbt. 


—      XXXII      — 

(Erste    Ahtli  cilung;.) 
VORBEKEITEIVDER    THEII^. 

RURZGEFASSTE  GEOLOGIE  DES  KÖNIGREICHS  HANNOVER, 

ODER 

ÜBERSICHT    SEINER   L^fORGAIMSCUE?)   IXATLR- 

RESCHAFFEl>iHEIT  ALS  YORRElMST?iIS8  FÜR  DIE  SCIIILDE- 

RLIHG  DER  YEGETATION. 


ALLGEllEII>iES. 

Lage ,  Grenzen  und  Bestandlheile  des  Landes. 

ERSTER  ABSCHNITT. 

Orologische    Besclireibung    des    Landes ,     oder    Betraclitung;    der 
äussern  Gestalt  seiner  festen   Oberfläche. 

I.    Allgemeiner  Überblick. 

IL    Nähere    Betrachtung.      1.    Gebirge.      2.    Vorgebirge    und    hiigeliches 
Land.     3.  Ebenen.     4.  Mecresslrand. 

ZWEITER  ABSCHNITT. 

Geognostische    und    üryktognostische    Besclireibung    des    Landes, 

oder  Betraclitung  der  Zusammensetzung  und  Bestandmasse  seiner 

festen  Oberfläche. 

I.  Allgemeiner  Überblick. 
IL   Nähere  Betrachtung.      1.  Normale  oder  abgelagerte  Massen.     2.  Ab- 
norme oder  Erhebungsmassen. 

DRITTER  ABSCHNITT. 

Hydrologische  Beschreibung  des  Landes,    oder  Betrachtung  sei- 
ner Gewässer. 
1.    Allgemeiner  Überblick. 

IL   Nähere  Betrachtung.     1.  Quellen  und  fliessende  Gewässer.     2.  Teiche 
und  Landseen.     3.  Das  Meer. 

VIERTER  ABSCHNITT. 

Klimatische  Beschreibung  des  F^andes,    oder    Betrachtung   seiner 
Atmosphäre. 
1.  Allgemeiner  Überblick. 

IL   Nähere   Betrachtung.     1.  Wärme    der    Atmosphäre,    2.  Feuchtigkeit, 
3.  Elektricität,  4.  Druck,  5.  Bewegung,  6.  Erleuchtung  derselben. 


—      XXXIII       — 

chung  des  Eil 
ten  des 


III.   Untersuchung  des  Einflusses  der  einzelnen  physischen  Beschafi"enhei- 
ten  des  I.andes  auf  sein  Klima  und  dessen  örtliche  Verschiedenheilei 


(Zweite   Abtheilung.) 

SCHILDERUNG 

DER  VEGETATION  DES  KÖNIGREICHS  HANNOVER 

NACH    IHREM   GEGENWÄRTIGEN  VERHALTEN   ZUM  BODEN 

UND  ZUM  KLIMA, 


ODER 


PFLANZENGEOGRAPHIE  DES  LANDES. 


ERSTER  ABSCHNITT. 

Die  örtlichen  Verhältnisse  der  Pflanzen  oder  Pflanzentopo^raphie 
des   Landes. 

I.  Über  die  Verbreitung  der  Vegetation  des  Landes  und  ihre  Grenzen 
im  Allgemeinen. 

II.  Die  Wohnorte  der  Pflanzen.  1.  Nach  der  orographischen  und  hy- 
drographischen Beschafl'enheit  des  Landes,  2.  Nach  der  Benutzung 
des  Bodens.     3.  Nach  der  Bewohnung  des  Bodens. 

III.  Die  Verbreitungskreise  der  Pflanzenfamilien,  Gattungen  und  Arten. 
1.  Die  Pflanzenzonen  des  Landes.  2.  Die  Pflanzenregionen  dessel- 
ben.    3.  Die  Lebenskreise  einzelner  Familien,  Gattungen  und  Arten. 

IV.  Die  Vertheilungsverhältnisse  der  Pflanzen. 

1.  Nach  der  physischen  Beschaffenheit  des  Landes. 

a.  Geognostische  Charakterpflanzen,  b.  Klimatische  Charakter- 
pflanzen, c.  Geognostische  und  klimatische  Ubergaugspflanzen. 
d.  Vom  Boden  und  Klima  weniger  abhängige  Pflanzen. 

2.  Nach  den  Eigenthumlichkeiten  der  Gewächse. 

a.  Schmarotzerpflanzen,     b.  Gesellig  lebende  Pflanzen,     c.  Ein- 
sam lebende  Pflanzen. 
V.   Untersuchung  des  Einflusses  der  physischen  Beschaffenheit  des  Lan- 
des auf  die  bestehende  V^erbreitung  seiner  Gewächse. 

1.  Einfluss  des  Bodens.     2.  Einfluss  der  Atmosphäre.     3.  Gemein- 
schaftlicher Einfluss  mehrerer  Naturverhältnisse. 

ZWEITER  ABSCHNITT. 

Vergieichung  der  Vegetation  in  den  verschiedenen  Landestheilen, 
oder  botanische  Geographie  des  Landes  im  eugern  Sinne. 
I.  Vergleichende   Zusammenstellung  der  Vegetation    nach   den    orogra- 
phischen und  klimatischen  Verhältnissen  der  verschiedenen  Gegenden. 

II.  Vergleichende  Zusammenstellung  der  Vegetation  nach  der  geogno- 
stischen  Beschaffenheil  des  Bodens  oder  den  Gebirgsformationen 
und  Lagerungsmassen. 


—      XXXIV      — 

III.  Einllipilung  des  Landes  in  Vegelaüonsbezirko ,  als  allgemeines  Re- 
sullat  (Ici-  Untersuchungen  über  die  VerbreiUing  und  Verlheilung  der 
Gewachse. 

1.  Festsetzung,  Schilderung  und  Charakterisirung  der  Vegetalions- 
bezirke. 

2.  Yergieichung  der  Vegetationsbezirke  unter  sich  nach  der  Zahl, 
Übereinstimmung  und  Verschiedenheit  der  Pflanzenarten,  Galtun- 
gen und  Familien, 

3.  Vergleichung  der  Vegetationsbezirke  und  der  Gesammtvegelalion 
des   Landes  mit  der  benachbarter  Länder. 

BomiiK.  Aiul.  im  grogr.npli.  Tl.cilc  »TOrilou.  wie  im  grscLiolirlicLon,  Hie  nll.l.vacl. 
,en.»cii  nianzci.  gclroniil  »oii  acii  ciillivirfcn  bclr.iclilet  nnJ  vcrglciclici.l  zusüromongcslelll. 
Der  IcUlc  AbsrIiiiiU  ist  von  >  c  g  c  ta  l  i  0  n  soll  a  r  t  c  u  Iieglcilel,  wcUlie  AosicMen  von  der 
llaaplv.rl.reil.ing  der  wilden  und  der  ciiltivittcn  manzen ,  n„  von  den  Vf vlireilMogsl;rei«en 
dei    Tvirlillgeiii    raiullien  ,    (JaUnngen    und    Arien    geben. 


BETRACHTUNG  DER  VEGETATION 

DES  KÖINIGREICIIS  HANNOVER  IN  IHREM  VER 

HÄLTNISSE  ZUR  THIERWELT. 


ERSTER  ABSCHNITT. 

\on   den   \  erwiindtschaftscrschcinungcn  des  Pflanzen-  und  Thier- 
rcichs  auf  den  untersten  Bildung^sstufen  beider  Reiche. 

ZWEITER  ABSCHNITT. 

Untersuchung    des    g-cgcnseitigen    Einflusses    der    Pflanzen  -    und 
Thierwelt  auf  einander. 
1.    Von  dem  Einflüsse,    welchen  die  Pflanzen  auf  die  Thiere  des  Lan- 
des  ausüben. 
H.    V^on  dem  Einflüsse,    welchen  die  Thiere  auf  die  Pflanzen  des  Lan- 
des ausüben. 

DRITTER  ABSCHNITT. 
Vergleichung    der    Pflanzen-    und    Thierverbrcituug    des    Landes 
unter   sich. 
L   Allgemeine  Vergleichung  der  Pflanzenverbreilung  des  Landes  mit  der 

seiner  Thiere. 
H.   Vergleichung   der  Pflanzenzonen   mit   der  Verbreitung  der  Thiere  in 
ihnen. 

III.  Vergleichung   der    Pflanzenregionen    mit  der  Verbreitung  der  Thiere 
in  ihnen. 

IV.  Vergleichung  der  aus   den  Vertheilungsverhältnisscn  hervorgehenden 
Verschiedenheilen  der  Vegetation  mit  denen  der  Thierverbreitung. 


—       XXXV       — 

(Vierte    Hauptabtheilung'.) 

(Quartformat.) 

FLORA 

DES 

KÖNIGREICHS  HANNOVER. 

riNTERSUCHUlXG  DER  EIINZELNEN  VEGETABILIEN 

DER  VEGETAT10NS\E11HÄLTNISSE  DES  KÖNIGREICHS 

HAISIVOYER  IN  ANWENDUNG  ALF  DIE  ERHÖHUNG  SEINER 

NATURPRODUCTION  UND  DIE  BEFÖRDERUNG  SEINES 

GEWERBWESENS. 


(Erste   Abtheilung.) 

BENUTZUNG  UND  BEHANDLUNG  DER  GEWÄCHSE 

DES    LANDES    ZUR    BEFÖRDERUNG    DER    ÖKONOMISCHEN 

GEWERBE,  DES  KUNSTBETRIEBES  UND  DES  HANDELS. 

ERSTER  ABSCHNITT. 

Gewächse  des  Laudes,  die  sieb  zum  unmittelbaren  Verbraucb  oder 
zur  Gewinnung-  rober  Producte  des  Pflanzenreicbs  eignen. 

I.    Gewächse   für   den   Haushalt.     II.    Gewächse  für   den  Ackerbau. 

III.  Gewächse    für   den  Wiesen-    und  "NVeidenbau  und  die  Viehhaltung. 

IV.  Gewächse  für  die  Cultur  der  Heiden,  die  Befestigung  des  Treib- 
und  Flugsandes ,  und  die  Begrünung  der  Deiche.  V,  Gewächse  für  den 
Forstbau.     V.  Gewächse  für  den  Gartenbau. 

ZWEITER  ABSCHNITT. 

Gewächse  des  Landes,    die   sich    zur  Gewinnung-  von  Kunstpro- 
ducten  eignen. 

I.  Gewächse  für  das  Arznei-  und  Apothekerwesen,  II.  Gewächse 
für  das  Manufactur-  und  Fabrikwesen.  III.  Gewächse  für  den  Hand- 
werksbetrieb. 

DRITTER  ABSCHNITT. 

Gewächse    des  Landes,    die  sich  für  den  Handelsbetrieb  eigneu. 

I.  Gewächse  für  den  grössern  Handel.  II.  Gewächse  für  den  ört- 
lichen ^'erkehr. 


—      XXXVI      — 

VIKKTER  ABSCHNITT. 

Über  die  Auwenduiig   der  wildwachsenden  Pflanzen  zur  Beurtbei- 
lung  des   Bodens  und   des  Rliuias. 
I.    V'on  der  Bcurtheilung  des  Bodens  nach  den  Pflanzen,  welche  er 
(lägt.     11.  Von  der  Beurlheilung  des  Klimas  nach  den  Pflanzen  des  Bodens. 

FÜNFTER  ABSCHNITT. 

Von  den  schädlichen  Gewächsen  des  Landes  und  den  Mitteln  ihrer 
Verminderung  oder  der  Aufhebung-  ihrer  nachtheiiigcn  Eigenschaften. 

I.    Gewächse,  deren  Schädlichkeit  aus  ihrem  nachtheiligen  Einfluss  auf 

den  thierischen  Organismus  hervorgehl,  oder  eigentliche  Giftpflanzen. 

1.   Betäubende  Giftpflanzen.      2.    Betäubend -scharfe    Giftpflanzen. 

3.  Scharfe  Giftpflanzen.     4.  Pflanzen  mit  unbekannten  Giften. 

n.   Gewächse,   deren  Schädlichkeit  aus  ihrem  nachtheiiigcn  Einfluss  auf 

andere  Gewächse  oder  auf  den  Boden  hervorgeht. 

1.  Schmarotzerpflanzen.  2.  Durch  Beschattung,  Druck  und  Wu- 
chern der  Wurzeln  schädliche  Pflanzen.  3.  Durch  ihre  Wurzelstoff"e 
schädlich  wirkende  Pflanzen. 

(Zweite   Abtheilung.) 
BEIMJTZUING  DER  EINZELNE?!  LND  DER  GESAMMT- 
VERHÄLTNISSE  DER  YEGETATIOIS    DES    LANDES   ZUR   ER- 
KEINNTNISS,  BELRTHEILUNG  UND  VERVOLLKOMMNUNG  DES 
CULTURZUSTANDES  SEINES  RODENS. 
ERSTER  ABSCHNITT. 
Vcrgleichung  der  cultivirtcn  Bodenfläche    mit  der   für  die   künst- 
liche Production   nicht  benutzten  und  des  Verhaltens  der  erstem 
nach  der  Verschiedenheit  der  Benutzung. 

ZWEITER  ABSCHNITT. 

Beurthcilung    des    cultivirten  Bodens  und  der  Culturmcthoden   in 
Beziehung  auf  die   allgemeine  und   besondere  physische  Beschaf- 
fenheit des  Landes. 

DRITTER  ABSCHNITT. 

Ansichten  und  Vorschläge  zur  Erweiterung  und  Vervollkommnung 

der    Cultur    des    Bodens    nach   den   Resultaten  der    Untersuchung 

seiner  Beschaff'enheit  und  seiner  Benutzung. 

Bemerk.     Einzelne  Gegenslände,   welche,    ausführlicherer  Beh.indlung  wegen,    der  Flora 
nicht   einTcrleikt  werden   huuneu.    «erden   in   Anlagen   lur   Flora   ahgeh.indeU. 


Von  der  nach  diesem  Plane  bearbeiteten  Flora  haben  bis  jetzt  incl. 
der  Flora  excursoria  acht  Bände  die  Presse  verlassen. 


Übersicht 

der    in    der    Flora    excursoria    enthaltenen    Gattungen 
nach   dem   LiivNE'sehen    Geschlechtssysteme. 


Bemerk.       Die    hinter    den    Gattungsnamen    sfeLenclc    Zahl    icigl    ilie    Seile    des    Bnihs    an. 

Classic  I.    ITIOIVA^DRIA.    XMJVMÄHnVIGK. 

Ein  freies  Staubgefäss  in  einer  Zwitterblüte. 
Ordo  I*    ITIoiiogynia.    JEinweibige»    Ein  Stempel  ')■ 
Hippuris  205.     Aphanes   189. 

Salicornia. 

Ordo  Ä.    Uigyiiia.    Xweiiteihige*    Zwei  Stempel. 
Callitriclie  206.     Salicornia  457. 

Blitiim.      Arten    der    Gallnng    Festnca. 

eiassis  II.    UIA^ORIA.    ZWTEMMÄWNIGM. 

Ordo  1.    inoiiogynia.    Mintceibige,    Ein  Stempel. 

A.     Blüten  vollständig,  olierständig. 

Circaea  206. 

B.     Blüten  unterstiindig,   1-früclitig,   regelmässig. 

Ligustruin  352.     Fraxinus  353. 

C.     Blüten  unterständig,  1 -früchtig,  uniegelmässig. 

Pinguicula  439.     Utricularia  439.     Gratiola  388.     Veronica  392. 

D.     Blüten  unterständig,  4-frücbtig. 

Verbena  438.     Lycopus  414.     Salvia  419. 

Arten     der     Gattungen     Scirpus  ,       IU.uichu!>|iora  ,       Cladiuni.        Le|iidium     ruderale.        Lonina. 
Telniatophaee.       Salicorni.i.       Ruppia. 

Ordo  9.    Uigynia.    Xweiweihige*    Zwei  Stempel. 
Antliuxantliuin   622. 

Cla$)sis  III.    TRIAIVORIA.    nnmiMÄNNEGm. 

Drei  freie  Slaubgefässe  in  einer  Zwitterblüte. 
Ordo  lo    Iflonogyiiia.    Miniveihige*    Ein  Stempel. 

A.     Blüten  vollständig,   olierstiindig. 

Valeriana  267.     Valeriauella  268. 

B.     Blüten  vollständig,  unterständig. 

Montia  212. 

C.     Blüten  unvollständig,  Gesehleclitsdeclie  kronaitig 
Glaüiulus  563.     Iris  563. 


')    Oder    Fnichlknotc,    oder    Grill'el ,    oder    INarhe. 


—    XXX vm    — 

D.     Blükii  uiivollsläiidig,  Gescültclitsaeclie  licieliartig. 
Pülycneinum  455. 

E.     Blüten  unvollsfiindig,  lialgaitig  (Rietgiaslilütc). 
Hlysmus  G09.     Erioplioruin  610.     ScirpusGll.     Heleocliaris  616. 
Rliynchospora  618.    Cladium  618.    Sclioenus  619.     Cyperus  620. 

Einigp    Gräser.       Asjicriila    tinetoria. 

Ordo  Ä.    Illjgyiila.    Zweiweibige*    Zwei  Stempel. 

inütcii   l»algartig  (tiiasblüte). 

Leersia  621.  Plialaris  621.  Üigrapliis  622.  Hierocliloa  623. 
Wiliuin  623.  Panicum  624.  Setaria  624.  Ecliinocliloa  625. 
Digitaria  626.  Cyiiodon  626.  Audropogon  627.  Alopecu- 
rus  628.  Plilcum  629.  Sesleria  630.  Cliamagrostis  631. 
Pliraginites  631.  Arundo  632.  Agrostis  636.  Stipa  639. 
Holcus  640.  Arrlienatcruin  641.  Coryuepliorus  641.  Aira 
642.  Aveiia  644.  Triodon  646.  Molinia  647.  Melica  647. 
Briza  648.  Eragrostis  649.  Poa  650.  Glyzeria  654.  Scle- 
rocliloa  656.  Koeleria  657.  Dactylis  657.  Festuca  658. 
Bracliypodium  662.  Bromus  663.  Agropyruin  667.  Gaudi- 
nia  670.  Elymiis  670.  Hordeum  671.  Lolium  672.  Lcptu- 
rus  673.     Nardus  674. 

Ordo  3.    Trigyiiia»    Ifreiweibige*    Drei  Stempel. 

Holosteum    101. 

Ordo  4.    Tetragynla.    Viericeibige»    Vier  Stempel. 

ELitine. 

Classic  IV.    TETRA^iDRIA.     VMKMMÄNNIGK, 

Viel"  freie  SJaul)gcfiisse  in  einer  Zwitterblüte. 
Ordo  1.    ITIonog^yiiia.    üinweibige»    Ein  Stempel 

A.     Dlüteu  voUstämlig. 
.1.      Kcldi   .loiipclt. 

Dipsacus  270.     Knautia  271.     Succisa  272.     Scabiosa  272. 

b.  Kelch   einfach,    Krone    untcrsländig. 

Globularia  447.    Plantago  451.    Centunculus  443.     Ciceudia  361. 

c.  Kelcli   einfach,    Krone    ohcrstänclig. 

Asperula  260.  Slierliardia  260.  Galiuin  262.  Cornus  254. 
Trapa  203. 

B.     Blüten  unvollständig. 

.1.       InfersCinJlg. 

Majautlicinum  568.  Alclicmilla  159.  Sanguisorba  190.  Parie- 
taria  488. 

1..       Obcrslänilig. 

Isnardia  201. 

Cicemlia.       Arien    <lcr    GjlliMigci.    Ccnliana,    Eionu.ins,    Thesiiiui,    Ctisiiira.   Cai Jaiuiiic  hiriula. 


—      XXXIX      — 

Ordo  «.    Dlgynia.    Xweiweibige.    Z«ei  Stein ikI. 
C'uscuta  303. 

LI  Ullis. 

Orcio  4.    Tetragyuia.     Vierweibige»    Vier  Stempel. 
Hex  351.     Moncliia   104.     Sagina  94.     Ratliola   109.      Bulliarda 
215.     Potamogeton  530.     Ruppia  538. 

Ciisciila.      Ailcu    ilcr    Galliiiig   Geiitiaua. 

Cla.<^si$^  V.    PEllTA^DRIA.    FtfNWMÄNNlGM. 

Fünf  freie  Staubgefässe  in  einer  ZwiUerblüle. 
Ordo  1.    Ifloiiosyuia.    Kintveihige.    Ein  Stempel 

A.     Blüten  vollständig,  untersländig 

a.      Vier   !>üssc. 

Asperugo  365.  Ecliinosperniura  366.  Cynoglossum  366.  Oin- 
phalodes  367.  Borago  367.  Anclmsa  368.  Lycopsis  368. 
Nonnea  369.  Sympliytuin  369.  Ecliium  370.  Pulmonaria  370. 
Litiiosperinuin   372.     Myosotis  373. 

li.      Einfäclierige    Kapsel    mit    freiem   achscnständigcm    Samenliägcr. 

Androsace  444.  Primula  444.  Lys i mach ia  441.  Anagallis  442. 
Hottonia  445. 

c.      EinfäcLeriger    Friiclllinotc,    zwei    uaiulsläudigc    Samcntiiigcr. 

^lenyantlies  355.     Liiniiantlieraum  356. 

d.       Zwei-    l)is   fünffäcberigc    Kapsel. 

Erytliraea  359.  Polemoniuin  362.  Convolvulus  362.  Byoscya- 
mus  378.     Datura  379.     Verbascuin  380. 

c.       Zuei    Balgkapseln. 

Vinca  355. 

(.       Beere. 

Atropa  377.     Pliysalis  377.     Solanum  376. 

B.     Blüten  vollständig,  oberstänJig. 

a.       Kapsel. 

Samolus  446.  Lobelia  335.  Jasione  336.  Pbyteuma  336. 
Campanula  337.     Specularia  341.     Wableubergia  342 

b.      Beere. 

Lonicera  258. 

C.     Blüten  vollständig,  vielblätterig,  untciständig. 

a.       Vnrcgeliuässig. 

Impatiens   124.     Viola  75. 

1).       llegelniässig. 

Evonymus   129.     Rbamnus   130. 

D.     Blüten  vollständig,  vielblättcrig,   obcrsländig 

Ribes  219.     Hedera  253. 


—  XF.  — 

E.  Klüten  unvollständig,  untci-st.-indig. 

Agatliopliytum  462.    Glaux  446.     Herniaria  213.     Illeccbrum  214. 

F.  Blüten  unvollstäiKÜg  ,  oberstündig. 
Tliesiuni  477. 

Arten    Hei    (Jattiingcn    Gcntiana,    Voivgonum. 

Ordo  9.    Oigyiiia.    Xweiweibige»    Zwei  Stempel. 

A.     lllüten  unvollständig. 

Ulinus  491.  Beta  463.  Suaeda  456.  Salsola  456.  Kocliia  458. 
Clienopodiuin  458.     Haliiuus  463.     Atriplex  464.     Blitum  462. 

B.     Blüten  vollständig,  Krone  einblättrig,  unterstündig. 

Cynanclium  354.     Swertia  357.     Gcntiana  357. 

C     Krone  fünfl)]ättrig,  oberständig  (Doldenpflanzen). 

a.       Köjirclicn    oder    einfarlic    Dolile. 

Hydrocotyle  224.     Eryngium  225.     Astrantia  224. 

1..       Dolde    iiisaiiiiiicngesefzt. 

Sanicula  224.  Cicuta  226.  Apium  226.  Petroselinuni  227. 
Helosciadium  227.  Falcaria  228.  Aegopodium  228.  Carinii 
229.  Pimpinella  229.  Berula  231.  Sium  231.  Bupleuruin 
232.  Oenaritlie  233.  Aetliusa  234.  Seseli  235.  Libaiiotis 
235.  Cnidium  236.  Silaus  236.  Meum  237.  Selinum  237. 
Ostericum  238.  Angelica  238.  Arcliangelica  239.  Peuceda- 
iium  240.  Anetlium  241.  Pastiiiaca  242.  Heracleum  242. 
Tordylium  243.  Siler  243.  Laserpitium  244.  Orlaya  244. 
Daucus  245.  Caucalis  246.  Turgenia  246.  Tori'lis  246. 
Scandix  248.  Antliriscus  218.  Cliaeropliyllum  249.  Myrrliis 
250.      Conium   251.      Pleurosperniuin   252.     Coriaiidrum   252. 

Ileiiilarla.       rolyeneiiiuni. 

Ordo  3.    Trigynia.    Ifreiweibige.    Drei  Stempel. 

A.      Blüten  vollständig,   unterständig. 

Staphylea   129.     Corrigiola  213. 

B.      Blüten  vollständig,   oberständig. 

Viburnum  287.     Saiubucus  256. 

l.r|iigoiiiiiii. 

Ordo  4.    Tetragyiiia.    Vierweibige,    Aier  Stempel. 
Parnassia  83. 

Ordo  5.    Pentagynla.    Fünf  weibige.    Fünf  Stempel. 
Drosera  82.     Linuin   108.     Armeria  448.     Staticc  450. 

Arien    der    G^illiingcn    Cerasliniii ,    Spcrgiila. 

Ordo  e.    Hexaeyiiia.    Sechsweibige,    Scehs  Stempel. 
I^lyosurus   11. 


—         XLI         — 

ClassiSi  VI.    HEXA^IIRIA.    SMCBSMÄJVJVIGX, 

Sechs  freie,  gleich  lange  Sfaubgefässe  in  einer  Zwilterhlülc. 
Ordo  1.    Monog-ynia.    Einweibige.    Ein  Stempel. 

A.     Blüten  vollständig. 

Berberis  25.      Peplis  209. 

B.  Geschleclitstleekc  kronartig,  oberständig. 

Leucojum  365.     Galantbus  566.     Narcissus  565. 

C.  Geschleclitsdecke  kronartig,  unterständig. 

a.  SecbszäLnig   oder   secbsspaltig. 

Convallaria  567.     Eudymion  577.     Muscari  577. 

b.  Gescblecbtsdecke    secbsUläHrig. 

Asparagus  566.  Tulipa  569.  Fritillaria  569.  Liliuni  570. 
Antbericum  570.  Nartbecium  581.  Ornitbogalum  571.  Ga- 
gea  571.     Scilla  573.     Allium  574. 

D.     Gcselilcchtsdccke  keleliartig,  meist  troekenhäutig. 

Luzula  581.  Juncus  583.  Acorus  546. 

Ljibrura    Hyssopifolia. 

Ordo  3.     Trig-ynia.    Mtreiweibige.     Drei  Stempel. 

A.     Geschlechtsdecke  einLlättrig. 

Colchicum  579. 

B.     GeschlecLtsdeeke  secLsblättrig. 

Tofieldia  580.     Scbeucbzeria  530.     Triglocbin  529.     Ruinex  468. 

Elatine   heiandra. 

Ordo  5.     Hexa Polygrynia.    Sechs-  —  vielueibige. 

Scehs  —  viele  Stempel. 
Alisnia  526. 

Triglocbin    mariliu-um. 

Cla^i^is  ^11.    HEPTA^DRIA.   SEmBMNMÄNNMGK. 

Sieben  freie  Staiihgefässe  in  einer  Zwitterblüte. 
Ordo  1.    Jtlonog-ynia.    Einweibige.     Ein  Stempel. 
Trientalis  441. 

Calla. 

rias^si»  IUI.    OCTAIVDRIA.    JLCHVMÄJVJVIGE. 

Acht  freie  Sfaubgefässe  in  einer  Zwitterblüte. 
Ordo  1-     ]fIonog:ynia.     Einweibige.     Ein  Stempel. 

A.  Blüten  vollständig,  Krone  fünfhlättrig. 

Acer  118. 

B.  Blüten  vollständig,  Krone  vierblättrig. 

Oenothera  197.     Epilobium   197. 

C.  Blüten  vollständig,  Krone  einblättrig,  unterständig. 

Calluoa  345.     Erica  346. 

D.  Blüten  vollständig,  Krone  vielhlättrig,  oberständig. 

Vuccinium  342. 


—         XLII        — 

E.     RItUeii  iinvollstäiulig,  uiitcistäiulig. 

Dapline   i70.      Passerina  477. 

Oi'tlo  9.    Iligyiila.    Ziveiweibige.    Z\v<-i  Stciupti 
Clirysospictiium   222. 

Mucliringla.       l  Imiis    clliis.!.       Monutropa. 

Ortlo  3.    Trigyuia.    Itreiweibige»    Drei  Slemixl. 
Polygonuiii   472. 

Ordo  4.    Tcti'aj^yiiia.     Vierweibiqe,     Vier  Stempel. 
Paris  508.     Adoxa  256.     Eiatine   107. 

HIüucLia.       Alten    dei    Galtung   Sagina. 

Classic  IX.    EIVW£A^1IRIA.    WmUNMÄNNlGm. 

]\ciin  freie  Staubgcfasse  in  einer  ZwillcrJjlüie. 

Oi'do  3.    Hexagynia.    Sechsw eibige.    Sechs  Stempel. 
Butoinus  529. 

ClaNHls  X.    UECAEfllRIA.     XEUNmÄNNEGE. 

Zehn  freie  Slaubgefiisse  in  einer  Z«iller]>lüte. 
Oi'do  1.    Moiio^ynia.    JEinweibige,    Ein  Stempel. 

A.  Krone  fünf-,  selten  vierhlättrig. 

Ruta    127.       Dictamnus    127.      Monotropa    350.       Leduin    346. 
Pyrola  347.     Cliiinophila  349. 

B.     Krone  einlilättrig. 
Androincda  345.     Arctostapliylos  344. 

Oi*<lo  H,    lligyiiia.    Ziveiweibige.    Zwei  Stempel. 

A.     Kapsel. 

Saxifraga  221.     Gypsopliila  88.      Diantlius  86.      Kolilrauscliia  88. 
Saponaria  89.     Vaccaria  90. 

B.     Sclilitueli. 
Scierantlius  214. 

Ordo  3.    Tri;:;yiiia.    Mtreiweibige.    Drei  Stempel 

A.     Kelch  einblättrig. 

Cucubalus  90.     Silenc  91. 

B.  Kelch   fünf-,  selten  vierblältrig. 

Alsine    99.      liCpigonum    97.       Honkenya    99.      Moeliringia    100. 
Arenaria   101.     Stellaria   101. 

Ordo  5.    Pciitagyiila.    fünf  weibige.    Fünf  Stempel. 
Spcrgula    96.      Malachium    104.      Cerastium    105.      Oxalis    125. 
Seduin  216.     Viscaria  92.     Lycliuis  93.     Melaudriuni  93.     Gi- 
lliago  94. 

Sagina. 


—        XLIII        — 

Classis  XI.    DODECANDRIA.    XWÖI^FMÄXXIGE. 

Zwölf  (seclizebn,  acLtzelin)  freie  Staiiligefässe  in  einer  ZwiUer- 
blüte. 

Ordo  1.    Jfloiiogynia.    Minweihige»    Ein  Stempel. 
Asarum   621.     Portulaca  211.     Lytliruin   209. 

Ordo  Ä.    Ui^ynia.    Zweiweibige»    Zwei  Stempel. 
Agrimonia  181. 

Ordo  3.    Trigyiiia.    Itreiweihige,    Drei  Stempel. 
Reseda  81. 

Ordo  «.    Polygynia.     Vielweihige»    Viele  Stempel. 
Sempervivuin  218. 

Classis  XII.    irOSAKDRiA.    XWAXXIGnÄXNIGVl, 

Zwanzig  (oder  mein-)  freie  Slaubgefässe  in  einer  Zwillerblüle, 
auf  dem  Kclclie  stehend. 

Ordo  1.    JVIouogynia.    Miniveibige»    Ein  Stempel. 
Prunus   162. 
Ord*  »  —  4.    IM  —  Peiitagyiiia.    Iitvei  —  fünfte eibige. 

Z\vei  —  iünf  Stempel. 
A.     Blüten  vollständig,  untei-ständig. 

Crataegus   191.      Mespilus   193.      Cotoneaster  192.     Pyrus   194. 
Cydonia  193.     Aroniu  194.     Sorbus   195.     Spiraea  164. 
Ordo  5.    Polygynia.    Vielweibige*    Viele  Stempel. 

A.     Kelch  mit  einreihigen  Zipfeln. 

Rosa  182.     Rubus   167. 

B.     Kelch  mit  zweireihigen  Zipfeln. 

Geum   166.     Fragaria  174.     Comarum   175.     Potentilla   175. 

€lassis  XIII.    POI.YAWDRIA.     VIEIjMÄWXIGE, 

Zwanzig  (oder  meJir)  freie  Staubgefässe  in  einer  Zwillerblüle, 
auf  dem  Blülcnbodcn  stehend. 

Ordo  1.    Monog-ynia.    Kinweibige.    Ein  Stempel. 

A.     Krone  vier-,  selten  sechshliittrig. 

Cbelidonium  30.     Glaucium  29.     Papaver  28.     Actaea  24. 

B.     Krone  fünfhlättrig. 

Tilia   113.     Heliantbemum  73. 

C.     Krone  vielhlättrig. 

Nymphaea  26.     Nupbar  27. 
Ordo  3  —  5.    Tri  —  Pentag-ynia.     Jirei  —  fünfueibige. 

Drei  —  fünf  Stem]>el. 
A.     Blüten  unrcgelmässig. 
Delpbiniuin  22.     Aconitum  19. 


—        XL  IV 

B.     Blüten  regelmässig. 

Aquilcgiu  21.     Nlgella  21. 

Ordo  'S.    Polygrynia.     Vielueibige.     Viele  Stempel. 

A.      Kapsel. 

Trollius  19.     HclIeLorus   20.     Erantliis   19.      Caltlia   18. 
B.     ^uss. 

a.       Bluten    .ollstän.lig. 

Adonls  10.  Ceratocephalus  11.  Rauunculus  12.  Batracliiuin  16. 
Ficaria   18. 

b.       Blüten    unvollständig,    kronartig. 

Pulsatilla  7.  Anemone  8.  Hepatica  9.  Tlialictrum  4.  Cleraa- 
tis  3. 

Classis  XIV.    DIDYMAMIA.    XWKlMÄCMTlGm. 

Vier  freie  Staubgefässc,  von  denen  z«ei  länger,  in  einer  Zwil- 

terblüle. 

Ordo  1.     Gyinnospermia.     Nacktsamige,    Vier  freie  INüsse. 

Elsholtzia  409.  IVIentlia  409.  Origanum  415.  Thymus  415. 
Satureja  417.  Calainintlia  418.  Hyssopus  418.  Nepeta  420. 
Dracocepliaium  421.  Prunella  421.  Scutellaria  422.  3Ielit- 
tis  423.  Marrubium  424.  ßetonica  425.  Stacliys  426.  Ga- 
Icopsis  428.  LeoDurus  430.  I^amium  431.  Ballota  434. 
Tcuciium  435.     Ajuga  436. 

Ordo  Ä.    Ang-iospermia.    Bedecktsamige.      Samen  in  Raj)sel. 

Linnaea  259.  Latliraca  408.  Orobanclie  404.  Pedicularis  401. 
Rliinantiius  400.  Euplirasia  398.  I>Ielampyruni  402.  Limo- 
sclla  398.  Liiidernia  389.  Scropliularia  385.  Antirrliinum 
388.     Liiiiiria  386.     Digitalis  390. 

Classis  XT.     TETRADYWAIWIA.      riEJt.nÄCHTJGE. 

Sechs  freie  Slaubgefassej  von  denen  vier  länger,  in  einer  Zwit- 

terl)liUe. 
Ordo  1.    Siliculosa.    Schötchenfrüchtige.    Sclioten  breit  und 

litirz. 
A.     Seli(itelicn  nielit  aufspringend. 

Neslia  61.  Isatis  69.  Bunias  70.  Cakile  70.  Crambe  71. 
Rapistriim   72.     Ruplianistrum  70. 

B.     Seliötcbcn  aufspringend. 

a.       ScfaeiileHand    quer    (sckniüler    als    ilie    Klappen). 

Tbiaspi  62.  Tcesdalia  63.  Hornungia  64.  Iberis  64.  Biscu- 
tella 65.     Capsella  67.     I.epidium  65.     Senebiera  68. 


—         XLV         - 

b.       Spbcldeivanil    den    Klapprn    parallel. 

Draba  57.  Subularia  61.  Alyssuin  55.  Berteroa  56.  F^unaria 
56.     Coclilearia  58.     Arnioracia  59.     Camelina  60. 

Arten    der    Gattung   Roripa. 

Ordo  2.  Siliquosa.  Schotenjrüchtige.  Schoten  schmal  un.l 
lang. 

Arabis  41.  Turritis  40.  Cardaniine  43.  Dentaria  45.  Chei- 
ranthus  35.  Nasturtiuin  36.  Roripa  37.  Barbaraea  39.  He- 
speris  46.  Erysinium  49.  Sisyinbrium  47.  Sinapis  53.  Eru- 
castrum  54.     Brassica  51. 

Classis  XTI.     ]flONADEl.PlllA.     EI]¥BRtnEHlGE. 

Staubfäden  zu  einem  Bündel  in  einer  Zwitterblüte  verwachsen. 

Ordo  2.     Decandria.     Xehnmännige.     Zehn  Staubgefässc. 
Geranium    120.     Erodiuin    123. 

Ordo  5.     Polyandria.     Vielmännige.     Aide  Stanhgefässe. 
Lavatera   112.     Altbaea  111.     Malva  109. 

Radiola.       Linnin.        Arten     der     Gattung     Ljsln.achia.        Oxalis.       Poljgala.       Spartiuni.       Ge- 
nista.       Ulei.       Antlivllis.       Ononis. 

Classis  XTII.     DIADEI.PHIA.     XWEIBRÜnURlGE. 

Sianbfäden  in  zwei  Bündel  in  einer  ZMittcrblüte  verwachsen. 
Ordo  2.     llexandria.     Sechsmännige.     Sechs  Staul)gelässc. 
Fumaria   33.     Corydalis  31. 

Ordo  3.     Octandria.     Achimännige.    Acht  Staubgefasse. 
Polygala  84. 

Ordo  4.     Decandria.     Xehnmännige.     Zehn  Staubgefasse  (zehn 

Staubfäden  unterseits  verwachsen,  einer  frei.     Schmetterlingsblüte). 

A.     Staubgefasse  einbrüdeiig. 

Ulex  132.  Spartium  132.  Genista  133.  Ononis  135.  Änthyl- 
lis  136. 

B.     Staubgefasse  zweibiüdeiig.     Hülse  nicht  in  Glieder  zerfallend. 

Trifolium    141.      Melilotbus    139.      Medicago   137.      Lotus   145. 
Tetragonolobus   147.     Oxytropis   147.     Astragalus   148. 
C     Staul>gefässe  dweibrüderig.     Hülse  nicht  in  Glieder  zerfallend. 

Lens  156.  Pisum  157.  Vicia  152.  Latbyrus  158.  Nissolia 
157.     Orobus   159. 

D.     Hülse   quer   in  Glieder  zerfallend. 
Ornitbopus  150.    Hippocrepis  151.    Onobrycbis  151.    Caronilla  149. 

Classis  :X.TIII.    POI.YADEI.PHIA.    riEL,BRtnERIGE. 

Staubfäden  in  mehr  als  zwei  Bündel  in  einer  Zwitterblüte  ver- 
wachsen. 


—       XLVI       — 

Ordo  3.    Polyandria.     Vielmünnige.    Yicl.-  Stauhgcfässc. 
Hypericum   115.     Elodes   117. 

Classis  XIX.     fSYWGEWESlA.     V^ERWACHSEX- 
BEVTEL.IGE. 

Mehrere   Blüten  auf  genieinschafllicIuMn  Blütenlioden.      Slaul)- 

bcutel  zu  einer  Röhre  verwachsen. 

Ordo  1.    Polyg-amia  aeqnalis.     Gleichförmige  Vielehe. 

Alle  IMiiteii  Z>vittcr. 
A.     Zimgcnhlülige.     Blüten  .ille  ziingeiiföriiilg. 

a.       Kelclisaiiiu    aus    faserigen    Slralilen    geliiliUt. 

Hypocliacris  318.  Tragopogon  315.  Scorzonera  316.  Podo- 
sperinuiu  317.  Helmintia  315.  Tlirincia  313.  Picris  314. 
Leontodon  313. 

I>.       lielelisaiiiii    ans    Haar-    oJer    borstcnfurmigen    Stralilen    gehildct. 

Cicliorium  312.  Prenautlies  320.  CliondriUa  320.  Taraxaeum 
319.    Lactuca  321.    Sooehus  323.    Crepis  324.    Uieraciuin  327. 

c.      liclclisanm    niclil    vorlianilcn    oder    ans    einem    kurzen    KröneLen    oder    ans    zwei    Itorstcn 
gebildet. 

Lapsana  311.     Arnoseris  312. 

B.     Ropfblülige.     Blüten  alle  rölirenförmig. 

a.      FriicLlbodcn   uackt. 

Eupatorium  274.     Clirysoconia  277. 

b.      FriicLtboden    bicncnzcllig. 

Onopordon  305. 

c.      Fniclilhoden    spreuig. 

Carlina  207.  Carduus  303.  Cirsium  301.  Silybum  305.  Ser- 
ratula  308.     Lappa  306. 

Arten   «1er   Gattung  Artemisia,    Bidcns,    Centaurea. 

Ordo  2.    Polyg:ainia  snpcrflua.     tberflüssige  Vielehe. 

Scheil>enl)lüteu  rührig  und  Z-vvitter.      lland-(Straiiieu-)l)lülen  röbrig  oder 
zungenforinig,  nur  -weildich. 

A.  Kclchsaum    baarig.     Frucbtbodcn    nacbt.     Ilandblüten   nicbt    ziingen- 

lorniig. 

Petasites  275.     Filago  283.     Gnaphaliuni  284.     Antennaria  286. 

Arten    der    Gattungen    Iimla,    Senecio  ,    Cineraria. 

B.  Rclcbsauni  haarig.      Fruchtbodtn  nacht.      Randblüten  zungen förmig. 
Pullcaria  281.     Conyza  282.      luula  280.     Krigeron  279.     Aster 

277.     vSolidago  277.     Üorouicum  295.     Arnica    295.     Senecio 
297.     Cineraria  296.     Tussilago  274. 

C     Kclcbsauni  nicbt  haarig.     Frucbthoden  nackt. 

Bellis  278.  Colula  289.  Tanacetum  289.  Artemisia  286.  Ma- 
tricaria   292.     Chrysanthemum   293. 


—     XL  VII     — 

D.     Relclisaum  nicht  liaarig.     Friicbtboilcn  spreuig. 

Acliillaca  290.     Autlieinis  291. 
Ordo  3.     Polygramia  frusfranea.     Vergebliche  Vielehe. 

SchciJiCiil)lüteii  Zwitter  und  fruchtbar.     Randhliiten  weihlich,  durch  Fehl- 
sclilagcn  uufriichthar. 

Ccntaurea  308.     Bidens  283. 

Allen    der    Gattung    Antlirmis. 

Ordo  4.    PoIyg:ainia  necessaria.     J^othwendige  Vielehe. 

Scheibenblüten   männlich    oder   Zwitter,    stets    unfruchtbar.      Randblüten 
weiblich,  fruchtbar. 

Calendula  300. 

TiissiLigo. 

Ordo  5.    Polygramia  seg-regrata.     Abgesonderte  Vielehe. 

Blüten  Zwitter,  kelchartig  umhüllt  in  einen  gemeinschaftlichen  Kopf  zu- 
sammengestellt. 

Ecliinops  300. 

Classis  XX.     CYMAKDBIA.     WEIBJ^ICMMÄXXIGE. 

Staiibgefässe  an  den  Stempel  gewachsen. 

Ordo  1.     Jüonandria.     Einmännige.     Ein  Staubgefäss. 

A.     Staubbeutel  ganz  angewachsen. 

a.      Lippe    gespornt. 

Orcliis  552.      Himantoglossum  559.      Gymnadenia  557.      Piatan- 
thera 558. 

I>.      Lippe    spornlos. 

Opliris  560.     Herminium  559. 

B.     Staubbeutel  frei. 

a.       Lippe   gespornt. 

Epipogium  552. 

Ii.      Lippe    spornlos,    zweigliederig. 

Cepbalantera  548.     Epipactis  549. 

c.      Lippe    spornlos,    ungegliedert. 

Corallorrliiza  562.      Sturmia  562.      Walaxis  561.      Neottia  548, 
Listera  549.     Spirantlies  551.     Goodiera  551. 
Ordo  Ä.    Diandria.    Xueimännige.     Zwei  Staubgefässe. 
Cypripedium   546. 

Ordo  6.    Hexandria.     Seclismännige.     Sechs  Staubgefässe. 
Aristolochia  480. 

Classis  XXI.    jnONOEClA.     EI]¥HÄWISIGE. 

Männliche  und  wcihliche  lilülen  auf  einem  Individuum. 
Ordo  1.     Monandria.     Einmännige.     Ei»  Staubgefäss. 
Euphorbia  482.      Arum  545.     Calla  546.     Zostera  541.     Najas 
540.     Zanichellia  539. 

CallitricLe. 


—     XF.VIII     — 

Ordo  2.     Diandria.     Xueimännige.     Zwei  Stauhgcfässe. 
Lciiina  542.     Tclinatojtliace  543. 

Ordo  3.     Triandria.     lireimännige.     Drei  Statihgefässc. 
Alliersia  454.     Typlia  544.     Sparganiuin   544.     Carex  590. 

Ordo  4.     Tefrandria.     Vierntännige.     Vier  Slaul^golassp. 
Litorella  450.     Urtica  487.     Alnus  515.     Betula  516. 
Ordo  5—8.     Pcnt  —  Polyandria.     Fünf  —  vielmännige. 

Fünf  l»is  viele  Slaiiligclasse. 
.\.     Itlütcn  vollständig,  niclit  in  Kätzchen. 
!>Iyrio|»liylluiii   204.     Sagitaria  528.     Potcriuin   190. 

li.     Blüten  unvollständig,  nielit  in  Kätzchen. 

Ainarantlius  454.     Ceratliophyllum   208.     Xantliiuin  334. 

C     Blüten    unvollständig,    männliche    oder    männliche   und   weibliche    in 

Kätzchen. 
Fagus  493.     Qucrcus  494.     Corylus  495.     Carpinus  496. 

llalimus.       Atri|.lc:i. 

Ordo  9.    monadelphia.    Einbriiderige.     Stauhläden  verwachsen. 
Pinus  521. 

Ordo  lO.     Polyadelphia.     Tielbrüderige.     Vier  paarv\eise  ver- 
wachsene und  ein  freies  Stauhgefäss. 
Bryonia  210. 

Classis  X^II.     DIOECIA.     XWEIHÄISJGE. 

Männliche    Jilüten    getrennt  von  weihliehen   auf  verscliiedenen 
Individuen. 
Ordo  2.     Diandria.     Xueimännige.    Zwei  Stauhgefässc. 
Salix  497.      Empetriim  481. 

Ordo  4.     Tetrandria.     Wiermännige.     Vier  Stauhgefässc. 
Hippopliae  479.     Viscuin   255.     Älyrica  520. 

Ordo  5.     Penfandria.     TünJ^männige.     Fünf  Stauhgefässc. 
Cannabis  489.      Humulus  490. 

Ordo  7-     Octandria.     Achttnännige,    Acht  Stauhgefässc. 
Populus  512. 

Ordo  S.     Enneandria.     Xeunmännige.     ISeuu  Stauhgefässc. 
Mercurialis   486.     Hydrocliaris  526. 

Ordo  lO.    Dodecandria.    Xw öl f  männige.     Zwölf  Stauhgefässc. 
Stratiotes  525. 

ropuliis.       Mercurialis. 

Ordo  13.    Monadelphia.   Einbriiderige.    Stauhfädcn  verwachsen. 
.Juniperus   523.     Taxus  524. 

Classis  XXIII.     POI.YGAMIA.     VIELEHIGE. 

Männliche  und  weibliche  Blüten  gelrennt  neben  Zvvillcrblüteu 

auf  einem  oder  verschiedenen  Individuen. 

Die  Gattungen  dieser  Klasse  sind  nach    dem   Baue   ihrer  Zwilterhlüte  in 

den  vorhergehenden  Klassen  untergebracht. 

Holciis.       Andropogon.       Parioliiria.       Alriplrx.       Ilaliin.is.       Acer.       Tr.ixin.is. 


RECilVI 

PliAl^TARlJ]?! 

CirculuiS   !• 

eOTTIiEDOMEAE: 

seil 

PHAMEROGAHAC:. 

Erstes  Gebiet 

MPrMjANXE]%fnEMCMM» 
KEIMHIjA  TTPFL,A]%fXB]%f 

oder 

M^MAJVJEM  O  GAMjEJV. 

Keimung-  unter  Entwickclung  von  Keimblättern.  Inne- 
rer Bau  aus  Zellen  und  Gefässbündeln  zusammengesetzt. 
Anordnung-  und  Wachsthum  der  Elementarorgane  nach 
Richtung-  einer  Achse.  Blüten  mit  doppelten  wesentlichen 
Fortpflanzungsorganen.  Befruchtung  des  Keimorgans  nach 
Ausscheidung-  aus  seiner  Bildungsstätte  und  Ausbildung-  zur 
Keimfähigkeit  in  besonderen  Organen.  Wahre  Früchte  mit 
einem  blatttragenden  Keim  im  oamen. 

Classic  !• 
»ICOTYIiEBOMKAE. 

Erste  Mitasse. 

XlVEMM£ElMMnMjÄTTEnMGE 

M^rL,A]¥ZE]¥ 

oder 

ni€0  THJLEin  OJVJEX. 

Keim  mit  zwei  gegenständigen ,  seltener  mehreren  wir- 
telständigen  Keimblättern  versehen.  Gcfässbündcl  des  Sten- 
{^els  in  eine  die  Achse  kreisförmig  umgebende  Schicht,  im 
Stamme  der  bäum  -  und  strauchartigen  Gewächse  in  mehrere 


concentrlsche  Schlchlcn  (Jaliresrliige  im  Querschnitt)  geord- 
net,  ^vodiuch  Rinde  nnd  Centrahnark  geschieden  werden. 

Der  Waclistbuni,  unter  beträclitlieln-'r  /uiiahnic  in  die  Dicljc,  aiil' 
ilüppeltc  Weise  erfolgentl :  durch  Verlängerung  der  Gcfässhündel  am 
Gipfel  und  durch  Vervielfältigung  dersi-lben  im  Umfange,  vermittelst  all- 
jährlicher Anlage  einer  neuen  Schicht.  Wurzel  ruhen-  oder  büschelför- 
mig und  dabei  nicht  selten  vielköpfig,  mitunter  knollenförmig,  sehr  sel- 
ten Zwiebel-  oder  wurzelstochförmig.  Stengel  meistens  rund,  sonst  fast 
immer  vierkantig,  die  Ilachen  Seiten  den  Klattzeilen  zugewandt.  Die  den 
Keimbliitlern  folgenden  Blätter  bis  zur  Blüte  bald  gegenständig,  und  dann 
fast  immer  vicrzeilig  aufsteigend,  bald  ^virtelständig.  bald  früher  oder 
später  aus  beiden  Stellungen  in  die  wechselständige  übergehend  und  in 
doppelten  oder  mehrfachen  Schraubcnv>indungen  (5-,  8-,  13-  oder  mehr- 
zeilig)  aufsteigend.  Blattseheiden  meist  mit  dem  Stengel  verwachsen,  wenn 
aber  der  obere  Theil  frei,  oft  zu  Nebenblättern  am  Uauptblattc  ausgebildet. 
Blattplatte  vielgestaltig,  meistens  breit  und  mit  einem  anastomosirenden 
Adernetz  durchzogen.  Blüten,  unter  Torherrschender  Fünfzahl  der  Theile 
oder  "\erdoppelungcn  jener ,  gewöhnlich  mit  einer  vollständigen,  in  Kelch 
und  Krone  scharf  gesonderten,  seltener  einfachen  und  alsdann  viel  häu- 
figer kelch-  als  kronartigen  Geschlechtsdecke  versehen,  selten  decken- 
los. Früchte  aus  geschlossenen  Fruchtblättern  (dem  Stempel)  gebildet. 
Eiweisskörper  des  Samens  meistens  gering  im  Verhältniss  zum  Keim,  oder 
nicht  vorhanden.  Laubblättern  ähnliche,  oft  gestielte,  nie  mit  scheidiger 
Basis  versehene  Keimblätter,  die  sich  meistens  beim  Keimen  über  die 
Erde  erheben. 

XEIAIiAlfllFIiORAC:. 

Mrste  UnterTelasse» 

w'nvcMMTnonE]%fnWjtTiaE 

Mehrere   getrennte  Kronblättcr,    die  nebst  den  Staubge- 
fässen  auf  dem  Fruchtboden  stehen. 


Orcliiiei^.    Familien* 
I.    RA]VlJ]%'€UIiAC£AE:. 

He   Cand.  Sjst.   II.  105. 

Kelch  3  — 6-hlä(tripr.  Kronitlätter  3  oder  mehrere,  seifen  nicht 
vorhanden.  Sfauhgcfässc  tinhesliniuit  viele,  untersfiindig,  frei; 
Beutel  angewachsen,  mit  Läng:sritzen  aiifreissend.  Fruchtknoten 
mehrere,  getrennt  oder  der  Länge  nach  theilweise  verwachsen, 
selten  einzeln.  Samen  an  einer  INath  der  innern  Seile.  Keim  sehr 
klein,  am  Grunde  desEiwelsses,  mit  dem  Würzelchen  dem  Nabel 


Cleiiiatis.  RANUNCIUiACEAE.  3 

zuffcwaiuU.  —  Meist  Kräuter.  Klättcr  mit  selieidifi^en  Blattsticlha- 
seii,  einfach,  oft  vielartig  zerschnitten.    Keine  IVehcnblätter. 

1/^oi'koHiiiien.  Auf  üH«'  Bodenarten  verllieiU,  docli,  mit  -wenigen  im 
Gebiete  niciit  vorkommenden  Ausnahmen,  salzhaltigen  Boden  vermeidend. 
Hehrere  sowohl  auf  Sand  als  Kalk  vorkommend,  manche  kalkstet  und  kalk- 
hold, verschiedene  Ilumnsgehalt  und  schattige  Lage  verlangend,  andere  an 
Wasser  oder  Sumpf  gebunden. 

Gehaltt  Auxfjezcichnct  dttreh  scharfe  Stoffe  von  fliichtufcr  öl-  und 
rampherartiffcr  Natur.  Die  Schärfe  tu  mchrern  bis  zum  Gifte  ffesteifjert. 
In  andern  narhotiseh-ffiftiife  Alhaloide,  auch  eiffenthiimliehe  Säuren.  Au- 
sserdem Extractiv-  und  Bitterstoffe.  In  den  ff'urzeln  vorherrschend  Stärl,- 
mehl,  ferner  Gerbestoff,  Färbestoffe,  Gtimmi  u.  s.w.  Die  Samen  mehrerer 
olreich. 

1.  Gruppe.  CLEMATIDEAE.   nAZ.n RJE» E\GMirÄ€H&M, 

Kelch  in  der  Knospe  klappig  oder  eingeschlagen.  Kroul>i;i(ter  ohne 
Honigdrüse  oder  nicht  vorhanden.  Kinsaniige  "Müsschen.  Same  hiingend. 
Blätter  gegenständig. 

1.    ciiEi?iATis.    wA^ijnnmnxi. 

I.INN.     Gen.     n.  6!)(). 

Kelch  4  — 5 -blättrig  ,  kronarlig.  Keine  Krone.  FetlerschMan- 
ziffc   iVUsschen.       Geselil.    Syst.    XIII.  7. 

Mthrjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Sträuche  (A.  2.),  mit  gan7,<'n  oder 
fiederartig  zerschnittenen  (scheinbar  zusammengesetzten)  Blättern.  Blü- 
ten in  reichen  Kispen,    selten  einzeln. 

f.    C  epecta.    JLuf rechte  Waldrebe»    Stengel  aufrecht; 

Blätter  fiederschnittig,  Abschnitte  eirund  -  lanzettförmig  ;  Kelchblätter 
o-jcichbreit-länglich,    kahl,    aussen  am  Bande  Aveiehhaarig. 

Lina-.  Sp.  pl.  767.  Kocii  Svn.  I.  2.  Schk.  Handb.  II.  T.  151.  Stlrm 
Deutschl.  Fl.   II.  8.     Beichenb.Ic.  f.  4664.     Jacq.  Fl.  anstr.  III.  t.  291. 

Zwischen  Gebüsch,  auf  steinigem  Boden,  im  süd-östlichen  Theile  des 
Gebiets,  als  Nordgrenze  der  GesammtverI)reitHng,  sehr  selten  (Pr.  Nord- 
hausen, Barby;    Schw.  Arnstadt — ).     Juni,  Juli.  —    October. 

BlattabsrlmUle    (Blültclien    ilcr    moistcn  Scliiiftstcllci)    •'> !)  ,    ganzramlig  ,    3 -nonig- iirti- 

adcrig.       Blüten    weiss. 

Ä.    CVItalba.    Gemeine  Waldrebe.    Stengel  kletternd; 

Blätter  licdcrschnittig,  Abschnitte  eirund,  zugespitzt;  Kelchblätter  läng- 
lich,   beiderseits  filzig. 

LmK.  Sp.  pl.766.  Chi.  han.  13.  Koch  Syn.  I.  2.  Schk.  Ilandb.  I!. 
T.  151.  Beichenb.  Ic.  f.  4667.  Beit.  u.  Abel' Holzart.  T.  72.  Kngl.  bot. 
t.  612.     Jaco.  Fl.   anstr.  IV.   t.  308. 

An  Waldrändern,  Zäunen  und  im  Gebüsch,  auf  Kalkgebirge,  mit  Aus- 
nahme des  nord- östlichen  Gcbietstheils  häufig.  Juni  bis  August. —  Oc- 
tolier. 

Blallahselinilte  li ') ,  ganziamlig  oder  grollgesagt,  aiirli  «olil  mit  einem  oiler  «lfm  an- 
dern   la)i|iigcn    Einselmitt,     fast    .j  -  nrriig  -  netzaderig.       Blüten    weiss. 

CJEIi'JBÄBXrCJTJEÄ. 

JPharmaceutisch-Medicinisches»    A.1.  officinell  (llerh. 

et  flor.  Clemalidis  erectae  s.  Flammulac  Jovis) ,  doch  vienia  im  Gebrauch. 
Vorwalt.  Bestandth.  eisenarüncnder  Gerbestoff,  der  den  blattarti(/en 
Theilen  einen  brennend  scharfen  Geschmack  f/iebt ,  innerlich  Entzündun- 
f/en  veranlasst  und  den  Tod  herbeiführen  kann.  Anwenduufj  frisch 
als  blasenziehendes  Mittel,  in  Auffjuss  und  Pulverform ,  fjeißen  krebs- 
artige Geschwüre  und  Syphilis.     A.'2.   ähnlich  aber  schwächer  wirkend. 


4  BANlJM€lIIi4€EAE.  Tlialirtniui. 

Ö1eononiiSCh€S»  Die  jimf/i-n  Sjiro.iscn  von  ^i.  /.,  ntivlulvm  durch 
Ahkoclun  die  Schärfe  entfernt ,  e.t'.ihar.  ./.  2.  in  fVandbekleidiinifen  und 
LimbcH   ißcciijnet ,   die   Zwciijc  tu   liindmuteriul. 

2.  Gruppe.  ANEJMONEAE.    W^I]% nRÖSCMEX GKU^ÄCHSE. 

Kclcli  und  liroiH-  in  der  Rnospc  goscIiimleU.  Rionblältcr  olnu-  Uonig- 
«htisc  oder  nirlit  voihaiidcii.  Eiiisainigc  I>ässch«"U  oder  Rorurriiclitc.  Same 
liängend.      Rliitter  wetlisclständig. 

«.    THAIilCTRlIIfl.      lf^El&HMNnA.UTm. 

I.l^^.    Gen.    II.  (i;)7. 


ei- 


Keleh  4-,  seUcnor  5-l>lä«trig,  hinfällig.    Keine  Krone.    Di 
kantige  oder  läng.srippige  Nüs.schen.     Geschl.  Syst.  XIII.  7. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  melirfaeh-liederselinittigen  (seliciiil>ar  zusam- 
mengesetzten) Blättern  und  ringesehnitten- lappigen  Abschnitten  (lllätt- 
clien  der  meisten  Schriftsteller),  die  an  dersplhon  Art  aus  der  breit  läng 
liehen  bis  in  die  schmal  lineale,  und  aus  der  umgekehrt  eirunden  in  die 
rundliche  und  herzförmig -rundliehe  Form  abändern,  auch  unter  dem  Ein- 
flüsse des  Standorts  bald  mit  glatter,  lebhaft  grüner,  bald  blaugrün  be- 
reifter, bald  zartdrüsiger  Oberfläche  vorkommen.  Meistens  Öhrchen  an 
den  Rlattstielscheidcn  und  oft  häutige  Stützblättehen  an  den  Blattstiel- 
veräslungen,  deren  Dasejn  oder  Abwesenheit  nicht  immer  ein  sicheres 
Kennzeichen  der  Art  gewährt.  Blüten  in  endständigen  Rispen. 
1 .     ]>i  ü  s  s  c  li  e  n  g  c  s  t  i  e  1 1 ,    dreikantig. 

1.    T.  aqiiilegifoliiint.     Ageleiblättrige  W^iesen- 

r«t«#^.l  Blattabschnitte  rundlieh-unigek(nirteiruud,  8-spalligmit  3,  7  oder 
9  Kerben,  kleinere  meist  8-spaltig  und  ungekerbt;  llispe  doldentraubig  ; 
Nüsschen  bangend,    flügelartig-dreikantig. 

LiNN.  Sp.  pl.770.  Kocii  Svn.  I.  3.  Sturm  Deutsclil.  Fl.  11.44.  Rei- 
CHENB.  le.  f.  4a35.     Jaco.  Fl.  .-Tustr.  IV.  t.  318. 

Auf  V^'^iesen  zwischen  Gebüsch,  auf  feuchtem  humushaltigem  Boden, 
im  südlichsten  Theile  des  Gebiets,  als  Nordgrenze  des  Vorkommens  in 
Deutschland,  sehr  selten  (Pr.  Halle  auf  der  grossen  Wiese,  unweit  Biele- 
feld im  Geliölzc,  bei  Niedermülile,  an  V^^iesengräben  bei  Rbeda).  Mai, 
Juni.  —    September. 

Stciigrl     11/2 -'    ''<><^^''>     ei"f-<il«.     stark,     rölirig,     .luftig    angoliuiirlil ,     t2 3-Iilältrig. 

Blattalisrlinitlr  gross,  zart,  o'icii  matt  unten  gr.iiigriin.  Hlattstirl>erästungcii  mit  riindlirlien 
Stützblältrliin.  Kelche  ^ioU•t .  SLiiibfäflen  lila,  Ueiitel  gell>.  I>iissclien  länglich  -  iiragekelirt- 
eiformig. 

2.      N  US  sehen    sitzend,    längsrippig. 

•J-    Itlältcr     .loi.pplt-ficilcrschnittig. 

«.     T.  j^iiiiple^K.      Minfache  Jflesenraufe       Rlattab- 

sclinitle  länglich -keilförmig  und  3- spaltig  oder  länglich  und  ganz,  unbe- 
haart; Rispe  länglich-pyramidal  mit  aufrecht- abstehenden  Asten,  Blüten 
zerstreuet  nebst  den  Staubgefässen  zum  Theil  nickend;  Nüsscben  cllip- 
soidisch  -  eiförmig. 

LiNN.  Mant.  78.  Koch  Syn.  1.  6.  Waulenb.  Fl.  suec.  I.  359.  Rei- 
CHENE.  Te.  f.  4631.     Fl.  dan.  t.  244  (T.  minus). 

b.   teniiifolhim.      Dt'e   sehnialbläth'ige,      Biattabsclinitte    schmal- 
lineal,    meistens  ganz,    einzelne  2-,    selten  3 -spaltig. 

Thalictruni    simplex    v     laserpitiifolium    Chi.    han.   14.       T.   laserpitii- 

folium     \^'lLLn.        Knum.    hört,    berol.     SU])pI.    40.      (nach    Eiemplarcn    von     ihm.) 

T.  angustifolium  Fl.  d.  Wctt.  U.  287. 
Auf   Wiesen    und    an    kräuterreiehen   Hügeln,    auf    feuchtem    Boden, 
im  nördlichen  Theile   des  Gelücts,   selten;   die  Spielart  auf  steinigem  Ge- 
birgsboden  im  südlichen  Theile  (///.  bei  Ilciligenhafeu  die  Ostgrenze  der 


Thaliotriuu.  RANIJN€1JI.A€EAE.  5 

Gesainmtvcrlu-t'lluiift-  errt-ichfiul ;  I>.  in  Br.  IVordseitc  ilfS  Rcgcnsteius  lici 
BlaiikcnLurg  — ).     Juli,  August.  —    September. 

Wurzel    kricclitnd,    innen    weiss.       Stengel    1 '/i 3'   liocL.       BlalUbsehuitle   6 8'"  lang, 

3 4'"    lirrit,     am    Rande    zurückgerollt,     glänzend.         Rispe    lang,     selinial ,     lorker,     Blüten 

meist    zu    1 — 3.       Blattal)sclinittc    der    Spielart   1..    l,ci    derselben    I-änge    mu     1 1'//"   breit. 

Blutenstand  und  Blüten  der  Stammart.  An  der  Spielart  c.  galioides  (T.  galioides  INESTL. 
PERS.  Syn.  II.  101.  REICIIENB.  Ic.  f.  46.36.),  erst  ausserhalb  der  südlielieu  Gebicts- 
greiize  lorkonimend,  \erscLuiälern  sieb  die  Absebiiilte  bis  zu  ^/J"  Breite  und  erscheinen, 
der    zurückgerollten    Ränder    «egen,     fast   faden-    oder    borstenförmig. 

3.    T.  flavtiiii.    Gelbe  Wiesenraute*    Blattahsdmitte  um 

geliebrteirund-keillormig,  3 — ö-spalüg  oder  eiruiidläuglieli,  länglieh  und 
ganz,  unbehaart,  Stützblättchcu  an  den  untern  Veräslungen  der  Blatt- 
stiele; Rispe  doldentraubig  mit  aufrecht- abstehenden  Ästen,  Blüten  ge- 
häuft, nebst  den   Staubladen  aufrecht;    Nüsschen  rundlich -eiförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  770.  Chi.  hau.  14.  Kocii  Syn.  I.  7.  Reichenb.  Tc.  f.  4639 
und  f.  4638  (T.  nigricans).    Fl   dan.  t.  939.    Engl.  bot.   t.  .TV?.    T.  nigricans 

JacO.    Fl.    austr.    Y.    t.  421    (mit    etwas    schmälern    Bläfteben). 

Auf  "Vliesen,  auf  humushaltigem  feuchtem  Boden,  durcli  das  ganze 
Gebiet    hier  und  da.     Juni,  Juli.  —    September. 

Wurzel  Stocksprossen  treibend,  innen  gelb.  Blattabseimitte  1 — 1 '/.j"  '""g^  '/i  —  'V4'' 
breit,  gclblicbgriin ,  matt  oder  wenig  glänzend,  unterscits  heller.  Rispe  breit,  luiterc  Äste 
fast  liis  zu  Yj  ''•■'■  Rispcnböhe  verlängert,  Blüten  an  der  Spitze  der  Astchen  in  lockern 
Knäulen    zu   4,    6 — 8. 

ff    Blätter     dreifaeb-fiederscbnitlig. 

<i,     T.  angiistlfoliiini.      Schmalblättrig e  Wiesen- 

raute»  Blattabschnitte  länglich -heilforniig,  länglieh  oder  lineal,  mei- 
stens ganz,  einzelne  2 — 3-spaltig,  unterscits  zarthaarig,  Blattstielvcrästun- 
gen  ohne  Stützblättchcu;  Blüten  gehäuft  nebst  den  Stauld'äden  meistens 
aufrecht;   Nüsschen  ellipsoi<lisch. 

Jacq.  Hort,  vindob.  III.  t.  43.  Rocu  Syn.  I.  6.  u.  ß.  Spr.  Fl.  hal. 
244.  ItEiCHENB.  Tc.  f.  46:^7.  u. /J.  (T.  ang.  heterophyllum).  T.Bauhinianum 
u.  ß.      Wallk.   Sched.  264.  265  (nicht  T.  Bauhini  Reichenb.   das.  f.  4636.  c.   mit 

länglich -pyramidaler  Rispe  und  \ielen  hängenden  Blüten,  wozu  WallROTB's  T.  Bauhiuia- 
num    ß,    citirt  wird). 

Auf  \^lesen,  auf  moorigem  Boden,  im  süd- ostlichen  Thcilc  des  Ge- 
biets, als  Westgrenze  der  Gesammtverl»reitung,  siellcnwcisc  {Pr.  zwi- 
sclien  Döllnitz  und  Liebenau  häufig,  am  östlichen  Theil  des  Drömling  — ; 
Br.  am  westlichen  Theil  des  Drömling  bei  Vorsfelde  — ;  Schiflgraben- 
bruch  unweit  Bcycrstedt  — ). 

Wurzel    innen   gelb.      Blatlabscluiitte    8 10'"    lang,      1 2'"    breit,     hläulichgrün     und 

glänzend,  unterscits  weisslichgrün ,  matt  und  nebst  den  Blattstielen  mit  feinen  abstehenden 
Härchen  besetzt.  Blütenstand  und  Blüten  mit  A.  3.  übercinsliuimcnd ,  doch  nickt  wohl  hier 
und  da  eine ,  zu  untcrst  an  den  Rispenästeu  stehende ,  Blüte.  Gegen  die  '^  ereinigung  mit 
T.  flavum  (I)ÖLL  Rhein.  Fl.  .544.),  welches  allerdings  auch  schmalblättrig  und  mit  noch 
nicht  sprossender  AViuzel  vorkommt,  spricht  die  auf  ganz  nassem  Standort  bleibende  Puhe- 
sccnz ,     so    wie    die    stete   Abwesenheit    der    Stülzblältchen. 

5.    T.  niliiiis.     Gemeine  Wiesenraute»    Blattabschnitte 

heilförmig-umgehehrteirund  oder  rundlich-eirund,  3-spaltig  mit  5 — 7  Zäh- 
nen ,  lileincrc  seicht  3-spaltig  und  ungezälint,  unterscits  graugrün  oder 
hellergrün,  glatt  oder  zartdrüsig,  oft  bereift;  Yerästungen  der  Blattstiele 
ohne  oder  mit  Stützblättchen;  Bispenäste  abstehend,  Blüten  zerstreuet, 
nebst  den  Staubgefässen  zum  Theil  hängend;  Nüsschen  schief  ellipsoidisch 
LiNN.  Sp.  pl.  769.  Chi.  han.  15.  Koch  Syn.  I.  4.  IIT.  1015.  Schk. 
Handb.    II.    T.  151.      Beiche^b.  Ic.    f.  4627.  a.'y.  und   f.  4628  b     (T.  gla« 

cescens,    stark    bereute    Form).      Fl.   dan.    t.  732    (kleine    Mark   bereifte'  Form).       T.  mon- 


6  RA9ilTN€UI.A€EAE.  Tlialictniin. 

taiiiim  \^'allk.  Siln'<l.  2-'iö.     T.  |>iil>csri-iis  I>e  CaiM>.   Prodr.  I.  1:3  (<lii-  iWü- 

sigc    rorm). 

b.  collinuiii.     nie  lichtgriiHe.     >lcis(  Kleiner  iiml  oll  kniclisti-iigclig; 

ßla(l:il»s(linilt<-  riiiitHlcli-iiingicki-lirteiriind,  iiultercii't  und  grasgrün,  Rispe 

speri'ig,    IMüsscIien   liiir/.er. 

T.  c<)lliiiuniA>  ALi.R    <las.2.i9.   Clil.  lian.  Ifi.     Koch  Syii.   ed.  1.  4.     Rki- 

CHENB.  das.  1".  4()27 /i.  und  4028.  (T.  llexuosun)).     T.  minus  Jaco.  Fl.  austr. 

V.  t.419. 

C.   innjuH.     JMie   hohe,     lieln-racli  liölier;    Kladaliseltnittc    umgelielirt- 

eirund-heilföfniig,   <lunl;e)gi  iiii ,   un(e^^^ä^ts  grünlicligrau  ;  Rispe  dolilig- 

vielästig,    3iüssclien  gesd-eclit  und   stärl.cr  gehrümnit. 

Chi.  Iian.  das.    T.  minus  ?.   Ko< :ii  Deulselil.  Fl.  IV.  128.     T.  majus  Jaco. 

das.   V.  t.  420.     Reichem!,  das.  f.  1029.     Engl.  I.ol.  1.011. 

(I.  elatuiii.     nie  schlanke,      Meln-laeli  höher  und  sehlauh;    Rlattuh- 

schnitte  grösser,    fast  rund   mit    seiehtern    Kinschnillen   und  meist  lierz- 

l'örmig<'r  Basis;    Rispe    weilscli^veilig    mit    schlaß'en,    l'ein    anslaureii<lcn 

Ästen,    aussehen  sparsam,    gestrecl.l. 

T.  elatum  MiRR.  Syst.  veg.  ed.  MV.  .518.     REicHK\r,.  ilas.   f.  40.33  und 

4634  (T.  capillare).  *T.  majus  V^allr.  Ann.  hol.  72. 
An  Hügeln  und  steinigen  Berghängeu  aul'  sonnigem  troekenem  Roden 
auch  im  liüstensaude  die  Kleinern  Formen  —  auf  magern  AViesi-ngrüuden, 
an  Feldriindern  und  Aeltcrraineu ,  ln>sonders  der  hergigen  Gegenden,  die 
grössern  Formen  der  llauptart,  stellenweise  durch  das  ganze  Gehiet;  e. 
mi'ist  zwischen  Gehüsch,  auf  hesserm  Roden;  d.  auf  humoseui  h:ilh- 
schatligem  Waldhoden.     Juni,  Juli.  — ■    Septemher. 

Wiirzelstork    n.icli  tiusländcn  Auslaiifor   lrcilieii.1.       Stcngrl   ilc-i   lilciniMii  ForiMc-ii    1 1 '/ / 

liocli,  an  den  untern,  gcnäbcrl  i>ti-licn<len  Knoten  \on  den  Basen  nielit  enl«iclieller  oder  ali- 
gestorliener  Dl.illstiele  N('lni]i|iig  bekleidet,  meist  knieliig  gebogen,  fest,  stark  und  gerieft. 
Itlätter  bereift,  aiieb  ivobl  meblig- sLinbig  und  bläuliebgrtin  oder  nnbereift  und  gr.isgrün  ;  Itlatt- 
iibsebnillc    >on    3 — r'^'"  Durebmcsscr.       Mittlere    Rispenästc    oft   wagererbt   gospreixt,    >üssebcii 

.  eifiirmig-ellipsoidiseb. Stengel    der   grössern    Formen   2'/.^ 3'   boeb  ,    Knotenslüekc    der 

IJasis   »erbältnissmiissig  länger   und  daber  weniger  sebu|i|>ig  bedeekl,    oberer  Tbeil  weniger    gc- 

kniekt,    dirkwandig-r.ibrig.       «lallabsebniltc   ^on   4 «'"  »urebmesser.       Rispe  meist  »eniger 

sperrig,    an    den    untern  Asten    beblättert,    INnsseben    ellipsoidiseb.  Spicla.   e.   ))is    4'    boeb, 

Stengel    gerader,    nebsl    den    sl.irk    widerlieb   rieebenden   Itlättern    blan   bereift,     Bkillabsebnille 

meist   8 9"'    lang,    4 •'>'"    breit.       Rispe   •'/.j — .l'lang  mit  (juirlständigen  ,    l>auebigen  ,    bis 

in    die   Rispenspilre    \aii    Itlällern    unlerslützten    Ästen.        Rliiten    der   Aslendungen    meist    zu    'A 

bis  Ti;    INüsseben  länglieli-ellipsoidls.b Stengel  der  Spiela.  d.   eben  so  boeli,    stark  ri.brig, 

diinn«andig,     seb«a.b    gerieft.       IJk.llabsebnille    von    U 10"'    im    D.irebmesser,     Rispe    weit- 

sebiveifig  mit  dünnen,  fast  baarfeln  auslaiifeuden  Asien;    Xisseben  bäufig  7.nni  Tbeil  feblseblagend. 

Die   mebr    oder   mind.r    dielite    Reklei<bing    der   Stengclbasis    mit    Rlattstielsebeiden     bangt 

lon    der  Länge    der  Knotenslüekc    ab,    und    stellt   unler   dem  Einflüsse    der   näebsten  l  nigebung 

auf  Entuiekelung   und  Absterben    der    erslsjirosscnden    ßläller Die   Früebtc   baben    1   Rü- 

eken-,  1  gegenüberliegende  Bauebrippe  und  jederseils  3  «eilenständige  Rippen,  sänimllieb  von 
der  Basis  bis  in  die  Spilze  auslanlend ,  »unaeb  die  Ansseben  8-rielig  ersebeinen.  Riieken- 
und  Bauebrippe  baben  zu  I>eiden  Seilen  die  Anlüge  zu  einer,  über  ihrer  Basis  entspringenden 
lind  parallel  niebt  ganz  bis  zur  .'»pilze  auslaufenden  INebenrippe,  die  nielit  immer  zur  Aus- 
bildung, d.  b.  zum  Hervortreten  kommt.  Öfterer  kommen  die  Aebeiirippen  der  Rüekenrijipe 
xiir  Ausbildung,  liisiveilen  beide,  bisweilen  nur  eine;  weniger  oft,  slalt  jener,  die  Baneb- 
nebenrippen,  ebenfalls  bald  beide,  bald  nur  eine:  in  jedem  Falle  ersebeinen  alsdann  die 
INüsseben  10-  oder  »-rlefig.  Die  glelebzelllge  Ansbi'ldnng  shmmllieber  >ebenrlppen,  zu 
r_'- riefigen  :>üsselien,  beobaeblete  ieb  nielit.  Diese  Bemerkungen  in  Bczlebiing  auf  Hrn. 
DOLI.INEKS    Mlllbeiliing    in    Kocil    Svn.    III.     lOl'». 

Die  Slülzblalleben  feblen  meistens,  doeb  beobneblele  leb  sie  luebrmals  an  der  Hauptform 
iinil  au  der  Splel.irl  d.  Anfang  nnd  Dauer  der  Blütezeit  bangen  selir  vom  Boden  und  Lage 
ab.   —       leb    bezocifle   niebt,    dass    aiicb    T.  svlvalieiim    KoCIl    S\n.  I.   4.    liierber    geliiirt. 


PulsatiUa.  HAWrMCUI.ACEAE.  7 

Phartnuceutisch-]n.edicinisches.    tri.  3  und  4.  wlthen  uh- 

f'ühreud  und  diinclisch,  sind  indessen  nur  noch  im  Iftiustjehiaueli.  Neuer- 
lich hat  man   ./.  /.   ztim  of'fleinellen    Gebrauch  empfohlen. 

Vechnixches,  lue  ff  urzeln  von  A.  3  u.  4.  enthalten  tfelben  Färhc- 
stoff,   der  mit  Zusatz  von  ff'einsteinöl  in  das  Oranfjenf'arbene  übert/eht. 

3.    PUIiSATIIiliA.     HUMSCMXIIjMjE 

TOIKNEF.     llist.    •2S4. 

Axissciikcleli  3-])lä«trig,  s(eiigell)laltar(jg  ahgoiiick».  Kelch 
ki'onariig,  5  — D-]>läHrig.  Keine  Kroiie.^  KonifViicIile  luil  bärli- 
ffeii  ScIiMHiizeii.       Gesclil.  Svst.  XIII.  7.  ... 

Mfhrjjihiigc  Fiiilfliiigski:uit«M-  iilit  scluiftarligi-in  ,  scidciiliaang  -  zoUigrni 
Stengel,  meliifacli  fietlcrsdinUdgeii  Wiiiztlhlallci  ii  und  'i,  in  <'ini-n  >Vii«el 
vereinigten,  fingerföiniig- vieUheiiigen  Stcngclldaücrn .  den  in  lironltil 
«lang  übergegangenen  Releh  vertretend.     Illüten   lulpenartig. 

•;•    A  II  s  s  o  n  k  e  1  <■  li    sitzend,     f  i  ii  g  c  i-  i  p;  -  >  i  o  1 1  li  c  i  1  i  g. 

1.    P.  veriialis.   Frühlings-Kuhschelle.   IMäiier  lieder 

artig  zers(linilt(  11 ,  Aiiseliiiiüe  eirund  o<ler  nnigek«  lirteiruiid  -  keilfürniig, 
2 — 3-s])aitig,  mit  ruiuUicli-lauglielien,  ganzen  oder  2 — 3-lap|)igen  Zipi'eln  ; 
Blüte   anfre<lit,    odeiigloekig  mit  geraden  IJlättern. 

Hill.  diet.  n.  3.  "Anemone  vernalis  Linn.  Sp.  pl.  7.59.  Koch  Svn. 
1.  8.     Stirm  Deutselil.  Fl.  H.  24.     Heichenb.  Te.  4660.     Fl.  dan.  t.  29. 

An  Hügeln,  auf  sandig -linniosem  Boden  der  Heiden,  selten  (.WA.  31  an - 
dclsliagcn  «n^veit  Rostoek,  LudAvigslust  — ;  Iln.  zwischen  Gartow  und 
Trclicl,   bei  Daniienberg — ).     März,  April. —    .Inni. 

Blüte  mittelgross,  weiss,  aussen  wolet  üherlaulcn ,  ciselieint  erst  Iiei  völlig  eiitnieKellf  n 
Uliiltern.       Zipfel    der  Fieilersclinilte    1 1 '/.,"'   breit    iin.l    iveiiig   melir   als    «lopiielt    so    lang 

Ä.    P.  vulgaris.    Gemeine  Kuhschelle.    Blatter  3-facli- 

liederscIiniUig  mit  schmal  linealeu,  spitzen  Zipfeln;  Blüte  fasi  aufrecht, 
glockig  mit  ohen   anfrecht-ahstehenden  Blättern. 

Lob.  Ic.  281.  f.  2.  Chi.  hau.  18.  Anemone  Pnisatilla  Linx.  Sp.  pl.  7.59. 
Koch  Syn.  I.  8.  Stlr:«  Deutsehl.  Fl.  H.  7  und  46.  Beichenb.  Ic.  f.  46-57. 
(!.  (P.  vulg.  angustisecta)  Fl.  dan.  t.  1Ö3.  Fngl.  hol.  t.  51.  IIa\ne  Arz- 
neigov.  1.  T.  2:2. 

b.  latisecta.     Hie  bteitschnittige.    Blattahschnitte  2— 3- fach  brei- 
ter,   lineal- lanzettförmig;    Blüten  meistens  grösser. 

Anemone  vulgaris  v.   ealcarea    H.^mpe  Prodr.   11.   herc.  3-5.      Beichenb. 

das.  f.  4657.  ß.   (P.  vulg.   la(isecta). 

Auf  Waldhügeln  und  Weiden,   auf  magerm   sandigem  Boden ,   hierund 

da,   iedoch  nicht  mehr  im  Westen  der  Linie  von  Hannover  nach  Lüneburg; 

die  Spielart  auf  Kalk   (diese  Iln.  Alte  Stollberg  über  Steigerthal).     März, 

April.  —   .luni. 

Blüten    etwas    früher    als  ilie    Bl.itter    zur    Entwiekelung    l.onimend ,     gross,     purjiurfarl.en 

,iolet,    naeli    dem    A.ilblühen  sieli    elwas    neigend    luid    in    J.lauc    Färlinng    übergehend.        Blalt- 

/.i|.fel  oft  kaum  '/2"''hreit.  "\  ariirl  mit  rosenrotLcn  Blüten.  Die  Spielart  >on  der  Blatl- 
form    der   V.    Halleri. 

3.    P.  prateu^iis.    Jf"iesen.M£uhschelle,    Blätter  3-fach 

liederschnitlig  mit  liuealen  kurzs]iilzigcn  Zipfeln;  Blüte  hängend,  zusam- 
mensehliessend- glockig  mit  zurückgerollten   Sjiitzen   der  Blätter. 

Mill.  diet.  n.  2.  Chi.  han.  18.  Anemone  pratensis  Likn.  Sp.  pl.  760. 
Koch  Syn.  1.9.  Schk.  Ilandb.  11.  T.  1,50.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.46. 
lkElcHE^B.  Ic.   f.  46-55.    Fl.   dan.  t.  611.     HAY^E  Arzneigew.  l.  T.  23. 

An  Gebirgshängen ,  auf  steinigem  Boden,  auf  Sandhügeln  des  Flach- 
landes und  auf  Heiden,  hier  und  da,  am  Thüringerwal  de  die  Südgrenze 
des  Vorkommens  in  Deutschland  erreichend.     März  bis  Mai. —   Juni,  Juli. 


8  nA9iUNCIJIiA€EAE.  Anemone. 

ItliiKii  iiiil  <U-n  niallirii  uilcr  etwas  nach  dirscn  erbclieinciid ,  um  die  Uälfto  lilcinrr  al> 
.111  der  vorliergeliendeii  Art,  seliivarzviolct ,  selten  weiss  oder  slroligelb ,  sclion  lor  dem  Aul- 
liliilien    nach    nnlen    geneigt.       lHattiipfel    '/.j'"    hreit. 

ff    AiLssenheleh     gestielt,     .0.1     der    Gestalt     der   «lälter. 

"1.    P.  alplna.    Alpen-Kuhschelle»   Illättfi- 8-z;ililig-mclii- 

fiicli  fictlerschiiittig,  Zi|)rcl  l>oo;ig  liiical -lanzrltrörinic,  3 — 5- zäliiiig-cin- 
gcscliiiitten;   Blüte   aiiircclil,   ollen   iiiil  ausgebreitet- abstehenden  Blätteiu. 

De  l'Arb.  FI.  (l'Auv.  e<l.  2.  552.  CM.  lian.  17.  Anemone  alpina  Linn. 
Sp.  pl.  760.  Koch  Syn.  I.  9.  Stlrm  Deutselil.  Fl.  II.  51.  Reichenb.  Ic. 
f.  1653.     Jaco.  Fl.  austr.   I.  t.  «.j. 

Auf  der  änssersten  Gehirgshöhe  des  Harzes,  auf  niagerm  steinigem 
Boden,  als  IXordgrenze  der  Gesammtverbreitung  (/*>•.  am  grossen  und 
kleinen  Broelien).     Juni,  Juli. —   August. 

Blüten  gross,  «eiss  oder  gelhliehweiss.  Stiele  der  Anssenkelchshlättcr  heidcrscits  »on 
der  scheidig  berablaiifenden  Basis  der  beiden  änsscm  Aksebnitte  cingefasst.  Blätter  erst  nach 
dem  A'erblüben  der  Pdaiize  völlig  ausgebildet.  Variirt  am  Brocken  in  der  Grösse  »on  'Z" 
bis    /,■■    1'    und    darüber. 

^harmaceuti«ch-Medicinisch e»»  ^in.  S. S.  olfidncll (Herb. 

Pulsatillae,  P.  vulgaris  s.  eaeruleae  vi'I  llerba  >enti  s.  ^olae  culiuariae), 
doch  wem'ff  im  Gebrauch.  f'orwalt.  Bestnndlh.  scharfe  ätheri.teh- 
öliffc  campherartiije  Substanz:  ^Jiicmottin  (Anemonen-  oder  Pulsatillen- 
campher)  ,  Anemonsäure  ,  und  eisentjrünender  Gerbestoff.  An  wen  dun  fi 
äusserlich  als  ausi/epres.ster  Saft  ffcjien  Geschwüre  bei  Thicrcn ,  innerlieh 
als  Aqua  destilla'ta  und  Extract.'  Pulsat.  f/ei/en  Gicht,  Itheumatisnien, 
ffassersucht,  meist  als  Volksmittel.    Beide  Arten  corrosiv  wirkende  Gifte 

Technisches»  ^irt.  1  —  3.  bieten  sich  der  Gewinnunt/  des  Cam- 
phers^  aus   dem  liraute  an.     Auch  liefern  sie  (frünen  Färbestoff. 

ÖTeonontiSCheS*  SämmlUch  Zierpflanzen,  die  sieh  leicht  füllen. 
.i.4.  als  Teufelsbart  eine  Zierde  der  herf/sträusse ,  den  Brockenbesu- 
chenden wohl  bekannt 

4.  AiiKivioivv:.    jfENnnöscMmN 

TOIRNEF.    Inst.    "275. 

Ausseiilielch  3-l)lälfiig,  stengcll)l.'inartiff  abgerückt.  Kelch 
kroiiartiff,  5— 9-bläUns;.  Keine  Krone.  Ges.luiäbeltc  Koni-, 
friichfe.'    Geschl.  Syst!'XIII.  7. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  schaftarligcni  Stengel,  3  —  5-theiligen,  un- 
gleich elngesehnitten -gesägten  Blättern  und  3,  in  einen  \^  irtel  vereinig- 
ten Stängelblättern,  den  in  Kronbildung  übergegangenen  Kelch  vertre- 
tend.    Blüten  einzeln  oder  zu  zv%ei. 

f    AViincl    stoekartig. 

i.    A.  neniorofiia.    Bain.  Windröschen.    Stiele  der  Au- 

ssenkelchsblätter  halb  so  lang  als  die  seitlich  abgerundeten  Blätlchen;  Blü- 
ten einzeln,  Blütenblätter  beiderseits  unbehaart;  Früchte  seidenartig- 
flaumhaarig. 

Li>\.  Sp.  pl.  762.  Chi.  hau.  17.  Koch  Svn.  I.  10.  Schk.  llandb.  II. 
T.  1;50.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.14.  BEicttENis.  Ic.  f.  4611.  Fl.  dan.  t.  549. 
Kngl.  bot.  t.  35.5.     IIayae  Arzneigew.  I.  T.  24. 

Zwischen  Gebüsch,  in  Hainen  und  Wäldern  auf  frischem  hiimosem  Bo- 
den,   häufig  und  meist  heerdenweise.     llärz,   .Vpril.  —    Juni. 

^Vurielstork  boriionlal  oder  seliriig  ..b«iiHssloigend  ,  l.isl  bol7...ilig.  seh»  .u/.br.uin.  Bluten 
ilHa,s    nickend,     lart,     weiss,     aussen    rolb    .ingcbaurlit. 

3.    A.  raiiiiiiciilolflei!).    Gelbes  fflntlröschen.    Stiele 


Hepatica.  RANIJN€III.A€EAE.  9 

der  Aussciikc'lelisldätter  vielfach  kürzer  als  die  lundlich-lieilföi'inigeii  Blätl 
chen;  Itlüten  meist  zu  zwei,  Blütenblätter  auswärts  iiel»st  den  Früchten 
flaumhaarig. 

LI^^.  Sp.  pl.762.  Cl.  hau.  17.  Koch  Syn.  I.  10.  Sturm  Dcutschl.  Fl. 
H.  7.     Reiche>b.  Ic.  f.  4643.     Fl.  dan.  t.  140.     Engl.  Lot.  t.  1484. 

In  Lauhholzwaldungeu  und  Hainen,  an  feuchten  Plätzen  auf  humosem 
Boden,    weniger  häufig  als  A.  1.     April,  Mai.  —    Juni,  Jul  . 

Wiirzclsfock    der  A.    1.       Bluten,     wenn    sie   einzela    stellen,    meist   mit   <ler   Anlage    einer 
iwcifcn    in    den   Achseln    der   Aussenkelchslilätter ,    gesättigt  gelb,    ohne    Glanz. 
ff    Wurzel     hiischelformig. 

3.    A.  sylvestris     Waltl-Jyindröschen,    Stiele  der Au- 

ssenkeMishlätter  fast  halb  so  lang  als  die  geradlinig -keilförmigen  Blätt- 
chen;   Blüten  einzeln,  nickend,    Blattstiele  und  Früchte  zottig. 

LiNN.  Sp.  pl.  761.  Chi.  han.  16.  Roch  Syn.  I.  10.  Schk.  Handb.  II. 
T.  150.     Beichenb.  Ic.  f.  4657. 

In  lichten  Waldungen  bergiger  und  hügeliger  Gegenden,  auf  kalkhal- 
tigem Boden  der  südlichen  Gebietshälfte,  in  der  Linie  von  Osnabrück, 
Hildesheini,  Wolfenbüttel  —  die  IXordgrcnzc  des  Vorkommens  in  Deutsch- 
land erreichend.     Mai,  Juni.  —   Juli. 

Dreifach  höher  und  starker  als  Art.  1.  'i.  Stengel  und  Blattstiele  mit  langen,  abste- 
henden, gegen  die  Blüte  hin  anliegenden,  wollcweissen  Haaren  bekleidet.  Blüten  einzeln, 
gross,     niilchweiss,     aussen    rothlich    angelaufen. 

GMU^MRJBI.ICItJES. 

PharmaceutiSCh-JIKedicinische«»  A.  1.  besonders  ehedem 
of'ficinell  (Herb,  et  Flor.  Uanuneuli  albi),  jetzt  noch  als  Volksmiltel  im 
Gebraueh.  f'orwalt.  Be  standth.  fluchtiifesÖl  (Anemonöl),  unter  Zutritt 
der  Luft  in  Anemonin  und  Anemon säure  übersehend  (Schwartz  in  Geiger's 
Magaz.  f.  Pharm.  X.  188.  XIX.  167).  Anutenduuf/  des  liratits  äusserlich 
als  blasenziehendes  Mittel,  innerlich  des  destillirten  IVassers  der  Blumen 
fjcfjen    Bheumatismen,  Ifämotrhoiden  u.s.w.     A.2.   schärfer  an  Säften. 

'  ÖTeonontiSCheS.  Art.  1.  2.  vom  Viehe  häufig  tjenossen  Bluthar- 
nen und  Convulsionen  bewirkend. 

5.    HEPATICA.     ItMSiMnBMjUJIES:. 

Dill.   I>ov.    gen.    108. 

Aussenkelcli  3-hlätlrig,  ciiihlütig,  angerückt.  Kelch  kroii- 
artig,  6  — 9 -blättrig.  Keine  Krone.  Auf  zelligcm  FiueJilhotlen 
stehende,  geschnäbelte  Kornfrüchte.      Geschl.  Syst.  XIII.  7. 

Mehrjährige  Frühlingskräuter  mit  cinblumigen  Blütenschäften,  die  zwi 
sehen  überwinterten  Blättern  aus  wurzelständigen  Knospen  sich  entwickeln. 
Aussenkelcli  ohne  zwischeustchendes  Schoss  dem  Kelche  anliearend,  canz 
blättrig. 

1.  M.  triloit».  fr ühlingjf.Jüeb erhlunie»  Blätter  herz- 
förmig —  8- lappig,   mit  ganzraiidigen  Lappen. 

De  Cand.  Syst.  I.  216.  Chi.  han.  19.  Fl.  d.  Königr.  Ilann.  Beschreib. 
Abtheil.  HL  Titelblatt.  Anemone  hepatica  Linn.  Sp.  pl.  758.  Koch  Svn. 
I.  7.     Schk.  Handb.  IL  T.  150.     Beichenb.  Ic.  f.  4642.     Fl.  dan.  t.  812^. 

In  Laubholzwaldungen,  Vorhölzern  und  Feldgebüschen  der  kalkhal- 
tigen Hügel-  und  Berggegenden,    häufig.     März,  April.  —    Juni. 

Mit  liolet- azurblauen  Blüten  eine  liebliche  Verkündigerin  des  nen  beginnenden  Blu- 
menschmucks der  Erde ,  wenn  noch  kalte  Märzluft  die  nnbelaubten  Haine  durchscbaucrt  und 
t'chneelagen    die   nord- östlichen    H.inge    bedecken. 

GJEW^ERBriCHEJS. 

OlCOnomiSChCS»      Zierjiflanze    der   Gärten,    wo    sie    eine   dunkel- 


10  RANIIN€1J1<A€EAE.  y&doniH. 

liliif'url)i-ne,  sritin  c/iic  iix/v.vc  Si>iil<(il  hildrl  und  siili  li-ivlil  l'iilll.  tu 
F)i(lij(ihyshiii.-.cn  den  Sltidlcrii  willlcoinmcit.  /hn  Itiiiicii  eine  iiiihc  Muh 
lumf  hiricnd. 

i.l^^.    (;.-...   (i!)S. 

I»clc]i  5-l»lii((iig.  luM>iH>  -5  — 2')-l»l;il(i'ig.  In  einer  Aliro  slo- 
lu'iulc  gescimähelk'  >'iis.scli('ii.     (Icsehl.  Sysl.  XIII.  7. 

IVm-  (All.  1— ••}.)'  <"'<•'•  "»••l"iji'l"'S<'  (^-  1)  ^lauter  inil  aiiricclil.in 
Stciigol,  iiuliilaoli  fi<a<Mtli<iligfii,  siJimallhical  -  ücdiiigcii  lllälliin.  15l(i- 
(cu  nulstäiKlig,   einzeln. 

.].    ^\nr,.,^\     oi„jal..lg.        rru.las.l.nal.ol     gor.,.!.-. 

1.    A.  aestivalis.     Sommer -Adonis,     Kelch  unl.ehaaii, 

<len  ansgelii.  Ueleii  Kionl.laUei  n  anllrgencl;  >iisselien  mit  2  Zälmen  ver- 
sehen,   Selinal.el    ffesdeel.l  .    gleielilai  l.ig. 

LiNN.   Si.    1.1.771.    Clil.  iiaii.  1!).      Koch   S>n.   I.  11.     Rkichknr.   PI.  ciil. 
IV.    r.   15)1)— 191.     le.    r.  U)l<).      A.    niiniala   .jA(:n.    Fl.    auslr.    111.    t.  ;i"il. 
b.  iiiicraiitlia.      W/e  klchihliUiffr.      Zarlee;    IJIülen  3    laeli   Kleiner, 
Uoiiil.laltei-   Nveuig   liinger   als   <ler   Keleli 

Cl.l.    han.    lü.      \.    niieianllia    I)k   Cam..    Pio.lr.   I.   2i. 
Lnler   der   Saal    nn<l    aul"  IJiachen.    anl"    l.allilialligeni    «»iler    mergeligem 
ßoslen,   liänfig  eingeliiiigeil.      Jnni,   Jnli.  —    Angnst. 

Rioiil.liillor  incislcns  S,  in,-niiigrolli  (A.  .nc.sli>:ilis  K.),  sholigoll.  (A.  fla.a  I)K  CaND. 
.las.),  .-i.irarl.ig  o.lei-  mit  einem  l.l.n.isoli»  aiioil  Flccli  all  ^rr  ISa.sIs  (A.  inaculala  ^^Al.l.K. 
SHie.l.  -210.).  i\iiss.lic.i  iiol/.ailig-iuiijlig,  mit  »oisi)iiiigeml<-m  Rucken-  iiiiil  «aurl.Uiele, 
einem  Zaline  unten  am  Uuekenliicle ,  <ler  l.eiileiseits  in  eine  «jnei-  über  den  ßaueli  7.ielien(\e 
eilial.enc  INalli  .iiislanfl,  iincl  einem  zueilen  seliriig  gegenüber,  mit  weleliem  iler  Itancliki.l 
..l.en  en.ligl.  Selinal.elilel.lnng  an.  reilen  Aiissel.en  «lei-  Aeli.s.-  enlspreeliena.  Frneliliiliie 
.'Uin.lrisel.. 

Ä.    A.  flaniiiiea.    Brennentlrothe  uAdonis,    Kelch  rauh- 
haarig, den  ansgehreitelen  Kiitniilall.rn  anliegend;    aussehen  mit   1  oder  2 
sclnvaehen   Zahnen   v.Mselien  ;     Siimalul    aiilVeehl,    an   der   Spil/.e   I. randig. 
Jaco.   Fl.  auslr.   1\  .   1. -T).").    Cid.  han.  20.     Kocii   Svn.  l.  11.      KkichkiMI. 
IM.   eril".   l\.  1".  49.J.     Ic.   f.  1(520. 

Inier  der  Saal,  auf  halhhaltigeu  Äckern,  im  südlichen  Theile  des  Ge- 
hiels,  als  Xordgreiize  der  Gesamnitverhreitnng,  hier  und  da  eingehiirgerl 
(/I.V.  am  Kratzenherge  hei  C'assel — ;  Srinv.  Franl.enhausen ,  Ilachelhich, 
llehra,  Schlolheim  — ;  Pr.  ^ucrnirl  ,  «oeliendorl"  und  llossleix-n ,  Anlc- 
hen,  llalhersladi,  >Verniger(.de  — ;  //(..  SIeigerlhal,  Dransleld,  GöUin- 
geu  — ).     Juni,  Juli. —   August. 

Kelel.Wlall.r    an    .ler    Sj,it,.e    ge/.äl.nell.       K  ,.,nl,lal(.-.    meistens    ."J ■'>  ,     einlarl.ig    s.l.a.  lael.- 

,oll.  (A.  a..<.mala  ^>A1.LR.  S.l.e.l.  eril.  •->7.-{)  ,  o.lei  mit  einem  s,l,»a,^en  I-le.Oi  an  .le. 
ISasis,  seltener  lilassgell.  (A.  Ilaia  DE  CaM).  Pro.!..  I.-i4.  ,  «las  HOFKMA?>N'sel.c  Sjnonjn. 
ansgesel.lossen).  Ausselien  um  die  Hal.lc  Ideiner  al.s  an  der  vorigen  All,  mit  scli.väel.er 
i.Mlrelend.'i.  Ki.li'ii  und  Zaiinen ,  so  dass  der  untere  Zahn  oft  ^ersellwindot.  Selmaliel  dem 
„her..  Zal.n  .•.„liegend,  am  .eilV,.  i>„ssel.e..  nnt.r  reel.tem  ^Vinkel  mit  dessen  Ael.sc  anl- 
>-"ls    S"'i'- '■        •■'"■■l'l^'l"'-    'xlindris.l.. 

3.  A.  ailtUinnali^.  Merhst.  A^tloniS.  Kelch  nnhehaarl, 
von  den  haliihngelig  znsaninienschliesscndeu  Eiroulsläüern  ah.stehend  ;  -auss- 
ehen  ung<'z;ihnt,    Sclmahel   geslreel.l,    gleichlarhig. 

Li>N.  S|».  pl.771.     Kocit  S\n.  l.  11.     llKicuKM).   Ic.  f.  1621.    Kngl.  hol. 

I.  ms. 

VurÄel.erii  und  an  Schiillhaureii,  sehr  i-inzcln  verwildert  und  liunrn  der 
Flor  angehörig  {Pr.   Halle,  Kamen—;    lln.   Osnahnich  —  Ol.  und   III.). 

Kronl.l.itter    meistens    Ü 8,     l.lnlioll.,     an    der    Itasis    scli^ar/..       Uiel.lnng    d.s    S.l.nal.els 

"  ic    an    A.   l.       Fruditälnc   läiigllcli  -  eiforn.ig. 


üfyosiirus.  RAJ^UHVClIiACE  AE.  1 1 

ff    ^Vlll•^eI    iiieliij(.l.iig.        F  i  ii  eh  l  s  <•  I,  u  a  I,  cl    1. 1  e  i  s  .•  I  Co  i  in  i  g    a  I.  »  :i  i  l  b    gehiiii t. 

4L.    A*  vei'iialis.      Frühiinffs-  Adonis,     Kelch  und  fast 

liiigi'li^e  ungczäliute  -^üssthcn  wi'icliliaaiig;  Scbnaltol  lairz ,  al)wärts  gc- 
licliti-t. 

LiN,\.  Sp.  pl.771.  Chi.  hau.  20.  Koch  Syn.  I.  11.  Schk.  Haiidl..  II. 
T.  152.  IVeichknb.  Ic.  f.  4622.  Svcnsh  liot.  t.  555.  A.  apciiniiia  Jaco. 
Fl.  aiistr.  I.  t.  44.     Uayne  Arzneigew.  1.  T.  11. 

An  A^'^aldhiigcln ,  auf  sonnigem  magern  KalksteinJ)oden,  im  südliclien 
und  süd- östlichen  Theile  des  Gel)iets  hier  und  da  (Schiv.  Franl.enliau- 
sen,  Steintliallehen,  Itadra — ;  P».  Beniistädt,  Kulme,  jVuleJ>eu,  am  Stein- 
holze liis  zum  gläsernen  ]>löneh  liei  <^)uedliul»urg,  Iluy,  Langensleiner 
Feld,  llöruiche,  Fastl.erg  l.ei  >Veruigerode  — ;  ./«.  Sanderslel.en,  Rern- 
hurg— ;  Br.  Catteustedt,  gr.  Fallsteinc,  Ilees  l)ei  Beierstedt,  Klotzl>erg, 
llotlielierg,  Asse  als  nördlichstes  A  orkommeu  in  Deutscliland ).  3lai, 
.luni.  —    August. 

Blüten  fast  2"  im  Diircliniesser ,  Kioiil)lällcr  '20  iiiid  iii<-lircie ,  oilroiieiigclli ,  scülcnailig 
glänzend,   aussen    grünlicli    oder    rüllilicli    angi-laiil'i>n.       Friiclitälire    elii[isoidiseli. 

GJEUMRSZ.ICIIMS, 

Phamtaceutisch . ItKedicinisches,    Die  rVinzd  von  yl.4. 

ehedem  mehr  als  jet-.l  officiueU  (WaA'w  Adonidis).  f'orwnlt.  Bcstnndth. 
drastiseh  bilteier  I'J.vliaclivsloff  und  sehnrfes  Jliiiz?  Anwendung  und 
fVirliunif  fjfeieh  der  fJ^urzel  von  llelle]»orHS  niger,  mit  der  sie  in  den 
Apotheken   vernieehselt   wird. 

ÖTCononiiSChex*  ./.  4.  Zierpflanze.  Art.  1.  2.  in  manchen  Ge- 
f/enden   zum   lirnnzwinden    verhiiaflieh. 

3.  Gruppe    RANIJNCULEAE.   EIGMN TZ..nAIt\K]V W.GJEW\ 

Kelch  und  Krone  in  der  Knospe  geschindelt.  Kronldiitter  an  der  Basis 
mit  einer  Iloniggrul»-,  tiuter  >velcher  meist  eine  Schuppe  liegt.  Eiusamige 
]>üsschen.  Same  (.lljosurus  ausgenommen)  aufrecht.  Blatter  vechscl- 
ständig. 

«.    ITIVO^URVIN.    MÄUSüSCMEnJLIfX, 

l.WN.    Gen.    ;J94. 

Kclcliblältcr  5,  Uli  dvv  Basis  dure!i_  einen  naeh  iiiilen  gericJi- 
tcten  Sporn  verlängerl.  Kroiihlätler  5,  mit  rölirenarligeui,  eine 
lloniggrnhe  trageiuleui3«agel.  Nüsschen  dreikantig.  G.  Syst. V.O. 

Finjiihrige  Meine  Kräuter  mit  schmalen  Wurzelldätteru  und  1 -blutigen 
Schäften.      Niisschen  einem  langgestreckten  Fruchthoden  eingesetzt. 

1.    ]?I.  iiiiniiiiQi.«.     Gemeiner  Mäuseschwanz,    Blätter 

sdimal  S]>atelförmig-liiieal,  Blülenschäfte  liaum  länger  als   ilii-  Blätter. 

LiNN.  Sp.  pl.  407.  Chi.  ha».  20.  Kocii  Syn.  1.  12.  Schk.  Handl».  I. 
T.  88.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  11.  Beichenk.  Ic  f.  4569.  Fugl.  hol. 
t.  43.5. .  ..  _ 

Auf  Achern  und  Triften  an   sandigen  feuchten  Stellen,    häufig. 

Holic   2 3".       Slauligefässe    .'» 20.       Kionon    golMiel.griin.        Fnulilliodeu    «alzig-lio- 

gelfürmig,     1'/./'   ]a»g. 

8.    TERATOCEPHAIill^i.     ^M  CMMEj^A.MK. 

MoivcH   Molli.   218. 

Kelch  5-]jlä(lrig.  Ki-onJilätler  5,  an  der  Basis  mit  einer  Ilonig- 
gruLc.   INüssclien  1-samig,  mit  2  leeren  Fächern.    G.  Syst. XIII.  7. 

Einjährige,  hIeine,  Avollig- haarige  Kräuter  mit  vieltheiligen  \AurzeI- 
Itlätfern  und  1 -Mutigen  Schäften.  I>(üsschen  ährenartig  einem  länglichiu 
Fruchthodcn  eiugesctzt. 


12  RANIINCVIiACEAE.  Ceratocephnlus. 

'  1.  C  falcatn».  Genteiner  Sichelsame»  Rlätu-r  ge- 
stielt, rmserlöiinig  in  liiieale  Zi|»l'el  getlieilt;  I>iissclieii  mit  einem  sicliel- 
lurmig  gehobenen   Sclinaliel. 

I»Kii.s.  Syii.  1.341.  Rocu  Svn.  1.  12.  Reiciieinb.  le.  f.  4570.  Jaco.  Fl. 
.uistr.  l..t. '48. 

Auf  .iekern  mul  an  Aekerriiiuleiii,  auf  lehmigem  Boden,  am  siullichen 
Saume  »les  Gebiets,  als  der  I>lor<lgrenze  der  Gesammtverbreitung,  sebr 
selten  und  einzeln  Avaelisend  (^c/tiw.  Greusseu  bei  Schilfe).  April,  Anfang 
Mais.  —    Glitte  Juni. 

Uulu-   -i :i".       Hlatlsticlc    so  breit   «Is  ilic  IJI;ill/,i|.fol ,    Blatter    8-llieilig,     minierer  AJ.- 

srliiiiU  g.iiii  oder  1  MjI,    Scilcnabsclinlttc  '2 3  Mal  gal.elspaltig.       Kronen  Iicllgclli.      Fruclil- 

Küpfehen    '/.^ ^|^    lang.       IViisselien   zwiselien   2  scilliclen    liolilen    Höekeru    in    ein   3'"    langes 

rinncnforniiges,    gezogenes    Selinäbelclicn    ansgelionil. 

9.    RAIVUWClII«rS.    UA.UNMNVUSS. 

l-ir(iv.   Gen.  099. 

l\elohl)lätfer  5.  KroiibläUcr  5,  an  der  Basis  niil  einer  die 
llüuia:£:rul>e  deckenden  Schnnpe.  Nüsschen  ehen,  hockeria;  oder 
iffelslaehelig.       Geselil.  Syst.  Xllf.  7. 

Ein-  (Art.  11 — 13.),  häufiger  mehrjährige  (Art.  I  — 10.),  kr.iutartige, 
behaarte  Landpilanzen  mit  meistens  vielspaltigen  seltener  ganzen  Itlättern, 
die  an  dersell»en  Art,  Gestaltung  und  Uaarbekleidung  naeh,  manniehfaeh 
variiren.  Blüten  an  den  Spitzen  verzweigter  Stengel,  in  den  Blattachseln 
und  blatigegenständig.  Früchte  in  Köpfchen,  meist  mit  einem  l;iellörmi 
gen,    in  ein  Schnäbelclieu  auslaufenden,    Rande  umzogen. 

f     Kronen     weiss. 

1.    R.  aeoiiitiroliiis.    Sturnthutbiätfriger  Mahnen- 

fuSS*  Stengel  aufrecht;  Blätter  bandförmig  3  —  7-theilig,  mit  zugc- 
s)>ifzfen  eingeschnitten -gesägten  Zipfeln,  oberste  sitzend  mit  lineal-lan- 
zetl förmigen  Zipfeln;  IXüsschen  unberandet,  aderig  mit  dünnem,  halienför- 
migeni   Sclinaliel. 

I>i^\.    Sp.    ])l.  776.    Chi.    han.    24.      Rocii    Syn.    I.   15.      REIC1IE^B.    Ic. 
f.  4.585.     Fl.  dan    t.  111. 
b.  platanifolius.     Her  langgespitste.     Höher  und  kräftiger;  Blaft- 
zipl'i'l    länger  zugespitzt. 

Chi.  han.  das.      Hocii    das.   R.  platauifolius    L.   3Iant.  79.      Reichem:. 
das.   f.  4585.  ß. 
In  den  A'^'aldungen  di-s  OI>er-  und  l'nterharzcs  bis  zum  Fuss  des  Ge- 
birges (llerzberg),  an  Quellen  und  anf  liumosem  scliattigem  Boden,  häufig. 
Ilai  bis  Juli.  —    September. 

Stengel    Vj 4'   liocli ,     »icläslig   und  volll.li.lig.        Blütensliele    l.ing,     fein,    Bli.len    klein. 

Kronen    selinccweiss. 

•;•{-  Kronen     gell.. 

•  Binder     gani. 

«.    R.  IiinK<m*     Grosser  Mahnenfuss,     Stengel  straft" 

aufrecht,  an  den  niiteru  Kiiolen  quirlartig  wurzelnd  und  Sj>rossen  trei- 
bend; Blätter  verlängert- lanzeltförmig,  zugespitzt;  l>üsschcn  umgekehrt- 
eiförmig,   berandet  mit  breilein,  kurz   si<'lielförniigein   Schnabel. 

LiNN.  Sp.  pl.  773.  C^lil.  hau.  2:3.  Fl.  d.  Könige.  Ilannov.  Beschreib. 
Abthl.  lll.  T.  18.  Koch  Syn.  I.  1(5.  Sri  rm  Deutschi.  Fl.  II.  8L  82.  Rei- 
chem!.  Ic.   fi.  germ.   f.  4.^95.     Fl.   dan.   t.  755.     Engl.  bot.   t.  100. 

In  Sümpfen,  an  Teiclien,  Gräben  und  Flüssen  zwischen  Schilf  und 
Gcsträucii,  meist  auf  sauerhumosem  Roden,  häufig.  Juni  bis  August. — 
September. 

Stengel    • 4'   liorli,    starLrolirig,     bistvcilrn ,    nebst    ilen    gi.isgrünen  Blaltern  ,    nielir    oder 

i>  eiliger    liaarig.       liliitcn    gross,     Ilonigscbii|i|>e    sclir   gestutzt. 


RanuiiGuIus.  RANIJMCXTI.ACEAE.  13 

3.  R.  Flaiiiiniila.  Brennetuler  Mahnenfuss»  Sten- 
gel geknickt- ansteigend  und  >vurzelnd;  untere  IJlätter  eirund- lanzettför- 
mig, oheic  lauzettlörniig  und  entlernt  sägezälinig;  ]>üssclien  unigekehrt- 
eitormig,    sehwacli  beraudct  mit  kurzem,  geradem  Schnabel. 

LiKN.  Sp.  pl.  772.  Chi.  han.  23.  Fl.  d.  Rönigr.  Hannov.  Beschreib. 
Abthl.  III.  T.  19.  Koch  Sjn.  I.  16.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  81.  82.  Rei- 
CHENB.  Ic.  f.  4693.     Fi.  dan.  t.  575.     Engl.  bot.  t.  387. 

b.  pepfaiis.     Her  kriechende»     Zart,  last  ladcnlormig,  bogig -krie- 
chend; Blätter  schmal  lineal. 

R.    reptans     Li.NN.     Sp.     pl.  773     (als     zaitcrstcngeligc     lind    sclinialhluttrige    Form). 

Fl.  dan.   t.  108.     R.  Flammula  v.  gracilis  Chi.  han.  das.     R.  Flammula  ß. 

Koch  das.     Reichenb.  das.  f.  4695.  ß. 
Auf  nassen  Wiesen,  an  Teichen,  Gräben  und  Pfützen,  auf  sandigem 
und  lehmigem  Boden  allgemein  verl»reitet;   die  seltener  vorkommende  Spiel- 
art meist  auf  abtrocknendem  Schlamm.      Mal  bis  August.  —    September, 
Oetober. 

Stengel     y.^ 2'   liocli,     an    I).    sjiannelang,     wenig    »ei-zweigt.       Itlüten    hlein. 

••    IJiätfer     g  etil  eilt    oiler    ier  srlin  i  t  te  n. 

•  1.     K.   illyricl■<^.      Seidenhaariger   Uahnenfxiss. 

Stengel  aufrecht  1 — 3-bliitig,  nebst  den  Blättern  seidenhaarig ->vollig, 
obere  Wurzelbiätter  3-schnittig,  Stengelblätter  liederartig  3 — 5-schnit- 
tig,  Abselinitte  lineal -lanzettförmig,  2 — 3-tlie!lig  oder  ganz;  Kelch  zu- 
rückgeschlagen; ]\üsschen  schief  eiförmig,  breit  bcrantlet  mit  geradem 
Schnabel. 

LiNN.  Sp.  pl.  776.  Chi.  han.  27  (Bemerk.).  Koch  Syn.  I.  17.  Stürm 
Deutschi.  Fl.  II.  46.     Reichenb.  Ic.  4587. 

An  grasigen  Hügeln,  auf  Sand-  oder  Kalkboden  im  süd-östlichen  Theile 
des  Gebiets,  als  l^ord-\^'^estgrenze  der  Verbreitung  in  Deutschland,  sehr 
selten  {Pr.  Stassfurt  am  Enten-  und  Galgenberge,  Zenzer  Windmühle). 
Juni.  —    September. 

Stengel  1'  Iioeli ,  nelist  den  Bliittern  silhcrweiss  -  glänzend.  Die  ersten  untersten  Wnr- 
zelhlätter    ganz    lineal- lauzetlfornilg.       IJlüten    gross.       Fruel.tliöpfelien    liinglicli. 

5.  R.  aiiriconiiis.  Goldgelber  Mahnen fuss,  Wur- 
zelblätter rundlich -nierenförmig  ganz'und  gekerbt,  oder  handförmig  3 — 5- 
theilig  mit  seichter  oder  tiefer  eingeschnittenen,  breitern  oder  schmälern 
Zipfeln,  Stengelblätter  fingerförmig -getheilt  mit  gespreizten  linealen  Zi- 
pfeln; IVüsschen  rundlich  eiförmig,  sammethaarig,  schmal  berandet  mit 
hakigem  Schnabel. 

LiNN.  Sp.  pl.  775.  Chi.  han.  26.  Koch  Syn.  I.  17.  Sturm  Deutschi. 
FI.  II.  59.     Reichenb.  Ic.  f.  4599.     Fl.  dan.  t.  665.     Engl    bot.  t.  624. 

Auf  \^lesen,  in  Grasgärten,  Hainen  und  an  Hecken,  auf  humosem 
Boden,   häufig  und  meist  lieerdenAveise.     April,  Mai.  —    Juni. 

Stengel    10 1-"    liocli ,     roLrig,     diek,     fein    gerieft.        Blüten     klein    oder    miltclgross, 

Keleli  flanmhaarig,  gelli ,  Krone  goldgelb,  an  den  friiliesten  Blüten  oft  nmollständig  oder 
fehlend.       Schuppe    der    Honiggriihe    kanin    merklich    »ortretend.       Frnchthoden    kahl. 

6.    R.  acri».  Scharfer  Mahnen ftiss,    Blätter  bandförmig 

3 — 5-theilig  mit  tief  2 — 3 -spaltigen  eingesclinilten  gesägten  spitzen  Zi- 
pfeln, oberste  Stengelblätter  3-thellig  mit  linealen  Zipfeln;  Blütenstiele 
ungefurcht;  Fruehtboden  glatt;  IVüsschen  umgekehrteiförmig,  zusammen- 
gedrückt und  berandet  mit  kurzem,   geliogenem  Schnabel. 

LiNX.  Sp.  pl.  779.  Chi.  han.  25.  Koch  Syn.  I.  18.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  46.     Reichenb.  Ic.  f.  4606.     Engl.  bot.  t.  6.52. 

Auf  Wiesen,  Grasplätzen,  Weiden  und  in  Holzungen,  auf  nicht  ganz 
hnmusarmeni  Boden,  häufig  und  meist  hccrdenweisc.  Mai,  Juni. —  Juli, 
August, 


14  RASITMCIXACEAE.  Ranunculu«. 

Slonj^.l  1  — l'/j'  liO<l.,  «<l.«.i.l.  «..li<.g<-i..l-l.«arig.  'W.ir.clI.lUltcr  in  .Irr  Mille  oH 
scl.«arzl.ra.in  geneckt.  «lüh-n  millolgross ,  S,l,..|>|.e  .l.r  Uonig.lrii.se  l.reit  iin.l  li.ir«.  'Narürl 
auf  iiln.li.l.e  >Veise  ,vie  A.  7.,  wenn  an.l.  n.in.ler  »..nall.n.l ,  n.it  l.r.ileru  lieillormigen  Hlall- 
/liifeln    (KEICIIENB.    «las.    f.  4()0(i.    ziveilc    Al.l.il.l.). 

«.     R.  polyaMtliemos.      Vielblütiger  Mahnenfus«. 

IJliitl.i-  haiul  förmig  8  — 5- tli.ilig  inil  li<  f  2  — :}- s|.:iltig(ii  riiigcschiiitt.ii- 
gi-siigtcn  liciHöimig-liiic:il.-ii  ZiplVIii,  oh.ist.'  Slfiig.-ll.laacr  .'Mlieilig  mit 
sciiinal-liix'akii  ZiplVlii;  iriit.nsliclc  gcCiinlit ;  Fiuolill.o.l.n  l.oi-stcnhaa- 
li"-;  Nüssclicn  iiingcl.iliilciiiiiKl ,  ZHsamiiR'iigcdiiiclit  iiiul  Ix'raiulft  mit 
lialirnroiinigcin   Scliiial»-!. 

LnN.  Sp.  i>l.  779.    Chi.  lian.  24.     Kocu  Svii.  I.  lü.      Stihm  Deut.scl.l. 
Fl.   II.  82.     lU.iciiEMi.   Ic.   1".  mM.     Fl.  «lau.   t.  17()0. 
b.  iieiiiorosus.     Der  breithlättiige.     IJIattzi|)f(l  ao|»ptlt  uiul  ilni- 
facli  l.r.-itci-,    umgckfliiti-iniiul-li.iHormig,    >v<-nigi-i-  lief   oft    nur  stiilit 
cingc.scliiiiUfii -gesägt. 

II.  pohandicmos  v.  latilolms.    Clil.  hau.  das.     11.  iii-mnrosiis   ÜE  1>and. 
Prodi,  i.  .S7.     Koch  a.  a.  O.     Sturm  das.  II.  46.     IIeicheab.  PI.  crit.  II. 
f.  2(i2.   (II.  IJr.'Miinus),    Ic.    r.  4(i()8.   (II.  aureus). 
In    llaiiiiii,    V.irliöl/.eru   uud  >Vald\vieseii,    auf    InimusliaUigein  IJodeii, 
zlemüeli   liäiilig.      Hai,  Juni.—    Juli,   August. 

Stengel    1  —  1'/.,'   l-o.l.,     anlirgen.l    o.ler    al.slel, 1    l.aarig.        Fniel.ls.I.n.-.l.el     k.irzer    ...ler 

langer  nn.l  .lann  slarhcr  l.akig  gekrümmt.  -^  Alle  zw  iselien  dieser  nn<l  A.  ().  I.icr  un.l  ila 
angegebenen  l  nterscliieile ,  die  der  Blülensllelc  nnd  des  FrueliUiodens  ausgenommen,  sind 
nnbeslandig. 

8.    K.  laniisiiio^ii$>i.    Jf  olliger  Mahnenfuss.    iJlaiier 

haudförmig  3  — -j- tlieilig  mit  lireit  umgelieiirleiruii.leu,  2 — :J- spaltigen,  eiii- 
geselmitlen- gesägten  Zipf.ln,  oberste  Ste.igell.lätter  :3-Clieilig  mit  läng- 
lich-lan/.elllormigen  Zipfeln;  IJlüteustiele  ungcfurchl ;  aussehen  uinge- 
luhrteirund,  zusammengedriicht  und  schmal  hcrandet  mit  langem,  ringför- 
mig" gehriimmlem  Schnaltel. 

lTnn.  Sp.  1)1.  779.  Chi.  han.  24.  Rocii  Syu.  I.  19.  Stihm  üeutschl. 
Fl.  II.  4(5.     IlEiciiENB.  le.  f.  4609.     Fl.  daii.  l.  397. 

In  Hainen  uud  Yoihölzeru  der  Berg-  und  llügelgegenden,  auf  feueh- 
lem  etnas  humushalligem  «öden,  hier  und  da.  Juni  liis  August.  — 
Seplemher. 

Siengel  1 '/ ,  — -'J'  1."<1> ,  l.ohl .  nel.st  den  Iri.l.gri.nen  olt  Kl.erneeklgen  Blaltern,  gell,- 
liel.-weield.aarig.       IJluten    dnnkel  -    fast    orangegell.. 

9.  R.  repeiis.  Kriechender  Mahnenfuss.  Stengel  an- 
steigend und  liiiechende  Ausläufer  Ireihend,  >Vurzell.lä«ler  3-sc4iiiiüig 
oder  doppelt  3-schnittig  mit  3-spal(igeu  eingeschnitten -gesägten  Al.schnit- 
teu;  r.lütensliele  gefurcht,  Kelch  al.stehend;  aussehen  rundlich -umge- 
liehrteiförmig  zusaminengedrüclit  und  lieraudet,  mit  schwach  gekrüinnitein 
Schnal.el.  ^ 

LiNN.  Sp.  pl.  779.  CJil.  hau.  2-j.  Koch  Svn.  I.  19.  Stirm  Dentschl. 
Fl.  11.46.     Reichknr.  le.  f.  4610.     Fl.  dan.  t.' 79.J.     Fngl.  hot.  t.  516. 

Auf  AViesen,  Äclicrn  und  in  Hainen,  auf  nass  -  sandigem  und  sandig- 
humosem  IJoden ,    häufig.     Mai  his  Juli.  —    Juli,  .Vngust. 

.Stengel  1  —  1'/,,'  l'ocli,  kahl,  seltener  l.el.aart ,  Blatter  l.ald  einlaeli.r  l.ald  mel.r  /.er- 
sclinilten.  mit  mel.r  oder  weniger  zerscLlilzlen  Abschnitten,  dnnkelgrün.  Blüten  miltelgross, 
Kroni-n    goldgell.. 

lO.    R.  Imlljosus.     Xu'iehelTcöpßger  Mahnenfuss. 

Stengel  aufrecht  mit  z^^  iel.elformiger  llasis,  >>  urzelhlälter  3-theilig  oder 
3-schiiittig  mit  .3- tli<iligen  .•ingeschnilteii-gesäglen  Alischnilten  ;  lllüten- 
sti«:le  gefurcht,  Kelch  zurücl.geschlagen,  r>iisschen  rundlich,  zusammen- 
gedrückt und  hcrandet  mit  l.nrzem,   fast  gera.lem  Schnal.el. 

LiN\.  Sp.  1.1.779.    Chi.  han.  26.     Koch  Sju.   1.  19.     Schk.  Ilandh.  11. 


Raiiiiiiculus.  RANIJNCIJI.A€EAE.  15 

T.152.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  46.  Reichenb.  Ic.  f.  4610.  Fl.  dan.  t.  557. 
Engl.  bot.  t.  515. 

Auf  Weiden  und  Ackern,  auf  sandigem  oder  sandig  lehmigem  Boden, 
häufig,  meist  heerdenweise.     Mai  bis  Juli.  —    September. 

Slengel  8 — 10"  Loch,  nebst  den  liellgriinen  Blättern  haarig,  selten  lialil.  Blüten  iiliet 
miltelgross. 

11.     R.  Pliilouotis.     Kurzhaariger  Bahnenfugs, 

Wurzelblätter  8- theilig  oder  3- schnittig  mit  tief  3  spaltigcn  eingeschnit- 
ten-gesägten  Abschnitten;  Blütenstiele  gefurcht,  Kelch  zurüchgeschlagcn ; 
Nüsschen  rundlich  zusammengedrückt,  gegen  den  Rand  zu  kleinhöckerig 
mit  gekrümmtem  Schnabel. 

EiiRH.  Beitr.  II.  145.  Chi.  hau.  25.  KocH  Syn.  I.  19.  R.  sardous 
Crantz  Stirp.  austr.  II.  84.  R.  hirsutus  Ait.  Hort.  kcAv.  II.  268.  Stit.m 
Deutschi.  Fl.  H.82.  Reichenb.  Ic.  f.  4617  (R.  hirsutus).  Fl.  dan.  t.  1453. 
Engl.  bot.  t.  1504.  (desgl.). 

Auf  feuchten  Ackern,  an  Gräben  und  Sumpfrändern,  auf  thon-  oder 
mergelhaltigem  Boden,  weniger  häufig  als  A.  10.,  aber  meistens  heerden- 
^veise.     Juni  bis  August.  —    August,   September. 

Stengel  Yi  —  l'A'  •lo«''''  nebst  den  blass  gelblicbgriincn  Blaltern  sfeifhaarig,  seilen 
ganz,  lialil.  Blüten  klein,  Kronen  blass  dottergelb,  Frucbtbodcn  borstenbaarig.  Variirt  man- 
nicbfacb  binsicbllicb  der  >  iellbeiligkeit  der  Blallcr  nnd  der  Breite  der  Blaltabscbuille  und 
Zipfel. 

1!3.    R.  sceleratiis.     Giftiger  Bahnenfus«»     Stengel 

straff- aufreciit,  Blätter  bandförmig  3 — 5-theilig  mit  keilförmigen  einge- 
schnitten-gekerbten  Zipfeln,  obere  Stengclblätter  3- spaltig  mit  länglich- 
linealen  Zipfeln;  Kelch  zurückgeschlagen,  Fruchtköpfchen  ellipsoidisch 
mit  umgekeiirteiförmigen,  fast  unberandeten  und  tingeschnäbelten  Nüsschen. 

LiNN.  Sp.  pl.776.  Chi.  han.  27.  Fl.  d.  Köiiigr.  Ilannov.  Beschreib. 
Abth.III.  T.20.  Koch  Syn.  1.20.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  82.  Reichend. 
Ic.  f.  4598.     Fl.  dan.  t.571.     Engl.  bot.  t.681. 

In  Gräben,  Sümpfen  und  Pfützen,  auch  an  Flussufern,  auf  Lehm- 
und  Sandboden,  häufig.     Juni  bis  August.  —    Juli  bis  September. 

Stengel  1 — 2'  hoch,  kabl  oder  «enighaarig,  nebst  den  dicklichen  Blättern  saftig  nnd 
feifglänzend.  Bluten  sehr  klein,  Kronblälter  wenig  länger  als  der  Reich,  citronengelb.  — 
Durch  die  in  der  Mitle  fein  (pierrnnzeligen  Früchte  nähert  sich  diese  Art  der  folgenden 
Gattung. 

13.    R.  arveiisis.    A-cTeer-Mahnenfu««»    Wurzelblätter 

umgekehrteirund,  ganz  auch  3-theilig  oder  3-spaitig,  Stengelblätter  3- 
schnittig  mit  gestielten  3-  oder  mehrtheiligen  Abschnitten  und  eingeschnit- 
tenen oder  ganzen  lincal- keil  förmigen  Zipfeln;  Nüssehen  umgekehrteiför- 
mig, flachgedrückt,  langschnabelig,  beiderseits  igelstachelig  oder  stark- 
höckerig. 

LiNN.  Sp.  pl.730.  Chi.  han.  27.  Koch  Syn.  I.  20.  Scuk.  Handb.  II. 
T.  152.  Sturm  Deutschl.  Fl.  II.  82.  Reichenb.  Ic.  f.  1614.  Fl.  dan.  t.  219. 
Engl.  bot.   t.  135. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  thonhaltigem  feuchtem  Roden,  häufig 
eingebürgert  und  meist  heerdenweise  wachsend.  Mai  bis  Juli.  —  Juli, 
August. 

Stengel  1  —  l'/2'''<'c''-  Blülen  klein.  Kelch  behaart,  Krone  Mass  citronengelb.  Frucht- 
kopfchen   aus    5  —  7    grossen   ISüsschen    zusammengesetzt. 

GEWKRJBJLICMES» 

^harmaceutisch- JULedicinisches,    yirt.2.  3.6.9.  ehedem 

officinell,  jetzt  tiur  itoch  A.  10  (Bulhi  et  Herb.  Ranunculi  bulbosi).  Vor- 
walt.  Bes  tandtk.  dicsej-  und  der  mehrsten  Arten:  ein  sehr  flüchtiger 
scharfer  Stoff,   am  reichlichsten  in  den  unreifen  Samen  enthalten,  der  in- 


16  RANlJNCUIiACEA£.  Batraclilum. 

ncrlich  hef'tii/c  f^ntzundiinff  der  f'erdduuiitixwcrhzciiffe  und  ditrrh  den  Oe- 
nnss  der  ^irl.  2.  3.  6.  12.  den  Tod  zvr  Foli/c  Itabeu  harnt,  durch  Aus- 
trocknen und  liochen  aber  entfernt  wird.  (Gctfenmiltel  bei  eintjetrctenen 
f'crf/if'tun(/en:  Öl,  luuwurmes  fJ'usser,  Sauerampfer,  O.xalis  Äceio.tella, 
rlohannisbceren).  Anwcndunij  der  litütter  üusserlich  als  bla.senzielicn- 
dcx  Mittel,  innerlich  das  destillirte  fVasser  von  A.2.  im  Landhaushalt 
als  Brechmittel,  von  den  Art.  6.  10.  IS.  statt  des  Cantharidcnpulvers , 
unter   fermeidunt/  des  Jteizcs  auf  die   L'rinwerkzeutfe. 

Vechnisches,  Art.  S.  3.  6. 10.  vor  den  übrif/en  zur  Gewinnunij 
eines  Camphers  tjeeii/ncl  (BraconkOt  Ann.  tle  Cliim.  et  de  pliys.  \I.  133). 
A.  5.  zur  llcrstelluuii  einer  ijelben  Farbe  anwendbar. 

ÖJCononiisches,  A'.  5.  T.  8.  9.  sor/ar  die  sehr  fjiftit/c  A.  12. 
ohne  JS'achtheil  als  Gemüse  nutzbar,  nachdem  die  Schärfe  durch  Abho- 
chunij  entfernt  ist  (ScHK.  Ilnndh.  II.  112.).  f'orziinlich  tjntes  f'ichfutter 
auf  'Weiden  liefern  die  Art.  5.  7.  9.;  die  Art.  2.  3.  10.  12.  daycijen  weidet 
das  f'ieh  nicht  ab.  Die  früh  blühenden  Arten  nutzen  der  Bienenzucht. 
Zu  Zierpflanzen  empfehlen  sich  besonders  die  Art.  1.  4.  6. 10.,  welche  ge- 
füllte  f'arictätcn  bilden. 

lO.     BATRACHIIJITI.     JFBO&  CUKUJtUV. 

E.  Meyer  Pmiss.  ril;.ii2cng..it.  U;J8. 

Ilclchblätter  5.  Kroiiblälter  o,  aii  der  Basis  mit  einer  IIo- 
niggriilie  ohne  Schuppe.  INüsschcn  qucrrunzelig  gestreift. 
Geschl.  Syst.  XIII.  7. 

Melirjährige,  l.rautaitige  Wasserpflanzen  mit  v<'rlängertcni  Stengel, 
dessen  Schosse  gegen  die  Mülentragende  Spitze  .in  Diclie  zunelimcn,  und 
glatten  Blättern,  von  denen  die  untergetauchten  nur  das  Rippengerüst  der 
Blattschcide  darstellen.  Blüten  an  den  Spitzen  verzweigler  Stengel,  in 
den  Blattachseln  und  hlattgegenständig.  Fruelitstiele  hei  eintretender  Reife 
hogig  ahwärls  steigend,  Früchte  in  Köpfchen,  fast  unhcrandet,  slunipf 
oder  mit  einem  vortietenden   Spitzchen  verschen.      Säfte  unschädlich. 

1>   B.  liederaceiini.  JEpheubliittriges  FroschJcraut* 

Blätter  gleichartig,  herzförmig- hreisrund,  stiim])f  3  —  5- lappig  mit  gan- 
zen Lappen;  IXusschen  rundlich-niercnförmig  mit  hauni  vortretenden  Spitz- 
clien,  unbehaart. 

Ranuneulus  hcderaceus  Linn.  Sp.  pl.781.  Clil.  han.  21.  liocu  Syn. 
I.  12.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.67.  Reichenb.  Ic.  f.  4573.  Fl.  dan.  t.321. 
Engl.  hot.  t.2003.     Coss.  et  Germ.  Illustr.  fl.  Par.  1. 1.  f.  1.2. 

An  Quellen  und  in  seichten  Bächen,  auch  an  Teichen,  auf  Sumpfhoden, 
ziemlich  häufig,  im  östlichen  Theile  des  Gebiets  die  Oslgreiize  der  Ge- 
samnitverbreitung  erreichend  (östlichstes   Vorhonimen  31k.  Rostoch)- 

Stengel    liriccliond,    .lick,    liiLiig,    saftig  uiiil  zerlireclilicli.  Ulattcr  8 — 10"   Itreit,    diel;- 

iicL,    glüiizciiil,    licllgiün.       Kruuliliiticr,    wie    an    den    übrigen  Arten,     «eiss    mit    gellicn    INii- 

gcln.  Frnelitlioden  unheliaart.  —  Es  kommen  nicLl  selten  Friiclitlio|if('Iien  >or,  an  deren 
I>üsselien    die    S|iil/.en    sicli    giJnzlieli    verloren    lialien. 

Ä.     B.   aqiiatile»     Gemeines  FroschJcraut»     l  nterge- 

tauchtc  Blätter  3-gabelig-vieltheilig  mit  allseitwendig- abstehenden  faden- 
förmigen Zipfeln,  schwimmende  herzförmig-  oder  gcstutzt-lireisrund, 
3 — 5-spaltig  mit  herbig -eingeschnittenen  seltener  ganzen  Lappen;  ]>iüss- 
chcn  rundlich-niercnförmig  mit  kurzem  Spitzchen,  steifhaarig,  späterhin 
oft  h.thl. 

WiMMER  Fl.  v.  Schlesien  8,  Ranuneulus  aquatilis  Linn.  Sp.  pl.781.  Chi. 
bau.  21.  Koch  Syn.  I.  12  («  —  7).  Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.G7.  Schk. 
Ilandb.  IL  T.  152  (R.  hetcrophyllus).  Reichenb.  Ic.  f.  4576.  ß.  Coss.  et 
Germ.   Illustr.  fl.  Par.  t.  2.  f.  3. 

b.  ternatuin.     Das  dreisählige.     Obere  schwimmende  Blätter  meist 


Batraohiuin.  RAMUNCUIiACEAE.  17 

3-tbcilig,  folgoiwl«!  3-scbiiittig  mit  gestielten,  uingekehrteirund-clrei- 
ecliigen,  in  längliche  oder  lineale  Zipfel  gespaltenen  Lappen,  unterge- 
tauchte Blätter  der  Hauptart. 

Ilanuneuhis  aquatilis  a.  laciniatus  Chi.  han.  das.  II.  aqiiatilis  d-  tri- 
partitus  Roch  Sjn.  ed.  1.  11.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.67.  R.  Petiveri /S. 
major.  Roch  Syn.  cd.  2.  I.  13  (grössere  Form);  «.minor.  Das  De  Can- 
DOLE'sche  Svn.  ausgeschlossen.     Sturm  das.  H.  82.  T.  7.     Coss.  et  Germ. 

das.    t.  1.    f. '5.6.       R.  tripartitus  3|0LTE    TVor.   fl.  hols.  öl    (kleinere  Form),     R. 

Baudotii  Döll  Rhein.  Fl.  ö.'M). 

c.  capillaceum.  Jtas  haarblätfrige.  Alle  Rlätter  die  unterge- 
tauchten der  Hauptart. 

Ranunculus  aquatilis  li.  capillaceus  Chi.  han.  das.  R.  capillaceus 
Thuill.  fl.  Par.  278.  Coss.  et  Germ.  das.  t.  2.  f.  4.  R.  aquatilis  y.  Linn. 
das.     ScHK.  das.  (R.  a(|uatilis).     Reichexb.  das.  f.  4-570.  a. 

d.  suconlentum.  Oas  landständige.  Stengel  al»gel:iirzt,  Blätter 
gedrängt,  alle  3-gahclig-vielthcilig  mit  schmal  linealen  dicklichen  Zi- 
pfeln,   oder  die   obersten  3 — 5 -lappig. 

Ranunculus  aquatilis  d.  succulentus  Rocu  Syn.  I.  13.     R.  caespitosus 
Thuill.  das.  279.    Coss.  et  Germ.  das.  t.  2.  f.  5.    Reiche\b.  das.  f.  4576.  y. 
R.  minntus  Döll  das. 
In  Teichen,    stehenden  Gewässern,    Gräl)en  und  langsam,    seltener  in 
schnell  fliessenden  Bächen,    häufig  und  stets  heerdenweise;    d.  auf  über- 
schwemmt gewesenen  Stellen,  hier  und  da.     .Hai,  Juni.  — •   Juli,  August. 

Scliwimmencte  Blatter  lederartig,  glänzend,  hellgrün,  fadenförmige  Zipfel  der  uuterge- 
taiicliten ,  gestielten  Blätter  unter  -lö"  >on  einander  gesperrt,  schlaff,  aus  dem  AVasser  ge- 
zogen pinselartig  zusammenfallend ,  an  c.  in  schnell  üiessendem  'Wasser  aus  dem  rundlichen 
Umfange  in  den  rundlich- länglichen,  his  zu  2"  Länge,  ühergehend.  Blüten  von  9'"  his 
zn  3"'  im  Durchmesser  variirend,  an  der  Hanptart  bisweilen  6  — 9-l>lättrig.  Aussehen  auf 
horstenhaarigem    Fruchthoden,     anfänglich    stets    mehr    oder    weniger    dicht    mit    steifen    Härchen 

besetzt,     späterhin    mit    Ausnahme     der     Spitze     oder    ganz     kahl    werdend.    Der    flcissige 

Sammler  kann  leicht  Exemplare  der  Hauptart  finden,  welche  anf  demselben  Stengel  Blätler 
des    R.    Petiveri   tragen. 

3.  B.  circlnatiiin.    Kreishlüttrige«  froschTeraut. 

Alle  Blätter  untergetaucht,  3-gabelig-vieUheilig  mit  kurzen,  in  eine  Rrcis- 
fläche  gerichteten,  borstenförinigeii  Zipfeln;  Nüsscben  rundlich -eiförmig 
mit  kurzem  Spitzchen,    steifhaarig  oder  kahl. 

Ranunculus  circinatus  Sibth.  Fl.  oxon.  Reichekb.  Ic.  f.  4675.  Coss. 
et  Germ.  lUustr.  fl.  Par.  t.  1.  f.  9.  R.  aquatilis  ß.  Linn.  Sp.  pl.  718.  R. 
divaricatus  Schrank  Baier.  Fl.  II.  104.  Chi.  han.  22.  Roch  Syn.  I.  13. 
Stürm  Deutschi.  Fl.  H.  67.     R.  rigidus  Pers.  Usteri  Annal.  VIII.  39. 

In  Landseen,  Teichen  und  tiefer  stehenden  Gewässern,  hier  und  da. 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Blätter  fast  sitzend,  von  .5 — 8'"  im  Durchmesser,  Zipfel  unter  l.i"  von  einander  tre- 
tend, steif,  etwas  spröde  und  daher  beim  Hervorziehen  aus  dem  AVasser  nicht  zusammen- 
fallend, häufig  mit  aligeschiedenem  KalktufF  überzogen.  Blütenknospen  flachgedrückt  -  kugelig, 
Blüten  r, — .6'"  im  Durchmesser.  Fruchtstiele  der  obcrn  Blattachseln  oft  so  dick  oder  dicker 
als    der    Stengel,     Fruchlboden    flachkugelig,     horstenhaarig.       IVüsscben    kleiner    als    an    A.   '2. 

4.  B.  fliiitaiis.  MTluthenaes  Froschleraut.  Alle  Blät- 
ter untergetaucht  2 — '3  -  gabelig -vieltheilig  mit  sehr  langen  parallel -ge- 
streckten borstenförmigen  Zipfeln;  Staubfäden  kürzer  als  das  Fruchtkno- 
tenköpfehen;  IVüsscben  kahl. 

Wimmer  Fl.  v.  Schlesien  9.  Ranunculus  fluitans  Lam.  Fl.  frane.  III. 
184.  Chi.  hau.  22.  Roch  Syn.  I.  13.  Stlrm  Deutsehl.  Fl.  H.  67.'  Rei- 
CHENB.Ic.  f.  4577.  Fl.  dan.  t.  376.  Coss.  et  Germ.  Illustr.  Fl.  Par.  t.2.  f.  1. 
R.  fluviatilis  d.  LiNN.  Sp.  pl.  782.  R.  fluviatilis  "V^igg.  Prim.  fl.  hols.  42. 
R.  peucedanifolius  All.  Fl.  pedem.  IL  53. 


13  RANIlNCVIiACEAE.  FIcaria. 

In  fliesscndcn  Gewässorn,  sowohl  Biiclicn  als  grössern  Flüssen,  wo- 
gende  Schwaden  bildend,    liänfig;.     Juni  bis  August.  — ? 

Stengel    rimaiieh,     oft    l.is    iii    10—15'    lang.       Hlätter   3,    4  —  5"   Jang.       Blütenknospen 

eiförmig -Itiigelig,    stiuupf   5  -  eckig  ,    Blüten    10 12'"    iin  nurclimesser  ,    ausgezeiclinet   «liircli 

die    kurzen   Träger    <ler    Staiihbeutel ,    deren  Kranz    an    den    Art.  1 '-i.    üher  das  Friiclitknotcn- 

köpfolien    liervorragl,     Friirlitl.oden     glatt.        Beife    Früclite    wurden    norli    nielit   heohachtet.  

Die    Form    mit    obcrn    sebwiinmenden    ."} 5-tlieiligen  Bkittern ,    deren   Lappen    keilförmig   und 

tief  eingescluiittcn    sind,     ist    im    Gebiete    nooli    niebt    anfgefiindcn. 

ÖTeonomiSCheS'  ^irt.  2  —  4.  (/etrocf<net  ein  voriüfjUches  Viehfut- 
ter, und  im  fVasser  den  Fischen,  besonders  zur  Leichzeit,  ein  anyeneh- 
mer  Aufenthalt. 

lt.    FICARIA.     WJßEGW^JLWEMNKnA.WTV. 

Dillen    >o>.   gen.    108. 

Kck'h])lätter  3.  Kronblätter  8—10,  an  der  Basis  mit  einer  Ho- 
uiffffrube  ohne  Schuppe.  IViisscheu  ebenflächiff,  stumpf  und 
genabelt.      Geschl.  Syst.    XIII.  7.  ,    ,  ^-       .         •. 

Mehrjährige,  den  feuchten  Grund  Jiewohnende,  unhehaarte  Krauter  mit 
heulenlormig  verdickten  Wurzelfasern.  Itlätter  ganz  Blüten  end-  oder 
achsenständig. 

1.  F.  raiiuitculoide.s.   Genteine»  WeigwarsenJeraut. 

Stengel  1-hlütig;  Blätter  herzförmig -eirimd,  eckig -geschweift,  die  ober- 
sten 5 — 7 -eckig. 

Roth  Fl.  germ.  I.  241.  Chi.  han.  27.  Reichenb.  Ic.  f.  4572.  Ranun- 
cnlus  Fiearia  LiisN.  Sp.  pl.  774.  Koch  Syn.  I.  17.  Sturm  Deutscht.  Fl. 
H.H.     Fl.  dan.  t.  499.     Engl.  bot.  t.  584.     Havive  Arzneigew.  Y.  T.  27. 

Auf  \^"iesen,  an  Gräben,  Hecken  und  in  Hainen,  auf  feuchtem  etwas 
humosem  Boden,  sehr  häufig.     März  bis  Mai.  —    Juni. 

Stengel  am  untern  Tbeil  liegend,  auch  woLl  wurzelnd,  fettglänzcnd  und  saftig.  Kelch- 
blätter   bisweilen   5,    Kronblätter    bisweilen    l'i 14,    spiegelnd    dottergelb,    ins    'Weissllchc 

.erbleichend.       Bisweilen    Brulknollen    in    den    Blaltachscln. 

GMnrEn»i.iciiB:s, 

PharmaceUtiSCh-JIIediciniSChes.  Das  Kraut,  ehedem  auch 
die  fVurzel,  officinell  (Herb,  et  Rad.  Ficariac  s.  Chelidonii  minoris). 
Vorwalt.  Res  tandth.  Pflanzensäuren,  und  pflanzensaure  Salze  mit 
wenig  scharfem  Princin.  yinw  endun  ff  des  frischen  hcrhsalzitjen  Krauls 
als  Frülilinrfscur  tjei/en  Scorbtit  u.s.w.,  der  fVurzeln  als  Hausmittel 
fjegrji   Fciffwarzen  ,    Serophcln  ti.  s.  w. 

ÖJCononiisches»  Das  junge  Kraut  als  Salat ,  die  Blutenknospen 
als  Kapern  und  die  fVurzel,  nachdem  ihr  durch  Abkochen  die  Schärfe 
genommen ,  als  Gemüse  cssbar.  Als  früh  blühende  Pflanze  für  die  Bie- 
nenzucht von  fVcrth. 

4.  Gruppe.    HELLEBOREAi:.    ]V IJEIS  U^VRZGEIVÄCIISJE, 

Kelch  und  Krone  in  der  Knospe  geschindelt.  Kroni)lätter  nicht  vor- 
handen, oder  in  Nectarien  iinigebildet.  Mehrsamige  balgartige  Kapseln, 
innen  durch  Randthcilung  aufspringend.     Blätter  wechselstänclig. 

1«.     CAIiTHA.     nWTOPTEnBJDUMX!. 

I.INN.    Gen.     n.  703. 

Kelch  kronarliff,  o-blättriff.  Keine  Krone.  Kapseln  o  — 10. 
Geschl.  Syst.  Xnif  7.  ^  ^ 

Mehrjährige,  unbehaarte  Kräuter.     Blätter  ganz,  mit  herz  -  (oder  pfeil-) 


Trollius.  RAMVNClJIiACEAE.  19 

förmiger  Basis  uiul  am  Grunde  sclieidenförmigen  Blattstielen.  Blüten  end- 
ständig,    einzeln    oder  doldentraubig. 

1.    V»  palustris.    Gemeine  Butterblume'    Stengel  an 

steigend,    Blätter  herzförmig- kreisrund,    scielit  gekerbt. 

LiMV  Sp.  pl.  784.  Chi.  han.  28.  Roch  Syn.  I.  20.  Schk.  Ilandb.  II. 
154.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  8.  Beichekb.  Ic.  f.  4712.  Fl.  dan.  t.  668. 
Engl.  bot.  t.  506. 

Anf  'V^'^iesen,  an  Gewässern,  aueli  in  Hainen,  auf  nassem  oder  sumpfi- 
gem Boden,   häufig  und  stets  heerdenweise.     April,  Mai.  —   Juni,  .luli. 

Stengel  diek,  rührig.  AViirzelhlattcr  lang,  olierc  Stengelblätter  kurz  gestielt.  «Uitcn 
eross,    golJgelb,     anssen    grünllcli.       Samen    mit    grosser,     rother    Keiniwarzc. 

Pharmaceutisch'UEeilicinisches»    Ehedem  of'ficinell.   Der 

Saft  innerlich  alx  scharfes  Gift  wirkend  (Geiger  -Mag.  f.  Pharm.  XIV.  184.). 

OPechniSCheS'     Die  Bluten  eine  (jelbc  Farbe  liefernd. 

ÖTC anomisches»  Die  Blütenknospen,  nachdem  durch  Essif/  die 
Schärfe  aux(jezo(jen ,  als  Kapern  tjeniesshar.  Die  getrocknete  Pflanze  ein 
fjutes   fiehfxttter. 

13.    TROIililUS.     VnOIiliBMjWTJlim, 

LiNTf.    Gen.    n.  700. 

Kelch  kronaiHg,  5— löblätlrig,  abfällig.  Kioublätler  5  — 
20,zune:enförmig:  mit  einer  iiiibedeekteii  Honiffgiube  an  der  liasis. 
Viele    sitzende  ^Kapseln.    Gcschl.  Syst.  XIir*7. 

Mehrjährige,  unbehaarte  Kräuter  vom  Ansehen  der  llahnenfussarten. 
Blätter  iiandförmig-vielspaltig.     Blüten  endständig,    einzeln. 

t.    T.  europaeu.«».    Gemeine  Trollblume.   Kelchblätter 

kugelig  zusammenneigend;  Blätter  5 — 7-theilig  mit  rautenförmigen,  3- 
spaltigen,    tief  geschlitzt -gesägten  Zipfeln. 

LiNX.  Sp.  pl.  782.  Chi.  han.  28.  Koch  Syn.  I.  21.  Schk.  Ilandb.  II. 
T.  153.  Stürm  Deiitschl.  Fl.  H.  5.  Beichenb'.  Ic.  f.  4713.  Fl.  dan.  t.  28. 
Engl.  bot.  t.  28.     Hayne  Arzneigew.  I.  T.  12. 

Auf  Gebirgs-  tmd  Bergwiesen,  auf  feuchtem  oder  sumpfigem  Boden, 
im  südlichen  Theile  des  Gebiets  häufig,  bis  Hannover  (Missburg,  Änder- 
ten, Kirchrode)  in  die  Ebene  hinabsteigend.     Mai,  Juni. —  Juli,  August. 

Stengel  1  —  2'  lioeli ,  beblättert.  Reichblätter  hellcitronengelb,  aussen  grünlich.  Kron- 
blätter fast  dreifach  kürzer,  sehr  schmal,  die  Honiggrubc  am  Puncte  des  Überganges  in 
einen  doppelt  schmälern  Piagcl  tragend,  dottergelb.  Kapseln  cjlindrisch,  in  den  langen 
auswärts   gebogenen    Grifl'el    ausgehend. 

GEWMR»I.ICIimS. 

Pharmaceutisch •  ^edicinisches»    Die  Blüten  ehedem  of- 

ficinell.     Die  fViirzel  (Abbild.  Klnze  Waarenkunde  T.  37.)  wird  in  den 
Officinen  mit  der  von  Ilellehortis  niijer  (das.   T.  31.   f.  1.)  verwechselt. 
ÖJeonOmiSChes.      Zierpflanze  und  ein  yiites    f'iehfutter. 

14.    ERA^THI««.     WEJVVmnJjIl^G. 

SalISB.    LinN.    transact.    MII.    303. 

Aussenkelch  3-theilig-vielspaltig.  Kelch  kronartig,  5—8- 
blättrig,  abfällig.  Kronblätter  6,  tutenförmig,  ungleich  <:- lip- 
pig mit  gekerbten  Lippen.    Langgcstielte  Kapseln.    Geschl.Syst. 

Mehrjährige,  unbehaarte  Frülilingskränter  mit  langgestielten,  fast  schild- 
förmigen. Wurzelblättern  und  1 -blutigen  Schäften.  Blüten  ohne  Zwi- 
schcnschoss  auf  dem  viclspaltigen  Ausseiikelche  sitzend. 


20  RANIJNCIJIiA€EAE.  Helleborus. 

•  t.    B.  hyemalis.    i^ternblütiger  Winterling.    Reld, 

blätter  ^lo»4;i;i;  zusainiiK'iincigciKl ,  <laiiii  auf  «lein  Aussciiliclclit-  stralilig 
ausecl.nilel;    Wuizcllilatt  S-Cliiilip:  iiiil  nuliifaili  ti.  rsiialli^cn  Zipfeln. 

Salisb.  Li\n.  Traiisact.  VIU.  MU.  Uoch  Sjii.  I.  21.  UEICHE^B.  Ic. 
\\  fi-.iiii.  f.  4714.  Ilellchoius  hyoiiialis  Link.  Sp.  pl.  783.  Schk.  Handlt. 
li.  T.  154.     Jacq.  Fl.  anslr.  Tit.  t.  2<)2. 

In  Hainen  am  süd  -  westlichen  Saume  des  Gel»iets,  auf  scbattigem  etwas 
feuclitem  Boden,  selten  (/V.  fV.  Havixheck  im  Coesfelder  Kreise),  sein- 
einzeln  verwildert,  in  der  INähe  yon  Ortschaften  {Mk.  Boitzenburg).  Fe- 
bruar, März.  —   Juni. 

Wiiizcl   liiiolllg,    3 V  liolie  cinl.liitige  S.lial'le  liagcii.l.       Kekhl.latler  iimgokciirtciriin.l- 

länglicli,    citroiieiigclb.       KronbliiUcr    vicrfacli    länger. 

GM  irjURnZICHKS. 

]Pharmaceuti«ch.Meflicinisches.    /h>-  sdn-  scharfe  fy»r- 

zel  tiur  noch  in  wenigen  Get/endcn  of'ficinell  (IVatL  llellebori  s.  Aconiti 
byemalis). 

15.     HEIiliEBORim.    JVMXSirirnX, 

LiNN.   Gol..   11.  70-i. 
Kelch  kionartiff,    o-hlättiig,    Mcihend.     Kvonhlättcr  8— 10, 
tuteiiföiuiig,  2-lip|)ig  mit  gekcrhtcu  Lippen.     Sitzende  hapseln. 
Geschl    Syst.  XIII.  7.  ,       ..     .  .         ..,,.„ 

Mehrjährige  Kräuter  mit  enitachem  blattlosem,  oder  astip-m  blatttra- 
gendem Stengel.  Blätter  lederartig,  tief  getheilt.  Blüten  nickend,  ohne 
Aussenkelch. 

1.    H.  viridis.     Grüne  Nieswura.    Stengel  mit  getheilten 

Blättern  am  Grunde  der  Blütenäste,  \^'urzelblälter  fussförmig  mit  lanzett- 
förmigen ungleich  tief- gesägten  Abschnitten. 

LiNN.  Sp.  pl.  784.  Chi.  hau.  29.  Koch  Syn.  I.  21.  Sckk.  Handb.  II. 
T.  154.     Reichenb.  Ic.  f.  4718.     Jacq.  Fl.  austr.  II.  t.  106. 

In  Wäldern,  Hainen  und  Gebüsch,  auf  Kalkgebirge,  im  süd- west- 
lichen und  sudlichen  Theilc  des  Geliiets  (//.«.,  Hn.  und  ßr.),  ziemlich 
häufig,  in  der  Linie  von  Osnabrück,  Koppenbrügge,  Peine,  die  Nord- 
grenze des  Voikominens  in  Deutschland,  in  Br.  die  Ostgrenze  der  Ge- 
sammtverl>reitung  erreichend.     März,  April.  —    Mai,  Juni. 

Blätter  iinterscifs  runzelig- nelzartig.  Bliiten  vor  <len  AViirzellilätterii  sich  entwickelnd, 
l'L"    im    Dureliinesscr.       KeUlililhller   .msgclircitet ,    rundlich  -  oial ,    gelh-grün. 

«.    H.  foetidus.    StinJcende  Nietwur»,    Stengel  l)eblät- 

tert,  untere  Blätter  fussförmig  mit  7 — 9  schmal  linealcn  Abschnitten, 
obere  meist  3- spaltig,   kleiner  als  die  breiten  Blattstielscheiden. 

LiNN.  Sp.  pl.  784.  Koch  Syn.  I.  21.  Keichenb.  Ic.  f.  4715.  Engl, 
bot.   t.  613. 

Im  Gebüsch,  an  Hecken  und  Rainen,  auf  steinigem  Kalkgebirge  im 
südlichen  Theile  des  Gebiets,  als  Nordgrenzc  des  Vorkommens  in  Deutsch- 
land, selten  und  sich  immer  mehr  verlierend  (/*r.  Medebarh,  Schloss  Rei- 
fenstein bei  Heiligenstadt  — ;    Br.  und  Un.   am  Solling  bei  Dassel  — ). 

Stengel  an  der  Basi.s  hlatllos  und  narhig,  ührigens  dicht  hehliittert ,  BläUer  steif,  dun- 
kelgrün, unterhalh  heller,  obere  ans  einigen  linealcn  Zi|ifeln,  auf  grossen  elliptischen  Schei- 
den, bestehend.  Bliiten  kaum  halb  so  gross  als  an  Art  1.,  griiu  mit  schmalem,  dunkel 
pnrpurrothem   Saum. 

GMirjSRBI.ICHJSS» 

Pharmaceutisch. Medicinisches.    Die  fVurzcl  von  A.  1. 

nur  den  enqlischcn  Pharmakopoen  nach  vorschrif'tsmässia  of'ficinell  (Rad. 
Hellebori  viridis;  Kunze  Waarcnk.  T.32.  F.  2.),  dtirch  den  Gebrauch  aber 


NigellA.  RAMUNCIJI^ACEAE.  21 

i'ii  den  mehrsten  ^ijiotheken  Deutschlands,  Fraiikieivhs  und  Italiens,  an- 
statt der  vorffeschrirbcuen  ff^urzel  von  llvltlfhoiHs  nigei-  (liimzE  tlas.  T.8I. 
F.  1.),  einfjeführt ,  wonacli  man  erstere  als  die  ciijentlich  of'ficinelle  x4it 
zu  betrachten  hat  (Geiger  pliariiiac.  Kot.  II.  1440.  Schk.  Ilanclh.  II.  121.). 
Vorwalt.  Bestandth.  der  unter  dem  Namen  von  II.  iiigcr  untersnehten 
fVurzel,  die  Obif/em  nach  wahrscheinlich  i'on  II.  viritlis  entnommen  war: 
bitterer  Extractivstoff'  und  scharfes  ff^eichharz;  nach  Fessevi.LE  und 
CEFUROX  (Journal  de  pliarin.  VII.  1821.  Nov.)  eine  scharfe  fettii/e  Sub- 
stanz mit  einer  fli'ichtiyen  Säure.  Anwenduna  äusserlich  als  blasen- 
ziehendes Mittel,  innerlieh  als  Extractuni  und  Tmctura  gerjen  chronische 
fj^assersuchten,  Manie  u.  s.w.  In  stärkern  Gaben  aber  hat  sie,  eben  so 
wie  die  fVurzel  von  A.  2.,  Erbrechen,  Durchfall  und  den  Tod  zur  Folifc 
((ieqcnmittel  starker  Kaffee  und  Öle).  Der  Gebrauch  i>ieler  Ferwechse- 
lunijcn  weijcn  unsicher   (I\ichard's  int-d.  Bot.   übers,  v.  Kunze  II.   1006). 

1«.    ]yi&i:T,<IiA.    SCHWTJLnZKÜMMMMj. 

I.IMV.    Gen.    11.  68.S. 

Kelch  kronarlig,  5-l>lättrig.  Kroii])liitler  mit  2-li])pigcrPlaUe, 
au  deren  Basis^  sich  eine  schuppig  hedeckle  IIonigffi-iil)e  befin- 
det.    Kapseln  5  — 10,  zusammengewachsen.     G.  Svst  XIII.  5. 

Einjälirige,  aufrechte  Kräuter  mit  feinfietlerig  zersclinitteiien  Itlättern. 
Blüten  cndständig,  einzeln,  mit  oder  ohne  einen  stengclhlattartigen 
Aussenkelch. 

1.    mr.  arveusii«.  A-cTeer-^chwarxIev/mniel,    Blätter  fast 

8-fachfiederschnittig  mit  sclunal  linealen  Zipfeln;  Stanhheutel  stachel- 
sititzig;    Kapseln  3- nervig,    bis  zur  Hälfte  verv\achsen. 

LiNN.  Sp.  pl.  753.  Chi.  han.  29.  Koch  Syn.  I.  22.  Schk.  Ilandh.  II. 
T.  146.     Reichenb.  Ic.  f.  4735.     Hayne  Arzneigew.  VI.  T.  17. 

L'nter  der  Saat  und  auf  Brachäcliern,  auf  kalkhaltigem  oder  sandigem 
Boden,   hier  und  da  eingebürgert.     Juli,  August.  —    September. 

Blüten  ohne  Aiisscnkelcli.  KeloliMUttcr  lilass  liinimellilan  ülierlaiifcn ,  aussen  mit  grüiiPiii 
Adcinctz.       Samen   ä-kantig,     scharf  gekörnclt,     schwarz. 

GMi  n^JEHBX.I€HJE&. 

PharntaceUtisch- JttedicinischeS'  Der  Same  aromatisch, 
jedoch  minder  stark  und  angenehm  als  der  der  officinellen  N.  sativa. 
Gleich  dieser  gegen  Krankheiten  des  Viehes  im  Gebrauch,  auch  als  Zu- 
satz^zum  zusammengesetzten  fJ'ermuthsyrun  und  zu  ähnlichen  Präparaten. 

ÖTeonomisCheSm  Der  Same  ein  Geivürz  im  Landhaushall.  Die 
Pflanze  eine  Zierde  der  Gärten. 

19.    ACJiniiUCilA.    AGSlMtMI. 

LllNlv.    Gen.   n.  'iT-'J. 

Kelch  kronartig  5-hlättrig,  5  trichterförmige,  nach  unten  in 
einen  hohlen  Sporn  verlängerte,  Kronhlätler  zvvischendenKelch- 
hlättern.     Kapseln  5,   unverwachsen.     Geschl.  Syst.  XIII.  5. 

Mehrjährige,  aufrechte  Kräuter  mit  doppelt  3-sclinittigen  Blättern,  von 
denen  die  untern   langgeslielt  sind.      Blüten  endständig,    einzeln. 

1.    A.  viilgarii>i<     Gemeine  A.gelei»     Stengel  ästig,  viel- 

blütig,  Blattabsclinitte  umgekehrt -eirund  2 — 3- spaltig- lappig  mit  abge- 
rundet kerbigen  Lappen  ;  Spornen  mit  schneckenförmig  eingerollter  Spitze. 

LiNN.  Sp.  pl.  89.  Chi.  han.  29.  Koch  Syn.  I.  23.  Beichenb.  Ic.  f.  4729. 
Fl.  dan.  t.  695.     Fngl.  bot.  t.  297.     Hayne  Arzneigew.  III.   T.  6. 

In  V^^äldcrn,  Hainen,  zwischen  Gebüsch  und  aufwiesen,  auf  humiis- 
haltigem  Boden,  besonders  in  der  bergigen  südlichen  Hälfte  des  Gebiets 
häufig.     Mai  bis  Juli.  —    September. 


22  RANVNCIJIiACEAE.  Deliihiniuiii. 

Wuiii'lslock  knotig.  Stengel  l'/j  — 3'  boeli.  Blätter  oberwärls  ilnnkelgriin ,  nntcrwürts 
graugrün.      Blüten   ilunkcl  —   weniger   liänfig  hellt iolet  oiler  in  rötblleli    sjiielend,   seilen  weiss. 

JPharniaceUtiSCh'  JtKedicinisches*  in  vinitjen  Geffendcn 
noch  jetzt  of'ßciuell  (llail.  Ilfrl>.  Flor,  et  Sciiio»  Atiuilcgiac).  f'orwalt. 
Ites  landth.  schnifer,  bitterer,  narkotischer?  Stoff'.  Der  Saft  der  BIu 
nien^ein  Reaffen.i  auf  Süitrcn. 

ÖJeonOiniSChes»  Mit  verschiedtiifarhif/en  tiud  t/cfüllten  Spiel- 
arten eine  Zierpflanze  der  Garten,     .ins  den  Samen  lässt  sich  Öl  ijewintien. 

IH.    »EliPlIIAIlIITI.     UETVKn^lPOnN, 

I.INN.    Gen.    n.   Ü81. 

Kelch  hronarlig,  ungleich  ö-hlättrig,  das  iinpaai-igc  obere 
Itlalt  gespornt.  Kronhläf  (er  4,  tlle  beiden  obern  mit  einem  sporn- 
artigen Fortsatz  in  den  Kelchsporn  tretend,  _oder  alle  in  ein 
gespornles   IJlalt    verAvaehsen.      Kaj)scln    1^ — ö,    unverAvachsen. 

Geschl.  Syst.  Xin.  3.  .       . 

Ein-  (A.  1.)  oder  iiiehrJalirig«',  aufrechte,  :islige  Kräuter.  Blätter  liaKl 
doppelt  o<ler  8- facli- 3- schnittig,  Iiald  handförniig -5- spaltig  oder  .5-thei- 
lig.     Blüten  iu  Traulien  oder  Bispen. 

1.  II.  ConSOlifla.  Weld-Wtitter sporn*  Stengel  sperrig- 
ästig;  Blütenstiele  der  ^vcnigJiiütigen  Traulie  länger  als  die  Deckhiätter ; 
Krone  1 -blättrig,   Ka]tseln  einzeln. 

LiNN.  Sp.  pl.  748.  Chi.  han.  30.  Koch  Syn.  I.  24.  Beichenb.  Ic.  f.  4G69. 
Fl.  dan..t.  fi83.     Engl.  hot.  t.  1839. 

Auf  Ackern  unter  dem  Getreide,  am  häufigsten  auf  sandmcrgeligem 
Boden,  durch  das  ganze  Gebiet  eingehürgert.  .luni,  Juli. —  August,  Sep- 
tember. 

Stengel  1  —  2'  Loch.  Untere  BlUttcr  gestielt,  fast  gefiedert -3- schnittig ,  obere  sitzend, 
meist  onr  3-tbeilig,   oberste  nngetlicilt.      Blüten  azurblau,    selten  weiss.      Kapseln  unbehaart. 

GM  UJERBI.ICHJES» 

Pharniaceutisch-Medicinigches.  Ehedem  officinell  (Flor. 

Ilerli.  et  Sem.  C()nsoli<lae  regalis  s.  Calealrippae),  in  einif/en  Geijenden 
auch  noch  jetzt  als  eröffnendes ,  harntreibendes ,  wnrmwidriyes  Mittel  im 
Gehrauch,  f'orwalt.  Des  taudth.  bitterer  Extraelivstoff  (Dilphinin?) 
und  eiseuffrünender  Gerbestoff. 

VechnischeS»  Die  lilUten  den  Zuckerbäckern  eine  (jriine ,  mit 
Alaunzusatz  eine  blaue  Farbe  liefernd. 

ÖJeonOtniSCheS.     Zierpflanze  der  Gärten. 

19.    ACO]VITU]?I.     SVUMtMUUV, 

I>INN.    Gen.    n.  ^^S^i. 

Kelch  kronartig,  ungleich  5 -blättrig,  das  unpaarige  obere 
Blatt  helniförinig.  Kronblätter  5 :  _  zwei  im  Helm  liegende 
käppchenförmig'und  langgestielt,  übi-ige  sehr  klein,  lineal,  oder 
nicht  vorhanden.  Kaiiseln  1 — 5,  unvenvachsen.  Geschl.Svst. 
XIII.  3,     .  .  . 

Mehrjährige,  liohe  Kräuter,  mit  knolligen  oft  rübenförniigen  "Wurzeln. 
Blätter  handförniig  3 — 5-theilig  mit  mehrspaltigen,  eingeschnitten -ge- 
sägten Zipfeln.  Enilständige  Blütentrauben,  Blütenstielchen  in  den  Ach- 
seln der  Deckblätter,  1 -blutig,  mit  '2  Deckblättchen.  Dieselben  Arten 
mannichfach  variirend  nach  Blaitform,  Haarln-kleidung,  BlütenTcrthei- 
Iniig,  Grösse,  Gestalt  und  Farbe  der  Blüten. 

1.    A.  IVapellni!!.   Ächter  ^turmhut.   Halm  niedrig,  halb- 


Aconitum.  RAKIJNC1JI.ACEAE.  23 

liugt'lig  in  einen  liurzcn  Sclinabel  zulaufend,  Ilunigkäppchcn  auf  krumm 
hogig  ansteigenden  Stielen  Avagcreclit  stehend;  die  jungen  Früchte  aus- 
gespreizt. 

LiNN.  Sp.  pl.  751.  Mönch  Meth.  310.  Chi.  hau.  30.  Kocu  Sjn.  I.  2.5. 
Reichenb.  Ic.  f.  4694  (A.  neubergense)  und  mehrere.  Hay.\e  Arzneigew. 
XII.  T.  14  (A.  variabile  neubergense). 

An  AValdriindern,  auf  Wahhviesen  und  an  Gewässern,  auf  feuchtem 
Immushaltigem  Boden,  im  südlichen  und  nördlichen?  Theile  des  Gebiets 
selten  (Hs.  an  der  Orke  bei  Frankenberg,  an  der  Lossmanne  und  am 
Hirschberge  bei  Uelsa,  Esehcnstruth,  Oberkaufungen  — ;  III.?  Grün- 
Maldc  an  der  Hahnenheide  nach  IXolte,  zweifelhaft  weil  der  Verf.  der 
Nor.  fl.  hols.  Fl.  dan.  t.  1698  citirt,  welches  A.  Cammarum  ist).  Juli, 
August.  —    Septeml)er. 

Stengel  3  —  6  liocL ,  einfach,  stark,  in  eine  lange,  schlaogelige ,  tollblütige  Tranhe 
endigend.  Blätter  gross,  dunkelgrün,  unterseits  matt,  3-theilig,  mit  fast  bis  zur  Basis  '2- 
spaltigcn  SeitentLeilen ,  s'amnitliclie  Abschnitte  bis  unter  die  Mitte  2— 3 -zipfelig  einge- 
schnitten,   Zipfel    2 3-    oder    5 -spaltig,    gleichbreit,    bald    kurz    und    stumpf  bald    ehva» 

länger  spitzig.  Blüten  trübe  >ioletblau,  nebst  den  Stielen  und  deren  Spindel  anliegend 
fein   grau   liehaart.       Helm    niedrig- kreisrund    begrenzt    und   auf   die    INectarien    drückend. 

H,    A.  Caiiuiiariuii.     Ofjicineller  Sturnthut,     Helm 

länglich  in  einen  kurzen  Schnabel  auslaufend,  Honigkäppchen  auf  schwach- 
bogig  ansteigenden  Stielen  aufrecht -abstehend;  die  jungen  Früchte  ge- 
krümmt ziisammenneigend. 

LiNN.  Sp  pl.  751.  Fries  Nov.  fl.  suec.  ed.  2.  171.  Chi.  han.  31.  Hayne 
Arzneigew.  XT.  T.  15.     A.  Stoerkianum  Reichenb.  Illustr.  Acon.  t.  71.    Ic. 

4692  (und  mehrere).  KOCII  SjU.  I.  26.  A.  ncomoutauum  WlLLD.  Sp.  pl.  II. 
1236   (mehrere    Synon.    ausgeschl.).       Fl.    daU.    t.  1698. 

An  Gebirgsgewässern  des  L'nterharzes  selten  (^/ji.  an  den  Selkequel- 
len  bei  Güntersberge).     Juli,  August. —    September. 

Stengel  2  —  3'  hoch.  Blattbildung  der  Art  1.  Blütentraube  meistens  ästig  und  lockcr- 
blütig,  Blüten  »ioletblau,  seltener  weiss  luid  blau  scheckig,  nebst  den  Stielchen  zart  behaart, 
der   Helm    paraboloidiscli ,     fast    doppelt    so    hoch    als    an    A.  1.,     aber   niedriger   als    an    A.  3. 

:i.    A.  variegatvun.    BLochTeöpJiger  Sfurmhut,    Helm 

kegelförmig  mit  vorgezogenem  spitzem  Sehnabel ,  Honigkäppchen  auf  fast 
geraden  Stielen  aufrecht  stehend;  die  jungen  Früchte  gleichlaufend  an 
einander  stehend. 

LiNN.  Sp.  pl.  750.  Chi.  han.  32.  Koch  Syn.  I.  26.  Reichenb.  Ic.  f.  4682 
(A.  variegatum  mit  weiss  und  blauen  Blüten).  A.  Cammarum  Jacq.  Fi. 
austr.  V.  t.  424.  und  Reichenb.  das.  f.  4684  (mit  blauen  Blüten).  Schk. 
Ilandl).  II.  T.  145  (A.  Napellus).  Hayne  Arzneigew.  XII.  T.  16  (A.  alti- 
galeatum). 

In  Gebirgsthälcrn  und  Schluchten  des  Unterharzes  zwischen  Gebüsch, 
auf  feuchtem  humushaltigem  Boden,  ziemlich  häufig  (Pr.  Lodersieben,  am 
Unterharze:  Rosstrappe,  Heuscheune — ;  Br.  Rübeland,  Neuwerk,  \l'^cn- 
defurt,  Altenbrack,  Treseburg  — ;  //»i.  Rothehütte  im  Bodethale,  Elbin- 
gcrode  — )■     Juli,  August. —    September. 

Stengel   2  —  4'   hoch,    Blätter  breiter-    und  kürzerlappig,    auch   minder   tief  eingeschnittcM 

als    an    den    Art.    1 2.,     mit    scharfspifzigcn    Zipfeln,     besonders     unterseits    stark    glänzend. 

Blütentraube  nebst  Blüten  kahl ,  letztere  schön  gesättigt  blau  ,  selten  blau  und  weiss  scheckig, 
Helm  kegelig -paraboloidiscb,    noch  hober  als  an  A.  2.,    so  dass  die  INectarien  ihn  nicht  berühren. 

4.  A.  liyCOCtoniUlt*  If^Olfs •  StUrnihtlt*  Helm  walzen- 
förmig, gegen  den  Schnabel  zu  sackartig  erweitert;  Honigkäppchen  auf 
geraden  Stielen,  Spitzen  der  Räppchen  schneckenförmig  eingerollt;  die 
jungen  Früchte  spreizend. 

LiNN.  Sp.  pl.750.  Chi.  han.  32.  Roch  Syn.  I.  27.  Reichenb.  Ic  f.  4680 
(A.  Thelyphonum).    f.  4681  (A.  Vulparia). 


24  RAMUNCUl-ACEAi:.  Actne«. 

In  Bergwiiltlern  uiul  Vorliölzern  «Ics  siullichen  G<'l)i«tstlieils  l>is  an 
<lcn  Gclirtlfncrbcrg  unweit  Ilannovi-r,  als  ]><ii-«lgri'nz(!  des  Vorkonuncns 
in  Deutschlantl,  auf  bunuishaltigcm  Itodcn,  vorzüglich  gern  auf  Basalt, 
ziemlich  häufig.     Juni,  Juli. —   Septeniher. 

Stc-iigrl   '2,   4 — ')'  Iiocli,    iiat'li  olicii  kraus  -  flaiiiuliaarig,    selten  kahl.      Blätter   bandfüriiiig 

.5 7-spaltig   mit   breiten,    unigrkelirteirund  -  keiirnruiigen  ,    bald   nur  ivenig   und    seiclit    (kaum 

'/a  der  Länge),  bald  >iel  und  lief  ('^s  der  Länge)  geschlitzten  Abscbnilten  niid  stumpf- 
lichen, spitien  oder  zugespitzten  Zipfeln.  Itlütentraube  meistens  dicht,  Ulüteu  bei  uns  stcU 
licbtschuefelgeJb. 

GJS  triCH  BL.ICHJES, 
JPharmaceutisch. Medicinisches.      ^itt.  /.  2.   o/'firinell 

(Uerh.  Aeouiti).  f'orwult.  lies  t  und  l  lt.  .iconitin  ,  hhvIi  ^ivonitsäure, 
und  eiseiufrüncnder  (MCibesloff  (.iniilysc  von  A.  medium  Sciirad.,  welches 
xV.  Cammaium  ist,  in  ItucHU.  Tascheuh.  1812.  117.).  xinwcndiinfj  des 
liiuuits  in  Pulverform  und  als  Präparate  Extractum  Aconiti,  Tinctura 
Aeouiti  simplex  et  aetherea,  nach  der  Pharm,  saxon.  rtue/t  Essentia  Aconiti, 
als  schweisstrcibendes ,  diurctisches  ,  auf  Errc(fun(f  des  Pfortader-  und 
des  I\crvensystenis  hinwirkendes  Mittel.  Beide,  vermittelst  des  sehr 
tfiftit/en  Aconit  ins ,  durch  Entzündunfj  des  Darmkanals  ,  tödlendc  Gifte 
'(fiefienmittel  Pflanzvnsiiuren ,  Essii/,  fVein). —  A.  4.  ehedem  officinell, 
ebenfalls  ein  si  harf- narkotisches  Gift  (Anal if  sc  der  ff'urzcl  von  Dr. 
Pallas  in  Jouin.   de  Ciiim.  med.  IV.   192.). 

VechniSCheJf»    ^irl.1 — '3.  zur  Gewinnunf/  blauer  Farbe  anwendbar. 

ÜTeon  Otitis  che  S»  Limnk  sah  die  Blatter  von  ^i.  4.  ahifekocht 
ohne  Schaden  als  Gemüse  tjeniessen.  Frisch,  als  Salat,  sollen  sie  den 
Tod  zur  Foltfe  ijehubt  haben  (Scuk.  llandh.  II.  8fi.).  Sämmtlich  Zier- 
pflanzen der  Gürten. 

5.    Gruppe.      RANUNCULACEAE    SPFRIAE.      AB  Will. 
CUMJVnM   MAMXJUVmSSGMU^ÄCnSM   (Paeouiaceae 

«ARTL.    Ord.   nat.  251.). 
Staul)l>cutel  nach  innen  gewandt.     Blätter  wechselständig. 

«O.    AeTAEA.     CUUl^V01^U^KnA.U'JL\ 

LllVN.    Gen.    u.  ()44. 

Kelcb  4-hläUrig,  liinfälllg.  Kronljlätler  4  (—6)  mit  schmaler 
Platte,  in  die  Stauligefässe  ühergeheiul.  Eiiifäoherige  Beere, 
mit  2-reiliig  an  einer  Seite  befesligten  Samen.     <ieschl.  Syst. 

Mehriälirige  Kräuter  mit  gestielten,  niehrfach- 3- seimittigen  Blättern 
und  in  Trauben  stehenden  Blüten. 

1.    A.  «picata.      Ährenblütiges     ChristophsTeraut, 

Blätter  doppelt-  oder  3- fach -3- schnittig,  mit  rundlich  -  eirunden,  3 — 5- 
fach  eingeschnittenen,  ungleich  gesägten  Abschnitten;  Trauben  eiförmig. 
Beeren  eIli|)soidisch. 

LiNN.  Sp.  pl.  722.  Chi.  lian.  686.  Koch  Sjn.  I.  27.  Schk.  Handb.  Tl. 
T.  139.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.21.  Beichenb.  Ic.  f.  4739.  El.  dan.  t.  49. 
Engl.  bot.  t.  918. 

In  Laubliolzwälderu  und  Hainen,  auf  humosem  Boden,  stellenweise, 
doch  im  südlichen  und  süd- östlichen  Theile  des  Gebiets  ziemlich  häufig. 
Mai  bis  August.  —    September. 

Wurzelstock  fcderkicldiek  ,  vielfaserig.  Stengel  2  — 3'  hoch,  au  der  IJasis  von  häutigen 
Schuppen   umgeben,     2  —  3   Blattei    (ragend.       «lällcben    1 '/.^  —  2'/./'   breit,     bell    grasgrün. 


Berberis.  RANUNCIJI.ACEAE.  25 

Pharmaceutisch- ItKedicinisches,    Die  fVurzel  officinell 

(Rad.  Cliiistopliorianac,  Aconiti  laccmosi,  llellcbori  nigri  falsi.  Alibild. 
Kunze  Waaitnk.  T.  81.  f.  2.).  Vorwalt.  Bestandth.  bitterer  Ex- 
traetivstoff',  ciscnf/riinender  Gerbestoff'  und  scharfes  Harz.  Anwendung 
meistens  zur  Tliicrnrzneibereituntj.  IVird  in  der  Schweiz  häufig  als 
fVurzel  von  IIcIleLorus  nigcr  gegraben  und  in  den  Handel  fjebracht. 
technisches»     Mit  Alaun  gekocht  liefern  die  Beeren  eine  schwarze 

II.    BERBERIDE AE. 

AKNT.    T.-.U.  III.   8.3. 

Kelchhlütter  3—4—6.  Kronblätter  in  gleicher,  seltener  doppel- 
ter Zahl,  den  Kelchblättern  gegenüber,  mitDrüsen  oder  Schuppen 
an  der  innern  Basis.  Staubgefässe  unterstandie;,  frei,  von  der 
Zahl  der  Kronblätter;  Beutel  angewachsen,  mit  "2  Klappen  von 
unten  nach  oben  aufspringend.  Fruchlknote  1- fächerig,  mit 
wandständigeni  Samenpolster  und  1  —  3  Samen  an  der  Basis 
desselben.  Keim  gerade,  achsenständig,  das  Würze Iclien  dem 
Nabel  zugewandt.—  Blätter  wechselstäiidig.  Keine  lAebenblat- 
ter,    aber  hinfällige   Stützblättehen  an  den  Blattstielen. 

Vorkoniuien.     Sichrere  Arten  kalkliold. 

Gehalt,  In  ff'urzel,  Rinde  und  Samen  mehrerer  ein  gelbfärbendes, 
und  ausserdem  in  der  Binde  ein  sehr  bitteres  Alkaloid.  Ferner  Stärk- 
mehl, Gummi,  Harze,  Bitterstoffe,  Fette.  Früchte  oft  durch  reichen 
Säuregehalt  ausgezeichnet. 

I.  BERBERIL.   sJLUMnnonw. 

LiNN.    Gen.   n.  442. 

Kelch  6 -blättrig.  Kronblättcr  6,  mit  2  Honigdrüsen.  Beere 
2— 3 -sämig  mit  sitzender  IVarbe.      Gesehl.  Syst.  VI.  1- 

Sträuche;  oft  mit  einlachen  oder  getheilten,  durch  Verkümmern  der 
Erstlingshlätter  entstandenen  Dornen,  aus  deren  Achseln  sich  Büschel 
nachfolgender  Blätter  entwickeln.     Blüten  in  achselständigen  Trauben. 

t.  B.  vulgaris.  Gemeiner  Sauerdorn.  Blätter  umge- 
kehrteirund, ^vimperartig- gesägt,  am  Grunde  mit  3-theiligen  Dornen; 
Blütentrauben  hängend. 

LiNN.  Sp.  1)1.471.  Chi.  han.  115.  Koch  Sjn.  I.  29.  Reit,  und  Abel 
Holzart.  T.  49.  Schk.  Uandb.  I.  T.  99.  Reichenb.  Ic.  f.  4486.  Fl.  dau. 
t.  904.     Engl.  bot.  t.  49. 

In  Hecken  und  an  Ackerrändern,  in  sonniger  Lage  und  meistens  auf 
unterstehendem  Kalkstein,   hier  und  da  verwildert. 

Uliitentraubeii  gelb,  aussen  griinlieli-augehaneht.  Beeren  liinglicli,  mit  steinigen  Samen 
schaiLicIirotli ;    selten    gell),   violet,   seliivarz ,   ivciss,    aneli   süss    \aiiirend. 

GM  iyMR»I.ICMMS, 

Vhartnaceutiseh-HKedicinisches,     Die  Beeren  officinell, 

ehedem  auch  Same,  Binde  und  fVurzel  (Bacc.  Sem.  Cort.  et  Rad.  Ber 
beridis).  Vorwalt.  Bestandth.  der  Beeren:  Apfelsäure  und  Zucker, 
der  Samen,  fVurzel  und  Binde,  als  organ.  Basen:  Berberin  und  Oxi/a- 
canthin,  letzteres  nur  in  der  Binde  (Analyse  der  "V^'urzel  in  Brandes 
Archiv  XI.,  Schweigg.  Journ.  XII.  467.).  Anwendung  des  frisch  aus- 
gepressten  Saftes  zu  Syrupus,    Roob  xmd  Rotulae  Berberum. 

technisches*  Das  zähe,  schön  (jelbe  Holz  zu  Schreiner-,  Drechs- 
ler und  Büchsenschäfterarbeiten,  Binde  und  fVurzel  zum  Gelbfarben  des 


26  BERBERIDE  AE.  Nyniphaea. 

Leders,  der  f Volle,  auch  als  Holzbeize  auwendbnr.  Mit  Eisenvitriol 
färbt  der  Sa/t  olinenurim,  mit  Indiijo  liefert  er  ein  (futcs  Saftgrün.  Die 
Beeren  färben  mit  Alavn  leberroth,   aiieh  geben  sie  eine  roihe   Tinte. 

ÖleonomiSChes»  Im  Haushalt  kann  der  Saft  der  Beeren  die 
Citronensäure  vertreten,  aneh  zur  Essig-  und  Branntewcingeviinnung  und 
mit  Zucker  zur  Herstellung  einer  angenehm  schmeckenden  fjiallerte  benutzt 
werden.  Hie  jungen  Blätter  liefern  ein  dem  Sauerampfer  ähnliches ^_(je- 
müse.  Her  Strauch  giehl  gute  Hecken,  kann  aber  in  der  lyähe  der  ^cker 
durch   Verbreitung  von  Slaubpilzcn  leicht  nuehtheilig   werden. 

III.    B^YJflPHAEACCIAE:. 

1)E    CanD.    Prop.    me.lio.    c.l.    II.     11}). 

Kelcli  4— 6-bläling.  Krone  regelmässig,  vielblättrig,  mit  all- 
mälig  in  Staubgefässe  übergehenden  Blättern.  Staubgefässe  in 
unbestimmter  Anzahl,  iinlerstäntlig  oder  mit  den  KronJdättern 
demFruchtknolen  eingesetzt.  Fruchlknote  mehrfächerig,  vieleiig, 
Eiehen  an  den  Scheidewänden  befestigt;  IVarben  von  der  Zahl  der 
Fächer,  in  eine  Scheibe  verwaclisen.  Frucht  beerenartig.  Keim, 
ausserhalb  des  Eiweisses  an  der  Basis  des  Samens  stehend,  von 
einem  Keimsack  eingeschlossen. — •  Mehrjährige  Kräuter.  Blätter 
schraubenförmig  gestellt.    Keine  Nebenblätter.     Blüten  einzeln. 

Torkoninien.      In  .stellenden  oder  wenig  Jiewegten  Gewässern. 

Gehalt,  In  den  ff'urzeln  viel  Stärkmehl  und  Gerbestoff;  ausser- 
dem Bitterstoffe ,   Schleim,   Zucker,  fette  Stoffe  und  Säuren. 

1.   :m:]?ipiiaea.    semmoiss:. 

SM.    Trodr.    Jl.    giacc.    I.    371. 

Kelch  4-blättrig.  Kronblättcr  in  Schraubenlinien  dem  Frucht- 
knoten eingesetzt,  ohne  Honiggrulje.  iXarbenscheibe  strahlig 
gespalten.     Gesehl.  Syst.  XIII.    1. 

lVclchl)lätter  last  flacli,  innen  In-onarlig  gefärlit.  Kr<HiI>l;itter  fast  von 
der  Länge  des  Relclis,  sternförmig  ausgebreitet.  Frucht  kugelig,  Matt- 
liasennarliig. 

1.  ]V.  alba.  Jf^eiSSe  Seerose»  Itlätter  herzlörnüg-rundlich; 
]\arl»enselieil»e   12 — 2()-stralilig  mit  aul\värts  gekrümmten  Strahlen. 

LiAN.  Sn.  1)1.  729.  Chi.  hau.  513.  Rocii  Syn.  I.  29.  Schk.  Uandh.  Tl. 
T.142.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.30.  Reiciieab.  Ic.  f.  117.  Fl.  dan.  t.602. 
Engl.   hot.  t.  160.     IIavise  Arzueigew.  IV.  T.  .35. 

In  Teichen,  Stadtgräben  und  grössern  stehenden  Gewässern,  häuiig. 
(Die  kleiner -blutige  Form  in  31  k.;  HL).  Juni,  Juli.  —  August,  Sep- 
tember. 

■Wurzeln  armsilich ,  scliwaclic  Fasern  in  den  Sclilamm  treibend.  Itlattsticlc  rund,  nebst 
den    Itlütcnsticlen    mit   Liirtcanalcn   verselien,     von    denen    4    im    Centrum    stehende    licl    stärker 

sind    als   die    1*2   im   Umfange    hefiudlielien.       Blüten    »y.^ .'■*      im  Hurrlimesser,    weiss,    wolil- 

rlccliend.  —       Aariirl   mit   um    die    Iliilftc    kleinern    IJliiten    (UEtCJlENU.    das.    f.  118.). 

GE:njEHBZ,ICHX:S. 

Pharmaceutisch-JUEedicinischeS'    ff'urzd  undBlüten  nur 

noch  in  wenigen  (hegenden  officinell  ( llad.  et  Flor.  iNymphaeae  albae, 
IMenupharis) ,  jene  als  adstringirendes ,  diese  als  kühlendes  Mittel.  Vor- 
walt.  Bestandth.  eisenbläuender  Gerbestoff'  und  bitterer  Extractivstoff'. 
Vechni«che«>  Blätter,  Stengel  und  fVurtcl  zum  Gerben  und 
Schivnrzftirben   lauglich 


Nuphar.  NYjnPHAXACEAE.  27 

i^TeonomiSCheS»  Die  fleischiffen  JVurieln  juntf  cssbar,  ausser- 
dem zur  3lästuii!/  der  Srhweiue  anwendbar.  Die  J*flanzen  eine  Zierde 
der   Teichanlar/en  in  Parks. 

IS,    ]¥UPHAR.     mWTMMJEI,, 

Sm.    Pioilr.    fl.    graec.    I.    3ÖI. 

Kelch  5-bläJfrig.  Kronhlätter  unter  dem  Fruchtknofen  ein- 
ffesetzi,  mit  einer  Iloiiiggrube  auf  deui  Rücken.  iNarbenseheibe 
ganzrandig  oder  gezälint.     Gesclil.  Syst.  XIII.  1. 

Kelchblätter  innen  kronartig  gelarlit,  nehst  den  Rronhlättern  halb- 
kugelig zusammcnneigcntl,  letztere  mehrfach  kleiner  als  erstere.  Frucht 
hirnförmig,   glatt. 

1.  ]¥.  llltenni.  Gellte  JtKuntniel.  Blatter  herzförmig-o\al; 
IVarhenscheihe  ausgesch^veift  mit  10 — 20,  vor  dem  llande  endigenden,  Strah- 
lenstreifen. 

Sm.  Prodr.  fl.  graec.  I.  361.  Chi.  han.  514.  Koch  Syn.  I.  30.  1\ei- 
CHENB.  Ic.  f.  113.  JXymphaea  lutea  Linn.  Sj».  pl.  729.  Schk.  llandh.  Tl. 
T.  142.     Fl.  dan.  t.  603.     Engl.  bot.  1. 159.     Havne  Arzueigew.  IV.  T.  36. 

In  Teichen,  Stadtgräl)en  und  Sümpfen,  häufig.  Juni,  Juli.  —  August, 
September. 

Blaüstiele  3 -kantig,  nebst  den  Bliitcnstielen  mit  gleiclimassigen ,  feinen  Jjnftoanälen 
«liirclizogen.  Einsehnitt  iler  Blattbasis  bis  auf  ein  Diillbeil  der  BJaltplaltc  eindringend. 
Blüten  l'/i"  >'"  Durelmiesser,  doltergelb,  stark  rieehend.— '  Variirt  mit  seidigbehaarten  Blalt- 
und   Bliilensfielen   (>ar.    sericea   SCHATZ   FI.  e.\c.  balberst.    37.),    aueb   mit  kleinern   Blüten. 

*  18.  Äf.  ptmilllim.  Xwerg-JtKuntntel*  Blätter  herzförmig- 
oval, tief  eingeschnitten;  Narbenscheibe  gezähnt  oder  eingeschnitten  mit 
8 — 10,    bis  in  den  Rand  auslaufenden,    Strahlenstreifen. 

Sm.  Engl.  fl.  TU.  16.  Koch  Syn.  I.  30.  Reichenb.  le.  f.  115.  Nvm- 
phaea  pumila  HoFFM.  Deutschi.  Fl.  I.  242.     N.  minima  Engl.  bot.  t.  2292. 

In  Landseen  und  stehenden  Gewässern  des  nördlichen  und  nord- öst- 
lichen Gebictstheils,  selten  {Hb.  Graben  jenseit  des  Eichbaums,  Alstcr 
bei  der  LThlcnhorst — ;  Mk.  See  bei  Langeritz,  unweit  des  Schminken- 
dorfer  Thcerofens). 

Der    vorbergebendcn   Art    ganz    ahnlieb,     aber    um    die   Häirte   kleiner.       Blätter    meistens 

i'/j"    lang,      l'/j •!"   breit,     der    Einscli.iitt    tiefer,     oft   fast   bis    im   Hälfte    der    Blallj.latte 

reichend.      Blüten    10'"   im  Durchmesser,    gelb.      Die  Einschnitte   der;^  IXarbenscheibe  bisweilen 
bis   auf  deren   Mitte   eindringend. 

JPharniaceutisch-Medicinisches.  fVmzel  und  Blumen  von 

Art.  1.   (Bild,   et  Flor.   Nymphaeae   luteae)  nur  in  wenigen  Gerjenden  noeh 
uf'ßrjnell.    Eitjenschaften  undAnivendunif  denen  der  IVymphaea  alba  ähnlich. 
OJCOnoniiSCheS»    Diejunrjc  ff'urzel  essbar,  alt  ein  f/utes  Schweine- 
futter.    Die  Pflanze  eine   Zierde  der   Teichanlayen   in   Parks. 

IV.     PAPAVERACEAE. 

De  Cand.    Syst.  II.   105. 

Kelch  2— 3-hlättrig.  Krone  regelmässig,  4-l)lä(trig.  Slauh- 
gefässe  untersländig,  4  oder  mehrere,  frei.  Fruehlknote  frei, 
mit  wandständigen  Samenpolstcrn.  Keim  klein,  gerade  oder 
gekrümmt,  das  AVürzelchen  dem  IXabel  zugewandt.  —  Blätter 
wechselständig,  einfach.    Keine  Nebenblätter. 

l'^orkomiuen.  Dem  trockenen,  sandigen  oder  kalkgrandigen  Boden 
angehörig,    oder  bodenvag.     Alle  den  Thonboden  meidend. 


28  PAPATERACEAE.  Papaver. 

Gehaltt  In  i'crxchiedt'n  ffcf'ärbten  Milchsäften  ciffenlhi'nnliche  (ßtftifje 
^lliiiliiidi  i  am  reichlichslen  in  den  Fruchthüllen  enthalten.  ausserdem 
ei(/enfhiinit{rhe  Säuren.  In  den  ff'urzeln  Stärkmehl.  Zucker,  xchnrf'e, 
zum  Theil  ßüehlitje  Stoffe,  Harz,  Ititlersloff'.  — •  Im  Eiraut  dieselben 
Substanzen ,    nebst  (iummi  und  Säuren.      Die  Samen  ölreich. 

1.    PAPAVKK.     MOM£J¥, 


Kelch  2— 3-l)lättrig,  hinfällig.  Krone  i-hlältiig. ^  Sfauhgc- 
fässe  zahlreich.  INarhcnschcihe  4  — 20 -strahlig.  Kapsel  halh 
vielfächerig,  vielklappig,  unter  der  Narhe  mit  Löchern  auf- 
springend.       Geschl.    Syst.  XIIF.  1. 

Kill-  (Art.  1 — 4.),  otltr  iiiflirjälirige.  meistens  hoi'stenliaarigc  Krauter, 
oft  mit  weissem  o«ler  gelliem  Milclisal't.  IJiätter  einfacli  oder  doppelt- 
fiederlheilig  oder  -spaltig.  Jtlüteii  einzeln,  langgestielt,  vor  dem  Aiif- 
Itlülien  nicliend. 

1.  P.  Argenioiie.  SchtnalJ'rüchtiger  Mohn,  Staub- 
fäden nach  oben  zu  platt  und  breiter,  I^arbenscbeibe  rundkerbig;  Kapseln 
schmal  keulenförmig,  mit  zerstreueten  aufrecht-abstehenden  Borsten  liesetzt. 
LiNN.  Sp.  pl.7:25.  Chi.  han.  11.5.  Koch  Syn.  1.  31.  Schk.  Handb.  II. 
f.  140.  Reichenb.  Ic.  f.  4475.  Fl.  dan.  t.  867.  Engl.  bot.  t.  643.  Hayne 
Arzneigew.   VI.  T.  37. 

b.  ginbruiu.     Her  horstenlose»     Oberer  Theil  des  Stengels,    nebst 
Blättern  und  Kapseln,  haar-  und  borstenlos. 

P    Argenione  v.  glabruni  Chi.  han.   das.     Koch  das. 
Lnter  dem  Getreide,  auf  Sand -,  Lehm  -  und  Kalkboden,  ziemlieh  häufig 
eingebürgert.     Juni,  Juli.  —  August,  September. 

Stengel  zerstreuet  liorstenliaarig.  Blätter  doppelt- ficdertlieilig  mit  liiical -limzettförmigen 
Zipfeln.  Kronen  Mass  scliarlaelirotli  mit  schwarzem  Nageldccl;.  Kapsel  unter  «ler  Narlicii- 
scheihe  zusammengezogen.  Saft  milcliweiss  oder  klar.  Aariirt  mit  nur  flederspalligrn  liliit- 
tcrn,  aueli  trifl't  man  Exemplare,  an  deren  Kapseln  die  auf  Knotrlien  sitzenden  Borsten,  wie 
an   P.  Iijliridum,    l>ogig  alistehcn. 

18.    P.  Iiybrldiim.    Krunitnhor«tiger  Mohn.     StauJi- 

fäden  nach  oben  zu  platt  und  breiter,  Narbenscheibe  seicht  gekerbt; 
Kapseln  rundlich -ellipsoitlisch  mit  abstehenden  aufwärts  gekrümmten  Bor- 
sten besetzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  725.  Koch  Syn.  1.31.  Ueichenb.  Tc.  f.  4476.  Engl.  bot. 
t.  43. 

Unter  dem  (letreide,  auf  magerm  Boden,  hier  und  da  eingebürgert 
(lls.;  Pr.  Granau  bei  Halle,  Barby:  zwischen  (inadau  un<l  Döben,  Qued- 
linburg,  Wernigerode — ;  ^/>i.  Sandersleben.  JIA.,-  ///.).  Mai,  Juni. — 
August. 

Stengel  anliegend -l)orstenliaarig.  Erstlingsblättcr  spateiförmig,  folgende  3-spaltig,  aus- 
geliildete  doppelt  auoli  3-faeli -  fiedertlieilig  mit  gestreckten,  linealen,  stumpfen  Zipfeln  der 
StengelliLitter.  Kapsel  meist  länglieli- kugelig  (l'/.j  Mal  so  lang  als  1>reit) ,  kugelig,  auch 
wohl  umgekclirteiförmig- kugelig,  Borsten  auf  Knötchen  stehend,  gelhlichweiss.  Zwischen 
Exemplaren  mit  gewöhnlicher  Kapselbildnng  fand  ich  ein  Exemplar,  in  dessen  sämmtlichen 
Blüten  die  Gestaltung  der  noch  unreifen  Früchte  zur  Schotenform  von  Glaucium  luteum 
übergegangen  w,ir.  Die  Früchte  dieses,  im  Uerhario  aufbewahrten,  Exemplars  sind  1'" 
breit,     und    'i'/.^"   lang. 

3.  P.  Rltoeas.  Klatsch -Mohn,  Staubfäden  pfrimenför- 
mig,  Kerben  der  I^arbenseiieibe  an  «leii  Bändern  faltig  übereinandergrci- 
fend;    Kapseln  umgekehrteiföriuig  mit  gerundeter  Basis,    kahl. 

IjInn.  Sp.  pl.  726.  Chi.  han.  11(5.  Koch  Syn.  I.  31.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  II.  17.  Beichenb.  Te.  f.  4470.  Fl.  dan.  t.  1-580.  Engl.  bot.  t.  645. 
Hayne  .Vrzneigew.  \1.  T.  37. 


G^Iauoiujii. 


PAPATERACEAE.  29 


Unter  ckin  Getreide,  auf  Saiul-  uiul  Lehmboden,  trupp  oder  lieerden- 
weise  enige]>ürgert;  mit  Ausnahme  der  Marsch  durch  das  ganze  Gehiet 
verbreitet  und  häufig.     Juni,  Juli. —    August,   Septeml>er. 

Stengel  abstehend  steifliaarig.  ErsÜingsl.lätter  eirund,  folgende  S-Iapplg,  ausgebildete 
einfach  oder  doppelt-fiedertheilig  mit  länglich-  lanzettfurniigcn  eingeschnitten  -  gesägten  Zipfeln. 
Blütenstiele  bald  abstehend  bald  anliegend  steifhaarig  (P.  Rhoeas  ß.  sfrigosum  DE  BüNNliyGII. 
Fl.  monast.  1.57.).  Kronblätter  seharlachroth  mit  oder  ohne  Fleck  an  der  Basis,  selten 
blassroth,  oder  mit  Ausnahme  des  farbigen  Saums  weiss,  auch  wohl  ganz  weiss.  Saft  un- 
gefärbt, an  der  eultiiirten  PHanzc  aber  milchig,  auch  wohl  orangegelb.  Eine  Zwergform 
des  trockenen  Sandbodens  ist  P.  Rhoeas  y.  tenuifolium  DE  BÖNTVINGH.  das.  und,  später 
Aekerbestellung  wegen  im  mittlem  Stadiiuu  der  Entwicklung  stehengebliebene,  nothreif  ge- 
wordene Pflanze,  das  nur  einmal  im  August  1814  auf  einem  Acker  in  der  Halle'schen  Flor 
in  Menge  verbreitet  gefundene  und  schon  deshalb  nicht  hjbride  P.  trilobura  WallR.  Ann. 
bot.    149.       Schcd.    t.  l.       P.    rhocadi- somniferum    HamPE    Prodr.    fl.    hcrcjn.    34. 

4.    P.  dubiiiiii.    Schlichtnarbiger  Mohn.    StauJjfäden 

pfriemenl'örmig,  Kerben  der  Narbenschcibe  gesondert;  Kapseln  keulenför- 
mig mit  allmälig  verschmälerter  Basis,    kahl. 

LiNN.  Sp  pl.726.  Chi.  han.  116.  Koch  Syn.  T.  116.  Schk.  Handb. 
II.  T.  140.  Reichenb.  Ic.  f.  4477.  Fl.  dan.  t.  902.  Engl.  bot.  t.  644.  Hayne 
Arzneigev».  Tl.  T.39. 

Unter  dem  Getreide,  auf  Saud-  oder  Lehmboden  eingebürgert,  jedoch 
selten  und  nur  einzeln  vorkommend.     Juni,  Juli. —  August,  September. 

Stengel  abstehend -steifhaarig,  oder  nebst  den  doppelt  -  Bedertheiligen  Blättern  fast  kahl 
(P.  lacrigatum  M.  A  BlEBERST.  Fl.  cauc.  III.  384.  REICIIEIVB.  das.  f.  447S  b.).  Blü- 
tenstiele angedrückt  steifliaarig.  Kronblätter  hell  seharlachroth  mit  oder  ohne  Fleck  an  der 
Basis,  selten  gelblich,  fleischfarben  oder  weiss.  Saft  milchig.  Aon  P.  Rhoeas  nur  durch 
etwas  seichtere  Kerbeinschnitte  der  INarbenscheibe  und  die  gegen  den  Stiel  schmäler  zulau- 
fende Kapsel,  beides  der  Natur  der  Gattung  nach  unerhebliche  Rennzeichen,  verschieden. 
Mit  Recht  »ielleicht  verbindet  daher  SpENNER  Fl.  friburg.  III.  979.  beide  mit  cinauder, 
worüber   weitere   Beobachtungen    entscheiden   mögen. 

JPharntaceutisch- Medicinigches.     Die  Blütenblätter  von 

A.3.  (denen  auch  die  der  übrigen  Arten  zugesetzt  iver den  hönncn)  of'ficinell 
(Flor.  Rhoeados,  Papaveris  rhoeados  s.  erratici).  Vorwalt.  Bestandth. 
Morphium  (Lafargue  stellt  einen  wesentlichen  Gehalt  von  Morphium  in 
Abrede,  Pharmac.  Centralbl.  1838.  220,  doch  ist  sowohl  dieses  als  auch 
Narcotin  vorhanden,)  und  rother  extractiver  Färbestoff'  (Analyse  von 
Riffard  Journ.  de  Pharm.  XII.  413.).  Anwendung  in  Auffjuss  und  in 
Abkochung ,  als  Präparate  Tinctura  et  Syrupus  Pap.  rlioead.,  auch  als 
Theil  der  species  pectorales,  gegen  Lungenbeschwerden ,  als  reizmindern- 
des,    beruhigendes   Mittel. 

technisches*  Die  Blütenblätter,  nach  BiFFARD  40  Proc.  Färbe- 
stoff' enthaltend,  färben  mit  salzs.  Zinndeutoxyd  gebeizte  ff  olle,  Baum- 
wolle und  Leinen  amaranthroth.  Im  fflirtemberi/schen,  zum  Färben  der 
fVeine,  des  Essigs  u.s.w.,  in  Holland  zum  P'ärben  der  Käse  im  Ge- 
brauch.    Auch  liefern  sie  ein   ff 'eichharz. 

ÖJeonomischeSt  Die  jungen  Blätter  als  Gemüse  geniessbar,  die 
Samen  Öl  liefernd  Sämmtlich,  in  Gärten  gebracht,  Zierpflanzen,  die 
mannichfach  variiren  und  leicht  sich  füllen. 

^  ».    «liAlieiUITI.     MOUNJUEOMN. 

TODRNEF.     Inst.    '254. 

Kelch  2 -blättrige  hinfällig.  Krone  4:-])lättiig.  Staiihgefässe 
zahlreieh.  Schote  2- klappig,  Klappen  von  der  Basis  nach  der 
Spitze   aufspringend.     Samen   der   zwischen   den  Klappen    ste- 


30  PAPATERACEAE.  CheHdonlum. 

liernlen  schwammigen  Sclicidewaiul   cliigcscnkl.      Gesclil.  Syst. 

Ein-  (A.2.),  2-  (V.l.)  oder  inclirj;iliri/;c,  graugiüiic,  nirist  mit  gcll>oin 
Milchsart  gelullte  Kräuter.  Itliitter  inelir  oder  ^reuiger  eingeschuitteii- 
fie(leis]>allig  oder   lajipig.      Itliiteii   r-in/.elii,    gross. 

•1.    C*.  luteum.    Gelber  Mtornmohn,    Stengelhlattor  herz- 

forinig  -  stengelum fassend ,  liuclitig -  eckig ,  >Yurzcll>lätter  do]»pcU  -  üedcr- 
snaltig,    gegen  die  Basis  verschmälert;    Schoten  hnotig- scharf. 

Scop.  Fl.  carn.  I.  369.  Chi.  hau.  117  (ncncrk.).  Koch  Sjn.  1.  32.  IIei- 
CHENB.  Ic.  f.  41(i8.  Chelidonium  glaucium  Lii\n.  Sp.  pl.  724.  Schk.  Handb. 
II.  T.  140.     Fl.  dan.  t..585.     Engl.  hot.  t.  8. 

An  Küsten  und  auf  Inseln,  auf  Sandl>oden,  selten  (/7Z.  am  Meeres- 
nfer;  Mk.  nach  Koch,  in  den  Speciallloren  nicht  aufgeführt;  Pr.  jenscit 
der  Südgrenze  des  Gebiets  auf  den  Inseln  der  Gera  bei  Erfurt),  auf 
Kalk-  und  Sandhü^eln  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  {Pr.  Wallbeck, 
Ilettstädt  — ).     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel    1 — "2'   Iiotli ,    liehst   den    dicken   etwas   fleiscliigen   Blattern,     wcisslich- meergrün^ 

Rliiten    'i"    im    Diirclimesser,    Kronen    gesättigt   eitronengelb.  Der    gelliliclic    Mileksaft   der 

Pflanze    bildet   sich    nicht    immer    ans. 

'!S.    C  coriiiculatuni.    Bother  Mornntohn.    Stengcl- 

blätter  mit  gestutzter  Basis  aufsitzend,  nebst  den  >Vurzelblättern  fieder- 
spaltig;    Schoten  borstenhaarig. 

Clrt.  Fl.  lond.  \  I.  t.  32.  Koch  Syn.  I.  32.  Reichenb.  Ic.  f.  4771  u. 
4770  (G.  rubens).  G.  tricolor  Bern.  Reichenb.  PI.  crit.  III.  f.  376.  Cheli- 
donium corniculatum  LiiVN.  Sp.  pl.  724.     Engl.  bot.    t.  14-33. 

Unter  dem  Getreide,  auf  sandigem  Boden,  im  südliclisten  Theile  des 
Gebiets,  als  nördlichstes  Vorkommen  in  Deutschland  und  wahrscheinlich 
auch  der  Gesammtverbreitung,  hier  und  da  eingebürgert  {Pr.  hinter  See- 
burg bei  Aselebcn — ;  .StM.  Frankenhausen,  Steinthalleben — ).  Juni,  Juli. — 
September. 

Stengel     1 174'   hoch,     nehst   den    Rlättern    lauehgiün.        Blüten    kleiner    als    an    A.    1., 

Kronhlätler  selurlaehroth  mit  schwarzem  oft  gelblichgesäiiiutcn  Fleck  an  der  Basis,  auch  «ohl 
gclhrolh    oder   gclh. 

Pharmacetitisch-JIKedicinisches,    A.l.  ehedem  mehr  ah 

jetzt  of'/icinell  (Herb,  et  Uad.  Glaucii  lutei),  wuhrsehcinlieh  aber  wirk- 
samer als  Chelidonium.  Bestandth.  noeh  nicht  hinlüitf/lieh  untersucht, 
nach  PKOltSTviel  Fumarsäure  und  2  Hasen:  Glaucin  im  einjährigen 
Kraute  und  Glaucopierin  in   der   ff'urzel. 

3.    CHEIilDOJVIUITI.    S  CMÖIililinAUT. 

LlNN.     Gen.     n.  (541. 

Kclcli  2-blättrig,  liinfällig.  Krone  4-bläl(ilg.  Staubgefässc 
zalilreich.  Schote  2-ldappig.  Klappen  von  der  Basis  znr  Spitze 
aufspringend.  Samen  an  2,  zwisclien  den  Klappen  stehenden 
fadenförniigen  Sauienträgein  befestigt.      Gesehl.    Syst.  XIII.  1. 

Mehrjährige,  ästige  Kräuter  mit  safrangelbem  Milchsaft.  Blätter  ge- 
stielt, fiederschnittig.  Blüten  in  gestielten  Uoldeu,  klein.  Blütenstielchen 
mit  Deckblättchen  an  der  Basis. 

1.    C  iiiajus.    Gemeines  Schöllkraut'    Blätter  fieder- 

schniltig  mit  länglich  -  runden  lappig  eingeschnittenen  und  gekerbten  Zi- 
pfeln;   Blütendolden  wenigblütig,    Kronblätter  ganz. 

LiNN.  Sp.  pl.72;?.  Chi.  han.  116.  Roch  Syn.  I.  32.  Schk.  Handb.  II. 
T.  140.  Reichenb.  Ic.  f.  4466.  Fl.  dan.  t.  542."  Engl.  bot.  t.  1581.  Hayxk 
Arzncigcw.  IV.  T.  6. 


Corydalis.  PAPATEBACEAX.  31 

b.  laoiiiiatuni.     nas   schlitxhlättrige.     Fiedersclmittc   »Icr  Blätter 
länger  gestielt,  fiederspaltig- eingeschnitten  und  gesägt. 

C.  niajus  ß.  laciiiiatum  Koch  das.  33.     C.  laciniatum  Mill.  Dict.  u.  :2. 

Reicheab.  das.  f.  4467. 

An  Gestein,  Mauern,  Zäunen  und  Heclicn,  in  schattiger  feuchter  Lage, 

besonders  in  der  Nähe  von  Ortschaften  allgemein  verbreitet;    die  Spielart 

nur  im  südlichsten  Theilc  des  Gebiets  {Pr.  Eisleben — ).     April  bis  Juni. — 

Juli  bis   September. 

Stengel  'i^—'i^j^'  Iiocli,  mit  zcislreiietcn  ,  kräuselnden  Gliedhaaren  hcsctzt.  Blatter  zart- 
laubig,  schnell  welkend,  oberseits  trüligriin ,  unterseits  iveisslicLgrün.  Kelche  gelblich, 
Kronblätler    der    Spielart   bisweilen    eingeschnitten  -  gesagt. 

Pharmaceutisch-JIKedicinisches.   ffurzel  und litaut  of'fi- 

cinell  (Rad.  et  llerl).  Clielidonii),  erster«  jedoch  mehr  ehedem  nl.s  jetzt. 
Vor IV alt.  Bestandfh.  Chelidonin,  Chelerythrin  (Pyrrhopin) ,  letzteres 
besonders  in  den  fViirzeln  und  unreifenßamen,  und  Chelidonsäure  (Schöll- 
säure), Anwendnntf  aus  serlich  als  Ätzmittel  (rje^en  ff 'arzen,  Flechten), 
innerlieh  im  Auf'ffuss,  und  als  Präparat  Extractum  Chel.  maj.  als  hrüf 
tiffcs  Reizmittel  für  die  Abdominalorfftine,  yetfen  Jlautatisschläye  u.  s.%v. 
Eier  frische  Saft  auf  das  entblösste  Zellyeweic  gebracht  entzündend  wir- 
kend und  nach   Umständen  den   Tod  herbeiführend. 

technisches»  Ttas  Uraut  ein  Gummi  liefernd  (3Ieier,  Bichn.  Re- 
port. 1827.  Abthl.  I.  189.).  In  f-Vurzel,  Kraut  und  Blüte  ein  ztir  Färberei 
brauchbarer  f/eUier  Färbestoff  (Chelidoxanthin)   enthalten. 

ÖJeonoinischeS»  Der  Genuss  der  Pflanzen  im  Futter  kann  dem 
f'iehe,    mit  Ausnahme  der  Zieyen,    gefährlich  werden. 

De  CA^D.   Syst.  II.   105. 

Kelch  2-bläftrig.  Krone  unregelmässig:  Kronbläller  4,/rei 
oder  zusammenhängend.  Staubgefässe  6,  unterständig j  je  3 
und  3  mit  dem  untern  Staubfadentheil  verwachsen,  ein  Bündel 
vor  dem  obern,  das  andere  vor  dem  untern  Kronblatt  stehend, 
beide  seitliche  Beutel  jedes  Bündels  1 -fächerig.  Fruchtknote 
1 -fächerig,  1-  oder  m'ehreiig,  mit  Avandständigen  Samenpol- 
stern.^  Keim  an  der  Basis  des  Eiweisses,  mit  dem  Würzelchen 
deni  Nabel  zugewandt.  —  Blätter  wechsclständig.  Keine  IXeben- 
blätter.     Blüten  in  end-  und  blattgegenständigen  Trauben. 

T^orkomnien.     Die  melirsten  einen  durch  Humus  -  oder  durch  Mergel- 

f ehalt  nahruugsreiclien  Boden  verlangend.     "V^^enige  dem  frischen,  humus- 
altigen  Sandliodcn,    keine  dem  reinen,   trockenen  Sandboden  angebörig. 
Gehalt.       In    ungefärbten,     mitunter    bittern    Säften    eiyenthümliche 
Stoffe  (Säuren  und  saiiersfoff'haltiye  ?   Basen).      Ausserdem  reich  an  bit- 
term  Extractivstoff  und  schleimigen  Substanzen.     In  den  fVurzeln  einiger 
viel  Stärkmehl. 

1.     eORYUAIilS.    MtOMXiW^UnX. 

Aent.   e.\   De    Cand.    Fl.   fran?.   IV.   636. 

Kelch  2-blättrig.  Kronblättcr  4,  das  obere  an  der  Basis  ge- 
spornt.  Schote  zusammengedrückt,  vielsamig.    G.  Syst.  XVII.  1. 

Ein-  (A.  5.)  oder  mehrjährige  (Art.  1 — 4.),  unbehaarte  Kräuter  mit 
knolliger,  spindelförmiger  oder  faseriger  W^urzel.     Stengel  melircrer  mit 


32  FIJAIARI4€EAE.  Corydalig. 

einem  zur  Stliuppe  (SeliU|>]n-iil)latt)  veihüinmeiteii  untern  RIadsticIe.  Itlät- 
ter  <lo|)|>elt  3 -zahlig  oder  8 -zählig -2  —  a-laehrietlertheilig.  (Keimung 
mit  1   Samcnhiatt). 

f    Wiiricl    knollig.       Griffel     1. 1  ci  1.  f  n  .1. 

1.  C  Cava.  Genteine  MtohlWUrz.  Wurzelknollen  holil, 
Stengel  ohne  Sehuppenblalt;  Deckhlälfer  ganz,  Sporn  gekrümmt.  Stiel- 
chen der  aufreehten  Fruehttrauhe  3- fach  kürzer  als  die  Schoten. 

Schweig,  et  Kört.  Fl.  erlaug.  II.  44.  Koch  Syn.  I.  33.  C.  Inilhosa 
Chi.  han.  117.  Reichenb.  Ic.  f.  4463.  IIayne  Arzneige-w.  V.  T.  1.  Fumaria 
Cava  MiLL.  dict.  n.  7.  Schk.  Ilandh.  II.  T.  194.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  11. 
F.  bulhosa  a.  LiNN.  Sp.  pl.  983.     Fl.  dan.  t.  6()5. 

In  Hainen,  zwischen  FcldgcJnisch,  an  Hecken  und  in  Itaumgärten, 
auf  humushaltigem  Boden  trupp-  oder  heerdenweisc ,  Iiäufig.  April, 
Mai.  —    Juni. 

WiirzclkiioUc  mit  F.iscrn  licscfzt.  Stengel  10^12"  liocli,  einfach.  Kronen  trabe  piir- 
juirfarlien    oder   gellilicliw  eiss  ,     letztere    m  olilrierlienil ,     S]iorii    «  alzeiifnrinig. 

Ä.    C  solltla.   Hichtlenollige  Mtohltvura,    AVurzelknol- 

len  gefüllt,  unterster  Itlattstiel  in  ein  Schuppenldatt  umgebildet;  Deck- 
hliilter  fingerförmig  getheilt,  Sporn  fast  gerade.  Stielchen  der  aufrechten 
Fruchttrauhe  so  laug  als  die   Schoten. 

Sm.  Engl.  fl.  III.  3.53.  Koch  Syu.  I.  33.  C.  digitata  Pers.  Syn.  II. 
269.  Chi.  han.  118.  Reichenb.  Ic. 'f.  4462.  Fumaria  solida  KnRH.'Reitr. 
VI.  146.  ScHK.  Ilandh.  II.  T.  191.  Engl.  bot.  t.  1471.  F.  Ualleri  Willd. 
Prodr.  11.  berol.  n.  704.  Fl.  dan.  t.  1224.  Gorydalis  Ualleri  IIayne  Arz- 
neigew. V.  T.  3.     Fumaria  bulbosa  y.  Linn.   Sp.  pl.  983. 

In  lichten  Hainen,  Baumgärten  und  zwischen  Gebüsch,  auf  frischem 
lehmigem  Boden,  im  mittlem  und  nördlichen  Theile  des  Gebiets,  weniger 
häufig  als  AI.  (/7.V.  Cassel,  Allendorf,  Rinteln—;  Pr.  Westphalen  und 
bei  Halle  häufig,  Wernigerode  — ;  ^in.  Dessau  — ■;  Br.  an»  Huy,  Fall- 
steine, Asse  — ;  Mk.  Gilower  Mühle  — ;  Hb.;  HL).  März,  April.  — 
Mai,  Juni. 

WiirjclknoUeii  nur  im  Mittelpunet  der  Basis  fasertragend.  Stengel  6  —  8"  liocIi,  meist 
mit  einem  Ast  in  der  Achsel  des  Sehnp|>enhlatts.  Kronen  wie  an  A.  1.  gefärht,  S|iorn 
gegen  die  Spitze  schlanker  znlanfend ,  kanm  etwas  gcliogcn.  Variirt  mit  nur  cingeschnitten- 
gekcrhteu    Deckhlättern. 

3.  C  fabacea.  Mittlere  Hohlwura*  V^'urzelknolleu  ge- 
füllt, unterster  Blattstiel  in  ein  Schnppenblatt  umgebildet;  Deckblätter 
ganz,  Sporn  gekrümmt,  Stielchen  der  überhängenden  Fruchttraubc  3 -fach 
kürzer  als  die  Schoten. 

Pers.  Syn.  II.  269.  Chi.  han.  118.  Koch  Syn.  I.  34.  Reichenb.  Ic. 
fl.  germ.  f. "4460.  Fl.  dan.  t.  1394.  Fumaria  intermedia  Ehrh.  Reitr.  VI. 
146.     ScHK.  Handb.  II.  T.  194.     F.  bulbosa  ß.  Linn.   Sp.  pl.  983. 

In  schattigen  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  .luf  humosem  auch  auf 
thonhaltigem  Roden,  stellenweise.     April,  Mai.  —    Juni. 

In    allen    Theilen    do]>pelt    kleiner    als    .V.  '2.        Stengel    4 5"  hoch.       Dliitentraube   nur 

3^5  -  Mutig,    Kronen  hell  pnrpiufarhcn  mit  dunklcrm  Saum,    auch  weiss. >crgl.  SCHULTZ 

in    Heg.    bot.    Zeit.     18:39.    II.    700. 

*4.    C  iiuinlla.  Kleine  Mtohlwura.  V\^irzelknollen  gefüllt, 

unterster  RIattstiel  in  ein  Schuppenblatt  umgebildet;  Deckblätter  finger- 
förmig getheilt,  Sporn  gerade,  Stielchen  der  überhängenden  Fruchttraul)e 
3- fach  kürzer  als  di<^   Schoten. 

Host  Fl.  austr.  II. :»!.  Koch  Syn.  I.  34.  Reichenb.  Ic.  f.  4461.  Cory- 
dalis  solida,  minor  Billberg  Svensk  bot.  t.  531.   f.  2. 

In  Holzungen,  auf  humosem  Boden,  sehr  selten  (nur  im  Pr.  bei  Fragc- 
leben  miAveit  Asehersleben  an  zwei  Standorten  gefunden.  Hornlkg  Ile- 
gensb.  bot.  Zeit.  18:^6.  2.  667.).     März.  —   Mai. 


Fiimaria.  FlIJUARIACEAE.  33 

>on  Grosse  Hiiil  GesainmtansoLen  der  C.  Cabaoea ,  iler  sie  sii-li  aiicli  cliireh  die  kiirige 
stielten  Fiiiolilc  niibert;  wogegen  die  fingerförmigen  Deckblätter,  die  etwas  lang  gestielten 
Ulältclien  und  der  gerade  Sporn  VcrHandtschaft  mit  C.  solida  iiacliweisen.  Ferneren  Deobacb- 
limgen  bleibt  es  torbebalten,  iiber  die  allerdings  wabrscheinliebc  Vermntknng  des  Entdeckers, 
dass    C.    puniila    nur    eine    Spielart    »on    C.   fabacea    sey,     zu    entscbeiden. 

ff    Wurzel    ästig-faserig.       Griffel    abfällig. 

A.    C  claviciilata.  üanTeende  Mohlwurz.    Blattet-  g:«-- 

lietlert,  obere  in  \^ltl»el ranken  auslaufend,  lilättclien  3-  oder  ü-zähli»- 
tussförmig  zusammengestellt,  elliptisch  und  ganzrandig.  Decliblätter  ei- 
l'örmig,  zugespitzt,  länger  als  das  Blütenstielclien. 

Pers.  Syn.  T.  270.  Clil.  lian.  117.  Roch  Syn.  T.  a3.  Reichenb.  le. 
f.  4457.  Fumaria  claviculata  Linn.  Sp.  pl.  985.'  Fl.  dan.  t.  340.  Engl, 
bot.   t.  103. 

In  lichten  >^'aldungen,  zwischen  Gebüsch  und  an  Hecken,  auf  humus- 
haltigem  feuchtem  oder  moorigem  Sandboden,  im  nordwestlichen  Theile 
des  Gebiets  bis  in  das  preussische  \'^\'stphalen,  als  Südgrenze  und  Itis 
an  die  Elbe  als  Ostgrenze  der  Gesammtverbreitung,  ziemlich  häufig. 
Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  1 '/.,  —  .'i'lang,  scbwacb,  scbarf  4 -kantig,  verworren  vielästig,  mit  haarfein  aus- 
laufenden Ranken  an  die  benachbarten  Vegetabilien  sich  klammernd.  Fiedern  bald  gegen- 
bald  weehselstiindig,  entfernt  stehend ,  lang  gestielt,  bisweilen  abermals  gefiedert.  Blältchen 
4  —  h'"  lang,    'i'/j'"   breit.       Trauben   6  —  8-blütig,    Blüten   klein,    Kronen   gelblichwciss. 

GM  W^MRBl^ICHES. 

Phartnaceutisch-JtKedicinisches»    Die  fVurzd  von  A.1. 

in  ciniaen  fiefjenden  noch  of'ficinell  (lladix  Aristolochiae  cavae  s.  rotun- 
dae  vulgaris),  aber  v>eniq  im  Gebrauch.  V  orw  alt.  Be  .t  tandth.  bitterer 
Extractiv.stoff  und  vornehmlich  in  der  JVurzel  (auch  der  übriyen  Arten) 
Corydttlin  und  Stiirkmehl  (Analyse  von  Wackenroder  ,  Kastn.  Arch.  VIII. 
H.4;.423.). 

Ökonomisches»  Untjcachtet  des  bitterlichen  Geschmacks  wer- 
den alle  Arten   vom   f'ieh  ycfressen. 

9.  FiJiTiARiA.  mnnnA.ucu, 

Linn.   Gen.  n.  849. 

Kelch  2-bläUrig.  Kronblätter  4,  das  obere  an  der  Basis  ge- 
spornt.   Einsamiges  Nüsschen.     Geschl.  Syst.  XVII.  1. 

Einjährige,  zarte,  unbehaarte  Kräuter  mit  ästigem  Stengel  und  bei 
einigen  rankenden  Blattstielen.  Blätter  3- zählig — 3-fachfiedertheilig  mit 
schmalen  Zipfeln.     Blüten  klein. 

i.  F.  capreolata.  Kiitnmender  Mrdraiich,  Reich- 
blätter halb  so  lang  als  die  Rrone,  seicht  gezähnt;  ]\üsschen  kugelig, 
eben;    Zipfel  der  Blättchen   flach,    umgekehrteirund- länglich. 

Linn.  Sp.  pl.  985.  Chi. hau. 119.  RocHSyn.1.35  Parlatore  llonogr.  7(i. 
Ueichenb.  Ic.  f.  4456.     De  C.vnd.  Ic.  pl.  gall.  rar.  I.  t.  34.     Engl.  bot.  t.  943. 

An  Hecken,  zwischen  Gebüsch  auf  bebauetem  feuchtem  humosem  Bo- 
den, selten  eingebürgert,  im  östlichen  Tbeile  des  Gebiets  die  Ostgrenze 
der  Gesammtverbreitung  erreichend  {Hl.;  Hrn.;  Ol.  Delmenhorst,  Dött- 
lingen  — ;  //«.  Harpstedt  Graf.  Hoya  — ;  Pr.  Barby  — ).  April  bis  Juli.  — 
August,  September. 

Stengel    l'/j — ..3'    lang,     vielbeugig    und    nebst    den     rankenartig    gekrümmten     secundären 

Blattstielen  klimmend.       Blättchenzipfel    l'/j 2'  breit.       Fruchtsticlchcn  zurückgekrümmt  oder 

wagerecht  abstehend.  Kronen  weiss  oder  blassgelb,  an  der  Spitze  piirpurbraun.  Variirt  mit 
kleinern  Blüten,  mit  meistens  fast  aufrechten  Fruchtsliplchen  und  häufig  mit  ganzrandigcn 
Kelchblättern    statt    der    gezähnten. 


34  FimARlACEAE.  Fmiiniia. 

«.    F.  offlviiialljii.    Gemeiner  JErdrauch.    K.lehhlätier 

fiii  l>iitlli)-il  so  lang  als  die  liroiii-,  hiritcr  als  «las  Itlütenstielclieii  uiul 
liiiffsum  scliarf;  ]>üss<lii'ii  uicicnröiinif;- lais«'!"^,  naln-lig  ciiigetliüclil  und 
(Viiilio<lveiig;    ZipIVI   «I.t  Klattclun   flach,    ländlich  -  lim-al. 

LiNN.  Sp.  pl.ySl.  Chi.  hau.  119.  Kor.ii  Svn.  1.8.^  Parl.  Monogr.  -W. 
Stikm  Dt-ntsrhl.  Fl.  II.2.  IUichenh.  Ic.  1".  it.i4.  Fl.  dan.  t.910.  Engl, 
hol.  1.589.     IIay.ne  Arzncig(Mv.   V.  T.  4. 

b.  minor.     Der  kleine.     Kleiner,  zarter  und  mein-  graugrün,  Kelcii 
hlätlcr  fast  lialh  so   lang  als  die  Krone. 

F.  olTuinalis   v.  minor  Chi.  han.  das.     F.  media  Lois.  INot.  101.     Rei- 
ciiENH.  das.   f.  415;}. 
Auf  Äekern  und  Jtrachen,  hesonders  auf  trocheuem  kalk-  oder  niergel- 
haltigem  Boden,  Wiireh  das  ganze  Gehiet  eingehürgert.     Mai  Ins  August.  — 
Juli  Ins  Seplemhcr. 

Sieiig.l  liis  r  ho.li,  ^mficilit  oder  li.-gcinl  ,  aiicli  »i  olil  ,  nehst  <lcn  s»-<iina.-ireii  Itlaltslie- 
Icii,  »iclljciigig  lind  kriiiiiml.ogig,  BliiMcr  maltgriin ,  l)i.s  in  gr.i.igriin  iilicrgclicnd ;  Blattclifii- 
/,i|.fel    1'"    l>rcit.       Kronrn    loseniolli   mit   |)iiiiiiirfarbeii(-r    Spitze.       Nüssrlicu    liiciler   als    lang. 

»,    F.  %1'irtseiii.     W^irtgens  Erdrauch.     Kelchblätter 

fast  hall»  so  lang  als  die  Krone  und  mehrfach  breiter  als  das  lUüten- 
stielchen;  Nüsschen  kugelig  mit  aufgesetzter  feiner  Spitze,  feinhöckerig; 
Zipfel  der  IJIattchen   flach,    länglich-   oder  lineal-lanzettförmig. 

Koch    Svn.    III.    1018.     (nach    Exemplaren    von    WiRTCEN). 

b.    niuralis.      Her   mauerständige.      Schlaflstengelig   und    liegend; 
Zipfel  der   Blältcheu  länglieh  oder  länglich-lanzettförmig. 

F.    muralis    SonDKU    das.    1017.    (nach   Ejemj.laren    von    SoTVnER). 

Auf  Äckern,  auf  kalkhaltigem  Boden,  eingehürgert,  am  Harze  häufig 
(z.B.  H»i.  Elhingerode — ;  ßr.  Blankenhurg — );  h.  an  Mauern  hei  Ham- 
burg.    Mai  bis  August-  —    Juli  bis  September. 

Gesamnitanselien  ,  Bildnng,  Grösse  und  Färlinng  der  Blülcn  wie  bei  F.  officinalis;  Auss- 
ehen kleiner,  denen  von  F.  Vaillantil  sehr  ähnlich,  aber  fcinhöekerig  (dem  blossen  Ange 
glatl),  lind  das  zarte  Spitzchen  im  Miltelpnncte  kaum  etwas  vortretend.  Zunächst  mit  F. 
agraria  LAG.  (F.  media  DE  Cand.)  verwandt,  ilie  mit  etwas  langern  Kronen,  breitem  Dirk 
blallern    und     »enig    grdsMrn    rriirhl.ii    doch    >ielleirbt    die    Slamn.art    ist. 

41.    F.  Vaillantii.    Vaillanrs  Erdrauch,    Kelchblätter 

etwa  ein  Drittel  so  lang  als  die  Krone  und  kaum  breiter  als  das  Bliiten- 
stielchen;  l>üssehen  kugelig  mit  slumpflichcr  Spitze,  feinhöckerig;  Zipfel 
der  Blättchrn  flach  lineal-lanzettförmig. 

Lois.  !>'<.(.  fl.  d.  Frany.  102.  Chi.  han.  119.  Koch  Syn.  T.  35.  Parl. 
Monogr.  (58.  Beiciie.\b.  Ic.  f.  4452.  F.  lobis  longioribus  cle.  Yaill.  Bot. 
par.  t.X.  f.  6. 

Auf  Äckern,  auf  kalk-  oder  sandmergelhaltigem  Boden,  im  siidhchcn 
Theile  des  (iehiels,  bis  zur  Linie  von  Holzminden,  Fimbeck,  Quedlin- 
burg, als  IMordgrenze  der  Gesamnilveibreitung,  häufig  eingebürgert.  Mai 
bis  August.  — ■    Juni  bis  September. 

Kleiner,  /.arter  und  stärker  blaiigrau  bereift  als  A.  'i.  ,  von  deren  Spielart  b.  sie  dnvch 
die  eilorniig- kugelige  Gestalt  der  Aussehen  leicht  zu  unterscheiden  ist.  Blättchenzipfel  '/s'" 
lireit.       Kronen    blass  rosenrolh  mit    duiikelrother  Spitze    der    seitlichen   Kronlilätter ,     auch    wohl 


lirauner 


•5.  F.  mlcraiitlia.  Ifichtblütig er  Erdrauch,  Kelch- 
blätter halb  so  laug  als  die  Krone  und  breiter  als  diese-,  INüsschen  kugelig, 
stumpf,   feinhö<kerig;    Zipfel  der  Blätteheii   rinnig,    schmal  lineal. 

Lag.  Fleuch,  pl.  hört.  bot.  matrit.  1816.  p.21.  n.281.  Koch  Syn.  IIT.  1018. 
Parl.  Monogr.  60.    F.  prehensibilis  Kit.  Ind.  pl.  bort.  bot.  prsth.  1812.  p.  10. 

Auf  Äckern  Ixi  liamlnirg,  auf  thoiihalligem  Boden,  vielleicht  früher 
übersehen  und  schon  eingebürgert,  sonst  nur  als  verirrt  zu  betrachten. 
Juni,  Juli.  —    August. 


Cfieiranthus.  €RIJ€IFERA£.  35 

Stengel  aufreclif,  wenigästig.  Itlatter  fein  zersclililzt ,  Blültchenzipfcl  liiirz ,  elwas  ilick. 
Trauben  dirliFliliiOg,  Kolrlizipfel  rnndlieli,  knrz  zugespitzt,  .iiisgezeiclinet  durrli  ihre  Itrrile, 
gezähnt    oder    i'asi    ganzrandig,     Kronen    gesättigt    piirpurlailien    oder    »cisslich. 

GX:  n^JERBLICHJES. 

JPharntaceutisch- Medicinisches.      />«<  Kmut  »on  ^4.  2. 

(in  VerhinduHff  mit  den  übriffcn  Art.)  officinell  (llcil».  Funiariae).  f'or- 
walt.  Be  s  tandth.  bitterer  Extractivstojf' ,  Eiwcisxsloff'  itnd  stdzsanres 
liali,  auch  nach  fViSKLER'S  Entdechnifj  JFnmarsäure  (Blch;n.  lUpert. 
XXXIX.  48.  308.)  lind  nach  Pescu/EH  ein  Alkaloid :  Fumarin.  Anwen- 
dung als  frisch  auxfjepresster  Saft,  Auftfuss ,  Decoct  und  Exlraet ,  sel- 
ten in  Pulverform  fieffen  Scorbut,  Hautausschläge  u.s.w.,  auch  als  ma- 
ffcnstärkendes   Mittel. 

Technisches,  SämmtUchc  Arten  eiifencn  sich  zur  Pottaschefabri- 
cation ,  10,000  Theile  von  A.  2.  enthalten  790  Theile  Pottasche.  Der 
Färberei  liefern   sie  eine  fjelbe  und  mit  Indiffo  eine   ffriine  Farbe. 

ÖTconomiSCheS'  '*"*  Rindvieh  läss't  im  ffeideifanr/e  sämmtliche 
Arten  unberührt. 

VI.     CRU€IF£RAE. 

Jiss.    Gen.    -207. 

Kelch  4-bläth'ig.  Kronhlätter  4.  Staiiligefässe  6,  unterständig"; 
4  paai'Avt'lse  den  äii.ssei-n,  2  kürzere  einzeln  den  innern  Kelchblät- 
tern gegenüher  stehend.  Friichtknote  frei,  1  — 2-fächerig,  2— 
mehreiig,  mit  fadenförmigen,  zmscliL-nklapjiigen  Sanienpol- 
stern.  Samen  eiweisslos.  Keim  gekrümmt,  >>'iirzelehen  gegen  die 
Keimlappen  zurückgehogen. — •  Blätter  einfach,  oft^fiedei-igzer- 
schnitten,  mit  wenigen  Ausnahmen  weehselsfändig.  Keine  ^'ehen- 
hlätter,  Blüten  meistens  in  endständigen,  straiissartigen  Trau- 
ben,   die  sich  nach  dem  Verblühen  verlängern. 

1/orkoniiiien.  \  orliebc  für  kalkhaltigen  Boden  hei  sehr  vielen.  Viele 
dem  au  Rieselerde  reichen  Boden  (Sand,  Kies,  kieselertlereiehe  Gehirgs- 
arten)  angehörig.  Mehrere  ausschliesslich  oder  vorzugsweise  auf  natroii- 
haltigeni  Boden  (Meeresstrand,  salzige  Stellen)  wachsend.  Die  meisten 
Thonboden  meidend. 

Gehalt»  Flüchtifj  -  scharfe  Öle  in  den  (jriinen  Theilcn  und  den  Blü- 
ten aller  Arten ,  bei  vielen  mit  kressenartit/em,  bei  einif/en  mit  knoblauch- 
artiffem  Geruch  inid  scharfem  oder  brennendem  Geschmack  verbunden. 
Ziemlich  viel  Stärkmehl  in  den  ff'urteln.  Beicher  Gehalt  an  fettem  Öl 
in  den  Samen  ,  die  oft  senfartiij  schmecken  und  riechen.  Gelb  und  ijrün 
färbende  Substanzen  im  Kraute  und  im  Samen  einitfer  Arten. 

I.    §iliqvo§ae;.    schotmxwhvcutigm. 

Frucht  eine  gestreckte  (vielfach  längere  als  hreite)  Schote,  mit  2  auf- 
sjiringenden  Rlappen  und  hleihender  Scheidewand. 

1.  Gruppe.     ARJtBIDEAi:.     G ÄIV SEKRAV TGMWÄCJtSE. 

Das  Würzelchen  an  der  llandspalte  flacher  Reimlappen  liegend  (O  ==. ) 
Relnilappen  von  Dentaria  an   den   lliiudern  eingerollt. 

1.    eHEIRA^THUfÜ.     EiA.CK. 

lATiV.    Gen.    n.  81.3. 

Schote  lineal,    4-kantig:   Klappen    mit    einem    Rückennerv 


3G  C'RUCIFERAE.  Nasturtlunu 

i\arl)e  2- lappig  mit  aiiswärtsgeki-ünimlen  Lappen.  Samen  In 
jedem  Fach  1-zeilia;.      (iesclil.   Syst.  XV.  2. 

Zvci-  oder  mchrjülnigc  (A.  I.),  l»iswoilrii  staudigr,  angcdiüdil  li.i.i- 
ilcro,  scllfii  unbehaarte  (icwäclise.  Zahl  iiml  Stellung  der  Di-iiscii  ver- 
sehiedeu,  an  unserer  Art  eine  wulstige  Drüse  an  jedem  der  liürzern  und 
oft  eine  kleinere  an  der  Basis  jedes  «ler  langern   Stauhgel'iisse. 

*1.  C.  fmtieulO»\W».'  Gold- IjacJC,  Seholen  zus.immenge- 
drücht,  IJIätter  lanzettlöiniig,  in  einen  kurzen  Illaltsdcl  versehmälert, 
g-anzrandig  oder  mit  einigen  Xiilinen   an   der  Ilasis   <ler  untersten   Blätter. 

LiNN.  Mant.  91.  C  Cheiri  Linn.  Sp.  pl.  924.  (.lic  Oari,.n,.na„z,.).  Koch 
Syn.  1.  37.  Sciik.  Ilandh.  II.  T.  184.  Stlrm  Deutschi.  Fl.  II.  45.  Ueiciikm!. 
Ic.  4347.     Engl.  bot.  t.  1934.  (C.  fruticulosus). 

An  altem  Gemäuer,  wild  nur  jenseit  der  süd -westlichen  Gebietsgrenze 
zunächst  bei  \^'esel  im  Uheingebiet;  verwildert  im  siid -westlichen  Tlieil 
des  Gebiets  {Pr.   fV.  Paderborn,  Münster,  BielelVId  — ). 

Steiigfl  unten  liohartig,  solir  äsfig.  Bliitter  gedrängt,  l.e«on(lois  nnleiwäits,  nebst  den 
fSelioten,    >on    einfaelien ,    steifen,    dicht   anliegenden    Haaren,    gran. 

Pharntac  cutis  eh -UKedicinisches.    Die  lilumpu  in  eim'ijcn 

Geilenden  noch  of'ficineU,  ehedem  aueh  liiant  ttnd  Samen  (Flor.  Herb,  et 
Sein.  Cheiri).  t'orwall.  Bestnndth.  iitherisehex  Ol,  eisenf/iiinender 
Gerbextoff  und  biltercr  Extractivstoff.  Anwenduni)  in  Pidverform  oder 
im  ylnfiinxs  alx  an/lösendes ,    eröffnendes  Mittel. 

ÖTCOnomiScheS.     Beknnnte  Zierpflanze  der  Gärten. 

Ä.    I^ASTURTUJITI.    B UUJV TVJEJVMlRESSi:, 

R.    RK.    Hort.    Kc».    ed.  'i.    l\ .    110. 

Schole  lineal,  wnlstig.  Klappen  ge_^völl)K  ohne  Rüekennerv. 
Samen  in  iedcm  Fach  unregelmässig  2-zeilig,  nclzgruhig.  Ge- 
schl.  Syst.  XV.  2. 

Mchriährigc,  ästige,  unbehaarte,  wasserliebendc  Kräuter.  Blatter  he- 
d erschnittig.     Drüsen  4,  eine  zu  beiden  Seiten  der  kurzem  Staubgefässc. 

f.    I¥.  officiuale.    Gemeine  BrunnenTcresse.    Schoten 

lineal,  etwas  länger  als  ihre  Slielchen;  Blätter  fiet^erschnittig  mit  läng- 
lich-runden ansgcschweilten  Abschnitten.  ,    „„      „ 

B.  Br.  Hort.  kew.  IV.  110.  Chi.  hau.  120.  Koch  Syn.  I.  .37.  Bei- 
CHENB  Ic  f.  4359.  Sisymbrium  Nasturtiuni  LiiVA.  Sp.  ])l.9ir).  Schk.  Handb. 
II.  T.'  187.  Sturm  Deutselil.  Fl.  H.  43.  Fl.  dan.  t.  690.  Engl.  bot.  t.  855. 
Hayine  Arzneigew.   V.   T.32.  .  .         .  ,,r  i  i  e 

In  Quellen,  Bächen  und  Teichen  mit  reinem  V^'asser,  besonders  aut 
unterstehendem  mergeligem  Boden,  häufig.  Mai  bis  September.  —  August 
bis  October.  ,      „,  «  •    .• 

Stengel  diefc ,  s.iftig,  an  den  nnfern  Gelenken  wnrzelschlagend.  Blatter  etwas  Ueiscliig, 
dunkelgrün;  Scitenaliselinitle  last  silzcnd,  der  obere  «loppell  grossere  mit  herzförmiger  Basis. 
Kronen  „elss ,  Seholen  3//"  l.reit,  9  —  10'"  lang.—  Variirt  ausserhalb  des  AVassers  auf 
feuchtem  Boden  mit  dreifach  kleinem,  el«as  gestielten  Absoju.ilten  (IS.  officinale  ß.  miero- 
»hjllum    DE    BÖNNIINGIIAI  SEN    fl.    nionast.     19'».       REICIIENB.     das.     f.  4500.). 

GX:TIVMRBX'ICnMS. 

Pharmaceutisch.Medicinisches.     Von  ./.  /.  das  frische 

liraut  offieinell  (Herb,  «asturfii  aquatici).  rorw.  Bestandth.  scharfes 
ütheriiehesÖl  und  eisenfjrünenderGerhcsloff.  An  wen  d u n  f/  des  ausfjepress- 
ten  Saft'!  der  Bliitler  oder  der  (fanzen  Pflanze  als  antiseorbutisches  Mittel. 
ÖleononiiSChes.  Als  Salat  und  Gemüse^  auch  roh  auf  Butter- 
brot,   cssbar.     Der  Same  statt  des  Senfs  brauchbar. 


Roripa.  CRVeiFERAE.  37 

3.    RORIPA.    noniM*JE. 

SCOP.     U.     call..    Ed.    I.     .ViO. 

Scliole  ellipsoidisch  oder  länglich.  Klappen  geu  öl  hl  ohne 
Rüekennerv  oder  nur  mit  einer  Spur  an  tler  liasis.  Samen  in 
iedemFaeh  unreffelmässig  2-zeilia;,  einffeslochen-i)uuetirl.  Ge- 
■    ll^j^f'VV'^ 

Zwei-  (Ä.  5.)  oder  melirjähiige  (Art.  1 — 4.),  ästige,  liahle  odei*  mit 
einfachen  Börstchen  besetzte,  wasserlieLende  liiiuter.  Blätter  inehrför- 
niig,  meistens  fiedersclinittig  oder  fiedertlieilig.  Drusen  4  oder  (i,  eine 
zu  beiden  Seiten   d<T  längern   Staubgelasse. 

1.    R.  aniiiliibla.     Amphibische  Itoripe.     Selioten  el 

lipsoidisch  oder  kugelig,  8  —  4  Mal  l.ürzer  als  ihre  Stielelien;  Wurzel- 
blätter länglich,  gestielt,  Stengelblätter  lanzettförmig  in  eine  verschmä- 
lerte Basis  zulaufend,  eingeschnitten  -gesägt  oder  fiederspaltig-  eingeschnit- 
ten,  untergetauchte  kämm-   oder  borstenförniig- fiederspaltig. 

Reichenb.  Ic.  XU.  15.  f.  4363  /.  Armoracia  amphibia  Chi.  hau.  138. 
INasturtium  amphibium  R.  Br.  Hort.  kew.  IV.  110.  I\.  amphibium  ß.  varii 
folium  De  Cand.  Syst.  II.  197.  Roch  Syn.  I.  38.  Sturm  Deutschi.  II. 
11.43.  Sisymbrium  "amphibium  a.  LiNN.  Sp.  pl.  913.  Fl.  dan.  t.  984.  Kngl. 
bot.  1. 1840. 

b.  indivisa.     Die  ganxhlättrige.      Blätter   gleichartig,   untere  aus- 
geschweift-  oder  stumpfsägezähnig,    obere  scharf  gesägt. 

Reichenb.  das.  f .  4363  «.  A.  amphibia  a.  indivisa  Chi.  hau.  das.  W. 
amphibium  a.  indivisum  De  Cand.  das.  Koch  das.  Sturm  das.  Si 
symbrium  amphibium  ß.  Linn.   das. 

c.  auriculata.     JDie  geöhrte.     "V^^urzelblätter  leierartig -geöhrt. 
Reichenb.  das.  4363 /*.     A.   amphibia  b.   auriculata  Chi.  han.   das.     I>i. 

amphibium  y.  auriculatum  De  Cand.  das.    Koch  das.    Sisymbrium  aqua 

licuni  ScHK.  Handb.  II.  T.  187. 
An  Ufern  von  Flüssen,  Teichen  und  Gräben,    b.   ausser  dem  Bereiche 
des  Wassers,  auf  sandig-humosem  Boden,  häufig.     Mai,  Juli. —  Juli  bis 
September. 

Wiu-iel    Lolzwiig.       Stengel    'i'/j 3'    Loch,     liegeml  ,     »iirzelii<l     und    ansteigend,     olien 

scliMacli  liin-  und  liergel.ogen.  Blattform  >om  Stande  in  nnd  ausser  dem  Masscr  al)Jiängig. 
Kronen  um  die  H.-illlc  giosssr  als  der  lielcli,  gelh.  Sclibtclienstiele  «agereclit  oder  nieder- 
gebogen, hügelige  Scliolclicn  1'"  im  nnrclunesser ,  elli]isoidisclie  bis  2"'  lang,  1"'  breit, 
mit    einem    last    gleich    langen    Griffel    und    getheilter  Warhe. 

'18.    R.  pyreiiaica.    Pyrenäen- ttoripe.     Schoten  eiför 

mig- länglich,  halb  so  lang  als  ihre  Stielchen;  Wurzelblätter  gestielt, 
eckigeirund  oder  leierförmig,  Stengelblätter  sitzend,  fiedertheilig  mit 
schmal-  oder  fädlich -lincalen  ganzrandigen  Zipfeln;  Kronblättcr  etwas 
länger  als  der  Kelch. 

Reichenb.  Ic.  XII.  15.  f.  4366.  Nasturtium  pyrenaicum  R.  Br.  Hort, 
kew.  IV.  110.  Koch  Syn.  T.  39.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  45.  Sisymbrium 
pyrenaicum  Linn.  Sp.  pl.  916. 

In  V^^ildwiescn  des  Eibthals,  auf  sandigem  Boden,  heerdeuw  eise ,  nur 
an  einem  Standort,  als  IVordgrenze  der  Gesammtverbreitung  {Pr.  zwi 
sehen  Acken  und  Löderitz),  wo  sie  im  J.  1847  vom  Prof.  Grisebach  ent 
deckt  wurde.     Anfang  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel   8 10"   hoch,    mehrere  auf  einer  AVnrjel  huschelig  ^ereinigt    oder  einzeln,    fein, 

leicht  hin-  und  hergebogen,  einfach  oder  oben  ästig,  mit  zerstreucten  l;iirzen  Bürstchen  be- 
setzt. Wurzelbläff  er  wenige,  tief  stehend  ,  zart  nnd  klein,  eins  oder  das  andere  der  untersten 
ganz  mit  einem  oder  dem  andern  Örchen ,  folgende  leierartig  -  fiederlhcilig.  Stengelbläftei 
einander  genähert,  denen  der  A.  3.  ähnlich,  aber  die  sehr  schmalen  Zipfel,  von  denen  die 
untersten  beiden  den  Stengel  umfassen,  völlig  ganzrandig.  Tranben  kurz,  dichtblütig.  Blüten 
hleiii  mit  gesättigt  gelben  Kronen.       Schoten  2 — «'//"  lang,   1 — 1 '/j'"  '"■<^'''    netzartig-aderig. 


38  ORIICIFERAE.  Roriim 

3.  R.  «ylveatrls.    JDanU'JKoripe.    s.lioit-n  lin.ai,  unge- 

r.ilir  s(.  lang  als  ihn-  Stirl<:lirn ;  IMätt.r  ric.l.-isciii.illig  o.l.-i-  licl'  liciU-r- 
llicilig  mil  länglich -lan/elirörniigcn  oder  liingli»  li  lintaleii,  eutCeint  cin- 
gcsclmitlcn-gesäglcu  ZinlVln;  Kroncnliiatter  no«h  einmal  so  lang  als  ilrr 
lielcl.. 

UK1CHE^B.  li-.  \II.  lö.  :>aslniliMm  svlvcsfic  R.  «r.  lloit.  l;<-w.  IV.  110. 
Chi.  han.  121.  Koch  S>n.  I.  :iS.  4:i7.  Fl.  «lan.  t.  1881.  Sisvmhriani  sjl- 
v.'sCiT  LiNN.  Sj..  pl.yU».     ScHK.  Ilandh.  II.  T.  181.     Kngl.  hi.t.  t.2324. 

b.  bipinnatifida.     Die  doppeltjiederspaltige.    Itlattahschnitte  lan- 
zctttuiinig,  tief  fiecU'rspaltig;   Schofcn  etwas  langer  als  ihre  Stielehen. 

I^.  svivestre  ö'.  rivulare  llocH  «las.     IX.  livulare  l\iiiciiENB.  IM.  ciit.  M. 
t.  67.  'Ic.  iwmö. 

c.  serrata.     Die  sägesähnige»      IMa'.tfie<lein    eirund- läuglieli,    ge- 
sägt;   Grillel  kürzer  und   dicklich. 

.^.  svivestre  ß.  dentatiim  Roch   das.      N.  sylvcstre  ß.  strictuin  iISert. 

u.  Koch  Deutschi.  Fl.  IV.  649.     31.  sylvcstre  Reichexb.  in  Stlrm  Deutschi. 

Fl.  II.  43.     Ic.  f.  4368. 

Auf  Grasplätzen,  an  V^'egeu  und  Räudern  der  >Veiden,  Wiesen  und 

Äcker,    auf  feuchtem  saiidhaltigem  Boden,    häufig.     Mai  bis  Juli.  —   Juli 

liis   September. 

Stengel  liegend,  mit  dem  obern  Tlicile  ansteigend,  seltener  anfreelit.  Blatlalischnilte 
und  Zipfel  der  Grösse,  Breite  und  den  Einselinittcn  des  Randes  naeli  sehr  Teriinderlicli. 
Kronlilätler  gross  mit  flacher  Platte,  cilronengelh.  Die  häufig  fehlschlagenden  Schoten  '/j'" 
!,„.,(,     4 .-,'"    lang,     an    b.    (j 7'"   lang. 

4.  R.  ancefis.     Xweischneidige  Moripe*     Schoten  li- 

iieal -länglich,  geschwollen,  um  die  Hälfte  kürzer  als  ihre  Stielchen;  Blät- 
ti-r  leierlörmig-fiederspaltig,  mit  lineal -lanzeltförmigen  eingeschnitten- 
gesägten,  gesägten,  auch  wohl  ganzrandigen  Zipfeln ;  Kronenblätter  län- 
ger als  der  Kelch. 

REICHE^B.  le.  \II.  15.  !\asturtium  anceps  ders.  in  bot.  Zeit.  1822.  I. 
29J.  Chi.  han.  121.  Koch  Syn.  I.  38.  437.  Stlrm  Deutschi.  Fl.  II.  45. 
Reichenb.  Ic.  f.  43G4.  Sisymbrium  anceps  ^^'ahlenb.  11.  suec.  I.  419.  S. 
amphibium  ;'.  tcrrestre   Linn.  Sp.  pl.  917. 

An  Fluss-  und  Rachiifern,  auch  auf  Ackern,  auf  nassem  sandhaltigeni 
Roden,    ziemlich  häufig.     Juni  bis  August. —    Juli   bis   Sep(em])er. 

Stengel  bis  '-'  hoch,  »ielbeugig  und  ästig.  'Blatter  zwischen  ?i.  paluslrc  und  >.  sjheslrc 
stehend  und  eben  so  veränderlich  als  dTc  des  let/.tern.  Blüten  kleiner  als  die  von  IV.  sjl- 
lestrc,  blass  gelb.  Fruchtlranben  sehr  lang,  Schoten  fast  1"'  breit,  3'"  lang,  nach  der 
Spitie  .erschmälert  und  zusammengedrückt.  GrilTel  fein  und  do|ii>clt  so  lang  als  an  den 
übrigen    Arten. 

5.  R.  palustris.  Sumpf. noripe,  Schoten  länglich,  ge- 
schwollen, ungefähr  so  lang  als  ihre  Slielchen;  Rlätter  leierförmig-iie- 
dcrspaltig  mit  längliehen  stumpf  eingeschnitten -gesägten  Zipfeln;  Krou- 
blätter  kaum  länger  als  der  Kelch. 

Reichenb.  Ic.  XII.  15  I>asfiiitium  palustre  De  Cand.  Svst.  II.  191. 
Chi.  han.  1:20.  Koch  Syn.  I.  38.  Stlrm  Deutsehl.  Fl.  11.43!  Reichend. 
le.  f.  4362.  IV.  tcrrestre  R.  Rr.  Hort.  kew.  ed.  2.  IV.  110.  Sisymbrium 
palustre  Levs.  Fl.hal.679.  Scuk.  Ilandb.  II.  T.  187.  Fl.  dan.  t.'409.  und 
t.931.  Engl.  bot.  t.  1747  (S.  tcrrestre).  S.  amphibium  a.  palustre  Lian. 
Sp.  pl.917. 

An  Gräben,  Teichen  und  stehenden  Gewässern  ,  auf  sandig- sumpfigem 
Roden.     l>Iai  bis  Juli.  —    Juli  bis   September. 

Stengel  meist  aufrecht,  straff,  fast  einfach,  bis  3'  hocli ,  auf  freiem  Boden  halb  liegcn.l. 
von  unten  auf  äsfig,  '/.^  —  ^/f'  lang.  Kronblätter  kaum  aus  dem  Kelch  hcnorlretcnd. 
Schoten    1"'    brcif,    i'/j— .•!'"   lang,    stumpf.       Griffel    Kurz    und    dick. 


Barbarea.  CRUCIFERAE.  39 

GMn^JERBJLICHMS. 

ÖkonotniJSCheS»  SämmtUche  ^irten  im  Frühjahr  als  Salat  (jc- 
niessbar,  dem  f'ieh  als  Futter  zuträfjlivh  und  den  Kienen  FVakrunf/  rjc- 
bcnd.     Der  Same  von  ^.  1.  als  Senf  anwendbar. 

4.    BARBAREA.     B  AUB  A^UA^K  R.AUV. 

R.  Br.    Hort.    kc».    cd.  2.    n  .    109. 

Schote  lincal,  verschoben  i-kantig:  Klappen  mit  einem  Rii- 
ckennerv.  Narhe  ganz  oder  ausgerandet.  Samen  in  jedem  Fach 
1 -zeilig.     Geschl.  Syst.  XV.  2.  '' 

Zwei- (seltener  mehr-)  jährige,  aufrechte,  ästige  Kraul«  r.  Blätter  leier- 
föriiiig-fiederspaltig,  seltener  ganz.  Drüsen  4:  eine  2 — .3-zahnige  zwi- 
schen den  kurzem  Stauhgefässen  und  dem  Fruehtknoten,  und  eine  2-fliei 
lige  unter  jedem  Paar  der  langem. 

t.    B.  vulgaris!.    Getneines  Barbarakraut.     Schoten 

abstehend -aul'reclil,  doppelt  so  dick  als  ihre  Stielehen;  Itlülen  dicht. 
Hronldätter  doppelt  so  lang  als  der  Reich;  untere  Itlätter  leierförniig  mit 
lierzförmlg-ruiidlicheni  Endlappen  und  2  —  4 -paarigen   Seitenlappen. 

R.  Br.  Hort.  kew.  IV.  109.  Chi.  hau.  121.  Roch  Syn.  I.  39.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  43.  Reichknb.  le.  f.  4-306.  Krysinunn  Barharea  LiNi\.  Sp. 
pl.664.     Fl.  dan.  t.  985.     Engl.  bot.  t.  443. 

b.   patens.     Bas   abstehendjriichtiye.     Schoten    unregeimässig  alt- 
stehend,    Blüten  etwas  grösser. 

B.  vulgaris  v.  patens  Chi.  han.  122.  B.  arcuata  Reichenb.  Regensli. 
Zeit.  1820.  T.  297  (mit  "doppelt  so  grossen  Blumen'  als  die  von  B. 
vulgaris).  Stirm  Deutschi.  Fl.  II.  43.  B.  vulgaris  ß.  \^'AHLE^B.  Fl. 
suee.  I.  417. 
An  Ackerrändern,  Fliissufern,  Grähenaul'würfen  und  Hecken,  auf  Iri- 
schem etwas  humushaltigem  Boden,  häufig.  April  liis  Juli.  —  August, 
September. 

Stengel     I '/t 2'    Locli ,     bald     einlach,     bald    mit    aiiCreelif     jlistelienden    Ästen.         Obere 

Stengclblätter     bald     biicblig- ausgeschweift ,     bald     eingeschnitten  -  gesagt ,     auch     wohl     seielil 

fiedoispallig.       Kronen  gesättigt  gelb.       Schoten   unter  30 30",   dicht,    fast  gedrängt  stehend, 

an  der  Spielart  unter  40  —  4")"  und  weniger  dicht  stehend,  meist  1"  lang,  i//"  dich.  — 
\a.iirt   hurz    und    steif  behaart. 

9.     B.    taiirica.      Iioclcerhlütiges    BarharaTeraut. 

Schoten  abstehend  bogig  ansteigend,  doppelt  so  dick  als  ihre  Stielchen, 
Blüten  locker,  Rronblätler  fast  doppelt  so  lang  als  der  Reich;  untere 
Blätter  leierförniig  mit  eirundem  oder  rautenförmigem  Endlappcn  und 
2 — 4 -paarigen  Seitenlappeii. 

De  Ca?,d.  Syst.  II.  207  (1821.  mit  völlig  zutrefteuder  Beschreibung). 
B.  arcuata  Reicuenb.  Fl.  sax.  381  ("Blumen  etwas  kleiner"  als  die  von 
B.   vulgaris).     Ic.  f.  43:57.     Rocii  Syn.  I.  39. 

All  grasigen  Plätzen,  Gräben,  Flussufern  und  schattigen  Hecken,  auf 
feuchtem  etwas  huniosein  Boden,  hier  und  da.  April,  Mai.  —  Juü, 
August. 

Schlanker  als  die  vorhergehende  Art,  Äste  mehr  abstehend.  Blatter  und  besonders  die 
Endlappen  dieser  kleiner.  Blüten  um  '/j  kleiner,  Kronen  hellgelb.  Schoten,  auf  etwas 
langern    Stielchen,   kaum    halb    so    dicht    siebend.       ]>arbe    etwas    dicker    und   tiefer   ausgcrandel. 

3.    B.  stricta.    Kleinblütiges  Barbarakraut.   Scho 

ten  rundlich -4 -kantig,  aufstehend -anliegend,  doppelt  so  dick  als  ihre 
Stielchen;  Rronblätter  kaum  um  die  Hälfte  länger  als  der  Reich;  untere 
Blätter  leierförmig  mit  länglich  -  eirundem  Endlappcn  und  2 — 3- paarigen 
geringen  Seitenlappen. 

Andrzejowsci  in  Bess.  En.  pl.  volh.  72.  Roch  Syn.  I.  39.  Reichenb. 
Ic.    f.  4.3.5.5.      B.    parviflora   Fries   I>(ov.  fl.  suee.   ed.  2.  207.      B.  vulgaris 


40  CBUCIFERAE.  Turritis. 

Wahlkmi.  Fl.  succ.  I.  417.  Sturm  DlmiIscIiI.  Fl.  11.13.  Kry.simuin  Bar- 
l.area  Schk.  Ilaiulb.  II.  T.  83. 

Auf  Triften,  an  Sumi»frändern ,  Iläihi-ii  und  Flüssen,  auf  feuclileni 
liieslialtiffem  Botlcn,  besonders  im  westlichen  Tlieile  des  Gebiets,  ziem- 
lich häufig.     April,  Mai.  — •    August. 

Obere  BlälliT  ciriiiiil ,  sliinijif  sägczäliiiig ,  Kronen  gell>.  Seliofcn  ^0T  Her  Reife  an  die 
Spindel  gedriifkt,  reif  untei'  10 — 1''»''  gerielilet ,  /.ierlielicr  und  selinialer  als  jn  den  übrigen 
Arien    ('//"   breil). 

4.     B.   iiraeeox.      Vrühhlühentles   Barbar alcraut. 

Schoten  alistehind,  Finihlslieklit'n  so  dick  als  diese;  lironhiätler  doppelt 
so  lang  als  «Icr  Reich;  untere  Blätler  leicrformig  mit  rundliehen  Knd- 
iappen  und  6  — 10 -paarigen   Seitenlappeii. 

R.  llR.  Hort.  Lew.  1>.  109.  Koch  Syn.  T.  40.  Stürm  Deutschi.  Fl. 
II.  G(5.  IIeichenb.  Ic.  f.  4;i'J8.  Erysimum  praecox  Sm.  Fl.  brit.  707.  F'l.  dan. 
t.  1759.     Fngl.  bot.  t.  1129.     Erysimum  Barbarea  ß.  Linn.  Sp.  pl.  922. 

An  Teichen,  Bächen,  Fluss'ufcrn  und  Gräl»en,  auf  thonig-hnmosem 
Boden,  im  nördlichen  und  westlichen  Theile  des  Gebiets  (///.,•  //ft.  Kms- 
biiltel,  Ilammcrbruch — ;  Mk.  Neustrclitz  am  Zierkersee,  Rrickow — ; 
dann  in  Westen  Hn.  Marsch  von  Ostfriesland;  Oü.  Marsch;  i;>.  Rcdlager- 
bach— ;    Pr.  fV.  Coesfeld,  Darup  — ).     Apül,  Mai. —    Juli. 

Obere  Ulälter  tief  fiederspaltig  mit  linealen  g.Tnzr.indigen  Zipfeln.  Blüten  loeI;er.  Kro- 
nen   gelb.       Seliotcn    stärker    als    an    den   lorhergelienden    Arten,    ineist    '1"    lang,    1'"    breit. 

I<eielit   kenntlich   duroli    die    dicken    Scliotensüelclien. 

Pharntaceutisch-JtKetlicinisches,     Das  limui  von  A.  1 

oj'ficinell  (Herb.  Barbaraeae)  ids  antiseorbittisches  Mittel ,  doch  weniff 
noch  im  Gebrauch,  f'orw  alt.  Bestandth.  fliichtiifes ,  .scharfes  Öl  und 
bitterer  Extractivstoff.  Die  nbritjen  Arten  werden  sich  ähnlich  verhal- 
len nud  f/leirhe  Anwendunf/   ffcstatten. 

ÖTednomiSCheS»  Die  jungen  Blätter  sänuntlicher  Arten  (/eben 
im  Frühjahr,  zum  Theil  auch  schon  im  Hinter,  einen  aufjenehm  bitler 
schmeckenden  Salat.  ./.  i.  verdient  zu  diesem  Zweck  auch  bei  uns,  wie 
in   Enijland,    den   ^inbau. 

5.     TURRITIilii.     n^AMjItKOMEIj. 

l.VSTS.    Gen.    n.    «19. 

Schote  lineal,  zusanunenj2;e(lrückl-4-Iiaiilig:  Kla])pen  uiit  ei- 
nem Rü!  kciinorv.  IVarhe  shinipf,  seinvaeli  ausgcraiidel.  Samen 
in  jedem  Fache  2 -zeilig.     Gesehl.  Syst.  XV.  2. 

Zweijährige,  aufrechte  Kräuter.  Blätter  stcngelumfassend.  Drüsen  4 
oder  6:  eine  an  der  äussern  Basis  der  kürzern  und  eine,  bisweilen  zwei, 
vor  jedem  Paar  der  längern  Stanbgefässe,  oft  sämmtlich  zusammenhängend. 

i.  T.  glabra.  Genteiner  W^aldlcohl,  Schoten  anlie- 
gend-aufrecht, sehr  lang;  AVurzclbläfter  schrotsägenförmig,  scharlhaarig, 
Stengelblättcr  herz-pfeilförmig  und  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  930.  Chi.  han.  122.  Koch  Syn.  I.  40.  Schk.  Handb.  II. 
T.  185.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.43.  Reichenb.  Ic.  f.  434G.  Fl.  dan.  t.  809. 
i:ngl.  bot.  t.777. 

In  Hainen  und  lichten  Waldungen,  auch  an  steinigen  Hängen  im  Felde, 
auf  kiesigem  und  saudigem  Boden,    liäufig.     Mai,   Juni.  —    August. 

Stengel  '2 3'  hoch,  steif,  vollblättrig,  graublau,  bereift.  Ilaare  2 3 -gabelig.  Kro- 
nen   gelblichneiss.       Schoten    steif,    6    bis    1    Mal    so    lang    als    ihre    Sflelclien. 

GMHXJRBLICHJES. 

Ökonomisches.        /"»*»■    das     JJ'cidcvich    eine    nuhrrcichc    Pflanic 


Arabis.  CRVeiFERAE.  41 

zweiter  Güte.  Blätter  als  Saint  utid  Gemüse  (feniessbar.  hie  Samen 
liefern  ein  fettes  Ol. 

6.     ARABI§.     GÄHrSXKUJLUT, 

I.INN.     Gen.     n.  818. 

Sc'liotc  lineal,  zusanimcngedi-üekf :  Klappen  llacliotlei-  scliwacli 
gewölbt  mit  mehr  oder  uiiiicler  vollstäinligem  llückennerv  und  oft 
melirern  längslaufcnden Seitenadern.  INarbc  ganz  oder  schwach 
ausgerandet.     Samen  in  jedem  Fach  1 -zeilig.     G.  Syst.  XV.  2. 

Einjährige  (A.3.),  zwei-  (Art.  4.  6.)  oder  iiichijährige  (Art.  1.  2.  5.  7.), 
Jialtl  cinfaclie  Italtl  ästige  Kräuter,  meistens  mit  steifen,  2 — 3-gal)eligen 
oder  einfaclien,  oft  sicli  verlierenden  Härchen  besetzt.  Wurzelhiätter 
häufig  gestielt  und  rosettenartig,  Stengel]>lätter  meist  sitzend.  Drüsen 
4,   6  oder  8,    in  mehrfacher  Stellung  und  Gestalt. 

I.    A.  I»rassicaeforiuis.    Kohlartiges  GänseJcraut. 

Schoten  auf  abstehenden  Stielchen  fast  aufrecht,  gewölbt  mit  starkem 
llüchennerv  und  ungellügelteu  Samen;  Stengel  und  Blätter  glatt,  Wur- 
zellilätter  länglich  oder  rund,  in  den  Blattstiel  verschmälert,  obere  Blät- 
ter lanzettförmig-länglich,  ganzrandig,  mit  herz -pfeil förmiger  Basis  sten- 
gelunifasscnd. 

Wallr.  Sched.  ijü.  Koch  Syn.  T.  40.  Rkichenb.  PI.  crit.  II.  t.  192. 
Ic.  f.  4333.  Conringia  alpina  Chi.  han.  132.  Brassica  alpiua  L.  Mant.  95. 
Turritis  Brassica  Leers  Fl.  herb.   147. 

An  Berghängen  und  Hügeln  ZAvischen  Gebüsch,  auf  steinigem  Kalh- 
gebirgsboden  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  selten  (Sw.  am  Göldncr, 
inv  \^  aide  hinter  dem  Frauenberge,  Straussberg  — ;  Zf,v.  Allendorf,  Hörnc- 
laippe — ;  //»«.  Mühlenberg  bei  l^iicdersachswerfen — ;  An.  Harzgerode — ). 
Mai,  Juni.  —    August. 

Stengel  l'/2  —  '■•'  ''oeli,  einfaeli.  Blätter  iintersells  nebst  ileiu  Stengel  blau  bereift, 
wurzelslöndige  srliwacli  aiisgescb«  cil't-kerliig  mit  eiiti'ernt  stebenilen  DriLscu  und  einzelnen  '\^ini- 
]>erliaareii  am  Stiel.  Traube  loeker,  Blüten  gross,  Kronen  weiss.  Scboteii  scliwaeh  4  -  kantigj 
fast    1'"   breit.       A  om    Gesammtanseben    des    Erysimuni    Orientale. 

9»  A.  alpina.  Alpen-GÜnseTcraut.  Schoten  abstehend, 
flach,  etwas  holperig  und  am  Rande  ver«licht,  mit  verschwindendem  I\ü- 
cliennerv  und  schmal  -  llügclrandigen  Samen;  Stengel  und  Blätter  ästig- 
rauhhaarig; Wurzelblätter  länglich -umgehehrteirund  mit  verschmälerter 
Basis,  obere  Blätter  länglich -eirund  mit  herzförmiger  Basis  stengelum- 
fassend ,    sämmtlich  eingeschnitten  -  sägezähnig. 

LiNN.  Sp.  pl.298.  Koch  Sjn.  I.  40.  Stürm  Deutschi.  Fl.  U.  12.  Bei- 
CHENB.  Ic.  f.  4327  (und  als  Spielart  mit  etwas  krausen  Blatträndern  A. 
crispata  Willd.  f.  4328.).     Fl.  dan.  t.  62. 

Zwischen  zerbröckeltem  Gypsgi^stein  im  gebirgigen  südlichen  Thei!  des 
Gebiets,  selten  (am  südwestlidien  Vorharze  ?  \^^allr.  in  Linnaea  XIY.  602.). 
April,  Mai.  —    Juli,  August. 

Wurzel  mcbrliöjifig,  Blätterrosetten  und  im  folgenden  Jabr  einfaebc  oder  ästige  Stengel 
treilicnd.  Blätter  weiebbaarig,  graugrün,  tief  oft  fast  buebtig- sägezäbnig.  Blüten  gross. 
Kronlilälter  mit  rundlieli-umgckebrteirunder  riatte,    weiss.       Sehoten   1 1 '/^"  lang,    •'•/j'"  breit. 

3.  A.  aiiricnlata.  Öhr chen- GänseJcraut.  Schoten  ab- 
stehend, fast  3-nervig  mit  ungellügelteu  Samen;  Stengel  und  Blätter  scharf- 
haarig, W^urzelblätter  eirund -länglich  in  den  kurzen  Blattstiel  verschmä- 
lert, obere  Blätter  länglich -eirun«!  mit  herzförmiger  Basis  stengelumfas- 
scnd,    sämmtlich  entfernt  sägezähnig. 

Lam.  Ene.  I.  219.  Chi.  han.  123.  Koch  Syn.  I.  41.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.43.  Reicheivb.  Ic.  f.  4334.  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  t.  59. 
A.   patula  \^'allr.   Sched.  354.     Turritis  patula  Ehrh.  Bcitr.   VII.  59. 

An    Berghängen    und    Hügeln,     auf    sonnigem    trockenem    Kalk-    und 


42  CRUCIFERAE.  Arabis. 

<iy|>sl><Ml('ii,  im  gcl)irgigcii  südliclicii  Tlicile  des  G(l>icls,  slcllimM'isc  {Sw. 
Fraiiliciiliauscn  am  Slrausshcrge,  Elielehcii  — ;  Pr.  Lotk-rsli'licn ,  Aiile- 
!„.„  — ;  //„.  M  iiuleliäuserholz  unweit  des  alten  Stollbeigs  — ).  Ajnil, 
Mai.  —    Juli,  August. 

Zarl,  IViiisIt-ngelig,  klfinl.lätlrig ,  4"  bis  1'  hoch.  Härchen  «licht,  astig.  Tralihe  gr- 
schUiigolt,  Bliilcii  sclir  klein,  Kronen  weiss.  Schoten  kaum  '/j'"  hreit,  schwach  behjait. 
seltener    nnl>eha.iit. 

41.    A.  Iiirsiita.    Rauhhaarige»  GänseJcraut.    Schot,  n 

last  aufrceht,  zusammcngedrücht  mit  IVinem  llütliennerv  und  schmal  -  flu 
gelrandigen  schwach  punctirten  Samen;  Stengel  unten  steilliaarig;  Itlätler 
länglich,  sägezähnig  und  ästig-haarig,  Wurzelhlätter  in  den  liurzeu  Blatt- 
stiel verschmälert,  obere  Blätter  mit  herzförmiger  Basis  stengelumfassend. 
Scop.  Fl.  carn.  II.  30.  Chi.  han.  122.  Koch  Syn.  1.  42.  Sti;rm 
Dentschl.  Fi.  II.  4.J.  Beiciiexb.  Ic.  f.  4:U2.  Turritis  hirsuta  Liinn.  Sp. 
pl.  93().     SciiK.  llandh.  ir.  T.  185.     Fl.  dan.  t.  1040.     Engl.  l.ot.  t.  587. 

b.  sagittata.     Das  pfeilblättrige»      Obere  Blätter  mit  hcrz-pfeil- 
förmiger  Basis  stengelumfässeud.    Öhrchen  der  Basis  abstehend. 

A.  birsuta  v.  sagittata  Chi.  bau.  das.  A.  sagittata  De  Cand.  Fl.  frane. 
Suppl.592.  Koch  das.  Beiche.ms.  das.  f.  4343.  b.  A.  planisiliqua  Pers. 
Sjn.  II    205. 

c.  glabresoens.     Das   unbehaarte.     Fast  kahl;    Schoten   meistens 
länger. 

A.  hirsuta  v.  glabresccus    und    v.   longisiliqua  Chi.  han.    123.     A.  sa- 
gittata ji.  De  Cand.   Syst.  II.  222.     A.  longisiliqua  Wallr.  Sched.  359. 
A.  glastifolia  Ueichenb.  das.    f.  4i:543.  c. 
In    Hainen    und   W'^aldungcn ,     auf    hügeligem    meistens     l.albsteinigem 
Boden,  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  /Vugust. 

Stengel    1 .i'   hoch,     einfach,     schlank,     »ollhlättrig.         Blatter    mit    ansgeschweifl  -  sJge- 

zähnigein  ,  tief  sägeiähnigeni  ,  seltener  seicht  eingeschnittenem  Rande  und  gestnizt- herzförmi- 
ger, herz-  nnd  herz  -  pfeilforniiger  Basis  varilrend.  Bliifen  klein,  Kronen  weiss.  Schoten 
kaum  '/.,'"  hrcit,  in  der  I.iingc  >on  l  liis  -'/.("  lariirend,  Samen  znsainniengedriickt  mit 
sehr    schmalen    oft    nur    an    der    Spitze    liemerklichem    Bande,     reif  sehr   fein     pnnctirt. 

5.    A.  petraea.    Stein  -  Gänsekraut,     Schoten  abstehend, 

llach,  mit  feinem  nach  ol>en  sich  verlierendem  llüebennerv  und  au  der 
Spitze  fliigelrandigen  Samen;  Stengel  an  der  Basis  nebst  den  untern  Blät- 
tern zerstreuet  gabelhaarig;  Wurzelblätter  spateiförmig  in  den  Blattstiel 
verschmälert,  ausgeschiiitteii- sägezähnig  oder  nebst  den  lineal -spatelför- 
migen  Stengelblältern  ganzrandig. 

Lam.  Eiic.  I.  221.  Koch  Svn.  I.  44.  A.  Crantziana  Eurh.  Herb.  exs. 
n.  78.  Chi.  han.  124.  Sturm  Deutsclil.  Fl.  11.45.  Beichenb.  Ic.  f.  4323. 
a.b.  A.  Thaliana  Crantz  St.  anstr.  39.  t.  3.  f.  2.  Cardamine  petraea  Linn. 
Sp.  pl.  913. 

An  felsigen  Berghängen  und  Hügeln,  auf  Gyps-  und  Kalkboden  im 
südlichen  Theile  des  Gebiets,  hier  und  da  (//»«.  Kalzensteiu  und  Peter- 
sche  Hütte  bei  Osterode,  Kohnstein,  Mnhlberg  bei  i>iedersacbswerfen, 
alte  Stollberg  über  Stempeda  — ).  Mai  bis  September.  —  August  bis 
October. 

Wurzel  »ieiköpfig,  dichte  Blätlerhiischel  nnd  zahlreiche,  6  —  10"  hohe,  meistens  einfache 
Stengel  zwischen  den  ahgeslorhenen  vorigjährigen  Slengelresten  treibend.  Blatter  dicklich, 
blau  bereift.  Tranben  leicht  hin-  und  hergebogen,  »enigbliitig,  Kronen  weiss  oder  blass 
lila.  Schoten  auf  3'"  langen  feinen  Sfielchen ,  kaum  '/■/"  hreit,  Bückennerv  der  Klappen 
>on  zarten  Seitenadern  begleitet.^  Card.imine  hastulata  Engl.  bot.  1.469.  nod  C.  feroensis 
Fl.  dan.  t.  139"i.  entsprcchcD  nicht  mehr  unserer  Form,  wenn  sie  anch  nicht  specifisch  von 
ihr    verschieden    seyn    mögen. 

'  <».    A.  aireiioHa.    Sand'GänseJcraut.    Schoten  abstehend, 

llaeh,  mit  feinem  g<'g<'u  die  Mitte  sich  verlierendem  IVüchcnnerv  und  schmal 


Cardamine.  €RIJ€IFERAE.  43 

flügelrandigen  Saiiirn,  Stcng«-!  rauhhaarig,  lilalter  gahelliaarig,  Winzcl- 
iinil  untere  Steiigelblätter  leierartig  -  schrotsägenföriiiig ,  oliere  lllättcr 
llueal-lauzettiorinig  und  ganzrantlig. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  3r2.  t.  40.  Koch  Sjn.  T.  44.  Sturm  Deutsclil.  Fl. 
H.  48.  Reichenb.  f  c.  f.  43:22  a.  c.  Fi.  dan.  t.  1760.  Sisvnibriuin  arenosum 
LiNN.  Sp.  pl.  919. 

Im  Flachiande  und  an  Hügeln,  auf  Sandboden  oder  Kalkstein,  im 
nord-östliehen  Theile  des  Gebiets,  selten  {Pr.  Barby — ■;  Mk.  Serransche 
Berge  bei  Neu-  und  Alt- Strelitz,  Boitzenburg — ;  Hb.  Poppenbüttel—; 
///.  Lauenburg — ).     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzellilältcr  loscKcnarlig  ausgebrcilcl.  Stengel  4,  6 — 10"  hocb,  ansteigend  oder 
iiilicclit,  lon  der  Mitte  an  ästig.  Traiihcn  locker,  Kronen  lila,  seltener  weiss.  Selioten- 
riclidmg   und    Starke    der    vorliergel.enden    Art.  Kommt   l.iswcücn    fast   kahl    lor. 

'S,    A.  Halleri.    Malier'»  Gänsekraut,    Schoten  auf  ab 

siebenden  Stielcben  aufrecht -abstehend,  buchtig -liöclicrig  mit  feinem  ge- 
gen die  Mitte  sieb  verlierendem  Rückennerv  und  an  der  Spitze  llügel- 
randigen  Samen;  Stengel  und  Blätter  zerstreut -haarig  oder  kahl,  Wurzel- 
und  untere  Stengelbliitter  gestielt,  rundlicli  oder  eirund,  mit  oder  ohne 
Fiederläppchen,  übrige  Blätter  sitzend,  mittlere  länglich,  entfernt  säge 
zähnig,    obere  lanzettförmig  und  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.929.  Chi.  han.  124.  Koch  Svn.  I.  44.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.43.  Reichend.  Ic.  f.  4326  a.  b.  c.  WalIdst.  et  Kit.  PI.  rar.  Ilung. 
t.  120. 

Am  Ober-  und  Unterbarze,  auf  kiesigem  und  steinigem  Boden,  an 
Schlackenhalden  und  in  der  Nähe  von  Flüssen  und  Bächen,  auch  durch 
diese  oft  weit  in  das  umliegende  flache  Land  (Hildesheim,  einzeln  bis 
Hannover,  Fichwälder  bei  Barby)  fortgeführt.  Mai  bis  August.  —  Au- 
gust,   September. 

Stengel  zu  Büscheln  vereinigt,  schwach,  schlaff,  liegend  oder  hogenförmig  ansteigend, 
Ü — .10"  lang,  sperrig- ästig,  am  untern  Theile  oft  wurzelnd  und  Blälterbüschel  für  das 
folgende  Jahr  treibend.  Blätter  zart,  grasgrün,  in  den  angegebenen  Formen  niannichfach 
und  unregelniässig  variirend.  Kronblättcr  weiss  mit  grüngtlblicher  Basis  (bei  uns  nie  rofh- 
lich  wie  an  A.  o\irensis  AVUI-F.).  A  ier  stumpfe  l>rusen :  1  kleinere  zwischen  jedem  Paar 
der    längern     Staubgefässe     und    dem    Kelche,      1     grössere,     halbmondföriuige ,     zwischen     den 

l^ürzcrn    Stanbgefässen    und    dem    Frnchlknolen.        S<  lioleu     kürzer     (7 8"'   lang)     und     breiter 

(8/4"'    l>rcil)    als    an    den    Art.   4— G,     GrifTel    länger. 

GX:  irJERBZICHJElS. 

ÖTCOnomiSCheS,  Die  unhehuarten  Arten  werden  f/ern  vom  fielt 
i/ef'resseu.     Die  Samen  von  -/.  4.  liefern  ein   mildes  Öl. 

V.     C.ARDAJfll^i:.     SCMAUMKMAUT, 

I.1NN.    Gen.     n.  8V2. 

Schote  liiieal:  Klappen  flach  ohne  Rückennery,  oder  nur  uiil 
ciiicT  Spur  desselben  an  der  Uasis.  Samen  in  jedem  Fach  1- 
zeilig,    i\ahelst'hnüfe  fadenförmig.      Gcschl.  Syst.  XV.  2. 

Einjährige  (Art.  2  —  4.),  zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  (Art.  5.  6.) 
Kräuter,  unbehaart  oder  strifhaarig.  Blätter  gestielt,  an  den  unserigen 
fiederschnittig.  Drüsen  l»al<l  4,  bald  6:  eine  oder  zwei  au  der  Basis  der 
kürzern,    und  eine  oder  keine  vor  jedem  Paar  der  längern   Staubgefässe. 

-•■     Slengelblatlslielc     am    Grunde     geöhrt. 

1.    C.  iiiipatieiis.    Spring  -  SchaumJeraut,    Schoten  in 

Richtung  ihrer  Stielchen  aufrecht- abs'tebend,  Griffel  pfrienunförmig,  län- 
ger als  die  Schotenbreite;  Blattabschnitte  länglich,  3 — 5- zipfelig -fieder 
spaltig  nnd  gestielt. 


44  '  CRIJCIFERAE.  Cardaniine. 

LiNN.  Sp.  pl.914.  Chi.  han.  Irij.  Koch  Syn.  I.  46.  ScHK.JIaiull..  II. 
T.  187.  Sturm  Deulschl.  Fl.  11.  45.  Reicuenb.  Ic.  f.  4:J02.  Engl.  I.ol. 
t.  80. 

In  Hainen  und  \^'al<lnngen,  auf  rcuclitcni  hunioscm  Uutlen,  auch  im 
Geliüsch  an  Fluss-  und  liachufVrn,    häufig.     Mai,  Juni.  —    August. 

SIciigtl    aufrecht,     einfach    oder    ol>cn    ästig.        Schmal -pfeilfürmigc    Öhrchcii    an    iler   Basis 

der    Stengelblattcr.       Paare    <ler   lllatlahschnitlc    G  —  8'",     diese   3 ö'"    l.rcit ,    zart,    hellgrün 

und  schucU  weihend.  Bluten  klein,  Kronhlütler  weiss,  häufig  nicht  «orhandcn.  Schoten- 
klajipcn    elastisch   aufspringend. 

•Jf    Blattstiele    nicht    gei.hrt. 

3.    C  »yl%'aticä.      W^altl-Schauntkraut,      Schoten  auf 

ahstehenden  Stielchcn  fast  aufrecht,  (irillel  fein,  so  lang  als  die  Scho- 
tenhreite;  Blattahschnittc  gestielt,  die  der  uutein  Blatter  eirund -rundlich, 
buchtig -eckig,  der  obere   lanzettförmig- länglich,    sttimpf  sägezähnig. 

Li>K  in  HoFFM.  Phjtogr.  Blätter  I.  50.  Koch  Sju.  I.  46.  Sturm 
üeutschl.  Fl.  11.45.  Beichenb.  Ic.  f.  4303.  C.  hirsuta  v.  sylvatica  Chi. 
han.   126.     Fl.   dan.  t.  735  (C.  inipatiens). 

In  LaubholzM-aldungen  und  Hainen,  auf  nassem  etwas  humosem  Boden 
und  an  Waldhäehen,  liier  und  da  (//»i.  und  Br.  in  den  Weserthahvaldiin- 
gen,  am  Vor-,  Unter-  und  Oberharze,  am  Solling,  bei  Schnackenburg — ; 
Mk.  bei  Neubrandenburg,  Güstrow,  im  Bostocker  Wulfshageii  — ;  IIb. 
Wellingsbüttel  — ;    ///.  Beinbeck  — ).     April  bis  Juni.—    Hai  bis  Juli. 

Von  der  folgenden  Art,  abgesehen  von  den  gegehencn  Charakteren,  zu  unterscheiden, 
durch  einen  schlängelig  gebogenen,  ästigem,  reichlicher  beblätterten  Stengel,  zarteres  hell- 
grünes Laub,  den  mehr  abstehenden  Kelch,  breitere  Kronblätter  und  6  Staubgcfässe  fast 
von  der  Länge  der  Krone,  während  C.  hirsuta  meistens  nur  4  Staubgefässe  bat,  welche 
kürzer  als  die  Kronen  sind.  Diese  Zahl?erschicdenheit  ist  indessen  nicht  constant,  wie  schon 
SciIKDHR  (Handb.  II.  "Jü!).)  riclitig  beobachtete,  und  überhaupt  die  specifisclie  Verschie- 
denheit   der    benannten    I'flanzen    noch    weiterer    Prüfung    bedürftig. 

4.  V.  ItirSIlta.  WtauheS  Schautnkraut.  Schoten  in  Rich- 
tung der  stielchen  aufrecht  oder  aufrecht  -  abstehend ,  Griflel  dicklich, 
kürzer  als  die  Schotcnhreite ;  Blätter  gefiedert,  Blattabschuitte  gestielt, 
die  der  untern  Blätter  rundlich,  selmaehbnchtig- eckig,  der  obern  läng- 
lich oder  lineal,    fast  ganzrandig. 

LiM\.  Sp.  pl.915.  Chi.  han.  126.  Kocn  Syn.  I.  47.  Schk.  Handb.  11. 
T.  187.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  45.  Beichenb.  Ic.  f.  4304.  Fl.  dan.  t.  1762 
(C.  intermedia).     Engl.  bot.    t.  492. 

In  Waldungen,  Hainen  und  im  Gebüsch,  auf  kiesigem  und  steinigem 
Boden,   häulig.     April  bis  Juni.  —    Mai  bis  Juli. 

Bald  mehr  bald  weniger  mit  kurzen  steifen  Haaren  besetzt.  Stengel  6 — ■  IVj"  lang,  an- 
steigend oder  aufrecht,  cntfernt-blällrig ,  oft  nach  oben  hin  blattlos.  Paare  der  Blattabschuitte 
4—.',,  etwas  steif,  dunkelgrün,  die  der  obcrn  Blätter  gegen  die  Basis  allmälig  keilförmig 
verschmälert.       Blüten    klein,    Kronen    weiss.       Schoten   8 10"'    lang.    »//"    breit. 

5.    D,  pratensis.     W^iesen- SchauniJcraut.     Schoten  in 

Richtung  der  Stielchen  aufrecht-abstehend,  GriÜVl  -walzenförmig,  kürzer 
als  die  Schoteiibreitc;  Kronenblälter  dreimal  solang  als  der  Kelch,  Staub- 
gefässe um  die  Hälfte  kürzer  als  die  Krone;  Abschnitte  der  untern  Blät- 
ter rundlich,  ausgeschweift -eckig  gestieU,  der  obern  lineal,  ganzrandig 
und  sitzend. 

LiMV.  Sp.  pl.915.    Chi.  han.  124.     Koch  Syn.  I.  47.     Schk.  Handb.  II. 
T.  187.     Sturm  Deutsehl.Fl.  II.8.     Beichekb.  Ic.  f.  4-308.     Fl.  dan.  t.  1039. 
Engl.   hot.  t.  776.     IIayak  Arzneigew.  V.  T.  30. 
b.  dentata.     Das  ecKigblätti-ige.     Abschnitte  der  untern  und  obern 
Blätter  tiefer  ausgeschweift -eckig;    Blüten  etwas  grösser. 

C.  pratensis  ß.  dentata  Koch.  das.     Beichenb.  das.   f.  4308  ß.     C.  pra- 
tensis V.  grandiflora    Chi.  han.   das. 


Deiitaria.  CRIICIFERAE.  45 

c.  parvifolia.  Jias  kleinblättrige,  BlattaLsdinltte  viel  kleiner, 
die  der  untern  Blätter  oft  fast  sitzend,  der  Endal)sehnitt  I<<tuni  grösser; 
Blüten  um  die  Hälfte  kleiner. 

C  pratensis   v.   parvifolia    Chi.    han.  das.      C  pratensis  }'.  Hajneana 
Beichenb.  Fl.  exe.  676.     Ic.  f.  4308  ;'. 
Aufwiesen  und  Triften,    auch  auf  oflenen  Plätzen    in  den  Waldun- 
gen, auf  nassem  humushaltigem  Boden,  sehr  häufig;    h.   auf  hoch  helegc- 
nen    Bergwiesen;    c.    au    Sunipfstellen    und   am   Wasser.      April,   Mai.  — 
Juni,  Juli. 

Slengel  loliiig,  ol>en  sclnvacli  gerieft,  kalil  oder  unten  raiililiaarig ,  auf  nassem  Boden 
liisweilen    Ausläufer   treibend.        Blätter   kahl    oder   iintcrseifs    mit    Härrlien     heselzt.       Paare    der 

Abschnitte    3 8,     Endabsehnitt     der    AVnrzelblätter    herzförmig    ansgeschnitlen ,     2 -i    Mal 

grösser    als    die  des  nächstfolgenden  Paars,    bis    zu    1 1 '/i"    »"  Durchmesser;    an  der  Spielart 

),.  „„,.   3 4"   im  Durchmesser.       Spielart  c.  lom  Ansehen  und  der  Blättchenforra  der  C.  amara. 

Kronen    blass    lila,    bisweilen   mehr  fleischfarben,    oft  in  weiss  ausbleichend.       Staubbeutel  gelb. 

f>.  C  amara.  bitteres  Schaumlcraut.  Schoten  in  Rich- 
tung der  Stielehen  aufr<'cht- ahstehend,  Grill'el  pfriemenförinig,  länger  als 
die  Schotenbreite;  Kronhlätter  fast  dreimal  so  lang  als  der  Reich,  Stauh- 
gefässe  kaum  kürzer  als  die  Krone;  Blattahsehnitte  sitzend,  eirund-läng- 
lich oder  länglich,    ausgeschweift- eckig. 

LiNN.  Sp.  pl.  915.  Chi.  han.  125.  Koch  Syn.  I.  47.  Schk.  Handb.  II. 
T.  187.  Stirn  Deutschi.  Fl.  H.  45.  Beichenb.  Ic.  f.  4305.  Engl.  bot. 
t.  10«)0.     IIa\ke  Arzneigew.  Y.  T.  31. 

b.  Iiirta.  Die  kurzhaarige,  Stengel  mit  kurzem  Haar  besetzt, 
Traubenstielchen  kahl. 

C  amara  ß.  liirta  Kocu  das.      C.  amara  v.  umbrosa  De  Cand.   Syst. 

II.    2;55.      C.    sylvatiea   HofFM.   Deutsehl.    Fl.  II.  47   (mit  Ausschluss    der  Syno- 
nyme).    Fl.   daii.  t.  148  (C.  hirsuta). 
jVn  Quellen,  Bächen  und  Gräben,  auch  in  Waldbrüchen  und  Sümpfen, 
häufig.     April  bis  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Stengel  dicht,  kantig  und  gefurcht,  am  untern  Theilc  behaart,  wurzelnd  und  Ausläufer 
treibend.       Blätter    saftig,    etwas    fleischig,    dunkelgrün.       Kronen    weiss,    Staubbeutel   violet. 

Cardamine  parviflora  'on  Schoi.lER,  Fl.  bar.  Suppl.  3'iö.  zwischen  Acken  und 
Löderitz  angegeben,  findet  sich  dort  nicht.  Prof.  GrisEBACH  traf  am  bezeichneten  Stand- 
orte eine  der  Schotenstellung  und  Griflelbildung  nach  an  C.  sylvatiea  sich  schliessende ,  der 
Wurzel-,  Blatt-  und  Blüleubildung  nach  mit  C.  pratensis  verwandte  Cardamine,  deren 
Verfolgung   in    andere   J>okalitäten    einem    entscheidenden    Ausspruche   vorangehen    muss. 

GMWJERBI.ICnMS, 

Pharniaceutisch'Medicinisches.    J'on  A.5.  Kraut  und 

Blumen  officinell  (Herb,  et  Flor.  Cardamiues,  Nasturtii  pratensis  s.  Cu- 
culi).  l'orxvalt.  Bestandth.  Jlüchtifj  scharfes  Öl  und  bitterer  Extractiv- 
stoff'.  Anwendung  fileieh  Nasturtium  oflicinale.  Nach  der  Analyse  von 
A.  P'OOET  (Brand.  Arcli.  XIV.  170.)  eifjnet  sie  sich  zum  Surrof/at  der 
Cochlcaria.  f'on  A.  6.  das  Kraut  (Herb.  Cardamiues  amarae)  statt  IVa- 
sturtium  officinale  im  Gebrauch. 

ÖTeonontischeS»  Die  Juntjen  Blätter  von  Art.  1.  4^6.  als  Salat 
und  Gemüse  essbar,  vorzüfflich  jedoch  von  A.6.,  deren  Geschmack  etwas 
bitterlich  aber  lieblicher  als  der  der  Brunnenkresse  ist.  A.  t.  fViesen- 
jt/lanze  zweiter  Güte. 

8.    IIEIV  VARIA.    XuAMwn^unz, 

lAVS.    Gen.    n.  811. 

Schote  lanzettförmiflj-liiieal :  Klappen  flach,  ohueRüeliennerv. 
Samen  in  icdeni  Fach^l-zeiliff,  IVabelschniire  flach.  Gesdil. 
Syst.  XV.  2.  * 


46  CRVCIFERAE.  Hesiieri». 

Mehijährigc  Kräuter  mit  wao^crcelitrin,  ncistliigcm,  scliuppi^züliiiigom 
Wuizclliöi]KT  uiiil  «'inlaeliein  Stengel.  Itlätter  \vcel»sel-  oder  (|uiilstäii- 
<lig.  Drüsen  4:  eine  an  der  liasis  der  kurzem  und  eine  zwischen  jedem 
Paar  der  längern  Stauhgel'ässe.  ( Heimla|>|>en  gestielt,  an  unserer  Art 
flaeli,    und   nur  der   eine    an   der   Spitze   etwas    einwärts  gerollt). 

1.  II.  biilliifera.  Knollentragende  Xahnwura»  Un- 
tere Itlätter  iiederscliuittig,  obere  ungetlieilt;  Knollenknospen  in  den 
Blattacliseln. 

LiNN.  Sp.  1.1.912.  Chi.  hau.  126.  Kocu  S>n.  I.  49.  Schk.  Ilandh.  II. 
T.  183.  Stirm  Deutschi.  Fl.  II.  48.  1\eiche>b".  Ic.  f.  4318.  Fi.  dan.  t.  3(51. 
Engl.  l.ot.  t.  309. 

In  Waldungen,  auf  schattigem  humusreichem  Hoden,  durcli  das  ganze 
Gel)iet,    im  nördlichen  Theile  mit  den  ^'^aldungen  jedoch  abnehmend. 

Stengel    l'/>  — 'i'    l'och,    iinLehaart,    ohne  AViirjelblättcr ,    untere  Stengell.lälter  aus  5 7. 

l.inseflfüiniigen  ,  entfernt  und  grohsägezälinigen  FieJerscIinitlcn  bestellen«!  ;  mittlere  ci  -  seliniltig, 
obere  ganz.  BlUtentraube  kurz.,  <lol<lenar(ig ,  Kronen  nilblichlila  in  weiss  übergebend.  Sebo- 
ten    in    einen    langen    Sehnabel    zugespit/.!. 

Pharntaceutisch-M.edicinisches*    />«•  Lnudmaun  benutzt 

die  scharf  schtneckcndc ,  allcrdinijs  nicht  fjdiiz  tinwirksnnie ,  ff'urzel,  im 
Frühjahr  (jcffrabcn,   fjef/i^'i^  liolik. 

2.  Gruppe.  SIS  YMBRE  AE.  RAVTMN  SMN  rGMirÄCMSK. 

Das  Würzelehen  auf  der  Ilüchcnscitc  flacher  Reinila]»pen  liegend  (()  II). 

9.     IIE^PERIS.     JVACMWMOXiK. 

I>1NN.    Gen.    II.  817. 

Schote  lincal:  Klappen  mit  einem  Rüekennery.  IVarbe  zwei- 
lappig, Lappen  aufrecht  aneinanderliegend.  Samen  in  jedem 
Fach  1 -zeilig.    Gesehl.  Syst.  XV.  2. 

Ein-,  zwei- (A.  1.),  selten  mehrjährige,  scharfliaarigc  Kräuter.  Blätter 
ganz  oder  leierartig- sehrotsägenförmig.  Traul»en  entfernthlütig.  Drüsen 
2:   eine  zwischen  jedem  der  hürzeru  Staubgel'ässe  und  dem  Fruchtlinoteu. 

1.  II.  itiati*oiiaIij9.  Ifamascener  IVachtviole»  Scho- 
ten aufrecht -abstehend  oder  abstehend,  zusammeugedrüelit- rundlich,  wul- 
stig; Blätter  ei -lanzettförmig,  zuges])itzt,  sägezähnig  oder  buchtig-säge- 
zähnig. 

LiNN.  Sp.  pl.  927.  Chi.  han.  127.  Koch  Sjn.  I.  50.  Schk.  Ilandb.  II. 
T.  184,  auch  II.  inodora  LiNN.  das.     Beichenb.  Ic.  f.  4378.     Jaco.  Fl.  austr. 

IV.    t.  347    (der    rnieblzueig,     zu    steil    geriebteler   Sehoten    «egen,    abucl.hend).       Engl. 

Lot.  t.  731. 

In  der  Nähe  von  Ortschaften  und  an  Buinen,  auf  Kalhsteinboden, 
verwildert  {Pr.  fV.  Albachten  unweit  Münster  bei  dem  Gute  Alvinlihof ; 
Hn.  ehedem  an  den  Buinen  der  Plesse  und  der  Gleichen,  jetzt  noch  an 
den  Buinen  der  Burg  Grubenhagen  unweit  Eiinbeek  liäuiig  —  am  Ostcr- 
bcrge  l»ei  Ilildesheim,  Osnabrück  am  Gertrudenberge  und  Kalkhügel  — ; 
Mk.  Bostock  am  Wall  — ).     Mai,  Juni.  —    August,  September. 

Stengel    1 1/.^ 3'   buch,    nebst    den    schw  iirzlieligriincn    Uliittein    steilbaarig.       Blüten    gross 

(S—IO"'  Durobm.),  blass  lila  in  «eiss  .erbleiehend  .  Abends  « ohlrierheml.  Schoten  2'/.^  — 
3'/2"  ''"g-  hegelsi.ilzig,  mit  mebrern  llingslaulenden  Seileiiadern  zu  beiden  Seilen  des 
Il,ub<-„,.ervs     durchzogen. 

GE  W^IEBBIjMCHES. 

ÖTCOnoniiSCheS-  Mit  r/efulltcn,  schnecwcisscn ,  besonders  des 
Abends   lieblich   dtif'tcudcu  lilüien    eine  Zierde    der  Gärten.      Die  Samen 


Sisyinbriiiiii. 


CRIJCIFERAE.  47 


tieben  ein  aiifatujs  ijiütilichcs ,  später  brätiidielws ,  an  der  f^uf't  leicht 
trocknendes    Öl- 

lO.    SISYJTIBRIIJ]?!.     n^wjtimN^MNr. 

LiNN.    Gen.    n.  813. 

Schole  gestreckt^  eckig -ruiullich:  Klappen  gcAvölht,  mit  3 
rServen.     Samen  in  jedem  Fach   1-zeihg.      Gesclil.Syst.  XV.^. 

Ein-  (Art.  1.  5.  8.),  zwei-  (Art.  2.  3.  4.7.)^  otlcr  mehrjalnigo  (A.  fi.) 
KräutiT.  Blätter  mehrfach  gestaltet.  Drüsen  4:  eine  an  der  Basis  «ler 
hürzern  nnd  eine  unter  jedem  Paar  der  längern  Staul)gel"ässe. 

I   Blätter  fiedcrartig    gespalten,     gethellt   oder    i  e  r  s  clin  i  1 1  e  ii. 

1.    S.  officiiiale.    If^eg-VtauTeensenf»     Schoten  ppami- 

dal-pfriemenröimig,  an  die  Si)ind(l  gedrückt,  weichiiaarig;  Blätter  schrot- 
sägenarlig-liederthcilig,  Zii>tVl  2  — 3 -paarig,  eingeschnitten  -  sägczähnig 
mit  grösscrm  spontonähnliehcni  Endzipl'el. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  26.  Chi.  han.  128.  Kocii  Syn.  T.  51.  Ueichktvb. 
Ic.  f.  4401.  Erysinrnm  officlnale  Linn.  Sp.  pl.  922.  Schk.  Ilandh.  II. 
T.  183.  Sturm  Dentschl.  Fl.  II.  5.  Fl.  dan.  t.  560.  Engl.  bot.  t.  735. 
Hayne  Arzneigew.  II.    T.  13. 

An  Wegen,  Hecken  und  an  Schutt  in  der  ISähc  von  Orfschaften  auf 
humushaltigem  Boden,  allgemein  verbreitet.  Juni  bis  August. —  August 
bis  October. 

Stengel    spen  ig  -  ästig,    sieif.       Kronlilätter   klein,    gell).       Samen    länglicli,    iait   pnnctirf. 

«.  S$.  a1■!^triacl■■l■.  VielschotigerVtauTeensenf.  Sehe 

ten  schmal -lineal,  uiiregelmässig  abstehend,  die  Jüngern  kürzer  als  der 
volle  gewölbte  Blütenstrauss;  Blätter  leierartig- sciirotsägcnformig,  Zipfel 
vielpaarig,  ungleich  gezähnt,  die  der  untern  Blätter  dreieckig  -  spitz ,  der 
obcrii  lanzctt-  und  lineal  -  lanzettförmig. 

Jaco.  Fl.  austr.  III.  35.  t.  262.  Chi.  hau.  129.  Roch  Syn.  I.  51.  Rei- 
CHENB.'tc.  f.  4410.  S.  multisiliquosum  IIoffm.  Dcutschl.  Fl.  11.51.  Bei- 
CBENB.  PI.  crit.  III.  f.  247.  Ic.  fl.  germ.  f.  4411.  S.  eckhartsbergense  Willd. 
Sp.  pl.  Tl.  502. 

An  Berghängen  und  Mauern,  auf  schattigem  felsigem  Boden,  als  Nord- 
grenze  der  Gesammtverbreitung,  selten  (Pr.  Eisleben,  Wimnielburg,  Bi- 
bra,  Eckhartberge  — ;  An.  Bernburg—;  Ils.n.Iln.  Süntclgcltirge  unweit 
Oldendorf,   namentlich  am  Ilohenstein).     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel  2 3'  liocli ,  sperrig- ästig,  bald  kalil ,  bald  nebst  den  ISlatträndern  hmi  steif- 
haarig.        Trauben   verlängert,     an    der    Spitze    10 20-bliitig,     Kroabläller    über    doppelt    so 

lang  als  der  Keleb,  Platte  länglieh  -  rnndlieb ,  gesättigt  gelb.  Scholen  bald  Vj^',  bald  '2" 
lang,  und- eben  so  «le  die  Stielehen  ^j^'"  breit,  bald  zersirenet  bald  sehr  genähert  stehend, 
Wechsel« inkclig   durch    einander    gerichtet,    gerade    oder   beugig,     etwas    wulstig. 

3.    S.   Irio.     Iianghlättriger  MauTeensenf.     Schoten 

schmal -lineal,  abstehend,  oft  beugig,  die  Jüngern  über  den  magern  ila- 
chen Blütenstrauss  hervorragend;  Blätter  fiedertheilig,  Zipfel  ungleich 
gezähnt,  die  der  untern  Blätter  länglich -lanzettförmig  mit  spontonförmi- 
gem  Endzipfel,    der  obern  lineal -lanzettförmig. 

Linn.  Sp.  pl.  921.  Chi.  han.  128.  Koch  Syn.  I.  52.  Beicheni?.  Ic. 
f.  4408.     Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.:t22.     Engl.  bot.  t.  1631. 

An  Gebirgshügeln,  auf  felsigem  Boden,  selten  und  intcrmittirend  {IIs. 
Ilohenstein  bei  Oldendorf,  wo  schon  Ehrhart  i.  J.  1784  die  noch  in  sei- 
nem Nachlasse  befindlichen  Exemplare  sammelte;  Jln.  Süntelgebirge)  Mai 
bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Stengel   2 2'^'    hoch,    sperrig  -  ästig,    kahl.       Trauben   späterhin  sehr  verlängert ,     ander 

Spil/e    .'S 8 -blutig;     Blüten    halh    so    gross    als    an    der    vorhergehenden    Art,    Kronbläfler    um 

die   Hälfte   länger    als    der  KeUh,    riaüc   langlieh,   blass  gelh.       Schoten   2"  lang,    V2'"   ''■■'''» 


48  CRVCIFERAE.  Si^ymbrium. 

und  auf  tlüiinerii  Slioldicn  stebcnd ,  tlicils  anlVccIit,  lliciu  aiistclieiul ,  uft  auch  nagcreclit  uiiil 
ahnarts    gekrümmt,     etwas    wulstig. 

'4.    f$.  lioeselil*    MiöseVs  HauJcensenf,    Sciiotcn  Hmai, 

aul"  aJ)stelieiidcn  Stielchcii  bogig  aiistfigcml,  «lic  Jüngern  kürzer  als  <ler 
ge-\v()lbte  IJlütenstraiiss ;  Illätter  sclirotsägenlormig,  ii(;l>st  dem  Stengel 
borstenliaarig,  Zipfel  ungleich  gezähnt,  die  der  untern  Hlälter  länglieh, 
gegen  den  Endzipf'el  zusaminenlliessend,  der  ohern  lauz<'ltJ'örniig  mit  ver- 
längertem spontonförniigem  Endzipfel. 

LiNN.  Sp.  pl.921.  Chi.  han.  128.  Kocii  Svn.  I.  51.  Sciik.  Ilandh.  If. 
T.  187.     Reichenb.  le.  f.  4409.     Jaco.  Fl.  austr.  IV.  t.324. 

An  Mauern  und  auf  Schutt,  im  südöstlichen  Tlieile  des  Gebiets,  ziem- 
lich häufig  (/*r.  Eisleben,  Schraplau,  Giebichenstein ,  Petersberg,  Barliy, 
Quedlinburg,  Ilalberstadt — ;  Sw.  Frankenhausen  auf  den  meisten  Mauern  — ; 
Br.  IJlankenburg  — ).     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel    1 1 '/u'   '^"g>     «■'ifacli    oder   olicn    ästig;     diclit    mit    aliivärtsgerielitetcn ,     steifen, 

weissen  Haaren  besetzt.  Traiüie  meistens  astig.  Hliilen  wenig  grösser  als  die  der  A.  3. 
Kronlilattplafle  umgelielirteirund ,  gelli.  Schoten  iy.^"lang,  '/_,'"  breit,  oft  in  abweioliender 
Riclitnng   stehend    oder    gekrümmt. 

5.  S.  ^oiiliia.    Teinhlättriger  Mauleensenf,    Schoten 

lineal,  auf  abstehenden  Stielchen  bogig  aufreclit;  Kronblätter  so  lang  als 
der  Kelch,  oder  kürzer;  Blätter  doppeli  fiederschnitfig  mit  schmal-linealen 
fiedertheiligen  oder  ganzen  Fiedern. 

LiNN.  Sp.  pl.  922.  Chi.  han.  129.  Koch  Syn.  I.  52.  Reichenb.  Tc. 
f.  4405.     Fl.  dan.  t.  528.     Engl.  bot.  t.  9&3.     Hayne  Arzneigew.  Y.  T.  33. 

An  Wegen,  Zäunen  und  Ackerrändern,  auf  magerm  santligem  Boden, 
häufig.     ]>lai  bis  Juli.  —    August,  September. 

Fiedcrn    der   Bl.itter   4 •'>"'   lang,     '/.^ ^/^"'    breit.       Kronen    gelb. 

ff    Blätter    ganz. 

6.  ^.  isttricti8sinMiin.    straffsten  gelig  er  nauJeen- 

Senft  Schoten  lineal,  aufrecht- abstehend,  wulstig;  Blätter  länglich- 
lanzettförmig, ungleich  gezähnt,  sägezähnig,  oder  eingeschiiilten-gezähnt, 
obere  oft  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  922.  Chi.  han.  127.  Koch  Syn.  I.  5;^.  Beicheab.  Ic. 
f.  4414.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  194. 

An  Gebirgshängen,  auf  felsigem  Boden,  als  Nordgrenze  der  Gesammt- 
verbreitung,  selten  (Hs.  Ilohenstcin  bei  Oldendorf  — ;  Rr.  >Volfeiihagen  — ■; 
lln.  Polle,    Ith  bei  Ockensen — ).     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Stengel   • 3'  hoch,    straff,    dicht  beblättert,    gegen  die  Spitze  risjjenartig- ästig.       Blätter 

fast    aufrecht,     gestielt,      an    beiden    Enden     ziiges]>i(zt ,     schwärzlich  -  grün ,     unterscits     heller. 

Trauben    kurz,    8 10-blülig,    Kronblätter    doppelt    so    lang   als    der    Kelch,     Platte    länglich, 

gelb.       Schoten    I '/.^ 2"   lang,     y.,'"   breit,     mit   pfricmenformigcm    Grillel. 

9.  S.  Alliaria.  StarTeriechender  WtaiiTcensenf,  Scho- 
ten lineal,  mit  den  gleich  dicken  Stielchen  bogig  anstcigen<l,  wulstig: 
untere  Blätter  nicrenlörinig- rundlich,  grob  g<'kerbt,  obere  herzförmig- 
eirnnd,  spitz,  ausgeschweift-gezähnt. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  26.  Chi.  han.  127.  Koch  Syn.  I.  53.  Alliaria  offi- 
cinalis  Andrzej.  in  De  Ca\d.  Syst.  II.  489.  Beicueab.  Ic.  f.  4379.  Erv- 
simum  Alliaria  Liiviv.  Sp.  pl.  9;>2.  Schk.  Ilaiidb.  II.  T.  183.  Fl.  dan. 
t.  953.     Engl.  bot.  t.  796.     Hayne  Arzneigew.   V.   T.  34. 

An  Hecken,  Wegen,  Waldrän<lerii  und  in  Grasgärten,  auf  frischem 
etwas  hiunushaltigem  Boden,  allgemein  verbreitet.  April  bis  Juni.  — 
Juni  bis  August. 

Blätter  zerrieben  einen  starken  Knoblaucligerncli  entwickelnd.  Kronen  schnecwciss.  Scho- 
ten   'i"    lang,     1'"    breit. 

S.   !§».  Thallaiiiini.  VhaVs  MauTcensenf.  Schoten  schmal 


Krysiiniiiii.  CRIJCIFERAE.  49 

lincal,  auf  abstellenden  StielcLen  aufrecht -al>stcbenfl,  kaum  doppelt  so 
lang  als  diese;  Blätter  gezähnelt,  feinhaarig,  wurzelständigc  rosetlen- 
artig,  länglich -spateiförmig,  stengelständige  entfernt  stehend,  länglich 
oder   lineal. 

Gaud.  Fl.  helr.  IV.  348.  Koch  Svn.  I.  5.3.  Arabis  Tbaliana  Linn. 
Sp.  pl.929.  Chi.  hau.  123.  Schk.  lländb.  Tl.  T.  185.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  II.  11.  Fl.  dan.  t.  1106.  Engl.  bot.  t.901.  Conringla  Tbaliana  Kei- 
CHENB.  FL  exe.  686.     Ic.  f.  4.380. 

Auf  Äehern,  Brachen  und  Triften,  vorzüglich  auf  sandigem  Boden, 
häufig.     April  bis  September.  —    Juni  bis  Octobcr. 

Spannenlang,  zart,  büsclielsfändig  otlcr  einzeln,  einlaeh  oder  ästig.  Stengellilälter  nur 
3  — .i.       Kronen    klein,     weiss.       Schoten    ö  —  7'"   lang,     y^'"   I.reit. 

Pharmaceutijsch- JtKedicinisches»     liruut  und  Same  von 

j4.1.  officinell  (Herb,  et  Semen  Erjsimi  vulgaris  s.  Irionis),  desijleichen 
von  A.  ö.  (Herb,  et  Sem.  Sophiac,  Sophiae  Chirurgorum).  f'örwalt. 
Bestandth.  beider  sehiirfes  ätherisches  Öl.  Anwendnny  der  erstem 
in  Pulverform  oder  im  Auf'fftiss ,  als  leichtes  Tonicum  rjeffen  chronische 
Lunffenhatarrhe  u.s.w.,  auch  als  Syrupus  (jeffen  Jleiserkeit ,  das  Kraut 
beider  frisch  auffjelefjt  fjcfjen  Geschwüre ,  wozu  man  auch  wohl  A.  7.  an- 
wendet. Die  Samen  aller  3  Art.  als  ein  ^vurni-  und  harntreibendes  Mittel 
itn  Ilauxffebruuch;  die  von  A.  5.  neuerlich  wieder  yefjen  ff'ürmer  und 
Steinbesch iiicrden  angewandt. 

ÖTCOnontisCJieS»  THe  jungen  Blätter  von  A.  1.  geben  ein  Gemüse, 
die  von  A.  7.  werden  hier  und  da  statt  Knoblauch  dem  Gemüse  zunesetzf. 
Die  Samen  von  A.  1.  können  als  Senf  dienen,  von  A.  7.  ifchen  sie  ein 
fettes  Öl.     A.  6.    Zierpflanze. 

jAyy.     Gen.     n.  814. 

Schote  lineal,  J:-kantig  oder  run(llicli:  Klappen  mit  einem 
Rückennerv.  I\avl>e  stumpf,  ganz  oder  ausgerandet.  Samen  in 
jedem  Fache   1- zeilig.        Geschl.  Syst.  XV.  2. 

Ein-  (Art.  1.  6.  7.),  häufiger  zweijährige  (Art.  2 — 5.),  selten  mehrjäh- 
rige Kräuter  oder  Stauden.  Blätter  ungetheilt,  untere  in  einen  Stiel  ver- 
schmälert, obere  sitzend.  Drüsen  4:  eine  halbmondförmige  an  der  innern 
Seite  der  hürzern,  und  eine  rundliche  vor  jedem  Paar  der  längern  Staub- 
gefässe. 

f   Stengcllilätter    sitzend. 

1.  E.  clieirantlioides.  IiacTeartiger  Schot endotter. 

Schoten  auf  fast  halb  so  langen  Stielen  aufrecht-abstehend,  4-kantig  und 
anliegend -zartbaarig;  Blütenstielchcn  doppelt  so  lang  als  der  Kelcli  , 
Blätter  länglich- lanzettförmig,  an  beiden  Enden  verschmälert,  seicht  und 
entfernt  ausgeschweift  -  gesägt. 

Lt]s\.  Sp.  pl.  923.  Chi.  han.  129.  Koch  Syn.  I.  54.  Schk.  llandb.  II. 
T.18.3.  Beichenb.  Ic.  f.  4383.  Jaco.  Fi.  austr.  I.  t.  23.  Fl.  dan.  t.  731. 
u.  92;^.     Engl.  bot.  t.  912. 

Auf  Ackern,  an  Ackerrainen  und  an  Flussufern,  auf  sandigem  und 
kiesigem  Boden,  häufig.     Juni  bis  August.  — ■    August,  September. 

Stengel  vollblattrig.  Blatter,  «ie  die  der  übrigen  Arten  der  Abtlil.  f ,  mit  diebt  an- 
liegenden zarten  znges]iitzten  Bürsteben  bedeckt,  die  zu  '2  —  3,  strablig  diiergirend,  oder  /.ii 
2,  in  gerader  Ricbtung,  icibunden  sind.  Blüten  klein  und  gcrncblos  ,  Kronliläller  dottergelb. 
Frncbtiraul.en  sebr  lang,    Scboten  7—8"'  lang,    dem  Oolnble  nach  glatt,  lon  Farbe  der  Bk.tfer. 

«.      E.    liieracifolliini.      MahichUTerauthlüttriger 

Schotendotter*     Schoten    straff  aufrecht,    4-kantig   und   anliegend- 


50  CRIJCIFEBAE.  Erysiiimiii. 

scliarflia.irijs; ;  Blüteiistlelclien  so  l.iiig  als  diT  Kelch;  Blätter  länglich- 
laiizettfoiiiiig,  «-ntfcrnt  ausgeschweift -gezähnt,  untere  stumpf  mit  aufge- 
setzter Spitze,    obere  kurz  zugespitzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  923.  Chi.  hau.  180.  Schk.  Ilandh.  U.  T.  183.  Rki- 
CHENB.  PI.  Grit.  T.  t.  12.  Ic.  f.  4388.  Fl.  dan.  t.  229.  E.  strictum  Fl.  d. 
Wetter.  IT.  4-51.     Kocn  Syn.  I.  55. 

Im  Felde,  au  Hügeln,  Flussufern  und  Wegen,  auf  niagerm  sandigem 
Bodeu,  auch  auf  Mauern  und  Ruinen,  ziemlich  häufig.  Juni  his  August. — 
Septemher. 

Stengel  vollhlättrig.  Blüten  iloppelt  so  gross  als  an  der  vorhcrgrliendcn  Art,  gcriiclilos; 
Kronen  cifronengell) ,  Kronblattplalto  lioilförmig  in  den  N.igel  versclimulert.  Fniclittrauben 
Ung,  Schoten  iint  der  Spindel  parallel  sichend,  bis  zu  V/^"  lang,  seliärflieh  anzufühlen, 
den    Blällern    gleiehfarhig.    —       A'ariirt    mit    kleinern    Blüten. 

3.  E.  virgatimt.    Muthenförntiger  Schofendotter. 

Schotcu  aufrecht,  4 -kantig  und  anliegend- scliarl'liaarig  ;  Blütensticlcheii 
etwas  kürzer  als  der  Kelch;  Blätter  lincal- lanzettförmig,  fast  ganzran- 
dig,    untere   stumpf,    obere  kurz  zugespitzt. 

Roth  Cat.  bot.  I.  Tb.  Roch  Syn.  I.  54.  F..  hieracifolium  v.  subiiite- 
gerrimum  Chi.  hau.   130.     E.  longisiliquosum  Reicueinb.  Ic.  f.  4389. 

An  Bergabhängen  und  Hügeln,  auf  magcrm  Kalk-  und  Gypsboden, 
im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  als  nord- westliche  Grenze  der  Gcsammt- 
verbreitung,  selten  (Hs.  Eulenkopf  bei  Allendorf  — ;  Pr.  Nordhausen, 
Sondershausen,  Auleben,  Badra,  Wernigerode  — •;  Sehw.  Frankenhau- 
sen — ;    Hn.   alte   Stollberg). 

Stengel  bis  3'  hoch,  einfach  oder  nach  oben  aufrecht  -  ästig ,  Blatter  schmäler  als  an  der 
Torhcrgchenden  Art  und  stärker  mit  2  —  3-thelllgen  Borstenhaaren  besetzt,  graugrün.  Blüten 
bald  eben  so  gross  bald  kleiner,  Kronen  schwefelgelb,  Kronblaltplatle  keilförmig  in  den 
iNagel  verschmälert.  Schoten  bald  1'  bald  2"  lang.  —  Variirt  mit  seicht  ausgeschweift- 
gezähnten  Blättern. 

4.  E.  odoratimt.    IFohlriechender  Schofenaotter. 

Schoten  aufrecht -abstehend,  4 -kantig,  mit  fast  2 -lappiger  IVarbe  und 
haariggrau;  Blütenstielchen  halb  so  lang  als  der  Kelch.  Blätter  lincal- 
oder  länglich -lanzettförmig,  ausgeschweift- scharfzahnig,  untere  stumpf 
mit  aufgesetzter  Spitze,    obere  zugespitzt. 

Ehrh.  Beitr.  VII.  1.57.  Chi.  han.  130.  Roch  Syn.  I.  55.  E.  lanceo- 
latum  Reichenb.  Ic.  f.  4393/9.  PI.  crit.  II.  t.  148  (E.  Chciranthus  firmum). 
E.  cheiriflorum  Wallr.  Sched.  367.  E.  hieracifolium  Jaco.  Fl.  austr.  I. 
t.  73  (Schotenstellung  abweichend).      Chcirautlius  erysiiuoidcs  LiNN.   Sp.   pl.  92-3. 

b.  siiiiiatiiiii.     Her  buchtigblättrige.     Blätter  buehtig-sägezähnig. 
E.  odoratum  ß.  dentatum  Roch  das.     E.  odoratum  Reichenb.  PI.  crit. 

I.  t.  80.     Ic.  f.  4390  u.  f.  4386   (E.  carniolicum;    mit  schmälern  kleiner- 

buchtigen  Blättern). 
Auf  Berghäugen  und  Hügeln,  auf  magerm  Ralk-  und  Gypsboden,  im 
südlichen  Theile    des   Gebiets,    als  Nordgrenze    der  Gesammtverbrcitung, 
selten  {An.  Sandersleben,  Bernburg  — ;    Hn.  Neustadt  unweit  der  Ruinen 
des  Uohensteins  — ).     Juni  bis  August.  —    September. 

Haarbekleidung  der  Blätter  wie  die  der  A.  3.  Blüten  so  gross,  «ic  an  A.  2.  Abends 
stark  honigartig  riechend,  Kronen  schHefelgelb ,  Kronblaltplalte  rundlich  gegen  den  Nagel 
tretend.  Schoten  1 '/2"  '""g'  **'"■  <1''"'>>  durch  dichten  Ilaarbesatz  «eissgrau,  oft  mit  kall- 
lern   grünlichen   Kanten.       >arbe   breit,     durch    Thcilung   bis    unter   die    Mille   2 -kopfig. 

5.  E.  crepldifoliiini.    Pippauhlättriger  ^choten- 

dotter»  Schoten  aufrecht- abstehend,  stumpf-4-kantig,  mit  kopfförmi- 
ger  Narbe  und  haarig -grüngrau;  Blütenstielchen  2 — 3-mal  kürzer  als 
der  Reich;  Blätter  lineal  -  spateiförmig  mit  zurückgebogener  S]>itze,  untere 
buchtig -gezähnt  oder  schrotsägenartig,  obere  ausgeschweift -gezähnt  oder 
fast  ganzrandig. 


Brassica.  CRIJCIFERAE.  51 

Reichenb.  PI.  ciit.  I.  t.  6.  Ic.  f.  4385.  Koch  Syn.  I.  56.  E.  otloratum 
V.  crcpitlifoliiim  Chi.  han.  131.     E.  pallcns  Wallr.    Schetl.  363. 

All  IterghäiigPii  und  Hügeln,  auf  felsigem  steinigem  Hoden,  im  süd- 
lielienTlieile  des  Gebiets,  als  Nordgrenze  der  Gesainnitveilireitiuig,  selten 
(/*>•.  Wetlin,  Blechliüttc  helTlialc,  Rossti-appe — ;  ^e/iiu.  Sondeishausen, 
Stockhausen  — ).     April  liis  Juni.  —    Juli,  August. 

Slcngel  l'/o'  liocli.  Blätter  beiigig,  oft  linnig  und  gel.ogeniandig.  Bli.lcn  der  ynr- 
hergelienden  Art,  mir  die  Stielcheii  nofli  kürzer,  Kronen  stliwci'elgcll) ,  geriiclilos.  Soliolen 
l'/j— 2"  l.ing,  sehr  dünn,  stumpfkantiger  als  an  den  vorliorg.l.enden  Arten,  IVarLe  nur 
lalli    so    breit    als    an    A.  4.  ,     nur    sclnrarli    ansgerandct. 

6.    E.  repainluni.    Sperriger  Schotendotter,    S<li.>- 

ten  mit  den  fast  elten  so  dicken  Stielelien  wagereclit  abstehend,  stumpf 
kantig -rundlich  mit  gestutzter  Narbe;  Blütenstielchen  halb  so  lang  als 
der  Reich;  Blätter  lineal- lanzettförmig  mit  zurückgebogener  Spitze,  un- 
tere Imchtig,  gezähnt  oder  sclirotsägenartig,  obere  ausgesebATeift- gezähnt. 

LiKN.  Sp.  pl.92:?.  Chi.  han.  131.  Rocii  Svu.  I.  5:5.  Schk.  Handb.  II. 
T.183.     Beiciienb.  PI.  crit.  I.  t.  79.     Ic.  f.  4384.     Jacq.  Fl.  austr.  1.  t.  22. 

An  grasigen  Hügeln  und  auf  Brachfeldern,  auf  inagerin  sandigem  Bo- 
den, als  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung,  selten  (Hh.  Göttingen  am 
Kleinen -Hagen,    über  GrätzeVs  Mühle,    Tielleicbt  auch  am  Harzrande). 

Stengel  6,  8  —  12"  l.oeh ,  bald  einfach,  bald  ausgebreitet  astig.  Haarbeldeidiing  der 
Blätter  zerstreuet  und  meistens  aus  einfachen  Haaren  bestehend.  Blüten  so  gross,  «ie  an 
E.  odoratum,  Kroi\pn  blassgclb.  Schoten  '2'/2  —  3"  lang,  steif  abgespreizt,  etwas  widstig, 
mit   kaum    merklirh   lortretender    l>arbe. 

ff    Stengelblätler    umfassend. 

V.  E.orieiitalel   morgenländischer  Schotendotter. 

Schoten  steif  abstehend,  4 -eckig  und  unbehaart;  Blätter  ganzrandig, 
untere  umgekehrt -eirund,  in  den  kurzen  Blattstiel  verschmälert,  obere 
oval  mit  herz -pfeilförmig  ausgeschnittener  Basis. 

R.  Br.  Hort.  kew.  II.  117.  Koch  Svn.  I.  58.  Conringia  orientalis 
Andrz.  in  De  Cand.  Syst.  II.  508.  Chi.  han.  132.  Beichenb.  Ic.  f.  4382. 
Brassica  orientalis  L.  Sp.  pl.  931.  Schk.  Handb.  II.  T.  18G.  Jacq.  Fl. 
austr.  II.   t.  282.     Engl.  bot.  t.  1804. 

Auf  Äckern,  auf  kalkhaltigem  Boden,  in  der  südlichen  Hälfte  des  Ge- 
biets hier  und  da  eingebürgert.     Mai  bis  August.  —    September. 

A'on  abweichendem,  der  Arabis  brassicaeformis  genähertem.  Ansehen.  Aufrecht,  einfach, 
unbcluart  und  graugrün.  Blätter  bis  zu  1"  breit,  etwas  fleischig  und  saftig.  Traube  wenig- 
blutig,  Kronen  gelblich  -  weiss.  Schoten  3  —  h"  lang,  scharf  4-seitig,  pfriemenförmig  zu- 
gespitzt,    mit    ästigen    Aderchen    durchzogen. 

ÖlCOnomiSCheS.  nie  Art.  1—3,  5  und  6.  empfehlen  sieh  zu 
Zierpflanzen. 

3.   Gruppe.     BRAS§ICEAE.     K:0BX.GX:1§^ÄCH&X:. 
Das    Würzelchen    von    rinnig    gefalteten   Keimlappen    reitend   umfasst 
(O»). 

19.    BRA§|fi»ieA.     MOBIi. 

I.INN.    Gen.     n.  820. 

ScIlOlen  lineal  oder  länD;lich,  in  einen  pfrienienförmigen 
Sehnahel  veischuiälert:  Klappen  geAvölht  mit  einem  Rückenneiv 
und  ohne  oder  mit  Äderchen,  die  beiderseits  in  eine  gcschlän- 
prelte  Länffsadcr  zusammenfliessen.  Samen  kugelig,  in  jedem 
Fache  1- zeilig.     Geschl.  Syst.  XV.  2. 

Einjährige  (A.  4.)  oder  ein-  und  auch  zweijährige  (Art.  1 — 3.),  seltener 


52  €RIJCIFERAE.  Brassica. 

inelii'jiihi'igc  o<ler  staiuligc,  aufrechte,  ästige  Gewiiclisc.  Itlätter  oft  leier- 
föriiiig  oder  fieilerspallig,  liäiilig  Meich-  oder  Itliiulieligrün.  Drüsen  4: 
eine  zwischen  den  kurzem  Stauhgefiissen  und  dem  Fruchtknoten,  und 
eine   ^or  jedem  Paar  der   längern   Staubgefässe. 

1.    B.   oleracea.     Genteiner  Kohl,     Selioien  abstehend 

Oller  hängend,  Trauben  schon  vor  dem  Aufblühen  verlängert,  mit  über 
den  Illüten  stehenden  Knospen  und  aufrecht- anliegenden  Kelchen  ;  Blätter 
meergrün  und  stets  kahl,  obere  länglich,  sitzend,  untere  leierförmig  und 
gestielt. 

LiNN.  Sp.  pl.932.  Koch  Sjn.  I,  58.  Reichenb.  Ic.  f.  4488.  Engl.  bot. 
t.  6-37. 

Wild  an  den  Küsten  von  Helgoland,  auf  felsigem  Boden,  verwildert 
auf  cultivirtem  Boden  und  an  Schutthaufen,  jedoch  selten.  April,  ]>Iai. — 
Juli,  August. 

Stengel  l'/j — 3'  hoch.  Bliiteii  flaeh ,  lieinlich  gross.  KroiibläHei  «eisslirhgell. ,  .im 
RanJe  «ollig,  Schoten  riindlich  -  4  -  kantig,  in  einen  kuiien  «licken  Sclinahel  auslaufen,!.  In 
nnsein  Gärten  in  7  Unterarten  cultivirt  ( niatlkoU ,  ^Vinter-  oder  Braunkohl,  Rosenkohl, 
Wirsing,    Weisskrant    oder  Kopfkohl ,    Kohlrahe    über    der    Erde,    Spargel-    nnd    Blumenkohl). 

Ä.  B.  IVapilS.  Itappjf-  (JRepp*')  Kohl»  Schoten  abste- 
hend, Trauben  gewölbt,  mit  über  den  Blüten  stehenden  Knospen  und 
halb  oftenen  Reichen;  Blätter  sitzend,  lauchgrün,  anfänglich  feinhaarig, 
später  kahl,  obere  länglich  mit  tief  herzförmiger  Basis  stengelumfassend 
und  ungleich  sägezähnig,    untere  leierförmig.  v 

LiNN.  Sp.  pl.938.     Koch  Syn.  I.  59. 

a.  oleifera  bieunis.    Oer  überwinternde  (Wintcr-Bapps.    Stamm- 
art).    Im  zweiten  Jahre  blühend;    Stengel  stielrund. 

B.  TVapus  oleifera  biennis  Metzg.  Kohlart.  41.     B.  IVapus  ß.  Koch  das. 
Reichenb.  Ic.  f.  4435  ß. 

b.  oleifera   anniia.      Der  jährige   (Sommer-Rapps).      Im   ersten 
Jahre  blühend;    Stengel  stiel  rund;    niedriger  und  schwiicher  als  a. 

B.  IVapus    oleifera    annua   Metzg.    das.    45.      B.  Napus    a.    Koch   das. 
Reichenb.  das.  f.  4435  ci. 

c.  esculenta.     Der   knollentragende   (Steckrübe,   Erdkohlrabe). 
Stengelbasis  zu  einem  unter  der  Erde  l)leibenden  Knollen  anschwellend. 

B.  Napus  y.  esculenta  Koch.  das.     B.  INapus  rapifera  Metzg.  das.  40 
Reichenb.  das.  f.  4435  y. 
Auf  Düngerhaufen,    an  Wegen  und  Futterplätzen,    auf  fettem  Boden, 
verwildert,   jedoch  selten.     Spielart  a.  April,  Mai.  —   Juni;    Spielart  b. 
Juni,  Juli.  —    September. 

Blüten  kleiner  als  an  B.  oleracea,  Kronhlättcr  goldgelb,  glanienJ.  Schoten  breit  ge- 
drückt, Schnabel  '/ö  ^°  '""6  "'«  •''«  Schote,  steif,  spits  zulaufend.  Spielart  b.  durch  «ie- 
dcrholte    frühe    Aussaat   aus    der    Slammart  a.    entstanden. 

3.  W»  Wi,»\ta.  Hüben- Kohl,  Schoten  aufrecht -abstehend; 
Trauben  flach,  mit  tiefer  als  die  Blüten  stehenden  Knospen  und  ganz 
oflenen  Kelchen;  Blätter  grasgrün  und  rauhhaarig,  obere  stengelumfas- 
send, aus  herzförmiger  seicht  gekerbter  Basis  lineal -lanzettförmig  ver- 
schmälert und  ganzrandig,  untere  leierförmig  und  gestielt. 
LiNN.  Sp.  pl.  931.     Koch  Syn.  T.  59. 

a*  oleifera  biennis.  Ber  überwinternde  (Winter-Rübsen.  Stamm- 
art).    Im  zweiten  Jahre  blühend;    Wurzel  dünn. 

B.  Rapa  oleifera  biennis  Metzg.  Kohlart.  50.     B.  Rapa  ß.  Koch  ilas. 
Reichenb.  Ic.  f.  44.34  ß.  (B.  campestris  biennis). 

b.   oleifera   annua.     Her  jährige   (Sommer-Rübsen).     Im   ersten 
Jahre  blühend;  Wurzel  dünn;  Stengel,  Schoten  und  Samen  schwächer 
als  an  a. 
B.  Rapa  oleifera  annua  Metzg.  das.  51.     B.  Rapa  a.  campestris  Koch 


§lnapi8.  CRIJCIFERAE.  53 

das.     li.  cfiinpestris  LiNN.  Fl.  suec.  136.     Ueicuenb.  das.  f.  4434  «.  (B. 

cainpestris  aiiniia). 

c.   rapifera.     Der  rübentragende   (Weisse   Hübe).      Im   zweiten 

Jahv   hlüliend;   Wurzel   sclion   im    ersten  Jahr   fleischig   angeschwollen, 

spindellormig,    länglich  oder  rund. 

B.  Bapa  rapifera  Metzg.  das.     B.  Bapa  y.  Hocii  das.     Ueicuenb.  das. 

f.  4437  ß.  (B.  Bapa  biennis). 
Auf  cultivirtem  sandig- liumosem  Boden,  hier  und  da  verwildert;  b.  be 
sonders    da,    avo    a.   gebauet   wird.       Die    zweijährigen    Spielarten   April, 
Mai.  — •   Juni,  Juli;    die  einjälirigc  Juni,  Juli.  —    September. 

Hronblätter  mit  knrzcni  Nagel,  flach,  goldgelb.  Scbofen  mehr  sticlrimd  als  an  B.  Naj>us, 
in  einen  langen,  dünnen  Schnabel  auslaufend.  Aus  a. ,  als  der  Stanimart,  ging  durch  Cultur 
und  Pflege  die  .Spielart  c.  hervor;  b.  erzeugfc  sich  aus  spat  im  Herbst  noch  licimenden 
Samen    der    culli^irten  Spielart  c.    und  vurde  durch  ■vviederliolte  Aussaat    im  Frühjahre  einjährig. 

4.  B.  nigra.  Schwarzer  Kohl  (Schwarzer  Senf).  Schoten 
an  die  Spindel  gepresst;  Kelche  fast  wagerecht  al)steliend;  Blätter  ge- 
stielt, obere  lineal- lanzettförmig,  ganzrandig,  untere  leierartig  mit  sehr 
grossen  rundlichen  Endlappen. 

Koch  Dentschl.  Fl.  IV.  713.  Syn.  1.  60.  Chi.  han.  133.  Sinapis  nigra 
LiNN.  Sp  pl.9a3.  Beichekb.  Ic.  f.  4427.  Engl.  bot.  t.  969.  Hayne  Arz- 
neigew, .yill    T.  40. 

Auf  Acliern  unter  der  Saat,  auf  sandig- liumosem  Boden,  häufig  ein- 
gebürgert, auch  Mohl  an  Wegen  und  auf  Schutt.    Juni,  Juli. —  September. 

Stengel  sperrig- ästig,  bereift.  Blätter  dunkelgrün.  Blüten  so  gross  «ic  an  A.  3. 
Kronen  gelb.  Schoten  nur  ^4 — '  1"  l->"g'  1  —  l'A'"  '"'*''>  '■>  einen  feinen  geraden  Schnabel 
zugespitzt.      Samen   eingestochen -puuctirt. 

GM  trjEHBJLICHES. 

JPharmaceutisch - Meflicinisches*    A.  1.  im  Haiisffcbrauch. 

Anwemluiiff  der  frischen  Blätter  nuf  Geschwüre  u.s.w.,  des  Sauer- 
krauts (Milchsäure  enthaltend)  innerlich  als  Antiscorbuticum.  J'on  A.S.c. 
dieff'urzcl  of/icinell  (Rad.  Rapae  sativac).  Vor  w  alt.  Bcstandth.  flüch- 
tifj  scharfes  ätherisches  Ol  und  Zucker.  Anwenduntf  der  frischen  Rüben 
äusserlich  auf  Brandschäden;  innerlich  in  Abkochunf/  oder  Saft.  Von 
A.  4.  die  Samen  officinell  (Sem.  Sinapis  nigrae  s.  viridis).  Vorwalt. 
Bcstandth.  ein  fettes  und  ein  flüchtiges  Öl:  Sinapiti  oder  Sinapisin 
(mit  den  aus  dem  flüchtifjen  Ol  entstehenden  Basen:  Sinammin ,  Sinajtolin 
und  Thiosinammin) ,  auch  (nach  Bvssy)  Myrosyn  und  Myronsüure. 
(Über  den  Gehalt  von  Sulfosinapisin  verrjl.  Journ.  de  Pharm,  fllai  1831. 
"271.  273).     Anwenduny  äusserlich  als  ziehender  Senfteig ,    innerlich  im 


Auffiuss,  als  destillirtes  fV asser  oder  in  Pulverform,  als  mufjenreini- 
f/enaes  und  diuretisches  Mittel.  Als  Präparate  sind  meistens  noch  in 
Gebrauch  Vinum,    Serum  lactis  und  Unguentum  Sinapicum. 

technisches»     A.  1.   im  Rothkohl    einen,    auch  als  Reaffcns  statt' 


ulen  ,  rothen  Färbestoff'  enthaltend. 
ÖlCOnontischeS»  Benutzuntj  der  Art.  1-^3.  als  Gemüse  und  zur 
Viehfüttcrunff  bekannt,  eben  so  die  Bcnutzunr/  der  Samen  von  Art.  2  u.  3. 
zur  Ölfjeivinnunij ,  Fütteruna  der  f'öfjel  u.s.w.  Die  Blüten  eins  der 
viichtiffsten  Nahrunr/smittel  für  die  Bienen.  Die  Samen  von  A.  4.  sowohl 
den  (femeinen  braunen,  als  den  englischen  gelben  Senf  (Mostrich)  liefernd, 
der  nicht  von  Sinapis  alba  gewonnen  wird.  Blätter  zur  Viehfütterung 
tauglich.     Die  ganze  Pflanze  ein  dem  Ackerbau  oft  lästiges   Unkraut. 

LlNN.    üen.    n.  821. 

Schote  länglich,   slielruud,  in  einen  Schnabel  versehniälerl: 


54  CRVCIFERAE.  ErucMStnini. 

Klappen  gc\völl)t  mit  3  oder  5  Nerven.  Samen  kugelig,  in 
jedem  Faeli   1 -zeilig.     (ieselil.  Syst.  XV.  2. 

Ein-  (All.  1.2.),  otleV  zweijiihrigc,  aiilVechtc,  asti^^c,  oft  haarige  Kräu- 
ter (selten  Stauden).  Blätter  meistens  leierförniip;  oder  ficflerspaltig. 
Drüsen  4:  eine  zwischen  den  l.iirz<'rn  Staul»gefässen  und  dem  Fruchtkno- 
ten,   und  eine  vor  jedem  Paar  der  längern   Stauhgel'ässe. 

1.  S.  arveilSiiti«.  JLcJeer-SenJ",  Schoten  ahstehcnd,  etwas 
wulstig,  mit  3-nervigen  lllappen  und  kürzerm  zweischneidigem  geradem 
ScLnahel ;  lllätter  eirund,  ungleich  huchtig- sägezäluiig,  au  tler  llasis  ol't 
geöhvt  oder  leierl'örmig  ausgeschnitten. 

LiNN.  S,>.  pl.93.3.  Chi.  hau.  18.3.  Koch  Svn.  1.  fiO.  Schk.  Handh.  II. 
T.18G.  Keichenb.  Ic.  ü.  germ.  1".  14-24.  Fl.  dan.  t.  753.  Engl.  hol.  t.  1748. 
Hayke  Arzneigew.  II.  'I\  14. 

b.  hispida.    Der  steij^iaarige»    Schoten  abwärts  gerichtet,  steifhaarig. 
S.  arvensis  a.  hispida    Chi.  hau.  das.      S.  arvcnsis  ß.  Kocii  das.      S. 
Schkuhriana  Reichenb.  Fl.  sax.  38(i.     Ic.  i".  4425  h.     S.  orientalis  Murr. 
Prod.  stirp.  gott.  167.     Scuk.  das. 

Unter  der  Saat,  auf  hindendem  humusreichem  Boden,  häufig  einge- 
hürgert  und  meistens  schaarenweis  verlucitet;  nicht  auf  Sand.  Juni  bis 
August.  —    September. 

Stengel  mehr  oder  «eiliger  mit  abwärts  gericliletcn  kurzen  Borsten  besetzt,  Blätter  mei- 
stens liahl.  Kclrhe  wagerecht  abstcbenj  (iv.ibren<l  sie  am  äbnliehen  Hederich  dicht  an  der 
Krone  liegen).  Schoten  etwa  doppelt  so  lang  als  ihr  Schnabel,  an  der  Hanjitart  kahl. 
Saamen   (i 8    in  jedem    Fach. 

Ä.  S.  alba.  JW^eiSSer  Senf,  Schoten  fast  Magerecht  abste- 
llend, aufgetrieben -wulstig,  mit  5-nervig<n  lila]>pen  und  gleichlaugem 
oder  längerm  zusammengedrücktem  gebogenem  Schnabel;  Blätter  beder- 
theilig.  Fiedern  länglich,  ungleich  l»uchtig- sägezähnig,  die  drei  obcrn  zu- 
samnieniiiesseud. 

LiN\.  Sp.  pl.  934.  Chi.  hau.  133.  Koch  Sj  n.  I.  CO.  Schk.  Handb.  IT. 
T.  186.  ÜEicHKNB.  Ic.  f.  4427.  Fl.  dan.  t.  1393.  Engl.  bot.  t.  1677.  IIayne 
Arzneigew.  YlII.  T.  39. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  lockcrm  feuchtem  Boden,  häufig  ein- 
gebürgert,    .luiii,  .Tiili.  —    August,  September. 

Stengel  und  Blatlsliele,  oll  auch  die  Blaltrandcr,  mit  kurzen  Borsten  bescizl.  Kelche 
wagcrecht  abstehend.  Blüten  kleiner  als  an  der  vorhergehenden  Art.  Scholeii  steilhaarig. 
Samen   2  —  3    in  jedem  Fach. 

GM  n^JEMtnijICHMlS. 

Pharmaceutisch-lfLeilicinisches,     f'on  A.2.  ist  der  Sa- 

ttien  of'/icinell  (Sem.  Sinapis  alliae,  auch  Seinen  Erucae).  Vorwalt. 
lies  ttiadth.  feiles  Öl  und  Erurin;  nuch  ffleich  dem  schwarzen  Senf 
3lyrns}/n  und  Mi/ronsätire.     Anw  c  tiduntf  wie   die  der  Brassica  nigra. 

Öieonomi'scheS,  Die  juniienBlulter  beider  Art.  als  Gemüse  nutz- 
bar, die  (fanze  Pflanze  zur  f  iehj'ütlerunif  fauijUcli.  Die  Samen  werden 
in  manchen  Gcf/enden  mit  zur  Möstrichbereitunfi ,  auch  zur  Oltfewinnun// 
angewandt.  A.  1.  flicht  den  liiencn  eine  reiche  I\ahrun(/ ,  ist  aber  auf 
fjeeif/netem  Boden,  besonders  in  der  Marsch,  ein  nicht  zu  vertili/endes 
Aekerunhaul. 

1».    ERUCASTRU]?!.     MUlVJOi^nAlTKE. 

ScillMP.    et    SpENN.     Fl.    Irih.    III.    94t. 

Schote  lincal,  in  einen  kegelförmigen  Sehnahel  versehma- 
lert:  Klappen  gewölbl  mit  einem  JVüekennerv.  Samen  eiförmig 
txlei-  länglich,  ziisammcnffodriicki ,  in  jedem  Fach  l-zeiliff. 
Geschl.  Syst.     W.  2.  . 


Alyssujii  CRIJCIFERAE.  55 

Ein-  oder  mebrjäbrige  (A.  1.)  Kräuter  vom  Ansehen  tler  llaukensenfe. 
Blätter  fiedertlieilig  oder  leicrfönnig.  Drüsen  4:  eine  zwischen  den  kur- 
zem Staubgeiassen  und  dem  Fruchtknoten,  und  eine  vor  jedem  Paar  der 
längern  Stanligefässe. 

*1.  £.  Pollicllii*  J»oll«CÄ'«  JHun«l«raMfce.  Schoten  ah 
stehend;  Trauben  deckJ»lüttrig;  Blätter  leierlormig- fiedertbeilig  mit  läng- 
lichen bucbtig    sägezäbnigen  Zipfeln. 

ScHiMP.  et  Spenn.  Fl.  frib.  III.  946.  Koch  Syn.  I.  61.  E.  inodorum 
Reichenb.  Fl.  exe.  693.  Ic.  f.  4428.  Sisymbrium  Erucastrum  Poll.  Fi. 
pal.  II.  9M.     Eruca  Erucastrum  Fl.   d.  Wetterau  II.  458. 

Auf  Äckern,  auf  sandigem  Boden,  am  südlichen  Saume  des  Gebiets, 
selten  verwildert  oder  hospitirend  (Pr.  nur  bei  Halle  gefunden).  April 
bis  Herbst.  —    September,  October. 

Stengel  6"  bis  1 '/o'  '»o«"'' .  etwas  ästig,  nebst  den  tltinkel grünen  Blättern  steifhaarig  oder 
fast  kalil.  Trauben  lockerblülig ,  Blüten  klein,  Kronen  schwefelgelb,  ausbleichend,  die 
langem  Slaubgefässe  an  den  Stempel  gedrückt.  Schoten  1 '/j"  lang,  niit  geradem  gerun- 
detem   Sohnabel. 

GM  WMRBJLICMMS. 

ÖTeonomischeS'  Die  jungen  Blätter  können  als  Salat  benutzt 
werden. 

II.     SILICTLOSAE.      tSCMÖTCHJEJVJFRVCMTIGE. 

Frucht  ein  (nicht  viel  längeres  als  breites)  Schötchen,  mit  2  aufsprin- 
genden Klappen  und  bleibender  Scheidewand  (Biscutella  und  Senebiera 
vollständig  aufspringend). 

A.     I.ATISEPTAE.     » REITVTAIV  niGJE, 

Scheidewand  in  der  Mitte  meist  so  breit  als  der  grösste  Querdurch- 
messer des  Schötchcns. 

4.  Gruppe.    ALYSSINEAE.    ISTMIJVKRAUTGJEIVÄCXSJE. 

Das  Würzelchen  auf  der  Uandspalte  flacher  Rcimlappen  liegend  (0=:). 

IS.   Aiii:ssui?i.   svmiNKnA.uT, 

I.INN.    Gen.    n.  80.^. 

Schötclicu  kicisrund  oder  oval,  der  Scheidewand  parallel 
zusammeiigedrUckl,  mit  1— 4- sauiigeii  Fächern.  Stauhfäden  mit 
flügeiförmigen,  horstenförmigen  oder  zahnartigen  Ansätzen. 
Kronblätter  ganz  oder  ansgerandet.       Geschl.  Syst.  XV.  1. 

Ein-  (A.2.),  zwei-  oder  mehrjährige,  bisweilen  an  der  Basis  holzige 
(A.  1.)  Gewächse,  durch  Bekleidung  mit  sternförmigem  Zarthaar  grau- 
filzig. Stengel  oft  sehr  ästig.  Blätter  ganz.  Drüsen  bisweilen  4:  eine 
zu  beiden  Seiten  der   kürzern   Staubgefässe. 

1.    A.  nioaitaiiiim.    Berff-SteinJerauf,    Griifel  halb  so 

lang  als  das  rundliche  Schötchen;  längere  Staubfäden  bis  über  die  Mitte 
geflügelt,  kürzere  mit  einem  häutigen  Ansatz  an  der  Basis;  Stengel  am 
Grunde  holzig. 

LiNN.  Sp.  pl.  907.  Chi.  han.  135.  Koch  Syn.  I.  64.  Reichenb.  PI. 
crit.  L  t..5.  f.  11.     Ic.  f.  4274.     Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  37. 

An  Bergabhängen  und  Hügeln,  auf  felsigem  sonnigem  Boden,  im  süd- 
lichen Theiie  des  Gebiets,  ziemlich  liäufig  (//*.  Bielstein  bei  Albungen  — ; 
^c/uM.  Frankenhausen  — ;  Pr.  Höxter,  Halle,  Auleben,  Steinholz,  gläser- 
ner Mönch  und  Spiegeische  Berge  bei  Quedlinburg — ;  ^u.  Mägdesprung, 
Alexisbad,  Harzgerode  — ).     Mai,  Juni.  —   Juli,  August. 

Ansteigende,    lon    unten    auf   ästige,    griingranc    Stengel,    4  —  6"  hohe   Büschel    bildend. 


51)  €RU€IFERA£.  Berteroa. 

ltlatl<T  liacal-spatolfürinlg,  von  dorscll.on  FarLe.  Tra.il.on  1;...^.  liroi.y:itler  .lüi.p.ll  so 
lang  als  .Icr  nach  dem  Vcrl.lülicn  alifallcndc  licl.li,  gfll. ,  Kronblallplattc  iiuig.'l.clirliMri.nd 
unil    aiisgcranilot.       Scliüfi-Iicn    mit   einem    flachen    Rande    versehen. 

».     A.    calyciitiiiii.      Kelchfrüchtiges    SteinJcraut. 

<iriir<l  l.auin  ülier  <1«mi  llaiid  ücs  lundliclicii  S(:li«ilcli<ii,s  vortrctciul ;  liin- 
fjcic  Staulil'ädcn  tiiigcflügelf ,  liürzere  an  Ix  idcu  Si-ilcii  mit  liiiciii  liorsl- 
IuIh'U   Zulni;    Stengel    l.raulaifig. 

LiNN.  Sp.  ]>1.908.  Cid.  Iian.  I3ö.  Koch  Syn.  I.  63.  Stirm  Dentschl. 
Fl.  11.48.  Keichenk.  le.  f.  42(59.  Fi.  <lan.  t.  1704.  Jaco.  Fl.  austr.  IV. 
t.aS8.     AIjssum  canipeslic  Schk.  Han.lJ).  II.  ;2.34.  T.  181. 

Auf  Fehlern,  Triften  und  Grasplätzen ,  auf  sonnigem  Kall:  -  und  Sand- 
hoden, in  /f/.  die  Nordgrciiz«;  d(!r  Gesaninitverlireitung  erreichend,  häufig. 
Mai  his  Juli.  —    Juli,  August. 

Griingrau,  Stengel  4"  his  I'  hoch,  einfach  oder  von  nnlen  anf  iislig.  BLiller  lineal- 
spatellormig.  Trauben  lang,  KronhLilter  um  die  llhlfie  länger  als  der  ausdauernde  Kelch, 
liellgclh,  hald  weiss  aushlcichcnd ,  und  nach  dem  ^erhlühen  noch  eine  Zeitlang  beharrend, 
Kruiihlallplattc  keilförmig  und  «usgerandet.  Schötchcn  gerändert,  bisHcilcn  giinzlieh  fcahl 
«erdend. 

16.    BERTEROA.     nMUTMUEM. 

De    CANI).    Syst.     II.    JilÜ. 

Sehölchea  clHplisch,  der  Scheidewand  parallel  zusainuieii- 
gedriickl,  mit  vielsauug;eii  Fächern.  Slauhfäden  mit  zalinarli- 
gen  Ansätzen.      Kronblätlcr  gespalten.     Geschl.  Syst.  XV.  1. 

Zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige,  durch  Bekleidung  mit  steruförniigcni 
Zarthaar  graulilzige  Gewächse.  Stengel  aufrecht,  ästig,  Blätter  ganz. 
Drüsen  4:    eine   zu  hciden   Seiten  der  kürzern   StauhgeTässe. 

1.    B.  ineaiia.   Graue  Berterie.   Schötehen  leicht  govölht; 

kürzere  StauhfVidcn  an  der  innern  Basis  mit  einem  Zahn,  längere  mit 
einem  kurzen  Flügelausatz  versehen;    Stengel  krautig. 

De  CaND.  Syst.  Tl.  291.  ReICUENB.  Ic.  f.  4284.  («o  an  der  »ergrüsserlen 
nliite    die    Ansätze    der   Slauhfäden    fehlen).       StURM    Deutschl.    Fl.     11.48.       F^irsctia 

incana  «.  Br.  in  Hort.  kew.  IV.  97.  Chi.  hau.  134.  Kocu  Syn.  I.  ft'j. 
Alyssum  incanum  Linn.  Sp.  i>l.  908.  ScuK.  llaiulh.  II.  T.  181.  Fl.  dan. 
t.  1461. 

Auf  Ilügelu,  au  Ackerrainen  und  \^'egrändern ,  aul  trockenem  mei- 
stens sandigem  Boden,  am  häuligsten  in  der  nördlichen  Hälfte  des  Ge- 
hiets.     Juni   his  August.  —    August,   Septemher. 

Grüngrau,  in  schattiger  Stellung  schwächer  behaart  und  graugrün  (!J.  ^Iridis  REICUENB. 
II.  e-veurs.  67'2.  Ic.  f.  4-J8.i.)  Stengel  10  —  I'i"  hoch,  llslig.  Hlätter  länglich,  sitzend 
oder  in  einen  kurzen  Stiel  verschmälert,  kurz  gespitzt.  IJliihender  Theil  der  Traube  kurz 
und  dichthliitig.  Kronblätter  doppelt  so  lang  als  der  Kelch.  Kronhiallplalle  his  zur  Mille 
"2 -zipfelig.  Frnehllrauhe  sclir  verlängert.  Schote  mit  dem  '/,  his  '/.^  so  langen  stclieu- 
bleihenden    GrilTcl    versehen. 

GE  n^mRBIsICHES. 

ökonomisches»      ^ils  ein   (futcs  Schnaffuttcr  nutzbar. 

O.     liUIVARIA.     SMMjBXnBJLA^VT. 

J.INN.    Gen.    n.   80!). 

Schötchcn  elliptisch  oder  oval,  der  Scheidewand  parallel 
])lattg'edruckt,  an  der  Basis  in  einen  stielförniigen  Friichtlrä- 
eer  ühcreehcnd.  Samen  llüeelrandiä:.  SlauJifäden  zahnlos.  Ha- 
schI.Sysl?XV.  1.  &  6 

Zwei-  oder  mehrjährige  (A.  1.),  grosse,  hehaarte  Kräuter  mit  aufrech- 
tem ästigem  Stengel.     Blätter  Wechsel-  und  gegenständig.     Scheidewand 


Diaba.  CRIJCIFEBAE.  57 

der  an  faden  förmigen  Stielclien  Iiängenden  Scliötehen  sillierglänzend  und 
ausdauernd.  Drüsen  6:  an  der  Basis  der  liürzern  Staubgefässc  innen  eine 
grössere,   aussen  z^vei  kleinere. 

1.    li.  rediviva.   ^pitz früchtig  es  ^ilherhlatt.   Schot 

clicn  an  l>ei<len   Enden  zugespitzt;    Samen  nierenförmig- rundlich. 

Lina.  Sp.  pl.911.  Chi.  hau.  134.  Koc«  Svn.  I.  m.  Stlrm  Weutschl. 
Fl.  11.48.     «EicHKNB.  Tc.  f.  4290. 

In  den  llergwäldern  der  südlichen  Hälfte  des  Gehiets,  auf  humosem 
liesonders  gern  auf  hasalthaltigem  Boden,  die  Nordgrenzc  des  Torkommens 
in  Deutschland  erreichend,  häufig  {Hs.  zwischen  Raufungen  undUelsa,  am 
^leissncr,  Stadt -Oldendorf  am  Holzberge  — ;  Hu.;  Br.;  /*)•.  Göttingen  am 
JJocksbühl,  Bramburg,  Solling,  L'nter-  und  Oberharz,  Laueusteiner  Berge, 
als  nördliclister  Punct  des  A'orkommens).    Mai,  Juni. —  August,  September. 

Stengel  3  —  4'  Jioeli ,  sclilank.  BläHer  lang  zugespitzt,  scharf  ungleich  gezahnt,  an  der 
tief  licrzlürniigcn  Basis  aiisgesch«cift- gezähnt.  Trauben  doldentraiiliig ,  arniblülig.  Blüten 
gross,  denen  der  Hesperis  niatronalis  ähnlieh.  SeLütchcn  >on  der  Dicke  eines  starken  Papier- 
hlatts,  2  —  272"  lang,  9—10"'  hreit ,  kahl.  Samen  4  — G,  an  langen  aus  dem  Fach- 
randc    hcr>ortrelenden  .     \\  agcrechteu    Püalielsehniircn    befestigt. 

ÖTeonomiScheS»     Empjichlt  sich  zur  ^Inpflauzuniß  in  Pailamlafjcn. 

18.    DRABA.     MEfTWGXinBIiÜJItCHEJV. 

J.IKN.    üen.    n.  ,S00. 

Scliötclien  ellipliscli  oder  länglich,  der  Scheidewand  pai-allel 
sohwaeh  zusamniengedriiekt:  Klappen  etwas  gewölhl.  Samen 
ohne    Flügelrand.      Staubfäden    zahnlos.     Gesehl.  Syst.  XV.  1. 

Ein-  (Art.  1.  2.),  zwei-  oder  mehrjährige,  kleine  Frühjahrskräuter, 
meist  mit  sternförmigem,  gal)eligem  oder  einfachem  Zarthaar  bekleidet. 
>Vurzelblätter  meist  rosettenartig,  Blüten  klein.  Drüsen  4:  eine  zu  bei- 
den  Seiten  der  kürzern   Staubgefässc. 

1.    D.  venia.    Frühlings -Mungerblüntchen,    Schöt- 

eheii  elliptisch;    Kronl>lätter  zweizipfelig;    Sleugel  blattlos. 

LiNN.  Sp.  pl.896.    Chi.  hau.  135.      Koch  Sjn.  1.  70.     Schk.  Ilandb.  II. 
T.  179.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  4.     Reichenb.  Ic.  f.  4234.    Fl.  dan.  t.  983. 
Fngl.  bot.  t.  586.     Erophila  verna  De  Cand.   Syst.  IL  356. 
b.  gubrotunda.     Das  rundjrüchtige,      Schötchcn   elliptisch -rund- 
lich oder  rundlich. 

D.  verna  v.  püulifera  Chi.  hau.  das.  D.  verna  ß.  siliculis  .subrotundis 
Koch  das.  D.  praecox  Reichemj.  das.  f.  4233.  Erophila  praecox  Rei- 
CHENB.  Fl.  excurs.  66-5. 

Auf  Brachen,  Triften,  Ackern,  auf  niagerm  sonnigem  Boden,  auch 
an  Mauern  und  auf  Schutt,  sehr  häufig.     März  bis  Juni.  —   Mai  bis  Juli. 

Stengel  '2  —  Ü"  bocb  ,  bald  einzeln,  aufrecht,  und  4  —  .S-hliitig,  bald  zu  \ielslcngeligen 
Büscheln  vereinigt,  ansteigend  und  10  —  12-blüfig.  'WurzelblUffcr  dicht  rosettenförmig 
geordnet,  länglicli,  an  beiden  Enden  verschmälert  mit  einzelnen  SägezhLnen  versehen,  oder 
ganzrandig,  nebst  den  Stengeln  mit  kurzen  '2  —  -1  -  gabeligen  Härchen  besetzt.  Kronen  v>eiss. 
Sehotcben  3"'  lang,  1 V^"'  breit.  Die  Sj.idart  meist  früher  blühend  und  kleiner,  Scbülchen 
13/,"'   lang,     ly.'"   breit. 

'!3.    II.  iMiiralii«.   Mauer-Uungerblümchen.   Schötchcn 

elliptisch;    Kronhlätter  ganz;    Stengel  beblättert. 

LiNN.  Sp.  pl.897.  Chi.  hau.  1.36.  Koch  Svn.  L  70.  Stirm  Deutschi. 
Fl.  H.60.     Reichenb.  Ic.  f.423;5.     Engl.  bot.  t.  912. 

An  Bergabhängen,  auf  sonnigem  felsigem  Boden,  im  süd- östlichen 
Theilc  des  Gebiets  ziemlich  selten  (Pr.  Giebichenstein  bei  Halle  — ;  Br. 
L'fer  der  Bode  zwischen  der  Rosstrappe  und  Trcseburg,  als  nördlichstes 


ternhaa 

ig:    niättcr  eiförmig. 

sihwacli  sägcialiiilg,    nnlerc 

obere    c 

nUcriit    slelicii<l,    mit 

nnullicher    Basis    stengehmi- 

der   A 

1. 

58  CRIJCIFERAE.  Cochlearia. 

Vorkommen  in  Deutschland  — ;  ^in.  Selkelhal).  April,  Mai.  —  Juni, 
Juli. 

Slcngel  '/i — 1'  liocli,  aufrecht , 
genähert,  in  die  Basis  verschinälcrt, 
fassend.      Kronen   weiss.      Schötchei 

19.    tOCHIiEARIA.     IiÖJFFMIitinAUT, 

I.INN.    Gen.     n.    SO-i. 

Sehötchcn  kugcliff,  elföinilg  oder  cllipsoltlisch:  Klappen  aii- 
eoscliwollcn-geVvülhl  mit  eiiiciii  lliiekonnerv.  Samen  gekörnelt. 
Slauhfiitleii    zahnlos.      Gesel.l.  Syst.  XV.  2. 

Ein-,  zwei-  (Art.  1 — 3.)  oder  mehrjährige,  meistens  unbehaarte,  flei- 
schige Kräuter  mit  ästigem  Stengel.  Blätter  mehrtormig  und  variirend, 
Wurzelhiätter  gestielt,  ol.cre  Stengelhlätter  sitzend.  Drüsen  4:  eine  zu 
beiden   Seilen  der  hürzern   Stauhgefässe. 

1.     C.   ofAcinalis.      Arznei. Mjö ff elJeraut,     Sehötchen 

fast  kugelig;  Wurzell.lätter  herzlormig-rundlieli,  ausgesehv  eilt,  Stengel- 
hlätter eirund -länglieh,  stumpf- zähnig  mit  ganzrandiger  Spitze,  untere 
gestielt,    obere  mit  pfeillormiger  Rasis  stengelumfassend. 

LiNN.  Sp.  pl.  9CK).  Chi.  han.  136.  Koch  Syn.  I.  71.  Reichenb.  le. 
f.  4260.     Fl.   dan.   t.  135.     Engl.  bot.  t.  551.      Hayne  Arzneigew.  V.   T.  28. 

b.  arenaria.     Bas  sandständige.     Kleiner,  Sehötchen  kugelrund; 

Jtlätter  rundlich,  fast  ganzrandig. 
An  den  TNord-  und  Ostseeküsten,  sowohl  im  fetten  Schlick-  als  im 
sandigen  Boden,  hier  und  da  (Hl.  zwischen  Blankenese  und  Wedel  — ; 
/Tfc.  Cuxhaven  —;  //»i.  INordernei,  Leer,  Wulsdorf,  Geestendorf,  Alten- 
bruch — ;  Ol.  Ilobenbracke  im  Kirchspiel  Seefeld,  auf  Arngast  — ) ,  im 
Binnenlande  an  Salzquellen  und  Gradirhäusern  (Lf}.  Salzutteln  — ;  Pr. 
fV.  Dissen,  Brilon,    Quellen  der  Ahne).     Mai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

ijber  die  >  eräiiderliehkeit  der  Schötchcnform ,  der  Stiel.henlangc  zum  Sehötchen,  der 
Blaltform    und    R.uidbildung    icrgl.    Chi.    han.       Kronen    sämmllicher   Arien    weiss. 

Ä.  C  daiiica.  JDünisches  Id'öffelleraut»  Sehötchen  ei- 
förmig, netzaderig;  Wurzelblätter  herzförmig,  ausgeschweift-eckig,  Sten- 
gelblätter eirund,  scharf  3— 5- eckig,  untere  gestielt,  obere  kurz  in  die 
Basis  verschmälert. 

LIN^.  Sp.  pl.903.  Chi.  han.  137.  Koc.i  Sjn.  I.  71.  lll.  1019.  Rei- 
chenb. Ic.  f.  42;j7.     Fl.  dan.  t.  200.     Engl.  bot.  t.  696. 

An  den  TVord-  und  Ostseeküsten,  auf  Schlick-  und  Sandboden,  als 
Südgrenze  des  Yorkommens  in  Deutschland,  selten  (71/.,-  J/A.  Warnemünde 
auf  Voigts  Wiese,  zwischen  Gr.-Klein  und  V^^arnemünde  am  sandigen  Ufer 
der  Warnau  — ;  Hb.  Ritzebüttel  — ;  Hn.  ISordernei  — ;  Ol.  Waiigeroge, 
Groden  der  Jade—).     Mai,  Juni.—    Juni,  Juli. 

Sehötchen    "i'^ 3'"   lang,    IV4'"   hreit,    spilzlich.       Tranhen   kürzer   und   Blüten    kleiner 

uls  an  der  »orhergehenden  Art.  Unrichtig  gehen  mehrere  Schriflslellcr  die  Siengelhläller  un- 
bedingt gestielt  an,  es  kommen  hanfig  E.vemi>l.  vor,  an  denen  alle  ehern  StcngelhUltcr ,  »ie 
an  REICHENBACIIs  Ahhildung,  sitzend,  ja  sogar  etwas  stengehimfassend  sind.  Die  Wm- 
lelhlütter   ^ariircn    mit    gestutzter   fast   spiessförmiger  Basis. 

3.    C  aiiglica.    Englische*  Ziöffieilcraut.     Sehötchen 

ellipsoi<liseh,  netzartig  -  runzelig;  >Vurzelblätter  rautenförmig -eirund  mit 
einem  oder  dem  andern  stumpfen  Zahn,  oder  eirund  und  ganzrandig,  Stengel- 
blätter länglich,  stumpfzähnig,  obere  mit  pfeilförm.  Basis  stengelumfassend. 
LiNM.  Sp.  pl.  903.  Chi.  han.  136.  Koou  Syn.  I.  71.  Reichenb.  Ie. 
f.  42.58.     Fl.  dan.  t.  329.     Engl.  bot.  t.  5.52. 

b.  Btenooarpa.     Das  schmalfrüchtige.     Sehötchen  länglich;  Sten- 
gelhlätter schmal  -  lanzettförmig. 
Chi.  han.   das. 


Armoiacia.  CRIJCIFERAE.  59 

An  den  INortl-  und  Ostsecküsten,  auf  Scbiicl;l»oden,  als  Südgrenze  des 
Vorkommens  in  Weutscliland,  ziemlieh  selten  (Ul.  Heiligcnliafen  und  nahe 
belegene  Inseln,  iWA.?  nicht  in  Lai\gm.  Fl.  v.  Mehlenli.  angeführt;  Hb. 
Cuxhafen  neben  dem  Itadehause  — ;  Hu.  Bremerlelie  — ;  Ol.  Jever  und 
auf  dem  Groden   der  Jade  überhaupt).     J^lai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

SchötcLen    -5  —  6'"   lang,     4'"    breit,     aiilgeblaseii  -  bauchig. 

JPharmaceutiSCh  -  JOLediciniSCheS.  Das  frische  Kraut  und 
der  Same  von  A.  1.  of'/icinell  (Herb,  et  Sem.  Cochlcariae).  Vorwalt. 
Hestandth.  scharfes  ätherisches  Ol.  Anwendtina  als  frisch  ausrje 
yressfer  Saft  oder  als  Salat:  beides  ein  vorzüfjliches  Antiscorliuticum 
iinrf  Stimulans.  Prrt;>«rrtfc  *«iui  A«|ua  destillata,  Spiritus,  Conscrva,  Sy- 
rupus  und  Oleum  aethereum  Cochlcariae.  Aus  dem  Samen  wird  der  Löf- 
fel kr  autif  eist  herf/estellt. 

technisches»  Dem  Fabrikbetriehe  bieten  sich  die  Art.  1  und  3. 
zur  fjeniinnunif   des   ätherischen   Ols   und  auch   des  Sodayehaltes  an. 

OTeonontischeS>  Mit  saurer  Milch  oder  Molken,  auch  mit  Salz 
cinijemacht ,    ist  das   Hraut  sämmtlicher  3  Art.   eine  (jesundc  iMahruny. 

90.    ARIflORACIA.    mKMunmrvEG» 

Rupp.    Fl.   jcu.    87. 

SchötcLen  kugelig  oder  ellipsoidiscli,  Klappen  gewölbjt  ohne 
Rückcnncrv.  Samen  punctirt.  Staubfaden  zahnlos.  Gcschl. 
Syst.  XV.  1. 

Mehrjährige,  aufrechte,  meist  unbehaarte  Kräuter,  mit  einfachem  oder 
oben  ästigem  Stengel.  Blätter  fiederspaltig  oder  ganz.  Drüsen  4:  eine 
zu   beiden  Seiten  der  kurzem   Staiibgefässe. 

1.    A.  riisticana.     Getneiner  Meerrettig»     Schötchen 

kugelig;  Wurzelblätter  herzförmig-  oder  eirund- länglich,  gekerbt,  untere 
Stengelblälter  kammartig-fiederspaltig,  mittlere  lanzettförmig  und  kerben- 
artig-gesägt,    obere  lineal,    fast  ganzrandig. 

Fl.d.  Wetterau  Tl.  426.  Chi.  hau.  137.  Koch  Syn.  T.  71.  Cochlearia 
Armoracia  Linn.  Sp.  pl.  904.  Schk.  Handb.  11.  T.  181.  Heichenb.  Ic. 
f.  426-2.     Engl.  bot.  t.  2323.     Hayive  Arzneigew.  V.  T.  29. 

An  Flussufern,  Teiehrändern,  auch  in  der  IVähe  von  Ortschaften  auf 
sandig-hnmosem  Boden,  hier  und  da  verwildert  (//u.  an  den  Ufern  der 
Unterelbe,  Leine,  z.B.  bei  Hannover,  am  Bösenhöfer  Teiche  am  Harze, 
am  Seebergersee,  am  Her  der  \^'eser,  z.  B.  bei  Gimte,  llcmeln  — ;  Hs. 
an  der  Fulda,  z.B.  bei  Cassel  — ;  Sw.  bei  Stockhausen,  Jeclia  an  der 
Wipper  — ).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

■Wurzel  1—1'//  lang,  stark,  fleischig  und  ästig.  Stengel  2  —  4'  hoch.  -Wurzelbliitter 
y.j  —  ■'/j'  lang,  am  Ramie  kraus.  Kronen  last  doppelt  so  lang  als  der  Kelch,  weiss. 
Schötchen,  an  aufrecht -abstehenden  Stielchcn,  1 '/j'"  '"'  D<""chm.  mit  einem  kurzen  Grifi'cl 
und    einfacher    I\arl)e    gekrönt. 

GM  WMRBI.ICMJE&. 

Pharntaceutisch-JtKedicinisches*     Die  frische   JVurzel 

of/icinell  (llad.  Armoraciae  s.  Ita])hani  rusticani).  f'orwalt.  Bes  tand  th. 
fliichtifi  scharfes  ätherisches  Ol,  Zucker  und  Stärkmehl.  Anw  endunr/ 
äusserlich  frisch  nerieben  als  hautröthendes  Mittel,  innerlich  als  frisch 
uHsifepresster  Saft,  auch  als  Anfrjiiss  mit  ff 'ein  oder  Bier:  beides  ein 
wirksames  Antiscorbuticum.  Mit  Brantwein  übertjossen  ein  Hausmittel 
des  J[..andmanns  ffeffen  Maifenkrampf. 

OJeonomischeS»  Roh  oder  fjekocht  ein  bekanntes  Gewürz  an 
Fleisch   und  Fisch.     Die  Blätter  rjctrocknet  ein  gutes    f^iehfutter. 


60  CRVCIFERAE.  Camelina. 

S.Gruppe.    CAIttELINEAE.    I.MCI]\n  OTTERGXirÄCHSJE, 

DiisWiirzelchen  auC  der  Riicl.cnscile  llaclicr  Kriiiil:»]>pcn  lirgcnd  (O  II). 

Sl.     CAJTIEIiiafA.     JjMMJVnOVTJEn. 

CKANTZ    Slirp.    aiislr.     I.    17. 

Sehötclieu  umgokj'hrlciförinig  :  Klapjx'ii  liauchig  mit  sclnva- 
chera  Riickenncrv,  in  oiii  liiiealos  am  (ji-iffcl  licgcmlcs  Spilz- 
chen  verlängerl.     Geschl.  Syst.  XV.  1. 

Ein-  (Art.  1 — 3.)  o»l«'r  incliijäliiigc ,  aiifreclite  Kräuter.  Blätter  mit 
pfeil  -  odi'r  lierzförniiger  Itasis  slengelumfasseiid.  Hroueii  gell».  Drüseu 
4:     eine   zii   beiden   Seilen   der  l;iir/.ern    Staul>getasse. 

1.     C;.  niicrocarpa.     M£lein/'rüchtiffer  Mieindotter. 

Schötcheu  hirnenlorniig,  olien  gerundet  mit  langem  (iriflel  und  ülier  der 
Mitte  sich  verlierendem  Ilückennerv;  Blätter  lanzettlormig  mit  ]>l'eiliormi- 
ger  Basis,   ganzrandig  oder  scli>yach  gezäbnelt. 

Anurzejowsci  in  Bess.  F.nuni.  pl.  volli.  71.  De  Cand.  Syst.  II.  517. 
Reichend.  Ic.  i'.  4293.  C.  sativa  CM.  hau.  138.  C.  sativa  a.  pilosa  Koch 
Syn.  1.  72  ('iim  Tlieil).  C.  sylvestris  Wallr.  Sched.  247.  Myagrum  sati- 
vum LiNN.  Sp.  pl.  894. 

"    Mit   etwas    grössern    Scbötclieii. 

C  sativa  Reichenb.  das.   f.  4292. 

Auf  Ackern  und  Brachen  unter  dem  Wiiitergetreide,  aul'  magerm 
Kalk-  oder  Sandboden,  häufig  eingebürgert,  und  von  da  aul"  angrenzende 
Hügel,    Schutt  U.S.W,  übergegangen. —     Mai,  Juni.  —    August. 

Stengel  iinil  Blütter  scliarfliaarig.  Kronen  lilassgellj.  Scliötcben  '•i'/.^'"  J'"'g'  '-»'"  l»reit, 
oben  zirkcllorniig  gerundet,  seitlich  Ton  einem  scharf  vortretenden  platten  Rande  umzogen, 
festschalig,  hart,  ohne  Glanz  nnd  Mäulich  bereift,  18  —  'J-i  -  saiuig.  Grillcl  fein,  '/j  so 
lang    als    das    Scbülcben.       Samen    bkin .    schmal    o.al  ,    dnnhelbraun. 

Ä.  C  Siatlva.  Gebaueter  Xieindotter,  Schölchen  bir- 
nenförmig und  aufgetrieben,  oben  gestutzt  mit  liurzem  Griflel  und  gegen 
die  Spitze  sich  verlierendem  Rückennerv;  Blätter  lanzettförmig  mit  pfeil- 
förmiger  Basis,    entfernt  gezähnt  oder  fast  ganzrandig. 

Crantz  Stirp.  austr.  1.  10.  Reichenr.  Ic.  f.  4294  I».  (C.  macrocarpa). 
C.  sativa  v.  glabrata  Chi.  hau.  138.  C.  sativa  ß.  subglabra  Kocu  Syn. 
I.  72.  C.  sativa  «.  integrifolia  Wallr.  Sched.  348.  Myagrum  sativum  ß. 
LiNN.  Sp.  pl.894.  ScHK.  Ilandb.  II.  T.  178.  Stlrm  üeutschl.  Fl.  H.  4. 
Fl.  dan.  t.  1038.     Engl.  bot.  t.  12.'J4  (Alyssum  sativum). 

Durch  unreine  Saat  auf  Leinäckern  verbreitet  nnd  von  diesen  unter 
Sommerfrüchten,  auf  magern)  sandigem  Boden,  hier  und  da  verviildert. 
Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  nciist  den  Blättern  fast  kahl.  Kronen  gelb.  Schülchcn  beträchtlich  grosser  als 
an  der  vorbergclienden  Art,  ■i'"  lang,  'i'/j'"  breit,  bei  völliger  Reife  oben  fast  geradlinig 
gestutzt,  anfgcschHollen,  dünnschalig  und  leicht  glänzend,  1(J  —  'JO- sämig.  Griflel  dick- 
lich, '/^  so  lang  als  das  Schötcheu.  Samen  f.ist  doppelt  grösser  als  an  der  vorigen  Art, 
rüthllch-br:.nn. 

3.  C.  tleiltata.  Gezähnter  JJeinilotter.  Schötcheu  bir- 
nenförmig, oben  gestutzt  mit  kurzem  (iriÜ'el  und  au  der  Spitze  sich  ver- 
lierendem l\iiekennerv;  Blätter  länglich  lanzettförmig,  ül>er  iler  pfeil- 
förniigeu  Basis  zusammengezogen,  geschweift -gezähnt  oder  luichfig-fie- 
derspaltig. 

1'ers.  Svn.  II.  191  (v.  Lindern  Tournef.  als.,  zu  A.  1.  gehörig,  aus- 
geschlossen). Chi.  hau.  139.  Koch  Syn.  I.  72.  Reichenr.  Ic.  f.  4294. 
C.  sativa  ß.  dentata  Wallr.  Sched.  348.  Myagrum  sativum  y.  Linn.  Sp. 
pl.  894. 

Durch  unreine  Saat  auf  Leinäekern  verbreitet,  ausser  diesen  kaum 
vorkommend.     Juni,  Juli.  —    September. 


Neslia.  CRrClFERAE.  61 

Von  (1er  Bliillform  ahgcsclicn  mit  der  A.'2.  üheieiiikommcnd ,  naiiientlidi  liinsielillich  der 
Früclile,  lue  keine  A  erscliiedenlieit  zeigen.  —  AVeder  durcli  SPENNER  Fl.  fiih.  HI.  i)r,8., 
noch  diireh  FRIES  lelitere  Mittheiliing  (Mant.  I.  13.)  ist  die  Aerwirrung  in  der  Artenbe- 
i;timniung  dieser  Gattung  beseitigt,  wShrcnd  WaLLROTH's  Eintlieiliing  die  Verivandtseliafl 
am  ricLtigsten  naeliiveist.  C.  satiia  vieler  SeliriCtsteller  ist  C.  microoarpa  AlVnRZ.  als  die 
in  INorddeiilsrbland  häufigere  Art.  Diese  gebt  aber  dureb  Cultur  nicht  in  unsere  C.  sativa 
üb.T,    iiogogen    C.    dentata    «abrscbcinlich    nur    eine    abweichende    Form    der   letztgenannten    ist. 

GMTVJERSI.ICMMS. 

Pharntaceutisch.medicinisches.  ^ht.  1.2.  offichull (Sem. 

Camelinac,  Myagii,  Scsaini  vulgaris).  f'orxvalt.Bestnudth.  fettes  Öl 
und  Sehleiin.  An  wen  du  n  ff  äusserliih  i'#i  Umschläife»,  iunerli'eh  in  Absud, 
als  erweichendes  linderndes  Mittel. 

ÖTconontischeS,  Der  Samen  sämmtlicher  3  Art.  liefert  ein  zum 
Essen  und  Urennen  brauchbares,  aber  leicht  ranzitj  werdendes  Öl  (nach 
ScilVBLER  38  Proc.J.     Art.  2.  3    sind  ein  lastitjes    Unkraut  im  Lein. 

««.    ]¥ESIiIA.     JVJBÄJDZJB. 

DESV.    Journ.    bot.    III.   lü'i. 

Schötelieii  fast  liiigelig,  mit  hicibendem  Griffel^  1- fächerig, 
und    durch  Felilsclilageu    1-saoiig,      (iesclil.  Syst.  XV.  1. 

Einjährig,  aufrecht,  ol>en  ahstehend-ästig,  steifhaarig.  Blatter  ganz. 
Blüten  lileiu.  Drüsen  auf  üherall  drüsigem  Blumenboilen  4:  eine  zu  bei- 
den  Seiten  der  l;iirzern   Stauhgcfässe. 

1.  HT.  panicnlata.  Mispige  Neslie»  Schötchen  netz- 
artig-grubig;  Murzelblätter  in  einen  liurzen  Blattstiel  zulaufend,  Sten- 
gelplätter  pfeilförmig  stengelumfassend. 

Desv.  Journ.  bot.  IlT.  162.  Chi.  hau.  145.  Roch  Sjn.  I.  81.  Rei- 
ciiENB.  Ic.  f.  4:291.  Mvagrum  pauiculatum  Linn.  Sn.  pl.894.  Schk.  Handb. 
ir.  T.  178.     Fl.  dan."^t.  204. 

Auf  Ackern  unter  der  Saat,  auch  auf  Brachfeldern,  auf  lelimig- sandi- 
gem Boden,    hiiuJig  eingebürgert.     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Schoteben  l'/o'"  im  Durcbm. ,  etwas  zusammengedrückt,  beiderseits  bauchig- com  ei ,  an- 
fänglich 2-fäcberig,  meistens  mit  einer  Anlage  zu  4  Samen,  später,  indem  1  reifender 
Same  die  zarfbäutigc  Scheidewand  zur  Seite  drückt,  1 -fächerig  und  1  -  sämig.  Die  Keim- 
blätter rinnig  gebogen. —  Hat  seill.lNNE's  Zeit  8  Gattungen  durchlaufen,  und  gehört,  ihrer 
nicht  aufspringenden  Schötchen  wegen,  eigentlich  in  Abth.  III.  INucamentaceae.  9.  Gruppe, 
lässt  sich  jedoch,  bei  übrigens  so  naher  Verwandtschaft  mit  Camelina,  nicht  wohl  von  dieser 
entfernen. 

6.   Gruppe.      SUBFLARIEAE.      P TRIJEMMN KHAVT. 
GJEn^ÄCMSE. 

Das  Würzclchen  auf  doppelt  gefalteten  Keimlappen  liegend  (O  11  II  11). 

«3.    SUBUIiARIA.    :PX'MJ[KMM]¥KUJLUT. 

I.INN.    Gen.    n.  799. 

^_  Schötchen  ellipsoidlsch-hirnenförmig:  Klappen  hauchiff,  ohne 
Kiel  und  IXerv.      Fächer  4 -sämig.    Geschl.  Syst.  XV.  1. 

Einjähriges,  zartes,  stengelloses,  unbehaartes  Wassergewächs.  Blät- 
ter grasähnlich.     Schaft  wenigblütig.     Blüten  sehr  klein.     Keine  Drüsen  ? 

*  1.    IS.  aqiiatiea.    If^asser -  JPjriemenJcraut,    Schötchen 

auf  sperrigen  Slielchen  an  hin-  und  hergebogener  Spindel;  Blätter  schmal- 
lineal,    haarfein  zugespitzt. 

Li.Mv.  Sp.  pl.  896.  Kocu  Svn.  I.  73.  Schk.  Handb.  IT.  T.  180  (Sehot- 
ohcnform  unrichtig).  Stlrm  Deutschl.  Fl.  II.  9.  Beichenb.  Tc.  f.  4232  (gut). 
Fl.  dan.  t.a5.     Engl.  bot.  t.  732  (schlecht). 


62  CRIJCIFERAE.  xhlai^pi. 

In  Teichen  und  im  Schlamme  abgelassener  oder  znriichgetretener  Tei- 
che, sehr  selten  {III.  >^'iggers;  I'v.  in  der  Gegend  des  Drömlings.  Pr. 
Wittenberg).     Juni,  Juli.  —    August. 

l'/i  — -i"  Loch.  Wiirielfascrn  ehen  so  lang,  eiiifacli ,  srl.nce»  ciss.  BläflerS— 10'" 
lang,  '/./"  breit,  Jiellgrün.  Sdiaft  et.vas  Linger  als  «U.-  BlStle.  ,  4  — 6-Lliitig.  Kron- 
LliitUr   uiugckehrlciruncl ,    weiss.       Scliofolien    1 '/j'"    lang. 

B.     ANGUSTISEPTAE.      IS  € M JftAZ  W^A  JV n IGE, 

Scheidewand  schmal  -  lineal ,    an  lieiden  Enden   zusammengezogen. 

8.   Gruppe.      THLASPIDEAE.     VFJEXNIGKHAV T. 
GMUÄCIKSM. 

Das  ȟrzelchen  an  der  llandspalte  llacher  Reimlappen  liegend  (<)  =). 

«4.     THIiASPI.     PFEWJVMGKJRAUT. 

I.INN.    Gm.    11.   8Ü'J. 

Schötcheii  der  Selieidewand  entgegengesetzt  zusammenge- 
driickl,  umgekehrlei-  oder  herzförmig  :     KTappen  kahuforniig  mit 

f:efliigeltemHi(d.  Fächer  2-  oder  mehrsamig.  Staul)fäden  zahn- 
os.      Gesehl.  Syst.  XV.  1. 

Ein-  (Art.  1.2.),  z>vei-  oder  mehrjährige  (A.3.  1.),  aufrechte,  unbehaarte 
Kräuter.  Wurzelblatter  meistens  gestielt  und  Stengelblätter  sitzend. 
Drüsen  4:    eine  zu  beiden   Seiten  der  liiirzern   Stanbget'ässe. 

1.    T.  arveiiise.    A.cTeer-PfennigTeraut,    Schötchen  nm- 

gekehrtherzförmig-lireisrund  mit  bogig-getiirchten  Samen,  Grifl'el  melir- 
lach  kürzer  als  der  jVusschnitt  des  breiten  Flügelraudes ;  Stengelblätter 
pfeilförmig- länglieh,  buehlig- gezähnt. 

LiNN.  Sp.   pl.  901.     Chi.  han.  1.39.      Koch   Syn.  I.  78.      Schk.  Handb. 
IT.  T.80.     Ueicuenb.  Ic.  f.4181.     Fl.  dan.  t.793.     Engl.  bot.  t.  irw9. 
b.  foetiduni.    Jtas  starkriechende.    Grösser,  bläulieh  bereift,  stark 
knoblauchartig  riechend. 

Chi.  han.  das.     T.  alliaceum  ]>olte  Nov.  fl.  hols.  56.      JLxgst  Fl.  von 

Bielefeld  211.     De  BÖNNINGH.  Prodr.  11.  mouast.  192  (Angabe  Beider  oaeh  Sagen). 

Auf  Ackern,  Brachen  und  Gai tenländereien,  auf  tluinhaltigem  Boden, 
häufig  eingebürgert;  die  Spielart  auf  humusem  Thonboden,  besonders  der 
Marsch.     Juni  bis  September.  —    August,  September. 

Stengel  1'  hocli ,  oben  ästig,  Blatter  graugrün,  etwas  fetlig.  Scbölcben  'I2"  hielt ,  tief 
und  ganu  schmal  ansgcrandet,  F.Tcber  meist  6-saniig.  —  Das  Vorkommen  »od  T.  alliaceum, 
als  einer  dein  europäischen  Süden  angehörigcn  rflauze,  in  iinscrm  Gebiete  ist  sehr  untrabr- 
6cbeinlich.  Vcrgl.  Chi.  han.  das.  Sollte  sie  \ereinzelt  »orgebomuien  seyn ,  so  kann  man 
sie    nur    zu    den    verirreten ,     der    GebietsQor    nicht   angehörigen  ,     rflanzen    zahlen. 

Ä.     T.    perfoliatuin.     üurchivachsenes   Pfennig- 

Tcrnutt  Schötchen  umgekehrtherzförmig  mit  ebeiuii  Samen,  Grillel 
mehrfach  kürzer  als  der  Ausschnitt  des  breiten  Flügelrandes;  Stengel- 
blätter eirund-lanzettförmig  mit  tief  pfeilförmiger  Basis,   fast  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  902.  Chi.  han.  140.  Koch  Syn.  I.  73.  Beichenb.  le. 
f.  4183.     Jaco.  Fl.  austi;.  IV.  t.  837.     Engl,  bot.' t.  2354. 

Auf  unfruchtbaren  Äckern  und  Triften,  meistens  auf  steinigem  Kalk- 
boden, in  der  südlichen  Hälfte  des  Gebiets  häufig  eingebürgert.  April, 
Mai.  —    Juni. 

Etwas  fleischig,  blaugrün.  Stengel  6  —  8"  hoch,  einfach  oder  >on  unten  ästig.  Schöt- 
chen   2  —  -Va'"    hreit,     lief   und    weit   ansgcrandet.       Fächer    meistens   4-samig. 

3.  m»  alpeSitre.  felsen-PfenniglcraUt»  Schötchen  drei- 
eckig-umgekehrteirund  mit  glatten  Samen,  Grifl'el  länger  als  der  Aus- 
schnitt des  schmalen  Flügelraudes;  Stengelblätter  herzförmig- eirund,  fast 
ganzrandig;  Wurzel  mehrköpfig. 


Teesdalia.  CRUCIFERAE.  63 

LiNN.  Sp.  p1.908.  Roch  Syn.  I.  73.  Reichekb.  Ic.  f.  4184.  Engl.  bot. 
t.  81.     T.  niontanuni  Scholl.  Fl.  barb. 

Auf  Wiesen,  an  Dämmen  und  Berghängen,  auf  humosem  Boden,  die 
IVordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  erreichend,  selten  (Pr.  Hom- 
burg und  Sittichenbach  unweit  Halle,  Barby  auf  Wahhvicsen  und  an  den 
Eibdeichen.  An.  Dessau,  Sieglitzerberg,  Abtei ;  Hn.  in  der  IVähe  des  Silber- 
bergs bei  Osnabrück,  hier  vom  SchuUehrer  Fledderma^n  in  Lotte,  einen» 
eifrigen  und  kenntnissreichen  Botaniker  entdeckt).     April,  Mai.  —  Juni. 

Meist  biiscbel-  oder  rasenartig,  graiigiüu.  Stengel  4,  6  bis  8"  hocli ,  ansteigend,  ein- 
fach. Wurzelblatter  rosetlenartig,  spatelloruiig.  Staubfäden  so  lang  als  die  Krone,  Staiib- 
bcntel  gelb,  dann  pHrjuirfarben,  zuletzt  schwarz.  Schötchen  auf  wagerechten  Stielen  dicht- 
stehend,     V"    breit,     S  —  y/l'"   l^ng»     Fächer    4  —  8-saniig. 

4.    T.  ■iiontammi.     Berg'PfennigJeraut*     Schötclien 

umgekehrtberzförniig  mit  e]>enen  Samen,  Grillel  doppelt  so  lang  als  dev 
Ausschnitt  des  Flügelrandes;  Stengelblätter  herzförmig- länglicli ,  fast 
ganzrandig;    AVurzel  mehrkopfig. 

LiNN.  Sp.  pl.902.  Koch  Syn.  1.74.  Stcrm  Deutschi.  Fl.  H.  65.  Rei- 
CHENB.  Ic.  f.  4187.     Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  237. 

An  Berghängen,  auf  Kalkstein,  bis  jetzt  ATahrscheinlich  nur  am  süd- 
lichsten Saume  unseres  Gebiets,  als  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung, 
gefunden  {Hs.  zwischen  Netra  und  Datterode;  Pr.  Freiburg  am  Schloss- 
berge. Au  den  nördlicher  angegebenen  Standörtern  in  An.  und  Sehw . 
wächst  die  Pflanze  nicht).     April,  Mai.  —    Juni. 

Büschelartig  oder  in  lockern  Rasen,  bald  mehr  gras-  bald  grangrün.  Stengel  4,  6  — 
10"  hoch,  einfach.  Wurzelbiättcr  länglich  -  spatelförniig.  ISlütcn  do])i>elt  so  gross  als  an 
A.  3.  Staubfaden  halb  so  lang  als  die  Kronblatter,  Staubbeutel  gelb.  Schötchen  '!'"  breit. 
mit   bald    etwas    breitenn    bald    schmälerm    Fliigelrande ,     Fächer    1-    oder    2  -  sämig. 

ÖTeonontiSCHes»  A.  1.  ein  nachtheilirjes  Unkraut,  von  dessen 
häufiifem  Gentiss  die  Milch  der  Kühe  einen  ßeitjesrhniaek  annimmt.  Die 
Samen  liefern  Öl. 

95.     XEES^DAIilA.     VmjESn  A.I,EJE. 

R.    Br.    Hort.    hew.    ed.   2.' IV.    83. 

Schötchen  der  Scheidewand  enlgegengesetzt  zusammenge- 
drückt, rundlich,  schwach  ausgerandet.  Klappen  hahnförmig  mit 
flügelrandigem  Kiel,  Scheidewand  sichelförmig.  Fächer  2-samig. 
Stauhfäden  mit  hlattartigem  Anhängsel.     Geschl.  Syst.  XV.  1. 

Einjährige,  kleine,  unbehaarte  oder  wenigbehaarte  Kräuter.  W^urzel- 
hlätter  ■rosettenartig.  Stengel  schaftartig,  mit  wenigen  Blättern.  Blüten 
sehr  klein.  Statt  der  Drüsen  6  flaclie,  häutige  Schuppen  an  der  innern 
Basis  der  Staubfäden,  von  denen  die  der  längern  doppelt  grösser  sind. 

f.  T.  niidicaiiliii;.  J¥acTctstengelige  Veesdalie.  Schöt- 
chen umgekehrteiförmig- rundlich.  Wurzelblätter  anfänglich  spateiförmig, 
dann  tief  leierförmig-liederspaltig;    beide  äussere  Kronblätter  grösser. 

R.Br.  Hort.  kew.  IV.  83.  Chi.  hau.  141.  Koch  Syn.  I.  75.  Beichenb. 
Ic.  f.  4189.  Iberis  nudicaulis  Lina.  Sp.  pl.907.  Schk.  Handb.  II.  T.  178. 
Stürm  Dentschl.  Fl.  11.11.     Fl.  dan.  t.  323.     Engl.  bot.  t.  327. 

Auf  Äckern,  Triften  und  in  Holzungen,  auf  Sandboden,  häufig,  all- 
gemein verbreitet  auf  den  Heiden  der  nördlichen  Hälfte  des  Gebiets,  in 
Marschgegenden  aber  nur  auf  der  Geest.     April  bis  Juni.  —    Mai,  Juli. 

AVurzelblatter  ausgebreitet  am  Boden  liegend.  Stengel  meist  in  Mehrzahl  vereinigt, 
3  —  4"  hoch,  bogig  ansteigend,  einfach,  späterhin  an  üppigen  Ejeniplareu  durch  längere, 
zum  Theil  ästige  IVebenstcngel  vermehrt.  Blätter  kahl,  am  Rande  zarthaarig.  Schötchen 
1  1 2"   breit,    reif  muschelformig   eingedrückt,     glänzend. 


64  CRUCIFERAE.  Ilorniiiigin. 

»«.    lIOR:^U^CiIi%.    UOH]VlT]¥GMJE. 

ISEIClIliNll.    rl.    sax.    .'}(j7. 

Schöfclion  (lor  S('lici(|<'Avainl  onlgc^cn  /.usainnitMigedrürkf, 
oval:  Klappen  kahnfViriiii^  ohne  Fliifjrlraiid;  St'licidcwaiul  si- 
ehcirorinifi-.  Fächer  2-831111«-.  Stauhfäilea  zahnlos.  Geschl. 
Syst.  \\.l. 

"  Eiiijalirige,  kleine,  zartlteliaarle  Kräuter,  mit  ästigem,  Itelilätterleni 
Steiiffel.  Blüten  l;lein.  Drüsen  4:  eine  zu  beiden  Seiten  der  liürzorn 
Stauligefässe. 

1.    H.  petraea.    Stein-BLornungie»    Seliüielien  auflxigig- 

wagerccliten  Stielelien;  Itlätler  uugleiclipaarig  lietlersclinittig  mit  ellipti- 
schen seliarfspitzigen  Ahselinitten. 

Ueicueivb.  Deutsclil.  Fl.  I.  .3:3.  11.  sax.  367.  Capsella  petraea  Chi.  han. 
140.  Ilutchinsia  petraea  II.  IJn.  Hort.  kew.  IV.  82.  Koch  Syu.  I.  79. 
Teesdalia  petraea  Ueichekr.  Ic.  f.  4190.  Lepidium  pctraeum  l.iAN.  Sp. 
pl.  899.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  1.31.     Kngl.  l>ot.  t.  111. 

An  Felsen  und  Ilerghängen,  auf  dürrem  sonnigem  lioden,  im  südlichen 
Theile  desGelüels,  selten  (/»r.  Aulehen  am  Miltelherge,  Gerhstädt,  Stein- 
Iiach,  Eclihartsherge,  Bihra — ;  .SV/iti».  Franl.cnhausen — ;  //«.  Steigcrthal 
im  Windehäuserholze).     ,\pril ,  !>Iai.  —    Juni,  .luli. 

Zartes  2  —  3"  hohes  Pflüniehen,  mit  kiiizcin  kiiu-kiggcbogoncm  Stengel  untl  meist  gleich 
hohen,  vechselständigon  Asten.  Untere  Blätter  .'j  —  6-]iaarig-,  ohere  «i  —  4  -  paarig  -  fie- 
itersehiiittig;  Ahschnilte  «licht  stehend,  untere  meist  in  ein  kurzes  Stielelien  »erschmiilert, 
oherste  drei  an  der  Basis  zusamnicnfliessend.  Trauhen  >crl:ingerf,  t^cliufchen  1"'  lang.  Narhe 
fast  sitzend.  Würielehen  des  Keims  auf  der  Randspallc  der  Keiml.ippen  liegend.  —  'Wenn 
die  Art.  der  Gattung  Hutehinsia  R.  Bit.  mit  ilügelrandigen  Schotchen,  nach  GaudIN  ,  zu 
Thlaspi  gehracht  -werden  und  die  fliigelrandlosen  mit  «-sämigen  Fächern  und  rückenwiirzeligem 
Keim,  nach  KoCH,  für  Hutehinsia  hieilien  ;  so  muss  H.  petraea,  mit  seitenwurzeligem  Keim, 
des  Prineips  halber,  eine  eigene  Gattung  bilden,  oder  man  muss  diese  lefzlere  liir  Hutehinsia 
beibehalten  und  ihre  Gattungs»  er«  andien  zu  Ca]>sella  liringen,  «omit  ein  neuer  >ame  erspart  «lirde. 

Ä».    IB£RI§.     Ä^I7JEJ13«JE3J^. 

I.IMV.    Gen.    n.  814. 

Schötchen  der  Scheidewand  entgegengesetzt  znsaininenge- 
driickt,  rnnd  oder  uingekehrleirund,  ausgerandet  :  Klappen 
kahnförmig  mit  lliigelrandigem  Kiel.  Fächer  1-saniig.  Stauh- 
fäden  zahiilos.    Kfoiihlälter  ungleich  gross.    Gesehl.Sysl.  XV.  1. 

Ein-  (V.l.),  zwei-  oder  mehrjährige  Kräuter  oder  Stauden.  Illätter 
ganz  oder  liederspaltig,  oft  etwas  fleischig.  Trauhen  hisweilen  doldig. 
Beide  auswärtsstchende  Kronhlätter  der  äussern  Blüten  heträclitlieh  grösser 
als  die  gegenüherstehenden.  Drüsen  4:  eine  zu  heiden  Seilen  <ler  hür- 
zern   Stauhgefässe. 

1.    I.  ainara.    Bitterer  Bauernsenf".     Schötchen  rund 

mit  spitzig  vortr(!tenilcn  Flügelrandlappen  am  Ausschnitt;  Blätter  länglich- 
keilförmig,    nach  ohen  zu  liederspaltig- sägezähnig. 

LiNN.  .Sp.  pl.906.    Koch  Syn.  1.76.    Beichenb.Ic.  f.4197.    Engl.  hot.  t.52. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  kalkhaltigem  oder  sandigem  Boden, 
im  südlichen  Theile  des  Gebiets  verwildert  (/'r.  Uossbach,  Branderode — ; 
Jln.  Göttingen  am  Ilainbergc  über  dem  Yolksgarten,  erst  neuerlich  ange- 
siedelt).    Juni,  Juli. —    August,   Se])tcmber. 

Stengel  bis  l'hoeh,  hart,  zerbrechlich,  nach  oben  zu  gleichlang- ästig.  Bluten  in  flachen 
Sträussen.       Kronen    sehneeweis,    seltener   blass    liolct.       Schotehen    2'"    breit. 

GM  UMRBI'ICnMS, 

ÖTCOnomiXCheS,  Eine  bekannte  Zierpflanze  der  Garten,  besonders 
zu  Einf'assunijen  (feeiifnrt. 


Biscufella.  CRUCIFERAE.         ,  65 

Ä8.    BISCUTEIiliA.    BniZiIiKNUnAUV. 

LWN.    Gen.    n.  808. 

Schölcheii  der  Sclieidewand  cnfgegcngesetzt  plattgedrückt, 
oben  und  unten  ausgeiandot  oder  oben  in  den  Giiffel  zugespitzt. 
Klappen  kreisföimig,  ein  Doppelsclnld  bildend.  Fächer  l-sa- 
mig.     Gescbl.  Syst.   XV.  1. 

Ein-  oder  mehijähiige  (A.  1.)  steifhaaiigc ,  filzige  oder  fast  kahle 
Riäuter,  mit  aufiecLteni,  ästigem  Stengel.  Bl.=itter  ganz  oder  fieder- 
spaltig.  Drüsen  6:  eine  zu  beiden  Seiten  der  liürzern  und  eine  kleinere 
zwischen  jedem  Paar  der  längern  Staubgefässe. 

1.    B.  lae\  igata.    Gemeines  JBrillenJerauf.    Schötchcn 

oben  und  unten  ausgeschnitten,  unbehaart;  Wurzelblätter  ländlich -spatei- 
förmig, Stcngelblätter  länglieh,  mit  gerundeter  oder  schwach  herzförmiger 
Basis  stengelumfassend:  sämmtlich  ausgeschweift-gezähnt  bis  in's  Buchtig- 
liedcrspaltigc  oder  ganzrandig,    steif  behaart. 

LiAN.  Mant.  22.3.  Chi.  h.in.  141  (nebst  v.  subpinnatifida).  Roch  Syn. 
I.  76.  77  iß.  glabra  und  d-  macrocarpa).  Ueichenb.  PI.  crit.  MI.  t.  616. 
auch  t.  615.  (B.  obcordata)  und  Ic.  f.  4203.  auch  f.  4204  (B.  obcordata). 
•Taco.  Fl.  austr.  IV.  t.  389.  B.  laevigata  u.  B.  lucida  De  Cand.  Syst.  II. 
4I3."414.—  Wenn  die  Blätter  buchtig -fiederspaltig  werden:  B.  laevigata 
y.  hispidissima  KocH  das.  77.  B.  ambigua  De  Cand.  das.  415.  Reichenb. 
PI.  crit.  TU.  t.  618.     B.  rupestris  Ehrh.  Beitr.  YII.  13. 

b.  scabriiiscula.     nas  scharffrüchtige,     Schötchen,  mit  Ausnahme 
des  glatten  Bandes,    von  erhabenen  Puncten   scharf. 

Chi.  hau.  das.     B.  saxatilis  Sohl.  Getr.  Pfl.    De  Cand.  das.  415.     Rei- 
chenb. PI.  crit.  YII.    t.  719.      Ic.    f.  4205.      Wenn    die   Blätter   buchtig- 
fiedcrspaltig   sind:    Biscutella    coronopifolia   All.  Fl.  ped.    n.  907.     De 
Cand.  das.  414.     Reichenb.  PI.  crit.  Ml.  t.  617.     Ic.  f.  4206. 
An   sonnigen    Bergabhängen,    auch  im   Flachlande,    auf  Ralh-  Gyps- 
Sandsteingebirge  und  im  Flugsande,  als  Nordgrenze  der  Gesammtverbrei- 
tung,  selten  {Pr.  Wettin,   Rröllwitz,  Gödcritz,    Barby  — ;    An.   Dessau, 
Zc^st  — ;    //.«.  am  Hohenstein  bei  Oldendorf,   wo  Ehrhardt  am  27.  Juli 
1791   die  Pflanze  entdeckte).     Mai  bis  August.  —    Juli,  August. 

AVurzel  liokig,  inehrköpfig.  Stengel  2/4  bis  1'//,  im  SanJe  .1er  KlefernivUlder  Lei 
Baiby  4  —  6"  Loch,  traiibig  lerziveigt,  unten  borstenbaarig,  oben  kahl  und  wenigblättrig. 
Blätter  beiderseits  dicht  mit  einfachen,  steifen,  weissllchen  Haaren  besetzt,  nie  kahl.  Kelch 
grüngelb,  Kronen  schwefelgelb.  Schötchen  schmal  gerändert,  matt.  —  Die  Fächer  lösen 
sich  von  der  griffeltragenden  Achse  ohne  die  Samen  zu  entlassen,  wodurch  die  Gattung  an 
die   III.    Abtheilung,     die    schliessfriichligen    Kreiublütengewächsc,     grenzt. 

'S.Gruppe.     LEPIDIXEAE.     K  RMSSMN  GM  WACHSE, 

Das  Würzclchen  auf  der  Rückcnscitc    der  Reimlappen  liegend    (O  II). 
«9.    liEPinir]?!.     ÜCJUSSÄJE. 

I.I.NN.    Gen.    n.  801. 

Schötchen  der  Seheidewand  entgegengesetzt  zusammenge- 
drüeht,  oval,  ei- oder  herzförmig:  Klappen  kahnförmig,  llügel- 
randiff  oder  nur  gekielt.  Fächer  1- sämig,  Staubfäden  zahn- 
los.   ^Geschl.SvstrXV.  1. 

Ein-  (A.2.),  zwei-  (Art.  1.3.  4.)  und  mehrjährige  (Art.  5.  6.)  Rräuter 
oder  Stauden,  mit  ästigem  Stengel  und  ganzen  oder  fiederschnittigen 
Blättern.  Blüten  klein.  Drüsen  4  :  eine  zu  beiden  Seiten  der  kürzern 
Staubgeiasse. 

1.  li.  cailipestre.  feia.  Kresse»  Schötchen  wagerecht 
abstehend,    oval   mit  nach  der  Spitze    zu   breiterm  Flügelrande ,    warzig- 


G6  CRIJCIFERAE.  Lepidinm. 

puiiclirt ;  WurzelMättcr  iiingekelirtoil'örinig  und  in  «Ic-n  Blattstiel  ver- 
scliniälci't,  fast  leierförmig,  Imchtig-gczalint  oder  ganziandig,  Stengel- 
hlättcr  ]»l"ei!lorniig- länglich,  stengelumfasscnd  und  gozälint,  säniiutliolt 
grau  -  flaumhaarig. 

11.  Br.  Hort.  kcw.  IV.  88.  Chi.  han.  143.  Kocii  Svn.  I.  77.  Reichenb. 
Ic.  f.  4214.  Thlaspi  caniprstrc  Likn.  Si>.  i>1.  902.  Schk.  Ilandb.  II.  T.  180. 
Fl.  dan...t.  12r21.     Engl.  bot.  t.  1385. 

Auf  Äcljorn  und  llraclicn,  auf  Thon  oder  Lehm  enthallcudem  Boden, 
häiifig  cingeliürgert.     April  liis  Juli.  —    Juni,  August. 

Steif  aiifrtdil ,  1'  lioch,  diclit  hehlältcrt  iiml  oft  lötLlicli  augflaiifeii ,  oben  ästig.  Schöt- 
cLon  1 '/2"'  ''reit,  mit  rund  licrunilaufendeni  oben  «Iroifadi  Jircitcrm  wenig  ansgcscbDittenera 
Fliigclraudc.       Grlllcl    kaum    über   den    Fliigrlrand    lorlrelend. 

13.     li.  ^ativiini.     Garten- Kresse,     Schötchen  aufrecht, 

rundlich -eiförmig,  mit  nacli  der  Spitze  zu  hreiti-rm  Flügelrande;  untere 
Blätter  doppelt-  oder  einfach -fiederspaltig,  mit  linealen  eingeschnittenen 
oder  ganzen  Zipfeln,    obere  fiederspaltig  oder  ungetheilt. 

LiNN.  Sp.  pl.  899.  Koch  Syn.  I.  77.  Schk.  Ilandb.  II.  T.  180.  Rei- 
chenb. Ic.   f.  4212.     IIayive  Arzneigew.  AI.  T.  11. 

b.   crispuni«      nie  kraiisblättrige,      Blattzipfel    zusammenfliessend 
und  am  Bande  kraus. 

LiNN.  das.     Koch-  das.     Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  9. 
In  der  Nähe  von  Wohnungen  und  Gärten,  auf  Schutthaufen,  liier  und 
da  verwildert.     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  1 — 2'  hocb,  glatt,  ästig,  nebst  den  Blattern  mit  blUiilleliem  Duft  überzogen. 
Sebötclien  '-'/._,'"  breit,  mit  rund  bernmlaurendem  oben  doppelt  breilerm  sebmal  aiisgesebnit- 
tenera  Flügelrande.  Grillel  liürzer  als  der  Flügclrand.  Kronblattcr  3-tbcilig.  —  Von 
scbarfem    Gesebiiiaeli. 

3.  li.  riiderale.  Stinlkende  Kresse.  Schötchen  abste- 
hend, rundlich -oval,  an  der  Spitze  sclimal  llügelrandig;  untere  Blätter 
einfach-  oder  doppelt -fiedcrschuitlig,  mit  schmal  linealen  fast  ganzrandi- 
gen  Zipfeln,  o]»ere  fiederspaltig  oder  ganz;  Blüten  zweimänuig  und  mei- 
stens kronlos. 

LiNN.  Sp.  pl.  900.  Chi.  hau.  143.  Koch  Syn.  I.  78.  Schk.  Handb. 
II.  T.  180.  Stirm  Deutschi.  Fl-  II.  68.  Beichenb.  Ic.  f.  4215.  Fl.  dan. 
t.  184.     Engl.  bot.  t.  1595. 

An  Mauern,  Schutt  und  auf  steinigen  Wegen,  hier  und  da,  und,  unter 
zunehmender Yerbreitung  gegen  die  Küsten,  an  Meeresdeichen  und  Dämmen, 
auf  magern!  Boden.     Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  G — 12"  bocli ,  von  unten  bis  ol>cn  in  sperrig  absiebende,  einen  rundlicben  Ituseb 
bildende,  Aste  zertheilt.  Die  sehr  selten  vorhandenen  Hronblätter  gelblichweiss.  Sebötehen 
1'"  im  Durehm.,  liaum  ausgcrandet.  Narbe  fast  sitzend. —  Scharf  schmeckend  nnd  nldcr- 
licb    riechend. 

*4.  li.  gi'aiiiiilifoliulii.  Grasblätfrige  Kresse»  Schöt- 
chen aufrecht -anliegend,  eiförmig,  spitz,  ohne  Flügclrand;  untere  Blätter 
länglich -spateiförmig  und  in  den  Blattstiel  verschmälert,  sägezähnig  oder 
gegen  die  Basis  fiederspaltig,    obere  lineal,    ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  900.  Koch  Syn.  1.78.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  G8.  Schk. 
Handb.  II.  T.  180.     BE1CHE^K:  Ic.  f.  4218. 

An  Hügeln,  auf  magerm  Boden,  an  Mauern  und  auf  Schutt,  am  süd- 
westlichen Saume  des  Gebiets,  als  östlichstes  Yorkommen  in  Deutsch- 
land (Pr.  rV.  bei  Werl). 

Stengel  1 — 2'  hoch,  von  unten  bis  oben  mit  sperrig  abstehenden,  kurzen,  einen  läng- 
lichen Itusch  bildenden  Asten  besetzt.  Blätter  grasgrün,  untere  oft  etwas  haarig.  Blüten 
in  kleinen  rundlichen  Sträusschcn.  Schötchen  kurz  gestielt,  unten  ^l'"  Ircit.  Narbe  rund- 
lich,   fast  sitzend. 

'5.    It.  latlfolliini.    Breitblättrige  Kresse,    Schötchen 


Capsella.  CRIJCIFERAE.  G7 

abstehend,  riinil,  ohne  Fliigclrand,  kurzhaarig;  T^'^iirzelblätter  lang  ge- 
stielt, eirund,  hcrhartig-gesägt,  Stengelhlätter  sitzend,  eirund -lanzett- 
förmig und  sägezähnig,    obere  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  1)1.899.  Koch  Syn.  I.  78.  Reiciienb.  Ic.  f.  4219.  Fl.  dan. 
t.  .557.     Engl.  bot.  t.  182. 

Am  Seestrande,  auf  thonig-humosem  Boden  und  Schutt,  selten  {Hl. 
bei  Brock  — ;  31k.  bei  Lübbersdorf ,  Warnemünde  — ).  Juni  bis  August.  — 
September. 

Wurzel  st.nrk,  tief  eindringend  und  «uclicrnd.  Stengel  2  —  3'  liooh,  ästig,  nebst  den 
etwas  lederartigen  Blättern,  von  denen  die  luitern  flaumhaarig ,  die  oliern  kahl  sind,  grau- 
grün. Traulien  aus  kleinen  rundlichen  Bliitensträusschen  zusammengesetzt.  Schötchen  3/^"' 
im    nnrchm.,     mit    fast    silzender .     dieker ,     kopfförmigcr    TVarhe. 

•  6.    li.  Uralia.    Merxfrüclitige  Kresse.     Schötchen  ab 

stehend,  rundlich -herzförmig,  ohne  Flügelrand,  aufgetrieben  und  aderig- 
runzelig;  Blätter  eirund-länglich,  ausgesclnveift-spitzzähnig,  flaumhaarig, 
unterste  in  den  Blattstiel  verschmälert,  übrige  pfeilförmig  steugelumfassend. 

Li^N.  Sp.  pl.  ed.  1.  n4;5.  Kocu  Syn.  1.77.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  H.  68. 
Cochlearia  Draba  Linn.  Sp.  pl.  ed." 2.  904.  .Iaco.  Fl.  austr.  IV.  t.  315. 
Cordaria  Draba  Desv.  Journ.  bot.  TIT.  163.     Reichenb.  Ic.  f.  4211. 

Auf  Weiden,  an  V^^-geu  und  M^ällen,  auf  lehmigem  Boden,  am  süd- 
lichen und  Süd -östlichen  Saume  des  Gebiets,  als  ^(ordgrenze  der  Ge- 
sammtverbreitung,  selten  {Pr.  Alsleben,  Pöplitz,  Magdeburg  — ;  Sxu. 
Arnstadt?  — ;  Hn.  als  verirrte  Pflanze  bei  Lüneburg  vorgekommen).  Juni, 
Juli.  —    September. 

"Wurzel  lang,  fingerdiek,  mehrkopfig.  Stengel  1  —  Vj^  hoch,  rückwärls  feinhaarig, 
ohcn  doldcnlrauhig- ästig.  Blätter  graugrün,  Blüten  in  kurzen  Trauben.  Schötchen  fast 
nicrcnfdrmig,     l'/a"'   breit,     l'A"'   '""S'     ">'*   •""g''"''    fadenförmigem    Griffel. 

jPharmaceutisch'Medicinisches.     Von  A.2.  das  frische 

Kraut  und  der  Snme  officineU  (Herb,  et  Sem.  Nasturtü  hortcnsis).  f  or- 
walt.  Bcstandth.  scharfes  ätherisches  Öl,  in  den  Samen  viel  Schleim 
und  fettes  Öl.  Anwenduny  frisch  als  antiscorbutisches ,  harntreiben- 
des Mittel.  Eine  Abkochumj  von  A.  3.  in  Russland,  auch  beim  deut- 
schen Landmann,    qeqen   fV'echselfiebcr  im  Gebrauch. 

ÖJeonomiSCheS,  Die  Samen  von  Art.  1.  2.  zur  Olf/ewinnunrj  an- 
wendbar,  letztere  liefert  öS  Proc.  scharfes  Brennül  (Metzger).  Die 
Blätter  von  Art.  I.und  5.  als  Salat  und  Gewürz  csbar,  die  der  letztern 
auch  als  Gemüse. 

30.    CAPSEIiliA.     TÄSCHJSItKUAUT, 

MEDIC.    Gen.    pl.   I.  85. 

Schötchen  der  Scheidewand  entgegen  zusamniengedrückl, 
verkehrtdreieckig  oder  nmgekehrteiförmig :  Klappen  kahnfor- 
mis:  ohne  Flügelrand.  Fächer  niehrsaniig.  Staubfaden  zahn- 
los.     Geschl.  Syst.  XV.  1. 

Einjährige,  ästige  Kräuter.  Blätter  vielgestaltig  und  abändernd.  Blü- 
ten klein.      Drüsen  4:    eine   zu  beiden  Seiten  der  kürzern  Staubgefässe. 

1.    V,  Bursa  pasütoris.      Gemeines   VäschelTeraut. 

Schötchen  verkehrtdreieckig,  ausgerandet;  \^^urzelblätter  in  den  Blatt- 
stiel verschmälert,  schrotsägenförniig-fiederspaltig  mit  eirund- dreieckigen 
gezähnelten  Zipfeln,  obere  Stengelhlätter  pfeilförmig -länglich,  stengel- 
umfassend. 

MöKCH  Meth.  271.  Chi.  hau.  140.  Koch  Syn.  T.  79.  Beicuenb.  Ic. 
f.  4229.  Thlaspi  Bursa  pastoris  Linn.  Sp.  pl.  903.  Schk.  Ilandb.  II. 
T.  180.     Fl.  dan.  t.  729.     Engl.  bot.  1. 1485. 


68  CBUCIFERAE.  Scneblera. 

Auf  Ackfin,  an  cuUMiten  Ortru,  Wegen  mnl  Hauern,  auf  Lehm-, 
Sand-  un«l  leichtem  Thonitoden,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  all- 
gemein verhreitef.     April  I>is   Septemhcr.  — •    Juni   his   Octoher. 

Ändcit  all  mit  tief  ficderthciligcn  cingcscliiiitfen  -  lijifliilieii  Bl;ill<rn  (> .  coronopifolla)  ,  nur 
gesell» <-ift-gciälinlen  Blattern  (v.  sinnala) ,  und  ganzrandigen  Blattern  (v.  integrifolia  ReI- 
(IIENB.  .las.  f.i-2-29.  integrifolia).  Anel,  kommt  eine  Missl.il<l..ng  mit  mehr  aU  6  Staul.- 
gefässen    lor,     indem    sämmtlielic    oder    einige    Kronl.lalter    zu    Stanl.gelassen    sich    iimliiJden. 

'Ä.  C  iirociiniliens.  Mjiegendes  VäschelTeraut*  Scböt- 

rhen  iimgeliehrteilörmig  -  länglieh  ;  >Vurzelhlattcr  leierartig -iicderspaltig 
oder  spontonformig  mit  schmalen  ganzrandigen  Zipfeln,  Stengelhlätter 
lineal -lanzettförmig:    oder  sammtlich  fiederspaltig. 

Friks  Nov.  n.  suec.  mant.  l.  14.  Chi.  hau.  141  (BcmerK).  Koch  Syn. 
I.  79.  Keichktvb.  Ic.  f.  4221.  Hutchinsia  procumhens  Desv.  .lourn.  bot.  111. 
168.  Thlaspi  procumhens  ^Vallr.  Sched.  erit.  1.3.  Lepidium  procum- 
hens Link.  Sp.  pl.  898. 

Auf  Triften  und  Grasplätzen,  auf  feuchtem  salzhaltigem  Boden,  auch 
in  der  Nähe  von  Salinen,  am  südlichen  Saume  des  Gebiets,  als  Nordgrenze 
der  Gesammlverbreitung,  selten  {Pr.  zwischen  Numburg  und  Auleben, 
Aschersleben,   Stassfurth — ;  5ii>.  Franhenhausen — ).    Mai. —   Juni,  Juli. 

Zarfes,  meistens  'i  —  4"  holies  Pflanzelien ,  mit  kurzem ,  ül.er  der  Basis  in  einige  faden- 
förmige Äste  zerllieilleui  Stengel.  Biälter  dicklicli,  kalil ,  oder  mit  einigen  Raiidliärclien 
lersclien,  grasgrün,  auf  älinliekc  Weise,  wie  A.  1.,  in  der  Form  abändernd.  Traubeusticl 
beträclitlieli  länger  als  der  Stengel.  Schötclien  7'"  breit,  bald  dureb  Spilzung  mebr  zur 
ellipsoidiscben,  bald  durch  Abstumpfung  mehr  zur  umgekchrtelförmigen  Gestall  hinneigend, 
6 —  10-  sämig. 

GM  VTJERBIjICHMS. 

PharmnceutiSCh-  JtletliciniSCheS,  A.1.  in  ciniaen  Geffen- 
dcn  of'fici'iiell  (Herb.  Bursae  pastoris).  Vorwalt.  Bestandth.  ivenin 
äthrrixchex  scharfes  Öl  und  bitterer  Extructivstoff.  Anwendunff  frisch 
(jeqcn   Blutflüsse ,    in  Pulver  und  im  Auf'ijuss   «jeijcn   fl  echselßcber. 

TERS.    Sjn.    II.    18Ö. 

Schölclieu  tler  Scheidewand  enlgogen  ziisainmengedrückf, 
oben  nnd  nnfen  eingezogen,  zweiköpfig,  oder  nur  unten  einge- 
zogen, nierenförmig,  nnvollständig  oder  nielit  aufspringend. 
Klappen  netzig-runzelig.    Fächer  1-samig.      G.  Syst.  XV.  1. 

Kin-  (Art.  1.2.),  oder  zweijährige,  vielstengelige,  ästige,  meist  iiie- 
derliegende,  Kräuter.  Blätter  ganz  oder  fiedertheilig.  Trauben  blatt- 
gegenständig, kurz.  Blüten  hiein.  Drüsen  4:  eine  zu  beiden  Seiten  der 
kurzem  Staubgefässe. 

1.    S.  Coroiiopiis.    Gemeine  Senebiere»   Schötchen  fast 

nierenförmig;  Blütenstielchen  kürzer  als  die  Blüten;  Blätter  fiedertheilig 
mit  ganzran<ligen  oder  liederspaltigen  Zipfeln. 

PoiR.  Fncjc.  \TF.  76.  Chi.  hau.  142.  Kocu  Syn.  I.  80.  Beichenb.  Ic. 
f.  4210.  Coronopus  Buellii  All.  Fl.  ped.  934.  Cochlearia  Coronopus 
LiNN.  Sp.  pl.904.  ScHK.  Handb.  IL  T.  181.  Fl.  dan.  t.  202.  Engl.  bot. 
t.  1060. 

Auf  bcbatictem  und  betretenem,  sandhaltigcm  Boden,  als  dem  Men- 
schen folgende  Pflanze,  auch  an  Salinen  und  am  Meercsstrande,  häufig. 
Juni  bis  August.  —    September. 

Kreisrund  ausgobreitel  platt  am  Boden  liegend,  Stengel  und  Blätter  dicklich,  saftig, 
unbehaart,  grasgrün  oder  bläulichgrün.  Bluten  in  kurzen,  knhuelarligen  Trauben,  die  sich 
späterhin  wenig  »crlangern.  Schiifebcn  str.ihlig- runzelig,  mit  zackigem  Kiel.  Griffel  kurz, 
pyramidal. 


Isatis.  CRVeiFERAE.  69 

Ä.    S.   didynia.     XweiJCöpJiffe   Senebiere.     Schöidien 

zweiköpfig;  ülütenstielchcn  länger  als  die  Blüte;  Biältcr  fiedcitbeilig  mit 
ganzen  oder  fiederspaltigen  Zipfeln. 

PiiRS.  Svn.  II.  185.  Chi.  Lan.  143.  Koch  Svn.  I.  80.  Reichenb.  le. 
f.  4209.  Coronopus  dldjinus  Sm.  Fl.  hrit.  II.  691.  Engl.  bot.  t.  248. 
Lepidium  didjnium  Limn.  Mant.  92. 

Am  Unterlauf  der  Elise,  auf  sandhaltigem  Boden,  -vvalirselieinlicli  mit 
ScLiffsballast  eingewandert  und  bier  nnd  da  verwildert  (HL  Altena;  Hb. 
Sternschanze,  lleiligengeistfeld,  Ilitzebüttel — ).  Juli,  August.  —  Sep- 
tember. 

An  der  Erde  liegend,  mit  zcrstreucten  aliwartsstebendcn  Haaren  besetzt.  Scliökhrii  in 
langern,  lockern  Trauben  und  nur  halb  so  gross,  als  an  der  vorhergelienden  .4rt,  net/.ig- 
grubig,  ohne  zjcklgen  Kamm.  >arbe  ohne  Griftel  aufsitzend.  —  Die  Keimlappen  dieser 
Gattciug  uuigckniclit.  Durch  die  nur  unvollständig  oder  gar  nicht  aufspringenden  Friielile 
geht    die    Gattung    zur    folgenden    III.  Abtheilung,     den    Schliessfriichtigcn ,     über. 

C?  JE  U^JERBMCnUS. 

ÖJCOnoniiSChCSt  ^/.  /.  xvnd  in  einiffcn  Gcifcndcit  nls  Sttlat  tjc- 
nossen. 

III.     NUCAMENTACEAE.     SCHI,IMSS  F'HV  C  HTKGBl. 

Früchte  nicht  aufspringend. 

9.    Gruppe.      ISATIDEAE.       WAin  GmVÄCM SM. 

Das    Würzeleben     auf     der    Ilücbcnseite    flacher    Keinilappen    liegend 

(0=.     TVeslia). 

3«.    ISATIS.     JTAEn. 

I.iNN.     Gen.     n.  8'i4. 

ScLötchcii  keilförmig  umgekelirteirund  oder  oval,  der  Schei- 
dewand cnlgegeu  flachgedrückt,  flügelrandig;  nach  .schwinden- 
der Scheidewand  1-fächerig,  1-samig.     Gcschl.  Syst.  XV.  2. 

Ein-  oder  zweijährige  (A.  1.),  aufrechte,  ästige,  kable  oder  behaarte, 
meergrüne,  mit  färbendem  Safte  versehene  Kräuter.  Trauben  scblafl", 
mit  fadenförmigen,  abwärtsgebogenen  Frucbtstielchen.  Drüsen  4:  eine 
zu  beiden   Seiten  der  kürzern  Staubgefässe. 

"l.  I.  tillCtoria.  Färber  -  W^aid»  Schötehen  keilförmig 
oder  umgekehrteirund- länglieh,  gerundet  oder  seicht  ausgerandet;  untere 
Blätter  länglich,  in  den  Blattstiel  verschmälert,  obere  lanzettförmig,  tief 
pfcilförmig  stengelumfasscnd,  sämmtlich  gezahnt  oder  gegen  die  Traube 
hin  ganzrandig. 

LiAN'.  Sp.  pl.  936.  Koch  Syn.  I.  81  cc.  ß.  Schk.  Handb.  II.  T.  188. 
Ti^AUTVETTER  de  Sanier,  et  Isat.  t.  2.  f.  17.  Heicuenb.  Ic.  f.  4178  (I.  prae- 
cox).    Engl.  bot.  t.97. 

b.   praecox.      Her  frilhxeitige.      Schötehen    umgekehrteirund -oval; 
Blätter  ])rciter. 

I.  tinctoria   /.   praecox    Roch    das.      I.    praecox    Kit.   Tratt.  Archiv. 
II.  40.    T.  68.     Trautv.  das.   t.  1.   f.  12.      Reicuenb.  das.  f.  4177  (I.  tin- 
ctoria). 
An  Flussufern,    Hügeln  und  Felsen,    auf  Kalk-  oder  Sandboden,    im 
südlichen  Theile  des  Gebiets  und  am  Unterlauf  der  Elbe,  als  IXordgrciize 
der  Gesammtverbreitung,  bier  und  da  eingebürgert  {Pr.  Freiburg  — ;   //.<• 
Cassel  am  "V^'^einberge  — ;  Hb.  am  hoben  Eibufer  vor  der  Tetifelsbrüeke  — ). 

Stengel  1'/^  —  3'  hoch,  unten  abstehend,  haarig.  Blatter  kohl  artig.  Schötehen  dreimal 
so  lang  als  oben  breit;  an  der  Spielart  b.  nur  doppelt  so  lang.  Keimbl.itter  rinuig  ge- 
bogen. 


70  CRCCIFERAE.  Bunia». 

GEUJERBI.KCMMS. 

technisches»  f'orwull.  licstamllli.  fliuhliij  scliurl'vs  Öl  und 
ludia  (im  liockencn  Zuslaude  fast  '/^  Proc,  hivrinil  also  auch  Isalin  und 
Isaüusäure) ,  wonach  die  Pflanze,  in  Form  von  fß'aidhiijeln  zur  Krxpa- 
yuuij  des  Indii/o  diesem  zuyesclzt,  zum  Blau-  und  Grünfärben  anwendbar  ist. 

10.    Gruppe.      BUNIADEAE.      XA€K£\SCHOTX:X- 
GEUÄCMSE. 

Das  Würzelchcn  auf  sclmeckcnloiinig  eingerollten  Keiinlappcu  licgeiul 
(O  II  II). 

33.   BuiviASf».    za.ck:e]¥iscmovx:. 

I.iNN.   Geil.   11.  Si-j}. 

Schötclieii  eiförinig-iuiulllcli,  oder  vierkantig;  2- fächerig 
niJl  schräg  ühereinantler  gcslcllteii  Fäeliern,  oder  i-fi^herig 
mit  paar^vei^se  schräg  ühereinantler  stehenden  Fächern.  Fächer 
1-saniig.    Gesehl.  Syst.  XV.  2. 

Ein-,  zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Rräuter,  mit  spindellormigcr 
Wurzel,  aufrechtem,  ästigem  Stengel.  Itlättcr  ganz,  fiederspaltig  oder 
Schrotsägen l'örmig.  Drüsen  4:  eine  ringförmig  die  hürzern  Stauhgefässc 
umgel>ende,  und  1  hleinere  vor  jedem  Paare  der  längern  Stauhgefässc; 
oder  nur  2  mchrzachigc ,  die  hürzern  Stauhgefässc  von  innen  umfassend. 

'1.  II.  Orientalin.  JBEorgenländische  Zackenschote. 

Schötehen  schief  eiförmig,  2- fächerig;  untere  Blätter  leierartig- schrot- 
sägenförmig,  gegen  die  Basis  huchtig    gezähnt. 

LiNN.  Sp.  pl.936.  Koch  Sjn.  I.  82.  Schk.  Handh.  II.  T.  189.  Fl. 
dan.  t.  1651.  Laelia  oricntalis  Desv.  Journ.  hot.  III.  ICO.  lUicuEiSB.  le. 
f.  41(52. 

Auf  Grasplätzen,  auf  sandig-humosem  Boden  und  an  Schutt  am  Ost- 
seestrandc,  verwildert  (IIl.  am  Wcinherge  zwischen  Oldenburg  und  Put- 
lose — ;  hei  Lübeck  zwischen  Rrempclsdorf  und  Trems  häufig  — ;  ^/h. 
bei  Wamcmünde  hinter  dem  Bauhofe,    Rostock  bei  dem  Yoegcnleichc). 

Stengel  l'/.2  —  3'  liüeli,  nebst  den  Blattstielen  mit  zerstreiietcn,  dicklicLen,  liurzgesliel- 
tcii  Drüsen  besetzt,  nach  unten  zu  bald  mehr  bald  weniger  borstenliaarig,  oben  iiagerecLt 
»erzneigt.  Kronen  gelb.  Sehötelien  auf  abstehenden  langen  Slielehen,  '~'/i"  '»"gj  tnolig- 
ruuzclig,    in    den   slelicnbleibenden   tcgellorniigcn    Grillel    zugesj.ilil. 

11.    Gruppe.      CAKILINAE.      JflJEX^RISEjliJFGMWt^ÄCnSJE, 

Das  Würzelchcn  an  der  Ilaudspaltc  flacher  Keimlappen  liegend  (0=). 

34.    CAKII^E.     ÜTlEJEJtSJEA  JP. 

TOVKIVEF.    Inst.    49.      t.    -iJ^a. 

Schötehen  zusammengedrückt  -  zwciselinoidig,  2  -  gliederig: 
Glieder  1- fächerig,  1-samig:  unleres  eckig -kreiseiförmig,  ohe- 
res  eckiff- eiförmig,  in  den  stchenhleihendcn  GriiTcl  verschmä- 
lert.   Gc^schl.  Syst    XV.  2. 

Einjährige,  fleischige,  unbehaarte  Rräuter.  Blätter  liedcrspaltig  oder 
ganz.      Trauben  anfänglich  sehr  kurz. 

1.    C  iiiaritiiita.    Gemeiner  MeersenJ".    Oberes  Glied 

des  Schötchcns  schwertförmig  zulaufend;  Blädir  fiederspaltig,  einge- 
schnitten-gesägt,    oder  fast  ganzrandig. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  3;>.  Chi.  han.  145.  nebst  v.  inlegrifolia.  Roch  Syn. 
I.  83.  nebst  ß.  Reichenb.  Ic.  f.  4158.  Bunias  Cakilc  Li>w.  Sp.  pl.  936. 
Fl.  dan.  t.  1168.     Engl.  bot.  t.  231. 

Am  Nord-  und  Ostseestrande  inid  auf  den  nahe  l»clcgenen  Inseln,  auf 
Sandboden,   häufig.     Juli  bis  September.  —    Octohcr,  November. 


Crambe.  CRIJCIFERAE.  71 

Stengel  1  —  1  Vi'  l^"g'  netst  «len  abstehenden  Asten  beiigig  ansteigend,  dicklich  und 
saftig,  innen  iveitzcllig  -  markig.  Kronen  der  grossen  Itlüten  hellviolet.  Schötchen  7  —  8'" 
lang,  auf  kurzen  dicken  Stielchcn  sitzend,  von  lederarlig  -  korkiger  Substanz.  Same  gross, 
fast  halbmondfürmig,  der  des  untern  Fachs  hängend,  des  obcrn  aufrecht.  INabeistränge 
sehr    kurz. 

GM  vrjERBriCMEIS. 

Technisches'     Eit/net  sich  zxir  Gewinnunff  von  Sodu. 

12.  Gruppe.     RAPHANEAE.     jnEEHKOBrGE  ¥VÄ  CJI&E. 

Das  Würzelcheii  von  tlen  riiinig- gefalteten  Keinilappeu  reitend  umfasst 
(O»). 

33.     ORAITIBi:.     MEEinKOBMj, 

LlN>-.    Gen.    u.  820. 

Schötchen  2-glietlerig;  Glieder  l-fächerig:  unteres  durch 
Verkümmerung  sticlförmig,  unfruchthar,  oheres  eiförmlg-ku- 
ffcliff,  1-samifi-.  Same  an  langer  aufsteigender  Nahelsehnur  hän- 
gend.   GesehirSyst.  XV.  2.    ^ 

Ein-  oder  melirjabrige  (A.  1.)  Kräuter,  oder  Stauden,  mit  aufrechtem, 
ästigem,  kalilem  oder  steifhaarigem  Stengel.  Blätter  ganz,  eingeschnit- 
ten oder  fiederspaltig,  oft  <lick  und  meergrün.  Trauben  meist  zu  weit- 
schweifigen Rispen  vereinigt.  Drüsen  4:  eine  zwischen  den  kürzern  Stauh- 
gefässen  und  dem  Fruchtknoten,  und  eine  grössere  vor  jedem  Paare  der 
längern. 

1.    C.  iiiarltiina.    Gemeiner  JtEeerTeohl.  Schötchen  ohne 

Gritfel,  längere  Staubfäden  an  der  Spitze  gabelig;  Blätter  kreisrund, 
eingeschnitten -gezähnt  und  wellig,    ne]>st  dem  Stenge!  völlig  haarlos. 

LiNN.  Sp.  pl.937.  Chi.  hau.  145.  Roch  Syn.  I.  83.  Sturm  Dentschl. 
Fl.  II.  18.     Reichenb.  Ic.  f.  41fi4.     FI.  dan.  t.  316.     Engl.  bot.  t.  924. 

An  der  IVord-  und  Ostsecküste  und  auf  den  nahe  belegenen  Inseln 
auf  SandI)oden,  selten  (//«.  IVordernei,  wo  die  Pflanze  sich  fast  ver- 
liert— ;  Mk.  zwischen  Travemünde  und  Doberan,  am  heiligen  Damm  bei 
Rethwisch ,  an  den  Dänimcn  ZAvischen  Markgrafenheide  und  \'^^aine- 
münde  — ).  ' 

AVurzel  dick.  Auslaufer  treibend  und  vielköpfig.  Stengel  l'/j  —  2'  lioch,  fingerdick, 
von  unten  auf  ästig,  nebst  den  grossen,  kohlartigen,  dickaderigen  Blättern  hechtblau,  weiss 
bereift  nnd  oft  lilafarlicn  angebaucht,  Blüten  gross,  weiss  ins  Okerfarbene  spielend.  Schöt- 
chen auf  1"  langen  Stielchcn  sitzend,  4'"  lang,  3'"  breit,  fleischig,  mit  warzenförmiger 
Narbe,     dann    hart    und    nussartig. 

GJE  WMRni.E  CHJES, 
ÖTCOnomischeS»     Die  jimyen  Blätter  sind  ein  sehr  schmackhaftes 
Gemüse. 

36.  RAPiiAiiviSTRdifE.   BmmmNJBtmwiG. 

TOIRNEF.  Inst.  230.    t.  11.5. 

Schote  lineal,  perlschnurförmig,  der  Quere  nach  in  Glieder 
zerfallend;   Glieder  1 -sämig.     Geschl.  Syst.  XV.  2. 

Ein-  (A.  1.)  oder  zweijährige  Kräuter,  mit  spindelförmiger  Wurzel 
und  sperrig-ästigem  Stengel.  Lntere  Blätter  leierförmig  oder  liederlheilig. 
Drüsen  4:  eine  rundliche  zwischen  den  kürzern  Staubgefässen  und  dem 
Fruchtknoten,    und  eine  längliche  vor  jedem  Paar  der  längern. 

t.   R.  segetnin.     Gemeiner  Meidenrettig   (Hederich). 

Schoten  lang  geschnäbelt,  längsriefig;  untere  Blätter  leierartig,  oberste 
länglieh,    sägezähnig,   nebst  dem  Stengel  borstenhaarig. 

Baimcart.  Fl.  transylv.  IT.  280.     Reichenb.  Ic.  f.  4172.     Raphanus  Ra- 


72  CRIJCIFERAE.  Rapistrum. 

i.lianistiimi  I.iAN.  S|».  pl.  953.  Chi.  hau.  144.  lioc«  Sjn.  l.  84.  Sciik. 
Ihindl).  II.  T.188.  Fl.  dan.  t.678.  Engl.  hol.  l.  85().  IIayne  Arziu-ig.-«-. 
II.    T.  I.J. 

Aul"  AiKiTii,  auf  sandigem  Roden,  meist  .schaarenweisc  eingehüigert. 
Mai   lüs  August.  —    Juli  bis   Septemher. 

Sicngi'l  1  —  l '/j'  liucli,  mit  zcTstrciicfcn  aliwärts  goriditctr-n  Rorstcn  besetzt,  meist  liläii- 
llrli  IicroHt.  Itliiten  gross.  Kelch  ansclilicssenil ,  oft  riillilieli  gerändert,  lUs  toriU-rc  und 
liinli-re  lielililil.ill  s.nckloriiiig  ei«eitert.  Schoten  1 '/j"  lang,  «alzig,  mischen  den  Glie- 
dern stark  msanimengcsehnürt,  luihchaart,  Schnabel  pl'ricmenlormig.  —  Die  ge«öhnlich  blass 
schrtcfelgclhcn ,  »ioletaderigcn  Kronblättcr  variiren  mit  weisser  Grundi'arhc ,  nml  lionimen 
selten  gelb  mit  duuklcrgelbcn  Adern  vor.  Die  Schoten  sind  jedoch  selten  in  rruhcini  Zu- 
stande   steifliaarig. 

ÖJCOnoniiSCheS'  Hin  nicht  zu  verlihjcndt's  Acherunhrnut ;  jedoch 
ein  ijutes  f'iehf'nttcr.  Die  Blüten  dienen  der  liirnenzuchl ,  die  Sfimcn  kön- 
nen  als  Senf  benutzt  werden  und  liefern  auch   ein  reichliches  Ol. 

3V.    RAPISTRIJ]?!.    UAJPPSnOVUDMH, 

BOERH.    Hort.    Ingd.    bat.    40Ü. 

Scliötcheu  2-gliedorig;  Glieder  l-.saruis:  luiteres  umgeliolirl- 
kegelförmig,  oberes  fast  kugelig,  in  den  siehenbleilienden  Griffel 
zugespitzt.  Samen  an  kurzen  INalielschnüren  befestigt.  Geschl. 
Syst.  \V.  2. 

Ein-  (A.  2.)  oder  mehfjährigc  (A.  1.)  ästige  Kräuter.  Untere  Blätter 
flcderllieilig  oder  leierformig-gctheilt,  obere  fiederspaitig  oder  gezähnt. 
Diüst"  4:  eine  z^viselun  den  kurzem  Staubgefässen  und  dem  Frucht- 
tjiu>t<"ii,    und  eine  grössere  unter  jedem  Paar  der  längern. 

1.    R.  pereiiiie.    Mehrjähriger  Jtapsdotter,    GriflVI 

Kcgeirormig,  bürzer  als  das  obere  Schötclienglied ;  untere  Itlätlcr  fieder- 
tlieilig  mit  länglichen,  eebig- zähnigen  Zipfeln,  obere  seieht-liederspaltig 
oder  gezähnt. 

All.  Fl.  pedeni.  I.  258.  Chi.  han.  144.  Roch  Syn.  I.  83.  Reichenb. 
le.  f.  4170.  Wvagrum  pcrcnnc  Linn.  Sp.  pl.  893.  Jacq.  Fl.  austr.  V. 
t.  414. 

Auf  Äckern  und  in  deren  Fnigegend,  auf  sandhaltigem  trockenem 
Boden,  im  südöstlichen  Thcile  des  Ge])iets,  als  Nordgrciize  der  Gesammt- 
verbreitung,  eingebürgert  (P>-.  Kölnic,  Wanslebeii  und  von  da  durch  das 
ganze  Thüringische,  <^hiedlinburg,  Ilalberstadt  — ■;  .in.  SaudersleJ)en — ; 
•Vc/ttw.  beiBadra,  Fraiikenhausen,  Ilachelbich — ;  //ii.  Steigerthal).  Juni 
bis  August.  —    August,   Septeml>er. 

Wurzel  sjiindclig,  lief  eindringend.  l  nferer  Theil  der  I'flanze  zersirenet  Iiorstig  nud 
die  Blätter  randhaarig,  oberer  kahl.  Stengel  1 '/^  —  2'  hoch,  oben  hin-  und  hergehogen 
und  ästig.  Äste  abstellend,  meist  cinseitwandig  gebogen.  l  ntcrc  Blätter  lang,  obere  kurz 
gestielt.  Sehotchcn  '.i'"  lang,  l'^'"  dick,  längsriefig,  nnbehnart,  ihre  Stielchen  länger  als 
das    untere    Schotchenglicd. 

•  Ä.    R.  mgomiiiii»    üunzeliger  Mappsilotter.     GridVl 

fadenförmig,  länger  als  «las  obere  Schotchenglicd;  untere  Blätter  Icier- 
förinig  mit  sehr  grossen»  Endzi|)fel,    obere    buchlig- sägczähuig. 

All.  Fl.  ped.  I.  2-57.  t.  78.  Koch  Sjn.  1.  83.  Beichekb.  Ic.  f.  4168. 
Mjagruin  rugosum  LiiViV.  Sp.  pl.8ü3. 

'Auf  Äckern,  auf  sandhaltigem  trockenem  Boden,  im  südlichen  Thcile 
des  Gebiets,  als  Nordgrenze  des  Gesannntvoikiinimens,  nur  liospitirend 
(Pr.  Westerhausen,  Eckhartsberge  — ).     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  schwächer  und  weniger  steif  als  an  A.  1. ,  mehr  oder  weniger  steifliaarig.  Sehot- 
chcn   nur   halb    so    dick,     ihre    Stieichen   kürzer   als    das    untere    Schölchcnglied. 


Heliaiitlieniiini.  CISTEAE.  73 

Als  verirrte  Pflaiizenarl  dieser  Familie  ist  aufzuführen:  Dililotaxis 
tenuifolia  De  Caind.  Schmalblättrige  Rempe  (3Ik.  am  Bauhofe  Jiei 
Warnemünde).  Die  natürliche  Verbreitung  in  Deutscliland  beginnt  erst 
im  Rheingebiet  bei  Rees,    Emmerich  u.  s.  w. 

ßemcrk.  Die  sorgfältige  Untcrsiicliung  der  Keinilappenbildung,  zunäcli^t  angeregt  diircli 
ScukvMR's  genaue  Aliiiiiiliingcii,  hat  die  pliysiologlsclie  Kenntniss  dieser  Familie  allerdings 
gefordert,  in  ihrer  Anwendung  auf  die  Systematik  ahcr  hat  sie  zu  naturwidrigen  Zersplitte- 
rungen   und    Verbindungen    niehrlacher    Art    gefiihrt. 

VII.     CISXEAE. 

DlNAL    in    De    CaND.    Prodr.    I.    2^6    (Cistincae). 

KelcbbläUer  5,  bleibeml,  die  beiden  äussern  meistens  kleiner, 
zuweilen  nicbt  ausgebildet:  die  3  inuei-n  in  der  Knosj)enlage  mit 
dem  reebten  Rande  gescbindelt  und  links  gedrebet.  Kronblät- 
ter 5  (selten  3),  in  der  Knospenlage  recbts  gedrebet,  sebr  bin- 
fällig.  Staubgefässe  meist  unbestimmt  viele,  unterständig.  Frucht- 
knote frei,  3-,  5-,  am  bäufigsten  1-fäcberig,  mit  3  ode"r  5  wand- 
ständigen  Samenpolstern  und  unbestimmt  vielen  Eiern.  Keim 
in  mebligem  Eiweis  spiralförmig  oder  gekrümmt  (bei  Ileliantbe- 
muni),  vom  iXabel  abge^vandt. 

Untere  Blätter  stets  gegen-,  obere  bald  gegen-  bald  wecb- 
selständig,  mit  IVebenblättern,  wenn  die  JJlattstielbasis  sebeiden- 
artig  ist,    nebenblattlos. 

17orkoninieii.  Meistens  dem  Küstenklima  angeliörig,  vorzüglich  auf 
Sand-,  Kies-  und  Kalkboden  verbreitet. 

Gehalt»  Iteicit  an  viohlricchcndetn  Harz  (Ladunnm) ,  ausserdem 
titlierisehes  Öl,    Gitmmi,    Apf'elsäure  intd  adstrin(fitet»dc  Stoffe. 

1.    HEIiIA]VTlI£]?iri?I.    «OJVJTJEiVJlÖÄCJEfJSJr. 

ToLiJNEF.  Inst.  24:8.   t.  263. 

Keleb  5-blättr_ig:  äussere  2  Biälter  kleiner  oder  nicbt  vor- 
banden. Krone  ö-blättriff.  Staubgefässe  zablreicb.  Kapsel  3- 
klappig.    Samenander  Mitte  der  Klappen.     G.  Syst.  XIII.  1. 

Einjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  geringe  Sträuche  (Art.  2.  3.).  Blätter 
eiiifacli,  ganzrandig,  mit  sehr  veränderlicher  Ilaarliekleidung.  Blüten  in 
Traul)en,  die  sieh  alimälig  gegen  die  gekrümmte  Spitze  hin  entwickeln. 
Kronen  zart,    Kronblätter  in  der  Knospe  knitterig  zusammengelegt. 

■]■     Stengel     krautartig. 

1.    H.  giittatiini.    GeJlecTetes  Sonnenröschen,    Sten 

gel  aufrecht,  Blätter  3-nervig,  rauhhaarig,  v^^lrzelständige  umgckehrt- 
eirnnd- länglich,  Stengelblätter  lanzettförmig,  untere  gegenstän<lig  ohne 
IXebenblätter,  obere  wcchselständig  mit  Nebenblättern;  Fruchtstielchen 
nebst  dem  Kelche  vvagerccht  ausgestreckt  oder  abwärts  gerichtet,  I^arbe 
sitzend. 

MiLL.  Dict.  n.  18.  Chi.  han.  185.  Koch  Sjn.  1.  85.  Reichenb.  Ic. 
f.  4526.  Cistus  guttatus  Linn.  Sp.  pl.  711.  Schk.  Handb.  II.  T.  143. 
Engl.  bot.    t.  544. 

Auf  Sandi'cldcrn  und  sandigen  Hügeln,  im  nördlichen  Theile  und  am 
süd-östlichen  Saume  des  Gebiets,  selten  {Htt.  Insel  ISordernei ;  Pr. 
Teuchel  unweit  Wittenberg  auf  dem  Hloderlischberge).  Juni,  Juli.  — 
August. 

M'uriel  dünn.  Stengel  schwach,  1'  hoch,  schlängelig,  nchs't  den  cnlfcrnfstehenden  1 '/2  ' 
langen    Blattern    mit    zerstreueten ,     einzelnen    oder    paarig    auf  Knötchen   vereinigten ,    weissen 


74  CISTEAE.  Helianthemum. 

Haaren  LcscUt.  Trauben  entl-  und  blaltatlisclslantlig  rispenarlig  zusamniciigcsttlll,  l.ahl  uliiic 
bald  mit  einigen  Deckblättern.  Kronblatter  zart,  bell  citroncngclb ,  an  der  Uasis  bliitiotli 
gefleckt. 

ff     Stengel     bolzig. 

*«.    H.Fiiiiiaiia.   ^chtnalblättriges  Sonnenröschen. 

Stciif^el  jiusgcl)icil(t ,  nicikrliegciid  otlrr  ansh'igciKl,  iicix-iililnlllos,  IJliit- 
ter  tliclit  wecliselstämlig,  scliinal  liiiL-al,  fciiistaclielspilzig,  mit  sehr  lair- 
zen  zerstreiietcn  BöistcliPii  besetzt;  Illütenstielclien  einzeln  seitenständig, 
fruchttragend  zurüchgekrüinint,  Griffel  dreimal  so  lang  als  der  Frucht- 
knoten. 

Will.  Dict.  n.  G.  Koch  Syn.  I.  SH.  Reichend.  Ic.  f.  4531.  Jacq.  Fl. 
austr.  111.  t.  252. 

Auf  Triften,  auf  dürrem  sandigem  Boden  und  an  magern  RalKliiigeln 
im  südlichen  Theile  des  Gelnets,  als  nördlichstes  Yorhomnien  in  Deutsch- 
land, selten  (Pi-.  Kölme,  A'itzenhurg  zwischen  Auleben  und  Uothenhurg — ; 
Schiv.  Franhenhausen,   Ilachclbich  — ).     Juni,  Juli.  —    August. 

Kleinstraucbig,  mit  starker,  tief  eindringender  >Vnrzel ,  l.nrzcn ,  steiicn^  Stengeln  und 
zweireihigen  Ästen.  Blattei  nadelartig,  an  den  Spitzen  der  unfruchtbaren  Äste  fast  dacb- 
zicgelig  anfeinanderllegend,  3  —  5'"  lang,  '/g'"  breit,  ohcrscits  flacbrinnig,  uoterseits  comei. 
Blüten  gross,  Kelche  meistens  rotbbraun,  lironhlättcr  mit  vortretender  kurzer  Spitze,  boeb- 
gclb.       Samen    mehrfach    grösser    als    die    der    folgenden    Arten. 

*3.    H.  viiieale.   W^einbergs. Sonnenröschen.  Stengel 

liegend  oder  ansteigend,  nebenhlattl'os,  Blätter  gegenständig,  länglieh 
oder  oval,  zerstreuethaarig,  unserseits  zugleich  sternhaarig  grau-  oder 
weisslilzig;  Fruchtstielchen  bogig  abstehend  mit  aufwärts  gerichteten  Rei- 
chen,    Griffel  fast  so  lang  als  der  Fruchtknoten. 

Pers.  Syn.  II.  77.  IIeichenb.  Ic.  f.  4533.  u.  f.  4534  (II.  canuni).  H. 
oclandicum  y.  tonientosum  Koch  Syn.  I.  86.  Cistus  canus  Jaco.  Fl.  austr. 
111.  t.277.     Engl.  bot.   t.  396  (C.  marifolius). 

An  dürren  Uügeln  und  Kalkfcisen  im  südlichen  Theile  des  Gebiets, 
als  nördlichstes  Yorkonimcn  in  Deutschland,  selten  (Pr.  Scheiplitz  bei 
Freiburg,    Kölme—).     Mai,  Juni. —    Juli. 

Kleinstraucbig,  mit  -4  —  6"  langen  Stengeln.  Blätter  zwischen  3  und  6'"  lang,  '2  —  3'" 
breit;  die  der  obtrn,  entfernter  stehenden,  Blattpaare  sitzend,  der  untern  kurz  gestielt. 
Blüten  '/s  kleiner  als  an  A.  'J.  Kronblätler  kaum  länger  als  der  Kelch,  bocligelb.  Die 
kahlblättrige    Spielart   (C.    oclandicus    IatSTS.    Sp.    pl.  741.)    kommt    im    Gebiete    nicht   vor. 

4.    H.  vulgare.    Gemeines  Sonnenröschen.     Stengel 

ansteigend,  mit  J> ebenblättern,  Blätter  gegenständig,  länglich  oder  oval 
mit  unigerolltem  Bande,  zerstreuet  behaart  und  uuterscits  zugleich  stern- 
haarig-graufilzig;  Fruchtstielchen  gewunden-herabgebogen,  Griffel  fast 
dreimal  so  lang  als  der  Fruchtknoten. 

Gärtx.  Fruct.  I.  371.  t.  76.  II.  vulgare  v.  incanum  Chi.  hau.  186. 
11  vulgare  a.  tomentosum  Koch  Syn.  I.  87.  Reichenb.  Ic.  f.  4547  (H. 
vulg.   «.   discolor). 

b.   Iiirsiituiii.     nas   rauhhaarige.    Blätter  zerstreuet  behaart,   bei- 
derseits grün. 

II.  vulgare  u.  v.  hirsulum  Chi.  han.  das.     II.  vulgare  ß.  hirsutum  KocH 
das.     Reichenb.  das.  f.  4547  (II.  vulg.  ß.  concolor)  u.  f.  4548  (II.  obscu- 
rum).     Cistus  Helianthemum  Linn.  Sp.  pl.  744.     Fl.  dan.  t.  101. 
Auf  Grasplätzen  und  Triften,  an  sonnigen  Hügeln,  Waldrändern  und 
Wegen,    die  Ilauptart   nur   im    südlichen  Theile    des  Gebiets,    besonders 
auf  Kalk;  die  häufigere  Spielart  durch  das  ganze  Gebiet  verbreitet,  mei- 
stens auf  trockenem  sandigem  Boden.     Juni  bis  August.  —   August,  Sep- 
tember. 

Kleinstraucbig,  Stengel  der  Spielart  bis  l'  lang  und  Bli.ller  gcsliell,  V,  —  1  '»"g» 
3  —  4'"   breit,    an    der   Ilauptart  beide   meistens    um    '/j   kleiner.      Beide   Formen    durch   Mit- 


Viola.  TIOI.EAE.  75 

tolstufen  ^erbiinilen,  deren  Blallei  bald  l.eiilerseils,  bald  nur  iiiiter«ai(s  mit  absleliendcu  ein- 
fachen Haaren  besetzt  sind,  zu  denen  sieb  bald  nnr  unten,  bald  aucb  oben,  angepresstc, 
sternforinige  Häreben  einfinden  ,  die  unterseits  mit  zunebmender  Anbäulung  einen  dichten 
Filz  bilden.  Bluten  gross,  KronblUttcr  fast  doppelt  so  lang  als  der  Kelch,  hellgelb,  mit 
oder   ohne    dunklere   Flechen   an   der   Basis. 

Till.     VIOIi£Ai:. 

De    Caivd.    Fl.    fr..n<;.    IV.    801    (Violarieae). 

Kelcli  5-blatti-ig.  Krone  iinregelmässig  oder  imgleichföriiilg, 
5  -blättrig.  Staubgefässe^  5 ,  aus  dem  Früchfboden  oder  am  Räu- 
de einer  unterstäntligen  Scbeibe  entspringend;  Beutel  dem  Stem- 
pel dicbt  anliegend  und  an  der  Spitze  in  einen  trockenliäutigen 
Ansatz  verlängert,  frei  oder  zusammenhängend.  Fruehtknote 
1- fächerig,  mit  3  wandständigen  Samen]>olstern.  Keim  im  flei- 
schigen Eiweiss  aufrecht,  mit  dem  AVürzelchen  dem  IVabel  zu- 
gewandt.—    Ulätter  einfach,  mit  iNebeiiblältern. 

ITorkomiiieii«  Einige  den  linmoscn,  juulere  den  kies-  und  sandlial- 
tigen  Uoden  liebend,  wenige  an  Sumpf'  und  Tort'  gebunden,  die  mehrsten 
bodenvag  und  in  den  verschiedensten  Örtlichlieiten  und  Meeresböhen  vor- 
konimend. 

Gehalt»  ^lls  eiycnthümliche ,  Brechen  errer/ende  Basen,  f'iolin  und 
Emcttn.  ^iusserdem  ätherisches  Ol  in  den  Blüten  mehrerer,  Fiirbestoffe, 
Gummi,  Harz,  Zucker  — . 

1.     VIOIiA.     VmEZiCBJEW, 

I.INN.    Gen.     n.    1007. 

Kelch  o-bjältrig,  an  der  Basis^  mit  Anhängselu.  Krone  un- 
regelmässig 5 -blättrig,  unteres  KronblatI  gespornt.  Kapsel  3- 
Klappig,     vielsamig.     Geschl.  Syst.  Y.  1.  bei  Li]>]>e  XIX.  (5. 

Ein-  (A.  10.)  oder  mebijabrige  (Art.  1 — 9.),  tbeils  stengeltreibende, 
theils  bei  sehr  kurzem  oder  unterirdisehem  Stengel  anscheinend  stengcl- 
lose  Kräuter.  Blätter  wcchselständig,  gestielt.  ]>ebenblätter  last  frei. 
Blüten  einzeln  auf  langen,  blattwinkelstantligen,  mit  2  Deckblättern  verse- 
henen Stielen  oder  nackten  Schäften.  — ■  Die  blühende  Sommerpllanze 
durch  beträchtlichere  Höhe,  Yielästigkeit  und  sehr  viel  grössere  Blätter 
von  der  blühenden  Frühjalirspflanze  abweicliend.  Ausserdem  die  mehrsteu 
Arten  nach  Standort  und  Individualität  variirend:  in  der  Bekleidung  mit 
Haar;  in  der  Form  der  Blätter  und  der  mehr  oder  minder  ausgeJjildelcn 
Anlage  am  Blattstiel  herabzulaufen;  in  dem  Längenverhältniss  der  IVebeu- 
blätter  zum  Blattstiele  und  der  Breite  derselben,  die  Üliergänge  von  Jdatt- 
artiger  Form  bis  in  gefranzte  Borsten  wahrnehmen  lässt;  im  Längenverhält- 
niss des  Sporns  zu  den  Kelchanhängseln  um  das  Doppelte  wie  in  der  Dicke, 
Bichtung  und  Farbe  desselben ;  in  dem  Grössenverhällniss  der  Krone 
zum  Kelche  um  das  Dreifache  und  in  der  Kvoafärbung;  wonach  mehrere 
der  angenommenen  Arten  weitere  Prüfung  verlangen. 

f    Griffel    tromj.etenförmig. 

1.  V.  lialll^tl'is.  ^untpf .Veilchen,  Stengellos;  Blätter 
nierenrund -herzförmig,  flachkerbig- gesägt,  unbehaart.  ]>ebenblätter  ei- 
rund-lanzettförmig, zugespitzt,  entfernt  drüsig -gszähnelt  oder  gauzran- 
dig,  frei ;  Kelchblätter  stumpf;  Kapsel  länglich  mit  schwach  vortretender 
S|>itze. 

LiNN.  Sp.  pl.  1324.  Chi.  hau.  180.  Koch  Syn.  I.  88.  Sturm  Deutschi. 
El.  U.U.     Beichenb.  Ic.  f.  4491.     Fl.  dan.  1.83.     Engl.  bot.  t.  444 


76  TI01.EAE.  Viola. 

In  Wii'si'u,  "\%':il(liiiig('u  und  Heiden,  auf  sumpfigem  Boden,  sowoiil 
auf  liergeii  i>is  zur  JBroclieiihölic ,  als  in  den  Sandniederungen  des  tlaclien 
Landes,  Jiiiufig.     April  bis  Juni.  —    Juni,  Juli. 

^Viiriel  liiicohentl,  lielfaserig,  lilcr  uiiil  «la  mit  Scliiii.peii  »orselicn.  Blulensliclc  1—3" 
Ijug.       Krone    hiasslila    mit    iliinlilcrii    Atlcrii. 

'H.    V«  Hliginosa.   Morast- Veilchen.    S(engellos;  Blätter 

eirund-  oder  länglicli-lierz förmig,  spitz,  llaelikerbig  -  gesägt,  unbehaart, 
Blattstiele  flügelrandig;  IVeJ)enblätter  eirund-lanzettförmig,  entfernt  drü- 
sig-gczälinelt  oder  ganzrandig,  zur  Hälfte  mit  dem  Blattstiel  verwachsen; 
Kelchblätter  stumpf;    Kapsel  länglicli  mit  vortretender  S])itze. 

ScHRADEK  N.  Journ.  f.  d.  Bot.  IV.  80.  liocii  Syn.  I.  89.  Reichenb. 
PI.  crit.  I.  t.52.  f.  107.     Tc.  f.  4492. 

In  \%'iesen,  auf  Quellen  führendem  Sumpf-  und  31oorl>oden,  im  süd- 
lichsten Thcile  des  Gebiets,  selten  (Pr.  Wielie,  Halle:  hinter  Schkeuditz, 
bei  Zöschen  und  Zweymcn  — ). 

Wurzel  weifkrieclicml,  BliiJensticle  2  —  4"  liucli ,  Bliilcn  ül)cr  dniipclt  so  gross  als  an 
A.  l.  KronlilUtl er  breit,  schwach  aiisgerauilcl,  l.lasslila  un<l  zart  liniirl,  3  untere  sacld'ur 
.„ig.       Aarbe    herzlörmig. 

ff     Griffel    bal;ig. 

3.     V.   liirta.     Rauhhaariges    Veilchen.      Stengellos; 

\^^irzelstoeh  ohne  horizontale  Ausläufer;  Blätter  eirund-  oder  länglich- 
herzförmig, tief  gekerbt,  nebst  den  Blattstielen  behaart;  ^Nebenblätter 
eirund- lanzettförmig  mit  langgezogener  Spitze,  drüsig-gewimpert ;  Keleh- 
Jdätter  stumpf;  Fruchtstiele  niederliegend.  Kapseln  kugelig  undAveichhaarig. 
LiNN.  Sp.  pl.  1824.  Chi.  hau.  180.  Koch  Syn.  I.  89.  Stirm  Deutschi. 
Fl.  H.H.     Reichenb.  Ic.  f.  4493.  2.     Engl.  bot.  t.  894.     IIavne  Arzneigevv. 

in.  T.  1. 

b.  pai'vula.  Das  Kleine.  Kleiner  bis  zui-  Zwergform  und  stärker 
behaart;  Blätter  meist  spitz,  Kronen  gegen  die  Basis  ungefärbt  oder 
heller   und  röthlieJur  gefärbt. 

Y.  hirta  v.  parvula  Reichenb.  Ic.   f.  4493.  3 — 5. 
C.   coHina.     Bas   hügelständige.      Stärker   behaart;    Blätter   tiefer 
herzförmig,    INebenblätter    länger    gevvimpert ;     Blüten    kleiner,     etwas 
wohlriechend,    Kronblätter  nicht  ausgerandet. 

'\.  collina  Bess.  En.  pl.  volh.  10.     Koch  das.     Reichenb.  das.  f.  4497 
und  im  Sommerzustande  f.  4493  (V.  hirta  v.  umbricola). 
An  Hecken,  in  lichtem  Gelmsch,  an  Waldrändern  und  grasigen  Wald- 
plätzen,   auf  humosem  Boden,   häufig;    b.  in  Hügel-  und  Berggegenden, 
auf  magerem  Boden;  c.  auf  Kalkhügeln,  sehr  selten  (nur  Sclnv.  Sonders- 
liausen).     A]»ril,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Wnrzclstork  dick,  mcbrköpfig- ästig,  mit  seitlichen  Angen ,  die  sieh  oft  Im  Sommer  auf- 
wärtsstrebend entwickeln.  Blhtler  mit  ihren  Stielen  1 '/j  —  3"  lang,  im  Sommer  an  schal- 
ligen Orten  häufig  bis  zu  I'  an  Hohe  zunehmend.  Kronen,  deren  rundliche  Blätter  meist 
etwas  ansgerandet  sind,  trüb  blasswolet,  seltener  lila,  sehr  selten  weiss,  geruchlos.  Spielart 
c.  nähert  sich  im  Habitus  und  der  Blattform  antTalleud  der  V.  odorala  und  ist  »ielleicht 
eine    Bastardbildung   zwischen    dieser   nud    V.    hirta. 

4*  \'^.  Odorata.  Jttärz- Veilchen.  Stengellos;  Wurzelstock 
mit  liegenden  Ausläufern;  Blätter  rundlich -herzförmig,  tief  gekerbt,  nebst 
den  Blaltslieleu  schwach  flaumhaarig  oder  kahl;  I>el)enblätter  eirund-lan- 
zettförmig, spitzig,  drüsig-gewimpert,  Kelchblätter  stumpf;  Fruchtstiele 
niederliegend.    Kapseln  kugelig  und  weichhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.l324.  Chi.  hau.  180.  Koch  Svn.  1.90.  Stikm  Deutsclil. 
Fl.  H.H.  Reichenb.  Ic.  f.  4498.  Fl.  dan.  t.W9.  Engl.  bot.  t.  619.  Havnk 
Arzneigew.  III.    T.  2. 

In  Grasgärten,  an  Hecken,  Rainen  und  in  Feldgebüsehen,  auf  humo- 
sem Boden,    allgemein  verbreitet.     März,  April. —    Juni. 


Viola.  TIOI.EAE.  77 

In  allen  wescnlllphen  Theilen  der  Bildung  mit  A.  3.  ülicreinkommend.  Kronen,  deren 
terkehrfcirnnde  Blällcr  »oll  abgerundet  sind,  tief  liolcthlau,  innen  an  der  Basis  weiss,  selten 
hellviolet,     oft    weiss,     slarkrlechend.       Tariirt   mit   langlicLern    auch    mit    spitzen   Blättern. 

5.  V.  sylvestris.     W^ald-  Veilchen,     Stengel  aus  stoek- 

ständiger  Blätteirosette  hogig  ansteigend;  Blatter  herzföimig  kurz  zuge- 
spitzt, sägezähnig-gekerbt,  olierwiirts  zerstreuet  behaart;  Nebenblätter 
lanzett-pfriemeniorniig,  franzig -gewinipert,  mehrfach  kürzer  als  der  Blatt- 
stiel; Reichblätter  spitz,  Kapsel  länglich,  in  die  aufgesetzte  Spitze  yer- 
schniälert. 

Lam.  Fl.  franc.  IT.  680.  Koch  Syn.  I.  91.  Reicheivb.  PI.  crit.  I.  t.91. 
Ic.  f.  4ij03.     Y.   canina  a.   sylvestris  Chi.  hau.   182. 

b.  Riviniaua.     Das  Rivinsche.     Blätter  rundlich -herzförmig;  Blü- 
ten grösser,  meistens  heller  gefärbt  und  mit  farbeloscm  Sporn. 

y.  sylvestris  ß.  Riviniaua  Koch  das.     A".  Riviniaua  Reichere.  PI.  crit. 
I.  t.9o.    Ic.  f.  450:2. 

c.  sepiuni.      Bas   saunständige.      Schlanker,    Blätter  kleiner   und 
sparsamer  behaart,    Blatt-  und  Blütenstielc  länger. 

In  schattigen  Laub-  und  Nadelholzwaldungeu ,  auf  lockerm  humus- 
reichem Boden,  häufig;  c.  an  Waldrändern  und  Feldgebüsch.  April, 
Mai.  —    Juni,  Juli. 

■\iclstengelige,  astige,  4,  6  —  8"  hohe,  reieh  beblätterte  Büschel  bildend.  Stengel 
schwach,  oben  leiclit  hin  und  hergebogen.  Blätter  sehr  regulär  geschnitten,  tief  herzförmig, 
zarllaubig,  lebhaft  grasgrün,  untere  absterbende  rostroth.  Blattstiele  ungerandet.  Kronen 
helliiolet,  selten  weiss,  Sporn  lang,  zusammengedrückt,  farbig.  Blätter  von  b.  breilcr  und 
kürzer,  fast  nierenherzförmig,  dunklergriin.  Blüten  grösser,  Kronen  blassschief erblan,  Sj>orn 
kürzer,    dicker,     ungefärbt,     nuten    gefurcht. 

6.  V.  arenaria.  Graues  Veilchen»  Stengel  aus  beblät- 
terter Basis  büschelig  ansteigend,  nebst  den  Blattstielen  feinfilzig- zart- 
haarig; Blätter  rundlich -herzförmig,  seicht  gekerbt,  zarthaarig  oder  kahl; 
Nebenblätter  eirund -lanzettförmig,  langsägezähnig-gevvimpert,  mehrfach 
kürzer  als  der  Blattstiel,  Kelchblätter  spitz;  Kapsel  länglich  mit  vortre- 
tender Spitze. 

De  Cand.  Fl.  frane.  V.  806.  Tl.  617.  Chi.  hau.  181.  nebst  v.  livida. 
Koch  Syn.  I.  91.    V.  Ällionli  Pio  Dissert.  20.  t.  1.   f.  2.    Reichenb.  PI.  crit. 

I.  t.72.  Ic.  f.  4500  (kleinere  Form).  PI.  crit.  I.  t.  73.  4500  /i.  livida  (grössere 
Form).     4499    ;'.    rupcstris    ScuM.    (weniger   behaarte    grösserblütige    Form). 

In  waldigen  Berggegenden,  auf  sonnigem  magerm  und  felsigem  Boden, 
im  südlichen  Gebietstheilc ,  nicht  selten;  im  unbcwaldeten  Flachlaude  bis 
jetzt  nicht  gefunden  (f*i.  Halle,  Kölme,  Nietleben,  Bennstädt,  Aschers- 
leben, Steinholz  bei  Quedlinburg  — ;  Schw.  Badra,  Numburg,  Fran- 
kenhausen— ;  Bv.  Rübelaud — ;  Hn.  Duderstadt).  Mai,  Juni.  —  Juni, 
Juli. 

Zunächst  mit  V.  sylvestris  verwandt,  deren  kleinere  selten  über  2"  hohe,  bis  in's  Zwer- 
gige gebende  Form  sie  darstellt,  und  vielleicht  nicht  specifisch  verschieden.  Doch  behält  sie 
auch  in  der  Kultur,  fast  fusslang  geworden,  ihre  dichte  Pubescenz  bei.  Ganz  unbehaarte 
Eicmplare    sah    ich    noch   nicht. 

'S.    V.  canina.    Hunds 'Veilchen*    Stengel  aus  liegender 

blätterloser  Basis  ansteigend;  Blätter  länglich- herzförmig,  stumpflich, 
sägezähnig-gekerbt,  oberhalb  zerstreuet  zarthaarig  oder  fast  kahl ;  Neben- 
blätter länglich -lanzettförmig,  entfernt  vvimperig-sägezähnig,  mehrfach 
kürzer  als  der  Blattstiel;  Kelchblätter  spitz;  Kapsel  länglich,  gestutzt 
mit  aufgesetzter  Spitze. 

Lixis.  Sp.  pl.  1324.  Chi.  hau.  182.  Koch  Syn.  I.  92.  Reichekb.  PI. 
crit.  I.  t.  74.  f.  153.  Ic.  f.  4501  (V.  canina  y.  ericetorum;  kleinere  Form).  Engl, 
bot.  t.620.     Hayive  Arzneigew.  III.  T.3. 

b.  coUina.    Has  kleine.    Zwergig,  oft  fast  stcngellos;  Blätter  herz- 


78  VIOI^EAE.  Viola. 

m 

förmig -eiriiiul,  stuin]>f,  kalil  oder  schwach  zarthaarig;  Blüten  sehr  lilcin 
mit  meistens  gell>licliem  Sporn. 

V.  canina  v.  collina  und  v.  calcarea  Clil.  han.  «las.  Rkicuenb.  PI. 
crit.  I.  t.  74.  f.  150.  152  (V.  canina  «.  calcarea).  f".  152.  Ic.  f.  4rj01  ci. 
V.  canina  v.  salmlosa  (grossere  Form).  '\ .  canina  s.  suhacanlis  De  Bön- 
NiNGH.  Fl.  monast.  71.  V.  canina  a.  aeaulis  Wimm.  Fl.  v.  Schlcs.  44. 
C.  sabuletoruiii.  nas  sandständige.  Stengel  niederJiegentl,  sper- 
rigästig; Blatter  etwas  lederartig,  eirund- dreiecliig  mit  gestutzter 
schwach  herzförmiger  Basis,  seicht  sägezähnig,  fast  liahl;  Kronhlätter 
spitzlich. 

V.   canina  v.  ericctorum  Chi.  han.   das. 
d.   luooruin.     ßas    hainständige,      Stengel    hogig   ansteigend  und 
TCrlängert;   Blätter  oval -herzförmig,    spitz,    zarthaarig,    seltener  kahl ; 
Blüten-  und  Blattstiele  lang;    Blüten   grösser. 

V.  canina  t)\  lucorum   Beichenb.    PI.  crit.   1.    f.  154.      Ic.    f.  4501.  d.; 

4501.    V.    montana    (als    grossblütigc   Form). 

An  Hecken,  Waldrändern  und  sonnigen  Grasplätzen,  auf  trockenem 
sandigem  Boden,  allgemein  verbreitet;  b.  an  dürren  IValk-  und  Sand- 
hügeln; c.  im  tiefen  Sande  der  Nordseeinscln ;  d.  im  Gebüsch  und  Ge- 
hölz.    April  bis  Juni.  —    Juni  bis  August. 

Gewüliiiliehe  mittlere  Grösse  3  —  4",  b.  oft  kaum  1",  il.  bis  1'  Locli.  Blatlsiibstanz 
«licklicb,  bis  ins  Lederartige  (e.).  Blattfarbc  trübgrün.  Kelrlianbängsel  bald  kürzer  bald 
Langer.  Kronen  trüb  bimmelblau,  Läii6g  in  blassviolet  und  lila  übergebend,  seltener  dun- 
kelblau, Sporn  der  Ijünge,  Dicke  und  Biegung  naeb  veründcrlicli,  liäiifig  ungefärbt,  g^l'^- 
licb,  grünlich. —  Ist  von  V.  laetea  zu  unterscheiden:  durch  meistens  tief  herzförmige  Blätter 
(au  c.  sieb  verlierend),  und  kaum  merklich,  nie  stark  am  Blattstiele  herablaufende  Blaltsub- 
stanz;  durch  die  bogige  seitliche  Begrenzung  der  Blätter  (au  b.  u.  c.  weniger  ausgedrückt); 
durch  stets  schwache  Ausbildung  der  Nebenblätter;  kleinere  Blüten  und  schmälere,  iänglicb- 
umgekehrteirunde    Kronhlätter;     durch   stumpfere   mehr   abgerundete   Ecken    der   Kapseln. 

8.  V.  laetea.  Itt:ilchtceisses  Veilchen,  Stengel  anstei- 
gend oder  aufrecht;  Blätter  länglich-lanzettförmig  aus  eirunder  oder  herz- 
förmiger Basis  schwach  am  Stengel  herablaufend,  kerbig-sägezähnig,  kahl, 
späterhin  zerstreuet  zarthaarig;  Nebenblätter  schmal -lanzettförmig,  ent- 
fernt eingeschnitten -sägezähnig,  mittlere  mehrfach  kürzer  als  der  Blatt- 
stiel, obere  so  lang  als  dieser;  Kelchblätter  spitz,  Kapsel  länglich,  stumpf 
mit  kurz  vortretender  Spitze. 

Sm.  Fl.  brit.  1.247.     Engl.  bot.  t.  445.     Chi.  han.  183.     Beiciienb.  Ic. 

f.  4507    (1.  kleinblütige,    2.  3.   grossblütigc   Form).      V.    stagnlua    KOCII    SjU.    I.  92. 

Beichenb.  das.   f.  4507.  4  (schmalbläitrigc  Form).     V.   Schultzil  Koch  das.  (mit 

aliweiehender    Spornbildung). 

b«  striota.  Bas  steifstengelige,  Stengel  aufrecht;  untere  Blätter 
herzförmig- eirund,  obere  eirund -lanzettförmig  mit  verschmälert  zulau- 
fender Spitze,  schwach  am  Blattstiel  herablaufend,  mittlere  Neben- 
blätter halb  so  lang  als  der  Blattstiel,  obere  so  lang  als  dieser;  Blüten 
grösser,    seltener  klein. 

V.  stricta  Kocii  das.  93.     IIoRi\EMAiVN  in  Fl.  dan.   t.  1812  (die  Form  mit 

schmälern  und  längern  Blättern).  "V.  ueuioralls  KlJTZING  in  Llnuaca  YII.  43. 
nebst  Abbildung  (ein  sehr  üppig  gewachsenes  Exemplar).  V.  Buppil  BeICHENB. 
das.  f.  4.505  (die  Form  mit  breitern,  kürzern  Blättern,  Fig.  rechts  vor,  Fig.  links  nach 
dem  Durchschiessen  des  Stengels).  V.  moutana  LiNN.  Fl.  SUCC.  U.  787.  Fl. 
dan.    t.  1329   (blaublühende   Form). 

c.  pratensis.  Hie  iciesenständige.  Stengel  aufrecht;  Blätter  lan- 
zettförmig, aus  eirunder,  seltener  schwach  herzförmiger,  Basis  stark, 
oft  keilförmig  in  den  Blattstiel  herablaufend,  kahl,  späterhin  oft  zer- 
streuet zarthaarig;  Nebenblätter  länglich-lanzettförmig,  mittlere  so  lang 
als  der  Blattstiel,  obere  bis  doppelt  so  lang;    Blüten  meistens  grösser. 


l/iola. 


TIOI.EAE.  79 


V.  pratensis  KocH  das.  93.  V.  lactea  v.  pratensis  Reiciienb.  das. 
f.  4507.  1».   (kleine  Form).      V.   pcrslcifolia    ScuREB.    llerl).    Chi.    han.    das. 

SCHK.    Ilaiull..    III.    T.  269   (grossere   a.,sgcl,il.Iete   Form). 

d.  elatior.  nas  hohe.  Höher  und  diclistengeligcr.  Blätter  aus 
eirunder  oder  lierz förmiger  Basis  sclnvaeh  am  Blattstiel  herablaufend, 
nel.st  dem  ohern  Theile  des  Stengels  kurz  hehaart;  Nehenbliitter  breit, 
länglich-lanzettförmig,  an  der  Basis  eingeschnitten,  übrigens  ganzrandig, 
mittlere  so  lang  als  der  Blattstiel,  obere  über  doppelt  länger;  Blüten 
grösser.  ^..      ,t 

V.  elatior  Fr.  Nov.  fl.  suec.  ed.  II.  277.  Roch  das.  93.  V.  persiei- 
folia  T.  pubcseens  Chi.  han.  das      V.  persieifolia  Beichenb.  das.  f.  4o08. 

V.  montana  LiNN.  Sp.  pl.  1325  («ie  die  von  LinNE  citirte  MoRISONscbe  Besclirel- 
biing    «.    Alil.ililnng    Sect.  V.    l.  7.    f.  7.    unvcrlicnnbar    erweisen). 

Die  Ilauptart  und  e.  auf  Waldwiesen,  auf  nassem  oder  feuchtem  hu- 
mushaltigem  Boden;  b.  und  d.  an  den  Rändern  benachbarter  Gebüsche, 
in  diesen  und  in  anstossenden  Holzungen,  stellenweise;  d.  weniger  häutig 
als  die  übrigen  (Pr.  Halle:  grosse  Wiese,  Passendorf;  Wittenberg,  Mag- 
deburg—  wo  am  Biederitzerbusch,  eben  so  wie  im  Hessischen  bei  Bö- 
delsheim  und  Bockenheim,  die  Übergänge,  auch  die  der  Kronenfarbe  in 
gesättigt  blau,  vorhonimen  —  Achtern,  Aschersleben,  Hadmarsleben, 
Stassfurt — ;  ^ji.  Bernburg,  Gusten;  ßr.  Isenbüttel,  am  Drömling;  Hn. 
IVüxei  am  Unterharzc  (hier  auf  Gypsboden),  Erdfälle  am  Bömerstein, 
Missburg  unweit  Hannover,  Sclmac'henburg — ;  Hb.  Steinbeck  — ;  Lb.  in 
der  Besenhorst  bei  Eseheburg  — ;  Mk.  zwischen  Mirow  und  Granzow). 
Mai  bis  .luli.  —    Juli,  August. 

Die  Lliihenile  Frülijaluspflauzc  '2  —  3",  naeli  <lcm  Stengelclurcbscliicssen  im  Sommer  blü- 
bentl  1,  im  Gebiiseb  l)is  1 '/i'  '""■''•  Kronen  ans  dem  »lilcbweisscn  bald  mebr  bald  weniger 
in  bellhimmelblan  zlebend,  im  Schatten  bis  in  dunfcelblmmelblan  übergebend ,  sjiäterblübendc 
in  der  Re»el  heller,  oft  rein  weiss.  Ansserdem  sehr  veränderlicb  in  der  Blattsubstanz,  die 
zartlaubig  bis  fast  lederarlig  (d.)  vorkommt;  in  der  starkern  Ausbildung  der  IVcbenbliitter  um 
das  A'ier-  bis  Sechsfache;  in  der  Grösse  der  Blüten,  die  an  der  Hauplart  am  kleinsten  sind, 
um  das  Doppelte;    in  der  Grösse  der  Kelchblätter,    in  der  Grösse,    Richtung  und  Färbung  des 

Sporns. Ton    \.  canina    zu  unterscheiden:     durch  die  seltener  und  nie  so  tief  herzförmigen 

Blätter  und  das  breitere  Herablanfen  der  Blattsubstanz  am  Stengel  (nur  an  b.  im  Somnier- 
znstande  sich  fast  verlierend) ;  durch  die  seitliche  fast  geradlinige  Begrenzung  der  Blatiplatle 
(an  der  Hanptart  bisweilen  in  die  bogige  übergehend);  durch  meistens  grössere  Blüten,  mehr 
rundliche  oder  urogekehrtcirunde  Kronblätter;  und  sLärker  vortretende  Ecken  der  Kapsel.  — 
Die  Verwandtschaft  mit  V.  canina  ist  indessen  so  gross,  dass  forlgesetzte  Beobachtungen  viel- 
leicht dazu  nöthigen  werden,  die  schon  von  DÖLL ,  Rhein.  Fl.  649,  vollzogene  Verbindung 
beider  anzuerkennen.  —  V.  lancifolla  TUORE  schllcsst  sieh,  nach  Ausweise  der  lange  Jahre 
Im  hiesigen  bot.  Garten  cultlvlrten  ächten  Pflanze,  unmittelbar  an  die  Hauptart,  und  ist  un- 
verkennbar die  Sandbodenform  von  ihr,  die  bis  jetzt  Im  Gebiet  nicht  gefunden  wurde.  Ande- 
rerseits   grenzt    sie    unmittelbar    an   unsere    V.    canina    c.    sabulctoruni. 

9.    V.  lulrabili».     Verschiedenhlütiges   Veilchen» 

Stengel  aufrecht,  einreihig -haarig. —  Blattstiele  am  Riel  behaart;  Blätter 
nicrenrund- herzförmig,  seicht  kerbig -gesägt,  zerstreuet  zarthaarig;  Ne- 
benblätter lanzettförmig,  ganzrandig  oder  schwach  gezähnelt;  Kelchblätter 
spitz,  Stengelblüten  kronlos  und  fruchtbar,  wurzelständige  mit  Kronen 
und  unfruchtbar. 

LiNN.  Sp.  pl.  1326.  Chi.  han.  181.  RocH  Syn.  I.  94.  Reiciienb.  Ic. 
f.  4504.     Jaco.  Fl.  austr.  I.  1. 19. 

In  schattigen  Hainen  und  Wäldern,  auf  lockerm  humosem  Boden, 
ziemlieh  häufig.     April  bis  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Anfänglich  vom  Ansehen  der  V.  odorata,  späterbin  stengeltreibend,  6 — 10"  hoch,  Stengel 
und  lange  Blattstiele  stark.  Bläffer  gross,  obere  Nebenblätter  steif- wimperig,  Kronen  lila, 
wohlriechend. 


80  TIOIiEAE.  Tiola. 

fff     Griffel     kcnlciförmig,     mit    K  r  ii  gf  .i  r  m  i  gc  r    A'arbe. 

lO.    \*  tpicolor.  Ifreifarbige*  Veilchen.   Stengel  auf- 

reclit  oder  ansteigend,  ästig,  fast  kahl;  Itlätter  groli  gekerbt,  untere  lierz- 
fonnig-oval,  obere  länglich  oder  iiiuglieh  -  lanzettförmig:  I>ebenblätter 
leierartig -fiederspaltig  mit  verlängertem,  meist  gel;erl)tem  mittlem  Ab- 
sehnitt;    Kronen  meist  länger  als  der  Kelch. 

V.  tricolor  ß.  Linn.  Sp.  pl.  132G.  Chi.  han.  181.  Koch  Svn.  I.  94  («.). 
Sturm  Deutschi.  Fl.  U.U.  llEiciiE.Mi.  Ic.  f  4517  e.  f.  g.  Fl.  dan.  t.  623. 
Engl.  bot.   t.  1287.     IIay.m:  Arzneigew.  111.  t.  5. —    V.  bicolor  HoFFM.  Fl. 

germ.     II.     170    (i-onn    <lic    Kronen    fast    cinfarl.ig    l.lau    sin.l). 

b.  spectabilis.  Das  ansehnliche»  Höher  und  schlanker;  Blätter 
schmal -lanzettförmig  mit  keilförmig  in  den  Blattstiel  berablaufender 
Basis;  mittlerer  Abschnitt  der  ^Nebenblätter  ganzrandig;  Kronen  fast 
doppelt  so  lang   als  der  Kelch. 

c.  artensis*  JDas  ackerständige.  Meist  höher  und  schlanker; 
Blätter  der  Ilauptart  oder  sciunäler  und  alsdann  der  mittlere  Abschnitt 
der  Nebenblätter  auch  wohl  ganzrandig;  Kronen  so  lang  als  der  Kelch 
oder  kürzer. 

Y.  tricolor  «.  Linn.  das.     Chi.  hau.  das.     KocH  das.  (ß.).     Reiche.\b. 
das.   f.  a.  b.  e.  d.     Hav\e  das.  T.  4. 

d.  sabniosa.  Das  sandständige,  ]>iedrig,  zart  mit  meist  liegen- 
den fast  fadenförmigen  vielästigen  Stengeln;  Blätter  bald  mehr  bald 
weniger  zarthaarig  und  gewimpert;  Kronen  so  lang  als  der  Kelch  oder 
länger,    blass  gefärbt. 

Y.  tricolor  v.  hispidula  und  v.  procurrens  Chi.  han.  das. 
In  lichten  \^'äldern,  auf  Äckern  und  Brachen,  auf  kies-  und  sandhal- 
tigem  Boden  auch  in  Heiden,  häufig:  die  Hauptart  vorzüglich  auf  kiesi- 
gem oder  steinigem  feuchtem  Gebirgsboden,  und  an  den  in  das  Flachland 
führenden  Gibirgsgcwässern;  b.  auf  bumushaltigen  "\Yiesen  am  Harze; 
c.  auf  sandigem  Lehmboden;  d.  im  Sande  der  Heiden  und  der  Küsten. 
Mai  bis  August.  —    Juni  bis  October. 

IVacli  ol>eii  gerichtete  "i  Kronlilätter  von  a.  und  b.  .samiiielartig  iliinkelblaii  oder  violet, 
seitliche  blass  citronengelh ,  bisweilen  mit  blauem  Fleck  an  der  Spitze ,  unterstes  goldgelb, 
letztere  3  mit  »ioleten  Aderstrichen  an  der  B.isis,  seltener  alle  blau,  noch  seltener  alle  gelb. 
Kronen  \on  c.  am  häufigsten  wcisslichgelb  und  gelb,  »on  d.  el>en  so  oder  obere  Kronblätter 
blassblau.      Sauimtlicbe   Farbenverscbicdcnheitcn   kommen   bisweilen   auf  derselben  'Wurzel    Tor. 


Fortgesetzte  l'nfcrsuchungen  müssen  entweder  bisher  übersehene,  sichrere  Charaktere  man- 
cher unter  sich  zu  nahe  verwandten  Arten  dieser  Gattung  ergeben,  oder  die  descriptive  Bo- 
tanik   wird    sich   zur   Vereinigung   mehrerer    als   Arten    aufgeführten   Formen    bequemen   müssen. 

jpharmaceutisch-  JIKedicinisches»     Fon  A.  i.  die  Blüten 

(Flores  A'iolarum  s.  Yiolariae)  und  von  A.  10.  das  tirant  (Herba  Jaceae 
s.  Yiolae  tricoloris)  officinell.  f'nrwult.  B  e  s  t  an  d  l  h.  f'iolin  als  ein 
dem  Emetin  verwandter  eif/enthiindielier  bitler  -  seliarf'cr  Stoff',  ein  feines 
ätherisches  Öl,  und  blauer  e.xtraetiver  Färbestoff'  in  den  Kronbl altern. 
Anwendung  der  letztem  unter  Specics,  frisch  zur  Bereitunf/  des  Sy- 
riipus  Violarum  als  Zusatz  zu  Tisanen  m.  s.  w.,  des  lirauts  in  Pulver- 
form auch  im  Aufijuss  bei  Brustbeschwerden,  auch  als  harntreibendes. 
Brechen  errcqendes  und  reiniffendes  Itlittcl,  namentlich  in  llantkrank- 
heitin,  über  dessen  ff'irhunff  jedoch  eben  so  luic  darüber,  welche  der 
von  A.10.  au f'fjc führten  Spielarten  die  wirksamsten  sind,  noch  nicht  be- 
seitiqte    fVidersprüche  vorkommen. 

JOechniscJies»     Die  Kronblätter  der  Art.  4.  auch  10.  einen  blauen 


Reseda.  RESEDACEAE.  81 

Fürhextoff'  Uef'evud,  der  als  chemisches  Rcui/ens  und  in  der  Zuckerbäckerei 
unwendbar  ist. 

ÖJConotnisches.  Art.  4.  9  und  10.  Zierpflanzen  der  Gärten,  wo 
die  letztere  Art  zahlreiche  und  schöne  Farbenvarietäten  bildet. 

De   Cand.   Tlieor.   214. 

Kelch  4— 6-tIieilig,  ausdauernd.  Kronblätter  von  der  Zahl 
der  Kelchlheile,  ungleichmässig  mit  meistens  fingerig  getheilter 
Platte.  Stauhgefässe  10—24,  dem  oben  in  eine  Iloniffschuppe 
endigenden  Fruelitträger  eingesetzt.  Fruchtknote  1 -fächerig, 
3 — 6- lappig,  an  der  Spitze  geöffnet,  mit  3  —  6  wandständigen 
fadlichen  Samenpolstern.  Samen  fast  ohne  Eiweiss.  Keim  ge- 
krümmt, das  Würzelchen  s,e^^cw  den  Nabel  gerichtet.—  BlätTer 
Mcchselständig,  ohne  Nebenblätter,  an  deren  Stelle  meist  2 
Drüsen. 

Torkoninien.    Dem  l»all.lialtigen,  auch  dem  kiesig-santligeii  Boden  hold. 

Gehalt,  Luteolin  als  schönes  gelbes  Pigment  enthaltend,  atisserdem 
die  gewöhnlichen  Stoffe. 

1.    REJi^EDA.     ITAU, 

LiNN.    Gen.    n.    608. 

Kronblätter  verschiedentlich  geschlitzt.  Kapselartige,  häu- 
tige Becherfrucht.     Geschl.  Syst.  XI.  3. 

Ein-  oder  2-jalirige  (Art.  1.2.)  Kräuter  (selten  Stauden),  mit  ganzen, 
3- spaltigen  oder  liedertbeiligen  Blättern,  Blüten  in  endstäntligen  Trauben 
und  deekhlättrigen  Blütenstielchen. 

1.  R.  lutea.  Gelber  J¥^au.  Mittlere  Blätter  doppelt -fieder- 
»lieilig,    obere  3 -spaltig;   Kelcb  6-tlieilig. 

LiNN.  Sp.  pl.  645.  Chi.  hau.  177.  Koch  Syn.  I.  97.  Beichenb.  Ic. 
f.  4446.    .Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.  353.     Engl.  bot.  321. 

Auf  Äcliern,  Wiesen,  Weiden  und  Wegen,  auf  troclienem  kalkhalti- 
gem oder  sandigem  Boden  des  süd- westlichen  Gebietstheils,  die  nord- 
östliche Grenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  in  der  Linie  von  Em- 
merich am  Bhein,  Paderborn,  Göttingen,  Halberstadt,  Schwerin,  Trave- 
münde  erreichend,   stellenweise.     Juni  bis  August.  —    September. 

Siengel  weitschweifig  und  beiigig- ästig;  1 — 2'  liocli.  Blüten  gestielt,  Kronen  hell 
grüngelb.       Früchte    länglich,     in    3    kurze    Ecken   ausgehend. 

Ä.  R.  liUteola.  Färber- W^au»  Blätter  lineal- lanzettför- 
mig;  Kelch  4-theilig. 

LiNN.  Sp.  pl.643.  Chi.  han.  177.  Koch  S>n.  I.  97.  Schk.  Handb.  II. 
T.  129.     Beichenb.  Ic.  f.  4442.     Fl.  dan.  t.  864.     Engl.  bot.  t.  320. 

Auf  Weiden,  an  Ackerrändern,  \^^egen  und  Schutt,  auf  trockenem 
kalkhaltigem  oder  sandigem  Boden,  durch  das  ganze  Gebiet  hier  und  da, 
doch  immer  wenigzählig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  aufrecht,  '2  —  3'  hoch.  Äste  straff,  ruthenförmig.  Blüten  fast  sitzend,  Kronen 
klein,  bleichgelh.  Früchte  eiförmig- rundlich,  holperig,  mit  4  zugespitzten ,  aufrechten  und 
4    einwärts    gerichteten    Zipfeln. 

technische*»  A.2.  in  allen  Theilen,  als  dauerhaft  gelbfürben- 
der  bitterer  Extractivstoff',  Luteolin  (fVaugelb)  enthaltend,  welches  mit 
zur  Bereitung  des  Schüttgelbs  angewandt  wird,  und  durch  Zusätze  man' 
che  Farbenveränderutigen  liefert. 


82  DROSERACEAE.  DroserH. 

ÖJeonOtntJfcheS»  Das  rieh  l'risst  dir  Pflanze  nicht.  Die  Samen 
enthalten  (nach  S(  IlLBLEK)  30  Pior.  f'ettex  Öl.  (L'lfer  den  Anbau  verf/l. 
Metzger    lan<l>virllisch.  Pllaiizciil.iindc  II.  991.) 

IL.     »ROISERACEAE. 

De    r.AND.    Tlicor.    in. 

Kelch  5-l)lJi((rifi;  oder  ö-Jheiliff.  Krone  regolinässia^  ö-l>lä(- 
(rie.  Stauhgefasse  5  (10.  15.  20.),  unterständig,  frei;  Beutel 
endstäiulig.  Fruelitknote  frei,  1- (3-)  fächerig:,  uiit  ^vandstäii- 
digen  Samenpolsfern.  Keim  gerade,  mit  dem  \ynrzelchen  zum 
Nahel  gcAvaiidl. —  Blätter  einfach ,  statt  der  ^NehenhläHer  oft 
Drüsen  oder  AYimpern  an  der  breiten  Basis  des  Blattstiels. 

Torkoiiinien«     Auf  sonnig  lielegcncn  sumpfigen  und  toifigcu  Gründen. 

Gehalt,  Flüchtifje  .teharf'e  Stoffe  und  eisenf/rüncnder  Gerbestoff, 
auch  F ärbc Stoffe ,    freie  Ajtf'elsilure ,    äpf'elsaures   lüili  und   lialhsah. 

1.     DROSERA.     SOJ^NmNVHA.U. 

I>INN.    Gen.    .1.  391. 

Kelch  0-theilig.  Kronen  5-hlättrig.  Stauhgefässe  5.  Griffel 
3  —  5,  meist  2-snal(ig.  Kapsel  1-fächerig,  an  der  Spitze  3  —  5- 
klappig.      Gesciil.  Syst.  V.^3. 

Zwei-  oder  mehrjährige,  zarte  Kräuter,  mit  langgcstielten ,  durch  car- 
minrothe  Stieldrüsen  geschmüehten,  in  der  Knospe  hogig  abwärts  ge- 
linickten  und  nach  Richtung  des  Hauptnervs  gefalzten  Blättern.  Blüten 
in  einfachen  oder  am  Grunde  getheilten  \^'ichelähren. 

t.    II.  rotiiiidifolia.    Humlhlättriger  Sonnenthau, 

Blätter  kreisrund -spateiförmig,  llaeliliegcnd ;  Schaft  aufrecht,  dreimal  so 
laug  als  die  Blätter;    Narben  ganz. 

LiNN.  Sp.  pl.402.  Chi.  han.  178.  Koch  Sjn.  T.  96.  Schk.  Handb.  I. 
T.87.  IlEicHENK.  Ic.  f.  4522.  Fl.  dan.  1. 1028.  Engl.  bot.  t.  868.  Hayne 
Arzneigew.  III.  T.  27. 

In  Wiesen,  Heiden  und  Waldungen  des  Gebirges  und  der  Ebene,  auf 
Sumpf-  und  Bruchboden,  durch  das  ganze  Gebiet,  liäufig.  Mai  bis  Juli. ^ 
Juli,  August.  • 

Blätter  in  ausgelireitetcn  Rosellen  auf  den  SuiupTmooscn  liegend,  Blalt|il.ilte  von  3  —  4"' 
im  Durchmesser.  Blütenscliäfte  3  —  4"  lioeli ,  Kronen  «ie  die  der  folgenden  Arien  weiss, 
bei    Sonnenseliein    gegen    Miltag    sieli    öffnend. 

9.  D.  loiigifolia.  Mtänglichhlättriger  Sonnenthau, 

Blätter  unigeheluteirund- spateiförmig,  aufrecht- abstehend  ;  Schaft  bogig 
ansteigend,    etwas  länger  als  die  Blätter,    Narben  ausgekerbt. 

LiNN.  Sp.  pl.403.  Chi.  han.  178.  Schk.  llandb.  I.  T.87.  Engl.  bot. 
t.867.  D.  intermedia  Drev.  u.  Uayne  Abbild,  deutsch.  Gew.  I.  18.  T.3. 
f.  B.     Kocii  Syn.  I.  98.     Beichenb.  Ic.  f.  452-3. 

In  Wiesen,  lleiden  und  Waldungen  der  niedrigem  Berggegenden  iind 
der  Ebenen,  auf  Torf-  und  Moorboden,  durch  «las  ganze  Gebiet,  jedoch 
weniger  häufig  als  A.  1.     Mai  bis  August.  —    Juli,  August. 

?»iedrigcr  und  selimächtiger  als  A.  1.  Blallplatte  3  —  4'"  lang,  ly^—F/^'"  breit. 
Schafte   nur    seilen    bis  doppelt  so  lang   als  die  Blatter.      Blüten   doppell  so   gross    als  an  A.  1. 

3.  D.  aiiglica.  JLanghliittriger  ISonnenthau.  Blät- 
ter lineal -spateiförmig  aufrecht;   Schaft  aufrecht,  do])pclt  so  lang  als  die 


Blätter,    Narben  ganz   oder  lappig  eingeschnitten. 
HcDS.  Fl.   angl.   135.     Chi.  han.   179.     Engl,  bo 
neigew.  HI.    T.29.      D.  longifolia   IIayke    in    Schrad.  Journ.   1800.  I.  40. 


HcDS.  Fl.   angl.   135.     Chi.  han.   179.     Engl.  bot.    t.  869.      Hayxe    Arz- 

gew.  HI.    T.29.      D.  longifolia   IIayk  "  '  ~     *" 

Koch  Syn.  I.  97.     Reichenb.  Ic.  f.  4524. 


Parnassia.  DROSERA€EAE.  83 

In  «len  grossem  Mooren,  «lurcli  das  ganze  Gebiet;  selten  im  östlichen 
Tlicile  (Pr.  Lodeislebener  Forst  (T^'allroth);  Mk.  Penzlin  auf  den  Buig- 
wiescn,  Malchin,  Schwerin  am  Heidensee — ;  Lb.;  //u.  Gannanoher  Moor 
l»ei  Langenliagen,  Ehrenhiirg  im  Uoyascbcn  — ;  /f&.  Eppendorfer  31oor  — ; 
Hl.;);  zlemlicli  häufig  im  m estlichen  Theile  {Bv.;  Ol.  Striielihausen,  Ol- 
denhrok,  Westerstede,  Seggern,  Loyer  Moor,  \"mdenloh  — ;  Pr.  fV. 
so    hiiufig   als  Art.  1  u.  2.)-     Juli,  August.  —    August. 

BcträclillicL  liölier  und  anseLnlicLer  als  die  Aif.  1.2.  Blatlplattc  9  — l'i'"  lang,  •2  —  2'/;'" 
breit.       ScLaft   bis    6"    lang. 

GM  nJERBIjICllMS. 

technisches»  Alle  3  Art.  liefern  der  Zucherhüeherei  einen  rnthen 
und  f/elbliche  Farheslofj'e. 

«.     PAR^A$»SIA.     miNBJLA.W, 

LI^^'.   Gen.  n.  384. 

Kelch  5 -blättrig.  Krone  5 -blättrig.  -5  strahljg  gefraiisete 
«Irüsenlragende  Nebenkronblätter.  Staubgefässe  5.  IVarben  4. 
Kapsel   1 -fächerig,   au  der  Spitze  4-hlappig.     G.  Syst.  V.  4. 

Mehrjährige,  unbehaarte  Rräuter  mit  gestielten  Wurzel-  und  sitzen- 
den Stengelblättern,  die  in  der  Knospe  einfach  gefalzt  liegen.  Blüten- 
stiele   sebaftartig,    1 -blutig. 

1.  P.  palustris.  ^umpf.Minhlatt.  Blätter  herzförmig, 
das  stengelständige  umfassend. 

LiAN.  Sp.  pl.  391.  Ghl.  han.  179.  Koch  Svn.  98.  Scuk.  Handb.  I. 
T.86.  Stirm  Deutschi.  Fl.  H.  13.  Engl.  bot.  "t.  82.  Haine  Arzneigew. 
11.  T.  42. 

In  AYiescn,  auf  feuchtem  moorigem  und  torfigem  Boden,  besonders 
gern  wenn  er  eisenhaltig  ist,  häufig.     Juli  bis  September.  —    September. 

Kranblätter  oval,  dicklieb,  milebweiss.  Die  IVebenlironblältcr  berzformige ,  vertiefte, 
1.3 — 1.1-strablige,  gelbgrüne  Schnpjien  ;  Strablen  mit  kopffürmiger  Drüse  verseben.  Die 
mittlere  der  Basis,  die  übrigen  dem  Rande  der  .Scbtippe  eingesetzt,  die  untern  allmälig 
kleiner    und    stärker    einwärts    gebogen. 

XI.     POIi¥€;AIi£AX:. 

MIljCHBljWTMJEWAnrMGJE    PVIjA.NXmj¥. 

Jrss.    Annal.    d.    Mus.    1LI\  .    386. 

Kelch  5 -blättrig,  die  beiden  seitlichen  Blätter  grösser  unjd 
oft  kronartig.  Krone  unregelmässig,  Kronblätter  3  oder  5, 
unter  sich  sowohl  als  mit  den  Staubfäden  zu  einer  im  Piücken 
aufgeschlilzlen  Röhre  verwachsen  (selten  frei).  Staubgefässe 
8  (selten  4  oder  3),  unterständig,  oben  frei  und  oft  in  2  gleiche 
Bündel  vereinigt;  Beutel  8,  l-fächerig,  an  der  innern  Seite 
von  der  Spitze  her  vermittelst^  einer  spaltigen  Öffnung  aufrei- 
sscnd.      Fruchtknote    2-fäeherig,    die   Seheidewand  den  Klap- 

Sen  entgegengesetzt.  Samen  hängend  mit  starkem  iXabelwulsl; 
?eim  gerade,  dasWürzelchen  zum  i\abel(naeh  oben)  gewandt. — 
Blätter  einfach.     Keine  Nebenblätter. 

Torkonimen«  Meistens  bodenvag,  wobei  einige  Vorliebe  für  Kall; 
zeigen,   im  Gebirge  wie   in  den  Ebenen  verlireitet. 

Gehalt»  Ausffezeichnet  durch  Bitterstoffe,  zum  Tlieil  in  vorwalten- 
der Mentfe.  Nebenbei  in  meJirern  eifjenthiimliche  Stoffe:  Polyffnlsäure 
(Polytfulin,  Senegin)  und  Ki-amer säure;  in  den  ff'urzeln  der  Polyf/(da- 
arten  ansserdein  Fiirbestoffe,  fettes  und  ätherisches  Öl,  Harz,  Gummi, 
Antheile  mehrerer  nllfjemeiner  im  Pflanzenreiche  verbreiteter  Säuren  u.s.w. 


84  POIiYGALEAE.  Polygala. 

1.     POIiYCiAIiA.     MKIiCMEBZiUMK. 

iATiV.    Gen.    II.  8.')1. 

KelchliläUcr  5,  ausdauernd,  2  seilliclie  grö.sscre  flügelföiniig. 
Kroiihlättcr  3  —  (5)  /u  einer  2-llppigen  Uidne  yeiwaehsen  : 
obere  Lippe  2- zipfelig,  untere  mit  lingerig  g«'tlieiltem  Sauui. 
Kapsel  zusaramengeijrüekt,  2- fächerig.  "  Samen  in  jedem  Fach 
einzeln,    mit  3-laj)pigem  \Vulst.      G.  Syst.  XVII.  2. 

Mehrjährige,  an  der  Basis  holzige  Kräuter  (Art.  1 — 8.)  oder  Sträuche, 
mit  wcchselständigen,  gaiizraiidigeii  IMättern.  Blüten  in  endständigen, 
einfachen  Traul»en    (selten  einzeln  in  den  Bladwinkeln). 

1.  P.  COinoSia.  Schopfige  JOLilchblume,  Blätter  lineal- 
lanzettförmig, untere  kleiner,  elliptisch -spatelformig,  vordere  Deckhlät- 
ter  lanzett-pfriemenförmig,  länger  als  das  Blütenstielehen  und  üher  die 
Blutenknospen  der  Trauhenspitze  schopiförmig  hervorragend;  Kclchllügel 
kürzer   als  die  Krone. 

ScHK.Ilandh.  11.324.  T.  194.  Fl.  d.Königr.lIann.  III.  Sign.  13.  Taf.  5. 
Chi.  hau.  174.      Koch  Sjn.  l.  99.      IIayne  Arzneigew.   XIIT.  T.  2-5.  F.  A. 

Aufwiesen  und  V^^eiden,  an  grasreichen  Baineu,  ZAvischen  Gehüsch 
und  in  lichten  Gehölzen,  auf  trockenem  kalkhaltigem  oder  mergeligem 
Boden,  in  der  südlichen  Hälfte  des  Gehiets  his  zur  Linie  von  Osnahrück, 
Hannover,  Braunschweig,  häufig;  in  der  nördlichen  Hälfte  selten,  wenn 
nicht  überhaupt  die  rothblühende  P.  vulgaris  dafür  angesehen  ist  (Hb. 
um  Beinbeck  (Sickmann).    ///.  (Nolte)).     Mai  bis  Juli. —   Juni  bis  August. 

Stengel  zn  6  —  8—10  von  Kolilgcr  spindeliger  Wurzel ,  .ii.freol.t  ansteigend,  ^/t—V 
hoeh.  Tranben  lang,  diehtliliitig,  in  eine  duieli  die  vordem,  über  die  Endlinospen  hervor- 
ragenden, bald  abfallenden  Deckblätter  gebildete,  Spitze  auslaufend.  Kelehaiigel  rund- 
lich -  elliptisch ,  nebst  den  blassern  Kronen  hellpurpurfarben.  —  Aariirt  mit  schmälern, 
länglich -elliptischen  Kelchflügeln  (P.  com.  v.  stenoptera  Fl.  d.  K.  Hanu.  das.  P.  eomosa 
Reichend.  PI.  crit.  I.  f.  54  —  •'16),  ferner  mit  blauen  Blüten,  selten  mit  weissen  Blüten. — 
Die  untern  Blälter  kommen  an  dieser,  wie  an  den  übrigen  Arten  nicht  seifen  mehr  oder 
weniger   gegenständig   vor. 

?8.  P.  Yiilgaris«  Gemeine  Milchhlume,  Blätter  lanzett- 
förmig, untere  kleiner,  lanzelt- spateiförmig  oder  spatelformig,  vordere 
Deckblätter  eirund -lanzettförmig,  kürzer  als  das  Blütenstielehen,  unter- 
halb der  Blütenknospen  der  Traubenspitze  zurückbleibend;  Kelchflügel 
kürzer   als  die  Krone. 

LiNN.  Sp.  pl.  986.  Fl.  d.  K.  llann.  III.  Sign.  16.  Taf.  6.  Chi.  han. 
175.  Kocu  Sjn.  1.  99.  Beichenr.  PI.  crit.  I.  f.  52.  53.  Engl.  bot.  t.  76. 
Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  23.  F.  1.3.  4.  5. 

b.  deciiiiens.  I>te  trügerische»  IViedriger;  Stengel  gehäuft,  obere 
Blätter  aufrecht  und  schmal,  unterste  rosettenartig,  umgekehrteirund- 
spatelförmig. 

P.  vulgaris  v.  decipiens  Fl.  d.  K.  Ilann.  das.      Chi.  han.  das.   (mit  Aus- 
schluss der  Reichenb.  sehen  Cit.ite).     Fl.   dau.  t.  1169  (P.  amara). 
o*  depressH.     Hie  niederliegende.     Kleiner  und   zarter;    Stengel 
liegend,    fadenförmig  und  ästig,    Trauben  wenigblütig. 

P.  vulgaris  V.  depressa  Fries  J\ov.  Mant.  II.  41.     P.  vulgaris  v.  tenclla 

Fl.  d.  K.  Hann.  das.     Chi.  han.  das.     P.   depressa  Wender.  Schrift,  d. 

Ges.  z.  Bef.  d.  Naturw.  II.  239.  Taf.  1.     Kocii  Syn.  das.     P.  serpyllaeea 

Weihe  Heg.  J>ot.  Zeit.  IX.  2.  745.     Havne  Arzneigew.  XIII.  T.  24.  f.  4. 

Wie   die  vorstehende,    aber    auch  auf   lehmigem    sandigem  Boden   und 

Heiden    durch   das   ganze  Gebiet,    häufig.       Die   Spielarten  b.   auf  nassen 

oder  überschwemmt  gewesenen  Stellen,    c.  auf  sumpfigem  Boden  in  Hü- 

gclgegenden  und  Heiden.     Juni  bis  August.  —    Juli  bis  September. 

Stengel   tu   3 — ^  —  6  aus  liegender  Basis  ansteigend,    '/.^  —  '■^j^'  hoch.      Trauben  locker- 


Polygala.  POL.YGAK.EAE.  85 

Llütig,  mit  sliimpfcr,  stliopfloscr  Spitze.  Kelchflügcl  elliptisch,  violct-kociibltiiueiibla«, 
Kronen  hellblau.  —  Variirt  mit  schmälern,  läuglich  -  heilförmigen  Kelchflügeln  (P.  viilg.  >. 
stenoptera  Fl.  «1.  K.  Hann.  das.  P.  oiyptcra  ß.  pratensis  ReiCIIENB.  das.  f.  47  —  49); 
mit  untern  gedrängt  stehenden,  ausgebreiteten  Blättern,  «eiche  3  —  4  Mal  so  breit  als  die 
obern  aufrecht- anliegenden  Blätter  sind,  und  leicht  zur  Verwechselung  dieser  Art  mit  der 
folgenden  verleiten  künncn  (Spielart  h.),  mit  fadigen  »ielbengigen  Stengeln,  kleinem  heilern 
Kronen  und  kleinem  oft  zum  Theil  gegenständigen  Blättern  (Spielart  c.  wozu  allerdings  VaiLL. 
bot.  par.  t.  XXXII.  f.  3.,  wenn  auch  nicht  als  sehr  charakteristische  Abbildung,  gehört), 
ferner   mit  hellpurpurfarbencn    Kronen,     und    mit   weissen   Kronen. 

3.  P.  aiiiara.  Bittere  JULilchblume*  BUMcr  spniA -lan- 
zettförmig;,  unterste  rosettcnartig  grösser,  spatcUörmig,  oder  umgokclirt- 
cirund-spatelförmig;  vordere  Decl.hliitter  eirund  -  lanzettförmig,  von  der 
Länge  des  Bliitenstielchens^  Reichflügel  so  lang  als  die  Krone,  schmale 
Kelclihlätter  nach  dem  Verblühen  abstehend. 

LiNN.  Sp.  pl.987.  Fl.  d.  K.  Hann.  III.  Sign.  18.  Taf.  7.  Chi.  hau.  176. 
Reicuenb.  PI.  crit.  I.  f.  43.  44.  (P.  amarella).  Jaco.  Fl.  austr.  V.  t.  413. 
Hayne  ArzneigcAv.  XIII.  T.  22.  F.  3. 

Aufwiesen  und  in  lichten  Hainen,  waldigen  Hügel-  und  Berggegen- 
den, besonders  auf  magerm  kalkhaltigem  Boden,  im  südlichen  Gebiels- 
theil  ziemlich  häufig,  die  IVordgrenze  der  Hauptverbreitung  in  Deutsch- 
land in  der  Linie  von  Osnabrück,  Göttingen,  Harz,  INcuhaldensleben  er- 
reichend (dann,  wenn  nicht  die  Angaben  von  Langmann  und  Sickmann, 
wie  den  Umständen  nach  wahrscheinlich  ist,  auf  einer  Verwechselung  mit 
Formen  der  P.  vulgaris  beruhen,  noch  ein  Mal  bei  Mirow  in  31k.  und 
bei  Hb.  vorkommend).     Mai  bis  August.  —    Juni  bis  September. 

Stengel  zn  '2  —  4  auch  uiehrern  auf  einer  Wurzel  vereinigt,  4  —  6"  hoch,  miHlere  auf- 
recht, äussere  aus  liegender  Basis  ansteigend.  Trauben  vielbliitig.  Blüten  doppelt  kleiner 
als  an  Art.  l.'i.,  Kclchflügel  umgekehrteirund  -  elliptisch ,  ultramarin  oder  smalteblau.  — 
Variirt  mit  etwas  grössern  Blüten  und  breiten  Kclcliflügeln  (P.  ambljptcra  a.  REICHEND. 
Fl.  excurs.  p.  3ll.  P.  bujifolia  PI.  crit.  I.  f.  50  nach  Kocil's  Versicherung,  die  Abbil- 
dung spricht  mehr  für  meine  P.  vulgaris  v.  dccipiens,  und  diese  fand  ich  auch  früher  als 
P.  busifolia  in  ReiCHENBACH's  mir  zur  Ansicht  mitgclheilter  Sammlung),  mit  scfimolern 
Kelchflügeln  und  meistens  kleinem  hellem  Blüten  (P.  amara  v.  stenoptera  Fl.  d.  K.  Hann. 
das.  P.  austriaca  REICHEND.  d.is.  f.  39.  HatTNE  das.  T.  22.  F.  1.)  und  zugleich  mit 
etwas  schmäler  gegen  die  Basis  zulaufender  Kapsel  (P.  uliginosa  REICHEND,  das.  f.  40.  41. 
Hayne  das.  F.  2.);  ausserdem  mit  fleischfarbenen  Blüten,  mit  weiss  und  hellblau  schecki- 
gen ,    selten   mit  weissen   Blüten. 

Phamiaceutisch-Meilicinisches*    A.  3.  officinell  (llerba 

cum  radice  P.  amarae).  f'orwalt.  Bestandth.  bitterer  Extractivstoff, 
der  in  reiehliclister  3ten(je  in  der  auf  trockenem  Berrj  -  oder  Hüqelboden 
qewach.'ienen  Hauptart  enthalten  ist,  während  die  von  feuchtem  ßViesen 
bodcn  gesammelte  Pflanze  in  verschiedenen  Graden  weniger  bitter  ist. 
Anwendung  in  Substanz,  in  Pulverform,  als  Latwerge  oder  in  Ab- 
kochnnq ,  als  reizendes ,  zusammenziehendes  und  stärkendes  Brustmittel. 
ÖlCOnomiSCheS»     SämmtUche  Arten  ein  nahrhaftes   Viehfutter. 

KXiMBNmMäKm]VA.UVKGM   PVIiA-N^mN. 

De    CanD.    Prodr.    I.    351. 

Kelch  durch  Verwachsung  1 -blättrig,  au  der  Spitze  ö-  (sel- 
ten 4-)  zähnig.  ..Kronblätter  5  (4),  mit  den  Kelehzähnen  ab- 
«echsolnd,  am  Übergange  der  Platle  in  INägel  von  der  Länge 
des   Kelchs   oft    mit    einer  Nebenkrone  (Schlundschuppen)  ver- 


86  SILENEAE.  Dianthus. 

scIicMi,  nebst  den  Stauligcfässen  einem  mehr  otler  minder  deiif- 
liclien  Fnielitträger  cin'geselzl.  SJanhgefasse  doppell  so  viele 
als  Kronidälter,  seilen  ehen  so  viele  öder  weniger.  FrneliJ- 
linote  frei,  l-fäelierig,  vom  Grunde  bis  gegen  die  Mitte  2—5- 
taelicrig,  oder  nur  an  der  Basis  schnaehfäeherig,  vieleiiff, 
mit  mittelständigem,  oben  freiem  Samenpolster.  GrilVel  2 — 5, 
getrennt.  Samen  mit  mehligem  Eiweiss.  Keim  peripherisch, 
selten  rückenständig  und  fast  gerade  ,  das^  AVürzelchen  zum 
^"abel  gewandt.  —     JJlaller  gegenständig.     Keine  Nebenblätter. 

Vorkommen.  Maiulic  Ixult-nvag,  d.ivon  iiidircre  mit  Vorlit-ljc  für 
Kall;,    «'inigf  mit   Vorliege   für  Kies,    wciii";c  l.allisti-t. 

Gehalt.  Mit  Au.iuahme  des  Seif'en.ttoff's  (Stipouin)  vorzüiflieh  in  den 
ff'inzcln  einiijer  enthalten,  ohne  eiyenthümliche  Stoffe,  ohne  heilsame 
Kräfte  und  ohne   ff^ohlffesehmnch. 

1.     DIA^THUSÜ.     WJEIjKXI. 

l.INN.     Gen.    n.    "iO'l. 

Kelch  röhrigj  ö-zähnig,  an  der  Basis  mit  geschindelten  Deck- 
blättern. Kronblätler  5,  am  Schlünde  in  lincale  iVägel  zusam- 
mengezogen und  ohne  Schuppen.  Staubgefässe  10.  Grill'c)  2. 
Kapsel  1- fächerig  mit  4  Zähnen  aufspringend.  Samen  schild- 
förmig, plan-convcx.       Gesehl.  Syst.  X.2. 

Zwei-  (Art.  1.  4.)  oder  melirjähi-ige  (Art.  2.  3.  5.  6.)  Kräuter,  seltener 
Standen,  mit  ungetlieilten,  meist  linealen,  grasälmlielien,  seltener  lan- 
zetttormig<'n  oder  länglichen  lUättern.  Blüten  endständig,  einzeln,  dol- 
deutraubig  oder  in  Büschel  zusammengedrängt. 

•_■-     Bliitcn     z  u  s  a  111  in  0  n  gc  dl  ii  11  g  t. 

1.  D.  Arineria.  Mauhe  JVelTee»  Blüten  in  Büscheln,  Kelch- 
deckblätter lanzett-pfriemenlörmig,  brautig,  ungefähr  so  lang  als  die 
Röhre;   Blätter  lineal ,   gegen  die  stum]»fliche  Spitze  verschmälert. 

LiNN.  Sp.  pl.  586.  Chi.  bau.  187.  Koch  Svn.  I.  103.  Schk.  llandb. 
I.  T.  121.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  28.  Beicuenb.  Te.  i.mil.  Fl.  dan. 
t.230.     Engl.  bot.  t.  317. 

An  sonnigen  Hügeln,  zwischen  Feldgebüsch,  an  Ilecben  und  in  lieb- 
ten Hainen,  auf  magerm  lehmig -sandigem  oder  l.alkigem  Boden,  stellen- 
weise durch  das  ganze  Gebiet.     Juni  bis  August.  —   August,   September. 

Stengel  1  —  1 '/i'  ''"cl' .  st<-i''.  gal'clästig,  nel.st  den  Blattern  und  Kelrlitliellen  selnvaeli 
raiililiaarig.  BlattscLeideu  kaum  so  lang  als  das  Blatt  lirrit  ist.  Hronblall|>latte  klein, 
länglicli,  seieilt  gezUhnelt,  1)lassjiHr|iiirfarben ,  dunkler  punclirl.  V'uriiit  mit  uulieliaaricr  ct«as 
scharfer   Olierfläebe. 

H»    D.  Cartliiii^iaiioriini.    Carthiiuser  Nellee»    Blüten 

in  g(!drängten  Köpfen,  Kelchdeebhlätter  später  lederartig,  umgcbehrt- 
eirund  mit  pfriemlieher,  die  halbe  Kcicblänge  überragender  Granne ;  Blät- 
ter lineal,  verschmälert  zugespitzt,  Blattscheiden  viermal  so  lang  als  das 
Blatt  breit. 

LiNN.  Sp.  pl.586.  Chi.  bau.  187.  Koch  Svn.  T.  103.  Sturm  Deutscht. 
Fl.  H.  27.     Reichenb.  Ic.  f.  5019.     IFI.  dan.  t.' 1()94. 

Auf  Triften,  Wiesen,  an  Feldrainen  und  Gebirgsblippen ,  auf  magerm 
lehmig -sandigem  Boden,  stellenweise  durch  das  Gebiet.  Juni  bis  Au- 
gust. —    August,  September. 

Stengel    1  — 'i'/j'    lioeli,     steif,    kahl,    seilen     et«as     h ig.         Kelehe,     Kelehdeek-    und 

Ilüllbl.ntler     späterhin     troekenhaiilig     und     kastanienbraun.  Krunblaltplalle     nindlieh  -  iinige- 

kehrleirund,  kerhig  gezackt ,  luiriiurn ,  mit  dnnhierir  Zeichnung  am  Grunde.  >ariirl  mil 
grossem    und    kleinem,     heller    und    dunkler    gefurlilcn    Kronen. 

':<.     D.  IPiegUierli.    !§effUier*«  JVeiJee.    Blüten  meist  gezweiel 


Biantliiis.  SIIiENEAE.  87 

oder  einzeln,  Relchdeekhlätter  oval,  selimal  lanzettförmig  begrannt, 
kürzer  als  der  halbe  Keleb,  Kronblattplatten  tief  und  scharf  geziilint; 
Blätter  lineal- lanzettförmig,  zugespitzt,  lüattscheiden  so  lang  als  d;.s 
Blatt  breit. 

ViLL.  Ilist.  d.  pl.  d.  Dauph.  ITI.  594.  Reichenb.  PI.  crit.  VI.  f.  740. 
le.  f.  5023.  D.  Seguierii  ß.  sylvaticus  Roch  Syn.  I.  104.  D.  sylvaticus 
Hoppe  in  Stirm  Deutschi.  F1."^II.  28. 

An  grasigen,  waldigen  Hügeln,  im  süd- östlichsten  Theile  des  Ge- 
biets, als  IXordgrenze  der  Gesammtverbreitung  (An.  Dessau?  Lingenau, 
Qualendorf—).     Juni,  .Tuli. —    August. 

Stengel  ausUigcnd,  ^/^  —  1 '//  Loch,  ncl.st  den  Blaltern  glatt,  hellgrün,  meist  bläulich 
angcUufen.  Kelchzaline  und  neclihlSHer  au  den  Splfjen  mehr  oder  weniger  roth  gefarht. 
Ki'onhlatter  gross,  hcllkarraiuroth ,  dunkler  punctirt  und  meist  mit  einer  dunklem  Zackenlinie 
über    der   Basis    der    Platte.       Variirt   gelten   mit   mehrern,    büschelig    gehäuften    Blülen. 

■'-■y    Blüten     doidentraubig     oder     einieln. 

4.  It.  MiperbllS.  Pracht- NelTce.  Stengel  doidentraubig, 
Blüten  einzeln,  Kelchdechhliitter  oval,  lanzettförmig  zugespitzt,  ein  Dril- 
theil  bis  halb  so  lang  als  der  Kelch,  Kronblattplatten  doppeltfiederthei- 
lig-geschlitzt;    Blätter  lincal -lanzettförmig,    zugespitzt. 

Lina-.  Sp.  pl.  589.  Chi.  hau.  189.  Rocu  Svn.  I.  107.  Reichenb.  Ic. 
f.  5032.     Iaco.  Observ.  I.  t.  25.     Fl.  dau.  t.  578. 

Auf  feuchten  Wiesen  und  an  bruchigen  Stellen,  auf  hinmishaltigem 
Boden,  im  südlichen  und  im  nördlichsten  Theile  des  Gebiets,  häufig. 
Juli,   August.  —    September. 

Stengel  1  —  "2'  hoch,  nebst  den  Blättern  hellgrün  Blülen  gross,  schwach  wohlriechcud, 
Kronen  ileisehfarbcn    in    lila    spielend,    an   der  Basis   der  Platte   mit  purpurnen  Härchen  besetzt. 

5.  II.  deltoides.     Meiae-WelTee,     Stengel  doidentraubig, 

Blüten  einzeln,  Relchdecliblätter  zu  ZMei,  oval,  pfriemenförmig  zuge- 
spitzt, halb  so  lang  als  der  Reich,  Rronblattplatten  gezähnelt,  Blätter 
lineal  -  lanzettförmig. 

Lii\N.  Sp.  pl.  .588.  Chi.  han.  188.  Roch  Syn.  I.  105.  Reichenb.  Tc. 
f.  5040.     Fl.  dan.  t.  577.     Engl.  bot.  t.61. 

Auf  grasigen  Hügeln,  Wiesen  und  Triften,  an  Waldrilndern  und  im 
Gebüsch,  auf  humos  -  sandigem  und  sandigem  Boden,  häufig.  Juni  bis 
August.  —    September. 

Stengel  ansteigend,  schlaff,  in  geringer  Zahl  vereinigt  oder  kleine,  lockeie  Rasen  bil- 
dend, flaumig -scharf.  Blätter  kurz,  fein  gesägt,  grasgrün.  Kronen  karminrolh  mit  weiss- 
lichen  Flecken  und  einer  purpurnen  Zackenlinie  an  der  Basis  der  Platten.  —  Vaiiirt  mit 
graugrünen  Blättern  und  weissen  oder  blassrofhen  Kronen  unter  Beibehaltung  der  dunkcl- 
rotben    Zackenlinie    (D.    glaucus   lASS .    Sp.    pl.  .588.       REICHENB.    Ic.    f.  .5041.)- 

'«.    D.  caei^ius.    Graugrüne  NelTee.    Stengel  dichtbüsche- 

lig,  meist  1 -blutig.  Relchdechbiätter  oval -rundlich  mit  kurzen  Stachel- 
>itzen,  ein  Drittheil  so  lang  als  der  Reich,  Rronblattplatten  gezähnt; 
ätter  lineal,    stumpflich,    graugrün. 

S.M.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  IT.  302.     Chi.  han.  188.     Roch  Syn.  I. 
106.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  34.     Reichenb.  Ic.  f.  5044.     Engl.  bot.  t.  62. 
b.  pluniarioides*    Bie  Jedernelkenartige»     Rronblattplatten   bis 
gegen  die  Mitte  gezahnt -geschlitzt. 

D.   caesius    v.   incisus   Reichenb.    das.    f.  5044.      D.    plumarius   Ehrh. 

Beitr.   VII.   13. 

An  nackten,  sonnigen  Felsen,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  selten 

(Svhw.;  Hs.  am  Uirschsteine  im  Habichtswaldc  bei  Cassel  —  am  Schar- 

fenstein  —  am  Hohenstein  bei  Oldeiidorf — ;    Pi:  an  der  Rosstrappe  — ; 

/»)•./?'.  Bielefeld?).     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel    in   flachen,    oedrungeneu,    kriechenden   Rasen,    ."i  —  6"    hoch,    aufrecht,    steif   und 


spitze 
Blatte 


88  SIIiENEAE.  Hohlrauschia. 

lialil.  Ohcrc  Bläller  selir  kurz,  das  oliersle  P.iar  aiioli  wobl  fchlcml.  Kelch  und  dir,  zu 
4  stellenden ,  Kclclideckblattcr  lucist  rolh  angelaufen,  Krone  gesiilligt  rosenrolli  oline  iteieli- 
nung,     luil    purpurnen    gegen    den    Schlund    sich    >erniehrenden    ilarrhcn    besetzt. 

GM  n^MRBZICHMS. 

ÖleonomiSCheS»  SümmtUche  Arten,  vorziii/lirh  aber  A.  4.,  eifj- 
nen  sich  zu  Zierpflanzen. 

Ä.    KOHIiRAIISCHIA.     KOIIMjMtAilSCMIW:. 

KlNTH    ri.    her.    I.    108. 

Durch  IIüll])lättor  kopfförinig  vereinigic  Blüleii.  Kt'k'h  5- 
zähnig,  von  2  DeckbläMeni  eingeschlossen.  Kronhlätler  5,  all- 
mälig'^in  den  Nagel  iihergelieiul  iintl  ohne  SchUnulschiij)pen. 
Staiihgefasse  10.  Grifl'cl  2.  Kapsel  l-fächerig,  mit  4  Zähnen  auf- 
springend, Samen  halbhirncnförmig  convex-concav.  Geschl. 
Syst.    X.  2. 

Einjäliiige  Kräuter,  mit  ungcllieilli-ii,  ganzrandigcii,  lincaleii  Blättern. 
Blüten  in  endständige  Itiisehel  zusannnengedrängt. 

1»    M..  iirolifera.    Sprossende  Kohlrauschie»    IIüll- 

und  lielclideckhlätter  durebseheinend-liäutig  und  rauseliend;  Blätter  schmal 
lineal,   zugespitzt,  unterste  lineal-spatellormig. 

KuiNTK  Fl.  berol.  1.  109.  Beicherb.  Ic.  f.  5009.  DiantLus  prolifer  Linn. 
Sp.pl.. 5S7.  Chi.  Lan.  188.  Rocii  Svn.  1.  102.  Fl.  dan.  t. -^il.  Engl, 
bot.  t.  956. 

Au  sonnigen  Hügeln,  auf  Triften  und  in  Hainen,  auf  sandigem  Boden, 
in  Heiden  und  auf  Felsgestein,  stellenweise  durch  das  ganze  Gebiet. 
Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  4"  his  l'/j'hoch,  schwach,  kahl.  Iliillhlätter  elliptisch,  die  beiden  äussersten 
sehr  viel  kleiner  und  stachclspitzig,  Kelchdeckhlätter  länger  als  der  Kelch,  säiumtlich  stroh- 
farben. Kronen  klein,  nur  bei  Sonnenschein  ausgehreitet,  roscnroth  und  »ohlricchcud. 
Samen    sehr    zart    gekürnclt. 

3.    CiYPSOPHIIiA.     GYJPSKn^VT. 

I>IMV.     Gen.     n.  ."j63. 

Kelch  5-zähniff  oder  5-spaltig,  ohne  DcckhläHer.  Kronhlälter 
5,  in  einen  keilförmigen  Aagel  verschmälert.  Slauhgefässe  10. 
Griffel  2.  Kapsel  l-fächerig,  4— 5 -zähnig  aufspringend.  Samen 
niercnförmig  -  kugelig. 

Mehrjährige  (Art.  1.2. ),  seltener  1 -jährige  (A.  1.)  Kräuter  mit  eingc- 
theilten,  ganzrandigen  Blättern  und  -vviederholt-gabcltheiligem,  rispigem 
oder  doldentraubigem  Blütenstande.  Blüten  zaiilreich,  klein,  mit  am 
Bande  häutig -durchscheincndeu  Kelehzipl'eln. 

I.  C  fastigiata.  Mhensträussiges  Gypsicraut»  Sten- 
gel ansteigend- aufrecht,  oben  eine  gedrängle,  drüsig -zarthaarige  Dol- 
dentraube tragend,  Kelche  glockig,  Kronblätter  gerundet.  Kürzer  als  die 
Stiiubgefässe. 

LiNN.  Sp.  pl.582.  Chi.  han.  190.  Koch  Sjn.  I.  101.  Beichemj.  Ic. 
f.  5002.     Bupp  Fl.  Jen.  t.  1.  f  2. 

Auf  Gyps-  und  Kalkhügeln  im  südlichen  Theile  des  Gebiets ,  als  Nord- 
westgrenze  der  Verbreitung  in  Deutschland,  selten  {Schw.  Franhenhau- 
sen:  Kaihberg  und  Felsen  hinter  dem  Galgcnhcrge,  Badra  — ;  Pr.  Au- 
leben—; Hn.  Alte  Stollberg  bei  Steigerlhal,  Steinberg  bei  Buchholz, 
l'ctersdorf — ;    Br.  Walhenried).     Juni  bis  August.  —    September. 

Wurzel  in  starke  holzige  Kopfe  ausgehend.  Stengel  1—2'  hoch.  Bluten  klein,  «ciss 
oder    blass    roscnroth    angelaufen.       KronblKKer    1'/./"    lang.       Kapsel    fast   kugelig. 

* ».    fjJ.  repeii«.    Xdiegende«  GypsTeraut,    Stengel  aus  He- 


Saponaria.  SII.EWEAE.  89 

gendei-  Basis  anficclit,  in  eine  lockere,  glatte  DoldeiitrauLe  ausgehend, 
Kelche  krciselloiinig- glockig,  Rionhlätter  ausgeherbt,  länger  als  die 
Staubgefässc. 

LixN.  Sp.  pl.581.  Chi.  han.  Zus.  744.  Koch  Syn.  T.  101.  Reichenb. 
Ic.  f.  5000.     Jaco.  Fl.  austr.   V.  t.  407. 

An  Gypshügcln  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  als  IVordgrenzc  der 
Gesamnitverbreitung,  sehr  selten  (Br.  Sachsa  nach  IHeuhof  zu,  umveit 
Walhenried,  wo  das  Vorliommen  von  G.  l'astigiata  endigt).  Juni  bis 
August.  —    September. 

Wurzel  vielköpfig,  einen  üa^n  junger  Slengcl  treibend,  Sfengel  3  —  6  —  8"  liocL. 
Blüten    grösser    als    an    A.   1.,    von    derselben    Färbung,     Kronbhitler   3"'   lang. 

3.    CS.  niiiralisi.    Mauer -GypsTcraut.    Stengel  aufrecht, 

wiederholt  gabelspaltig- ästig,  zerstreuete  Blüten  tragend,  Kelche  last 
lireiselförmig,    Kronblätter  länger  als  die   Staubgefässc. 

LiN,\.  Sp.  pl.  .588.  Chi.  hau.  190.  Koch  Syn.  I.  102.  Sciik.  Handb. 
I.  T.  120;.     Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  1.     Beichenb.  Ic.  f.  4i)97. 

Auf  Äckern,  Brachen  und  Triften,  auf  sandigem  Boden,  auch  an 
Mauern  und  Gestein,    häufig.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  nebst  den  Ästen  zart,  fadenförmig,  2  —  4  —  ()"  hoch.  Blüten  einzeln  in  den 
Gabcllheilungen  und  an  den  Enden  der  Zweige  auf  haardünnen  Stielen,  Kronen  blass  rosen- 
roth  mit  dnnklern  Adern.  G.  serotlna  HaYNE  (REICHENB.  Ic.  f.  4998.)  eine  üi.|.igcrc, 
etwas    grösserblütige   Form. 

Xuuica    Saxifraga    Seop.    Koch    Syn.   I.    102.    vv.icLst    nicht    in    unscrm    Gebiete. 

ÖleonOtnischeSm  A.  l.  u.  2.  Zlcipflauzcn  für  Fclsenanluyen  in 
Gärten. 

4.     $»APO]¥ARIA.     ^KEFUNKUA-tTV. 

LiNN.    Gen.    n.   504. 

lielcli  walzenföriuig,  5-zälinig,  ohne  Deckhläller.  Kronbliil- 
ter  5  mit  liiiealon  IVägehi  iiiid  paarigen^  Borstenscliiippeii  am 
Schlünde.  Stanljfadeu  10.  Griffel  2.  Kapsel  l-fächeris;,  4- 
zähniff  aufspringend.  Samen  zusammengedrückt,  gekörnelt. 
Gescnl.Syst.   X.  2. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  ungethciltcn ,  ganzrandigen  Blättern  und  bald 
einzelnen  end-  und  blattwinkel  -  auch  gabelständigen,  bald  doldentrau- 
bigen   oder  büschelig   gehäuften  Blüten. 

1.    ^.  officinalis.    Gemeines  SeifenJcraut»    Blüten  in 

huscheligen  üoldentrauben  ;    Blätter    eirund- lanzettförmig,    3 — 5-nervig. 

LiNN.  Sp.  pl.581.  Chi.  han.  191.  Koch  Syn.  I.  108.  Schk.  Handb. 
I.  T.  121.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  6.  Beichenb.  Ic.  f.  4995.  IIayne  Arz- 
neigew. II.  T.  2.     Fl.  dau.  t.543.     Engl.  bot.  1. 1060. 

An  Flussufern,  zwischen  Gebüsch,  an  grasigen  Feldrainen  und  Ge- 
stein, auf  sandigem  und  kiesigem  Boden,  hier  und  da.  Juni  bis  August. — 
September. 

■\Vurzel  kriechend.  Auslaufer  treibend.  Stengel  l'/j  —  '»'/j'  hoch,  Blätter  vermiltelst 
einer  sehmalen  J^eisle  zusammengev\aehsen.  Blüten  gross,  kurz  gestielt.  Kronblätter  spalcl- 
förmig,    ausgerandet,    hell   fleischfarben    in   weiss   verbleichend. 

GE1VMRnZ,ICIKX:S. 

JPharntaceutisch'JfKedicinisches,    fFunel,  auch  das  liraui 

of'ficiiu'll  (lladix  et  llerl)a  Sapouariac  s.  Saponariae  rubrac).  f'orwnlt. 
Bestandth.  Kratzend  bitterer  Extractivstoff'  (Seif'enstoff',  Saponin)  und 
(wunuui.  Anw  en  dunij  beliuf  Einwirkuntj  auf  die  Lytnphf/efässe  ,  Haut, 
Lunt/en  und  Nieren  ,    in  Abhochuuf/  oder  als  Extractum  Saponariae. 


90  SI1.EÄEAE.  Vaccaria. 

ÖTCOnontiSCheS»  Die  ffuizd  zum  licinifjcu  der  Zciiye ,  anslatl 
der  Si'if'e  aitußcndbar. 

5.     VACCARIA.     JfiUMKNmMjMM. 

uoi).  rcu.j.i.  uo. 

Kclcli  krugfoi'iiiiff ,  ö-ochig  gellügjeU  und  ö-zäliiiJs,  oliiic 
Deckhlätlei-.  Ki<»nbl;if(c'r  5,  uiil  linealen  Aiigcln  oliiio  Schluiid- 
schupnen.  Sfauhget'ässc  10.  Griflel  2.  Kapsel  ^i  -  fächoiig, 
4-zäluiig    aul'spriiigeiul.      Sauieu    fast    kugelig.      Ciescbl.    Sysl. 

Jährige,  imlifliaaifc  Kräiihir,  mit  iingetlu'ilteii ,  ganzrandigen  Blättern 
uikI  DÜilcn  in   l(icl;ern  üoldeiitrauhen. 

t.    V.  pyraiitidata.    Saat-KuhnelJce*    Blüten  langstielig 

in  ga!>elsi>alligen  sperrigen  Doldenlraubeii,  Blätter  länglieli  -  lanzettlörmig 
mit  gesdil/.l -lierzlörmiger  Basis. 

VI.  (1.  >>ellerau  11.  88.  Beichenb.  Ic.  f.  4991.  Saponaria  Vaccaria 
LiMN.  Sp.  pl.585.  Chi.  han.  191.  Koch  Sju.  I.  108.  Sibth.  Fl.  graee. 
t.  .S80  (Gy]»sophila  \accaria). 

Auf  Ä'ekerii  unter  der  Sommersaat,  auf  Ivallihaltigem  oder  mergeligem 
Boden,  eingebürgert,   und  in  der  Linie  von  Helmstedt,  Ilildesheim ,   IIa- 
„lelu  —  die  nord- westliche  Grenze  der  Gesammtverbreitung    erreichend, 
gegen    Osten    nördlicher    gehend    {Mk.   bei    W^enddorf,    nach    Langmann).     ^ 
Juni,  Juli.  —    August. 

Mecigiün  uml  glatt.  AViiizel  scliwaeli,  splnilelig.  Stengel  1—2'  hoch,  mit  augc- 
schwoUeiieii  Gelciiheii.  Blattei  ziemlich  hrcit  ztisaiiimengewaihsen.  Kelche  wcisslich  mit 
hiiiitig  vortretenden  grünen  Kanten,  nach  «lern  Verblühen  cilormig-iiTraniidal  znsammengezo- 
gen,  Kroublatti.laften  kaum  halb  so  lang  als  der  Kelch,  prusichblütenfarhcn.  Kapsel  eilor- 
niig,     .luf  einem    kurzen    Truchllrager    sitzend. 

6.     CUCUBAIiUS.     MMÜIMWEinJBMSS. 

Toi  RNEF.   Inst.  33!).    t.  17(i. 

Kelch  beckenftii-mig- glockig,  o-spallig,  ohne  Deckhlaller. 
Ki-onhlalier  5,  mit  2-spitzigen  Sehhuulsehlippen.  Slauhgcfasse 
10.  GritTel  3.  Kapsel  l-facherig,heerenarlig.  Samen  niereu- 
förmig.      Geschl.  Syst.  X.  3. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  nngctheilten  Blättern  und  gahel-  und  blatt- 
»inlielständigen  Blüten. 

1.    C  baccifepus.    Beerentragender  Mühnerhiss. 

Blüten  abwärts  gewandt;  Blätter  eirund,  zugespitzt,  in  die  Basis  ver- 
schmälert. 

LiNN.  Sp.  pl.591.  Chi.  han.  105.  Rocii  Svn.  I.  108.  Schk.  Uandb. 
I.  T.  121.  BEtCHENB.  le.  f.  5122.  Engl.  hol.  t.  1577.  Silene  baccifera 
BOTH  Tent.  II.  germ.  IL   1.  493. 

Zwischen  Gebüsch,  an  Bächen,  Flussufern  und  WaldsümplVn,  auf 
feuchtem  humushalligem  Boden,  im  östlichen  Theile  des  Gebiets,  ziem- 
lich häufig,  gegen  IMord -^'^'cslcii  sich  verlierend  und  hier  nur  noch  sel- 
ten westlich  der  Elbe  (//ii.  Wchningen  unweit  Daniienbcrg)  vorhom- 
mend . 

Stengel  2  —  4'  lang,  liegend  oder  klimmend,  mit  gegenständigen,  sperrigen,  gabel- 
spaltigen  Zweigen.  Kelche  aulgebiasei. ,  Kronblätter  halb  gespalten,  grünlich-  oder  gelblich- 
«eiss.       Beeren    glänzend    seh«arz. 

9.     I^IIiEIVE:.     KJLJSBWJEIjKE. 

I.INN.    Gen.    n.  öl)7. 

Kelch  5-zalinig,  ohne  Deckhlätter.  KronhläKer  5,  in  I\ag:el 
zulaufend,  mit  oder  ohne   Schlundschuppen.      Sfauhgefässe  10. 


§ileiie.  SirEWEAE.  91 

Grirt'el  3.  Kapsel  an  der  Basis  meist  3 -fächerig,  6-zäliiiig  auf- 
springend.    Samen  nierenförmig.     Gesclil.  Syst.  X.  3. 

Ein-  (Alt.  I — 8.)  oder  inehrjälnigc  (Art.  4  — 6.)  Kräuter  mit  uiigetheil- 
teii,    selten  ^virteligcn  Blättern  iinrl  verschiedenartigem  Blutenstände. 

f    Mit    Schliindscliiippeii. 

*1.    S.  coMica.    Kegelige  Klebnellce,    Stengel  oherwUrts 

gaheltheilig,  grau- flaumhaarig;  Blüten  gahel-  und  endständig,  Kelche 
hauchig- röhrig,  30- streifig  mit  pfriemlichen  Zähnen,  Kronhlättcr  unige- 
hchrt- herzförmig;    Blätter  lineal  -lanzettförmig. 

LiNN.„Sp.  pl.598.     Koch  Syn.  I.  113.     Bkicuemb.  Ic.  f.  50fi2. 

Auf  Ächern,  auf  Sandhodeii,  am  südlichen  Saume  des  Gehiefs,  als 
Nordgrenze  der  GesammtverJireitung,  sehr  selten  (Pi:  Querfiirt).  31ai, 
Juni.  —    August. 

Stengel  V2— 1'  l'Ofl'-  Blätter  1'/^  — 2'"  l.reit.  Blüten  am  En.le  des  Stengels  eine 
wenigliliitige  TriigdoUlc  hildend,  Kelch  bis  fast  zur  MiUc  .')- spaltig,  Kronen  rosa,  Seliliind- 
scliiippcn    gekerbt.       Kapsel    sitzend    obne    Friiebltrhgcr ,     eiförmig,     kegelig   ^erli^ngert. 

«.     S.  iioctiflora.    JVächtlichblühende  Klehnenee. 

Stengel  gahelästig,  kieherig- zottig;  Blüten  gahel-  und  endständig,  Kel- 
che hauchig -röhrig  mit  ll)  geäderten  Streifen  und  pfriemlichen  Zähnen, 
Kronhlättcr  gespalten;    untere  Blätter  spatelförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  599.  Chi.  hau.  194.  Kocii  Syn.  I.  113.  Schk.  Handh. 
I.  T.  122.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  3.  Beiciienb.  Ic.  f.50ö3.  Engl.  hol. 
(.  291. 

Anf  l>el)aucleii  Gründen  und  an  Feldrainen  auf  Kalli  -  und  Lehmhoden, 
im  südlichen  und  östlichen  Theile  des  Gebiets,  hier  und  da  eingebürgert. 
Juni  bis  September.  —    September,   October. 

Stengel  wenig-  aiub  woUl  1 -blutig.  Blatter  baarig  und  gcwimpert,  trübgiün.  Kronen 
nur  in  der  Dämmerung  geöfl'net,  weiss  oder  blass  fleisebfarben ,  woblriecbend.  Kelebc  in 
der   Frncbtreife    dureb    die    grosse    eiförmige    Kapsel    elliptisch    aufgetrieben.   —       Gleiclit    dem 


*3.    S.  Armeria.    Garten^KlehnelTee»    Stengel  obcrwärts 

ästig,  unbehaart,  unter  den  obern  Gelenken  ringsun»  klebrig;  Blüten  in 
büscheligen  reichblütigen  Trugdoldcn,  Kelche  röhrig-keulig,  10-streifig 
mit  eirunden  stumpfen  Zähnen,  Kronblätter  ausgerandet;  Blätter  läng- 
lich-eirund,  spitzlich.  , 

LiNN.  Sp.  pl.  601.  Koch  Syn.  I.  113.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.21. 
Beichenb.  Ic.  f.  5079.     Fl.  dan.  t.  559.     Engl.  bot.  1. 1398. 

An  Gebirgshängcn,  auf  sandig- steinigem  Boden  ,  selten  {Br.  im  Geröll 
des  Bodegehirgs  an  kaum  zugänglichen  Orten),  übrigens  hier  und  da  in 
der  IMähe  von  Ortschaften  verwildert.     Juli,  August.  —    September. 

Gänzlich  nubebaart.  Stengel  einfach  oder  nach  ol>en  zu  wenig  ästig.  Bliitenstiele  sehr 
knrz,  Kelche  0  —  7'"  lang.  Kronen  kirscbroth  oder  rosenroth  ,  Kapseln  länglich  mit  einem 
eben    so    langen    Frudilträger. 

4.    S.  iiiitans.    WicTeende  Klehnellee.    Blüten  in  einscit- 

vvendigen,  drüsig- kleberigen  Bispen,  geknickt- überhängend,  Kelche  röh- 
rig-keulenförmig mit  10  Streifen  und  spitzigen  Zähnen,  Kronblätter  ge- 
spalten;   untere  Blätter  lanzett- spatelförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  596.  Chi.  han.  194.  Koch  Syn.  I.  113.  Schk.  Handb. 
1.  T.  122.     Beicheab.  Ic.  f.5108.     Fl.  dan.  t.  242.     Engl.  bot.  t.  465. 

An  Hügeln,  Bergabhängen  und  Waldrändern,  auf  magerm  Boden, 
auch  auf  Steingeröllc  und  Mauern,    häufig.     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  weicbhaarig,  seltener  kahl  (S.  Infracta  WaiILENB.  Fl.  carp.  128.),  Blülcnstlcle 
gepaart- 3- gabclig.  mit  3  —  7  Bliiten  ,  zur  Zeit  der  Fruchtrclfe  sich  empor  richtend.  Kronen 
Hciss,  Staubbeutel  »iolet.  Kapselzähne  zurückgerollt,  Fruchtträger  kaum  ein  Diitlhcil  so 
lang   als    die    Kapsel. 


92  SII.EMEAE.  Viscaria. 

•J-J-     Ohne     Sclil..n.lsol.iij.i)Cn. 

A.  ^.  OtUem.  OhrlÖffei-  KiebnelJee.  Blüle»  in  verlän- 
gerten Ulspen  gedrängt- wirtelstünJig,  Kelche  rölirig- glockig  mit  stum- 
pfen Zähnen,  Hronblätter  ganz;  untere  Itlulter  umgekehrteiruud- spalel- 
Jormig. 

Sm.  Fl.  hrit.  II.  469.  Chi.  han.  195.  Kocu  Syn.  1.  111.  Keicueab. 
le.  f.  5094.  Cucubalus  Otites  Linn.  Sp.  pl.  594.  Fl.  dan.  t.  518.  Engl, 
bot.   t.  85. 

An  Hügeln,  IJergabhängcn  nnd  Feldrainen,  auf  sandigem  und  steini- 
gem Boden,  im  öslliehen  und  südlichen  Theile  des  Gebiets  bis  in's  Lüne- 
burgsche  und  zum  nord- östlichen  Harzrand  (Uegenstein) ,  stellenweise. 
Mai  bis  Juli.  —    August,  September. 

Stengel  und  Ulatler  l'einLaarig  -  scliarflioli.  Rispenäste  kurz,  Blüten  klein.  Kronlilättcr 
ivenig  aus  dein  Kelche  tottretend,  sehr  schmal,  grünlich. —  Bald  die  Slaukgefassc,  bald 
die    Stempel    veikümmeit. 

6.    S.  iiiüata.   P ausle elchig e  KlehnelJee,   Blüten  gabel- 

und  endständig,  ül>erhäng(>nd,  Kelche  lirugförmig,  aufgeblasen,  netzartig- 
aderig und  glatt,  Kronblätter  gespalten;  Blätter  elliptisch ,  lanzettförmig 
oder  lineal  -  lanzettförmig. 

Sm.  brit.  II.  476.  Koch  Syn.  1.  112.  Reichenb.  Ic.  f.  5120.  Schk. 
Ilandb.  I.  T.  121.  Engl,  bot.*  t.  164.  Silene  Cucubalus  Chi.  han.  194. 
Cucubalus  Beben  Lixn.  Sp.  pl.591.     Fl.  dan.  t.  914. 

Auf  grasigen  Anhöhen  untl  Uämmcn,  auf  Triften,  trockenen  ^Viesen 
und  Waldplätzen,  auf  kiesigem  Boden,  häufig.  Juni  bis  August.  — 
September. 

Stengel  und  die  in  Form  und  Grösse  sehr  TCränderliehen  Blätter  bläulich  -  duftig.  Blüten 
gross,  oft  durch  Verkümmerung  des  Stempels  nur  männlich,  Krouen  milch»  eiss ,  seltener 
Mass  fleischfarben,  Fruchtknoten  braun,  glänzend.  Kapsel  rundlich  -  eiförmig  mit  einem  fast 
halb    so    laugen    Fruchtlräger. 

S.  conoidea,  ehedem  in  Pr.  zwischen  Beuclditz  und  Schiettau  vorgekommen  (SPHENG. 
Fl.  hal.  ed.  II.  201.),  wenn  die  Bestimmung  nicht  irrig  war,  ist  in  neuerer  Zeit  rerloren 
gegangen.  S.  gallica,  bei  Driburg  angetroffen,  ist  als  verirrcte  rflauzc  dieser  Gattung 
zu    betrachten. 

OTCOnomiSChCS.  Die  Junfjc»  Itliittcr  von  ./.  6.  als  Gemüse  luid 
Salut  ijeniessbar.     ^irt.  1  bis  ■/.  als   Zierp/lanzen   zu  empfehlen. 

8.     VISCARIA.     IPJECUJVEIiKE. 

RÖHL.    Fl.    Jen.     126. 

Kelch  röhi'ig -glocliia;,  ö-z;ilinig,  ohne  Deck])läJter.  Kroii- 
hlätter  5,  in  Aägeln  zulaiilentl  uiuloiil  paarigen  Schhindschiij)peii 
versehen.  _  Slaul»gefasse  10.  Griffel  Ö.  Kapsel  an  der  Itasis  5- 
fäeherig,  5-zähnig  aufspringend.  Samen  nierenförmig.  Geschl. 
Syst.X.  5. 

Ein-  oder  mehrjährige  (A.  1.)  Kräuter,  mit  ungelheilten  Blättern  und 
in  Traubenrispen  <|uirlartig  geordneten  oder  in  kopfförinigc  Eiiddolden 
zusammengedrängten  Blüten. 

1.  V.  vulgaris).  Gemeine  PechnelTee.  Kronblätter  un- 
gespalten ;  Stengel  unter  den  obern  Gelenkknoten  peehartig- kleberig; 
Blätter  spatel -lanzettförmig,    obere    lineal- lanzettförmig. 

BöiiLiNG  Deutschi.  Fl.  I.  275.  Chi.  han.  193.  Lychnis  viscaria  Lian. 
Sp.  pl.  6-25.  Koch  Sjn.  I.  115.  Heichenb.  Ic.  f.  5131.  Fl.  dan.  t.  1032. 
Engl.  bot.  t.  788. 

Auf  grasigen  Hügeln  und  WahUviescn  des    südlichen   gebirgigen   und 


Lyclinis.  SILENEAE.  93 

des  norcl- östlichen  liügcligen  und  eheneu  (lehietstheils,   auf  niagerm  und 
steinigem  Boden,    ziemlich  häufig.     Mai  his  Juli.  —    August. 

Stengel  steif  aufrecht.  1  —  l'/j'  '■»'^l' '  'l'inkelgrün,  nebst  «Icii  au  der  Basis  lOn  spinne- 
« elligen  Haaren  wimperigen,  an  der  Spitze  meistens  braunen  Uliittern  iinbrbaart.  Kelelie 
rolh    angelaufen,     Kronen   hellpurpnrrotli,     sehr    seit 


veiss. 


GM  TVKRSX.ICHMS. 

ÖJCOnomiSCheSm  Zierpflanze  der  Gärten,  wo  sie  leicht  eine  ife- 
fiiUte   Varietät   bildet. 

tlNN.    Gen.     n.  584    zum    Tbeil. 

Kelch  5-zäliiiig,  ohne  Deckhlätter.  Kronhlätter  5,  mehr- 
spaltig, in  IVägel  zulanfend  und  mit  paarigen  Schlundschuppen 
versehen.  Stauhgefässc  10.  Griffel  5.  Kapsel  1 -fächerig,  mit 
5  Zähnen  aufspringend.     Samen  nierenförmig.    G.  Syst.  X.  5. 

Mehrjährige  Kräuter,  mit  ungetheilten  Blättern  und  gabel-  und  end- 
ständigen Blüten. 

1.    li.  Flos  CiicMli.    KuJcuJcS'IiichtnelJee.    Kronhlätter 

4-spaUig  mit  linealen  lingerig  ausgespreizten  Zipfeln;  untere  Blätter 
Spatel -lanzettförmig,    ohere  lineal -lanzettförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  625.  Chi.  hau.  193.  Koch  Sjn.  I.  116.  Beichenb.  Ic. 
f.  5129.     Fl.  dan.  t.  590.     Engl.  bot.  t.  573. 

Auf  Wiesen,  Triften  und  an  Waldrändern,  auf  feuchtem  humosem 
Boden,  häufig,  auf  Bruch-  und  Moorboden  oft  schaarenweise.  Mai  bis 
Juli.  —    August,   September. 

Stengel  1 — 'i'  borli ,  sclilank  ,  sebärnirli ,  an  den  Knoten  meist  rotlibrann  gefärbt.  Kelolie 
glockig,    10-nervig,    Kronen  rosa.     Kapsel  eiförmig- kugelig. —     Variirt  mit  weissen  Kronen. 

lO.     ITIEIiA^IlRUJI?!.     JSEA^nEKNnÖ^CtimN, 

RüHL.    Deulsclil.    Fl.    274. 

Kelch  5-zälinig,  ohne  Deckhlätter.  Kronhlätter  5,  gespal- 
Icn,  in  Nägel  zulanfend  und  mit  Schlundschuppen  versehen. 
Stauhgcfässe  10.  Griffel  5.  Kapsel _1 -fächerig,  mit  10  Zäh- 
nen aufspringend.      Geschl.  Syst.  X.  5. 

Zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  (A.  2.)  Kräuter,  mit  ungetheilten  Blät- 
tern und  gabel-  und  endständigen  Blüten. 

1.    ]?I.  pratense.     Weisses  IlKarienröschen,     Kapsel 

liegel- eiförmig  mit  auswärts  gerichteten  Zähnen ;  Stengel  unter-wärts  zot- 
tig, ober>yärts  drüsenhaarig,  Blätter  eirund-lanzettförmig,  drüsig-kurz- 
haarig. 

BöuLiAG  Deutschi.  Fl.  274.  Lychnis  Tcspertina  Sibtu.  Fl.  oxon.  146. 
Chi.  han.  192.  Koch  Syn.  I.  116.  I^ychnis  dioica  ß.  LI^N.  Sp.  pl.  626. 
ScHK.  Handb.  T.  T.  124.  Reichenb.  Ic.  f.  5124.  Uavne  Arzneigew.  Tl. 
T.3.     Fl.  dan.  t.  792.     Engl.  bot.  t.  1580. 

An  Weg-  und  Ackerrändern,  auf  trockenen  Wiesen  und  an  unbe- 
bayeteu  Hügeln,  auf  magerm  steinigem  Boden,  häufig.  Juni  bis  August. — 
September. 

•Stengel  1  —  3'  bocb,  aufrecht,  gabelspaltig- ästig.  Blüten  2-häusig,  gegen  Abend  sich 
öffnend  und  wohlriechend;  Kelche  der  männlichen  Blüte  walzig-keölenförmig,  der  weiblichen 
ei -kegelförmig,  Kronhlätter  weiss,  mit  breiten  einander  genäherten  La])pen.  —  Variirt  mit 
fleischfarbenen,     sehr    selten    mit  viclschlilzigen    Kronen. 

Ä.     ]?I.  sylvestre.     JRothes  Marienröschen.     Kapsel 

rundlich -eiförmig  mit  zurückgerollten  Zähnen;  Blätter  elliptisch  mit  kurz 
vortretender  scharfer  Spitze,    nebst  dem  Stengel  zottig. 

Rohling  Deutschi.  Fl.  274.     Lychnis  diurna  Sibtu.  Fl.  oxon.  145.    Koch 


94  SIIiENEAE.  eithago. 

Svn.  T.  IH).      Reicuenb.   It-.    1".  5126.      Lychnis    «lioica    Linn.   Sp.    pl.  626. 
ScHK.  Iliiiull..  I.  T.  124.     Stlrm  Dcutselil.  Fl.  11.23.     Engl.  Lot.  t.  1579. 
In   Hainen,    Wal«lgel)iiscli<"ii ,    an  WahlrJiudfin    und  llcokcn,    auf  fri- 
sthi-ni  Inimoscm  Roden,  allgenicui  voiln-eitet.     Mai  his  Juli.  —    August. 

Sloiigpl  l'/j  — VJ'  Iiocil,  Geslaltiiiig  >ou  A.  1.  Blüten  2-liHiisig,  selten  zwitteiig,  l.ci 
T.ige  gcüllnet,  geniclilos ;  Kolclic  wal/.ig,  Kronlilalter  rosa  -  iinrimifarbcn ,  kleiner,  niil 
s<lnu.ilern,     »oiioiiKiiiilerslilicmlen    I.^ipprn.       >  ariirt    sollen    mit    weissen    Kronen. 

II.     UlTUAtiO.     nAJDX!. 

I>j;sF.   rl.   .ill.    I.  ;i()-i. 

Kelch  liall)-5-s]jallig  mit  vorliingcflon  Zipfeln,  ohne  Deck- 
lilätler.  Kronhlätler  ö,  xmgeMieilt,  ohne  SehUuulsehuppen. 
Slanhgefässe  10.  tiiiücl  5.  Kapsel  1-faeherig,  ö^zähnig  auf- 
springend.    Samen  letraedrisch.     Geschl.  Syst.  X.  -5. 

Ein-  auch  2-jährig;e  Kräuter,  mit  ungptheilten  ßlättcrn  und  einzel- 
nen  langgestielten  Blüten. 

1.    €i.  segetum.    Gemeine  Made.    Kronblätter  seicht  aus- 

geiandet,    Kelelizii>lVl  noch  mal  so  lang  als  die  Krone. 

Desf.  Fl.  atl.  I.  362.  Reicheab.  Ic.  f.  5132.  Lychnis  Githago  Chi. 
han.  lyi.  Agrostemma  Githago  Linn.  Sp.  pl.  624. '  Koch  Svn.  I.  117. 
ScHK.  Ilandh.  I.  T.  124.  Sturm  Deutschi.  Fl.  IL  5.  Fl.  dan.  t.  576.  Engl. 
Lot.  t.  741.  . 

Auf  Ächern  unter  der  Saat,  als  Lodenvage  Pflanze,  fast  üLerall  einge- 
Liirgert.     Juni,  Juli.  —    August,    SeptemLer. 

Stengel  2  —  3'  Loci.,  «eissfihig.  Bliitlcr  llneal,  lang  isnges,.il/.t ,  angedrückt  -  haarig. 
Kelcli  leJerartig,  10 -rippig.  Kronblatter  in  der  Knospe  «cclisel»  endig  gedrehct,  purpnr- 
roHi,  »on  der  Basis  lier  .'{-streifig,  unterseits  mileliig  iiberlaul'en  und  gliinzend.  Variirt  seilen 
mit    l,eIlrotlien    nnd    mit   l.lassstroligell.en    Blüten. 

ÖTCOnontisCheS*  tun  lUstifjcs  Cuhraut  der  fJ'iutersnaten.  Die 
bitter  schmeckenden  Samen  sollen,  einitfen  I{eol>ne/iftin(/en  nach,  schäd- 
liche  ff^irkunijen   thissern,    namentlich  an/'  Schweine  and  Federvieh. 

XIII.     AI.SIIVEAE. 

De    Cand.    Fl.    fVanc;.    IV.    70Ü. 

Kelch  4— 5-hläürig.  Kronhlädcr  4— ö  uiit  den  Kelehhläl- 
fern  abwechselnd.  Stauhgefässe  doppelt  so  viele  als  Kronhlal- 
ter,  seltener  eben  so  viele  oder  weniger,  frei,  nebst  den  Kron- 
blättern einem  umständigen  oder  fast  unterständigen  drüsigen 
Ringe  eingesetzt.  Fruehtknotc  frei,  l-fäeherig,  mehr-  oller 
vieleiig,  mit  miltelständigem,  freiem  Samenpolster.  Gritiel 
2— 5,  getrennt.  Samen  der  vorigen  Familie.  —  Blatter  ge- 
genständig,   nebenblaltlos,    selten  mit   trockenhäuligen  J>eben- 

Turkoiiiilieii.  Aide  sandhold,  von  denen  die  mehrsten  feuchten  Sand 
liehen,  einige  an  Salzgehalt  geLunden  sind;  manche  Lodenvag,  doch  rfen 
LehmLoden  andcrm  vorziehend. 

Gehalt.  Ohne  eif/enthümliche  Stoffe  und  ohne  fJ'erth  für  die  Arz- 
ncibereituntj. 

1.     iüAGIIiA.     VIMMIjING. 

LllVTV.    Gen.    n.  17Ö.    nnd    n.  580.    (Spergula)    znm    TLe.l. 

Kelch  4  — 5 -blättrig.     Kronblätter  4  — -5   ganz.     Stauhgefässe 


Sagina.  AliSINEAE.  95 

4  —  5,  otlev  10.  Grlfifel  4  —  5.  Kapsel  4  — 5-lilappig.  Samen 
unregelmässig-telraetlrisch.      Geselil.   Syst.  IV.  3.  und  X.  4. 

Ein-  (Art.  1 — 4)  oder  inehi-jälirige  (Art.  5.  6.) ,  lilcine,  ft-instcngeligp, 
uiilieliaarte  oder  zartlia.irige  Kräuter,  mit  faden-  oder  pfrleiucnl'örmigcn, 
an  der  Itasis  selieidcnartig  vcrhuiidencn  Rlättern.  lilüten  klein,  meistens 
lang  gestielt,    blattwinliel  -  nnd  endstäiidig;    Kronen  weiss. 

f    Blüten     4-zäl.lig. 

1.     S.  pro«iHul»eiis.     Xiiegender   Vierling,     Stengel 

niederliegend,  wurzelnd;  Blätter  in  eine  kurze  Staclielspitze  endigend, 
kalil ;  Blütensticle  nach  dem  Blühen  an  der  Spitze  hahentormig  gekriimint, 
späterhin  gerade,  Kelchblätter  stumpf,  nach  der  Kapselreife  sperrig- ab- 
stehend. 

LiNN.  Sp.  pl.  18."j.  Koch  Syn.  T.  118.  ScHK.'Handb.  T.  T.  27.  Sturm 
Deutschi.  n.  11.80.  Rkichenb.  Ic.  f.  4959.  Engl.  bot.  t.  180.  Alsine 
procumbens  CIil.  hau.  206. 

Auf  Ackern,  Triften,  Rodestellen,  an  Gräben,  Ilainen  und  "Wegrän- 
dern, auf  nasssandigem  magerm  Boden,  sehr  häufig.  Mai  bis  Septem- 
ber. —    Juni  bis  October. 

Stengel  4  —  6"  lang,  kiiiokig  nicderliegend ,  in  Act  Mitte  Blätterbüscliel  treibend,  im 
Umfange  AVurzeln  sclilageud.  Blütensticle  in  den  olirrn  Blalfacliseln ,  anfreclit.  Kronblalter 
doppelt   kleiner    als    der    Kclrb,    o>a]. 

9.  S*  ciliata.  Getvintperter  Vierling,  Stengel  aus  lie- 
gender Basis  ansteigend,  drüsig- zarthaarig;  Blätter  begrannet,  an  der 
Basis  gewimpert;  Blütenstiele  nach  dem  Blühen  a,n  der  Spitze  haken- 
förmig gekrümmt,  späterhin  gerade,  äussere  2  Kelchblätter  zugespitzt- 
stachelspitzig. 

Fries  Nov.  ed.  2.  59.  Koch  Syn.  I.  117.  Reiche\b.  Ic.  f.  4957  (S. 
depressa);  f.  49.36  (S.  ciliata)  weicht  von  unserer  Pflanze  durch  zu  kleine 
Blüten  und  Kapseln,  welche  sie  der  S.  apetala  nähern,  ab).  A.  pro- 
cumbens v.  ciliata  Chi.  hau.  207. 

Auf  Ackern,  auf  lehmigem  und  sandig- lehmigem  Boden,  hier  und  da 
(Pr.  Merseburg  — ;  Schiv.  Frankenhausen,  Sondershausen  — ;  Pr.  fV. 
Bünde,  Brakel,  Münster  — ;  Hn.  Hannover  — ;  Mk.  Neubrandenburg  bei 
Breda).     Juni  bis  August.  — ■    August,   September. 

Stengel  l'/j— 2"  lang,  «eitäsfig.  Blätter  kurz,,  an  der  Basis  bald  mebr  bald  weniger 
(S.  depressa  SCHULTZ  Fl.  starg.  suppl  10.)  gewinipert.  Bluten  und  Kapseln  so  gross  als 
an    A.  1.       Variirt    mit    ganz    kablen    Stengeln    und   Bl.itenstielen. 

3.  S.  maritima.  Seextrands -Vierling.  Stengel  auf- 
recht, wenigästig;  Blätter  dicklich,  grannenlos  und  kahl;  Blütensticle 
stets  gerade,   Kelchblätter  rundlich -stumpf. 

Don  Herb.  brit.  Fase.  YTI.  n.  155.  Hook.  Fl.  lond.  t.  115.  Engl.  l)ot. 
t.2195.  Reichenb.  Ic.  f.  4960.  S.  stricta  Fr.  Not.  ed.  2.  58.  Kocu  Syn. 
I.   118.     Alsine  Donii  Chi.  hau.  207. 

An  den  Küsten  der  J\ord-  und  Ostsee  und  des  Unterlaufs  der  Flüsse, 
so  weit  die  Fluth  eindringt,  ziemlich  häufig  {Mk.  Warnemündc  — ;  Hn. 
Altenbruch,  Nordernei,  Langeroge,  Baltruni  — ;  Ol.  A'arel — ).  Mal  liis 
August.  —    August,  September. 

Stengel  1 — ,'J"  bocb,  steif,  ivenigästig,  meist  rulbbraun  angelanfen.  Blatter  etwas  llcisebig, 
kurz,   stumpf,   obere  mit  kurz  vortretendem  Spilzcben.       Kronblätter  kaum  sirbflicli  ausgebildet. 

4.  S.  apetala.    Kronloser  Vierling*    Stengel  aufrecht, 

drüsig- zarthaarig;  Blätter  begrannet,  an  der  Basis  gewimpert;  Blüten- 
stiele stets  gerade,  Kelchblätter  stumpflich,  äussere  2  mit  einwärts  ge- 
krümmten Spitzchen. 

LiMv.  Sp.  pl.  559.  Koch  Syn.  I.  118.  Reicuenb.  Ic.  f.  4958.  Engl, 
bot.  t.  881.     Alsine  apetala  Chi.  hau.  207. 


96  AliSIKEAE.  Sperguln. 

Auf  Äckern,  Brachen  inul  Triften,  auf  Iclimigcm  und  lelimig- sandi- 
gem Hoden,  liiiufig.     Juni  I»is  August.  —    August,  September. 

Zarlir,  srlilai.kor,  liölicr ,  klciiiLlüligci  iin.l  Moiiikaiiseliger  als  die  »orlicrgclicndcn  Arten. 
Stengel    in    Vielwlil    zn   Biiseliel.i   vereinigt.       Kroulilälter   selir    klein,     laiizcttlicli ,     oder    niel.t 

f    Blüten    .5 -zähl  ig. 

5.     S.  swfmiata.     JPfrietnenblätterigei'    Vierling. 

Stengel  aus  liegender  Itasis  ansteigend,  drüsig- zarlliaarig  oder  lialil; 
Illätter  zugespitzt  und  liegraniiet ;  JMiitenstiele  verlängert,  nach  dem 
liliihen  au  der  Spitze  hakig  gekrümmt,  späterhin  gerade,  Kronhlättcr  so 
laug  als  der  Kelch. 

WiMMKR  Fl.  V.  Schles.  76.  Rocii  Syn.  I.  119.  Spergula  suhulata  Sw. 
Act.  holm.  1789.  39.  l.  J.  f.  3.  Spergella  suhulata  Reichenb.  Ic.  f.  4963. 
Spergula  larieina  Fl.  dan.  t.  858.  Alsine  saginoides  v.  mucronata  Chi. 
hau.  20(5. 

Auf  Äckern,  Triften  und  an  Grähen,  auf  nasssaudigem  Boden,  im 
nord-A\estliehen  Theile  des  Gebiets,  ziemlich  häufig  (O/.  Dötlingen,  z^vi- 
seheu  Ganderkesee  und  Immer,  Sandersfelde,  Delmenhorst,  Cloppenburg, 
Lüsehe — ;    /fu.  Iloya,  Lingen,  Lornp,  Wreest — ). 

Stengel  1 '/.,  —  "2"  lioeli ,  «oion  die  Blütenstiele  die  Hälfte  aiismaeheii.  Blätter  schinal- 
lincal,  drüsig- ge«inil>ert.  Keleli  der  Kapsel  loekcr  anliegend,  Kelchblätter  und  Kapsel- 
klanpen    gegen    die    Spitze   verschmälert. 

<;.    S.  nodosa.   Knotenhliitteriger  Vierling,   Stengel 

niederlicgend  oder  ansteigend,  kahl;  Blätter  stumpflich  mit  kurz  vortre- 
tender Spitze;  Blütensticle  stets  gerade,  Rronblätter  länger  als  der  Kelch. 

E  Meyer  Elench.  pl.  boruss.  29.  Koch  Syn.  T.  119.  Spergula  nodosa 
LiNN.  Sp.  pl.  630.  ScHK.  Haudb.  I.  T.  125.  Fl.  dan.  t.  96.  Engl.  bot. 
t.  694.  Spergella  nodosa  Ueichenb.  Ic.  f.  4965.  Alsine  nodosa  Chi. 
hau.  206. 

Aufwiesen,  Weiden  und  Triften,  auf  nasssaudigem  sumpfigem  oder 
torfigem  Boden,  häufig.     Juni  bis  August.  —    August,   SeptemJier. 

Stengel  meistens  in  ansgehreiteten  Büscheln,  4  —  Ü  —  9"  lang,  nnterste  Blätter  lang, 
obere  sehr  knrz  ,  anfänglich  genähert  stehend  und  mit  den  eingeschlossenen  Achselblattkuospcn 
knolenähnliche    Büschel    bildend.       Blüten    gross. 

GEn^JERBLilCHlES. 

ÖTCOnoniiSCheS»  SämmtUche  Arten  ijute,  aber  freilich  weniij 
stoft'ycbende,  Ackerweidekräuter  für  Schafe. 

«.     ISPERGUIiA.     SPA-UK, 

LiNN.    Gen.    n.   .SSÖ. 

Kelch  5-hlättilff.  Kronblätter  5,  ganz.  Staiihgefässe  10 
oder  5.  Griffel  5?  Kapsel  5 -klappig.  bameii  kreisrund  mit 
Flüeelrand.     Geschl.  Syst.  X.  4. 

Einjährige  Kräuter  mit  fadenförmigen,  in  2  gegenständige  Büschel 
geordneten  und  daher  scheinbar  wirtelstäudigen,  an  der  Basis  freien 
Blättern,  mit  ZAvischenständigen,  troekenhäutigen  Nebenblättern.  Blüten 
in  sperrigen,  rispeuartigen  Trugdoldcn  end-  und  gabelständig. 

1.  S.  arveilSiSI.  Veld.^parTe.  Blätter  unterseits  rlunig; 
Samen  kuffelie- linsenförmig,  feinwarzig,  mit  sehr  schmalem  Flugelraude. 

LiNN    Sp.  pl.  630.     WAtfLENB.  Fl.  suec.  1.  291.     Schk.  Ilandb.  I.  T.  12-5. 

Fl.  dan.    t.  1033.     Engl.  bot.    t.  1535.     S.  arvensis  ß.  vulgaris  Koch  Syn. 

I.   120.     S.  vulgaris  De  Bönmngh.  Prodr.  11.  inonast.  135.     Reichexb.  PI. 

crit    A'I.   f.  705.     Alsine  arvensis  Chi.  hau.  208. 

b.  major,     ner  hohe.     Höher  und  stärker.     Samen  doppelt  grösser. 


Lepigoniini.  AIiSINE4E.  97 

S.  inaxiina   Weihe,    De   Hönmngh.  das.  136.      Reichenb.    das.    f.  706. 

S.  arvensis  }'.  inaxiina  Kocii  das.     A.  arvensis  v.  maxiina  Chi.  lian.  das. 

Auf  Äcliern,    Bsachcn   und   Wt-idcn ,     auf  Iiiimos -sandigem,    leliinig- 

sandigem  und  sandigem  Boden,  liäufig;  b.  verwildert  auf  Leinäckern  und 

in  deren  Nähe.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Slcngcl  74  —  l'/o'  liocli,  von  li.  2 '/^  —  3'  iiocli,  vollMütig,  Bliitcnstiele  und  Rclclie 
iiiclir    otlcr    weniger   klelierig  -  z.irtlia.irig. 

9»    S.  iieiitandra.     Fünfntänniger  ^parle.     Blätter 

unterseits  flach;    Samen  zusammengedriieht,    glatt,    mit  breitem    strahlig- 
gestreiftem  Hautrande. 

LiNN.   Sp.  pl.  630.      Koch   Syn.    l.  120.      Sturm   Deutschi.    Fl.   H.  12. 

Engl.    bot.    t.  1536   (schleclit;    <lie  Beschreibung  znlreffend).      Alsine    pcntandra    Chi. 

hau.  208. 

Auf  ofl'enen  Feldern,  Triften  und  Heiden,  auf  dürrem  sandigem  Bo- 
den, im  südlichen  Gebietstheile  selten,  im  mittlem  und  nördlichen  hänfig. 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel  4  —  6"  locli,  annblütig.  Bliitlcr  Inst  stlelr.in.l ,  kiirzer  und  «liekliclier  als  an 
A.  1.      Blütensf.elc  und    Kelelie   unbehaart. 

ökonomisches,  A.  1.  fVcideuijewnchs  eistet-  Güte.  Die  Spiel- 
art b.  dem  Futterunbinier ,  als  Brach-  oder  Stoppclf'rttcht ,  in  Sandffe- 
f/endeu ,  wo  Jilee  and  Gras  nicht  mehr  f/edeihen  wollen,  zu  empfehlen, 
wenn  sie  auch  an f  Lehm- Sandboden  am  reichlichsten  lohnt.  Der  nur 
S -wöcheniliche  f'e(/etationscyf;liis  erlaubt  eine  mehrmalifje  tfahresernte. 
Der  Same  beider  Art.  liefert  fettes  Öl. 

3.     liEPICSO^lJIfl.     SCBUJPlPmNMimnJE. 

Wahlb.   n.   gothob.   4i. 

Kelch  5-hlätlrig.^  Kronblätler  5,  ganz.  Staiibgefasse  10  oder 
5  (3)5  äussere  5  mit  2  Drüsen  an  der  Basis  der  Träger.  Grif- 
fel 3.  Kapsel  3 -klappig.  Samen  flach -nmgekehrtei-  oder  keil- 
förmig, mit  oder  ohne    Flügelrand.     G.  Syst.  V.  3.  und  X.  3 

Ein-  (Art.  1.4.)  oder  zweijährige  (Art.  2.  3.),  niedrige,  gabeltheilig- 
ästige  Kräuter  mit  fadenl'örmigen,  meistens  etwas  fleischigen  Blättern 
und  mit  diesen  wechselständigen,  Stengelknoten  und  Blätterbasis  scheidig 
umfassenden,  durchscheinend -häutigen  Nebenblättern.  Blüten  in  traubi- 
gen Trugdolden  auf  nach  dem  Blühen  abwärts  gerichteten  Stielen  gabel-, 
Seiten-  und  endständig. 

f    Blüten     10-inännig. 

1.  li.  riibruin.  Itothe  iSchuppenmiere»  Stengel  He- 
gend; Blätter  beiderseits  flach,  stachelspitzig;  Kapseln  kaum  länger  als 
der  Kelch.  Samen  flach -umgekehrteiförmig,  scharf  gekörnclt,  ohne  Flü- 
gelrand. 

Wahlb.  Fl.  gothob.  45.  Koch  Syn.  T.  121.  Arenaria  rtibra  «.  cam- 
pestris  LiNN.  Sp.  pl.  606.  Schk.  Handb.  I.  T.  122.  Engl.  bot.  t.  852. 
Alsine  rubra  Chi.  hau.  210. 

Auf  Äckern  und  Brachen,  auf  trocken-  und  nass- sandigem  Boden, 
auch  in  Heiden,  häufig.     Mai  bis  September.  —    Juli  bis  October. 

Stengel  4  —  6"  Loch,  von  der  Basis  an  ästig,  vollblütig.  Blätter  schmal  lineal  in  die 
Stachelsjiitze  zulaufend,  etwas  fleischig,  Nebenblätter  bis  2'"  lang,  lang  zugespitzt,  später 
spaltig  geschlitzt,  silberweiss.  Blütenstielc  und  Kelche  zarlhaarig  oder  kahl.  Kronen  ge- 
sättigt rosa.  Samen  schwarz- braun  mit  angeschwollenem  (durch  das  unterliegende  Würzcichen 
gebildetem)    Rüchenrand. 

Ä.  li.  niariiiuiii.  Salz  •Schuppenmiere»  Stengel  lie- 
gend;   Blätter   beiderseits   conyex,    stumpflich;    Kapsel    etwas  länger   als 


98  AI.SINEAE.  Lepigoiiuni. 

der  Kelcli,  Siinieu  flach  -  iinigehrlirlt'iförniig,  scinvach  gekürnclt,  $;iiniiit- 
licli  ohne  oder  einige    inif   Flügelrand. 

L.  medium  Wahlb.  Fl.  gothoh.  46.  Koch  Syn.  1.  121.  Arenaria  ru- 
bra ß.  marina  Link.  Sp.  pl.  R(X5.  Fl.  dan.  t.  740.  A.  marina  Roth  Fl. 
germ.  I.   189.    II.   1.  482.     Chi.  han.  200. 

An  Salzquellen  und  Salinen  im  Binnenlande,  am  Scestrande  des  Rü- 
stenlandes und  der  Inseln,  auf  feuchtem  thon-  oder  huniiishaltigcm  Saud 
boden,  häufig.     Juni  bis  August.  —    August,   September. 

Stengel  4  —  6"  hoch,  aiclilioh,  saftig,  rielästig  und  volli.liillg,  Blätter  fleischig  ohne 
Stachclspitze,  >ehcnhlSller  his  l'/^'"  '^ng.  •>"rz  gespitzt.  Bliitensticlc  nn.l  Kelche  clriisig- 
kleherig,  Kronen  fleischfarben.  Samen  hellhraim  mit  angeschwollenem  Küchenraml,  '2  —  •'$ 
unterste  in  der  Kapsel  mit  breitem  Fliigelrand  ,  übrige  ohne  Spur  eines  Randes,  und  manche 
K.ipseln    sowohl    als    Individuen    ohne    flugelrandige    Samen. 

3.      li.    iiiargiiiatnni.       Flügelsamige    Schuppen- 

tniere»  Stengel  liegend;  Blatter  halbrund,  fleischig,  stumpf;  Kapsel 
doppelt  so  lang  als  der  Kelch,  Samen  zusammengedrückt -umgekehrt- 
eirund,    ungekornelt,   mit  breitem  Flügelrand. 

Roch  Syn.  I.  121.  L.  marinum  Wahlb.  Fl.  gothob.  47.  Arenaria 
marginata  De  Caind.  Fl.  frani;.  Y.  793.     Ic.  pl.  rar.  Gall.  t.  48.     A.  marina 

Fngl.  bot.  t.  958  ("ie  die  den  Kelch  an  Lange  doppelt  iibcrtreffenden  Kapseln  der  Ab- 
bildung   und    Im    Charahter    die    AVorte     «' Seeds    compressed ,    bordercd  ,    smooth"    beweisen). 

Alsine  marina  Y^^AHLENB.  Fl.  suec.  1.281.     Alsine  marginata  Chi.  han.  209. 
Am  Nord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  nahebelegenen  Inseln,    auf 
salzig -humosem  Boden,  ziemlich  häufig,  nicht  im  Biunenlandc.     Juni  bis 
August.  —    August,  September. 

Stengel  3  —  ^>"  hoch,  dicls ,  saftig,  wenigästig  und  armblütig,  nebst  den  Terdiekten 
Blütenstielcn  und  Kelchen  klebrig  -  drüsig,  seltener  kahl.  Blüten,  Kapsel  und  Samen  dop- 
pelt so  gross  als  an  den  .4rt.  1.2.  Kronen  blass  fleisclifarben ,  vom  Schlünde  her  in  weiss 
verbleichend.       Samen   platt,    dünn,    glatt   uud    der   Rückenrand   nicht   angeschwollen. 

ff    Blüten    .5-  (3-)  mann  lg. 

A»  li.  siegetale.  JLcTeerSchuppenntiere,  Stengel  auf- 
recht; Blätter  fädlich,  zugespitzt- stachelspitzig;  Reiche  durchscheinend- 
hautig  mit  schmalem  Mittelncrv,  länger  als  die  Kronblätter,  Samen  drei- 
eckig-keilförmig ohne  Flügelrand. 

Roch  Syn.  I.  120.  Alsine  segetalis  Linn.  Sp.  pl.  390.  Chi.  han.  210. 
Vaill.  Bot.  par.  T.3.  f.  3. 

Auf  Äckern  und  Feldrainen,  auf  feuchtsandigem  Boden,  stellenweise 
im  südlichen  Theilc  des  Gebiets,  die  INordgrenzc  der  Gesammtverbrei- 
tung  in  der  Mitte  des  Gebiets  erreichend  {lis.  Steinbrüche  bei  Wolfs- 
anger unweit  Cassel  — ;  Patzen  im  Schaumburgschen ;  Hn.  am  kleinen 
Leinebusch  bei  Settmarshauscn,  Bremke,  Dransfeld,  ZAvischcn  Lühdingsen 
und  Hettensen,  Lauenstein,  Drosselkrug  am  Deisler — ;  Pr.  Herford — ). 
Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 

Zierliches,  '2  —  3"  hohes,  mit  haarfeinen  Blütenstielcn  im  Luftzuge  zitterndes,  glanz- 
blütiges  Pflänzchen.  Stengel  zu  mehrern  auf  einer  Wurzel ,  fein,  gabellhcilig- vielaslig ,  nebst 
den  Blättern  unbehaart,  hell  -  aplelgrün,  violct  angelaufen.  Blätterpaarc  cinscitwendig.  solang 
als  die  Knotenstücke.  IVcbenblättchen  zerschlitzt,  Blütcnstiele  lang,  sjierrig- abstehend  ,  nach 
dem  Blühen  einseitig  abwärts  gerichtet.  Bliifcn  klein,  glockenförmig  -  kugelig,  Kelchblätter 
elliptisch,  eoncav ,  häutig- silberweiss  mit  vortretender  grüner  Rückenschärfc,  die  an  2  brei- 
tern innern  Blättern  vor  der  Sjiitze  endigt.  Kronblätter  kaum  halb  so  lang  als  der  Kelch, 
länglich,  weiss.  Kapsel  rundlich  -  eiförmig,  etwas  kürzer  als  der  Kelch.  Samen  kaum 
sichtbar    dornig  -  gekürnclt ,    roth- braun. 

Vechnisches»     ^rt.  2  und  3.  :nr  Soilngewinminfi  anwendbar. 


Honkenya.  ALSINEAE.  99 

4.     HO:WKE^YA.     BOJVKMNm. 

EllRH.    Bcilr.    II.    181. 

Kelch  5- blättrig, _ fleischig.  Kronhlättcr  5,  ganz.  Staiihge- 
fässe  10,  äussere  5  mit  2  Drüsen  an  der  Basis  der  Träger. 
Griffel  3.  Kapsel  halb  3-hlappig,  Avenigsaniig.  Samen  halb 
birneaförmig,   convex-concav.     (ieschl.  Syst.  X.  3. 

Mehrjahiigc  Kräuter  mit  kriechendem  Wurzelstoefc,  kantigem,  gabel- 
ästigem Stengel,  fleischigen  Blättern  und  in  den  Gabeln  und  Blattwin- 
lieln   einzeln  stehenden,    liurzstieligen  lilüten. 

1  H.  peploifles.  JDicTeblättrige  MonTeenye,  Sten- 
gel aus  niedergestreckter  JJasis  ansteigend;  Blätter  länglich- eirund,  spitz; 
Kelchblätter  stumpf,    einnervig,    Rronhlätter  länger  als  der  Kelch. 

Ehrh.  Beitr.  II.  181.  Beichenb.  Ic.  f.  3670.  Arenaria  peploides  Link. 
Sp.  pl.  ea'i.  Fl.  dan.  t.  624.  Engl.  bot.  t.  189.  Alsine  peploides  Chi. 
han.  204.     Ilalianthus  peploides  Koch  Sjn.  I.  121. 

Am  Nord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  nahe  belegenen  Inseln,  im 
fast  reinen  Sande,    häufig. 

Sicngel  bis  1'  lang,  vii-le  ansteigcnile  kurze  Asle  cniportreibcnd.  Blätterjiaaro  gcnnheit 
stehend,  oliere  fast  «lacLziegelig  sicli  ilecUeud  und  mit  den  Spitzen  abwärts  gekrümmt,  gelb- 
griin.  Blütenstiele  nicbt  länger  als  die  Blüten.  KelcLdrüsen  stark.  Kronhlättcr  iimgckehrt- 
rirund,  weiss.  Kapsel  gross,  lederartig,  4  bis  .S-sauiig.  Samen  stark,  an  der  innern 
.Seife   eingedrückt,   stumpf« arzig ,    orangerotli,    später   dimkelhraiui   und   glänzend. 

VecHniScHeSt     Zur  Sodafjewinnung  anwendbar. 

5.    AiiSi:^E.    mMEMx:. 

AVahlenb.  Fl.   läpp.    rJ9. 

Kelch  5-blättrig.  Kronblätter  5,  ganz.  Staubgefässe  10  oder 
weniger :  äussere  5  mit  2  Drüsen  an  der  Basis  der  Träger. 
Griffel  3.  Kapsel  halb  3 -klappig,  vielsamig.  Samen  nieren- 
förmig.     Geschl.  Syst.  X.  3. 

Ein-  (Art.  2.  3.)  oder  mehrjährige  (A.  1.),  niederige,  feinstengelige 
Kräuter,  meist  mit  schmal  linealen,  faden-  oder  borstenförmigen  Blät- 
tern. Blüten  in  traubigen  Trugdolden  auf  stets  aufrechten  Stielen  gabel-, 
Seiten-  und  endständig.     Kronen  -weiss  (selten  röthlich). 

1.    A.  verna.    Frühlings- Miere,    Stengel  zwischen  rasen- 

l»jldenden  jungen  Trieben  aufrecht- ansteigend;  Blätter  lineal- pfriemen- 
förmig,  straft"  aufrecht;  Kronblätter  herzförmig- eirund,  länger  als  die 
eirund -lanzettförmigen  Kelchblätter. 

Bartl.  Beitr.  II.  63.  Chi.  han.  202.  Kocu  Syn.  I.  124.  Arenaria 
verna  Linn.  Maut.  72.  Stirm  Deutschi.  Fl.  II.  26.*^  Jaco.  Fl.  austr.  V. 
t.  404.  Engl.  bot.  t.  512.  A.  caespitosa  Ehrh.  Herb.  exs.  n.  55.  Try- 
phanc  caespitosa  Beichenb.  Ic.    f.  4927. 

b.   alpestris.     jDie  gebirgsständige.     Niedriger  und  vrenigblütig, 

Blüten  etwas  grösser. 

Chi.  han.  203.     Koch  Syn.  das.     Arenaria  Gerardi  Willd.  Sp.  pl.  II. 

729.      Tryphane  Gerardi  Reicuenb.  Ic.  f.  4928.      A.  liniflora  Jaco.  das. 

t.  445. 
Im  Gebirge  des  südlichen  Gcbietstheils,  besonders  des  Harzes,  auf 
feuchtem  steinigem  oder  kiesigem  Boden,  an  Felsabhängen  ,  Schlackenhal- 
den  und  Flussufern,  häufig,  auch  durch  die  Gebirgsströme  in  das  angren- 
zende Flachland  bis  nach  Hildesheim,  Braunschweig,  Hannover  fort- 
geführt.    Juni  bis  August.  —    September,  October. 

Stengel    '2  —  4."   hohe,    durch    \iele    zwischengcwengte    dichtbeblätterte    junge    Triebe    oft 


100  AI.SINEAE.  inneliriiigiH. 

goarmigciie  Rasen  blLU-iid.  BliiHcr  aufrecht .  «lie  «ler  l.liihcndin  Stengel  grstreekt,  eliraa 
steif,  lior  jungen  Triebe  meistens  leicht  einseifig  gckrUiiiint.  Uliiten  meistens  zu  3  bis  5, 
an  b.  meistens  einzeln  bis  zu  3  stehend .  und  etwas  grosser,  Kelcbblaller  breit  weisshänlig 
gerandet. 

Ä.  A.  temiifolia.  Feinblüttrige  Miere.  Stengel  auf- 
recht, gabeliistig,  unhehaarl;  IJIälter  stiiinal  lineal,  zugespitzt,  aufrccht- 
abstelicnd;  Rronblättcr  oval,  liiirzer  als  »ler  Kelch,  Kapsel  länger  als  die 
lanzettl'örniigen   zugespitzten  Kelchhlättcr. 

Waulenb.  de  clim.  et  veg.  Uelv.  86.  Chi.  lian.  20,5.  Koch  Syn.  I. 
125.  Arenaria  tenuifolia  Linn.  Sp.  pl.  007.  Fl.  daii.  t.  389.  Engl.  bot. 
t.  219.     Sabulina  tenuifolia  Reichenb.  Ic.  f.  4916. 

AufÄchcrn,  VSeiden,  an  Wegrändern  und  Mauern,  auf  magerni  trocl;e- 
nem  und  steinigen»  lioden ,  ziemlich  häufig.  Juni  bis  August.  —  Sep- 
tember. 

Wurzel  schwach.  Stengel  bis  6"  hoch,  vom  Grunde  auf  .nslig  oder  einfach,  vollblütig. 
Blatter  oberseits  flach,  unterseits  leicht  convex ,  an  der  Basis  zusammengewachsen  und  wie 
die    der    A.  1.    3-neriig.       Kelchblätter   schmal    weissliäutig    gesäumt. 

3.  A.  Tiji^COSa.  Klebrige  Miere»  Stengel  aufrecht,  ga- 
belig-vielästig, nach  oben  zu  drüsig- zarthaarig;  Blätter  lineal -pfrie- 
menförmig;  Kronblätter  lanzettförmig,  nebst  der  Kapsel  kürzer  als  die 
lineal -lanzettförmigen  lang  zugespitzten  Kelchblätter. 

ScHREB.  Spicil.  lips.  30.  Alsine  tenuifolia  v.  viscosa  Chi.  han.  205. 
Koch  Sjn.  T.  125.     sabulina  viscosa  Reichenb.  Ic.  f.  4917. 

Auf  Äckern,  Feldrainen  und  Triften,  auf  magerm  sandigem  Boden, 
im  östlichen  Thcilc  des  Gebiets,  hier  und  da  (Pr.  Quedlinburg:  am  Stein- 
holze, Hoppelberge,  der  Klus  — ;  3Ik.  IVeubrandenburg  vor  dem  Nemer- 
holze,  bei  Rostock  — ;  Lh.  — );  seltener  im  Avestlichcn  Thcile  {Pr.  ff. 
Bielefeld:    am  Spareiiberge?).     Mai,  Juni.  —    August,  September. 

Stengel    '2 — '-'/j"   hoch,  fein,     vieltheilig- asiig,     meistens    violet    gefärbt,    Bliitenstiele 

haarfein,     nebst    den    Kelchen  drüsig -kleberig,     Blüten    um    die    Hälfte   Heiner    als    an    A.'2., 

von  der  sie  sich  ausserdem  durch  den  gedrängten  Wuchs  und  die  Zartheit  aller  Thcile 
unterscheidet. 

«.     IflOElIRIWCIA.     MÖMUMNGMX:. 

LiNN.    Gen.    u.  494. 

Kelch  o-(4-)l)lattriff.  Kionbläüer  ö  (4),  ffanz.  Sfaiihffefä.sse 
10  (8).  Griffel  3  (2).*  Kapsel  6-(4-)hlappIg,  wenigsauiig.  Sa- 
men mit  sciuippenaitiffem  INabehvulst.  Gesehl.  Syst.  X.  3  und 
VIII.  2.  ^  ^  ^ 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Kräuter  mit  Aveitschweifigem  gabelästi- 
gem Stengel,  schmalen  fadenförmigen  oder  breilern  eirunden  Blättern. 
Blüten  einzeln  oder  in  wenigblütigen  Trugdolden  gabel-,  selten-  und 
endständig.     Kronen  weiss. 

1.    ]?I.  triiiervia.     Itreinervige  Möhringie,     Stengel 

schwach,  verlängert;  Blätter  länglich  -  eirund,  gespitzt,  3  —  5-iiervig, 
Kelchblätter  lanzettförmig  mit  gekieltem  Mittelnerv  und  2  schwächern 
Seitennervcn,   Kronen  kürzer  als  der  Kelch. 

Clairv.  Man.  d'herboris.  150.  Koch  S\n.  I.  127.  Reichenb.  Ic.  f.  4349. 
Arenaria  trinervia  Likn.  Sp.  pl.  605.  Chi.  han.  203.  Schk.  Handb.  I. 
T.  122.     Fl.  dan.  t.  429.     Engl.  bot.  t.  1483. 

In  schattigen  Ilainen  und  Wäldern,  an  Hecken,  Mauern  und  in  hoh- 
len^Bäumen ,  auf  feuchtem  an  halbvermoderler  Laub  -  oder  Holzerde 
reichem  Boden,    häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel  meistens  liegend  oder  ansteigend,  bis  1'  lang,  seltener  straff  aufrecht  und  mir 
2—3"  lang,  zerstreuet -zarlhaarig.  Blällcr  zarllaubig,  kurz  gestielt,  obere  sitzend.  Blü- 
tenstiele   lang,    nach    dem    Blühen    sperrig   abstehend    und    an    der    Spitze    gekrümmt.       Kapseln 


Arenarin.  AI.SINEAE.  101 

6 — lO-samig.  Samen  ziemlicii  gross,  rundlich  -  nieieiiformig,  am  Rückenrande  fein  quer- 
runzlig, scUwdrzbraun  und  stark  glünzcnd ,  mit  »childarligem ,  scbwielig- häutigem ,  weiss- 
licfaem    INahchvulst. 

i«.     AREIVARIA.     SJLl¥nKnJLUT. 

Link.    Gen.    n.  569. 

Kelch  5-hlätlrig.  Kronblätter  5,  g?nz-  Stauhgefässe  10. 
Griffel  3.  Kapsel  mit  tj  Zähnen  aufspringend,  vielsaniig.  Sa- 
men ohne  Nahehvulst.       Geschl.   Syst.   X.  3. 

Ein-,  zwei-  (A.  1.)  oder  inehrjahiige  Kräuter  mit  ausgebreiteten  ga- 
helästigen  Stengeln,  eirundlichen,  lanzett-  oder  lanzett-pfrienientoimigen 
Bliittern.     Blüten  galtet-,    selten-  und  endstandig.     Kronen  weiss. 

f.  A.  serpillifolia.  Q^uendelhlüttrig  es  Wandler  auf. 

Stengel  ansteigend  oder  aufrecht;  Blätter  rundlicli-cirund,  spitzig,  durch- 
scheinend punctirt ;  Kelchblätter  lanzettförmig  mit  starhem  Mittelnerv 
und  2  schwachem  Seitennerven,    Kronen  kürzer  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.  606.  Chi.  han.  203.  Koch  Syn.  I.  128.  Schk.  Handb. 
1.  T.  122.     Beichekb.  Ic.  f.  4941.     Fl.  dan.  t.977.     Engl.  bot.  t.  923. 

Auf  Äckern,  \l'^eiden,  an  Wegen,  Mauern  und  in  Heiden,  auf  ma- 
gcrm  trockenem  Boden ,  überall  verbreitet.  Juni  bis  September.  — • 
August  bis  October. 

Stengel  stark,  schUrflich  -  zarthaarig  und  graugrün.  Blatter  klein,  starkhäutig,  unterste 
kurz  gestielt,  obere  sitzend.  Blüten  in  Trugdolden.  Samen  klein,  rundlich  -  nierenförmig, 
in    concentrischcn    Kreisen   fein    qnerrunzlig. 

s.   HoiiOisTEuifi.    spunnm, 

I-IlVN.    Gen.    n.   104. 

Kelch  5 -blättrig.  Kronblätter  5,  an  der  Spitze  gezähnt. 
Staubgefässe  3 — 5.  Griffel  3.  Kapsel  mit  6  Zähnen  aufsprin- 
eend,  vielsamig.  Samen  concav-convex  mit  Rückenkiel.  Ge- 
schl. Syst.   III.  .3. 

Einjährige,  saftige,  meergrüne  Kräuter  mit  einfachem  Stengel,  an 
der  Basis  verbundenen  Stengel-  und  gestielten  Wurzelblättern.  Blüten 
in  endständigen  Dolden. 

1.  H.  unibellatiini.  Itoldige  Spurre.  Stengel  auf- 
recht, oben  unbeblättert;  Blüten  ungleich -langstielig  in  wenigblütigen 
üolden. 

LiNN.  Sp.  pl.  104.  Kocu  Syn.  I.  129.  Schk.  Uandb.  I.  T.  20.  Rei- 
cuENB.  Ic.  f.  4901.     Fl.  dan.  t.  1204.     Engl.  bot.  t.  27. 

Auf  Ackern,  Triften,  an  Wegen  und  Mauern,  auf  sonnigem  sandigem 
Boden,  sehr  häufig.     März  l>is  Mai.  —    Mai,  Juni. 

Stengel  '2"  bis  1'  hoch,  nebst  den  Blättern  mit  bläulichem  Duft  überzogen;  Wurzel- 
blätter roseltenartig  ausgebreitet,  Stengelblütfer  breiter,  wenigpaarig.  Blütenstiele  nach  dem 
Blühen  nach  unten  gerichtet,  gerade.  Kelchblätter  silberglänzend  -  häutig  gerandet.  Samen 
feiiihdckcrig. 

ÖJCOnontiSCheS»     Ein  (jntes  frühes  Früjahisf'utter  für  die  Schafe. 

9.     SÜTEIiliARIA.     STMUNMIKUm, 

LiNTV.    Gen.    n.    568. 

Kelch  .5-blättrig._  Kronblätter  5,  2;gespaltcn  oder  2-theilig. 
Staubgefässe  10  (5.  3.).  Griffel  3.  Kapsel  6 -spaltig  aufsprin- 
gend.      Geschl.  Syst.    X.  3. 

Ein-  (Art.2.  6.  7.)  oder  mehrjährige  (Art.  1.3 — 5.)  Kräuter  mit  gabel- 
thciligem  Stengel,  breitplattigeu  oder  schmalen,  grasähnlicheii  Blättern. 
Blüten    auf   langen,    sperrigen,    nach    dem    Blühen    abwärts    gerichteten 


102  ALSINEAE.  §tellaria. 

Stich'ii,  in  i-ml-  oder  selteiistäiuligcn  Triigtlohlcii ,  seilen  einzeln.  Kro- 
nen >veiss. 

•    Stengel    r»«.!. 

1.  S.  ■tenioriuii.  MMainSternmiere,  Stengel  schlall  auf- 
steigend, schwach  langhaarig;  lUatter  herzförmig- eirund,  zuges|titzt, 
untere  laug  gestielt,  oherste  sitzend,  Rronblaller  doppelt  so  lang  als 
die  Kelche. 

LiisN.  Sp.  pl.  603.  Chi.  hau.  196.  Koch  Syn.  I.  1-29.  IIeichenb.  Ic. 
f.  4906.     Fl.   dan.   t.-271.     Engl.  hot.  t.  92. 

In  Hainen,  Gehiisehen  und  lichten  ATäldern,  auf  huinosem  feuchtem 
Boden,  l>esonders  in  der  ^'ähe  von  Quellen  und  Bachen,  ziemlich  häufig. 
Mai  bis  iluli.  —    Juli,    August. 

Stengel  1  —  '2'  Loch,  schwaeh,  zerbrcelilicli ,  unten  J;nicliig,  oben  sperrig- galjeltheilig. 
BLittcr  i— 1'/.,"  Ijrcit,  zartkrauti'g,  Lellgriin .  an  <len  Blütensticlen  in  UcikbL-itter  gleicher 
Substanz  iil.crgohend.  Bluten  ansehnlich,  >on  8'"  im  Durchmesser.  Kapsel  länglich,  langer 
als    der    Kelch. 

Ä.    S.  media.    VogelSternntiere*    Stengel  nicderliegeud, 

mit  gliedweise  wechselnder  einseitiger  llaarlinie ;  Blätter  eirund,  kurz  zu- 
gespitzt, untere  gestielt,  oberste  sitzend,  KronLliitter  kürzer  oder  so 
lang  als  der  Kelch. 

ViLL.  Ilist.  d.  pl.  d.  Dauph.  III.  615.  Chi.  hau.  197.  Koch  Syn.  I.  129. 
Beicheinb.  Ic.  4904.  Engl.  bot.  t.  537.  Alsine  media  Lian.  Sp.  pl.  389. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  1.  Hayxe  Arzneigew.  II.  T.47.  Fl.  dau.  t.  4.38.  525. 

Auf  Gartländern,  Äckern,  Brachen,  Mauern,  Dächern  und  an  Wegen, 
auflockern!  etwas  humushaltigem  Boden,  als  eine  dem  Menschen  folgende 
Pflanze  überall  verbreitet.  März  bis  in  den  Winter.  —  April  bis  in 
den  Winter. 

Stengel  an  den  untern  Gelenken  wurzelnd,  mit  den  Spitzen  aufstrebend,  schwach, 
knickig  und  zerbrechlich.  Blüten  meist  einzeln  in  den  Blattachseln.  Staubgefässe  meist  •'> 
Kapsel  eiförmig,  eti^as  länger  als  der  Kelch.  —  Variirt  an  nassen  schattigen  Orten  durch 
üppigem  hühern  Wuchs,  Kronblätter  so  lang  als  der  Kelch  und  10  Staubgefässe  (S.  ne- 
glecta  Weihe.     ReicHENB.   Ic.    f.  4905.)    und  kommt  als  Missbildung  ohuc  Kronblatter  ^or. 

"     Stengel     4-kantig,     Blätter     an    den    Kanten     sitzend. 

3.  S.  Holostea.  NelTeenhlättrige  Sternmiere,  Sten- 
gel ansteigend;  Blätter  schmal  lanzettförmig,  lang  zugespitzt,  am  Bande 
und  Kiele  schärflich;  Kelchblätter  halb  so  lang  als  die  Kronen  und  so 
lang  als  die  kugelige  Kapsel. 

LiNN.  Sp.  pl.603.  Chi.  hau.  197.  Koch  Svii.  I.  130.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.122.     Fl.  dan.  t.  698.     Engl.  bot.  t.  511. 

In  Hainen,  lichten  Waldungen  und  an  Hecken,  auf  grasigem  trocke- 
nem Boden,    häufig.     April  bis  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Stengel  1  —  1 V/  lioch ,  an  den  untern  Gelenken  wurzelnd,  an  den  Knoten  etwas  an- 
geschwollen und  nebst  dem  Blattkiele  mit  einzelnen  Härchen  besetzt.  Blätter  starr,  saftlos, 
fast  wagerecbt  abstehend,  unteie  zurückgeknickt,  an  den  Blütensticlen  in  krautige  Deckblätter 
übergehend.       Blüten    von    6'"    im    Durchmesser. 

4.  S.  glauca.  Meergrüne  Stemniiere*  Stengel  auf- 
recht, Blätter  lineal-lanzeltförnlig,  spitz,  unbehaart,  Deckblätter  durch- 
scheinend-trockenhäutig;  Kelchblätter  3-nervig,  kürzer  als  die  Kron- 
blätter und  so  lang  als  die  cllipsoidischc  Kapsel. 

VI'ith.  Arrang.  of  the  veget.  of  G.  Brit.  420.  Chi.  han.  197.  Koch 
Syn.  I.  130.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  63.  Beichenb.  Ic.  f.  4909.  Engl. 
l»ot.  t.  825.     S.  graminea  ß.  Li>n.   Sp.  pl.  604. 

Auf  Wiesen,  an  Flüssen,  Teichrändern  und  Gräben,  auf  nassem 
sumpfigem  Boden,   häufig.     Juni,  Juli. —    Juli,  August. 

Stengel    1  —  1 '/j'   hoch,    steif.       Blätter    dicklich,    nebst   dem    Stengel    »öllig    kahl    und 


Stellaria.  AI.SINEAE.  103 

liald  niclir  bald  »enlgei  liecLtblaii  ai.gcljiifcn .  an  scl.alligru  Oittn  grasgrün,  uhnc  Duft 
(S.  Dillcniana  MoNCH.  REICllENB.  lo.  f.  4910.  S.  glauca  v.  »irens  Chi.  Iran.).  Blüten 
»ou    6'"    im    Diircliinesser.  —      Variirt    mit   um    ein    «rillheil    kleinern    Blüten. 

5.  S.  graiuinea.  Gras .  Sternmiere,  Stengel  ausge- 
breitet; Blätter  lineal- lanzettförmig,  zugespitzt,  an  der  Basis  winipei-ig, 
Decliblätter  clurcbscheiuend- trockenhäutig;  Keleb  3 -nervig,  so  lang  als 
die  Kronblätter,    bürzer  als  die  längliche  Kapsel. 

LixiN.  Sp.  pl.604.  Chi.  ban.  198.  Kocu  Syn.  I.  130.  Sturm  Deutschi 
Fl.  H.63.     «EICHENE.  Tc.  f.  4911.     Engl.  bot. 't.  803. 

b.   Friesiaiia.     Hie  Ffies'sche.     Blätter  schmäler,  nebst  dem  Sten 
gel   am  Bande  schärllich;    Kelchblätter  schwach  3 -nervig. 

S.  Friesiana    Ser.  in  De  Cand.  Prodr.  I.  397.      Kocu    Syn.  das.      S. 

longifolia    Fries   ]>ot.    ed.  2.  117.      Svensk.  bot.    t.  506.      Keichenb.  Ic. 

f.  4912   (unge«öhnlieh  schmalblätirig).     Fl.  dan.    t.  414   (S.  gramiuca  c).      S. 

graminea  v.  scabriuscula  Chi.  ban.  das. 

Auf  A\iesen,  an  Wegrändern,  Hecken  und  Feldbüschen,  auf  magerm 

trockenem   lehmig- sandigem  Boden,    häufig;    die  Spielart   im  Sandboden 

der  Küstenländer  und  Inseln  (Hn.  Nordernei,  Juist  — ;  Lb.  bei  Crummesse). 

Stengel  oft  bis  zu  2'  verlängert  und  gestreckt  liegend.  Blatter  am  durchscheinend  -  knor- 
peligen Rande  meistens  glatt,  auf  dürrem  Standort  aber  auch  unter  der  Loupe  sehr  fein 
serrulirt- scharf,  stets  hell  grasgrün.  Tnigdoldcn  rcichblütig,  Blüten  lang  gestielt.  Variirt 
mit  grössern  und  kleinern  Blüten,  mit  mehr  oder  weniger  zugespitzten,  und  mit  nur  schwach 
3- nervigen  Kelchblattern.  Spielart  b.  niedriger  und  zartstengeliger ,  Blatter  schmäler,  nebst 
dem  Stengel  am  Rande  meistens  stärker  aägezähnig  -  schärflich.  Blüten  in  Trugdolden  oder 
auch  einzeln,  Seitennerven  der  Kelchblätter  oft  fast  verschwindend.  —  An  schwedischen 
Exemplaren  von  FRIES  selbst  kommen  deutlich  3-nerWge  Kelchblätter  in  einigen  Blüten  vor, 
und  lappländische  Exemplare  zeigen  serrulirte  und  glattrandlgc  Blätter,  auch  3 -nervige 
Kelchblätter. 

6.  S.  uliginosa.    Sunipf.Sternniiere.     Stengel  ausgc 

breitet,  später  durch  Verlängerung  die  Blüten  überwachsend ,  Blätter 
elliptisch -lanzettlich,  Deckblätter  durchscheinend -trockenhäutig;  Kelch- 
blätter schMach  3 -nervig,  länger  als  die  Kronblätter  und  so  lang  als  die 
längliche  Kapsel. 

MuRRAY  Prodr.  stirp.  gotting.  55.  Chi.  han.  199.  Koch  Syn.  T.  131. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  1.  (S.  Alsine).  Engl.  bot.  t.  1074.  Larbrca  uli- 
ginosa  Reicuenb.  Ic.  f.  3669.  S.  graminea  ;'.  Linn.  Sp.  pl.604.  Fl.  dan. 
t.  415  (S.  graminea  b.). 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  sumpfigem  Boden,  an  Quellen  und 
nassen  Stellen,  häufig.     Juni  bis  August. —    Juli  bis  September. 

Stengel  meistens  3  —  Ö",  bisweilen  1'  lang,  liegend  oder  ansteigend,  nebst  den  Blät- 
tern dicklich,  unbehaart  und  graugrün,  diese  h  —  6'"  lang,  2'//"  breit.  Trugdolden  wenig- 
blutig,  durch  Fortwachsen  des  obersten  Stengeltriebes  später  seltenständig.  Blüten  klein. 
Variirt    mit    stark    .3-ner.igen    und    fast    1 -nervigen    Kelchblättern. 

9.    S.  crassiifolia.    mcleblättrige  Sternmiere.    Sten 

gel  straft"  aufrecht,  später  durch  Verlängerung  die  Blüten  übervvachsend; 
Blätter  elliptisch  -  lanzettlich ,  Blütenstiele  einzeln  ohne  Deckblätter. 
Kelchblätter  schwach  3- nervig,  kürzer  als  die  Kronblätter  und  die  läng- 
liche Kapsel. 

Ehrh.   Beitr.    III.  60.      Chi.  han.  199.      Koch   Syn.    I.  131.      Fl.  dan. 

t.  978   (S.  humifusa     Kleine  im  Grase  gewachsene  Form).      Larbrca   craSslfoHa  Bei- 

chenb.  Ic.  f.  3667. 

In  Sümpfen  und  an  Landseen,  auf  torfigein  Boden,  selten  (Pr-  f^- 
Lippstadt,  etwas  ausserhalb  der  Gebietsgrenze  bei  Coesfeld  anderBerkel, 
ferner  bei  Bielefeld  in  der  Senne  — ;  Hh.  Seeburgersee  unweit  Göttin- 
gen, Mellendorf  im  Lüneburgischen —;  HL;  Lb.;  Mh.  Neustrelitz  zvyl- 
schcn   Zicrcke    und    Torwitz,    hinter    dem   Glamb.   See.      Schwerin   beim 


104  AliSlNEAE.  iNoenchia. 

Pulvertlmriiu',  INeuhraiidciihiirg  auf  den  Birlilxiscliwiescn,  Kiichnw  — ). 
Juli,  August.  —    SeptemluT. 

Stengel  6  —  8"  hoch,  meist  einlach  und  straff  aufrecht.  Im  Grase  oft  ästig  un<l  schiv.uh, 
nelist  ilcn  Bliitfrrn  unbehaart  und  hlaulich- grün ,  im  Grase  grasgrün,  letzlere  »on  Form  nud 
Grösse  der  Blätter  von  A.6.,  alier  dichor  und  steifer  mit  sehxviclig  angeschwollener  Spitze. 
Blütenstiele  stets  einzeln  in  den  Blattaehselii.  Blüten  dojr|ielt  so  gross  als  an  A.  6.  Keldi- 
hlätler  mit  einem  Miltelnerv  und  '2  sch»acliiTn  Seitcnnerien ,  die  hald  mehr  bald  weniger 
ausgebildet    sind. 

GEJnJEBBZICHES. 

Ökonomisches*  ^vl.  1  und  6.  ah  Futter  für  Stiiboivötji-l  be- 
liebt.    Art.  3  —  ö.   xverden  ijern  vom   Vieh  tfef'ressen. 

lO.     IflOEIVC^HIA.     mÖX^CMEM, 

EllRH.    Beilr.    II.    177. 

Kelch  4-l)lältrIg.  Kroiihlatfcr  4,  ganzrandigs  Sfaul)gefasse 
4  (8).  Griffel  4.  Kapsel  8-zälinig  aufspringeiul.  Gcschl. 
Syst.  IV.  4. 

Einjährige,  unbehaarte  Kräuter  mit  aufrechtem,  entfernt  stehende 
Blattp-iare  tragendem  Stengel.  Itiüten  langgesfielt ,  einzeln  oder  in 
wenighlütigcn  Trugdolden.     Kronen   weiss. 

1.    ]?I.  erecta.    Jiufrechte  JVLönchie»     Stengel  aufrecht, 

1— 2-Llütig;  Kelchblätter  länger  als  die  Krone,  Grilfel  auswärts  gekrümmt. 

Fl.  d.  Welt.  T.  219.  Koch  Sju.  I.  131.  IIetchenb.  Ic.  f.  4953.  Sa 
gina  erecta  Link.  Sp.  pl.  185.  Fl.  dan.  t.  845.  Engl.  bot.  t.  609.  Are- 
naria erecta  Chi.  han.  202. 

An  grasigen  Hügeln,  Ilolzrändern  und  in  lichten  A^orhölzcrn,  auf 
sandig -magerm  sonnigem  Boden,  im  süd- östlichen  Theile  des  Gebiets 
ziemlich  häufig  {Pv.  ]>auniburg,  IMebra,  Steigra,  Keinsdorf,  Eisleben  — ; 
Ati.  Zerbst — •;  Schw.  Brüchenthal,  am  Passberge,  Franhenhausen — ); 
weniger  häufig  im  südlichen  Theile  {Hn.  Grafschaft  Höllenstein,  Göttin- 
gen, Gross -Schneen,  Münden,  Moringcn);  seilen  im  nördlichen  Theile 
{Hn.  am  Schwarzenberge  bei  Harburg).     April,  3Iai.  —    Juni,  Juli. 

Stengel  l'/j  —  "2"  hoch,  steif,  einfach,  wenige  rosetfenarligc  lineal  -  spatelförmige  Wur- 
lelblalter  und  'Z  —  3  Paar  schmale  länglich -lanzettförmige  Stcngelblätter  tragend.  Blüte 
einzeln  oder  eine  zweite  in  der  obern  Blatt]>aarachsel.  Kelchblätter  aufrecht,  lanzettförmig, 
scharf  zugespitzt   mit   breitem   veissLäutigem    Saum.       Kapsel     walzig. 

11.   JTiAiiACHiuiTi.    nmECMun^u'r. 

FKIES     Fl.    Halland.    77. 

Kelch  5-hlätfrig.  KronhläUer  5,  2-Uicilig.  Slauhgefässe 
10.  Griffel  5.  Kapsel  mit  5,  au  t^er  Spilze  2-zähnigeii  Klap- 
pen aufspringend.     Gesclil.  Syst.  X.  4. 

Mehrjährige,  schlafle,  Aveiche  Kräuter  mit  schwachem  oben  wie- 
derholt gabellheiligem  Stengel  und  lueiten  Blättern.  Blüten  in  endstän- 
digen  beblällerlen  Trugdolden,  auf  nach  dem  Blühen  abwärts  gerichte- 
ten Stielen.     Kronen  weiss. 

1.    ]?I.  aqnaticiun.     W^asser-Jf^eichlcraut.    Stengel  am 

Grunde  liegend  und  wurzelnd,  Blätter  sitzend  herzförmig  -  eirund ,  obere 
zugespitzt.     Kapsel  kaum  länger  als  der  Kelch. 

Fries  Fl.  Halland.  77.  Koch  Sjn.  I.  132.  Beichenb.  Ic.  f.  4967. 
Ceraslium  aquaticum  LiisN.  Sp.  pl.  629.  Schk.  Handb.  1.  T.  12.J.  Fl. 
dan.  t.  1337.     Engl.  bot.    t.  538.     SlcUaria  a.juatica  Chi.  han.   196. 

An  Bächen,  Sümpfen,  Teichrändern,  zwischen  Gebüsch,  auf  nassem 
humushaltigem  Boden,  häufig.     Juni  bis  August. — ■    August,  September. 

Stengel  1',  nn  Gras  und  Gebüsch  sich  anlehnend  bis  3'  lang,  unten  kahl,  nach  oben 
III,     nebst    der     sperrig    ausgebreiteten    vielblütigcn    Trngdolde,     drüsig  -  haarig    und    hlchcrig. 


Ceiastiam.  ALSINEAE.  105 

Blätter  zartkrautig,  an  Llütcnlosen  Tiichea  gestielt.  Kelclihlatter  eirund,  gegen  die  stiiinjifc 
Spitze  >erseliiuälert,  Kronblättcr  doppelt  so  lang  als  der  KeUli.  —  ÄLiilicIikeit  mit  Stellaria 
ncmorum    und    mit   üppigen   Eiemplaren   von   S.  media. 

OleonomiSCheS*      fJ^ird  tjcm   vom   Fich  gefressen. 

I.IXN.    Gen.     n.   hS^. 

Kelcli  5-hläftrig.  KroaLlätter  ö,  2-theilig  ofler  gespalteti. 
Staubfi-efässe  10.  Griffel  5.  Kapsel  ffekrümmt,  lO-zalinifi-auf- 
springeiitl.     Ijesclil.  ayst.  A.  i. 

Ein-  (Art.  1 — 4.)  oder  melujälu-igc  (A.  .5.),  ausgebreitet- stengeligc 
oder  locker  huschelige,  hehaarte,  oft  drüsig-kleherige  Kräuter,  mit  melir- 
fach  gestalteten,  sitzenden  oder  in  einen  kurzen  Blattstiel  verschmälerten 
Blättern.  Blüten  in  traubcn-  oder  rispenartigen  Trugdolden.  Kronen 
weiss. 

•j-    AVurzcI     1-    oder    --jährig.       Kronen     ausgebreitet. 

1.     C.   $::loineratiini.      Knäulblütig es   Mornkraut. 

Stengel  aufrecht  oder  ansteigend;  Stengelhlätter  oval,  Blüten  geknäult, 
Fruchtstiele  so  lang  oder  kürzer  als  die  härtigen  Kelclihlätter ,  gerade, 
Ka])sel  doppelt  so  lang  als  der  Kelch. 

Thlill.  Fl.  par.  225.  Koch  Svn.  I.  132.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  II.  fi3. 
C.  vulgatum  Linm.  herh.  Chi.  han.'20O.  Beiche.nb.  Ic.  f.  4970.  Engl.  hot. 
t.  789. 

Auf  Äckern,  grasigen  Plätzen  und  "Vliesen,  auf  frischem  sandigem 
und  lehmigem  Boden,    häufig.      Mai  bis  August.  — •    Juni  his  September. 

Grau- gell)  giün,  dielit  und  kurz  beliaart,  liald  drüsig- fcleberig ,  bald  obne  Hrüsen. 
Stengel  6  —  8 —  li"  lang,  stark.  Blätter  breiter  als  an  sämmtlicben  lolgendeu  .irten.  Deck- 
blätter krautig.  Blütenkuäulc  uacb  deui  Blühen  locker.  Blutenstiele  gerade,  Kronblätter 
60    lang   als    der    Kelch. 

H.  C  bracliyiietaliuii.  Bärtiges  BornTeraut,  Sten- 
gel aufrecht  oder  ansteigend;  Stengelblätter  länglich  -  oval ;  Blüten  der 
ohern  Verzweigungen  gehäuft,  Fruchtstiele  2 — .3mal  so  lang  als  die  bär- 
tigen Kelchblätter.     Kapsel  um  die  Hälfte  länger  als   der  Kelch. 

Desportes  in  Pers.  Svn.  I.  520.  Chi.  han.  201.  Koch  Svn.  I.  1.32. 
Reichenb.  Ic.  f.  4971. 

An  Hügeln,  Felsen  und  auf  grasigen  Plätzen,  selten  {Pr.  Naumburg, 
Bothenburg,  Aschersleben  — ;  Pr.  fV.  Bielefeld  — ■;  Bs.  am  Bielsjein 
unweit  Albungen — ;  Hn.  Othfrescn  am  Bärenkopfe — ;  Ml;.).  31ai  bis 
Juli.  —    Juni  bis  August. 

Bläulich  -  graugrün,  mit  «eisslichen,  ungleich  langen,  tostig- zerstreucten  Haaren  besetzt, 
meistens  ohne,  seltener  mit  Drüsen.  Stengel  6 — 8"  hoch,  schlank  und  schwach.  Deck- 
blätter krautig,  Blüten  kleiner  und  bedeutend  schmäler  als  an  A.  1.  Kronblätfer  kürzer 
als    der    Kelch. 

3*  C  ij^eiiiidecaiidriini.  Kleines  Mornkraut»  Sten- 
gel auf.echt  oder  ansteigend;  Blätter  eirund;  Blüten  gehäuft,  Frucht- 
stiele doppelt  so  lang  als  die  am  durchscheinend- trockenhäutigen  ausge- 
hissen-gezähnelten  Saume  unbehaarten  Keb^hblättcr,  Kapsel  fast  doppelt 
so  lang  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.G27.  Chi.  han.  202.  Koch  Sjn.  I.  133.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.63.     Beiciienr.  Ic.  f.  4968.     Fl.  dan.  t.  1212.     Engl.  bot.  t.  1630. 

Auf  Äckern,  Brachen,  Triften  und  Grasplätzen,  auf  trockenem  san- 
«ligem  und  lehmigem  Boden,  häufig.  April  liis  August.  —  Juni  bis 
September. 

Graugrün,    kurz    und    diclilhaarig .    drüsig -klckerig,    selten    ohne    Drüsen,    sehr    selten    ganz 


106  A1.SINEAE.  Cernstiuni. 

Kahl.  Slcngcl  2  —  5"  buch.  DcckMiilter  zur  Hälfte  trückiiiLiiulig.  Fruclilslicle  incisiciis 
abwärtsgckiümml.  Kroiiblattcr  so  lang  oder  wenig  kürzer  als  der  Keleb.  Variirt  mit  gelb- 
liebsriiiieiu  seltener  bläulicbgrüneni  Kraute,  mit  mehr  oder  minder  breitem  häutigem  Antheilc 
der    Deck-    und    Kelchblätter,     aueh    mit    grossem     und   kleinern    Uluten. 

1.    C  triviale.    Gemeines  MKornTcraut.    Stengel  anstei- 

gpiid;  Bliittcf  läiiglicli  oder  eiriiiid- laiiglk-li;  BliiJeii  der  ol>eru  Verzwei- 
gungen gehäuft,  Frucbtstiele  andcrtliallt  Iiis  zweimal  so  laug  als  die  am 
durchscheinend -trockenbäutigcn  Saume  unlteliaarteu  KelcliJdätter ,  Ka|>sel 
doppelt  so  lang  als  der  Kelch. 

Link  Enum.  hört,  herol.  I.  433.  Kocu  Syn.  I.  133.  IUichenb.  Ic. 
r.  4972.     C.   viscosum  Linn.   Ilerb.    Chi.  hau.  201.     Engl.  bot.  t.  790. 

Aul'  >'^'iesen,  ^Veiden ,  Äcbern,  an  W^-grändern  und  in  Yorbölzern, 
auf  trocbeuem  und  feuchtem  sandigem  und  lehmigem  Boden,  sehr  haulig. 
April  bis  in  den  November.  — >    Mai  bis  ebendabin. 

Meistens  dunkel  -  graugrün  und  feinhaarig  ohne  Drüsen,  bisweilen  stark  drüsenbaarig  und 
kleberig,  selten  ganz  kahl.  Liegende  Seiteniricbe  bisweilen  wurzelnd.  Stengel  4"  bis  1' 
lang.  Deckblätter  krautig  oder  nach  der  Spitze  zu  trockenbäutig  gesäumt.  Variirt,  abge- 
sehen von  der  Bekleidung,  stark-  und  zartstengelig,  mit  mehr  oder  minder  breiten  Haut- 
rändero,  mit  grössern  und  kleinern  Blüten  und  Kapseln,  und  mit  grössern  Kronblättern  im 
Vcrhältniss    zum    Kelch.  — 

Cerastium  piimilum,  im  Gebiete  der  Flor  aufgenommen,  habe  ich  nur  für  Formen 
bald    von    C  semidecaudrum,    bald   von    C.  triviale    anerkennen   können. 

•J--J-   AVurzel    mehrjährig.      Kronen    glockig. 

5.    C  arveiise.     Feld '  MtornJcr auf»     Stengel  ansteigend 

mit  unten  wurzelnden  ]>iel>eiisteugeln ,  Biälter  lineal  -  lanzettförmig  oder 
lineal  ;    Kronen  doppelt  so  lang  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.628.  Chi.  bau.  200.  Kocu  Syn.  T.  135.  Schk.  Handb. 
1.  T.  125.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  U.  8.  Beichenb.  Ic.  f.  4980.  Fl.  dan. 
t.  626.     Engl.  bot.  t.  93. 

An  Wegen,  Acker-  und  Wiesenrändern,  auf  Triften,  auch  in  lichten 
W^aldungen,  auf  niagerm  grasigem  und  trockenem  Boden,  sehr  häufig. 
April  bis  Juni.  —    Juli,  August. 

Flaumhaarig,  nach  oben  zu  auch  wohl  drüsig,  seltener  fast  glatt.  Deckblätter  mit  brei- 
tem Haulrandc.  Blüten  meistens  zu  3  stehend,  Blütenstiele  stets  aufrecht. —  Ändert  ab  mit 
6  —  10"  hohem  ansteigendem  oder  straff  aufrechtem,  meist  breit-  und  kurzblättrigem  und  (in 
Waldungen,  zwischen  Gebüsch)  mit  2  —  2'/.,'  langem,  schlaffem,  liegendem  Stengel  und 
schmal    linealen    Blättern. 

GE  1VKRSZ.ICJIEM. 

OleonOfniSCheS»     ^irt.  4  und  5.    fJ'cidenpflanzcn  ziucitcr  Güte. 


Wie  die  Silcneen  und  Alsineen  unseres  Gebiets  nach  LtNNE  sehen  Principien  ver- 
mittelst sichererer  Charaktere  in  Gattungen  gebracht  werden  können,  während  die  hier  bei- 
behaltene Eintbcilung  neuerer  Botaniker  im  Gründe  nur  dem  Habitus  huldigt,  habe  ich. 
unter  Angabe    der    Gatfungscharaktere ,    in    der    Chloris    hauoiorana    nachgewiesen. 

XIV.     EliATIMEAE. 

CambeSSKDES     in    Mcni.    d.    Mus.    I.    22.'>. 

Kelch  3,  4,  5-tlicilig.  Kronblätier  3,  4,  ö,  mil  den  Kelcli- 
theileii  abwecliselnd,  nelist  den  Staubgefässen  unterständig. 
Diese  von  der  Zahl  der  Kronblättcr  oder  doppelt  so  viele. 
Fruchlknole  frei,  3  — 5-fäeheria;,  nii^t  eben  so  vielen  kopfför- 
migen  IXarben  auf  freien  Griffeln.      Kapselfacher    auf  dem  Rii- 


Elatine.  EliATlNEAE.  107 

ekeii  aufspringeiul.  Samenpolster  iniüelstäiulig-.  Samen  vvalziff, 
eiwcMSslos,  das  lange  WürzelcJien  tleni  Nabel  zngewandt.  '— 
Biälter  gegen-  oder  wirtelständig,   ohne  Nehenhlätter. 

Torkoniinen.     Auf  tlein  Wasserübertritt  ausgesetztem  Ulerbotlen. 
1.     EliATI^E.     TÄNNMIi. 

LiNN.    Gen.   11.  Wl. 

Keleli  2  his  i-theilig.  Krone  3  bis  4-blät(rig,  nill  einfachem 
oder  doppeltem  Staubgefässkreise.  Kapsel  3^ — 4-iäeherig,  viel- 
samig.       Gesehl.  Syst.  VJII.  4. 

Ein-  (Art.  1 — 3.)  otler  inebrjäluige  (A.  4.),  meist  Ideiiie,  unbebaartc 
Kräuter  mit  saftig-dicklichen  Blättern.     Blüten  einzeln  in  Jen  Blattwinkeln. 

1.  E.  Hydropiiier.  Pfeffer-liinnel.  Blätter  gegen- 
ständig, lang  gestielt;  Blüten  sitzend,  Kronen  4-blättrig  und  8-männig; 
Samen  bufeisenartig  gekrümmt. 

LiNN.  Sp.  pl.527.  Cbl.  ban.  103.  Koch  Sjn.  I.  137.  Scuk.  Ilandb. 
T.  T.  109.b.  Fl.  dan.  t.  156.  E.  Scblmbriaiia  Drev.  u.  Hayne  Bilderb. 
T.  71.  4. 

Au  Fluss-,  Bacb-  und  Teicbufein,  aucb  an  moorigen  Stellen,  vor- 
züglicb  auf  Sandboden,  liier  und  da  intermittirend  vorkommend  {Pr. 
Halle  am  Saaleufer,  Wittenberg  aniAngertcich;  Pr./7^'. Bielefeld  zwischen 
Kesselbrink  und  der  Ziegelei?  Aschoff — ;  Ol.  Dötlingen,  Hatten,  War- 
denburg  — ;  Hn.  Eibufer  diesseit  Hamburg,  an  der  Lese  —  zwischen 
Lesum  und  der  Burg,  im  Moor  liei  Euten  — ;  IIb.  Barmbeck  — ;  Lh. 
Bramfelde,  Poppenbütteler  Schleuse  — ;  Mk.  Mechower  See,  See  zu 
Horst,  Tessin,  Kahuenfelder  See,  Ludewigslust  — ).  Juli  bis  Septem- 
ber. —    August,  September. 

Stengpl  1 — ;i"  lang,  liegend,  venvoncn  astig  und  wurzelnd.  Blätter  l'/^'"  lang, 
Sflimal  Spatel -lanzeHförinig  in  den  etwas  längern  Ulattsliel  versclimalert.  Kronen  hlass- 
idtlilicli.  Kapseln  flacligedriiekt  mit  vortretendem  Mittelpnnct,  das  bleibende  Mittelbäiitclicn 
durch  die  Scheidenände  geflügelt.  Samen  2- schcnkelig  /.nsaiumengcdriieht,  krustig,  ge- 
gittert, gclblicL.  —  Ähnelt,  wie  die  beiden  folgenden  Arten,  lilcinen  Formen  der  Montia 
lontana. 

'%,  E.  triaiidra.  nreimänniger  Vännel,  Blätter  ge- 
genständig, fast  sitzend;  Blüten  sitzend,  Kronen  3-blättrig  und  3-niän- 
nig;    Samen  bogenförmig. 

ScHK.  Handb.  1.  345.  T.  109.  b.  Koch  Sjn.  I.  1.37.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.3.     Drev.  n.  Hayne  Bilderb.  T.71.B. 

An  Fluss-,  Bach-  und  Teichufern,  auf  überschwemmtem  Boden,  sehr 
selten  {Pr.  Wittenberg  am  EUmfer  über  der  langen  Reibe  — ;  üb.  am 
Elbufcr?  IIübeiver).     Juli  bis  September. —    August,  September. 

Gesammtansehen  der  A.  1.  doch  meistens  fast  doppelt  so  gross  und  stark.  Blätter  schmal 
umgekehrteirnnd-länglicli,  sehr  kurz  gestielt.  Kelch  "i  -  theil ig,  Krone  blassrölhllch.  Kapsel 
in  der  Mitte  nabelartig  eingedrückt.  Samen  durch  schwache  Kritminiing  wenig  von  der  ge- 
raden   Linie    abweichend,    meist  röthlicli. 

3.    E.  Iiexandra.     Sechsntänniger  Vännel,     Blätter 

gegenständig;  Blüten  gestielt,  Kronen  3-blättrig  und  6 -männig;  Samen 
bogenförmig. 

De  Cand.  Fl.  franc.  YI.  609.  Ic.  pl.  rar.  Gall.  t.  43.  f.  1.  Kocii  Sjn. 
I.  1.37.  Reichenb.  PI.  crit.  f.  599.  Vaill.  Bot.  pav.  t.  2.  f.  1.  E.  tripe- 
tala  Sm.  Engl.  Fl.  TT.  243.     E.  Hydropiper  ß.  Linn.   Sp.  pl.527. 

An  Fluss-,  Bach-  und  Teichufern,  auf  überschwemmten  Stellen,  sehr 
selten  {Ol.  Neuenkirchen  vor  dem  Stickteiche.  Hb.  Eibufer?  HtBEivER. 
Bm.?  TIeiiveken.     Ol.  Varel).     Juli,  August.  —    September. 

Gesammtansehen  der  A.  2.  docli  zarler.  Fruchtstiele  mindestens  so  lang  als  die 
K.<pscl. 


108  lilNEAf.  Linuiii. 

4.    K.  Als«inastrum.    Huirlblättriger  Vünnel.    Blat 

ter  wirtelstihulig. 

LiNN.  Sp.  ]>l.726.  Chi.  Lau.  101.  liocii  Syn.  I.  137.  Dietr.  Fi.  icgn. 
Roruss.  Ylll.  574.     A  aill.  ßol.  par.  t.  1.   1".  6. 

Iii  Seen,  Teichen,  Grähcii  und  Sümpfen,  selten  (/V.  llallesche  Flor: 
Wallendorf,  01>eithau,  Eiinlitz  — ,  >\iltenl.eig  Lachen  am  EIhnfer  — ; 
Hn.  llildesheim  in  der  ]>iahe  des  Fnteiifanges  in  Ael;ergräl>en  ,  Wasser- 
ufer zwischen  Ilastede  und  Arhcrgen— :  Bm.  llastedl;  Hb.?  Hibkner. 
iW/f.  Mechowcr  See,  hinter  Wulhenzien  — ).     Juli,  August.—  Septemhcr. 

Wiirzclstock  kriechend.  Stengel  6  —  12"  boeli ,  <Uck ,  k..ntig,  kurzgegliedert.  schwim- 
mend oder  aus  dem  Wasser  emiiorstelgend ,  seltener  erdstiindig.  t'ntere  Biälter  schmal 
llncal  in  8  —  12 -blättrigen  Quirlen,  ol.erc  eirnnd  in  3  -  blättrigen  Quirlen.  Kronen  grün- 
llch«ciss.  Samen  fast  gerade,  gefurcht  und  .|nergerunzelt.  —  Hat  Ähnlirhlieit  mit  Uii-- 
puris    vulgaris. 

DE    CanD.    Tiieor.     cd.   I.    217. 

Kelch  4  — o-blätlrig  oder  -thcilig,  bleibend.  Kronblättei- 
4—5,  iinteisläiulia;,  in  der  Knospeiilage  links  gedrehel,  hin- 
fällifi:.  StaubgefJisse  5,  an  der  Itasis  in  einen  Ring  verwachsen, 
mit  5  unausgebildeten  borstenförmigen  frägcrn  abweclisehul, 
die  den  KronbläUern  gegenüber  stehen.  Fruchtknote  frei,  mit 
so  vielen  selten  mehrern  Fächern  als  Kelchlhcilen.  Fächer 
1-eiig,  mit  hängenden  Eichen.  Griffel  4— 5.  Samen  eiweisslos. 
Kein?  gerade,  das  kurze  Würzelchen  zum  Nabel  gewandt.— 
Blätter  nebenblattlos. 

Vorkommen.  Mehrere  hallislet  oder  kalhhold,  andere  sandigen  oder 
doch  leichten   IJoden  liehend,    wenige  dem  Seestrandc  angehörig. 

Gehalt.  In  den  Samen  Schleim,  der  seinen  Silz  in  der  Oberluiut  hat, 
und  ein  f'ettc.i,  austrocknendes  Öl  vorwaltend,  im  Kraute  ausnahmsweise 
ein  abführender  bitterer  Kxtraetivstoff'. 

1.     lilJ^IJM.     JjEMN, 

I.fTVN.    Gen.    n.   \^6. 

Kelch  5-blättrig.  Kronblätter  5.  Kapsel  10-fächerig.  Ge- 
schl.  Syst.  V.  5. 

Ein-  (A.  2.)  oder  melirjährige  (A.  1.)  Kräuter  (seltener  Stauden). 
Blätter  wcchscl-,  selten  gegen-  oder  wirlelständig.  Blüten  meistens  in 
Trugdolden. 

1.    li.  teiuiifolimii.    Schmalblättriger  Iicin.    Blätter 

gedrängt  wechselständig,    lineal  und   zugespitzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  898.  Chi.  han.  92.  Koch  Syn.  I.  139.  Reichenf..  Ic. 
f.  5165.     Jaco.  Fl.  anstr.  III.  t.  215. 

An  sonnigen,  dürren  Hügeln,  auf  Kalk-  oder  Saudhoden,  im  süd- 
lichen Gebietstheile  selten  und  in  der  Linie  des  südlichen  Sollings  und 
nördlichen  Harzes  die  ISordgrenze  der  Gesanuntverbreitung  erreichend 
{Pr.  Querfurt  linlis  von  der  W^indmühlc,  Sclnvarza,  Dillstädt  — ;  Schw. 
Fussweg  von  Kindelbrück  nach  Franhenhausen  ;  Schala  bei  Rudolstadt — ; 
Hn.  zwischen  Lippoldshansen  und  Atzenhansen,  llenieln,  zwischen  Göt- 
tingen und  Uohringen,  Weender  Papiermühle,  zwischen  Lenglern  und 
Harste  — ).     Juli,  August. —    September. 

Stengel  6"— l'  hoch,  aus  gekrümmter  Basis  ansteigend,  steif,  hart,  oben  trugdoldig 
äslig,  nebst  den  aufreclilen ,  starren,  fein  sägezähnigen  Blättern  matt  grangrün.  Kronblättrr 
gross,    umgekehrteirund  mit  kurz,  vortretender  Spitze,    blassrosa  oder  lila    in  weiss  verbleirhend. 


Radlola. 


I.INEAE.  109 


«.    li.  cathapticuni.    Purgier-Itein,    Jilätter  gcgenstän- 

diff,    untere  niiiselifhiteirund,    obere  länglich- lanzettförmig. 

LiNN.  Sn.  pl.  401.  Chi.  han.  93.  Koch  Syn.  I.  141.  Schk.  Handb. 
I.  T.  87.  Ueichenb.  Ic.  f.  515-3.  Engl.  bot.  t.  382.  Uayne  Arzneigew. 
Yllf.   T.  18. 

Auf  Wiesen,  Grasplätzen  und  Weiden,  auf  humosen»  feuchtem  oder 
frischem  Boden,  überall  verbreitet.  Juni  bis  August.  —  August,  Sep- 
tember. 

.Stengel  zait,  fast  fadenförmig,  o).en  gabelig- äsUg.  Blatter  am  Rande  scharflich ,  dun- 
kelgrün.      Kronblatler   klein,     spateiförmig,     iveiss    mit    gelhlielier   Basis. 

«.    RAVIOTiA.     XWEinGJjEIJV. 

GmEL.    Syst.   nat.     II.    289. 

Kelch  4-spalliff,  mit  2— 3-spalli^en  Zipfeln.  Staiihgefässe 
4.    Kapsel  8- fächerig.      Geschll    Syst.  IT.  4. 

Einjährige,  zarte,  hleine,  unbehaarte  Kräuter  mit  gabcligen  Asten. 
Blätter  gegenständig.     Blüten  gabel     und  endständig,   einzeln. 

1.    R.  ITIillegrana.     Vielleörniger  Zwergiein.    Blät 

ter  oval  und  lanzettlich,  ganzrandig  oder  gegen  die  Spitze  entlernt  gesagt. 

Sri.  Fl.  brit.  1.202.  Chi.  han.  93.  Beichenb.  Ic.  f.  5152.  Engl.  bot. 
893.  B.  linoides  Koch  Syn.  I.  141.  Linum  Badiola  LiisN.  Sp.  pl.  402. 
Fl.  dan.  1. 178.  ^    , 

Auf  Weiden,  Ackern  und  in  lichten  Holzungen,  aut  dem  \^  asser- 
übertritt  ausgesetztem  oder  doch  feuchtem  Sandboden,  häufig  und  stets 
gesellig  in  kleinen  Ueerden.     Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  fadenförmig,  meist  röllillch,  mit  den  schon  von  der  Basis  ausgehenden,  sperrigen 
Ästen  kleine,  1—2'//'  l'ohe ,  im  Lufthauehc  l.ewegliche  Büschel  bildend.  Blüten  klein 
gestielt,    aufreebt.       Kronblältcr   nmgekebrteirund ,    weiss. 

XVI.     IWAIiVACEAE. 

Ji:ss.    Gen.    271. 

Kelch  o-spaltig  mit  klappiger  Kiiospenlage,  meist  mit  kelch- 
artiger Hülle  versehen.  Kronbläfter  5,  mit  spiralig-gedrehe- 
ter  Knospenlage,  nebst  den  Staubgefässen  iinterstandig.  Wiese 
meistens  unbeslimmt  viele;  '1  räger  an  der  J5a.sis  in  eine  Uohre 
verwachsen;  Beutel,  der  in  Querrichtiing  verbundenen  Bacher 
weeen,  scheinbar  1-fächerig,  mit  einer  halbkreistormigen  Langs- 
ritze  aufreissend.  Fruchlknote  niedergedrückt- kreisrund,  5-, 
10-  oder  mehrfacherig,  Fächer  an  dei-  Achse  unter  sich  oder 
an  einer  aus  dem  Fruchtboden  aufsteigenden  Säule  qiurlstandig 
verbunden,  1-  oder  vieleiig.  Griffel  so  viele  als  Jacher.  »a- 
men  ohne  Eiweiss.  Keim  fast  gerade,  das  walzentormige,  W  ur- 
zelchen  zum  Nabel  gewandt,  Keimblätter  uni;egelmassig  zu- 
sammengefaltet.— Blätter  wechselständig,  mit  i>ebenblattern. 
Torkoninien.  Humus-  und  Salze  haltigen  Boden  liebend. 
Gehalt,  Durch  einen  starken  Gehalt  an  Schleim  und  Gummi  in  allen 
Theilen,  am  reichlichsten  jedoch  in  der  IVurzel,  ausrjezeichnet ,  worin 
sieh  auch  Althäin  (Asparaf/in)  findet.  In  den  Blüten  ausserdem  etwas 
Bitterstoff  und  Gerbesäure?  und  in  den  Samen  fettes  Ol.  Mehrere  Arten 
durch  einen  Bisamrjeruch  bemerklieh. 

t.     ITIAIiVA.     MA.XiVm, 

LiNN.    Gen.    n.  841. 

Kelch  5-spaltig,  Kelchhülle  3-blättrig.    Kapsel  vielfächerig. 


110  MAE.VACEAE.  Ittalvn. 

Fächer  als  INüsschen  sieh  cin/elii  ahlosciul,  1-saniiff.  Gesclil. 
Syst.  XVI.  5. 

Ein-  (Art.  4.  5.),  zwei-  (A.  3.)  oder  inehrjaliiige  (Art.  1.2.)  Rräiifcr, 
Stauden  oder  Sträuclic.  Itliitter  meistens  lappig  oder  hnndluruiig  ge- 
theilt.     BliUen  einzeln  oder  Jȟscliehveise  in  den  lllattwinkeln. 

1.  ]?I.  AIcea*  Hosen- Malve,  Stengel  aulVeeht;  "Wiirzel- 
l)lätter  herzJ'örniig-rundlieli  mit  lappigem  Saum,  Stengclhlätter  liand- 
förniig-5-tl(eilig  mit  eingeschnittenen  oder  eingeschnitten -gezähnten  7A- 
i)fein;    Bliitenstiele  und  Kelche  filzig;    ZNüsschen  gekielt,    kahl. 

LiKN.  Sp.  pl.97I.  Chi.  han.  66.  Koch  Sjn.  F.  141.  Schk.  Ilandh. 
II.  T.192.  a.  llEicuENB.  Ic.  1".  484-2.  Fl.  daii.  1. 1882.  IIayne  Arzneige%v. 
II.  T.30. 

An  grasigen  Hügeln,  Hecken,  ^Waldrändern  und  zwischen  (lel)üseh, 
auf  lehmigem  Boden,    ziemlich  häufig.      Juni  liis  August.  —    Si'ptemher. 

Slciigfl  '2  —  .'i'  liocil,  sfarl; ,  biisclielliaarig.  Kronen  ^on  "2"  im  Diircliniesscr ,  ausgc- 
srLweift   oder    aiisgcselinideii ,    blassrosenrolli   olinc    solir   uierklieiien    Geruch. 

IS.   ^t.  tno!^eUata.  Bisant'Malve.   Stcugel  aufrecht;  Wur- 

zelhlälter  herzförmig- kreisruud,  eingeschnitten -gelappt,  Stengelhlätter 
5-theilig  mit  eingeschnittenen  lineal -fiederspaltigen  oder  doppelt -licder- 
spaltigen  Zipfeln,  Blütciistiele  und  Kelche  rauhhaarig;  ]\üsschen  dicht- 
haarig,  ungekielt. 

LixN.  Sp.  pl.  971.  Chi.  han.  67.  Koch  Svn.  I.  142.  Reiche.nb.  Ic. 
f.  4841.     Fl.  dan.  t.  905.     Engl.  bot.  t.  754. 

An  Ackerrändern,  Wegen  und  Hecken,  auf  magerm  steinigem  und 
sandigem  Boden,    ziemlich  häufig.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  1 '/^  —  'i'  liocIi ,  schlank,  einfach  -  haarig.  Kronen  von  1'/./'  im  Durchmesser, 
ausgeschnitten,  blassrosenroth.  Alle  Theile  mosrhusarlig  riecliencl.  Aariirt  mit  Blattern  ,  die 
sammtlirh    eingeschnitten  -  fiederspaltig    sind,     und    mit    weissen    Kronen. 

3.  ]?I.  sylvestris.  MOSS-  Malve*  Stengel  ansteigend; 
Blätter  herzförmig- kreisrund,  5  —  7-lappig,  kerbig-gesägt ;  Bliitenstiele 
nach  dem  Blühen  aufrecht,  nebst  den  Kelchen  haarig,  Kron]>lättcr  drei- 
mal länger  als   der  Kelch. 

Li.v\.  Sp.  pl.  969.  Chi.  han.  67.  Koch  Sjn.  I.  142.  Schk.  Handb. 
II.  T.  192.  a.  Reichenb.  Ic.  f.  4840.  Engl.  bot.  t.671.  Hayne  Arzneigew. 
II.  T.28. 

An  AVegen,  Zäunen  und  Mauern,  auf  liebaueten  Plätzen,  Düng-  und 
Schutthaufen,    auf  hunioscm  oder  salzhaltigem  Boden,    sehr   häufig. 

Stengel  bald  mehr  bald  weniger  liegend,  selten  aufrecht,  behaart  oder  kahl.  Kronen  von 
l'/^"  im  Durchmesser,  ausgeschnitten,  hellj>urj,urn  mit  3  duuklern  Längslinien.—  Yariirt 
mit    weissen    Blumen. 

4.  ]?I.  vulgaris.  Jf^eg-Malve,  Stengel  nicderliegend  ; 
Blätter  herzförmig -rundlich,  seicht  5  —  7-lappig,  Blütenstiele  nach  dem 
Blühen  niedergebogen;  Kronblättcr  doppelt  so  lang  als  der  Kelch;  ]>üss- 
chen  eben,    mit  abgerundeten  Iländern. 

Tragus  Kräuterb.  16-30.  S.  292.  nel>st  Abbild.  Chi.  han.  68.  Reichenb. 
Ic.  f.  4836.  M.  rotundifolia  Koch  Sjn.  I.  142.  Schk.  Handb.  II.  T.  192.  a. 
Engl.  bot.   1. 1092. 

An  \Wegen,  Mauern,  Zäunen,  auf  Gartenbeeten  und  Kulturländern, 
auf  humosem  oder  salzehaltigem  Boden,  allgemein  verbreitet.  Juni  J»is 
September.  —   August  bis  Oetober. 

Blattstiel  lang,  Blätter  ungleich  gekerbt.  Bliitenstiele  meist  zu  4.  Kronen  von  G  —  7'" 
im    Durchmesser,     lila,     gegen    die    Basis    weisslich. 

S»,    ]TI.  rotundifolia.   Mundbliittrige  Malre.   Stengel 

niederliegend;  Blätter  herzförmig- rundlich,  seicht  5  —  7-lappig;  Blüten- 
sticlc  nach  dem  Blühen  niedergebogen,  Kronblätter  so  lang  als  der  Kelch; 
IXüsschen  netzig -grnbig   mit  vortretenden  Rändern. 


Althaea.  IWAI^TACEAE.  Hl 

LiNN.  Sp.  i>l.  969.  Chi.  han.  08.  Reichenb.  Tc.  f.  483.}.  M.  horealis 
Wallm.  in  LiLJEBL.  Sv.  bot.  nach  Fries  I>ov.  cd.  II.  218.  Reichere.  PI. 
crit.  I.  f.  38.  Roch  Syn.  I.  143.  M.  pusilla  With.  Arrang.  612.  Engl. 
hot.  t.241.     Fl.  dan.  t.l825. 

An  Wegen,  Feldrainen  und  Schutt,  auf  humushaltigem  Roden,  im 
östlichen  Theile  des  Gebiets,  ziemlicli  häufig  (iWA.  Wainemünde,  Ro- 
stock — ;  Pf.  Ualberstadt:  zwischen  den  Derenburger  \^  egen ,  im  Hars- 
leber  Felde;  "Westerhausen,  Halle — );  im  südlichen  Theile  selten  (Sehiv. 
Radia  — ;  Br.  Rörniclie  — ;  Lp.  Meienberg;  Pr.  fJ^.  Riclel'eld,  Münster 
vor  dem  Neuthore  rechts  am  Stadtgraben;  hier  die  Süd -Westgrenze  der 
Gesammtverbreitung  erreichend).     Juni  bis  August.  —  August,  September. 

3Ieistens    kleiner    und    Ijellgrüncr,     Stengel     dicker,     saftiger    als    an    A.  4.       Kronen    von 

2 i'/a'"  '""  Durchmesser,   IiellfleiscLfarlien,   fast  weiss.      Oberfl.iclie  der  >iissclicn  mit  seliarf 

eingedrückten ,    viereckigen   Vertiefungen. 

Verirrte    Pflanzen    dieser  Gattung,     einzeln   angetroffen,    sind   M.  Crispa    (Pr.  JV .    Ol. 

Hb.  Mh.)  und  M.  mauritanica  (Pr.  JV.  Mk.). 

Pharinaceutisch-  JfKedicinisches*    Art.  3  u.  4.  offieinell 

(Flores  Malvae  vulgaris  und  llerba  Malvae  minoris  1.  vulgaris).  l'or- 
walt.  Bestandth.  Schleim.  Anwendutifj  des  lirauts  und  der  Blüten 
im  Aiif'fjuss  oder  Ahhocliunif  in  Halskrankhciten  u.  s.  w.  als  beruhigendes 
Mittel,    äusserlich  zu  erweichenden   Umschläf/en,    Bädern  tt.s.w. 

ÖJCOnOtniJSCheS»  Art.  1.2.  Zierpflanzen  der  Gärten.  Sümmtliche 
Arten  yutcs    f'iehf'ntter  und  von  den  Bienen  besucht. 

».     AliTHAEA.     JEMBMSCH, 

LINN.    Gen.    n.  8-39. 

Kelch  5-spaltig.  Kelchbülle  6— 9-spaUig.  Kapsel  der  vori- 
gen Gatfiing.     Geschl.  Syst.  XVI.  5. 

Mehrjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Stauden.  Rlätter  meistens  mehr 
oder  weniger  gelappt.  Rlüten  in  den  Rlattwinhcln  einzeln  oder  büschel- 
weise,   auch  ährenartig  endständig. 

•1.  A.  officilialilS.  Ofjicineller  Mihisch.  Rlätter  eirund- 
rhombisch, nebst  Stengel  und  Kelchen  weichfilzig,  untere  mit  b,  obere 
mit  3  vorspringenden  F.clien,  ungleich  grob  gesägt;  Rlütenbüschel  kürzer 
als  die  Rlätter. 

LiNN.  Sp.  pl.  966.  Chi.  han.  69  (Bemerk.).  Roch  Syn.  I.  143.  Schk. 
Handb.  II.  T.  192.  a.  Reichenb.  Ic.  f.  4849.  Engl.  bot.  t.  147.  Hayne 
Arzneigew.  II.  T.25. 

An  Wiesengräben,  Rächen,  Hecken  und  zwischen  Gebüsch,  auf  feuch- 
tem etwas  sandigem  Roden,  vorzüglich  gern  an  salzhaltigen  Stellen,  im 
östlichen  Theile  des  Gebiets  ziemlich  häufig  {Mk.  Wu«trovv,  Markgra- 
fenheide, bei  dem  Schnatermann,  am  rechten  Eibufer  (ehedem  auch  Hn. 
am  linken  Eibufer  bei  Herrenhof);  Br.  Revcrstedt — ;  Pr.  Halberstadt: 
Hordorf  an  der  grossen  "V^'iesenbreite,  nach  dem  Schiffgrahenbruche  zu; 
Wegersicben,  Egeln,  Stassfurth,  Auleben,  Kölnic,  ]>ietleben  — ;  An. 
Schiflgral)eiibruch,  Damm  — ;  Schw.  bei  der  Numburg  — );  im  westlichen 
Theile  selten  {Pr.  f-V.  Rielefeld,  zwischen  den  Rruchgärten  u.  Rrannen- 
bruch,  Münster,  zwischen  Rösenzell  und  Albacht — ).  Juli,  August. — 
September. 

Höhe    2  —  4'.        Gänzlich    mit  sammctartigcm    grüulicligrancm    Filz    bedeckt.        Blalf|ilalte 

länger  als   der  Blattstiel.      Bltiten  kurz   gestielt,    in   wenigblütigen,   gedrängten    Tranben   mit 

nebenstehenden  einzelnen  Blüten,  die  ehern  ähreoartig  genähert.  Kronen  »on  1'2 — 14"' 
im   Durchiucsser,   hlassrosa. 


112  MAI.VACEAE.  Lavatora. 

«.    A.  Iiiri^uta.   Hteif  haariger  KihUch,  «lättci-  g:eKerl>t, 

nc'hst  «Iciii  Stengel,  lUütcnstklon  iin<l  Kclcliiii  alistelieiul  -  stt-ifliaaiig, 
liniere  nicicnl'öriiiig,  5-lappi^,  iniKlcre  Iiaiullorinig,   obere  lier-3-spallig. 

LiXi\.  Sj>.  pl.  96fi.  Chi.  hau.  69.  Koch  Sjn.  I.  143.  Reichem;.  Ic. 
f.  4816.     Jaco.  Fl.  auslr.  II.  T.  170. 

An  Hecken  und  Feldrainen,  auf  niagcrni  kalklialtigcin  Uod'en,  im  süd- 
westlichen Theile  des  Gebiets,  als  Aordgrenze  der  GesanimtverJireitung, 
sehr  selten  (//.v.  bei  Allendorl").     Juni,  Juli.  —    August. 

Der  A.  1.  sehr  tinähnlicli.  Ilolii-  1 — 1 '/^'.  Ilaare  Lorstciiartig,  aiif  Knülclicn  stellend, 
einfacb  oiler  unten  ästig,  zwisclicu  diesen  \nme  Sternhaare.  BlUfenstiele  steif  und  l-liliitig, 
äusserer  Kelcli  tief  8-spallig  mit  lanzelllicli  -  linealen  Zipfeln,  innerer  tief  .')  -  sjialtig,  uiil 
laiiiellförraigen    srlimal    zugespitzten    Zipfeln;     Krone    so    gross    h  ie    an    A.   1.,     Masslila. 

Pharmaceutisch-Medicinisches,    Officinell  (Uadiv,  Iler- 

ba,  Flores  Althaeae  seu  liisnialvae).  form  alt.  liestandth.  Schlei'tn, 
in  der  fViirzcl  noch  Slärlnnchl  und  Zucker,  in  Blättern  und  Blüten  auch 
Gerbsäure?  (Analyse  in  IJlciineu  Ilepert.  \LI.  .'368 — 383.).  An  Wendung 
vorziußlich  der  frurzel  als  Dceoct  oder  Auf'ijusx ,  auch  in  Pulverform 
ffefjen  JEntzündunfjen ,  beruhif/cnd  und  erweichend.  Präuarute  sind:  Sy- 
rupus,  Pasta,  Unguentum  Althaeae. 

technisches*  Die  ff'urzel  enthält  webbnre  Fäden,  auch  hat 
man^Papier  aus  ihr  bereitet. 

ÖlConOmisCheS»  Die  ff'urzel  essbar.  Die  Blüten  reichlichen 
Nahruntjsstoff'  für  die  Bienen   enthaltend. 

3.     liAVATERA.     Mj^VJLVMUK, 

LlNN.    Gen.    n.  84"2. 

Kelch  5 -spaltig.  KelcliliüUe  3-spallig.  Kapsel  der  vorigen 
beiden  Gattungen.  Geselil.  Syst.  XVI.  5. 

Mebrjährige  Rriiuler  (A.  1.),  Strauche  oder  Bäume.  Blätter  lappig 
oder  eckig.  Blüten  blattwinkcl  -  oder  endständig  in  Trauben,  Rispen 
und  einzeln. 

f  •    El.  tliiiringiaca.    Vhüringsche  MJavatere,    Stengel 

aufrecht;  Blätter  rundlich,  nebst  den  Kelchen  filzig,  untere  5-,  obere 
3 -lappig.     Blüten  einzeln,    langgesticlt. 

LiNN.  Sp.  pl.  973.  Chi.  hau.  69.  Koch  Syn.  I.  144.  Reicheinb.  Ic. 
f.  48.54.     Jaco.  Fl.  austr.  IV.  311. 

An  Wegen,  Zäunen  und  Waldrändern,  auf  etAvas  huniushaltigeni  Bo- 
den, ziemlicb  häufig  im  süd- östliclien  Theile  des  Gebiets  {Pr.  lieldrun- 
gen,  Halle:  hinter  Krölhvitz,  am  Lindberge,  in  der  Elsteraue;  Qued- 
linburg, llalberstadt  an  den  I^andstrassen ,  am  Ilakel  hinter  Iladmers- 
leben,  Egeln;  Aschcrsleben,  Ilecklingen — ;  iVc/n»;.  Sendershausen,  Fran- 
kenhausen, ]\auinburg,  Badra — ;  die  nördliche  und  •westliche  Grenze 
des  Vorkommens  in  Deutschland  am  nord- östlichen  Harzrande  erreicbend, 
indem  sie  bei  Höxter  (Jüngst  Fl.  v.  Bielefeld)  wahrscheinlich  nur  yer- 
wildert  vorkommt,  am  Sollinge  aber  nicht  >yächst).  Juni,  Juli.  —  Sep- 
tember. 

Stengel  2  —  4'  lioeli.  IHlilter  späterhin  zum  Theil  kahl  werdend,  Blattstiele  länger  als 
die  IJlattplatte.  Blütensticlc  langer  oder  liiirzer  als  die  Blattstiele.  Kronen  ^on  'J"  im 
-riiircbmesser,     rosa. 

Gmn'i:RBi.iCHES. 

OJeonOtniSCheS»  Zierpflanze  der  Gärten.  Den  Bienen  reichliche 
I\'ahrttn(f  gebend. 


Tilia. 


TILI  ACE  AE.  113 


XVII.    XIIilACEAK. 

JVSS.    Gen.    -^89.     Secf.  II.     G..U.    ausgcsclil. 

Kelch  1— Ö-Llältiig  mit  klappiger Kiiospcnlage.  Ki-onhläUer 
4  —  5,  unterstäiulig,  meist  in  unbestimmter  3Ienge,  frei  oder 
an  der  Trägerbasis  selnvaeh  in  einen  Ring  oder  unbestimmte 
Bündel  verwachsen^  Beutel  aus  2  längs  aneinanderliegenden 
Fächern  gebildet.  Fruchlknote  4— 10- fächerig,  mit  2  -  oder 
mehreiigen  Fächern;  Farben  von  der  Zahl  der  *  aeher,  aiit 
einen  Griffel  vereinigt.  Samen  mit  fleischigem  Enveiss.  Keim 
gerade,  das  Würzelcben  zum  INabel  gewandt ,  Keimblätter 
flach.  —    Blätter  wechselsländig  mit  hinfälligen  i>ebenbla(tern. 

Torkoininen.  Die  bfi  uns  ciulit'imischen  Alten  den  tiefen  liumoäcn 
Santlhotlen  der  Niederungen  andeim  vorziehend,  im  Gebirge  Granit  lie- 
bend, aucli  in  Freilagen  und  auf  flaeligründigem  Boden  noch  gut  fort- 
liomniend ;  strengen  Thonboden ,  eisenhaltigen  Boden  und  Torfgrund 
meidend. 

Gehalt,  ff'cnif/  medtriitischc  Nutziiufj  anbietend.  In  den  Blüten 
viel  Schleim,  ätherisches  Öl,  Zucker,  Ba'lsaniharz,  Pflanzenwachs;  in 
der  Rinde  Gerbe sto ff.     In  der  Asche  die  Erden  vorwaltend. 

1.     TIIilA.     IjINnM. 

I^INN.    Gen.    n.  ÜÖO. 

Kelch  5-blättrig,  abfällig.  Kronblälter  5,  mit  oder  ohne 
Schuppe  auf  der  Basis.  INuss  durch  Fehlschlagen  1 -fächerig, 
1-2- sämig.     Geschl.  Syst.  XIII.  1. 

Hohe  Biiume  mit  tief  und  weit  gehendem  Wurzelbauc,  rund  abge- 
wölbter dichtlaubiger  Krone,  spaltbarem  zähem  Bast,  wohlriechenden 
Blüten,  deren  Stiele  mit  herablaufenden  Dechblättern  versehen  sind. 
Keimen    mit   über    die   Erde    tretenden,    fingerförmig   geschlitzten    Keim- 

*    I^'t.  iiarvlfolia.    Kleinblättrige  (Jnnter-)Xiinae. 

Blätter  beiderseits  unbehaart,  unterseits  meergrün,  mit  rostfarbenen  Bärt- 
chen  in  den  Aderwinkeln;  Doldentrauben  aufrecht,  viel  (5— -7  — 9-)blütig, 
selten  wenig  (3-)blütig,  Lappen  der  ]>arl)e  später  horizontal  ausgebreitet; 
Früchte  krustig,  undeutlich  5 -hantig. 

Ehru.  Alb.  e\s.  n.  6.  Beitr.  V.  1.59.  Chi.  han.  7(i.  Koch  Sjn.  I. 
14-5.  SciiK.  Uandb.  II.  T.141.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  19  (T.  cordata). 
Beichenb.  Ic.  f.blST.a.ß.y.  Fi.  dan.  t.  55.3.  Engl.  bot.  1. 1705.  ^AY^E 
Arzneigew.  111.  T.46.     T.   curopaea  J'.    Linn.  Sp.  pl.  733. 

b.  intermedia.     Die  mittlere.     Blätter  grösser,    unterseits  weniger 

meergrün  und  tlie  Bärtcheu  weniger    gefärbt. 

T.  intermedia   ÜE  Cand.  l»rodr.  1.  513  (mit  AussrM.iss  von  T.  »nlgarls  Hayne 

luul  Svcnsk  Lot.    t.40.).      KoCH  das.   (mit  AusscLluss  der  Citatc  von  HaynE  ii.   SWITH). 

In  Yorhölzern  und  ATäldern  der  Ebene  und  des  Gelnrgs,  auf  lockerm 
leichtem  auch  steinigem  Boden,  häufig  eingesprengt;  b.  hier  und  da  zwi- 
schen der  Uauptart,  besonders  in  der  Nähe  von  Ortschaften.  Laubaus- 
schlag Mitte  Mais.  Abfall  Ende  Octobers.  Blütez.  Ende  Juni  bis  Ende 
Juli.  —    October. 

Stamm  niedriger  und  scliwäolior  .ils  >on  A.  2. ,  Rinde  brauner  und  feinrissiger,  Holz 
von  groliercr  Textur,  härter  und  weniger  weiss.  Bchul.ung  weniger  diclit,  Blätter  bcträcbt- 
lieli  kleiner,  rundlicher,  meistens  tief  und  regelmässig  bemforniig,  seltener  seichter  herzför- 
mig ausgeschnitten  oder  schräg  gcsluUt,  hläulichgriin ,  im  Herbste  dunkel  bluugrün.  Blüten 
klein,  bleich  (weissgelb);  Staubfäden  völlig  frei.  Früchte  klein,  dünnschalig.  —  Variiil 
mit   grössern  und  dann  weniger  bläulich  gefärbten  Blättern,    mit  plötzlich  lang,    fast  lineal  voi- 


114  TIL.IACEAE.  Tilia. 

gezogener,  seltener  uiit  wenig  vorlrelcnder  Itluilspilzc,  und  nooli  seltener  mit  last  lappig  ein- 
gescLnillencm  Saum  (Engl.  bot.  f.  170.T.),  ferner  nach  Gestalt  iin.l  Lange  der  Declil.latter, 
und  mit  Frikliten,  die  bald  langliclier  bald  rundlicher  sind,  bald  in  eine  Spitze  auslaufen, 
bald    abgerundet,    auch    wohl    eingedriicht    erscheinen. 

!3.    T.  grandifolia.    Grossblättrige  {Sommer-) Etin- 

de»  Blätter  heitlerseits  grün  iiml  l.iirz  Ix-liaart' oder  olierscit.s  l;;tlil,  iiii- 
tcrseils  mit  ungefärbten  Bärtchen  in  den  Atlerwinkehi ;  Dolileiitraube 
hängend,  wenig  (meist  3-)bliitig,  Lappen  der  Narbe  aul'reclit;  Früehtc 
holzartig,    erhaben  5-rip])ig. 

Ehrh.  Arb.  exs.  n.  8.  Beitr.  V.  158.  liocii  Sjn.  I.  145.  Sciik.  Ilandb. 
II.  T.  141.  T.  europaea  Chi.  han.  70.  Reit.  u.  ^Vbel  Holzart.  T.  18.  T. 
pauciflora  Uayne  Arzneigew.  III.  T.  48.  T.  platyplnllos  Scop.  Tl.  carn. 
I.  373.     Beichenb.  Ic.  f.  5139.  «  —  y. 

b.  niultillora.     Die  reiehblütige.     Blätter  oberseits  meistens  kahl, 
Doldenlrauben  reich  (5 — 7-)bliitig,  Früclitc  oft  nur  schwach  5- rippig. 
Tilia  vulgaris   Hayne   das.    T.  47.     Beichenb.  Ic.  f.  5138.     Engl.  bot. 
t.  610  (T.  europaea). 
In  Vorhölzern    und  \^^äldern    der   Ebene    und   des  Gebirgs,    auf  tief- 
gründigem   leichtem  Boden,    nicht    so  häufig    als  A.  1.,    in  der  INähe  von 
Ortschaften  nur  durch  Pflanzung  verbreitet.     Latibausschlag  Anfang  Mai's. 
Abfall  Mitte  Octo]»ers.     Blütez.  Mitte  Juni  bis  Mitte  Juli.—    September, 
Anfang  October. 

Blätter  gross,  weichhaarig,  meistens  ungleich  und  nicht  tief  heriförmig  ausgeschnitten, 
sehr  oft  schräg  gestutzt,  öfter  eirund  als  rundlich,  mit  meistens  nicht  sehr  lang  vorgezo- 
gener Spitze,  beiderseits  gelblichgriin ,  nur  unterseifs  blasser,  im  Herbste  trüb  braiingrün. 
Blüten  grösser,  Staubfäden  an  der  Basis  sehwach  in  Bündel  verwachsen,  stärker  gelb  ge- 
färbt, auch  die  bald  mehr  bald  weniger  eckigen  Früchte  grösser  als  an  A.  1.  —  '^arürt 
auf  ähnliche  Weise  wie  diese,  und  kommt  nicht  selten  mit  fast  kahlen  Blättern  vor.  Die 
Spielart  b.  unterscheidet  sich  im  Grunde  nur  durch  die  reichblütigen  Doldentranben ,  mit 
denen  häufig,  jedoch  nicht  immer,  weniger  behaarte  Blätter,  kaum  kleiner  als  an  der  Ilaujit- 
art,  verbunden  sind.  HayNE's  Abbildung  der  T.  vulgaris  gie)>t  ein  treues  Bild  dieser 
Form  ,  nur  ist  im  hiesigen  Exempl.  seines  Werks  die  untere  Blalfscilc  irrig  meergrün 
colorirt,  während  die  Beschreibung  sie  richtig  blassgrün  angiebt.  Dass  diese  T.  vulgaris 
nicht  lu  T.  parvifolia  gehöre,  ergiebt  sich  ausserdem  durch  die  in  der  Abbildung  sowohl 
als   der  Beschreibung  aufrecht  dargestellten  Narbenlappen. 

Pharmaceutisch-JtKeilicinisches«    Die  ßlaten  beider  of'fi- 

cinell  (Flores  Tiliae).  t'orw  ult.  lie  s  Inndth.  ätherisches  Ol,  eiseui/rü- 
nender  Färbestoff  und  Zucker  (Analyse  in  Pharm. Ceutralbl.  1S37.  S.615). 
Anwendung  im  Thecauf'fjuss  als  krampf'stillendes  beruhigendes  schwach 
diuretisches  Mittel.     Aqua  flor.   Tiliae  als  Prihtarat. 

technisches  u.  ÖTe anomisches ,  Der  Baum  eine  Zierde  für 
Parks  M.  Alleen.  Brennwerth  des  Holzes  vom  Stamm  '/a »  nl"  Knüppel 
^li  des  Buchenholzes ;  rasch  mit  wenig  liohlenglut  verbrennend.  Dauer 
im  Trockenen  mittelmässig ,  im  Nassen  gering.  Spaltigkeit  u.  Elasti- 
cität  mittelmässig.  Festigkeit  gegen  das  Zerreissen  gross,  gegen  Zer- 
brechen mittelmässig.     Dichtigkeit  gering  aber  gleichmässig,  daher  schi 


Textur  bei  einer  i'öthlichweissen  Farue.  Austrocknung  schnell  unter 
starkem  Zusammenziehen ,  ohne  zu  reissen  oder  sich  zu  werfen.  Gewicht 
grün  54  Pf.  der  IMi.  F.,  waldtrocken  40  Pf.  Sehr  gesucht  zu  Tisch- 
ler-, Drechsler-  und  Schnitzarbeiten.  Bast  zur  .Anfertigung  von  Mat- 
ten, Bastschuhen,  Stricken  u.s.w.  Laub  getrocknet  ein  niitlelniässiges 
Schaaffuttcr ,  linospen  ein  gutes  Rothwildfutler  im  fß'inicr.  Blüten 
für  die  Bienenzucht  besonders  wcrthvoll.  Saft  gleich  dem  Birkensaft 
anwendbar.     Kohle  leicht,  fest  und  rein,  zum  Zeichnen,  zur  Fabrikation 


Hypericum.  HYPERICINEAE.  115 

vo„  Sc/iies.ymlvcr  u.s.w.  .ischoncytrun  von  1000  Pf.  Holz  11  Pf. 
Asche,    1  Pf.  21  Lfh  Pottasche. 

forstliches   Verhalten,    Natürliches  Alter  800  bis  1000  J., 

wirthschaftlich  vortheilhaftestes :  als  Baumholz  60—80  J.,  als  Schlaf/ - 
holz  20—25J.,  als  Rcisholz  8—10  J.  Jährlicher  Durch  schnit  ts- 
ZHwachs  als  Schlatjhholz  d.  hnnnöv.  Morft.  zwischen  50  ti.  60  Kuh.  F. 
Av  s  schlatf  sfähifjkcit  vom  Stock  und  der  fVurzel  sehr  gross.  IVur 
mässifje  Bcschattunf/  in  der  Jugend  vertrar/end,  später  freien  Stand 
verlangend.  Belauhung  dunkel  und  verdämmend,  aber  gleich  der 
Buche  den  Boden  verbessernd. 

XVIII.     HYPERICI^EAE. 

I)E    CA^'D.    rj.    fian<^.    \\.    860. 

Keleh  4 — 5-blättrig  o/lcr  4  — 5-thcilig,  hleibend.  Kronblät- 
ter 4 — ö,  imterständig,  in  der  Knospe  und  nacb  dem  Verblühen 
ZHsammengedreht._  Staubgefässe  uiibestimuit  viele,  an  der  Basis 
der  Träger  in  3,  5  liündel  vereinigt  (3  —  5  brüderig);  IJeutel, 
auf  dem  Rücken  angebeftet,  beweglich.  Fruchtknote  frei,  3- 
oder  5-fächerig,  mit  vieleiigeu  Fächern.  Samenpolster^mittcl- 
ständi^  oder  an  den  einwärts  gebogenen  Räudern  der  Klappen 
befestigt,  (iriffel  3,  5,  selten  in  einen  verwachsen.  Samen  ei- 
weisslos.  Keim  gerade,  das  AVürzelchen  zum  Nabel  gewandt. — 
Blätter  gegenständig,   ohne  IXebenblätter. 

17nrkoniiuen.  Die  bei  uns  einheimischen  Arten  bodenvag,  doch  mit 
Vorliebe   für   Sand. 

Gehaltt  Als  eigenthümliche  Stoffe  rothes  Färbeharz  und  gerbestoff- 
artiger  gelber  Färbestoff,  neben  bitterm  Extractivstoff  Gmnmi,  Eiweiss  — • 
in   den  Blüten   mehrerer. 

1.    HYPERieiJ]?!.    UAnTBJEtr. 

JLiNN.    Gen.    n.    <M)2. 

Kelch  5-blättrig  oder  5-lheilig.  Kronblätter  5.  Keine 
Schuppen  zwischen  den  Slaubgefäs.sbündeln.  Griffel  3.  Kapsel 
3 -fächerig.        Geschl.    Syst.    XVIII.  3. 

Mehrjälirige  Kräuter  (Sträuche  oder  Bäume)  mit  seitcnrippigen,  ganz- 
randigen,  meistens  durchsichtig  punctirten  Blättern.  Blüten  in  Trug- 
dolden gabel-,    blattwinhel-  und  endständig.     Kronen  gelb. 


K  c  1  c  1.  b  1  ä  1 1  c  I 


1.  H*  Kiiiiiifiisiiiii.  Iiiegenaes  Martheu»  Stengel  lie- 
gend, fadenlormig,  sehnüch  2-i;antig;  Blätter  gleichbreit-länglich,  Kelch- 
blätter oval- länglich,    stumpf  mit  kurzer  Stachelspitzc. 

LiNN.  Sp.  pl.  1105.  Chi.  hau.  89.  Koch  Syn.  I.  146.  IIeichenb.  Ic. 
f.  .5176.     Fl.  dan.  t.  141.     Engl.  bot.  t.  1226. 

Auf  Triften,  Achern,  Brachen  und  lichten  Waldpläfzen,  auf  feucli- 
tem  Sand-  und  Lehmboden,  häufig.  Juni  bis  September.  —  August  bis 
October. 

Stengel  in  bitscheligcn  Kreisen  am  Boden  liegend,  2  —  6"  lang,  dicht  beblättert. 
Blätter  mit  wenigen  oder  keinen  Diircbscboinpiincten.  Triigdolden  kurz  und  «enigblütig.  — 
Einige  (BEICIIENBACH  Fl.  .sas. ,  AViMMER  Tl.  v.  Schlesien,  v.  BÖTVNINGHAÜSETV  — ) 
geben   die   Kelchblälter   l.ingcr   als    die    Kronbliitter  an.      Bei   uns   sind   sie   um    '/j   kürzer. 

^*  H.  perforatiint.  Gemeines  Hartheu*  Stengel  auf- 
recht,  2-kantig,    Blätter  oval -länglich,    Kelchblätter  lanzettförmig. 

Link.  Sp.  pl.  1105.    Chi.  hau.  88.     Koch  Syn.  I.  146.     Sturm  Deutschi. 


116  HYPERICIKEAE.  Hypericum. 

Fl.   II.  18.      Reichenb.  Io.    I".  .5177.     Fl.  d.m.   t.  1043.     Engl.  l.ot.   t.  295. 
Hay^e  AiziK'igi'w.  \III.  T.  42. 

Aufwiesen,  an  Zäunen,  Wegen  und  in  Torliölzcrn,  auf  lelimigem 
und  thonlialtigem  aber  auch  auf  lioeliencni  Sandhoden,  sehr  häufig.  Juni 
Ins  Septemher.  —    August  his  Octoher. 

Blätter  durchsichtig  piinctirl.  Triig.lol.lcii  rispeiiartig,  rcichhlülig.  Illiiton  gross.  Variirt 
mit   schiiihlcrn    und   mit   Meinern    Itlaltrrn. 

3.  !!•    qiiadraiisiiluni.      VierTeantiges   Martheu* 

Stengel  aufrecht  4-l.autig;    lllätter  oval,    KelchhliiHer  eirund,   stumpf. 

LiNN.  S|>.  pl.ll04.  Chi.  hau.  88.  Koch  Sjn.  I.  146.  Ueichenb.  Ig. 
f.  5178.     Engl.  bot.  t.296  (U.  duhiuni). 

In  Waldungen,  Hainen,  au  Hecken  und  auf  Wiesen,  auf  feuchtem 
hunnishaltigeni,  auch  auf  sandig  magcrm  Boden,  häufig.  Juli,  August. — 
Septemher. 

nie  Kauten  des  Stengels  fadenslark ,  die  beiden  schwächern  auf  trockenem  Standort  sich 
fast  verlierend.  Bl.itler' breit ,  meistens  gar  nicht  oder  ivenig  durchsichtig  punctirt,  in  an- 
dern Fallen  dicht  punctirt  (II.  quadrangulum  v.  jierfoliatum  Chi.  lian.  das.,  H.  dnhium 
Leers.  ,  H.  commuf.ilum  I>oltc  REICIIENB.  das.  f.  .SISO.),  stets  .il.er  die  Pnnctc  ivcnig  durch- 
sclicinend.       Trugdoldcn    rispenarlig .    rcicidilülig.       «il.len    gross. 

4.  H.  tetrapteruni.  Vierflügeliges  Bartheti,  Sten- 
gel aufrecht,  üügelhautig- vicrechlg;  Jllätter  oval,  Keichhlätter  lanzett- 
förmig,  zugespitzt. 

Fries  TNov.  11.  suec.  ed.  I.  94.  Chi.  han.  87.  Koch  Svn.  I.  147.  Rei- 
CHENB.  Ic.  f.  5179.  II.  quadrangulare  Fl.  hrit.  II.  801.  Engl.  hot.  t.  370. 
Fl.  dan.  t.640.     Hayine  Arzneigew.  \IIT.  T.  43. 

In  Vorhölzern,  aufwiesen,  an  Rächen,  Graben  und  Sümpfen,  auf 
nassem  huniosem  und  sauerhumoscm  Roden,  häufig.  Juli,  August. — 
September. 

Die  häutigen  Kanten  des  Stengels  fast  1'"  hreit.  Blatter  hrcit,  dicht  und  fein  durch- 
sichtig  punctirt.       Trngdolden    dichthliitig.      Blüten    li.ilh    so    gross    als    au    -1.  3. 

■*    Kclchhlüttei    drüslg-ge«  impert. 

5.  H.  elegansi.    Xierliches  Martheu»    Stengel  aufrecht, 

sch-vvach  2-hantig;  RläCter  aus  herzförmig-umfassender  Rasis  hurz-lan- 
zettförniig,  stumpf;    Kelchblätter  lanzettförmig,  zugespitzt. 

Steph.  in  Y^iLLD.  Sp.  pl.  III.  1469.  Chi.  han.  90.  Koch  Svn.  E  147. 
Reichexb.  Ic.  f.  5190.     H.  Kohlianum  Spr.  fl.  hal.    ed.  I.  214.  t.  9. 

An  sonnigen  Felsen  und  Hügelabhängen,  auf  Kall;-  oder  Saudstein- 
boden, im  südlichsten  Theile  des  Gebiets  selten,  und  die  IXordgrenze 
seiner  geringen  Verbreitung  in  Deutschland  erreichend  {Pv.  Halle:  Renn- 
städt  rechts  von  der  Chaussee  nach  Langenbogen,  verliert  sich  indes- 
sen— ;  Schw.  Radra,  Frankenhausen — ;  in  Ilii.  am  Thosmarberge  bei 
Hildesheim  durch  V^'eganlageu  untergegangen  und  vielleicht  nur  durch 
Gärtner  ange§äet  gcAvescn).     Ende  Mai  bis  Juli.  —    September. 

Kanten  des  unbehaarten  Stengels  im  Hcrablaufen  sieh  verlierend.  Blätter  gegen  die 
Spitze  geradlinig  verschuiälert  ,  dicht  durchsichtig  punctirt.  Trngdolden  astreich,  gross, 
loeherblutig.      Blüten   gross,    wcisslichgelb.      Samen  fein   punctirt. 

6.  H.  l»1llclir»lll.  Schöne«  MartheU»  Stengel  aufrecht, 
rund;  Rlätter  aus  herzförmig -umfassender  Rasis  eirund,  stumpf;  Kelch- 
blätter umgekehrteirund  -  oval ,    mit  fast  sitzenden  Drüsen  besetzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1106.  Chi.  hau.  90.  Kocu  Sjn.  T.  148.  Reicuenb.  Ic. 
f.  5185.     Engl.  bot.  t.  1227. 

In  Wäldern,  Vorhölzern,  auf  Wald-wieseii  und  Triften,  auf  warmem 
sandigem  aber  auch  auf  humosem  Roden,  liäufig.  Juni,  Juli.  —  Sep- 
tember. 

Stengel   entfernt  beblättert,   unbehaart,   meist  schon    roth  angelaufen.      Blätter  unten  meer- 


Elodes.  HYPERICINEAE.  117 

grün,  gross  und  entfernt  durclisiclitig  piinclirt,  gegen  ilic  Mitteliippc  zu  unpunetirt.  Triig- 
dolden  rispenartig   verlängert   und    scLinal.      Blüten   ziemlieli   klein,    Kronen   goldgelb. 

9*    H.  niontaniiin.    Berg-Martheti.     Stengel  auficeht, 

rund;  Blätter  aus  hcrzlorniig  unifasseiider  Itasis  eirund- ländlich,  unten 
schärflich;  KelchJ»lättcr  länglich -lanzettförmig,  mit  langstieligen  Drüsen 
besetzt. 

LiKN.  Sp.  pl.  1105.  Chi.  han.  89.  Koch  Sjn.  I.  148.  Reichenb.  Ic. 
f.  5187.     Fl.  dan.  1. 173.     Engl.  hot.  t.  371. 

In  Wäldern,  Hainen  und  Wiesen  der  Berg-  und  Iliigelgegenden,  auf 
Kalk-,  Sand-  und  Lehmhoden,  häufig.     Juni  his  August. —    September. 

Stengel  entfernt  nnd  naoli  oben  zu  wenig  beblättert,  unbebaart.  Blätter  grösser  als  an 
sämnitlleben  übrigen  Arten  (  1*/.| — 2"  lang,  ^4  —  1"  •"«^'t )  >  ""•'  «lic  obern  durcLsicbtig 
punetirt.  Trugdoldcn  wenigblUtig,  fast  kopfartig  gedrängt.  Krönen  blassgelb.  Samen 
fein    punetirt. 

S.  H»  hirsiitviin.  Baariges  Bartheu,  Stengel  auf- 
recht, rund,  nebst  den  kurz  gestielten,  länglichen  oder  länglich  -  lanzett- 
förmigen Blättern  behaart;  Kelchblätter  eirund -lanzettförmig,  mit  lang- 
stieligen Drüsen  l)esetzt;    Samen   seidenhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1105.  Chi.  han.  90.  Koch  Svn.  I.  148.  REICHE^B.  Ic 
f.  5189.     Fl.  dan.  t.  802.     Engl.  bot.  1. 1156. 

In  Wäldern,  Ilainen  und  Gebüsch,  auf  Kalk-  oder  Sandboden,  häufig. 
Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  bald  niebr  weicb-  b.ild  rauhbaarig.  Blätter  mit  ungleicb  grossen  Punctcu  dureli- 
sicbtig  punetirt.        Trugdoldeu    rispenartig   verlängert    und    sebmal. 

JPharmaceutisch-Medicinisches»    A.2.  bis  in  neuere  Zeit 


Dasejn  wirliSfinier   Kräfte. 

ÖlCOnoniiScheS»  Rother  Färbestoff'  (Hypericonroth,  Anthokyan), 
mit  fVcinifeist  ans  den  lironcn  nnd  qelber  Fnrbestoff'  ans  diesen  mit 
kaltem  ff 'asser  f/ezo)/en,  ist  zum  Färben  im  Hansffebranck  anwendbar, 
und  dient  in  einirjen  fieffenden  nanientlieh  zum  Färben  des  Branntweins. 
Art.  3.  3  und  6.  als  Zierpflanzen  zu  empfehlen. 

!9.     EliODEii».     SWTMJPFBmWT. 

SpacII    Anual.    d.    scienc.   nat.    V.    171. 

Kelch  5 -f heilig.  KronJilätter  5.  Bodenständige  gespaltene 
Schüppchen  in  abwechselnder  Stellung  mit  den  Stanl»s;efäss- 
hündeln.     Griffel  3.     Kapsel  t- fächerig.     G.  Syst.  XVIII.  3. 

Mehrjährige,  feinfilzige  Sumpfkräutcr  mit  nervigen,  ganzrandigen, 
durchsichtig  punctirten  Blättern.     Blüten  in  Trugdolden. 

1.    E.  palustris.    Kriechendes  Suntpfheu,     Stengel 

niederliegeiul,    am  untern  Ende  >vurzelnd,    Blätter  5 — 7 -nervig. 

Spach  das.  172.  Beichenb.  Ic.  f.  5182.  Hypericum  elodes  Linn.  Sp. 
pl.  110(1.  Chi.  hau.  91.  Koch  Svn.  I.  148.  Scuk.  Handb.  HI.  T.  213. 
Engl.  bot.  1. 109. 

In  Sümpfen  und  Mooren,  besonders  auf  Torfhoden,  auf  den  nord- 
westlichen Theil  des  Gebiets  beschränkt,  aber  hier  häufig  (Iln.  Veen- 
husen  im  Hochmoore  bei  Aurich,  Papenburg,  Estcrv^-ege,  Bersenbrück, 
Yörden,  Hunteburg,  Diepholz,  Lchmförde,  Entenfang  bei  Celle,  Hildes- 
heim als  südlichstes  und  östlichstes  Yorkommcn  im  Gebiete;  Ol.  Jever, 
Yechta,  Edoveclit,  Ibbcn]>übren — ).     August,  September.—    October. 


,on<ler 
.arig. 

L'llCU 

Basis    eir.in.l-, 

Trug.1oliU-i.    c 

l.ra....ca    Dri.so.. 

r..ml 

in<h, 

uud 

flzt; 

118  ACERIMEAE.  Acer. 

Stengel  ruu<I ,  3  —  6"  lang,  liUtter  aus  licrzfurmig  unifasi 
nel>»t  dem  Stengel  bald  mehr  liald  weniger  lerworrcn  gliederli, 
seitensländig,  5  —  10-I>liilig.  Kelclillicilc  eirund,  mit  gislii 
Kronen    über    do]>pelt    so    lang   als    der    Helcli,     lilassgelli. 

XIX.     ACEKIIVEAE. 

De    Cam).    TliCür.    ed.  II.    -JiJ-. 

Kelch  5-,  sc'Uenei*  l-theilig.  Kroiil)lätt('r  5,  .sclfciier  4,  meist 
UDgefärlif,  einer  unlerstäiuligen  drüsigen  Scheibe  eingesetzJ, 
bisweilen  gar  keine.  Slaiihgeftisse  8,  sellener  4  —  12,  ans  elien 
so  vielen  Gruben  der  Seheibe  enisnringend,  frei.  Frnehlknolc 
2-fäeherig,  Fächer  2-eiig.  GrilVel  1,  uiil  2  Farben.  Frucht  2 
zusammengedrückte  ]Nüsse,  mit  eiuem  starken  Fliigelf ortsalz 
aufdemKieh  von  unten  her  vom  ausdauernden,  fädliehen,  ge- 
theilten  Fruchfträgcr  sieh  ablösentj.  Samen  eiwcisslos.  l\eim 
gekrümmt,  mit  breiten  unregelmässig  gefalteten  Keimblättern.— 
lilätler  gegenständig,   ohne  iXebenbläHer. 

Uorkonimen.  Die  l)ei  uns  eiiihciiniscliL'ii  .Vrtcii  gchiigigo  Lage  lie- 
Iteiul,  einen  tiefen  humusreichen  Boden  verlangend,  im  nassen  oder  dem 
\'^'^asserühertritt  ausgesetzten,  im  Sumpf-,  im  magern  Sand-  und  im 
Thonltoden  nicht  fortkommend. 

Gehallt  Zucherreicher  Saft  im  Stamme,  ausser  Zucker  einiye  wcitt- 
tind  cilroHcnsnure  Salze,  aber  weder  Schleim  noch  freie  Pflanzcnsüure 
enthaltend,    weshalb   der  Zucher  leicht  hrystallisirbar  ist. 

1.     AC£R.     JLMOnjV. 

I.1KN.    Gen.    n.   ll.').i. 

Blüten  vielehig.  Kelche  5-theilig.  Kronldätter  5.  Staub- 
ffcfässe  meistens  8(5—10).  G«'paarte  i -sämige  Flügelnüsse. 
Geschl.  Syst.  XXIII.  i.  (VIII.  1.). 

Bäume  (Art.  1.2.)  oder  Striiuche  (A.  3.  meistens)  mit  tiefgehendem 
Vi^urzelhau,  regelmässig  ahgewöihten  Kronen  (Art.  I.  2.)  und  gegenstän- 
«ligen  Ästen,  in  den  Knospen  fächerartig  gefalteten,  lappigen  (selten  ge- 
fiederten) Blällern.  Blüten  in  Traulien  oder  üoldentranlten.  Keimen 
mit  üher  die  Erde  tretenden   langen,    schmalen  Keinil>lättern. 

1.    A.  Pseiidoplataiius.    ]V^al<l-yt/torn.    Blätter  hand- 

förmig -5- lappig,  nuten  graugrün,  mit  stumpf  eingesclinilten-gesägten 
Lappen;    Trauhen  hängend. 

LiNiv.  Sp.  pl.  1495.  Chi.  han.  78.  Kocu  Syn.  I.  119.  Scuk.  Handh. 
TV.  T.a5I.  F.  1.  Beit.  u.  Abel  T.  18.  Ueicuenh.  Ic.  f.  4829.  Fl.  dan. 
t.  1575.     Engl.  hot.  t.  .303. 

Tu  Waldungen  untl  Yorhölzern,  auf  humosem  Boden,  in  der  südlichen 
Hälfte  des  (Icbiets  ziemlich  häufig  eingesi>rcngt,  am  Harze  his  zu  1800' 
Höhe  steigend,  und  in  der  Linie  des  Deisters  hei  Hannover  und  der 
Waldungen  zwischen  Braunsclnveig  und  dem  Harze  die  jNordgrciize  des 
Yorliommcns  in  Deutschland  erreichend.  Laul)ausschlag  Anfang  Wai's. 
Ahfall  Mitte  Octobcrs.  Blütez.  nach  Anfang  Mai's.  —  Septemher, 
Octol)er. 

Variirt  mit  unterscits  weiebliaarigen  in  der  Jugend  fast  fiUigen  Ulättern  und  Ulaitstielen, 
mit  stumpfem  und  spitzem  Blaltlappen ,  die  an  einzelnen  Inditiduen  auch  schmal  und  fast 
l.is  zur  Blatlbasis  eingeschnitten  vorhommen  (v.  palmifolium  Chi.  bau.  79.).  Eine  H  Tage 
spater  blühende  und  ihre  Früchte  reifende  Spielart  bat  kleineres  Laub,  mehr  nach  der  Blatt- 
spitze    gerichtete    Lappen    der   Blätter    und    parallel   aufwärts    siehende    Samenfliigel. 

«.    A.  plataiiolde».    Spitz- Ahorn.    Blätter  haudfömiig 


Acer.  ACEBIMEAE.  119 

5  —  7-Iappig;  beiderseits  grün,  mit  scharf  zugespitzt -eckigen  Lappen; 
Dol(lentraul>e  aufrecht;    Samenflügel  sperrig- abstehend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1496.  Chi.  han.  79.  Koch  Syn-  I.  149.  Schk.  Handb. 
rV.  T.351.  Reit.  u.Abkl  Holzart.  T.  14.  Reichenb.  Tc.  f.  4828.  Swensk 
bot.  t.86. 

Tn  Waldungen  und  Vorhölzern,  auf  Irischem  humosem  Roden,  im 
südlichen  Theile  des  Gebiets  eingesprengt  und  weniger  häufig  als  A.  1., 
am  Harze  bis  zu  1400'  Höhe  steigend,  und  die  IVordgrenze  der  Verbrei- 
tung in  Deutschland,  welche  gegen  V^^esten  sinkt,  etwas  früher  als  A.  1., 
erreichend.  Laubausschlag  Anfang  Mai's.  Abfall  gegen  Mitte  Octobers. 
Rlütez.  gegen  Ende  Aprils.  —    Ende  Septembers. 

Stamm  weniger  liocli  und  stark  als  A.  1.  Rinde  glatt  und  Blatter  freudiggrün.  Junge 
Triebe  und  Lauli  miklisaflig.  Blüten  schön  grüngelb  und  doppelt  so  gross  als  die  grün- 
licbcn   Blüten    ^on    A.  1. 

3.    A.  cainpestre.    Feld-JLhorn,    Rlätter  herzförmig-5- 

lappig  mit  stumpfeckigen  oder  ganzrandigen  Lappen;  Doldentrauben  auf 
recht;    Samenflügcl  wagcrecht  gerichtet. 

LiNN.  Sp.  pl.  1794.  Chi.  han.  79.  Koch  Syn.  I.  149.  Schk.  Handb. 
rV.  T.  353.  F.  8.  Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  25.  Reichenb.  Ic.  f.  4825. 
Fl.  dan.  t.  1288.     Engl.  bot.  t.  304. 

In  Hecken,  Feldbüschen  und  Vorhölzern,  auf  humosem  Roden,  sehr 
häufig.     Mai.  —    October. 

Selten  zu  einem  geringen  Baum  bcranwacliscnd ,  meist  strauchartig  und  auch  als  geringer 
Strancb  blütcutragend.  >'ariirt  in  der  Blatlform  und  Bekleidung  wie  A.  1.,  ferner  mit 
Kcichhaarigcn  Früchten,  mit  mehr  oder  weniger  wagcrecht  gerichteten  Samenllügcln  und  mit 
korkig   aufgerissener    Rinde. 

€fJE  VrMRBZICHJElS. 

technische«  »»•  ÖTeonomischeS»  Baum  der  Art.  1.2^  eine 
Zierde  der  Parks  tind  Alleen.  Brenmverth  des  Holzes  und  der  Kohle 
dem  der  Buche  f/leich.  Dauer  nur  im  Trockenen  mittelmässiy.  Spaltiff- 
kcit,  häufifjer  Maser-  u.  Flammenbildunf/  ivet/en,  schlecht.  Festigkeit 
und  Hurte  beträchtlich  und  Textur,  bei  ausf/ezeichnet  weisser  Farbe, 
fein  und  schön,  ohne  dem  fVerf'en  und  Reisse'n  sehr  ausffesetzt  zu  seyn. 
Gewicht  fpün  der  Hub.  F.  60  Pf.,  waldtrocken  50  Pf.  Als  fVerk- 
u.  ISutzhölz  sehr  fjesucht  von  Tischlern,  fVufjnern,  Drechslern,  Ebeni- 
rern,  Instrumentenmaehern  und  Holzschnitzern.  Laub  getrocknet  ein 
uahrmu/sreiches  Schaaffutter.  Blüten  für  die  Bienenzucht  werthvoll. 
Saft  zur  Zuckerb  er  eitiuuj  anwendbar ,  ohne  dass  der  Anbau  dadurch 
motivirt  werden  könnte.  Zuckerertraif  nach  neuern  Hermbstädtschen 
Fersuchen:  1  Quart  Saft  von  A.  2  :='2  Loth,  von  A.1.  u.  von  A  3  = 
P/i  Loth  Zucker  liefernd,  der  besonders  von  A.  2.  einen  Beigeschmack 
nach  Vanille,  von  spät  im  Frühjahr  gezapftem  Saft  nach  Manna  hat. 
Aschenertrag  von  1000  Pf  Holz  27' Pf  Asche,  4'/.  Pf  Pottasche.— 
Das  Holz  voii  A.3.  dunkler  von  Farbe,  sehr  fest  tmd  zähe,  daher  zu 
Drechsler-  und  Maschinenholz  vorzüglich  nutzbar,  die  jungen  Triebe  zu 
liürnerpcitschen,    Pfeifenröhren  u.s.iv. 

Forstliches  Verhalten,  Natürliches  Alter  von  Art.1.  U.2. 
=z  150  bis  200  J.  ,  wirthschaftlich  vortheilhaftestes :  als  Baumholz 
SO  — WO  J.,  als  Schlagholz  20  —  25  J.  Jährlicher  Durchschnitts- 
zuivachs  als  Schlagholz  d.  hannöv.  Morgen  40  —  50  Hub.  F.  Aus- 
schlags fühigkeit  vom  Stock  und  der  fVurzel  bis  35  Jahr  sicher  und 
stark,  dann  beträchtlich  nachlassend.  Nur  wenig  Beschattung  und 
frühe  Liehtstellung  verlangend.  Durch  Frühjahrs  fröste  und  f  er- 
beizung  leicht  leidend.  Belauhung  nicht  verdammend,  den  Boden 
nur  massig  verbessernd. 


120  CERANIACEAE.  Oeraniimi. 

DE    CAM).    11.    Iran.;.    1>  .    ^t-JX- 

Kelch  o-bläUrig,  liUihciul,  die  .sciUichcn  IJlällcr  in  der 
Knospenlaffc  ffeseliiadeH,  das  unpaarige  nach  innen  und  ohen 
a:e«aiuU.  Kionhläller  5,  mit  den  Kelelihlatleni  aJ)>\e(hselnd, 
ileiclimä.ssifi;  und  unlersländig  oder  ungleich  und  enbvedei-  dem 
Kelehe  eing>sel/-I  oder  mit  ihm  zusammenhängend.  Mauhge- 
iellen  15,    an  der  IJasIs  meislens  in   ein  JSuntlel 


..V,»  -ang    in  rinneniormigen    >  ertieiungei  •   •    i     ^    i 

ms  zur  Heifzeit  mit  diesem  verhundcn,  dann  unten  sich  losend, 
vermittelst  elastischer  Krümmung  die  Früchtchen  emporhehend. 
Samen  ohne  Eiweiss.  Keim  gekrümmt,  das  Würzelchen  vom 
Wahel  ahgcwan(!(.—  Unlere  Ulatter  gegen-,  obere  meist  ^vech- 
selständig,  mit  Nchcnhlättern. 

Torkoninien.  Olinc  eine  cntscliicelcnc  Yorliclie  für  besllininte  Bo- 
(Iniaileii,  incistfiis  auf  niclit  ganz  liiimusariiiciii ,  Irliiuigciii  oder  leliinig- 
saiuligcin  Boden  veibrcitet.  Einige  die  Lage  an  selialtigem  Gestein  lie- 
bend. 

Gehalt.  Stark  riechende  ätherische  öle  und  (icrhcstoff ,  als  vorwal- 
tende Bcstundtheile. 

1.     CERAIVIUJTI.     »VOnCM^CUNA-BMIi. 

I.IMV.    Gin.    II.  8«. 

Kelch  5-hlättrig.  Kronhläller  5.  Staubfäden  10,  sämmllieh 
fruchtbar.  Früchtchen  durch  schiieekenförmig  von  uulen  nach 
oben  sich  rollende,  borsienlosc  Grannen  vom  Fruchllräger  sich 
lösend.    Geschl.  Syst.  XYl.  3- 

Ein-  (Art.  1  —  6.)  oder  niehijalnige  (Alt.  7— 13.)  Riiiiiter ,  mit  ge- 
gliedert-knotigen Stengeln  und  ruiidliclien  ,  inaunielifaeli  eiiigeselinilteneu 
oder  getheilten,  selten  liedeischnilligen  Blättern.  Bliilensliele  MaKgegen-, 
l)lattvinl;el  -  und  galielständig,  meistens  2-  oder  l-l)lii(ig,  von  Decl>l)iat- 
tern  unterstützt. 

•f-   Mcliijiihi  ige.       Blüten    gross     (A.  (].    ;i,i.sgonommen). 

1.    CS«   pliaeuni.    Brauner  Storchschnabel,    Blätter 

liaiidförmig-5 — 7-spaUig,  eingesclmilten -gesägt ;  Blüleiistiele  aufrecht, 
Kronblätter  fast  Ineisrund;    Bälge   nach  oben  zu  (luerruiizlig,    behaart. 

LiNN.  Si».  i»1.953.  Chi.  han.  83.  Koch  Syn.  I.  83.  Scuk.  Ilandb.  II. 
T.  190.  a.     BEICHE^B.  Ic.  f.  4891.     Engl.  bot.  t.  322. 

An  grasigen  Orten,  z^visehen  Gebüsch  und  an  Gräben,  auf  feuchtem 
huinushalligem  Boden,  im  südliehen  und  nördlichen  Theilc  des  Gcbicis, 
selten  (iV.  Halle  :  Schützengraben,  SchützeuzAvinger ;  Pr.  ff.  Braeli- 
wedc,  Seppcnrade,  Münster  nach  St.  Manritz ,  Lüljenbech;  Zfc.  Blaii- 
kenburg  am  Mühlgraben;  Hn.  Rlostergarten  vor  MarieuAveider ,  hier 
■wahrscheinlich  nur  verwildert;  Hb.  Wandsbecl.erholz ,  Wcllingsliültcl, 
hier  wahrscheinlich  durch  Eibströmungen  von  den  östlichen  Gebirgen 
Deutschlands  heral>geführt ).     Mai,  Juni.  —    Se]»«ember. 

Slcngol  al.slelienil  Ccii.li.i.irig.  Kelel.l.l.^lle.  Umi  l..-giannl,  Kionl.l.iUer  nach,  .im  r.andc 
etwas    /.ninekgosclilagcn,     an    der    Basis    l>.irlig.     mit    ganz    liurzem    >agel ,     seliwarzl.iaiin. 

Ä.     Iw.  paliistre.     SiunpJ".  Storchschnabel.     Blätter 

handlonnig-5-spaltig,  eingeschnitten -gesägt;  Blütenstiele  nach  dem  Blü- 


Oeranium.  «EBANlACEAE.  121 

heil  nieilcrgcliogen,  Rronblättcr  uingckclirtcinind;  Bälge  glatt,  entfernt 
clrüsenlos  lieliaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  954.  Chi.  han.  84.  Koch  Syn.  I.  152.  Reichenb.  Ic. 
f.  4892.     Fl.  aau.  t.  596. 

In  Wiesen,  an  Waldrändern  und  zwischen  Gebüsch,  auf  sumpfigem 
Boden  und  an  Bächen,  häufig,  gegen  die  nord- -westliche  Grenze  des 
Gebiets  jedocli  abnehmend  und  an  dieser  nicht  mehr  vorhonimend.  Mai 
bis  August.  —    September. 

Stengel  obcu  gespreizt -ästig,  ahivaifs  geriilitet  Imarig.  Blütenslielc  sehr  lang,  Kelch- 
blätter  lang   begrannt,     Kronen    wolctpiirjiiirn. 

3.  G.  sylvaticuiu.     JW^alü.^torchschnahel.    Blätter 

tief  handförniig- 7- spaltig,  eingeschnitten -gesägt ;  Blütenstiele  nach  dem 
Blühen  aufrecht,  Rronblättcr  umgehchrteirund;  Bälge  glatt,  abstehend 
drüsenhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.  954.  Chi.  hau.  83.  Roch  Svn.  I.  151.  Reichenb.  Tc. 
f.  4882.     Fl.  dan.  t.  124.     Kugl.  bot.  t.  121. 

Auf  Waldwiesen,  in  lichten  Waldungen  und  Ilainen,  auf  feuchtem 
oder  frischem  humushaltigem  Boden,  häufig.     Mai  bis  August.  —  Septemb. 

Aufrecht.  Bliiteusfielc  kurz,  drüsig -behaart.  Kelchblätter  lang  begrannt,  KronbläHer 
gestutzt   oder   schwach    ausgeranJet,     über   der   Basis    gcwijnpert,    rothlieh>iolet. 

4.  G.   iirateiif^e.     Jf^iesen.^torchschnahel.     Blätter 

handförmig-7-theilig,  gesägt-eingeschnitten ;  Blütenstiele  nach  dem  Blü- 
hen zurüel.geschlageu,  Rronblättcr  umgehehrteirund ;  Bälge  glatt,  ab- 
stehend  drüsenhaarig. 

LiN>.  Sp.  pl.  954.  Chi.  han.  8-3.  Roch  Syn.  I.  152.  Schk.  Uandb. 
II.  T.190.  b.     Engl.  bot.  t.404. 

Aufwiesen,  an  grasigen  Wegrändern  und  Hecken,  auf  humushalti- 
gem Boden,  in  der  südlichen  Gebietsliälftc  und  im  nördlichsten  Theilc 
ziemlich  häufig.     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  aufrecht,  dick,  fein  granfiUig,  lielästig  und  vollblütig.  Blüten  unter  den  auf- 
geführten   Arten    die    grossten ,    Kelchblätter  lang   begrannt,     Kronen    azurblau. 

5.  O.  sangtiiiieiiin.    Blutrother  Storchschnabel* 

Blätter  im  Umfange  nierenförmig,  tief  7-theilig  mit  lineal-3  —  5-spalti- 
gen  Zipfeln;  Blütenstiele  nach  dem  Blühen  etwas  niedergebogen,  Rron- 
blättcr umgehehrteiruud,  ausgerandct;  Bälge  glatt,  nach  oben  zu  zer- 
streuet drüscnlos  bi'haart. 

LiNN.  Sp.  pl.  958.  Chi.  han.  82.  Roch  Syn.  I.  152.  Reichenb.  Ic. 
f.  4894.     Fl.  dan.  t.  1107.     Engl.  bot.  t.  272. 

An  sonnigen  Hügeln  und  Felsen,  auf  trochencm  steinigem  oder  san- 
digem Boden,  in  der  südlichen  Hälfte  und  östlich  bis  zur  ]>ordgreuze 
des  Gebiets  {Mk.  Rostoch,  schon  jenseit  derselben),  ziemlich  häufig.  Juni, 
Juli.  —    Atigust,  September. 

Stengel  ausgebreitet,  gespreizt- ästig,  abstellend  rauhhaarig,  gegen  den  Herbst  meist 
blulrolh  augelaufen.  Blaltzipfel  nicht  über  'i'"  breit.  Blütenslielc  meistens  1- blutig, 
Kclchblätler  abgcrnndet ,  lang  begrannt,  Kronen  gross,  karminrolh  mit  dunklem  Adern  und 
weissem,    ]Ȋrtigem    ^agel. 

<».  G.  pyreiiaiciint.  JPyrenäUcher  Storchschna- 
bel» Blätter  im  Vmfange  nierenlofmig-kreisrund,  5 — 7-spaltig,  mit 
abgerundeten,  oben  herbig  -  eingeschnittenen  Zipfeln;  Blütensticle  nach 
dem  Blühen  zurüchgeschlagen,  Rronblättcr  umgehehrtherzförmig;  Bälge 
glatt,    drüsenlos  ange|»resst  behaart. 

LiKN.  Maut.  97.  u.  257.  Roch  Syn.  I.  1.53.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  H.  5. 
Reichenb.  Ic.  f.  4881.  Engl.  bot.  t.'4ü5.  G.  molle  Fl.  d.  Tl'ett.  II.  489. 
G.  umbrosnm  Waldst.  et  Rix.  PI.  rar.  Hung.  II.   131.   t.  124. 

Auf  Waldwiesen,  in  V^  äldern  und  zwischen  Gebüsch,  auf  humushal- 
tigem   Boden   und   besonders    gern    auf  Basalt,    im    südlichen  Thcile    des 


122  GERANIACEAE.  aeranium. 

Gebiets  ziemlieh  häufig  (Pr.  Meisehur^,  Halle,  lUelelelil  — ;  Schw.  Soii- 
(lershaiisen,  an  der  liotheiilxirg  — ;  ///•.  Ulaiiliciilmig  unterm  Thiergar- 
teii  — ;  IIs.  Cassci:  Ilabichtswald ;  JJ,,.  Ueinhauseu,  Harz,  Eimbeck, 
Ilitzaeker  — ).     Mai,  Juni.  —    August,  September. 

Stengel  aurreclit,  lang  feinliaarig.  Blüten  ziciulicli  lilcin  (5  —  6'"  iin  Dnrcliniesscr), 
KelcLMältcr  l;nrz  stacliejspitzig.  Kronblätter  lila.  Samen  glatt.  —  Friilierliln  mit  G.  mnllc 
iL'i'wccIiselt.       Gesammtaiiselicn    der   Arten     aus    der   folgenden   Alitlieilnng. 

ff    Einjalirige.       Blüten    klein. 

'S,  C  lucidiii».  Spiegelnder  Storchschnabel.  Blat- 
ter im  Umlaiige  nicreni'örniig,  5  —  7-spailig  mit  aJ)g(ruu«lelen  ül)eii  ein- 
gcscliiiilten-berbigen  Zipl'cln;  IJlütenstiele  naeh  dem  Blühen  nietlergebo- 
gen,  Kronblätter  unigehehrteirund-langlich,  doppelt  so  lang  als  die  <|uer- 
faltigen  kurz  begranuten  Reichblätter;  Bälge  nach  oben  netzartig -run- 
zelig und  zarthaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.955.  Chi.  hau.  84.  Roch  Sjn.  I.  154.  Beichenb.  Ic. 
f.  4872.     Fl.dan.  t.  218.     Engl.  bot.   t.  778. 

An  Felshängen,  auf  schattigem  feuchtem  Boden,  in  den  Berg-  und 
Gebirgsgegenden  des  südlichen  Gebietstheils  Jiis  gegen  den  nördlichen 
Ilarzrand,  häufig.     Mai,  Juni.  —    August. 

S.  C3.  i'otundifoliiuii*  Mundhlüttriger  Storch- 
schnabel» Blätter  im  Umfange  rundlich-nierenförnug,  5  —  7-spaltig 
mit  abgerundeten  oben  eingeschnitten -herbigen  Zipfeln;  Blütenstiele  nach 
dem  Blühen  niedergebogen;  Rronblätter  länglieh  -  umgehehrteirund  ,  Mcnig 
länger  als  die  kurz  begranuten  Relehblälter ;  Bälge  glatt,  abstehend  drü- 
scnlos  behaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  t»57.  Chi.  hau.  85.  Rocu  Syn.  I.  154.  Beichenb.  Ic. 
f.  4878.     Engl.  bot.  1. 157. 

Auf  Äckern,  au  Feldrainen  und  Schutt,  auf  magerm  kalkhaltigem 
Boden,  selten,  auch  wohl  zum  Th<;il  übersehen  (Pr.  Halle;  Pr.  ßf.  Mün- 
ster; Br.  u.  Hn.  Harz,  ISörthen,  Iluntebiirg,  Hannover).  Mai  bis  Au- 
gust. —    September. 

Stengel  ausgebreitet,  ausgespreizt  -  astig,  kleberig  -  rauhhaarig.  Kronlilälfer  blassrosa. 
Samen    fein    „etzgrul.ig. 

9.  O.  piisilliun.    Mleiner  Storchschnabel.     Blätter 

im  Umfange  nierenförmig- rundlich ,  tief  7 — 9-spallig,  mit  breitlineal- 
3 — 5-spaltigen  Zipfeln;  Blütenstiele  nach  dem  Blühen  niedergebogen, 
Rronblätter  unigekehrtherzförmig,  so  lang  als  tlie  kurz  Ijcgranntcn  Reich- 
blätter;   Bälge  glatt,    angepresst  zarthaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.  957.  Chi.  han.  85.  Roch  Syn.  I.  153.  Schk.  Handb. 
II.  T.l90.b.     Beichenb.  Ic.  f.  4877.     Engl.  bot.  t.  385. 

An  Zäunen,  Wegen,  auf  Gartläiidern  und  grasigen  Plätzen,  auf  ma- 
germ sandigem  Boden,  allgemein  verbreitet.  Mai  bis  August. —  August, 
September. 

Stengel  ausgebreitet  liegend,  kurz,  und  drüsig- flaumhaarig.  Blütenslielc  kurz,  Blüten 
sehr  klein  (l'/a"'  '™  Durchmesser),  nur  5  Träger  mit  Beuteln  versehen.  Kronblättcr  Iilass- 
lila,  ohne  Barthaare  an  der  Basis.  Samen  glatt.  —  Die  sjiccirisehc  Verschiedenheit  dieser 
TOn    der    vorhergehenden    Art    bedarf  weiterer    Prüfung. 

10.  Ci.  iiiolle.     Jf^eichblättriger  Storchschnabel, 

Blätter  im  Umfange  nierenförmig- rundlich,  tief  7 — 9-spallig  mit  oben 
kerbig- eingeschnittenen  Zipfeln;  Itlütensticle  nach  dem  Blühen  nieder- 
gebogen; Rronbläller  unigekehrtherzförmig,  ^venig  länger  als  die  kurz 
Ixgrannlen  Reichblätter;    JJälge  querrunzlig,   unbehaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  955.  Chi.  han.  84.  Rocu  Svn.  I.  154.  Beichenb.  Ic. 
f.  4879.     Fl.  dan.  t.  679.     Engl.  bot.  1.778. 

Auf  Bauland,    an  Wegen,  Feldrainen,  Stein-  und  Schutthaufen,   auf 


iirodiuiii.  «ERANIACEAD.  123 

Lelim-  und  Saiidliodeii ,  zienilicb  Läufig.  Juni,  Juli.  —  August,  Sep- 
tember. 

Sliiigel  .i.isgcbrfitct  liegend,  sclilankäslig ,  flaiimliaarig.  Blüten  der  A.  9. ,  aber  Blülcn- 
sliele    dojijielt    »o    l'ing.       Krunhlätter   aui    INaJiel    scliivacli    geMinipcrt.       Samen    glall. 

11.  G.  disisectiini.  Schlitzhlättriger  Storchschna- 
bel» Itlätter  5  —  7-tlieilig  mit  3  —  7-sj>aUigen,  liueal  -  lanzettförmigen 
Zipfeln;  Blütenstiele  nach  dem  Biiilien  niedergeliogen,  wenig  länger  als 
der  Kelch;  Kronblätter  verliehrtherzförmig,  so  lang  als  die  langbegranu- 
teu  Kelchblätter;    Bälge  glatt,    abstehend  drüsenhaarig. 

Link.  Sp.  pl.  9.j6.  Chi.  hau.  85.  Koch  Syn.  I.  154.  Reichenb.  Ic. 
f.  4876.  „Fl.  dan.  t.  936.     Engl.  bot.   t.  753. 

Auf  Ächern,  Gartländern,  an  Hecken  und  Wegen,  auf  lehmigem  lial- 
kigem  und  Sandboden,  sehr  häufig.     Mai  bis  Juli. —  August,  September. 

Stengel  ansgelireitet,  knrzliaarig.  KronblStter  über  dem  Kagel  gewiuipert,  pfirsicLblü- 
tenrolh.       Samen   fein   uctzartig  -  piinctirt. 

1!3.    Ci.  coliiiiihiiiiiiii.    Weintheiliger  Storchschna. 

hei»  Blätter  5 — 7-tlieiIig  mit  3  —  7-spaltigen  schmallincalen  Zipfeln; 
Blütenstiele  nach  dem  Blühen  niedergebogen,  \ielfach  länger  als  der 
Kelch;  Kronblättcr  umgehehrthcrzförmig,  so  lang  als  die  langbcgrannten 
Kelchblätter;   Bälge  glatt,    unbehaart. 

LiNN.  Sp.  pl.956.  Chi.  hau.  85.  Koch  Syn.  I.  154.  Reichenb.  Ic. 
f.  4875.     Fl.  dan.  t.  1222.     Engl.  bot.   t.  259. 

An  grasigen  Feldhügeln,  Ueehcn,  Steinhaufen  und  auf  Äcbern,  auf 
magcäm  Lehm-  nnd  Sandboden,  häufig.     Juni  bis  August.  —   September. 

Von  der  vorbcrgebendeu  äbnlicbcn  Art  durck  die  langen  Blütenstiele  leicht  zn  unter- 
selieiden.  Blätter  kleiner  und  deren  Zipfel  scbmäler.  Blüten  um  die  Hälfte  grösser.  Kronen 
IkII    karminrolh.       Samen    der    vorigen    Art. 

13.   C  Robertiauiiiii.  SfinJcender  Storchschnabel» 

Blätter  3 — 5-sclinittig  mit  doppelt- üederspaltigen  Abschnitten;  Blüten- 
stiole  wenig  niedergebogen.  Kronblätter  umgehchrteirund,  fast  doppelt 
so  lang  als  die  langbcgrannten  Kelchblätter;    Bälge  netzartig- runzlich. 

LiNN.  Sp.  pl.  955.  Chi.  hau.  86.  Koch  Syn.  1.  155.  Reichenb.  Ic. 
f.  4871.     Fl.  dan.  t.  694.     Engl.  bot.  t.  1486. 

An  Hecken,  fllauern.  Stein-  und  Schutthaufen,  auf  schattigem  steini- 
gem Grunde,  überall  verbreitet.     Mai  bis  October.  —  Juli  bis  Späthherbst. 

Stengel  aufreckt,  abstehend  haarig,  oft  nebst  den  Blättern  blutrofb.  Kronblälter  rosen- 
rolh  mit  3  weisslichen  Streifen.  Ausgezeichnet  durch  einen  widerlichen  Bocks-  (Ruprechts-) 
geruch. 

GMJVMRBTLJCnmS, 

ÖTeonomiSCheS»  Mehrere,  vorziifflich  ^irt.  1.  3.  4.,  cifjnen  sicli 
zu  Zierpflanzen,  ^irt.3.  i.7.  werden  vom  fielt  (je/'resscn,  und  aus  den 
(jrösscrbliilif/en  entnehmen  die  Itienen  Ilonifj. 

IS»    ERODIUIfl.     MMMMMHSCUIfABXlJD» 

I/HekIT.    Geran.    ined.    J)E    CanD.    Fl.    fran^.    1\.    H:_i8. 

Kelch  ö-lilättrig.  KronhläiMcr  5.  Slaul»fä(leii  10,  von  denen 
5  unfruciilhar.  Früchlelien  tlurch  schraubenföruiig  von  unten 
naeh  oben  sieh  rollende,  innerhalb  borstige  Grannen  vomFrueht- 
trägcr  sieh  lösend.      Geschl.  Syst.  XVI.  2. 

Einjährige  (Art.  1.  2.),  (mehrjährige)  Kräuter  (oder  Stauden)  mit  häufig 
fiederschnittigen  oder  fiederlheiligen  Blättern.  Blüten  in  Deckblätter  tra- 
genden Dolden. 

1.  E.  ciciitai'iiiiu.  Gemeiner  Reiherschnabel»  mat- 
ter fiederschuittig  mit  tief  liederspaltigen  sägezälinig  -  eingeschnittenen 
Abschnitten;  fruchtbare  Staubtaden  an  der  Basis  beiderseits  mit  einem 
rundliehen  Ansätze. 


124  BAI.SA]?IIKEAE.  Impaüens. 

LIIerit.  in  AiT.  Hort.  l;ov.  K.l.  1.  11.414.  Chi.  hau.  8().  Kocii  Svii. 
1.  105.  llEiCHE.NR.  Ic.  f.  4864.  Gcraiiiuiu  ckiitariiiiu  Li.w.  S|>.  ^>1.  yöl. 
ScuK.  llaii.Ui.  II.  T.  190.  h.     Fl.  claii.  t.  986.     Engl.  l.ot.  M768. 

Auf  Äcliern,  Triften,  an  \>'<'gcu  und  Schnttlianfcn ,  anf  niagcrm  san- 
digem Boden,    seJir  liänilg.      ^lärz  J»i.s   Seplenilier.  —    tluni  J>is   Oetoher. 

Wurzel  spindelförmig,  iiielirsl;ingelig.  Stengel  meist  nicilerliegcud  ,  slarl; ,  ncl.st  den 
ItUllern  abstehend  baarig,  oft  rotli  angelaufen.  lilülenstielc  blatlaeliseislandig,  iNnger  als 
die  Blalter,  4  —  6-blütig.  —  >  ariirt  mit  niedergestreckten  und  ansteigenden  Stengeln,  mit 
grossem  und  mit  kleinem,  ruudlichem  Itlattal>selniilten ,  deren  Zipfel  selimälcr  und  wie  die 
ganze  kleinerbliilige  Pflanze  stärker  bebaart  sind  (E.  cieutarinm  (C.  pilosum  ReiCUENB.  das. 
Geranium  chaeropbyllum  SCHK.  das.),  ferner  mit  weniger  tief  fiederspaltigen  oft  nur  cinge- 
sebnilten  -  gesägten  Absobnitten  (E.  pirnjunellifolium  ReküENB.  das.  f.  48G">);  und  endlich 
mit   lila,   rosenrolben    und  weissen,    über  dem  Stengel  gefleckten  und  iingefleckten  Hronblätlern, 

'9.    E.  ano^cliatuiu.  Bisatn-JKeiherschnabei,    Blätter 

liederselinittig  mit  eirunden  schwaeh  eingeschnittenen  und  ungleich  sägc- 
zälinigcn  Abschnitten;  IVuclithare  Staubfaden  an  der  er^vciterten  Basis 
beiderseits  mit  einem  borstenlormigen  Zahn. 

L'IIerit.  in  AiT.  Hort.  hew.  ed.  1.  11.414.  Koch  Syn.  T.  156.  Sturm 
Deutschi.  n.  11.5.     Beichenb.  Ic.  f!  4807.     Jaco.  Hort.  vind.  I.  t.  55. 

An  Zäunen  und  Wegen  am  siid -westlichen  Saume  des  Gebiets,  als 
Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung,  in  der  !^ähe  von  Ortschaften  und 
wahrscheinlich  nur  verwildert  {Pr.fV.  llünsler  vor  dem  i^eutliore;  wenig 
westlicher  im  angrenzenden  llhcinge])iet :  Darup —  dann  Bocbholt,  Iles- 
sing,  Wesel). 

Von  der  sebr  äbnliekcn  A.  1.  zunächst  an  den  Tollem,  nicht  bis  zur  glitte  eiDgescbnit- 
tenen  Blattabscbnittcn,  breitern  ]>eben  -  und  Deckblättern  auch  durch  die  grössere  Gestalt  zu 
unterscheiden.  —  Die  verschiedene  Bildung  der  Staubfädcnbasis  beider  Arten  entspricht  bei 
uns  der  in  der  Diagnose  bennfzlen,  von  KocH  angegebenen,  Bcschaflenbcit.  ScIlKlHR  und 
REICHENBACH  dagegen  bilden  die  Zähne  bei  E.  cieutarinm  ab,  die  Flora  danica  bat  an  E. 
cicutarium  keine  Zähne,  die  Engl.  bot.  hat  an  E.  cieutarinm  lange,  an  E.  luoscbalum  kurze 
Zähne j    wonach   weitere   Beobachtung  irünschenswcrlh    wird. 

XXI.     BAIilSATlIIIVEAi:. 

KiCll.    Dict.    class.    II.    ll-i. 

Kelch  5-,  liäufigcr  4-blälh'iff,  mir egel massig,  alifällig,  das 
urspriinslicli  hintci-e,  durch  lJliilenslieldi;;^ehung  äussere  oder 
obere,  IJlall  laug  gespornt.  Kronblälter  5,  häuUgcr  4,  unre- 
gelniässig',  die  seitiicheu  paarAveise  zusaniuieiigeA\achseu.  Slaub- 
gcfässe  5,  unlersläudig;  Träger  au  der  Basis  ringartig  ver- 
wachsen; Säcke  unter  sich  ziisauimeujiängcud  und  tliclil  den 
Fruchtknoten  umselilicssend.  Dieser  ö- fächerig  mit  mclireii- 
gen  Fächern,  Eichen  hängend.  Samenpolsler  millclständig.  Sa- 
iucn  eiweisslos.  Keim  gerade,  das  AViirzelchcn  zum  Aal)el  ge- 
wandt. —  Ulättcr  Wechsel-  selten  gegenständig,  ohne  I>cl)en- 
J)läUcr. 

Torkomnieii.  Gehalt  des  Bodens  an  feuchtem  uuzersctztem  Humus 
liebend. 

Gehalt.  I\ühcr  zu  vulersuchcndcr  scharfer  Exlractivstoff?  als  vor- 
waltender Bestandlheil. 

1.    I]?IPATIEI¥«.     »PnENGKUA-UV. 

riNN.    Gen.    n.    1008. 

Kelch  4-])läUrig.  Kronblälter  4,  je  2  verwachsen,  ^'arben 
5^  vereinigt.  Kapsel  o-fächerig  niil^  spiralig  beim  Aufspringen 
sich  rollenden  Klappen         Gcschl.  Syst.  V.  1. 


oxalis.  OXALIDEAE.  125 

Einjährige,  vollsaftigc  Kräuter,  mit  eiiifiiehcii  Blättern.  Blüten  in 
blattwiiiKelständigen  arnildütigen   Traiil»en. 

1.    I.  JVolitaiigere.     Gemeines  Sprin  gier  auf»    Trau- 

Jjen  2 — 5-l»lütig,  hängend,  hürzer  als  die  eirund  -  längliehen  Blätter  und 
unter  dieselben   gebogen. 

LiNN.  Sp.  i»l.  1329.  Chi.  han.  87.  Roch  Svn.  I.  157  Schk.  Ilandb. 
IIT.  T.270.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  U.  5.  Reichekb.  Ic.  f.  4483.  Fl.  dan. 
t.  582.     Engl.  bot.  t.  937. 

In  dunheln  Laubholzwäldern ,  auf  nassem  modernde  Holz-  oder  LauJ»- 
erde  entiialtendcm  Boden,  ziemlich  häufig  und  meistens  in  hleinen  Ileer- 
den.     Juli,  .Vugust.  —    September. 

Stcogcl  1  —  '2'  Locli,  sdftig- diirrLsrbeliicml  mit  dicken,  oft  piirpiu-liraiin  gerärlitcn  Gelen- 
licn,  ]>lelciigrüii  und  fcttglanzend ,  unten  gegen-  oben  wechselstäudig- ästig.  Blätter  zart- 
laiihig,  grollgesägt,  unten  graugrün.  Blüten  citronengclb ,  inirendig  karminrolli  punctirt. 
Kapseln   beim   Druck   an   der   Spitze   scLneil   elastisch   aufspringend. 

GMWJERBl.ICItMS, 

VechnischeSt  Zur  Gewinmauj  eines  f/ellien  Färbestoff'.'!  aus  dem 
Kraute  anwendbar. 

XXII.     OXAIilDEAE. 

DE    CanD.    Prodr.    I.    680. 

^Kelcli  5-blatji-ig_  oder  5-tlielli^.  Kronblälter  5,  gleichniä- 
ssig,  uulerstäiulig,  in  der  Knospenlage  gedrehet.  Staubgefässc 
10,  häufig  an  der  Basis  verbunden.  FriiclitknoJe  frei,  ö-fäche- 
rig,  ni[t  mehreiigen  Fächern.  Samenpolslcr  uiitlelständig. 
Griffel  ö.  Kapsel  5-fächerig.  Samen  in  einem  fleischigen  Man- 
tel, der,  sich  elastisch  zurückrolleiid,  die  Samen  forlschleti- 
dert.  Eiweiss  knorpelig -fleischig'.  Keim  gerade,  das  Wurzel- 
chen ziim  IVabel  geA\andt. —  Blattei;  Aveehsel-,  seltener  gegen- 
oder  ^virtclständig,  mit  odei*  ohne  iXebenblätler. 

Vorkommen.     Viele  den  Sand-,    einige  den  Kalkboden  lieliend,    die 

bei  uns   einheimischen  Arten  lockeren  liumosen  Boden  anderni  vorziehend. 

Gehalt.      Ohne    eif/enthümliehe  Stoffe.      Mehrere  Arten  jedoch  durch 

einen  reichen  Gehalt  an  Sauerhleesäure  ausfjezeiehnet.      In  den   fJ'urzcl- 

knollen  Stärhmehl ,  Gummi,  Zucker. 

t.     OXAIilüi.     l^A.WTMnKMjKm, 

l.l'SV.    Gen.    n.  .582. 

Kelch  5 -blättrig.  Kronblätter  5.  Staubgefässe  10.  Träger 
an  der  Basis  verbunden,  5  äussere  kürzer.  Grift'el  5.  Kapsel 
länglich.     Geschl.  Syst.  X.  4. 

Ein-  (A.3.),  ZAvei-  (A.  2.)  oder  mehrjährige  (A.  1.),  stengeltragendc 
oder  stengellose  Kräuter  (seltener  StiKiden).  Blätter  Mcchselständig,  an 
unsern  Arten  3 -zählig,  in  der  Knospcnlagc  der  Länge  nach  zusammen- 
gefaltet und  eingekrümmt.  Blütenstiele  blattwinkel  -  oder  wurzelständig, 
1-  Oller  mehrhlütig. 

1.    O.  Acetosiella.     Gemeiner  SauerJclee.     Stengellos; 

Wurzclstock  schuppig,  kriechend;  Schäfte  1 -blutig  mit  einem  Deck- 
blätterpaar über  der  Glitte. 

LiAN.  Sp.  pl.  6:20.  Chi.  han.  91.  Koch  Svn.  I.  157.  Schk.  Handb. 
I.  T.  123.  Reichenb.  Ic.  f.  4898.  Fl.  dan.  t.  980"  Engl.  bot.  t.  762.  Dayne 
Arzneigew.  V.  T.  39. 

In  schattigen  Wäldern  und  Hainen,    auf  humosem  feuchtem  oder  fri- 


126  OXAIilDEAE.  Oxali». 

sclicm  Boden,  Iiüufig  und  slcls  beerdenweis«'.  April  bis  Juni.  —  Juli, 
August. 

Blätter  lang  gestielt,  Blättrlien  wie  ilie  der  folgemlen  Arten,  iimgckclirtlier/.rürinig,  foin- 
Laarig.  Kronen  dreimal  so  lang  als  der  Kolcli,  weiss  mit  sclnvaoli  rütlilii'liem  Anliaiicli  und 
purpurnen  Adern.  —    Variirt  seilen  mit  nur  (l(,|.|Mlt  den  Kel.li  an  I-Hnge  ül.ertrertendcn  Kronen. 

Ä.  O.  »tricta.  Straffstengeliger  iSauerJclee.  Wur- 
zel sprosscntreihend ;  Stengel  aufieelit  oder  liegend ,  Blattstiele  ohne 
IVelienblätter;  Blütenstiele  2 — 5-l)lülig,  Fruchtstiele  aufrecht- al>steliend. 

LiNN.  Sp.  pl.  624.  Chi.  hau.  92.  Kocu  Sjn.  I.  I.'b7.  Schk.  Ilandh. 
I.  T.  123.  Sturm  Deutschl.  Fl.  II.  1  (O.  corniculala).  Beichenb.  Ic. 
f.  489.5.     Fl.  dan.  t.  873  (O.  corniculata).     Hayxe  Arzneigew.   V.   T.  40. 

Auf  Gartcnländereien ,  auch  auf  Äckern,  nuf  frischem  huinushaltigem 
Boden,  häufig  eingebürgert,  und,  abgesehen  von  dem  sehr  seltenen  Vor- 
kommen in  bänemark,  die  IXordgrenze  der  Gesammtverbreilung  errei- 
chend.    Juni  bis  October.  —    August  bis  Octobcr. 

Stengel  einfach  oder  ästig,  aufrecht  oder  aus  liegendem  unterm  Thcile  ansteigend,  spar- 
sam feinhaarig.  Blütenstiele  den  Blättern  an  Länge  etwa  gleich.  Kronhlätter  doppelt  so 
lang   als    der  Kelch,    hellgelh    mit  lichtem  Adern.       Griflel    länger    als  die    innern  Stauhgefässe. 

3.    O*  corniculata.     Gehörnter  SauerJelee»    Stengel 

niederliegend  ausgebreitet;  am  Gruntle  Avurzelnd,  Blattstiele  an  der  Ba- 
sis mit  angewachsenen  längliehen  ]>i ebenblättern  ;  Blülrnstielc  2 — 5-blü- 
tig,    Fruchtstiele  zurückgeschlagen. 

LiNN.  Sp.  pl.  623.  Chi.  hau.  92.  Koch  Svu.  I.  157.  Beichenb.  Ic. 
f.  4896.     Engl.  bot.  t.  1726. 

Auf  Gartenländereicn,  auch  auf  Äckern,  auf  frischem  humoseni  Bo- 
den, M  enigcr  bäußg  als  A.  2.    Mai  bis  Octobcr.  —  September  bis  October. 

nicht  sprossentreiliender  AVurzel ,  >ielstengelig,  ästig  und  stärker 
tiefer  herzförmig  und  dunkler  grün.  Blütenstielc  kürzer  als  die 
Griflel    so    lang  als    die   innern    Stauhgefässe. 

JPharmaceutisch-JtKedictnisches.    Von  A.1.  ehedem  das 

frische  lirant  (Ilerba  Aeetosellae  s.  Liijulae),  unter  yinweti  dun  <f  des 
Aufipisses  zu  Frühlinifscuren  ii.  s.  v>.,  of'ficinell.  f'orwn 1 1.  li c s  t  nn  d  Ih. 
saures  sauer -kleesanres  liali.  ISachdem  in  neuerer  Zeit  fji/'tiije,  bei 
stärkerni  Geniiss  tödtliehc,  Eifjenschaften  der  Snuerldeesiiure  (tretjcnmitlcl 
Kreide,  MaifHcsia ,  Milch)  erwiesen  sind,  ist  nur  das  Salz  als  Reaifens 
und  zum  ökonomischen  Gebrauch  in  der  Apotheke  vorrüthiff  zu  halten. 

OTechnischeSt  Alle  3  Art.  zur  Gewinnunfi  des  Sauerkleesalzes 
anwendbar,  vorzür/lich  jedoch  A.1.  Nach  S./t'.tliY  liefern  30  Pf.  Sauer- 
klee 25  Pf.  Saft,  aus  welchem  2'/-2  Unze  reines  Sah  erhalten  wird.  Die 
Fabriken  im  Schwarzwalde  (Forbach,  Altensteiij  und  Schwenuinijen)  er- 
halten aus  1 — 7'/2  Centn,  frischer  Blätter  1  Pf.  Sah.  Nach  neuern  Ent- 
dcckuuf/en  dürfte  jedoch  die  Gewinnung  der  lileesäure  aus  Zucker  oder 
liartoffelstärke  vortheilhafter  sein. 

fPTConontiJIChes»  Der  in  ijcrinffcr  Quantität  unschädliche  Genuss 
des  Iirauts  von  ^i.  1.  den  ff'aldwanderer  in  der  Sonnenhitze  ant/enehm 
kühlend.  A.2.  auf  Gemüseländcrn  oft  ein  läslltjcs  Unkraut.  Das  Uich 
weidet  sie  nicht  ab. 

XXIII.     »UXACEAE. 

MA.UVJElVAnTIGm    GJEffÄCMSE. 

Jrss.    Gen.    •20C).     Scct.  I.    ausgescM. 

Kelch  3  — 5-llioilJff,  in  der  Knospenlage  geschindelt.  Kron- 
hlätter 3 — 5,    unlersländig    an  einer  drüsigen  Scheihe.     Staiih- 


Kleiner 

als    A. 

2.,  . 

bei 

liaart. 

Bl: 

ittchen 

kleii 

Bl 

älter. 

Bli 

Uten    d. 

■T    A. 

Ruta.  RIITACEAE.  127 

g'efässe  der  Selicll»e  eingesetzt,  von  einfacher  oder  ilo])pelter 
Zahl  derKelehtheile.  Fruchtknote  so  viel  Fächer  alsKelchtheile 
enthaltend,  tlic  ohcn  getrennt,  unten  verwachsen  sind.  Griffel 
einfach  oder  unten  nach  der  Fäeherzahl  gcfheilt.  Samen  mit 
fleischigem  Eiweiss.  Keim  gekrümmt  oder  gerade,  das  Wür- 
zelcheii  vom  iVahel  (oh  hei  allen?)  ahgewandt.—  lllätter  wech- 
selständig,  ohne  Nehenhlätter. 

Torkouimen.  Vorzüglicli  gern  auf  Basalt  oder  Kalk  in  sonniger 
IJerg-  odei-  Feislage. 

Gehalt,  ^lusffezeichiiet  durch  ätherisch  -  ölirje ,  harzige  und  bittere 
.  Stoffe. 

1.   RVTA.    nA.uvm, 

LiNIV.    Gen.    n.  h2'i. 

Kelch  4^5-theilig.  Kronhlättcr  4  —  5,  muschclfürmig  mit 
kurzem  IVagel.  Slard)fäden  8—10.  Kapsel  4  —  5-fächerig,  in- 
nere Decke  derselhen  nicht  löslieh.     Geschl.  Syst.  X.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  (oder  Slräuclie).  Rlätter  einfach  oder  zusammen- 
gesetzt, durchsichtig  punctirt.  Blüten  in  endständigen  Trugdoldeu  oder 
llispen. 

1.    R.  graveoleii!^.    Garten- Raute.    Blätter  2— 3-fach- 

gcfiedert.  Blättchen  unigeliehrteiruud-spatellorniig;  Kapsellappen  ahge- 
rundet. 

LiNN.  Sp.  pl.548.  Chi.  han.  70.  Koch  Svn.  I.  151.  Schk.  Handb.  I. 
T.  115.     Beicuenb.  Tc.  f.4814.     Hayne  Arzneigew.  YI.  T.  8. 

An  sonnigen  Berg-  und  Felsabhängen,  auf  Basalt,  Kalk  und  Sand- 
stein, im  südlichsten  Gebietstheile  an  wenigen  Puncten  eingebürgert  xuid 
die  IVordgrenze  der  Gesanimtverbreitung  erreichend  {Pr.  Weinberge  bei 
Freiburg.  /7.v.  Isopsberg  bei"  Jestädt,  Badenstein  ]>ei  Witzenhausen). 
Juni,  Juli — August,  September. 

Allen  Tlieilen  nach  <licl;luli,  starr  und  kalil.  Stengel  einfach,  aufrecht  I '/j  —  2'  hoch. 
Blnlter  grangriin  mit  hläiilicheni  null  und  eingesenkten  ilurchseheinenden  Drüsen.  Zuerst 
sich  entwickelnde  Blüten  in  der  Mitte  der  Inigdoldigen  Rispen  5-z.4hlig  und  10 -männig, 
nachfolgend  sich  entwickelnde  seitliehe  meist  4 -zählig  und  8 -männig.  Kronblätter  stark 
concav,  gelli.  Saamen  eckig,  scliwarz.  Geruch  stark  und  widerlich,  Geschmack  sehr  bit- 
ter.      Das    leichte    Erfrieren    der    Pflanze    spricht    für   die    südliche   Abkunft. 

GMVrERBZ.ICnMS>. 
Pharmaceutisch - JIKedicinisches»     Das  Kraut  officimll 

(Herba  Butae  hortensis).  f  orwalt.  liestandtli.  ätherisches  Öl  und 
bitterer  Extractii>«toff'.  Anwendung  der  aufregenden  und  reizenden 
Kräfte,  iui  Attfguss  mit  ßf'asscr,  ff  ein  oder  lässig,  gegen  f'crduuungs- 
beschwerdcn,  ff  "ärmer,  Auifcnverduiiklung  it.  s.w.;  äusserlich  als  haut- 
röthendes  Mittel.  Sowohl  innere  als  äussere  Anwendung  in  zu  grosser 
lUasj^e  kann  giftige   ff'irkunrjen  herbeiführen. 

OJCOnoiniScheSm  Das  frische  Kraut  von  Alters  her  als  Gewürz 
zum  Salat  und  auf  Butterbrot  im  Gebrauch.     Auch  Zierpflanze  der  Gärten. 

S.     »ICTAimVCS.     m]PVA.M. 

I-I^•N.    Gen.    n.  h'12. 

Kelch  5-thcilig,  {»hfällig.  Kronhl^ätter  5,  etwas  ungleich. 
Stauhgefä.sse  10,  niedergehogen.  Kajjsel  5-fächerig,  innere 
Decke  derselhen  elastisch  ahspringend.     Geschl.  Syst.  X.  1. 

Mehrjährige,  gegen  die  Basis  hin  staudige  Kräuter,  mit  unpaarig 
gefiederten,  durchsichtig  punctirtcn  Blättern.  Blüten  in  endständigen 
Trauben. 


128  RVTACEAE.  Dictamnus. 

1.  D.  Fra^Klltella.  Itlüdcu-  einfach  ^(-iicaci'l,  niiilk'lioii  ellip- 
tisch spitz  oder  slmiipflich,  fein  gesägt;  Kionl>lätter  elliitlisch- lanzett- 
förmig. 

Pers.  Syn.  1.461.  liocii  Syn.  I.  159.  Ueichem).  le.  f.  4819.  D.  all.us 
LiNN.  Sp.  pl.  548.  Chi.  han".  09.  Schk.  llandb.  II.  T.  114.  Stlrm 
Deutschi.  Fl.  H.  fi.     Uayne  Aizneigew.   VI.  T.  7. 

Au  waldigCH  Iterghiingeu  und  Hügeln,  auf  felsigeui  oder  steinigem 
Kalkboden,  im  südliehen  Theile  des  Gehiels,  die  ]>ordgreuze  der  Ge- 
sammtverhreituug  im  Vorgebirge  des  nord  -  öslüeheu  Ilnrzes  erreichend, 
ziemlich  häufig  (/*r.  Naumburg,  Bibra  — ,  Halle:  Heide,  Lindberg,  Ilo- 
clicn-  und  Mittclholz — ,  Ilalberstadt:  am  Iluy,  Iloppelsberg,  Steinholz — •; 
Ä^.v.  Gudensberg,  Cassel — ;  .Se/iip.  Fraulienhauseu,  IVuuiburg,  llachelbieh, 
Jccha,  Bebra  — ;  Br.  Kl.  Fallsteine,  Asseburg  bei  Wolfenbüttel  und 
Elm,    als  nördlichstes  Vorliommen).     Mai,  Juni.  —    August,    September. 

Wurzel  IioJiig.  Stengel  2  —  3'  liix'li.  Blütldicii  etwas  Icdcraitig,  gliiiizeii«!  grün,  lianm 
merklich  zerstrcnt  leinliaarig.  Traul.en  l'.J  —  JO-Iiliilig.  Itliilen  2"  iui  Durcliuicsser.  Blü- 
tcnstielc  un.l  Kelcl.e  in  sonniger  L.-.ge  woli'lrolli  üliorlaid-en.  Kroiililülter  l.lass  pfirsielihlii- 
tenfarben  mit  purpurnen  AJern.  .Saamcu  Icugi-lig,  gliinzenil  schwarz.  Die  ganze  Pflanze 
starli   balsamisch   ricclicnil. 

JPhartnaceutisch-JfKeflicinisches,    Die  fVunel  oder  viel- 

ineliv  deren  Hindi  of'fieinell  (lladix  Diclamui  albi  s.  Fra\inellae) ,  aber 
trocken  ohne  erhehliehe  fß'irhinff  und  daher,  nuxser  auf'  dem  Lande, 
vienif/  im  (iehrauch.  J'orwalt.Bestnndth.  ätherisches  Öl,  Harz  und 
bitterer   Exhnetivstofl'. 

ÖTeonomixcheS'  Zierpflanze  der  Gärten,  und  von  den  Bienen 
in  der  Blütezeit  stets  umschwärmt. 

Siilielassis   II. 

Zweite  UnterTelasse» 

Kelchblätter  an  der  Basis  mehr  oder  Aveiü};er  verbunden. 
Kronblätter  nnd  Staiibgefässc  einer  dem  Grunde  des  Kelchs 
aufgewachsenen  Scheibe  eingesetzt^  oder  der  an  den  Frucht- 
knoten angewachsene  Kelch  trägt  Kronblätler  nnd  Staub- 
gefässe  oder  die  1 -blättrige  Krone. 

XXIV.     CEIiASTRlIVEAE. 

11.    ItR.     Gen.    rem.    •.»i.        1»E    CaND.    l»r.    II.    2. 

Kelch  4— 5-thellig,  in  der  Kncspenlage^gosehiiidcll.  Kron- 
blätter i— ;5,  am  llaiule  einer  mit  deiii  Kelche  yer^vacliseiicii 
initersläiuHgcn  Scheibe  eiitsprins;eud.  Staiibgcfä.sse  so  viele 
als  Kroiiblälter,  ebendaselbst  odei'  auf  der  Sehcibe  eingesetzt. 
Frueiitknole  frei.  2— 4-fächcrig,  riiit  1  — mehreiisen  Fächern. 
Samcnpolster  mittelsländig.  Samen  mit  oder  ohne  Ei>veiss. 
Keim  gerade,  das  Würzelehcn  zum  I\al)cl  gewandl. 

Vorkommen.     Frischen  humoscn  Boden  liebend. 


Staphylea.  CELASTRINEAE.  129 

Gehalt.  Eifjotthiiinliche  ehelerref/ende ,  schar fc  und  bittere  Stoffe, 
die  noch  wenifj  untersucht  sind,  Fitrbestoff'e  und  in  den  Samen  fettes  Öl- 

1.    Giuppt".      STAPHYLEACEAE.      PlJttP MRJV  UIS8. 
GMTi^ÄCMSM. 

Samen  ohne  Mantel  und  Ehveiss.     IJlätter   zusammengesetzt. 

1.     STAPHlfliEA.     PEMPmnNWT»^, 

LiNN.   Goli.    n.  374. 

Kelch  5-tlieilig.  KronbläHer  5.  Fruclilknote  2— 3-Jappiff. 
Kapsel  2 — 3-fächerig,  aufgolilascii-häutig,  innen  aufspringend, 
wenigsamig.    Gesclil.  Syst.  V.  3. 

Sträuche  mit  meist  gegenständigen,  unpaarig -gefiederten  oder  3 -zäh- 
ligen Blätlern  und  ahfallenden  IMelienhlättern.  Blüten  in  hlattwinkel- 
ständigen  Trauhen. 

t.  S.  piniiata.  Gemeine  Pinipernuss.  Blätter  gefie- 
dert.  Blättchen  5 — 7,    oval  -  lanzettförmig;   Traul>en  hängend. 

LiNN.  Sn.  nl.^Öf).  Chi.  han.  71.  Koch  Syn.  I.  160.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  42.  Schk.  Uandh.  I.  T.  84.  Beichenb.  Ic.  f.  482:J.  Engl. 
l)ot.    t.  1560. 

In  Yorhölzcrn  und  in  der  Nähe  von  Ortschaften,  auf  frischem  luimus- 
haltigcni  Boden,   hier  und  da  eingel>ürgert.     Mai,  Juni.  —   Septemher. 

Hübe  8 — 15'.  Uinilc  glatt,  braiingraii  mit  feinen  weissen  Langsslreifen.  Aste  nnd 
Blatter  gcgenstiinJig,  Blattelien  fein  sägezälniig.  INeLenlilätter  nnil  BlattcLen  selimal  lineal. 
Tranben  langgesticlt.  Kelrb  nnd  Krone  gelblicb  -  weiss,  ersterer  mit  »erblassenden  rosen- 
rothen   Rücbenstrcifcn.       Samen   beinbart,   gelblicbbraun. 

GM  1VMRnZ.ICJIJES. 

technisches  u.  ÖTeononiischeS,  Eine  Zierde  der  Parkan 
lafjen.  Das  bräunlichweissc ,  feine,  feste  und  ziemlich  dauerhafte  Holz 
zit  tjerinrjen  Schnitt -Nutzholzwaaren,  Pfählen,  Stäben  u.s.w  anwendbar. 
Aus  den  Nüssen  ein  Öl  zu  gewinnen. 

Forstliches  Verhalten»  fn  den  Forsten]  keinen  Anbau  ver- 
dienend. 

«.Gruppe.    E170NYMEAE.    EIGMNTIsICMM  SPINinElÄ. 
STaAVCKGMJVÄCnSM. 

Samen  mit  Mantel  und  Eiweiss.     Blätter  einfach. 

LlNN.    Gen.    n.  271. 

Kelch  4  — 5-spaltig,  flach,  mit  schildförmiger  Seheihe  im 
Grunde.  Staubgefässe  4—5,  der  Scheibe  eingesetzt.  Kapsel 
3  —  5 -fächerig  und  -eckig,  fachspaltig  aufspringend.  Geschl. 
Syst.  V.  1. 

Sträuche  mit  gegenständigen  Ästen  und  Blättern.  Blüten  in  blattwin- 
kelständigen  Trngdolden. 

t.  E.  eiiropaeiis.   Gemeiner  Spindelstrauch»  Zweige 

glatt;  Blätter  elliptisch- lanzeltförmig,  fein  gesägt;  Trugdolden  aufrecht- 
abstehend,    Kronblättcr  länglich. 

LiNN.  Sp.  pl.  286.  Chi.  han.  70.  Koch  Syn.  I.  160.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.4o.  Schk.  Handh.  T.  T.  48.  Beichenb.  Ic.  f.  5134.  Fl.  dan. 
1. 1089.     Engl.  bot.  t.  362. 

In  Vorhölzern,  Hainen  und  Hecken,  auf  frischem  humushaltigem  Bo- 
den, häufig.     Mai.  —     September,  October. 

Höbe   4 — 6'.      Rinde   grau ,    später   fein   aufgerissen.      Die  jnngen   4-seitigen   Triebe   mit 


130  RHAJMBIEAE.  Rhamnus- 

grÜBliäiittgcii  Raiilrn.  KiüpiI.LiIIit  I>I,.:,s  gcll.licligriiii.  Kajisclii  lii-llliarmoi.siii  .  ilcr  de« 
Samen  gäniLlich  cliiliull.  ii.U-  .^lanl.l  nioni.igiolli.  Ges.l.n.ack  aller  Tlieile  siliarC  iiii.l  liil- 
ter.   —       A'arürt    mit    um    <li.-    Ilallle    sclimalein    lUaltcrii    un.l    um    14    Tage    früherer    Itliileielt. 

technisches  n.  ÖlCOnontiSCheS.  I>er  srlnhi/orhir/cn  FrUclile 
weaen  ein  Zierstravt-h  ,  besuiideis  in  llcchcn.  Das  hcilf/clhc ,  feine  und 
zähe  Holz  von  Drechslern ,  auch  zu  Sehnitzuierh  und  Üeincn  Spalluiaa- 
ren  gesucht,  zum  Zeichnen  die  beste  Hohle  ijcbend.  Fruchte  hef'tiif  pur- 
ffircnd  und  brechencrrcyend ,  für  Sehauf'e  und  Ziet/en  unter  Umständen 
tödtlich,  jtulvcrisirl  yefjen  lirätze  und  Ungeziefer  im  tlausgcbrauch. 
Kapseln  und  Samenmän'tel  zur  (Gewinnung  gelber,  grüner  und  rother 
Farben  anwendbar.  In  den  Samen  ein  dic'hfli'issiges  fettes  Öl  (worin 
sich  ein  bitteres,  harziihnliehes  Subalkaloid  ( Evonyniiu)  verbunden  mit 
einer  flüchtigen  Säure  findet)  enthalten,  vielches  zunt  lirenncn  und  gegen 
Kopfungeziefer  anwendbar  ist. 

JForstlicheS  Verhalten,  In  den  Forsten  keinen  Anbau  ver- 
dienend. 

U.    BR.    Gen.    rem.    ^i.       UE    Cand.    Pro.lr.    II.     li). 

Kelch  4  — 5-spaltig  inil  klaj)j)igc'r  Knospenlagc.  Kronblättei- 
4—5,  klein,  mit  den  Kelchzipfeln  aliMechselntl.  Slauhgefässe 
so  viele  als  Kronhlätter,  (iicsen  gegenühcr  stehend.  Fruchlknote 
dem  Kelche  mehr  oder  weniger  angewachsen  nnd  von  einem 
drüsigen  Ringe  nmgehen,  2— ^4  fächerigniit  1-ciigen  Fächern. 
Eichen  aufrecht.  Griflel  1.  Samen  mit  spärlichem  Eiweiss. 
Keim  gerade,  das  AYürzelchen  dem  IXahel  zugewandt. — •  Blät- 
ter Wechsel-  oder  gegenständig,  meistens  mit  IVehenhlättern. 

Torkonimen.  Frisclien  oder  feucliten  huiiioscn  Walclgrund  liebeiul, 
mehrere  Alten  kalkstet   oder  liaHihold. 

Gehalt.  Eigenthümliche  bittere,  ehelerregende  Färbestnffe.  Die 
Rinde  reich  an  drastischen,  bittern  Extractivstoffcn ,  ferner  ätherisches 
Öl,   Gummi,   Zucker,  Ap feisäure  enthaltend.      In  den  Samen  fettes  Öl. 

1.    RHA]?i]viT$>.    Kumuxjfonjv. 

I>[NIV.    Gen.    n.  'Hi'i. 

Kelch  4—5  spallig.  Saum  desselhen_  nach  dem  Blühen  um- 
schnitten al)fallend.  Pflaume  heerenarlig,  2— 4-steinig.  Ge- 
schl.  Syst.  Y.  1. 

Sträuelie  mit  oder  ohne  Dornen.  BläKer  einfach  und  ganz.  Blüten 
klein,  einzeln,  wenige-  oder  gelijiul't  in  den  Biatlaehseln,  oder  in  hlatt- 
winkel-   oder  endständigen   Tranhen. 

t.  R*  catliartica.  Genteiner  Kreuzdorn,  Äste  ge- 
genständig, dornig;  Blätter  cirxuid,  spitz,  fein  gesägt;  Blüten  vierzählig, 
vielehig. 

LiNN.  Sp.  pl.  279.  Chi.  han.  75.  Roch  Sjn.  I.  162.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.39.  Fl.  dan.  t.  85().  Engl.  bot.  t.  1629.  Hayne  Arzneigew. 
V.   T.43. 

An  Waldrändein,  in  Vorhölzern  nnd  Hecken,  auf  frischem  hunius- 
haltigem  Boden,    ziemlieh  häufig.     Mai,  Juni.  —    September,  Oetober. 

Hohe  10—15  —  '10'.  Rinde  hr.inngrau ,  glatt,  .siKiterliin  anfgerLssen.  Blüten  in  aeh- 
selständigcn  diehten  Büscheln,  grnngclblieh.  Früchte  erbscngross ,  schwarz  mit  grünlichem 
Fleisch   ton   hitterm    nidcrliehem    Geschmack, 


Rhaninus.  RHAJVINEAE.  131 

».  R.  Frangiila.  Unhewajf  neter  Kreuzdorn  {WauU 

bäum),  Aste  wechselständig,  dorneiilos;  IMättcr  «'lliptisch,  ganzraii- 
dig;    Itlüteii   5-zälilig,    ZAvitterig. 

LiNN.  Sp.  pl.  280.  Clil.  hau.  75.  Koch  Syn.  I.  im.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.55.  Schk.  Haiulh.  I.  T.  46.  Engl.  bot.  t.  2-50.  IIayne  Arz- 
iieigcw.  V.  T.  44. 

Tu  Wäldern,  Vorliölzeru  und  Gel)üschcn ,  auf  fenclitem  nassem  oder 
bruchigem  Boden,   biiufigcr  als  A.  1.  —    Mai,   Juni. —    Septenil>er. 

Hülic  10  —  15'.  Rinde  »iolcHnaim  mit  «cisscn  runctcn.  Blätter  bal.l  mcLr  halil  we- 
niger s|il(z,  mit  parallelen  Seitcnnervcn.  Bliiten  zn  ti  —  5  in  den  Blaltarliseln .  Helrlic 
grüiilicli,     Kronen    weisslieli.       Früchte    erliscngross ,     rolli ,     dann    srli»arz1>rann. 

Pharfnaceutisch.  JfKedicinisches,    Die  Früchte  von  A.  1. 

officinell  (Baccae  Illiamn.  calh.,  Spinae  ccrvinae  s.  domcsticae).  Vor- 
walt.  Bestandth.  bitterer,  f'arbiffer  Extractivstoff'.  Anwenduuf/  des 
Saftes  (Syrupus  donicsticus)  als  drastisches  Purt/irmittel.  Die  ähnlich 
wirkende  innere  Rinde,  hier  und  da  im  Itattsfjebratich,  ztiijleieh  Erbre- 
chen errcfjend. 

technische«  n.  Ökonomisches,  Das  Holz  von  A.  1.  (feib- 
lich, hart,  ffchobelt  f/länzend,  von  Drechslern  gesucht,  von  A.2.  weiss- 
lich,  im  Hern  rjelbroth  und  weich,  liefert  die  beste  Kohle  zur  Schiess- 
jmlverbereitunt/.  Früchte  von  A.  1.  zur  Bereitunrf  des  bekannten  Saft- 
ffrüns,  durch  Behandlung  des  einf/edickten  Saftes  mit  Alaun  oder  Pottasche 
(1  Pf.  Saft  =  V2  Drachme  Alatm) ,  dienend.  Der  Saft  der  unreifen 
Früchte  mit  Alaun  zum  dauerhaften  Gelbfärben  von  Leder  und  fJ'olle 
anwendbar,  von  überreifen  Früchten  braunroth  färbend.  Beide  Sträuche 
der  Bienenzucht  voriüfjlich  nützlich.  Laub  von  A.2.  gutes  Schaaf-  und 
Zief/enfutter. 

Forstliche  Behandlung,  Nur  A.S.  xuo  Absatz  an  Pulver- 
fabriken Statt  findet,  dem  Anbau  zu  empfehlen,  und  dann  als  Schlaff- 
holz in  16 — -IS -jähriffcni   Umtriebe  zu  behandeln. 

XXVI.     PAPIIilOTVACEAE. 

ISCMMJEVTXniilJVGSBMjÜVMGJE  PVMjA.NXKN, 

DE    CanD.     Trodr.    II.    94. 

Kelch  5-spallig  oder  Ojzahnig.  Krone  dem  Kelch^runde 
eingesetzt,  iinregelmässig  5-blättrig:  unpaares  Kronblatt  (Fah- 
ne) der  Blütenachse  zugewandt,  in  der  Knospenlage  die  übri- 
gen umfassend;  2  seitliehe  (Flügel)  gegenständig,  ungleich- 
seitig, in  der  Knospe  mit  ihrem  vordem  Rande  die  beiden 
folgenden  deckend;  2  vordere  (Schiffchen)  an  der  Basis  frei, 
mit  ihren  Platten  meistens  verwachsen. _  Staubgefässe  10,^  eben- 
daselbst eingesetzt,  entweder  alle  in  eine,  den  langen  Frucht- 
knoten umfassende.  Scheide  verwachsen  (1 -brüderig),  oder  9 
verwachsen  und  der  obere  lüte  frei  (2- brüderig).  Frueht- 
kiiote  frei,  mit  mehr  oder  wenigem  Eichen  am  innern,  der 
Mittelrippe^(Rückennath)  entsprechenden,  Winkel.  Samen  ei- 
weisslos.  Keim  gekrümmt  mit  anliegenden  Keimlappen. —  Blät- 
ter wcchselständig,  mit  IVebenblättern,  selten  nebenblattlos. 

Torkomnien.  Wenige  bodenstet  und  alsdann  dem  Kalkboden  oder 
dem  Sandboden  oder  dem  Urgebirge  angehörig.  Tiele  Vorliebe  für  Kalk, 
Gyps,  Mergel  zeigend  und  durch  Zuführung  dieser  Stofl'e  auffallend  an 
Kraut  zunehmend.  Mehrere  sowohl  auf  Kalk  als  Sand  vorkommend. 
Kinige  thonigen  Boden  verlangend,  vtenige  Lage  am  Meere;    andere  Salz- 


132  PAPIMOMACEAE.  Ulei. 

gcliall  «les  Ituciciis   licltciul.      \iole  ]iO)li-iiv:i^  und  alsdaini  hrsondcrs  dt-m 
feuc]>toii,    liiiiiiii.slialtlj^cii   Itodcii  zug;L*tltau. 

Gehalt  der  hei  uns  einheimischen  Arien:  viele  sehwe/'el  -  und  slirk- 
sloff'nrtige  Materien  im  allf/emcinen ,  keine  Alk(tloide.  In.  den  Hinten 
einifjer  ätherische  Öle,  dann  viel  Gummi,  Schleim,  ffclbc  Färbestoffe, 
f fuchs,  Harz,  fettes  Öl,  auch  Itenzoe-,  (Herb-  und  Callussäure  kommen 
vor.  — •  Jm  lirnute  Zucker,  (iummi,  Schleim,  f/crintje  Quantitäten  i'on 
{ierbesäure ,  liittcrstoff'e  und  scharfe  Stoffe. — •  In  den  Fruchthüllen  i'or- 
wiegend  Pflanzeneusein  (L,e(/umin  ,  BraconnOT^,  Zucker,  (rtimmi — •,•  in 
den  Samen  Pflanzencascin,  Stärkmehl,  Zucker,  bittere  Stoffe,  fette  Stoffe, 
Kalisalze ,  phosphorsauren  lialk.  In  den  fVurzeln  Stärkmehl ,  Zucker, 
Schleim,  Harz,  bittere  und  scharfe  Stoffe,  Oxalsäure ,  schwefelsaures 
liali  und  lialk. 

t.    Gruppe.       LOTEAE.      H  ORJV  KI.M!:jEGJEirÄ  CHSE» 

Friulit  «'ine  1  -  fiiclierigc  oder  dureli  EinAväitslüegiing  einer  der  Leiden 
]>iälhe  der  Länge  nacli  '2- f  aelierige  Hülse.  Keiuilappen  lleiscliig,  iil>er 
die  Krdc  tretend    cind  sich  grün   f'ärl>end. 

A.      SlauhCiiden    l-l»rüderig. 

1.     UliEX.     MXCKJEJVSAMJE. 

I.ITSTV.    Gen.     n.   881. 

Kelch  2-Jbeilig-2-lJp])ig.  Hülse  kaum  läng'ci-  als  der  Keleli, 
aufgedunsen,  armsaniig.     Samennahel  ausgehöhlt.   G.S.XVII.4. 

INiedrige,  vielästige,  steife,  starre,  mit  Asten  und  Blättern  in  Dornen 
und  Stacbelspitzen    ausgehende   Sträuehe.     Blüten   einzeln,    gell». 

1.  II.  europaeiis.  lEuropäischer  MecJcensame,  Blät- 
ter lincal,  in  eine  stechende  Spitze  ausgehend,  die  hlütenständigen  so 
lang  als  der  Biütenstiel,  Declihlätter  am  Kelche  liegend,  eirund  und 
breiter  als  der  Blütenstiel. 

Link.  Sp.  pl.  1045.  var.  a.  Chi.  hau.  174.  Koch  Syn.  f.  165.  Guimp. 
Holzart.   T.  123.     Scuk.  Uandh.  II.  196.     Fl.  dan.  t.  608.     Engl.  hot.  t.  742. 

Auf  frei  liegenden  Hügeln  und  Angern  im  offenen  Fiaehlande,  auf 
troclicnem  Sandboden,  in  der  Nähe  von  Ortschaften  wohl  zum  Theil  au- 
gepflanzt, gegen  Süden  und  Osten  im  Vorhommen  abnehmend,  auch 
an  frühern  Standorten  sich  verlierend  (Mk.  Hl.  Hb.  Blankcnesc,  Jüt- 
horn ,  Bm.  Ol.  Yarel,  Neuenkirchen  — ;  Hu.  Insel  Nordernei,  Hcrzogth. 
Bremen  und  Terdeu,  Osnabrück:  Piselsberg,  Cris]>insburg;  zwischen 
Langelagc  und  Krebsburg,  zwischen  Mackenrode  und  Dudersladt,  unweit 
der  Tönniesmühle,  Peine  — ;  Br.  Vorsfelde  nach  Brackstedt  zu,  Abbes- 
büttel, Hedeger,  llelmsttvdt — ;  Pr.  Halberstadt:  Spiegeische  Berge  — ; 
Pr.  ff.  Tecklcnburg  am  Leederberge ,  Bielefeld,  Gütersloh,  Marienfeldc, 
Münster  — ;  Hs.  im  Kellerwalde,  Jesberg  gegenüber;  Lp.  Senne  — ). 
Juni  bis  August.  —    September. 

IIolio  3  —  4',  slair  lind  ii^erull  starlielspiUig- stcelirnil ,  mit  <Ii<Oit  gestellten,  wagerccht 
al.stelienilen  Ästen.  Blüten  «oliliieelien.l ,  Krone  haxim  länger  als  der  zottige,  gell.gefärl.le 
Keleli.  Iluke  6'"  lang,  3  — 4- sämig.  —  Erfriert,  als  eine  .lern  Kiisten.lclima  ange- 
liörigc    Pflanze,     im    ISinncnlan.le    hei    strenger    Kälte    mit    sainmt    der    >Vnr7,<l. 

GEn'JER»MCHE:8, 

Ökonomisches'  Auf  Mahlen  zerfiuetscht  ein  treffliches  Pferde- 
futter.    Zu  Heckenanlarjen,  wozu  man  ihn  anwandte,    nicht  zu  empfehlen, 

Lirm.    Gen.    n.  8.78.       Art.    aiisgcselil. 

Kelch  2 -lippig.     Fahne   fast  kreisrund.     Griffel   Schnecken- 


»eiiista.  PAPII.IONACEAE.  133 

förmiff  zusanimena-erolU.  IVarbe  klein,  konfföi-uiia;.  Hülse  flach- 
gedrückt.  GeschlfSyst.  Xyif.  4.  ^  ^ 

Gerillger  Strauch  mit  aiifrcchteii  riithciiföriiiigcii  Z^veigcii.  Blätter 
3-zäblig  und  einfach,  ohne  IVebenblätter.  Blüten  hlattMinI;elständig, 
Kronen  hoeligclh. 

1.   S.  scopariiini.    Gemeine  Besenpfriente»    Äste  im- 

heAvaffnet;  Blätter  uingekehrteirund,  stumpf  oder  spitzlicL;  Blüten  ge- 
stielt,   einzeln  oder  zu  zweien. 

LiNN.  Sp.  pl.996  Chi.  han.  173.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  60.  Schk. 
Uandb.  II.  T.  19.5.  Fl.  dan.  t.  313.  Engl.  bot.  t.  13-39.  Hayne  Arznei- 
gew. IX.  T.  10.  Sarothanmus  vulgaris  Wimm.  Fl.  v.  Schles.  Ausg.  II. 
148.     Koch  Sjn.  I.  166. 

In  Wäldern  und  Heiden,  auf  sandigem  Lehm-  und  auf  Sandboden, 
häufig,  das  Vorkommen  im  nördlichen  Theile  des  Geliiets  zunehmend  und 
liier  oft  scliaaren>veise.     Juni,   Juli. —    September. 

Ilülie  Vi  —  3',  aiisnaliuiswcise  mannsliocfa  und  fasl  armsdick.  Aste  gcsireckt,  .S  -  eckig, 
iiiilji'liaart,  grasgrün.  Blatter  angedrückt- seuleuliaarig,  die  3-zähligeii  luelirlacli  länger  ge- 
stielt als  die  cinfacLcn.  Kronen  gross.  Hülsen  1 '/j  —  "2"  lang,  an  beiden  Seiten  gcuim- 
pert.  Samen  zusammengedrückt- eiförmig.  —  Yariirt  mit  lieliaarten  jnngen  Trieben,  und 
die  Blätter  legen,  wicwoLl  selten,  alle  Haarbekleidung  ab.  Erfriert  in  kalten  Wintern  bis 
auf  die   Wurzel. 

GM  Jt^EaBJLICMEIS. 

VechniScTieS  u.  Ökonomisches»  Der  Stvancli  eine  Zier- 
pflanze in  Lustifehüschen ,  als  Brundholz ,  beim  Zief/elbrenncn  u.  s.  w. 
brauchbar.  Das  feste,  zähe,  schön  tfeflaunnte  Holz,  wo  der  Strauch 
stärker  wird,  zn  Drechsler-  und  einrjelefjten  ^arbeiten  anwendbar,  die 
Ruthen  zu  Hesen.  Knospen  mit  Salz  eingemacht  als  Kappern  qeniessbar. 
Blätter  dem  liofhwild,  Rindvieh  und  Schaaf'en  angenehm.  Blüten  eine 
dauerhafte  gelbe,  Rinde  eine  bratine  Farbe,  feinen  Gerbestoff  und  eine 
zähe  Faser  zu  Gespinnst-  u.  Flechtwerk  liefernd.  Samen  ülreich.  — ■  7>eJH 
Forstbetriebe  ein  lästiges  Unkraut,  auf  Heiden  aber  eines  reichen  Kali- 
gehaltes wegen   bodenverbessernd. 

3.     CiEIVIlSTA.     GENSTtlR, 

lAfifi.    Sp.    pl.    n.  859. 

Kelch  2-li])])ig.  Fahne  länglich -eirund.  Griffel  pfriemen- 
förmiff,  aufsteigend.  Narbe  schief,  nach  innen  ffcboffen.  Hülse 
flachgedrückt.  ^Geschl.  Syst.  XVir.  1. 

Geringe,  unbewehrte  oder  dornige  Sträuche.  Blätter  einfach  (selten 
3- zählig).  Nebenblätter  gering  oder  nicht  vorhanden.  Blüten  end-  und 
blattwinkelständig,    einzeln  oder  traiibig.     Kronen  gelb. 

1.    0>  sagittali».    Gejlügelter  Ginster*    Stengel  unbe- 

wehrt,  geflügelt -2- schneidig  und  gegliedert;  Blätter  elliptisch;  Blüten 
in  kopfförinigen  Trauben. 

LiNN.  Sp.  pl.  998.  Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  209.  Cytisus  sagittalis  Koch 
Syn.  I.  172.     Salzwedelia  sagittalis   Fi.  d.  Wett.   11.  498. 

In  Holzungen,  auf  sandigem  Boden,  sehr  selten  im  südlichsten  Theile 
des  Gebiets,  als  Nordgrenze  der  Gesamintverbreitung  (/*»■.  Bitterfeld  — ; 
An.  Dessauer  und  Mosigkaucr  Heide,  hier  häufig).  Juni,  Juli.  —  Sep- 
tember. 

Stengel  liegend,  mit  aufrechten  8 — 12"  langen,  einfachen,  krautigen  Asten.  Blätter 
ton  einander  entfernt,  an  den  gliedartigen  Unterbrechungen  der  Stengelflügel  sitzend.  Blü- 
lenlragende  Äste  4  —  6-flügelig.  Bluten  gross,  Kelche  behaart,  gelb.  Hülsen  schwärz- 
lich,   4  —  6  -  sämig. 

Ä.    £••  tiuctorla»    Färber -Ginster»    Stengel  imbewehrt, 


134  PAPIIilONACEAE.  Oenista. 

oben  angcprcsst-weichhaaiig;  Blätter  laiizetllich  otler  elliptiscli;  Blüten 
in   Traulii'n. 

LiNX.  Sp.  pl.  998.  Chi.  Iian.  172.  liocu  S\n.  I.  167.  Beit.  u.  Abel 
Ilolzait.  T.fi8.     Fl.  dan.   t.  526.     Engl.  bot.  t.  44. 

Auf  glasigen  Hügeln,  Waldwiesen,  lichten  Holzungen  und  Heiden, 
auf  mergeligem  oder  kalhlialtigem  Lehml>oden,  auch  auf  huinos- sandigem 
Boden,  häufig.     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  liis  '2'  Iioeli.  «läUer,  Hinten  im<l  Hülsen  li.ilil ,  crsterc  jcdocl  ranJliaarig.  Das 
SeJiifTclien  so  lang  als  die  Faline.  Hülsen  lineal,  1"  lang.  —  Yariirt  mit  breitern  und 
schniKlern    Blattern    und    mit   last    kalileia  Stengel. 

3.  Gl.  i>ilo»a.    Haariger  Ginster,     Stengel  unbewehrt, 

Blätter  länglich -umgeliehrteirund',  unterseits  nebst  den  Ästen,  Blütcn- 
stielen  und  Kelchen  angedrückt  seidenhaarig;  Blüten  seitlieh  in  Schein- 
trauben neben  Blattbüseheln. 

LiNN.  Sp.  pl.  999.  Chi.  han.  172.  Koch  Syn.  I.  166.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  94.     Schk.  Handb.  II.  T.  19.>.     Engl.  bot.  t.  2()8. 

In  \^^aldungen  und  Heiden,  auf  trockenen»  sandigem  und  Sandboden, 
häufig.     Juni,  Juli.  —    Septemlier. 

Stengel  bis  1'/^'  boeli,  iiiederliegend  ,  seltener  aufreelit.  Blälfer  obcrseils  kal.l.  Faliiic 
lind    Seliillehen    seidenLa.  rig,     Hiilsen    lineal  -  linglieh,    angedrückt  -  liaarig,    .5  —  6  -  .sämig. 

4.  €>•  geniianlca.   Mfeutscher  Ginster,    Stengel  dornig, 

unten  blattlos,  oben  ästig  mit  rauhhaarigen  jungen  Trieben;  Blätter  lan- 
zettlich oder  elliptisch;  Blüten  in  Trauben,  Deckblätter  pfriemen formig 
halb  so  lang  als  das  Blütenstielchen. 

LiNN.  Sp.  pl.  999.  Chi.  han.  173.  Koch  Syn.  I.  167.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  80.  Schk.  Handb.  IT.  T.  195.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.12. 
Svensk  bot.  t.  547. 

In  Waldungen,  Hainen  und  Heiden,  auf  steinigem  Lehm-  und  auf 
Sandboden,  im  süd-östlichen  Theile  des  Gebiets  häufig,  gegen  Westen 
und  IVorden  abnehmend.     Ulai  bis  Juli.  —    September. 

Stengel  '/.j — 1'  Locli,  liegend.  l  ntcrc  Dornen  einf'aeli,  folgende  3-2ackig,  obere  fast 
gefiedert -zackig.       Hülsen    ranteuforniig- liinglieli ,    raubbaarig,    2  —  .IJ  -  saiuig. 

5.  C  aiiglica.    Englischer   Ginster»     Stengel  dornig, 

unten  blätterlos,  oben  ästig  mit  unbehaarten  jungen  Trieben.  Blätter 
lanzettlich  oder  elliptisch;  Blüten  in  Trauben,  Deckblätter  blatlähnlich, 
länger  als  das  Blütenstielchen. 

LiAN.  Sp.  pl.999.  Chi.  han.  172.  Koch  Syn.  I.  168.  Giimp.  Holzart. 
T.  121.     Fl.  dan.  t.  619.     Eng',  bot.  1. 132. 

In  Waldungen  und  Heiden,  auf  feuchtem  oder  moorigem  Sand-  auch 
Lehmboden,  im  nord-westlichen  Theile  des  Gebiets  sehr  häufig,  gegen  Osten 
abnehmend  und  an  der  Ostgrenze  schon  selten.    Mai  Itis  Juli. —  September. 

Dem  vorigen  abnlich.  Dornen  nicbr  horizontal  abstehend  und  länger,  die  altern  eiufacli. 
Blätter  kleiner  und    dichter   stehend.      Trauben   wcnigerblulig,    Blüten    kleiner. 

e?  JE  U^MRBJLICMX:^, 

PharntaceutiscTi '  JtKedicinisches,    Kraut  und  Bluten  von 

A.2.,  flürhtif/cs  srhaif'es  ätherisches  Öl,  Schleim  und  eisennrünenden 
Gerbestoff'  enthaltend ,  ist  in  Abkoehuny  als  Ab f'ülirtinifs mittel  auf  dem 
Lande  noch  im  Hausgebrauch. 

Technisches  u.  Öle  anomisches,  A.  2.  uuV  lialkwasser  be- 
handelt und  mit  Alaun  und  lireide  versetzt,  eine  dauerhafte  fjelbe  Farbe 
(Schütttjelb)  liefernd,  zerhackt  und  24  Stunden  in  fVasscr  eiurjeweieht 
ein  ffutes  Fertilfjunf/smittel  der  Raupen  auf  Kohl,  indem  man  diesen  mit 
dem  fVasscr  besprengt.  Rinde  der  Art.  4  u.  5.  zur  Gewinnunff  von  lui- 
sern SM  Gespinnsten  und  Geweben  anwendbar.  Art.  4  u.  5.  fJ'eidepflan- 
■zen    erster  Güte   und  A.3.  zweifer  Güte   auf  Sandboden,    und  in   dieser 


onouis.  PAPU.IONACEAE.  135 

Hin.sicht  der  C'ullur  in  Heiden   zu  empfehlen.     Sümmtliche  Arien   werden 
von  den   Bienen  besucht. 

Cytisus  Laburnuin.     Gemeiner  Bohnenbaum  (Clil    lian.  171.)  «n  den  Ruinen 

allor  BurgPii    >ou    fruliern    Pflanzangiii    znrücligeblieben,    kann    «olil    als  IJürgrr    ilei    llor    iiiclil 


4.     0I10]!¥IS.     MAUHXCMtMEi. 

I.I.-V1N.    Gen.    n.  772. 

Kelch  fast  gleichmässig  5 -spaltig,  blcihend.  SchiflFclieii  in 
einen  pfiiemenf'örmigen  Selinabel  zugespitzt.  Hülse  autgedun- 
sen, arnisaniig.     Gesehl.  Syst.  XVII.  4. 

Kräuter  oder  Stauden  (Art"  1.  2.).  Blätter  gefiedert -3- zählig,  auch 
mit  1  Blättchen  (selten  mehrpaarig -ungleichgefiedcrt).  INeltenblätter  mei- 
stens dem  Blattstiele  angewachsen.  lUüteu  blattwinkel-  und  endständig, 
an  nnsern  Arten  rosenroth  mit  violet  und  weiss. 

1.    O.  arvensis.    ^tinTeender  Mauhechel.    Stengel  ans 

liegender  Basis  ansteigend  oder  aufrecht,  rauhhaarig,  Aste  in  Dornen 
ausgehend  oder  unhewehrt;  Blättchen  oval.  Ins  zur  Basis  scharf  gesägt; 
Blüten  blattwinlielständig,  einzeln,  seltener  zu  zweien.  Blütenstiele  und 
Kelche  drüsig -zottig;   Hülsen  kürzer   als  der  Kelch. 

O.  arTcnsis  «.  Sm.  Fl.  brit.  IT.  708.  Ders.  Engl.  Fl.  fll.  267.  Ehrh. 
Verz.  der  um  Hannover  wildwachsenden  PH.  in  Beitr.  1.  104.  Schk. 
Handbuch  II.  33.5.  Chi.  hau.  171  (^um  Theil).  O.  hircina  Hoffm.  Fl.  germ. 
II.  75  und  mehrerer  Florenschreiber.  ^AV^E  Arzneigew.  XI.  T.42.  O. 
spinosa   «.   mitis   Linx.    Sp.   pl.  1006.      O.   mitis   Wender.   Fl.  hass.  244. 

(Die   unl.e»ehite   Form,    nach   Ausweise    lies    Standorts). 

b.  elatior.  ner  höhere,  Stengel  höher,  gerade,  unbewehrt;  Blü- 
ten gegen  «lie  Spitze  des  Stengels  und  der  Aste  gedrängter  und  meist 
zu  zweien  stehend. 

O.  arvensis  Link.  Fl.  suec.    ed.  I.    n.  622   (narL  Ausweise  .ou  Ehkhakt  z« 

I>1N1VES  Zeit  in  lipsala  eingelegter  Esemplare).      W^AHLENB.  Fl.  SUeC.  II.  448.       KeTZ. 

Obs.  II.  21.  O.  arvensis  mitis  F.HRti.  Verz.  der  um  Upsala  wildwach- 
senden Pfl.  in  Beitr.  \  .  O.  hircina  Jaco.  Hort.  vind.  I.  40.  t.  93.  Koch 
Sjn.  I.  173.     Fl.  dan.  t.  1584. 

c.  procumben§.  ner  niederliegende.  Stengel  hegend  mit  den 
Spitzen  aufstrebend.  Äste  meistens  in  Dornen  ausgehend,  Blüten  mei- 
stens einzeln. 

<).  repens  Kocu  das.  (nicht  X,inne  und  Smith).  Sturm  Dcutschl.  Fl. 
11.72.  Hayne  Arzneigew.  XI.  T.  44.  O.  procuircns  VI^allr.  Sched. 
381.     O.  arvensis  Chi.  han.  (mm  Tbeil).     Koch  et  Ziz  Catal.  pl.  palat.  13. 

d.  repeng.  Her  Jcrieehende.  Stengel  niedergestreckt,  der.ganzen 
Länge  nach  wurzelnd,  weiss -zottig,  unbewehrt,  seltener  die  Aste  in 
Dornen  ausgehend;    Blüten  meistens  einzeln. 

O.  arvensis  v.  repens  Chi.  han.  das.  O.  repens  Link.  Sp.  pl.  1006. 
O.  repens  }'.  Sm.  in  beiden  cit.  \^'erkcn. 
Auf  Weiden,  Wiesen,  lichten  grasigen  Plätzen  im  Walde  und  am 
Felde,  die  Ilauptart  und  c.  auf  trockenem  Lehmboden,  häufig,  aber  auch 
auf  humushaltigen  Boden  übergehend,  und  wo  dieser  frisch  und  nahrungs- 
reich wird,  auch  ohne  Dornen  (//«.  Marschgegenden.  Tis.  Allendorf,  am 
Meissner  — );  b.  scharf  ausgeprägt  nur  im  nördlichsten  Gcbietstheile  (///. 
O.  arvensis  J\olte  Prim.  fl.  hols.  66.  —  91k.?),  tbcrgangsformcn:  hoch 
und  mit  zum  Theil  zu  zweien  stehenden  Blüten,  im  südlichen  Gcbiets- 
theile (Hn.  Marschgegenden,  Hs.  V»  itzenhausen,  Allendorf,  Meissner); 
d.  nur  im  tiefen  Seesande  der  Inseln  (Hu.  INordernei,  Langeroge,  Bal- 
ti-um  — ).     Juni  bis  August.  —    September. 


136  PAPILIONACEAE.  Anthyllis. 

Itlattcheii  »ou  reiu  ov<ilviu  l'nifaiigc  oder  wenig  gcsjiilil ,  an  Heu  kleinem  Formen  in  <lcn 
iinigokelirtciruuil  -  ovalen  übergehend,  fast  bis  an  den  Itlallsllel  siigezähnig  mil  etwas  aiis- 
w  ärlsgcricbteten  Zähnen,  zarllaiibig,  gelblichgriin.  IVcbcnblältcr,  auf  nahningsreirheui  ßodcn 
und  an  der  jungem  Pflanze  ,  oft  sehr  gross  ,  in  andern  Fällen  mehrfach  kleiner.  Blüten  gross, 
doch  bald  grösser,  bald  kleiner.  —  Die  Ilanptart  und  c.  gehen  überall  in  einander  über, 
so  dass  letztere  kaum  die  Bezeiclinung  als  Spielart  »erdient.  An  beiden  kouinien  eben  80 
wie  an  d.  bisweilen  zu  zweien  stehende  Itliitcn  >or.  —  IJcr  Stengel  von  b.  wird  mit  Un- 
recht "steif  aufrecht"  bezeichnet.  JACHUIIV  selbst  sagt:  "  Caules  procumbnnt;  liinc  ddscen- 
dunt",  der  dichtere  Rlülcnstand  kommt  auch  locker  tor  (wie  ihn  sogar  die  jACQl'IN'sche 
Figur  giebt),  und  häufig  findet  man  einzeln  stehende  Blüten.  Auf  >Valdboden  hat  unsere 
Ilanptart  eine  eben  so  ährenähnlichc,  ja  noch  tollere  Inflorescenz.  —  I.,I^'^'E  sowohl  als 
Smith    geben    den    Standort    ihrer    O.    rcpens    im    Seeküstensande    an,     und    ihre    Citatc    redcD 


maritimen  Pflanze.      Die   unseriee,    deren  Blätter   und  Blüten    halb 


gross 


an  der  Ilanptart  sind,  hat  im  Sande  liegende,  1 — 'i'  lange  Ranken,  die  bis  an  die  äusserstc 
Spitze  Wurzeln  in  den  Sand  senken ;  c.  aber  w  urzelt  nur  an  der  Basis  eines  oder  des  an- 
dern   Zweiges,    und    selbst   dies    seilen. 

Ä.    O.  ispinosa.     Gemeiner  Mauhechel,     Stengel  auf- 

recbt  oder  ansteigend,  mit  einem  aliwecliselndi-n  llaaistreil",  Aste  in  Dor- 
nen ühergelicnd;  ßlättchcn  gleiclibreit-länglieh,  ])is  unter  die  Mitte  scliarf 
gesägt;  Blüten  Llatt^vinkelständig,  einzeln,  Dlütensticl  und  Kelche  liuarig; 
Hülsen  so  lang  als  der  Kelch  oder  länger. 

O.  spinosa  ß.  LiNN.  Sp.    pl.  1006.      O.  spinosa    Chi.  han.   171.      Koca 

Syn.  1.   173.     Reit.  «.  Abel  Holzart.   T.  76.      Schk.  Ilandh.  IT.   T.  194. 

Engl.  bot.  t.682.     IIayne  ArzneigeAv.  XI.  T.  43.     O.  arvensis  ß.  Sm.  Fl. 

l.rit.  II.  758. 

b.  angustifolia.     Her  schmalblättrige.     Stengel  niedriger,    dicbt- 

ästiger,  dorniger,    kürzer  und  weniger  behaart;    Itlättcben  schmäler. 

O.  spinosa  v.  glabrescens  und  v.  sabulctorum  Chi.  han.  das. 
Auf  Weiden,    Triften,    an   Ackerrändern   und   Wegen,    auf    magcrm 
Lehm-    und    Sandboden,    sehr   häufig;     b.    am    Meeresstrande,    im    tiefen 
Sande,  seltener  im  Binnenlande  (//»i.  Inseln  am  Nordseestrande  — ;    Mk. 
Warnemünde — ;   Jls.  am  Meissner).     Juni  bis  August.  —    September. 

Blättchen  länglicli,  an  b.  fast  lineal ,  meist  nur  bis  zur  Mitte,  höchstens  zwei  Drittel 
sägczähnig,  mit  gerade  aufwärts  gerichteten  Zähnen,  von  festerer,  stärkerer  Substanz,  trüb- 
grün.  —  Die  Blüten  variiren  in  der  Grösse,  sind  aber  im  allgemeinen  kleiner  als  die  \oa 
A.  1.  —  Es  ist  kaum  zu  bezweifeln,  dass  O.  anliqnorum  LlNN.  Sp.  pl.  1006.  ein  Synonym 
der  Spielart  b.  ist.  Exemplare  der  erstem  >oni  Unterlauf  der  Rbünc  stimmen  völlig  damit 
überein,  und  andere  ans  Dalinatien  sind  nur  noch  ettvas  kahler.  O.  antiipiorum  im  hiesigen 
bot.  Carlen  seit  langen  Jahren  cultivirt  hat  keine  seniina  lae>ia  (Kocil  das.),  sondern,  eben 
so   wie   O.    spinosa,    semina  tenuissime   tuberculato  -  scabra. 

GE1VJERBX.MCiri:S, 

ÖJCOnontiSCheS»  A.  1.  eine  nahrungsreiehe  JVcidc-  und  ifute  Fut- 
terpflanze. A.  S.  nicht  minder  nahruur/sreich ,  aber  der  Dornen  wetjen  nur 
im  frühem  Alter  und  Frühlinrjszustande  dem  JVeidevieh  zuträf/lieh. 
Beide  Arten  halk-  und  kalireich  und  daher  hodenverhessernd ,  wonach 
A.  1.  den  Anbau  auf  Heiden  verdient. 

5.     AI^THYIililS.     WUNnKUA^UV. 

J.^^■^^  Gen.    n.  77-3. 
Kelch  walzenförniig,  kurz  5-zäliiiig',  Jileibeiid  und  zur  Reif- 
zeit  die    Frucht    eiuschliesseud,    Schiffchen   slunipf  oder  kurz 
zufl-esnitzt,    Stauhfäden   nach    oben   hreilcr.      Hülse    armsamifi:. 
GescKl.  S^st   XVII.  4.  ^ 

Mehrjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  (Sträuche)  mit  unpaarig- gefiederten 
und  durch  Fehlschlagen  einfachen  (auch  mit  3- zähligen)  Blättern.  Blü- 
ten kopfförmig- gehäuft,   blattwinkcl-  und  ciidstundig. 


Medicago.  PAPIIilONACEAE.  137 

1*    A.  Vnlneraria.     Gemeines    WutulJcraut»    Blatter 

gelieclert  mit  giösscrin  Endblättcheii;  Blüten  in  gepaarten  am  Stengel  und 
den  Ästen  endstiindigen  Köpfen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1012.     Chi.  han.  169.     Kocu  Syn.  I.  174.     Schk.  Uandl). 
11.  T.  196.     Fl.  dan.  t.  189.     Engl.  hot.  t.  104. 
b.   serioea*     Das  seidenhaarige.     Höher,   ästiger,   mit  schmälern, 
nelist  dem  Stengel  weiss- seidenhaarigen  Blättchen. 

Chi.  han.  das.     A.  maritima  Schweig,  in  Hagen  Chi.  l)or.  265.     Rei- 
chend. PI.  crit.  Tl.  f. 235  (.iliwcidiend).    A.  vnlneraria  ß.  maritima  Koch  das. 
Auf  hügeligen  Triften,  Weiden  und  Berpviesen,  auf  Kalk-  und  Sand- 
Iioden,    ziemlich  häufig;    i>.  im  Sande    der  iSord-    und  Ostseeliüstcii   und 
Inseln  (//«.  Nordernei,    Juist —   aVA.  Benkendorf,  Dassow — )  annähernd 
auch  auf  sehr  magern  sonnigen  Kalkhügeln  (litt.  Lindenberg  bei  Hannover). 

Stengel  ans  liegender  Rasis  bogenförmig  ansteigend,  bis  1',  an  b.  bis  2'  liocb.  Die 
erstem  AVurzelblätter  einfach,  lang  gestielt,  gleiehbrcit  -  länglicb ,  mll  einigen  tiefer  ain 
Stiel  siebenden  Ohrchen,  anch  ohne  diese.  Itlütenlioj>fe  von  anliegenden,  fingerig -ges|iallcneu 
Deckblättern  unterstützt.  Kelche  weiss  -  wollig.  Kronen  citronengelb,  auch  «ohl  am  Scbill'- 
chen   orangefarben    angelaufen,    an    b.    «eissljchgelb    oder   uiattgclb. 

ÖTeonomiSChes.      Hin   ijutes    Viehfutter. 

B.     Staubfäden   2 -brüderig. 
6.     ITIEDICAOO.     SCUJVMCKmNKIiMm, 

l.I>N.     Gen.    n.   899. 

Kelch  «alzeiiförinlg,  5-zälini^  oder  o-spalfig.  ScliIffcLeii 
slunipf.  Fruclilknote  und  Staubfadeiirölire,  das  Fähnchen  zn- 
fückdriiclicndj  aufwärts  gerichtet.  Hülse  sclmeeken-  oder  si- 
chelförmig.   Geschl.  Syst.  XVII.  -4. 

Ein-  (Art.  3  —  6.)  oder  mehrjäbrige  (Art.  1.2.)  Kräuter  (seltener  Sträu- 
che). Blätter  gefiedert -3- zählig.  Nebenblätter  dem  Blattstiele  ange- 
wachsen. Blutenstiele  blattwiukcl- und  endständig,  1 — 5-blütig,  ähren- 
oder  traubenartig. 

•f-     Hülsen    unbenehrt. 

1.    ITE.  siativa.     Gebaueter  SchnecTcenTelee  (JDucer- 

ne)t  Blüten  in  vielblütigen  länglichen  Trauben ;  Hülsen  in  2 — 3  Krei- 
sen schneclienförniig  gewunden,  schwach  netzartig -aderig;  Blättchen  der 
untern  Blätter  umgekehrteirund -länglich,    der  obern  lineal- keilförmig. 

LiJNN.  Sp.  pl.  1096.     Chi.  han.  168.     Koch  Syn.  I.  175.     Schk.  Ilandb. 
II.  T.  212.     Engl.  bot.  1. 1749. 
b,  versicolor.     Her   rcechself arbige.     Kronen   blassgelb,    später 
grünlich,    dann  violet;    Hülsen  1- kreisig   gekrümmt. 

M.  sativa  ß.  Kocndas.     M.  media  Pers.  Syn.  I.  356.     Schk.  das.  F.  A. 
In   der  Nähe   der  Acker,    an   grasigen  Hügeln   und  Wegrändern,    auf 
lockerm  sand-  oder  kalkhaltigem  Boden,    hier  und  da   verwildert.     Juni, 
Juli.  —    August,   September. 

Aufrecht,  l'/j  —  2'  hoch.  Untere  IVebenblälter  eingeschnitten  -  sägezahnig.  Hülsen  mei- 
stens mit  2'/2  Windungen,  an  b.,  zwischen  A.  1  u.  2.  stehend,  mit  1  —  1'/^  Windung, 
angedrückt-  zarfhaarig. 

«.    ]?I.  falcata.     SichelJ'rilchtiger  SchnecJcenJctee» 

Blüten  in  vielblütigen  kopflörmigen  Trauben;  Hülsen  sichelförmig,  fein 
iietzaderig;  Blättchen  der  untern  Blätter  länglich-,  der  obcrn  lineal -keil- 
förmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1096.  Chi.  han.  168.  Kocu  Svii.  I.  176.  Schk,  Ilandb. 
II    T.212.     Fl.  dan.  t.  233.     Engl.  bot.  t.  1016. ' 


138  PAPI£.IO]«A€EAE.  Hledioago. 

b.   versioolor.      Der  wechselfarbige.     liionen  gelh,    «lann   grün, 
zuletzt  \i(>l«'l. 

M.  faicuta  ß.  Koch  das.  i>I.  lalcata  ß.  hjl.ii.la  Gaud.  Fl.  l.clv.  IV.  611. 
o.  major.  Her  grössere,  Stengel  liegend,  verlängert;  Trauben 
langlieli.   Hülsen  grösser. 

M.  falcata  ;'.  Koch  das.     31.  procunihens  Bkss.  I'rini.  il.  gaiie.  II.  127. 
An  Ackerrainen,  Wegen,  auf  Wiesen  und  Grasplätzen,  auf  kalkhal- 
tigem Itoden,  in  der  südlielien  Gel»ietshälfte  «ind  im  nord  -  östlichen  Theile 
ziemlich  häufig.     Juni,  Juli.  —    September. 

Ansteigend,  1 — 1'/'^'  ''<"^'''  »ielzweigig.  Kronen  »on  cilionen-  liis  in  tlollergcll).  Hiil- 
scn  einen  Iiallien  Bogen  liililenil ,  steil-  nncli  «olil  stiiegelig- lieLaart.  Zwisclieii  \.  1  n.  Vi. 
stehende  Mlttclfornicn  licneisen  die  grosse  A'erwandtseliall  dieser,  und  »lachen  ihre  sjiecifische 
Versehicdcnheit  allerdings  ziveifelhal't.  Dass  jene  in  Folge  \on  Bastardhcfrnclilung  cnlsL-iu- 
den ,  ist  zwar  ebenfalls  möglich,  jedoch  weisen  die  >  erhältnissc  des  A'orkouiinens  diese  Ah- 
stanininng   his  jetzt    nicht    genügend    nach. 

3.  ]?I.  Iiiiiiilina.    Mopfen. l^chnecTeenJclee.    Klüten  in 

vielMütigen  ovalen  Ähren;  Hülsen  nicrenrorniig  mit  kreisrund  eingebo- 
gener Spitze,   concentriseh-netzaileiig;    lilättchen  umgekehrteirund. 

LiNN.  Sp.  pl.  1097.  Chi.  hau.  168.  Koch  Syn.  I.  177.  Schk.  Handb. 
II.  T.  212.     II.  dan.  t.9<J2.     Engl.  bot.  t.  971. 

bi    major*     Her  grössere»      Stengel    stärker  und  verlängert;    Blätl- 
chen  doppelt  grosser;    Itlüten  und  Fruchtähren  cjlindriseh. 

Chi.  han.  das. 
O.    Willdenowiana.       Her    n^illdenowsche.      Hülsen     abstehend- 
haarig  und  drüsentragend. 

M.  lupulina  ß.  Willdeno^viana  Koch  das.      M.  Willdenovii  De  Bön- 
NiNGii.  Fl.  monast.  226. 
Auf  bel»auetem  Boden,    auf  Wiesen,    an  Wegen  und  auf  Schutt,   auf 
humosem    lehmigem   und  sandigem,    sowohl  trockenem  als  nassem  Boden, 
häufig.     Juni  bis  August.  — •    September. 

I>iederliegend,  ausgehreitet,  von  2"  his  1 Y^'  lang.  I>Iiltleres  Blüttchen,  an  c.  süniint- 
iichc,  rauteni'ormig- umgekchrtcirund.  Kronen  hlassgelh.  Hülsen  einsaniig,  zur  Rcil'zcit 
schwarz.       Fruchtähren    von    h.    his    10'"    lang. 

ff     Hülsen     stachlig. 

4.  ]?I.  niiiilnia.     Kleinster  ßchnecTeenTelee,     BUiten- 

stielc  1 — 5- blutig;  Hülsen  in  fast  5  Kreisen  schneckenförmig  gCAvtinden, 
2-reihig-hakenstachlig  ohne  Adcrnctz,  nebst  den  Blütenslielcu  und  Sten- 
geln weichhaarig;    Blättchen  keilförmig- umgekehrteirund. 

Lamarck  üict.  III.  636.  Chi.  han.  169.  Koch  Syn.  I.  180.  Schk. 
Handb.  II.  T.  212.     Fl.  dan.  t.211. 

An  Hügeln  und  Felsen,  auf  sonnigem  Sandboden,  häufig  im  südlich- 
sten und  im  nord- östlichen  Theile  des  Gebiets  (//.v.  Pr.  Schw.  31k.),  sel- 
tener gegen  ]\orden  und  \^^esten  (^/»».  am  Falkenstein  — ;  Br.  am  Begen- 
stein  — ;  //»i.  Göltingen:  Ileinhauscn  — ■;  Pr.  ff.  Bielefeld,  als  IXord- 
Westgrcnze  des  Yorkommens  In  Deutschland).     Mai,  Juni. —    August. 

Stengel  1  —  4  his  6"  lang,  hald  anlrccht,  bald  niederlicgend ,  sperrig- ästig.  Kronen 
gelh.  Hülsen  2'"  im  Dnrchmesser,  'Windungen  loclicr,  .Stacheln  i.fricmlich .  ahstehcnd, 
gerade    an    der    Spitze    hahig    gelirüninit,     an    der   Basis    mit    einer   Furche    heiderseits. 

*5.    ]?l.  deutlculata.     Gexähnelter  Schnecleenlclee, 

Blütenstielc  vielblütig;  Hülsen  in  2 — 3  Kreisen  schneckenförmig  gewun- 
den, 2 -reihig -geradstachlig,  concentrisch- netzaderig,  nebst  den  Blüten- 
sticlen  und  Stengeln  unbehaart;   Blättchen  umgekehrteirund. 

WiLLD.  Sp.  pl.  III.  1414.    Koch  Syn.  I.  180. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  lehmigem  mergelhaltigem  Boden,  sel- 
ten und  nur  im  südlichsten  Theile  des  Gebiets,   als  Nordgrenzc  der  Ge- 


iTfelilotus.  PAPIl.IOBiA€EAE.  139 

saniintverliri'ituiig ,  eingebürgert  (//.v.  Casscl :  zwisclieii  Scliöiifeld  und 
Walershauson  — ;  Pr.  IMaunihiirg  am  Wege  nach  der  Grossjenaer  Fähre; 
n.iUe:  IXiellehen,  zwischen  Trotha  und  Brachwitz,  zwischen  Kollenltet 
und  Muscliaii;  Halherstadt — ;  Bi:  Blankenhurg  unterm  Kliislierge — ). 
Mai,  Juni.  —    August. 

Stengel  uiecleigcstrecfct,  1 '/2  —  '2'  lang,  astrcicli  und  verworren.  Blatlrlien  biswcileu 
iinigclielirtlierzförniig.  I>cbcnl)lätter  fiederspaltig- gesägt  mit  borsllielien  Sägczalinen.  Kronen 
golilgelli.  Hüken  3'"  im  Durchmesser,  mit  l)Ogig  in  die  Länge  gezogenen  >etzmasolieu, 
reif  tiefscLwarz,  Slacheln  unter  sich  divergirend,  au  unserer  Pflanze  mit  gerader  Spitze 
(spinac    ajiiee    uneinafae    KOCII    das.),    an    der   IJasis    beiderseits    mit    einer   Furche. 

'6.    J?I.  aiilculata.    Bespitxter  ISchnecJcenJclee*    Blü 

tenstielc  melirhlütig;  Hülsen  in  2 — 3  Kreisen  sclniechenlörmig  gewunden, 
2- reihig  geradstachelspitzig,  in  die  Quere  concentrisch-netzaderig,  nehst 
Blütenstielen  und  Stengel  uni>ehaart;    Blättchen  umgehehrteirund. 

WiLLD.  Sp.  pl.  111.  1414.  Roch  Syn.  1.  180.  Gaertn.  Fruct.  II.  349. 
T.  IbTi  (M.  coronata). 

Aul"  Achern  unter  der  Saat,  auf  lehmigem,  mergelhaltigem  Boden, 
selten  und  nur  im  südlichsten  Tlieile  des  Gebiets  als  ]^lor«lgrenze  der 
Gesammtverbreitung,  eingebürgert  (Pr.  IMauniliurg  — ^;  Hs.  nach  liocii 
das.,  in  den  Specialfloren  nicht  aufgeführt).     Mai,  Juni. —    August. 

~  Im  Gesammtansehen  und  der  wesentlichen  Bildung  mit  A.  5.  übereinstimmend,  nur  durch 
die  gana  kurzen  ('/u'"  langen),  kaum  auf  den  Windungen  vortretenden  Stachelspitzen  ver- 
schieden, und  daher  v<'obl  nur  eine  Spielart  jener,  worüber  weitere  Forschungen  entscheiden 
mögen. 

€fM1VMRBJ.ICHM!IS, 

ÖJCOnomiSCheS»  ^i.l.  als  einx  der  vorzüfjUchslen  Futterfiewächse 
bekannt.  A.S.  den  Anbau  auf  sehweryriindifjeni,  kaltem  Hoden  verdie- 
nend, wo  A.  1.  nicht  reichlich  fjenuif  lohnt  und  hier  viahrseheinlich  einen 
eben  so  hohen  Ertraji  als  A.  1.  auf  yulem  Boden  liefernd.  A.  3.,  die  im 
Felde  1-jähriff,  auf  fJ'iesen  2-jiihriff  ist,  fV^'csen-  und  fVeidenfie- 
iviiehs  Istcr  Güte,  und  dem  Ff'iesenbaue  als  Bodenfutter  zivischen  den 
Gräsern  zu  empfehlen.     Art.  5.  6.   der  Stoppelhute  vortheilhaft. 

9.     JVIEIilliOTlJ^.     SVJRMJVKJjEX:. 

TOUKNEF.    lust.    400.     t.   'iiy. 

Kelch  glockig,  5 -zähnig.  Krone  ahfallend.^  Scjiiffchcu 
sliimpf.  Fruchtknoten  gerade.  Hülse  rundlich -eiförmig  oder 
ellipsoidisch.      Geschl.  Syst.  XVII.  4. 

Ein-  oder  2 -jährige  (Art.  1 — 4.),  ruthenförmige,  aufrechte  oder  an- 
steigende, unbehaarte  Kräuter.  Blätter  gefiedert-3- zählig.  ]>ehen])lät- 
ter  dem  Blattstiele  angewachsen.  Blüten  in  blattAvinhelständigen,  später 
verlängerten  Trauben.  —  Von  der  Gattung  Klee  nur  durch  das  Gesanimt- 
ansehen   verschieden. 

1*    ]?!•  deittata.    Stachelzähniger  Steiniclee,    Bläit- 

chen  stachelspitzig -sägezähnig.  INebenblätter  an  der  Basis  hammartig- 
geschlitzt;  Trauben  dichtblütig,  Flügel  Kürzer  als  die  Fahne;  Hülsen 
ellipsoidisch,  netzaderig -runzlich,  Samen  mit  vortretendem  Reimhöcher. 

Pers.  Syn.  11.  348.  Koch  Syn.  1.  182.  M.  Rochiana  Chi.  han.  166. 
Trifolium  dentatum  Waldst;  et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  I.  t.  42.  T.  Rochia- 
num  Havne  Arzneigew.  II.  T.  34. 

Auf  Wiesen,  an  Fluss-  und  Grabenrändern,  auf  feuchtem  oder  nas- 
sem, besonders  salzhaltigem  Boden,  häufig  im  süd- östlichen  Theile  des 
Gebiets  (Halle:  Dieskau,  Wannsleben,  Possendorf,  ]>ietleben,  Benn- 
stcdt;  zwischen  Eisleben  und  Oberriesdorf,  Aschersleben  — ;  5c/iiu.  Son- 
dershausen, an  der  Numburg — ),  abnehmend  gegen  I\ord-\>'esten  (Iln. 
Leimbach  in  der  Grafschaft  Hohnstein  — ;   Pr.  ¥V.  Bissen  unweit  Biele- 


140  PAPI1.I09IA€EAE.  Melilotus. 

i'eld  — )  und  «laiiii  jt-itseit  der  Ell)«;  {III.  Uelli^ciihal'eii,  —  Lniidsclial't 
DUhiiiarscii),  wieder  aurtrelciid,  die  Grenze  der  V'erhrcitung  in  Deutsch- 
land erreichend.     Juli,   August.  —    Septeml»er. 

Stengel  anstcigcncl,  2  —  3'  hoch.  Rispen  im  hliihciulcn  ZiisUmIc  '/j  —  ■'/4"  lang,  friichl- 
ti'iigmtl  1  y.^  —  "2"  lang.  —  Durch  ilic  clichtstehenden  in  feine  SUchcU|iitzen  auslaufenden 
Siigezahnc    von    <Ien    folgenden    Arten   leicht   zu    iinterseheiden. 

Ä.    I?I.  officinalis.    JB ehaartfrüchtig er  SteinJclee. 

ItlUttchen  entfernt- sägezähnig  ;  INehenblätter  plricnilic  li  -  Iforstenförniig, 
gan/raudig;  Trauhen  iocl;erl)lütig,  Flügel  so  lang  als  die  Fahne;  Hülsen 
schief- ellijisoidisch,  netzartig- runzlich,  zerstreut  heliaart,  Samen  mit  vor- 
tretendem Keimhöcker. 

Wjlld.  Enum.  hört,  herol.  II.  789.  Chi.  han.  166  (das  1'ekson  sehe  Ciiat 
ausgeschlossen).  Trifolium  MeliloMiHs  oflicinalis  a.  Likn.  Sp.  |tl.  1078.  Fi. 
dan.  t.  934  (Trif.  officinale).  Engl.  hot.  1. 1340  (desgl.).  IIayms  Arznei- 
gew. II.  t.  31.     Mciilothus  niacrorhiza   liocH  Sjn.  I.   182. 

Aufwiesen,  grasigen  Plätzen,  an  Wegen  und  in  lichten  Hainen,  auf 
huniushaltigem  Lehm-  iind  Sandboden,  liäuiig,  gegen  Osten  abnehmend. 
Juli,  August.  —    September. 

Stengel  anfrecht,  2  —  5'  hoch.  Blättchen  der  untern  RIatter  uuigekchrleirund  ,  der  oberu 
läiiglieh- lineal,  gestutzt- stumpf,  säninitlich  buchtig-  nnd  feingespitzt- sägexähnig.  Blüten 
doppelt  so  gross  als  an  A.  1.,  Kronen  hochgelb.  —  Uurch  die  behaarlen  Friichle  lon  den 
übrigen  Arten  leicht  zu  unterscheiden.  —  Es  scheint  angemessen  dieser,  arzueilich  vorzüg- 
lich wirksamen  und  in  den  mehrsten  rharmakopuen  vorgeschriebenen,  Art  den  alten  IVamen 
zu    belassen. 

3.  ]?I.  vulgaris.    Jf^eisshlühender  SteinJclee.    Blätt- 

cheu  entfernt- sägezähnig,  INebeublatler  pfiiemlieh-borstenlormig,  ganz- 
landig;  Trauben  verlängert,  dichtblütig,  Flügel  hürzer  als  die  Fahne; 
Hülsen  rundlich -eiförmig,  netzartig- runzlich,  unbehaart,  Samen  ohne 
vortretenden  Keimhöcker. 

WiLLD.  Enum.  bort,  bcrol.  II.  790.  Chi.  han.  167.  M.  alba  Thüill. 
Fl.  par.  378.  liocii  Syn.  I.  183.  M.  leucantha  Koch  in  De  Ca.\d.  Fl. 
iVane.  Y.  564.     Trifolium  vulgare  IIavne  Arzneigew.  II.   T.  32. 

An  Wegen,  Ackerrändern,  Dämmen,  auf  trockenem  magerni  und  stei- 
nigem Boden,    häufig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  aufrecht  3  —  6'  hoch.  Blätter  der  A.  2.  Blühende  Trauben  1 '/.^  —  2"  lang. 
Blüten  dagegen  so  klein,  wie  die  der  A.  1.  Kronen  siels  weiss.  Hülsen  halb  so  gross 
v^•ic    an    A.  2. ,    meist   cinsaniig,     indem    der   andere    Same    »erkümmert. 

4.  ]fl.  diffusa.  I'eld-  Steiniclee.  Blättchen  entfernt -säge- 
zähnig, INebenblätter  pfriemlieh -borstenfürniig  ganzraudig;  Trauben  ver- 
längert, schlaff,  Flügel  länger  als  das  Schiffchen;  Hülsen  länglich -eiför- 
mig, fein  queri'unzlich,  iiubcliaart,  Samen  ohne  vortretenden  lleimhöcker. 

Koch  in  De  Cand.  Fl.  franc.  V.  664.  M.  oflicinalis  Kocu  Syn.  1.  183.  T. 
M.  ol'ficinale  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  15.  M.  Petitpierrcana  Willd.  Enum. 
bort,  bcrol.  II.  790.  Chi.  han.  167.  Trifolium  Petitpierreanum  Hayne 
Arzneigew.  II.  T.  33.     M.  arvcnsis  W^allr.  Sched.  crit.  391. 

An  Wiegen,  Ackerrändern,  auf  Feldern  und  Braclien,  auf  trockenem 
magern!  besonders  kalkstcinigem  Boden,  im  südliehen  und  nördlichen 
Theilc  des  Gebiets  häufig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  aus  meistens  liegender  Basis  bogig  ansteigend,  1  —  1 '/j'  '""'''•  Blattchen  der 
untern  Rliitter  rundlich  -  umgckchrlcirund ,  der  milllern  umgekehrteirund,  der  obern  länglich, 
buchlig-kurzsägczähnig.  Blühende  Rispen  1'/.^"  lang,  Blüten  etwas  grösser  wie  die  der 
A.  3.  Kronen  hellgelb.  Hülsen  strohfarben- hellbraun,  wodiucli  sich  diese  Art  leicht 
von  den  übrigen  unterscheidet,  die  säramtlich  dunkelfarbige  Hülsen  haben.  —  >  ariirt  häufig 
mit   weissen  Kronen. 

M.  parviflova  Desf.,  Wender.  Fl.  hass.  2i7.     Pfeiff.  Tl.  v.  rsicdcrh.  «.  Mund. 


Trifolimn. 


PAPILIOMACEAE.  141 


104.,  auol.  Lei  Güllingcn  .nm  kl.  ll..gen  vor^rkommon ,  k.-.nu .  .h.rcl.  ne.iclu.ng  <oi.  «nrcinc. 
L„7.e.nesam.n    ans    l(.-.lien    oingeCül.,!  ,    nur    als    >cii„lo    Pllan^c    angoselicn    «erJon. 

IPharmaceutisch'MedicinischeS'     Von  A.S.  das  limui 

mit  den  Itlütcn  vorsehriftsntässia  of'ficiuell  (lleiha  sch  Suinniitales  Me- 
lilollii) ,  nhqleieh  auch  die  Art.  3  und  4.  zu  diesem  Zweck  einfjesamnielt 
werden.  Vorwalt.  Bestandth.  ätherisches  Öl,  hitlerer  Extraetivstoff' 
und  Benzoesäure  (f'OGEL),  (über  den  Gehalt  von  Coumnrine  der  Tonho- 
hohmn Journ.  d.  Pharm.  Avril  1835.  137.).  Anwendunfj  nur  äusser- 
lieh,  als  erweichendes  zertheilendes  Mittel,  als  Pflaster,  in  Pulverform 
zu  trockenen   Umschlägen ,   auch  in  Auf'tjuss  u.  Abkochunfi  zu  Bähunf/en. 

technisches»  Der  Bast  lässt  sich  zu  Stricken,  auch  zur  Anf'er- 
tiqunq  ^veisser  Linncnzeutje  verarbeiten,  ohne  jedoch  den  Anbau  cmpf'eh- 
lenswcrth  zu  machen.  Aus  den  Blüten  lässt  sich  durch  Maccrirumj  in 
Alkohol  Benzoesäure    (jewinncn  (Fogel). 

Ökonomisches.  Tuaer  zählt  Infohuiui^Iolilotluis  zu  den  //  le- 
senpflanzen  Ister  Güte.  Sichern  Erfnhrunfjen  nach  werden  aber  sämmt- 
liche  au f't/e führten  Arten  des  bittern  Gcsclimacks  wer/en  nicht  fjcrn,  nur 
mit  audeim  Futter  (femenr/t,  (jefressen.  A.  3.,  die  cultivirt  6'  hoch  wird, 
ist  dem  Anbaue  als  Gründiinfjerpflanze  zu  empfehlen.  Getrocknet  ein 
Hausmittel  f/eyen  Motten. 

8.     TRIFOIilUIfl.     MMjJEM. 

LlNN.    Gen.    n.  89Ö. 

Kelch  S-spaltig  oder  5-zäIiiug:.  Krone  nach  dem  Welken 
hk'ihend.  SclIiiVchen  stumpf.  Stauhfaden  nach  oben  ehvas  brei- 
ter, mit  der  Krone  mehr  oder  weniger  verwachsen.  Hülse  ei- 
förmig, 1  —  2- sämig,  seltener  liinglich,  3— 4-saniig,  vom  Kelch 
oder  der  welken  Krone  bedeckt.     Geschl.  Syst.  XV  JJ.  4. 

Ein-   (Art.  5  — 7.  10.  13.  15.  16.),    2-    (A.  1.)    otler  mehrjährige    (Art. 

2 4.8.9.11.12.14.)  Kräuter  mit  meistens  huscheligem,  liegendem,    auch 

kriechendem  Stengel.  Blätter  3- zählig.  ISehenhlätter  dem  Blattstiel  an- 
gewachsen. Blüten  in  koplTörmigeu ,  durch  eine  Blätterhülle  unterstütz- 
ten oder  nachten  Ähren,    hiattwinhelständig  auch  schcinhar  endständig. 

+    Kclclisclilun«!    mit   vcrdicliteni    Ringe,    Hülse   vom    Kelclie    um  scLlo  ss  en. 

1.   T.  pratense.    Jf^iesen-Mlee.   Blütenhöpfe  kugelig,  meist 

zu  zweien,  an  der  Basis  mit  llüllhlättern,  Kelch  feinhaarig,  Zähne  fäd- 
lich,  gewimpert;  IVehcnhlätter  eirund  mit  pl'riemcnlürmiger  Spitze,  Blätt- 
chen oval  oder  länglich,    fast  ganzrandig;    Stengel  ansteigend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1082.  Chl.han.  161.  Koch  Syn.  I.  184.  Schk.  HandJ). 
II.  T.  210.  Sturm  Ueutschl.  Fl.  H.  15.  Fl.  dan.  t.  989.  Engl.  hol. 
t.  1770. 

Aufwiesen  und  grasigen  Plätzen,  anf  bindendem  thonhal  tigern  Boden, 
allgemein  verhreitet.     Mai  his  September.  —    August,    September. 

Wild  1  —  1'/./  Iioch.  Kelch  10 -nervig.  Krone  purpurn,  dunkelpurpntn  ,  rosa,  selten 
weiss.       Ist    nach    FRIES   mehrjährig;     in    der    Ciillur   zeigt    er   sich    bei    uns    stets   zweijährig. 

Ä.    T.  iiiedinni.     JtKittlerer  Klee*     Blütenhöpfe  kugelig, 

einzeln,  ohne  Hüllblätter.  Kelch  kahl,  unpaarer  Zahn  länger;  IVehcn- 
blättcr  lineal- lanzettförmig.  Blättchen  länglich- oval,  fast  ganzrandig; 
Stengel  kniebeugig  ansteigend,   weichhaarig. 

LiNN.  Faun.  suec.  ed.  II.  558.  Chi.  hau.  162.  Koch  Syn.  T.  184.  Stlrm 
Deutschi.  Fl.  II.  15.  Fl.  dan.  t.  1275.  Engl.  ]>ot.  t.  190.  T.  flexuosum 
,1aco.  Fl.  au^tr.  IV.  t.  386.     Schk.  Ilandb.  II.  T.210. 

Auf  Waldwiesen,    in  lichten  Hainen,    an  Waldrändern  und   Fcldlüi- 


142  PAPIIilONACEAE.  Trifolium. 

selipii,  auf  l.all;-  oder  IiuinusLaltigRin  Itoden,  Lüiifig.  Juni,  Juli. —  Au- 
gust,  Si'plciiilicr. 

Slciigcl  1  —  2'  lioch.  Blätlclieii  liiswcilcn  fein  gCäiigt.  Kelcli  10-ncnig,  liürzcr  als 
«lic    II:il(lc    der    Krone,     bisweilen    mit    einzelnen    Ilaaien    l.esefzt.       Kronen    fliinkcl|iur|Mirn. 

3.  T.  alpet^tre.    Gebirgs.Klee»   Blütc-nköpfc  kugelig,  meist 

zu  zweien,  an  tler  Basis  mit  Ilüllblaltei  ii ,  Kelch  zottig,  unpaarer  Zahn 
langer;  l>ebenbliilter  lanzett-pt'riemenförmig,  IJIättelien  länglich -lanzelt- 
föiniig,    fein  gesägt,    Stengel   steif  aufrecht,    ohne  Aste. 

LiNN.  Si).  pl.  1082.  Chi.  han.  162.  Roch  Sjn.  I.  IH5.  Schk.  Ilandb. 
II.  T.210.     Sturm  Üeutschl.  Fl.  11.15.     Fl.  dan.  1.380. 

Auf  Berg-  und  llügehviescn,  an  Waldrändern  und  zwischen  Gebüsch, 
auf  trockenem  lehmigem  und  sandig -lehmigem  Botlen,  in  der  südlichen 
Haltte  und  im  östlichen  Theile  des  Gebiets,  ziemlich  häufig,  gegen  IVord- 
Westcn  abnehmend,  am  süd- westlichen  Saume  des  Gebiets  schon  selten 
(Pf.  Höxter  am  Brunsbcrgc  — ;  Lp.  Ilörster  Berge  — )  und  im  nord- 
westlichen nicht  mehr  vorkommend. 

Stengel  1  —  Vf-i  liocli,  feinhaarig,  nacli  ulien  zu  zoltig.  Kelcb  "iO-nervig,  Kronen 
purpurn. 

4.  T.  rilbeUS.  IiangJeÖpfiger  Mliee.  Blütenköpfe  läng- 
lich-walzenförmig, meist  zu  zweien,  au  der  Basis  mit  abgerückten  ilüll- 
blättern,  Kelch  kahl,  Zähne  gewimpert,  unpaarer  verlängert;  j>ebenblät- 
ter  lanzettförmig  gesägt.    Blättchen  lineal- länglich,    feinspitzig -gesägt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1081.  Chi.  han.  162.  Koch  Syn.  I.  185.  Scuk.  IJantlb. 
II.  T.210.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  15.     Jaco.  Fl.  austr.  IV.  385. 

Auf  Bergwiesen  und  Triften,  auf  trockenem  kalkhaltigem  oder  san- 
digem Boden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  als  ISordgrenze  der  Ge- 
sammtverbreituug,  stellenweise  aber  alsdann  häufig  (Schtv.  Frankenhau- 
sen im  Kalkthal,  Sondershausen  am  Göldner,  Jecbaburg  — ;  Pr.  an  der 
Rosstrappe,  am  Huy  unweit  H.ilberstadt.  An.  Ilarzgerode,  Mctors- 
l,öhe  — ;  Br.  am  kl.  Fallstcin  nach  Bühne  und  Rimbeck  zu,  am  Firne, 
der  Asseburg,  Salzdahlum,  Ilolzmindeu  am  Kötherberge  — ;  JIn.  am 
Kronsberge  bei  Hannover,    als   nördlichstes   >orkommen). 

5.  T.  arveiise.  F'eld-Ii.lee.  Blütenköpfe  oval,  dann  wal- 
zig, einzeln,  ohne  Hüllblätter,  wollig-zottig,  Kelch  durch  die  welkende 
Krone  geschlossen,  Zähne  pfriemlich -borstenförmig  länger  als  diese; 
ISebenblätter  eirund -lanzettförmig,  zugespitzt,  Blättchen  länglich- keil- 
förmig;   Stengel  zottig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1083.  Chi.  han.  160.  Kocu  Syn.  I.  188.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  II.  16.     Fl.  dan.  t.  724.     Engl.  bot.  t.  944. 

Auf  Äckern,  Brachen  und  Triften,  auf  trockenem  sandigem  Boden, 
aucb  im  Heid-  und  Dünensande,  häulig.  Juni  bis  August.  —  August, 
September. 

Sclimaclitig,  anfrctlil,  '^  —  1'  ''ooh,  ästig.  Köpfe  grauweiss  ^on  Haaren,  welche  die 
Kronen   verbergen,     Kelcli    10 -nervig. 

6.  T.  striatiiiii.     Gestreifter  Klee,    Blütenköpfe  oval, 

dann  fast  walzig,  an  der  Basis  mit  Hüllblättern,  Kelch  rauhhaarig, 
Zähne  aufrecht,  lanzett-pfriemenförmig  in  eine  Stachelspitze  ausgehend; 
Nebenblätter  eirund  mit  aufgesetzter  pfriemcnförmiger  Spitze;  Blättchen 
umgekehrteirund,    oben  gezähnelt. 

LmN.  Sp.  pl.  1085.  Chi.  hau.  161.  Koch  Syn.  I.  188.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  16.     Fl.  dan.  t.  1171.     Engl.  bot.  t.  1843. 

Auf  grasigen  Hügeln,  auf  trockenem  Kalk-  oder  Mergelboden,  häufig 
im  südlichen  und  östlichen  Theile  des  Gebiets  (IIs.  Pr.  Sc/nv.  An.  Mk.), 
abnehmend  gegen  >Vesten  und  ISord- Westen  (//>i.  Hildesheim  am  Krcla, 
Herzogthum  Bremen:  Lesum,  Rönnebeck)  am  süd-westlichen  Saume  nicht 
mehr  vorkommend,     Mai,  Juni.  —   August. 


Trifolium.  PAPILIONACEAE.  143 

Stengel  gesireelil,  sIeiC  mit  abgespenleii  auch  «olil  liegomleii  Asien,  i  —  (i — 10' 
lang,  zollig.  Kopfe  aelisel  -  und  cnasländig,  klein.  Kelelie  lO-nenig,  liei  <ler' Fii.elil- 
reil'e    etwas    aufgelllasen,     Kronen   rosenrolli. 

'9.     T.  seabriiin.    Scharf  haarig  er  Klee,    Blüteuköpfc 

eiförmig,  einzeln,  an  der  Basis  mit  Hüllltlütterii,  Helcli  rauhliaarig,  län- 
ger als  <lie  Krone,  Ziiline  lanzettförmig  in  eine  starre  geliielte  Spitze  aus- 
gehend, später  Ijogig  abstellend;  NelienMätter  eirund-lanzettförmig,  Itlätt- 
chen  umgekehrt  eirund,  oben  gezähnelt,  mit  vcrdicliten  bogcnkrünimig  en- 
digenden Adern. 

LiNN.  Sp.  pl.  1084.     Roch  Sju.  1.  188.     i:ngl.  Lot.  t.  90.3. 

An  Hügeln,  auf  Kalkboden,  im  südlichsten  und  nord  -  östlichen  Theilc 
des  Gebiets,  sehr  selten  {Pr.  Halle  am  Krukenbergs -llügel  Spreng.  Fl. 
hal.  ed.  Tl.  317.  Mk.  zwischen  Grevismühlen  und  l)assow  Langm.  Fl.  v. 
Meklenb.  301.  Exemplare  beider  Standörter  sah  ich  nicht,  weshalb  das 
Vorkommen  näher  zu  prüfen).     Juli.  —    September. 

Gesaniintansclien  der  A.  6. ,  ilureL  die  angegebenen  Cliaralitere  und  die  slarren ,  liaricn 
ftliitenköpfe    Iciclit    zu    unterselieiden. 

ff    Keleliriieken    mit    den    ol>ern    beiden    Ziihnen    nacli    dem    Bliilien    l.lasig 
anschwellend. 

S.  T.  fragiferiini.  Krdheer.Klee*  Dlütenköpfe  kuge- 
lig, an  der  Basis  mit  ilüllblättern,  fruchttragende  Kelch  kugelig  aufge- 
Itlasen,    netzig  und  behaart,    Stengel  kriechend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1086.  Chi.  hau.  164.  Koch  Syn.  T.  180.  Sturm  Deutschi. 
FI.  H.  16.     Fl.  dan.  t.  1012.     Engl.  bot.  1050. 

Auf  Wiesen  und  Weiden,  auf  lehmig- thonigcm  Boden,  häufig.  Juli, 
August.  —    August,  September. 

Stengel  an  den  Gelenken  wurzelnd,  langstielige  Blätter  und  längerstieligc,  nie  eniKliin- 
digc   Blütenküpfc    aufwärts   treibend.       Pfebenblätter   häutig.       Kronen   fleischfarben. 

fff    Kronen    verwelkt    auf    der    reifen   Frucht    stehenbleibend. 

9.  T.  niOlltaillini.  Serg-t£iee.  Blütenköpfe  rundlich, 
dann  eiförmig,  Blütenstielchcn  mehrfach  kürzer  als  die  Kelchröhre,  nach 
dem  Blühen  zurückgeschlagen,  Kelchzähne  lanzett-pfriemenförniig,  ge- 
rade; ISebenblätter  eirund,  zugespitzt;  Blättcheu  länglich -lanzettförmig, 
feinspitzig- gesägt,    Stengel  steif  aufrecht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1087.  Chl.han.  163.  Koch  Syn.  1. 191.  Stlrm  Deutschi. 
Fl.  H.15.     FI.  dan.  t.  1172. 

Auf  Wiesen  und  Triften  der  Berg-  und  Hügelgegenden,  auf  trocke- 
nem, vorzüglich  kalkhaltigem  Boden,  mit  Ausnalime  des  nord -westlichen 
Theils,  in  welchem  er  nicht  mehr  \orkoinnit,  häufig.  Mai  bis  Juli.  — 
August,    September. 

Stengel  1 — 1 '/j'  hoch  ,  hart,  zähe,  behaart.  Kelchzähnc  ziemlich  gleich  lang.  Kronen 
weiss,     Fahne    gefaltet. 

10.  T.  parvifloruni.  Kleinblütiger  Klee,  Blüten- 
köpfe rundlieh,  Blütenstielchcn  mehrfach  kürzer  als  die  Kelchrühre,  nach 
dem  Blühen  zurückgeschlagen,  Kelchzähne  lanzettföimig,  bogig  aufwärts 
gekrümmt,  obere  zwei  länger;  IVebcnblätter  trockenhäutig,  eirund,  bor- 
stenartig zugespitzt;  Blättchen  umgekehrteiförmig,  feinspitzig -gesägt; 
Stengel  schräg  aufrecht. 

Ehrh.  Beitr.  MI.  165.  Chi.  hau  161.  Koch  Syn.  I.  191.  Waldst. 
et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  IH.  t.  252.  T.  strictum  Schreb.  in  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.15. 

Auf  Hügeln  und  in  lichten  Waldungen  und  Triften,  auf  steinigem 
Sandboden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  selten,  und  die  I^iordgrenze 
der  Gesammtverbrcitung  erreichend  (Pr.  Halle:  Kröllwitz,  vor  der  Heide; 


144  PAPIl.lONA€EAE.  Trifoliaiii. 

Giaiiiui,  liarLy  hei  «Icn  PiörssiiinplVii  — ;  IIu.  Gütliiigcii:  Samlstciiifel- 
scn  Lei  lU'inhauscn,  Thal  bei  Brciiikt',  früher  hier  ziemlich  häufig,  in 
tlen  letztem  Jahren  indessen  vergeblich  gcsncht).     Mai,  Juni. —  August. 

Stengel  Z.1  3  —  5  aiis  einer  spin.leligen  Wurzel ,  1— 3  — ö"LocL,  steif,  gerieft,  kahl. 
Blätter    lang-,    Bliitenstielc   kiirigcstielt ,    letztere    erbsengross .    Kronen   lleis.l.farben. 

11.  T.  repens.  Kriechender  Klee*  Blütenl.öpte  rund- 
lich, Bliitenstielc  länger  als  die  Blätter,  Blütensticlchen  so  lang  als  die 
Kclchröhrc,  nach  dem  Blühen  niedergebogen,  Kelch  hahl,  Zähne  lan- 
zettlormig,  obere  zwei  länger;  Nebenblätter  trochenhäutig  mit  aufge- 
setzter feiner  Spitze;   Blättchen  unigehehrtherzförmig,    fein  gesägt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1080.  Chi.  han.  las.  Koch  Svn.  1. 191.  Stürm  Deutschi. 
Fl.  H.  15.     Fl.  dan.  t.  990.     Engl.  bot.  t.  1769. 

Auf  Wiesen,  Triften  und  an  Wegen,  auf  Boden  jeder  Art,  doch  den 
festen  etwas  bindenden  auch  wohl  steinigen  vorziehend,  überall  verlirei- 
tct.     Mai  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  wurzehul.  Kelcli  so  lang  als  «lic  liallic  Krone,  diese  weiss  oJer  fleischfarlicn, 
rineu    lionigartigen    Gerucli    vorlireitenil. 

1«.    T.  liybridiini.    Zweifarbiger  Klee.    Blütenköpfe 

rundlich,  Blütenstiele  länger  als  ihr  Blatt,  BLütenstielehen  mehrfach  län- 
ger als  die  Kelchröhre,  nach  dem  Blühen  zurüchgeschlagen,  Kelchzähne 
pfriemenförmig,  obere  zAvei  länger;  Nebenblätter  häutig,  eirund -lanzett- 
förmig, fein  borstenartig  zugespitzt;  Blättchen  rautenförmig-oval,  gesägt. 
Lii\N.  Sp.  pl.  1079.  Chi.  han.  163.  Koch  Syn.  I.  192.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  15.     Fl.  dan.  t.  1706. 

I».   elegans.      Her  xierliche.     Blütenhöpfe  um   die  Hälfte   hleiner, 
Kronen  einfarbig,    Blättehen  schmaler,    Stengel  schlanker. 

T.  elegans  Sav.  Bot.  etrusc.  IV.  40.     Koch  das.  193.     Yaill.  Bot.  par. 
t.2-2.  f.  1. 
Aufwiesen  und  Weiden,    auch    an  Waldrändern   und    zviischen  Ge- 
büsch,   auf  feuchtem  thonhaltigem  Boden,    häufig,   gegen  den  westlichen 
Saum    des    Gebiets  jedoch    abnehmend;     b.    hier   und    da    {Iln.  Leineholz 
Lei  Nörten  — ;  Pr.  fV.).     Mai  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  1 '/.^  —  2'  liocli,  rührig,  iinheliaart ,  nicht  wnrzelnd ,  auf  trockenem  Boden  10  — 
12"  hoch,  innen  gefüllt.  Kelch  kürzer  als  die  halbe  Krone,  diese  anfänglich  wcisslicb, 
dann   rosenroth,     zuletzt  hraun ,     an    b.    »on    Anfang   an    rosenroth. 

13.    T.  sfiadiceiiiM.    Kastanienbrauner  Klee.    Blü- 

tcnliöpfc  eiförmig,  dann  walzig,  einzeln  oder  zu  zweien,  Blütenstielehen 
nach  dem  Blühen  niedergebogen,  Kelch  kahl,  Zähne  behaart,  obere 
zwei  kürzer;  Nebenblätter  länglich-lanzettförmig.  Blättchen  oval  oder 
nmgekchrteirund,  seicht  gesägt;    Stengel  aufrecht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1087.  Chi.  han.  164.  Kocu  Svn.  1. 194.  Sturm  Deutsehl. 
Fl.  U.  16. 

Auf  Wiesen,  auf  torfigcm  moorigem  oder  sumpbgcm  Boden,  in  ber- 
gigen Gegenden  des  südlichen  Gebietstheils,  häufig,  neuerdings  auch  in 
ebenen  Gegenden  (zwischen  Helmstedt  und  Orbisfelde)  vom  Prof.  Grise- 
BACH  aufgefunden,  jenseit  des  Harzes  im  nördlichen  und  im  nord-west- 
lichen  Gebietstheile  nicht  vorkommend. 

Stengel    3/^ 1'  hoch,    einfach    oder   «enigUstig,    unbehaart.       Blätlchen  auf  gleich  langen 

Stlelcheu,     Kronen    erst    goldgelb,     dann   tief  kastanienbraun ;     Fahne    concav. 

11.  T.  agrariiiin.  Goldgelber  Klee.  Blütenköpfe  rund- 
lich oder  oval,  gedrungen,  Blütenstielehen  nach  dem  Blühen  niederge- 
bogen, Kelch  kahl.  Zähne  an  der  Spitze  wenighaarig,  obere  zwei  kür- 
zer; Nebenblätter  länglich  -  lanzettförmig.  Blättchen  länglich -umgekehrt- 
eirund,  gleich  lang  gestielt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1087.  Chi.  han.  164.  Koch  Syn.  I.  194.  Sturm  Dentschl. 
Fl.  H.  15.     Fl.  dan.  t.  558.     T.  aureum  Schk.  Uandb.  II.  408.  T.  210. 


Lotus.  PAPIIilONACEAE.  145 

In  Vorhölzeni  und  Hainen,  aucli  an  Ackerrainen  in  der  Nähe  von 
\^'^alduMgen ,  auf  trockenem  kalk-  oder  sandlialtigeni  Boden,  häufig,  ge- 
gen Nord -Westen  abnehmend.     Juni  bis  August. —   August,  September. 

Stengel  1'  lioch,  aufrecht,  «cnigästig,  unbeliaart.  Blattstiele  liurz  ('/j") ,  Bliittcben  fast 
sitzend.     Kronen  goldgelb,  später  hellbraun;    Fahne,  wie  an  den  folgenden  beiden  Arten,  eouie\. 

15.  T.  iirociiinbeiis«     Itiegender  Klee,    Blütenköpfe 

rundlieh  oder  oval,  gedrängt,  Blütenstielchen  nach  dem  Blühen  nieder- 
gebogen, Reiche  kahl,  Zähne  an  der  Spitze  Avenighaarig,  obere  zwei 
kürzer;  Nebenblätter  eirund,  spitzig,  Blättehen  unigekehrteirund,  mitt- 
leres doppelt  länger  gestielt;    Stengel  liegend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1088.  Chi.  han.  165.  Koch  Syn.  I.  195.  ß.  Sturm 
Deutschi.  Fl.    H.  16.     Fl.  dan.  t.  796.     Engl.  bot.  t.  945. 

b.  inajiis.     Her  höhere,     Blüteuköpfe  doppelt  so  gross,  Stengel  auf- 
recht. 

T.  procumbens  a.  Koch  das.      T.  campcstre  Schreb.  bei  Sturm  das. 
Auf  Grasplätzen,    Tritten,    an  Feldrainen,    auch   auf  'Vl'^iesen   und   in 
Hainen,    auf  trockenem  Kalk-,   Lehm-  und  Sandboden,    häufig. 

Die  grössere  Form  6 — 1*2"  hoch,  vom  Gesainmtansehen  der  A.  14.,  aber  minder  stark 
lind  gedrungen,  an  den  längergestiellen  mittleren  Bliittchen  leicht  zu  nntcrscbeiden.  Die 
üauplart,  welche  man  als  die  LlNN£'sche  Tflanze  anzusehen  hat,  feinstengeliger,  2  —  6" 
lang,  mit  kleinern,  wenig  ToUbliitigen  Köpfen.  Kronen  gesättigt  gelb,  als  A'arietät  hell- 
eitronengelb. 

16.  T.  filiforme.    Wadenstengeliger  Klee,    Blüten - 

köpfe  halbrund,  >venigblütig,  Blütenstiele  nach  dem  Blühen  zurückge- 
schlagen, Kelclic  kalil,  Zähne  an  der  Spitze  wenighaarig,  obere  ZAvei 
kürzer,  Nebenblätter  eirund,  spitzlich;  Blättchen  umgekehrteirund -keil- 
förmig, ausgerandet,  an  den  untern  Blättern  gleich  lang  gestielt,  an  den 
obern  das  mittlere  längcrstielig. 

Liiv'iv.  Sp.  pl.  1088.     Chi.  han.  16.5,     Koch  Syn.  I.  195  (mit  Ansschlnss  von 

T.  minus  Sm.  Fl.  brit.  III.  1403.,  Engl.  bot.  t.  12.56,,  welches  zu  T.  micranthum  Kocn 
das.  gehört,  während  das  zu  diesem  citirte  T.  filiforme  Sm.  das..  Engl.  bot.  t.  12.57.,  anch 
das  unserige  ist,   wie  Besehreibung  n.  Abbildung  ergeben).       StURM  Fl.  Deutschl.  H.  16. 

Fl.  dan.  t.  1707.     Engl.  bot.  t.  12.57. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  Grasplätzen  und  in  Hainen,  auf  feuchtem  san- 
digem oder  Sandboden,  sehr  häufig.  Juni  bis  August.  —  August,  Sep- 
tember. 

Stengel  fadlich,  aufrecht  oder  nicderliegend.  Blütenkupfe  mit  8  — 10  Blüten,  Kronen 
gesättigt   oder  blassgelb,    später  hellbräunlicb. 

GM1VMRBI.ICHMS, 

Öleonotnisches,  A.  1.  auf  kräftif/ent,  schwerem  Boden  das  vor- 
theilhaf'teste  Futterkraxit  für  das  nördliche  Europa.  A.  5.  das  beste 
Kraut  für  fVeiden  und  fVeidenhau ,  im  Ertrat/e  der  A.  1.  nachstehend, 
dem  Viehe  aber  anqenehmer  inid  nahrhafter,  tjbriffe  Art.  ihrem  JVerthe 
als  Futter-  und  fVeidekräuter  nach  in  folfjcnder  Ranyordnuntf  stehend: 
A.  2.  auf  wcniyer  nahrunffsr eiche m  trockenem  Boden  den  Anbau  reich- 
licher als  A.1.  lohnend,  Art.  12.  S.  im  jünf/ern  Zustande:  Art.  4.9.3.; 
dann  Art.  11.  14.  15.  16.  Die  mehrsten  Arten,  besonders  Art.  1.5.,  den 
Bienen  reichliche  Dfahruntf  liefernd. 

9.     liOTIIiÜ.     MOniüfKIiMM, 

LiNTV.    Gen.    n.  879. 

Kelch  5-zähnlgr  oder  5 -spaltig.  Schiffchen  ansteigend,  ge- 
schnäbelt. Staubfäden  ab^vechselnd  nach  oben  breiter.  Griffel 
zugespitzt.  Hülse  lineal,  ungellügclt,  mit  schraubenförmig  sich 
windenden  Klappen  aufspringend.     Geschl.  Syst.  XVII.  4. 


146  PAPlIilONA€EAE.  Lotus. 

Ein-  oder  inelnjäliiigc  (Art.  1.2.),  aufrechte  oder  liegciule  oft  liüsclielig 
ausgebreitete  Kräuter.  Blätter  8-zälilig.  Nebenblätter  frei,  blättehen- 
ähnlicb.  Blütcnstiele  bl.tttwlnkcl-  und  scheinbar  endständig,  an  der  Spitze 
1 — 2-  oder  vielblütig,   Blüten  in  doldigen  Köpfclien. 

1.  li*  coriiiciilatiis.  Gemeiner  MornTclee,  Sten- 
gel ausjebreitet,  ansteigend,  l.ahl  oder  zerstreuet  I)ehaart;  seitliche  Blält- 
cben  schief- rautcnformig-keilig,  IXebenlilättcr  breiter  oder  so  breit  als 
diese;  Kclchzähne  vor  dem  Blühen  zusaniinenneigend;  Schiffchen  schief- 
eirund mit  rechtwinklig  aufwärts  gebogenem  Schnabel. 

LiMV.  Sp.  pl.  1092.  Chi.  han.  160.  Koch  Sjn.  I.  197.  Schk.  Ilandb. 
IT.  T.2I1  (L.  arvensis).     Fl.  dan.  t.  991.     F.ngl.  bot.  t.  2090. 

b.  crassifolius.  Oer  dicJcblättrige»  INiedcrliegend,  liurzstengelig; 
Blättchen  etwas  fleischig,    meergrün.     Hülsen  doppelt  dicker. 

Lotus  corniculatus  d-  crassifolius    De  Cand.  das.      L.  corniculatus  v. 
maritimus    Chi.  han.   das. 

c.  tenuifolius.  Der  schmalblättrige.  Schlanker,  dünnstengeli- 
ger ;  Blättchen  schmäler,  keilförmig, ]>ebenblätter  schmäler  oder  so  schmal 
als  die  seitlichen,   lanzeltlieh. 

Latus  corniculatus  y.  tenuifolius  Linn.  das.     Fl.  dan.  t.  1995.    L.  tenui- 
folius Koch  das.     L.  corniculatus  v.  tenuis  Chi.  Jiau.  das.     L.  tcnuis  Kit. 

in    >^'lLLD.    Fnum.    bort,    berol.    Suppl.    797   (ganz    scIimalbläUiige    Form). 

d.  parvifolius.  Her  kleinblättrige.  Büschelig,  fadenförmig-Ticl- 
ästig;    Blätter  gedrängt  stehend,    Blättchen  sehr  klein. 

L.   corniculatus  t.  micropbyllus  Chi.  bau.  das. 
Auf  Wiesen,    Weiden,    Ackerrändern   und  an  \^\'gen,    auf  thonigeni 
lelimigem   sandigem   und   Sandboden,    häufig;    b.    am   Meeresstrande;    c. 
ebendaselbst,  auch  auf  nassen,  vorzüglich  salzhaltigen  Wiesen  und  Gras- 

Slätzen;    d.    Im  tiefen  Sande  der  ]>ordseelnscln.      Mal  bis  September.  — 
uli  bis  Oetober. 

Stengel  1  —  1  V'i'  hoch,  an  den  kleinem  Formen  l>is  zu  4  —  6"  alineLmentI,  an  d.  Iiis 
in  eine  büsclielige  ,  .'iO  —  60 -ästige  Zertlieilung  iibcrgelieii«! ,  engröluig  l)is  ins  Diclite,  ganz 
lidlil ,  zerstreuet  liaarig  und  rauhhaarig  (diese  Form,  dem  ebenfalls  als  Spielart  hierher  ge- 
hörigen L.  %illosus  ThiulL.  nahe  stehend,  aber  ihu  nicht  erreichend,  nur  auf  der  Insel 
Borhum  und  am  Oslseestraiide  angelroden) ;  BUttchen  diclilich,  an  den  Seeküslen  oft  fast 
lederartig-fleischig,  andererseits  bis  in's  Dünnlaubige  und  aus  der  breiten,  umgekehrteirun- 
den Gestalt  bis  in  die  sehmal  keilige  und  lanzettlicLc  von  c.  übergehend.  Kopfchen  meistens 
.^-blutig.  Helehc  kahl,  an  b.  und  d.  Kelchrübre  und  Zähne  oft  behaart.  Blüten  an  d. 
oft  um  das  Doppelte  grosser.  Kronen  gesättigt  gelb,  auf  Kalkl)odcn  auch  wohl  orange- 
farben ,  bis  in's  Blassgelbc  am  Scestrande.  Hülsen  bald  stärker  bald  soh.vächer  in  -^  crgleieh 
mit  A.  2.  ,  wenigsamig.  —  Wenn  man  die  Küslenformeu  in  verschiedene  Loealitäten  verfolgt, 
so  finden  sich  so  mannichfach  abändernde  IJbergänge  der  Blättchenformen  von  der  Hauptart 
und  der  Spielart  b.  iu  die  Spielart  e. ,  dass  man  die  sjieeifischc  Verschiedenheit  der  letztem 
bezweifeln  muss.  Die  Wnrzel  habe  icli,  abgesehen  von  jungen  1-  oder  2 -jähi  igen  Pflanzen, 
hei    denen    sie   faserig    ist,    immer   spindelförmig    und    besonders    stark    in    Salzboden    gefunden, 

9.  li.  nli$:^illORUS.  Sumpf -BornTclee,  Stengel  aufrecht 
oder  ansteigend,  kahl  oder  spärlich  rauhhaarig,  seitliehe  Blättchen  schief 
rautenförmig-keilig,  INebenblätter  rundlich- eirund ;  Kelchzähne  vor  dem 
Blühen  zurückgebogen;  Schiffchen  aus  eirunder  Basis  allmälig  in  einen 
wenig  gebogenen  Schnabel  verschmälert. 

Schk.  Handb.  II.  412.  T.211.  Chi.  han.  159.  L.  major  Koch  Syn.  I. 
197.     Engl.  bot.  t.2091.     L.  corniculatus  yS.  major  De  Cand.  Prodr.  ll.  214. 

An  Gräben,  Teichrändern  und  Lachen,  auf  sumpligem  oder  nassem 
Boden,  häufig.     Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  doppelt  höher,  saftiger  und  starkrühriger  als  an  A.  1.  Blätter  dünner,  dunkler 
grün.  Köpfchen  meist  8— 12 -blutig.  Kclchzähne  abstehend  beh.iart.  Hülsen  länger, 
dünner,  vielsamiger  ;   Samen  kleiner.  —    l'ngeachtet  der  angegebenen  Verschiedenheiten,   welche 


Oxytropis.  PAPIMOWACEAE.  147 

I'olgp  der  Wassercinwirl.iing  scyn  kdnncn,  dem  lorigen  sclir  nahe  stehend,  mul  \ivllci('lit 
iiieLt   mit   Inrcclit    <on    DÖLL    Ulieiii.    Fl.    801.    als    Spielart    \oii  jenem   betrachtet. 

GJE  WMRBJ.ICMMS. 

ÖJC  onomisch  es»  A.  1.  fViexcn-  und  fVeidcnyewiichs  erster  Güte. 
Der  fVertli  der  fViesen  in  manchen  Füllen  r'on  der  Jläufifjkeit  ihres 
Forhommcns  abhänf/if/  und  danach  zu  heurtheilen.  Die  am  Seestrande 
wachsenden  Formen  stehen  an  Quantität  f/cffen  die  Hauptart  zurück,  sind 
aber  nahrreicher  als  diese.  Bei  JViescnanlafjen  der  frische  Samen  zur 
Menf/unn  mit  dem  Grassamen  zu  empfehlen.  Beide  Art.  werthvoll  für 
Bienenzucht. 

lO.   TETRAGOJfcOIiOBUS.   SPARGEEtMnBSE. 

SCOP.    Fl.    carn.    II.    8?. 

Kelch  ö-spaUlff  oder  o-zähnig.  SchiiFclieu  aufsteigeiul,  ge- 
schnäbelt. GiifFelühernärts verdickt.  Hülse  lineal  mitiFliigel- 
rändern.     Geschl.  Syst.  XVII.  4. 

Ein-  oder  iiiclirjährige  (A.  1.)  Kräuter  mit  gefietlert-3-zäliligen  Blät- 
tern, fiist  wcchseKständigen  lilättclien  und  freien,  Mättclienähnliehen  Ne- 
LenMättern.     Itlütenslielc  Itlattwinkelständig,    1 — 2-J>lütig. 

1.    T.  siliiiiiosii$4.     Gemeine  Spargeierbse.     Blüten 

einzeln,  Blütenstiele  so  lang  oder  länger  als  ihr  Blatt,  Flügelränder 
scliinäler  als  die  Hülse. 

Roth  Tent.  11.  germ.  T.  323.  Chi.  lian.  159.  Koch  Syn.  I.  198.  Jaco. 
Fl.  austr.  IV.  t.  361.  Gärtn.  Fruct.  t.  153.  Lotus  siliquosus  Link.  Sp. 
,»1.  1089. 

Auf  Wiesen  und  Rieden,  auf  nassem  oder  sumpfigem  lialklialtigem 
Boden,  nur  im  süd- östliclien  Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrcnze  des 
Vorljommens  in  Deutschland  erreichend,  jedoch  nicht  selten  (Pr.  Halle, 
Eisleben,  Auleben,  Ohmberge  zwischen  Gr.  Bodungen  und  Duderstadt 
als  westlichstes  Vorkommen,  Halberstadt:  am  Uuy,  bei  der  Molken- 
mühle, Westcrhausen,  V^^ernigerode — ;  Br.  hinter  Hedager,  an  der  Asse 
nach  Grossdenkte  zu — ;  Schw.  Frankenhausen  im  Kalkthale,  bei  der 
IN'umburg,  am  Göldner — ;  Un.  Leimbach  im  Uohnstcinschen — ).  Mai, 
Juni.  —    Juli,   August. 

Stengel  6" — 1'  lang,  liegend,  von  nnten  an  iistig,  kahl  oder  fein  behaart.  Itlättehen 
raiitenförniig-unigekehrteirund,  anf  sakhaltigem  Boden  dicklich  (Lotus  maritimus  LlNN.  das.). 
Kronen    schwefelgelb,    bisweilen   in    riolet   oder    röthlich   ziehend. 

GM  JtrMRSZ.ICJEMS» 

ÖleonomiSCheS.     Gute   fVeidepflanze. 

11.    OXYTROPIS.    SJPITZKIJEXi. 

De    CaiVD.    Astrag.    n.  IV.       Ed.    maj.    19    und    53. 

Kelch  5 -zähnig.  Schiffchen  unterhalb  der  stumpfen  Endi- 
gung in  eine  grannenartige  Spitze  ausgehend.  Hülse  aufgebla- 
sen oder  walzig^  durch  die  eingedrückte  oder  eingeschlascne, 
eine  Längsschcidewand  bildende ^  INath  (Bauchnath)  fast  2- fä- 
cherig.     Geschl.  Syst.  XVII.  4. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  unpaarig -gefiederten  Blättern,  Blüteustiele 
blattwinkel-  oder  wurzelständig,    vielblütig,    Blüten  in  Ähren. 

*1,  O.  pilOSa.  Zottiger  SpitaJciel,  Stengel  aufrecht,  nebst 
Blättern,  Kelchen  und  Hülsen  zottig;  Blättchen  länglich-  oder  lineal- 
lanzettlich;   Blütenstiele  länger  als  ihr  Blatt,    Ähren  eiförmig- länglich. 

De  Cand.  Astr.  n.27.  Koch  Syn.  1.202.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  49. 
Astragalus  pilosus  Li\N.  Sp.  pl.  1065.     Jacq.  Fl.  austr.  1.  t.  51. 


148  PAPIIilOKACEAE.  Astragalus. 

Aul"  kräulerreichen  Hügeln,  auf  Ralk-  oilcr  Saiulhoden,  im  siul- öst- 
lichen Thcile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der  Oesammtvcrbieitiing  er- 
reichend, selten  (Halle:  IloUsdorf,  Ilöhnstädt,  Sceburg,  Erdebnrn,  Kön- 
nern, Laublingen.  —  Schvi.  Franhenhausen  am  Schlachtbcrg,  Badra  — ; 
^H.  Bernburg — ).     Juni,  Juli. —    September. 

Stengel  '/j — 1'  liocli.  Äliron  dicLtblütig,  Kronen  bräuuliiligelli ;  Hülsen  aufrcclit  an- 
einander liegend,     länglich    mit   kurzer,    etwas    gebogener,    harter    Sjjitze. 

19.     A!§TRACtAIiU$».     VUJlG  A^N  VU, 

LiNN.    Gen.    n.  SOi. 

Kelch  5-zähnig.  SchifFchen  stumpf,  uii])eAvelirt.  Hülse  durch 
die  eingeschlagene,  eine  Längsscheidewand  J>ildei)de,  MiUel- 
rippe  (Rückennath)  2-fächeiig  oder  halb -2- fächerig.  Geschl. 
Syst.  A.VII.  4. 

Ein-  oder  mehrjährige  (Art.  1 — 5.)  Kräuter  oder  Stauden.  Blätter 
ungleichpaarig -gefiedert.  Nebenblätter  frei  oder  unten  mit  dem  Blatt- 
stiele oder  unter  sich  verwachsen.  Blüten  in  blattwinkelständigen  Köpfen, 
Trauben  oder  Ähren. 

•|-    Kronen    pnrpurn. 

I.  A.  Iiypoglottis.  Violeter  Traganth.  Stengel  aus- 
gebreitet, aufrecht  -  haarig  ;  Blätter  8 — 12-paarig  mit  länglichen  oder 
länglich -lanzettförmigen  Blättchen,  obere  INebenblätter  unter  sich  Tcr- 
wachsen,  blattgegenständig;  Blütenköpfe  gedrängt,  rundlich- eiförmig. 
Fruchtknote  gestielt.    Hülsen  rundlich -eiförmig. 

LiNN.  Mant.  II.  274.  Chi.  han.  157.  Koch  Sjn.  I.  203.  Fl.  dan. 
t.  614  (A.  arenarius).  Engl.  bot.  t.  274.  A.  microphyllus  Willd.  Sp. 
pl.  III.  1277. 

Auf  Triften,  an  grasigen  Hügeln  und  Ackerrändern,  auf  trockenem 
Kalk-  oder  Sandboden,  im  süd- östlichen  Theile  des  Gebiets,  die  IXord- 
grenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  erreichend,  ziemlich  häufig  {Pr. 
Halle:  Nietleben,  Dölau,  Schközau,  Bennstädt,  Auleben,  Steinholz, 
"Westcrhausen,  Südabhang  des  Huj  ,  als  nördliclistes  Yorkommen;  Sein». 
Frankenhausen,  Badra,  INumburg — ;  7/ji.  Steigerthal,  Windehäuserholz 
im  Hohnsteinschen).     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  3  —  6"  hocL.  Bliitenköpfe  langgesticlt,  über  die  Blatter  hervorragend.  Kelche 
mit   weissen,    Zähne   mit   braunen  Haaren   besetit.      Kronen  violet,    gegen  die  Basis  strohgelb. 

A.  arenarius,  «len  östlichen  Sandebenen  angehörig,  kommt  erst  etwas  jeuseit  des 
östlichen    Saumes   unseres    Gebiets   in   Pr.   bei    Ortrand,    in   Mk.    l"«'   Mirow    \ot. 

■J--J-    Kronen    gelb. 

«.      A.    glycypliyllos.      Süsshliittriger    Vraganth* 

Stengel  nicderliegend,  fast  kahl;  Blätter  5— (5 -paarig  mit  breit  ovalen 
Blättchen,  Nebenblätter  frei,  eirund -lanzettförmig,  zugespitzt;  Blüten- 
tranben  eiförmig -länglich.    Hülsen  dreikantig -lineal,    leicht  gebogen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1067.  Chi.  han.  158.  Rocit  Syn.  I.  206.  Schk.  Handb. 
II.  T.209.     Fl.  dan.  1. 1108.     Engl.  bot.  t.  203. 

Zwischen  Feldgehüsch,  in  lichten  Hainen  und  an  Waldrändern,  auf 
Kalk-  und  Sandboden,   häufig. 

Stengel  bis  'i'  lang,  dick,  ästig.  Blättchen  bis  l'/i"  lang,  lon  süsswiderlichem  Ge- 
schmack. Blütenstielc  kürzer  als  ilir  Blatt.  Kronen  unrein  gelb.  Variirt  mit  kleinem, 
untcrseits    zarthaarigen   Blättern. 

3.  A.  Cicer.  Kichernartiger  OTraganth.  Stengel  aus- 
gebreitet, haarig;  Blätter  8  —  12-paarig'mit  länglich-lanzettförmigen  Blätt- 
chen, obere  Nebenblätter  verwachsen,  lanzettförmig;  Blütenähren  eiför- 
mig-länglich;  Hülsen  rundlich  aufgeblasen  und  schwarzhaarig. 

An  Feldrainen,   Wald-   und  Wiesenrändern,    auf  trockenem   Mergel- 


Coronilla.  PAPII.IONA€EAE.  149 

und  Sandhoden,  im  südlichen  und  östlichen  Theile  des  Gehicts  häufig 
(Scliw.;  Pr.;  ^/h.,-  Mk.) ,  gegen  "V^^esten  ahnehmend  (Br.  Börnecke,  Kat- 
tenstedt,  Hünenhuig  hei  Watenstedt,  Asse  — ;  //«.  Steigeithal  im  Hohn- 
steinschen,  am  Knüll  zwischen  Dicmarden  und  den  Gleichen,  als  west- 
lichstes  Vorkommen  im  Gehiete).     Juni,  Juli.  —    Septemher. 

Stengel  3-^4'  lang,  im  Gebüscbe  ansteigend.  Blüttchen  juit  einer  kurzen,  feinen 
Staclielspitie,     Kelche    scliwarzliaarig   gesäumt.       Kronen    weissgelb. 

'4.     A.  exscapiis.     Stielloser   Vraganth,     Stcngellos, 

langhaarig- zottig;  l$lätter  12  —  I5-paaiig  mit  ovalen  Blättchen;  Blüten- 
köpfe rundlich,  ühcr  der  Wurzel  gehäuft,  sehr  kurz  gestielt.  Hülsen 
eiförmig  zugespitzt- stachelspitzig,    zottig. 

Liisx.  Want.  II.  275.  Chi.  hau.  158.  Kocu  Sjn.  I.  207.  IIayne  Arz- 
neigew. VI.  T.  12.     Jaco.  Tc.  rar.  t.  512. 

An  grasigen  Hügeln,  auf  sonnigem  trockenem  Kalk-  oder  Sandhoden, 
im  süd- östlichen  Theile  des  Gehiets,  die  ]\ord-  und  V^^estgrenze  der  Ge- 
sammtverhreitung  erreichend,  selten  {Schw.  Frankenhauseu  an  der  Kat- 
tcnhurg  und  Numhurg — ;  Pr.  Halle:  an  der  Steinklippe,  Müllerdorf, 
Seehurg,  Hettstädt,  Ilothenhurg,  Könnern,  Schraplau,  Erdehorn,  Aschers- 
lehcn  — ;  An.  Sanderslehcn  — ;  Br.  Blankenburg,  wo  die  Pflanze  sich 
verliert).     Mai  his  Juli.  —    Septemher. 

Hülie  6 — 10",  liüsclielig  ausgebreitet,  Blätter  sebr  liuri  gestielt,  Nebenblüttcr  eirnnd- 
lanzettföriuig  an  der  Basis  des  Blattstiels  angewachsen.  Deckblätter  häutig,  nebst  den  grünen 
Kelchzähnen  lanzctt  -  pfricmenformig,  letztere  so  lang  als  die  wcissliche  Röhre.  Kronen 
schwefelgelb. 

JPharntaceutisch'Medicinisches»    Die  fVnrzel  von  A.  4. 

ehedem,  eines  bittern  eifjenthianlichen  JSxtractivstoff's  weifen,  of'ficinell. 
In  neuerer  Zeit  um  so  mehr  mit  Becht  ausser  Gebrauch  gekommen,  weil 
sie  mit  Sicherheit  kaum  zu  beziehen  ist.  A.2.  unter  dem  IVamen  wilder 
Sennrsblättcr   als  Purt/irmittel  hier  und  da  im  Hausfjebruuch. 

Ökonomisches»  Art.  2  u.  3.  im  Frühjahre  bevor  die  Stengel 
hart  und  trocken  werden,    ein  gutes   Viehfutter. 

2.    Gruppe.     HEDVSAREAE.     &ij  SSK:i.JEMGMVrÄ  CJISM, 

Frucht  eine  Gliedhülse,  deren  Glieder  durch  Einschnürungen  getrennt 
sind,  oder  eingliedig  einsamig.  Keimlappen  über  die  Erde  tretend  und 
sich  grün  färbend.     Staubfäden  1- brüderig. 

13.     COROIilTiliA.    KMOlfriTMCKX. 

I.INN.    Gen.    n.  883. 

Kelcli  fflockig,  obere  2  Zähne  bis  über  die  Mitte  verwach- 
sen. Schiffchen  spitzig  geschnäbelt.  Gliederhülse  lang,  stiel- 
rund oder  vierkantiff,  mit  1-samieen  Gliedern.  Geschl.  Syst. 
XVII.  4.  *  *  ^ 

Mehrjährige  Kräuter  (Art.  1 — 3.),  Stauden  oder  Sträuche.  Blätter 
ungleichpaarig -gefiedert.  Nebenblätter  meistens  mit  den  äussern  Rändern 
zusammengewachsen.  Blüten  in  blattwinkelständigen,  lang  gestielten 
Dolden. 

Kronen    gelb. 

'1.     C.  vagiiiall».     Scheidentragende  KronwicTee, 

Stengel  liegend;  Blätter  3 — 6 -paarig.  Blättchen  elliptisch,  endständige 
umgekehrteirund,  INebenblätter  eirund,  so  gross  als  die  Blättchen,  tuteii- 
förmig,  l)is  unter  die  Spitze  verwachsen;  Blütendolden  6 — 'lO-lilütig, 
Blütenstielchen  so  lang  als  die  Kclchröhre,   Hülsen  scharf- vierkantig. 

Lam.  Dict.  II.  121.  Koch  Syn.  I.  208.  Reichenb.  PI.  crit.  I.  f.  65. 
C.  minima  Jacq.  Fl.  austr.  III.  t.271. 


150  PAPII^lOiyACEAE.  Ornlthopus. 

Auf  Triften,  an  nügclii  und  Felsen,  auf  IValksteiiibotlen ,  im  süd-öst- 
lichcn  Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrenzc  der  Gesaninitverlireitung  er- 
reiclieud,  sehr  selten  (//.v.  Datterode  am  GlockenJierg;  Pr.  Freil»urg — ; 
an  Kalkklippen  des  südlichen  Harzes  Wallr.  in  Linnaea  XJY.631.).  Mai 
bis  Juli.  —    August. 

Slengcl  a  — 6"  hoch,  nach  iinlcii  holzig.  BlSllchon  3  —  4"'  lang,  2I/2'"  l.rcU,  dltli- 
lirh,  meergrün,  so  wie  die  folgenden  Arten  mit  einer  kurzen  Slaehclsjiitzc  versehen  und 
unhehaart,  das  unterste  Paar  meistens  etwas  >om  Stengel  entfernt.  INehenhlältcr  durchschei- 
nend-häutig. Blutendolden  8'"  im  Durchmesser,  Kronen  hcllgclh  mit  feinen  roslfarhencn 
Strichen    an    der   Fahne.       lli.lsengliedcr   3  —  4    Mal    so    lang   als    breit. 

9.    C  coronata.    Berg-KronwicTce.    Stengel  aufrecht; 

Blätter  meist  5-paarig,  Rlattcheu  oval,  endstäiidige  umgekehrteirund, 
Nebenblätter  länglich,  vielfach  kleiner  als  die  Blättchen;  bis  unter  die 
Spitze  verwachsen,  obere  getrennt  und  abfällig;  Blütendolden  18 — 24- 
blütig,  Blütenstielchen  mehrfach  länger  als  tlie  Kelchröhre,  Hülsen  zu- 
sammengedrückt -  vierkantig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1047.  Chi.  han.  157.  Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.95.  C.  mon- 
tana  Scop.  Fl.  carn.  Ed.  II.  72.  t.  44.  Kocu  Syn.  I.  208.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  49.     Reichenb.  PI.  crit.  I.  f.  68. 

In  bergigen  Waldungen,  Hainen  und  Gebüschen,  auf  Kalksteinboden, 
im  südlichen  Theile  des  Gebiets  häufig,  die  IXordgrenze  der  Gesammt- 
verbreitung  in  Hu.  an  den  Siebenbergen  bei  Hildes  heim  und  die  West- 
grenze in  Pr.  fV.  bei  Beverungen  erreichend. 

Stengel  1  —  1 'A'  ''och  ,  aus  holziger  Basis  aufrecht,  einfach  oder  wenigSstig.  Blättchen 
6_8"'  lang,  4  —  5'"  breit,  unterstes  Paar  stets  dicht  am  Stengel  stehend.  Blutendolden 
12 — 14'"  im  Durchmesser.  Kronen  gelb.  Hülsen  stumjifkantig ,  Glieder  doppelt  so  lang 
als   breit. 

•■     Kronen    roth     und     «  e  i  s  s. 

•3.  C  varla.  Bunte  Mronwicice,  Stengel  Hegend;  Blät- 
ter 10 -paarig.  Blättchen  gleichbreit- länglich,  Nebenblätter  frei,  lanzett- 
förmig; Blütendolden  12 — 18- blutig,  Blütenstielchen  mehrfach  länger 
als  die  Kelchröhre,    Hülsen  vierkantig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1048.  Chi.  han.  157.  Koch  Sjn.  I.  209.  Schk.  Handb. 
Tl.  T.205.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  49. 

An  Wald-  und  Wiesenrändern,  Ackerraineu  und  im  Gebüsch,  auf 
sonnigem  Kalkstein-  oder  Sandboden,  im  südliehen  Theile  des  Gebiets 
hüuflg,  die  Nordgrenze  der  Gesammtvcrbreilung  (Pommern  ausgenommen) 
in  Pr.  am  nord  -  östlichen  Harzrande,  am  Huy,  den  kleinen  Fallsteinen 
und  am  Steinholze  bei  Westerhausen  —  in  Br.  am  Elm  zwischen  Wol- 
fenbüttel und  Helmstädt  erreichend.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  krautig  1 — 2'  lang,  viehistig.  Blaftchen  graugrün  mit  rölhlichen  Sticichen. 
Fahne  lila  mit  dunklern  Strichen,  Flügel  weiss  mit  lila  Anhauch,  Schiffchen  rolhlichweiss 
mit  schwarzpurpurnem    Schnabel.      Hülse   mit   schwachen   Eiuschuüruugeii. 

jPharmaCeUtiSCh'JtKediciniSCheS'  Die  Anifuhe  einer  r/if- 
lifjen  ßVirktiuf/  der  A.  3.  ist  durch  fjcniit/eiide  f 'ersuche  widcrlc<jt  wor- 
den. ^^  Doch  wirkt  sie  ditirctisch. 

Öleonomisches»  Art.  2  u.  3.  als  Zierpflanzen  z.ii  empfehlen.  Das 
f'ich  frisst  die   lironwicken  f/ar  nicht  oder  tinyern. 

14.     ORWITHOPUN.     VOGXHjFlTfSlS. 

I.INIV.    Gen.    n.  884. 

Kelch  röhrig,  tief  5-zähiiig,  obeTe  2  Zahne  am  Grunde  zu- 
sammengewachsen. Schift'clien  am  Ende  ahgei-undel.  Glieder- 
hülse laufir,  zusammenffodrüclit,  mit  i-samiffcn  Gliedern.  Gc- 
schl.  Syst*  XVII.  4.      " 


Hippocrepis.  PAPIIilOlWACEAE.  151 

Einjährige  Kräuter  mit  unpaarig -gefiederten  Blättern.  IXebenltlätter 
klein,  dem  Blattstiele  ange-wachsen.  Blütenstielc  blattwinkelständig  und 
scheinbar  endständig,    1-  oder  doldenblütig. 

1.  O.  peppusillus.  Kleinster  Vogelfuss,  Ausgebrei- 
tet uiederlicgend;  Blütenstiele  länger  als  ihr  Blatt,  'i — 4 -blutig,  Kelch- 
zähne mehrlach  kürzer  als  die  Kclehröhre,  Hülsen  gliedlang  geschnäbelt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1049.  Chi.  hau.  156.  Koch  Syn.  I.  209.  Schk.  Handb. 
II.  T.206.     Fl.  dan.  t.  730.     Engl.  bot.  t.  369. 

Auf  Feldern,  Triften  und  in  Waldungen,  auf  Sandboden  und  sandi- 
gem Lehmboden,  nicht  auf  Kalk,  häufig.  Mal  bis  Juli. —  August,  Sep- 
tember. 

Flach  liegende  BiiscLel  bildend,  von  2"  bis  1'  lang,  fein  und  dicht  behaart,  anf  leh- 
iiiigem  Boden  bisncilen  ganz  kahl.  Blatter  5 — LS-paarig,  Blättchen  elliptisch,  auf  naln - 
haltcrm  Boden  oval  und  gestutzt,  gegen  die  Blalfstielbasis  meist  vvcchselständig.  Fahne 
vveisslich  mit  purpiuncn  Adern,  Flügel  in  rüthlich  übergehend.  Schillchen  gelblich.  Hülse 
klauig   gekrümmt,     Glieder    oval. 

15.     HIPPOCREPIS.     MWTWmi^MNKIiJEm. 

LllVN.    Gen.    n.  885. 

Kelch  glockig,  .5-zälinig,  ol)ere  2  Zähne  am  Grunde  zusam- 
mengewachsen, »chiffchen  zugespllzt-geschnähelt.  Gliedhülse 
lang,  zusammengedrückt,  an  der  Bauchnalh  in  Zwischenräu- 
men huchtig  ausgeschnitten.     Samen  gekrümmt.     Geschl.  Syst. 

Mehrjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Stauden  mit  unpaarig -gefiederten 
Blättern.  Blüten  blattachselständig,  einzeln  und  sitzend  oder  in  gestiel- 
ten Dolden. 

1.  H.  eoniosa.  ^chopfiger  MufeisenTelee.  Ausge- 
breitet liegend;  Blütenstiele  länger  als  ihr  Blatt,  Blüten  doldig;  Hülsen- 
glieder gehörnelt,  Gelenke  flachgedrückt,   glatt. 

LiMN.  Sp.  pl.  1050.  Chi.  hau.  156.  Koca  Syn.  I.  210.  Engl.  bot.  t.  31. 
Jaco.  Fl.  austr.  V.  t.431. 

Auf  Triften,  trockenen  Wiesen  und  an  Wegrändern,  auf  steinigem 
Kalk-  und  Gypsboden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze 
des  Vorkomnrens  in  Deutschland  in  Iln.  am  Süntel  im  Fürstenth.  Calen- 
l>erg  erreichend,  häufig;  gegen  Osten  abnehmend,  und  jenseit  des  öst- 
lichen Gebietssaums  nicht  mehr  vorkommend.  3Iai  bis  Juli.  —  August, 
September.  , 

Wurzel  stark,  holzig.  Stengel  kreisartig  ausgebreitet,  ansteigend,  4" — 1'  lang.  Blätter 
4  —  6-paarig,  Blättchen  umgekehrteirund -keilförmig,  kahl  oder  unterseits  angedrückt- haarig. 
Krone  dottergelb  mit  feinen  rolhbraunen  Ijinien  auf  der  Fahne.  Hülscnbuehten  offen,  halb- 
mondförmig,   der    Samenlage   entsprechend   mit   rostrotlien ,    gkinzcnden    Körnchen   bestreuet. 

OTeonomischeS*  fVird  gern  vom  Vieh  gefressen  ttnd  gieht  den 
Bienen  Nahrung. 

I«.    0]¥OBRY€HI$^.     XSSJP^nSKTTX:. 

TOURNEF.    Inst.    390.     t.    211. 

Kelch  5-spaltig.  Schiffchen  schräg  ahgeslutzt,  länger  als 
die  Flügel.  Hülse  aus  einem  rundlichen  grubig-netzaderigen, 
nicht  aufsprinffcnden,  1- sämigen  Gliede  bestehend.  Geschl. 
Svst.XVIl'4.  ^  *  ... 

"Mehrjährige  (A.  1.),  Selten  1 -jährige  Kräuter  mit  unpaarig -gefieder- 
ten Blättern.  Nebenblätter  mit  den  äussern  Rändern  verwachsen.  Blü- 
ten in  blattwinkelständigen,    langstieligen  Ähren. 


152  PAPIL.IONA€EA£.  Vicia. 

1.   0>  Hatlva»    Genteine  JEsparsette-    Stengel  anstfi^end; 

BläUei-  8  — 13-paaiig,  IJliittclieii  Jiiical- länglich;  Hülsen  lialbliieisrund, 
am  Rande  dornig -gezähnt. 

Lam.  Fl.  Iran^-.  II.  652.  Chi.  han.  155.  Koch  Syn.  I.  211.  llcdjsa- 
fiim  Onohrychis  Linn.  Sp.  pl.  1059.  Sturm  Deutsch!.  Fl.  II.  19.  Jaco. 
Fl.   austr.  IV.  t.  352. 

An  Feldrainen,  auf  halh-  oder  gypshaltigem  Boden,  hier  und  da  ver- 
wildert.    .Tuni.  —    August. 

Uölie  2'.  liluttclicn  hrviter  und  stiiiii|>frr  variirenil.  Kronen  roscniolli  mit  clunKlcin 
Strichen.  HiiUcn  nussarfig,  leileiicst ,  nach  dem  Riielicn  zu  liiclig  Uachgediiiclit  iinil  mit 
kurzen  Dornenspitzen   besetzt. 

GJEnJERSJLICnXlS. 

ÖTeonontiSCheS»  Auf  einem  trochcnen  Boden,  der  über  zerklüf- 
tetem lialksteiti  oder  Mergel  steht,  das  vor theilhaf teste  Futterijewückx 
ztir  Grün-  und  Dürrfutterung ,  und  das  beste  Cullurtfeiväehs  um  einen 
Boden  mit  geringer ,  magerer,  kiesiger  oder  sandiger  Oberkrume,  v>enn 
sieh  nur  Kalk  im  Untergrunde  befindet,  unter  Abgewinnung  eines  Er- 
trages,  nach  einer  Reihe  von  Jahren  in  Stand  zu  setzen,  ein  paarmal 
ungedüngtes  Getreide  und  datin  eine  Hülsenfrucht  zu  tragen,  der  wieder 
Esparsette  folgt. 

3.   Gruppe.     TICIEJlE.      IVICKMN GMJWÄCMSE. 

Frucht  eine  ungegliederte  Hülse,  einfächerig,  oder  mit  feinen  aus 
locherm  Zellstoff  gcLildeten  Querwänden.  Reinilappen  dick  und  mehlig, 
heim  Reimen  unter  der  Erde  zurückhleihend.     Stauhiädeii  1-hrüderig. 

t».    VICIA.     I^JCÄJE. 

Linn.  Gen.   n.  Si:i. 
Kelch  5 -spaltig  oder  5-zäIinig.     Staubfaden  pfricuieiiförmig. 
Griffel    fatlenföruiig,  vorn  unter  der  Narbe  bärtig  oder  ringsum 
haariff  oder  bärliff  und  behaart.     Samen  kuffcliü"  oder  ellii>soi- 
disehf   Geschl.  Syst.  XVII.  4.  *      *  ^ 

Ein-  (Art.  1  —  4.14.15.),  zwei-  (A.  11.)  und  mehrjährige  (Art.  5  — 10. 
12.  13.),  meistens  kletternde  Kräuter.  Blätter  paarig  gefiedert,  der  Blatt- 
stiel in  eine  Ranke  seltener  eine  Stachelspitze  ausgehend.  Blütcnstielc 
blattwinkclständig,    1 — 2-  oder  trauliig-hlülig. 

I.     ER^'ILIA.     I,JNSMj%ARTIGJ&   IVICKMX. 

Grifl'el  unterhalb  der  Narbe  gleichmässig  behaart. 

■{•     Bliitcnstiele    vcrlä  n^  e  r  t ,     a  r  m  li  1  ü  t  i  g. 

1.    V.  Itirsiita.    Maarige  Jf^icJce.     Blütcnstielc  4— 6-blü- 

tig;  Blätter  meist  6- (8 — 10-)  paarig.  Blättchen  liueal,  gestutzt;  Hülsen 
2- sämig,    zarthaarig. 

Koch  Syn.  ed.  I.  191.  Ervum  hirsutum  Linn.  Sp.  pl.  1039.  Chi.  han. 
155.  ScHK.  Ilandb.  II.  T.  202.  Sturm  üeutschl.  Fl.  II.  32.  Fl.  dan. 
t.  639.     Engl.  bot.  t.  970. 

Auf  Ackern,  vorzüglich  unter  Wintergetreide,  an  Hecken,  zwischen 
Feldgebüschen  und  in  Ilaineii,  auf  huniosem  lehmigem  und  sandig -leh- 
migem Boden  häufig.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Dünnstengclig  und  zart,  liis  2'  Ling.  Ranhcn  2  —  5  -  spallig.  Bliitcu  lilein  ,  Kronen 
milchhlan    oder   weisslieh.      Hülsen  länglich.  

Ä.    V.  tetra!ii|ieriiia.    Viersatnige  WTicke.    Blütenstiele 

meist  1- (2  — 3-)  blutig,  Blätter  3  — 4- (5-)  paarig,  so  lang  als  ihr  Blatt, 
Blättchen  lineal,  stumpf;  Hülsen  meist  4- (selten 5-)  sämig,  kahl,  Samen- 
nabel lineal. 


Vicia.  PAPII.I09IACEAE.  153 

Lois.  Fl.  gall.  Ed.  2.  II.  149.  Eivum  tetiaspermum  LiNN.  Sp.  pl.  1039. 
Chi.  han.  15.3.  Scuk.  Ilaiulh.  II.  T.  202.  Stukm  Deutscbl.  Fl.  H.  32. 
Fl.   (lan.  t.  95.     Engl.  bot.  1. 1223. 

b.    tenera.     Die  starte.      Stengel   fadenförmig;    Blättchen   mehrfach 
schmaler,    Blütenstiele  meist  länger  als  ihr  Blatt. 

An  Ackerrändern,  Fcldgebüschen,  "Wiesen  und  Waldrändern,  auf  leh- 
mig-sandigem und  sandigem  Boden,  häufig.     Juni,  Juli.  —    August. 

Dünnstengclig  und  zart,  J)is  1'  lang.  BlättcLcn  lineal,  stumpf,  obere  meist  zugespitzt. 
Ranlicn  einfacli  oder  'i-tlieilig.  Blüten  klein,  Faline  I.lass  lila  mit  bliiuliclien  Adern,  Flü- 
gel und  Schiffchen  «ciss,  letzteres  gegen  die  Spitze  mit  einem  bläulichen  Fleck.  Hülsen 
lineal.  BlättcLen  von  b. ,  die  der  folgenden  Art  sehr  nahe  steht,  ^/i'"  breit,  Blütenstiele 
haarfein,     häufig   .3- blutig. 

3.  V.  gracili».  ScÄlanfce  J^icfce.  Blütenstiele  1—4 -blu- 
tig, fast  doppelt  so  lang  als  ihr  Blatt;  Blätter  3 — 4-paarig,  Blättchen 
lineal,  spitz;    Hülsen  meist  6- (5 — 8-)samig,    Samennabel  rundlich- oral. 

Lots.  Fl.  gall.  Ed.  2.  II.  148.  1. 12.  Ervum  gracile  Koch  Sjn.  I.  219. 
E.  tetraspermum  ß.  gracile  De  Caind.  Prodr.  II.  367. 

Auf  Brachäckern,  grasigen  Plätzen,  am  Holze  und  in  lichten  Holzun- 
gen, auf  lockerm  humushaltigem  Boden,  selten,  auch  woli!  übersehen 
{Pr.  "^^iltersdorf  bei  Weissensee,  Halle,  Delitzsch  — ;  Iln.  Göttingen 
im  Uossdorferholze,  Osnabrück  auf  dem  Donnerkampe).  Juni,  Juli.  — 
August. 

Bis  l'/.j'  lang,  von  der  Basis  an  in  mehrere  rankende  Aste  gefheilt.  Blättchen  kaum 
1'"  breit,  8  —  9'"  lang,  sänimtlich  gespitzt.  Blüten  kaum  etwas  grösser  und  eben  so  ge- 
färbt als  die  der  .4.  *2. ,  mit  deren  Spielart  h,  sie  im  Gesanimtansehen  übereinkommt,  durch 
die  noch  beträchtlich  langem  Blütenstiele  und  gespitzten  Blätlrben  indessen  leicht  zu  unterschei- 
den.    Ob  diese  Charaktere  durchaus  constant  sind,   darüber  mag  fernere  Beobachtung  entscheiden. 

4.  \,  utonaiitlioj^.    Minhliitige  J¥^icTce,    Blütenstiele  1- 

blütig,  so  lang  oder  länger  als  ihr  Blatt;  Blätter  meist  7- (6 — 8-)  paarig, 
Blättchen  lineal,  gestutzt,  Webenblätter  zweigestaltig,  eins  ganz,  das 
andere  strahlig- viels]>altig;    Hülsen  breit-länglich,    meist  3-samig. 

Koch  Syn.  Ed.I.  192.  Ticia  articulata  Willd.  Eniim.  bort,  berol.  764. 
Ervum  monanthos  Li^n.  Sp.  pl.  1040.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  32.  La- 
thyrus  monanthos  Willd.  Sp.  pl.  III.  1083. 

Auf  Ackern  und  an  Feldrainen,  auf  sandig -lehmigem  Boden,  selten 
eingebürgert  (/*r.  Halle :  Trotha,  Lettin;  Sangershausen,  Wittenberg — ; 
5'c/nii.  Jecha — ;  An.;  ffii.  Grafschaft  Hobnsteiii,  Harburg  — ;  Hl.).  Juni, 
Juli.  —    August. 

Bis  2'  lang,  weitschweifig,  starkstengclig,  vieläslig.  I'ngelheiltes  Nebenblatt  lincal- 
pfriemenförmig,  abwechselnd  zur  Rechten  und  Linken  des  Stengels  dem  fingerig  in  borst- 
liche  Zipfel  getheilten  gegenüberstehend.  Blüte  gross  (6  —  1'"  lang),  Färbung  und  ZeicJi- 
nung  der  Krone  wie  an  A.  2.,  jedoch  mehr  violct.  Hülsen  1'  lang,  4'"  breit,  fein  schräg- 
aderig,  kahl.      Samen   zusammengedrückt,   über  2'"  im   Durchmesser. 

ff    Blütenstiele   vcrliingert,     v  iel  -  (tranb  en-)  hl  ü  ti  g. 

3.  \,  pisiforiiiiH.  Mrhsenartige  W^iclee.  Blütentrau- 
ben kürzer  als  ihr  Blatt;  Blätter  5 -paarig,  Blättchen  breit- eirund,  INe- 
benblätter  halbpfeilförmig,  sägezähnig-eingeschnitten,  vom  untersten  sten- 
gelanschliessenden  Blättchenpaarc  verdeckt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1034.  Chi.  han.  152.  Koch  Syn.  I.  212.  Sturm  Fl. 
Deutscbl.  H.32.     Svensk  bot.  t.  608.     Jacq.  Fl.  austr.  lY.  t.  364. 

In  bergigen  und  hügeligen  Waldungen,  auf  humushaltigem  Boden,  im 
südlichen  und  östlichen  Tbcile  des  Gebiets  häufig,  gegen  INord-\^'esten 
abnehmend  und  hier  (f/ii.  an  den  Siebenbergen  bei  Hildesbeim  und  am 
Schulenburger  Berge  unweit  Eldagsen)  die  Grenze  des  Yorkommens  in 
Deutschland  erreichend.     Juni  bis  August.  —   August. 


154  PAPIWONACEAE.  i^icia. 

Im  GcbiiscL  klettciiid  2  —  3'  liocli ,  iinlieliaart.  Blällclicii  Iii.s  1 '/„"  hrcit,  fest,  spater 
fast  Icclcrartig,  trübe  gelbgrün,  unten  graugrün.  Trauben  10 — 18-blütig.  Kronen  weiss- 
gclb,    ins    Grnnlicbc   spielend. 

6.  V.  sylvatica.  TTald-WicJee,  Blütentranbcn  länger  als 
ihr  Itlalt;  Ithittir  meist  8- ((i  — 9)  paarig,  «lältchcn  ciiuiKl-läiiglicIi,  I^ic- 
]>eiil>lätter  halhinoiuiröniiig,  ciiigcschniüeii-pfriemeiizaiiiiig;  Ilülseii  liiiL-al- 
länglicli. 

LiN.\.  Sp.  pl.  10:35.  Clil.han.iry2.  Roch  Syn.  I.  212.  Stlrm  Deutsch!. 
Fl.  11.31.     Fl.  dan.  t.  277.     Engl.  hot.  t.  79. 

In  Cyehirgswaldungen  und  an  waldigen  Hügeln,  auf  friscliem  hiiinus- 
lialtigem  Itoden,  ziemlich  häufig,  gegen  Westen  ahneiimend  und  am  ">vest- 
lichen  Saume  des  Gebiets  nicht  mehr  vorliomniend. 

Bis  4'  bocb  kletternd,  .Stengel  scb«acb,  nnbebaart.  Blatleben  klein  (8'"  lang,  S'/j"' 
breit).       Tranben    loekerblütig,    bis    2 1/2"    '■"»g-    Kronen    weiss,    mit   »luletcr    Zeiebnnng. 

9.    V.  cassiibica.    Pontmersche  If^iclce.    lUütentrauben 

kürzer  als  ihr  Blatt,  Blätter  meist  12- (8  — 13-)  paarig.  Blättchen  läng- 
lich-oval, Nebenblätter  halbpleilförmig,  ganzrandig;  Hülsen  fast  rauten- 
förmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  lOa'j.  Chi.  hau.  152.  Koch  Svn.  I.  212.  Stirm  Deutschi. 
Fl.  11.31.     Fl.  dan.  t.  1395.     V.   Gerardi   Jacq.  Fl.  austr.  III.   IH.   t.  229. 

Tn  Bergwaldungen  und  auf  grasigen  Hügeln  des  Flach-  und  Küsten- 
landes, auf  Sandboden,  im  südlichen  und  östlichen  Theile  des  Gebiets 
häufig,  gegen  den  mittlem  Tlieil  am  südlichen  Harzrande  sich  verlierend 
(/*r.  noch  am  Hoppelnbergc — ;  Br.  am  Begenstein — );  im  süd- westlichen 
und  westlichen  Theile  nicht  vorhommcnd,  im  nördlichen  am  Elbuntcriaufe 
wieder  auftretend  (Li.  Steinbech,  Schnackenbeck,  GrüiihofV,  Tcspcr- 
budc  — ).     Juni,  Juli.  —    August. 

Wurzel  kriecbend  und  Auslaufer  treibend.  Stengel  fast  cinfaeh ,  aufreebt.  Blättclien- 
paarc  und  Blüten  diclitstebend ,  Blätteben  Bedernervig,  Blütenstielcben  aulV.-cbt.  Fabne  blau 
mit  dunklem  Adern,  Flügel  und  Sebiflcben  weiss  mit  bläulieber  Zeiebnnng  und  einem  vio- 
leten   Fleck    an    der    Spitze    des   letzlern. 

II.     VICIAE.     JEIGMJWTI^ICnjE    ITICKEJV, 

Grifl'el  an  der  Spitze  vorn  bärtig,  ausserdem  kahl  oder  riiiidum  haarig. 

■f-    Blütcnsticlc    »erlangcrt,    v  lel  -  (traubig-)  bl  ü  t  ig. 

S.  \'.  dllinetorillll.  MecTeen-HTicTcet  Blütentrauben  etwa 
so  lang  als  ihr  Blatt,  5 — (i-blütig;  Blätter  meist  5-(4 — 5-)paarig,  Biätt- 
chen  eirund,  Nebenblätter  halbmondförmig,  eingeschnitten -pfriemenzäh- 
nig  ;    Hülsen  lineal- länglich. 

LiNN.  Sp.  pl.  1035.  Chi.  hau.  153.  Koc«  Svn.  I.  213.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  U.31.     Spr.  Fl.  hal.  t.  7.     Fl.  dan.  t.  14fii. 

In  Waldungen,  in  schattigem  Gebüsch  und  an  Hecken,  auf  feuchtem 
huniosem  lehmigem  und  lehmig -sandigem  Boden,  häufig,  doch  stellen- 
weise (im  mittlem  Ilii.  und  Ol.)  fehlend.     Mai,  Juni.  —    August. 

Kletternd  bis  zu  3'  borb ,  scblalTstengelig ,  nnbebaart.  Blätteben  denen  der  A.  5.  äbn- 
licb,  aber  zartlaubig  und  bellgrün.  Kronen  blass  purpurn  mit  dunklem  Adern,  gegen  den 
Keleb   zu    grünlieb»  eiss.       Hülsen   bellbraun. 

9.  \,  Cracca.  Vogel-  JVicTee,  Blütentrauben  gedrungen, 
so  lang  als  ihr  Blatt  oder  länger;  Blätter  meist  10- (8  — 12-)  paarig.  Blätt- 
chen lineal -länglich  oder  lineal -lanzettförmig,  anliegend- zarthaarig,  Ne- 
benblätter hall>pfeilförniig,  ganzrandig;  Platte  der  Fahne  so  lang  als  der 
Nagel. 

LiNN.  Sp.  pl.  1035.  Chi.  han.  1.51.  Koch  Syn.  I.  213.  Stirm  Deutschi. 
Fl.  H.  31.     Fl.  dan.  t.  HOL     Engl.  bot.  t.  1168. 

Auf  Wiesen,   ait  Hecken,  Zäunen  und  im  Getreide,  auf  feuchtem  hu- 


licia.  PAPIMONACEAE.  155 

mosem,    auf  Lelun-    und    auf   Sandboden,    sehr   Läufig.      Juni,    Juli.  — 

Klimmend,  3  —  4'  hoch.  Blältchcn  fast  »-nenig,  der  Form  und  BcHeid.ing  nach  sehr 
yeranderlich;  crstcrc  in  die  schmal  länglich -lineale ,  hei  zugleich  niedrigerm  AVnchsc ,  üher- 
gehend  (V.  tem.ifolia  Roth.  Tent.  £.  germ.  I.  309.  II.  2.  18.J.)  ,  IcUtere  his  zn  einem 
grau -seidenartigen  ijherzugc  zunehmend  (V.  Cracea  v.  argcntea  Chi.  han.  das.).  Blulcn- 
stlelchen  aufrecht.  Kronen  lichtblau  und  ,iolct,  gegen  die  Kasis  weissl.ch.  Hülsen  4  — -5  ' 
hreit.       "Wurzel    weit   nmhcrhriechend, 

10.  V.  teiiuifolia.    Schmalblättrige  WicJce.    Blüte  n 

tiauluMi  gedrungen,  länger  als  ihr  Blatt;  Blätter  meist  lU- (8  — 12-)  paarig. 
Blättchen  parallelrandig-lineal,  unterseits  haarig,  IVebenhlätter  halhpfeil 
förmig,   ganzrandig;    Platte  der  l'ahne  doppelt  so  lang  als  der  Nagel. 

De  Cand.  Prodr.  II.  358.  Sturm  Fl.  Deutschi.  U.  31.  V.  Gerardi 
WiLLD.  Prodr.   11.  herol.  II.  736. 

Auf  Bergwiesen,  Waldtriften,  auch  auf  Feldern,  besonders  unter  dem 
Sommergetreide,  auf  humushaltigem  lehmigem  und  lehmig -sandigem  Bo- 
den,  ziemlich  häufig.     Juni,  Juli.  —    August. 

Der  vorigen  ähnlich,  ausser  der  ah«  eichenden  Kronhildung  mit  Sicherheit  an  den  Langem 
mathematisch -linealen  Blättchen  von  allen  Formen  jener  zu  unterscheiden.  Hiilsen  line.il- 
länglich,    hahi.       INahel  nur  den  vierten  (hei  V.  Cracea  den  dritten)  Thcil  des  Samens  umgehend. 

11,  \.  villO^a.  Xottige  J¥^icTce,  Blütentrauben  gedrungen, 
so  lang  oder  länger  als  ihr  Blatt;  Blätter  meist  8-(6— 8-)paarig,  Blätt- 
chen lineal-oval  oder  lineal- lanzettlich,  nebst  dem  Stengel  zottig;  I>(e- 
benblätter  halbpfeilförmig,  ganzrandig;  Hülsen  oval -rautenförmig  mit 
haliiger  Spitze. 

llOTH  Tent.  Fl.  germ.  II.  1.  182.  Chi.  han.  1.52.  Koch  Syn.  I.  214. 
STtRM  Deutschi.  Fl.  II.  31.  V.  polyphjlla  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar. 
Uung.  III.  284.   t.  254. 

Auf  Äckern  unter  dem  A^^intergetreide  und  auf  Brachen,  auf  lehmi- 
gem und  lehmig- sandigem  Boden,  im  nördlichen  Theil  des  Gebiets  hier 
und  da  eingebürgert  (ßm.  Yegesack — ;  Hl.;  Mk.  Below — ;  Hn.  Uitz- 
acker).     Juni,  Juli.  —    August. 

Gesammtansehen  und  Kronfärhung  der  A.  9- ,  zunächst  von  dieser  durch  die  starke  Be- 
kleidung mit  ahsfchcndem  Haar,  die  lehhaftere  Färhung  und  längere  Rühre  der  Kronen,  auch 
durch  einen  nach  hinten  sackartig  erweiterten   Kelch  zu  unterscheiden.     AVurzel  nicht  kriechend. 

ff    Blüten     zu     1  —  6    kurz     gestielt    in     den    Bl  a  tt «  ink  el  n. 

1«.  V.  sepiiini.  Xaun-  J¥^icJC€.  Blüten  zu  4—5  auf  kur- 
zeu  traubigen  Stielen;  Blätter  meist  5 -(6— 8) paarig,  Blättchen  eirund 
oder  eirund -länglich.  Hülsen  lineal -länglich,  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  1038.  Cht.  han.  153.  Roch  Syn.  1.215.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.  11.31.     Fl.  dan.  t.G99.     Eugl.  bot.  t.  1515. 

An  Hecken,  in  Gebüschen,  an  Waldrändern  und  iu  \^^aldungen,  auf 
humosem  lehmigem  und  lehmig -sandigem  Boden,  sehr  häufig.  Mai  bis 
Juli.  — ■    August. 

Klimmend  zu  2 — 3'  Höhe.  Blaltpaare  dicht  stehend.  Blättchen  denen  der  A.  8.  ähn- 
lich, aher  gestutzt  und  schwach  ausgerandct.  Kelchzähne  aus  deltaförmigcr  Basis  pfricmlieh 
zugespitzt.  Kronen  trühiiolet  oder  lila  mit  dunklern  Adern  und  Fleck  an  der  Spitze  des 
Schiffchens.  Die  Blatlform  xariirt  durch  Ahnahme  der  Breite  bis  ins  I.anzcttliche ,  die  Kro- 
ncnfarbe    durch   Übergang   in    Gelhlichweiss. 

1».  V.  sativa.  Wutter-WicTee.  Blüten  zu  2;  Blätter  meist 
7-(fi— 7-)paarig,  Blättchen  länglich -umgekehrteirund,  länglich  und  läng- 
lieh-lineal,  gestutzt  und  meist  ausgerandet;  Hülsen  zarthaarig,  Samen 
zusammengedrückt- kugelig. 

Link.  Sp.  «1. 1037.  Chi.  han.  153.  Koch  Syn.  I.  217.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.31.     Fl.  dan.  1.522. 


156  PAPIl.IONA€EAE.  Lens. 

Auf  Ackprii  und  in  deren  IXähe,  auf  lockenn  lehmigem  auch  lehmig- 
saudi^ein  Itoden,   liier  und  da  verwildert.     Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 

Itlatlclicnforiii  iler  Breite  und  liüiigc  nach  selir  veränderlich.  Helchziihnc  lanzctt - pfrieincii- 
fürniig.  Fahne  violcl  oder  mehr.hlau  mit  dnnklern  Adern  durchzogen.  Flügel  purpurn,  SehilT- 
clien  griinlichwciss  mit  einem  violetsehwärzliclicn  Fleck  Tor  der  Spitze.  Hülsen  hellbraun, 
S.iiiien    hraun ,    seltener    schwarz,    gelblich,    weiss. 

14.  V.  angiiptifolia.    Verschiedenhlüttrige  JW^icTee, 

lllütcii  zu  2;  IJlatter  uieisl  5- (8— (j-)  paarig,  Biätlcli<ii  der  untern  lllät- 
Icr  unigclu'hrtiuM/.lörniig,  der  ol>orn  lineul  -  lanzettfürmig  oder  liucal, 
Hülsen  zuletzt  Kahl,    Samen  liugelig. 

«OTii  Tent.  fl.  germ,  1.  310.  II.  1.  186.  Koch  Syn.  I.  217.  Schk. 
Ilandb.  II.  T.201.  Stirm  Fl.  Deutschi.  11.31.  Engl.  bot.  t.  334  (V. 
sativa).     Y.  sativa  ß.  nigra  Linn.   Sp.  j)l.  1037. 

Auf  A^'eiden,  Triften  und  »intcr  der  Saat,  auf  troeliencm  Sandboden, 
sehr  häuüg.     Mai,  Juni.  —    Juli. 

Itl;ilt<hcn  der  mittlem  und  ohcrn  lilatter  nicht  aiisgcrandct ,  meistens  in  den  Krautstachcl 
liurz  zugespitzt,  varilren  auf  hesserm  Boden  durch  zunehmende  Breite,  bei  überhaupt  üppi- 
gcrra  Wüchse  (V.  segctalis  TllUILL.  Fl.  par.  Ed.  II.  367.).  Kebcnblällcr  bald  mehr  bald 
>veniger  fingerig  eiugeschuitten,  auch  ganzrandig.  Ilelchzahue  lineal  -  pfriemlich.  Samen  dun- 
kelbraun oder  schwarz.  —  Ks  unterliegt  wohl  keinem  Zweifel,  dass  diese  Art  Stammart 
der   durch    Cultur   \erUndertcn   vorhergehenden    ist. 

15.  V.  latliyrolde$^.  Platterhsenartige  WicTce.  Blü- 
ten einzeln,  fast  sitzend;  Blätter  2 — 3-( — 5-)paarig,  Itlattchcn  «ler  un- 
tern Blätter  umgekehrtherzförmig,  der  obern  länglich- keilföi-mig;  Hülsen 
l;ahl,   Samen  gekörnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1037.  Chi.  hau.  1.54.  Koch  Syn.  I.  218.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.31.     Fl.  dan.  t.  58.     Engl.  bot.  t.  30. 

Auf  Triften,  Wiesen,  grasigen  Dämmen,  auf  Sandboden,  ziemlich 
häufig,    gegen  Süd -Osten  zunehmend.     April,  Mai.  —    Juni. 

lluhe  1  —  4",  oft  im  Grase  kaum  heinerklich,  Blattstiel  in  eine  kaum  1'"  lange  Sta- 
chelspitzc  endigend.  Blüten  sehr  klein.  Kronen  hellviolct.  —  Variirt  auf  besserm  Boden 
mit  6  —  8"  hohem,  fast  aufrechtem  Stengel,  doppelt  langem  schmal  lineal -keilförmigen 
BUtlchen  der  obern  Blätter,  und  zu  1"  langen  Winkclranken  ausgewachsenen  Stachelspilzcn 
der    Blattstiele. 

OTCOnomischeSt  A.  13.  behauntes  Cultur(/cv>ächs  als  Gemüse- 
pflanze, (iriin(liiu(jerpflauze,  Mehl-  und  Futterpflanze,  deren  Cultur  auch 
mafjerm  Hoden  einen  fjuten  Ertrag  ahtjewinnt  und  dem  Ökonomen  unent- 
hehrlich  ist,  wo  lilec  und  Esparsette  nicht  (jerathen.  f'orthcilhaf'tester 
Anbau  mit  Hafer,  Erbsen  und  Bohnen  ffemcufft.  Siimmtliche  übrifjen 
Arten  ffutc  fVieseti-,  fj'ciden-  und  Futterf/ewächse ,  Art. 6 — -9.  11.  12. 
den  reichlichsten  Euttercrtrarj  i/eviährend.  Der  Same  der  mehrsten  als 
Mast-  und  Eedcrviehfutter  brauchbar  ttnd  die  lilüten  aller  Arten  honif/- 
reich.  — •  A.  1.  in  manchen  Gefjenden,  unter  dem  I\amen  Rintjelranhe, 
ein  lästitßcs  Ackerunkraut. 

1§.     liE^S.     XrXJrSJB. 

TOIKNEF.    Inst.    390.     t.    210. 

Kelcli  lief  ö-spaltig.  Griffel  oben  plattgcdrücki  und  auf  der 
iiinevn  Seife  J)ehaari.  INarlie  nach  innen  ge>vandt,  nickend. 
Samen  zusanimengedriickt  mit  i-undberuni  laufendem  Kiel  und 
schwaeli  gewölhlcn  Seiten.     Gesclil.  Syst.  XVII.  4. 

Einjährige  Kräuter,  mit  paarig  gelicdertcn  viclpaarigen  Blättern  und 
in  eine  Bankc  ausgelicnden  Blattstielen.  Blütenstiele  blatt>vinkclständig, 
wenigblütig. 


Pisiini.  PAPIIilONACEAE.  157 

i.   Ii.  eseiilenta.^  Gemeine  Xiinse.    liMitensfiele  1—2- i:i-) 

blutig;  Blätter  meist  6 -(7-) paarig;  Hülse  rauteiiföriiiig,  2-saiiiig,  liahl. 

Mönch  Meth.  131.  Ervuin  Lens  LI^N.  Sp.  pl.  1089.  Chi.  han.  1.54. 
Roch  Sjn.  1.  219.     Schk.  Handb.  11.  T.  202.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  32. 

Auf  ßrachächern  und  an  Feldrainen,  auf  niagerm  lehmigem  oder  tho- 
nigem  Boden,    hier  und  da  verwildert.     Juni.  —    August. 

Keltli  so  lang  als  die  Krone,  diese  weiss,  gegen  den  Saum  bläulirlnveiss  mit  liellblaiien 
Adern.       Griffel    unten   zusammengedrückt- stielrund ,    oline   äusserlicb   wahrnelimbare  DreLung. 

€fMUMRBI,ICHES. 

OJConomiSCheS»  Beknunte  Gemüse  und  Fulterpflanze.  Ihr  Anbau 
nur  da  rathsam,  wo  der  Boden  für  Getreidebau  und  Anzucht  reichlicher 
lohnender  Futterijewächse  nicht  nahrunfjsreich  f/enufj  ist.  In  trockener 
Laffe ,  um  fjut  zu  yedeihen  thonif/en  Boden,  in  leichterm  Boden  feuchtes 
Klima  verlanr/end. 

19.   pisiJiTi.    w.nBsm. 

I.IMV.    Gen.    n.  870. 

Kelch  o-sj)altig.  Griffel  durch  Zurüclischlagung  der  Ränder 
an  der  Innern  Seite  gekielt  und  hehaart,  an  der  äussern  rinnig. 
Samen  kugelig.      Geschl.  Syst.  XVJI.  4. 

Ein-  oder  mehrjährige  (A.  1.),  unbehaarte  Kräuter  mit  paarig  gefie- 
derten Blättern  und  an  der  verlängerten  Spitze  in  Ranken  ausgehenden 
Blattstielen.  ]\ebenblätter  breit.  Blütenstiele  blattwinkelständig,  1—2- 
—  mehrblütig. 

'f.    P.  niaritiiniiin.     Seestrands- JErhse»     Blütenstiele 

mehrblütig;  Blätter  4-paarig,  Blättchen  elliptisch,  Nebenblätter  sponton- 
förmig;    Stengel  4- kantig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1027.  Roch  Sjn.  I.  220.  *'!.  dan.  t.  338.  Engl.  bot. 
t.  1046. 

Am  Scestrande  an  der  Ostsecküste,  auf  Sandboden,  die  Südgrenzc 
der  Gesammtverbreitung  erreichend,  selten  {3Ik.  Warnemünde.  An  der 
Nordsee  erst  nördlicher,  jenseit  des  Gebiets,  bei  Westerland —  in  Scliles- 
wig  häufig).     Juli.  —    August. 

Gesammlanscben  der  Feld -Erbse.  Stengel  liegend,  einfach,  hin-  und  bergebogen. 
Blätter  selten  5 -paarig,  Blaltcben  oben  und  unten  scbwacb  spitz  zulaufend  (in  der  Cultur 
stumpf,  umgekebrteirund  ) ,  stark  netzig  -  geädert.  Blütenstielc  so  lang  als  ihr  Blatt,  8  — 
10  —  15-bliitig.  Blüten  gross,  Faliue  \iolet  mit  rothen  Adern  und  Rückseite,  Flügel  und 
Schiffchen  bksslila. 

HO,     ÜI^SOIilA.     JVISSOXiIJE. 

TOURNEF.     Inst.    .566. 

Kelch  -ä-spaltig.  Griffel  ahgekürzt,  schaufelförniig,  einwärts 
bärtig.  Samen  vom  IVahel  gegen  den  Rücken  keilförmig  zulau- 
fend.^   Geschl.  Syst.  XVII.  47  * 

Einjährige,  aufrechte  Rräuter  mit  einfachen,  sitzenden,  rankenloseii 
Blättern  (blattartig  erweiterten  Blattstielen)  nnd  pfriemcnförmigen  Ne- 
benblättern. Blütenstielc  blattwinkelständig,  1-  selten  2 -blutig,  ohne 
Deckblätter.     Hülsen  convergirend- aderig. 

1.    IV.  iiiiiflora.     Einblütige  Wissolie,     Blütenstiele  1  - 

selten  2-blütig,  kürzer  als  ihr  Blatt;  Blätter  lineal- lanzettförmig,  lang 
zugespitzt;    Hülsen  schmal  lineal,  überhängend. 

Mönch  Meth.  139.  Lathjrus  Nissolia  Linn.  Sp.  pl.  1011.  Chi.  han. 
150.     Roch  Sjn.  I.  221.     Engl.  bot.  t.  112. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  kalkhaltigem  Lehmboden,  hier  und 
da  hospitirend.     Juni,  Juli.  —   August. 


158  PAPII.IO]%'A€EAE.  Lathyrus. 

Siengi-l  1  —  l'/j'  liorli,  mifmclit,  kantig,  aufreclil  -  äi.lig.  BUltartige,  die  Dlallcr  vcr- 
Ircleiidc,  Hlallsliclo  3'"  l>rcit,  3"  lang,  geslrcckl,  in  eine  Slaelielspitze  fein  zngespitit, 
.1- neu  ig.  Bliilensliele  fein,  nelist  Jen  KeUlien  angepresst-zartliaarig,  am  l  rsprnngc  des 
IHiilenslielcIicns  gllcdarfig  ahgesetit  und  mit  einem  stielartigen  Ansätze  »ersehen,  auf 
dem  sieh  znwellen  eine  zweite  Blüte  entwickelt.  Kronen  lielllilntrolli  mit  dunklem  Adern. 
Hülsen  2'"  breit,  l'/.)"lang,  angenrcsst  -  zartliaarig.  —  Alxieirliend  lon  sammtlielien  Arten 
der  Gallungen  I.atliyrus  und  Orolnis,  deren  Hulsenadern  %on  der  Uiickennatli  scliräg  ül.er  die 
Selialen  l>is  zur  Itauelinalli  laufen,  gehen  die  Adern  der  Hülsen  >on  Aissolia  von  dem  Rücken 
und  der  Bauelinath  schräg  gegen  die  Spitze  aus  und  tred'en  convergirend  in  der  Mitte  der 
Schaalen    zusammen. 

«1.     liATHYRlTS.     PI,A.TTmnBS:E. 

MMN-,    (ien.    n.   87J.    zum    The.l. 

Kclcli  5-snalllfi;  oder  5-zäliiiifi^.  Griffel,  meist  aiieli  Slaiib- 
ffcfässe  und  Sehiffcheii,  in  AclisenTiehJnng  seihväi-ts  gediehet  und 
oben  plaltgediüekt.  Samen  zusaininengedrückt-kugelig,  selte- 
ner kugelig.     Gesclil.  Syst.  XA'II.  1. 

Kin-"(A.2.)  oder  mehijäiriise  (All.  l.  3.  4.),  nicistoiis  l;liiiiinen<le,  nnlic- 
haarte  Rräuter  mit  paarig  gcliedcrtcn  IJIättcrii,  in  Ranlieii  aiisgcben<len 
Blattstielen  xiwA  staik  aii.sgehiUletcn  IVcbenMättcin.  IJlüteiisticlc  blatt- 
Avinlielsländig,    1 — 2 — niehiblütig. 

f     Stengel     kantig. 

1.    li.  tuberosum.    Knollige  Platterbse,    Blütcnsiicle 

vielhlülig,  länger  als  ilirltlatl,  obere  Kelclizäline  veiliiirzt- eirund,  spitz; 
Blätter  l-]>aarig.  Blätteben  länglicb-umgebebrtcirund  oder  länglicb;  Hül- 
sen lincal-länglicb. 

Lii\K.  Sp.  pl.  1028.  Cbl.  ban.  149.  Kocii  Syn.  I.  223.  Svcnsb  bot. 
t.382.     CuRT.  Bot.  mag.  t.  382. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  an  Feldrainen  und  in  Fcldgeliüscb,  auf 
steinigem  kalliig-tbonigcm  Boden,  im  südlicbcn  und  östlicben  Theilc  des 
Gebiets  bäufig,  g<"gcn  I>ord- Westen  abnebmend,  die  Grenze  des  Vor- 
kommens in  Deutscbland  in  der  Linie  von  Hannover  (Lindenerberg,  Lini- 
mer)  naeb  Bielefeld  (Rirebspiel  Ilerpen)  erreitbend.    Juni,  Juli.  —  August. 

AVurzel    faserig,     hier   und    da    zu    rundlichen    oder    eiCdrniigen    Knollen    verdickt.       Stengel 

11/    3'    lang,     dünn,     schwach,    niederllegcnd     oder   kletternd,     nchst    den    Blallern     hKiulich 

iiherlanfen.  Trauhen  lockerhlütig,  Blüten  ansehnlich,  Kronen  gcsl.ltigt  roscnrolh  mit  dunk- 
lern   Adern   auf  der  Fahne.      Hülsen   lineal,    längsgezogen- nelzaderig. 

^■i.     Stengel     f  1  ü  gc  1  r  a  n  d  i  g. 

«.    li.  f^ativl■s.    JEssbare  Platterbse.    Blütenstiele  1—2- 

blütig.  kürzer  als  ibr  Blatt,  Blätter  1-  selten  2-p.-.aiig,  Blätlcben  lineal- 
lanzettförmig, lang  zugespitzt;  Hülsen  rautenförmig-länglieb,  am  Bücben 
mit  doppeltem  Flügelrand. 

LixN.  Sp.  pl.  10.30.  Cbl.  ban.  150.  Kocii  Syn.  I.  222.  Cibt.  Bot. 
mag.  t.  ll.'i.     Gärtn.  Fruct.    t.  152. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  lebmig-kalbigem  Boden,  bier  und  da 
hospitirend.     Mai,  Juni.  —    Juli. 

Stengel  und  Blatter  latichgrün.  Blütenstielchcn  dem  Stiele  gliedartig  eingesetzt.  Blü- 
ten gross,  hlassrosa  mit  dunklern  Adern  oder  weiss,  Fahne  his  8'"  hrcit,  rnndlich.  Hül- 
sen   i|iiadraliscli-net7.adeiig. 

3.    li.  sylvestris.    If^ald. Platterbse.    Blütenstiele  ^iel- 

blütig,    länger  als  ibr  Blatt;    Blätl.r  1 -paarig.    Blätteben  länglicb-   oder 
lineal -lanzettförmig;  Hülsen  lineal,  IXabel  den  balben  Samen  umgebend. 
LiKN.  Sp.  pl.  10;«.     Cbl.  ban.  149.     Kocn  Svn.  1.223.     Fl.  dan.  t.  32-5. 
Engl.  bot.   t.805. 


orobus.  PAPIIilONACEAE.  159 

b.   platyphyllus.    Hie  breithlättrige.     Blättchen   doppelt  breiter, 
liinglich. 

Waulenr.  Fl.  suec.  II.  453.      L.  platyphyllus  Hetz.  Fl.  seaiitl.  e«l.  II. 
170.     Kocii  das.  443.     L.  latifolius  Link.  Fl.  siiec.  ed.  II.  2;j2.  und  der 
Ortsfloreii  des  nördl.  Deutsclil.,    welche  die  Pflanze  Avihhvachsend  an- 
gehen. 
An  AValdrändern,  in  Ilainen  und  zwischen  Gehüsch,  auf  kalhhaltigem 
oder  sandigem  feuchtem  Roden,  sowohl  im  Gebirge  als  Flachlande  häutig. 
Juni  bis  August.  —    August. 

Stengel  l»is  5'  Loch,  kletternd,  Lrcif  flügelrandig.  BlältcLcn  meistens  ^J./  hielt,  2" 
lang,  seltener  hreitcr  his  1",  häufig  sehmäler  his  auf  3'"  Brelle  herah ,  «Ue  der  ohcin 
Blatter  stets  zugespitzt  und  staehelspilzig.  Blüten  gross,  Kelehzähnc  gestreckt  eirund,  zu- 
gespitzt; seitliche  um  die  Hälfte  länger  als  die  ohern,  unterster  doppelt  so  lang,  lanzclt- 
pfrienienförmig.  Fahne  wcisslichgriin  gegen  die  Mitte  hlasspurpiirrolh  mit  dunklem  Adera, 
Flügel  an  der  äussern  Seite,  nehst  der  Spitze  des  Schifl'thcus,  ehen  so  gefärlil,  ührigens 
grünlich.       Hülsen   Jängsgezogen  -  netzaderig.       Samen   kugelig,     schwach   runzlich. 

4.   li.  lieteropliyHiiK*    Verschiedenblättrige  Vlatt- 

erhSCm  IthUenstiele  vielblütig,  läuger  als  ihr  lllatt;  Blätter  2-  seltener 
3-paarig,  Biättchen  länglich  oder  läuglich-lanzeltförmig,  stumpf;  Hülsen 
lineal,    Nabel  ein  Drittheil   des  Samens  umgebend. 

LiiW.  Sp.  pl.l034.     Chi.  han.  148.     Koch   Sju.  I.  224. 

Auf  GebJrgswiesen  und  au  den  Iländcrn  bergiger  Waldungen,  auf 
Lauberde  haltendem  feuchtem  Boden,  im  süd-östlichen  Theile  des  Ge- 
biets, die  Nord-  und  Westgrenze  der  Yerbreitung  in  Deutschland  wahr- 
scheinlich mit  dem  Ilarzgebirge  erreichend,  ziemlich  selten  (iSc/tn;.  Frauen - 
berg  — ;  Pr.  Oalbersladt  im  Hujwalde  am  Paulsliopfe,  Wernigerode  am 
Zwolfmorgen  — ;  An.  Selhethal  — ;  Br.  Rübeland  am  grossen  Ilorn  — ; 
Hn.  Elhingeroder  bliesen  über  den  Klippen,  rothe  Hütte  bei  Königshof, 
Steigerthal,  A^'indehäuserholz,  Goslar  am  Langenberge—).  Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Grosse  und  Gesammtansehen  der  A.  3.  ,  jedoch  alle  hlattartigen  Theile  breiter.  Blattchen 
ehen  so  in  der  Gestalt  abändernd  wie  A.  3. ,  stets  aber  stumpf  oder  stiunpflich,  mit  aufge- 
setztem Krautstachel.  Blüten  grösser,  mehr  und  dunkler  pnrpurn  gefärbt,  oberste  2  Kelch- 
zähne aufwärts  gebogen,  eiförmig,  gespitzt;  seitliche  doppelt  so  lang,  lanzettförmig,  fein 
zugespitzt,  unterster  dreimal  so  lang,  lanzett- pfriemenförmig.  Hülsen  grösser  als  an  A.  3., 
fein  langgezogen -netzaderig.  Samen  doppelt  so  gross,  meist  seitlich  etwas  flach,  höckerig- 
dickrunzlich.  Als  Gebirgspflanze,  die  im  mittlem  und  nördlichen  Hannoverschen,  Ostfrics- 
land,  01.  Br.  ITb.  31k.  nicht  vorkommt,  Ȋhrcnd  der  nahe  verwandte  L.  sylvestris  dort 
allgemein  verbreitet  ist,  scheint  das  heimische  Auftreten  der  erstem  in  ///.  (IXoLTi:  Prlm. 
67.)  nra  so  mehr  der  Bestätigung  bedürftig,  weil  auch  li.  latifolius  als  einheimisch  dort 
angegeben    wird. 

ißleonontischeSt  A.2.  nix  Futter-  tnid  Gemüsepflanze  in  einlfjen, 
doch  meistens  siidliehern,  Getjenden  in  Citltitr,  als  erstere  jedoch  der 
Futter  -/f 'icke  nachstehend.  Laqe  und  Boden  wie  die  Feld-  Erbse  ver- 
laufjend.  Von  A.  l.  die  f Furzelknollen  (Erdeicheln)  wie  liartojf'eln  auf 
verschiedene  fFcisc  bereitet  essbar,  das  Kraut  ein  tjutes  Futter,  auf 
dem  bestellten  Acker  ein  lästiges,  am  besten  durch  Schweinehute  zu  ver- 
tilgendes,  Unkraut.  Art.  3.  4.  f/ute  Futterkräuter.  Sämmtliche  Arten 
den  Bienen  Honif/  liefernd. 

J.INN.    Gen.    u.  871. 

Kelch  5-spalllg'  oder  5-zähiiig.  Griffel  nach  oben  hin  brei- 
ter und  plattgedrückt,  nichl  gedi-eliet.  Samen  kugelig  oder  zu- 
sammengedrückt-kugelig.    Geschl.  Syst.  XVII.  4. 


160  .  PAPIIilONACEAE.  Orobu««. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mebrjäbrige  (Art.  2 — 6.),  aufrechte  ofler  lilcttcrinle, 
iiu'istciis  unlieliaarte  Kräuter  mit  paarig  gefle«lerteu  Blättern,  in  Kanlien 
oder  einen  lirautstachel  endigenden  Itlattstielen  und  stark  ausgebildeten 
Nebenblättern.     Blütenstielc  blattwinkelständig  1  —  niebrblutig. 

•J-    Blattlose. 

1.  O.  Apliaea.  IVehenhlättrige  Waiderbse.  Blüten- 
stiele 1 -blutig;  Blattstiele  in  einfaebe  Banl.en  ausgebend,  IMebeiiblätter 
blätlcbenvertretend,    eirund  mit   geölut-pfeiUörmiger  Basis. 

DöLL  Bbein.  ¥\.  788.  Latbyrus  Apbaca  Linn.  Sp.  pl.  1029.  Chi.  bau. 
150.     Koch  Syn.  I.  221.     Fl.  dan.  t.  2245.     Engl.  bot.  t.  11G7. 

Auf  Äcbern  unter  der  Saat,  auf  lebmigem  balbbaltigem  Boden,  sel- 
ten bospitirend  {Pr.  Eylau,  auf  dem  Wege  nacb  ]>iaumbuig;  Bibra  naeb 
Koesen  zu,  Uengsterodc — ;  //»i.  Götlingen:  Klein -Lengden,  Diemarden, 
y\o  sie  in  neuerer  Zeit  nicbt  mebr  gefunden  ist).     Juni,  Juli. —    August. 

Stengel    bis     1 '/i'    '"»g.    liegend,     weilsch«  cifig    und    rankend.        Blattartig    ausgeliildele 

Nebenblätter   bis    1"   lang,    '/j"  '>'■<''(.    zaillaiibig,    bellgriin.       Bliitcnstiele  unter  dem  Stieleben 

gliedarllg   abgesel/.t ,    selten  2 -blutig.       Kelcbbliitter   gleiebbreit- laniettfürmig.       Krone  blass- 

schwcl'elgelb.      Hülsen  rotlibraun ,    fein    diagonal -netzaderig.      Samen    glatt,    glänzend. 

ff    Blatttragendc. 

■    Blatlstielc    in    verzweigte   'Wiebelranken    endigend. 

Ä.    O.  pratensis.     Tflesen-TV^altlerbse»     Blütenstielc 

vielblütig,  Kelcbzäbne  lanzett-pfriemenförmig;  Blätter  1 -paarig;  Blätt- 
eben lanzettförmig,    fein  zugespitzt;    Stengel  Kantig. 

Döi-L  Bbein.  Fl.  787.  Latbyrus  pratensis  Linn.  Sp.  pl.  10:33.  Cbl. 
hau.  149.     Koch  Syn.  I.  223.     Fl.  dan.  t.  527.     Engl.  bot.  t.  670. 

Aufwiesen,  an  Hecken  und  Gebüseb,  auf  bumusbaltigem  feucbtem 
Boden,  sebr  bäufig,  und  auf  Wiesen  oft  beerdenweise.  Mai,  Juni.  — 
Juli,  August. 

Liegend  oder  kletternd,  bis  2'  bocb ,  nebst  den  Blättern  wcicbbaarig  bis  ins  Kable, 
Blätteben  der  Breite  und  Zuspitzung  nacb  verändcrlicb.  Kronen  scbön  gelb.  Iliilsen  dia- 
gonal-aderig,   glänzend. 

3.  ©.palustris.  Sumpf-W^aUlerhse,  Blütenstiele  viel- 
blütig, obere  2  Kelebzäbne  abgekürzt-eirund,  spitz;  Biälter  2 — 3-|)aa- 
rig.  Blätteben  länglicb  oder  lineal-länglicb;    Stengel  oben  flügelkantig. 

Beichenb.  Fl.  exeurs.  5.37.  Latbyrus  palustris  Limv.  Sp.  pl.  1034.  Cbl. 
han.  148.     Koch  Syn.  I.  224.     Fi.  dan.  t.  399.     Engl.  bot.  1. 169. 

Aufwiesen,  an  Teich-  und  Grabenrändern,  auf  sumpfig -hunioscm 
Boden,  im  Flacblaude  des  nördlichen  und  westlichen  Gebietstbeils  häufig 
(iWA.,  JH.;  Hb.;  Br.;  Iln.;  OL;  Pr.  fV.),  gegen  Süd- Osten  seltener  und 
im  Gebirge  nicht  vorkommend  {Pr.  Schiflgrabenbruch  über  Oscbersleben, 
Aschersleben,  Liebcnau,  Döllnitz — ).     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  oft  steif  aufrecht,  im  Gebnscb  klimmend,  k.bl.  Blattstiele  kniekig.  Blältelien 
gestreckt,  etwas  steif,  aus  der  oval -länglicben  ( '/j"  breiten)  stumpfen  Form  in  die  scbmal- 
längliclic,  auch  völlig  lineale  (!'//"  breite)  und  zugespitzte  (L.  palustris  v.  tcnuifolius  Cbl. 
lian.  das.)    übergebend.       Kronen    purpurn,     in    blau   übergebend.       Hülsen    diagonal  -  aderig. 

••    nlattslielc    in    einen    kurzen    borstenformigcn   Tortsat/.    endigend. 

4.  O.  tuberosiis.    Knollige  If^alderhse,    Blütenstielc 

mebrblütig;  Blätter  2 — 3-paarig,  Blätteben  länglich  oder  lineal-länglicb, 
glanzlos,    unterseits  meergrün;    Stengel  oben  flügelkanlig. 

Linn.  Sp.  pl.  1028.  Cbl.  han.  147.  Koch  Syn.  L  2:ij.  Sciik.  Handb. 
II.  T.  200.    Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.21.    Fl.  dan.  t.  721.    Engl.  bot.  1. 1153. 

In  Waldungen  und  Hainen,  aueii  an  Feldbecken,  auf  kalkhaltigem 
oder  sandigem  Boden,   bäufig.     Mai,  Juni.  —   Juli. 


orobiis.  PAPIIilONACEAE.  161 

Wurzel  alisefzoiid  knollenförmig  lerdickt,  Fasern  und  Ausläufer  treibend,  BInttcIien 
oberscits  trübgriin ,  auf  dieselbe  'Weise  wie  A.  4.  in  der  Form  abändernd,  und  bei  ganz 
scbmalbläftriger  Gestaltung  (O.  tuberosus  v.  tenuifolius  Chi.  ban.  das.  O.  tenuifolius  RoTH. 
Tent.  fl.  gcrm.  1.305.  II.  2.  170.)  an  Länge  zunebmend ,  « äbrend  die  INebenblätter  nicbt 
seifen  die  Kreitc  der  gewöbnlicbcn  Form  beibehalten.  Kronen  bellkarminrotb  mit  dunklem 
Adern    und    griinliib«  eissen    INägeln.       Hülsen    fein    diagonal  -  aderig,     glänzend. 

5.  O.  iilgep.    Schwarze  jyaUlerhse,    Blütenstu-le  mchr- 

Llülig;  Blätter  5  —  6-paai'ig,  Blättchen  oval-langlitL ,  stumpf,  glanzlos, 
iintciseits  graugrün;    Stengel  liantig. 

Li\\.  Sp.  pl.  10:28.  Chi.  han.  147.  Roch  Syn.  I.  226.  Schk.  Uandb. 
II.  T.200.     Fl.  tlan.  t.  1170. 

In  bergigen  un<l  hügeligen  Laubholzwaldungcn,  auf  kalk-  oder  mer- 
gelhaltigeni  Boden,  im  südlichen  und  östlichen  Thcile  des  Gebiets  häufig, 
gegen  Westen  abnehmend  und  im  westlichsten  Tbeilc  {Ol.  und  Ostfries- 
land) nicht  mehr  vorkommend.     Juni,  Juli. —    August. 

Wurzel  ästig.  Stengel  2  —  '^^j-i  koeh,  steif,  unbehaart.  Blältcken  oberseits  dunkel- 
grün, gelroeknet  fast  scbivarz,  in  der  Form  niobt  erheblich  abändernd.  Fahne  rosa  mit 
dunklem  Adern,  Flügel  iiHr|iurn ,  Schifl'chcn  weiss  in  röthlioh  übergehend.  Hülsen  sehr 
fein    diagonal -aderig,     glänzend. 

6,  O.  veriMis.     Wrühlings  .JTalderhse*     Blütenstiele 

\icll)lütig;  Blätter  3  —  4 -paarig.  Blättchen  eirund,  lanzettförmig  zuge- 
spitzt,  fein  gewimpert;    Stengel  einfach,    scharfkantig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1028.  Chi.  han.  146.  Roch  Syn.  I.  224.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  7.     Fl.  dan.  1. 1226. 

In  bergigen  und  hügeligen  Laubholzwaldungen,  Hainen  und  an  Feld- 
hecken, auf  kalkhaltigem  oder  humos  -  sandigem  Boden,  im  südlichen  und 
östlichen  Theile  des  Gebiets  häufig,  gegen  Westen  und  Nordwesten  ab- 
nehmend und  im  westlichsten  Theile  {Ol.  und  Ostfriesland)  nicht  mehr 
vorkommend.     April,   Mai.  —    Juli. 

Stengel  aufrecht,  1' hoch.  Blättchen  zartlanbig,  hellgrün,  breit-eirund  (oft  l'/^"  breit), 
kurz  und  scharf  gespitzt,  bis  in  die  schmal  lanzettförmige  C/'^"  hrcite)  lang  zugespitzte 
Gestalt  abändernd.  Kelche  oft  theilweise  violet  gefärbt.  Kronen  pnrpurroth  mit  bläulichem 
Schimmer,    später    in    blau    und    blaugrün    übergehend.       Hülsen    fein    diagonal  -  netzaderig. 

ÖleonotnUcheS.  Die  fVtn-elhnoUen  von  A.  4.,  den  Kastanien 
ähnlich  hehandeU,  essbar.  A.2.  f  fiesen-  und  Fiittergewächs  erster  Güte, 
dessen  Anbau  durch  Beiinenr/iinfj  bei  fViesenanlarfen  zu  empfehlen  ist. 
Art.1.  4 — 6.  f/ute  Futterkräuter.  Sämmtliche  Arten  den  Bienen  Iloniy 
liefernd. 

De    Ca^d.    Fl.    fran9.    IV.    479. 

Kelch^glocklgr  oder  röhrig,  5-spallig,  ringsiim  ahspringend, 
in  der  hiiosj)cnlage  geschindelt.  Kronblältei-  5,  dem  Kelch- 
sclilunde  eingesetzt^  mit  gedreheter  Knospenlage.  Staubge- 
fässe  etwa  20,  fvei,  ebendaselbst  eingesetzt.  Fruehtknote  frei, 
1 -fächerig,  2-eiig  mit  hängenden  Eichen.  Griffel  1-narbig. 
Pflaumen  1- sämig,  mit  2 -klappigem  nicht  aufspringendem 
Steinkern.  Samen  ohne  Eiweiss.  Keim  gerade,  mit  fleischigen 
Keimlappen,  das  AYürzelehen  zum  IValiel  gewandt.  —  Bäume 
oder  Sträuche  mit  wechselständigen  Blättern  und  freien,  hin- 
fälligen IVebenblättern. 

17orkoniinen.  Bodenvag,  doch  Thon-  und  Salzboden  meistens  mei- 
dend. 


1G2  DRIJPA€EAE.  Prunus. 

Gehalt.  .lusf/ezeidmcl  iliirck  Illuusiiinu;  in  den  licrnrn  ,  BU'ilen, 
ItlälUin  lind  dir  Iti'ndr,  lliiils  sihiin  l'i-ilitf,  llicilx  dinili  Zi-ixrtznni/  des 
.tniniidiiUns  iiihildfl ,  imlrlns  in  den  lieiiien  nichierer  .trlen  i'ovLinnml. 
.iii'sserdeni  in  den  liliUen  iillierisrhes  Öl;  in  dir  Rinde  Itillersloffe ,  (ier- 
lieslo/l',  iiummi;  in  den  l^iielilliiiUen  Zneker,  I'eelin  ,  yipf'el-,  Cilronen- 
inid   (ierbcsiiure.      In  den   Sinnen    riel  feHes   Öl. 

1.     PRUT¥US.     PWE1A.WIMK, 

I-ITVN.    Gen.     n.  (iVjO. 

Plaunic  safllfj:,  iiiclil  aufspiinffencl.  Kein  fflall  oder  gefiirclif. 
r.eschl.  Sysl.  XH.  1. 

ItläUei-  eiiilatli,  ^.1117..  Illiilen  p;csti<ll,  «•iiizcln  o<1«t  zu  7/\vcicii,  I)m 
>(lK'lift-«loUlig,  tiaul>ig.      Krimcn   w«mss  (»der  loscnrolli. 

I.     PRUNI    OENUINAE.     MIGMSJVTZ,.   PWI.AVMMN. 

IMiiltn  einzeln  oder  zu  zweien  aus  eiuei-  Kndspe,  liuiz  vor  den  Bläl- 
(eiii   ersdieinend.     IMlaunien  hercift.     Die  jungen  Itläller  zusanimengcrolK. 

1.    P.  ti(iiiiio»4a.    Schlehen. Pflaume,    «lüfeiil.nosi.oii  1- 

lilülig,  i'iuzclu  oder  zu  zweien  und  dreien  zusanuncngeslelll,  lilütenstiele 
l.ahl,    Kelclizipfel  lineal ;    l'llaunien  hügelig. 

LiMN.  Si>.  i>l.  681.  Chi.  lian.  fö.  Koch  Sjn.  I.  228.  Reit.  w.  Abel 
llolzarl.  T.  43.  Schk.  llandb.  II.  T.  182.  Stlräi  Tl.  Denlsclil.  II.  9. 
11.   dan.   1.926.     Engl.  l.ot.  t.  H42.      IIavne  Arzneigew.  IV.  T.  44. 

In  Gel)iisclien ,  an  Waldrändern,  Wegen  und  in  Hecken,  auf  sonni- 
gem niagerm  Boden,    allgemein  verbreitet.     April,  Mai.  —    September. 

Spariig- ästiger  ,  vicliloiniger  Strauch.  Junge  Trielic  flauniliaarig,  späterhin  ruthenfiirniig 
un.l  \iAA.  Blütenstiele  bisweilen  anfänglich  schwach  behaart.  Frucht  sehnarzblau ,  hechlbl.iu 
hercift.  süsslich-herhsaner  schmerhend.  Ändert  ab  mit  später,  zugleich  mit  den  Blättern, 
erscheinenden  Blüten  (P.  spinosa  ß.  coaetanea  AVlMMER  et  GRAB.  IM.  Silcs.  II.  1.  748. 
P.  frnlicans  AVEIHE  Regensb.  bot.  Zelt.  IX.  i.  748.  Chi.  han.  (5(i.)  ,  ferner  mit  grössern 
und    hkincn,     im    Vn.fange    runden    und    o,alcn    Früchten. 

Ä.  P.  lusitlcla.  Ächte  JPflaunte»  Blütenknospe  meist 
2-blütig,  Bliitenstiele  dicht  ilaumliaarig.  Kelclizipfel  eirund;  Pflaumen 
liugelig  oder  fast  kugelig. 

LiMv.  Sp.  pl.680.  Chi.  han.  66.  Koch  Syn.  I.  228.  Beit.  n.  Abel 
Holzart.    T.  24.     Engl.  bot.  t.841.  "_ 

In  Ilainen,  Yorhölzern  und  Hecken,  auf  Kalk-  Lehm-  «nd  humosem 
Sandboden,  hier  und  da.  April,  Mai.  —  Ende  August  nnd  Anfang 
Septembers. 

Oft  baumartig,  «euigdornig.  Junge  Triebe  kurz,  dicklich,  sammetartig- naiimhn.irig. 
Junge  Blätter  nntcrscits  filzig- flaumhaarig,  später  doppelt  so  breit  als  an  A.  1.  ISliitcn 
etwas  Meiner,  Früchte  doi.pelt  grosser  als  an  A.  1.  Letztere  von  hrrbsüsslicheni  .  beim 
I>:Hlircifen    angenehm    süsslicliem    <icsehmacl;.       '-egt    In    der    Cultur    die    Dornen    ab. 

II.      CERASI.     KIMtSCKJEJV, 

Itliiten  zu  zweien  in  einer  Knospe  oder  doldig,  mit  den  Blättern  oder 
etwas   früher  erseheinend.      Die   jungen  Blätter  zusammengelegt. 

3.  P.  avium.  Vogel' Kirsche*  Blüten  in  Dolden,  Schup- 
pen der  Blüleul;nos])eu  blattlos;  Blätter  schwachrunzlig,  uuterseits  weich- 
haarig.    Blattstiel   mit  2  Drüsen. 

LiNN.  Sp.  pl.680.  Chi.  han.  (w.  Koch  S>n.  I.  229.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  17.     Fl.   dan.  1. 1647.     Engl.   bot.  i.706  (P.  Cerasus). 

In  Vorhölzern  und  Hainen  liesonders  der  Berg-  nnd  Ilügelgegendcn, 
auf  lockerm  Kalk-  Lehm-  und  lehmig -sandigem  Boden,  liäuiig,  östlich 
der  Elbe  abnchmeiul.  Lanbausschlag  Anfang  Mai's,  Abfall  Anfang  Oc- 
tobers,    Blütezeit   April,  l>Iai. —    Juli,  August. 


Prunus.  DRUPACEAE.  1G3 

HoLcr  sclilaulicr  Raum  (l)is  zii  60'  Hölic  und  1 '/.j'  im  DurcLiii.) ,  mit  aiifrcclitcii  und 
.iiifieclit-al(stelieinlen  Asten.  Rinde  uielirscIiicLlig  in  Kreisen  alisebälbar.  Blatter  dünnlaiiliig. 
Blutendolden  gebiiiift  und  zerstrenet.  Innere  Schuppen  der  Blutenknospen  zwar  lilattarlig, 
aller  nicht  in  wahre  Blätter  übergehend.  Früchte,  rund ,  sehr  klein,  mit  wenigem  Fleisch 
nnd  grossem  Stein,  seltener  roth  ( P.  laria  a.  rnbella  EllRU.  Beitr.  AU.  128.),  häufiger 
(ioletschwarz  (r.  nigricans  EhRH.  das.  1"J6.) ,  von  süsslicbem  Geschmack.  —  Soll  sich  von 
A.  4.  auch  dadurch  unterscheiden,  dass  die  Wurzel  keine  Auslaufer  treibt,  dem  Forstmann 
ist  aber  bekannt,  dass  sich  die  Vogelkirsehe  in  den  Schlaghulzbeständen  mehr  durch  Wur- 
zelbrul   als    durch    Sfockausschlag    verjüngt. 

4.  P.  CeraSMS.  Sauer •  Kirsche*  Blütt-n  in  Dolden,  in- 
nere Sclui])]tcn  der  IJlütenLnospen  an  der  S])itzc  l>latltragend ,  Bliitter 
glatt,  glänzend,  nnliehaart,    Blattstiel  ohne  Drüsen. 

Link.    Sp.    pl.  679   (mehrere    Spielart,    ausgeschl.).       Chi.    lian.    65.      RocH    Svn. 

1.229.     GuiMP.  Holzart.   T.  62.      Hayine  Arzneigew.  IV.  T.  42. 

An  Ilolzrändern  nnd  in  Hecken  in  der  IVälic  von  Ortschaften,  anf  hii- 
niosem  Boden,   liier  und  da  verwildert.     April,  Mai.  —   Juli,  August. 

Strauch  oder  geringer  Baum,  mit  abstehenden  oft  hangenden  Zweigen.  Blätter  auch  in 
der  Jugend    beiderseits    völlig   haarlos,    später  etwas  lederartig.       Früchte    säuerlich    oder    sauer. 

III.      PADI.      TRAVBMJMKIRSCHEjV, 

Blüten  in  Trauben  nach  den  Blättern  erscheinend.  Die  junge»  Blätter 
zusammengelegt. 

5.  P.  PadllS.  Vrauhen- Kirsche*  Trauhen  reichMütig, 
hängend;  Blätter  schwachrunzlich,   Blattstiel  an  der  Spitze  mit  2  Drüsen. 

LiNN.  S]).  pl.  677.  Chi.  han.  64.  Koch  Syn.  T.  230.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  29.  Fl.  dan.  t.  205.  Engl.  bot.  t.  1383.  Hayne  Arzneigew. 
IV.  T.  40.  "^  ^ 

In  Vorhölzern,  Hainen  und  in  Gebüsch,  auch  an  Flussufern,  auf  feuch- 
tem locherm  humushaltigem  Boden,  häufig.  Laubausschlag  nach  Mitte 
Aprils.    Abfall  Anfang  Octobers.    Blütezeit  Mai. —  August,   September. 

Baum  (bis  40'  hoch)  oder  Strauch,  Binde  grau  mit  weisslichen  Knöpl'chen ,  der  jungen 
Triebe  dunkelbraun  und  weiss  punctlrt.  Blüten  betäubend  wolilricchend.  Früchte  erbsen- 
gross,     glänzend    schwarz,    mit   rundlichem,    runzligem    Kern. 

GE:n^ERBZICHJES. 

Pharmaceutisch-HKedicinisches»     f'on  A.l.  die  Blüten 

(Flores  Acaeiarum  v.  Acaeiae  nosiratis)  als  tjelind  eröffnendes  Mittel 
offieinell,  als  bli(treini(jendes  Mittel  im  liansfjebraitch,  vor tualt.  Be- 
standth.  ätheriselies ,  blausäurelialtiffes  Öl  nnd  bitterer  Extractivstoff'; 
von  Art.S.  4.  die  Früchte,  die  indessen,  ahff eschen  von  der  Anwendunt] 
der  fT'^aldkir sehen  zur  Gewinnung  des  destillirten  Kirschwassers ,  iiom 
knltivirten  Baum  tfennmmen  werden;  von  A.  5.  die  Rinde  der  juntjen 
Zwei(je  (Cortex  l'runi  Padi),  vorwalt.  Bestandth.  die  von  A.l.  nebst 
eisentfrünendem  Gerbestoff',  Anwendung  iniAuf'f/uss,  als  Präparat  das 
destillirte   ff'^asser,^ae(/eti  Fieber,    Rheumatismen  v.  s.  w. 

Technisch •ÖKonontiSCheS*  A.l.  zu  Schutzhecken  und  zu 
Gradirwiinden  auf  Salinen.  Das  harte,  zähe  Holz  von  Brechslern  und 
zu  (jeriufjem  Geschirrholz  nesucht,  Rinde  Färbestoff'  enthaltend,  Früchte 
zur  Bereitung  fjeistifjer  Getränke ,  zum  Färben  der  Obstweine,  Einma- 
chen n.  s.  w.  anwendbar.  A.  3.  vorzütjlich  schönes,  zu  Meubeln  tfesuchtes, 
Nutzholz  liefernd,  als  Brennholz  von  geringem  fVerth.  Rinde  Fär- 
bestoff' enthaltend ,  das  reichlich  ausschviitzende  Gummi  in  einigen  Ge- 
genden Handelsartikel.  Die  Früchte  liefern  das  Schwarzwülder  liirsch- 
wasser  und  sind  auf  mehrfache  ßFeise  zubereitet  essbar,  die  Kerne  öl- 
reieh.  A.  5.  Zierbaum  in  Parkanlagen.  Das  harte,  zähe,  röthliche 
Holz    in    der  Jugend    zu   Reifstäben ,    von    erwachsenen    Stämmen   gleich 


104  ROSACEAE.  Spiraea. 


drill  rnii  .1.  S.  annxnilbar ,  doch  wcnif/er  (jesucht ,  daf/cf/eu  ein  hi-s.teres 
lirrniiliolz.  Früchte  ffi-istitfc  (iilriinfic  und,  wie  die  Rinde,  Fürhestoff'e 
liefernd,     zubereitet  esshitr. 

forstliches    Verhalten.      -/.  3.   bix  zum   50  —  60  jähritjen 

Alter  zum  tjbvriialten  im  Mitlelwalde  -u  emjij'ebleu  ,  Uelauhunf/  nieht 
verdummend ,  nls  Seliltu/liolz ,  bei  reiehlieher  Fortpflanzunii  dureh  ff'ur- 
zelbrut,  dorh  nur  für  liurzen  Vmtrieb  f/eeit/nel.  .t.  5.  nur  für  letzlern 
auf  ijutcm  Boden  r/etif/nct. 

XXVIII.     ROSACEAE. 

1>E    CanI>.    Prodr.  'll.     'j'J'j.        Gattung,    aiisgcsclil. 

Kelch  4  — 5  spaKig,  oft  tliirch  Deckhlälter  ggtloppelt  cr- 
sclioineiul.  Krone  icgelmiissig,  .4  — o -blatlrig.  SjauJtgclasso 
20  oder  iiieluer<>,  frei,  mit  den  Kionl>lat(ern  dem  Kelche  ein- 
gesetzt, in  dci-  Knospeillage  einwärts  gekrümmt.  Fruehlknolen 
mehrere,  frei,  1-facherig.  GritTel  seitlieh.  Samen  eiweisslqs. 
Keim  gerade,  das  AVürzelehen  zum  Nahel  gerichtet.  —  Blät- 
ter wechselständig,  mit  Nehenhlättern  versehen. 

t7orkoninien.  Lnti-r  geringer  Abliangigkcit  von  tlcn  Bodenliestand- 
Iheilen  meistens  liodenv.ig. 

Gehalt.,,  Gerbestoff  in  Rinde,  Blättern,  auch  den  IVurzcln  sehr 
verbreitet.  Älherisehes  Öl  in  den  Blüten,  auch  in  den  Früchten  einif/er. 
Als  vorwultende^Bestnndtheile  in  diesen:  krystnllisirburer  Zucker,  Schleim, 
Citronen-  und  Apfel  säure ,    eifjenthihnliche  Färbestoffc. 

1.    r.ruppe.       SriRAEACEAE.      SVIMRSTAVUMN. 
GMH'ÄCMSE, 

Freie,  meistens  mchrsaniigc,  an  «ler  innern  Seite  aulVeissen.le  Selilaiuli- 
tVüelite. 

1.     S^PIRAEA.     SPEMn^VAUmE. 

LlTVTV.    Gen.    n.  a.iO. 

Kelch  5 -spaltig.  Kronhlätter  5.  Schläuche  2  — 6 -sämig. 
Geschl.  Syst.'XIirS. 

Sträuche  (A.  1.)  Oller  mehrjährige  Kräuter  (Art.  2 — 1.)  mit  einfachen, 
3  -  schnittigen  oder  (iederschnittigen  Blättern.  Abschnitte  blaHlörmig 
(Blättehen),  INehenldäder  am  Blattstiel  stehend,  seltener  nicht  vorhan- 
den. Blülen  ld:iU>vin!iel-  oder  endständig,  meistens  in  Trauben,  Doldcn- 
traiiben   oder  Trugdolden. 

.]-    SlmuclLirligo. 

1.     S.   salicifolia.     JVeidenhlättrige  Spierstaude. 

Blätter  länglieh -lanzelliörmig,  ungleich  scharf  gesägt;  Blüten  in  end- 
ständigen   dichten   Trauiien. 

LiNN.  Sn.  nl.700.  Chi.  lian.  37.  KocH  Svn.  T.  231.  Guimp.  Holzart. 
I.  T.  82.     Pall.  Fl.  ross.  I.  l.  22.     Engl.  l>ot.  t.  11G8. 

An  Ileclxen,  Wegen  und  Flussufern,  auf  feuchten»  huniushalligem 
Boden,   hier  und  da  verwildert.     Juni  bis  August.  —    September. 

Hohe  4  — .'>'.  Äste  auficclit ,  steif,  gcll.lidi  -  rostrotl..  Tiaul.eii  lang,  an  «ler  Basis 
i'is|iig,     Kronen    nciseli-    oiler   rosafarln-ii. 

ff      Kranlarligo. 

*».    S.  Ariiiicii!^.    BocJcsbt'irtige  Spierstaude.    Blätter 

mehrfach -fiedcrschniltig  mit  eirund -länglichen,  zugespitzten,  eingeschnit- 
ten-gesägten   Blättehen;    Blüten  in   ährenästigen  Bispen. 

LiNN.  Sp.  pl.762.     liocH  Syn.  I.  2:il.     Pall.  Fi.  ross.  I.  t.2(). 


Spiraea.  ROSACEAE.  165 

An  Fliiss-  und  Bacliulern ,  auf  feuchtem  Luuioseni  Itoden,  im  siid- 
östliclien  Theile  des  Gehiets,  die  nord- restliche  Grenze  der  Gesnmnit- 
verbi-eltung  erreichend,  selten  (Pr.  Naumburg,  Halle:  am  Lothariusberge 
bei  Lodersieben — ;  IIx.  früherhin  bei  Klein  Allmerode).  Juni,  Juli. — 
Septeml>er. 

Stengel  an  der  Basis  fast  IioUig.  t'iilerc  Blätter  ^  -  iaeli ,  obere  iloppell- ficderseliiiitlig. 
Bliilrn  in  zierliclieu,  ans  sclimalen  walzenförmigen  ALrcn  ziisammeDgesetzteu  Rispen.  Kronen 
gcll)lieli»oiss. 

3.  $».  tJIniaria.  ^UntpJ".  Spierstaude,  ßlatter  unter- 
brochen-liederschnillig  mit  eirund -länglichen  doppelt -gesägten  Blältcheu; 
Blüten  in  vielästigen  Trugilolden;  Fruchtschläiiche  schneckenförmig  g(r- 
wunden ,    unbehaart. 

LiivN.  Sp.  pl.Tfß.  Chi.  hau.  38.  Roch  Sju.  I.  231.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.18.  Fl.  dan.  t.  547.  Engl.  bot.  t.  960".  Uayne  Arzneigew.  VIII. 
T.  31. 

An  Flussufern,  Gräben  und  Teichen,  zwischen  Schilf  und  Gesträuch, 
auch  auf  V^^ald^viesen,  auf  feuchtem  saucrhumoscm  oder  sumpfigem  IJo- 
«Icn,   häufig.     Juni,  Juli. —    September. 

>Vnrzel  etwas  holzig,  melirl<i)jilig.  Stengel  2  —  4'  liueli,  einfaeb,  Blätter  iinterseils 
granfilzig,  selten  weissfilzig,  oder  von  Filz  entblüsst  und  beiderseits  grün  (S.  Ulmaria  v. 
mida  CU.  lian.  das.).  Bliittcben  •2—4:"  lang,  1 '/,  —  2"  breit,  das  endsfändige  liaud- 
färinig-3  —  .S-lapjiig.  Blutenstand  prolilieircnd.  Kronen  weiss,  von  sehwaebem  süsslicbciu 
>Voblgerucb. 

4.  S.  Filipeitdiala.  Knollemvur selige  Spierstaude, 

Bläiter  unterbrochen -iiederschnittig  mit  lineal  -  länglichen  ,  eingeschnitte- 
nen und  gesägten  Blättchen;  Blüten  in  Trugdolden,  Fruchtschläiiche 
gleichiaiifeud-aneinanderschliessend,    zartborstig. 

Li\iN.  Sp.  pl.702.  Chi.  han.  38.  Kocu  Syn.  I.  231.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  18.  Fl.  dan.  t.  635.  Engl.  bot.  t.  284.  Hayne  Arzneigew.  YIII. 
T.  30. 

Aufwiesen,  Triften  und  Grasplätzen ,  auf  humushaltigem  Boden,  im 
südlichen  und  östlichen  Theile  des  Gebiets  häufig  (Pr.  31k.),  gegen  Nord- 
westen abnehmend  und  selten  (Br.  an  der  Asse  — ;  //«.  Eiebenburg, 
Salzgitter,  Gr.  Eengden,  Meensen  auf  der  Kuliwiese  — ,  nicht  mehr  in 
Ol.  und  Ostfriesland). 

^Vurzelfasern  mit  Knolltin  bildenden,  rosenkranzäbnlieb  sieb  wiederbolenden  ,  Anscbwel 
Iniigen.  Stengel  1 '/^ — 2'  hoch.  Blatter  ohne  Ilaarbefcleidung,  Blättehen  bis  1"  lang, 
2  —  3'"  breit.  Blutenstand  der  vorigen  Art.  Kronen  weiss,  seltener  rolhlich ,  ^üsslich 
riechend    nnd    nach    bittern    Mandeln    schmeckend. 

GJE  n^JERBZ,ICHJEIS. 

ßPharmaceutisch.Medicinisches,    Art.3H.4.  ehedem  of- 

fieiuell,  jetzt  mir  noch  in  wenitfen  (wc(/euden,  namentlich  tjetfen  podaifri- 
sche  IJbel,  im  Gebrauch.  f'orwalt.  Bestandth.  der  erstem  üthe 
risches  Ol  und  eisenf/riiuender  Gerbestoff,  der  letztern  jenes  und  eisen- 
bläuender Gerbestoff'.  Blätter  und  Blüten  beider  im  Theeauf'guss  als 
schweisstreibendes  Mittel  im  Hausgebrauch.  Nach  einer  neuern  Bekannt- 
niachuuff  (Ilamb.  Corresp.  N.  34.  v.  8ten  Febr.  1845.)  soll  die  frisch  t/e- 
ijrabene  pulverisirte  ff^urzel  von  A.  1.,  einige  Mornen  zu  1  Thelöff'el  voll 
yetjeben,    ein  unfehlbares  Mittel  f/effen  den   Tollenhundsbiss  seyn. 

V'echnischeS,  A.  2.  zum  Gelb-  und  Schwarz  färben,-  auch  zum 
Gerben  anwendbar.  Durch  die  Blüten  kann  fVeinen  Blume  und  Malva- 
sicrf/eschmack  f/cf/eben  werden. 

OJeononiischeS,  SämmtUch  Zierpflanzen.  Juufje  Blätter  und 
Stcn(/el  der  Art.  3  u.  4.,  auch  die  IVurzelknollcn  von' A.  4.  als  Salat 
oder  Gemüse  essbar. 


166  ROSACEAE.  »eum. 

«.  Giuppr.      DRYADEAE.      n  R  YA  D  E:\  GEWÄ  C  H  SE. 

Freie,  iiiiss-  oder  i>llaimicii;irligc,  l-ciiftc  I"  rü<  lilclicii  auf  einem  Iro- 
eKeiieii  oder  neiscliigen   Friiclithodeii  stelieml. 

Dry.lS  oetopctala  «Uclist,  uneraclitct  <lci  neiierlicli  (PFEIFFER  Fl.  Ton  ISic.lerlicss. 
II.  Miiii.i.  l.{0.)  wieacrLolIcii  Aiigal.cn,  nidit  aui  Meissner  im  llessiselien.  Seit  dem  Jalirc 
1«U  besiirlilc  ich  ilicsc  Bcrggriii.|.c  solir  oft  iincl  weilte  dort  mel.rinals  14  Tage  inii  jeden 
IJergliang  mogliclist  genau  al.znsnclien ,  und  riildeckte  dort  aucli  niclircrc  für  unsere  (iegend 
nene  rflan/.en.  Die  Kall.c  (an  deren  KasaltLlmlxcn  ich  mauclie  meiner  licI.enologiscI.cn  «eol.- 
acl.tungen  maclife)  und  die  Gegend  lon  da  naili  dein  Fraiil.oUenleiclic  sind  mir  so  bcliannl, 
»ie  meine  näclisten  l  mgeljungen.  "Weder  doit  noch  an  andern  Stellen  ist  eine  Spur  von 
l>rjaS  OCtopetala  vorhanden.  Oassellie  Ucsnllat  hahcn  von  Andern,  oft  in  Gesellschaft 
vieler  junger   «olanlher,    alljährlich   von    hieiaus    angestellte   Kesnche    des    Meissners    ergehen. 

«.     CEUIVI.     1VMMjK1E]VWUH'£, 

I.INN.    Gen.     n.  (j;i(i. 

Kelch  5-spaltig  mit  5  abwechselnden  Deckblättern  unler  dem 
Saum.  Kronblätlei-  5.  Einem  walzigcn  (loekenen  Fruelitbptlen 
cinffcseJzte  IViisschen,  vom  slehenbleibenden  unternGnüeltheile 
gcsxdinabelt.     Geschl.  Syst.  XII.  5. 

.^lelirjälnige  Kräuter  mit  fiederschiiittigen  Ayiir/.eil)lättern,  und  meist 
3-sclinitligen  oder  3-tlieiligen  Stengelblättern ,  Abselniitte  meist  lilatttör- 
inig  (Rlattolien),  IVel>eiil»liittcr  dem  Blattstiel  angewachsen.  Blüten  end- 
stiindig,    einzeln  oder  fast  doldentrauliig. 

1.  e.  MPbaiiiuii.  Miecicen- JVelJeenwurz.  Blüten  auf- 
recht, Kronbliitter  unigehchrteirund,  ausgehreitet,  fruchttragender  Kelch 
zurücligeschlagen,  unterer  Theil  des  Grillels  mehrfach  länger  als  der 
über  dem  Gelcnl>e   zarthaarige  obere. 

LiNN.  Sn.  nl.  716.  Chi.  hau.  39.  Koch  Svn.  I.  232.  Schk.  Ilandh. 
U.  T.  137.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.5.  Fl.  dan.'  t.  672.  Fngl.  bot.  1.1400. 
IIayne  ArzneigcAv.  IV.  t.  33. 

X  G.  rivali-upbaiiiMM.     MecJeen-BastardnelJcen' 

würz*  Blüten  aufrecht  und  nicheud,  grösser,  Kronbliitter  rundlich, 
fruchttragender  Kelch  abstehend;  Grifleibildnng  der  Art,  Ilaarbcsatz 
des  Grißels  über  dem  Gelenke  etwas  stärker. 

Chi.  hau.   das.     G.  intermedium  F.iiRH.  Bcitr.   VI.  143.     Dess.  IlerJi. 
exsicc.  n.  106.     Koch  das.  Fl.  dan.   t.  1874. 

An  Hecken,  Gebüsch  und  in  lichten  Laubholzwaldnngen,  auf  frischem 
humoscm  Boden,    häufig,    die  Bastardbildung    einzeln,    jedoch  nicht  sehr 


,  i'lteu.     ]>Iai  bis  Juli.  —    August,   September. 

Stengel  1 !/._,  —  2'  hoch,  ahslchcnd- ästig.  "Wurzclhlliller  leierfürmig- fiedcrschnitfig. 
ISlältchen  lartlaiil.ig  mit  nnlerscits  schwach  vortretenden  Adern,  an  hcideu  Enden  mehr  oder 
weniger  zugesiiitil.  Rronbläftcr  so  lang  oder  kürzer  als  der  Kelch,  gelb.  Fniclitköpfehen 
rundlich,  ohne  Fruehtträger.  Blüten  der  Bastardhildung  um  die  ILilftc  grosser,  Kronhlätlcr 
5chv^ach    ansgerandet,     gcslittigt    gell.,     auch    wohl    rolhlieh    angelaufen. 

Ä.  C  ri%ale.  B ach -W eile enWUra.  Blüten  überhängend, 
Kronblätter  breit  -  uingekehrteirund  mit  langem  !>agel  und  ausgerandel, 
nebst  dein  Kcleh  aufrecht,  unterer  am  Grunde  behaarter  Theil  des  Grif- 
fels etwa  so   laug  als  iler  zottige   ohere. 

LiNN.  Sp.  pl.  717.  Chi.  hau.  40.  Koch  Svn.  l.  2:32.  Schk.  llandb. 
Tl.  T.  137.  Stlrm  Deutschi.  Fl.  U.  8.  Fl.  dan.  t.  722.  F.ngl.  bot.  t.  10(). 
Havne  Arwiieigew.   IV.    t.  34. 

X  €i.  urbaiio-rivale.    Bach- BastardnelTeenwurz. 

Blüten  überhängend,  kaum  kleiner,  Kronblätter  iiingekehrteiruiid- spa- 
telfürinig,  l>lasser,  Kelche  abstehend,  Grillelbildung  der  Art  Jiei  weni- 
gerer Behaarung. 

Chi.   han.   das.     G.   intemiedium  \^  illd.   Ilor«.   berol.   \1.   t.  69. 


Riibus.  ROSA€EAE.  167 

All  Bäclicn ,  l-2ili'uln'ücheii  iiiul  ^vasscfreicIiL'u  Sti-llcn  im  Lauiiliol/- 
naldc,  Juil"  saiicrliiiinosciii  oder  siimpfigcin  Roden,  liiiiilig,  die  liastard- 
l)ilduiig  seKciier  als  die  der  A.  1.  (Jene  Hn.  Solling  hinter  Lslar,  Eilen 
riede  l)ei   Hannover.      Ol.  Jever).     Juni,  Juli.  — •    August,   September. 

Steiigol  1  —  l'/j'  liocli.  Blätlei  und  IJJättcLeii  mein-  geuaLcit,  l.-tztere  iinigohelirlciriiiul- 
niiicllicli,  .'>tar)iJaiibig  mit  iiuterseifs  stärker  vortrctcndeu  Aclerii.  Blüten  fast  tlapjiclt  äo  gross 
als  au  A.  1.,  glockig,  Helch  anliegend,  meist  liraiinrolli,  Kronen  gell>  mit  or.iiigerotbcn 
Adern    und    Auliaiieb.       FrucLtköpfeLcn    auf   einem    FrucLtträger    stehend. 

Pharntnceutisch-JfKedicinisches,     Die  n'nrzel  von  ./. /. 

(Ulsze  n'uayvHh.  T.25.  F.  2.)  of/kinell  ( IVadix  Caryopli.yllatae,  Gei 
urbani  s.  Sanamundae).  f'orwalt.  B  e  s  tandth.  ätherisches  Öl  und  eiscn- 
hlimender  Gerbestoff',  auch  wohl  Gallussäure  (vollst.  Analyse  in  Tromhsd. 
n.  Journ.  II.  1.  53.).  Anwcndnnff  als  tonisches,  reizendes  und  fielier- 
widerstehcndes  Mittel  in  Pulverform  oder  Latwerfje ,  häufiyer  im  Aiif- 
f/uss ,  nicht  so  zwechmässif/  in  Abliochunrj.  Präparate  sind  Extractuni 
und  'rinetura   radieis.      .,'/.  2.   iihnlich  aber  viel  schwächer  uiirhend. 

VechniSCheS*  .Aus  der  ffctrockneten  ff'urzel  von  A.  1.  ein  Ilart- 
harz ,  zu  4,00  und  das  Nelkenwurzöl  zu  0,04  darin  enthalten ,  zu  be- 
ziehen. 

ÖleononitJScheS,  Junye  Blätter  als  Gemüse  t/eniessbar,  die  fVur- 
zel  hier  und  Hein  nelhenartifjen  Geruch  crtheilend  und  vor  Saueruierden 
schützend.  Beide  Art.  der  fVcidc  und  Bienenzucht  nutzbar,  A.  2.  auch 
Zierpflanze. 

I^INN.    Gen.    u.  8Ü4. 

Kelch  5-spaltig,  J»lc'il)eii(l,  ohne  Derkhlätlei-.  Kroiu;  ö-lilstl- 
Irjg.  Fi-iK'lilliiioleii  zahlreich,  frei.  Auf  einem  kegelföriuifi;en 
sch>vaiHiuigcii  Friiehlhotlen  beereiiartig  zusammengehaiifte  Püau- 
uien.     Geschl.  Sysl.  XII.  5. 

Stachelige,  meistens  rankende  (Art.  1 — 4.)  oder  auf'recbte  (A.o.)  Sträu- 
e!ie,  seltener  brautartige  Stauden  (A.  6.).  Blätter  fiederscbniltig,  fuss- 
lorniig  5-scbnittig,  3-scbnittig  und  einfacb,  mit  gestielten  blattförmigen 
oder  sitzenden,  ungleicb  -  gesägten  ,  oft  lappig- eingeschnittenen  Abschnit- 
ten (Blättchen).  INebenblälter  tleni  Blattstiele  angewaclisen.  Blüten  in 
end-  seltener  seitensländigen,  traubigen,  doldentraubigen  oder  doldigen 
Bispen.  —  Unter  äussern  Einflüssen  mannichfach  abändernd:  in  der  Be- 
setzung mit  Stacheln,  die  sich  auf  sonnigem  und  trocbeneni  Standort 
reichlicher  und  bräftigcr  ausbilden,  auf  humosem  Boden  an  Menge  und 
Stärke  abnehmen,  in  Schatten  oft  schmäler  und  länger  werden;  —  im 
Besätze  mit  Stieldrüsen,  die  in  nahrungsreicher  und  zugleich  sonniger 
Stellung  sich  zahlreicher  einfinden;  —  in  der  Bekleidung  «ler  Blätter  und 
BlütentrieJie  mit  Haar,  die  im  geringern  Grade  eintretend  beide  Blatt- 
""   '  frün  "  _ 

und,  wenn  sie  die  höchste  Ausbildung 
grauem  oder  weisslichem  Filz  überzieht,  während  überall  unter  örtlicher 
Einwirkung  in  trockener,  lichtreicher  Stellung  die  Uaarbekleidung  dich- 
ter.wird,  wogegen  in  feuchter  Schattenlage  der  Filz  weniger  dicht  und 
weiss  sich  ausbildet-  —  in  der  häufigem  Fünf-  oder  Dreizahl  der  Blätf- 
ehen,  ihrer  aus  der  rundlich -eirunden  in  die  eirund -längliche  Form  bei 
kurzer  oder  lang  vorgezogener  Zuspitzung,  und  der  Sägezahiibildung 
«les  Randes,  der  zugleich  mehr  oder  minder  tief  eingeschnitten  und  lappig- 
eingeschnitten vorkommt; —  in  der  Länge,  Ästigkeit  und  Vollblüligkeit 
der  Rispen,    deren   Stiel  und  Stielcheu    in  vollem  Schatten    meist  länger. 


flächen  grün  lässt,    gegen  Süden  im  Allgemeinen    zunehmend   die   untere 
sie  die    höchste  Ausbildung   erreicht,    beide  Blattflächen  mit 


lOd  ROSACEAE.  -    Rubu.s. 

sti'ts  scliladif  iiiul  MCiiighliitiger  woidi-n,  wiihrend  der  lla:irl>c'salz  iiiilcr 
Alin.tliinc  (Ici-  Diüsenltilduii^  au  Länge  oft  zuiiimiiit ;  —  in  der  Grösse 
und  Farlmng  der  Kronitlätler,  deren  weisse  Favl)e  anf  lialiilialtigem  Bo- 
den in  die  roseiirotlie  auf  bindendem  tlionlialtigem  Boden  ühcrgelit;  — • 
in  dir  mehr  oder  minder  dunklen  FärJ»ung  der  rollien,  selnvarz- rotlicn 
und  -Manen  Früehte,  ihres  Überzugs  mit  Ileif  oder  Stanhhaar,  der  in 
seliattiger  Stellung  abnimmt ;  und  endlieli  im  Gescliniael;  der  Früchte, 
der  süss  -  säuerlich ,  bei  derselben  Art  Itald  mehr  l>ald  minder  süss  ist  und 
auf  leuchlem  Boden  meist  fade  wird,  unerachtet  den  verstliiedeneii  Arten 
eine  Verschiedenheit  des  Gcschmachs  zuhommt. 

■|-    S  tra  ucliaifi  gc. 

1.    R.  friiticosiisi.     Wf^alflSrontbeere,    Stengel  hantig, 

derbstachelig  mit  J>ogig  überhängenden  Zweigen;  Blätter  fussförmig-5- 
und  3-sclinittig,  oberste  einfach.  Blättchen  sämmtlich  gestielt,  unterscits 
grün  oder  graugrün  und  anliegend- weichhaarig ,  Blattstiel  gehrümmt- 
stachelig;  Bispe  eiförmig  oder  länglich,  Blütenstiele  weichhaarig  mit  ge- 
raden und  wenigem  gel.rünimten  Stacheln  l»esetzt. 

LiAN.    Sp.    pl.  707.      Fl.    SUeC.    172   (nach  Ausweise  eiucs  von  Ehrhakt  i.  J.  1773 
im  liolanisclien  Garten  2ii  L'fisala  gcsaiumelten  und  eingelegten  Evcmjilars).     Fl.  dau.  t.  1163. 

l\.  fiuticosus  a.  subconcolor  Chi.  han.  49. 

B.  plicatus  Weih.  u.  Nees  t.  E.  deutsche  Bromb.  15.  T.  1.     B.  nitidus 

das.  lÖ.  T.  4  (mit  Aiisscliliiss  der  citirten,  waLrscLeinlicli  niclit  verglicbcncn,  Aljl>ild.  in 
Engl.  Iiot.    1.2072.    die    einen    runden    Stengel    nachweist,     während  WEIHE    ihn    slarh    kantig 

liesrhreiht  und  ahhildet).     B.  fastigiatus  das.  16.   T.  2.  u.  mehr.     B.  corylifolius 

IIaY^'E  Arzueigew.  III.  11.  T.  11   (Blätter  unterscits  schwach  oder  nur  zcrslrcuct  behaart). 

B.  subcrectus  Anders,  in  Transaet.  Linn.  Soc.  XI.  219  (die  in  der  IVaeh- 

harschaft  von  J>ondon  "zwischen  R.  fruticosus  eingemischt"  gefundenen  Exemplare;  als  Miss- 
hildung).      Sm.    Engl.    Fl.    II.    406    (znm   Theil). 

B.  vulgaris  "\^'eiu.  h.  IXees  t.  E.  das.  39.  T.  14.      B.  carpinifolius  das. 

38.    T.  13.   U.  mehr.       (Bl.;iler  untcrseils  stärker,    fast  sanimetartig  behaart,    c.  sich  nähernd). 

b.  glandulo8U8.  Die  stieldräsige,  Blätter  unterscits  grau-fllzig; 
Bispe  länglich,  Blatt-  und  Blütenstiele  mit  gestielten  Drüsen  zwischen 
den  Ilaaren  und  Stacheln  besetzt. 

Chi.  han.  50.  B.  Badula  Weihe  u.  Nees  v.  E.  das.  100.  T.  39.  B. 
vestitus   das.  fJO.    T.33.  u.  mehr. 

c.  discolor.  Die  verschiedenfarbige.  Blätter  unterscits  weiss- 
lilzig;  Bispe  verlängert,  straÜ",  Blüteustiele  filzig- weichhaarig  oder 
filzig,    mit  langen  meistens  geraden  Stacheln  besetzt. 

B.  fruticosus  Lin\.  Hort,  cliff".  446.  Chi.  han.  das.  Koch  Syu.  I. 
233.  Weihe  u.  Nees  v.  E.  das.  24.  T.  7.  Uavne  das.  T.  12.  B."^thyr- 
soideus  Wi.mm.  Fl.  v.  Schles.  131. 

B.  affinis  ß.  y.  Weihe  u.  IVees  v.  E.  das.  22.  T.3.  6;   «.  T.  3  (letztere 

Form,  durch  untcrseils  nicht  weiss-  filzige  Blätter,   mehr  an  unsere  Ilauplart  sich  schliessend). 

B.  rhaninifolius  AVeihe  u.  I>ees  v.  E.  das.  22.    T.  6.      B.  cordifolius 

das.    21.    T.5.  U.  mehr.       (Blättchcn   breiler,    rundlicher). 

B.  discolor  Weihe  u.  iSjees  v.  E.  das.  49.  T.  20  (woran  ii.  fruticosus  Engl. 

bot.  t.  715.  sich  schllesst.  —  AVill  man  absehen  >on  den  unterscits  weiss  -  filzigen 
Blättern,  so  steht  diese  Form,  der  ahgehildeten  kürzern  Ulspe  wegen,  unserer  Hauplart 
am  nächsten;  nach  Exemplaren  von  WEIHE  seihst  kommt  sein  R.  discolor  aber  auch  mit 
dojipelt   längerer   Rispe    vor). 

In  ^Valdungen    und   ^orhölze^n,    auch  zwischen  Gebüsch,    auf  Boden 

1'eder  Art,  nur  nicht  auf  reinem  Sandboden,  durch  das  ganze  Gebiet 
läufig,  doch  mehr  im  gebirgigen  und  hügeligen  Theile  als  in  der  Ebene; 
b.  und  c.  vorzüglich  im  südlichem  Theile  des  GeJdels.  Juni,  Juli.  ^ 
September. 


Riibus.  ROSACEAE.  169 

Unterer  Thcil  des  mehrjährigen  Stengels  stets  stark  ö -kantig.  Zweige  nie  rund,  Bl.-itt- 
chen  des  ausgewachsenen  lilatts  stets  gestielt.  Kelchzipfel  eirund ,  sjiitzig.  Kronblätter  blass- 
rosa,  rosa  angehaucht,  weiss.  Früchte  kleinpflaiiniig,  sehwarzviolet,  schwarzroth,  hraunroth, 
trübroth,     nie    bereift    oder    stanbhaarig,     von   verschiedenem    süsslichem    Geschmack. 

licilierk.  1.  Aon  EhRIIART  zu  LinIVE's  Zeit  in  tpsala  gesammelte  rflanzencxemplare 
sind  hier  und  da  in  der  ChJoris  han.  citirt  worden,  um  die  LlNKEsche  Autorität  für  den 
gewählten  IVamcn  nachzuweisen,  nicht  um  Beiträge  zur  Flora  von  Upsala  zu  liefern.  Diesem 
Zwecke  genügte  die  Angabe,  dass  die  Pflanze  zu  J^INNE's  Zeil  in  oder  bei  l'psala  gesam- 
melt oder  eingelegt  sey.  Einer  lielehrnng  darüber,  dass  R.  fruticosus  bei  llpsala  nicht 
«ild  wachse,  wie  Ur.  J.  P.  ArrIIENIUS  Monogr.  Ruh.  snec.  '27.  sie  geben  will,  bedürfen 
wir  nicht;  dies  ist  uns  seit  mehr  als  50  Jahren  aus  EllRIIARl's  "Verzeichnisse  der  um 
Upsala  wild  wachscwlcn  Pflanzen"  (Beitr.  V.  1.)  bekannt.  EllRIIART  legte  aber  auch  >iele 
Pflanzen  aus  dem  l'psaler  botanischen  Garten  ein  ("  den  Sonntag  feierte  ich  gewohnlich  im 
bot.  Garten,  und  besah  die  ausländischen  Pflanzen,  erhielt  auch  durch  die  gütigen  Hände 
meiner  Freunde,  des  Professors  v.  LlNNE  und  des  Gärtners  Broberg,  manch  seltenes  Exem- 
plar für  mein  Herbarium,  und  halte  noch  viel  mehr  bekommen  können,  wenn  icli  gewollt 
hätte,  denn  sowohl  LlNNE  als  BROBERG  waren  mir  sehr  gewogen,  und  ersterer  munterte 
mich  sogar  auf,  die  mir  damals  noch  nicht  so  sehr,  als  die  wilden,  an's  Herz  ge^vachsenen 
Gartenpflanzen  einzulegen"  EhrHART's  Selbstbiographie  in  P.  ISTERI  Annal.  d.  Bot.  Stück 
XIX. 3.).  Aon  diesen  aus  den  Händen  I.miVE's  empfangenen  Gartenpflanzen  findet 
sich  eine  nicht  unbeträchtliche  Zahl  in  EhKIIARTs  I>achlass.  Sie  sind  auf  der  Eticjuette  rechts 
mit  H.  \] .  (Hortus  Vpsaliensis)  bezeichnet,  links  ist  die  Jahrszahl  hinzugefügt  oder  auch  nicht. 
Das  oben  von  mir  citirle  Exemplar  von  R.  fruticosus  trägt  jene  Bezeichnung,  unter  Hin- 
zufügung der  Jabrszahl  1773  ,  und  liegt  einem  Jeden  zur  Ansicht  oficn.  Dies  in  Erwie- 
derung  auf   den  Angrifl'   des    Hrn.  ArrHENIVS    a.  a.  ü.       A  ergl.   auch  Aorrede    der    Fl.   excurs. 

It  emerk.  2.  Hr.  ArRHENIÜS  lässt  p.  27  seiner  Monogr.  den  A  erf .  der  Chi.  han.  S.  49 
vom  R  fruticosus  L.  sagen:  "hunc  esse  hjbriditafem  quandam,"  davon  steht  aber  im  Buche 
kein    AA'ort,    noch    ist    die   Idee    einer   hier   obwaltenden   Bastardbildung   angedeutet. 

liemerk.  3.  Die  Aufstellung  von  R.  suberectus  beruhet  auf  einer  zufälligen  Miss- 
bildung, die  eintritt,  indem  das  Endblättchen  des  fussförniig  -5  -  schnittigen  Blatts,  durch 
Spaltung  an  beiden  Seiten,  2  IVebeublättchen  bildet,  die,  ihre  abnorme  Entstehung  nach- 
weisend, keine  Stielchen  bekommen.  Diese  Missbildung  kommt  an  einzelnen  Exemplaren 
von  R.  fruticosus  sowohl  als  von  R.  corjlifolius  vor  und  triftt  bald  nur  einzelne  Blätter, 
bald  mehrere.  Dr.  AAEIHE,  der  gewiss  keinen  Umstand  unbenutzt  liess,  um  neue  Arten 
aufzustellen,  achtete  diese  Zufälligkeit  doch  nur  einer  Berührung  im  A  orbeigehen  werth,  indem 
er  in  der  Beschreibung  seines  R.  fastigiatns  S.  17  sagt:  "die  Blätfchen  stehen  zu  .5,  sel- 
ten einmal  zu  7,  indem  sich  das  mittlere  Blältchen  bis  zum  Grunde  in  3  Blättchen  theilt." 
Dies  veranlasste  Sn.  Engl.  fl.  II.  406.  den  R.  fasligiatus  zweifelhaft  zu  R.  suberectus  zu 
citiren,    welches    Hr.    ArrHENUS    (p.  '22-    Obs.  1.)    sich    nicht   zu    erklären    weiss. 

9.  R.  corylifoliiis.  Mtain-Brombeere*  Stengel  rund- 
lich, stachelig  mit  lang  übeihängentlen  stuniplkantigen  Zweigen;  Blätter 
3-  und  l'usslorniig-5- schnittig,  oberste  einlach,  seitliche  Blättchen  der 
erstem  sitzend  oder  fast  sitzend,  sänimtlich  beiderseits  grün,  unterseits 
anliegend-Aveichhaarig,  Blattstiel  gerade  -  oder  gebogen -stachelig;  Bispe 
doldcntraubig,  Biütenstielc  weichhaarig  mit  schwachen  geraden  oder  wenig 
gebogenen  Stacheln  besetzt. 

Engl.  )»0t.  t.  827  (nach  Ausweise  von  SMITH,  HoOKER,  AA'iNCH  eingeschickter 
Exemplare    und    der    im    blcs.    bot.    Garten    cultivirten    englischen    Pflanzen).        Sm.    Fl.    brit. 

II.  542.  Chi.  han.  48.  Kocu  Sj  n.  I.  233.  n.  2.  Engl.  bot.  t.  827.  B. 
dunietorum  c<.  vulgaris  u.  ß.  pilosus  Weihe  u.  I\ees  v.  E.  deutsche  Bronib. 

III.  T.45.    A.    F.   1    (mit   Ausschluss    des    Synonyms    von    R.    nemorosus    IIayNE). 

B.  suberectus  Akders.  in  Transact.  Linn.  Soc.  XI.  219.  t.  16  (Beschreibung 

und  Abbildung  der  in  Aberdeen  und  Pertlishire  "zwischen  R.  corylifolius  eingemischt  '  gefun- 
dene Evemplare,  als  Missbildung.  Nach  Ausweise  eines  aus  dem  ANDERSOIv'schen  Garten 
durch  HoOKER  eingeschickten  Exemplars).  Engl.  bot.  t.  2572  (—  "prickles  scattcred, 
nearly    straighl ,     and    peculiarly    suiall"). 


170  ROSACEAE.  Rubus. 

b.  subglaber.  nie  Kahle,  Rlättn-  ]M>i(lci-$rils  ^laii/ciul,  oliciscits 
kalil,  iiiit)-i-si-ils  an  den  .Ydoin  scliwacli  holiatirl;  Uis|H;  aiiiiblütig,  Blü- 
Iciislicle  /.erst reuet  l»eliaart,    fast  slacliellos. 

|{.   <oiyliroliils  V.   Rlal.n-seens   Clil.   Iian.   49. 

c.  toinentosus.  Itie  Jilxige,  J{läl(<r  beiderseits  filzig,  oiterseils 
j^raiignin ,    iiiiterseits   A\eiss^raii,    Itliitenstiele    l'eiiilil/.ig  un<l   l»e>vehai. 

Clil.   Iian.  48.      15.   eon  lifolius  d.   eaniis  Wai.lu.   Selied.  2.31. 

X  K*    slaiicliiloi^ö  -  coryliroliiis.       üastartl  -  Main- 

bvOtnbCCTe»  Stürher,  staelielreielier,  mit  riindiielien  Z^veigen;  Itläll- 
elieii  grosser,  regelmässiger  gescliuitten;  Uispe  zusammengezogen,  IHatl- 
uiid  lliülenstiele  mit  Stieldrüsen  zwischen  den  Staelieln. 

U.  corjlitolius  ;'.  Icrox  "V^^eihe  u.  INees  v.  K.  das.  T.  40.  1$.  einige  un- 
sichere Synonyme  ausgeschlossen  ("<lie  Früditc  aljorliren  »icll'ällig  oiU-i  litslolien 
nur    uns    einzelnen    grossen    Tbcilfruclitclicn"). 

In  Cjeltüseh,  an  Hecken,  auch  in  lichten  Holzungen,  «tut'  Itoden  jeder 
Art,  aneli  im  Sande,  häufig,  im  flachen  nördlichen  Theilc  «les  (iehiets 
zunehmend.  Die  IJastardform  im  südlichen  Tlieile  des  Gebiets  gefnuden. 
Juni,  Juli.  —   August,  September. 

Scliwäclicr ,  yicl  langastigcr  iinil  rankeniter  als  A.  1.  Stengel  kürzer-  und  seliwiiclier- 
stackclig,  bisweilen  etwas  bereift.  Blätter  häufiger  S-  als  .') -sehnitlig.  Kronen  ziemlicli 
gross,  lilassrosa,  rosa  angeliaiielit,  häufiger  weiss.  Kelchzipfcl  cirunil ,  sjiilzig,  bald  schwach 
an  der  Frucht  liegend,  bald  wagerecht  abstehend,  nicht  selten  wie  an  A.  1.  gänzlich  zurück- 
geschlagen. Früchte  mit  wenigem,  grössern  Pflaumen,  meist  dunkler  gefärbt,  oft  staubig 
bereift,     und    säuerlicher   \on    Gescbniack. 

IJenierk.       In    der   Diagnose    von    U.   suberectus    ANDERS,   das.  heisst   es:     "  Uubus   — 

aculeis    exiguis   rectiusculis ";     in  der  Beschreibung:    ••  Caiiles tereles    1.   angulati  —   — 

aculei  broes  rcctinsculi ;  Fructus  —  acinis  paueis";  und  in  den  «eitern  Miltheilnngen  : 
"The  habit  of  the  plant  approaebes  ncirest  to  that  of  B.  corUifoIins ,  with  which  it  is  fre- 
nuentlj  intermixcd  in  tbosc  districts"  (Abcrdcen  etc.),  endlich  am  Schluss:  "The  whole  plant 
bears  in  gcneral  a  darker  huc  th.in  that  of  B.  corjlifolius."  Dies  beweist  klar,  dass  der 
Anders. 'sehen  Beschreibung  Exemplare  jener  Missbildung  nicht  von  B.  fruticosus ,  sondern 
von  B.  cnrjlifülius  zum  Grunde  gelegen  haben,  an  welchem  sie  bliurigcr  vorkommt  und  ton 
AVEIHE  (B.  duuietorum  —  der  nach  ihm  selbst  synonym  mit  B.  corylifolius  ist  —  ((.  a.'^. 
S.  111)  ebenfalls  erwähnt  wird,  wonach  denn  auch  FRIES  die  AlVDERSON'scIic  I'flanze  an- 
fänglich richtig  als  ß.  sylvaticus  zu  B.  corylifolius  brachte  (INov.  ed.  I.  .'j;j.).  Ilr.  .iRRllE- 
NIUS  (Monogr.  "20.)  zu  dem  citirten  B.  suberectus  ANDERS,  in  seiner  Beschreibung  dem 
B.  frnticosns  zukommende  Charaktere  ("Gaules  steriles  aculeis  validis  —  basi  valde  dilal.itis ; 
rami  floriferi  —  aculeis  falcatis  armati"  etc.)  hinzufügend,  vereinigt  dieselbe  Missbildung 
von  zwei  verschiedenen  rflanzenartcn  zu  einer  fingirtcn  dritten  Art.  >ergl.  Ilcmcrl«.  <i.  zu 
B.    fruticosus. 

3.  R.  glandiiloiüiis.  Vieldrüsige  ßrontbeere,  Sten- 
gel rund,  vollslaehelig  mit  bogig -langgestreckten  oder  liegenden  rundlich- 
kantigen Zweigen;  Itlätler  3-,  seltener  Insslörmig- 5- schnittig,  oJierste 
einlach,  Itlädclien  sämmtlich  gestielt,  beiderseits  grün  und  zerstreuet  be- 
haart, Illattrippen  gckrümmtstachelig,  «lalt  und  Klütenstiele  reichlich 
mit  geraden  Stacheln,  Horsten  und  Slieldrüseii  zwischen  Filzhaaren  be- 
setzt, Uispe  rundlich -länglich  oder  pyramidal  mit  sperrigen  meistens  ästi- 
gen lUütenstielen. 

Bellakdi  App.  ad  i\.  pedeni.  in  Mem.  d.  Turin.  V.  2:30.  W.  IJcllardi 
Chi.  han.  50.  l\.  hybridus  Kocu  Syn.  I.  2:34.  U.  hirtus  Weihe  u.  ]>ees 
V.  !•:.   107.    T.  4:i.      Ü.  Ihyrsiflorus    das.  92.    T.  :i4.      U.  Güntheri    das.  Ö9. 

T.  21    (-1    b.    sich    scbliessend)    u.   mehr. 

b.  laxiis.  nie  schlaffe.  Schwächer;' schwachstachelig;  Blätter  meist 
.S-schuiltig,  wenig  behaart,  lHad-  unil  IMülensliele  mit  langen  Haaren, 
Drüsen  mit  wenigen  leinen  Stacheln  Itcsetzt;  Uispi-  locker,  schlall' und 
meist  wcnigblütig. 


Riibus.  ROSACEAE.  171 

11.  Bellardl  Weihe  u.  TVees  v.  E.  das.  109.  T.  44.     R.  Schleicliovi  .las. 

72.  T.  2:i.     R.  liiitus  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Iluiig.  II.  150.  t.  141.     R. 

glaiululosus   ScHL.  PI.  exs.  n.  .56.     Fl.   dan.  t.  1696  (nicht  g.iii«  zuticfleiid). 

In  ücliteii  \'^'alilui(gi'ii,  Voihölzern  niul  auf  «Ion  Gehauen,  auf  frisoliem 

Ininiushaltigeui  Roden,  häufig;  b.  in  schattigen  Gehölzen.     Juni,  Juli.  — 

^Vugust,   S<-ptenilier 

Der  runde,  schön  piirpiirrothc ,  glanzlose,  hisweilen  anch  schwach  hereiftc,  mit  Stacheln, 
Borsten  nud  rothen  Stieldrüscn,  hesonders  an  den  Jüngern  Trielien,  dicht  hesetztc  Stengel, 
in  A'erhindnng  mit  den  grossen,  aufl'allend  regelmässig  geschnittenen,  eirund  -  elliptischen 
lUättchcn,  die  plötzlich  in  eine  schmal  ^oigezogenc  Spitze  iihergehen,  lassen  diese  Art  lon 
den  beiden  vorhergehenden,  wie  auch  \on  der  folgenden,  der  sie  näher  verwandt  ist,  leicht 
unterscheiden.  Bluten  kleiner,  Zipfel  des  Fruehlkelchcs  ahstchend  oder  zurückgehogen. 
Kronhlättcr  schmäler  als  an  Art.  1.2.,  Früchte  grosspflaumig  schwarzbraun.  Die  Spielart  h. 
ist  weniger  gefärbt,  zartlaubiger,  an  den  Zweigen  stärker  behaart,  und  die  Blüten  sind 
etwas  grosser.  —  Die  krummen  Stacheln  der  Blattrippen  gehen  bisweilen  einzeln  zwischen 
die  geraden  des  Blattstiels  über,  und  die  rundlich -kantigen  Zweige  kommen  auch  wohl 
kantig    vor. 

Renierk.  Die  in  ArrhENIIIS  3Ionogi-.  40.  gegebene  Beschreibung  des  P>.  glandulosus 
Bellardl,  der  als  Hauptautorilit  citirt  wird,  ist  ihrer 'Weitläuftigkeit  ungeachtet  un>ollsfändig, 
indem  nur  "folia  ternata"  angegeben  werden.  Auch  steht  sie  dadurch  mit  den  Cilaten  im 
Widerspruch.  BELLARni  selbst  sagt  an  dem  in  der  Monographie  cilirten  Orte  "foliis  ter- 
nalis  qninatisvc"  und  Wali.ROTII  unterscheidet  in  seinen,  dort  ebenfalls  cilirten,  Schcdulis 
2-30.    als    Varietäten    a.   einen    R.    glandulosus    pentaphjllus    und   b.    einen    monophvllus. 

4.  R.  caesiiis«  A^cTcerSrontheere,  Stengel  lund,  schwach- 

staclielig,  nehst  den  Friicliten  hiaulicli  heicilt,  mit  liegenden  oder  hlet- 
ternd  ansteigenden  Z-\veigen;  Riätter  3-,  seltener  fnssförniig -5 -schnittig, 
oberste  einfach,  seitliche  Blättchen  der  erstem  sitzend  oder  fast  sitzend, 
meist  2 -lappig,  säninitlich  beiderseits  grün,  untcrseits  anliegend -weicli- 
iiaarig;  Rispe  doldentraubig,  Blütenstiele  weichhaarig  mit  feinen  geraden 
oder  scliAvach  ge]>ogenen  Stacheln  und  -wenigen  Drüsen  besetzt. 

LI^N.  Sp.  pl.  706.  Chi.  hau.  48.  Roch  Sju.  I.  234.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  87.      Schk.  Handb.  II.  T.  13.>.      Fl.   dan.  t.  1213.      Engl.  bot. 

t.826.       R.    caesius    a.    aquaticus    (weniger   mit    Stacheln    und    H.iar    bekleidet)    und    ß. 

agrestis  "Weihe  u.  Nees  v.  E.  deutsche  Rromb.  115.   T.  46.  A. 

b.  nenioro8U8.  Jtie  schattenständige.  Höher,  nebst  den  Früch- 
ten unbereift;  5- schnittige  Rlättcr  häufiger;  Rispe  länger,  meistens 
stärker  behaart  und  weniger  drüsig. 

R.  caesius   V.  nemnrosus    Chi.  hau.  das.      R.  nemorosus    Hayne   Arz 
neigew.  III.  10.  T.  10. 

c.  flacoidus.  Itie  Jlatterrispige,  Sch-wächer,  nicdergcstrecht, 
vielstachelig,  nebst  den  Früchten  uniiereift;  Rispe  locker,  mit  meistens 
gebogenen  Stacheln,    Rlütenstiele  sperrig  und  wenigblütig. 

R.    corylifollus   v.    flaeeidus    Chi.  hau.  49.      R.   Sprengelii    Weihe    u. 

NeES  V.  E.  das.  aS  (die  nicht  gerathene  Abbild.  T.  10.  zweifelh.ift).  Fl.  dan. 
t.   1697    (sehr    gut). 

X  R.    corylifolio  -  caei^iiis.      Main  •ßastardacTeer- 

brontbeere.  Stäikev  und  vielstachelig;  Blätter  meist  3- schnittig, 
beiderseits  schwach  behaart  mit  lappig  -  eingeschnittenen  Seitenblätt- 
cheii;  Rispe  doldentraubig,  Blütenstiele  mit  wenigen  Stacheln  besetzt, 
Blüten  gross. 

R.  caesMis  C.   ferox  Weihe  u.  Nees  v.  E.  das.  117.  T.46C.  F.  2  (;'.l.e 

Kelche   bleiben    nach    dem    Verblühen    ohne   Frucht   mit   aufrechten    Absehnilten    zurück  •). 

X  R.  glaiidiiloso- caesius.     Vieldrüsige  Bastard' 

acicerbrotnbeere.  Stachelborstig  und  stieldriisig;  Blätter  3- 
sehniltig,  Blä(t<!iien  regelmässig  ohne  Lappen;  Rispe  länglich,  Blüten- 
sliele  mit  Borsten  besetzt,    Blüten  klein. 


172  ROSA€EAE.  RubuH. 

R.  cacsiiis  K  liispidiis  Weihk  ii.  TNees  v.  E.  «las.   117.  T.  4(i  C.    F.  1. 

(••.li(.-    Itl.imon    siiul    .ii.lrn<l.ll..ii    un.l    l.iiilcrlasscn    a.ifrcci.l    sU'l.oii.le  Kclclial.scl,i.ilU-'). 

^  R.    Idaco  -  caesiliim.       Mtitnbeer  -  Bastardaeicer. 

bromheere.  WenigcT  stachi  li^;  mit  nu-isl  .scli\vat:li  behaaitcn  Z^\ci- 
gfii;  IHallcr  3- sclinitll;;  mit  ciiclsliindi^ciii  8- lappigem  Itlättciicii,  olu-n 
runzlig,    unleii   IViii  graufilzig;    Ri.s|>c   loclicr,    wcnigblütig. 

R.  Pscudo -cacsius  Lejeunk  Rev.  «le  Ja  Flore  »I.  Spa.  101.     R.  cai-sius 
■y.  Pscudo-caesius  \'^'eiiie  u.  ]>ees  v.  K.  das.   117.    T.  40  R.  F.  1    ("<lic 

Bliimeii    Vfilroolinien    oline    Frii.l.tc    l\\    I.iiiUi lassen"). 

Aul"  A«l;cru  und  \(i;<  ir.iincu ,  au  llcclicu,  iu  (ii-lMiscii  und  iii  lichten 
Vorholzeru,  auf  Ro.l.i.  jc.l.r  Vil  ,  liaud^r;  ,|ic  Raslar.l  forui.ii  im  südli- 
chen Theiic  des  Gehicls  nicht  selten.     Juni,  Juli. —   August,   ISe|>temlier. 

rSicilcrgfstiofl.t  oder  bogig  aiilslrcliciKl.  Slaebcln  nadcliöruiig.  KelcLiij)i'cl  läiiglicli- 
eirunil  in  eine  lange  8|>itzc  ansgclieiul ,  nacli  dem  \  erblühen  nieiivtcns  wagerecht  abstehend, 
selten  zuiüeligescblagen.  Kronen  meistens  gross,  weiss,  blass  -  und  gesättigtrosa  (besonders 
an    c.).        Pllauuien    der    Früchte   beträebtlieh    grosser    als    an    Art.    1 — S. 

Remerk.  1.  In  ArrHEN.  Monogr.  .51.  werden  dem  R.  raesiiis  "folia  senii>er  ternala" 
zngesehiicben,  obgleicli  mehrere  der  von  ihm  citlrtcn  Schiiflsleller  (\>EIHE  u.  i>EES  v.  E. 
S.  11.5.  118.  —  VVallK.  Sehcd.  -ilS.  —  DE  Cand.  Prodr.  I.  .'J.W.)  auch  .S-zahllg- 
fiedersehniltige  und  band-  oder  fiissförniig  5  -  schnittige  Blätter,  von  denen  letztere  gar  nicht 
seilen  sind  (Deulscbl.  Fl.  v.  MerT.  u.  KocH  III.  491.,  DOLI.  rhei...  Fl.  7Ö.'..  mehr.), 
nachweisen,  woraus  henorgeht,  dass  Hr.  ARRHENIUS  weder  seine  Cilate  sorgfältig  >crglicheii 
hat,    noch    die    Pflanze    gehörig   hennt. 

Rente  rli.  2.  In  ArRUEN.  Monogr.  4.5  folg.  heisst  es  in  der  Oiagnose  von  11.  nemo- 
rosns  llAYNE,  der  als  Art  aufgeführt  und  wozu  das  llATtNE'sche  Werk  als  erste  Autorität 
eitirt  wird:  *'Caule  —  —  e  rotundalo  angulato,  caeslo  -  pruinoso  —  —  petalis  cnnealis"; 
IIaYIVE  dagegen  sagt  S.  10  "canlc  tereti  —  — ■  pclalis  ovatis",  und  am  Schluss;  "vom 
II.  caesius  unicrschcidet  er  (R.  neniorosus)  sich  1.  durch  den  r 
gen  Stengel,  der  niemals  bereift  ist."  —  In  der  wcitläuftigeu  Bc 
rosus    am    erstem    Orte    heisst   es    abermals:     "Canlis    sterilis   —    — 

Aculei superiores   validiores    c   basl   lalissinia    compressa   —  —    versus   apiccm    ramornni 

falcati  — .  Sarmenta  —  —  aculeis  falcatis  inunita.  —  Ranii  floriferi  —  —  aculcis  vali- 
dioribus  basi  latis  conipressis  reflexis,  curvatis  et  subfalcatis  arniati. —  Costa  dorsalis  aculeis 
falcatis  munita. —  Petioli  aculeolis  falcatis  munili"  etc.;  HayNE  dagegen  sagt:  "die  Sta- 
cheln zerstreuet,  fast  gerade, pfriemcnförmig,  ohne  an  der  Basis  sonderlich  stark  er- 
weitert zu  sejn,"  und  die  Abbildung  weist  an  Stengel,  »len  Blattstielen  u.  s.  w.  überall  feine, 
nadelformige,    gerade  Stachelnnach.       Hr.  ArRHENIVS    giebt    au:     "  Slipulae    inferiores   folia- 

ccac,    magnae,    ovali  -  lanceulatae versus  apicein  caiilis  minores  magis  e\tenuatae;    ÜAlfNE 

aber  nennt  die  Aftcrblätter  überhaupt  "linicnformig." —  ARRUENIUS  unterscheidet  R.  ne- 
morosus  von  R.  corjlifolins  caulc  —  —  obtusangulato,  glauco -pruinoso ;  aculeis  —  — 
majoribus  «alidioribus  haud  Omnibus  conformibus,  sed  versus  apices  cauliuni  ramorumque  fal- 
catis,   aculeis    peliolorum falcatis,    haud   rectis ,    stipulis    m.ijoribus    etc.;     UaynE    aber 

unterscheidet  ihn:     1.    "durch  den  Stengel,    der  slielrund" ist.      '2.    "Sind  die  Slaelielu 

mehrcnihcils  gerade,  an  der  Basis  wenig  erweitert;  nicht  znrückgekrümmt  mit  starker  Erwei- 
terung" (wie  an  R.  corvlifulius)  u.  s.  w.  L'ncrachfet  dieser,  durch  die  ganze  Beschreibung 
laufenden,     dircctcn    Widersprüche    liest    man    in   ARRHENIUS   Monographie;     "  Species    bona, 

ab    IIAVNE  jam    exacte    descripta  —   — .       Fruticis    forma qnam    in  Smolandia   legimiis, 

optimc  convenit  cum  figura  et  dcscriplione   apud  llATINE .      Figura  IlAYlVEI,    haue  plan- 

tarn  optinie  repracscnlante"'  etc.!  Wenn  es  sich  aus  diesen  Zusammenslcllungen  unliiugbar 
ergiebt,  dass  der  llr.  l>lonogra|ih  HayNE's  Pflanze  gar  nicht  kennt,  so  erscheint  der  Wunsch 
gerechtfertigt,  dass  Hr.  ARRIIEIMIS  künftig  die  Werke  der  Deutscheu  gründlicher  studiren 
möge,     beior    er    sie    zur    ^  ergleicluing    und    Iteurlheilung   zieht. 

4.    R.  Idaeiii^*     Gemeine  Himbeere»    Stengel  aufrecht, 

rund,  feinstachelig  oder  fast  unhewelnl,  5-Ziili!ig- (ieder-  u.  8-sehnittig  mit 
sitzenden  seitlichen  Rlättchcn,  unterseits  ^veisslilzig;  Ris])e  duldentraiihig, 
Rlütcnstielc  mit  wenigen  geraden  Stachelhorsten  besetzt  oder  unbewchrt. 


ehr    , 

oder 

weniger 

zotti- 

chrei 

bnng 

des    R. 

nemo- 

caes 

io  -  pr 

uinosus 



Riibiis.  ROSACEAE.  173 

LiNN.  Sp.  |>1.  706.  Chi.  hau.  47.  Koch  Syn.  I.  23:3.  Reit.  vi.  Abel 
Holzart.  T.  17.  Weihe  u.  INees  v.  E.  deutsche  Bioiiili.  120.  T.  47.  Fl. 
dan.   t.  788.     En^l.  l.ot.  t.  2442.     Havne  Arznei^cAv.  III.  T.  8. 

X  R.  eaei^io-Idaeiis.  Bromheer-Bastarilhintheere» 

]>iiedri|;er  und  schwächer  mit  lanlieiidcn  Zweigen ;  untere  IJIätter  5- 
seltener  7  -  zählig  -  fiederschnitli^  ,  heiderseifs  grün,  8citeiihlattcheu 
sitzend,   unterste  lappig  eingeschnitten,    Itlüten  grösser. 

11.    eorjiifolio-ldaeus    Chi.   hau.    das.    (mit   Ausscliluss    Jos    Synonjms   von    R. 

subcrectiis).  R.  Pscudo  -  Idacus  Lejeune  Rev.  de  la  Flore  d.  Spa.  202. 
R.  caesius  c)\  Pseudo -Idaeus   Weihe  u.  IVees  t.  E.   das.  117.   T.  46  B. 

F.  2    (niil    Aiisschliiss    einiger    Synonyme    "Blumen    die    ohne    Früchte    verhockenen'"). 

In  \^'alduiigen  und  Gehüsch,  auf  steinigem  al»er  humushaltigem  Bo- 
den, häufig;  die  Bastardt'orm  im  nördlichsten  und  im  südlichen  Thcilc 
des  Gebiets.     Mai,  Juni.  —    Juli. 

Kommt  anf  sehr  luimosem  Boden,  jedoch  selten,  fast  ganz  staclicllos  vor.  Zwischen 
Sandsteinklippen  dagegen  findet  man  his«  eilen  die  jnngen  Triebe  dicht  mit  dunke]pnrj>nrncn, 
Iiis  2'"  langen  Slaelieln  besetzt  und  die  l'ntcrseitc  der  Blatter  blendend  weiss.  Auch  kommt 
eine  schlitzblältrige  Spielart  vor.  Die  hellrothen,  selten  gelben  Früchte  sind  stets  mit  zar- 
tem Flaum  bedeckt.  —  An  der  Bastardform  (in  deren  in  der  Chi.  lian.  gegebener  Syno- 
nymie  das  Fragezeichen  des  zweiten  Satzes  Linter  dem  ersten  —  R.  suberectus  —  hätte  stellen 
sollen)  traf  ich,  wie  dort  schon  erwähnt  ist,  zwischen  fehlschlagenden  Blüten,  auch  frucht- 
bare, wahrend  Dr.  WEIHE  nur  unfnichlbare  wahrnahm.  Es  bestätigt  sich  darin  die  auf  viel- 
fache Erfahrungen  in  audern  Pflanzenfamilien  begründete  Ansicht,  dass  die  hybride  Einwir- 
kung nicht  immer  in  einem  so  hohen  Grade  eintritt,  um  Sterilität  zur  Folge  zu  baben. 
Setzt  man  hiermit  die  erwiesene  Erscheinung  in  Verbindung,  dass  Individuen  aus  unyerdauct 
von  >  (igeln  ausgeworfenen  Samenkornern  aufwuchsen,  so  ist  es  begreiflich,  dass  Bastard-  und 
Miltelformen,  unter  mannicbfaehen  Schwankungen  früher  oder  später  wieder  zurückschlagend, 
eine  grossere  A'erbreitung  gewinnen  und  auch  ohne  die  Stainmcltern  vorkonimen  kiinnen.  '\^^ie 
sehr  aber  gerade  bei  dieser  Gattung  eine  hybride  Einwirkung  durch  Bienen,  die  von  einer 
der  olfenslebenden,  sehr  zugängliclien  Blüten  oft  neben  einander  wachsender  Arten,  zur  andern 
schwärmen,    begünstigt   werde,    ist  nicht   zu   verkennen. 

•f--|-     Krautartige. 

5.     R.   ^axatilis.     Welsen- Brombeere»     Stengel  cchig 

und  behaart  mit  niederliegendeii  Rauhen;  Blätter  3-schnittig,  Blättchen 
gestielt,  oberseits  fast  kahl,  unterseits  zerstreuet  ]>ehaart;  Rispe  doldig, 
seitenständig.  Blütenstielc  mit  feinen  geraden  Stacheln  zwischen  abste- 
llenden Haaren  besetzt. 

LiiMV.  Sp.  pl.708.  Chi.  han.  51.  Koch  Syn.  T.  234.  Weihe  u.  Nees 
V.  E.  deutsche  Biomb.  32.  T.  9.  Reit,  u,  Abel  Holzart.  T.  19.  Fl.  dan. 
1. 134.     Engl.  bot.  t.  2233. 

In  gebirgigen  Waldungen  und  Hainen,  auf  felsigem  und  steinigem 
Boden,  häulig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Höhe  '/_, —  1'.  Stengel  einlach,  entfernt  mit  nadelförmigcn  Stacheln  besetzt.  Blüten- 
rispe kürzer  als  der  Blattstiel ,  an  dessen  Basis  sie  entspringt.  Kroublätter  so  lang  als  die 
Kelcbzipfel.  Früchte  aus  3  —  4  sehr  grossen  hellrotlien ,  durcliscLcinenden  Pflaumen  von 
angenehm    säuerlichem    Gescbuiack    bestehend. 


Schliesslich  die  Bemerkung,  dass  meine  im  J.  1798  begonnenen  Beobachlungen  der 
Brombeersträuche  seitdem  öfter  wiederholt  worden  sind,  und  dass  den  Cilaten  der  WeiHE"- 
schen  Arten  zwei  von  ihm  selbst  mit  INamen  bezeichnete  an  zwei  seiner  Freunde  geschickte 
Sammlungen,  unter  Vergleicliung  der  Beschreibungen  und  Abbildungen  seines  Werks,  zum 
Grunde  liegen.  —  Durch  die  von  mir  gewählle  Darstellung  der  Brombeerarien  das  Wiss- 
fallcn  des  Hrn.  ArRIIENIIJS  mir  zugezogen  zu  haben,  beklage  ich  aufrichtig,  tröste  mich 
indessen  mit  der  Hoflniing,  dass  einst  die  Zukunft  darüber  enischeideii  «iril,  ob  der  von 
ihm    oder   der   von   mir   befolgte   Weg   auf  die   Bahn    zur   Wahrheit  führte. 


174  ROSACEAE.  Fragaria. 

GJE  UJEHnL.I€HM&, 

M*hnrntacentisch-]fKedicinische.s,     Die  Früchte  der  A.5. 

of'/iriiKll  («;.(•(■:»<•  IluJ>i  idi.ci),  micli  wolil  div  dir  ^ttt.  1^4  («accac  s. 
IViicIiis  llulti  vulgaris,  Wora  Hiil>i).  f'oiuial  t.  lies  Inndth.  der  erstem  : 
Ziirhrr,  tiulöslicher  Schleiiii,  l*/litnzeiixiiiiren,  rother  Färheslofl'  und  iilhc. 
risches  Öl;  der  letztem:  Ztiehcr,  (iiiniini,  Afif'elsihire  und  violetrother 
Fiivbestoll'.  .inwenduuf/  als  diäletiseht-s  hiihlendes  Mittel.  Gebräueh- 
liehste   Priiparulc   von   yt .  t :    Syrujuis   und  A<|iia    UiiJ)i   idaci. 

technisches*  IHc  Früchte  zur  lierellunij  ffeistiffcr  betränke  und 
Ceuiinnun(i  leichter  FiirbestoH'e  anuiendbar ,  Blätter  und  Rinde  Gerbc- 
slollJ-nlhaUeud. 

Ölconomisches»  Hie  Früchte  frisch  und  mehrfach  zubereitet  ein 
hehanutes  i\(ihrun(/sniitlcl.  Die  Blätter  dem  ff'eidcvieh,  die  Blüten  den 
Bienen  I\ahrunfj  tfcbend.     -/.  4.   ein  lästii/es  Ackertinkraut. 

4.    FRAGARIA.    KUnBlEKRJE, 

I,1^•N.    Gen.    11.  Ö3»'J. 

Kelch  S-spaltiff  iiiil  5  abAvecliselndou  Dcckhlalleni  iinlei"  dem 
Saume.  Kroabläller  5.  Griffel  al)fällig.  iXüsschen  einem  nacji 
<lcm  JJlühcu  vergrösserleii  saf'lig-fleisciuffcii,  meistens  abfälli- 
gen Fruchtbotlen  eingesetzt.     Gescbl.  Syst.  Xfl.  5. 

Mehrjährige,  biisclieligc ,  Ausläufer  treibende,  meist  weichliaarige 
Kräuter.  Stengel  aufrecht,  schaftförniig,  an  der  Spitze  ästig,  lllättcr 
3-schniltig,  Abschnitte  blattförmig  (Blättchen),  lang  gestielt.  3ieben- 
bläfter  am  Itlattsticle   stehend.     liliilen  «loldentraubig.     Kronen  weiss. 

1.  F.  vesca.  J¥"^ald- Erdbeere»  Kelch  bei  der  Fruchtreife 
abstehend  oiler  zurücl.geschlageu ;  Stengel  und  Blattstiele  mit  wagerecht 
abstellenden  —  Bliitenstiele,  sämmtllch  oder  doch  die  seitlichen,  mit  auf- 
rechten oder  anliegenden  Ilaaren  behleidet. 

LiNN.  Sp.  pl.708.  ß.  und  ;'.  ausgeschlossen.  Chi.  hau.  46.  Koch  Sjn. 
I.  234.  443.  ScHK.  Ilandb.  II.  T.  135.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.2.  Engl. 
Lot.  t.  I.'"y21.     IIayne  Arzneigew.  IV.  T.2fi. 

In  Waldungen,  Ilainen  und  Gebüschen,  auf  troci.encm  humusreichem 
Boden,    sehr  häufig.     Mai,  Juni.  — ■    Juni,  Juli. 

Hohe  4  — o".  Bliiteii  ■vollstäiidlg  2- gosclilcclifig.  Rioiililältei-  fast  flaeli.  Staiil.gcf;isse 
k.nim  so  lang  als  «las  FrHolitl;iiolPiiho|)iVlicn.  Friiclitc  bald  liiigolig  Iiald  ci  -  kcgflluimig ,  sel- 
tener kegelförmig,  aus  grünliclier  Basis  Lellscliarlachrolli,  überall  (Innkelscbarlaebiotb ,  als 
seltene   AbUnilerung    weiss,     >on    aioinatisebem    Geiiicb   und    Gescbmack. 

Ä.  F.  elatior.  Mohe  Mrdheere»  Kelch  bei  der  Fruchtreilc 
abstehend  oder  zurücl.geschlagen;  Stengel,  Blatt-  und  Blütenstiele  mit 
wagerecht  abstehenden  Haaren  beldcidet;  Blüten  unvollhommen  2 -häusig. 

EiiRH.  Beilr.  MI.  23.  Chi.  hau.  46.  Koch  Syn.  I.  234.  443.  F.  vesca 
ß.  pratensis  Likn.  Sp.  pl.  709.     Hayne  Arzneigew.  IV.  T.27. 

In  Vorhölzern,  zwischen  Gebüsch  und  an  Zäunen,  auf  Gestein  oder 
sandhaltigem  Boden,  stellenweise  durch  das  ganze  Gel)let.  April  bis 
Juni.  —    Juni,  Juli. 

Dopiielt  Iiülier  und  zottiger  als  A.  I.  Kronblättcr  nach  unten  gewölbt,  mit  den  Rän- 
dern von  einander  abstehend.  Entweder  die  Stempel  oder  die  Staubgelassc  feblsehlagend. 
Diese  an  der  fruelittragenden  Tflanze  so  lang  als  das  Fruchtknolcuköpfchen ,  an  der  unfrucht- 
baren   doppelt   länger.       Früchte   grösser,   nur   an   einer   Seite   gefärbt,    fade   von    Geschmack. 

3.     F.  colliiia»     SchliessTe elchige  Krdheere,    Kelch 

an  die  reife  Frucht  gedrüchl;  Stengel  und  Blattstiele  mit  wagerecht  ab- 
stehenden —  Bliitenstiele,  sämmtlich  oder  doch  die  seitlichen,  mit  aufrecli- 
ten  oder  anliegenden  Haaren  bekleidet;    Blüten  unvollK'ommen  2-häusig. 

Khrh.  Beitr.  VII.  26.  Chi.  han.  47.  Koch  Syn.  T.  235.  443.  Hayne 
Arzneigew.  IV.   T.  30. 


Coiiiaruni.  ROSACEAE.  175 

In  Gehüsclicii,  auflichten  \^^-iltlplätzen  untl  am  Saume  «Icr  Waldun- 
gen, auf  grasigem  Ualk  -  oder  mergelhaKigem  llügeil>o<len ,  stellenweise 
dnreli  «las  ganz«;  Gebiet.      Mai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Höhe  a«-!  A.  1.  Bläteer  beiiU-rscits  scidonliaaiig,  nntcrseits  iiielir  o<lci  weniger  sillici- 
gl.iiiz,eiid ,  oberster  Zaim  «ler  Blättchen  vielfach  kleiner  als  <lic  übrigen.  Kekhhlälter  nach 
dem  Blühen  jiusaiuinenschlicssend  den  Frnchfhoden  bedeckend.  Krnnblüllcr  fast  flach  mit 
den  Rändern  sich  berührend  oder  übergreifend,  ins  Gelbliche  spielend.  Die  nicht  abfällige 
Frucht  fest  am  Kelch  kingcnd,  carniinroth,  härtlicher  und  weniger  angenehm  scIiDicckend  als 
die   der  A.    1. 

Pharniaceutisch- JtKedicinisches»     ffm-zel,    Ivaut  und 

Früchte  zunächst  von  A.  1.  besonders  ehedem  of'fiet'nell  (Radix  et  Ileiba 
Fiagaiiae,  Fraga  v-  haeeae  Fragariae) ,  jetzt  ivenifj  mehr  im  Gebrauch, 
f'orwult.  Bestandth.  der  fl'nrzel  tind__Blätter:  eisenbläuender  Gerbc- 
sfoff';  der  Früchte:  Zucker,  Schleim,  slfifcl-  und  Citronensnure ,  nebst 
.iromn.  Anwendunfj  der  Beeren  als  diiilctischcs  und  antiscorbutisches 
Mittel,    äusserlich  in   Umschläf/en  hautreinifjend. 

JPechnischeS*  Früchte  zur  fVein-,  Branntwein-  und  Essifjije- 
uiinnuni/  anwendbar. 

iPJe  Oft  Otitis  Ch€St  Die  jjinrjen  Blätter  rasch  fjetrnchnet  einen  f/e- 
sunden  und  anfjenehmen  Thee  lielernd.  Der  mannichf'ache  Gebrauch  der 
Beeren  als  fjesandcs  (am  (jesundesten  mit  H'ein)  und  antjenehmes  ISah- 
runfjs mittel  bekannt. 

5.     COlTIARUIfl.     BM4UVA^tfGM, 

LlNN.    Gen.    n.  6-38. 

Kelch  5-spaltig'  mit  5  abwecliselntlen  DookMätfeni  iinlcv  dem 
Saume.  Kroiihlätter  5.  Griffel  ahfällig.  INiisscheu  eiiiem  nach 
dem  Blülien  anschwel Icudeii  schwammig  bleibeudeu  Fruchlho- 
<lcn  eingesetzt.     Geschl.  Syst.  XII.  5. 

Melujährige,  im  Sumpfe  krieeliende  Kräuter  mit  fiedersclinittigcu  Blät- 
tern und  hlattartigcn  Abselinitten  (Blättclien).  INebenblätter  dem  IJlatt- 
•  ijliele  augewaelisen  und  den  Stengel  scheidig  umfassend.  Blüten  hlatt- 
gegen-  und  endständig,    doldentraubig. 

1.     C  palustre.     Sumpf -Blut  äuge,     Kelch  mehrfach 

grösser  als  die  Krone;  Blätter  5 —7- zälilig  -  liederschnittig,  Blältchcu 
länglich-lanzettförmig,    gesägt,    nntcrseits  graugrün. 

LiNN.  Sp.  pl.718.  Clil.  hau.  4.>.  Koch  Sju.  I.  235.  Schk.  Ilandb. 
11.  T.  138.     Fl.  dan.  t.  63(5.     Engl.  bot.  t.  172. 

In  lichten  Waldungen  und  auf  Wiesen,  auf  sumpfigem  meistens  torf- 
haltigem  Boden,    ziemlich  häufig.     Mai  bis  August.  —    September. 

Stengel  ^on  kriechendem  AVurzelslock  ansteigend,  1 — 'S'  hoch.  Blältchen  fingeri^  ein- 
ander geniihert,  lederartig,  nntcrseits  anliegend  seidenhaarig.  Kelch  und  die  sehr  kleine  Krone 
braunpurpurn.       Frnchtl)odcn    zur   Reifzeit    eiförmig- kugelig. 

GM  n^KRBI^ICUMS, 

VechniSCheS»      Zum  Gerben  und  Rothf'ärben  anwendbar. 

6.    POT£I¥TIIiIiA.     FMJVGJEUKnAUT. 

.     I.INN.    Gen.    n.  Ö-Üi. 

Kelch  ö-snallig  mit  5  abwechselnden  Decliblattewi  unter  dem 
Saume.  Kronbläüer  5.  Griffel  abfällig.  INüsschcn  einem  eiha- 
benen  trockenen  Fruchtboden  eingesetzt.     Geschl.  Syst.  XH.  5. 

Ein-  (Art.  3.  4.)  oder  mehrjährige  Kräuter  (Art.  1.2.  5 — 14.),  seltener 
Standen  oder  Sträuche.      Blätter   fieder-,    handförmig-  oder  3 -schnittig. 


176  ROSACEAE.  Potentilla. 

mit  meistens  gestielten  l>lamorniij2,en  Absclinllten  (lllätlchen).  IVeJien- 
blälter  am  RiaKsliele  stellend.  IMütenstiele  gal.el-,  blaltwinliel  - ,  l.lalt- 
gegeii-  nn«l  endstänilig,  einzeln,  ol't  «lolilentraubig  oder  rispig  zusanunen- 


stellt. 


I.     Fiüclitclicn  l;alil.     F  i-nelilboilen   behaart. 

f    «lütter    fiocU-rscl.iiUlig. 

1.     P.   aiiserina.     Gänse- FingerJcraut.     Stengel  ran- 

kcnlönnig,  wnrzeln.I;  IMäller  unlerliroclien-liederselinitlig,  IJIättt  lien  viel- 

{ »aarig,  oval,  kaniinarlig  eingeselinilli'n -gesägt,  unterseits  weiss -seiden- 
laarig,  Nebenblätter  niehrspallig;  IJliiten  einzeln,  Kronblätter  länger  als 
der  Keleb. 

LiNX.  Sp.  pl.710.     Chi.  han.  40.     Koch  Svn.  I.  237.     Sturm  Oentschl. 

Fl.  11.4.    Fl.  dan.  t.5I4.    Engl.  bot.  t.  SGI.     IIayne  Arzneigew.  IV.  T.  31. 

Anl"  Angern,   Weiden,    an  AVegen,    Gräben   nnd  Flussufern,    auf  hu- 

inosein  lehmigem  und  sandigem  IJoden,  sehr  häufig  und  oft  heerdenweise. 

Mai,  Juni,  im  Herbst  meistens  zum  zweitenmal. —   August  und  October. 

Blällclicn  vulzälilig  (bis  zu  '^5  —  31).  Bliiteiistiele  aus  den  Gelenken  des  Stengels, 
lang,  aufreebt,  einblütig.  Bluten  anselinlieli,  Kelclideekblätlcr  auch  die  Zipfel  oft  spallig 
eingesebniUen,  Kronen  nel)st  den  Staubgcfässen  goldgelb.  —  Ändert  ab  mit  beiderseits 
silberbaarigen   nnd    mit   unterseits    nur   scliwaeb    behaarten,     griingcfarblen    Blattern. 

Ä.  P.  riipestris.  Welsen. JPingerTer auf,  Stengel  auf- 
recht, oben  gabeitheilig,  untere  Blätter  üedersehuiKig,  obere  3- schnittig. 
Klätlchen  rundlieh  oder  länglich  -  rundlich,  endsländige  halbrantenförmig, 
ungleich  cingeschnitten-gesägt,  INebenblätter  ganzraudig;  IJlüten  in  lö- 
chern Doldentrauben,   Kronblätter  länger  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.711.  Chi.  han.  41.  Kocu  Syn.  I.  23G.  Jacq.  Fl.  austr. 
TI,  1. 114.    Engl.  bot.  t.  20-58. 

An  Felsabhängen  und  zwischen  Geröll,  auf  troehencm  sandhaltigcm 
Grunde,  im  süd- östlichen  Theilc  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  des  Vor- 
kommens in  Deutschland  erreichend,  selten  {Pr.  Ilalle:  Heide,  Mittcl- 
holz,  Seebensche  Holz;  Barby,  Abhänge  im  Bodethal  von  der  Rosstrappe 
bis  Trcsebnrg — ).     Mai,  Juni. —    August. 

Stengel  1  —  V/^'  hoch,  meist  von  driisentragcnden  Haaren,  besonders  nach  oben  hin,  • 
klcbcrig  und  rotli  angelaufen.  Blatlabschnitlc  .'» —  7,  selten  9.  Bluten  gross,  Kelchdcck- 
blatler  oft  "2 -zipfelig  eingescbuilten ,  Kronen  weiss  (getrocknet  gelb),  Staubgefässc  gelb, 
Säcke    innen    dunkelbraun. 

3.  P.  siipina.  Niedriges  FingerJeraut.  Stengel  beu- 
gig ansteigend,  gabelästig,  untere  Blätter  Ucdersehniltig,  obere  3- schnit- 
tig. Blättchen  länglich  mit  heiliger  Basis,  eingeschnitten -sägezähnig; 
Blüten  einzeln,  gabelständig,  Kronblättcr  kürzer  als  der  Kelch,  Frucht- 
stiele zurückgehrümnit. 

LiNN.  Sp.  pl.7Il.  Chi.  han.  41.  Koch  Syn.  I.  235.  Jaco.  Fl.  austr. 
V.  t.406. 

Auf  Triften,  Ackern,  an  V^'^egcn  und  Ufern  von  Gewässern,  auf  über- 
schwemmt gewesenem  oder  nassem  sandigem  Boden,  im  südlichen  und 
östlichen  Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der  Gesamnitverbreilung 
erreichend,  ziemlich  häufig,  gegen  Nord  -  V^^esten  abnehmend  {Pr.  Hop- 
pelnberg  bei  Langensteiu  — ;  Br.  Pabstdorf,  Börneke  — ),  östlich  liöher 
gegen  Norden  gehend  (Mk.  am  Ausfluss  der  Tollense).  Juni,  Juli. —  August. 

Stengel  1  —  1 72*  l""g'  schwach,  meist  liegend  nnd  in  mehrfachen  Krümmungen  anstei- 
gend,  oder  kürzer  und  aufrecht.  Wurzelblälter  mit  7  (bis  11)  Abschnlllen.  Blüten  gabcl- 
und    blattwinkelständig,     klein,     Kronblättcr   blass    schwefelgelb. 

4.  P.  norvegica.  Norwegisches  VingerTeraut»  Sten- 
gel aufrecht,  oben  gabeitheilig,  nebst  Blättern  nnd  Kelchen  rauhhaarig, 
unterste    Blätter  5-theilig-ficderschnittig,    obere   3- schnittig.     Blättchen 


hoci.,    stark,    steif,    olt  rötl.licl.  angelaufon.       Blatter  hellgrim. 

Illätt- 

noit.       Kelcluipfcl    riinaiielieiruml  ,    spitz.       Kronl.l.ilfer    kaum    .. 

io    l.reil 

..ssel.en    sclnvarl.   ru..7.1icb. 

Potentilln.  ROSACEAE.  177 

iiingclieliitfirund-länglicli,  groJ»  siigcziilinig,  iintci-c  ßlütt'ii  l)lattgegcii-  un<l 
gahelstäiidig,    oliere  trauliig  gcliäuft,    Rroiililätlcr  liürzer    als  tlci-  Reich. 

LiNN.Sp.  1)1.715.     Chi.  lian.  41.     Koch   Smi.  I.  2:35.     Fl.  dan.  t.  171. 

Auf  Äiigern  und  in  Ilol/.uiigen ,  an  Teich-  und  Flussrändern,  auf 
ühersclnveniuit  gewesenem  oder  feuchtem  Sandhoden,  im  nördlichsten 
Tlicilc  des  Gehiets,  die  Südgrenze  des  Vorhommcns  im  westlichen  und 
mittlem  Deutsehland  (hei  Würteinherg  wohl  nur  zufällig)  am  Unterlaufe 
der  Elhe  erreichend,  stellenweise  (III.  Ilahnenheide  hei  Trittau,  Dänen- 
hcidc,  Steinhorst,  Moorsec  — ;  Hb.  Farmsen  — ;  Hn.  zwischen  Laaclie 
und  Stapel  unweit  Neuhaus  an  der  Elhe.  Gegen  Osten  südliclier  l>is  in 
Schlesien  gehend).     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  «"  bis    P/, '        

elien    liis    'l"    lang,     1" 
al.s  jene,    l.lassgell..       > 

f-j.    Blatter    1,  a  n  ,1  f  n  r  n,  i  g    ge  s  el,  n  i  1 1  e  n. 

5.    P.  pecta.    steifst  engelig  es  Fingerlkraut,    Stengel 

aufrecht,  nehst  Blättern  und  Reichen  von  langen  und  zwischengemeng- 
ten kurzen  Haaren  zottig;  Itlädcr  5  — 7-sehniltig,  Itlättchcn  länglich  mit 
lieiligcr  Basis,  eingeschnitten -grohsägczähnig;  INüsschen  mit  feinem  häu- 
tigem Rüclienkiel. 

LiNN.  Sp.  pl.711.     Chi.  hau.  42.     Roch  Syn.  I.  23(5.     Fl.  dan.  1. 1820 

(gen.iu    unsere    Pflanic    .larstellend).        HeICHENB.    PI.    Crit.    IV.    t.  340    (P.    ohscura). 

An  altem  Gemäuer  und  an  Flussufern,  auf  steinigem  oder  sandigem 
Boden,  selten  aus  Gärten  entflohen  verwildert  (iS'e/iiw.  Budolstadt ;  Iln. 
Burg  Adelehsen,  Artlenhurg;  Hb.  am  hohen  Elhufer;  ///.  Ottensen  hei 
der  Bolandsmühle  — ).     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  l^^—''  '""'li,  einfaeli,  stark,  steif,  »iulellnaim  angelaufen,  Blätter  meist  .5 -schnit- 
tig, aneli  ivolil  ein  o<ler  «las  andere  der  untern  7-scliniltig  (so  namentlich  die  Elliexeni|ilarc  \on 
Dr.  Soivn£R  (die  in  KocH  Sjn.  zu  P.  pilosa  gezogen  werden,  die  nur  5-seLniltige  Blatter 
I.al.en  soll).  rSclienlilälfer  hald  ganz,  bald  eingeschnitten  -  geschlitzt.  Kronl.lalter  an  unserer 
rilanzc  von  der  Länge  des  Kelches  oder  etwas  kürzer,  gesättigt  gelb.  —  Es  ist  kanm  zu 
bezweifeln,  dass  AViLLDElVOW  nur  durch  die  hier  wie  bei  mehrern  Arten  der  Gattung  ab- 
ändernde Grösse  der  Kronen  und  die  wandelbare  Fünf-  oder  Siebentheilung  der  Blätter  lur 
Trennung  der  V.  ol>scnra  und  P.  pilosa  von  P.  rccfa ,  welcher  er  die  grossem  blasscrn  Kro- 
nen zuschreibt  (REICHEND,  das.  t.  339.)  ,  veranlasst  worden  ist.  Biese  grossblütige  Form 
ist  meines  Wissens  im  Gebicic  bis  jetzt  nicht  gefunden.  Wcrtbhcimscbc  Exemplare  von 
AAlEBEI,    stimmen    mit    unserer   Pflanze    überein. 

*«.    P.  iiicliiiata.     Gebeugtes  FingerJeraut,     Stengel 

ansteigend,  zottig-filzig,  untere  Blätter  5-,  selten  7-,  ohere  3-schnittig, 
Blättchen  länglich  mit  heiliger  Basis,  tief  eingeschnitten  -  sägezähnig,  nn- 
terscits  fein  graulilzig,  am  Bande  und  den  Adern  lang  behaart;  Blüten 
in  Doldentrauhen,   IMüsschcn  mit  gerundetem  fein  gelneltem  Rüchen. 

ViLL.  Hist.  d.  pl.  d.  Danph.  III.  567.  Roch  Sjn.  I.  237.  P.  recta 
Jaco.  Fl.  austr.  TV.  t.  383. 

An  Mauern,  selten  und  wahrscheinlich  nur  verwildert  (Pr.  fV.\Uit]u>). 

nie  Charaktere  der  vorigen  und  folgenden  Art  im  .Mitlel  in  sich  vereinigend,  doch 
letzterer  näher  stehend  und  eine  iipi>igc  breitblältrige  Form  derselben  darstellend.  Aon  jener 
zunächst  durch  die  geringere  Statur,  um  die  Hälfte  kleinere  Blüten,  schmälere,  unterseits 
filzige  Blatl.ibschnittc —  von  dieser  durch  grössere  Statur  und  breitere,  weniger  eingeschnittene 
Blallabsebnitte   zu    unterscheiden. 

«.   P.  argeiitea.   ^ilherweisses  TingerTeraut»  Stengel 

ans  liegender  Basis  ansteigend  oder  aufrecht,  lilzig;  Blätter  5-schnittig, 
Blättchen  umgehchrtcirund-länglich,  länglich  oder  länglich- lineal  mit 
keiliger  Basis,  fiederspaltig- eingeschnitten,  am  Bande  unigerollt  und  un- 
tcrseits  weissfilzig.     Blüten  in  vielästigen  Doldentrauhen. 


178  BOSACEAE.  Potentilla. 

LiN\.  Sp.  pl.  712.  Clil.  hau.  42.  Koch  Svn.  f.  237.  443.  Sturm 
Deutsclil.  II.   II.  17.     Fl.  (lau.  t.  Sfi.'j.     Engl.  Iiol.  t.  89. 

b.  septeiuHCct«.    üas  siebenschnittige.    IJlätlcr  meistens  7-sclmit- 
tig,   lllattclu-n  breiter,  iinterseits  graufilzig  mit  zwischeiigemengten  lan- 
gen Ilaaren. 
An  Wegen,  Feldrainen,  Dämmen,  Hauern  und  Gestein,  auf  sonnigem 
niagerm   Lehm-   und    Sandhoden,    sehr    häufig    (h.   Iln.   z.  B.  lleiuhausen 
hei  Göttingen  — ).     .Hai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Alle  gtiincn  Tlieilc  lial.l  mehr  hal.l  weniger  mit  einem  lockern,  wulllgcn  Flh  iiherzogcn, 
in  der  Regel  ohne  die  z«  isrlicngemengten  langen  Haare  der  P.  inelinata  und  der  naiic  ver- 
wandten im  llabiliis  lind  durch  nach  dem  Blühen  zurüel>gebogenc  IJlütensfieJe  ahweichenden 
P.  collina  Wieb.  Doldentrauhen  reichhlütig,  nlütenstiele  gestrecht,  INiisschen  mit  abgerun- 
detem Rüchen.  —  Ändert  ah  mit  ficderspaltigen  an  den  Ziiifeln  Miederum  geschlitzten 
Blattern;  durch  Vhcrhandnahme  des  Filzes,  der  auch  die  obern  Blattseiten  überzieht  und 
durch  Aerminderung  desselben,  womit  beide  Blatlseiten  grün  erscheinen  (Sjnonymie  Chi.  han. 
das.  mit  Ausschl.  von  P.  arg.  ^.  vireseens  'WÄHLEND,  zu  P.  collina  WlEB.  gehörig).  Hin- 
sichtlich dieser  noch  die  Bemerhuug,  dass  nach  dem  Blühen  gehrümmte  Blütenstiele  nicht 
immer  ein  sicheres  Unterscheidungszeichen  der  Arten  sind.  Sic  kommen  hei  magern  fcin- 
stengeligen  Formen  mehrerer  Arien  vor,  die  im  kräftigen,  dieherstengeligen  Zustande  ganz 
straHe  gerade  Blütcnsliele  haben,    welches  physiologisch  leicht  erklärlich  ist.     Vgl.  Art.  11.  l'J. 

8.    P.  reptaiis.    Kriechendes  WingerTeraut,    Stengel 

ranhcnlormig  und  wurzelnd;  Blätter  5- schnittig,  Ahschnitte  läuglieh- 
umgeliehrtciruiid,  tief  und  stumpflich  sägezähnig,  am  Rande  und  uiiter- 
seits  zerstreuet  angedrücht- haarig;  Blütcnstielc  einzeln,  INiisschen  ge 
körnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.  714.  Chi.  han.  44.  Koch  Syn.  I.  238.  Schk.  Ilaudh. 
II.  T.  136.  Fl.  dan.  t.  1164.  Engl.  bot.  t.  862.  IIayne  Arzneigew.  IV. 
T.  32. 

::^  P.    procuntbentl  -  reptans.      Kriechendes   Ba- 
stard Jlng  erler  aut,     Bliitentheile  meistens  4-zälilig. 

P.  mixta  I>OLTE  in  Beichenb.  11.  gerin.  cxsicc.  n.  1743.     Kocii  das. 
An  Feld-  und  \^^aldräudern ,   Wegen    und  Graben,    auf  feuchtem  lo- 
chcnn  etwas  humushaltigcm  Boden,  häufig.     Juni,  Juli.—    August,  Sep- 
tember. 

Sicngel  bis  lu  3'  lang,  in  Zwischenräumen  wurielschlagend ,  langstielige  Blälter  und 
längergestielle,    ansehnliche    Blüten    treibend.       Kronen    goldgelb. 

».     P.    prociliiibens.     Nieder gestrecTetes   Winger. 

1er aut,  Stengel  ranl.enförmig,  ol»en  ästig,  im  fVuehttrageiiden  Zu- 
stande wurzelnd;  Blälter  3-  und  5-schnittig;  Blätleheu  umgekehrteirund, 
bis  zur  Mitte  tief  und  scharfspitzig  sägezähnig,  ]>iel»enhlätter  ganz  oder 
2 — 3-zähnig:    Bliitentheile  4-zählig;    INiissclien  gerunzelt. 

SiBTH.  Fl.  oxon.  162.  Koch  Sju.  I.  239.  P.  Tormentilla  v.  diffusa 
Chi.  han.  43.     Tormentilla  reptans  LiN\.  Sp.  pl.617.     Engl.  bot.  t.  864. 

In  Uainen  und  Wäldern,  auf  frischem  moosigem  humushaltigcm  Bo- 
den,   hier  und  da.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Der  vorigen  sehr  ähnlich.  Stengel  weniger  rankend,  aber  vielästig,  Blältchen  kürzer, 
weniger  keillurmig  in  die  Basis  verschmälert,  die  hei  jener  geraden,  gestreckten  Sägezähiie 
hier  leicht  gegen  die  Spitze  der  Abschnitte  gekrümmt  nnd  scharf  zugespitzt.  Blüten  last 
um  die  Hälfte  kleiner,  INüssehco  uur  auf  dem  Rücken  etwas  gekornelt.  Ändert  selten  mit 
.5 -zähligen   Blütentheilen   ab. 

lO.     P*    Tormentilla.      Tormentill-WingerTeraut, 

Stengel  liegend  oder  aufrecht ;  Blätter  3-seliuiltig,   sitzend,   Wurzelblät- 
ter 5- schnittig,  kurz  gestielt.  Blättchen  länglich-lanzettförmig,  der  Wur- 
zclblättcr  iimgekehrteiriind,  bis  gegen  die  gauzrandige  Basis  eingeschnit- 
ten-sägezähnig,   Nebenblätter  tief  3 — 5-spaltig;    Bliitentheile  4-zählig. 
SiBTH.  Fl.  oxon.  162.     Chi.  han.  43.     Koch  Syn.  I.  240.     Tormentilla 


Potentilla.  ROSACEAE.  179 

erecta  Linn.  Sn.  pl.  716.  Schk.  Haivlh.  II.  T.  1-36.  Sturm  Deutsclil.  Fl. 
H.31.  Fl.  «lau.  t.  589.  Engl.  bot.  t.  863  (T.  offlcinalis).  Hayne  Arznei- 
gew. I.  T.48. 

Auf  Trilten,  Angern  und  Heulen,  aucli  in  Ilaincn  und  an  Waldrändern, 
auf  sandigem  lehmigem  und  Luniosem  IJoden,  häufig.  Juni,  Juli. —  Au- 
gust, September. 

AViirzelstock  \erclickt  und  kiinlig,  braun,  innen  rötlilicb.  Stengel  meistens  kreisartig  am 
Bo.lcn  ausgebreitet,  seltener  steif  aufreebt,  bin-  und  bergebogen  und  astreieb,  nebst  den 
Bliiltcrn  angedrückt -baarig.  AVurzelblättcr  zur  Blütezeit  meistens  nicbt  mebr  »orbanden; 
INebenbLilter  oft  gross  und  den  Blätteben  ähnlicb.  Blüten  klein,  auf  langen  feinen  Blülen- 
stielen  eine  Iiebl.itterle  Bispe  bildend.      Kronblätter  gelb  mit  safranfarbenera  Punct  an  der  Basis. 

ti.    p.  venia.    Frühlings -IFingerlcraut»    Stengel  aus 

liegender  Basis  ansteigend,  nebst  den  Blattstielen  aufrecht  behaart;  Blät- 
ter 3-schnittig,  sitzend  oder  l;urz  gestielt,  untere  5  —  7- schnittig.  Blätt- 
chen umgehehrteirund-keilig,  nach  der  Spitze  zu  eingeschnitten  -  säge- 
zähnig  mit  kürzerm  Mittelzahn,  am  Bande  und  unterseits  oder  beiderseits 
mit  einfachen  Haaren  besetzt. 

LiMN.  Sp.  pl.712.  Chi.  han.  43.  Koch  Svh.  I.  ^41.  Stlrm  Deutschi. 
Fl.  11.17.     Engl.  bot.  t.37. 

b.  calcarea.  nie  tealkständige.  Gedrungen;  armblütig;  Stengel, 
Blätter  und  Reiche  Ton  doppelt  längern,  verworren -abstehenden  Ilaa- 
ren weisszottig. 

c.  cinerea.  Die  graiifilsige,  Stengel,  Blätter  und  Kelche  von 
dichtstcheuden  Sternhaaren  aschgraufilzig. 

P.  verna  v.   cinerea    Chi.  han.  das.      P.  cinerea    Chaix  in  Yill.  Hist. 

d.  PI.  d.  Dauph.  III.  567.    Koch  Syn.  das.    P.  incana  Fl.  d.  \^'ett.  II.  248. 
Auf  Triften,   Weiden,    an  Waldrändern  und  Wegen,    auf  trockenem 

magerm  Lehm-  und  Sandboden,  häufig,  b.  an  dürren  sonnigen  Kalkfel- 
sen; c.  nur  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  bis  an  den  Harz.  April  bis 
September.  —    Juni  bis  October. 

Abgesehen  von  der  ^eränderlicben  Grosse  %on  2"  bis  1',  ändern  die  Ilauptart  und  die 
Spielart  c.  ab:  mit  tiefer  eingescbnillenen ,  mit  fast  bis  zur  Basis  sägezähnigen  Blätteben; 
mit  feinern  lerlängerten  Stengeln  und  doppelt  langem  Blütenstielen  (v.  filiforniis  Clil.  bau. 
das.);  mit  geraden  und  wenn  die  Individuen  fcinstengelig  sind  bäufig  nach  dem  Blühen  zu- 
rückgekrümmten Blütenstieleu;  mit  grossem  und  kleinern  Blüten;  mit  an  der  Basis  durch 
einen  Fleck  bezeichneten  und  ungefleckten  gelben  Kronblältern.  —  Der  Bildungsgang  der 
Spielart  c. ,  durch  Einfinden  von  Sternbaaren ,  «elcbe  die  einfachen  langen  Ilaare  mebr  oder 
weniger  verdrängen,  ist  derselbe,  der  ähnliche  Abänderungen  in  der  Gattung  Cistus,  Bubus 
etc.    hervorbringt. 

t«.     P.    opaca.      Bläulichhaarige«   JPingerTeraut* 

Stengel  aus  liegender  Basis  ansteigend,  fadenförmig,  nebst  den  Blattstie- 
len, Blättern  und  Kelchen  von  vvagerecht  abstehenden  Haaren  zottig; 
Blätter  3— 5- schnittig,  sitzend  oder  kurz  gestielt,  untere  5— 7-schnittig, 
Blättchen  länglich -keilig,   eingeschnitten -sägczähnig  mit  kürzerm  Mittel- 

LiNN.  Sp.  pl.713.  Chi.  han.  44.  Koch  Svn.  I.  242.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.17.     Jaco.  Ic.  rar.   t.91.      Fl.  dan.  1. 1648  (P.  verna).     Engl.  bot. 

t.2449    (im    culti>irten,    vom    «ildeu    sehr    abweichenden    Zustande). 

Auf  hügeligen  Triften,  an  "Waldrändern,  Bergabhängen  und  Felsen, 
auf  magerm  steinigem  oder  sandigem  Boden,  im  südlichen  und  östlichen 
Theile  des  Gebiets  häufig,  gegen  IVord- Westen  abnehmend.  Mai  bis 
Juli.  —    August,   September. 

Aon  der  vorigen,  an  deren  Spielart  c.  sie  nahe  angrenzt,  zu  unterscheiden:  durch  die 
zierlichere,  feinerstengelige  Gestalt,  die  schmälern,  gewohnlieh  bis  zur  Basis  und  liefer  ein- 
geschnitten -  sägezähnigen  Blättchen,  nicht  gelbgrünes,  sondern  trüb  oder  graugrünes  Laub, 
und  das  rechtwinkelig  abstehende,    lange,   bläuliche  Haar.  —      Die  Blütcnstiele  krümmen  sich 


180  ROSACEAE.  PotentiUn. 


pgcn    <lic    Fru<lil«<iligiii>g 
«■i.gillgoii  Exoiiiplaicii    ist 


,l.-i.    Rclli-ncr    .o.l.o.nmcn.1.- 
^Viii/vll.nMU'i     l.oinnK'K    hi^ 


II.      riiichlflH'ii    ülx-rali    oder    tlocli    ainlNaltcl    mil    IlaaiMii 
l»csc(/.l.      FriichtlxMl  fii    rauhliaai-ig. 

13.    P.  alba»     19^€is«es  VingerTeraut.    Siin^cl  schwach, 

aiislcigciul,  aii.i- (iiH-isl  :}-)I.Wilis,  n«l>s(  ,l.n  lilaltsli.l.ii  auliccht -haarig; 
Wui/.fll)l:itti:i-  5-stlininig,  IJIättchcii  oval  o<l«n-  oval  -  hmy.M  loiinig  gegc-ii 
die  Basis  veiscliniälril ,  nach  dci;  Spitze  hin  ziisaiiiiiKMigfiuigl  -  siigezäh- 
nig,    iinlciscils  iiii«!   ain   Uandc   silhergläiizciid  -  seidciihaarig. 

LiNN.  S|i.  pl.71:5.  Chi.  hau.  45.  Mocii  Syn.  I.  243.  Sri  rm  D.utschi. 
Fl.   II. 4.     Jaco.    Fl.   aiislr.   II.    (.115.     Fngl.   hol.    t.  1381. 

X  P.  Fragariastro-alba.     Weisses  Bastard flnger- 

TeraWt»        Stengel    nnd    Blätter    von    vageiecht    ahslilienden     Ilaaien 

zottig;    Blattei-   3-  his    5-sch»ittig,    Ahsehnitte    oval-nnigeliehi(einnid. 

schwaeh  zusanimenneigend  -  sägezähnig. 

IIampe  Piode.  fl.  heic.  34.     P.  hyhiida  Wallr.   Sched.  247.     I».  l'ia- 

terna  ders.  in  Linnaea  XIV.  578.     "P.  splendens  Bam.  in   I)k  Cand.  Fl. 

fiane.  IV.  407.  Koch  Syn.  I.  243. 
Ant'  WahUviesen,  liehlen  grasigen  Stellen  im  Walde  und  an  Gc- 
hüsch,  auf  sonnigem  sandhalligem  Boden,  im  süd- östliehcn  Theile  des 
Gehiets,  am  Harze  die  INordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  er- 
reichend, hier  und  da  {Pr.  Wittenherg,  Halle:  Gutcnherg,  Klitlelholz, 
Heide;  Ilalherstadt :  am  Iliiy,  Steinholz,  Ilosstrappc  — ;  ./«.  llägde- 
sprung — ;  .Sc/um.  Frauhenhau'sen ,  Badra,  Sondershausen—;  Bi-.  Ilühe- 
land  — ;  Iln.  Königshof,  Sleigcrthal,  hier  unweit  der  Miltelmiihle  ilie 
Bastardl'orm — ).  Mai,  Juni,  und  meistens  zum  zweitenmal  August,  Sep- 
Icmher.  —    Juli,   Septemher. 

Slcngcl  .liiiiii.  Vi— l'  I«o<li.  Wiirzoll.I^ltoi-  laiiggcsticU,  später  iihor  .1<-n  Stengel  lier- 
Tornigeiul,  olierseits  tiiiligiüii  iinil  niKlt.  Bliiloii  gross,  liroiililätter  riiiullitli -iiiiigekclirteiriiixl. 
iuisger-milel ,  kürzer  als  ilie  Kelclizipfel ,  iiiileli«  eiss.  —  Die  zwiselien  ileii  lieideii  Staiiiiii- 
arten  gefundene,  liier  .nls  Bastard  anfgefiilirtc  Form  Jialt  niebt  allein  das  Mittel  der  Geslal- 
tnng,  sondern  schwankt  aiieli  l)ald  zu  dieser  liald  7,n  jener  der  Staminarlen  Liniilier:  diireli 
hald  sänimtlieli  3-,  l.ald  sämnitlieli  .'»- schnittige ,  bald  3 — 4-  nnd  .5  -  sebnitligc  Bliiltcr  auf 
einem  Inditiduum,  dnreb  bald  mehr  bald  weniger  nntcrseits  geidenbaarige  nialler,  dnreb  bald 
den  Kcicb  an  Länge  übcrtrelVendc ,  länglieb  -  iiingekebrleirunde ,  Iiald  ibm  an  Länge  gh'iebc 
mebr  rnndliebe  Hroublatter.  Ob  jedueb  das  Vorkommen  in  andern  Gegenden  diese  Meinung 
der  AbslMuimung  bcsllilige,  ist  mir  unbekannt,  weslialb  icb  sie  ,iuf  «eitere  Beobacbtung  bc- 
grimdeter    Prülung    enipleble. 

11.      P.    FragariaiBitruin.      Mrdheer.  VingerTeraut, 

Stengel  schwach,  ansicigciid  und  liegende  Banhen  Ireihend,  arin-(l — 2-) 
hlütig,  nehsl  den  Blattstielen  von  wagcreeht  ahsichendcn  Haaren  zottig; 
"Vl^irzelhlätler  3-schnittig,  Blältchcn  umgehchrleirormig- rundlich,  groh 
sägezjihiiig,    uuterseits  giau -seidenhaarig. 

EuRH.  Ilerh.  exs.  n.  146.  Chi.  hau.  4;j.  Koch  Syn.  1.243.  Fragaiia 
sterilis  LiNN.  Sp.  pl.  709.  Schk.  Handl».  II.  T.  135.  Fl.  dan.  t.  l."j7y. 
Engl.  hol.   1.1785. 

in  llchlen  Holzungen,  an  grasigen  Plälzen  zwis»  heu  (ichüsch,  an 
Baincn  und  Wegen,  auf  hügeligem  Kaihhalligem  —  in  den  l^hcncn  auf 
mergeligem  Boden,  ziemlich  häufig,  auf  den  I'>heiien  gegen  Worden  jedoch 
ahnchuiend  (hier  noch  //«.  Sehönlieck  unweit  Bremen — ;  III.  unweit  Ilam- 
hurg  im  letzten  Bedder  vor  Beinheck,  Jüthorncr  u.  ]>iendorfer  Holz  — ). 
April,  Mai.  —    Juli. 

Vom  Gesammtanseben  der  Wald -Erdbeere.  Uläller  in  der  Jugend  nnlersoits  und  am 
Rande    weiss    scideubiiarig- zottig,     später   die    Höhe    des    Stengels    erreiebend       nd    oben    last 


Agrimoiiia.  ROSACEAE.  181 

Kalil.  Kronen  niilcliweiss ,  Sfaulit'a<lcn  «ciss,  If.iitil  g.ili  ,  .  m  s.ifi;.ii!ai  henei  l)iai,ciiUi,nu 
z«iscbon    <lcn    StanbgofKSsen     nn.l   Fniclitknotcii. 

GM  jrjERVjLICHMS. 

Pharmaceutisch-JtKedicinisches«    /'«"  -/.  10.  die  ßf'tnzel 

(Hlxxk  n^iarcuk.  T.Sl.  I'.l.)  ofßchull  (Uiuliv  Toimcnlillae).  foi- 
vialt.  Best  and  th.  eisenfjrünender  Gerbestoff'  ttud  Stärkme/il.  Anwcn- 
duntf  in  Pnlverf'orm  oder  in  .Ibkochuntf ,  besser  im  .inff/itss ,  als  wirk- 
sames .hlslrinifens.  /*j«/yrt»«f  KxtraLtuiii  Tovnieiitillaf.  Branntwein,  durch 
die  einr/etei/le  fJ'urzel  roth  rjcf'ärbt ,  ist  beim  Landmann  als  matjenstär- 
kendes'  Mittel  und  ijeijen   den   Durchfall  im  Gebrauch. 

VechniSCheS»  fJ'ur-el  mehrerer  Arten,  besonders  der  .irt.10  u.7., 
zum  Gerben,  zum  Roth-  und  Schwarzfarben  des  Leders  und  durch  f^er- 
setzeu   mit    IJisenvitriol  zur    Uerstcllunif   einer   Dinte  anwendbar. 

ÖlCOnomiSCheS.  Art.  2.  4  bi.^  7  u.  13:  Zierpfhnizen.  Die  mehr- 
sttn,  v/.  r.  ausf/enommen ,  tjutc  fJ'eidekräuter ;  die  fVurzeln  von  A.  / 
II.  iO.  zur  Schiveinef'ulierunij  vorzüfjlich;  siinimtlich  den  Bienen  llonitj 
liefernd. 

H.     AI^RIITIO^IA.     OnMUMMWJVIG, 

I.IIVN.    Gen.    n.  ()07. 

Kelch  mit  krelselfÖiuiigei-  aussen  inll  liakenfcMiiiigen  Slaehel- 
borsteii  besetzter  Röhre,  durch  einen  tlriisigen  Ring  verenger- 
tem Schlünde  und  5-theiligem  Saum.  Kronen  5-hlattrig.  2 
vom  verhärteten  Kelch  eingeschlossene  i>iisschen.  iieschl.  Svst. 
Xf.  2. 

Mcbi-jährigc  Kräuter  mit  uiiterhioclicii  fietlersclinittigi'ii  Blältt-rn  und 
«lern  Rlattsticlc  augi'wacliscneu  TSebinldättcin.  Blüten  in  endstäuiligen 
ahrouföruiigcu  Tiaulicn,  Blütcustielclien  mit  1  Decklilatt  an  der  Basis 
und  2  Deci.Mältelien  unter  dem  gliedartig  eingesetzten  Kelehe.  Kronen 
lioeligell.. 

i.    A.  Eiiiiatoria.     Gemeiner  Oderntennig.     Frucht- 

l.elelie  verkelirtljegelförmig,  Ims  zur  Basis  tief  gefurcht,  untere  Keleli- 
Itorsten  wagercclit  al)stel>end;    Blaltabschnitte  länglieli. 

LiNN.  S|).  pl.618.  Chi.  hau.  52.  Kocii  Syn.  I.  245.  Schk.  Ilandh. 
II.  T.128.  Fl.  dan.  1.588.  Fngl.  I.ot.  {.\Mb.  Haynk  Arzneigew.  II. 
T.  19. 

An  Gehüscheu,  Zäunen  und  Wegen,  auf  trockenem  hesouders  nicr- 
gclhaltigeni  Boden,  häutig.     Jiuii  l)is   September.—    August,   September. 

Stengel    auficolit,     enif.icL    oiler     «enigastig,    '2  —  -i'  Iioeli ,     laiililia.rig.         BlStlelion     giol> 

nna    tiel'   gesägt,     ol.eisells    giiin ,     niilerseits     grauUa..iig.  Bliitenstielclien     sehr    km/,,     De.k- 

l.latt  der  Basis  3-tlieilig.  l'iuelitäluc  rutlienförmig ,  bis  im  V  lang,  mit  kleinen,  last 
siUenden,    kleltenälinlielien    Fiücl.ten. 

«.     A.    odorata.      StarTeriechender    Odermennig* 

Fruehtbelche  kugelig -glocbenförinig,  bis  zur  Mitte  leicht  gefurcht,  untere 
Kelcliborsten  zurückgeschlagen;    Blatfabschnitte  länglich- lanzettförmig. 

l>lii.L.  Oict.  n.  3.  Koch  Sju.  l.  245.  A.  procera  Wali.r.  Linnaea 
\1V.  573. 

In  Wäldern,  Gebüschen  und  an  Ackerraiuen  ,  auf  trockenem  niergel- 
oder  kalkhaltigem  Boden,  im  mittlem  bergigen  Gebietstheile  ziemlieh 
häutig  {Hs.  Cassel  :  zwischen  Simmersbausen  u.  Ihringsbausen  — ;  Pr, 
IVordhausen  — ;  Hn.  im  Hohnsteinseben  am  Harz,  am  Solling  in  mehrern 
Gegenden,  z.B.  zwischen  Oneusen  und  Adelebsen,  bei  Nienover  u.s.w.). 
Juni  bis  August.  —    September. 

Ber  vorigen  sein  aluilieli'  nn.l  daher  IViilier  iihersehen  ,  je.lorh  hühei  (his  zu  4-')  nn.l  slar 
ker,    Blaltahsehnlltc    langer    nn.l    inges|.itiler ,    lucisleus  hri.lerseifs  grün  ,    nnlerscils   reiu.lriisig. 


182  ROSACEAE.  Rosa. 

sUrli    tcrpcnliiiaiiig    ricclieiul.       Bliilcn    und  Fniclilliclqjic  gnisscr ,    Kelcliliorstcn    zalilrciclior  «ntl 
welir   iiacli   iiiilcn   goricLivt. 

PhartnaceutiSCh ' Medicinisches.  Das  liraut  beider  ehe- 
dem als  ncrvenstärheiides ,  heilendes,  wiirmlieibeudes  Mittel  of'ficinell 
(Ilcrha  Agiiiiiouiae),  jetsf  mir  noch  vieniff  im  Gebrauch,  f'orwalt.  Be- 
slundtheile:    Ätherisches  Öl  und  eisenyrünender  Gerbesio/f. 

technisches*  Die  Blüten  liefern  einen  dauerhaften  tjelben  Für- 
bestoff. 

3.   Gruppe.     ROSEAE.     JEIGMX TI,ICH: M   MiOSJEJV. 

Mehrere  von  tler  fleiseliig  gewordenen  Kelcliröhrc  eingeschlossene  nuss- 
arlige   Früchtclien. 

9.     RO$i>A.     MOSX. 

LtlNN.    Gen.    n.  6.31. 

Kelch  mit  krugföriiiiger,  nach  ül>cn  zusammengezogener 
Röhre,  durch  eine  ringformifi;e_Schelhe  verengertem  Schlünde 
und  5-theiligem  Saume.  Kron\'  5-hlätlrig.  Einsamige  iVüssehen 
von  langen  aus  der  Kelchröhrenmündung  hervorragenden  Grif- 
feln gekrönt.     Geschl.  Syst.  XII.  5. 

Den  Wald,  die  Yorhölzer  und  Fluren  schniüeliende  Striiuehe  mit  sta- 
cheligem Stamm,  ungleich  gefiederten  (selten  einlachen)  Itlättern  und  au 
der  Spitze  der  Jahrestrielte  stehenden,  einzelnen  und  declihlattlosen, 
oder  in  Mehrzahl  vereinigten  Blüten,  deren  Doldentrauhen  von  Deck- 
bliittern  unterstützt  sind,  die  durch  das  Zusammenwachsen  von  je  2  S\c- 
henhlatteru  unter  Zurückziehung  des  zwischenstehenden  Blatts  entstan- 
den. A'om  VA-  bis  in  das  Kugel-  und  Lmgekehrteil'örmige  ühcrgehendc 
orange,  purpurn,  blutroth  Lis  in's  Schwarzrothe  gefärbte ,  drüsenborstige 
oder  borstenlose  Früchte.  —  Der  Ilaarüberzug  der  Blatter  und  Blatt- 
stiele, ihr  Drüsenbesatz,  die  Bekleidung  der  Früchte  und  Fruchtstiele, 
wie  auch  die  Fruchtlorm  an  derselben  Art  unter  äussern  Einflüssen  man- 
nichlach  abändernd,  wonach  sich  die  Charakterisirinig  der  Arten  zunächst 
auf  die  Form  und  das  Zusammenscyu  gleichförmiger  oder  verschieden- 
artiger Stacheln,  auf  die  Zahnbildung  des  Blattrandes,  das  Verhalten 
der  Reichzipfel,  die  Beifzeit  und  die  ßeschairenheit  der  Fruchtsubstanz 
bei  der  Reife  zu  beschränken  hat. 

f    Blüten  meist  clnicln  und  dann  d  e  ch  1. 1  a  1 1 1  o  s.       Sehüsslingc   d.cJ.  l  *  la  cl.  cl  i  g. 

'1*  R.  lutea«  Geibe  Hose*  Stacheln  ungleich,  gerade,  stär- 
kere pfriemenförmig,  schwächere  borstenlormig,  an  den  altern  Zweigen 
etwas  gekrümmt;  Blättchen  zu  .5 — 9,  umgekehrteiruiid- elliptisch,  gleich- 
farbig, scharf  doppelt  gesägt;  Früchte  aufrecht,  niedergedrückt -kugelig, 
von  den  wagcrecht  abstehenden  oder  zurückgeschlagenen  lielchzipfeln 
gekrönt. 

MiLL.  Dict.  n.ll.  Koch  Syn.  T.  246.  Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  03. 
Bed.   et  Thor.  Bos.   T.  69  m.  Abb.     Jaco.  Hort.  vind.  t.  1. 

Zwischen  Gebüsch  und  an  Ilcckei»,  auf  liumushaltigem  Boden,  hier 
und  da  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  verwildert  (/*»•.  Halle:  Passen- 
dorf, Schiettau,  ]>laumburg — ;  .Se/iu;.  Arnstadt — ).  Juni,  Juli. —  Sep- 
tember. 

Sliauoli  tun  .'>—(>  Ilnlio.  sc'lilanh  uul  i.hoiliangenden  Zwcigrn.  Itlnlrn  ciiurln  am 
E..dc  diT  Zwoigo,  auch  »Olli  zu  2,  seilen  z»  :i  nnd  dann  die  zweite  oder  drille  mit  einem 
DeeklilatI  an  der  Basis  des  Bliilensliels.  Kronen  gross,  fast  doppelt  langer  als  der  Heli'Ii, 
knclilend    Ijoelieelb.       Triielilc    seliarlaclirotli. 


Rosa.  ROSACEAE.  183 

9*   R.  pimiiinelllfolia.  Biehernellblättrige  Mose. 

Stacheln  iiii^lcich,  gerade,  stiirliere  ptrieineiifonnia;,  scinväcliere  horstcii- 
lorinig;  Itlättchen  zu  5 — 9,  ruiidlicli  oder  lundlicli-oval ,  scharf  kerbig- 
gesägt;  Früchte  niedergedrückt -kugelig,  von  den  ganzrandigen  aufrech- 
ten KelchziptVlii  gekrönt. 

De  Cand.  Prodr.  II.  608.  Chi.  han.  54.  Koch  Sjn.  I.  246.  Red.  et 
Thor.  Ros.  I.  84  m.  Ahl».  R.  spinosissima  Ehrh.  Reitr.  Y.  161.  Fl.  dan. 
t.398  (R.  spinosissima).     Engl.  bot.  t.  187  (<lesgl.). 

Iin  Flachlande  der  Nordseeküsten  und  Inseln,  auf  Sandboden,  selten 
(Bn.  Nordernei,  Juist,  ehedem  auch  bei  Harburg  (Ehrh.  a.  a.  O.)  — ), 
im  Innern  zwischen  Gebüsch,  auf  sonnigem  magerm  Hügelboden,  hier 
-wahrscheinlich  nur  verwildert  (//«.  Hildesheim  am  Rottsberge  — ;  Pr. 
Halle:    Erdeborn,  Wieskau,  Schiettau  an  der  Fuhne). 

niclitästiger,  wclstaclieliger,  1 1/,^  —  2'  hoher  Strauch.  BlUtcn  auf  kurzen,  der  Länge 
nach  am  Stengel  geordneten  Xstchcn,  Kronen  blass  rosenroth  in  weiss  verbleichend.  Friichte 
gross,  nebst  den  Stielen  borstenlos,  schnarzroth,  als  seltene  Abänderung  purpiu-n  (R.  siii- 
nosissiuia   REIT.  n.  Abel    T.  77.). 

*3.  R.  alpllia.  A.lpen.M,OSe.  Stengel  und  Äste  stachellos; 
Blättchen  zu  5 — 7,  eirund -elliptisch  oder  oval,  doppelt-gesägt;  Frucht- 
stiele zurückgekrümmt,  Früchte  eiförmig  oder  ellipsoidisch,  von  den  auf- 
recht-zusammenneigenden  Kelclizipfeln  gekrönt. 

LiNN.  Sp.  pl.  703.  Koch  Syu.  I.  248.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  26. 
Red.  et  Thor.  Ros.  III.  15  m.  Abb.     Jaco.  Fl.   austr.  III.  t.  279. 

An  Berghängen,  auf  felsigem  Grunde,  als  nördlichstes  Vorkommen  in 
Deutschland,  sehr  selten  {Br.  an  den  Felsen  des  Bodegcbirgs  neuerlich 
aufgefunden  durch  Hrn.  Apotheker  Hampe  in  Blankenburg,  dessen  Scharf- 
blick und  Sachkenntniss  die  Flora  des  Gebiets  manche,  stets  freundlich  und 
offen  mitgctheilte,  Entdeckung  verdankt).     Juni,  Juli. —    September. 

Unsere  Pflanze  ein  kaum  über  1'  hober,  niederliegender,  ästiger,  unbetvehrtcr  Strauch. 
Blätter  mit  meist  h  bis  7,  elliptischen,  stumpfen  oder  spitzen,  doppelt-  und  3-fach-ge- 
sägten,  ■  »öllig  unbehaarten,  oberseits  grünen,  unterseits  veisslichgrünen  Blättchen,  die  an 
den  jungen  Trieben  oft  purpurn  angelaufen  sind.  Blattstiele  mit  wenigen,  sehr  kurzen  ,  ge- 
raden oder  etwas  gebogenen  Stacheln  und  zwischen  diesen  mit  kurzgestielten  Drüsen  besetzt, 
die  sich  hier  und  da  auch  am  Saume  der  Blättehen  hinaufziehen.  IVebenlilätter  durch  ge- 
stielte Drüsen  dicht  gewinipert.  Blüten  gross,  Helcbzipfel  länger  als  die  abgerundeten, 
schwach  ausgcrandcfen  Hronblätter,  lanzcftforuiig  in  eine  lange  schmale,  gegen  das  Ende 
an  Breite  wieder  etwas  zunehmende,  ganzrandige  oder  hier  und  da  mit  einem  schmalen  An- 
hängsel Tcrsebene  Spitze  auslaufend,  am  Rande  und  auf  der  Aussenüäche  mit  gestielten  oder 
sitzenden  Drüsen  besetzt.  Fruchtstiel  gekrümmt,  mit  wenigen,  schwachen,  meistens  drüsen- 
tragenden  Stachelborsten  »ersehen,  welche  auf  die  Basis  der  Frucht  übergehen.  —  Unsere 
Form  stellt  demnach  den  Übergang  der  R.  alpina  in  R.  pyrenaica  GOUAIV  dar  und  wird, 
unter   Mitberücksichtigung   der   Zwerggestalt,    als    eine   »ar.  rupestris   zu   betrachten   seyn. 

f-J-    Blüten    meist    zu   3  —  .5     in    deckblättrigen   Doldentrauben,    seltener 
zu     1—2. 

Schösslinge    dichtstachelig. 

4.    R.  ciiinaiiiomea.    Zitnniet-Mose,    Staclieln  ungleich, 

fast  gerade,  stärkere  pfriemenförmig  mit  herablaufendcr  Basis,  schwächere 
borstenförniig,  an  den  Ästchen  meist  ncbenblatfständig;  Blättchen  zu  5 — 7, 
oval -länglich,  unterseits  grau  und  flaumhaarig,  einfach -gesägt;  Früchte 
kugelig,  von  den  ganzrandigen  zusammenneigenden  Kelchzipfeln  gekrönt. 
LiNN.  Sp.  pl.  703.  Chi.  han.  55.  Koch  Syn.  I.  248.  Red.  et  Thor. 
Ros.  III.  133  m.  Abb.  Fl.  dan.  t.  688  (R.  mutica).  t.  868  (R.  fluvialis). 
Engl.  bot.  t.2388. 

b.  foecundissinia.     Blüten  ganz  oder  halb  gefüllt,    Kelchröhre   krei- 

sclfürmig  angeschwollen. 


1S4  ROSACEAE.  Rohh. 

MtKCiiiiAis.  llinisv.  A'.  279.  Clil.  Iiaii.  das.  R.  cinnamoiiiea  ß.  Kocu 
das.  ri.  daii.  t.  1214  (U.  ro.riiiulissinia). 
In  Voiliölzoiii  und  liclileii  V^aldiingt-n ,  auf  hall;-  und  gypslialtigem 
Hoden,  scilon  (lln.xi.Pr.  am  alten  Stolll»ergc,  hier  häufig  und  an  vielen 
Stellen,  z.B.  am  Wege  von  Stenn»eda  nach  Steigerthal,  an  den  süd- 
lichen Abhängen  nach  Uottleherode  zu  u.s.w.);  h.  meistens  in  der  I>lähe 
von   Oitschallen  in  Gehüselicu  und   liechen  veiAvildort. 

S.hlanluT,  5  —  8'  hoher  St..M..h  mit  .l,.nh.l|..MiMmolh.-n ,  gliinz-cndcn  o.lcr  bcrciacn  Z,v,i- 
gcii.  rSchoiiMätter  ticr  hlühciulfii  Ä^U■hcIl  mit  rundlich  -  Iiuizsi>il7.igcii  Zi|ifc]n  uiul  sehr  <cr- 
behinülcrter,  iinifasscniler  Basis,  an  den  bliitenlosen  Zweigen  mit  rühreiiartig  zusammennei- 
genden    Rändern.       Friiehle    klein    {i  —  ö'"    im    Dnrchm.)  ,     roth. 

5«    R>  tiirbiiiata  b.  plena.    Kreiselbliitige  Hose,  mit 

gefüllten  Blüten.  Stacheln  ungleich,  stärkere  last  sicheHörniig, 
schwächere  horslenlormig  mit  ZAvischeugemengten  Drüsenhorsten,  säninil- 
lich  im  Alter  verschwindend;  Blättchen  zu  5  —  7,  breiteirund,  grob  ge- 
sägt;  Kclchröhre  hreiselartig  angeschwollen  mit  aJ»gesj>errtcn  Zipfeln. 

U.  turJ)inata  AiT.  Hort,  hew .  Ilf.  24(5.  Chi.  hau.  56.  Jaco.  Ilorf. 
schocnbr.  IV.  t.  415.  Red.  et  Thor.  Ros.  I.  127  m.  Abb.  R.  turbinata  ß. 
plena  Koch  Sjn.  I.  249 

In  Gebüsch  und  an  Hecken,  auf  huniushaltigem  Bo<l<'n,  hier  und  da 
verwildert  {Hs.  Jestedt ;  Pr.  Halle:  Lehndorf,  Westewitz,  INic-tleben, 
Granau  — ;    Sehw.;   tin.   Petersberg  bei  Goslar  — ;  311;.).     j>Iai,  Juni. 

Grünzweigiger,  6  — S'  hoher  Strauch.  Blältehcn  gross,  «inerfaltig,  obersclts  lichlgriin, 
nnterscits  ivcisslich  -  grün.  ßlaflslicle  dicht  hehaart.  IN'ebenlilaller  halb  umfassend,  liurz,  «o 
sie  in  «eckhlUller  übergehen  breiter,  fast  kreisrund.  Blütenstielc  nebst  Kelehrühre  drüsig- 
borstig oder  fast  glatt.  Kronen  roscnrotL  mit  bliiulichcm  Schimmer.  —  Über  die  bei  >Vicu 
entdeckte  Stammart,  deren  Kelehrühre  «ie  bei  R.  ranina  nach  oben  zusammengezogen  ist, 
»ergl.    Kocu    a.  a.  O. 

Stacheln    derb.        Schosslinge    zcrstreuelstachelig. 

f».  K«  Canilia.  MundS-Hose»  Stacheln  gleichartig,  aus 
Itreiler  Rasis  kurz  sichelförmig  gekrümmt,  an  den  Ästchen  zum  Tlieil 
nebenblattsländig;  Rlättchen  zu  5  —  7,  länglich- elliptisch,  elliptisch  oder 
eirun<l,  unbehaart,  scharfs]>ilzig-gcsägt  mit  bogig  gegen  die  Rlättchen- 
s])itze  gerichteten  Sägezähnen;  Früchte  eiförmig  oder  ellipsoidisch,  nebst 
den  Fruchtstielen    borstenlos. 

LiNN.  Sp.  pl.  734.  Chi.  han.  57.  Fl.  d.  Königr.  Ilannov.  Beschreib. 
Thl.  II.  T.ll.  Roch  Svn.  I.  250.  u.  vulgaris.  Reit.  u.  Abel  Holzart. 
T.61.  Red.  et  Thob.  Ros.  II.  51  m.  Abb.  Fl.  dan.  t.555.  Fugl.  bot. 
992.     IIayne  Arzncig<-w.  XI.   T.  32. 

b.  duiiietoruiii.  Die  xarthaarige.  Meist  stärker  und  kurzästiger; 
Blättchen  eirund  o<ler  elliptisch,  Itesonders  unterseits  nebst  dem  Blatt- 
stiele mehr  oder  weniger  behaart ,  seltener  kahl;  Früchte  kugelig  oder 
kugelig -eiförmig,  nebst  den  Fruchtstielen  kahl  oder  letztere  mit  eini- 
gen   Stieldrüsen. 

R.  canina  ß.  dumetorum  Koch  das.  R.  dumetoruni  Thuill.  Fl.  ]>ar. 
Ed.  II.  250.  Red.  et  Thor.  das.  II.  85  m.  Abb.  R.  canina  v.  puberula 
und  v.  subvillosa  Chi.  han.  .57.  58.  R.  sepium  Borkh.  Forstbot.  1-327. 
R.  collina  De  Caivd.  Fl.  IVane.  IV.  441. 

c.  oollina.  Die  borstenstielige.  Blättchen  eirund  oder  rundlich- 
eirund,  besonders  unterseits  nebst  dem  Blattstiele  behaart;  Fruchtstiele, 
oft  auch  die,    meistens  eiförmigen   Früchte,    drüsig-borstig. 

R.  canina  ;'.  collina  Koch  das.    R.  collina  Jaco.  Fl.  austr.  II.  58.  1. 197. 
Engl.  bot.    t.  1895.      It.   canina    v.   setosa    Chi.  han.  58.      B.  dumetorum 
Fngl.  bot.   t.  2.579. 
.' X  R.  piibisiiiomo.eaiiiiia.     Jf^ein.Bastanihund«- 


Rosa.  ROSACEAE.  185 

rose»  Stacheln  scliwäclier  und  weniger  gekrümmt;  Blättclien  beson- 
«lers  iinterseits  zerstreuet -»Irüsig,  doppelt  gesägt  mit  aufrecht -abste- 
henden Sägezälinen;  Früchte  eiförmig  nebst  den  Fruchtstielen  I»ahl, 
seltener  mit  einigen  Drüsenborsten. 

11.  cnuina  cl\  sepium  Koch  das.  25'2.  R.  canina  d.  inodora  Fries 
Summ.  veg.  Scaud.  173.  Fl.  dan.  t.  2233  (U.  inodora).  11.  Rluchii  Wimm. 
et  Grab.  Fl.  siles.  II.  1.  88. 

U.  sepium  Thuill.  das.  252  (nach  Evcmpl.)-     1\.  myrtifolia   IIai.i,.  üi.  in 

Schleich.    PI.    exsicc.    (<ler    Straudi    sdiwäclier    iiiul    die    Blältclifii    kleiner). 

In  Gebüschen,  Hecken,  an  Wald-  Weg-  und  Ackerrändern,  auf  fri- 
schem Boden,  allgemein  verbreitet;  c.  auf  magerni  sonnigem  Bodeii  der 
südlichen  Gebictshälfte ;  tlie  Bastardform  sehr  einzeln  (//*.  Witzen- 
hausen— ;  Pr.  Kaitene]»cr — ;  //n.  üuderstadt — ).  Juni,  Juli. —  Oc- 
tober. 

AiifrccLler,  iveilscliweifiger,  4,  Ö — 12'  LoLcr  Slraucb,  an  Ilolzrändern  oft,  der  R. 
ar^cnsis  älinlicli,  lange  «eit  iiberliiingeude  oder  an  der  Erde  liegende  Ranken  treibend  (R. 
sannentacea  Engl.  bot.  t.  VJÖOÖ.),  an  den  Spiebirten  b.  c.  meist  sliimuiiger  nnd  kiirz,Tstiger. 
Rhittcben  glänzend  dnnkel  -  unterseits  bellgriin  oder  besonders  auf  Kalkboden  blanlieb  bereift 
(R.  glaucesrens  UESV.  Joiirn.  1813.  p.ll4.),  einfach  oder  dojipell  sagezäbnig,  durch  ver- 
schiedene Grade  unterseits  beginnender  Behaarung,  oft  ebenfalls  in  Verbindung  mit  Reif 
(R.  cacsia  Engl.  bot.  f.  2.367.  R.  nncinell.i  Bess.  Enum.  64.).  in  graugrüne  FSrhung  über- 
gehend, auch  die  einfachen  Sägczähnc  in  .3  —  .1-fache  Zähneheubildiing  abändernd;  nebst 
den  Bliilen,  deren  blassrolhc  Kronen  oft  bis  in  weiss  ausbleichen  (R.  leneanlha  Red.  et 
TllOK.  das.  I.  129  m.  Abb.)  und  deren  freie  Stempel  nicht  selten  mehr  oder  weniger  nnler 
sich  ier«achsen  (R.  systjla  Bast.  KoCH  das.  254.  R.  slvlosa  Desv.  Red.  et  TlIOR.  das. 
!1I.  31  m.  Abb.,  auchR.  eollina  Engl.  bot.  t.  189.1.),  "oft  doppelt  kleiner  (R.  canina  v. 
mi.ranlha  Chi.  hau.  .58.  R.  hibernica  Engl.  bot.  t.  2196.)  ,  auch  dreifach  kleiner  (R.  aei- 
phvll.i  Rau  Enum.  Ros.  69.  RED.  et  TllOR.  das.  II.  3;  beide  m.  Abb.).  Zahl  der  Früchic, 
die  in  den  Trugdolden  der  Hauptart  zu  3  —  .5,  und  denen  der  Spielart  b.  oft  zu  7 — 9 
sieben,  bis  zur  einzelnen  Stellung  abnehmend,  und  ihre  Gestalt  von  der  vorherrschenden  ei- 
förmigen bis  in  die  kugelige,  auch  wohl  umgekehrteiförniige  der  mittelständigcn  Blüte,  ab- 
ändernd. —  Von  R.  rubiginosa  durch  die  Gleichfürmigkeil  der  Stachclbildung  (wenn  auch 
die  kleinblättrigen  Formen  weniger  gebogene  Stacheln  beigemengt  haben)  und  den  Mangel 
des  ]iflaumenarligen  Geruchs  der  zerriebenen  Blätter,  von  der  geradstachcligen  R.  lumentosa 
und  R.  villosa  eben  dadurch,  ausserdem  aber  durch  bogig  begränzte,  gegen  die  Blättehcn- 
spilze    ziisanimenneigende    Sägezähne    zu    unterscheiden. 

9.  R.  rilbisinosa.  If^ein-Hose»  Stacheln  ungleich,  stär- 
kere aus  breiter  Basis  schlank  sichelförmig  gekrümmt,  schwächere  fast 
gerade,  an  den  Astchen  zum  Theil  nebeiiblattständig;  Blättcheii  zu  5  —  7, 
eirund  oder  rundlich -eirund,  unterseits  mit  Drüsen  besetzt,  doppelt-ge- 
sägt  mit  geraden  abstehenden  drüsig -gewimperten  Sägezähnen;  Früchte 
eiförmig-kugelig,    nebst  den  Fruchtstielen  drüsenborstig. 

Lina-.  Mant.  II.  564.  Chi.  hau.  59.  Koch  Syn.  I.  252.  Schk.  Uandb. 
II.  T.  134.  Red.  et  Thor.  Ros.  I.  93  m.  Abb.  Engl.  bot.  t.991.  Reit. 
u.  Abel  Holzart.  53  (R.  Eglanteria).     Fl.   dan.  t.  870   (R.  suavifolia). 

R.    micrantha    Engl.    l>ot.    t.  2490    (weuigblütig   u.  mit    »enlgern    Stacheln). 

b.  laeviüj.  Die  glattfrüchtiye.  Blättchen  oberseils  drüsenlos  und 
unbehaart;    Früchte  und  Fruchtstiele  borstenlos. 

R.    rubiginosa    V.    glabella    Chi.    han.    das.    (mit  Ausschluss   von    R.  sepium). 

c.  pinipinelloides.  nie  biebernellblättrige.  J>iiedriger  und  sclnvä- 
cher;  Stacheln  «lichtstehend,  lang  pfricnienförmig  ziigespitzt  und  ge- 
rade; Blättchen  kleiner,  rundlich;  Früclite  meist  einzeln,  Fruchtstiele 
>venig  borstig. 

Chi.  hau.  das.  R.  rubiginosa  t) .  aculeatissima  De  Cand.  Prodr.  II. 
616.     Red.  et  Thor.  das.  II.  97  ni.  Abb. 

d.  »«plniilifolia.      Die  stachelblättrige.      ]>iedriger  mit   schlanken 


186  ROSACEAE.  Rosa. 

Zweigen;  Stncbeln  tliclitstcheixl,  aus  rtiiidiiclier  Basis  lang  pfiicnicn- 
förmig  zugespitzt  und  gerade ;  Itlättcben  rundlicli,  wenigdrüsig,  uuter- 
scits  an  den  Adern  mclir  oder  weniger  mit  feinen  Stacheln  besetzt. 

11.   rul>iginosa  ju.  spinulit'olia  Dk  Cand.  das.     lt.  s|>iiiulilolia  Dhmatra 
Essai.  8.     Koch  das.  250.     IIed.  et  Thor.  das.  III.  8  ni.  Ahb. 
In  Gebüsclien,  Hecken,  an  Wegen,  Waldrändern  und  in  lichten  Wal- 
dungen,  auf  magerni  sonnigem  Boden,  häufig;    e.   auf  Gyps-  und  dürrem 
Kalkboden,    selten  (//»i.  Dorstc — );    d.  in  lichten    Geholzen,    selten    (am 
Deister  bei  Kloster  Itarsingbausen).     Juni  bis  August.  —    October. 

■\oll-  iiiiil  meistens  kiirzästiger  Strauch,  4  —  h'  hoch,  mit  dichter,  matlgriiner,  durch 
Drüscnhcsatz  unlerseils  in  das  Rostbraune  spielenden,  wein-  oder  pflaunienarlig  riechender 
Belauhnng,  kleinen  Blüten  und  gesättigt- rosenrothen  Kronen.  In  Waldungen  weniger-  und 
schlankcrästig,  auch  minder  drüscureich  (U.  nemorosa  LlBERT.  in  Lej.  Fl.  d.  Spa  11.311. 
R.  nrmoralis  Red.  et  TllOR.  das.  II.  -3  m.  Abb.).  >Veniger  als  R.  canina  in  der  Form 
der  Blättrlien  abändernd,  die  jedoch  oft  kleiner  vorkommen.  Blüten  bisweilen  wie  jene 
eine  svstjla  bildend.  Früchte  stets  kleiner  nnd  rundlicher,  borstig  oder  glatt,  seltener  in 
der  Spielart  b.  auch  die  Borsten  an  den  Fruchtstielen  .iblegend.  —  Spielart  e.  1 '/j  —  -' 
hoch,  vom  Gcsammtanschen  der  R.  pimpinellifolia.  Blattehen  von  4  —  ^"'  im  Durchmesser, 
Blüten  der  Hauptart,  Früchte  glatt.  —  Spielart  d.  der  vorhergehenden  ähnlich,  ausser  durch 
schlankere  Zweige  und  schmälere,  an  der  Basis  weniger  flach  gedrückte  Stacheln  der  Zweige, 
durch  den  Stachelbesatz  der  Blättchen  sich  unterscheidend.  Es  kouinien  aber  auch  K\cmplare 
vor,    an    denen    diese   Blattstachcln    sich    zum    Thcil    oder    ganz    verlieren. 

S.  R*  tomeiito^a.  Wilzhlättrige  Mose,  Stacheln  un- 
gleich, fast  gerade,  stärkere  aus  zusammengedrückter  llasis  allmälig  zu- 
gespitzt, schwächere  pfriemenförmig,  au  den  Ästchen  meist  nebenblatt- 
ständig und  gebogen;  Illättcben  zu  5 — 7,  eirund  oder  elliptisch  aschfar- 
ben-hellgrün, oberseits  zerstreuet  behaart,  unterseits  filzig -weichhaarig, 
spitz -doppelt -gesägt  mit  geraden  Sägezähnen  ;  Früchte  rundlich  -  eiförmig 
bis  ins  Kugelige,  nebst  den  Fruchtstielen  drüsenborstig  oder  borstenlos, 
reif  knorpelig  und  meist  von  den  zurückgeschlagenen  abfälligen  Kelch- 
zipfeln entblösst. 

Sm.  Fl.  brit.  II.  539.  Engl.  bot.  t.  990.  Koch  Syn.  I.  253  (mit  Aus- 
schluss   einiger   zu    R.  villosa    gehörigen    Synonyme).        ReD.    et    ThOR.    IloS.    II.    39   Hl. 

Abb.      11.  villosa    Chi.  han.  56  (zum  Tl.eil).      Fl.  dan.    t.  1458    (R.  villosa). 
R.  hispida  Borkh.  Forstbot.  1332. 

b.  scabriusoula.  IBie  scharj haarige.  IViedriger;  Stacheln  schwä- 
cher; Rlättchen  oberseits  schwach  behaart  bis  ins  Kahle,  unterseits 
scharfhaarig- filzig;    Früchte  nebst  den  Fruchtstielen  wenigborstig. 

R.  scabriuscula  Engl.  bot.  t.  189fi.     Red.  et  TiiOR.  das.  I.  131  m.  Abb. 

c.  nuda.  Hie  abgehaarte.  Niedriger,  ästiger;  Rlättchen  eirund, 
zugesj>itzt,  lederartig  und  beiderseits  haarlos;  Früchte  kugelig  und 
borslenlos,    Fruchtstiel  drüsenborstig. 

R.  marginata  Wallr.  Ann.  bot.  68. 

d.  laevis.  Hie  glattfrüchtige.  Früchte  nebst  den  Fruchtstielen 
borstcnlos. 

R.  farinosa  Rechst.  Forstbot.  243  u.  1046.     Red.  et  Thor.  das.  III. 
61  m.  Abb. 
In  Gebüschen,    Hecken,    an  Ackerrainen  und  Waldrändern,    auf  ma- 
gerni besonders  auf  kalkhaltigem  Boden,   häufig;    die  Spielarten  einzeln. 
Juni,  Juli.  —    Ende  Septembers,  Octol»er. 

Kurzästiger  Strauch  von  4  —  5'  Hohe,  die  Spielarten  niedriger.  Blättehen  meist  spitz, 
unterseits  mit  oder  ohne  Brüscn.  Blüten  meistens  zu  3  —  5,  an  den  Spielarten  zu  '2,  oder 
einzeln.  Kronen  bleirhrotli  mit  weissen  Nägeln,  oder  weiss  mit  rothem  Anhauch,  selten 
ganz  weiss  (am  Meissner,  wozu  wahrscheinlich  R.  alba  MÖNCH  Knum.  pl.  Hass.  I.  2.56.  ge- 
hört). Kronblätter  am  Saume  nie  drüsenwimpcrig.  Früchte  aufrecht,  bei  ihrer  späten  Reife 
orange-  oder  mennigroth,    nicht  mussig.  —      Von  den  vvcichh.iarigca  Spielarten  der  R.  canina. 


Rosa.  ROSACEAE.  187 

ausser  den  dort  angegebenen  Yerscliiedenlieiten,  durch  das  nicbt  abrcibbarc  Gran  der  lilätt- 
cben    zu    unlerscbciden. 

9.  R.  villosa*  Sammefblättrige  Mose,  Stacheln  ge- 
rade, stärkere  aus  kurzer  Itasis  pfriemenförniig  zugespitzt,  schwächere 
horstenlörmig,  au  den  Ästchen  oft  nehenhlattständig;  Blättchen  zu  5  —  7, 
oval -elliptisch,  grünlichgrau  und  beiderseits  sammetartig- weichhaarig, 
spitz -doppelt -gesägt  mit  geraden  Sägezähnen;  Kronhlätter  oft  drüsig- 
govinipert;  Früchte  kugelig,  nel>st  den  Fruchtstielen  drüseuborstig,  sel- 
tener borstenlos,  reif  von  den  aufrechten  Relchzipfeln  gekrönt  und  mussig- 
lleischig. 

LiNN.  Fl.  SUeC.  463  und  Herbar.  (Früchte  borstig).  Chi.  han.  (einige  Syno- 
nyme   anders    zu    stellen    und    R.   tomentosa    ausznscbliesseu ).       R.   villosa    U,    sylvestris 

De  Cand.  Prodr.  II.  618.     l\.  villosa  ß.  Sm.  Fl.  brit.  II.  538.     II.  mollis 
Engl.  bot.  t.  2459.     R.  moUissima  Willd.  Prodr.  n.  1237  (Früchte  horstenlos). 
Fries  Summ.  veg.   Scand.   174.      R.  ciliato-petala  Koch  Sjn.  I.  253. 
b.   pomifera.     Hie  grossjrüchtige.     Höher  und  stärker;   Blättchen 
länger;    Früchte  zum  Thcil  nickend  und  doppelt  grösser. 

R.  villosa  LiNN.  Sp.  pl.  704.     Sm.  das.     Engl.  bot.  t.  583.     R.  villosa 
ß.  pomifera  De  Cand.  das.     Red.  et  Thor.  Ros.  I.  67  m.  Abb.     R.  po- 
mifera Herrm.  Diss.  17.     Koch  das. 
In   lichten   Waldungen,    Hainen    und   Gebüschen,    auf  humushaltigem 
Roden,  weniger  häußg  als  R.  tomentosa;   b.  an  Zäunen  und  in  der  IXähe 
von  Gärten  hier  und  «la  verwildert.     Juni.  —    Mitte  Septembers ,  b.  Ende 
Augusts  und  Anfang  Septembers. 

Höhe  5  —  6',  der  Spielart  6  —  10'.  Blättchen  untcrseits.  nebst  Kelchzipfeln  und  Ne- 
benblättern, bald  mehr  bald  weniger  drüsig  und  besonders  an  b.  bleberig.  Blüten  einzeln 
oder  zu  zweien.  Kronblätter  bleichrotb.  Früchte  unreif  meist  violet  angebaucht ,  zur  Reifzeit 
blutroth  und  glänzend,  die  der  Spielart  bis  zu  -^f^"  im  Durchmesser  stark,  dunhelpnrpurn, 
blau  angelaufen.  —  Der  Besatz  des  Saumes  der  Kronblättcr  mit  Stieldrüsen  ist  nicht  con- 
stanf.  An  überhaupt  drüsenreichen  Individuen  tritt  er  häufig  ein,  an  weniger  drüsenrcicheu 
vermisst  man  ihn  mehr  oder  weniger,  ja  auf  demselben  Strauche  kann  man  diese  Verschie- 
denheit an  einzelnen  Blüten  wahrnehmen.  Dies  gilt  sowohl  ton  der  Haupt-  als  der  Spielart, 
während  letztere  doch  meistens  drüsenreicher  ist.  .5  Exemplare  des  EllRHART'schen  Nach- 
lasses, welche  dieser  bei  Upsala  zu  lUNlVE's  Zeit  sammelte  und  mit  dem  Namen  R.  villosa 
L.  bezeichnete,  entsprechen  der  hier  von  der  Ilauptart  gegebenen  Charakteristih ,  wie  nicht 
minder  dem,  was  FäIES  von  seiner  R.  moUissima  sagt.  Nur  an  einem  dieser,  offenbar  von 
demselben  Strauche  entnommenen,  Fxenipl.  ist  der  Saum  einiger  Ii.runblätter  mit  gestielten 
Drüsen  besetzt.  —  Als  Cnterscbeidungsmerkniale  der  R.  villosa  von  der  unverkennbar  nahe 
)cr«aridlcn  und  änsserlich  sehr  ähnlichen  R.  tomentosa  dienen  der  höhere  Wuchs  der  erstem, 
die  geradern,  feinern  Stacheln,  die  beträchtlich  verschiedene  Reifzeit,  Substanz  und  Färbung 
der   Früchte. 

'lO.    R.  gallica»    Französische  Mose*   Stacheln  ungleich, 

stärkere  aus  zusammengedrückter  Basis  leicht  sichelförmig,  schwächere 
pfriemenförmig,  fast  gerade,  mit  zwischengemengten  Drüsenborsten;  Blätt- 
chen zu  5  —  7,  lederartig,  rundlich- elliptisch  oder  elliptisch -umgekehrt- 
eirund, zweifarbig,  unterseits  graugrün  und  fein  beliaart,  grosszähnig- 
gesägt;  Früchte  unigekehrteiförmig  oder  kugelig,  nebst  den  Fruchtstielen 
drüsenborstig,    reif  knorpelig. 

LiNN.  Sp.  pl.704.  Koch  Syn.  I.  2.55.  Hayne  Arzneigew.  XI.  T.  30. 
R.  pumila  Jacq.  Fl.  austr.  II.  59.  t.  198. 

Auf  Ackern,  im  südlichsten  Theile  des  Gebiets  die  Nordgrenze  der 
Gesammtverbreitung  errei(;hend,  sehr  selten  (Pr.  Halle:  im  Sonimerge- 
traide  bei  Bibra,    hier  häufig).     Juni.  —    September. 

AVurzel  weit  umher  kriechend,  Strauch  1 '/.^  —  2'  hoch,  mit  liegenden  an  der  Basis  wur- 
zelnden Asien.  Blättchen  hart,  fast  steif.  Blüten  meistens  einzeln,  Kronen  gross,  ausge- 
breitet,   robcn  -    oder   dunkclroth   mit   vveissliehcn   Nägeln.      Früchte   gross. 


183  ROSACEAE.  Rohm. 

II.     R.  arveiii^ls.     Wianleen-Wtose.     Sinclidn   /.(Msti<>nti, 

^Ick'liai'lip;,  »I<tI>  iiikI  lViiis|>i(y.ig  g'i-hi'üiiunt,  Zwfigi-  ranliciiartig  iiit-clcr- 
liegciul;  lUätlclieii  zu  0 — 7,  riiiullicIi-elllpUscIi  oder  elliptisch,  /.>v<'il'i«r- 
l>ig,  iiiilcrscits  >v<'is.sli<'ligi("m ,  grossIvcrMg- gesägt;  Gi'ißel  in  eine  Siinle 
von  il(!r  Länge  tier  Slanltr;i<leii  /.usaniniengewaeliscn ;  Früchte  riiiidlieh- 
elli|is<)i(liseh  oder  fast  liiigelig,  borstenlos,  reil"  von  den  He]ehzif>relii 
enthlüsst  und  weich. 

Hlds.  Fl.  angl.  ed.  II.  219.  Chi.  han.  .55.  Koch  Syn.  254.  IIed.  et 
Thor.  IVos.  I.  89  m.  Al.h.  Engl.  bot.  t.  188.  11.  serpens  Ehrh.  Beitr.  V. 
159.     11.  sylvestris  Roth  Calal.   I.  59. 

In  Yorhölzcrn,  an  W'^ahlrändcrn  nnd  in  Feldgehüschen,  an!"  Kalk- 
boden, im  westlichen  Theile  des  Gebiets,  selten  (f*r.  fV.  Slroniberg, 
Oclde,  Münster  bei  Sentrnp  — •;  //«.  Eggermühlen  am  Sussumer  Felde, 
Piepenberg  bei  Nörtcn,  Siebenberge  bei  Brüggen,  Knebel  bei  llildes- 
Lciin  — ;  III.).     Juni  bis  August.  —    Ende  Septembers. 

INicdcrIicgcudcr,  lang-  niiil  scliLifflistigcr,  im  Geliüscli  fui'truiil;i'ii<lcr  Strauch.  ßlältclicii 
aus  riiiulliclici  Form  bis  in  die  cllijitiscli  -  laiizclllicLc  variiioiid ,  olirii  diiiikclgriiii ,  glatt  und 
glänzend,  iinterseils  slarkadcrig,  matt,  fein  bcliaavt  oder  kalil ,  \on  denen  der  R.  eanina 
Iciclit  zu  nntersclieidcn  an  den  grossen  cinfaclicu  oder  gcdoj>|icIten  Kerijzlilinen  der  Itlältei. 
Itliiten    einzeln    oder   zu   *2  —  3.       Fruclitstlele   knrzstielig- drüsig   oder   driisenlos. 

Bosa  Incida  Elirh.  Koch  Syn.  I.  44'..  in  ]>ordamorilca  einl.eimisd.,  und  ,.n.  Her  de, 
Elbe  bei  Hamburg  und  des  Meeres  bei  Uoslock  angelroffen  ,  kann  bis  jetzt  nur  als  lerirrle 
Pflanze   betrachtet  werden. 


B  enterb.  VnvcrUennbar  stehen  Bastardbildungen,  deren  Erzengung  durch  den  Uliilen- 
liau  so  sehr  bcgiinsligt  »ird,  unter  den  manchen  ton  den  Schriftstellern  aufgeführten  Arten 
und  >arieliilcn  der  liosen.  Ihrer  sichern  Ermittelung  stellen  sich  um  so  mehr  Sclinierig- 
lieiten  entgegen,  «eil  die  lijbridc  Vermischung  selten  bis  zur  Stcrilillit  einuirl.t.  Durch 
Samen  fortgepflanzt  und  durch  Vogel  >erbrcitet,  eutzicjien  sich  daher  die  Millelfornien  sehr 
häufig    dem   Consortinm    der   Eltern. 

Pharmaceutisch-JtKedicinisches.     ron  A.io.  die  hVou- 

hlaltcr  of'licincll.  (Flores  Uosaruni  rubrarum),  von  .i.G.  nur  etwa  noch 
die  Flüchte  (Fructus  Cynosliati).  f'orivalt.  B  c  x  t  und  theile :  AVseii- 
(friinender  Gerbcstoff  und  ätherisches  Öl.  ^inivendnntf  der  erslern  zur 
Bcreitutuf  der  Tinctura  und  des  Acetiim  Bosarum,  der  letztem  zur  Con- 
serva^  cynorrhodoii,    als  Adstrinijcns. 

ÖTConontiSCheS,  ^ht.  1.  2.4  u.  10.  Zierpflanzen,  von  denen  letz- 
tere zahlreiche  f'arieliiten  bilden.  ^Irt.  7 — '9.  zur  ^infi/lanzunrj  auf  liirch- 
liöf'en  und  an  liapcllcn ,  ^i.6.  zum  Pfropfen  hochstiunniiijer  Centifolien, 
zu  Schutzzäunen  u.  s.  iv.  fjeeifjnet.  Früchte  der  .Irl.  0.  7  u.  9.  ijetrocknct 
zu  Suppen  etc.,  die  der  Art.  9  h.  zum  Einmachen  im  Haustfebrauch. 
Sämmlliehe  Arten,  vorzüijlich  die  durch  ff'ohlffcruch  anlochenden  Art. 
7  u.  9.,    der  Bienenzucht   i/ünstitj.     A.  10.  ein   schädliches  ^ickcrunhraul. 

XXIX.     ISA]V€ilJI§ORB£AX:. 

I.ITVDL.     Sju.     10-'. 

Kelch  (lauernd.  Saiiiii  3 — ^5-  nicisleii.s  4-HieiIig  lull  hlap]>igei' 
liiiospeiilage,  Utilirc  au  der  Spllze  zusauiniengezogeu,  Schlund 
durch  eiiieii  Hing  vercugerl.  Kelue  Krone.  "  S(au])gerässe  von 
der  Zaiil  der  Kejchzipfel  oder  durch  Fehlschlagen  weuiffei- 
oder  unhestiuinil  viele,  vor  dem  Schlundringe  eingeselzl.  Fi-uchl- 
knolen  1.  2  oder  4  mit  je  einem  Ei.     IVarhe    kopfTörmig^  pinsel- 


Alcheiiiilla.  SANGVISORBEAE.  189 

förmig  oder  l)artig.  Von  vcrliärlctcm  Kelch  eingeschlossene 
iNüsschen.  Samen  eineisslos  mil  geradem  Keim.—  JJlätler  mil 
Nehciihlätfern  versehen.     Itliifen  oft  vielehig. 

Torkoinnien.  Helle,  oUenc  Lage  liebciul.  Einige  inil  Vorliege  lur 
Kalk;    die  in<-]irs(eii  Iiodeiivag. 

Gehalt.  ^idxtri'iK/ireude  Stoffe,  hcsonder.i  in  den  ff'urzcin.  Giillns- 
uhne,   nillcrsloff'e  vud  iilherische  Öle  in  den  melnstin  Tlirilen  der  Pflanze. 

1.     AliCHEJfllliliA.     FnA^UmNMANVKIj. 

I.INN.    Geil.     n.   lös. 

Kelch  glockig  mit  4-theiligem  Saum  und  4  kleinem  Deck- 
hlätierii  zuischen  <len  Zipfeln.  Stauhgefässe  1 — '4  mit  den 
Kelchzipfeln  ahwechselnd.  Griffel  seitlich,  Aarhe  kopfförmig. 
Ein  eingeschlossenes  INüsschen.     Gesehl.  Sysl.  IV.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  lireisruiulcii  gelappten  oder  handlorniig-ge 
theilten  Blättern  und  dem  IMaltstiele  angewachsenen  l^ehenhlättern.  Blü- 
ten in  endständigen  Doldentrauben,    klein.     Kronen  grünlichgelb. 

1.    A>  vulgaris!*    Genteiner  Frauenmantel»    Wurzel- 

l)lättcr  nierenl'örmig- kreisrund  mit  7 — 9-lappigem,  bis  tief  in   die  Buch- 
ten gesägtem  Saume,  weicIJu'haart  bis  ins  Kahle;    Blüten  lockerlraubig. 
Li^'N.  Sp.   pl.  178.      Chi.  han.  52.     Koch    Svn.  T.  256.      Schk.  Ilandb. 
I.  T.26.     Stirm  Deutschi.  Fl.  II.  2.     Fl.  dan. 't.  693.     Engl.  bot.  t.  597. 
b.   nioiitana.     Die  geJtirg ständige.     Kleiner;    Blätter  seidenartig- 
■weichhaarig  ;    Blüten  geknäuelt- traubig. 

A.  muntana  Willd.  Enum.  bort,  berol.  170.     Chi.  han.  58.     A.  vul- 
garis ß.  subsericea.     Koch  das.     A.  vulgaris  ß.  Liän.  das. 
In   liebten    >Yaldungen,    an    W^aldräudern ,    auf  Vliesen    und  Weiden 
besonders    der    Berg-    und    Hügelgegenden,    auf   feuehtem    humusreichem 
Boden,   häulig;    b.   auf  hohem  Bergwieseu.     .luni,  Juli.  —    Seplember. 

Ans  fiHgcisdicki-iii  ,  siliiiigcin  AViirzclstock  in  Büsohein  dnsteigeiulc  Stengel.  Anfänglich 
in  Rieliliing  \on  Radien  gefaltete,  mit  «lern  Rande  tntenförniig  aufwärts  gebogene  Blattei, 
»olilie  die  Thauliopfen  tragen,  bis  die  Sonne  sie  »erdiinstet.  Die  angegebenen  Cliarahteie 
der  S|.ielart,  verbunden  mit  14  Tage  si-Sferer  Blütezeit,  erbiellen  sieb  im  biesigen  bot. 
Garten  seit  langen  J.ibren  unverändert,  weshalb  der  verst.  ScHRADER  mit  AVlLLBElNOW 
diese    Form    als    eigene    Art   betrachtete. 

C?JE  UJERBZICHMS. 

JPharniaceutisch- Medicinisches*     Nicht  mehr  offieinell, 

aber    im  Ilatixfjebrunch    der    Landleute ,    f'rixch    in   Utnschläifen    als  Heil- 
mittel bei  ferletzunr/en,   (fctroeknet  zttm  Riiuchern  getjen  liopfijieht  u.s.w. 
ÜPechnisches»      ff'urzcl    und  Blätter,    viel  (eisen(jriinenden)   Gcr- 
hestnff  enthaltend ,    zum  Fürben  nnwendbai 


ÖTeonontischeS.      Lin  Liebling sf'utter  für  Kühe  und  Sehafe,   und 
dernd    in  der  yllpwirthschaft    in  einsehen  stehend. 


als  besonders  milchfö 


LlNIV.    Gen.    n.    lüG. 

Kelch  glockig  mit  4-theiligem  Saum,  uud  4  sehr  kleinen 
Deekhlättcrn  /vvisclieu  den  Zipfeln.^  Slauhgefass  1,  einem  Kelch- 
zipfel  segenständiff.  Griffel  seitlicli,^  JNarhc  kopfförmig.  Ein 
eingeschlosseni's  INüsschcn.     Gesehl.  Syst.  IV.  2. 

Einjährige  Kräuter  mit  üug<'rig  -  getheilten  Blättern  und  den»  Blalt- 
stiele  angewachsenen  I\el»enblätlern.  Blüten  in  scitenstäudigen  Knäueln, 
klein,    Kronen  grünlieh. 

1.     A.  arven^is.     Feld -OhmJer auf.     Blätter  tingerig-3- 

tbeilig  mit  3 — 5-spaltigen  Lap]icn;  Blüten  in  blatigegenstäudigen  Knäueln. 


ig.     (ieschl.  Syst. 


190  SANGUISORBEAE.  Sanguisorba. 

LiNN.  Sp.  pl.l79.  ScHK.  llaiull».  I.  T.26.  Fl.  «lan.  t.  973.  Engl.  J.ot. 
t.  1011.  Alcheinilia  arvensis  Scop.  Fl.  cain.  I.  115.  Chi.  hau.  53.  liocii 
Sjn.  T.  257. 

Auf  Äckeni  und  Brachen,  auf  trochcncni  uiagcrin  Boden,  allgemein 
veihreitet.     3Iai  bis  September.  —    Juli  l)is  Oetolier. 

Klein,  aiicrlirli  und  seiiU-nliaarig- grau.  Wurzel  fadenförmig.  Stengel  meist  2  —  ."J", 
selten  his  1'  hoch,  einfach  oder  wenigastig.  Blätter  3  — -S'"  lang,  an  der  Basis  keilför- 
mig, Zipfel  der  Lappen  lineal  stumpf.  Blüten  in  dichten  Büscheln  >on  der  Länge  der 
rundlichen   eingeschnitten -gesägten    I>chenhlättcr. 

S.     ^iAIlOUISORBA.      IW'EI&^MNKNOPW. 

LlNlv.    Gen.    u.    14(i. 

Kelch  liantiff  mit  4  -  theiligt'in  gefärbtem  Saum  uiitl  2  —  3 
Deekhlättcin  au  der  Basis.  Slauligc'fiisse  4,  Griffel  eudstkucliff, 
Narbe  kopfförmig,  uiil  läuglieheu  ^Veiclnvarzeu  besetzt.     Ej 

fesehlosscue   IVüsscheu    1  —  2.     JJlüteu  vielehig 
V.  1. 

Mehrjährige  unbehaarte  Kräuter  mit  aufrechtem  oben  ästigem  Stengel 
und  unpaarig  gefiederten  Blättern.  Nebenblätter  dein  Blattstiel  ange- 
wachsen.    Blüten  in  endständigen ,    dichten  Ähren. 

1.  S».  officiiialis.  Gemeiner  JfiesenTenopf,  Blüten- 
ähren eiförmig- länglieh,  Staubfäden  von  der  Länge  der  Kelchzipfel; 
Blättchcu  länglich  mit  tief  herzförmiger  Basis,  grob-  und  scharfzahnig 
gesägt. 

LiNN.  Sp.  pl.  169.  Chi.  hau.  53.  Koch  Sjn.  T.  2-57.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.24.     Fngl.  bot.   t.  1-312.     Ha\ne  Arzneigew.  \11I.  T.  22. 

Tu  Wiesen  und  auf  Weiden,  auf  humusreichem  feuchtem  Boden,  Iie- 
sonders  im  südlichen  und  südöstlichen  bergigen  Theile  des  Gebiets  häufig, 
gegen  Norden  in  den  sandigen  Ebenen  sich  verlierend  und  erst  in  den  Elb- 
und  Küstenmarschen  wieder  auftretend.     Juli,  August. —    September. 

Schlank  und  steif,  his  3'  hoch.  Stengel  kantig.  Blätter  oherseils  gesättigt  grün  ,  unter- 
geits  weissliehgrün.  Blütcnstielc  sehr  lang,  nackt,  Blütenkopfe  ins  >Valzenformige  uhcr- 
gehend,    dicht,     pu.purbraun.      Staidjfäden ,    Grillel    und    Narhen    purpurn,     Beutel    schwarz. 

GM  njERBriCHMS. 

JPharntaceutiSCh'JflediciniSCheS»  Jetzt  nur  noch  zur  Thier- 
arzni'ihi'rciiumf   im  (iebrnuch. 

Vechnisches.  Itci  einem  starken  Geluilt  an  Gcrhestoff  zum  Le- 
derif erben  ,    aueh   zum  Dunkelviolet-  und  Schwarzfurhin  anwendbar. 

ÖTconontische«*  Die  junt/en  I'lätlir  dem  Salat  beitjemenijt  er- 
höhen dessen  ff'ohlfjeschmack.  Ms  fficscnp/lunze  zweiter  Güte  ein  gutes 
Kuh-  und  Schaf'f'ut'ter ,    ohne  jedoch  den  Anbau  zu   verdienen. 

4.     POTERHII?!.     BJECMtJEItBJDUJttE, 

LlNN.    Gen.     n.    lOÜil. 

Kelch  4-ecliig  mit  4-theiligem  Saum  untl  2—3  Deehblältern 
an  der  Basis.  Staul»fäden  20—30.  Griffel  endslandig,  IVarbe 
lanfffädig-pinselförmig.  Eiu^eschlossne  INüsschen  2—3.  Blüten 
vielehig.     Geschl.  Syst.  XXI.  8. 

Mehrjährige  Kräuter  (A.I.),  Stauden  oder  Sträuche  mit  unpaarig  ge- 
fiederten Blättern  und  dem  Blattstiele  angewachseneu  Nebenblättern. 
Blüten   in  endständigen  dichten  Ähren. 

f.  P.  S^tangiiisorba.  Jf'tesenTenopf ähnliche  B echer- 

hlunte*  Blütenähreu  eiförmig  oder  hügelig,  Staubfäden  und  Stengel 
länger  als  die  Kelchzipfel,  Fruchthelche  ellipsoidisch -4 -hantig,  netzig- 
runzlich;   Blättchen  länglich,   grob  kerbig -gesägt. 


Crataegus.  POmACEAE.  191 

LiNN.  Sp.  pl.  1411.  Chi.  lian.  54.  Koch  Syn.  I.  258.  Schk.  Ilaiull.. 
III.  T.300.     Engl.  bot.  t.  860.     IIa\ne  AizncigcAv.   VIII.  T.  23. 

Au  Hügeln,  hohen  Feldrainen,  auf  AVeiden  und  an  grasigen  Orten, 
auf  sonnigem  troclienem  oder  steinigem  Kalkboden,  häufig.  Mai  bis 
Juli.  —    September. 

Stengel  aiisteigcna,  1 — Vf-^'  IioeL .  eeKig,  Blätter  l.eulerseits  fast  gleiehfarLig,  grün 
oder  iiDterseils  giaiigriin  (P.  glaiicescens  REICHENB.  Fl.  sas.  3'i8.).  Unterste  Blüten  meist 
niinnlicL,  übrige  «eiblich,  oft  mit  eingemischten  Z«  ittcrhlüten  in  der  Mitte.  Kelihsaum 
grünlich  -  imrimrn ,  Farben  rosa.  —  Ändert  ab  mit  unbehaarten  und  unten  steifhaarigen 
Stengeln  (P.  guestjihalicum  DE  BÖNNINf.H.)  ,  mit  kürzern  fast  runden  Bluttchen ,  mit  an  der 
Basis   gestutzten    und   herzförmigen    Blattchen. 

JPharntaceutisch'Medicinisches»  Ehedem  offidnell,  jetzt 

fast  ^ausser   Gchrmtch . 

ÖTeonontiSCheS»  Die  Blatter,  unter  dem  lyumen  von  Pimperuell 
oder  Biebernell,  ein  beliebtes  Suppenkraut ,  aueh  mit  den  fVurztln  als 
Salat  essbar.  Das  Kraut  ein  besonders  tjutes  ff'interschaff'utter,  der 
Anbau  jedoch  nur  da  zu  empfehlen  ,  wo  andere  Futterkräuter  nicht  mehr 
(jedeihen  wollen,    namentlich  auf  dürrem  Kalk-  oder  Kreideboden. 

XXX.     POIflACEAE. 

LlNDL.    Transact.     I.inn.    See.    Xlll.    93. 

Kelclirölire  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen;  Saum  5 -zäh- 
nig oder  ö-theilig,  auf  der  Frucht  einschrumpfend.  Kronhlät- 
ter  5,  mit  einnärtsgekrümmler  Knospenlage.  Slauligelasse  20 
—30,  mit  den  Kronhiättern  einem  den  Kelehsehlund  umgehen- 
den Ringe  eingesetzt.  Fruchtknoten  2— 5 -fächerig  mit  je  2 
oder  mehrern  aufrechten  Eichen  und  mittelständigen  Samenpol- 
stern. Grifl'el  2  —  5.  Fruclit  fleischig  (l)eeren-,  apfel-  oder 
pllaumenartig).  Samen  eiweisslos;  Keim  gerade,  Würzelchen  ge- 
gen den  IVahel  gerichtet.—  Blälter  wechsclsländig,  mit  iVehen- 
hlättern  verselien.    Kronen  weiss  oder  röthlich. 

irorkonimen.  Meistens  Berg-  und  Ilügelboden  liebend.  Einige  mit 
Vorliebe  für  Irgebirge,    Kalh  und  Sand.     Mehrere  bodenvag. 

Gehalt,  In  den  Stammrinden  Gerbestoff,  in  der  frisehen_Rinde  der 
fVurzeln  einiger  Phloridzin.     Im  Fruchtfleische  der  mehrsten  Apfelsäure. 

1.     CRAXAEGIJS.     ir*:JSSJ»OJlJir. 

LlNN.    Gen.    u.  622. 

Kelchsaum  5-theilig.  Kronhlättcr  5.  Fruchtknoten  5  oder 
weniger,  vom  Kelchfleisch  eingeschlossen.  Slirnscheihe  der  ohen 
zusammengezogenen,  1  — 5 -steinigen  Plaumen  kleiner  als  der 
Querschnilt  derselhen.  Steine  2-  oder  durch  Fehlschlagen  1- 
samig.     Geschl.  Syst.  XII.  2. 

Dornige  Sträuche  oder  geringe  Bäume.  Blätter  einfach,  ganz,  ein- 
geschnitten oder  gelappt,  in  der  Knospcnlage  nach  Richtung  der  Uaupt- 
nerven  gefaltet.     Blüten  in  endstandigeu  Doldentrauben. 

f.     C  Oxyacaiitlia.     Genteiner  ¥¥^eissdorn,     Blätter 

umgehehrteirund-heiliormig,  3 — 5 -spaltig  mit  vorgestreckten  rundlichen 
eingeschnittenen  und  gekerbten  oder  gesägten  Lappen;  Blütenstiele  kahl; 
Früchte  1 — 3-steinig. 

LiNN.  Sp.  pl.  G83.  Chi.  han.  64.  Koch  Syn.  I.  258.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  40.   Schk.  Ilandb.  II.  T.  132.   Fl.  dan.  t.  634.   Engl.  bot.  t.  2504. 


192  POJnACEAE.  Cotnneaster. 

An  AValdräiiclern,  in  Ilninrn  und  Gchüsclton,  angepflanzt  in  Ilcrl.i'n, 
aul'  Iclimigcni  und  huniuseni  Boden,  allgemein  vi'ibreitet.  Mai,  Juni.  — 
Sepleuil>ei'. 

Strauch  >oii  ti — 10'  II»lie.  Itlätlcr  stiiiii)>l',  (liclilicli  iiiul  hart,  iirlist  ,\cu  jungen  Tric- 
licn  slcls  iiulif'liaart,  an  «Icn  Jalircslriclicn  grösser,  groltcr  gesägt  niul  an  <lcr  Basis  lianm 
kellfürmig.  «liilen  mit  meist  2,  seltener  3  (IrifTeln.  die  n.iler  iler  Mide  lerl.nndcn  sind, 
aueli  mit  1  GrilVel  indem  der  /.»(ilc  al.gcslurl.en  oder  nirlil  enl«ieliell  ist.  Friielilc  seliar- 
laelirolh. 

9.    C'.  iiionogyiia.     Fiederschniitiger   JW'eissdorn» 

Rläller  eirund  -  lauUnrörniig,  3  —  5-llieiJig  mit  auseinanderweieliendcn, 
gleit  IiImcHcu,  S]>il/.igen,  eingesehnillenen  oder  gesagten,  seltener  ganz- 
randigen    l.a]>|>eu;    Itlütenstiele   zarlliaarig;    Fiüelile   I -sieinig. 

Jaco.  Fl.  auslr.  III.  50.  t.292.  f.  1.  Güimp.  Holzarten  T.73  (.^lespüus 
nionogjna).  Fl.  dan.  t.  11G2.  Fngl.  l>ot.  t  2504.  C  Oxyaeanllia  v.  mo- 
nogyna  Clil.   hau.  (id. 

in  Wäldern,  Ilainen  uud  Geliüselieu,  aut  l.allilialligem  oder  sandigem 
Boden,    liier  und   da.     Ende   Mai's,   .luni.  —    Sepleuiher. 

Slraneh  oder  Banm  (l.is  zn  30  —  40'  Il.il.e).  Rinde  aller  Stamme  seh«  ärzlieli ,  slarlj 
rissig.  Bliilter  älterer  Äste  tief  3-tlicilig  mit  meistens  cingcsclinittenem  Endlappen ,  jnnger 
Triebe  h  —  7  3Ial  fiedcrarfig  cingeselinitlen  mit  untern  sperrig  abstehenden  Lajijien  nnd  nicht 
selten  lieliaart.  Doldenlranbcn  in  reichlicher  Zahl,  Rlitten  meistens  1-grifl'clig  oder  der 
zweite  Grill'el  nicht  ausgebildet.  —  ^  ariirt  mit  weissen,  rosenrolhen  und  gefüllten  Kronen, 
rotlien,  gelben  und  «eissen  rriichlen ,  die  bald  gleich. denen  der  vorigen  Art  ellipsoidisch, 
bald    mehr    Kugelig    sind. 

«?JE  If^EBBXJCff JES. 

technisches  u.  ÖTCOnomiScheS,  Das  weisse,  biauiuideiitje, 
sehi-  feste  und  dituerliafle  Holz  beider  ^irt.  zu  kleiiieti  Mitschiuen-  und 
Drcchsleriviiaren  sehr  i/esiuUf.  Rinde  des  Stammes  und  der  fj'urzel 
zum  Braun-  und  Gelhfarhen  zu  benutzen.  Bl titter  juiiff  einen  iiesunden 
Thec  liefernd.  Friiehte  eine  i/nle  ff'ildäsuntf,  zur  Essitj-  und  Brnnnt- 
iveinf/ewinnuufj,  aueli  zur  Scltuieinefüllerunrf  anwendbar.  Zur  ^inleyuntj 
von  lleeUen  die  beste  Holzart,  und  die  rolhbliiliende  Spielart  von  .i.S. 
eine  der  (friissten   Zierden   in   iiHrten   und  Parlis. 

«.     COTOMEASTER.     STMIJVMM^JRMXi, 

MedIK.    Krit.    Bemerk.    1793.       I.WDL.    Transact.    I.lnn.    !Soc.    XIH.    101. 

Pflaiiiuo  mit  3  —  5  iinler  sich  zusainnicnhiiiigcnden,  der  Stirn- 
scheil)o  mir  oiiigodrüclilcn,  an  der  Spilze  freien  Steinen.  Übri- 
gens Avie   Crataegus.      Geselil.  Syst.  XII.  2. 

Sträuche  mit  einlachen,  ganzrandigen,  unterseiCs  Aveissfilzigen ,  in  der 
Knospenlage  einfach  gefalteten  Blättern.  Blüten  in  seiteusländigen  Dol- 
dcntranlien.     Kronen  hiein. 

f.     C  vnlsari»»     Gemeine  Steinniispel*     Bläti.r  oval 

oder  oval-eirun<l;    BItiten   zu  'S  —  5,    Kelche    und  Früthte  halil. 

LiNDL.  Transact.  Liuu.  See.  XIII.  101.  Chi.  hau.  G3.  Koch  Syu.  I. 
259.  Mespilus  Coloneastcr  Linn.  Sp.  pl.  6HG.  Beit.  u.  Abel  Holzart. 
T.51.     Fl.  dan.  t.  112. 

In  hergigen  Waldgegenden,  auf  felsigem  Boden  des  Kalk-,  Basalt- 
und  Irgehirgs,  im  süd- Mcslliehen  Gehielslheile,  die  I^ordgreuze  des 
Vorhoiumeus  in  Deutschland  am  Harz  (lln.  Sophieuhof — ;  Pr.  Boss- 
trappe — ;  Br.  Blankenhurg  am  Krahstein)  und  am  Süntelgehirge  (Iln. 
am  Suthweih  und  am  Ilohenstein)  erreichend,  häufig.  .ipril,  Mai.  — 
Juli,  August. 

Hohe    1—1'.       Äsic  gerade,    rolhbraun ,    alt   gefurcht  und  grau.       Hli.lter  bald   spitz.,    bald 


mespiius.  fohaceae.  193 

al.gcrnnclet,  auch  wolil  aiisgerandet ,  obeiseits  diiiikelgriin.  noldentraiiben  iiickena.  Kion- 
liliittcr  klein,  rüllilicli.  Friiolite  erbsengross ,  olieii  nachgedrückt- offen ,  mit  einwärts  gerich- 
teten   Kclchzipleln,     hlntrolh. 

3.     ]?IESPIE.1JS.     MMSJPJEX,, 

laNN.    Gen.    11.  6'2't.     Art.    aiisgeschl. 

Stiriisclieihe  der  Pflaume  erweitert,  fast  so  breit  als  clerQuer- 
selinltt  derselben.    Übrigens  wie  Crataegus.    Gesehl.  Syst. XII. 2. 

Geringe  Bäume  oder  Sträuclie  mit  Dornen,  welche  sich  in  der  Culhir 
verlieren.  Blätter  einfach,  ganzrandig  oder  t'eiu  gesägt,  in  der  Knospeu- 
lage  ge-svöllit.  Blüten  an  der  Sjtitze  der  Ästchen,  gross  mit  ausdauern- 
den Uecl;l.lätl<rn. 

f.    ]?I.  germanica.    Gemeine  Mispel.    Blätter  länglich - 

lanzcttlorniig,    untcrseits  zarlfil/.ig;    Blüten  einzeln. 

LiNN.  Sp.  pl.648.  Chi.  han.  62.  Rocu  Svn.  I.  259.  Reit.  u.  Abkl 
Holzart.   T.  32.     Engl.  l.ot.  t.  1523. 

In  ftchüschen,  an  Hecken  und  in  Weinhergen,  auf  humushaltigem 
sonnigem  Boden,   hier  und  da  verwildert.     Mai.  —    Octoher,  Novcmlier. 

Äste  meistens  dornig.  Kinde  im  Alter  aschgrau.  Junge  Triebe  feinfilzig.  Blatter  sehr 
kurz  gestielt,  «eich,  untcrseits  starkaderig,  gegen  die  Spitze  meistens  kleindrüsig- gesagt. 
Blüten  ku.z  gestielt,  gross,  Kclchziplcl  länger  als  die  rundlichen,  weissen  oder  röthlichen 
Kronblallei         rrüchtc  »on  Wallnussgrüsse,    mngekehrteilörraig,    abgestutzt,    zottig,    reif  hrann. 

VechniSChe*  «.  ÖTeon OtniSCh es»  Der  Sta m m  zum  Pfropfe» , 
das  feste  und  zähe  Holz  zu  kleinen  I\utz(/ernthschaften.  Rinde,  Laub 
und  unreife  Früchte  zum  Gerben  anwendbar;  letztere  reif  im  rohen 
Zustande  sowohl  als  eingemaeht  essbar,  auch  zur  fVein-  und  Brannt- 
weingervinnunfj  tauijlich. 

4.    CYIlO^Iit.     auKTvm. 

TOURNEF.    Inst.    632.    t.  405. 

..  Fruelitfächer  viel  (8— 1  l:)-saniig.  Samen  mit  Schleim  umhüllt. 
Übrigens  wie  Pyrus.     Gesehl.  Syst.  XII.  4. 

Sträuche  oder  geringe  Bäume.  Blätter  ganz,  gesägt  oder  ganzrandig, 
untcrseits  oft  wollig -filzig,  in  der  Knospenlage  gewölbt,  schwach  ge- 
rollt.    Blüten  einzeln  oder  in  wenighlütigen   Dolden.- 

1.  C.  VUlsarlSi.  Gemeine  Quitte.  Blätter  eirund,  ganz- 
randig,    untcrseits  gleich  den  Kelchen  filzig. 

Pers.  Syn.  II.  40.  Koch  Syn.  I.  260.  Pyrus  Cydonia  Lin\.  Sp. 
pl.687.     Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  50.     Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.  342. 

In  Gehüschcn,  an  Bachufern  und  an  Heclscn,  auf  feuchtem  humoseni 
Boden,    hierund   da  verwildert.     Mai.  —    Septemlier. 

Hohe  6 12'.  Junge  Triebe,  Bl.ilt-  und  Blütcnsticle  filzig.  Blätter  olt  etwas  herz- 
förmig.      Blüten    gross,    »oldriechcnd.       Kronen    blass    rosenrolh ,     in    Weiss    verbleichend. 

GEn^EHBZ,icn:x:s. 

PharmaceutiSCh.MediciniSCheS.  Früchte  und  Samen  (Cy- 
donia, Scmina  Cydoniorum)  officinell.  Vorwalt.  B c s  tandt heile  : 
Zucker  und  Äpfclsäure.   ^Anwenduntj  zur  Bereituni)  mancher  Präparate. 

technisches  u.  ÖTe  onomisch  es»  Stamm,  Holz  u.  die  roh 
nicht  fjeniessbaren  Früchte  gleich  denen  der  vorhergehenden  Gattung 
anwendbar^  letztere  von  der  cultivirten  Pflanze  genommen,  wohlschme- 
ckendes   Eingemachtes   und  einen   trefflichen   Liqueur  liefernd. 


194  POOTACEAE.  Pyru«. 

lielrhsauin  ö-lht«ili^-.  Kronl.liiKcr  5.  Äpfd  2-Ö  QjdKilg, 
Fiichc'i-  2-sainig  mit  kiuHiM-lliauligcr  »  aiul.     1..  NjsL  \ll.  t. 

«iniiiK-  oder  Stiäucln-  mil  oiiil:i(li<ii,  ■ran/.ii,  in  <I.t  Knos|n-nl:.gc  von 
iK-idcn  Seit.n  .  h.g;<iolll.i.  Rliidoin.  lUiitin  im  drv  Spilzc;  der  Astclun 
in  .inraclicn  o(l<i-  /nsaninMiis<'s((/.lin  DohlcnfiaiilH-n ,  Kronen  weiss  oder 
ro  Ulli  eil.  ,  ^,        , 

fl.     P.   e  Olli  Hill  nlf<)*      Wlltler  Btrnbaum,     Inuiit   am 

Stielende   niclil    veiticri:    (;nir.l    iVei ;    »ladsliele   so   lang  als   die  Kliilter. 

LiNN.  S|>.  i>l.  (Mi.  Chi.  hau.  fil.  Jiocii  S>n.  I.  2()().  IIeit.  ii.  Abel 
llolzaif.  T.21.     Kngl.   l.ol.   «.1784. 

In  WäUlern,  Vorliöl/.ern  und  Geliiiseiien ,  auf  lelnnigem  und  leliinig- 
linnioseni  Hoden,  einzeln  liier  nnd  da.  Kndc  \|.rils.  Anlang  Mais.  — 
Octolier. 

Holicr  IJ^uim  mit  scli«  i.r/,li.ligiai..T ,  aMfgespriii.gri.rr ,  in  l;ii.gliclien  Scliiippcn  .sich  Insen- 
dcr  Rindo.  Zweige  hin  uiul  »ie.le,  .Inrnig.  Blätter  i...  sel.»ael.en  Stielen  l.änge.ul ,  einin.l, 
gesägt,  nicht  selten  in  der  Jugend  hclii.»rt.  Doldentraiihen  auf  langen,  dünnen,  leicht  be- 
haarten Stielen.  Krouhlälter  rnndli<h,  hohl,  weiss,  Stauhbentel  rolii.  Flüchte  rundlieh 
oder    am    Grunde    <orge7.ogen.       liomml    auch    mit    rölhlichen    Blüten    Mir. 

«.  P.  jflalllgi.  Jf^iltler  A^pfelbaum,  Fmelit  am  Stiel- 
ende vertiert;  Griffel  au  der  Basis  vervaclisen;  IJIatlsliele  halh  so  lang 
als   die  Itlatter. 

LiNN.  Si).  1.1.  ()86.  Chi.  hall.  60.  Koch  Syn.  I.  261.  Heit.  h.  Abel 
Holzart.  T.  22.  Schk.  llandh.  If.  T.  134.  Fl.  dan.  t.  1101.  Engl.  hot. 
t.    179. 

In  Wäldern,  Vorhölzern  nnd  Gehüsehen,  auf  tielgründigcm  humus- 
halligem  oder  lockerm  sandreiehem  Roden,  einzeln  hier  nnd  da.  Anlang 
oder  Mitte   Mais.   —    Septeinl.er. 

Weniger  hoch  als  A.  1.,  sperrig- ästig,  jnng  mit  glatter,  aschgr-uihrauner ,  im  Aller 
rissiger  Rinde.  Blätter  hreil  -  eirund ,  stumpf- gesägt.  Doldentrauben  fast  ungestielt,  arni- 
bliitig.       Kronl.läller    rolh    angehaucht    oder    rothaderig,     Staubbeutel    gelb.       Friichle    gcn..bell- 

technischen  u.  ÖlConomiSChe*.  Dns  feste  »nd  -.Uhc,  bräun- 
Uchffclbc,  f/ute  Politur  utnifliinendc  Holz  beider  ^irt.,  jedoch  rorzüt/lieh 
dns' des  Birnbaums,  von  Tisehlerit,  Drcehsicrn  und  Musehincnbauern  sehr 
t/esucht ;  «/.v  lirenn  -  und  h'ohlholz  nur  mittelmüssitj.  Fruchte  eine 
fjitte  Asutitf  für  das    ßf  ild. 

Forstliches  Verhalten.  fJ'eder  im  Hoch-  noch  ISicdcrwalde 
Bcibehtdlunij   und    lorl/i/lanzunt/   i'crdicncnd. 

e.     ARO^IA.     BSJEnJttMS^MI,, 

l'EKS.    Syn.    II.    ;i!>.      Art.    ausgcsrhl. 

Kclclisauni  ö-tlicilifi:.  Kioiihläller  5.  Fiiicliihnolo  5-fJirl|C- 
riff  mit  je  2  Eiflion ,  Fächer  diiich  unvollsläiHligc  Schcidc- 
Avändf  unvoIllioiuiiU!ii-2-kainmeiig.  IJcere  3— 5-sauiig  uiit  wcMch- 
häiiligeu  Fruehhvänden.    Geschl.  Syst.  XII.  4. 

Sträuehe  mit  ganzen,  sägezälmigen  Blättern.  Blüten  in  Trauheu, 
Kronen  >veiss. 

1.    A.  Anielancliier.    Gemeine  Beerntispel.    Blattei 

oval   oder  eirund,  unterseils   im  Jüngern  Zustande  wolllilzig;  Kronhiätter 
lihiglicli-heillormig,    Früeht«;   rundlich. 

Reichenb.  Fl.  sax.  349.  A.  rotundifolia  Pers.  Syn.  IT.  39.  Koch 
Syn.  I.  261.     Amelanchier  vulgaris  Chi.  han.  63.      Mcsjiilus  Amelanchier 


Sorbus.  POiriACEAE.  195 

LiNN.   Su.   pl.  685.      Reit.  u.  Abkl   Holzart.   T.  8.      Jacq.  Fl.  anstr.  III. 
t.  3fJ0. 

In  waldi^ni  GebirgsgogcMideii ,  auf  felsigem  oder  steinigem  Boden, 
im  süd-ösflioiien  Tlicilc  des  Gebiets  die  INordgrenze  der  Gesammtver- 
IfreJtung  erreielicnd,  zienilicli  selten  (Us.  Allendorf:  zum  Hain,  Ilörne- 
liuppe,  Sleilewand,  Enlenköpfe  — ;  Pr.  lleiligenstadt :  z^vischen  Lutter 
und  Kalteneber;  Elisa]»etliol  liei  Udra  ;  vicfleiclit  auch  am  süd- östliclien 
Ilarzrande).     Mai.  —    Juli,  August. 

Holic  3  —  ■'}'.  Zweige  lolhbraun,  junge  Triebe  weisswolJig.  Biälter  oberseifs  kabl, 
iliinkeigrün.  Itliiten  »ohlricchenil,  Kelche  noilig.  Trücbte  starfc  erbsengroxs ,  anranglicli 
gnin,     dann    rolli ,     endlich    schwarz,    stark    glänzend.       Fleisch   weisslich,     Samen     schwari. 

I-INIV.    Gen.    n.  lö-ii. 

Kciclisaum  ö-theilig.  Kronlilättcr  5.  Friich(knoteH  ö-fäclic- 
rifi^  mit  je  2  Eichen,  lieere,  doreii  Fächer  mit  einer  diinniiäu- 
tigenWand  versehen  sind,    1  — ösamig.     Gesehl.  Syst.  Xlf.  3. 

Bäume  oder  Baumelten  mit  ganzen,  gelappten,  fiederspaltigcn  oder 
unpaarig  gefiederten  Blättern,  die  in  der  Knospenlage  nach  lUclitung  der 
Hauptnerven  gefallet  oder  einfach  zusanimengefalzt  sind.  Blüten  in  Dol- 
dentranlten  oder  Trugdolden.     Kronen  «eiss. 

1.     S.   domef^tica.     ^pierling« -Vogelbeere»     Blätter 

gefiedert,  im  Alter  liahl ,  Knospen  liahl  und  lileherig;  Früchte  hirnförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.684.  Koch  Syn.  I.  2(32.  Reit.  u.  Abel  Holzart.  Fort- 
setz. T.  3.  Jacq.  Fl.  austr.  V.  t.  447.  Engl.  bot.  t.  3.50.  Pyrus  dome- 
stica  Chi.  hau.  Gl. 

In  Gebirgswäldern,  auf  humosein  Lehmboden  des  Ur-  und  Kalkge- 
birges, selten  und  als  wildwachsemler  Baum  auf  den  Harz  und  dessen 
Torgel»irgc  beschränkt  (//h.  Steigcrthal  — ;  Br.  Achtermaniishöhe  — ; 
Pf.  Rosstrappe,    BIcehhülte  — ).      Mai,  Juni.  —    September,  October. 

Hohe  und  GesammlanscLen  der  folgenden  Art.  Junge  Zweige,  Blatt-  und  BlütenstieJe 
weisslieh-wolJig.  Bl.itipaare  7  —  8,  Blältchen  länglich,  zugespitzt,  scharf  und  geradlinig 
gesägt,  jung  oberseits  zerstreuet  behaart  und  unterseits  weisslich -filzhaarig.  Doldeotrauben 
reichblütig,  Blüten  doppelt  so  gross  als  bei  der  folgenden  Art,  Kelche  stark  weiss  -  wollig. 
Früchte  »on  der  Grosse  einer  Herzkirsche,  etwas  birnenförmig.  —  A'ariirt  mit  bald  mehr 
birnen-    bald    mehr   apfelähnliehen    Früchten. 

9.  I$i.  aiiciiparla.   Gemeiner  Vogelheerhaum,  Blätter 

gefiedert,  im  Alter  kahl  und  glänzend;  Knospen  filzig;  Früchte  rundlich. 

LiNN.  Sp.  pl.684.  Koch  Svn.  I.  262.  Beit.  h.  Abel  Holzart.  T.  2.S. 
ScHK.  Handb.  II.  T.  133.  Fl.  dan.  t.  10.34.  Engl.  bot.  t.  337.  IIayne 
Arzneige-vv.  IV.  T.  45.     Pyrus  aueuparia  Chi.  hau.  61. 

In  VVüldern,  Yorhölzern  und  Gebüschen  der  Berg-  und  Ilügelgcgen- 
den  bis  zu  den  äussersten  Gebirgshöhen,  auf  linmushaltigem  steinigem 
auch  felsigem  Boden,  in  den  Ebenen  meistens  auf  humushaltigem  feuch- 
tem  Sandboden,    ziemlich  häufig.     Mai.  —    August,    Scpjember. 

Schlanker  Baum  ^o»  mittlerer  Grosse.  Junge  Zweige,  Blatt-  und  Blütensliele  fein  be- 
haart, BlaKknospen  dick,  filzig.  Rialichen  etwas  mehr  abgesperrt  als  an  A.  1.,  gesägt. 
Doldentrauben  breit,  reichblütig.  Bluten  klein,  Kronen  lon  süsslichem  Geruch.  Früchlc 
kugelig   oder   rundlich- cllipsoidisch,    scbarlachrolb. 

Si.  ^.  Aria.  JtKehl -Vogelbeere*  Blätter  eirund  oder  ellip- 
tisch, seicht  eingeschnitten  und  ungleich  gesägt,  unterseits  weissfilzig; 
Früchte  cllipsoidisch. 

Crantz.  Stirp.  austr.  II.  46.  T.  2.  f.  2.     Kocii  Syn.  I.  263.     Beit.  u. 

AliEL    Holzart.     T.  24.    U.    Fortsetz.    T.  17    (Wurzel trieb;     als    Crat.    hybr.da).       Fl. 

dan.   t.  302   (S.  hybrida).      Pyius  Aria    Chi.   hau.  62.      Engl.   bot.  t.  18.58. 
Crataegus   Aria  Linn.   Sp.   pl.681. 


196  POMACEAE.  Sorbus. 

lu  Itcr^-  iiihI  Gchii'gswälck'iu  ck-s  süiUicIuMt  Geltielsllieils,  auf  fri- 
siliciii  LcliinJioiUn  ilcs  IJr-,  Kalk-  iiikI  Basallgcliiigs,  die  TVordgicnzc 
des  VoiKoinineiis  in  Deutsclilaiid  am  Harze  (//>i.  Scliar/.l'eld,  zwisclien 
lllVId  niul  llothesiitte — ;  ßr.  Illankeiilmrg — )  erreicliend ,  ziemlich  liiiii- 
lig.      Mai.  —    Scpteml)(?r. 

Slr:nicli  oder  Baum  milllcrcr  Grösse.  Junge  Zweige  wollig.  BlSItcr  mit  zalilreirUeii, 
genalierteii  starken  Rippen  lerselicn,  oliersciU  glänzend  -  grün ,  kalil  oder  zerstreuet  liaarig. 
in  friilier  Jugend  lieiderseils  ueissfilzig.  Kronen  weiss  oder  blassrosenrotli.  Früelitc  rotli, 
mit   gellicm    meliligem    Fleisch. 

4.  S.  torininall».  Kla -Vogelbeere»  BlaUer  eirund,  ein- 
geschnitten-lappig,  Lappen  zugespitzt,"  iingk-ich  gesagt,  unterste  grösser 
und  al)stehend;    Früchte   oval. 

Crantz.  Stirp.  austr.  II.  45.  Koch  Svn.  I.  2(53.  Crataegus  torniinalis 
LiN>.  Sp.  pl.  681.  Umt.  u.  Abel  Holzart.  T.  20.  Jaco.  Fl.  austr.  V. 
t.  443.     Fl.  dan.  t.  798.     Fngl.  l>ot.  t.  298.     I»y'us  torniinalis  Chi.  hau.  62. 

In  Rergwaldungen,  aul"  huniushaltigem  Lehmhoden,  in  der  südüeheu 
Gelnetshäirte  die  I\ordgrenze  der  Verhreitung  in  Deutsehland  (//»i.  an 
den  Siehenhergen  hei  lirüggen  und  am  Deistergehirge)  erreichend  (in  Mk. 
wahrscheinlich  nicht  vvild),  einzeln  aher  ziemlich  häufig.  Mai.  —  Sep- 
temher,  Octohei'. 

Slraiich  oder  Baum  (bis  /.«  ÜO'  Scliaflliölie).  Blatter  meist  7-lappig  mit  wenigen,  ent- 
fernt stellenden,  in  die  Lappenspitzen  auslaufenden  Bippen.  Doldentraulien  sperrig,  flaeh, 
Blüteostiele   und    Relelc   weisslicli- filzig.      Früchte   gelhlichbrauu   mit   weissen   rnncten. 

GEIVMHBIjICMMS. 

technisches  ».  Ökonomisches,     Art.  t.  3.  4.   des  schönen 

Laubes  wci/en  eine  Zierde  der  Pnrkunlufjen.  Das  sehr  zähe  itnd  feste, 
politiirf'ähifje  Holz  derselben ,  ivenifjer  das  an  Güte  nachstehende  der 
A.S.,  von  3Jaschinenbaiiern,  ßf'at/nern,  Drechslern,  Forntschneidern  und 
Tischlern  sehr  f/esuchl.  Kinde  and  unreife  Früchte  zum  Gerben  an- 
wendbar. Die  reifen  Früchte  eine  f/ute  ff'ildäsuny,  zum  f'otjelfanfj, 
zur  f'ichfütterunfj ,  Essiij-  und  Branntuiein(/ewinnunq ,  Darstellunfj  der 
Apfelsäure  (A.  2.)  ,  zum  Einmachen  (Art.' 3.  4.) ,  Klusskoehen  u.  s.  iv. 
nutzbar. 

Worstliches  Verhalten»  A.4.,  in  100  Jahren  eine  zu  Nutz- 
holz fiassliehc  Stärke  erreichend,  im  Mittel-  und  Niederwalde  mit  For- 
theil  überzuhalten.  Art.  1 — 3.  uienitf  Ilolzmasse  liefernd,  noch  am  i'or- 
theilhaftesten  im  Nicdcrwalde  bei  einem  20  ^  25 -jähriijen  Umtrieb  zu 
nutzen,    im  Hochwalde  aber  in  den  Durehforstuntjen   wetjzunehmen. 

JUSS.    /Inn.    Mus.    111.    31'».     Galt,   ausgcsohl.       DE    CanD.    Trodr.    III.    35. 

Kclcliröhro  mit  dem  Fruclitkno^ten  vevAvacliscn,  Saum  2—5- 
(meist  4-)  spaltig,  mit  klappiger  Kiiospeiilage.  Kronhlälfer  von 
der  Zahl  der  Kelelilappen, ^mit  diesen  ahweeliselnd  dem  Kelch- 
schlunde  eingesetzt,  in  der  Kiiospenlage  rcchfs  gedreliet.  Staub- 
gefässe  mil  den  Kron]>lältern  eingesetzt,  von  gleieher,  dop- 
peller oder  um  die  Hälfte  geringerer  Zahl.  Fruchlknote  2  — 
mehrfäeherig  mit  mlUelständigen  Samenpolslern.  Ein  Griflfel, 
Narhe  kopttörmig,  keulenförmig  oder  gelheilt.  Samen  ohne 
Eiweiss.  Keim  gerade,  das  AVürzelchen  zum  Nahel  gewandt.— 
Blätter  gegen-  oder  wechselständig,  ohne  Nehenhläller.  Blü- 
ten   zwitterig. 

Vorkommen.     Die    einheimischen   Arten    bodenvag,    und   uncmpnnd- 


Oenothera.  ONAGBARIAE.  197 

Ikli   gegen    das  Klima,    von    den  Ebenen    liis    aul'  die  Gebirgshöhen   ver- 
lueitet. 

Gehalt,  ffcnitj  bchinmt.  In  den  fViirzeln  wcfiii'ier  Zucl;cr,  Schleim 
und  walirschcinlich   Sturhmehl. 

1.    Gruppe.     ONAOREAE.     MIGJEIV  TIjK  C  HE  XACHT. 
XJEH  XEJW  6r  JE  irÄ  CHS  MC. 

llöbi-e  des  Kelelies  länger  als  der  Frucbtbuolen ,  der  freie  Tbeil  mit 
dem  Saume  abfällig.     Trucbt    eine  Kapsel. 

1.     OEIVOTHERA.     ]¥  JLCH  TKJERZE. 

I.INN.    Gen.     u.    4Ü9. 

Kelchzipfel  iiiul  Kronblätfer  4.  Sfaubge fasse  8.  Kapsel  läng- 
lich oder  keiilenförmifi-.  Saiiien  an  der  Spitze  kahl.  Geschl. 
Syst.  VIII.  1. 

"Ein-,  2-  (Art.  1.  2.)  oder  mchrjäbrigc  Kräuter  (selten  Stauden)  mit 
wecbselständigeu,  gezähnten,  bucbtigen,  eingescbnittenen  oder  fiederspal 
tigen  Blättern.  lilüten  blatt\\  inlielständig,  einzeln,  sitzend  oder  sehr 
liurz  gestielt,    in  endständige  Äbren  vereinigt. 

1.  O.  blennis.  Gemeine  Nachtleerze»  Blätter  länglich- 
lanzettförmig,  ausgeschweift-gezähnelt;  Kronblätlcr  länger  als  die  Staub 
gelässe  und  halb   so  lang  als  die  Kelchröhre. 

LiNN.  Sp.  pl.492.  Chi.  hau.  93.  Koch  Syn.  I.  268.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.5.     Fl.  dan.  t.446.     Engl.  bot.  t.  1534. 

An  Flussufern,  auf  Weiden  und  an\^^egen,  auf  kiesigem  oder  sandigem 
feuchtem  Boden,  ziemlich  häufig  eingebürgert.  Juni,  Juli. —  Septembei-, 
October. 

Wurzel  spindelföriuig  mit  rother  Oberhaut  und  rothen  Kreisen  im  weissen  Fleische. 
Stengel  '2.  —  "i'/j'  hoch,  zerstreuet  behaart  mit  zwischengcmisrhten  wenigen,  auf  Drüsen  sitzen- 
den Borstenhaaren.  Blätter  weich,  hogig  mit  etwas  aufwärts  gerichteten  Rändern,  meistens 
kahl  und  glänzend.  Kronen  von  1 '/i"  im  Durchmesser,  hlasscitronengelh  und  schwach  wohl- 
riechend. 

».  O.  nnipicata.  Borstige  ^Nachtkerze,  Blätter  lan- 
zettförmig, ausgeschweilt  gezähuelt;  IVronblätter  so  lang  als  die  Staub- 
gefässe  und  nur  ein  Drittheil  so   lang  als   die  Kelchröhre. 

LiNN.  Syst.  nat.  II.  263.  Chi.  hau.  94.  Wirr.  Comment.  Gott.  1775. 
24.  t.  1.     Fl.  dan.  t.  17-52. 

Am  Elhufer,  auf  sandigem  Boden,  ziemlich  häufig  eingebürgert  (Hl. 
von  Lauenburg  bis  Blanheuese,  lim.  bei  Steinbeck  — ;  Hn.  Hohnstorf  — ; 
Mh.  bei  Boitzenburg — ).     Juni,  Juli.  —    September. 

Gesammtansehen  der  A.  1.  aber  schlaiiher  und  steifer.  Stengel  «elchliaarlg  mit  häufig 
zwischengemischten  auf  Drüsen  stehenden  Borstenhaaren,  meist  purpurn  angelaufen.  Blätter 
schmäler,  flach,  härflich,  mehr  oder  weniger  behaart.  Kronen  um  die  Hälflc  kleiner,  Kron- 
blätlcr   umgelichrtherzforinig,     heller    eitroncngelb. 

GX:iyt:HBX-ICHJEIS. 

ÖJC  onomisch  es*  Ttic  l-jnkritfc  fVvrzel  von  A.  1.  (Uapontica 
(Jer  (iärtHCv)  (jcliocht  einen   trefflichen  Salat  rjcbend. 

Ä.    EPIIiOBIlJITI.     SCMtOVJEJVrTMMniSHICM* 

LlNN.    Gen.    n.    471. 

Kelchzipfel  und  Kronhlälter  4.  Stauhgefässc  8.  Kapsel  pris- 
matiseh-lineal.  Samen  in  einem  Haarsehopf  endigend.  Gesehl. 
Syst.  VIII.  1. 

Meistens  mehrjährige  Kräuter  mit  gegen-  und  oben  wechselständigen 
ganzen  Blättern.      Blüten  blattwiukelständig,    einzeln  oder  in  endständi- 


198  ONAGRABIAE.  t^pilobium. 

gen  Tiaulnii.  Saiiii  u  lici  di'v  lU'il'v  «lie  Mittclsäuli'  M'ilassciul  und  mit 
licm  ll:iarsrlio|>f  den  K.-.psrlklappfii  aiiliäiigiMul.  —  Sehr  vcränacilu  li  in 
Höhe  und  Astiglicit,  die  l)ei  dcnselJ»en  Arten  von  der  liohen  bis  zur 
Zwerggestalt,  von  Vieläsligkeit  bis  zur  einlachen  Siengelbildung  al>:in- 
dern;  in  der  IIaarl>el;leidung,  die  bis  in's  anscheinend  Kahle  üliergeht, 
Moniit  Glanz  der  niatl<n  IJIätter  eintritt;  in  den  Blaltgrösseii ;  in  der 
Grösse  der  Itlüten,  die  liei  denselben  Arten  um  das  Dopjfelte  abändert; 
endlicli  in  der  mchrern  oder  mindern  Entvvickelung  von  ^Turzcltrieben. 
Der  anseheinenden  \  eriinderliehkeit  der  Narbe  einiger  Arten  liegen  viel- 
leicht nur  zeitliche  Ilezieliungen  hinsichtlich  der  Eutwichelung  und  Be- 
fruchtung der  Blüte   zum  Grunde. 


t  Bl 


atibgcfass.-    iMid    Griffel     ( 
Blatter    «  e  r  li  s  e  1  s  t  ä  n  a  ;  g. 


1.  E.  angiistlfoliiini.  lianghliittriger  Schoten- 
weiderich, Blatter  lang- lanzettförmig,  fast  ganzrandig  mit  sehwa- 
chen entfernt  stehenden  Drüsenzähnchen ,  unterseits  w  eisslichgrün  und 
dicht  netzartig-geädert;  Rronblälter  umgehehrteirund  mit  langem  INagel. 

LiNN.  Sp.  1)1.493.  Chi.  han.  ül.  Koch  Sjn.  T.  2(54.  Schk.  Ilaudb.  I. 
T.  106.     Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.81.     Fl.  dan.  t.  289.     Engl.  bot.   t.  1917. 

In  Wäldern  und  Vorhölzern,  auf  lockerm  humos  -  sandigem  Boden, 
häufig  und  stets  heerdcnweise.     Juli,  August.  —    August,  September. 

Stengel  2  —  .^'  hoch,  einfach,  habi,  reiehl.el.lällert.  Blatte,  lang  z>iges,.ilU ,  unl>ehaart. 
Blüten  in  schönen  langen  lockern  Tranben,  mit  grossen  hell  -  purpurnen  Kronen.  —  Kommt 
bisweilen  mit  weissen  Kronen  vor,  anch  triflt  man  im  Gebirge  völlig  ausgcbiiaete  lili.ben.le 
Exeniplare,     die    nur   4 — ■  •^"   hoch    sinil. 

ff    Blüten     regelmässig;     Staubgefasse     u  n  .1     Griffel     aufrecht.       Untere 
Blätter    gegen-,     obere     w ee hs el stän d i g. 

«.  E.  Iftlrsutiiiii'  Hauhhaarig er  Schotenweiderich, 

Blätter  lanzettförmig- länglieh,  stengelumfassend  und  etwas  herablaufeiul, 
einwärtsgeliogen-sägezähnig;  Stengel  rund,  hleberig- zottig  und  vielästig; 
Narbe  4-thcilig;    Wurzel  Ausläufer  treibend. 

LiNN.  Sp.  ul.  494.  Chi.  han.  95.  Koch  Svn.  I.  205.  Stlrm  Deutsehl. 
Fl.  11.81.  Fl.  dan.  t.  326.  Engl.  bot.  t.  838.  E.  grandillorum  All.  Fl. 
ped.  l.  279.  .   .       , 

An  Gräben,  Fluss-  und  Teichrändern,  zwischen  Gebüsch,  aul  (euch- 
tem  oder  sumpfigem  Boden,   häufig.     Juni    bis  August.—    September. 

Stengel  3  —  4'  hoch.  Blätter  bald  mehr  bald  weniger  dicht  und  «eich  behaart,  bis  ande- 
rerseits in's  Kable,  mit  Aiusnabme  der  Adern  auf  der  untern  Seite,  bei  zugleich  wenig  zotti- 
gem Stengel  (E.  birsnium  v.  glabreseens  Chi.  han.  das.).  Blüten  gross,  Kronblätter  doppelt 
so  lang  als  die  Kelchziplel,  umgebcbrlberzförmig- rundlich ,  rosapurpurn,  mit  gelblirlmcissen 
>ägeln. 

3.    E.  parvifloriini.     Weichhaariger  Schotenwei. 

derich,  Blätter  lanzettförmig,  sitzend,  schwach  drüsig -gesägt ,  matt, 
untere  kurz  gestielt;  Stengel  meist  einfach,  rund,  weichhaarig  oder  hurz- 
zottig;    Narl>e  4-theilig;    Wurzel  ohne  Ausläufer. 

ScHRKB.  Spicil.  146.  Chi.  han.  95.  Koch  Syn.  I.  265.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.81.  Fl.  dan.  t.  347.  Engl.  bot.  t.  795.  E.  hirsutum  ß.  Limv.  Sp. 
pl.  494. 

b.  Bubglabrum.  Her  kahlblättrige.  l^Ieistens  höher,  Blätter  lang 
zugespitzt,  entfernter  drüsig  -  gesägt ,  fast  Kahl  und  glänzend;  Stengel 
anliegend  zartliaarig.  ^ 

E.  paruflorum  ß.   subglabruni  KoCH    das.      E.   parvillorum    v.  gl 
ens  Chi.  h.iii.  das.     E.  rivularc  der  deutsch.  Florenschr. 


scens 


3      ^^111.      Iltlll.      11(19.  MJ.      laftiitiav.      »»,- .       ,^.    ..«^^...      -    - .- 

Wiesen    und    zwischen    Gebüsch,     auf    Sumpfboden,     an    Gräbei 


Epiiobiiiin.  ONAGRARIAE.  199 

Flüssen  und  IJiiclicii,  liäiilig;  li.  •scltiMit-r.  Juni  liis  August.  —  August, 
St-ptemhcr. 

Stengel  1 — 2'  liocli ,  Malfeireieli,  iiclisl  den  nulir  oilci  »cnlgcr  zngespilztcu ,  sellcnei 
^lnulp^icllen  Blättern  grauhaarig,  letztere  an  l>.  nur  noeli  mit  kurzen,  angepressten  Härclien 
liesetzt,  grün  unil  gl.inzend.  Blüten  lilein  (Y3  so  gross  als  an  .1.  'l.\  und  liei  uns  wenig 
in  der  Grösse  variirend.  Kronblättcr  dojipclt  so  lang  als  die  lielrlizipfel ,  otal,  spitz  aus- 
gerandet,  an  der  innern  Basis  heliaai  t ,  gesättigt  fleisclifarlen.  Die  Spielart  1).  meistens 
liolier  als  die  Ilauptart;  docL  kommt  sie  aueli  beträchtlich  kleiner  und  sehmallilaltriger  \or 
E.  ri»nlate  AVAlll.EtVB.  ist  griisserlilutige  Form  der  Spielart  l>.  mit  zugleich  dunkler  gefärbten 
Kronen.       So    grossblutig    kommt    sie    in    unserni   Gebiete    ujelit    >or. 

4.  E.  ■nontaiiiini.  Berg  -  Schotenweitlerich»    ßlüttei 

eirund,  zugespitzt  o«ler  eirund  -  länglich,  ungleicli  spitzig-gcsägt,  am 
Rande  und  auf  den  Adern  flauniliaarig,  untere  auch  Mohl  alle  liurz  ge- 
stielt; Stengel  rund,  angepresst-krausliaarig;  Trauben  vor  «lern  Aufblüben 
nickend,    !^arl»e  4-tbeilig;    \'\'^urzel  ohne  Ausläufer. 

LiNN.  Sp.  pl.494.  Cbl.  ban.  9(5.  Kocii  Syn.  I.  205.  Stürm  Deutscbl. 
Fl.  U.  7:2.    IlEicHENB.PI.crit.  11.  1. 189.    Fl.  dan.  t.  922.    Engl.  bot.  I.  1177. 

b.  oblongiiiii.  Her  länglichblättrige.  Stengel  strafl';  Blätter 
sännntlicb  gestielt,  dichter  stehend,  bleiner,  läiiglieb  mit  ganzrandiger 
Rasis;    häutig  liurze  Asteiieii  in  den  RIattachseln. 

F.  niontaiium  y.  lanceolatiiin   Kocu   das.    auch    F.   lanceolatuin  Koch 

111.     1022    (nach    Exeinpl.    von    ■\VlRTr.EIv). 

c.  minus.  Ber  niedrige.  I>iedrig;  Stengel  beugig  und  ästig;  Rlät- 
ter  kleiner,    t'iriind -länglieh,    stunipflich  Juichtig- gesägt. 

^^  iMM.  et  Grab.   Fi.  siles.  I.  371.     E.  muntanum  v.  ccrnuum  Chi.  bau. 
das.      F.  niontanuni  ()'•   collinum  Hoch  das. 
In  ^^'älderii,    Hainen    und   in  Gebüsch,    auf  niagerm   trockenem    oder 
steinigem  Roden,    häufig;    b.  und  c.    in  Gebirgsgegenden.      Juni   bis  Au- 
gust. —    Juli  bis  September. 

Hohe  1—  I'/.j',  der  Spielarten  b.  10— 1'2",  und  c.  4—"«".  Stengel  einfach  oder 
nach  oben  ästig,  häufig  brauiirotli  angelaufen.  Blätter  fast  kahl,  lirbtgrün,  schwach  glänzend, 
au  b.  etwas  länger  gestielt  mit  bald  rundlicher  bald  etwas  keilig  tcrsebmalert«^ Basis.  Blüten 
fast  doppelt  so  gross  als  an  A.  ci. ,  aber  auch  kleiner  abändernd.  Kroublätter  an  der  innern 
Basis  unbehaart,  jifirsichblütcnfarben.  —  Es  kommen  selten  gekreuzt  und  zu  drei  stehende 
Blätter    ,or. 

5.  E.  roseuni.    Stielbtättriger  Schotentveiderich. 

Rlätter  elliptisch,  ungleich  scharf  gesägt,  sämintlich  länger  gestielt;  Sten- 
gel durch  2  —  4  hera]>laufende  erliabene  Linien  sclnvacli  kantig,  nach  oben 
zu  zarthaai'ig;    Narbe  keulenförmig,    spätcjr  stumpf  vierlappig. 

ScHREB.  Spicil.  147.  Chi.  han.  97.  Koch  Syn.  I.  267.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.81.     RE1CHE^B.  PI.  crit.  11.  f.  190.     Engl.  bot.  t.  (593. 

b.  puniiluni.     Her  niedrige.     Niedrig;  Stengel  einfach,  Rlätter  sehr 
klein,  spitzig;   Rlüten   1 — 3,  oft  nickend. 
Chi.  han.   das. 
In  lichten  Wäldern,    Wiesen,    an  Wegen   und   Gräben,    auf   feuchteni 
«juclligem   oder   sum]>rigcm  Roden,    ziemlich  liäufig;    b.  im  Gebirge    (//ii 
Moosberg   am  SoUing,    an  Waldbächen    hinter  Adelebsen  — ;    ßr.   Rlan- 
kenburg  — ). 

Stengel  1  —  1^/2'  l'oeh ,  meistens  ästig.  Blätter  zartlaubig ,  an  beiden  Enden  zngesjiitzt, 
wodurch  in  Verbindung  mit  dem  Gcslicllscju  aller,  auch  der  liaubensländigen  Blätter,  diese, 
im  Gcsamnilansehen  der  »orhergcheudeu  am  nächsten  stehende,  Art  lon  sämmflichcn  übrigen 
leicht  zu  unterscheiden  ist.  Trauben  rcichblütig.  Blüten  klein,  Kronblätter  blassrosa.  — 
Ändcit  ab  mit  am  Sanme  und  dem  Millelnerv  zarthaarigen  und  fast  kahlen,  glänzenden  Blät- 
tern. Die  Spielart  '2  —  4"  hoch,  zarlliaarig,  mit  4  —  6  Blätterpaaien.  Kronen  blassrosa. 
Hier  wird  die  , erschmälerte  Basis  der  Bläller  kaum  noch  merklich  und  die  Blattstiele  .er 
kürzen    sich.        Kleine   Exemplare    des     alsdann     sehr    ähnlichen    F..    jUmefolium    Vll.I..    sind    an 


200  OI^ylGRARlAE.  *       EliUobiuin. 

«Jen  fast  silzonilcii ,  weniger  ge$|iitzten  ISlältrni ,  Her  dicliliclicii  Substanz  «liesor  nn<1  den 
grossem  Blüten  ui  nnleisclieiden ,  E.  aliiiiiiim  I-.  duieli  lUn  runden  Stengel,  die  stumiil- 
lielieu,  dieklidien,  fast  ganirandigen  Blaller,  und  »euiger  rul>eseenz;  lieide  dureli  die  unter 
spitK-ru  AViukcIn  vom  Miltelnerv  .•.«sgelieudcn  .  gestrcktern  Seilcnuer.en ,  die  bei  allen  i-or- 
lucn    des    E.  roseiun    einen   stärker   gekiiininiten    rundliclien    Bogen    bilden. 

6.    E.  iialiiHtre.    Sumpf .  Schotenweiderich,    «läiter 

schmal  lanzettförniig,  zugt-spitzt,  mit  keiliörinig  vcrschmälerU-r  Basis, 
sitzend,  gaiizrandig  und  schwacli  ausgeschweift;  Stengel  rundlich,  ange- 
drückt liiaushaarig  mit  2  vom  Vereinigungspunct  der  Blattpaare  herab- 
laufrnden  dichterhaarigen  Linien;  Trauhen  vor  ilem  Aufhliilien  üherhän- 
gend,  I>iarhe  heulen lormig;    "Wurzel  Ausläufer  treibend. 

LiNN.  Sp.  pl  495.  Chi.  hau  96.  Roc«  Svn.  I.  2(K).  Sturm  Deufschl. 
Fl.  II.  81.     Fl.   dan.  t.  1571.     Fngl.  bot.  t.316. 

b.  nanuui.  Der  xirergige.  Niedrig  und  feinstengclig;  Blatter  lan- 
zettförmig,  lanzetllich-lineal   oder  lineal,   stumpflicli;    Blüten  2 — 3. 

Chi.  han.  das.     E.  palustrc   b.  hj ssopifolium   Beichenb.  Fl.  sax.  353. 
PI.  crit.  II.  t.  197  (E.  nutans).     Als  hochnordische  Form  schliesst  sich 
hier  an:  E.  palustre  ß.  lapponicum  Wahlekb.  Fl.  läpp.  95.     E.  palustre 
ß.  albcsccns  Ders.  Fl.   suec.  1.  234.    und  ungeachtet  der  dagegen   erho- 
benen   Einwendungen    sehr    wahrscheinliel»    auch    E.    lineare    Mlhlenb. 
Fries  Summa  veg.  Scand.   176. 
In  \^'^iesen  und  lichten  Waldungen,   auf  Sumpf-  und  lloorboden,  be- 
sonders an  quclligcn  Plätzen,  häufig   und  oft  heerdenweise ;   I».  auf  Berg- 
höhen   (Wh.   Sollinger    Wablungeii  — ;    Pv.  Heinrichshölie    am    Brüchen). 
Juli,  August. —    September. 

SIengel  1  —  l'/'^'  '">c''>  ^"  Spielart  b.  4  —  ti",  eiufacL,  oben,  seltener  sebon.ion  der 
Wurzel  an,  ästig.  BUtter  meistens  am  Rande  fein  umgerollt,  bier  auf  der  Oberüäcbe  und 
unterseits  am  Mitfelnerv  zerstreuet  zartbaarig,  oder  beiderseits  kahl  und  dann  scbwaeb  glänzend  ; 
Blaltbasen  niebt  selten  dureb  kurze  kaum  erliabene  Linien  ein  ucnig  berablaufcnd ,  häufig 
obnc  eine  Spur  dieser,  h  ie  denn  auob  an  grössern  üppigen  Exemplaren  der  dichter  behaarte 
Sircif  oft  gänzlich  unmerklich  wird.  Blüten  klein,  blassrotb,  auch  in  weiss  verbleichend. 
Kapseln    zartbaarig- grau.       ■>  ariirt   mit    etwas    grössern    Blüten. 

t.     E.   tetragoiiuni.     Vierkantiger  Schotenweitle. 

rieht  Blätter  lineal-lanzettförmig,  gesägt,  mittlere  mit  blättriger  Basis 
hurz-herablaufend-an«cwachsen,  untere  hurz  gestielt ;  Stengel  fast  hahl, 
durcli  4,  seltener  2  herablaiifendc  erliabene  Linien  hantig;  Traube  auf- 
recht,   I>arbc   keulenförmig;    Wurzel   auslreil»end. 

LiNN.  Sp.  pl.494.  Chi.  han.  98.  liocit  Svn.  I.  267.  Sturm  Deutsehl. 
Fl.  11.81.  Beichenb.  PI.  crit.  II.  t.  198.  FL  dan.  t.  1029  (mit  grossem  Bli- 
len).     Engl.   bot.   1. 1918. 

b.  lirgatuiii.  Der  ruthenäsiii/e.  Meistens  schlanker  und  sehr  ästig; 
Blätter  schmäler  mit  rundlicher  Basis  ohne  hcrablaufenile  Blattsubstanz 
aufsitzend,  Stengel  durch  2,  seltener  4  herablaufende  erhabene  Linien 
kantig,    Ausläufer  treibend. 

Waulenb.  Fl.  suec.  233.  E.  virgatum  Fries  Fl.  hall.  66.  Summ. 
veget.  Scand.  177.  Kocti  das.  I.  267.  III.  1023.  E.  tetragonum  v.  ra- 
mosissimum  und  v.  puberuhim  Chi.  hau.  das.  Stlrm  «las.  II.  81.  E. 
nbscuriim  Beichenb.  das.   t.  199.     E.  tetragonum  ß.  Fl.  dan.    t.  1267. 

c.  montaiiuni.  Her  bergständige.  iSlicdrig;  Stengel  einfach  oder 
wenigästig;  Blätter  lineal  -  länglich ,  stumpflich;  Blüten  1 — 3,  in  hoher 
Lage  oft  nickend. 

Chi.  han.   das.     E.  nutans  Schmidt  Fl.  boh.  Cent.  IV.  82.     Tausch  in 
Begensb.  Fl.  1828.  II.  4(iO.      IIornem.  Fl.  dan.  t.  1387.     E.  alpinum  ß. 
nutans  KoCH   das.  2(i8. 
Die  Hauptart  an  Gräben,  Bächen,  Teichen,  auf  nassem  oder  sumpfi- 
gem Boden,  häufig  und  oft  heerdciiwcise;   J).  meistens  auf  weniger  nassem 


Isnarditt.  ONAGRARIAE.  201 

Kodon,  in  ausgetrockneten  Gral)eii  u.  s.w.;  c.  auf  liöhcru  Bergen  und 
Gcitirgen  (llii.  Sollinger  \^"aldungen,  Ilarzgeliirge  — ;  Pr.  am  Brocl.en 
auf  der  lleiuiielisliölie  — ).  Juni,  August,  im  Gebirge  bis  Ende  Septem- 
bers. —    August  liis  Octol)er. 

Stengfl  der  IlaupUrt  und  h.  1 '/j — 3'  hoch,  von  c.  4  —  6  —  8"  hoch,  aufrecht,  steif, 
meist  röthlich  .ingelaufen.  Blallor  trühgrün ,  am  Rande  und  am  Miflelneiv  zaithaarig  oder 
kahl  und  glänzend.  Die  Blaltsnlistanz  hcstimmt ,  al.er  nur  sehr  kurz  am  Stengel  herahlaufend 
und  dann  in  4,  oder,  indem  '2  Linien  an  einander  grenzender  Blalthasenränder  zusanimen- 
fliessen,  in  2  erhahenc  ISälhc  ühergchena.  An  der  Siiielart  h.  die  herahlanfendc  Blallsuh- 
stanz  nicht  vorhanden  oder  kaum  hemerklich.  Blüten  klein,  HrDohLitter  an  der  Basis  he- 
haart,  rosa  oder  fleisclifarhen.  —  Die  Entii  irkelnng  von  Ausläufern  sieht  unter  einigem 
Eindnss  der  BodenheschalTenheit ,  und  ein  alpiner  Standort  hewirkt  erfahrungsmässig  leicht 
Krümmung  zarter  Stengel.  —  Die  Spielart  c.  unterscheidet  sich  von  dem  ähnliehen  E.  al 
piuum    I..    noch    durch    kürzer  gestielte,    schmälere    dünnerlauhigc   Blätter   und    mehr  Flaumhaar. 

Bemerk.  E.  alpiuum  LIMV.  Sp.  pl.  495.  mit  gegenständigen,  gestielten,  cirnnd- 
länglichcn,  stumpflichcn  Blättern  von  dicklicher  Suhstanz  (Engl.  hot.  t.  'JOGI,  vortreftlich, 
Fl.  dan.  t.  3"2"2,  wo  die  Bläller  spitzer  als  sie  gewohnlich  vorkommen  dargestellt  sind),  ist  his 
jetzt  im  Gehiete  der  Flor  auch  am  Brocken  nicht  gefunden  worden.  Ycrgl.  E.  roscum  b.  und 
E.  palustre    h.,    die   nehst  K.  telragonum    c.    in  Herbarien    mitunter  als  E.  aipinum   vorkommen. 


■Wenn  auch  unter  die  Zahl  der  Bastardformen  dieser  Gattung  (REICIIEIVB.  Fl.  sai.  303. 
führt  deren  lö  anf)  Spielarten  und  Abänderungen  aufgenommen  sevn  mögen,  so  kommen 
doch  nicht  zu  verkennende  Bastarde  vor,  z.B.  ein  E.  parvifloro  -  palustre  zwischen  den  beiden 
Eltern  wachsend,  womit  E.  virgatum  FK.  zusammenfallen  dürfte.  Bei  zum  Theil  so  nahe 
verwandten  Arten  als  diese  Gattung  enthält,  uulerliegt  die  sichere  Feststellung  und  noch  mehr 
die  Charakterisirung  der  Bastarde  annoch  zu  vieler  Insicherlcit ,  als  dass  man  in  einer  Flora 
darauf   eingehen    konnte. 

VechniSCheS»  Man  hat  das  seitlcnartiffe  Samenhaar  der  A.  1.  2. 
mit  vcrscliiedenen  Zusätzen  zur  Anf'ertifjung  von  feinen  Gespinnsten,  Pa- 
pier .^  liastorhiHen,   Lampendochten  u.s.%v.  anfjewandt. 

ÖJCOnOiniSChes»  Die  junaen  Sprossen  von  A.1.  csshar,  die  jun- 
(/en  Blätter  der  Art.  1.2.  5.  zur  Theebereitunfß  und  als  Gemüse  nutzbar. 
Die  mehrsten  Art.,   besonders  1  u.  2.,  zu  Zierpflanzen  der  Gärten  t/eeifjnet. 

Ä.   Gruppe.      JU§SII:jIlI:.      JUISSIJEE]¥GE¥VÄCHSX;. 

Böbre  des  Kelelis  niclit  ülx'r  den  Fruebtknoten  verlängert,  Saum 
4  —  6-spaltig,    ausdauernd.     Fruclit  eine  Kapsel. 

3.   is:wARiiiA.   MSJ¥^nm:E. 

I.INN.    Gen.    n.  469. 

Kelchsaum  4-tlieilig.  Kronbläfter  (4)  oder  nicht  vorhanden. 
Stauhgefässe  4.  Grifl'el  fadcnföriuig  abfällig.  jXarbe  kopfför- 
mig.  Kapsel  4 -klappig,  4 -fächerig,  vielsamig,  fachspaltig. 
Ge.schl.  Syst.  IV.  1. 

Ein-  oder  mehrjäbrige  (A.  1.)  Wasser-  oder  Sumpfkräuter  mit  gan- 
zen, Wechsel-  oder  gegenständigen  Blättern.  Blüten  blattwinkelständig, 
sitzend  oder  kurz  gestielt. 

1.  I.  palustris«  ^untpf-Esnardie*  Stengel  an  der  Basis 
wurzelnd;  Blätter  gegenständig,  oval -spateiförmig,  spitz;  Blüten  ohne 
Kronen. 

LiNN.  Sp.  pl.l75.  Chi.  han.  100.  Roch  Syn.  I.  268.  Schk.  Uandb. 
I.  T.  2^j.     Stlrm  Deulsehl.  Fl.  II.  22. 

Auf  Triften  und  in  Heiden,  auf  sandig -sumpfigem  torfigem  Boden, 
besonders  gern  an  und  in  Gräben  und  Teichen,  im  westlichen  Gebiets- 
thcile   von    der  Südgrenze   his    nach  Hamburg,    hier   die  ISordgrenze  der 


202  OMAGRABIAE.  Ciicaea. 

((•uro|i:iisc]i<'n)  <icsaniin(vcil>iciliiii^  crrcicliciul,  /.iciiilicli  li:iiilig,  im  Oslcii 
ilcr  Linie  von  (Hassel,  llannovci',  Liincl)ur^  im  tircl)ict(>  niclil  niclir  vor- 
linmmcn.l  (/V.  //'.  Iliinslcr,  y.wisclicii  Kalidfn  nnii  Twiolianscn ,  Wieso 
am  Oslcilicis.T  Miilil.-iiliicli  Ini  Lohe  — ;  llii.  ^cucnl.iic  licn  am  Slirl;- 
t(-i('li<-,  ilclihur^,  ISniTraoil',  Kolinlioist ,  Lavcisluli  .  I»i<'|i<'iiau ,  Itonnc- 
inülil.ii  — ;  Ol.  VVcsttüsl.dc,  AVcsliiloy  — ;  Hm.  i:|.|..n.loi  Ici-  »liililcn- 
teicli). 

Unl.eliaarl.  Strngcl  im  Wasser  .■.iilioclit ,  l  —  1 '/i'  '""•''.  'i"''  'l^'»'  •'■"'<''■  "'»  nir.l.r 
liegender  Basis  anstr.l.e.i.l  ,  (i  —  S"  liocli ,  geglie.leil  ■>ill  elivas  a.igoscl.»  ollri.cn  (i.Unl.in. 
meist   riitlilicli   angelanl'en.        Asie    al>gcs|iorrt ,    grgensländig.       Itinli'n    Miin,     gninllili. 

3.  Gruppe.    CIRCAEEAE.    MJEXEJVJKRAUTGEMÄCHSE:. 

l\öliiM>  des  Kelches  nicht  iil»er  den  Friichtlniotcn  verliingeit ,  Sanni 
2— 4-spaUig,    ahfallig.     Frucht  kapselartig. 

LlNN.    Gen.     n.   44. 

Kelchsauiii  2-lhellig.  Kronitläller  2.  Slaiihgefassc  2,  inil 
«leu  KronhläHcrii  Avcelisolsläiulig.  Geschlossene  ln'rnföriuige 
Ka2)sel,  2-faoherig  mit  1-saiuigen  Fächern.     lleschl.Sysl.il.  1. 

Melirjahrige,  schwaclistengelige,  zartlauliige,  an  der  Kasis  >vnr7,elnde 
Kräuter.  Illatter  gegenstandig,  ganz.  Blüten  in  cnd-  und  seitenstiindi- 
gi'u ,    einfachen  Trauben.      Früchte  mit  llakenhorsten  liesctzt. 

1.  C  liitetlana.  Gemeines  MeacenTcraut.  Rlättcr  ei- 
rund, 7,uges(»itzt,  schwach  ausgeseliweirt-gczähnclt;  IMütensticIcIun  ohne 
DccIJ.Iätler. 

LiNN.  Sp.  pl.  1-2.  Chi.  hau.  100.  Koch  Sjn.  T.  2m.  Scuk.  Ilaudh. 
I.  T.2.  a.     Sturm  Deutscht.  Fl.  11.2.-?.    Fl.  dan.  t.  210.    Fngl.  hot.   t.  105(5. 

In  schattigen  LauhholzAvaldungcu  und  ilainen,  auf  humj>sem  IVischeni 
Boden,  hauHg.     Juni,  Juli. —    August,  Septcnil)er. 

Stengel  1  —  l '//  l'ocli ,  aufreolit,  einfach,  flaiimliaarig,  selten  fast  Kalil.  Uläticr  I '/.^ 
Mal  so  lang  als  breit,  oberseits  ohne  Glanz,  Blattstiele  laug,  stielriind.  BlUlentragender 
Tlieil  der  Tranbe  bis  4"  lang.  Kronen  rotldicLiveiss  oder  weiss.  Friielitc  unreif  uuigc- 
liolirteiriind- kugelig,  reif  kugelig- keulenförmig  und  alsdann  die  Fruebtstielc  unter  spitzem 
Winkel  zurüokgescblageu.  —  Ändert  ab  mit  seicht  Iierzforniigeu  Bliillern  (C.  lutetiana  v. 
eordifolia  Chi.  hau.  das.)  und  unterscheidet  sich  alsdann  von  der  sehr  iihnliehcn  grossbliitigrn 
rorm  der  folgend.  Art  durch  den  Mangel  (oder  ganz  friilieu  Ablall?)  dir  I)eckblatter,  den 
schwachbuehtigcn  Blälterrand  und  die  grossem,    l.inglichern,   schrofl'  ahiiarts  gerichteten  Friiclile. 

9.    C*.  liiterinetlia.    Mittleres  MEeacenTeraut,     Blätter 

Lerzlörmig- eirund,  spitzig  ausgeschweift- sägczähnig;  hinfällige  Itorsteu- 
förmige  Deckblätter  am  Grunde  der  Blütenstielehen ;  Früchte  umgehehrt- 
clrund- kugelig. 

Ehr«.   Bcitr.   IV.   42.     Koch    Syn.  I.  269.     Fl.    dan.    t.  2-56  (C.  alj.ina, 

die  unten  erwähnte  griisserbliilige  Form  der  C.  intermedia  darstellend  und  von  C  aljiina 
durch    doi-pelt    grossere    Blüten    abueichend). 

In  l»crgigen  W^aldungen,  auf  hnmosem  feuchtem  Boden  und  an  Bächen, 
hier  und  da.     Juli  l)is  jVugust.  —   August,   September. 

Gcsanimtansehen  der  A.  1.,  doch  meistens  etwas  niedriger  und  in  der  Bildung  zwischen 
den  Art.  1  und  3.  stehend,  doch  letzterer  Art  näher  verwandt.  —  Kommt  grossblülig  vor 
mit  Blüten  die  so  gross  als  die  der  A.  1.  sind  (C.  alj.ino  -  lutetiana  Chi.  hau.  das.  C.  lu- 
tetiana ß.  intermedia  WahlENB.  Fl.  suee.  I.  4.,  nach  Exempl.),  und  kleincrbliitig,  mit 
nlnlen  die  nur  etwas  grosser  als  die  der  A.  3.  sind  (C.  luteliano  -  aljiina  Chi.  han.  das.). 
Vnreife    Früchte    umgekch.leirnnd  -  kugelig ,     reife    sah    ich    noch    nie. 

3.  C  alpllia«  Gehirgs.JteaOenlSraut.  Blätter  herzför- 
mig-eirund, spitz,  atisgcschweift-sägczähuig;  hinfällige  borstenförmige 
DcclvJ)lätter  am  Grunde  der  Blütcnstielc ;    Früchte  länglich-liculcnförmig. 


Trapa.  ONACRARIAE.  203 

LiNN.  Sp.  pl.  12.     Chi.  hau.   101.     Kocii  Sjn.  T.  269.     FI.  clan.  t.  1321 

(sein    giil).       Kngl.    bot.     t.  10.')7     (nur    Slcngil    iin.I    Bl.-iflcr.      Die    Bliitcii    sind    ül.ei    Joi.- 
pelt   zu    gross    iiiiil    m  .iliiscliciiilicli    >on    der   grosshiütigeu    Tonn    der    C.    intermedia    entleLiit). 

lii  bergigen  Waldungen,  auf  feuchtem  Boden  der  reicli  an  unzersetz- 
tem  vegetaJ)ilischem  Uiinius  ist,  namentlich  an  faulenden  Baumstämmen. 
Juli  l>is  August.  —    August,  Septeml)er. 

Zarler  ii.id  Meiner  als  die  Art.  1.  '2.  Stenge]  4  —  G"  lioeli ,  ansteigend,  dicklich,  saf- 
tig, hald ,  gegen  die  Basis  angescliwollen  und  rolli ,  selten  zerstreuet  lieliaart .  meist  vicl- 
trauliig.  Bllilter  so  breit  als  lang,  fctlglünzend.  Blattstiele  flach,  hautig  gerändert.  Blü- 
tentragender Theil  der  Traube  bis  1"  laug.  Bliiten  fast  "i'/j  Mal  kleiner  als  an  A.  1. 
Kronen  blassrosa.  Früchte  auch  wenn  sie  noch  unreif  sind  schon  kneuelföriuig,  meist  wa- 
gerecht   abstehend    oder   unter   stumpfem    AVinkcl    abwäits    gerichtet. 

Bemerk.  Fortgesetzte  Beobachtungen  haben  bald  für  bald  gegen  die  in  der  Chi. 
hau.  nachgewiesene  h\bride  Abkunft  der  A.  2.  gesprochen.  Bis  die  Zukunft  Sicherheit 
hierüber  gicbf ,  mag  sie  als  eigene  Art  dastehen.  Als  Spielart  lon  A.  3.  kann  ich  sie  bis 
jetzt    nicht    anerkennen. 

4.    Gruppe.      HITDROCARYES.      W^AISSJER]¥  VSS. 

llölire  des  Kelchs  angewaclisen ,  Saum  ausdauernd.  Frucht  nussartig, 
heinhart. 

5.     TRAPA.      n^A^SSmUNUSS. 

I^INN.    Gen.    n.  G.3. 

Kelchsaum  i-tlieilig.  Kroiililätfer  4.  Staubgefässc  4.  Grif- 
fel 1.  rVai']>e  kopfförniig.  Von  den  vergrösserten  Kelchzipfeln 
Jiedeckte  un<l  2— 4- dornig-gekrönte  IVnss  mit  1  Samen.  Ge- 
sehl.  Syst.  IV.  1.  ^  ^ 

Finjährig(!  schwimmende  Kräuter.  Untere  untergetauchte  Blätter  ge- 
genstandig, haarförmig-fiederschnittig,  oliere  wechsclständig,  schwim- 
mende rosettenartig  ansge])reitet,  gestielt,  rhomlienförmig.  Blattstiele  der 
blühenden  Pflanze  über  der  Mitte  aufgeblasen -angeschwollen,  Blüten 
blattwinl.elständig,   einzeln,   kurz  gestielt. 

1.     T.  nataiis.     Gemeine  Jf^assemuss.     Blätter  säge- 

zähnig,    Früchte  4 -dornig. 

LiNN.  Sp.  pl.  17.3.  Chi.  hau.  111.  Koch  Sjn.  I.  2G9.  Schk.  Ilandb. 
f.  T.25.     Sturm  Deutschl.  Fl.  11.30. 

In  Teichen  und  stehenden  Gewässern,  auf  lehmigem  schlammigem  Bo- 
den, die  IXordgrenze  der  (europäischen)  Gesammtverbreitung  erreichend, 
selten  und  sich  verlierend  {Pr.  Wittenberg,  Barby  — ;  Br.  Vorsfelde, 
Wipperteich,  l^Ioerse?  Neuhauss?  Hasslingcu? —  Ljt.^'innKw — ;  Pr.  fV. 
Herford  — •;  Hu.  ehedem  im  Teiche  bei  Scinvöbber  und  l»ei  Northeim). 
Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  gegliedert,  schwimmende  Bliitler  lederartig  und  glänzend.  Blüfenslielc  zottig, 
Kronen  weiss.  Horner  der  Nuss  an  den  Spitzen  einwärts  bärtig.  ]>'nss  gross,  grau-  oder 
schwärzlich -braun.       Sanienlappcn   von    ungleicher    Grösse. 

GEVrURBJLICXEEllS. 

OTconomischeS»  Hie  meldiijen  Nüsse  von  kastHuienarfiffem  Ge- 
schmack (jekoclit   und  tfcbraten  essliar. 

R.    |;r.    Gin.    rem.    17.        liE    Cand.    l'rodr.    111.    65. 

lielcliröhre  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen;  Saum  4-thei- 
lig.     Kronhiätter  so   viele   als  Kclchzipfel   und    mit  diesen  ab- 


204  HAliORAGEAE.  Myriophyllum. 

woeliselnd  (lemKolchschliinde  eingesotzl.  Slauljgcfässe  doppelt 
odiT  eUvn  so  viele  als  Uronhlällei-.  FriM-lilknoleii  1  — luelirfä- 
ciierif?  mit  je  1  hängenden  Ei.  liein  tirillel.  Narben  so  viele 
als  Fäeher  des  Frnelilknolens.  Samen  mit  Eiweiss.  Keim  ge- 
rade, mittelsiändis:,  das  Würzelehen  zum  Nabel  ffe^vandt.  — 
«lütter  ohne  Nebenbliilter.  * 

ITorkniiiinen.      im  A\  asscr. 

Gehalt.  ßf'cui(f  hrhinml ,  tvalirschcinlivli  reich  an  (rcrbestolF,  unter 
Vmsländen   lialU  aüssrlicidcnd. 

1.     JTIYRIOPHlTIiliU]?!.     VA.USMN  n  B  Mj^VT. 

I.ITVN.     Gcu.     n.    lOÖÖ. 

Einhäiisig  oder  Zwitter.  Obere  Blut,  männl. :  Kelchsaum  4- 
theilig,  Kro'nblätler  4,  hinfällig.  Staubgelasse  8.  Cnfere  IJIül. 
weibl.:  Saum  des  4-kantigen  Kelchs  4-spaltig;,  kleiner.  Kron- 
blalter  kaum  bemerklich,  zähnehenförmig.  Narben  4,  zottig. 
Nüssehen  4-facherig,  4 -sämig,      (iesehl-  Syst.  \Xf.  8. 

Mehrjährige,  untergetauchte  mit  den  hlühenileii  Spitze»  über  die  Was- 
serfläche sich  erhebende  Kräuter  mit  gefiedertem  Stengel,  gegen-  oder 
wirtelständigen,  kammartig -fiederschnittigen  Blättern.  Itlütcn  blattwin- 
kelständig,  einzeln,  sitzend,  in  Qnirlen  oder  <|uirlartigen  Ähren  mit  Deck- 
blättern  an   der  Basis. 

1.  Tn.,  vertlcillatiint.    Q,uirlblütiges  Vausendhlatt» 

Blüten  in  <^)uirlen,  Deckblätter  sämmtlich  kammförmig-fiederspaltig,  mehr- 
fach länger  als   die  Blüten. 

LiNN.  Sp.  pl.  1110.  Chi.  han.  108.  M.  vcrticillatum  a.  ß.  Koch  Syn. 
I.  270.     Fl.  dan.  l.  1016.     Engl.  bot.  t.  218. 

b.   subspioatum     Bas  nacRthlütige.     Deckblätter  kaum  die  Blüten 
überragend. 

Chi.    han.    das.      M.    vcrticillatum  J'.    Kocu    das.      M.    nectinatum   De 
Caxd.  Fl.   frane.  Y.  529. 
Tn  Sümpfen,  Grälien  und  Teichen,  häufig.     Juli,  August.  —    Septem- 
ber,  October. 

Stengel  einfach  oder  wenigiislig,  aufrecht,  dicklich,  saftig.  Blatter  ({iiit'lständig  (zu  5 
und  6),  aus  den  borstenförmig- fiederschnittigen  Blattgerüsten  hestehend.  Deekhlätter  der 
Hauptart  3  —  6  Mal  langer  als  die  Blüten,  der  Sjiiclarl  h.  etwa  su  lang  als  diese  oder 
kürzer,  womit  hei  zugleich  genäherten  Quirlen  die  Blüten  in  nackten  Ähren  zu  stehen  sehei- 
nen. Unter  dem  Zurücktritt  des  Wassers  hilden  sich  bisweilen  die  neckblälter  zu  Blattern 
aus,  wonach  alsdann  die  Blüten  sämmtlich  in  ilcn  Blattachselii  stehen,  und  in  auslrockncu- 
den  Sümpfen  triflt  man  nicht  selten  fast  stengcllose,  nur  4  —  6"  hohe,  steif  aufrechic ,  \oii 
unten    her   Blütenstiele    treibende    Esemi.lare    (M.    verticillalum    y.    acaule    Chi.    han.    das.). 

«.  J?I.    !^i»lcatuin.      Ährenhlütiges    Tausendblatt. 

Junge  Ähren  aulrecht,  Blüten  in  (J>uirlen,  l>(cld)lätter  der  untern  Blüten 
eingeschnitten -gesägt,  der  obern  ganzrandig  und  kürzer  als  ihr  Blüteu- 
«juirl. 

LiNN.  Sp.  pl.l409.  Chi.  han.  107.  Koch  Syn.  I.  270.  Schk.  Ilandb. 
in.  T.296.     Fl.  dan.  t.68I.     Engl.  bot.  t.  83. 

In  Teichen,  Gräben  und  fliessenden  Gewässern,  häufig.  Juni  bis  Au- 
gust. —    September,   October. 

Zarter  und  schmächtiger  als  \.  l.  Stengel  gestreckt,  oft  mehrere  Fusse  lang,  meist 
in  ruscnartigen  Büscheln  flutend,  und  nach  oben  ästig.  Blätter  meist  zu  4,  haarförmig- 
liederschniltig.  Gesaninitansehen  der  Blülenährcn  wie  das  der  Spielart  h.  der  A.  1.,  an 
den  nicht  eingeschnitten  -  gesägten  Deckblättern  der  obern  Blütcnqnirlc  jedoch  leicht  zu  un- 
terscheiden. Die  eingpschnilteneu  Beckblättcr  der  untern  Quirle  nie  länger,  «Is  hüchslens 
doppelt    so    lang    wie    die    Blüten.        Kronblätlcr    umgckelirlcirund ,     schwai  h    aiisgerandet. 

3.    I?I.  alteriilfloriiiii.    JP'echselblütiges  Tausend' 


ilippurls.  HIPPIJRIDEAE.  205 

blntt»  Junge  x^hren  überliängend,  in:innlichc  Blüten  wecliselstiindig, 
weihliclie  unti-ilialb  dieser  in   Quirlen. 

De  Cand.  Fl.  fian?.  V.  529.     Cli).  I.an.  107.     Koch    Sjn.  I.  270. 

In  Fiscliteielien,  Gräben  und  stehenden  Gewässern,  bis  jetzt  nur  im 
westlieben  Tbeile  des  Gebiets  beobaebtet  und  bier  nicbt  selten ,  walir- 
scbeinlicli  aber  weiter  verbreitet  und  nur  übersehen  (//ii.  Bentheim  und  bei 
mehren  Ortsehat'ten  nach  der  holländischen  Grenze  zu,  Amt  Himleburg, 
Fischteich  der  Scbarncbecljer- Mühle  unweit  Herrmannsburg,  Gräben  auf 
der  Insel  Wilhelmsburg  — ;  Ol.  bei  Herzebrock  auf  der  Heide  — ).  Juni 
bis  August.  —    September. 

Abermals  zarter,  kleiner-  und  feinerlilällrJger  als  lieüle  »orlicrgeLende  Arten.  Blattei 
meist  zn  4  stellend,  4  —  5'"  limg.  »n'l  liärrlienleinen  Zipfeln,  die  bei  allen  3  Arten  eben 
so  wie  die  Äste,  meistens  weelisel-,  weniger  liänfig  gegenständig  stehen;  wälirend  die 
Zipfel  der  Deeliblälter  Iiänfiger  gegen  einander  über  als  abweebselnd  stehen.  Stengel  naeh 
oben  oft  viele  Bliifenäbren  treibend.  Diese  1  —  1 '/>"  lang,  solimäebtig  und  kleinbliitig. 
Deokbliillerbildiing  « ie  bei  der  vorigen  Art,  deren  specifisclie  Verschiedenheit  noeh  nSher 
zn    prüfen    bleibt. 

C?  JE  li^JBÄJti  JrCÄJEÄ. 

ÖTCOnomiSCheSt  Frisch  (jehncht  ein  ijtites  Schweinefulter ,  tro- 
cken lur  rerfiitternntj  an  Pferde  und  Schafe  braiiclfbar,  beim  auswerfen 
der   Teiche  und  Grüben   zur  Achcrdiinijunij    zu  verwenden. 

:s:xxiii.   mmiKiUEAE. 

1.[>K    Ennm.    bort.    ber.    I.    r>. 

Kelclirölii-»'  mit  tleui  Friichtkiioleii  verwachsen.  Saum  sehr 
laiiz,  iiiuleiillleh  2-lap])ig.  Kioii])lätlei- iiielit  vorhamlen.  Staul>- 
ffefäss  i,  dem  vordem  Lappen  des  Kelehsauuis  an  der  Basis 
eingesetzt.  Träger  kurz.  Beutel  mit  2L;ingsritzen  aufspringend. 
Fruehtknote  l-faeherig  mit  1  hängenden  Ei.  Gritfel  fadenför- 
mig, in  einer  Furche  des  Slauhheutels  ruliend.  Same  mit  Ei- 
weiss.     Keim  aufrecht.  —    Blätter  wirtelständig. 

Torkoiuinen.     lui  \^'asser. 

Gehalt,     Unbekannt. 

1.    HiPPURii^.    TA^NNW^rnnmii, 

I>INN.    Gen.     n.    11. 

ZvviKcr  oder  vielehig.  Kelehsaum  veruischl.  Kronhlälter 
niciü  vorhanden.  Stanhgefäss  l.  aus  dem  Bsuule  der  Keleh- 
röhre.  Einsamiges  Nnsschen  mit  knorpeliger  Schaalc.  Gcsclil. 
Syst.  I.  i. 

"  Mehrjährige,  im  Wasser  lebende  Kräuter  mit  fast  einfachem  Stengel 
und  wirtelsläudigeu,  sitzenden,  ganzen  und  gauzrandigen  Blättern.  Blü- 
ten in  den  Blallwinkeln ,    tjuirlsländig,    einzeln  und  sitzend. 

fl.    H.  vulgaris.    Gemeiner  JTannwedet.    Blätter  liuea", 

zu  6 — 12  in  jedem  Quirl. 

LiiMN.  Sp.    pl.  6.      Chi.  han.  110.      Koch  Syn.  T.  270.      Schk.  Handb. 
T.  1.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  44.     Fl.  dan.  t.87.     Engl.  bot.  t.  763. 
b.   maritima.     Her   seestrandständige.     Blätter   lanzettlich,    zu  4 
bis  G  in  jedem   Quirl, 

Wahlekb.  Fl.  suec.  I.  2.     Koch  das.     H.  maritima  Linn.   Suppl.  81. 
In  Teichen,    Gräben  und  Bächen,    häufig,    b.  am  Meeresstrande  (3Ik. 
in    der  Warnow    zwischen    der  Fähre    und  Cheelsdorf,    an    der  Klbe    bei 
(iothmann,  Below).     Juni,  Juli.  —    September. 


206  CAIililTRICHEAE.  Callitiiclie. 

■Wiirzclsloel;     lang,     al>H  cclisclnd    vcriivcigt.         Stengel     einlach,     »eilen  mit     einem     Ast, 

1  —  1 '/./    liocli ,     gegliedert.       IJliiller   anlanglieli    aufrccLl ,     dann    abstellend.  Frnelit   langlieL. 

In  reisseudem  Wasser  oft  flutend  ästig  und  unfruelilliar ,  mit  lerhingerlcn  dnrelisclieinenden 
Ulallern    (II.    »nlgaris    v.    Iluitans    Cid.    h.in.    .las.). 

XXXIV.     CAIililTRlCHEAE. 

Link.    Knum.    liorl.    l.eiol.    I.   7     (Caliilriel.iMeae). 

Kelcli  nielif  vorliaiulen  (oder  aiigodculet  2-l)läHng).  Keine 
Krone.  I)eckl)l;itl_cr  2  an  der  IJasis  der  lilüte.  Stauh^efäss  U 
Bentel  nierenförniig,  1-fäeherig,  «juer  aiifreissend.  Friiehfknotc 
1,  4-fäelierifi^,  mit  je  l'Ei.  (irift'el  2,  ladenförinigj  ^'ai-he  uii- 
sethcilt.  Keim  abwärfs  gericlijel,  iniKel.ständis'  in  lleisehigem 
Eiweis.s.  —    Blätter  gegenständig,   ohne  jNehenblätter. 

Vorkommen.     Im  Wasser  iiiul  iStlilaiiiin. 

Gehalt.     Unbekannt. 

I.     eAliliITRICHE.      WAS»  JEUS  VE  Bl¥. 

I.INN.    Gen.    n.    1;J. 

Zwitter  oder  öfter  eingeschlechtig.  Kelch  und  Krone  nicht 
vorhanden.^  Declihlätter  2.  Stanhgefäss  l.  GrifTel  2.  Ge- 
schlossene in  4  IXiisschcn  zerfallende  Kapsel.    Gcschl.  Syst.  I.  2. 

Melirjälu'ige,  sehr  zarte,  l'atleiistengelige,  iniheliaarte  Wasser-  oder 
Schlaininliraulcr.  Itlättcr  eiiilacli,  ganzramlig  (mit  Aiisiialune  der  oft 
ausgeraiuleten  Spitze),  in  der  Form  veränderlicl».  Rlüteii  Ijlattwiukcl- 
ständig,    einzeln,    sehr   hlein. 

1.    C>  istagnall».    Sumpf-  W^asserstern»    Alle  Blätter 

umgekehrteirund- spatell'örmig  ;  Friiclite  fast  hreisrund,  ■weit  aiisgerandet, 
Fruehtlaclier  von  einander  gerichtet,    hreit  llügelrandig. 

Scop.  Fl.  cain.  II.  2.'JI.     Koch  Sjn.  271.     Reicuenb.  PI.  crit.  IX.  t.  882. 

Ic.  f.  4747.     C.  verna  Chi.  hau.  108  (zum  Tl.eil).     C.  verna  ß.  Linn.  Sp.  pl.  6. 

b.    versifolia.     Her  blattabändernde.     Ohere  Itlätter  umgehehrt- 

eiiuud- Spatel  förmig,    untere    umgekeluteirund  -  länglich,    länglich -heil- 

förmig,    licilförinig  oder  lineal,    auch  vcohl  alh;   lineal. 

C  platycarpa  KlJTZiKG   in  Linnaea  VII.   181.     Koch    das.      IIeichenb. 
PI.  crit.  IX.  t.  883— 889.     Ic.  f.  4748. 
In    stehenden    und    Hicsscnden    Gewässern ,     ]>csonders    auf   lehmigem 
schlammigem  Boden,  hier  und  da.     April  his  llerhst. —    Juni  Jiis  iJerbst. 

Die  grösstc  und  breitbliitterigsle  Art.  Olieic  Blaller  l>is  za  4'"  l>ieit  ;  die  unlern  der 
Spielart  b.  dnreli  manniclifaehe  Mittelslufen  der  Form  bis  in  die  schmal  linsale  bei  einer 
Breite  von  '/<;'"  übergehend  und  oft  an  der  S]>itie  ausgerandet.  DecKblülter  siclielförmig 
gegen  einander  gebogen,  kürzer  oder  ISnger  als  die  Frucht.  GrilVel  bleibend,  s|>ätcrhin 
zurüeligebogen.  Friiehle  gross,  Frucbtfiicher  mit  dem  etivas  zngesehärften  Uüeken  von  ein- 
ander   gerieblet,     Flngclrand     '/.,    so    breit   a's    das    zugehörige    Fach. 

Ä.    C.  venia.    Wrühlings-TVTass erstem.    Obere  Blätter 

umgekehrteirund -spateiförmig,  untere  schmal  spatclförmig  oder  länglich- 
keilförmig;  Früchte  oval,  sclimal  ausgerandet,  Fruchlfächcr  zusamnicn- 
iieigend,    sehr  schmal  llügelrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  6.  Chi.  hau.  108  (zum  Tl.eil).  ScHK.  Haudh.  I.  T.  I.  f.  a— d. 
Reiciienb.  Ic.  f.  474(5  (C.  fontaua  Scop.).  Fl.  dan.  t.  129.  Fngl.  bot. 
t.  722    (C.    a(|ua(ica). 

b.  lieteropliylla.     Der  verschiedenblättrige.     Obere  Blätter  um- 
gekehrteirund- s]>atelförmig,    untere   lineal,  gestutzt  oder  ausgerandet. 

Chi.  h;in.  das.     C.  intermedia  IIoffm.  Fl.  germ.  1.  2.      C.  verna   Kitz.  ' 
Linnaea    VII.    175.      C.    vcrualis    Koch    Sju.    I.  271.      Schk.    das.    f.  e. 


Callitriehe.  CAI.I.ITRICHEAE.  207 

ÜEicHENB.  PI.  ci-Jt.  IX.  t.881.  i:  1179—1182  (C.  venia).  Ic.  f.  471()  (C. 
st.'llatii  lloppi.). 

c.  linearis.  Oer  linienblättrige.  Alle  Blültei-  iinlorgetaiielit  und 
schmal   lliieal. 

Chi.  iiaii.  (las.      Ueichenb.  Fl.  eiit.  «las.    f.  1183.     I. .  f.  4746   (C.  iiiJ- 
iiiina  Hoppe). 

d.  caespitosa.  Der  rasenstengelige.  SlrngL-l  ahgelnirzt,  rascn- 
iiluiliclt  zusaiiiineiistflH'iul,  Blätter  klein,  gedrängt,  umgekehitciiund- 
länglieli   oder  liinglicli. 

Clil.  hrin.   das.     C.  caespitosa  SciitLTZ  Prodr.  11.  starg.  3.     Reichenb. 

Te.  f.  4746   (C.   caespitosa  Schultz). 

In  llächen,    Gräben  und  Lachen,    häufig;    die  Ilauptart   meistens    auf 

iehniigeni  oder  thonigci«  Hoden;    b.  häufiger  als  jene,    mehr  auf  magerin 

Boden;    e.  meistens   auf  Sandboden;    d.   ausserhall)   des  Wassers.      A|»ril 

l)is  Herl»st.  —    Juni  bis  Herbst. 

Weniger  Ineiflilallrig  als  A.  1.  Griffel  kürzer,  meist  aiifreolit  und  liliifallig.  Mit  Si- 
clKrlieit  an  den  Früchten  zu  nntcrselieiden.  Diese  l.eträclillieL  Heiner  als  an  den  Art.  1 
und  a,  Fruililfäelier  weniger  krenzförniig,  melir  p-ualK-r  oder  zu  einander  hinneigend  ge- 
richtet, an  der  Kante  aligernndel  und  mit  einem  dem  Mossen  Auge  kaum  sichtbaren  Flü- 
gelrand   eingefasst. 

3.    C.  aiitiininaliN.    Merbst-W^asserstern.    Blatter  aus 

lanzettförmiger  Basis  lineal  zugespitzt,  gestutzt  und  ausgerandet;  Flüchte 
fast  breisruu!,  Fruchtfächer  von  einander  gerichtet,  ziemlich  breit  llü- 
gelrandig. 

LiNN.    Sn.    i>l.  6.      Chi.  hau.   110.      liocu   Syn.  I.  272.      «eichene.   Ic. 

f.  4749.  b.  (sehr  gut).  GmEL.  Fl.  Sib.  III.  t.  1.  f.  2  (roh  "l-er  richtig).  Fl.  dan. 
t.  2120  (das  unlirslc  vergrösserte  Blatt  die  richtige  Form  nachweisend,  iihrige  zu  gleich- 
ni.issig    l.reit). 

In  Teichen  und  in  stehendem  Wasser  des  nördlichen  Gebietstheils, 
selten  und  wahrseheinlich  die  Südgrenze  der  Gesamiiitverlueitung  errei- 
chend (//ii.  Cananoher  Moor,  zwischen  Müden  und  Uelzen;  bei  Norden 
— ;  Mk.  Mechower  See,  Strclitz  am  Wege  nach  Kalhhorst,  F.ichhorst 
hinter  dem  Hofgarten  — ). 

Zart,  dunkelgrasgriiu ,  an  der  angcgehenen  Form  der  einander  genähert  stehenden,  ins 
Kreuz  gerichteten,  schmalen  IJlälter  von  sämmtlichen  >orhergelicnden  Arten  und  Spielarten, 
deren  Dlattlormen  sich  insgesaninit  gegen  die  Basis  verschmälern  oder  völlig  gleicLhrelt  zu- 
laufen, leicht  zu  unterscheiden.  >  on  C.  vcrna  ausserdem  durch  die  Uiehlung  der  Frucht- 
fächer  und  deren  hreitern  Flügelrand  verschieden.  —  In  Herliarien  findet  man  nicht  selten 
die    lincalhlättrigen    Formen    der   Art.    1    u.    "2.    unter    dem    Kamen    C.    aufumnalis. 

C.  hamulata  Kürz.  Koch  Sjn.  I.271.  wird  in  Reichenb.  Fl.  sax.  418.  als  "ge- 
mein" angegehen  und  auch  in  SiCKMANN  Enum.  slirp.  c.  Hamli.  crcsc.  1.  hei  Haniliurg 
angeführt.  Ich  enthalte  mich  ihrer  Aufzählung,  weil  ich  sie  im  lebenden  Zustande  nicht 
sah    und    sie    in    der   Fruchtform    mit    C.   verna    übereinkommt. 

ökonomisches»  IHc  f'risvlien,  hru/'lifj  f/cf'arbtcn  Horste  derart. 
1  u.  2.  aus  flicsscndem  ff^asser  weiden  in  ciniqcn  Gerjeiidiu  im  ff'iiiter 
unter  dem  ihnen  mit  Montia  foutana  f/emeinsehaf'tlichen  Namen  "Ifock- 
auf'"  als  Salat  ff  e  ff  essen. 

XXV.     CEKATOPHYIiliEAE. 

Gray    brit.    pl.    arr.    II.    .'j)4. 

Einhäusig.  Deckblätter  8  —  12,  gleiclibreit-länglich,  ahgc- 
slutzt  mit  2—3   kurzen   Spilzen.      Kelch    und  hrone    nicht  vor- 


208  CERATOPHYIil^EAE.  Cerntopliylluin. 

Iiaiulcii.  Slaulihenicl  iiiiheslimiiit  viele  (ö  — 27)  iiiU  sein-  hnizeii 
Trümern,  läiifflleh-nnigekehrleiruiid,  luil  einer  in  2^ — 3  Spil/en 
verlaiifeiulen  Aiisraiulniig  und  2nacli  oben  in  eine  genieiiiselian- 
lielie  OefViinng  aiisgelieiideii  F;ieliei;u.  Friielilknote  1 -fächerig 
Uli)  l  liiiiigeiKlen  Ei.  (irifVel  l,  I>leil(en(l.  Samen  fast  oJnie  Ei- 
^veiss.  Keim  auCreelil,  tias  AViirzelehen  naeli  iinlen  gei'ielilet, 
das  Federehen  zn  2  nalie  an  eiiiandcr  steheiulen  Itlaltpaaren  ent- 
mckelt,  daher  scheinhai- 4  wirtelsländige  Keimhliiller. —  Blät- 
ter ^virlclständig,   ohne  Aehenhlätter. 

17orkoininen.     Im  >Vasscr. 

Gehalt.     Reich  an    Thoncrile. 

1.    CERATOPHl^I.IilJI?I.     JTASSEUZMJVKEilf. 

J.INN.    den.     n.    1005. 

Hülle  von  Deekhlällern.  Sfanhheutel  zahlreich  in  mchrern 
Kreisen  nm  eine  verkürzle  Achse  geoi-dnc(.  Ein  frciei-  Fi-ucht- 
knote  mit  1  Grifl'ej  nnd  plVienienrörmiger  iNarhe.  Einfäeherige 
1-samige  lederartige  i\nss.    Gesehl.Syst.  XXI.  8. 

Mehrjährige,  viflästi^e,  iiiitiMgctauchte,  widrig  rieclu'nde  Wasser- 
kräuter.  Stengel  rund,  knotig-gegliedert,  zerhreehlieh.  Itlätter  gahelig 
in  horsten-  oder  f'adeiiähnliehe  ,  aussenseits  sagezäiinig  -  stachelspitzige 
Zipfel  gclheilt.  Blüten  hlatt^vinkelständig,  sitzend,  männliche  und  weib- 
liche unregelmässig  verlhi-ilt. 

1.     C   deinersuin*     Itreidorniger   W^asserzinJeen, 

Blätter  meist  1 — 2 -fach  gahellheilig  mit  2 — 4  schmal  linealen  zugesi)itz- 
tcn  Zipfeln;  Früchte  mit.  2  schräg  ahwärts  gerichteten  Dornen  oder  Hö- 
ckern an  der  Basis  der  rrucht  und  1,  der  Frucht  an  Länge  gleichen  oder 
langem,    an  der  Spitze. 

Lina.  Sp.  ,.1.1409.  Chi.  hau.  111.  Koch  Syn.  1.272.  Schk.  llandh. 
III.  T.297.     Engl.  bot.  t.  947. 

In  Teichen,  Gräben  und  langsam  fliessenden  Gewässern,  häufig.  Juli 
bis  September.  —    September,   Octobcr. 

Stengel  l'ii.lenfürinig,  oben  in  Äste  zerllieilt,  ilielit  bcl>]at(eil.  nliitt.niiilc  genabelt,  ge- 
gen die  Spitzen  iler  Äste  znsanimcnneigenil  ,  kegelförmige  EnJigungen  clurslellentl ;  Bliitter 
späterhin  starr,  cliinlielgriin.  Friielite  ellipsoidiscb  oft  zum  Inigekclirleiförmigen  liinneigenil, 
trocken  fast  glall ;    Dornen  bald  inebr  bald  weniger  ausgebildet  und  oft  tcrschiedenailig  gekrümmt. 

«.    C.  siitoiiiersuiu.     Mindorniger  Tf^asserainJcen, 

Blätter  meist  3 -fach  gabelthcilig  mit  5  — «  borslenförmigen  Zipfeln; 
Früchte  an  der  Spitze  mit  einem  mehrfach  als  die  Frucht  bürzern  Dorn 
oder  ilöcbc!-. 

LiNN.  Sp.  vi.  1409.  Chi.  han.  112.  Kocii  Syn.  I.  142.  Fl.  dan.  1.510. 
Engl.  bot.  t.  679. 

In  Teichen,  Gräben  und  langsam  Hiessendeii  Gewässern,  seltener  als 
A.  1.     Juli  bis   September.  —    September,   üctober. 

In  allen  Tbeilen  feiner  und  zarler  als  A.  1.  Bläller  entfernter  stcbend ,  fast  seblaff, 
liellgriin.  Früeble  kleiner,  frisch  fast  glatt;  trocken  durch  Grübchen  und  AVärzchcn  un- 
eben. —  Vergl.  SciILElDEN  in  I.lnuaea  XI.  .513.  T.  11.  über  die  dort  bestrittene  Vcr 
scbledenheit  der  beiden  Arten.  Jedenfalls  sind  weitere  Beobachtungen  hierüber,  wie  über 
«las   annoch   zweifelhafte    C.  platyacanihum    Chamm.    Koch   das.    273.    wünsehcnswerth. 

XXXVI.    liYTHRAItlEAE. 

Jl  SS.    l>ict.    sc.    nat.    27.    4.53.       DE    CA^'D.    Prodr.    111.    7.5. 

KelclirÖhrc  walzen-  oder  glockenförmig,  Saum  gezähnt  mit 
klappiger  oder  offener  Knospenlage.     Kronhlätter  dem  Kelch- 


Lythrum.  1.¥THRARIEAE.  209 

Schlünde  zwischen  den  Zähnen  eingesetzt,  bisweilen  nicht  vor- 
handen. Stauhgefässe  frei,  der  Kelehröhre  nnter  denKronhlät- 
tern  eingefügt,  Bentel  einwärts  mit  2  Längsritzen  aufreissend. 
Fruchtknote^frei,  2  —  4-fächerig,_  vieleiig  mit  miltelständigcn 
Samenpolstern.  Ein  Griffel  mit  einfacher  Narbe.  Samen  ohne 
EiM'ciss.  Keim  gerade,  das  Würzelchen  znm  Nabel  gcAvandt. — 
Blätter  gegen-  oderwirtel-,  seltener  wechselständig,  ohne  Ne- 

VorkoniMien.  An  feuchten  Orten  auf  saucrhumosem  otlei-  saudigem 
Boden. 

Gehalt,     Gerhestoff',    Schleim  und  Färbestoffe. 

1.   liYXHRUifi.    irmmmniCM, 

I>i>:y.   Gen.   n.  (504. 

Kelch  walzenförmig  mit  4 — 6  innern  und  eben  so  viel  äussern 
Zähnen.  Kronblälter  1—6.  Sfaubgefässe  von  gleicher  oder  dop- 
pelter Zahl.  Längliche  2-fächerige  Kapsel,  mit  2  oder  4  Zäh- 
nen aufspringend.       Geschl.   Syst.  XI.    1. 

Ein-  (A.  2.)  oder  mehrjährige  Kräuter  (A.I.),  (selten  Stiäucher)  mit 
einfachen,  ganzraudigen  und  drikseulosen  IJIättern.  lUüten  hlattwinkel- 
ständig,  einzeln  oder  zu  mehrern  auf  kurzen  Stielen.     Kronen  violetioth. 

1.    li.  $»alicaria.    Gemeiner  If^eiderich,    TiV^üev  \xcr7.- 

lanzettiörniig,  untere  eirund,  stunipflich;  Itlüten  I2-mänuig,  in  endstän- 
digen,   gequirlten  Ähren,    Dechldätter  der  Reiche   früh   ahl'ällig. 

Lh\N.  Sp.  i>1.64n.  Chi.  hau.  102.  Kocu  Sjn.  I.  273.  Schk.  Ilandb. 
II.  T.  128.    Fl.  dan.  t.671.   Engl.  hot.  1. 1061.  Ha^ne  Arzneigew.  Hl.  T.  39. 

An  Flussul'ern,  Gräben  und  Sümpfen,  besonders  zwischen  Gcbüs/;h, 
auf  nassem  saucrhumosem  Boden,  häufig.  Juli  bis  September.  —  Sep- 
tember,  October. 

Stengel  2 — 4'  lioch  und  liölier.  Untere  Bialler  gegen-  nnd  ivirtelständig,  malt  dunkelgrün, 
etwas  l.eLaarl,  Iiis  ins  Filzige  (L.  Saliearia  v.  tonieutosum  Chi.  Lan.  das.),  seilen  ganz  lialil. 
BliilenäLren  reicIiLlütig  und  zuletzt  rnibenförmig  verlängert.  Staubfäden  langer  als  der  Releli, 
Griflcl  von  3-('ach  veränderlicher  I..Tnge.  —  A  ariirt  mit  grossem  und  kleinem  Bliiten  und 
mit    monströs    ausvvaehsenden    Deckhliittcrn. 

«.    li.  Hyssopifolia.     Ysophlättriger   Jf^eiderich, 

Blätter  lineal  oder  länglich;  Blüten  6-männig,  einzeln  in  den  Blattwin- 
keln,   Kelche  mit  beharrenden  Dechblättern  an  der  Basis. 

LiNN.  Sp.  pl.  642.  Chi.  hau.  102.  Koch  Syn.  I.  274.  Schk.  Ilandb. 
II.  T.  128.     Jaco.  FI.  austr,  II.  t.  133.     Engl.  bot.  t.  292. 

An  Sumpfrändern,  auf  Äckern,  AVicsen  und  an  "Wegen,  auf  feuch- 
tem oder  Überschwemmungen  ausgesetztem  sandigem  Boden,  ziemlich 
häufig  und  heerdenweise.     Juli  bis  August.  —    September,  October. 

Stengel  '/j — 1'  hoch,  einfach  oder  mit  abstehend  -  ansteigenden  ,  ruthenförimigen  Zwei- 
gen über  der  Wurzel.  Blätter  vvcchselständig,  seltener  einige  der  untern  gegenständig, 
blcichgrün.  Blüten  unansehnlich,  Staubfäden  im  Kelche  eingeschlossen,  Deckblätter  klein, 
anliegend,    pfriemenförmig. 

GM  WMRBJ.ICBMS, 

Technisches*  A.  1.  den  Zuckerbäckern  einen  guten  rothen  Färbe- 
stofflJief'eritd. 

ÖTC anomisches»  A.  1.  Zierpflanze.  Beide  Arten  jung  ein  gutes 
Vichfutter. 

Ä.     PEPIilS.     BJLCttEBUUGMXi. 

LlNN.    Gen.     n.  446. 

Kelch  glockenförmig  mit  6  innern  und  eben  so  viel  äussern 
Zähnen.      Kronblätter   6,  hinfällig  oder  keine.     Fast  kugelige 


210  CUCURBITACEAE.  Bryoni«. 

2-fii<'li(Mi^e  iiniM'gcluiässig  zerreissciule  Kapsel.     Gesclil.  S\'«t. 

kiiijaliiise,  klein«;,  iiifiloigostrccVife ,  ästige,  ^vnrzeliulc  liiihiter  mit 
<r,.<r.n-  o.lcr  wecliselstiiiidiseii,  einraclieii ,  gjinzi-itn<lip;<ii  Rl.iUcin.  Rlülcn 
hlalbvinliclstaiulig,    «iii/eln   oder  /.ii  2.    iiiil  2  üeeliMäUfiii  veisclKii. 

1.    P.  Poptula.    Gemeine  Bachhurgel.    liläit.  i  lailioi 

niiff-umgokchrteiiuiKl;    Rliileii   last  sitzend. 

LiNN  Sp.  1.1.474.  Chi.  Iian.  lO-S.  Koch  Sjn.  I.  274.  Sciik.  Ilandl.. 
I.  T.  9i).     Sturm  Dcutsclil.  Fl.  H.l.     Engl.  Lot.  t.  1211. 

AnBaeh-  und  Teiclirandem  und  auf  ül.eiscliwcniint  g.M  csenen  Platzen, 
auf  unliegrasteni  sandhaltigcni  feutliteni  Buden,  liäufig.  .luni  bis  August. — 
September. 

rnluhaul.  meisl;  roll.lUl.  :>ng,-la..lVn,  SU-ngol  1  —  4"  lang.  Bli-Ifcr  ..n.l  BlUlen  Ulrin, 
einzeln  o.lor  ,),i,rl,  siK.lcro  A..s1.il.lung  von  .SrilenMiilcu  in  A^  .rtoln  stel.cn.l ,  Aencn  des 
Kelilis  lolli,  Kronl.lülfoi  blassrosa ,  liüiifig  nirlit  »orlian<lcn.  K.i|)scl  lianlig,  »on  ans<laiicrn- 
«lem   Kelrl.c   lie.lockt. 

PliiladelpIlUS    eoi-uuarius,    i"    <-inig.-..    nor.l.lpulscl..n  Flo.cn    .nfgrfi.lMl,    ist  .l.i   Fl«. 

XXXVII.     CUCUKBITACEAE. 

MÜMBISAnTlGH   ^WIiA.N^MN. 

JUSS.    Gen.    89-J.        I>E    Cand.    Trodr.    Ili.    "J!)/ . 

Kelch  mit  dem  Fiiielilknolen  verwachsen,  5 -zähnig.  Krone 
5-snal(Ig  oder  ö-thcilig,  unten  mit  dem  Kelehsaume  verwach- 
sen Slauhgcfässe  meist  3,  von  denen  2  zwei  vollständige,  1 
nur  ein«n  halhen  (1-fiicherigcn)  Beutel  trägt  (^o  Stauhffelasse, 
deren  4  paarweise  verhunden  und  der  5te  frei  sind),  iruelit- 
Isnote  1  —  5 -fächerig  mit  wandst.indigen  Sainenpolstern.  h,in 
GrilTel.  Narhen  3  —  5.  Samen  mit  einem  Mantel,  ohne  Liweiss. 
Keim  fferade,  das  Würzelchen  zum  Nahel  gcjvantlt.  —  J><V"S^'' 
mit  Wickelranhen.    Blätter  Avechselständio:,  ohne  i>ehenhla(«er. 

Vurkoinnieii.  Auf  bumusreiehem  jedoch  saudhaltigem  loekerin  «o- 
den,    ui.isleus  in   <leu  Avännein  liliniaten  zu  Hause. 

GehttU.  .iu.u/ezrirlini-t  (hirch  schürfe,  drastisch  bittere,  Ptirfjiren 
iiitd   Erbrechen   errcijcude  Stoffe. 

1.     BRYOIVIA.     Z^fJJVJti/ÄJB.    • 

.INN.    Gen.    n.   1093. 


3-fächerig( 

Mehijahiigc  Kräuter  mit  rübenlormiger  Wurzel  und  Idetternden,  ästi- 
gen Stengeln.  Wiehelrauhen  neben  den  Bladslielen  siebend,  meist  un- 
getheilt.  Blätter  eckig  oder  bald  mehr  bald  >veniger  tief  8  — 7- lappig. 
Blüten  in  blattwinkelständigen  Trugdolden,    seltener  einzeln. 

1.    B.  alba.    Schwarzbeerige  Zaunrübe.    Blüten  ein 

-     -  ■       -  - •  ■      ■■    '-'  Narben  kahl. 


häusig,  Kelche  der  weiblieben  Blüten  so  lang  als  die  Krone,  Narben  kahl. 

Link.  Sp.  pl.  1488.  Chi.  ban.  112.  Kocu  Sjn.  I.  277.  Scuk.  Ilandb. 
IlT.  T.aifi.  Sturm  Dentsehl.  Fl.  11.80.  Fl.  dan.  t.  818.  Havnk  Arznei- 
gew. VI.  T.  23. 

An  Hecken  und  Zäunen  in  der  Nähe  von  Wobnungen,  auf  frischem 
humushaltigem  Boden,  durch  da.s  ganze  Gebiet  ziemlich  häufig,  jedoch 
wahrscheinlich  nur  eingebürgert.     Mai,  Juni.  —    September. 


Portulaca.  PORTIJIiA€EAE.  211 

W.irzrl  «elssrn  Mil.hsaft  füliron.l  nixi  iibc)riofl>cn<l ,  Sicngel  6  — S'  Iiocli  ompor-vin- 
•loii.l.  Bliitler  haiulförniig  5  —  T-lappig,  gpzäliiir,  >o.i  scluvi.-jigen  Krliabcnlicilcn  ^liarf. 
^Veibliclic    Tiiigdoldcn    lang   geslielt.       Kronen    gelligriinlicli.       Beeren    soliwarz. 

9.    B.  diolca.     ^oth früchtige  Zaunrübe,    Blüten  2- 

liäuslg,  Kelche  der  ^veiMicIicn  Itliite  um  die  Hallte  liürzer  als  die  Rroiie, 
I\arlieu  raulthaarig. 

Jaco.  Fl.  aiistr.  II.  .59.  t.  199.  Chi.  hau.  113.  Koch  Syn.  I.  813. 
Sturm  Deutschi.  11.  H.  80.  Engl.  bot.  t.  439.  IIayne  Arzneigew.  \I. 
T.  24. 

An  Heclven  und  Zäunen  in  der  Nähe  von  Wohnungen,  auf  fiischem 
humushaltigcm  Boden,  im  süd- westlichen  Theile  des  Gebiets  ziemlich 
häufig,  -wahrscheinlich  nur  eingebürgert  {Pr.  fV.  Münster — ;  Ha.  Cassel: 
Möncheberg,  Weinberg,  Kratzenberg;  Bettenhausen,  Enger — ;  //»I.Oste- 
rode, Hameln  am  Klüt,  Gertrudenberg  l»ei  Osnabrück,  als  nöidlichstes 
Vorbommen).     Juni,  .Tuli.  — ■    September. 

Wurzel,  Gesaniinfanselicn  inul  Blalfer  <Ier  A.  1.  Weihlirlie  Triig.Iolden  last  siUenil. 
Kronen   unrein    weiss.      Beeren    scliarlaelnotli. 

GM  nJERBIsICHMS. 

Pharmaceutisch  - JtKedicinisches»    Die  fViirzel  (Kvisze 

JJ'narenh.  T.  39.  F.  1.)  heider  Art.  (lladix  Brjoniac  s.  Vitis  nlbae  s. 
IJvae  anginae)  officinell,  doch  meistens  nur  noch  zur  Thierarzneiberei- 
tunfj.  f'orw allendc  ß e s  tandth.  Zuunriibenbitter  (Bri/onin ,  drastisch 
jnirtjirend  und  tfif'tiff)  und  Stärkmehl.  Anwendunfj  innerlich  in  Pulver- 
form, Aufffuss  oder  Abhochunfj ;  ätisserlich  auf  Quetsehunfjen  und  Ge- 
schvjülstc  frisch  oder  die  Abkochtinff. 

ÖTconomiscTieS»  Das  ausf/ewaschene  Stiirhmehl  der  netrockneten 
fVurzel  zum  Brodbacken  anwendbar;  die  jungen  Sprossen  aoyekocht  als 
Gemüse  ijeniessbar. 

XXXVIII.    PORTVIiACGAK. 

JUSS.    Gen.    313.       Gatt,    ansgcsclil. 

Kelch  tief  2-theiIig,  in  der  Knospenlage  geschindelt.  Kron- 
hlälter  meistens  5,  hisweilen  an  der  Basis  verhunden,  mitunter 
niclit  vorhanden.  Stauhgefassc  hald  von  der  Zahl  der  Kron- 
hlälter  und  dann  diesen  entgegengesetzt,  oder  ein  3Iehrfaches 
derselhen,  seilen  weniger.  Fruchtknote  1 -fächerig  mit  mittel- 
ständig'em,  freiem  Samenpolster.  Ein  hisweilen  ohen  gelheilter 
Griffel  mit  mehrern  Narhen.  Samen  mit  mehligem  Eiweiss. 
Keim  ringförmig.—  Blätter  gegen-  oder  wechselslandig,  meist 
ohne  rVelienhlätter. 

Vorkommen.  Auf  sandigem  Boden.  Die  meisten  in  wärniern  Kll- 
maten  zu  Hause. 

Gehalt.     Apfelsnurer  Kalk,  in  einirjen  Sodn;   ührifjens  wcniy  bekannt. 

I.  PORTiJiiACA.  ponvtri,A.K, 

I.INN.    Gen.     n.  Ü03.       Art.    ansgcsclil. 

Kelch  von  hleihender  Basis  ringsum  ahspringeud.  Kronhläl- 
ter  4—6.  Slauhgefässe  8 — 15.  Fruchlknolen  rundlich.  Kapsel 
umschnitten  aufspringend.     Geschl.  Syst.  XI.  1. 

Einjährige,  etwas  #eischige,  saflvoUe  Kräuter  mit  Wechsel-  und  ge- 
genständigen, einfachen,  ganzraudigen,  unbehaarten  Blättern.  Blüten 
klein,  cnd-  und  oft  achselständig,  einzeln  und  zu  zweien  oder  mehrern. 
Kronen  gelb. 


212  PORTVIiACEAE.  monÜA. 

1.  P.  oleracea.  Gemeiner  PortulaTc,  lHüii.r  läng- 
lich-lieiHoimig  oder  uingclieliilfiriiiid;  Ulütcii  silzeiul,  Kdchziplel  stumpf 
gcliicK. 

LiNN.  Sp.  pl.638.  Chi.  hau.  211.  Koch  Syn.  1.  278.  Schk.  ll.iiulh. 
II.  T.  130. 

Auf  GartcnlänilcTeicn,  Aclicrii  und  an  Wegen,  auf  sandig -humoscm 
Boden,    hier  und  da  verwildert.     Juni  bis   A-Ugust.  —    September. 

Stengel  niedergestreckt,  GS"  lang,  gabclästig,  flelseliig,  saftig,  rolh  angelaufen. 
Ein    Ilaarring   an    der   Basis    der    Kronen. 

GM  n^X:RBI.ICHJE&, 

ÖTeonOmiSCheS»  Du-  Blätter  als  Salat,  Gemüse,  in  Suppen  u.  s.  w. 
essbnr. 

Ä.    ]HO]¥TIA.     MONVEM. 

1>1NN.    Gen.    n.    lül. 

Kelch  l)loil)eiid.  Kionbliider  5,  aii  der  Basis  verLuiiden,  2 
ffrössfi-  als  tlie  iibrJfi-cn.  Slaiihgefässt-  iiu-islons  6,  vor  dcii  6  klei- 
uerii  Kronl)lalk'iii.  FiiK'lillinoteii  kiciselforniig,  Griüel  sehr 
kurz  inil  3  ttaumliaaiigen  IVarhcn.  Kapsel  S-klappig.  Geseiil. 
Svsl.  Ilf.  1.  (3.).  ^  '  ,     , 

"Ein-  oder  mehrjährige,  an  den  untern  Gelenken  Avurzelude,  saltige, 
etwas  fleisehige,  unbehaarte  Kräuter  mit  gegenständigen,  kleinen,  ein- 
fachen, ganzrandigen  Blättern.  Blüten  in  end-  und  später  blattwinliel- 
stäudigen,  wenigbliitigen  Trauben  an  abwärtsgekriimmteu  Stielen.  Kro- 
nen mit  einem  bis  zur  Basis  gehenden  Spalt,    Aveiss. 

1.  ]fl.  foiltana.  Q,uell-Montie»  Stengel  etwas  straU"  und 
ansteigend;    Samen  körnig- scharf  und  matt. 

LiNN.  Sp.  pl.  129.  Chi.  han.  211.  Schk.  Ilandb.  T.  T.  20.  Stürm 
Deutschi.  Fl.  11.11.  Fl  dan.  t.  131.  Engl.  bot.  t.  1206.  M.  fontaua  a. 
minor  Koch  Sjn.  1.  278.  M.  minor  das.  415.  M.  aquatica  minor  Mich. 
Gen.  18.  t.  13.  f.  2. 

b.   rivularis.      nie  Jlutende.     Stengel  verlängert,    flutend,    Samen 
schuppig- körnig  und  glänzend. 

M.  rivularis    Gmel.  Fl.  bad.  T.  301.      Koch  das.  445.      M.  fontaua  ß. 
major  das.  278.     M.  aquatica  major  Mich.  das.  f.  1. 
An  quelligen  Stelleu,  Lachen,  Bächen  und  Gräben,  auf  lehmigem  und 
thonigem  Boden;    b.  in  Bächen   und   Gräben,    anf  lehmig -sandigem   und 
sandigem  Boden,   häufig.     Mai  bis  September.—    Juni  bis  September. 

Stengel  1  —  4"  liocli,  ästig.  Blätter  Spatel  -  lanzettförmig,  lanzettfürmig  oder  längliili, 
blassgriin  oder  rotliliehgriiu.  Blüten  iicnilicli  gedrängt  an  der  Spitze  der  Äste.  Spielart  Ii. 
liis  zu  1'  lang,  Blätter  grösser,  grün.  Blüten  wegen  der  gestreckten  Stengel  entfernter 
und  mehr  Llalfttinkelständig.  —  Vergl.  WlBlM.  Fl.  v.  Scliles.  80.  hinsiclitlicL  der  beobach- 
teten  Übergänge    der  beiden    Formen,    die   aucb   spätere   BeobacLiungen    bestätigen. 

GmvrMRBi^icnMS» 

ÖJeonomiJSCheS»  IUe  in  Bücken  flutende  Spielart  wird  in  eini- 
gen (jlcyenden  unter  dem  IXamen  Flachsalat  (jcijessen. 

XXXIX.     PAROafXCmEAE. 

St.  IIIL.    Mem.    plar.    lib.    56.       DE    CaiVD.    Prodr.    111.   AGh. 

Kelch  5-theilifl;,  ausdauernd,  in  der  Knospenlage  geschin- 
delt. Kronhlätier  5,  dem  Kelchschlunde  zwischen  den  Aipteln 
einffeselzt,  klein  oder  nicht  vorhanden.  Staubgetasse  dem  Wel- 
che unter  der  Krone  eingefügt,  von  der  Zahl  der  helchlappen 


Corrigiola.  PARONYCHIE  AE.  213 

oder  weniger.  Friichtknote  1-  oder  3 -fächerig  mit  miltelstän- 
digem  Sauienpolster  oder  1-eilg,  das  Ei  an  einer  vom  Grunde 
aufsteigenden  IVahelschnur  hängend.  IXarhen  2  —  3,  meist  durch 
eineu  kurzen  Griffel  verhunden.  Samen  mit  mehligem  Eiweiss. 
Keim  peripherisch,  seltener  miltelständig  und  gerade,  das  Wür- 
zelchcn  zum  Nahel  gewandt.  —  Blätter  mit  trockenhäutigen 
Nehenhlädern.  ^       ,     ,       ,.  ,       , 

Vorkbinuien.     Den  Sandboden   heuend. 

Gehalt.      Unbekannt. 

t.     CORRIGIOliA.     STMAJirnXiMJVG. 

LiNN.    Gen.    n.    378. 

Kelch  5-theilig.  Kronhlätter^  5,  mit  den  Kelchtheilen  von 
gleicher  Breite.  Stauhgefiisse  5.  Narhen  3,  sitzend.  Nicht 
aufspriugende,   1- sämige  Kapsel.     Geschl.  Syst.  V.  3. 

Einjährige,  niedergestrcclite,  unbehaarte,  graugrüne  Kräuter,  mit 
wechselständigeu,  ganzrandigen,  etwas  fleischigen  Blättern.  Blüten  in 
end-  und  seitenständigen,  au  unserer  Art  abgeliürzt- knäuelartigen  Dol- 
dentrauben. 

I.    C  litoralis.    Gemeiner  Strandling,    Stengelblätter 

lineal-keillormig;    Doldentrauben  beblättert. 

LiisN.  Sp.  pl.  388.  Chi.  hau.  212.  Koch  Syn.  I.  279.  Schk.  Handb. 
1.  T.85.     Fl.  dau.  t.334.     Engl.  bot.  t.  668. 

An  Flussufern,  Bächen,  Gräben  und  auf  feuchten  Weiden,  auf  san- 
digem oder  kiesigem  Boden,  häufig,  gegen  ISord- Westen  des  Gebiets 
zunehmend.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  zaiilreirh,  nacli  allen  Seiten  niedergestreckt,  6 — 10"  lang.  Nebenblätter  diircli- 
solieincnd-sillierwciss.  Kronlilätfer  weiss,  etwa  so  lang  als  die  rötliliclien  weissgcsäitmten 
lielckzipfel.      FrncLt  vom   Kelche   bedeckt. 

Ä.     HEKI¥IARIA.    BnUCMKMA^UT. 

LlNN.    Gen.     n.   308. 

Kelch  f5-theilig,  innen  kronartig  gefärbt.  Kronblätter  aus 
verdickter  Basis  fädlich,  sehr  klein  oder  nicht  vorhanden. 
Stauhgefässe  5.  Narben  2  auf  sehr  kurzem  Griffel.  Nicht  auf- 
springende, 1 -sämige  Kapsel.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  niedergestreckte,  sehr  ästige,  gelblichgrüne  Kräuter,  mit 
gegen-,  oder  durch  einseitiges  Fehlschlagen  wechselständigen  kleinen 
Blättern.     Blüten  klein,  in  blattgegen-  oder  blattwinkelständigen  Knäueln. 

1.    H.  glabra.    Mahles  BruchTeraut.    Blätter  oval  oder 

elliptisch,    nebst    den    Stengeln    und  Kelchen    unbehaart;    Blütenknäuele 

^"^Li"n.  Sp.  pl.317.     Chi.  han.  212.     Koch  Syn.  I.  280.     Schk.  Ilandb. 
I.  T.56.     Fl.  dan.  t.529.     Engl.  bot.  t.  206.     Hayne  Arzneigew.  IV.  T. 37. 
Auf  Triften,  Brachen  und  an  Flussufern,  auf  sandigem  oder  kiesigem 
trockenem  Boden,    häufig.     Mai   bis  Herbst.  —    Juni  bis  Herbst. 

Stengel  im  Kreise  nicderliegend ,  angedrückt,  Blatter  am  Rande  bisweilen  schwach  gc- 
»iin|iort,  an  der  Basis  beiderseits  ein  eifürraiges,  weisses,  gewimpertes  INebenblalf.  Blüten 
in  rundlichen  Knäueln  mit  den  ISebenblatteru  ähnlichen  Deckblättern.  —  Ucruiaria  hir- 
Suta,  nur  durch  Behaarung  abweichend,  ist  wohl  ohne  Zweifel  eine  dem  wärmern  Klima 
von  Mittel-  und  Siiddcufschland  angchbrigc  Spielart,  deren  Verbreitung  am  Rhein  oberhalb 
Culn    beginnt. 

GM  WMRBL.ICJtMS. 

ÖTeoflOtttischeS*  fVird,  eines  etwas  scharfen  sahiyen  Geschmacks 
xvcfjen,    betjierifj  von  den  Schafen  abgeweidet. 


214  PAROMirCMlEAE.  Illecebrum. 

8.     IliliECEBRUJTI.     M.1VOHP  E I,  B  XiUME. 

LlNN.    Gen.     n.  VjfJO.       Art.    aiisg.-s.l.l. 

Kc'lrli  ö-lheili^  mit  vorn  vciMllckten  kappcnföiniigcn  in  eine 
SJachelspilze  zulanfendcn  Zipfeln.  lironhliidfr  ö,  horsU'n- 
förniig.  Staubgefässc  5.  >'ail)en  2 _auf  kurzem  (iriffol.  Längs- 
gcfurelite,  den  Furchen  entlang  ö-  oder  10-spalUg  aulrei- 
ssende,   1 -sämige  Kapsel.      Geschl.  Sysl.  Y.  1. 

Mchrjiiliris«'»  niedci  ru-g<Mul(*,  unJuli.-x.irte  Krauler  mit  gcgcnstiindigi-ii, 
etwas  lleiscliigeii,  gaiizraiidigcn ,  l.leinen  Blättern.  Itliiteiistiele  in  den 
IJIaftwinkeln  gegeiisf  findig,    3— 5 -l>lülig. 

f.  I.  Terticillatiun.  Gemeine  Knorpelblume.  Blät- 
ter ruiidlicli-eirun<l  oder  elliptisch.  Kurz  gestielt;  Blüten  in  Scliein- 
(luirlen. 

LiNN.  Sp.  i>1.28Ü.  Chi.  han.  213.  liocii  Svn.  I.  280.  Schk.  Uandh. 
1.  T.50...  Fl.  dan.  t.335.     Engl.,  hot.  t.  89-^. 

xVnf  Ängcrn,  Weiden  und  Ächern,  aul"  unbegrastcm  feuchtem  Sand- 
und  3Ioorhoden,  in  den  Ebenen  häufig,  seltener  im  Gel)irge.  Juni  bis 
August.  —    August,  September. 

Stengel  2  —  6"  lang,  im  Kreise  an  den  noitcn  ge<5iückt,  failenfüruiig.  rölLlieli.  >el.eii- 
und  Deckblnller  sillier«  eiss.  Reiche  fast  knorpelig,  selllirb  7..isaminengc<lri.cla ,  blcn.len.l 
»eist,     die    Kapsel    zur   Rcirzcit   cinscliliessend, 

Link   Enum.   Hort,  licrol.    I.  417.       IlE    C.ANn.    Troilr.    III.    377    (trilms    raronjcbianim). 

Kcleb  ausdauernd,  mit  glockiger  Röhre,  4 — 5,  in  der  Kiios- 
enlage  geschindelten  Zipfeln,  an  deren  IJasis  ein  drüsiger 
_ling  umherläuft.  Krone  nicht  vorhanden.  Staubgefasse  vor  dem 
Ringe  eingesetzt,  5  oder  10.  Fruchtknote  frei,  1-fächcrig  mit 
2  Eiern  an  einer  aus  dem  Fruchtknotengrunde  entspringenden 
Nabelschnur  hängend,  von  denen  nur  eins  sich  ausbildet,  vrif- 
fel  1  oder  2.  Samen  mit  mehligem  Eiweiss.  Keim  peripherisch, 
das  Würzelchen  zum  Nabel  gewandt.  —  Blätter  gegenständig, 
ohne  Nebenblätter. 

Vorkommen.     Den  Sandboden  liebend. 

Gehalt.      Vnheluinnt. 

t.     JSCIiERAIVTHim.     MJVÄUMX,. 

LiNN.    Gen.     n.   ."SÜi. 

Kelch  S-spalliff.  Slaubgefässe  10,  seltener  5  oder  2.  Grif- 
fel 2.      Vom  Kelch  bedeckter  Schlauch.     Geschl.  Syst.  X.  2. 

Ein-  (A.  1.)  oder  2 -jährige  Kräuter  (A.2.)  mit  knotigen,  gabeltheilig- 
vielästigen  Stengeln.  Blätter  gegenständig,  lincal,  an  der  Basis  verliun- 
den.  Blüten  dotdentranbig,  in  den  Gabeltheilungen  einzeln  und  an  den 
Enden  der  Zweige  gehäuft,    klein,    weisslichgrün. 

I.    S.  aiiniiiiiH.     Einjähriger  Knäuel.     KeUhzipfel  ci- 

d,  spitzlich,  sehr  schmal  hautig-gerändert ,  an   der  Frucht  abstehend. 

LiNN.  Sp.  pl.580.  Chi.  han.  213.  Koch  Sjn.  1.281.  Fl.  dan.  t.5ÜI. 
Engl.  bot.  t.351. 

Auf  Äckern,  Brachen  und  Triften,  auf  lehmigem  und  sandig-lehmigem 
Boden,  sehr  häufig.     Mai  J)is  August.—    Juni  bis   September. 

Ifal.l  schlaft'-  hal.l  hteilerslengelig,  nialtgnin ,  hal.l  reielihliilig  mit  h.iriern  Blalleru, 
IjaM    sparsamerhliitig   mit   langem    Dlaliern. 

«.    S.  iierennis.    Mehrjähriger  Knäuel.    Kclchzipfd 


yf 


run 


Biilliarda.  €RASSUI.A€£AE.  215 

gl«'Ichl»rcit-l;iiigllcli,  runtllicli  -  sCiiiiii»f ,  breit  hiinlig -geiäiulcrt ,  an  tlor 
Fruclit   geschlossen. 

LiXN.  Sp.  pl.580.  Cl.l.  lian.  213.  Koch  Svn.  I.  281.  Schk.  Ilan.ll.. 
I.  T.  1-^0.     Fl.  tian.  t.563.    .Engl.  bot.  t.  352. 

Auf  Ilaulen,  Triften,  Acliern  «incl  Brachen,  auf  trociieneni  Sandbo- 
den,   häufig.     31ai  bis  August.  —    Juli  bis   Ootober. 

Aiilrcclitci-  una  steifer  .ils  A.  1.,  l.liiullcLgrüu ,  Stengel  oft  rolli  .ing.-Jaufen.  Blüten 
gedrängter,  iliircli  den  breiten  Uaiilrand  weiss  erscLeinenil.  —  Beide  Arten  liililen  gegen- 
seitig sich  näliernde  Abweielningen  von  der  gegebenen  CliaralderistiU ,  ohne  jedoch  bestimmle 
Übergänge    wahrnehnieii    lu    lassen. 

VechniSCheSt  ^/»i  den  ff'urzeln  beider  Arten  ,  vorzufjlieli  jedoeh 
der  A.2.,  findet  xie/i  auch  bei  iinx  bisweilen  die  polnische  Lacksehild- 
Inus  (Coecus  |>ol()nicus) ,  die  in  Polen  zur  Bereitiintj  einer  schönen  coche- 
nillej-othen   Farbe  einijesauunelt  viird. 

Öle  anomisches.     Die  Schafe  fressen  beide  Arten  ijern. 

DE    Caind.    BnJl.    j.h.lon..    1801.    n.49.    \>.l.    Prodr.   JIl.  381. 

Kelch  3- (meist  5-)  bis  10-spaltig  oiler  thellig.  KrouJjJätler 
so  viele  als  Kelchlappen,  mit  diesen  ahweehselnd  der  Ueleh- 
röhre  eingesetzt,  bisweilen  au  der  Basis  verwachsen.  Stauh- 
gefässe  am  Kelche  angeheftet,  von  der  Zahl  der  Kronhlätter 
oder  doppelt  so  viele.  Friichtlinoten  so  viele  als  Kronhlätter, 
diesen  entgegenstehend,  frei,  seltener  unten  verbunden  und  an 
der  Basis  mit  einer  Honigschuppe  versehen.  Gritt'el  kurz.  Eier 
meist  zahlreich  an  der  hintern  INaht  des  Fruchtknotens  befe- 
stigt. Samen  mit  wenigem  fleischigem  Eiweiss.  Keim  gerade, 
das  Würzelchen  zum  iXahel  gewandt. —^  Saftreiche  Kräuter  mit 
fleischigen  Blätlern  ohne  INehenhlätter. 

VorlToininen.  Meistens  Jjodenvag,  jedoch  trockene  steinige  Orte  und 
Felsen  liebend.     Manche  Vorliebe  für  Kaligehalt    des  Hodens  zeigend. 

Gehalt.  Schleim  und  Apfelsäure  vorherrschend ,  auch  lialh,  mei- 
stens  in  f'crbinduntj  mit  letzterer.      In  den  flurzeln   eini(jer  Stärhmehl. 

1.     BUIililARDA.     BUEiI,MA.nnJß. 

De   Cand.  ßnll.  philoui.    1801.  n.  49.  j..  1. 

Kelch  4-theilig.  Kronblätler  4.  Staubgefässe  4,  mit  eben 
so  vielen  linealen"  Schuppen  Avechselnd.  Kapsel  4-theilig  mit 
mehrsamigen  Fächern.      Geschl.  Syst.  lY.  4. 

Finjährige,  sehr  bloine,  ^vasserliebende  Kräuter  mit  gegenständigen 
Blättern  und  bleiiien    blattwinhelständigen  Blüten. 

1.    B.  aqiiatlca.     Jt^asser-Bulliarde.    Blätter  länglich 

oder  lineal  ;    iSlüten   sehr  burz  gestielt  oder  sitzend. 

De  Cai\u.  Bull,  philuni.  n.  49.  Roch  Syn.  I.  282.  Tillaea  aquatica 
LiNN.  Sp.  pl.  187.  Schk.  in  Rom.  Annal.  St.  2.  T.  3.  Fl.  dan.  t.  1510 
(T.  prostrata). 

An  Flussufern  und  in  der  INähe  stehen<ler  Gewässer,  auf  feuchtem 
Sande  oder  im  W^asser,  sehr  selten  {Hn.  im  Osnabrüchschcn  zwischen 
Ahe  im  Amte  Vördcii  und  Rottinghausen,  am  X"^  ittenberge  bei  INeiien- 
birchen.  Pr.  fV.  am  blanken  Pol  im  Westerfelde  unweit  Lotte  — -.  Pr. 
Wittenberg  am  Eibufer).     Juni   bis  August.  —    August,  September. 

Kleines,    sehr    «artes,    nnbchaarles    rilauiehen.       Stengel    ästig,    im    Wasser   bis    'i'     hoch. 


216  CRASSUL.ACEAE.  §ediini. 

aiilreclit  »ntl  grün;  auf  «Irm  Saink-  '/.^  —  1"  hoch,  liegcml  unil  an  Jen  untern  Gelenken 
«urzelnil,  nieisl  rüthlich,  lHältpr  1  —  1 '/./"  lang,  spitz,  an  iler  liasls  znsammcngewathsen. 
IJIi.tei.  enueln,  •»echselstän.lig.  Kelch  Vj  gesi.allen  mit  stumpfen  Zipfeln.  lironhlätter 
liii.gei  als  «1er  Kelch,  weiss.  .Sl.mhgefasse  linr/.er  als  die  Krone,  unterständige  ^chiippcn 
fast    SU    lang   als    die    Träger    der    Stanl.gcfässe. 

«.    2S£DU]TI.     WMVTUJBNN:B» 

I>1NN.    Gen.    n.  .579. 

Kelch  Ö-theilig.  Kronbläüer  5.  Slaul)fi;efässc  10,  5  rundliche 
JjodcnsläiHligcIIünigschii|)[)cn  vor  den  Fruchtkuolen.  Schlauch- 
kap-sclii  5,    viclsauiig.     Gcschl.  Syst.  X.  4. 

Ein-,  2-  (A.  G.)  otk-r  moliijaliiige  (Alt.  1.  3—5),  fltiscliiffc  Kräuter 
(sellfiier  SträucLo).  Bliitter  AvVcliselst:hi<lig,  auch  woLl  sclieiin)ar  gcgt'u- 
oiler  wirtelstaiidig,  flach  halhrund  oder  slielrund.  Blütcu  meistens  in 
Trugdoldcu  hlattwiiiliel  -  und  endstäudig. 

f     Blätter     flach. 

i.    S.  Telepltium.    Breitblättrige  Wetthenne.    Wur 

zel  knollig;  Blätter  länglich  oder  eirund -länglieh,  sitzend,  obere  mit 
geöhrtcr  Basis  schwach  stcngelumfassend,  ungleich  herhenarlig  gesägt; 
Trugdolden  endständig,   gedrungen. 

LiR.n*.  Sp.  pl.616.  f^f.  Chi.  hau.  33  (S.  Telephium  und  v.  maximum). 
IIaynk  Arzneigew.  \I.  T.  13.  S.  maxinuim  Suter  Fl.  helv.  1.  270.  Kocii 
Syn.  1.283.  Beiciieinr.  PI.  crit.  III.  t.  727.  S.  latiloliuin  Bertol.  Amoen. 
ital.  36(5.     Sturm  Deutsehl.  Fl.  H.  83. 

b.  piirpurascens.     INiedriger;   Blätter  länglich  oder  umgehehrteirund- 

läiiglich,    untere  last  gestielt;    Kronen  röthlich. 

S.  Telephium  v.  florih.  purpurasccntih.   Chi.  han.  31.      S.  Telephium 

Beichenb.  das.  t.726.      Fl.  dan.  t.  686.      Engl.  bot.  t.  1319.      S.  Purpu- 

rascens  Koch  Syn.  I.  284.     S.  Telephium  ß.  purpureum  Likn.  das. 
In  Waldungen,  Hainen,   zwischen  Gehüsch  und  im  ofl'enen  Felde,    an 
Felsen,    Steinhaufen,    Gemäuer,    auf    trocl.encm   sandigem   Boden,    häu- 
tig, die  Uauptart  vornelimlich  im  bergigen  Theil  des  Gebiets.     Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Stengel  aufrecht  oder  aus  gebogener  Basis  ansteigend,  1  —  S'/j'  hoch,  dick,  steif,  ührr 
der  Wnriel  oft  fast  hokig.  Blätter  1—3"  lang,  '/j — 1"  hrcit ,  untere  oft  lu  2  —  3 
scheinbar  wirlelständig,  an  schattigen  Orten  lichtgrün,  an  offenen  sonnigen  Stellen  nehst  dem 
Stengel  und  Blüten  mehr  oder  weniger  roth  angelaufen.  Trugdolden  gedri.ckt- rundlich. 
Kronen  der  Spielart  hiass  purpurn.  —  Die  in  der  Chi.  han.  mitgelheilten  Beoharhlungen, 
Jen  tjljcrgang  der  heideii  Tormen  in  einander  helreffend ,  sind  seitdem  durch  WtMMEH 
(Fl.  V.  Schles.  88.)  und  Dül.L  (Rhein.  Tl.  608.)  bestätigt  worden. 
f-J-  Blätter  stielrund. 
'     Kronen     gelb. 

«.    S.  rnpestre.   Welsen.Wetthenne.   Blätter  lincal-pfrie- 

menförmig,  stachelspitzig,  an  der  gelösten  Basis  mit  einem  anliegenden 
Fortsatz,  abstehend  oder  zurüchgebogcn,  bläulich  oder  grau  bereift,  die 
der  iinfruchtltaren  Triebe  locker  5 -reihig. 

Li>N.  Sp.  pl.618.     Chi.  h:.n.  34  (nebst  S.  reflexum  v.  glaucum).    Sturm 
Deutschi.  Fl.  11.12.     Beichenb.  PI.  ciit.  III.  t.276.     Fl.  dan.  t  1818.^  S. 
reflexum  ß.  glaucum  Kocii  Syn.  I.  288.     S.  glaueum  Engl.  bot.   1.2477. 
b.viride.  Bie  unbereifte.  Blätter  meistens  dünner,  spitziger,  grasgrün. 
S.  reflexum  LiNN.  das.     Chi.  han.  34.     Beichenb.  das.  t.286.     Fl.  dan. 
t.  113.     S.  reflexum  a.  virlde  Koch  das. 
In  Holzungen,    Feldern  und  Heiden,    an   felsigen   steinigen  Orten  und 
auf  sonnigem  magerm  Sandboden,  häufig;   die  Spielart  seltener,  meist  an 
schattigen,   feuchten  Orten.     Juni,  Juli. —   August,  September. 


Sedum.  CRASSlJIiACEAE.  217 

Blühende  Stengel  6,  10 — 12"  hoch,  steif,  mit  leicht  ahfallendcn.  locker  gestellten 
Blättein  hesotzf,  die  der  Stärhe,  Ziisjiitziing  und  Richtung  nach  raannichfach  \ariiren,  und 
bald  mehr  hald  weniger  l>ereil't,  seltener  ganz  nnhereift  und  dann  grasgrün  sind;  unfruchtbare 
Stengel  2  —  4"  l^ng,  etwas  dichter  beblättert.  Trngdoldeu  lockerblutig,  Kroublätter  etwa 
doppelt    so    lang   als    der    Kelch. 

3.  S.  sexaiignlare.    Sechsreihige  Wetthenne,  Blätter 

liiieal,  stumpf,  an  «ler  gelösten  IJasis  mit  einem  kurzen  abwärts  gerich- 
teten Fortsatz,  die  der  untruchtbaren  Triebe  gegen  deren  Spitze  zu  dicht 
6 -reihig. 

LiNN.  Sp.  pl.313.  Chi.  han.  3fi.  Koch  Syn.  1.287.  11.1024.  Fl.  dan. 
t.  1644.     Engl.  bot.  t.  1946.     IIayne  Arzneigew.  I.  T.  16. 

Auf  Triften,  an  Feldrainen,  auf  sonnigen  Hügeln  und  Heiden,  auf 
steinigem  sandigem  Roden  und  Gemäuer,  häufig.  Juni,  Juli.  —  August, 
September. 

Stengel  büschelig,  aus  liegender,  kriechender  Basis  ansteigend  3  —  4"  hoch,  schwach, 
gegen  die  blattlose  Basis  fadenförmig.  Blattei  schlank,  gleich  dick,  an  den  unfruchtbaren 
Trieben  nur  gegen  die  Spllze  sich  deckend,  untere  locker  abstehend,  ohne  scharfen  Ge- 
schmack.      Äste    der    Trugdolden    '/j"    l-^ng,     4,    6    selten    8-bliitig.       Kronen    blassgelb. 

4.  S.  acre.  Scharfe  Wetthenne,  Blätter  eiförmig,  spitz- 
lich, mit  gewölbtem  Bücken  und  auf  sitzender,  stumpfer,  wenig  vortre- 
tender Basis,    die  der  unfruchtbaren  Triebe  6- reihig  dicht  geschindelt. 

LiNN.  Sp.  pl.  619.  Chi.  han.  36.  Rocii  Syn.  I.  287.  Scuk.  Handb. 
1.  T.  123.     Fl.  dan.  t.  14.57.    Engl.  bot.  t.  839.     IIayne  Arzneigew.  I.  T.  15. 

Yorkommen  der  vorigen  Art,  jedoch  häufiger,  und  öfter  auf  Mauern. 
Juni,  Juli.  —   August,   September. 

Gesaiumtansehen  der  vorigen  A.  Durch  die  dickern,  kurzem,  nicht  glelchbreiteu ,  an 
den  unfruchtbaren  Trieben  bis  zu  deren  Basis  gedrängt  stehenden  und  anliegenden  Blätter 
von  scharfem  pfetferartigem  Geschmack  leicht  zu  unterscheiden.  Äste  der  Trngdolden  mei- 
stens  kürzer    und    wenigerbliitig.       Blüten    grösser    und    gesättigter    gelb. 

■  ■    Kronen    weiss   oder    rosenroth. 

5.  S.  albuni.  W^eisse  Fetthenne»  Blätter  walzenförmig- 
länglich,  oberseits  etwas  llaeh,  stumpf,  mit  aufsitzender,  stumpfer  Basis, 
die  der  unfruchtbaren  Triebe  locker  und  abstehend. 

LiKN.  Sp.  pl.619.  Chi.  han.  37.  Kocu  Syn.  I.  286.  Fl.  dan.  t.  66. 
Engl.  bot.  t.  1578. 

Auf  Mauern,  Felsen  und  Strohdächern,  auch  auf  unl>ebaHtem  magern» 
Boden  in  sonniger  Lage,  ziemlich  häufig,  gegen  Osten  abnehmend.  Juni 
bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  4  —  8"  hoch,  fast  steif.  Blätter  locker,  später  fast  nagerecht  abstehend,  Blü- 
ten kurz,  rundlich,  Kronblätter  fast  dreimal  so  lang  als  die  sehr  kurzen,  rundlichen  Kelch- 
la])pen,     weiss    in    rosa    spielend,    Beutel    pnrpnrbraun. 

€8.    S.  Yillosiiin*   Jtrüsenhaarige  Fetthenne,    Blätter 

lineal,  oberseits  etwas  flach,  sltnnpf,  mit  aufsitzender  stumpfer  Basis, 
nebst  den  rispenartigen  Trugdolden  drüsenhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.62Ö.  Chi.  han.  37.  Kocu  Syn.  1.286.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.  II.  6.     Engl.  bot.  t.394. 

In  Wiesen,  auf  cpielligem  sumpfigem  torfhaltigem  Boden,  selten, 
gegen  Osten  zunehmend  (//*.  Cassel  hinter  dem  Octogou,  Ilabichtswald 
auf  der  Höhe  und  am  Fusse  an  der  Dörnbergerstrasse,  Meissner:  am 
Frau  Hollen -Teiche,  zwischen  dem  ehemaligen  Lusthäusclien  und  der 
Kalbe  — ;  Hm.  Göltiiigen  :  Wiesen  am  Seeburger  See,  als  nördlichstes 
Vorkommen  in  Deutschland).      Juni  bis  August.  —    Angust,  September. 

Stengel  4  —  6"  hoch,  aufrecht,  schlank,  einfach  oder  unten  mit  wenigen,  aufrechten  un- 
fruchtbaren Ästen,  meist  rölblich  oder  blassviolet  angelaufen,  Blüten  ziemlich  lang  gestielt, 
Kroublätter    doppelt   so    lang   als    die    eirunden,    spilzlichcn    Kelchlappen,    blassrosa   mit   einem 


218  CRASSUIiACEAE.  Seiupervivum. 

(Iiiiiklcin  Rückcnslrcil'.  Uk>  innere  Fladiv  <k'i  Kelche  iiiul  Kronen  ausgenoiumen  inil  Kiirz- 
gcsliclten  ,    klebrigen,    rotlieii    Driiscu    hesetit. 

JPharniaceutisch-JJKedicinischeS'     Fon  .1.4.  die  liUuier 

ol'/ieiiicll  (llerha  Setli  iniiioris  acris,  Setli  ininliiii  scu  Verinicularis),  doch 
wenitj  imGchrauch.  forwultcnde  Bcstandth.  Saurer  (ipf'clsaurcr  tialli 
lind  ein  eiffcnthninlt'rher  scharfer  leicht  zerstörbarer  Stoff'.  .Jnwendniitj 
als  aittiscorbutisches  ,  diiirctisches  lirech-  tind  Purifiriniflel.  ^1.1.  als 
hiihlciidfs  ,    heilendes   und  sehnierzstillcndes  Slittcl  im   iltins(febrauch. 

ißTeotlOttliSches.  Jilätlcr  der  Art.l.3.u.5.  als  Salut  ifcuiessbur. 
f'on  yi.S.  die  Illiillcr  der  cultivirten  Spielart  unter  dem  i\anieii  Trip- 
madamc  ein  beliebtes  Suppenkraut.  Das  f'^ieh  f'rissl  die  Blätter  der 
Art.  1 — 3.  5.   und  die  Bienen  besuchen  sämnitliche  Arten. 

3.     «EJflPERVIVUITI.     MA^USXi^trCU. 

I.INN.    Gen.     n.  (Jl'i. 

Kelch  6  —  20-,  meist  12-Jlicilig.  Kronblälter  eben  so  viel, 
meist  am  <jruntle  ziisammenhäiigeiul.  Geziihnlc  oder  gewim- 
pertc  J)otlenstän(lige  lloiiigschuppen  und  Selilauchkajiselu  so 
viele  als  liroiihlätler.      Geselil.  Syst.  XI.  (5. 

Mehijähiige  Kräuter  (oder  Sträucbe),  an  der  ISasis  aul"  kiir/.eu  Sten- 
geln überwinternde  Itlätterroselten  treibend.  Blätter  wccbselständig, 
fleiseliig,   diekgeliielt ,  ganzraiidig.     Blüten  in  Trngdolden. 

1.  S.  tectorilin.  üach-BEaUSlaUCh,  Kronblätter  frei, 
nebst  den  Kelcblbcilen  steriilörniig  ausgebreitet. 

LiisN.  S|>.  pl.  G()4.  Cbl.  ban.  ^3.  Koch  Syn.  1.  288.  Sturm  Deutsebl. 
Fl.  H.  23.  Fl.  dan.  t.  601.  Engl.  bot.  t.  1320.  Haynk  Arziieigew.  VI. 
T.  14. 

Auf  Däcbcrn,  Mauern,  seltener  an  Felsen,  hier  und  da  verwildert. 
Juli,  August.  —    September,  October. 

Blälter  der  Rosetten  abstehend,  runcnieh  -  eiriincl ,  ,in  .1er  R.isis  »er.sebn.hlerl ,  liurj  zngc- 
sjütit  uu.l  sfarhelsplfiig.  Bliilenstengel  1  —  1 1//  hueb  ,  «lieh  und  «eiebba-irig.  Kronblallcr 
rosa    mit    dunklem    Streuen    und    griinlicben.    Ki.l. 

'!3.    ^.  globiferiiiii.    Sprossendes  Mauslauch.    Kron- 

J)lätter  verwaclisen,    glockig  geordnet,    mit    y.Hrücl;gelK)genen  Spitzen. 

LiNN.  Hort,  cliir.  180.  Cl.l.  bau.  .33.  Reichkinb.  PI.  erit.  IX.  t.  839. 
S.  sobolil'erum  Sims  Bot.  mag.   t.  1457.      Koch  Syn.  I.  290. 

Auf  l>Iauern  und  üäcbern,  seltener  an  Felsen,  im  südlicben  Tlieile 
des  Gebiets,  bier  und  da  verwildert  (Pr.  Naumburg,  Kötsebau,  Kisleben, 
Mannsfeld,  Oberriesdorf,  V^'^estcrbauscn — ;  ./»i.  am  Falbenstein  bäiilig — ; 
Br.  Blanl^enburg  — ).     Juli,  August.  —    September,  October 

Blätter  der  Rosetten  zusammengeneigt  oder  aufwärts  gerlelitel,  rundlieh  -  eirund ,  stunijif- 
lieh  zugespitzt.  Blütenstengel  Ü  —  8"  hoch.  Kronen  grüngelb.  —  ]> ach  den  Mittbeilungen 
>on  FkiES    (Summ.  icg.  Seaud.  17!^.)    muss  diese  Art  «obl   Acn  >amen   S.  globilerum   behalten. 

GEJ9MUBZ,I€HJES. 

JPhartnaceUtiSCh'MediciniSCheS.  nidller  beider  Art.,  be- 
sonders jedoch  der  erstem,  überall  im  llaustjcbrauch.  Anwcndunt/ 
des  aus;jepressten  reinen  oder  mit  fVeinyeist  vermischten  Saftes  inner- 
lich und  äusserlich,  als  kühlendes,  reiniffendes,  Fasch  bei  Hindern  ver- 
treibendes,  die  Haut  tftiiltendcs  Mittel,  der  tjcijuelschten  Blätter  als  er- 
weichendes,  Brand,  ausziehendes   Mittel. 

ÖleonomiScheSt  Die  jungen  Blätter  in  Suppen  cssbar.  Schafe 
und  Zicfjen  fressen  beide  Arten. 


Ribes.  GROISSIJIiARIEAE.  219 

De    V.ASU.    Fl.    fraur.    l\  .    40(j.        Troili.    HI.    477. 

Kelchröhro  mit  dem  Friiclilknoten  verwachsen,  Saum  4  —  5- 
theilig.  Kroiililäfter  4 — 5,  zAviseljeu  deiiKelchzipteln  am  Kelcli- 
schluiule  bef'estigl,  mit  letztem  welkend  ohne  ahzut'allen.  Vier 
oder  5  freie  Staabgefässe  zwiselien  den  Kronhiättern.  Frucht- 
knote  1 -fächerig  mit  2  seiflichen,  randsfändigen  Samenpolslern 
und  vielen  Eiern.  Zwei  Griffel  mit  stumpfen  iVarbcn.  Samen 
wagerecht  liegend  au  langen  iNahelschnüren  und  mit  hornarti- 
gem  Eiweiss.  Keim  sehr  klein,  die  Samenlappen^  dem  iXahel 
zugewandt. —  Blätter  hüsclielförmig,  von  einem  fingerig  ge- 
theilten  oder  einfachen  Stachel  unterstützt,  oder  einzeln  wech- 
selsfändig  mit  oder  ohne  jNebenhlätter. 

Vorkuiiiiuen.     Bodenvag,    doch  die  niehrsteu  Gestein  liel)end. 

Gehalt.  Die  Fruchte  reich  an  Schleimzncker,  Citronen-  und  Apf'el- 
siinrc;  ausserdem  Gummi,  Fürbestoff'e  und  Extractivstoff',  in  den  Samen 
Gerbest  off. 

J.INN.    Ge...    n.  •_'81. 

Kelch  mit  o  selten  4  ohersfändigen  kronartigen  Kelchzipfeln. 
Ehen  so  viele  kleine  Kronhlätter.  ^  Sfauhgefässe  5,  selten  4. 
Vielsamige  Beere.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Dornige  oder  wehrlose  Sti-äucher.  Blätter  mehr  oder  %venigcr  tief 
gelappt.  Blütenstiele  hlattwinlielständlg  oder  aus  hesondern  Knospen, 
1 — 3-blütig  oder  traubig,  Blütenstielchen  mit  1  Decliblatt  an  der  Basis 
und  auch  wohl  mit  2  DecUblättchen  an  der  Mitte  oder  an  der  Spitze. 

f     Stacbcüg.       Bliitensticlc     1  — 3-l)]Utig. 

I.  R.  Gros8iilai*ia.    Gemeine  ^tachelheere»    Stacheln 

3-tlieilig;  Kelch  glochig  mil  länglichen  zurikcKgeschlagencn  Zipfeln,  Kron- 
bl.itter  unigelichrteirund;    Beeren  borstig. 

LiNN.  Sp.  pl.'291.  U.  Uva  crispa  A.  Grossniaria  Chi.  hau.  K.  Gros- 
sularia  c.  glanduloso  -  setosuni  Kocii  Svn.  1.  29*2.  Stürm  Üeutschl.  Fl, 
H.  4.     Engl.  bot.    t.  1292. 

b.  inibesceiis.     Die  Jtaumjrüchtige.     Beeren  kurz  zarlhaarig,  spä- 
ter hahl. 

B.   Lva  crispa  Linn.  das.     Chi.  haTi.  das.      B.   Grossniaria  ß.  pubes- 

cens  Koch  das.     Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.67.     Sturm  das.     Engl.  bot. 

t.  2057. 

In   ^orliölzern,    Gebüschen  und   llechen,    anf   niagerm    steinigem  oder 

felsigem  Boden,    die  Spielart  ziemlich  häutig,  die  Ilauptart  seltener  und 

diese  wahrscheinlich  nur  verwildert.     A])ril,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Stacheln  selten  einfach  oder  i-lLcilig.  Blätter  haniUüraiig  3  —  5 -lappig.  Beeren 
liugelig,  seltener  länglich,  weisslichgriin  ,  oder  rütlilich,  mit  Drüsenborsten  oiler  Borsten  be- 
setzt;   an  der  Spielart   meist    gelblich,    mit    zartem   weichem   Flaum,    der  sich  späterhin   >crliert. 

•j-|-     Staehellos.      Blüten    in    Tranbcn. 

*.    R.  al|>iiiiiiii.     Gebirgs-*rohannisbeere,    Trauben 

aufrecht,  drüsig-behaart,  Kelch  fla'ch,  kahl,  Kronblätter  spateiförmig; 
Deckblätter  lanzettlich,    länger  als  die  Blütenstielchen. 

Li>N.  Sp.  pl.291.  Chi.  hau.  114.  Koch  Syn.  I.  292.  Bkit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  64.     Sturm  Deutsch!.  Fl.  U.  51.     Engl.  bot.   t.  704. 

Im    bergigen    und   gebirgigen  Theile    des  Gebiets,    auf  huniushaltigem 


220  GROSSlJIiARIEAE.  Ribes. 

Boden  zwischen  Gestein  und  an  Felsen  auf  Kalli,  Gyps,  Basalt  und 
Grauwaclic,    ziemlich  häutig.     Aitiil,  Mai.  —    Juli,  August. 

Hohe  3  —  i',  sehr  iistig,  Rin.le  wcis.sgr.iu ,  an  ilcn  jungen  Zweigen  dnnliler.  Blätter 
5 -lappig,  langer  als  breil,  nnl.ehaart.  IJliitcn  '2-haiisig:  mannliche  Trauben  lang  und  »iel- 
blütig.    weibliche    U„TZ,    3  — 5 -blutig.      Beeren    rolh ,    schleimig- »iisslieh    uu.l   nnschmackhaft. 

3.  R.  iilgriini*    Schwarze  JTohannigbeere»    Trauhen 

hängend,  weichhaarig,  Reich  glockig,  weichiiaaiig  und  drüsig  punctirt, 
Kronhlätter  länglich;  Dcchhlätter  pl'riemlich ,  Kürzer  als  die  Blüten- 
stielchen. 

Link.  Sp.  pl.  290.  Chi.  han.  114.  Koch  Syn.  I.  292.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  65.  Fl.  dan.  t.556.  Engl.  bot.  t.  1291.  Uayne  Arzneigew. 
III.  T.  26. 

In  niedrigen  Waldgegenden  an  Fluss-  und  Bachufern,  auf  sanerhuino- 
sem  Boden,  auch  in  Mooren  und  an  Brüchern,  ziemlich  häufig.  Mai, 
Juni. —    Juli,  August. 

Hohe  a  — 4',  mit  kurzen,  «licklicLcn,  dunhelfarhigen  Ästchen.  Blatter  .l-lappig,  grösser 
als  an  der  folg.  A.  Kronhlätter  wcisslichgriin ,  innen  roth.  Beeren  gross,  schwarz.  Der 
ganze    Strauch    widerlich    (katzennrinartig)    riechend    und    ühclschmeekend. 

4.  R.  riilirum.  Mothe  Johannisbeere,  Trauhen  hän- 
gend, fast  hahl,  Kelch  heckenformig,  kahl,  Kronhlätter  spateiförmig; 
Deckblätter  eirund,    beträchtlich  kürzer  als  die   Blülenstiekhen. 

LiNN.  Sp.  pl.  290.  Chi.  han.  114.  Koch  Syn.  I.  293.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  66.  Schk.  Uandb.  I.  T.  48.  Fl.  dan.  t.  967.  Engl.  bot.  t.  1289. 
Hayne  Arzneigew,  III.  T.  25. 

An  Gebirgsbächen,  namentlich  des  Vorharzes,  auf  steinigem  feuchtem 
Boden,  wild;  verwildert  in  der  INähe  von  Ortschaften  an  Gestein,  Mauern 
und  im  Gebüsch.     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Höhe  des  wildwachsenden  Strauchs  3  —  ^'.  Rinde  grün.  Äste  bengig,  dicklich,  dun- 
kelfarbig. Blätter  jung  tinterseits  etwas  graußlzig,  später  au  den  Adern  weichhaarig.  Kronen 
gelblichgriin.  Beeren  kleiner  als  am  cultitirtcn  Strauch,  stets  roth,  unangenehm  sauer. 
Weisse  Beeren  traf  ich  eben  so  wenig  als  die  Tar.  ß.  sylvestris  KocH  das.  mit  braun  ge- 
sprenkeltem   Kelchgrnnde. 

GM  IVMRüXICItMS. 

JPharmaceutisch-  JtKedicinisches,     Die  Beeren  von  A.4. 

(Baccae  llibium  s.  Uibesiorum  rubrorum)  und  von  A.3.  die  Juntjen  Triebe 
(Stipites  ctFolia  Bibis  nigri  s.  Bibesiorum  nigroruni)  of'ficincll.  Forwal- 
tende  Bestandth.  ersterer:  Schleimzucker,  Citronen-  und  ^ipf'clsäurc 
Anwenduntf  als  beruhi(/cndes,  herabstimmende.i,  kühlendes  Mittel  inForin 
von  Syrupus  uiirf  Gclatina.  Vorwaltende  Bestandth.  der  letztern: 
ein  eif/enlhuniliches  flüchtir/es  Princip  und  eisenbläuender  Gerbestoff. 
Anwendung  als  Thce  bei  Bheumatismen  und  als  Diureticum;  dochwcnitj 
im  Gebrauch.     Jn  einif/en  Gegenden  die  Blätter  ein  Zusatz  zum  Maitrank. 

VechniSCheS*  Benutzung  der  Beeren  von  Art.  1  und  4.  zu  treff- 
lichem fVein,  Essig  und  Branntwein,  auch,  so  wie  die  der  A.3.,  zur 
Bereitung   i'crschicdcncr  Farben. 

ÖTcÖnontisCheS»  Die  mannichf'ache  Benutzung  der  Früchte  von 
Art.  1.  u.  4.  als  Nahrungsmittel  roh  und  zubereitet,  bekannt.  Übrigens 
beziehen  sich  sämmtliche  erwähnte  Nutzungen  zunächst  auf  die  cultivirte 
Pflanze.  Den  Bienen  geben  besonders  die  Art.  1.  u.  4.  eine  frühzeitige 
Nahrung  und  das   Vieh  frisst  das  Laub  sämmtlichcr  Arten. 

Xlilll.     SAXIFRAGEAE. 

VENT.    Tabl.    III.    277.        DE    CAND.    Prodr.    IV.     1. 

Kelch  4  — 5 -spaltig  oder    thcilig,  die  Röbic  mil  dem  Frucht- 


Snxifrag«.  SAXIFRAGEAE.  221 

knoten  zumTheil  oder  gar  nicht  verwachsen.  Kronblätter  4 — 5, 
zwischen  den  Kelchzipfeln,  selten  nicht  vorhanden.  Stauhge- 
fässe  frei,  4 — 5,  oder  doppelt  so  viele,  der  Kelchröhre  oder 
einer  damit  verwachsenen,  den  Stempel  nmgehendcn,  Scheibe 
eingesetzt.  Frnchtknotc  2-fächerig,  in  2  Schnäbel  zugespilzt, 
welche  in  2  ausdauernde  Grift'cl  mit  einfachen  INarben  überge- 
hen, sel(en  1 -fächerig.  Eier  unbestimmt  viele  an  den  Rändern 
der  Fruchtblätter,  wonach  die  Samenhalter  der  2- fächerigen 
Fruchtknoten  mittelständig,  die  der  L- fächerigen  wandsländig 
sind.  Samen  mit  fleischigem  Eiweiss.  Keim  gerade,  das  Wür- 
zclchcn  zum  Nabel  gewandt.  —  Blätter  meist  wecliselsländig, 
ohne  rVebenblätter. 

Vorkommen*  Meistens  den  felsigen  Boden  uer  Gebirge  wntl  Alpen 
bewohnende  Pflanzen.     Manche  l^alkstet,    andere  bodenv:ig. 

Gehalt,  ff'eniy  bekannt.  Doch  scheinen  adstriiujiicnile,  bittere  und 
sauere  Stoffe  vorhanden  zu   seyn. 

1.     S^AXIFRAGA.     SVMKNnnMCME, 

Ll>N.    Gen.    n.   764. 

Kelch  5-spaltig.  Kronblätter  5.  Kapsel  2-schnäbclig,  2- 
fächcrig,  zwischen  den   Schnäbeln    sich    öffnend.    G.  Syst.  X.  2. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  (Art.  2  —  4.)  Kräuter.  Blätter  Wechsel-, 
sehr  selten  gegenständig,  ganz  oder  mehr  oder  Aveniger  tief  fingerig  oder 
bandförmig  eingeschnitten,  ohne  oder  mit  oft  rosettentragenden  IVeben- 
trieben.  Blüten  an  den  Spitzen  der  Stengel  einzeln,  kopfförmig,  traubig, 
doldentraubig  oder  rispig. 

f    Oline    nel>cns»ändige    Bl  ä  tter  1 1- i  cl)  e. 

1.     S.    tridactylite.s.      Itreifingeriger   Steinbrech. 

Stengel  einzeln,  aufrecht,  drüsig  -  behaart ;  unterste  Blätter  spateiförmig, 
folgende  3-  (bis  5-)  spaltig,  oder  thcilig;  Kronblätter  wenig  länger  als 
der  Kelch;   Wurzel  einfach,    dünn. 

LiNN.  Sp.  pl.  578.  Chi.  han.  105.  Koc«  Syn.  I.  304.  Scuk.  Ilandb. 
I.  T.  119.  Stlrm  Deutschi.  Fl.  U.  33.  De  Sterne.  Bev.  Saxifr.  t.  17.  f.  3. 
Engl.  bot.  t.501. 

Auf  Äckern,  Brachen,  Ileideplätzen,  an  Mauern  und  Felsen,  auf  san- 
digem oder  doch  magerm  dürrem  Boden,  häufig  und  oft  in  lileineu  Heer- 
den.     April,  Mai.  —   Juni,  Juli. 

Stengel  2  —  4"  liocb,  einfach  oiler  abgesperrt  ästig,  meist  rötblicli  angelaufen.  Blü- 
ten dolilentraiibig,  klein,  Kronen  weiss.  —  Ändert  ab  mit  zum  Tbeil  ganzen  Stengel- 
blätlern. 

%.    S$.  granulata.    Knollentragender  Steinbrech, 

Stengel  einzeln,  aufrecht,  am  (irunde  durch  liugelige  Knöspchen  linol- 
lig;  untere  Blätter  nierenrund,  herbig  -  gelappt ,  folgende  Keilförmig, 
3 — 5-sp.iltig;    Kroublätter  doppelt  so  lang  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.  576.  Chi.  han.  106.  Koch  Sjn.  I.  305.  Schk.  llandb. 
I.  T.119.  Sturm  Deutschl.  Fl.  U.  6.  Fl.  dan.  t.514.  Engl.  bot.  t.  500. 
Hayne  Arzneigew.  lil.  T.  23. 

Auf  Triften,  Wiesen  und  Grasplätzen,  auf  sonnigem  magerm  beson- 
ders kiesigem  Boden,  häufig.     April  bis  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Stengel    1 1 'A'   botb,   rauhhaarig   und    schwacb   kleberig,    mit   3 — 5    Blättern.       Blüten 

in   Doldentrauben,    schwach   wohlriechend,    Kronblätter  länglich -umgekeLrteirund,  weiss. 

ff    3Iit    nebenständigen    Blättertrieben. 

3.    S.  Hirciiliis.     Gelhhlütiger  Steinbrech.    Stengel 

aufrecht;  Blätter  lanzettförmig,  ganzrandig,  Kelche  unterständig.  Krön- 


222  SAXIFRAGEAE.  Chrysosplenlum. 

blätter  viclnerviff  mit  2  Schwielen  an  der  Basis;  Blättcrtiicbe  fadenför- 
niiß^,  niedergcstreclit. 

LiNN.  Sp.  pl.675.  Chi.  lian.  104.  Kocii  Syn.  1.298.  Stlrm  Dcutschl. 
Fl.  11.35.     Fl.  dan.  t.200.     Engl.  bot.  «.1009. 

Auf  Wiesen,  auf  moorigem  und  lorligcui  Boden,  im  nördlichen  Ge- 
liietstheilc  stelleuAveise  und  zienilieh  selten  (fll.  Trittau  — ;  J/A-.  Iln.  Be- 
Tcrstädter  Mühle,  Hochmoor  bei  Aurich  — ).  Juli,  August.  —  Septem- 
ber, October. 

Stengel  4  —  6"  liocli ,  rosfrotli  -  loHig  ,  wenigMiitig.  Itlallrr  fl.icli ,  gaiizraodig.  Kron- 
blällnr    gross,     gol.lg.ll.    mit    saCninfarl.enpn    ruiiclcii    an    ilcr   Basis. 

4.   S.  cae$«pitosa.  üasenartiger  Steinbrech»    Stengel 

anlrecht,    1 — 3-blülig,  Bialter  gestielt,  untere  handl'üiinig  .5  —  9-spaltig, 
folgende  3 -spaltig,   sämmtlich  mit  länglichen  oder  länglieh -lanzettförmi- 
gen stumpflichen  Zipfeln;   Blättertriebe  rasenartig,    rnsettentragcnd. 
LiNN.  Sp.  pl.  578.     Chi.  han.  104.     Koch  Syn.   \.  .301.     Fl.  dan.  t.  71. 

Engl.  bot.  t.  794  (zoergige  Form,  einhjülig,  «ler  S.  grociilandiea  L.  enfsjireclicnd ). 
t.  455    (S.    ,ialmata.    Form    mittlerer    Grosse,    4-I.liilig). 

b.  decipieiis.  Der  Ehrhartsche.  Höher,  Stengel  3  —  5-blütig, 
Blattzipfel  lanzettförmig,    spitzig  oder  zugespitzt. 

S.  decipiens  Ehrii.  Beitr.  V.  47.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  11.27.  Dk 
Sternberg  Bev.  Saxifr.  t.  23.  S.  palmata  Panz.  in  Sturm  Deutsehl.  Fl. 
11.27.  und  S.  Sternbergii  \Tilld.  Enum.  hört,  berol.  462  («enn  die  Zotten 

sieh  l)is  auf  «eilige  Randliaar«  verloren  liahen).  S.  TÜlosa  A^'lLLD.  daS.  (wenn  die 
niätter  langzotlig   sind). 

c.  aiigiistata.  Oer  seJimallappif/e.  Schlanker,  Stengel  schlafl", 
zottig,  3  —  5-blütig,  Blattlappen  sehmal  lanzettförmig-lineal  oder  lineal, 
fein  zugespitzt. 

S.  caespitosa  v.  angustifolia  Chi.  han.  das.  S.  sponhemica  Gmel. 
Fl.  bad.  2:24.  t.  9. 
Tn  Wäldern  zwischen  Felsritzen  und  an  Bergwänden,  auf  sonnigem 
steinigem  Boden  (Ifn.  Bothehntte  bei  Königshof,  Elbingerode,  Christia- 
ncnblippe  bei  Bübeland  — ;  Br.  im  Bodethal  z.  B.  bei  Treseburg,  Mar- 
mormiihle  — ;  Ils.  Basaltb'appen  des  Scbarfensteins  und  Madenersteins). 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

In  iiolsterlormigen  gcdriiiigenen  oder  lockern  Rasen  waehsend  ,  Stengel  lon  3"  bis  l' 
hocli.  Blätter  >on  gegliederten,  klelirigen  Haaren  zottig  bis  ins  fast  Kable,  Blallzipfel  von 
'2'"  lang  nnd  1'"  breit ,  bis  9"'  lang  und  '/j'"  breit  abändernd,  obne  oder  mit  Staibelspilze 
(S.  birla  Engl.  bot.  t.  'J-Jöl).  Blüten  gross,  Kroublalter  etiva  doppelt  so  lang  als  der 
Keleb,    milebweiss    oder   gelblieb. 

Das  A  orbommen  von  S.  rotundifoüa  und  S.  AlZÖon  (JlNGST  Fl.  v.  Bielef.  138.) 
.Ulf   den   Kalbfelseu    der    böebstcn   Gebirge    bei    Medcbacb    ist    «obl    mehr   als    ZMeifclbaCt. 

GJE  UMüBI^ICHJES, 

ÖTConOtniSCheS,  Art.  1  u.2.  könucn  ihres  säuerlichen  Geschiiiachs 
weifen  als  Sulal  hcnnlzt  werden.  Das  ß'ieh  f'risst  sie  nicht.  Letztere 
ist   Zierpflanze  der  (•arten,    two  sie  sich  leicht  füllt. 

».     CHRY.SOStPIiE^IlJIfl.     MIXiZKnu£rT, 

I.irs'Pf.    Gen.    u.  558. 

Kelch  flaoji  l-spallig,  2  gcgciiübiM-liegende  Zipfel  kleiner^ 
kronarllg.  lirone  nicht  vorhanden.  Ka|).sel  2-schnahelig,  1- 
fächcrig,  his  zur  Hälfte  in  2  Klappen  aufspringend.  Geschl. 
Syst.  X.  2. 

"Mehrjährige,   kleine  etwas  fleischige  Kräuter.     Stengel  an  der  Spitze 
tloldentraubig- ästig.      Blällei-  abwechselnd    gegenständig    oder  gekreuzt- 


Chrysosplenliini.  SAXIFRAGEAE.  223 

gegeiistäiulig.     lilütcn  einzeln,  endständig  mit  zuletzt  gekreuzten  Seiten- 
blüten,   Ton   sitzenden  gelhen   Blüf enliliittern  nnJeistützt. 

t.  C.  alteriiif oliiini*  n^echselhlättriges  MtlxTeraut, 

Blätter  wecliselständig,  kreis -nieieniund,  tief  gekerlit. 

LiNN.  Sp.  pl.569.  Chi.  Lau.  1(K5.  Koch  Sjn.  1.  306.  Schk.  Handli. 
II.  T.  108.     Sxir.M  Dentsehl.  Fl.  II.  12.     Fl.  dan.  t.  366.     Engl.  l.ot.  t.  54. 

In  ^Väldern  und  Yorliölzern ,  auf  sumpfigem  oder  c|nelligem  Boden, 
häufig.     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Stengel  cinfaeli,  atifreelit,  3  —  6"  liocli,  glas.irlig  glänzen«),  zart  und  zerbiecMicIi.  nlhller 
gestielt,  oherseits  mit  borstlielien  Saftliaaien  besetzt.  liliiten  selir  kurz  gesliell ,  i.ebsl  ilen 
hullcaitigen    Blütenblättern    gnl.lgelb. 

«.   C.  oppositifoliMiM.   Paarblättriges  MitzTcraut, 

Blätter  gegenständig,    hall»  kreisrund,,  schweilig  gekerbt. 

LiAN.  Sp.  pl.ü68.  Chl.han.  106.  Roch  Svn.  I.  306.  Stirm  Dentsehl. 
Fl.  H.  4.     Fl.  dan.  t.  3(55.     Engl.  bot.  t.  490. " 

In  Wäldern,  in  Berg-  und  Gebirgsgegenden,  seltener  in  der  Ebene, 
auf  schattigem  (|iulligem  Boden,  weniger  häufig  als  A.  1.  März,  April.  — 
Mai,  Juni. 

Kleiner  un.l  zarler  als  A.  1.,  in  aiebteru  Büsehcln  «acliscnil,  Stengel  an  der  Basis 
«nrzelnd.       Blüten   kleiner   und    blasser. 

XlilV.     UJflBEIililFERAE. 

JUSS.     Gen.    218.        DE    Ca^D.    Brodr.    \\.    .5.1. 

Kclchröhre  mit  dem  Fi-iiclitknoten  verwachsen.  Saiiui  5-zäli- 
nig  oder  iindeutlicL.  Kionblätter  5,  am  Selilmide  zwisehen  den 
Zahnen  eingesetzt,  in  dei-  Knospenlage  eingerollt.  Slauhge- 
fasse  ö,  zwisehen  <ien  Kronhlättern  eingefügl,  in  der  Knospe 
eingerollt.  Fruehtknote  2-fäeherig  mit  je  1  Ei,  oben  von  einer 
polsterförmigen  Honigdrüse  (.Stempelpolster)  bedeekt.  Griffel 
2,  fadenförmig.  Frueht  aus  2  (nussartigen,  häufiger  korn- 
früehtigen)  Ilalbfriicblen  bestehend,  ander  äussern  Seile  von 
der  gespaltenen  Kelehröhre  bekleidet,  von  der  Sj>itze  eines 
stielföi-migen,  oft..gespallenen  oder  getheilten,  Fruehtträgers 
herabhängend.  Äussere  Seite  mit  vortretenden  Rippen,  dazwi- 
schen befindliehen  JVillen  und  oft  unter  diesen  liegenden  Strie- 
men durchzogen.  Samen  meist  mit  der  Samenschaale  verwach- 
sen. Eiweiss  gross  mit  einem  an  der  Spilze  hängenden  kleinen 
Keim.  Das  Würzelchen  zum  INabel  gewandt.  —  Blattei"  Mceb- 
sel-,  selten  gegenständig  mit  scheidiger  Basis.     Keine  INeben- 

Vorkoniinen.  Die  melirsten  ]>odenvag,  manche  kalkstct  oder  kalk- 
hold,   viele  an  Wasser,    einige  an  Sumpf  gebunden. 

Gehalt.  Reich  an  anstjezeichneten  Stoffen,  oft  scharfen  und  narko- 
tischen, die  zum  Theil  noch  nicht  hinlünfjlich  untersucht  sind.  Unter 
den  orfjanischen  ätherische  Öle  und  daraus  entstandene  canijtherartiife 
Substanzen ,  dann  Harze,  Zucker  und  Stärke,  vorwaltend;  daneben  oft 
(fiftine  zum  Theil  alkaloidischc  Stoffe.  In  den  fViirzeln  ,  die  nicht  sel- 
ten Milchsaft  enthalten ,  ausserdem  Gummi,  Schleim,  Stärke,  liittcr- 
stoffc ,  Zucker,  Schleimzucker.  Die  Samen  besonders  reich  an  ätheri- 
schen dem  Terpentiniil  analotjen  Ölen,  auch  fette  Öle  und  ^Ikaloidc  ent- 
haltend. 

A.      GMHAn&AMIGK   n  OIjÜ EJV WJLA  ]l  XX:.\. 

Ei-weiss  auf  der  iniiern  Seite  tlach. 


224  VlIBEIil.IFERAE.  Hydroootyle. 

1     Grupno.      HYDROCOTVLEAE.      U^ASSMRM  ABML.. 

DoMcii  Solu-  ainililütig.  rnidit  von  der  Seite  flach  zusaininciigcdrüclit 
Spitze  der  RronJdalter  iiielit  oder  mir  wenig  eingebogen. 

1.     Hl^DROCOTVIiE.      irASSmMJVjABJEI,, 

M>N.    Ocii.     n.  3-2). 

Kclchsamn  iindoullicli.  Fiiiclit  von  tler  Foiui  eines  Doppel- 
schildes,  ohne  Striemen.     Geschl.  Syst.  \  .  2. 

Meistens  melirjäbrigc,  zarte,  wasserliehende  li runter.  Dolden  ein- 
fach, aehselständig,  Hüllen  vvenigblättrig.  Kronen  weisslich,  seltener 
röthlich.  ,  ^     ,         „,    ,, 

t.     H.  vulgaris.     Gemeiner   Jf^assernabel,     Blatter 

schildförmig,  hreisrnnd,  seicht  eingeschnitten -gekerl>t;  Dolden  kopfför- 
miff,    3  —  6-hlütig. 

LiNN.  Sp.  pl.a38.  Chi.  han.  240.  Koch  Syn.  I.  307.  Schk.  Ilandh. 
I.  T.59.     Fl.  dan.  t.90.     Engl.  bot.  t.  751. 

In  W^icsen  und  Ilainen,  an  Gräben,  Teichrändern  und  Rriichern,  auf 
sauerhumoscm  oder  torligein  Sumpfboden,  ziemlich  häufig.  Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Stengel    kriecbeod,     aus    ilen    wurzelnden    Knoten    Blattstiele    und    blattlose    Hlülensticle 

4 8"    lioib    euiportreibend.       Blätter    7 — 9-ner»ig,    Llassgrün,    untciselts    meist    einzelne 

Härclien  tragend.  Blütensticle  sehr  zatt,  BlütenköpfcLen  selir  klein.  Frucht  .5 -rippig  mit 
ti   nndeutlicben    Zwiscbenrippen. 

».  Gruppe.      §ANICULEAE.      SAN M CKKJ.GMWÄCnSM. 

Dolden  biischelig  oder  hopfförniig.  Frucht  im  (Querschnitt  kreisriind- 
lich;  llalbfriichte  mit  5  gleichförmigen  Hippen  ohne  JXebcnrJppen.  Spitze 
der  Rronblätter  Avie  geknickt  eingeschlagen. 

I.INN.    Gen.     11.  ."{"iü. 

Kelchsauni  5 -zipfelig.  Fruchl  fastkugelig^  dicht  mit  haki- 
gen Stacheln  hesetzt  ohne  deutliche  Kippen,  vielstiiemig,  nicht 
IVeiwillig  vom  Fruchlhaltei-  sich  lösend.     Geschl.  Syst.   >  .  Z. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  aufrechtem,  ästigem  oder  schaftartigem  Sten- 
gel. Wurzelblätter  bandförmig -lappig.  Dolden  zusammengesetzt,  we- 
nighlütig  mit  männlichen  und  weiblichen  oder  Zwitterblüten.  Hülle  we- 
nig-.   Hüllchen  yielbiältrig.     KronbläHer  weiss  oder  rölhlieh. 

1.  S.  ewro|»aea.  Muropäischer  SanicJcel.  Wurzel- 
Matter  handförmig-getheill  mit  3-spaltigen,    ungleich  eingeschnitten  -  ge- 

*"'^Li"n.  Sp.'^pl.339.  Chi.  han.  239.  Kocu  Syn.  I.  308.  Schk.  Handb. 
I.  T.GO.     Fl.  dan^.  t.283.     Engl.  bot.  t.  98. 

In  Hainen  und  Wäldern,  auf  hunuishaltigem  schattigem  und  etwas 
feuchtem  Boden,    ziemlich  häufig.     31ai,   Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzel    braunscbwarz,     scharf  und    hillcr.       Stengel    1'    hoch,     1-hlr.lliig.       Bliileu    hle.u. 

3.    ASTRA^TIA.     JL^VHANTEM. 

I>11VN.    Gen.    n.  »11. 

Kelchsaum  ö-zipfelig:.  Frucht  spindelförmig  mit  aufgel.lase- 
nen  queifaltig -zackigen  Rippen  und  in  deren  Höhlung  einge- 
schlossenen scinvächern  Rippen,  ohne  Striemen  und  deutlichen 
Fruchtträger.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  aromatische  Kräuter  mit  bandförmig -lappigen  Wurzel- 
Llättern.     Dolden  uuregclmässig,  meist  3-theilig,   Doldcheu  regelmässig 


Erynginni.  USIBEI^IilFERAE.  225 

mit  viollilättrigcn  Hüllclien.  Blüten  oft  vlelebig,  nur  die  vceiMichen  frucht- 
l»ar.     Kronen  weiss  oder  röthlicL. 

t.    A.  major*    Grosse  Astrantie»    Wurzelblätter  handför- 

mig-5-tlieilig,  mit  ungleich  eingeschnitten -gesägten  Lappen,  Kelchzipfel 
staclielspitzig. 

Lixjj.  Sp.  pl.  aSO.  Chi.  hau.  239.  Koch  Svn.  I.  309.  Schk.  Handh. 
I.  T.  60.     Sturm  Dcutschl.  Fi.  U.  29.     Hayne  Arzneigew.  I.  T.  13. 

In  Gehirgswiesen ,  auf  humushaltigem  etwas  feuchtem  Boden,  die 
Nordgrenze  der  Gesanimtverhreitung  am  östlichen  und  südliclien  Harze 
erreichend,  selten  (Pr.  Wendelstein  und  Zingst  an  der  Unstrut,  ISord- 
hausen,  Echhartsherge  — ;  Hti.  Windehäuserholz  hei  Rodcnherg,  alte 
Stollherg,  Junherholz  unweit  Steigerthal).  Juni  bis  August.  —  Sep- 
tember. 

Stengel  1  —  '2'  bocli,  ästig.  Dolden  mit  .5  —  8  UDgleich  langen  Stralilen,  Döldclien 
meistens  zu  S,  das  mittlere  doppelt  länger  gestielt,  Hiillclienblätter  sternförmig  gestellt,  re- 
gelmässig, lanzett- Keilförmig,  ganzrandig  oder  an  der  -Spitze  2  —  3  -  üipfelig  eingesclinillen, 
vreisslieli    oder   blassrosa    mit   3-ncrngem    liellgrünem    Adernetz. 

ÖTConontiSCheS*     Zierpflanze  der  Gärten. 

4.   ERY^'Giij]?!.   MAN:x-»vnmu. 

LlNlV.    Gen.     n.  324. 

Kelchsaum  5 -zipfelig.  Frucht  umgekehrl eiförmig,  schup- 
pig oder  warzig,  ohne'deutliche  Rippen  und  Striemen.  Frucht- 
träger  hleihend  mit  den  Halhfrüchten  verwachsen.    G.  Syst.  V.  2. 

Ein-,  zwei  (A.  2.)  oder  mehrjährige  (A.  1.)  starre,  trockene,  meistens 
dornig -sägezähnige  Kräuter  (oder  Sträuche).  Dolden  fast  trugdoldig. 
Döldchen  kopflormig  mit  hüllartigen  in  Spreublätter  übergehenden  Deck- 
blättern. 

1.    E.  caiiipesitre.    Feld-lXannstreu»    Untere  Blätter  3- 

zähiig-doppelt-fiederspaltig,  dornig- sägezähnig;  Spreublätter  ganzran- 
dig,  Kelche  länger  als  die  Krone. 

LiMV.  Sp.  pl.  337.  Chi.  hau.  240.  Koch  Syn.  I.  309.  Schk.  Handb. 
I.  T.59.     Fl.   dan.   t.  554.     Engl.  bot.  t.  .57.     Hayne  Arzneigew.  II.  T.  1. 

An  Ackerrainen,  Feld-  und  Wegrändern  auch  Flussufern,  auf  magerm 
und  sandigem  Boden,  besonders  der  Ebenen,  häufig.  Juli,  August. — 
September,  October. 

"Wurzel  spindelförmig,  geringelt.  Stengel  1  —  l'/^'Iiocli,  sperrig- ästig.  Blätter  grau- 
grün ,  mit  beiderseits  »oi tretendem ,  weissliehem  Adernctz.  BInfenköpfchen  klein,  rnndlieh, 
Hiillblülter  lineal -lanzettförmig,  entfernt  dornig- sägczäbnig.  Kronen  «eisslich  mit  bellapfel- 
grünem  Anbaueb. 

Ä.  E.  inaritininni.  Meerstrands  "Mannstreu.  Un- 
tere Blätter  herzförmig -nicrenrund,  gelappt -dornig -sägezähnig;  Spreu- 
blätter 3- spitzig,    Kelche  so  lang  als  die  Krone. 

LiNN.  Sp.  pl.  337.  Chi.  han.  239.  Koch  Sjn.  I.  809.  Fl.  dan.  t.  875. 
Engl.  bot.    t.  718. 

Am  Nord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  nahe  belegenen  Inseln,  im 
Kästensande,  hier  und  da  {Hb.  Ritzebüttel  — ;  Hn.  Juist,  Nordernei, 
Baltrum,  Spickeroge — ;  Ol.  Wangeroge — ;  Mk.).  Juni,  Juli. —  Sep- 
tember, October. 

■Wurzel  weit  nmherkriecbend.  Stengel  1'/.;  — 2'  lioeb,  diek,  steif,  weisslicb.  Blätter 
derb,  lederartig  mit  beiderseits  vortretendem  Adernetz,  meergrün  mit  araelbystblanem  AnOng. 
Blütenköpfe  stark,  eiförmig  -  kugelig  ,  Hüllblätter  breit- eirund  ,  dornig -lappig.  Kronen 
bellMau. 


226  IJJIIBELIilFERAE.  Ciouta. 

JPharmaceutisch' Mediclnisches*    Von  a.  1.  die  rTuncl 

of'ficinell  (Radix  Eryiigü  s.  Lyriiigü  s.  Aeiis  Vencris),  doch  uienitj  im 
Gebrauch,  f'orwaltende  B  e  s  tun  dth.  Schleimzucker  und  Schleim.  An- 
tvendntiij  in  Abhoehnnff^^nls  diurefisrhp.<;  und  .itimulirendes  Mittel. 

technisches  u.  ÖTeonomischeS^  yi.2.  ihrer  hytfrometrischcn 
Einenschaf't  ive(/en  den  Inxelbewohnern  ein  nn  der  Decke  ihrer  Zimmer 
auf'gehänfjter   ff'etterjnophel.  — •     Die  Itlälter  junf/  als  Salat  yeniessbar. 

3.  Gruppe.      AMIÜIXEAi:.     AMMIGMWl^ÄCnSM. 

Dolden  vollständig.  Frucht  von  der  Seite  zusaniniengedrüclit,  meist 
2-köpfig.  Ilalbfrüclitc  mit  5  gleieliniässigen  fiederförmigen  selten  schmal 
geflügelten  Rippen,  die  seitlichen  (Berula  ausgenommen)  am  Rande  der 
IlalbtVüchte. 

5.     CICIJTA.     JrA.»SKnSCUIJEUIjING. 

I<INN.    Gen.    n.  354. 

Kelchsaum  5 -zipfelig.  Kronblättei-  durch  Einhioffung  iimffe- 
kelirthcrzförmig.  Frucht  zusammcngedrückt-kug'clig,  uiit  fla- 
chen Rippen.  Rillen  1- striemig,  Striemen  die  Rillen  ausfül- 
lend.   Fruchtträger  getheilt.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  unbehaarte  \^^asserhräuter  mit  rundem  riilirigem  Stengel 
und  mehrfach -fiederschnittigen  Blättern.  Hülle  armblättrig  oder  nicht 
vorhanden,   IlüUchen  vielblättrig.     Krone  weiss. 

1.  C.  virosa.  Genteiner  W^asser Schierling.  Wur- 
zelstock qucrfächerig,  Blätter  3-fach-flederseliuittig  mit  lineal  lanzettför- 
migen sehr  spitzen  scharfgesägten  Abschnitten. 

LiNN.  Sp.  pl.  .368.  Chi.  hau.  238.  Koch  Syn.  I.  311.  Schk.  llandb. 
I.  T.71.  T.80f.  679.     Engl.  bot.  t.  479.     IIavne  Arzneigew.  I.  T.  37. 

In  Gräben,  an  stehenden  Gewässern,  Teichen,  Seen  und  Flussufern, 
besonders  auf  humos -sandigem  Boden,  häufig.  Juli,  August. —  August, 
September. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  dick,  unten  geglicilert  und  aus  den  Gelenken  ringförmig  Wurzel- 
fasern  treibend.  Blattstiele  rund,  röhiig,  Bliiller  gross,  Ahschnille  2  —  3-theilig.  Seit- 
liche Dolden  oft  blattgegensländig,  kleiner  als  die  Erddolden.  Frucht  klein,  2  Knoten 
bildend,  breiter  als  lang,  mit  dem  bleibenden  Kelch  und  2  fast  « agerecht  gerichteten  Grif- 
feln gekrönt,  branngelb  mit  dunklern  Striemen.  —  Ändert  in  Gebirgsgegenden  mit  niedri- 
germ  Stengel  ab,  mit  schmälern  seicht  sägezähnigen  Abschnitten  und  kleinem,  wenigstrahli- 
gen    Dolden. 

GM  WMRJBZ.ICITMS. 

JPharmaceUtiSCh-JttediciniSCheSm  Nur  in  den  nordeuropiU- 
sehen  Liindern,  mit  neuerlicher  Ausnahme  der  JVurzel,  of'licincll.  Ein 
harziffer,  am  reichlichsten  in  dieser  enthaltener,  Giftstoff'  ist  tödtlieh 
(Gegenmittel:  Brechmittel,  ölioe  lilisfiere,  f/erbestoff'halti(je  Abkochungen 
und  Säuren,  als   fVeinessig ,  Biersauer). 

6.     APIIIITI.     SMIiXiiilLI. 

LiNN.    Gen.     n.  307. 

Kelchsaum  undeutlich.  Kronhlätter  rundlich  ohne  Ausran- 
dung.^  Stempelpolster  flach.  Frucht  zusammengedrückt-kugj?- 
lig_  mit  fädlichen  Rippen.  Rückcnrillen  1-,  Seitcnrillcn  2 — 3- 
striemig.    Fruchtlräger  ungetheilt.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  spindeliger,  in  der  Cultur  knolliger  Wurzel, 
gefurchtem,  ästigem  Stengel  und  tiederschnittigeu  Blättern.  Dolden  auf 
Llattwinkclständigen  Ästchen  oder  an  der  Spitze  des  Stengels  sitzend, 
ohne  Hülle  und  Hüllchen.     Kronen  grünlichweiss. 


Petroselinum.  VlIBEIililFERAE.  227 

1.    A*  sraveolens*    Gemeiner  Selleri»    ßlätter  ficder- 

sclinitlig,  mit  rauteiirörinigen  eingeschnitten -gesiigten  oft  gelappten  Ali- 
sehnitten,    oliere  8 -schnittig. 

LiNN.  Sp.  pl.  379.  Chi.  han.  238.  Koch  Syn.  I.  311.  Schk.  Handh. 
I.  T.78.     Kngl.  hot.  t.  1210.     Hayne  Aizneigew.   VII.  T.24. 

An  See-  wnd  Flussufern,  auch  auf  V^'^iesen,  auf  salzhaltigem  beson- 
ders humos- sandigem  Boden,  daher  im  Binnenlnndc  in  der  l>äbe  TOn 
Salinen,    ziemlicli  häufig.     Juli,  August. —    Septeniber. 

Stengel  1  —  1 '/.^'  hoch,  sehr  ästig.  Äste  abstehend,  ohere  oft  (juirlig.  Blällcr  dunkcl- 
griin,  spiegelnd.  Dolden  klein,  6 — 10-slrahlig.  Blüten  sehr  klein.  Eitveiss  der  Früclife 
höckerig    gewölht,    auf  tler   innern   Fläche    ehen. 

9.    PETROSEIillVV]?!.     PmVMnSIMj  GIB, 

HOFVM.    Irab.    geu.    78. 

Kelclisaum  undeutlich.  KronLlätfer  rundlich,  einwärts -ge- 
krümmt, durch  Einhieg-ung  der  Spitze  kaum  ausgerandet.  Frucht 
zusammeng'edrücht- eiförmig  mit  gleichartigen  fadenförmigen 
Rippen.     Rillen    1 -striemig.      Fruchtträger    getheilt.      Geschl. 

Zweijälirige  Kräuter.  Blätter  mehrfach -fiederschnittig.  Hülle  arm- 
blättrig,   Hiillchen  vielblältrig.     Blüten  der  Scheibe  häufig  unfruchtbar. 

1.    P.  ««ativiini.     Gemeine  IPetersilge»    Blätter  3-fach- 

fiedersehnittig,  spiegelnd,  mit  eirund -keilförmigen  gesägten  Abschnitten, 
obere  8-thcilig  mit  lanzettförmigen  ganzen  oder  3 -spaltigen  Abschnitten. 

IIoFFM.  Imb.  gen.  78.  1. 1.  A.  f.  7.  Roch  Syn.  I.  311.  IIayne  Arznei- 
gew. YII.  T.23. 

In  der  ]\ähc  von  Gärten  und  Heclven,  auf  humosem  Boden,  hier  und 
da  verwildert.     Juli,  August.  —    September. 

'Wnrzel  sjiindelig,  weiss.  Stengel  \^ji  —  -'  hoch,  eckig,  sehlankästig.  Blätter  eigen- 
thiiralieh    stark   riechend.       Kronblätter   klein,    grünlicligelli. 

GM  n^MnariCHEs. 

Pharmaceutisch  -  Medicinisches»      fT'urzel,   Kraut  und 

Früchte  of'fieinell  (Radix  Herba  et  Semen  Petroselini  s.  Apil  bortensis). 
Vorwaltende  Bestandth.  der  fVtirzel  und  des  Krauts:  Schleimzucker, 
Schleim  und  ätherisches  Öl,  der  Früchte  letzteres  mit  Stearopten,  schlei- 
mif/em,  f/allertarfigem  Stoff  ti.  s.  w.  ^nivendunr/  der  fVurzel  im  Auf 
fjuss ,  der  Früchte  in  Pulverform  als  eröffnendes,  blähunrfen-  und  harn 
treibendes  Mittel.  Präparat  ist  Aqua  dcstillata. 
OTeonomischeS»     Kücheurjelrauch  hehannt. 

8.     lIEIiOSCIADIIJI?!.     SUMJPFSCBMHM, 

Koch  Cmb.   I2ö. 

Kelchsaum  5-zähniff  oder  undeutlich.  Kronhlätter  rundlich 
mit  eingehogener  Spitze.  Frucht  zusammcngedrückt-kugelig 
oder  länglich,  mit  fädlichen  Rippen.  Rillen  1-striemig.  Frucht- 
träger  uhgetheilt.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  schwache  Kräuter  mit  zusammengesetzten  Dolden,  mit 
verschiedenartigen  Hüllen,    kleinen  Blüten  und  weissen  Kronen. 

li    H.  repeii^«.    Kriechender  Sumpfschirm,    Blätter 

ficderscbnittig  mit  rundlich- eirunden,  eingeschnitten -gesägten  oder  lap- 
pigen Abschnitten;  Dolden  blattgegenständig,  kürzer  als  der  Blattstiel; 
Stengel  niedergestreckt  und  wurzelnd. 

Koch  Syn.  I.  312.  Siuni  rcpens  Linn.  Sp.  pl.  182.  Chi.  han.  234. 
Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  260.     Fl.  dan.  t.  1514.     Engl.  bot.  t.  1431. 

Auf  Triften  und  Wiesen,  auf  sandigsumpfigem  oder  moorigem  Boden, 


228  VinBEIililFERAE.  Faloarin. 

im  nordwestlichen  Thoile  tles  Gcliiets  zicmlicli  selten  (Pr.  Dülmen,  Coes- 
fel<le,  Benthcim,  Mastliolt,  Ileiligcnlnok  hei  Lotte — ;  Iln.  Ortschlump 
bei  Hililesheim,  Iluiitelturg,  Osnahrücl;  z.  IJ.  auf  dem  Greteschen  und 
Gesmerhruehe,  Nenenljirchen  — ;  Ol.  Varel.  Hl.  an  der  Stechnitz,  Däni- 
schehurg,  Küchenitz,   V^'aldliusen — ;    31h.    Blalcliin.). 

Sleng«;!  fadenförmig,  4  —  6"  lang,  fast  aus  allen  Gelenken  wurzelntl.  Blätter  lang  ge- 
stielt. Dolden  3  —  6-strallig,  IIiiUc  3  —  6-blattrig.  Fruclit  'i-linotig,  Y./"  lang.  Strie- 
men    etwas    vortretend. 

H.    H.  iiiiindatuiu.    Schwimmender  Sumpfschirm, 

Blätter  liederschnittig  mit  keilförmigen  an  der  Spitze  3-spaltigcn  Ah- 
schnitten,  untergetauchte  vielfach  in  haarförmige  Zipfel  gespalten;  Dol- 
den hiattgegenständig,    2- strahlig;    Stengel  an  der  llasis  kriechend. 

Koch  Syn.  I.  312.  Sison  inundatum  Linn.  Sp.  pl.363.  Fl.  dan.  t.  89. 
Engl.  hot.  t.  227  (Hydrocotyle  inundata). 

In  Grähen,  stehenden  Gewässern  und  Sümpfen,  besonders  auf  sandi- 
gem Boden,  im  nördlichen  und  nord- westlichen  Thcile  des  Gebiets,  im 
Münsterschen  die  Südgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  häufig. 
Juni,  Juli.  —•   August,  September. 

Stengel  6  —  8"  lang,  halb  untcrgetancLt ,  oberer  Tbeil  aufstrebend  oder  schwimmend. 
Untergetauchte  Blätter  mehrfach  grosser.  Blatlscheidcn  breit,  in  einen  kurzen  Blattstiel  iiber- 
gehend.  Blütenstiele  in  2  »on  einander  gesperrte  Theile  ges|>alten  ,  Doldehen  4  —  .5  -  blutig. 
Früchte   ^A'"  l3°g>    oval -länglich,    gelbbraun,    Striemen    schwarzbraun. 


H.  nodiflorum  Chi.  han.  '234.  ist  in  nenercr  Zeit  an  den  aufgeführten  wenigen  Stand- 
orten nicht  bemerkt  worden  ;    weshalb  ich  es  bis  zur  Bestätigung  der  frühern  Angaben  zurücklasse. 

9.    FAIiCARIA.    SMCUXXillOIiJDJE. 

Host   Fl.   austr.  I.  381. 

Kelchsaum  5-zälinIg.  Kroiihlätter  umgekelirteirund  mit  ein- 
geschlagerier  Spitze.  Frueht  zusammengedrückt- länglich.,  mit 
fädlichcn  Rippen.  Rillen  1-striemig.  Fruchtträger  frei,  ge- 
spalten.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Zweijährige,  unbehaarte  Kräuter.  Blätter  fiederschnittig.  Dolden 
blattgegen-  und  endständig,  viclstrahlig.  Hülle  vielbläftrig,  Ilüllchen  fast 
halbirt,  Hüllblätter  und  Blättchen  fadenförmig.  Blüten  zwitterig  mit 
eingemischten  männlichen. 

1.     F.  Rivinil.     Hivin«  Sicheldolde.     Blätter  meist  3- 

schnittig,  Abschnitte  ganz  oder  I — 2-,  mittlerer  meist  3-theilig  mit  herab- 
laufenden, lineal-lanzettförmigen,  gedrängt  stachelspitzig-gesägten  Lappen. 

Host  Fl.  austr.  I.  3S1.  t.  257.  Chi.  hau.  2a5.  Koch  Syn.  1. 313,  Sium 
Falcaria.LiNN.  Sp.  pl.362.     Scuk.  Handh.  I.  T.  80.  F.  670. 

Auf  Äckern  und  an  Ackerrändern,  auf  kalkhaltigem  Lehmboden,  iu 
der  südlichen  Gebictshälfte  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung  er- 
reichend (jenseit  Hildesheini  und  Hameln  nicht  mehr  vorkommend)  ziem- 
lich häufig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  1  —  l'/j'  lioch,  meist  von  unten  sperrig- ästig.  Blätter  graugrün.  Dolden  lang 
gestielt,  Düldcbeu  klein,  innere  Ilüllchenblätter  mehrfach  kürzer  als  die  äussern.  Früchte 
bräunlich    mit   rnstrothen    Striemen. 

lO.     AEGOPODIVITI.     GMMSFUSS, 

LlNN.    Gen.    n.  368. 

Kelchsaum  undeutlich.  Kronhlätter  umgekehrteirund,  durch 
Einbiegung  der  Spitze  ausgerandet.  Frucht  ziisammengedriickt- 
länglich  mit  fädlichcn  Rippen.  Rillen  ohne  Striemen.  Frucht- 
träger kurz  gespalten.    Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige  Kräuter,    Blätter  2 — 3- schnittig.      Dolden   zusammengc- 


Carum.  IJjnBEIiI<IF£RAE.  229 

setzt,  vielstrahlig.  Keine  Uülleii  und  Ilüllelieii.  KronLIätter  weiss,  Keu- 
tel  anfänglicli  purpurn. 

1.    A.  Podas«*««**»""«     Gemeiner  Geisfuss,    Wurzel- 

bliitter  doppelt-3- schnittig  mit  eiruntl-langlichen,  zugespitzten,  ungleich 
gesägten  Abschnitten. 

LiNN.  Sp.  pl.379.  Chi.  han.  237.  Koch  Svn.  I.  315.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.79.     Fl.  dan.  t.  670.     Engl.  bot.  t.  940. 

An  Ilecken,  Zäunen,  zwischen  Gebüsch  und  in  Grasgärten,  auf  schatti- 
gem etwas  feuchtem  Boden,  aligemein  verbreitet.  Mai,  Juni.  —  Juli, 
August. 

Wurzel  kriechend,  knölerig.  Stengel  2  —  3'  boch,  steif,  holil ,  zcrhrcchllch,  kahl,  sel- 
tener fein  behaart.  Blatter  lichtgriin,  Seheiden  bauchig.  Ändert  in  Gebirgsgegenden  inil 
ruthlichen   Kronblättero   ab.      Früchte   dunkelbraun,    ohne    Gerncli. 

GM  U^MHBJLICHMS. 

ÖTConomiSCheSt  Die  jungen  Blätter  nebst  den  Stielen  werden 
unter  dem  Namen  Strcntjel ,  (iesel,  Giersch  u.s.iv.  vom  tjerint/en  Mann 
häufig  als  Salat  und  von  den  f'ornehmen  als  ein  Theil  der  ISetinstärlie 
im  Gemüse  gegessen.     Unter  Umständen   ein  lästiges   Unkiaut. 

11.     CARIJ]?!.     KÜMMÜIi, 

IjINN.    Gen.    n.  Ü^S. 

Kelclisaum  undeutlicli.  Kronblättcr  umgekehrteiriind,  durch 
Einbiegung  der  Spitze  ausgerandet.  Frucht  zusammcngedriickt- 
länglicli,  mit  fiidlichen  Rippen.  Rillen  1- striemig.  Fruchtlrä- 
ger  frei,   kurz  gespalten.       Geschl.  Syst.  V.  2. 

Zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige,  aufrechte  Kräuter.  Blätter  fieder- 
schnittig.     Hüllen  und  llüllcht-n  mehrartig.     Kronen  weiss. 

1.  C  Carvi.  Genteiner  Mümmel,  Blätter  doppelt-fieder- 
schnittig mit  fiedertheiiig-vielspaltigen  Abschnitten ;  Blüten  ohne  Hüllen 
und  Hüllchen. 

LiNN.  Sp.  pl.  378.  Chi.  han.  237.  Koch  Syn.  I.  314.  Schk.  Handb. 
I.  T.77.    Fl.  dan.  t.  1091.    Engl.  bot.  t.l503.    Hayne  Arzneigew.  YII.  T.  19. 

Auf  Y^'^iesen,  Triften,  an  Acbcrrainen  und  Wegen,  auf  Boden  man- 
cher Art,    sehr  häufig.     April,  Mai.  —   Juni,  Juli. 

Wurzel  spindelförmig.  Stengel  eckig,  sperrig- ästig.  Blatlabschnitle  lineal,  spitz.  Dol- 
den etwas  hohl.  Frucht  braun  mit  breiten  Striemen,  zerrieben  stark  gCHÜrzhaft  riechend.  — 
Bisweilen    finden   sich   einige    Uüllblällchen   ein. 

GJE  n^MRnZICHES. 

JPharntaceuti*ch'JO[edicini*ches*    Früchte  officinell  (Se. 

mina  Carvi).  Forwalt ende  B e s  tandth.  ätherisches  Öl.  Anwendung 
in  Pulver  und  im  Auf'guss,  als  tierven-,  mngen-  %md  augenstärkendes 
Mittel;  von  den  Landleuten  besonders  gegen  Colik  gebraucht.  Präpa- 
rate sind:  Oleum  Carvi  (1  Unze  von  1  Pfunde),  Aqua  M/irf  Spiritus  Carvi. 
Vechnisches*     Über  Bruntwcin  abgezogen  diesem  einen  feurigen, 

fewürzhaf'ten  Geschmack  ertheilcnd  und  mit  Zucker  einen  feinen  Liqueur 
iefernd. 

ÖJCOnomiSCheS»  fVurzel  und  Blätter  im  Frühjahr  ein  gesundes 
Gemüse.  Früchte  ein  bekanntes  Gewürz  an  Speisen,  Käse  u.  s.w.  fVird 
vom   Viehe  begierig  gefressen. 

113.    PI]?IPI]!V£IiIiA.    BMBMUJVMM^MjB. 

LlNN.    Gen.    n.  366. 

Kelchsaum  undeutlich.  Kronhlätter  umgekehrteirund,  durch 
Einbiegung  der  Spitze  ausgerandet.   Frucht  zusammengcdrücKf- 


230  UJÜBELIilFERAE.  Pimpinella. 

eifÖrmi«'  mit  kissciiförmigcm  Steugclpolstcr  untl  zuriickgcboge- 
neii  Griflclii.  Rippen  fath-nförmig.  Rillen  vielstriemig.  Frucht- 
träger  iVei,  gespalten.     Gesclil.  Syst.  V.  2. 

Melujjilirigc,  aufrechte  Kräuter.  Illätter  fiederscliuittig,  selten  eiut'acli. 
Dolden  und  Döldciieu  vielstrablig,    ohne  Hüllen  und  Ilütlehen. 

f.    P.  magna.     Grosse  Bibernelle»    Untere  Blätter  fie- 

derschnittig  mit  eirunden  oder  länglichen  eingeschnitten -gesägten  oder 
gelappten  Allschnitten;  Stengel  eckig-furchig;  Früchte  länglich-eiförmig. 
Link.  Mant.  219.  Chi.  hau.  23,5.  Koch  Sju.  1.  316.  Schk.  Ilandh.  I. 
T.  80.  F.  718.  Jaco.  Fl.  austr.  IV.  t.  396  (P.  major).  Fl.  dan.  t.  1155. 
Engl.  Lot.  t.  408.     Hayke  Arzneigew.  \II.  T.  21. 

b.  laoiiiiata.  JDie  gesehlitxtblättrige.  Itlattahschnitte  handför- 
njig-fieders])altig   mit    lanzeltförmigen   eingeschnitten  -  gesägten  Zipfeln. 

Chi.  hau.  das.     Koch  das.     Jaco.  das.  t.  397  (P.  orientalis). 
o.    tlissecta.      Die   aiersehnittenblättrige.      IJIattahschnitte    hand- 
lormig-doppeltliederspaltig    oder    -schnittig   mit   lineal -lanzettförmigen 
Zipfeln. 

Chi.  hau.  das.     Koch  das.     Rktz.  Obs.  IIl.   t.  2  (P.  dissecta). 
Auf  Wiesen,    Triften  und  zwischen  Gehüscli,    auf  fruchtharem  etwas 
bumushaltigem    Boden ,     die    Spielarten    auf  niagerm    trockenem    Boden, 
ziemlich  häufig.     Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel   2  —  ä'   Loch,    lief    fiircbig.       Blätter    dicklieb,    gl.inzeiid.        Hionco    weiss    oder 

Massroseiiroth.       Griflel    langer    als    der   Fnielitlinoten.       Früchte    1 '/j'"   '""g' 

Ä.    P.  ISa3iLifrag:a.     ^tein- Bibernelle.     Untere   Blätter 

fiederscbnittig  mit  rundlich  -  eirunden  ,  eingeschnitten -gesägten  oder  ge- 
lappten Al)scbnitten;  Stengel  rund,  fein  gestreift,  oben  fast  unbeblättert; 
Früchte  eiförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  378.  Chi.  hau.  236.  Koch  Syn.  I.  316.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.89.  F.  715  — 717.  Fl.  dan.  t.  669.  Engl.  bot.  t.  407.  Uayne  Arznei- 
gCAv.  \H.   T.20. 

b.  dissecta.  Ute  xerschnittenhlättrige.  Blaltabs<hnitte  sämmt- 
lich  doppelt- liederspaltig  oder  -schnittig,  mit  lanzetlförniig-linealen 
Zipfeln. 

P.  Saxifraga  v.  laciniata  Chi.  hau.  das.     P.  Saxifraga  ß.  dissectifolia 
Koch  das.     P.  hircina  Leers  Fl.  herb.  79. 
Auf  Triften,    grasigen   Plätzen,    an   Ackcrrainen   und   Waldrändern, 
auf  sonnigem   magcrm   und    steinigem   Boden,    liäuiig.     Juli,    August.  — 
August,    September. 

Wurzel  von  krenneudseliarfem  Gesclini-iek  und  stark  riechend.  Stengel  1  —  1 'A'  toch. 
Blattabsehnitte  uiehrfueb  kleiner  als  au  A.  1.,  glanzlos,  bald  kahl,  bald  nebst  dein  Stengel 
fein  behaart.  Kronen  weiss.  Griflel  während  des  Blühens  kürzer  als  der  Friichlknofen. 
Früchte  1'"  lang.  —  Auf  sehr  niagerm  Boden  bleibt  die  Pflanze  klein  und  die  Blattab- 
sehnitte sind  fast  rund  (P.  Saxil'r.  v.  poteriifolia  KocH  das.).  Es  kommen  Übergangsformen 
zwischen    a   und   b.    vor. 

Pharntaceutisch- ülKetlicinisches.    ron  A.2.  die  frurzd 

of'fictnell  (Badi.v  Pimpinellae  alliae  v.  minoris  v.  nostratis,  bircinae  v. 
Tuagoseliui.  licxzE  fVaurcnh.  T.  XXVII.  F.  2.).  Vorwaltende  Be- 
standth.  ätherisches  Öl  und  scharfes  Hurz.  Einwendung  als  Pulver 
oder  im  ^uftjuss  als  Reizmittel.  Präparat  eine  Tinctura.  Im  Ilausge- 
hrauch  äusscrlich  ein  gutes   fVundmittel. 

OTeonontiSChe's*  Die  jungen  Blätter  von  A.  2.  als  Salat  cssbar, 
dem  Bier  einen  angenehmen  ticschtnack  tjebend,  und  die  fVurzel  den 
Brantwein  blau  färbend.  Beide  Arten  ein  nahrhaftes  Viehfutter.  Doch 
geben  Kühe  nach  häufigem  Genuss  der  fVurzel  von  A.2.  blaue  Milch. 


Berula.  IIMBELIilFERAE.  231 

13.     BERUrA.     BXinXiJE. 

Koch   in  Mert.  h.  K.   Deiitsclil.  Fl.  II.  433. 

Kelchsaum  S-zähnig.  Kronblälter  umgekohrteiruiitl,  durch 
UmbJegung  der  Spitzeausgerandcf.  Frucht  zusamniengedrückt- 
kugelig  niit  hegel  förmigem  Stengclpolster  und  zurückgesehlage- 
neu  Griffelu.  Rippen  fadenforuiig,  seitliche  vom  Rande  abste- 
hend. Rillen  vielstriemig,  mit  hedeckten  von  aussen  nicht  wahr- 
nehmbaren Striemen.  Fruchthalter  getheilt  mit  kaum  unJer- 
scheidbaren  den  Halbfrüchten  auffeivachseneu  Schenkeln.  Ge- 
schl.  Syst.  V.  2.  * 

Mi'hijähi-ige,  aufrechte,  ästige  "V^'"asserkr:iutcr.  Blätter  fledersclinittig. 
Dolden  blattgegen-  und  cndstäudig.  liülle  und  Ilüllcheu  vielblättrig. 
Kronen  weiss. 

1.    B.  aiigiistifolla.     Genteine  Berte,    Blattabscbnitte 

eirund -länglich  oder  länglich -lanzettförnug,  eingeschnitten -sägezäbnig, 
seltener  lappig;   Hüllblätter  meistens  ficderspaltig. 

Mert.  u.  Roch  Deutschi.  Fl.  II.  433.  Roch  Syn.  I.  317.  Siuni  angu- 
stifolium  LiNN.  Sp.  pl.  1672.  Chi.  ban.  2.33.  Jacq.  Fl.  austr.  I.  t.  67. 
Engl.  bot.  t.  139.     Uayxk  Arzneigew.  I.    T.  39. 

In  tiefen  Gräben,  an  Teichrändern  und  in  Brücbern,  auf  schlammi- 
gem und  sumpfigem  Boden,  häutig  und  heerdenweise.  Juli,  August.  — 
September. 

Stengel  scliluif,  Iiolil ,  l>is  •'  lioch ;  an  kleinen ,  meist  liegenden,  rankenilen  Formen  oft 
nur  .5  —  6"  lang.  Allererste  Blätter  unter  Wasser  liaurig  -  \ieltheilig.  Blattabschnitle  von 
1  y2"  lang  und  1"  breit,  oft  bis  zur  Grösse  weniger  Linien  abnehmend.  Dolden  kurz  ge- 
stielt, kurzstrablig,  flaeb.  Friicbte  aus  der  eiförmigen  bei  der  Reife  in  die  kugelige  Gestalt 
iibergebend,  alsdann  einfarbig  dunkelbraun.  —  Die  kleine  rankende  Form  (S.  angustif.  ». 
rcjiens    Chi.    han.    das.)    Arten    der    Gattung   Helosciadium    gleichend. 

14.     SlUin.     JVJEMEC. 

LiNN.    Gen.    n.  348.      Art.    ausgeschl. 

Kelchsaum  5 -zähnig.  Kronblätter  umgekehrteirund,  durch 
Einbiegung  der  Spitze  ausgerandet.  Frucht  länglich  mit  kis- 
senförmigem  Stengelpolster  und  zuriickgebog"eneuliriffeln.  Rip- 
pen fadenförmig.  Rillen  3 -striemig  mit  der  Oberfläche  ge- 
näherten Striemen.  Fruchtträger  getheilt,  frei  oder  angewach- 
sen.    Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige  Wasser-  oder  Sumpfkräuter.  Blätter  fiedersehnittig.  Dol- 
den blatt-,  gegen-  und  endständig,  zusammengesetzt  und  vielstrahlig. 
Hülle  und  Ilüllcheu  vielblättrig.     Rronen  weiss. 

1.  ^.  latifolllllll.  Gemeiner  JüerTe,  Blattabscbnitte  läng- 
lich-lanzettförmig, lanzettförmig  oder  lanzettförmig -lineal,  scharf  ge- 
sägt,   seitliche  an  der  Basis  ungleich. 

LlN^.  Sp.  pl.  361.  Chi.  han.  233.  Roch  Syn.  I.  317.  Schk.  Handb. 
I.  T.  80.  F.  666.  Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  66.  Fl.  dan.  t.  246.  Hayne  Arznei- 
gew. I.  T.38. 

An  Gräben,  Teichen  und  langsam  fliessenden  Gewässern,  gern  auf 
sandigem  Sumpfboden  und  in  dcr]>ähe  von  Salinen,  häutig.  Juni,  Juli. — 
September. 

Stengel  2  —  5'  hoch,  starr,  hohl,  markig,  eckig  gefurcht.  Allererste  Blätter  unter  dem 
Wasser  kämmig  geschlitzt  oder  dopjielt-fiederspaltig.  Blattabschnitte  bis  3"  lang,  die  schiefe 
Basis  abgerechnet  regelmässig,  ohne  lappige  Einschnitte ,  Sägezähne  fast  stachelspitzig.  Dol- 
den etwas  con\eü.  —  Variirt  mit  länglichen,  stumpf  abgerundeten  uud  mit  sehr  schmalen 
scharf  zugespitzten  BlattabscLnitten. 


232  U91BEL.MFERAE.  Bupleuruni. 

ÖTCOnoniiSChCS»  Hie  fVinicl  HHrkoiisck  wirkend  und  schädlich. 
Blätter  mit  i^ssitj  und  Öl  nls  f/esnnder  Salut  (jeniessbar  und  Gänsen  ein 
unijcnchincs  Futter. 

15.    BUPIiEURtJ]?!.    MASJEJVOMMt, 

LlNN.    Gen.    n.  3"J8. 

Kelchsauiu  iindcullieh.  Kronblälter  kreisrumllich  eingerollt 
mit  ahgestulzfer  Spitze.  Frucht  länglich  mit  flachgedrücktem 
Stengelpolster.  Kippen  fadenförmig  oder  geschäifl  oder  geflii- 
eelt.  Killen  mit  oder  ohne  Striemen.  Fruchlträgcr  frei.  Ge- 
fchl.  Syst.  V.  2. 

Ein-  (Art.  1.4.)  oder  mehrjährige  (Art.  2.  3.),  unbehaarte  Kräuter  oder 
Sträuche.  Blätter  ganz  und  ganzrandig.  Dolden  zusammengesetzt.  Hül- 
len verschiedenartig.     Kronen   gelb. 

■     F  r  11  c  h  t  c    g  c  k  0  r  n  c  1 1. 

1.    B.  tenulssiiiiunt.    JPeines  Masenohr,    Blätter  und 

Ilüllchenhlätter  lineal,  janzettlörmig  zugespitzt,  untere  Blätter  gegen  die 
Basis  verschmälert;    Bippen  körnig -gekräuselt. 

LiNN.  Sp.  pl.  343.  Chi.  han.  233.  Koch  Syn.  1.  318.  Beichenb.  PI. 
crit.  II.  1. 167.     Fl.  dan.  t.  1090.     Engl.  l.ot.  t.  478. 

Auf  trockenen  Wiesen,  an  Gräben,  Wegen  und  Seedeiehen,  auf  salz- 
haltigem Boden,  im  südlichen  Theil  des  Gebiets  ziemlich  häuflg  (Pr. 
J\ietleben,  Auleben,  Pfitzenburg,  Wansleben,  Büblingen,  Barby,  Stass- 
furt — ;  Schw.  Frankcuhausen),  im  mittlem  und  nördlichen  Theile  selte- 
ner (B.  Salzdahlum  — ;  Hn.  Ilildesheim  am  Haseder  Länderberge, 
Emden — ;  Ol.  Stollhaninier-Siel,  Eckwarder  Schafhollig,  Mürrwarden, 
Jever  beim  Marien -Siel — ;  Hl.  Heiligenhaven — ;  Mk.  Dassow).  Juli, 
August.  —    September. 

Stengel  4,  6 — 10''  liocli,  fein,  hin-  und  liergeliogen ,  nxeist  scfar  ästig,  Aste  abstellend, 
Blatter  1  —  1  V^'"  lireit,  3-nenig.  Enddoldcn  a-stralilig,  Döldclien  1,  3  — -S  -  l.liilig, 
IIüllcLenblatter   langer    als    die   Uliilcn. 

*■    Früchte    in    den    Rillen    glatt. 

9.  B*  falcatiim*  Sichelblättriges  Masenohr»  Blät- 
ter lanzettförmig,  untere  elliptisch  oder  spatelförmig;  Bippen  <ler  Früchte 
schmal  geflügelt,    Billen  3 -striemig. 

LiMs.  Sp.  pl.341.  Chi.  han.  232.  Koch  Syn.  I.  319.  Jaco.  Fl.  austr. 
II.  t.  158. 

An  Feldrainen,  auf  Hügeln  und  ZAvischen  Gebüsch,  auf  sonnigem 
Kalkstein  haltendem  Boden,  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbrcitung  am 
Harze  und  dem  Solling  erreichend,  ziemlich  häuüg.  Juli,  September. — 
Octobcr. 

Stengel  1 — '2'  hoch,  hin-  und  hergebogen,  sjierrigästig.  Blätter  o  —  7-nenig,  schwach 
sichelförmig  gebogen,  graugrün.  Blüten  klein,  Hüllcbenblätter  lanzettförmig,  fein  gespitzt, 
so    lang   als    die   Duldchen. 

3.     B.    longifoliiuii.      Iiangblättriges   MKasenohr, 

Blätter  eirund  oder  eirund -länglich,  unterste  in  den  Blattstiel  yersclmiä- 
lert,  folgende  mit  tief  herzförmiger  Basis  stengelumfassend;  Bippen  der 
Früchte  scharf,   Billen  3 -striemig. 

LiNN.  Sp.  pl.  .341.  Chi.  han.  232.  Koch  Syn.  I.  320.  Moris.  Ilij,t. 
Sect.  XI.  t.  12.  f.  4.     Camerar.  Hort.  ic.  38. 

In  Berg-  und  Vorgebirgswäldern  auf  kalkstcin-  und  basaltfelsigem 
Boden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  die  IVordgrenze  der  Gesammt- 
verbrcitung in   ^11.    an    den   Siebenbcrgeii   bei  Alfeld  und   am  Külf  liei 


oeiianthe.  IJJIBJEI^IilFERAE.  233 

Duingeii  erreichend,  ziemlich  hüuflg.  Juli,  August.  —  September,  Oc- 
tober. 

Stengel  bis  2'  hoch,  stark,  einfach  oder  oben  ästig.  Blatter  bis  4"  lang  nnil  1 '/j" 
breit,  bläulich  bereift.  Uüllchenblätter  breit  ellii.tisch,  kurz;  feingcspitzt ,  (loj.pelt  so  lang 
als    die   »öldcben. 

4.    B.  rotiindifoliuni.    IRundhlättriges  Masenohr» 

Blätter  eirund,  durchwachsen,  untere  gegen  die  Basis  verschmälert  und 
stengelumfassend;  Bippen  der  Früchte  fadenförmig,  Billen  schmal  und 
striemenlos. 

LiNN.  Sp.  pl.341.  Chi.  han.  231.  Koca  Sjn.  I.  321.  Schk.  Handb. 
I.  T.60.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  5.  Engl.  bot.  t.  99.  Hayne  Arzneigew. 
\II.  T.l  ^  ^ 

Unter  dem  Getreide  und  an  Acherrändern,  auf  kalk-  oder  mergclhal- 
tigem  Boden,  in  der  südlichen  Gebietshälfte  ziemlich  häufig  eingebürgert. 
Juni  ,  Juli.  —    August. 

Siengel  1  —  1 '//  hoch,  rfnfach,  oben  gabelästig,  weisslich.  Blätter  graugriin.  Ilüllchcn- 
blätlcr   elliptisch -rundlich  mit  »ortrcfender  Stachelspitze,    über  doppelt   so   lang  als    die  Blüten. 

ÖTCOnomiScheS»  Blatter  von  .1.  4.  zusnmtnenziehender  Kräfte  we- 
ifen nock  beim  L,andmnnn  als  fJ'nndmittel  im  Ilausfjehrmich.  Stirnen 
s iimmtl icher  ^Irten  ein  scliar/ex  und  ein  fettes  Öl  ijehend  und  für  Hühner 
und   Tauben  ein  rjutes  Futter. 

4.   Gruppe.      §ELIXI:AI:.      SElSMI.€fMn^ÄCM8E, 

Dolden  vollständig.  Frucht  im  Querschnitt  kreisrundlich.  Bippen 
fadenförmig  oder  geflügelt,  die  seitlichen  am  Bande  der  Halbfruchte  und 
bisweilen  breiter. 

I.INN.    Gen.    n.  3Ö'2. 

^  Kelchsaum  5-zä]inig.  Kronblälter  umgekehrfeirund,  durch 
Einbiegung  der  SpiJze  ausgerandet.  Frucht  birnenförmig  oder 
ciförmig-läiiglicli  mit  langen  aufrechten  driffeln.  Hippen  stumpf, 
seitliche  breiter.  Rillen  1- striemig.  Fruchthalter  undeutlich. 
Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  unbehaarte,  wasserlicbende  Kräuter.  Blätter  fieder- 
schnittig  mit  ganzen  oder  fiederspaltigen  Abschnitten.  Dolden  meist  ge- 
wölbt. Hüllen  verschiedenartig,  oft  nicht  vorhanden.  Hüllchen  vielblät- 
trig.    Blüten  vielehig,   Kronen  weiss. 

1.  Oe*  fistiilosa.  Mtöhrige  JRehendolde,  \^'urzel  bü- 
schelig mit  fadenförmigen,  länglichen  und  rübcnförmig  verdickten  Fasern; 
"V^^urzelblätter  meist  doppelt -fiederschnittig  mit  linealen,  einfachen  und 
3- spaltigen  Abschnitten;  Früchte  birnenförmig  mit  verwachsenen  Bippen. 

Liis.\.  Sp.  pl.  365.  Chi.  han.  230.  Koch  Sjn.  I.  321.  Scuk.  Handb. 
I.  T.70.     Fl.  dan.  t.  864.     Engl.  bot.  t.  363. 

An  Gräben,  Teichrändern  und  auf  "Vliesen,  auf  sumpfigem  Boden, 
häufig.     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  1  —  1 '/j'  hoch,  dick,  ganz  hohl,  an  den  Gelenken  zusaiuiuengeschnürt ,  am 
Grunde  Ausläufer  treibend.  Fiederscbniltiger  Theil  der  Bläller  kürzer  als  der  rohrige  ßlalt- 
sllcl.  Blaflabschniltc  gering  ausgebildet.  Doldchen  halbkugelig,  äussere  Blüten  männlich, 
innere    zwiticrig    und    frucbllragend. 

%•   Oe.  liaclieiialil.  MJachenals  Mehendolde,  Wurzel 

büschelig  mit  fadenförmigen  und  schmal  keulenförmigen  Fasern;  Blätter 
einfach-  oder  doppeltfiedcrschnittig,  unterste  mit  eirunden  oder  keilför- 
migen, stumpf  eingeschnitten -gesägten,  obere  mit  schmal  linealen,  spitzen 
Abschnitten;  Früchte  birnförmig  unter  dem  Kelche  zusammengezogen. 


234  IiaiBEIililFERAE.  Aethusa. 

Gmel.  Fl.  baa.  I.  678.  C1.1.  hau.  231.  Koc«  Syn.  I.  321.  Oe.  iiie- 
g;ai)olitaiia  \^'illd.  «ei-l.  Mag.  II.  297.  FI.  dan.  t.  1454  (Oc.  pinipiiielloi- 
des).     Engl.  bot.  t.  347  (.iesgl.). 

Auf  \'^'iesen  xind  Weiden,  auf  nassem  grasigem  Boden,  in  den  Küsten- 
gegcnden  der  IVord-  und  Ostsee,  hier  und  da  (//»i.  Inseln  Borkuni  und 
JXordcrnei;  Imsuni  im  Jtrenischen,  Gestendorf,  Wremcn,  Weddewar- 
den— ;  Br.;  OL;  HL;  Lb.  Möllcn  an  der  Steclienitz  — ;  Mk.  Markgra- 
fenheide,  Dassow). 

Wurzel f.i Sern  meist  hinilfadciidick  mit  untergemiseliten  starkem  ,  gegen  das  Ende  bis  zu 
2V2'"  keulenlörn.ig  verdickten  Fasern.  Höl.e  der  A.  1.  Wiirzell.latter  oft  fehlend.  Fie- 
dersclinilliger  Tlieil  der  Blätter  langer  als  der  Blattstiel.  Dolden  der  A.  1.  Bliitcn  kleiner. 
Uüllc  4  — <>-l>l:,(lrig.     Griffel  liall>  so  lang  als  die  Friielit.  —     Ändert  mit  grossem  Blüten  ali. 

3.  Oe.Phellandi'iiini.  FenchelsamigeMebendolde* 

Wurzel  spindellönnlg;  lllatler  doppelt  oder  3- faeli -fiedersohuittig  mit 
liederspaUigen  Abschnitten  und  länglieh-liiiealen  stumpfen  Zipfeln;  Früchte 
eiförmig -länglich. 

Lam.  Fl.  traue.  III.  432.  Chi.  hau.  231.  Koch  Syn.  I.  322.  Phellan- 
drium  aijuaticum  LiNN.  Sp.  pl.566.  Sch.  llandb.  I.  T.71.  Fl.  dan.  t.  1154. 
Fngl.  bot.  t.  684.     IIakne  Arzneigew.  I.  T.  60. 

In  Gräben,    Sümpfen  und  stehenden  Gewässern,   häufig. 

Wurzel  raolirenförmig  mit  feinen  Fasern.  Stengel  wurzelnd  und  oft  Ausläufer  treibend. 
Untergetanebte  Blätter  in  baarförmige  Zipfel  gefheilt.  Dolden  kurz  gestielt,  flaeb,  diel.t- 
bliilig.  Bliitcu  regelmässig.  Früchte  sämmtlicU  gestielt.  Griffel  kleiner,  halb  so  lang  als 
die    Frucht. 

c?jB  n^jERBijiejrjss, 

Pharmaceutisch-  la^edicinisches,     Samen  von  A.3.  (der 

oft  verfälscht  wird)  of'ficinell  (Semina  riiellandrii  s.  Foeuiculi  aquatici). 
Vorwaltende  Bestandth.  ätherisches  Öl  und  Extractivstoff'.  Anweti- 
dunif  in  Pulver,  Pillen,  Latwerne  und  im  Auffjuss,  t/ff/en  Brustbe- 
schwerden, Lunfjenschwäche ,  auch  Fieber,  ferner  in  Tliierkrankheiten. 
Geifuetscht  auf  fVunden  in  Uausqebrauch,  auch  innerlich  als  Thee,  wo- 
bei indessen  Vorsicht  zu  empfehlen,  weil  die  Pflanze,  wie  im  höhern 
Grade  A.  1. ,    ffiftartif/  ist. 

ÖJConomiSCheS.  A.  1.  wird  von  keinem  Vieh  nefressen.  A.  3. 
ist  frisch  ein  tjutes  Pferdefutter ,    Kühe  fressen  sie  nicht. 

19.     AETHIJSA.     GEiMM^SM, 

I.INN.    Gen.    n.   Hl. 

Kelclisaum  imdeullicli.  Kronblalter  unigekchrleirund,  durch 
Einblcffiinff  der  Spitze  ausgerandet.  Fiuclit  e^tförinig- kugelig, 
mit  dicken  scharfkieligen  Rippen,  seilliclic  breiter  und  kuiz 
geflügelt.  Rillen  1-strieuiig.  Fruchthalter  getheilt.  Geschl. 
Syst.^V.  2. 

Einjährige,  aufrechte,  unbehaarte  Kräuter.  Blätter  3- fach-fieder- 
schnitt'ig  mit  fiederspaltigen  Abschnitten.  Dolden  blattgegen-  und  end- 
ständig. Hülle  1- blättrig  oder  nicht  vorhanden.  Hüllchen  aussenseitig, 
zurückgeschlagen. 

1.    A.  Cyiiapiiini.     Garten.  Gletsse.     Ilüllchenblätter  zu 

3,  länger  als  dieüöldehen;  BlattabschniUe  rhombcnfoiinig,  doppelt-he- 
derschnittig  und  geschlitzt. 

LiiNN.  Sp.  pl.367.  Chi.  hau.  230.  Koch  Syn.  I.  323.  Schk.  Uandb. 
I.  T.72.     Engl.  bot.  1. 1192.     IIayne  Arzneigew.  I.  T.  a5. 

Auf  Gartenland  und  Ächern,  an  Schult,  Mauern  und  IIecl.cn,  auch 
in  Yorhölzcrn,  auf  frischem  humosem  auch  auf  troclinem  magerm  Boden, 
sehr  Läufig.     Juni  bis  September.  —    August  bis  October. 

Stengel  1  —  1'/.^'  Loch,    auf  humosem  Boden  big  3'  hoch,    auf  sehr  magerm  oft  nur  3— i" 


Seseli-  rJüBEIiLIFERAE.  235 

Loch  (A.  Cjii.  V.  agrcslis  CLL  Lan.  das.)-  Blätter  dunkelgrün,  untcrseils  glänzend.  Hiillc 
nicLt  vorLandcn.  Au  den  bärtig  LeraLLängenden  lanzeltlicL-linealen  HüllcLenblattem ,  dem 
scLnaolieu  ab«  eichenden  Geruch,  und  den  weissen,  nicLt  giüulicLgelben  Kronhiätlern  IcicLt 
von    der    l'etersilgc    zu    unterscheiden,    z«iscLen    der    sie    in  Gärten    Läufig   wäcLst. 

PharmaceutiSCh-JtKedicinischeSt  Für  den  Menschen  ein 
Gift,  fjetjcn  dessen  fVirkuny  zunächst  saure  Flüssiffkeiten  (Essiy,  saure 
Milch,  Ittiltermilch) ,  dann  Brechmittel  in  Anwenduntf  zu  bringen  sind. 
Zieffcn  fressen  sie;  doch  erhält  deren  Milch  dadurch  nachtheilif/e  Eir/en- 
schaften. 

Li:nn.    Gen.     n.  3(J0. 

Kelchsauui  mit  5  kurzen  dicklichen  Zähnen.  Kronljlätter  um- 
gckehrteiriind.  Früchte  eifönnig  oder  länglich,  im  Querschnitt 
kreisrundlich  mit  zurückgehogenen  Griffeln.  RiFJpen  vorragend, 
dick  und  rindig.  Rillen  l-(2— 3-)striemiff.  Fruchthalter  ffe- 
Iheilt.     Geschl.  Syst.  V.  2.  *  * 

Zwei-  (A.  2.)  oder  mehrjitlirige  (A.  1.)  meist  graugrüne  Kräuter.  Blät- 
ter ein-  oder  drei-  auch  nielirtacb-fiederschuittig.  Hülle  fast  nicht  Tor- 
handen,  Hüllclien  mehrhlättrig. 

'1.    S.  ]ti|>i>oiiiaratliriiiii.   Moss-Sesel.    Blätter  doppelt- 

oder  3-fach-liederscbniUig  mit  lein  linealen,  stachelspitzigen  Zipfeln; 
Hüllehenl)lätter  manschettenartig  Terwachsen. 

LiMV.  Sp.  pl.  374.  Chi.  hau.  280.  Koca  Syn.  I.  324.  Scuk.  Handh. 
I.  T.7ü.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  143. 

An  sonnigen  Ilügeln,  auf  l»all\steinhaltigem  Boden,  in  der  südlichen 
Hälfte  des  Gebiets  die  Nordgrenze  der  Gesammtvcrbreitung  erreichend, 
selten  (Pr.  Halle:  Bennstedt,  Kulme,  Eisleben,  Querfurt,  Aschersle- 
ben— ).     Juli,   August.  —    September. 

Stengel  1 — 1 '/2'  ''OeL ,  meist  ästig,  nebst  den  Blättern  seegriin.  UUlIc  nicht  vorhan- 
den oder  1- blättrig.  DöldcLen  conrci,  gedrungen.  Zähnchen  des  Hüllcbens,  dessen  Blätter 
bis  ^/3  verwachsen,  breit  randLäulig  in  eine  Haarspitze  ausgehend.  Kronen  weiss.  Junge 
Früchte    zerstreuet    feinhaarig. 

Ä.   S.  coloratiini.    GeJTürhter  Sesel.  Blätter  doppelt  oder 

3-facb-fiederschniltig  mit  fein  linealen,  spitzen  Zipfeln;  Hüllchenblätter 
frei,   schmal  lanzettförmig,  lang  zugespitzt. 

Ehru.  Herb.  exs.  n.  113.  Roch  Syn.  I.  325.  S.  annuum  Linn.  Sp. 
pl.373.     Chi.  ban.  229.     Schk.  Handb.  I.  T.80.     Jaco.  Fl.  austr.  T.  t.  35. 

An  Hügeln,  auf  trockenem  steinigem  oder  sandigem  Boden,  im  süd- 
lichen Tbeile  des  Gebiets,  die  Noidgrenzc  der  (europäischen)  Gesammt- 
verbreitung  am  Harze  erreichend,  ziemlich  häufig.  Juli  bis  September.  — 
Septemlier,  October. 

Hübe  der  A.  1.  Stengel  meist  einlach,  nebst  den  Blättern  bläulicligrün ,  graugrün,  oft 
röthlich.  HUlIe  bald  nicht  vorhandcu,  bald  wenig-  bald  mehrblättrig,  Uüllrhenbintter  mit 
breitem,  weissllchcm,  wimperigem  Räude,  meist  länger  als  die  fast  kugeligen  Doldchen;  Kro- 
nen  oft    röthlich. 

19.     IiIBA]VOTIS.     UMEIiJrunX,, 

Crantz.   Siirp.  austr.  222. 

Zähne  des  Kelchsaums  lang  pfriemenförmig,  ahfallcndj  übri- 
gens wie  Seseli.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Zweijährige,  hohe  Kräuter.  Blätter  mehrfach -fiederschuittig.  Hülle 
viclblättrig 

1.  1ä*  iMoiitana.  Berg'Heilwura»    Blätter  doppelt -fiedci- 


236  U]nBEl.I.IF£RAE.  Cnidiuni. 

schnittig  mit  keilförmig -rlioinliischcn  ficderspaltig-eingescliiiittcuL'ii  Al»- 
sclinitteii  und  lanzcttlörniigL-n,  kurz  gespitzten  Zipfeln;  Früchte  luirz- 
haarig. 

Allion.  Fl.  pedcm.  11.  30.  t.  (52.  Koch  Syn.  I.  825.  Seseli  Lihanotis 
Chi.  han.  229.  Atliainanta  Lihanotis  Lixn.  Sp.  pl.^öl,  Jacq.  Fl.  austr. 
IV.  t.  392.     Fl.  dan.  t.  754.     Engl.  l.ot.  t.  i;%. 

An  grasigen  Gehirgshiigeln  und  in  Waldgehüschen,  auf  felsigem  son- 
nigem Uoden,  in  der  südlichen  Gebietshälfte ,  die  Nordgrenze  des  Yor- 
kommens  in  Deutschland  an  den  Siehenhergen  hei  Hilde sheini  erreichend, 
ziemlich  liäufig.     Juli,  August. —    Septemher. 

Stengel    1 '/^  —  4'  hoch,  stark,    an  der  Basis  seliopfig,    eckig,    stark  gefurtlit ,    selten  etwas 

beliaarl.        lilatter    gross,     nnterseits    grangrün,     mit    ansgesperrlen    Abseliiiitlen    nnil     an  ileren 

Spitzen  lieralilaiifend-ZHsauiinenflicssemlen  Zipfeln.  Dolden  gross,  reicliblUtig.  Kronen  »ciss 
oder   rollilicli. 

90.     CIVIllIU]?!.     BBX]¥]¥J90X,nX:, 

Cass.    Mem.    soo.    med.    par.    178-2.     p.  "iSO. 

KelchsauDi  umleiillicli.  Kronl)läl(cr  uiiigekclirlcii'iin(l,  tlurcli 
Einbiegung  der_  Spitze  ausgerandet.  Frucht  iui  Quersclinilt 
krcisnintllich  mit  dünnhäutig  getlügelten  Rippen.  Killen  1- 
striemig.    Fruchthalter  frei.     Geschl.   Syst.  V.    2. 

Ein-  oder  mehrjährige  (A.  1.)  Rriiuter.  Blatter  ein-  oder  mehrfacii- 
Jiederschnittig.  Hülle  verschiedenartig.  Hüllchen  mchrhlättrig.  Kronen 
weiss. 

1.  C  %'enosiiin.  Aderige  Brenndolde.  Blätter  dop- 
pelt-fiedersclmittig  mit  2  —  3 -spaltigen  oder  ganzen,  linealeu  Zipfeln, 
Scheiden  länglich,    untere  schlaft",  obere  den   Stengel  einhüllend. 

Koch  Umb.  199.  Syn.  I.  327.  Chi.  han.  228.  Selinum  sylvestrc  LiNN. 
Sp.  350.  (nach  Fkies).  S.  lineare  Wahleab.  Fl.  suec.  I.  169.  Seseli  veno- 
sum  HoFFM.  Fl.  germ.  I.  217.  S.  dubium  Schk.  Ilandb.  I.  217.  T.  80. 
F.  698. 

Auf  "\Yiesen  und  grasigen  Waldplätzen,  auf  sumpfigem  oder  feuchtem 
Boden,  hier  und  da  durch  das  Gebiet.     August,   September. —   Octobcr. 

Stengel  1  —  ll/j'lioch,  einfach,  steif  anfrceht,  untere  Blätter,  der  langen  schlaffen  Schei- 
den «cgeii,  wie  welk  herahliängend ,  hellgrasgrön ,  Zipfel  durchscheinend,  «jueraderig  und 
punctirt,  am  Bande  fcinsägeiahnig- scharf.  Hüll-  und  Ilüllchcnblatter  horstcufurmig,  Döld- 
chen   stark   conici. 

«1.     Sil.  AUS.     »EJjJLtr, 

Besser   in    Rom.    Schult.    Sjst.    vcg.    M.   3Ü. 

Kelchsaum  undeutlich.  Kronblätter  umgekehrteirund -läng- 
lich, in  eine  eingeschlagene  Spitze  verschmälert  zusammenge- 
zogen. Frucht  im  Querschnitt  kreisrundlich  mit  etwas  geflügel- 
ten Kippen.  Killen  vielstriemig.  Fruchthalter  gctheilt.  Geschl. 
System   V.  2. 

mehrjährige,  unbehaarte  Kräuter.  Blätter  mehrfach -liederschnittig. 
Hülle  wenigblättrig  oder  nicht  vorhanden.  Hüllchen  vielblättrig.  Kro- 
nen blassgelb  oder  grünlich. 

1.    S.  pratensis.     Jf^iesen- Silau.    Blätter  doppelt-  bis  4- 

fach -liederschnittig  mit  lanzettiich  -  linealen,  stachelspitzigen  Zipfeln, 
Scheiden  kurz  -stcngelumfassend. 

Besser  in  Böm.  Schult.  Syst.  veg.  YI.  36.  Koch  Syst.  T.  329.  Cnidiuni 
Silaus  Chi.  han.  228.  Peucedanum  Siiaus  Linn.  Sp.  pl.354.  ScHK.Uandb. 
I,  T.  79.  F.  638.  Jaco.  Fl.  austr.  1. 1.  15.  Engl.  bot.  t.  2142.  Hayne  Arziici- 
gew.  XI.  T.  5. 

Aufwiesen,  auf  humushaltigcm  frischem  oder  feuchtem  Boden,  häu- 
fig.    Juni,  Juli.  —   August,  September. 


IVeuui.  riHBEIililFERAE.  237 

Stengel  an  der  Basis  schopfig,  2  —  3'  hoch,  atifrecLt,  abstehend  ästig,  Aste  lang  und 
diinn.  Scheiden  kurz.  Hülle  meist  2-l>läilrig.  Dolden  etnas  concav.  Doldchen  conrei. 
Hroniilatirr  blassgelh.  —  lui  Gesammfanselicn  und  den  ßlältern  nach  dem  Cnidium  Tenosiim 
ähnlich.  —     Wnrzcl   und  Samen  aroiuatisch  riechend   und  letztere  scharf  gewürzhaft  scfanieckend. 

««.   ]?iEU]?i.   nÄnxwwunx, 

TOURNEF.    Inst.    312.     t.    165. 

Kelchsaum  undeutlich.    Kronblätter  ganz,  elliptisch;  übrigens 

wie  Silaus.  ,    /.    ,        i    .    . 

Mein  jährige,    unbehaarte    Kräuter.  Blätter   mehrfach -ncderschnittig. 

Hülle  last  nicht  vorhanden.  Hüllchen  vielhlättrig.  Kronen  weiss  oder 
purpurn. 

1.   I?I.  atliaiitaiiticiiiu.    Gemeine  Bärenwur«.  Blätter 

mehrfach -liederschnittig  mit  ficderspaltig- vieltheiligen  Ahschnitten  und 
fast  quirligen,    haarförmigen  Zipfeln. 

Jaco.  Fl.  austr.  IV.  2.  t.  303.  Chi.  han.  227.  Koch  Syn.  I.  329.  Atha- 
manta  Meum  Linn.  Sp.  pl.  353.  Aethusa  Meuni  Murr.  Syst.  veg.  287. 
Hayne  Arzneigew.  VII.   T.  12. 

Auf  Gehirgs-  und  ßergwiesen  und  Triften,  auf  frischem  humosem  Bo- 
den (Hn.u.Br.  am  Harze,  die  ]>ordgrenze  der  (europäischen)  Gesamnit- 
vcrlireitung  erreichend,  häufig.  Hs.  am  Hirschherge  l»ei  Gross -Allme- 
rode  oben  auf  den  Wiesen  vor  dem  Holze).  Juli,  August.  —  Septem- 
ber,  October. 

Stengel  '/.^ — 1'  hoch,  an  der  Basis  langfaserig- schopfig.  Scheiden  eirnnd  -  länglich, 
kurz.  Blätter  grasgrün,  aus  kurzen,  dicht  stehenden,  fadenförmigen,  spitzen  Zipfeln  zu- 
sammengesetzt, untere  lang  gestielt,  ohere  auf  den  Scheiden  sitzend.  Dolden  uiiltelgross, 
conver.  Blätter  der  Hüllen  und  Hüllchen  lineal- fadenförmig.  lironhlätter  gelblich-  auch 
wohl  rüthlicfaweiss.  —      Die   Wurzel   aromatisch    und   reizend. 

GM  imnBriCHMS, 

öle  anomisches*  Die  ßVwzel  ätherisches  Öl  nnd  Harz  enthaltend, 
bei  den  Gebiifjsbewohnern ,  in  den  Brantwein  ffclerjt,  als  magenstürken- 
des  Mittel  selir  beliebt.     Ausserdem  als    Thierarzn'ei  im  Uausfjebrauch. 

5.   Gruppe.     ABfOELlCEAE.     A]¥  GJEX,IKAGMUÄ  CMSE. 

Dolden  vollständig.  Frucht  von  hinten  und  vorn  plattgedrückt.  Mitt- 
lere 3  Hippen  geflügelt  oder  fadenförmig,  seitliche  doppelt  breiter  ge- 
flügelt und  von  den  übrigen   abstehend.     Fruchtträger  frei  und  getheilt. 

«3.     SEIil^UITI.     SJXCfJB. 

LllVN.    Gen.    n.    3.37.       Art.    ausgescbl. 

Kelchsaum  undeutlich.  Kronblätter  umgekehrteirund,  durch 
Einbiegung  der  Spitze  ausgerandet.  Fugenfläche  zu  einem  hiel 
verschmälert,  Rippen  häutig  -  geflügelt.  Killen  l-s!rieuiig,  äu- 
ssere   oft  2-striemig.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  unbehaarte  Kräuter.  Blätter  mehrfach -fiederschnittig. 
Hülle  armblättrig.    Hüllchen  vielblättrig.     Kronen  weiss. 

1.    S.  Car^ifolia.    Kümmelblättrige  Silge,    Blätter 

mehrfach -fiederschnittig  mit  fiederspaltigen  Abschnitten  und  lineal -läng- 
lichen stachelspitzigen,    fein -sägezähuigen  Zipfeln. 

LiNN.  Sp.  pl.  aJO.  Chi.  han.  227.  Koch  Syn.  I.  330.  Schk.  Handh. 
I.  T.  79.  F.  636.     Jaco.  Fl.  austr.  I.  1. 16.     Fl.  dan.  t.667. 

In  schattigen  V^^äldern,  Gebüschen  und  auf  V^'aldwiesen,  auf  humus- 
haltigem  feuchtem  auch  wohl  sumpfigem  Boden,  ziemlich  häufig.  Juli, 
August.  —    September. 

Stengel    2  —  3'  hoch,    kantig- furchig   mit    scharfen    unter   den  Gelenken   fast   flügelartigen 


238  UHBEMilFERAE.  Ostericum. 

Kanten.  ßlaltcr  grasgrün.  Slralilon  iUt  Dnltlrn  auf  ilcn  inncrn  Kanten  etwas  feinhaarig. 
KronliL-itter  Ijisweilcn  aussen  rütliliclj.  —  rriscli  von  cUirclidringendem  Geriicb,  der  sich  ge- 
Irochni-t    verliert. 

A4.     OSTERieill?!.     MUTTXnjTUnZ, 

IlOFFM.    Umb.    gen.     1(J4. 

Kelchsauin  5-ziibnig.  Kronlilälfer  rundlich -umgckclirtlierz- 
förmiß'  mit  eingeho^cner  Spitze.  Frucht  zusainniengedrückt. 
l>rei  Mittelrippca  fadeijföi-niiff  kiclrandig,  2  scilliclie  hreitflü- 
sreliff,    alle   innen    röhriff.      Itillcn    hedcckt  l-stricniiff.  Gesehl. 

Syst!  V.  2.  ^  ^ 

Mdirjülirig«;  Kr;iutcT.  lUältw  iiielirrafli- ficdcrspaltig.  llülk-  arnihlät- 
trig,    llüllchi-n  vicll>l;i(trig.     Kronen  Mciss. 

*1.     O.   palustre.     Sumpf  -  Mutterwurz,     RläUor  3—5- 

fach-fietlcrschnittig,  Absclinilte  lierzförniig- eirund,  grob  gekcrbt-sägc- 
ziihnig,    säninitlicli  getrennt  und  gesliclt. 

Bess.  Enuni.  \^^.  volb.  94.  Koch  Syn.  T.  331.  Reichenb.  PI.  crit.  V. 
t.  402.  O.  pratense  IIoffm.  Unib.  gen.  164.  Angeliea  pratensis  M.  Bie- 
BERST.  Cat.  bort.  Gor.  1812. 

Auf  "V^'iesen,  auf  feucbteni  oder  sumpfigem  Boden,  im  südlicben  Ge- 
lüetstbcile  die  Nordwestgrenze  der  Gesamnitverlireitung  erreicliend,  sebr 
si'llen,  al»er  dann  meist  bäuüg  (Pr.  Halle:  Osendorf  gegen  dem  Dreier-, 
bause  über,  ]>ei   Canena,  Alperstedt).      Juli,  August.  —    September. 

AViichs  und  Gesammtansehen  einer  Angeliea.  Stengel  his  4'  liocli.  Blatter  iiuterseits 
und  am  Rande  der  Blattstielverästungen  scharf.  HüUchenblälter  lanzett  -  pfriemenfiirniig. 
Kruuhlattcr    in    einen    ]>agel    verschmälert.       Früelifc   bräunlichgrün,    roctallartig   scbimroernd. 

95.     ANGEIilCA.    j±NGJEI>IKA, 

LiNN.    Gen.     n.  347.       Art.    ausgeschl. 

Kelclisaum  undeutlich.  Kronhlälter  lanzetlföruiig,  zugespitzt, 
gerade  oder  cingehogcn.  Fugeniläche  sehr  schmal.  Drei  Mit- 
fclrippeu  vorragend,  fadenförmig,  2  seilliche  geflügelt.  Rillen 
3 -striemig.    Gesehl.  Syst.  V.  2. 

Zwei-  oder  mebrjiibrige  (A.  1.),  bobc  Kräuter.  Blätter  mebrfacb-fie- 
dersebnittig  mit  breiten  Abscbnittcn.  Dolden  end-  und  blattwinl.elstnii- 
dig.     Hülle  niebt  vorbanden  oder  einzeinblältrig,    Ilülliben  vieiblättrig. 

1.    A.  sylvestris.     Wald-Angelilca,    Blätter  d<,ppelt-  bis 

3- facli-fiederscbnittig,  Abscbnitte  eirund,  zugespitzt,  ungleieb  sebarf  ge- 
sägt, endständig,  meistens  ganz;  obere  Blatlscbeidcii  bcu(elig  aufgeblasen. 
LiNN.  Sp.  pl.  361.     Cbl.  ban.  226.     Koch   Syn.  I.  331.     Schk.  Uandb. 
I.  T.68.     Engl.  bot.  t.  1128.     IIayne  Arzneigew.  \II.  T.  9. 

b.  niontana.  JJte  bergständige.  Höber,  Blattabscbnitte  eirund- 
länglieb  o«ler  lanzettförmig,  endständiges  bäufig  3 -lappig  mit  keilför- 
mig berablaufender  Basis. 

A.  sylvestris  v.  montana  und  v.  longifolia  Cbl.  ban.  das.     A.  monCana 
Koch  das. 
An    den  Ufern   von  Flüssen,    Bäcben   und  Tcicben,    aucb  in  Waldun- 
gen und  "V^^-ildwiesen,  auf  feucbteni  aucb  sumpfigem  Boden,  sebr  häufig; 
die  Spielart  in  Bcrgwaldungen  (Harz,  Solling,  Wesertbalwaldungen)  nicbt 
selten.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  2  —  4'  hoch,  stark,  röhrig,  oft  fein  behaart  und  vveissllcb  bereift.  Blätter 
bald  mehr  bald  weniger  sehärflich  ,  obere  auf  den  rundlichen  Seheiden  sitzend.  Blattabsehnitte 
meistens  von  regelmässigem  Umfange.  Dolden  gross,  geuölbt.  Hiillehen  so  laug  als  die 
Doldchen.  Kronblätter  vveisslich,  unrein  rothlieh  oder  gelblich.  Die  Spielart  bis  6'  hoch, 
straff,  mehr  l;ahl  und  meist  unbercift.  Blatfsubsfanz  slärl>er.  Ausser  dem  Eudabschnilt  der 
Blätter   oft   auch   das   folgende    Paar  keilig   in    den   Blattstiel    herablaufend. 


Archaiigelioa.  USIBELIilFERAE.  239 

JPharmaceutisch-JSteaicinisches.    fT'urzel  nudSamc  um- 

»och  zur  hereitutifj  von    Tliterarznei  im   Gebvtnich. 

VechniSChiBS*  Blätter  mit  fj'issmiith  vorbereiteter  fVollc  eine 
gelbe  Farbe   verleihend. 

UOFFM.     Umb.    I.     168. 

Kelchsaimi  5  -  zähniff .  ^  Kronblätter  elliptisch,  ganz,  zug-c- 
spitzt  mit  einffel)Ogener  Spitze.  Fiigenfläche  schmal.  Drei  Mittel- 
rippen dicklich  mit  tliigelarlie:cm  Kiel,  2  seitliche  hreit  getliigelt. 
Fruchtschale  lose.  Samenschäle  vielstriemig.   Geschl.Syst.  V.  2. 

Mebrjähi'ige,  hohe  Riüiiter.  Blätter  mchrfach-fietleischiiitlig  mit  lirci- 
ten  Abschnitten.  Dolden  end-  nnd  blattwinlielständig.  Uiille  fast  niclit 
vorhanden,    Ilüllchen  lialbirt,    vielblättrig.     Kronen  >veiss   oder  grünlich. 

1.    A.  litorali!^.    Küsten -MngeltLurx,    Blätter  doppelt- 

bis  3 -fach -fiederschnittig.  Abschnitte  eiruntl- rbonibenlorniig,  ungleich 
sägezähnig,  endständige  3- lappig  nnd  iheilig  herablaufend;  Ilüllchen  nebst 
den  Strahlen  scharflich- zarthaarig,  halb  so  lang  als  die  fast  kugeligen 
Döldchen. 

Fries  Fl.  hall.  52.  De  Cand.  Prodr.  IV.  170.  A.  Archangelica  v.  li- 
toralis  Chi.  hau.  22.5.  A.  officinalis  Kocu  Svn.  I.  332.  III.  1024.  Engl, 
bot.  t.  2561. 

An  den  Ufern  des  Auslaufs  der  Flüsse  in  die  Nord-  und  Ostsee,  und 
auf  den  Inseln  jener,  auf  sumpfigem  Boden,  häutig  und  oft  heerdcn- 
^veise,  von  dort  ab,  in  abnehmender  Uäufigkeit,  an  den  Flussut'ern  bis 
Hannover  und  Braunscbweig,  dann  als  südlichstes  Vorfcomnien  noch  ein 
Mal  östlich  vom  Harze  in  Pr.  an  der  Bodc  bei  Stassfurt  und  bei  Egeln, 
■Nviovobl  sparsam  auftretend.      31ai,  Juni. —    Juli,  August. 

Stengel  6,  8—10'  hoch,  au  <Ut  Wurzel  off  2  — 'i'/j"  stark,  bänfig  nel.sl  den  blatl- 
arligen  Theilen  rotlihraun  angelaufen  und  bläulieh  bereift.  Dolden  bis  zu  10"  im  Dureh- 
inesscr  haltend.  Rronblätter  weisslich,  schwach  gelblichgriin,  seltener  unrein  rolhlich.  — 
Die  AVurzel  riecht  angenehm  aromatisch.  Über  die  zweifelhafte  specifische  Verschiedenheit 
von  A.  officinalis  vergl.  Chi.  hau.  a.  a.  O.  und  EhRII.  Bcitr.  III.  33.,  der  unsere  Pflanze 
Angelica  sativa  officinalis  nennt,  indem  er  hinzufügt,  man  könne  sie  ihrer  Riesengrösse  wegen 
bald  für  A.  atropurpurea  L.  ballen.  A.  atropurpurea  WiLLD.  Enum.  bort,  berol.  331.  scheint 
nach  lebenden  Exemplaren  aus  dem  Berl.  Gart,  (die  hier  nur  grünliche  Kronblätter  zeigen) 
von  unserer  Küstenpflanze  nicht  verschieden.  —  Eine  andere  Archangelica  als  diese  wächst 
im    nördlichen    Deutschland   nicht. 

GJEWURBJLICHEIS. 

:PharntaceUtiSch- UKediciniSCheS,  Die  fVurzel  (am  kräf- 
tigsten im  Frühjahr  des  zweiten  Jahrs)  ist  of'ficinell  (Radix  Angelicae 
sativae  Ulsze  ßVaarenh.  t.XXVI.  F.I.).  f'orwaltcnde  Bes  tandth. 
ätherisches  Ol  nnd  Harz.  j4nwendung  in  Pulverform,  in  Pillen  und 
im  Aufguss ,  als  eins  der  vorzüglichsten  einheimischen  Reizmittel;  im 
Ilausgebrauch  ein  magenstärkendes  Mittel.  Präparate  sind:  Extractus 
Aug.,    Tinctnra   Ang. ,    Spiritus  Ang.  compositus   s.  theriacalis. 

technisches.  Die  fVmzel  ein  ätherisches  Öl  (nach  Raybavd 
ans  100  Pf.  trocii.  fVurz.  4'/2  Unze),  ein  Balsamharz  und  einen  geisti- 
gen,   den  Brantwein  veredelnden,    Stoff  liefernd. 

e.  Gruppe.     PEÜCEDANEAE.   JBEAARSTRAXGGMIVÄCMSjE, 

Dolden  vollständig.  Früchte  linsenähnlich  zusammengedrückt,  ringsum 
durch  die  fest  an  einander  liegenden  2  Seitenrippen  breit  einflügelig  oder 
dickrandig  eingefasst.     Mittlere  3  Iliefcn  fadcuförmig,  oft  kaum  sichtbar. 


240  VinBElililFERAl!.  PeuoedAnnm. 

«9.     PEUCEMAIVU]?!.    MJLAMSVnAJVG» 

Koch    Umb.    9i. 

Kel«^hsauin  5-z;ilinIa;,  seltener  fast  zahnlos.  KronbläHer  uingc- 
kehrtehund  und  in  eine  eingehogene  Splfzc  zusammengezogen. 
Frucht  mit  breitem  glattem  Rande.  Mittlere  Rippen  gleiehweit 
von  einander  entfernt,  seitliche  in  den  Rand  id>ergchend.  Ril- 
len 1  — 3-striemig.     Fruehthaller  getheilt.    Geschl.  Syst.  V,  2. 

Mehl  jährige  Kräuter  mit  mehrlach  3- schnittigen  oder  mehrfach  fieder- 
schnittigeii  Blättern.  Dolden  endständig.  Hülle  verschiedenartig,  Ilüllchen 
viclhlätlrig. 

f    Die     Striemen    «ler    Fiigcnflaclic     lon     aussen     sichH>ar. 

f.    P.  officinale.    jAraneilicher  Maarstrang,  Blätter 

viell'ach-3-schnittig.  Abschnitte  lineal,  nach  Leiden  Seiten  verschmälert; 
Hülle  meist  3-blättrig,  ahlallig;  Fruchtstiele  2—3  Mal  so  lang  als  die  Frucht. 

LiNN.  Sp.  pl.  aj3.  Chi.  han.  22:}.  Koch  S>n.  I.  333.  Scuk.  Handh. 
1.  T.  63.     Engl.  bot.   1707.     Ha\i\e  Arzneigew.    MI.  T.  4. 

Auf  "Vliesen  und  an  Waldrändern,  auf  humushaltigem  Boden,  im  süd- 
östlichen Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  des  Vorhommens  in  Deutsch- 
land zwischen  \^'^olfenbüttel  und  Braunschweig  erreichend,  ziemlich  häufig. 
Juli,  August.  —  September. 

Wurzel  liis  2'  lang,  1 '/j — 2"  stark,  scliopfig,  scliwarzlirann,  innen  gelb.  Stengel  3 — 
4'  boeli,  gestreift.  Aeste  selilank.  BUttabscbnitte  1'//"  breit,  oberste  3  fast  sitzend, 
etwas  starr,  an  den  untern  Blattern  oft  bangend,  oberseils  matt  glänzend.  Dolden  gross, 
locber.       Hiillcbcn    borstlieb.       Kronblalter   blassgelb.      Frucbt    oial. 

Ä.  P.  Iniperatoria.  JIKeisterwurz-Maar sträng,  Blät- 
ter doppelt -3-schnittig,  Abschnitte  breit  eirund,  doppelt  gesägt,  seitliche 
ungleich  2-lappig  oder  ganz,  endständige  3-lappig  ;  Hülle  1-blättrig  oder 
nicht  vorhanden. 

Impcratoria  Ostruthium  Linn.  Sp.  371.  Chi.  han.  225.  Koch  Syn. 
I.  336.  ScHK.  Handb.  I.  T.  74.  Engl.  bot.  t.  1380.  Hayne  Arzneigew. 
Yll.  T.  15.  Selinum  Impcratoria  Crantz  Stirp.  austr.  174.  Peucedanum 
Ostruthium  Koch  Fmb.  95. 

An  Hecken  in  der  IVähc  von  Wohnungen  am  Oberharzc,  auf  hnmo- 
sem  Boden,  verwildert  (//u.  Altenau,  Borkenhrug,  Königshof;  Br.  Braun- 
lage;   Pr.  Schierhe). 

Wurzel  dick,  braun  und  milcbcnd.  Stengel  4 — 6'  Loch,  Blattabscbnitle  bis  3"  breit, 
endständige  bald  keilförmig  in  den  Blattstiel  verschmälert,  bald  mit  den  seitlichen  Ab- 
schnitten zusammenlaufend  und  dann  rundlieb.  Dolden  gross,  flach  bis  80-strahlig.  Frucht 
last   kreisrund,    strohgelb. 

3.  P.  CJervarla.   Birsch-MMaarstrang,  Blätter  3-fach-fie- 

derschnittig,  Abschnitte  eirund-rhombenförmig,  stachelspitzig-sägezähnig, 
untere  sperriglappig-ciiigeschnitten,  obere  zusammenlliessentl,  Hülle  viel- 
blättrig;  Striemen  der  Fngenlläche  parallel. 

Lapeyr.  Ilist.  abr.  d.  Pyrcn.  149.  Chi.  han.  224.  Koch  Syn.  I.  334. 
Athamanta  Cervaria  LiNX.  Sp.  pl.  352.  Schk.  Handb.  I.  T.  79.  f.  641. 
Jaco.  f.  austr.  I.  t.  69. 

Auf  Bergwiesen  ,  Triften  und  in  lichten  Waldungen,  auf  troehenem 
felsigem  oder  steinigem  Boden,  in  der  südlichen  Gebietshälfte,  die  Nord- 
grenze der  Gcsammtverbreitung  am  Kronsberge  bei  Hannover  erreichend, 
häufig.     Juli,    August.  —  September. 

Wurzel  scbopfig.  Stengel  bis  3'  hoch,  gerieft,  oben  meistens  3-theilig.  Blattabschnilte 
derb,  fast  lederartig,  bell  graugrün.  Dolden  gross,  flach  mit  inwendig  schärflichcn  Strah- 
len.      Hüllchen    von    der   I.änge    der   Döldchen.       Kronen    weiss,    bisweilen    röthlich. 

4.  P.  Oreoi^elinnni.  Berg-Itaarstrang.  Blätter  3-fach- 

fiedcrschnittig    mit    mehrseitig    knichbogig- ausgesperrten    Blattstielästen, 


Anethum.  r]IIBEl.IiIFERAE.  241 

Altsclinitte  unifcekelirteiruud-lieilig,  eingeschnitten -sägezälmig,  untere  fie- 
dcrspaltig:    Hülle  rielblättiig;    Striemen  der  Fugenfläche   bogenförmig. 

Mönch  Metli.  82.  Cl.l.  lian.  224.  Koch  Sjn.  1.335.  Athamanta  Oreo- 
selinum  Lian.  Sp.  pl.  352.  Scuk.  Ilandb.  1.  T.  64.  Jaco.  Fl.  austr.  I. 
t.  68.     IIayäe  Arzneigevv.  TU.  T.  3. 

lii  liebten  Gebölzen,  zwischen  Gebüsch,  auf  Triften,  auch  an  Fluss- 
ufern, auf  hügeligem  sonnigem  auch  sandigem  Boden,  durch  das  ganze 
Gebiet  hier  und  da,  und  mit  dessen  nördlicher  Grenze  die  Nordgreuzc 
der  Gesammtverbreitung  erreichend.     Juli,   August.  —    September. 

Wurscl  scilopfig.  Sieiigcl  bis  3'  liocb ,  gerieft.  A'erSsliingcn  der  Blatter  nach  »erschie- 
Jeneii  Rioliluiigcn  aiiseiiinnilcrgespeii  t.  Blaltabsclinltlc  derli  uiit  l;norpelig- weissen  Spitzen 
der  nnterseits  nctzaderlgen  Zipfel.  Doldcnbildiing  der  A.  2.  Fruelit  mehr  kreisrund.  Kro- 
nen   weiss. 

j-j-    Striemen    der  F  ii  g  e  n  f  1  ii  t  he   bedeckt. 

3.  P.  paliistre.  Suntpf.Mt aar  sträng.  Blätter  3— 4-fach- 

fiederschnittig,  Abschnitte  tief  fiederspaltig  mit  lineal- länglichen,  stumpf- 
lichen  oder   spitzen,    am  Bande    schärflichen  Zipfeln;    Hülle  vielblättrig. 

Mönch  MeUi.  82.  Chi.  hau.  224.  Thysselinum  palustre  Hoffm.  Umb. 
gen.  I.  154.  Koch  Syn.  I.  336.  Selinum  palustre  Linn.  Sp.  pl.  350.  Fl. 
dan.  t.  257.     Engl.  bot.  t.  229.     S.   sylvcstre  Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  152. 

Auf  \'^'iesen  und  lichten  Waldplätzen,  auf  nassem  oder  sumpfigem 
Boden,  auch  an  Fluss-  und  Teichufern,  häufig.  Juli,  August.  —  Sep- 
tember. 

Wurzel  milchend.  Stengel  3  —  5'  hoch,  abstehend  -  astig.  Blätter  sehr  gross,  untere 
oft  bis  6 -fach- fiederschnittig,  Blatlabschnilte  im  Umfange  dreieckig,  Zipfel  ganz  oder 
2  —  3  -  theilig.       Dolde    gross,    >ollslrHhlig,    conves.       Frucht    oval. 

Phamiaceutisch.Meaicinisches»    f'on  A.  2.  die  fVurzel 

officinell  (Badi\  Iniperatoriae  albae  KUXZE  fVaarenk.  T.XXf^II.  F.I.). 
f^oriv a  Itende  Be s  tan  dth.  Iinperatorin  (verfjl.  HliAyD.  Archiv  X.\Xf'II. 
344 — 859).  Anwendunij  in  Pillen,  Pttlver  und  im  Auf'fjtiss ,  äuxser- 
lich  in  Salben  ,  als  ein  vorzi'ifjliches  Reizmittel,  f'on  Art.1.4.  u.  5.  die 
fVurzel,  von  A.3.  fVtnzel  und  Früchte,  sämmtlich  ätherisches  Ol  ttnd 
harzitjen  Stoff'  enthaltend,  meistens  nur  noch  zur  Thierarzneibereitunr/  im 
Gebrauch;    doch  ist  A.4.  auch  in  die  Pharmac.  hanov.  aufgenommen. 

»8.     AJ¥ETHUI?I.     JtMIiIi. 

TOURNEF.   Inst.    317.     t.  69. 

Kelchsaum  undcutlicli.  Kronhlättev  riiiidllcli,  eingerollt^  mit 
vieiecliigem  Zipfel.  Frucht  mit  breitem  plattem  Rande;  mitt- 
lere Rip'pen  gleich  weit  von  einander  entfernt,  scharf  gekielt, 
seitliche  undeutlich  und  in  den  Rand  verlaufend.  Rillen  1-strie- 
mig,   Striemen  die  Rille  ganz  ausfüllend.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige,  unbehaarte  Kräuter.  Blätter  mehrfach  -  fiederschnittig. 
Keine  Hülle  und  Hüllchen.     Kronen   gelb. 

1.  A.  graveoleili^.  Gemeiner  JOill.  Zipfel  der  Blatt- 
abschnitte lang  lineal -borstenförmig;    Frucht  elliptisch. 

Linn.  Sp.  pl.  377.  Chi.  han.  223.  liocu  Syn.  L  337.  Schk.  Haudb. 
I.  T.  77.     Ha\nf,  Arzneigew.  \TI.  T.  17. 

An  Schutt  und  "V^'egen  in  der  INähe  von  Wohnungen,  und  auf  salz- 
haltigem Boden,    hier  und  da  verwildert. 

Stengel   2  —  3'   hoch,     nebst    den    fädlicb  -  zcrlhi-ilten   Blallabschnitten    meergrün. 

GMU^JERBZ-ICMMS. 

JP harntac cutis ch-Medicinisch es.    Kraut  und  Samen  of'fi- 


242  rMB£I.I.IFEKAE.  Pnstinaca. 

cinell  (Ilcil.a  rl  Semen  Anetlii).  Vorxvullcnde  Itc.ttandth.  iiihert- 
sclies  Öl  (nach  B.IHTELS  8  Vnicn  in  '48  Pf.  troch.  Snmen).  .tnwcu- 
dunff  in  Pulverform  und  yiufffuss  ,  als  qcliud  reizendes ,  kramp f<itillen- 
des,  milchförderndes  Mittel,  meistens  jedoch  zur  Thieranneibereilunff  im 
Gebrauch.  Präparate  sind  Aqua  und  Oleum  acllieieum,  auch  Oleum 
AiieHii  coetum. 

Öle  anomisch  es,     Als  Gewürz   im    Ifausijehrauch. 

«».     PASTI]\ACA.     PASVIJVA^K. 

I.INN.    Gen.     n.  3(i~. 

Kclchsaiiin  undeullicli  ojlcr  kleiiizäliiiig.  Ki-onl»läUer  rund- 
lich eingerollf.  Frucht  mit  l)rcitcin  pluKeiu  Kandc  Mllllcre 
Rippen  sehr  feinfädig,  sciliiche  neiter  ahslehc'iid  in  den  Itaiid 
üherfi;ehend.  Rillen  l-sli'ieuiig,  Striemen  so  lang  als  die  Ril- 
len. ^Geschl.  Syst.  V.  2. 

Zweijährige  Kräuter  mit  oft  spindelförmiger,  tleiscliiger  Wurzel. 
Blätter  fie«lersclniitt!g.  Hüllen  und  Hüllclien  entweder  nielit  vorbanden 
oder  Avenigltlältrig.     Kronen  gell). 

1.  P.  Sativa.  Gemeine  PastinaJC,  Blätter  oherseits  glän- 
zend, unterseits  weicliliaarig;  Blattal>Ncliiiitte  eirund  -  länglieli  oder  läng- 
lich, her])ig-sägezähnig,  seitliche  meist  an  der  Basis  lappig,  obere 
3- lappig. 

LiNiv.  Sp.  pl.370.  Chi.  ban.  2-23.  Koch  Syn.  I.  337.  Schk.  Handb. 
I.  T.77.  Fl.  dau.  t.  12fK5  Engl.  bot.  t.  556.  IIavne  Arzneigew.  VII. 
T.  16. 

Aufwiesen,  an  Waldrändern  und  Wegen,  auf  leichtem  trockenem 
Boden,    ziemlieb  häufig.     Juli,    August.  —    September. 

Slcngcl  1 — 2'  liocli,  eckig -gcfurolit,  meislens  ^  -  tlieilig.  SeiHid.e  Dlattabschnaic  an 
«Ici-  untern  Hälfte  breiter,  1-  oder  n]elnla|ipig,  aucL  »olil  gleic'li  den  pndstäniligen  3-la|i- 
j)ig.       rriiclife    oval,     nnrein    stroligelli ,     FugenQaclic    2  -  striemig. 

GJEnJEJRBriCHSS. 

ÖkonotnischeS'  fUe  ff'urzel  (jedoch  meistens  der  cultivirten 
Pflanze)  des  süsslichen ,  fjeviiirzhaften  Geschmacks  werfen,  als  Gemüse 
beliebt  und  ein  treffliches  ß'iehfutter.  —-  Schädliche  ßf'irkunfjen ,  die 
man  beobachtet  haben  will  (?laq.f.Pharmac.XX.305)  scheinen  auf  f^er- 
wechseltinifcn  zu  beruhen. 

30.     H£RAeiiEU]?I.     nÄnMNKMjA.U. 

LiNIV.    Gen.     n.    '^iS. 

Kclchsauni  ö-zähnig.  Kronhlällei-  umgekehrleirund,  durch 
Einhiegunff  der  S|)ilze  ausgerandet,  äussere  oft  strahlhildend 
und  gespalten.  Striemen  der  Rillen  nur  jus  zu  deren  llälfle  rei- 
chend und  nach  unten  keuliff  verdickt.  Ührifi-ens  wie  Paslinaca. 
Geschl.  Syst.  V.  2.  * 

Zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige,  starke  Kräuter.  Blätter  fiedcrsehnil- 
tig,  3- schnittig  oder  bandfürmig-Iappig  mit  breitseheidigen  Blattstit^ien. 
Hülle  meist  wenigblätlrig,    hinfällig,    Hülicheii   vielblättrig. 

1.     H.  Siipondyliiiin.     Gemeine  BärenTelau»     Blätter 

fiederscbnittig  oder  tief  lietlerspaltig,  Blattabsehnitte  3-  oder  mehrlappig 
mit  ungleich  sägezähnigen  Lappen;  Kronen  im  Umfange  der  Dolden  grösser, 
Fruchthnoten  feinhaarig,    Früchte  oval. 

LiNN.  Sp.  pl.  aj8.  Chi.  hau.  222.  Kocii  Syn.  I.  a38.  Schk.  Handb. 
I.  T.67.     Kugl.  bot.  t.  93<J.     IIavne  Arzneigew.   VII.  T.  10. 

Aufwiesen,  zwischen  Gebüsch  und  in  Wäldern,  auf  frischem  hu-, 
mosem  Boden,   häufig.     Juni  bis  August.  —    September. 


,    breit,    r 

aul.Laarig    ikkI    s. 

charf,     untcrseils    l)al<l    niolir 

oss,    flael.. 

Kronen  weiss 

,    oft  mit  2  grünen  Piincten 

itral,ll,il.le 

n.1.   —       Ändert 

al)    mit  sehmälern,    längern 

Tordyliuiii.  U3IBEI.I.IFERAE.  243 

Stengel   2  —  4'   hoch.      Blatter   g 
bald    weniger  weisslicli.       Dolden   sebr  gro 
an    der  IJasis,    änssere    doppelt    grössere    sl 
Lappen    der  Blatfabschnitte. 

GJE  n'MRBX.ICnKS. 

ÖTCOnontiSCheSt  Hie  fVurzel  als  Gemüse  essbar,  dock  nach 
einitfen  Erf'ulnunffen  besonders  von  nassem  Standort  entnommen,  nurli- 
theiiit/  wirkend.  Stenfjel  und  Blätter  ein  gesundes  f'iehfutter.  Auf  fJ'ic- 
sen  ein   Unkraut. 

31.    TORDYiiUJifi.    xinrnrnv. 

LlNN.    Gen.    n.  880. 

Kelclisanm  5 -zähnig.  Ki-onblättei-  umgeliehiteiruiul ,  durch 
Eiiibleguna:  tler  Spitze  ausffcrandet.  Frucht  plattgedrückt  von 
einem  wulstigen  runzelig-höckerigen  Rande  umgehen.  Mittlere 
Rippen  sehr  fein,  seitliche  weit  ahstehend,  dem  Rande  anlie- 
gend oder  von  demselben  bedeckt.  Rillen  1-  bis  3 -striemig. 
Gesehl.  Syst.  V.  2. 

Ein-  (A.  1.)  oder  2-jälirige  liolie  Kräuter.  Blätter  fiedersclniiltig. 
Hülle  melirblättriff.      Kronen  ^Teiss. 

*1.   T.  niaxiiniim.   Moher  Xirmet,    Stengel  rückwärts  steif 

behaart;  Blattahsclinitte  lierhig-sägezähuig  und  eingescbnitten ,  der  un- 
tern Blätter  eirund,  stumpf,  der  obern  lanzettforinig-lineal  und  lineal ; 
Frücbtc  anliegend -steifhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.34o.  Chi.  bau.  222.  Koch  Syn.  I.  339.  Jacq.  Fl.  austr. 
II.  t.  117.     Engl.  bot.  t.  1173. 

In  -waldigen  Berggegenden  an  Heeken,  Wegen,  auf  trockenem  stei- 
nigem oder  sandigem  Boden,  hier  und  da  verAvildert  {Pr.  Halle:  Heide, 
Bischoffsberg;    Barbi — ;    An.  Meisenberg — ). 

Stengel  einlaeb,  2  —  4'  boch.  Blatter  scbarlliaarig,  untere  auf  rinnigen  Stielen,  obere 
in  der  Form  der  Absehnittc  sehr  abweichende,  auf  kurzen  Scheiden.  Doid  n  gross,  flach, 
rrüchlc  oval,  braun,  durch  den  dicken  hellgelblichen  Knorpelrand  aiisgezei'        ü,  späterhin  kahl. 

'J.Gruppe.     SILERINEAE.      ^  IZ.MR  GMl^.    '">  CMSM. 

Dolden  vollständig.  Frucht  plattgedrückt  -  linsenförmig.  ,  nit  5  Haupt- 
rippen, deren  2  seitliche  den  Band  bilden,  und  in  den  4  Rillen  je  eine, 
weniger  vorragende,    Nebenrippe. 

»9.     SIIiER.    nO^^KtfMMMXi, 

SCOP.    Fl.    carn.    I.    217. 

Kelchsaum  5-zähnig.  Kronhiälter  umgekehrteirund,  durch 
Einschlagung  der  Spitze  ausgerandet.  Hauptrippen  fadentorniig, 
stumpf;  ]\ebenrippen  weniger  vortretend.  Rillen  unter  den 
Hauptrippen  1- striemig.     Gesehl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige,  unbehaarte  Kräuter  mit  mehrfach-3 -schnittigen  Blättern. 
Hüllen  und  Hüllcheu  wenigblättrig   und  hinfällig.     Kronen  weiss. 

1.     S.    trilobum.      AJeeleiblätfriger   nossTcüntTtnel, 

Blätter  3- fach -3- schnittig,  Abschnitte  rundlich -eirund,  dreilappig,  ein- 
geschnitten -  breitkerbig  -  sägezähnig. 

Scop.  Fl.  cain.  I.  217.  Chi.  Iian.  222.  Koch  Syn.  I.  340.  Süer  aqui- 
legifolium  Gakrtn.  Fruct.  T.  22.  t.  22.  Laserpitium  trilobum  Likn.  Sp. 
pl.3.>7.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  117  (L.  aqullegifoniim). 

In  Bergwaldungen,  auf  trockenem  steinigem  Boden,  im  mittleren  Ge- 
bietsfheile,  die  IXordgrenze  der  (europäisehen)  Gesammtverbreitung  er- 
reichend, selten  {Hn.  Münchhausenscher  Berg  bei  Bodenwerder,   Finken- 


244  HiHBEIiLIFERAE.  LHaerpitiuin. 

Iicrg   bei    Hihlesheiin,    Salzlicmmenilorf  — ;    Br.    Warpsen    hei   Ilolzniin- 
deii  — ). 

Stengi'l  l)is  6'  hoch,  aufrecht,  sfralT,  glatt.  Blätter  oherseils  hellgrün,  unterseits  meer- 
grün. Abschnitte  bis  ü"  lang  iinil  2"  J.rcit.  Dolilco  his  10"  im  Durchmesser,  luclier. 
Ilüll  -    und    Ilüllchenlilattcr   pfricraenfürmig. 

8.  Giupuc.     THJlP§IEAI:.     THAPSIMXGKTVÄCniSE. 

Frucht  im  Queistlmitt  liieisruiidlicli.  Ilalhriiiclito  mit  5  fadenförmi- 
gen Hauptrippen,  deren  zwei  seitliche  nach  innen  auf  der  Fugenllache; 
4  Webenrippen ,   zwei  fadenförmig,   zwei  gefliigeU,   oiler  alle  vier  geflügelt. 

33.     liASERPITIU]?!.     XtASJEUKnAUr. 

LlNN.    Gen.     n.  344. 

Kclclisaum  5 -zähnig.  Kronl>lälter  unigekehvtciruntl,  tlurcli 
Einl)iegung  der  Spitze  au-sgerandet.  Alle  Neheurippeii  gclliigeU. 
Rillen  unter  den  IXebenrippen  l-striemig.     Gesehl.  Syst.  V.  2. 

Mehr-  (A.  1.)  oder  2-.jährige  (A.2.)  Kräuter.  Blätter  mchrfach-fie- 
der.schnittig.    Hülle  und  llüllchen  vielhlattrig.     Kronen  weiss,  selten  gelb. 

t.  Ij.  latifolliiin.  Sreitblätiriges  JLaserleraut.  Blät- 
ter dreizählig- do|>pelt- liederschnittig,  Abschnitte  herzförmig- eirund,  sta- 
chelspitzig-sägezälinig,    ganz  oder  3-lappig;    Stengel   rund. 

LiNN.  Sp.  pl.356.  Chi.  hau.  221.  Koch  Syn.  I.  340.  Schk.  Ilandb. 
1.  T.67.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  146.     Fl.  dan.  t.  1513. 

Tn  Berg-  und  Hügelwaldungen,  auf  frischem  kalkfelsigem  Boden,  die 
IXordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  in  der  ]>Iitte  des  Gebiets 
bei  Hildesheim  erreichend,  ziemlich  häutig.     Juli,  August. —  September. 

AViirzcl  milchend.  Stengel  l)is  6'  hoch,  kahl,  gestreift,  hlaulieh  bereift.  Blatter  derb, 
graugrün,  beiderseits  kahl  oder  unterseits  nebst  den  Blattstielen  scbärflich -kurzhaarig.  Kron- 
blaltcr    «eiss.       rriichtdügel    wellig. 

9.  li.  i>rutenicuni.  Preussisches  JLaserTcraut,  Blät- 
ter doppelt -liederschnittig,  Abschnitte  liederspaltig  mit  lanzettlichen  Zi- 
pfeln;   Stengel  eckig -gefurcht,    mit  rückwärts  stehenden  Haaren. 

LiNN.  Sp.  pl.  3.57.  Chi.  hau.  221.  Koch  Syn.  I.  342.  Schk.  Handb. 
I.  T.80.   F.  051.     Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  153. 

In  lichten 'V^'^aldungen  und  auf  Waldwiesen,  auf  feuchtem  Boden,  im 
nördlichsten  Gebietstheile,  die  Nord -Ostgrenze  der  Gesammtverbreitung 
erreichend,    ziemlich  häufig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  bis  2'  hoch ,  schlank.  Blätter  rauhhaarig  oder  kahl.  Hüll-  und  Hüllchenhlätter 
lanzettförmig,     letztere    breit   wcisshäulig    gerändert.       Kronen    «eiss,     getrocknet    gelblich. 

GEU^ERBZICHES, 

Pharntaceutisch' UKedicinisches»    Die  fVurzel  von  A.1. 

zur   Tliicrarzneibcreitunfi  im  Gebrauch;    im  Aufguss  mit  Bier  ein  magen- 
stärkendes Mittel   der  Landleute. 

9.   Gruppe.      mÖMRJEJVGEU^ÄCHSIE. 

Frucht  linsenförmig-zusammengedrückt  oder  fast  kugelig.  Halbfrüchte 
mit  5  fadenförmigen  Hauptrippen,  deren  zwei  seitliche  auf  der  Fugen- 
fläche; 4  stärker  hervorragende,  mit  Stacheln  besetzte  oder  in  einen 
stacheligen  Flügel  ausgehende,  Nebenrippen. 

34.    ORIiAYA.    OMMjAYA. 

IIOFFM.    Umb.    gen.    I.    .58. 

Kelchsaum  5-zälinig.  Kronhlälter  iimgekehrteirund,  durch 
Einbiegung  der  Spitze^  ausgerandet,  äussere  strahlhildend  und 
lief  gespalten.    Hauptrippen  borslentragend,   Nebenrippen  mit 


Daiicus.  UmBEIililFERAE.  245 

je  2  oder  3  Stachelreihen  besetzt^   oft  etwas  geflügelt.     Killen 
unter  den  NehenrJppen  1 -striemig.    Gesclil.  Syst.  V.  2. 

Einjährige  Kräuter.  Bliitter  inelu-t'ach  ficderspaltig.  Hülle  verschie- 
denartig, IJüUchen  vielblättrig.  Mittlere  Blüten  männlich,  randständige 
zwitterig,    kurzgriftelig,    in  andern  Dolden  weiblich  und  langgriffelig. 

1.  Orlaya  graiidiflora.  Grosshlütige  Orlaya.  Blät- 
ter doppelt -liederschnittig,  Abschnitte  tiel"  tiederspaltig  mit  schmal  linea- 
len  Zipfeln,  Kronblätter  der  Strahlblüten  mehrfach  länger  als  der  Frucht- 
linoten. 

IIoFFM.  Umb.  I.  58.  Chi.  han.  219.  Koch  Sjn.  I.  353.  Caucalis 
grandittora  LiNN.  Sp.  pl.  34fi.  SciiK.  Handb.  I.  T.'79.  F.  625.  Jacq.  Fl. 
austr.  I-  t.  54. 

Auf  Äckern  unter  dem  Getreide,  auf  Kall:-  oder  Mergelboden,  in  der 
südlichen  Gebietsbälfle,  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung  am  Harze 
und  am  Ith  erreichend,  ziemlich  häufig  aber  intermittirend,  eingebür- 
gert.    Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel    6— 10"I.ocli,    gabelspallig  -  astig,    kabl.      Bialter  fein  zertheilt,    scharfikh-liaarig 
oder   kahl.       Scheiden    länglich,    etwas    aufgeblasen,    oberste    oft  blatrios.       Hiillblatler    lanzelt- 
lieh,    fast    so    lang   als    die    liiinen   Strahlen,    Hi.llchenblalter    elliptisch,    beiderseits    zugespitzt, 
blendend    weiss,     strahlbildendc    Kronblätter    bis 
ngekehrteirund- länglich.  —     Die  grössten  Blüten 


die 

sc   wie 

j« 

ue    breit 

«eissrandig. 

Krön, 

5'" 

lang. 

bi: 

5  inr  Bas 

is   gespalten  . 

Zipfel 

.1I< 

■r    eiuheim 

ischen   D 

oldengcwächs. 

35.    DAUCIJ^i.    JaOBUM. 

I.INN.    Gen.     n.  333. 

Nebenrippen  gleichbreit..mit  einem  in  eine  Reibe  von  Sta- 
cbeln  zertbeilten   Flügel.     Übrigens  wie  Orlaya.     G.  Syst.  V.  2. 

Meistens  2-jährige  Kräuter.  Blätter  mehrfach -liederschnittig.  Hüll- 
uiid  Hüllchenblätter  meistens  fiederschnitlig  oder  3-tbeilig.  Kronen  weiss 
oder  gelblich,  die  centrale  oft    unfruchtbar  und  schwarz  -  purpurn. 

1.  D.  Carota.  Genteine  Möhre.  Blätter  2— 3-fach  fie- 
derschnittig, Abschnitte  ficderspaltig  mit  linealen  Zipfeln;  Hüllblätter 
oft  der  Dolde    an  Länge  fast  gleich. 

LiNN.  Sp.  pl.348.  Chi.  hau.  218.  Koch  Svu.  I.  343.  Schk.  Handb. 
I.   T.61.    Fl.dan.  t.  723.    Engl.  bot.  t.  1174.    Hayne  Arzneigew.  \  II.   T.2. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  an  Acber-  und  W^cgrändern,  auf  trockenem 
Boden,  sehr  häufig.     Juni,  Juli.  —    September. 

Wurzel  spindelförmig,  nicht  fleischig,  weisslich.  Stengel  und  Blätter  abstehend  rauh- 
haarig. Dolde  nach  dem  Blühen  sich  zusammenziehend  und  tief  concav.  Zipfel  der  Hiill- 
blälter    sperrig. 

€fX:  n^MRBX,ICHMS. 

JPharmaceutisch  -  Medicinisches»      Früchte  der  wilden 

Pflanze  (Semina  Daiici  sylvestris)  nicht  mehr  im  Gebrauch,  die  fJ'urzcl 
der  cidtivirten  {^AA\Ti.  Dauci  sativi)  officinell.  l'orw altende  Be s  tandth. 
Sehleimzncker  und  ätherisches  Öl.  Anivendunq  des  Saftes  als  Boob 
Dauci  bei  llalsentzündunff,  Brustbeschwerden,  auch  gefjen  fVürmcr  h.s.w. 
ÖTeonomisches»  Gebrauch  der  fVxirzel  als  Gemüse,  Kaff'eesur- 
roijat,  zur  Vieh-  und  Hausfjcflüf/elmästunff  u.s.w.  bekannt.  Der  einge- 
dickte Saft  im  Landhaushülte  als  Zucker,  auf  Brot  gestrichen  u.s.w. 
im  Gebrauch. 

B.     ROX.X.I'RVCHTIGJE    B  01,0  EIM  PF'I.AX  XEX. 

Eiweiss  am  Rande  oder  ganz  eingerollt,  oder  atif  der  innern  Seite 
mit  einer  Längenfurche  versehen. 


246  UiTIBEIil.IFERAE.  Caucalis. 

10.    Gruppe.      CAVCALIXEAE.       M A FTD  OI.niS]% . 

Frucht  zusaiiiincngediüclit  oder  last  sticlruiid.  Han)f'iücbtc  mit  5 
fadpiifoiiiii^en  mit  Doistcii  oder  Staclielii  besetzten  Hauptrippen,  deren 
zwei  seitliche  innen  auf  der  Fugenfläclie;  4  !>'el)enrippen  stärher  vortre- 
tend und  mit  Stacheln  besetzt  oder  durch  die  Menge  der  die  Uillen  Acr- 
declienden  Staclieln    undeutlich. 

36.    CAUCAIilS.     M^FVnOX^JDJE, 

UOKFM.     Vnili.     gm.    .'j4. 

Kclclisauni  ö-xähnig.  Kronhiatter  miigcliclirlclruiul,  durch 
Einbicffunfi^  der  Spitze  aiisa;erandet,  äussere  strahlhildend  und 
gespalfc'u."  Ilaupfrippeu  Iioi-stig  oder  slaehelig,  iNeljenrippen  in 
eine  einfache  Reihe  von  Staclieln  lief  gespalten.  Rillen  unter 
den  iNehenrippen   1- striemig.      iicsehl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige  Kräuter.  Blätter  niehrlach -liederschnittig.  Hülle  nicht 
vorhanden  oder  1 — 2-blättrig,  Ilüllchen  3  —  8-blättrig.  Blüten  der 
Scheibe   nnlVuehtJjar. 

1.  C.  dancoides«  Möhrenartige  Mtaftdolde»  Blät- 
ter 2  —  3- fach -liederschnittig,  Abschnitte  liederspaltig  mit  schmal  ünea- 
Icn  Zipfeln;    Stacheln   der  ]>lebenrippcn  glatt,    am  Ende  bahig. 

LiNN.  Sp.  pl.346.  Chi.  han.  219.  liocu  Sjn.  I.  344.  Schk.  Handb. 
I.  T.  79,.  F.  626.     Jaco.  Fl.  austr.   II.  t.  137.     Engl.  bot.  t.  198. 

Auf  Ächcrn  unter  dem  Samengetreide,  besonders  auf  halh-  oder  mer- 
gclhaltigem  Boden  der  Hügel  und  Berggegenden,  häufig  eingebürgert. 
Mai   bis  Juli.  —    August. 

Stengel  6 — 10"  iioeli,  zerstreuet  laiil.I.narig,  seltener  lial.1.  Blätter  der  Orlaya  gr.in- 
ilillota.      Dolden  meist  3- tlieiiig.      Bluten  lilcin ,    Hronblätter  anfänglieli  rötklick,    dann  »eiss. 


C    Icptopbylla    L.    wächst    «cder    iira    Gültingen    noch    im    Gebiete    iikerliaiiiit. 

39.     T1IR€iE:nfIA.     TUMGEIJVMX. 

IIOFFW.    l  luh.     gen.    öiK 

Frucht  von  der  Seite  zusammengezogen,  fast  2-liöplig.  Jlip- 
pen  mit  2 — S-reihiffen,  gleichgrossen  Stacheln,  mit  Ausnahme 
der  beiden  einreihig  -  hleinstaeheligcn  auf  der  Fugenfläche. 
Übrigens  wie  Caucalis.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige  Kräuter.  Blätter  llcderschnittig.  Hülle  und  HüUcbeii 
3  —  .5- blättrig.     Bluten  der  Scheibe  unfruchtbar. 

t.    T.  latlfolia.     Breitxip feiige  pPurgenie,     Blätter 

fiederschnittig,  Abschnitte  länglich  oder  lineal,  tief  liederspaltig  mit  ein- 
geschnitten -  sägezälmigen  Zipfeln;    Fruchtstacheln  feinhaherig. 

HOFFM.  Umb.  gen.  59.  Koch  Syn.  1.  344.  Caucalis  latifolia  Lunn. 
Svst.  nat.  203.  Chi.  han.  219.  Schk.  Handb.  I.  T.  79.  F.  627.  Jaco.  Hort, 
vind.  II..  t.  128.    Engl.  bot.  t.  198.    Tordyüum  latifolium  Linn.  Sp.  pl.  345. 

Auf  Äckern  unter  dem  Getreide,  meistens  auf  trocKenem  lialhbaltigeni 
Boden,    ziemlich  häutig  eingebürgert.     Juni,  Juli. — •    August. 

Stengel  Y,  —  1 '/./  liock,  stark,  steif  kakerig.  Blaltabscknitte  1"  lang,  4  —  ü'"  l.relt. 
Dolden  'J  — 3  -  straklig,  Döldcken  meist  .S  -  l.lütig.  Hüllckcoklalter  eirund  -  länglick ,  breit 
neisskäiitig    gesäumt. 

3S.     TORIIilS.     KEtmWmNKKRBmMj» 

ADANSON.    HofKN.    Imb.    gen.    4!). 

Frucht  von  der  Seite  zusammengezogen.  Rippen  kurzborsfig, 
INehenrippen  durch  viele  die  Rillen  bedeckende  Stacheln  undeut- 
lich.     Lebrigens  wie  caucalis.     Geschl.  Syst.  V.  2. 


Tnrilis.  IJJMBEI.L.IFERAE.  247 

EiiijäLrigc  Kräuter.  Stengel  rückwärts-,  Dohlenstrahlen  aufreclil- 
steifiiaarig.  Blätter  mehrfach- tiederspaltig.  Dolden  hlattgegen-  und  end 
ständig.  Hülle  1—5-blättrig,  Ilüllehen  5  — 8 -  hlältrig.  Blültii  der  Seheihc 
uiilViichthar.     Kronen  weiss. 

1.    T.  Aiitliriseiis).     Gemeiner  KlettenTcerbel,    Äste 

aufrecht;  Blätter  doppelt  -  liederscimittig,  Ahschnitte  eirund  -  länglich, 
tiederspaltig  mit  sägezähnig  -  eingeschnittenen  untern  Zipfeln;  Dolden 
lang  gestielt,  Ilülle  mehr-(5-)  blättrig;  Fruchtstaehcln  einwärtsgekrüninit, 
spitz. 

Gmel.  Fl.  Lad.  1.  615.      Chi.  hau.  220.      Koch   Syn.  I.  344.      Tordj 
lium  Anthriscus  LiNN.  Sp.  pl.SWi.     Schk.  llandh.  I.  T.  79.  F. 623.     Jacq. 
Fl.  austr.  111.  t.261.     Fl.  dan.   t.919  (Caucalis  Anlhr.).     Engl.  hol.   t.  987 
(desgl.).     IIayke   Arzneigew.  1.  36. 

An  Hecken,  Wegen,  auf  Schutt  und  in  lichten  VS^ildungen ,  auf  hu 
moscni  nahrungsreichen)  Boden,  sehr  häufig.  Juni,  Juli.  —  August. 
September. 

Stengel  l'/z  —  2'  hoch,  iliinn,  schlank,  nehst  den  ISUltein  von  sch«i.i/.llchgrüner  oft  in 
violet   iibergchencler    Farbe.       Dol.tcn    6  —  12-stiahlig.       Kronen    weiss    oder    blassroth. 

Ä.     T.  Iiel%etica.     Sperrig  listig  er  KlettenTeerhel. 

Aste  ausgespreizt;  Blätter  doppelt- fiederschnittig ,  Abschnitte  eirund- 
lanzettförmig,  üederspaltig,  endständige  der  obern  Blätter  lineal  verlän- 
gert; Dolden  lang  gestielt,  Hülle  1-blättrig  oder  nicht  vorhanden;  Frucht- 
stacheln au  der  Spitze  widerhakig. 

Gmel.  Fl.  bad.  I.  617.  Koch  Syn.  1.  345.  Jaco.  Hort.  vind.  lll.  t.  16. 
Caucalis  infesta  Mkrt.  u.  Koch  Deutschl.  Fl.  11.  364.  Chi.  han.  220. 
Engl.  bot.   t.  1314.     Scandix  infesta  Linn.  Syst.  nat.  II.  732. 

Auf  Ackern  besonders  im  Wintergetreide,  auf  trockenem  kalkhalti- 
gem oder  mergeligem  Boden,  in  der  südlichen  Hälfte  des  Gebiets,  die 
iSordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  in  der  Linie  von  Braun- 
schweig, Hannover,  Osnabrück  erreichend,  hier  und  da  eingebürgert. 
Juni  bis  August.  —    August,   September. 

Stengel  6 — 10"  hoch,  steif,  hin  und  hergehogen ,  von  unten  auf  rielästig.  Äste  fast 
ivagereeht  abstehend.  Kronen  weiss,  oft  blassviolet.  —  Sicher  >on  der  Torigen  Art  spcci- 
fisch   »erschieden    und    nicht    ursprünglich    cinlieimisch. 

3.  T.  nodosa«  Knotiger  KlettenJeerbel*  Blatter  dop- 
pelt-fiederschnittig,  Abschnitte  üederspaltig;  Dolden  sämmtlich  blatt- 
gegenständig,   fast  sitzend  und  gekuäuelt. 

Gaertn.  Fruct.  1.  82.  Chi.  han.  221.  Koch  Syn.  345.  Tordylium 
uodosum  Lira  Sp.  pl.  346.  Scuk.  Handb.  I.  T.  79.  F.  624.  Jacq.  Fl. 
austr.  \ .  App.  t.  24.     Engl.  bot.  t.  199  (Caucalis  nodosa). 

An  den  Elb  -  und  INordsecküsten ,  auf  trockenem  steinigem  oder  san- 
digem Boden,  wahrscheinlich  durch  Schifi'sballast  eingeführt  und  ange- 
siedelt. 

Stengel  6"  bis  1'  hoch.  Aste  sperrig,  einfach,  gclioge».  Blatter  trübgrüu ,  o't  rolh 
lieh,  Ziplel  der  Abschnitte  lineal,  spitz.  Dolden  "i- strahlig,  die  iiusseni  Früchte  laug- 
slachclig  uiit  A^'iderhafcen ,  die  inncrn  kurzsiachelig  oder  scharfhörnig,  in  der  Kultur  saninil 
lieh    langstachclig. 

11.    Gruppe.      SCANDICINEAE.      JVA  n MZ-KJERB HI.. 

Früchte  zusammengedrückt  oder  zusammengezogen,  meist  gesehnä 
belt.  Halbfrüchte  mit  5  fadenförmigen,  gleichartigen  selten  gellügeltcn 
oder  am  Grunde  versehwintlendeu  llippen,  deren  seitliche  die  Bänder 
bilden,    ohne  Ncbetirippen. 


248  VIHBEI.I.IFERAE.  Scandix. 

39.   i<$€it^uix..    :x^A.nmEiK:xinBmij, 

^I^•>I.    Gen.     1).   357.       All.    ansgcsdil. 

Kclclisauin  undcullleii.  Frucht  ziisamniengeilrüclit,  sehr  lang 
gesclinäljelh  Kippen  stumpf.  Killen  ohne  oder  mit  undculli- 
ehcn  Striemen.    Eiweiss  mit  tiefer  Furche.     Geschl.  Svst.  V.  2. 

Jiilirigc  Kräuter.  Itliilter  tiederschnittig.  Dolden  und  Döldclien  we- 
nigstralilig.  Ilüllc  nicht  vorhanden  oder  1 -blättrig,  lliillehen  5 — 7-bIät- 
trig.     Kronen  weiss. 

1.     S.    Pecteii- Veneria.     Kantntf'örtniger   Watlei- 

Teerhel,  IJlätler  3-raeh-fiedersehnillig,  Ilülihlätter  an  der  Spitze 
2 — 3-sj)altig  oder  ganz;  Fruchtschnahel  vom  Ilüel.en  her  znsamnienge- 
drückt,    2-  reihig-  steilhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.368.  Chi.  han.  21.J.  Koch  Syn.  I.  346.  Schk.  llandh. 
I.  T.80.  F.  684.  Jaco.  Fi.  austr.  III.  t.  263.  Fl.  dan.  t.  844.  Engl.  bot. 
t.  1.397. 

Auf  Ackern,  vorzüglich  unter  der  Sommersaat,  meistens  auf  liallihal- 
tigem  oder  mergelhaltigem  Boden,  häufig,  gegen  Osten  abnehmend.  Mai, 
Juni.  —    August. 

Slengcl  6 — 10"  hoch.  Zipfel  «1er  Blatlabschnilte  dichtsleLciul ,  hiirz,  schmal  lin.?al, 
ziigespiUt.       Dolde    meist   3-slrahlig.       Friichtschuahel    über    1"    lang. 

40.     A^THRISCVlf^.    KJEUBMIj. 

IIOFFM.    t'inb.    gen.    38. 

Kelchsaum  undeutlich.  Frucht  von  der  Seite  zusammenge- 
zogen, geschnäbelt.  Ilalhfrüchte  stielrundlich,  nur  der  Schnabel 
5-rippig.    Eiweiss  mit  tiefer  Furche.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige  (Art.  2.  3.),  2-  oder  mehrjährige  (A.  I.)  Kräuter.  Blätter 
mehrfach -fiederschnittig.  Dolden  blattgegen-  und  endstäudig.  Keine 
Hülle,    Ilüllchen  vielblättrig. 

1.  A.  «sylvestris.  Wald-  I£erbel,  Stengel  unten  rauh- 
haarig; Blätter  do])pelt-  oder  3-fach- üederschnittig,  an  den  Hauptrippen 
nnterseits  borsllich- feinhaarig,  Abschnitte  liederspaltig  mit  eingeschnit- 
tenen untern  Zipfeln;  Ilüllchen  5 — 6-blättrig;  Früchte  länglich,  glatt, 
viermal  so  lang  als  der  Schnabel. 

HOFFM.  Umb.  gen.  40.  Chi.  han.  217.  Koch  Svn.  I.  346.  Chaero- 
phyllum  sylvestre  LiisN.  Sp.  pl.  369.  Schk.  Handb.' I.  T.  7-3.  Jaco.  Fl. 
austr.   II.  t.  149.     Engl.  bot.  t.  752.     Hayne  Arzneigew.  I.  T.  33. 

An  Zäunen,  aufwiesen,  in  Gras-  und  Obstgärten,  auch  an  Gräben 
und  Flussufern,  auf  frischem  humushalligem  Boden,  allgemein  verbreitet. 
Mai,  Juni.  —   Juli. 

Stengel  3  —  4'  hoch,  nach  ohcn  zu  kahl.  Blätter  glänzend.  Scheiden  am  Rande  zottig. 
Dolden  vor  dem  Blühen  iil)erhängcnd.  Hiill  -  und  Hüllchenblättcr  wimperig.  Frucht  länglich- 
lanzettförmig,     glänzend    seh»  arzhrann ,     Griffel    etwas    länger   als    das    Stempelpolster. 

«.    A.  C^erefoliiiiii.    G arten -tierhel.    Stengel  über  den 

Gelenken  feinhaarig;  Blätter  3-fach-liedersclinittig,  nnterseits  an  den 
Rippen  mit  zerstreuetcn  Haaren;  Ilüllchen  1 — 4-blättrig,  halbirt;  Früchte 
lineal ,  kahl,    doppelt  so  lang  als  der  Schnabel. 

HoFFM.  Vmh.  gen.  41.  Chi.  han.  217.  Koch  Syn.  I.  347.  Scandix 
Cerefolium  Linn.  Sp.  pl.368.  Schk.  Ilandb.  I.  T.  73.  Jacq.  Fl.  austr. 
IV.  t.  390.     Engl.  bot.  t.  1268.     Havne  Arzneigew.  TU.  T.  14. 

An  Wegen  und  Schutt,  bisweilen  auch  unter  der  Saat,  auf  hiimns- 
haltigem  Boden,    hier  und  da  verwildert.     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  his  1'  hoch,  übrigens  nnbehaart.  Blätter  zart,  von  cigenthiimlichem  aromatischem 
Geruch  und  Geschmach.  Dolden  lairz  gestielt  oder  sitzend.  Friichle  schwarz,  Griffel  län- 
ger  als    das    Stempelpolster.  —      Ändert   ab    mit   steifhaarigen   Früchten. 


Chaerophyllum.  UJÜBEMilFERAE.  249 

3.    A.  vulgaris.    Munds  -  Kerbel»    Stengel  kahl;  Blätter 

3-l'acli -liedt'iscliiiiltig,  unteiseils  an  den  Kippen  mit  zerstreueten  Haa- 
ren; Ilüllclien  2  —  5-J)l:ittiig,  Laihirt;  Früchte  eiförmig,  mit  pfriemen- 
l'örmigeu  eingehogenen  Stacheln  besetzt,  dreimal  so  lang  als  der  Schnabel. 

Pers.  Syn.  I.  329.  Chi.  han.  218.  Koch  Sjn.  I.  347.  Scandix  An- 
thriscus  Lin^.  Sp.  pl.  368.  Schk.  Handb.  1.  T.  80.  F.  686.  Jacq.  Fl 
austr.  II.  t.  154.     Fl.  dan.  t.  863.     Engl.   bot.  t.  818. 

An  Zäunen,  Mauern  und  Häusern  in  Dorfschalten,  auf  humushaltigem 
oder  feuchtem  Boden,   hier  und  da.     Mai,  Juni.  — •    September. 

Stengel  G"  bis  1'/./  horli,  nehst  den  Blällcin  der  A.2.  Slinlicli,  d.ircli  Form  und  Obcr- 
lläcLe  der  sperrigslelieuJen  Früclite  leicLt  zu  iinlersclieiden.  Stemjielpolster  und  Griffel  der- 
selben   sebr   kurz. 

JPharmaceutisch-Metlicinisches,     f'on  A.Z.  das  Kraut 

of'ficinell  (Herba  Cerefolii  v.  Chaerophylli).  Vurw  alt  ende  B  e  s  tandlh. 
ätiierisehes  Öl.  Anwendunif  des  frischen  Krauts  zu  Kerbelmolhen  oder 
für  sich,  auch  eintjedicht ,  besonders  bei  Brustkrankheiten  Auch  hat 
man  Oleum  aethereum  und  Aqua  destillata  Cerefolii.  Die  frischen  Blät- 
ter iius serlich  als  zertheilendes  Mittel. 

ÖTeonontischeS»  Von  A.  1.  ist  die  ff'urzel  essbar.  Durch  Über- 
handnähme auf  (jnten  ff^'iesen  kann  sie  datjetjen  nachtheilitj  werden. 
Benutzung  von  A.  2.  als  Küchenrjewächs  bekannt.  A.  3.  hat  auf  den 
Menschen  iiachtheilif/  wirkende,  betäubende  und  Schviindel  erregende 
Eigenschaften. 

41.    CUAEROPHYliTiUlfl.    KÄJLJBEHKnOJP F. 

I^INN.    Gen.    n.  308. 

Kelclisaiim  Hndeiitlicli.  Fruclit  von  der  Seife  zusammenge- 
zogen, länglich  oder  lineal.  Rippen  gleichförmig,  stumpf. 
Rillen  1 -striemig.    Uehrigens  >vie  Anthriscus.     G.  Syst.  V.  2. 

Zwei-  (Art.  1.  2.)  oder  mehrjährige  (Art.  3.  4.)  Kräuter.  Blätter  mehr- 
fach-fiederschnittig. Hülle  nicht  vorhanden  oder  weuigblältrig,  Hüllchen 
viclblättrig. 

1.  C.  teniiiliiin.  Betäubender  tlälberTeropf,  Sten- 
gel unter  den  Gclenhen  angesehwollen,  unten  steifhaarig,  oben  kurz- 
haarig; Blätter  doppelt-fiederschnittig,  Abschnitte  gelappt -fiedcrspaltig 
mit  uiiten  stumpfen  eingeschnittenen  Lappen ;  HüUchcnblätter  eirund- 
lanzettförmig, feinspitzig  gewimpert.  Griffel  seitwärts  gebogen,  etwa 
so  lang   als  das  Stempelpolster. 

LiNN.  Sp.  pl.370.  Chi.  han.  217.  Koch  Syn.  T.  348.  Schk.  Handb. 
I.  T.  80.  F.  691.  Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  63.  Fl.  dan.  t.  918.  Engl.  bot. 
t.  1521.     Hayne  ArzneigCAv.  I.  T.  34. 

An  Hecken,  Zäunen,  zwischen  Gebüsch  und  in  Vorhölzern,  auf  hu- 
mushaltigem Boden,    allgemein  verbreitet.      Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  1  —  1 '/i'  ''o*^'' »  nebst  den  Blättern  trübgrün,  häufig  scbwärzlieb  -  violet  gefleckt. 
Kronen    unrein    iveiss,     oft    rötblieb    angeflogen. 

Ä.    C  biilbosiiiti.    Knolliger  WiälberTeropf.    Unten 

steifhaarig,  oben  kahl;  Blätter  3  —  4 -fach -fiederschnittig,  Abschnitte  tief 
ficderspaltig  mit  schmal  linealen  beiderseits  verschmälerten  Zipfeln;  Hüll- 
chen lanzett-pfriemenförmig,  kahl;  Griffel  seitwärts  gebogen,  etwas  län- 
ger als  das  Stempelpolster. 

LiNN.  Sp.  pl.  370.  Chi.  han.  316.  Koch  Syn.  I.  348.  Schk.  Handb. 
1.  T.80.  F.  960.     Jaco.  Fl.  austr.  1.  t.33.     Hayke  Arzneigew.  I.  T.  32.  j 

An  Hecken,  Zäunen,  Wegen,  in  Grasgärten  und  Hainen,  auf  humus- 
haltigem   frischem    oder   feuchtem  Boden,    durch   das   ganze  Gebiet,    mit 


250  UMBEIililFERAE.  Myrrliis. 

«licscin  <lie  !Noi<lftreii/.e  »Icr  (ciiropäisclieii)  Gcsaiunitvcrlireituiig  ciieicliciitl, 
Iiaiili^.     Juni,  Juli.  —    Scptciultcr. 

^^uiicl  si)inclclig  mit  rül>cnl'öiinig  »ertlicktein  Kopf.  Stengel  3  —  -l'  liocli .  Iiolil ,  ol.cn 
»iclüslig,  an  der  Basis  meistens  liolet  gefleckt.  Äste  lein.  Ulattstielier.istnngcn  mit  ein- 
lelncn    aiifieelit   sielenden    langen    Haaren.       Kronl.latter    rein    weiss. 

3.  C.  aiireiim.    Gelbfrüchtiger  üälberTeropf,   Si.n- 

gL'l  an  tU-n  untern  (ifU-nlicn  etwas  angeschwollen,  unten  rauhhaarig; 
Üiätter  3-l'ach-ge(iecieit,  Ahschnitte  aus  eirunder  llasis  lanzettlörinig, 
eiiilstämligcr  besonders  an  den  obern  Blättern  langvorgezogen  -  zugespitzt, 
mit  gesägten  auch  wohl  liederspaltigen  Zipfeln;  llüllehenblätler  Jireil 
lanzettförmig  haarspitzigNind  gcwimpert,  Grifl'el  zurücl.gebogen ,  etwas 
länger  als  das   Stempelpolster. 

Li\N.  Sp.  pl.370.  Chi.  han.  21G.  Kock  Svn.  I.  348.  Jaco.  Fl.  austr. 
I.  t.  64.     Engl.  bot.  t.21Ü3. 

An  Waldrändern,  llechen,  in  Gras-  und  Obstgärten,  an  Gräben, 
auf  humosem  feuchtem  Boden,  am  ganzen  L'nterharze  l)is  zu  der  Höhe 
von  Schierbe,  häufig;  übrigens  im  Gebiete  nicht  vorkommend.  Juni, 
Juli.  —    September. 

Stengel  '2  —  4'  l.oeli ,  l.ls»  eilen  gan»  kabl ;  bald  rotl.  geneckt,  l.ald  ungefleckt.  Blätter 
und  Blattstiele  kurz  behaart,  selten  fast  kahl,  anf  trocknem  Boden  bisweilen  dicht  gr.inhaarig 
(».  incanum  Chi.  han.  das.),  Ahschnllfe  und  Zipfel  dicht  einander  genähert,  gelhlichgriin. 
Dolden  stets  aufrecht.  Kronblalter  grünlichweiss.  Früchte  erst  grünlichgelb,  dann  stroh- 
gelb bis  ins  lichtbraune.  —  Zunächst  zu  verwechseln  mit  Anthriscus  sjUestris.  Der  tnter- 
schied    in    der    GrilVelUnge    der    Art.   1  —  3.    ist    unbedeutend. 

4.  V.    Itir^iitiiiii'      nauhhaariger    Kälherlcropf» 

Stengel  fast  gleichdicl;;  Blätter  doi>pelt-3- sehniltig,  Absehnitte  herziör 
mig- eirund,  spitz,  fiederspaltig  mit  eingeschnitten  -  gesägten  Zipfeln; 
Hüllcbenblätter  breit- lanzettförmig  zugespitzt,  nebst  den  Rronblättern 
gewimpert;    Griffel  gestreckt,  mehrfach  länger  als  das   Stcmpelpolster. 

LiNN.  Sp.  pl.371.  Chi.  han.  216.  Koch  Svn.  I.  349.  Scuk.  Ilandb. 
I.  T.80.  F.  692.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  1.118. 

An  Gebirgsbächen  und  Quellen,  auch  auf  Wiesen,  auf  sumpfigem  oder 
nassem  Boden,  am  Unter-  und  Oberharze,  die  IXordgrenze  der  Gesammt- 
verbrcitung  erreichend,  häufig,  südlicher  selten  (/*»•.  Halle:  Schmon, 
Lodersieben).     Juni  bis  August.  —    September,  October. 

Stengel  1  —  4'  hoch,  hohl,  gefurcht,  nebst  den  hellgrünen  Blättern  rauhhaarig  bis  ins 
fast  Kable  (i .  glabrum  Chi.  han.  das.).  Kroub].-.tter  weiss  oder  roseurulb.  —  Der  Stengel 
icrricbcn    durch    einen    eigenthümlichen    den    Meilerkohlen    ähnlichen    üeruch    ausgezeichnet. 

ÖTeonontiSCheS,  Der  Geuuss  von  ^/.  /.  wirhl  ivie  Anthriscus 
vulgaris  uuf  den  Menschen  betäubend,  Sciuvindel,  Erbrechen  u.s.w.  er- 
reiiend.  f'on  ./.  2.  hunn  das  Hrant ,  v>ie  Sfiinnt  zubereitet,  (jenossen 
werden.      Die   fJ'urzel  tjiebt  ein  wohlschmeckendes   Getnüse. 

4«.     IflYRRHI!^.     uA]VISM£jEMBBJj. 

SCOP.    rl.    carn.    '20'. 

Kelchsauni  uiuleuliich.  Frucht  von  der  Seile  ziisamuieiige- 
driickt.  Rippen  scharf  gekielt,  innen  hohl.  Innere  Sainenscliale 
von  der  äussern  ahstehend  und  mit  dem  Samen  dicht  verwach- 
sen.    Striemen  nicht  vorhanden.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  mehrfach  -  fiederschnittig.  Hülle  nicht 
vorhanden.  Hüllchen  vielblättrig.  Blüten  der  Scheibe  unfruchtbar.  Kro- 
nen weiss.  »      ,       «1 

1.    ]?I.  odorata.    IlTohlriechender  JLmsTeerbel.    Blat 

ter   3-fach-tiedcischnitlig,    uutciseits    nebst   dem  Blatlslengel    ieinzottig; 
Hüllchenblätter  lanzeKfönnig,    lang  zugespitzt  und  zurücl.geschlagcn. 


Coniuiii.  lJlIBEM.irERAE.  251 

Scop.  Fl.  carii.  207.  Chi.  Iian.  21.5.  Kocu  Syii.  I.  350.  Scandlx 
odorata  Liisiv.  Sp.  ])1.  368.  Schk.  Haiulh.  I.  T.  80.  F.  683.  Jacq.  Fi. 
austr.  Y.   App.  t  37.     Engl.  hot.  t.  697. 

In  GebiigSAviesen  und  an  HecKeii,  in  der  TVäbc  von  "V^'^olinungcn ,  aui 
tiefgründigem  liumosein  Boden,  selten  verwildert  (//.«.  unweit  Allcndorf 
am  Meissner—;  Br.  Braunlage,  i>euwerk,  Hüttenrode  am  Harz  — ;  Pr. 
Tccklcnhurg  im  Blünsterscben  auf  Fritzenwiese).  Juni,  Juli.  —  Septem- 
ber, October. 

AViirzel  3  —  4'  lang,  oft  fast  armstlick.  Stengel  3  —  5'  hoch.  Blätter  selir  gross, 
mittlere  Blattal..s<l)nillc  mit  breiter  Basis  aiifsilzeiul ,  ol.ere  zusun.menQlessen.l.  Zipfel  einge- 
selinilfen-sagezalinig,  unterste  der  untern  Blätter  fiederspaltig.  Dolden  flach  mit  zarthaarigen 
Strahlen.  Friichte  8  —  9'"  lang,  lichll.raun  und  firnissartig  glänzend.  Fruchtrippcn  mit  steifen 
Bor.sten    besetzt,     die    später    zum    Theil    sieh    Terliercnd    scharfe    Zähnehen    zurüchlassen. 

JPharntaceufiSCh'MedicinischeS'  Das  frische  Kraut  wird 
zu  l'rüldinijscuren  benutzt,  der  ausyeprcsste  Saft  als  Brustmittel  uud 
fVurzel  uud  Früchte  in  fVein  oder  Brantwcin  fjeleyt  als  matjenstiirken- 
des  Mittel. 

18.   Gruppe.      SMITRXIEAE.      SIfIY'H]V XJV KRA  U T. 
GMUÄCUSJE. 

Frucht  geschwollen,  oft  von  der  Seite  zusammengedrücbt  oder  zusam- 
mengezogen, ohne  Schnabel.  Ilalbfrücbte  mit  5  meist  dicken  bisweilen 
undeutlichen  Rippen,    seitliche  am  llande    oder  vor  dem  Rande    stehend. 

43.     COIVUJI?!.     SCUIMUJjMNG. 

LlNN.    Gen.    n.  469. 

Kelchsaum  uiuleutlicli.  Frucht  eiförmige  etwas  zusammenge- 
drückt.  Rippen  vortretend,  m ellig: -gekerbt.  Rillen  vielstrei- 
fig  ohne  Striemen.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Zweijährige  Kriiuter  mit  spindelförmiger  AVurzel.  Blätter  mchrfach- 
fiederschnitlig.  llülie  und  Hüllchen  3  — 5- blättrig,  letztere  halbirt.  Blü- 
ten alle  fruchtbar.     Kronen  weiss. 

1.     C  inaeiilatiini.      Genteiner   Schierling,     Blätter 

doppelt -liederschnittig,  nebst  dem  Stengel  völlig  unbehaart,  Abschnitte 
tief  fiederspaltig  mit  eingeschnitten -gesägten  Zipfeln;  Hüllchenblätter 
lanzettförmig,   halb  so  lang  als  das  Döldchen. 

LiiMN.  Sp.  pl.  349.  Chi.  hau.  214.  Roch  Syn.  T.  351.  Schk.  Handb. 
I.  T.62.  Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  156.  Engl.  bot.  t.  1191.  Hayne  Arznei- 
gew. I.  T.31." 

An  Wegen,  Hecken,  Schutthaufen,  in  Gärten  und  Gartenländern  in 
der  Nähe  von  Ortschaften,  auf  frischem  etwas  humushaifigem  Boden, 
häufig  und  zwar  intermittirend,  bald  truppweise  erscheinend,  bald  in  an- 
dern Jahren  verschwindend.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  3  —  6'  hoch,  röhrig,  rund,  glalt,  nur  oben  fein  gerieft,  bläulich  bereift  und 
am  Grunde  »ic  angesprützt  blutroth  gefleckt.  Blätter  in  warmer  Zeit  widerlich  wie  Mäusc- 
urin  riechend  und  scharf  schmccliend.  Samen,  an  deren  Form  und  kraus  -  welliger  Ober- 
fläche die  Pflanze  leicht  zu  eikenuen  und  namentlich  »on  dem  äusserlich  ähnlichen  aber  uutcu 
sicifhadrigen    Antliriscus    sylvestris    alsbald    zu    unterscheidcu    ist,     1 '/j'"   lang,     1"'    dick. 

€rM  WMRBI'ICMMS. 

Phartnaceutisch-JOLedicinischeS'    Bas  liraut,  hin  vor 

dem  Blühen  ffisnmmelt,  ist  of'ßcinell  (Uerhn  Cicutae  s.  Conii).  f  or- 
wnlte)ide  Beslandth.  ein  eigenes  Alkaloid  (Coniin,  Conicin),  welches 
flüchtifjer  yafur    ist   und   schon    heim   Trocknen    des  Krauts    beträchtlich 


252  VJnBEIil.IFERAE.  Pleurogpermn. 

vermindert  luird.  ^nwendunej  in  Substanz  tmd  in  Pulverform  inner- 
lich f/ef/en  Nervenzuf'älle ,  Scropheln  ,  Verstopf  uni/en  und  melircre  Übel, 
äusserlich  in  Umsclilatjcn  fjeficn  Drüsenf/eschwülste.  Priipurat  ist  Saccus 
iiispie.ttus  s.  Extraclus  Conii  v.  Cicutae.  tjbrif/ens  ein  bekanntes  betäu- 
bend wirkendes,  den  Tod  herbeiführendes  Gift  (Getjenmiltcl  starke  Brech- 
mittel und  später  verdünnte  iteijetabilische  Sauren,  Citronensaft,  Essitf, 
ßVein  — ',    auch  Buttermilch  u.  s.  w.). 

44.    PliElIROSPIlRIflA.     MOMEItnMPP. 

HOFFM.    Uuib.    gi-ii.    )).   IX. 

Kelclisaum  5-zälinig.  ^  Fi-uclit  eiförmig ,  uiil  aufgeblasenen 
hohlen  Rippen,  vvelciie  innere  llipjjen  des  Kerns  in  sieh  auf- 
nehmen. Unter  den  llillen  in  der  iunern  Fruchthaut  1  bis  3 
Striemen.     Gesehl.  Syst.  V.  2. 

Meliijährigc,  iiiihi-liaaite  Kräuter.  Blätter  doppelt-  oder  nielirfach-fie- 
derschnillig.     Hülle  und  Ilüllclien  viellilättrig.     Kronen  -weiss. 

'1.    P.  auj^triaciini.    Östreichische  Mtohiripp.    Hlätter 

2  —  3-facli-liedersehnittig,  AhscliuUte  eirund- lanzettlörniig  mit  einge- 
schnitten-gesägten  Zipfeln;  Ilüllbiätter  iauzettt'örniig,  tiederspaltig  ein- 
gesclinitteu  oder  ganz   und  zurücljgesclilagen. 

IIOFFM.  Uml».  gen.  ]>.  ix.  Rocu  Syn.  I.  351.  Ligusticuni  austriacum 
Link.  Sp.  pl.  3(50.     Jacq.  Fl.  austr.  lt.  t.  151. 

In  IJerg-waldungen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  steinigem  oder  felsi- 
gem aber  humosem  Boden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  die  ISord- 
grenze  der  Gesammtverbreituug  erreichend,  sehr  selten  (Schw.  Franken- 
hausen).    Ende  Juni's  bis  Anfang  Augusts.  —    September. 

Stengel  2  —  'S'  liocli,  daiimenstark  ,  liolil  lind  gefurcht.  Wurzelbläller  selir  gross  ,  mehr- 
fach -  ficdersclinittig.  Endilolde  des  Stengels  6  —  8''  im  Durchmesser,  seitliche,  die  sich 
späterhin  über  jene  erheben,  beträchtlich  kleiner,  ßlüten  alle  fruchtliar,  wohlriechend.  Früchte 
eifürmig,    braun. 

Eiweiss  ausgehöhlt,   halbkugelig  oder  sackartig. 

13.    Gruppe.      CORIANDREAE.      CORIAIVBJER. 

GMn^ÄcnsjE» 

Frucht  kugelig  oder  2 -kopiig -doppelkugelig.  Ilalbfrüchte  mit  5,  etwas 
wellig  hin  und  hergebogenen  Hauptrippen,  seitliche  2  vor  dem  scharf- 
kantigen Rande  stehend,  und  4  mehr  vorragendeu  IXebenrippcn;  sämmt- 
lich  ungcllügclt. 

45.     CORIAI¥DRUITI.     COniAlVIfJEM, 

LiNN.    Gen.    n.  850. 

Kelehsaum^5 -zähnig.  Fruclit  kugelig.  Randbliifen  grösser, 
und  äussere  Kronblätler  derselben  strahlbildend.  Nebenrippen 
scharfkielig.    Rillen  slriemenlos.     Gesehl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige  unbehaarte  Kräuter,  einfach-  oder  mehrfach -tiederspaltig. 
Dolden  3 — 5-strahlig.  Hülle  nicht  vorh.inden  oder  1-blättrig,  Hüllehen 
etwa  3 -blättrig.      Stempelpolster  kegelförmig.     Kronen  weiss. 

1.    r.  .sativum.    Gemeiner  Coriander»    Untere  Blätter 

1-fach-  obere  2 — 3-facli-fiederspaltig;  Blattabschnitte  jener  umgekehrt- 
eirund, 3-lappig  und  eingeschnitten,  dieser  schmal  lineal,  tief  gespalten ; 
Uüllcheu   halbirt. 

LiNN.  Sp.  pl.356.  Koch  Syn.  1.353.  Sturm  Deutsehl.  Fl.  H.  3.  Schk. 
Handb.  I.  T.72.     Hayne  Arziieigew.  \1I.  T.  13. 

In  der  INähe  von  Ortschaften,  auch  wohl  unter  der  Saat,  auf  magerm 


Hedern.  ARAK.IACEAE.  253 

oder  steinigem  Boden,  selten  verwildert  {Hs.  auf  dem  Kratzenberge  Iiei 
Cassel  in  der  l>iähe  der  Steinbriielie).     Juni,  Juli. —    August,  September. 

Stengel  I  —  "2'  hoch,  AliscliniUe  der  gnincUfändigen ,  sich  meistens  bald  verlierenden 
Blätter  '/j"  breit,  die  den  oliern  sehr  fein  zcitheilt,  kaum  '/a'"  breit.  Dolden  lang  ge- 
stielt. Durch  die  kugeligen  hiass  graugelhen  Früchte  sehr  ausgezeichnet.  —  Der  Geruch 
«anzenartig. 

GM  n'MRUIjICIfms. 

Phartnaceutisch-JfKeiliciitisches*    Früchte  officmell  (Se 

mina  Coriandri).  f'orwaltender  Iteslnndth.  ätherisches  Ol;  ausser- 
dem Elain  nebst  mehrern  Stoffen.  Anwendiinfß  als  Pulver  oder  im 
Auf'rjuss.  Präparate  sind  Confectio  seniinis  Coriandri,  als  blähunfftrei- 
bendes  tnaf/custärkcndes  Mittel. 

Ökonomisches»  Gewürz  an  Speisen,  dessen  häufifjer  Gennss 
indessen  Schwindel ,  Heiserkeit  u.  s.  w.  veranlassen  soll. 

XliV.     ARAIilACEAE. 

JUSS.    Diet.    II.    348.        Araliaceac    u.    Corneae    D£    CaIVD.    Prodr.    I^^'.    2.51.    271. 

Kelchröhrc  mit  deiu  Fruchlknoten  vervyachseiij  Saum  4 — 5- 
zähnlg;.  Kronhlattcr  4  —  5,  oder  10  —  lÖ^^  dem  Rande  einer 
obersfändigen^Scheihe  eingefügfj  in  der  Knospenlage  klappig. 
Staubgefässe  Ö,  mit  den  Kronblättern  eingesetzt  und  mit  diesen 
abwechselnd,  oder  10.  Frucbtknote  2-  oder  mebrfächerig,  Fä- 
elier  mit  i  bangenden  Ei.  Griffel  1  oder  mehrere.  Frucht  bee- 
ren- oder  pflaumenartig.  Samen  mit  fleischigem  Eiweiss  und 
geradem  Keim,  das  Würzelchen  zum  iXabel  gewandt. —  Sträuche 
mit  ncbenblattlosen  Blättern. 

1/^orkoiiiiuen.     Humus-,    mergel-   oder  kallilieliend. 

Gehalf.  Hedera  ausgezeichnet  durch  eine  harzitje  Sttbstanz,  Gummi, 
Harz,  Ajjfelsäure,  Holzfaser  u.  s.  ru.  enthaltend,  Coriius  sanguinea  durch 
Gehalt  von  Zucker  und  Pflanzensäure  in  den  Früchten ,  daneben  fettes 
Öl,  Färbestoff'  u.  s.  v). 

1.     H£DERA.     JEPMJEU» 

LlNN.    Gen.    n.  283.    mit   Abander. 

Kelchsaum  mit  5  kurzen  Zähnen.  Kronblätter  5  oder  10. 
Eben  so  viele  Staubgefässe  und  Griffel.  Beere  5-  oder  10 -fä- 
cherig.     Gcschl.  Syst.  V.  1. 

Kletternde  oder  rankende,  Luftwurzeln  treibende,  immergrüne  Sträu- 
che (Bäume).     Blätter  einfach,    ganz   oder  gelappt.     Blüten  in  Dolden. 

1.  H.  Helix.  Gemeiner  JEpheU,  Stengel  mit  wurzelarti- 
gen Fasern  sieli  anklammernd,  Blätter  winkelig-gelappt,  an  den  blühen- 
den Asten  eirund,  spitz;   Blütendolden  einfach. 

LiN\.  Sp.  pl.r292.  Chi.  ban.  242.  Koch  Syn.  1.  333.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  2.5.  ScuK.  Handb.  I.  T.  49.  Fl.  dau.  t.  1027.  Engl.  bot. 
1. 1267.     IlAyNE  Arzneigew.  IV.  T.  14. 

An  Bäumen,  Mauern  «ind  Felsen,  in  schattiger  Lage,  auf  feuchtem 
humushaltigem  Boden,  sehr  häufig.  September,  October.  —  April  des 
folgenden  Jahrs. 

Blatter  lang  gestielt,  leJerartig,  dunkelgrün  und  glänzend,  oft  bunt  geädert.  Kronen 
grünlich- weiss.       Beeren    blauschwarz,   —       INur    alte    starke    Stöcke   kommen    zum    Blühen. 

ge:  irjERBZ,iciiE:is. 

JPharmaceutisch'  JBEedicinisches*     Die  frischen  Blätter 

auf  Fontanellen,    ß^F^undeu   und  Geschwüre ,    geqtietscht  zur   Vertreibung 


254  ARAlilACEAE.  Comus. 

i'on  Uttfjezicfer  bei  Menschen  tind  Thicrcn  im  GehrnMch.  Die  jmrfjirende 
lirnf'l  der  Heeren  wird  nur  noch  vom  Landmunn  benutzt,  und  selten  noch 
das  Harz  in  Pulver-  und  Pillenf'orm  innerlich  in  Anwendung  kommend. 
VechnischeSt  I\ur  in  südlichem  Getjendcn  fliesst  das  Ilarz ,  ein 
Balsam  und  ein  Gummiharz  enthaltend,  so  reichlich  aus,  dass  es  zur  Fir- 
nisshereitunfj  u.s.w.  benutzt  werden  kann.  liliitter  und  junge  Triebe, 
Gerbestoff'  enthaltend ,    färben   fVolle  (jelbbraun. 

^,     CORPUS.     H^RVMMJEGXXi, 

LINN.    Ge...     n.    US). 

Kelolisanm  4-zäliniff.  luonbläitcr  und  Staubgcfässe  4.  Pflau- 
me mit  2 -fächeriger  Schaale,  Fächei-  1-sauiig.     G.  Syst.  IV.  1. 

Baume  (A.  2.),  Sträiiclic  (A.  1.)  oder  melirjälnige  Kräuter  (A.  3.). 
Blätter  gegen-  (selten  Avechsel-)  ständig,  ganz.  Blüten  end-  und  ast- 
acliselständig,  in  Köpfen  und  Dolden  mit  Hüllblättern,  oder  in  Trug- 
dolden oline   Hüllblätter. 

I.    C  sangiiiiica.    Hother  Martriegel.    Blätter  ellij.- 

tiseb,    spitz;    Trugdolden   llach,    ohne   Hülle. 

LiKN.  Sp.  pl.  171.  Chi.  bau.  241.  Koch  Syn.  I.  334.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.48.  Sturm  Deutscbl.  Fl.  H.52.  Fl.  dän.  t.481.  Engl.  bot.  t.249 

In  Gebüschen,  Hainen  und  im  INiederwalde,  auf  frischem  lehmigem 
oder  mergeligem  Boden,    häufig.      Juni,  ,1uli.  —    September,  October. 

Rinde  alter  Stammclien  aScligraii.  Zweige  gerade,  scIilauU,  im  Herbste  Miitrotli,  oft 
mit  einem  grünen  Sfrcil'.  Blatter  breit,  im  Herlisle  gelb  und  rolli  sieh  färbend.  Kron- 
blätter   lanzeltlicb,     weiss.       Friiehte    kugelig,    seliwarz    mit    griinlicliom    Fleiseb. 

«.    C  inaseula.   Gelbhlühender  Martriegel.  Blätter 

elliptisch,  lang  zugespitzt;  Dolden  kugelig,  vor  dem  Blattausbruche 
blühend,    Hüllblätter  etwa  so   laug  als  die  Dolde. 

LiNi^.  Sp.  pl.  171.  Chi.  hau.  240.  Koch  Syn.  I.  354.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  31.     Schk.  Handb.  I.  T.  24.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.52. 

In  Gebüschen  und  an  Zäunen,  auf  humosem  Kallistein  im  Untergrunde 
führendem  Boden,  hier  und  da  veiwildert.  März,  Anfang  Aprils.  — 
Ende  Se])tembers,    October. 

Rinde  alter  Stämme  stbwai*7.grün ,  der  Zweige  grünlich  oder  grünröthlich.  Blüten  die 
Zweite  voll  bidcckend.  Kronblulter  goldgelb.  Früchte  ellipsoidiscli,  knorjielig,  gläniend- 
kirschrolb. 

».    C  siiecica.    Schwedischer  Martriegel.     Stengel 

krautig;  Blätter  eirund,  fast  sitzend,  5  — 7-nervig;  Dolden  gabelständig, 
Hüllblätter  doppelt  so  lang  als   die  Dolde. 

LiNN.  Sp.  pl.  171.  Fl.  läpp.  t.5.  f.  3.  Chi.  hau.  241.  Koch  Sjn.  I. 
355.     Fl.  dau.  t.5.     Engl.  bot.  t.  310. 

In  lichten  Holzungen,  auf  sumplig-torfigem  Boden,  im  nord-wcstlichen 
Theilc  des  Gebiets,  die  Südgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend, 
auf  einen  geringen  Umkreis  beschränkt  {Hl.  zwischen  Rendsburg  und  der 
Glashütte—;  Hn.  Friedelnng  in  Ostfriesland  im  llopelsbusch  — ;  Ol. 
unweit  des  Försterhauses  bei  Upjever,  auf  dem  Ammerlande,  im  Burg- 
dorfer-Holz  und  an  den  Wiesenrändern,  Langenhörne  zwischen  "Wester- 
stede und  Burgforde,  Seggern,  Mansier  Eseh,  Elmeudorfer- Büsche  am 
Zwischenahncr  Meer,  bei  Zwischenahn  nach  Oldenburg  zu).  Juni,  Juli.  — 
August. 

Stengel  6"— 1'  hoch,  buschige  Horste  bildend,  i-kanlig,  unten  in  Bläller  überge-" 
hende  häutige  Sehupj.en  tragend.  Blätter  sämnitlich  gegenständig,  kurz  gestielt  oder  sitzend. 
Dolden  zwischen  2  unfruchtbaren  Seitenzweigen  endständig,  lang  gestielt.  Hullc  kromihn- 
lieh,  4 -blättrig,  weiss  oft  röthiich  angehaucht.  Blüten  klein,  zum  Theil  fehlschlagend. 
Kronen  brnunroth.  Früohle  zu  10—15  in  nickende  Köpfe  zusammengedrängt,  fast  so 
gross    als    ■Vogelbeeren,    kugelig,    am    INabel    eingedrückt,    fleischig,    scharlaehroth. 


riscuui.  I.ORANTlIA€EA£.  255 

e  je;  i§^x:bbx,ichx:s. 

technisches  u.  ÖJconomisches.    ^n.  1.  und  2.  zu  Heckcn- 

anlaqcn  im  Gebrauch.  Das  ffelbliclnucisse ,  sehr  feste  und  dauerhafte 
Hotz  von  A.2.  so  wie  das  röthliche ,  harte  und  zähe  Holz  von  A.l.  zu 
Drechsler-,  Fabrik-  und  gerinrjen  Geschirrhölzern  vorzüglich.  Früchte 
von  A.  S.  auf  mehrfache  ff 'eise  eintfemacht ,  einackocht  und  (/ebackcn 
essbar,  auch  einen  vorzüglichen  hrantwein  liefernd;  von  A.  1.  iilfjebend. 
Rinde,  Zweitje  und  Blätter  beider  Arten  in  der  Gerberei  und  Fär- 
berei brauchbar.  A.3.  sowohl  blühend  als  fruchttragend  eine  Zierpflanze 
der  Gärten. 

XliVI.     IiORA]\fTHACEAE. 

JULMISVKJjAnT'MGM   P FIj A.N'EMW. 

noN  Tiodi.   fl.   i.oij.    14-2.      DE    Cand.   Prodi.   IV.   -m. 

Kelcliröhre  mit  dem  FriiclitUnoten  verwachsen.     Saum  fi;anz. 


■blind 
en  Kron- 


en, 


gezähnt  oder  lappig.  KronJilaller  4,  oft  an  der  Basis  vc 
mitklappiger Knospenlage.  Vier  Staubgefässc  vor  d 
blättern  siebend,  oft  obnc  Träger.  Frnebiknote  1-fäeberig  mit 
einem  aufreebten  Ei  und  kopfförmiger  oder  sitzender  IVarbe. 
iFrucbt  eine  Beere.  Same  mit  fleisebigem  Eiweiss.  Keim  um- 
gekebrt,  das  Würzelcben  vom  Nabel  abgewandt.—  Blätter  ge- 
genstäncüg",   obne  Nebenblätter. 

17orkouiiuen.  Paiasitiscb.  Die  mcLrslen  Arten  in  den  Iropcnlän- 
tlein  /ii  Hause. 

Gelialt.  Ausgezeichnet  durch  den  Vogelleim  (Fiscin).  Ausserdem 
eifjenthümlicher  Extractivstoff,   Schleim,    vielleicht  auch  ätherisches  Öl. 

1.     VI  SC  UM.     MISODMIi, 

I.INN.    Gen.     n.   llO.i. 

Blüten  1-  oder  2-bäusiff.  Männl.  Kein  Kelch.  Kronblätter 
an  der  Basis  verbunden.  Stanbgefässe  ohne  Träger  den  Kron- 
blättern angewachsen.  Weibl.  Kelehr.Mid  ganz,  kaum  wahr- 
nehmbar. Kronblätter  getrennt.  Kein  Griffel,  Narbe  sitzend. 
Einsamige  Beere.       Gesebl.  Syst.  XXII.  4.    - 

Strauch-  ofler  baumartige  Gewächse  mit  oft  immergrünen  leclerarti- 
gen  oder  fleischigen,  meist  ganzrandigcn  Blättern.  Blüten  hlaltwinlsel-, 
astachsel-   oder  endständig,  einzeln  oder  auf  mehrfache  Weise  vereinigt. 

1.  \»  allllllll.  Gemeine  Mistet,  Stengel  gaheltheilig- viel- 
ästig; Blätter  lanzett-spatelförmig;  Blüten  endständig,  zu  3 — 5  geknäuelt. 

LiNN.  So.  pl.l451.  Chi.  hau.  243.  Koch  Syn.  I.  354.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  85.  Scuk.  llandh.  IV.  T.  320.  Fl.  dan.  t.  1657.  Engl.  bot. 
t.  1470.     Havkk  Arzneigew.  IV.   T.24. 

Als  Schmarotzgewächs  in  den  Kronen  von  Linden,  Apfel-,  Birn-  und 
V^^allnussbäuincn,  Eichen,  Vogelbecrbäumen,  Pappeln,  Birken  und  meh- 
rerer Laubhölzer,  auch  auf  Riefern,  seltener  auf  Fichten.  Februar  bis 
April.  —    October,  November. 

Riiiiilliclie,  iimiiorgelbgriine  claslisrL  -  zälie  Siräucbc  von  1  —  2',  selten  hi.s  4'  lliilie,  mit 
ninilcn  Ä.slen  nnil  stiellosen,  scluvach  3  —  5'-nervigen,  Blättern.  Blüten  unanselinlieJi. 
Beeren  \on  der  Grösse  der  Joliannisbeercn  ,  weiss,  srlileiniig  und  süss.  —  Die  heiigige 
Wurzel  dringt  diirih  die  Rinde,  treibt  »erlangerle  Fasern  dnreli  den  Bast  in  den  sal'ligen 
Splint    der    BSnnie    nnd    entnimmt    ans    diesem    die    unterirdisclie    I>'.ilirung    der    Pflanze. 

GM  1VJER1BI.ICMES. 

VechniSCheS»  Der  aus  den  Beeren  bereitete  Fogelleim  ist  zum 
f'ogelfanf/c  nicht  brauchbar. 


256  €APRIFOI.lA€£AE.  Adoxa. 

OJcononiiSChes,  Diosselartiyen  Vö(]cln  sind  die  Beeren  eine  ijnte 
I\alitinii/.      Zweiije  und  Blätter  f'risst  das    f'ieh. 

ULIiVII.     CAPRIFOIilACEAE. 

JUSS.     Gen.     110.    AI.Hi.    •-'.    aiisgosoLl.         ItE    C.Ayn.    I'ro.tr.    IV.    321. 

Kelch  mit  der  Friich(  röhre  verwachsen.  Krone  auf  dem  Frnchl- 
knoten  silzendj  regelmässig  oder  unregelmässig,  Saum  4^  5- 
spaltig.  Staubgefässe  der  Krone  eingesetzt,  mit  den  Zipfeln  der- 
selben abwechselnd,  und  von  gleicher  oder  geringerer  Zahl. 
Fruchtknote  3  —  5-fächerig,  mit  1-  oder  mehreiigen  Fächern. 
Eier  hängend.  Samen  mit  fleischigem  Eiweiss  und  geradem 
Keim  in  dessen  Mitte,  das  Würzelchen  zum  INabel  gewandt.— 
Blätter  gegen-  oder  wirtelständig,  mit  oder  ohne  INebenblätter. 

TorkuniJiien.  Mancli«;  liodeiivag,  (locli  incistens  Feuehtiglicit  lieljciid, 
elnis«;  l.alklxild. 

Gehalt.  In  den  Blüten  mehrerer  ätherische  Öle,  in  den  Früchten 
der  mehrsten  und  in  den  Rinden  einitfer  Färhesloff'e.  In  den  erstem 
mancher  scharfe  und  purijirende  Stoffe.  Mehrere  Stoffe  noch  nicht  hin- 
reichend untersucht. 

1.   Gruppe.     SAMBüCEAi:.     Fl.Emn MRGMirÄCHSH. 

Krone  radföriiiig.     Griflel  oder  Narlien  3 — 5. 

t.     AIIOXA.     BI^JiMKUjäflT. 

LlNN.    Gen.     n.  .'Sül. 

Kelch  halb  obersländig  mit  bleibendem  2—3-,  seltener  4 — 5- 
lappigem  Saum.  Kronröhre  sehr  kurz  mit  5;,  an  der  Gipfelblüte 
4- spaltigem  flachem  Saum.  Staubgefässe  5  oder  4,  tief  gespal- 
ten zwischen  den  Sanmzipfeln.^  Griffel  5  oder  4.  Viersamige 
Beere  mit  häutig  geränderten  Samen,     Geschl.  Syst.  VIII.  4. 

Mchrjalirige,  zarte  unl)el»aarte  Kräuter  mit  tvriccliender  Wurzel.  Sten- 
gelblatter gegenständig,  3 -schnittig,  \^^urzell»lätter  lang  gestielt,  doppelt- 
3 -schnittig.     Blüten   in  einem  E^ndköpfchen. 

I*  A.  ITIojiicliatellina.  Genteine*  BisantJeraut*  Wur- 
zelstock mit  lleiseliigen  Schuppen;   Blattahschnitte  3  —  5 -lappig. 

LiNN.  Sp.  pl.527.  Chi.  han.  242.  Kocu  Sjn.  I.  3-j5.  Scuk.  IlandJi. 
I.  T.  109.  a.     Fl.  dan.  t.  94.     Engl.  bot.  t.  453. 

In  Wäldern  und  Ilainen,  auch  zwischen  Gebüsch,  auf  schattigem  oder 
feuchtem,  Baummoder  und  unzersetzten  Humus  haltendem  Boden,  ziem- 
lich häufig.     März,  April.  —    Mai. 

Stengel  '2  —  4"  hocli,  einzeln  otler  oft  paarweise,  >iereeliig,  ilnrclisclicinend.  Blätter 
zart,  Llassgrün.  Wurzelblatler  1 — 3,  Stengellilätter  2,  liurz  gestielt,  Bliitenköpfehen  eckig, 
Blüten    ganz    kurz    gestielt,     gelblicligriin ,    nach   Moschus    rieclienil. 

9,     SAIflBUCUlS.     FIäEMB^EM. 

LiNN.    Gen.     n.  372. 

Kelch  bleibend,  5-zähnig.  Kronsanm  5-spaltiff,  zuletzt  zu- 
rückgebogen. Staubgefässe  5.  Drei  sitzende  Narben  ohne  Grif- 
fel.     Beere   1 -fächerig,  3  — 5 -sämig.     Geschl.  Syst.  Y.  3. 

Bäume,  Sträuche  (A.2.  3.),  oder  Stauden  (A.  1.).  Blätter  gegenstän- 
dig, ftedcrsehnittig,  an  der  Basis  mit  2  Nebenblättern  oder  2  Drüsen. 
Trugdoldcn   oder   ilispen  endständig,    einzeln. 

1.    S.  Ebiiliis.    Zwerg-Flieder  {Attich),    Stengel  krant- 

artig;   IXebcnblätter  eirund,  gesägt;    Blüten  in  3-spaltigeu  Trugdolden. 


vibiirimni.  €APRIFOL.lA€EAE.  257 

LiNN  Sp.  pl.385.  Chi.  Iian.  359.  Koch  Sjii.  I.  356.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  Forts.  T.  10.  Schk.  Ilaiulh.  1.  T.  83.  Fl.  daii,  t.  1156.  Engl, 
liot.  t.  475.     IIayne  Arzneigew.  IV.   T.  1-5. 

Auf  A^'i^ililplätzen,  Triften  und  Äcl;crn,  auf  feucliteni  Lindeiicl-lelinii- 
gem  Oller  thoiiigem  Boden,  hier  und  da,  heerdenwcisc.  Juli,  August. — ■ 
September. 

llühe  2  —  4'.  BIStler  meist  mit  7 — 9  lineal  -  lanzettförmigen  Ahsclinitten.  Blüten 
stark  widerlich  riecliend,    Kronen  weiss,    aussen  rötLlicIi,    Beutel  dunhelrotli.       Beeren  sebwar?,. 

3.    S.  nigra.    Gemeiner  Fiieder*    Siamm  strauch-  oder 

baumartig;  Webenblätter  nicht  vorhanden  oder  durch  W^arzen  angedeu- 
tet;   Blüten  in  rispenartigen,   5 -spaltigen  Trugdolden. 

LiNN.  Sp.  pl.385.  Chi.  hau.  360.  Koch  Syn.  I.  a)6.  Reit.  h.  Abel 
Holzart.  T.  37.  Schk.  Ilaudb.  I.  T.  83.  Fl.  dan.  t.  545.  Engl.  bot.  t.  476. 
Hayne  Arzneigew.  IV^   T.  16. 

In  Hainen,  Vorhölzern,  Hecken  und  an  Gewässern,  auf  feuchtem 
humushaltigem  Boden,    allgemein  rcrbreitet.     Juni,  Juli. —    September. 

Rinde  geÜilicligran  mit  Warzen,  junge  Äste  mit  starker  Markrolne,  Mark  fein,  wei.ss 
und  leiclit.  Blallalisclinilte  eirund  -  elliptiseli ,  zugespitzt.  Blüten  etwas  ketüuhcnd  ricehend, 
Kronen    gelliliclnveiss ,    Beutel    gell).    Beeren    schwarzpurplnn. 

3.  ^.  raceiiio^a.  Vrauben' Flietler»  Stamm  strauch- 
artig;   l^ebenblätter  hinfällig;    Blüten  in  eiförmigen   Rispen. 

LiNN.  Sp.  pl.386.  Chi.  han.  360.  Koch  Syn.  I.  Sö6.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  38.     Schk.  Handb.  I.  T.  83.     Jaco.  Ic.  rar.  I.  t.  59. 

In  Gebirgs-  und  Bergwaldungen,  auf  frischem  humosem  aber  stein- 
haltigem  Roden,  die  Nordgrenze  der  (europäischen)  Gesammtverbreitung 
in  der  Linie  von  Hannover  (Deisler)  und  Osnabrück  erreichend,  ziemlirh 
häufig.     Mai.  —    August. 

Hube  8 — ^10'.  Binde  der  A.  2.,  ohne  den  uuangciielimen  Gerucb  derselben.  Die 
jungen,  anfänglich  krautartigen  Triebe  rülblicb.  Knospen  gross,  aufgescbwollen,  rothbraun. 
Blattabscbnilte  lanzetliormig,  lang  zugespitzt.  Kronen  grünlichgelb,  dann  gelliliehweiss. 
Beeren    scharlachroth. 

GM  WrMRBZ.ICHJES, 

PharntaceUttSCh-]f£edicinisches,  Blüten  und  Beeren  von 
j4.2.  of'ficinell  (Flores  et  Raccae  Sambuci).  f'orwal  tende  Be  s  tnndth. 
ätherisches  Ol  in  den  Bliinten  und  f'avhi<jcr  Extractivsto/f'  in  den  Beeren, 
^nw endutnj  der  Blüten  innerlich  im  Theeniifffiiss  und  in  Mixturen, 
als  schvieisstreibendes  Mittel;  üusserlich  in  Pulverform  zu  erweichenden 
und  zertheilenden  Cmschlfir/en.  Präparate  sind  Aqua  destillata  und  Acc- 
tum  Sambuci,  von  den  Beeren  Roob  Sambuci.  Roob  Ebuli  von  den 
Beeren  der  A.  1.  stärher  als  jenes  xvirhend,  fast  nur  noch  im  Ilausye- 
hraurh. 

VechnischeS»  Bie  Blüten  von  A.  2.  ein  ätherisches  Öl  liefernd. 
Binde  und  Beeren  aller  3  Arten  Färhestoffe  enthaltend  und  letztere  von 
Art.  1.  und  2.  zur  fJ^ein-  und  Brantweinijewinnunrj  anwendbar,  erstere 
esshar,  zum  ff 'einfärben,  zutn  f'ütjelfauff ,  f'öfjelfütterunfj  u.s.w.  zu 
f/cbrauchen.  Das  harte,  zähe  und  f/elbliche  Holz  der  Art.  2.  und  3.  vom 
Tischler  und   Drechsler ,    auch  zu  einffeletjten  Arbeiten  fjesucht. 

ÖJcononiiScheSt  Art.  2.  und  3.  Zienjewächse  in  Lustfjebüschen. 
Die  Blätter  aller  3  Arten  werden  vom  f'ieh  ff e fressen.  Die  Beeren  der 
A.  2.  sollen  für  hühnerartirjc   f'öfjel  ein  Gift  seyn   (?). 

Forstliches  Verhalten,  f'erdienen  als  schlechtes  Brandholz 
selbst  im  Niederwalde  die  Fortpflanzung  nicht. 

3.     VIB1JRI¥UI?I.     SCMUjIWGSTUAUCM. 

I.I1NN.    Gen.    n.  370. 

Kelch  oberstäntlig,  bleibend,  ta'it  5-zäbiiigera  Saum.    Krone 


258  CAPRIFOI.IACEAE.  Lonicera. 

etwas  filocliig  otler  röhrig,  5-lappig.  Slaul»gef;issc  5.  Drei 
sltzcndo  I\arl)en.     Beere  1-saniig.     Gcsclil.  Syst.  Y.  1. 

Baume  oder  Stiäucln-  (Art.  1.2.).  «lättcr  s<M;cusliiii(lig,  eiiilacli,  ol.iu- 
odr-r  mit  hinfälligen  .^clx'nljialtorn.      Tiiigdoltlen  «ndständig,    einzeln. 

f.    V.  Tiaiitaiia.     Jf^olliger  Schlingstrauch,     Blüüer 

eirund  mit  licrzlörmiger  Basis,  fein  gesägt,  nelist  den  Astciieu  stern- 
haarig,  unterhalb  runzelig- tilzig;    Trugdoldc  mit  Ilüllltlättern. 

LiNN.  Sp.  pl.34Ö.  Chi.  han.  360.  Koch  Syn.  I.  6ä(].  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  41.  Schk.  Ilandb.  1.  T.  81.  Sturm  Dculschl.  Fi.  H.  27.  Jacq. 
Fl.  anstr.  1\ .   t.  341.     Kngl.  bot.    t.331. 

In  Berg^valdungen  un<l  Hainen,  auf  thonigcm  l.allilialtigem  Boden,  die 
Nordgrenze  des  Yorhomniens  in  Deutsehland  am  Harze  erreichend,  an 
einzelnen  Stellen  aber  dann  meistens  häufig  {Pr.  Halle,  Gutenberg,  im 
Hagen  bei  Esperstädt,  WarkBölitz;  Halberstadt,  Bleicherodc — ;  Schw. 
Franl<enhausen,  Sondershausen — ;  Hu.  Steigcrthal,  Windehäuserholz — ; 
ly.v.  Bielstein,  Höllenthal,  am  Altenstein,  Langenberge — ).  Mai,  Juni. — 
October. 

Hühc  4  —  6'.  Rimle  bruiiiigrün ,  iinlcn  rissig.  Junge  Zweige  liiegsam,  mit  gclblicb- 
weissiT  Wolle  überzogen.  Blätter  gross,  fast  Icder-irlig  mit  starken  weisslichen  Adern, 
ßlütcn  in  srbüucn  Tnigdolilon,  ivoblriecbend  ,  Kronen  neiss.  Friirble  |>flaumcnartig ,  eirnnd- 
licb,    zusaninu'ngcdrürkl ,    erst    gelbjjrün ,    dann    bocbrolb,    zuletzt    scbwarz. 

».    V.  Opiilus.     Gemeiner  Schlingstrauch,     Blätter 

3  —  5-lappig,  grob  sägczähnig;  am  Bande  der  Trugdolden  stehende  Kro- 
nen mehriacli  grösser,    strahlbildend. 

LiNN.  Sp.  pl.384.  Chi.  han.  361.  Kocii  Syn.  I.  356.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  .52.  Schk.  Handb.  I.  T.81.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  27.  Fl. 
dan.  t.661.     Engl.  bot.  t.  332. 

In  Hainen,  an  Waldrändern,  Fluss-  und  Teichufern,  auf  feuchtem 
Boden,  häuilg.     Mai,  Juni.  —    August^  September. 

Höbe  10— l'j'.  Kinde  IVin ,  bcllascbgran,  an  den  Zweigen  glalt,  graubrann.  Ge- 
stielte r>riison  und  '2  abfiilligo,  jifrieuicnlorniige  Nebenblätter  an  der  Basis  di-r  Bliillslii'lc. 
Trugdolden  gross  und  (lacb.  Kandbliiten  nnl'rucbtbar.  Beeren  ellipsnidiscb  -  rundlieb  ,  dnieb- 
scbeinend    sobarlacbrotb ,    meistens    den    Winter   über    sitzen    bleibend. 

Technisches  u.  ÖTeonontisches,    A.  1.  des  weichen  hief^sn- 

menlloHes  lucfjen  zufl'ieden,  I'^assreif'en,  Schlinffen  anwendbar,  die  jun- 
gen schlanken  Triebe  die  türkischen  Pfeifenrohre  liefernd.  Das  harte, 
zähe  Holz  von  A.  S.  zu  Drechslerwaaren  und  hleinen  Gcrüthsehaften. 
Die  Früchte  beider  Arten  Färbestoffe  enthaltend  (Annal.  d.  Pharinae.  EF. 
287.),  zur  Branteweinbereitunff  anwendbar ,  und  eine  Nahruufj  drossel- 
artit/er  f'of/cl.  A.  2.  Zierstrauch  in  JLusttjebüschen ,  wo  sie  leicht  die 
bekannte  Abart  mit  lauter  Strahlblüten  (Schneebälle)   liefert. 

Forstliches  Verhalten,  f 'erdienen  als  schlechtes  Braudholz 
auch  im   ISiederwalde  die  Fortpflanzuntf  nicht. 

2.  Gruppe.     LONICERE  AE.     i:  0]V I CMREJW G EUt^Ä  CH SU, 

Kronen  röhrig  oder  glochcnförmig,  oft  unrcgelmässig.  Grifl'el  faden- 
förmig. 

4.     liO:^ICERA.     XiOWMCXnX!, 

LiNN.    Gen.     n.    233.       Art.    ausgescbl . 

Kelchsauiii  kurz,  5-zähing.  Krone  röhrig  oder  triehter- 
glockciiförmig  mit  unreffelinässigem  ö-spaltigem  Saum.  Staul)- 
gefässe  5.  INarhe  kopfförmig-.  Beere  den  Kelclisaum  ahwerfendj 
2-3-fäeherig.     Gcschl.  Syst.  V.  1. 


iJnnaea.  €APRIFOI^l4€EAE.  259 

Aufrecht  oder  -wiiuloml.  Blätter  gcgcnsliindig,  gestielt  oder  sitzend, 
ohne  INeljenl)lätter.  Blüten  hlattwinkelständig  in  verscliledeiier  Ziisani- 
nicnstelhing. 

•j-     Blüten    liopri'üiin  ig- "  i  r  tel  ig.        Beeren     i  n  in     K  c  I  e  li  e     gelirünl. 
S(eiigel_    windend. 

i.    li.  Caprifoliiiin«    Ächte  MJonicere  (Geisblatt), 

Das  endständige  Blütenköpfcben  sitzend,  ohere  Blätter  paarig  verwachsen. 

LiNN.  Sp.  pl.  246.  Kocii  Syn.  I.  857.  Gihmp.  Holzart.  T.6.  Jaco. 
Fi.  austr.  IV.  357.     HAY^E  Arzneigew.  II.  T.37. 

In  Ileclien,  auf  huniosem  Boden,  hier  und  da  halb  verwildert.  Juni, 
Juli.  —    September. 

Bh.ller  iiuigehelirteirun.l-liinglieli.  Blüten  in  6 -Mutigen  Quirlen,  Kronen  raclienfürmig, 
aussen    weiss,    »on    der   Basis    lier   riitliliili,     innen    anfänglicli    weiss,    dann    gelblieli. 

Ä.  li.  Perl clymen Will.  Jteutsche  Iionicere  (Geis- 
blatt),    Blütenliöpfcbcn  gestielt;   Blätter   säninitlich  getrennt. 

LiNN.  Sp.  pl.  247.  Chi.  han.  358.  Roch  Sjn.  I.  357.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  71.  Sciik.  Ilandb.  I.  T.  40.  Fl.  dan.  t.  908.  Engl.  bot.  t.  800. 
Hayne  Arzneigew.  II.  T.  38. 

In  Hainen,  Vorhölzern,  an  "Waldrändern  und  in  Ileclsen,  auf  frischem 
Lehmboden,  häuiig,  gegen  Süd-Osten  abnehmend.  Juni  bis  Septem- 
ber. —    September,  Octobcr. 

Blätter  eirund -ellipliscli,  unten  beliaart  und  auch  buelitig- eingeschnitten  variirend  (L. 
Periclym.  t.  pu!)escens  und  v.  .[uerelf.  Chi.  han.  das.).  Blüten  hald  mehr  bald  weniger 
drüsig -haarig,  wohlriechend,  Kronen  rachenformig,  aussen  riithlich,  später  gelh ,  innen 
gelhluh- weiss. 

ff    Blüten     zu     ziveien.        Kelehsaum     abfallend.        Stengel     aufrecht. 

3.    li.  Xylosteniii.    MKecTeen- Mjonicere  {MecTeenkir. 

sehe),  Blütenstiele  2 -blutig,  zottig,  so  lang  als  die  elliptischen,  weich- 
haarigen Blätter. 

LiNN.  Sp.  pl.  248.  Chi.  han.  .359.  Koch  Syn.  I.  357.  Reit.  u.  Abel 
T.  46.     Fl.  dan.  t.808.     Engl.  bot.  t.  916. 

In  llecheu,  Hainen  und  Vorhölzern,  auf  kalkhaltigem  Boden,  ziem- 
lich häufig.     April  bis  Juni.  —    September. 

Ilolie    4 6'.       Binde    aschgrau.       Junge    Triebe    behaait.       Kronen    hlassrülhlich ,     später 

weiss,    dann    gelblich.       Beeren    frei    oder    verwachsen,    rolh. 

GM  nERBriCHJES, 

ÖTcononiisches,  yirl.l.u.2.  Zierpflanzen,  besonders  zu  Lauben 
ttnd  n^mulbeklcidunffen  tfceifjnet.  Das  sehr  harte,  zähe  Holz  von  .4.3. 
zu  LadestiicUen  und  ähnlichen  fVaaren  vorzüfflich.  Genuss  der  Erbre- 
chen ttnd  Purf/iren  bewirkenden  Beeren  kann  sehr  ffef'ährlich  tverden 
(C^SPER  rVochenschr.  Mai  1S34.  ScnMIDT  Jahrbb.  f.  d.  tjesamnite 
Medic.  III.  146.). 

5.     lillV^AEA.     JjINNÄK, 

GRON.    in    I.INN.    Gen.    n.  77-4. 

Kelehsaum  5 -lappig  ml»  lanf?  ziigespilzteii  abfälligen  Lappen. 
Krone  gloekig  mit  fasrglcichmassig  5-spalligem  Saum.  Staiih- 
fi-efässe  4,  von  denen  2  länger.  Beere  trocken,  1-samig.  Ge- 
sehl.  Syst.  XIV.  2. 

Mehrjährige,  kriechende,  immergrüne  Stengel  mit  aufrechten,  kurzen 
Ästen,  welche  endständige,  einfache,  2-blütige  Stiele  treiben.  Blätter 
gegenständig  ohne  INebenblätter.     Zwei  Deckblätter  unter  jeder  Blüte. 

1.  li.  borealiS«.  JVÖrtlliche  Xiinnäe.  Stengel  zarthaarig; 
Blätter  rundlich -oval,    sägezähnig  gekerbt;    Blüten  überhängend. 


260  STEIiliATAE.  »lierardia. 

LiNN.  Sp.  p1.  880.  Chi.  han.  a59.  Roch  Syn.  I.  358.  Schk.  Ilanclh. 
11.  T.176.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.17.  Fl.  da»,  t.  3.  Kngl.  hot.  t.  433. 
IIaynk  Arzneigew.  IV.  T.  13. 

In  Natlelholzwaldungcn  der  Ebenen  und  im  Gcl)irgc,  auf  schattigem 
oder  feuchtem  mosigem  Boden,  an  einzelnen  Puncten  (Hl.  im  Wesse- 
loenscr  "V^'^alde  bei  Lübecli :  Jflk.  Mirow  im  Holm,  Ramelow  bei  Fried- 
iand,  Mandelshagen  unweit  Rostock;  Ol.  Stenum — ;  /*r.  hinter  Röpernih 
in  der  Kropstädter  Heide,  nordöstliche  Seite  des  Brocliens  unterhalb  des 
Schncelochs).     Juni,  Juli.  —   August,  September. 

Etwas  holzige,  fadenförmige,  nicdergestreekt  im  Moose  kriccLende,  l.is  '2'  lange  Sten- 
gel. Blatter  etwas  lederarlig,  6  —  7'"  lang  und  5'"  l.reit,  l;nrz  gestielt.  Kronen  3  —  4'" 
lang,    weiss    mit   inwendig   rolbeu,    aussen    gellilitlien    Adern. 

XliTIlI.    SXEIiliATAE. 

LiNN.   Ord.  nat.    R.  BROWN    in   Congo.    Rnhiacearum    trib.       1)E    CaivI).    Prodr.   IV.    p.  580. 

Kelcliiölire  mit  dem  Fruchtknoten  veijvachsen,  mit  4— 6 -lap- 
pigem oder  undeutllehem,  an  der  reifen  Frucht  versclnvindendeni 
Saum.  Krone  auf  dem  Fruchtknoten  stehend  mit  4  — 6-spaIti- 
gem  Saum.  Stauhgefässe  der  Krone  eingesetzt,  von  der  i^alil 
der  Kronzipfel  und  mit  diesen  ahwechselnd.  Fruchtknote  2-fa- 
cherig.  Fächer  mit  1  aufrechten  Ei.  Zwei  meistens  unten  ver- 
wachsene Griffel.  Keim  gerade  in  der  Achse  des  hornartigen 
Eiweisses,  dasWürzelchen  gegen  den  Nahel  gerichtet.'—  Blätter 
ohne  Nehenhlälter,  oft  wirlelsländig. 

Vorkommen.     Bodenvag. 

Gehalt.  Eiijcnthümliche,  hei  manchen  Arten  übereinstimmende  Stoffe, 
die  theils  unvollständifj ,  theils  ffdr  nicht  untersucht  sind.  Fiirbestoff'e 
vorziujlich  in  den  fVrirzeln ,  zum  Theil  auch  im  liraute ,  orfjanische 
Säuren,    bittere  Stoffe,    ätherische  Öle. 

1.   ;shi:rariiia.   sBEnu^nnMXi. 

I.tNN.    Gen.     n.    IJO. 

Kelchsaum  4-zähnig.  Krone  Irichlerförmif?  4-spaltig'.  IVar- 
ben  kopfförmig.  Zwei  verbundene  nussartige  Friichle,  jede  mit 
1  ganzen  und  2  halben  Kelchzalinen  gekrönt.     G.  Syst.  IV.  1. 

Einjährige,  sehr  ästige,  haherige  Kräuter.  Blätter  wirtelständig. 
Blüten  endständig,    büschelig  gehäuft,    fast  sitzend. 

1.    S.  arveiisiN.    AcJeer-^herardie,    Blätter  lanzettlieh, 

fein  gespitzt;  Blütenköpfchen  von  einer  8 -blättrigen  an  der  Basis  ver- 
wachsenen Hülle   umgeben. 

LiNN.  Sp.  pl.  149.  Chi.  han.  372.  Hoch  Syn.  I.  .3.58.  Scuk.  Handb. 
I.  T.  22...  Fl.  dan.  1.4.39.     Engl.  bot.  t.  891. 

Auf  Äckern  und  Brachen,  vorzüglich  auf  mergeligem  oder  kalkhalti- 
gem Boden,  häufig  eingebürgert.  Juni  bis  September.  —  August  bis 
October. 

Wunel  kriecliend,  rötblicb.  Stengel  6— 10"  liocb,  sclilaffästig.  Blätter  scbärflicb. 
Blüten  zu  4  —  6.      Krunen  rosa -lila. 

GJE  U^ERBZ^ICMMS. 

technisches»     Die   fJ'urzel  ist  zum  Rothf'ärben  anwendbar. 
ÖJeonovniScheS»      Den   Schafen    ist,    mehrern  Erfahrungen    nach, 
der  Genxtss  des  liratits  nachtheilig. 


Asperula.  STEIil^ATAE.  261 

».     ASPERUIiA.     WJLXiltlfEJEISVMn, 

I-INIV.    Gen.    n.  I-Jl. 

Kelchsauin  sehr  kurz.  Krone  trichter-  oder  glockenförmig 
mit  abstchenilem  Saum.  IVarhen  kopfförmig.  ZMei  verbunilene 
nussartig'e  Früchte    ohne  Kelchsaum.  ^  Geschl.  Syst.  IV.  1. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjaluige  (Art.  2 — 5.)  Rräutcr  (selten  Striiuclie). 
Blätter  ^virtelständig.  Blüten  end-  und  hlattacliselstäudig,  kopfförmig 
geliiiuft.     üoldentraubig  oder    rispig- doldentrauliig. 

1.     A.  apvensis.     Feld-  Waldmeister»     Blätter  in  den 

untersten  Wirtein  zu  4,  umgekehrteirund,  in  den  mittlem  und  obern  zu 
6  bis  8,  lineal- lanzettlich  oder  lineal ;  Blüten  büschelig  von  borstig  ge- 
winiperten  Hüllblättern  überragt;    Früchte  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  150.  Chi.  han.  370.  Kocu  Syn.  I.  359.  Lob.  Icon. 
t.  801.   f., 2. 

Auf  Äckern  und  Brachen,  auf  kalkhaltigem  Boden,  in  der  südlichen 
Hälfte  des  Gebiets  bis  in  die  Provinz  Göttingen,  ziemlich  häufig,  dann 
sich  verlierend  und  durch  seltenes  Yorkommen  im  Mk.  (Mirovv)  die  ]\ord- 
grenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  eingebürgert.  Mai,  Juni.  — 
Juli. 

Wurzel  rofh.  Stengel  ausgesperrt- ästig.  DL-ittcr  stumpf,  am  umgerollten  Rande  und 
untcrseits  besonders  am  Mittelnerv  scliurflicb.  Blütenbüschel  dicbt  von  6  —  8  sternförmig 
ausgebreiteten,  neisshorstigen  Ilüilblättern  uiufasst.  Kronen  lila  mit  dunklem  Adern,  Rölire 
viermal    so    lang    als    der    Saum.       Früchte    gross. 

Ä.    A.  tiractoria.    Wärhe-W^aldnieister»    Blätter  in  den 

untern  Wirtein  zu  6,  in  den  obern  zu  4,  lineal;  Blüten  doldcntraubig, 
Deckblätter  eirund  spitz,  Kronen  aussen  glatt.  Bohre  kaum  länger  als 
der  Saum;    Früchte   glatt. 

LiKN.  Sp.  pl.  150.  Chi.  han.  371.  Koca  Syn.  I.  359.  Svensk  Bot. 
t.  244. 

In  lichten  gebirgigen  W^aldungen,  auf  trockenem  steinigem  Kalk-  oder 
Sandboden,  die  ]^ordgrenze  des  Yorkommcns  in  Deutschland  am  Harze 
erreichend,  hier  und  da  (Pr.  Halle:  in  der  Heide,  ])ei  Gütenberg;  Ldra 
unweit  Heiligenstadt,  —  Hoppeinberg,  Steinholz,  Bosstrappe,  Angst- 
berg— ■;  Schw.  Frankenhausen,  Badra,  Todtenberg — ;  Br.  Begenstein  ; 
Iln.  Steigerthal  am  alten  Stollberge,  Windehäuserholz  — ).  Juli,  Au- 
gust. —    August,   September. 

Stengel  bis  '2'  hoch,  aufrecht,  vierkantig,  an  Jen  Gelenken  verdickt.  Blätter  am  Rande 
scharf.       Kronen    unbehaart,    vieiss. 

3.  A.  cynaucliica.    Mügel-Jf^aldmeister,    Blätter  zu 

4,  schmal  lineal;  Blüten  doldcntraubig,  Deckblätter  eirund  stachelspitzig, 
Kronen  aussen  schärflich.  Bohre  so  lang  als  der  Saum;  Früchte  gc- 
körnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.  151.     Chi.  han.  371.     Koch  Syn.  I.  3;59.     Engl.  bot.  t.  33. 

Torkommen,  Boden,  Verbreitung  und  Standörter  der  vorigen  Art  (auch 
US.  am  Hohenstein),  doch  häufiger  als  jene.  Juni  bis  August.  —  Au- 
gust, September. 

Stengel  ans  holziger  AVurzel  kreisförmig  ausgebreitet,  dann  aufsteigend,  schlank,  fein- 
ästig. Blätter  sehr  schmal,  die  untern  stumpflichen  ausgenommen,  mit  kurzer  Stachelspitze. 
Kronen    innen    weiss,    aussen   anfänglich   röthlich ,    später   ebenfalls    iveiss. 

4.  A.    odorata.      VFohlriechender    W^aldmeister, 

Blätter  in  den  untern  Wlrteln  zu  6,  in  den  obern  zu  8,  breit,  länglich- 
lanzettlich;   Blüten  in  gestielten  Doldentrauben;    Früchte  hakig -borstig. 

Link.  Sp.  pl.  150.  Chi.  han.  371.  Koch  Syn.  I.  359.  Scuk.  Handb. 
I.  T.2:3.     Fl.  dan.  t.  562.     Engl.  bot.  t.  755. 

In  schattigen  Waldungen,  auf  frischem  humusreichem  Boden,  häufig 
und  stets  heerdenweise.     Mai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 


262  STEIiliATAE.  Oalium. 

Stengel  »ufrccilt,  cliifacli.  Ulallcr  gläiizeiul ,  .llc  der  miltlcrn  Wlrtel  l.is  zti  '/.•"  '"■'"'•• 
Ulüteii  in  '2 — 3  lierliclieii,  meist  ;}- galicligeii,  «  eiiigliliiligeii  Hohleutraulieii.  Kroiicu  weiss, 
Saum  so  laiig  als  die  Rüliie.  —  Die  ganze  rilanzc  beim  AVelken  eine»  angenelimcn  Gc- 
rueli    annel.n.en.l. 

5.    A.  galioide!^.    MJahTcr  autartig  er  Waldmeister, 

Blatter  zu  8,  lincal ;  Itlütcn  lispig- doldL-iitrauliig;  IVroneii  glocla-ulör- 
niig;    Frücbte  glalt. 

31.  RiEBERST.  Fl.  taur.  cauc.  1.  101.  Koch  Syii.  I.  360.  Galium  glau- 
cum  LiNN.  Sp.  pl.  156.     Chi.  hau.  369.     Jaco.  Fi.  austr.  T.  t.  81. 

In  lichten  bergigen  A^'aldiingen ,  anl"  sonnigen  liallj-  odci"  sandstein- 
felsigeni  Hoden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  die  >(>idgienzc  der 
Gcsammtverhreitung  am  Harze  erreichend,  hier  und  da  {Pr.  AVeissen- 
fels,  Dürrenherg,  Godula,  Freiburg,  Huy,  Kosstrappe — ;  Schw.  Fran- 
fcenhausen ,  Sondersliausen  — ;  Bv.  Fallstcinc  — ;  Hn.  alte  Stollbcrg, 
Kohnstein  beim  hannov.  Zoll). 

Bis  3'  liocli,  grangiiin,  Stengel  kahl,  mit  angeschwollenen  Gelenken,  nnlen  bisiveilen 
rauldi.n.-i.ig  (G.  glauc.  v.  Iiiitum  CM.  lian.  das.).  l nfiuchthare  Äsleknri,  l.lüliende  rispig 
Tt-rlängert  und  gelianlt.  IJlatler  slarr,  in  eine  steile  Staclielspitze  ansgelicnd.  Kronen  liis 
iilier    die    Mille    4-si)allig   mit    ganz    kurzer    Ilulire,     weiss. 

GJEU'JEnBX.ICHJES. 

Pharntaceutisch-JfEedicinisches*     Von  ./.  i.  dax  L'ihui 

mit  den  Blülen  oj/iciiitll  (  llerba  Matrisjlvae  s.  Ilepaticae  stillatae). 
f'orwaltendc  Bcs  tandth.  ätherisches  Öl,  Bitterstoff  und  eisenfjrünen- 
der  Gerbestoff'.  Ausserdem  auch  Benzoesäure.  Anwendung  im  Thee- 
auf'fjuss  auch  mit  ff'ein  oder  Bier  als  Diureticum,  doch  weniij  i/ebräuch- 
licli.     Daf/ef/en  zur  Bereitung  des   Mnilranks  allgemein  im  Gebrauch. 

technisches»  Die  vor  dem  Stenneltreiben  zu  sammelnden  fVtir- 
zeln  von  Art.  1 — 3.  u.  5.  rothe  Färbestoffe  liefernd,  welche  zur  Färbung 
von  f Volle  (unter  Zusatz  einer  Säure),  Haaren  tnid  linochen  dienen  können. 

3.     OAIillllfl.     IjA.BMnA.UV. 

I.IISN.    Gen.    n.  25. 

Kelchsaum  undeutlich.  Krone  ratlföiuiia;  mil  1-,  scllcner  3- 
spalligeni  llaehem  Sauui.  ^  Griffel  gelrennl.  Z>\ei  verijundeiie 
nussarllge  Früclüe  ohne  Kelchsaum.     Gcschl.  Sy.st.  IV.  1. 

Ein-    (Art.  1 — 4.  6.)    oder   niehrjijhrige    Kriiutcr   (Art.  5.  7 — 12.)   mit 
meistens  vierkantigen  Stengeln  und  Ästen.     Blätter  wirtelsländig,  Blüten 
an,  der  Spitze   blattwinkelständiger  Zweige    einzeln,    zu   zweien,    dreien, 
oder  doldentrauhig  und  doldcntraubig- rispig,    zwitterig  oder  vielehig. 
f    Dl  Uten    viel  eil  ig,    li  lat  twink  el  s  tä  n  d  i  g. 

1.  CJ.  Criiciata.  M£reuzblättriges  JLabkraut,  Blat- 
ter zu  4,  elliptisch,  3-nervig;  Stengel  rauhhaarig,  Blütenstielc  sciten- 
stiindig,   ästig,    fruchttragend  abwärts  gel)ogen;    Früchte  kahl. 

Scop.  Fl.  carn.  I.  100.  liocu  Syn.  I.  361.  G.  cruciatum  Sim.  in  Engl, 
bot.  t.  14.3.    Aalantia  Cruciata  Linn.  Sp.  pl.  1491.    Sturm  Deutscbl.  Fi.  H.7. 

Zwischen  Gebüsch,  an  Wald-  und  Wegrändern,  Flussulern ,  auf 
feuchtem  humushaltigem  Boden,  häufig.     April,  DIai.  —    Juni,  Juli, 

Stengel  1'  lioeh ,  seLwaeli ,  einfaeli  oder  von  unten  langaslig.  Itlaltcr  ineist  3-nenig, 
hellgrün.  niüteu  starkriechend,  endständige  zwitterig,  seitliche  männlich.  Kronen  grünlich- 
gelh.  —       Ändert   ali    mit   behaarten    und    g.inzlich    kahlen    IJlütenslielen. 

«.    C  saccliaratiiin.    Candirtes  Xiabkraut,    Blätter 

meistens  zu  6,  lineal- lanzettlich,  am  Bande  aufwärts  stachelig -scliarf; 
Stengel  liegen«l,  rückwärts  scharf;  Blütenstielc  seitenständig,  3 -blutig, 
fruchttragend  zurückgekrümmt;  Stielchen  derselben  kürzer  als  die  dicht 
krystallwarzigc  Frucht. 


«aliujii.  STEI.I.ATAE,  263 

Allion.  Fl.  ped.  I.  9.  Chi.  hau.  862.  Koch  Syu.  I.  362.  Valaulia 
Apariiic  Li\N.  Sp.  pl.  1491.  Scuk.  Ilaiidl).  IV.  T.  345.  Schrad.  Spie. 
18.  t.  l.r.  3.     G.  vcriucosuiii  S.m.  Engl.  Fl.   I.  204.     Engl.  l.ot.  t.  2173. 

Aul' Aclicin,  auf  Lehmboden,  in  der  südlichen  GebiL-tshälfte  bis  Brauii- 
schweig,  llannovei',  hier  und  da  hospitircnd.    Juli,  August.  —  September. 

Stengel  ).is  1'  lang,  scLlaff.  Bliilcnsliele  so  lang  als  die  Blatlcr,  mittleres  Stielclicn 
sehr  kurz,  eine  Znittcrlilüle  — ,  sciflielie  langer  und  uiännliclie  BiUten  tragend,  letztere  narli 
dem  BlüLen  abfallend  und  der  Hauptstiel  mit  der  .grossen  ,  durclisclicinend  -  «artigen  FrucLl 
sich  ahwärts  biegend.  Kronen  blassgelh.  —  Von  der  folgenden  sehr  ähnlichen  Arl  durcli 
die  Stellnng  der  Blattrandstachcln ,  die  beiden  seitlichen  in  der  Begol  uuIVuehthare  niule» 
und    das    kurze    Fruehtstielchen    mit    Sicherheit    zu    unterscheiden. 

ff    Blüten    zwitterig. 
■    Blaltiviukelslandig    oder    zuletzt   risjiig. 

3.  C(.  tricoriie.     JDreihörniges  ItahTeraut.     Blatter 

meistens  zu  6,  lineal  -  lanzcttlieh,  am  Uande  nebst  dem  liegenden  Stengel 
rüch>värts  stachelig -scharf;  Itlütenstiele  seitenständig,  meist  3 -blutig, 
fruchttragend  zurüchgclirümnit;  Stielchen  derselben  länger  als  die  warzig- 
körnige  Frucht. 

WiTH.  Arrang.  ed.  2.  153.  Chi.  han.  362.  Hoch  S>n.  1.  362.  Engl, 
bot.  1. 1641.  G.  spurium  Roth  Fl.  gerni.  1.66.  II.  1.  185.  Schrad.  Spie. 
18.  t.  1.  f.  2. 

Auf  Ackern,  auf  lehmigem  und  auf  mergeligem  Boden,  ziemlich  häufig 
eingebürgert.     Juni  bis  August.  —    Juli  bis   September. 

Stengel  bis  1 '/j'  lang,  einfach,  schlaff,  Stachelhesatz  der  Blätter  stark.  Bliileusticlc 
kürzer  als  die  Blatter.  Kronen  klein,  ueisslicli  oder  gelldichweiss.  Frucht  gross  mit 
sjiitzliehen  'Wärzchen  und  feinen  Kürncben  zniscJien  diesen  besetzt  —  ^ergl.  die  ähnliche 
vorliergehcudc    Art. 

4.  G.  Aparlite.     Kletterndes  JLabJcraut,    Blätter  zu 

6  oder  8,  lineal- lanzettlich,  am  Rande  und  Kiel,  nebst  dem  kletternden 
Stengel,  rückwärts  stachelig- scharf ;  seitenständige  Blütenstiele  in  Bispen 
ü]>ergehend  mit  fruchttragenden  geraden  Stielchen;  Früchte  hakig -bor- 
stig;   Kronen  beim  Abfallen  so  gross  als  der  Fruchtknoten. 

LiNN.  Sp.  pl.  157.  Chi.  han.  362.  Koch  Syn.  I.  362.  Fl.  dan.  t.  495. 
Engl.  bot.  t.  816. 

b.  niicrocarpum.    Bas  kleinfviiclitige.     Niedriger:  Blätter  schmä 
1er;    Früchte  kleiner,    hakig -borstig  bis  ins  Lnbewehrte. 

G.  infestum  W'ald.st.   et  Kit.  PI.  rar.  Ilung.  III.  224.  t.  202  (»cnu  die 

Früchte,  bewehrt    sind).        G.    Spurium    LiNN.    das.    154    (wenn    die    Früchte    unbcwehrt 

sind).     Engl.  bot.  t.  1871.     G.  Apariue  v.  angustifoliuni  u.  t.  leiocarpuiu 
Chi.  han.  das.     G.  Apariue  ß.    Vaillantil  u.   y.  spurium  KocH  das. 
Auf  Äckern,  Gartenläntlern,    an  Uecken  und  zwischen  Gebüsch,    auf 

humosem,  lehmigem  und  sandigem  Boden,  häutig;  b.  vorzüglich  auf  Leiu- 

äckern.     Juni  l)is  September.  —   August  bis  October. 

Stengel  bis  4'  lang,  schlaff,  überall  anhakend,  an  den  Knoten  behaart  oder  kahl.  Blätter 
auf  beiden  Flächen  fein  stachelborstig.  Blülenstiele  ausgespreizt- ästig ,  die  längern  doppelt 
so  lang  als  die  Blätter,  3 — 12-blütig.  Kronen  weiss  oder  grüulichweiss.  INach  FRIES 
Summ,  TCg.  Scand.  182.  soll  G.  spurium  L.  dennoch  eigene  Art  seyn ,  während  G.  infe- 
stum W.  K.  zu  G.  Aparine  gezogen  wird.  RülCHENB.  Fl.  sa.v.  133.  trennt  G.  Aparine 
und  G.  spurium  als  Arten,  zieht  aber  richtiger  G.  infestum  zu  lelzterni.  Bis  jetzt  fehlen 
sichere  Charaktere  zur  Trennung  beider  -irten.  Ein  G.  spurium  „fructibus  majoribus  lac- 
vissimig,  politis,  nitidis,  snccosis,'«  «ie  FRIES  a.a.O.  es  charakterisirt ,  kommt  bei  uns 
nicht  »or,  wohl  aber  finden  sieh  die  entschiedensten  Übergänge  der  hakig- borstigen  nicht  glan- 
zenden Früchte  von  G.  Aparine  in  meistens  kleinere  glatte  und  glanzende  Früchte  des  G.  spurium, 
an  denen  sich  über  die  Spuren  einer  Basis  nicht  ausgebildeter  Haken-Borsten  an  einzelnen  Frürh- 
tcu  JuTfindcD  lassen,  während  beide  Pflanzeu  übrigens  keine  specifisr-he  VcrschicdcnLeit  zeigen. 


264  STEW.ATAE.  Oalium. 

5.  im.  llllgillOSIint.  Morast- Mjabicraut.  Blailer  mei- 
stens /u  ü,  scliniul  lanzett-keillörmig,  am  IVaiule  iiiul  Kiel,  iiel)st  «len 
sclilaft'en  Stengeln,  selnvaeh  rücliwiu'ts  staehelig- scharf ;  seitcnstiindige 
Itlütenstiele  in  l\is])(Mi  üheigehend  mit  fruchttragenden  geraden  Stielchen; 
Früchte  fein  scharf- körnig;  Kronen  )»eim  Abfallen  dreimal  grösser  als 
der  Fruchtknoten. 

Li^N.  Sp.  pl.  1Ö3.  Chi.  han.  363.  Kocu  S\n.  I.  363.  Fl.  dan.  t.  1509. 
Engl.  bot.  t.  1972. 

Amilande  vonGräl>en,  Pfützen  und  Teichen,  auf  Wiesen  nnd  Wei- 
den, auf  morastigem  nassem  oder  feuchtem  Boden,  sehr  häufig.  Juni, 
Juli.  —    Juli,  August. 

Siengcl  »Oll  3"  bis  1'  lang,  schivacb ,  elwas  starr  und  zerbrcclilick,  hald  einfach  bald 
»iclästig.  Blatter  bis  Lückstcns  '/j"  lang.  Kronen  weiss,  breiter  als  die  reife  Frucht.  — 
Ändert  ab  mit  steifem  Stengel,  genähert  stehenden  Blattwirteln  nnd  etwas  kleinern  Blüten 
(G.  uliginos.  V.  strictum  Chi.  han.  das.).  Auch  lerlieren  sich  nicht  selten  die  schwachen 
Randslacheln    der   Blältcr,     oder    richten    sich    fast    aufwärts. 

€S.    (■•  aii$:;licuni.    Kleinblütiges  JjahTcraut.    Blätter 

meist  zu  6,  lincal- lanzettlieh ,  am  Bande  aufwärts  feinslachelig- scharf. 
Stengel  schlafl'und  sehr  ästig,  rückwärts  feinstachclig- scharf ;  seitenstän- 
dige Blütenstiele  gerade  in  Bispen  übergehend;  Früchte  sehr  fein  gekörnelt. 

HuDS.  Fl.  angl.  69.  Engl.  bot.  t.  384.  G.  uarisiensc  a.  leiocarpum 
Chi.  han.  365.     Koch  Sjn.  I.  363. 

Auf  Ackern,  auf  lehmigem,  kalkhaltigem  und  sandigem  Boden,  in  der 
südlichen  Gebiclshälfte,  die  IVordgrenze  des  Yorkonimens  in  Deutsch- 
land in  der  Linie  von  Aschersleben  —  Quedlinburg  erreichend,  hierund 
da  eingebürgert  (im  süd- westlichen  Deutschland  vielleicht  wild)  (/V.  zwi- 
schen Gleina  und  Lauchstädt,  Teutschcnthal  und  Opphausen,  Halle, 
Bennstedt,  Aschersleben  am  Westerberge  und  >^'olfsberge,  Wassers- 
leben — ).     Juni  bis  August.  —    Juli  bis  September. 

Sehr  zart  und  fein.  Stengel  fadenfurmig,  \oll-  und  diehtästig.  Blüten  sehr  klein. 
Kronen    grünlichgelb,     aussen    rolh.       Früchte    grosser    als    diese. 

9.  C  pallistre.  ^umpf-Ijableraut,  Blätter  zu  4,  lineal- 
länglich, stumpf  ohne  Stachelspitze,  am  Bande,  nebst  dem  schlaffen, 
weitschweifigen  Stengel,  rückwärts  stachelig- scharf ;  Bispc  weitschweifig; 
Fruchtstiele  gerade,    wagerecht  abstehend,    Früchte  glalt. 

LiNN.  Sp.  pl.  153.  Chi.  han.  366.  Koch  Syn.  I.  363.  Fl.  dan.  t.  423. 
Engl.  bot.  1. 1857. 

b.  oaespitosuni.  üas  huschelige.  Kleiner;  Stengel  niederliegend, 
vielästig  rasenbildend  und  hier  und  da  wurzelnd.  Blätter  in  genäherten 
Wirtein,  umgekehrteirund  oder  umgekchrteirund- länglich;  Bispen  arm- 
blutig. 

G.  palustre  v.   rcpens   Chi.  bau.   das. 
An  Teichen,    Gräben,    auf  Wiesen    und   in    lichten  Waldungen,    auf 
sumpfigem    oder   nassem  Boden,    sehr   häufig.     Mai  bis  Juli.  —    Juli  bis 
September. 

Von  4"  bis  1'/^'  lang,  kahl  und  wenig  scharf,  bisweilen  gänzlich  glatt.  Stengel  fein, 
oft  fadenförmig,  schlaflF.  Blätter  weich,  ohne  Stachelspitze.  Kronen  weiss,  aussen  oft  röth- 
lich  angehaucht,  etwa  so  gross  als  die  Frucht.  —  Die  Spielart,  welche  der  \efst.  Sehrader 
als    Art    in    der   Fl.    germ.    aufzuführen   bcabsichligtc,    dem    G.  saxalile    ähnlich. 

Blüten   endsLindig- 

otiintlifol 

Blätter   zu   4  _  ,         ^    ^  _    ^, 

!n  sperrig -ästig,    armblütig;    Früchte  steilborstig. 

aiistr. 


Blüten   endsl.nndig- rispig. 

S.    €>.  rotiindifoliuiii.   Mundblättriges  MjabTeraut, 

„Jätter    zu    4,    elliptisch,    3 -nervig;    Stengel    flatterig,    kahl    oder   rauh- 
haarig;   Bispen  sperrig -ästig,    armblütig;    Früchte  steif  borstig. 

LiNN.  Sp.  pl.  156.     Chi.  han.  370.     Roch  S\ni.  I.  365.     Jaco.  Fl.  a 
I.  t.  94.  .  . 


Galiuui.  STEMiATAE.  265 

In  Berg-  und  Gebirgswäldcin  und  in  Hainen,  auf  feuchtem  moosigem 
Boden,  in  der  südlichen  Hälfte  des  Gebiets,  am  Harze  die  Nord -West- 
grenze der  Gcsammtverbreitung  erreichend,  hier  und  da  (Pr.  Merseburg, 
Ziegenriich ,  Schierke  — ;  5cA(w.  Bachstedt,  Gösselberg — ;  ^jj.  Harz- 
gerode,  Gernrode;   JIn.  Elbingerode  — ). 

■\Viirzel  kriecliciul.  Stengel  10 — 1-"  Locli ,  ansteigend,  scliwacli  uiul  zcrlireclilicli. 
Blätter  oft  riii.dlicl.-cllii)tlscli,  auf  fnicLUiareiu  Slaiuloit  auch  cUii.tiscL  -  langlicli ,  am  Ramie 
zarlhorstig,    kurz    staclielspilzig,    hellgrün.       Rispenlij,tc    lang    und  fein.       Kronen    weiss. 

9.  Ci.  boreale.    Wordisches  Mjabicraut,     Blatter  zu  4, 

lanzettlich,  3-nervig,  am  Bande  scharf;  Stengel  steif  aufrecht ,  kahl  oder 
schwach  flaumhaarig;  Fruchtstiele  aufrecht- abstehend,  Früchte  borsten- 
filzig. 

LiNN.  Sp.  1)1.  156.  Chi.  han.  366.  Koch  Syn.  I.  364.  Fl.  dan.  t.  1024. 
Engl.  bot.  1. 105. 

b.  leiocarpuiu.  üas  glattji'üchtige.  Meist  niedriger;  Früchte 
völlig  glatt. 

Chi.  han.  das.     G.  hyssopifolium  Hoffm.  Fl.  germ.  I.  71. 
Auf  Wiesen,  an  Waldrainen  und  in  lichten  Wäldern,  auf  sumpfigem 
oder  nassem  auch  auf  Heldboden ,    häufig.     Juni  bis  August.  —    August, 
September. 

Stengel  stark,  straff,  1  —  1 V/  Loili.  Blätter  kaLl  mit  uiitcrseils  stark  vortretendem 
Mitlelnerv.  Rispe  inramidal ,  diehtMülig.  Kronen  »veiss.  TrücLte  mit  kurzen  ,  dicLlsteben- 
den.    Lakigen    Borsten    besetzt. 

10.  Ci.  veriiiu.     Gelbblühendes  XtabTeratit.    Blätter 

zu  8  bis  12,  lineal,  staehelspitzig,  unterseits  sanimetfilzig,  am  Bande  zu- 
rückgerollt; Stengel  steif  aufrecht,  vierrippig,  feinhaarig- sehärflich.  Bis 
penästc  gedrängtblütig,  Kronzipfel  stumpflich  kurz  bespitzt;  Fruchtstiele 
wagerecht  abstehend,    Früchte  glatt. 

LixN.  Sp.  pl.  155.  Chi.  han.  367.  Koch  Syn.  I.  364.  Scuk.  Handb. 
I.  T.23.     Fl.  dan.  t.  1146.     Engl.  bot.  t. 660. 

b.  ninltioaule.  Bas  vielstengelige.  Niedrig,  Stengel  niederge- 
drückt, büschelig,  sehr  ästig  und  behaart;  Blätter  nadelähnlich;  Blü- 
ten kleiner. 

Chi.  han.  das.     G.  verum  t)'.  maritimum  De  Cand.  Prodr.  IV.  603. 
Auf  Wiesen,  an  Ackerrainen,  Wegen  und  in  Heiden,  auf  trockenem 
sandhaltigem    Boden,    auch   in    reinem    Sande,    häufig;     die    Spielart   am 
Meeresstrande    und   auf  den  Inseln.     Juni  bis  August.  —    Juli  bis  Sep- 
tember. 

Wurzel  gelbrotb.  Stengel  1  —  ~',  der  Spielart  6  —  8"  Loch.  Blätter  dunkelgrün,  ober- 
seits  glänzend.  Kronen  goldgelb,  >on  süsslicbem  Gerucb.  —  Ändert  ab  mit  unbebaarten 
Blättern  und  Stengeln,  aucb  mit  blassgelben  und  weissen  Kronen,  worauf  wahrsclieiulicü  Ba- 
slardbefruchtung    von    Einfluss    ist. 

11.  CS.  sylvaticiiiii.     Jf^ald-XdabTcraut,    Blätter  zu  8, 

länglich- lanzettförmig,  stumpf  mit  Stachelspitze;  Stengel  rund  und  vier- 
rippig, Bispe  ausgebreitet,  Blütcnstiele  vor  dem  Blühen  nickend;  Frucht- 
stiele aufrecht- abstehend,  Früchte  kahl,    schwach  runzelig. 

LiNN.  Sp.  pl.  155.  Chi.  han.  369.  Koch  Syn.  I.  365.  Fl.  dan.  t.  609. 
b.  pubescens.  üas  weichhaarige.  Stengel  und  Blattnerven  unter- 
seits zart  behaart. 

Chi.  han.  370.     Koch  Syn.  das. 
In  Wäldern  und  Hainen,  auf  huniushaltigem  trockenem  Boden,  häufig. 
Juni,  Juli.  —    Juli,  Atigust. 

Bläuliebgrün.  Stengel  bis  4'  boch ,  mit  knotig  angescbwollcnen  Gelenken,  abstehend- 
ästig,  weisslich.  Blätter  in  die  umgekehrleiruud  -  keilige  Form  ,  seltener  in  die  fast  lineale 
(G.  sylv.  V.  angustifolium  Chi.  han.  das.)  abändernd,  auch  zu  5  und  6  vorkommend.  Blü- 
tcnstielchen   baarfdrmig.      Kronen   weiss,    Zipfel    kurz    bespitzt. 


266  STEIiLATAE.  Oalium. 

19.    €■.  JVIollugo.     Gemeines  MJableraut.     UlL^ttei-  zu  8, 

laiizctt-keill'örniig  mit  Stacliolspitze,  iinterseils  matt;  Stengel  vierlfantig; 
Rispe  verlängert  mit  altstelienden  Asten  und  sprcitzcndcn  Friiclilstielclien. 
Kronzi]»tel  fein  zuges|>itzt;    Früclite  kahl,   seinvaeli  runzelig. 

LiKN.  Sp.  pl.l55.  Chi.  han.  367.  Rocu  Sjn.  I.  365.  Fl.  dan.  t.  455. 
Engl.  bot.  t.  1673. 

b.  elatuui.     Bas   hqehstengelige.      Stengel   aufrecht,   steif,    stark, 
mit  wenigen  hiirzeu  Asien;    llis)>e  lang  und  schmal. 

Chi.  han.  368.  G.  elatum  Tulill.  Fl.  par.  ed.  2.  I.  76.  G.  tyrolensc 
W'^iLLD.  Fnum.  hört.  her.  1.  153.  G.  erectum  Uuds.  Fl.  angl.  67.  Engl- 
l)ot.  t.  2067. 

c.  soabrum.     Bas  seharj'haavige.     Stengel  und  Blätter  bald  mehr 
bald  weniger  steif-  oder  schärflich -haarig. 

G.  Müllugo  y.  hirtum  und  v.  scaltrum  Chi.  han.  das.  G.  stabriim 
WiTH.  Arrang.   ISJO. 

d.  nrenariuui.    Das  sandständige.     Niedrig;  Stengel  fadenförmig, 
liegend,    sehr  ästig;    Blätter  in  genäherten  Wirtein  und  klein. 

Chi.  han.  das.     G.  arenarium  Lois.  Fl.  gal.  85. 
An  Hecken,    Wegen,    Waldrändern,    in  Gebüschen    und   auf  Wiesen, 
auf  magerni    trockenem    Boden  ,     allgemein    verbreitet  ;     1).    auf    feuchtem 
Boden;    d.  im  Küsten-  und  lusclusande.     3Iai  bis  Juli. —    Juni  bis  Sep- 
tember. 

Stengel  meist  anstcigcnil,  von  6"  (Spiela.  d.)  bis  4'  (Spiela.  b.)  bocb,  au  den  Gelenken 
stark  gescb« ollen,  weisslicb,  glänzend.  Blatter  oft  bis  znr  lioealeo  Form  au  Breile  abneh- 
mend, uberscils  sebwaeb  glänzend.  Kronen  weiss,  ins  GelMicbc  tlelleiebt  dnrrb  Baslard- 
belruebtung   abändernd. 

13.    G.  »axatile.    JPelsen-Mjablcraut.    Blätter  zu  6,  sta- 

cbelspitzig,  untere  umgekehrteirund,  obere  lauzett-keilförmig;  Stengel 
vierkantig,  niederliegend,  blütentragende  aufstrebend;  Blüten  in  dolden- 
traubigen  Hispen,   Ilronzipfel  spitz;    Früclite  spitzlich,  gekörneil. 

LiNN.  Fl.  su«c.  cd.  2.  4(33.     Chi.  han.  365.     Rocu  Svn.  I.  36(5.     Fl.  dan. 
t.  1633.     Engl.  bot.  t.  815.     G.  harcynicum  Weig.  Observ.  25. 
b.  elatum.      Bas   hohe.      Stengel    aufrecht -ansteigend,    ausgebreitet- 
ästig,  \^^irtel  entfernt  stehend,    Blätter  lineal- keil  förmig. 
Chi.  han.    das. 
Auf   den    Gebirgshaien    und    in    Heiden    auf    steinigem    oder    sandigem 
feuchtem  Boden,  häufig.     Juni  bis  September.  —    August  bis  October. 

Stengel  -4 —  10"  an  der  Spiela.  b.  bis  1 '/.,'  bocb,  unten  bisweilen  zartbaarig.  Unl'rucbt- 
bare  Triebe  oft  diebte  üaebe  Rasen  bildend.  '  Blätter  Ilacbrandig.  Blütenstiele  kurz,  fast 
gleieblang.       Kronen    weiss. 

tä:,  CS.  sylvestre«  Wald-IdahTcraut,  Blätter  zu  8,  lineal- 
keilförmig, zugespitzt  mit  Stachcls])ilzc,  untere  umgekehrteirund- lanzett- 
förmig, am  Bande  borstlich- scharf.  Stengel  ansteigend,  vierkantig,  Blü- 
ten in  doldcntraubigcn  Bispen,  Rronzipfel  sjiitz;  Früchte  schwach  stumpf 
gekörnelt. 

POLL.  IFisl.  pl.  Pal.  151.  Roch  Syn.  I.  367.  G.  pusillum  Chi.  hau. 
363.     Engl.  bot.  t.  74. 

b.  glabruiii.     Bas    Kahle.      Ilöhcr;    Stengel    und   Blalträuder    ohne 
Uaar  und  Borsten. 

G.  sylvestre  «.  glabrum  Roch  das.  G.  austriacum  Jacq.  Fl.  austr. 
I.  51.  t.  80.     G.   laeve  Thuill.  Fl.  par.   ed.  2.  I.  77. 

c.  hirtum.      Bas   steij'haariffe.     Stengel  von   unten    liis   gegen   die 
Mitte  nebst  den  Blättern  kurz   steif  behaart. 

Chi.  Lau.  das.  Roch  das.  G.  scahrum  Jaco.  das.  V.  t.  422.  G.  Boc- 
coni  All.  Fl.  ped.   I.  (i.     G.  nilidulum  Thuill.  das.  76. 

d.  alpestre.    Bas  gebirgständige.     Zwergig;  Stengel  fadenförmig. 


Valeriana.  TAI.ERIANEAE.  267 

iiicderlicgpnd,    sehr  ästig,    büscliel-   oder  rascnbildeiid;   Blätter  schmal 
lineat,    steil",    grannig  zugespitzt;    Doldcntrauhen  arnihlütig. 

Chi.  han.  das.     G.  pumilum  Lam.  Dict.  II.  580.     Kocu  das.     G.  tenue 

YiLL.  Ilist.  d.  ])1.  d.  Dauph.  32:2.     G.  triehophylluni   Allion.  Auct.  ad 

Fl.  ped.   1. 

In  lichten  Waldungeu  und  Hainen,  auch  auf  Heiden  und  Triften,  auf 

sonnigem  niagerm  steinigem  oder  saudigem  Boden,  häufig;    1».  auf  feuch- 

term  oder  humushaltigem  Boden.    Juni  his  September. —  Juli  bis  October. 

Stengel  von  2"  l.is  l'/j'  lang,  aiifieelit,  ansteigend  oder  liegend.  Slachelspilze  de. 
Blätter  mit  alnieltniender  Breite  dieser  in  eine  pfriemenälinliclie  Spitze  zulaufend  und  daher 
fast  begrannt  erscheinend,  am  Rande  nnigerollt.  BlUtenstielchen  kurz,  fein,  von  einander 
gerichtet.  Blüten  und  Früchte  l;lein,  Kronen  «ciss  oder  gelhlichweiss ,  schwach  «ohlrie- 
chend.  —  Im  Gesammtansehen,  Stengel-  und  Blatthildnng  dem  G.  uliginosum  am  nachstcu 
stellend,     dem    Blutenstände    nach    aher    an    G.  saxatlle    sich    schliessend. 

GJE  irjER»Z.ICMMS. 

OPechniSCheS»  Die  n^urzeln  der  tnclnsteii  Arten,  hei  einitfen  auch 
das  liraut,  und  von  A.  10.  die  lilitten,  dauerhafte  ijelbe  und  rothe  Fi'trbc- 
stoff'e  der  I'entitzuntj  anbietend.  Samen  von  A.4.  ant/eblich  in  Irland 
als  Snrroijat  der  Kaffeebohnen  im  Gebrauch. 

OTeonomischeS»  SämmtUchc  Arten  (fute  fVeidekräuter  und  die 
Blüten  crt/iebiij  an  tloniij.  A.4.  ein  lästitjes  Unkraut  fiir  jun(je  Hecken, 
Uaump/lanzunijen  und  auf  licinäckeiii. 

XlilX.     TAIiERIAMEAE. 

De"    CanD.    Fl.    fran.;.    IV.    237.        Prodr.    IV.    Ü2-J. 

Kelchrölirc  mit  tlem  Friichll»nolcn  verwacbsen;  Saum  3  —  5- 
tlieilig',  antaiiglieh  eingerollt,  nach  dem  Bliilien  in  einen  abfäl- 
ligen llaarschopf  sich  aiisbreitenti,  oder  gerade,  gezähnt  «nd 
bleibend,  auch  wohl  verkümmert.^  Krone  auf  dem  Fruchtknoten 
stehend,  mit  ungleichmässig  3  —  5 -spaltigem  Saum.  Staubge- 
fässe  J:,  seltener  ö,  3  oder  1,  der  Kronröhre  eingesetzt.  Frucht- 
kuole  3-fächerig,  2  Fächer  leer,  im  drilten  ein  hängendes  Ei. 
Frucht  eine  1- sämige  iVuss.  Samen  ohne  Eiweiss.  Keim  ge- 
rade, (las  AVürzelclien  dem  Nabel  zugewandt. — •  Blätter  gegen- 
ständig-,   ohne  ^Nebenblätter. 

Vorkommen.  31eistens  bodcuvag,  doch  mehrere  mit  Vorliebe  für 
Kalk.    . 

Gehalt.  Durch  ein  flüchtiges  Ol  ausijezeichnet,  welches  am  reich- 
lichsten in  der  ff^urzel,  in  (jerinfjerer  Menye  aber  auch  in  den  Blüten 
und  Blättern  enthalten  ist;  ferner  durch  eine  eiifenthümlichc  Säure,  die 
sich  aus  dem  Ol  entwickelt,    thciliueise  aber  auch  fertia  vorfindet. 

1.     VAIiERIAXA.     B^IinUMJLJV. 

Ll>N.    Gen.     n.  44. 

Kelchsaum  5-theilig,  während  des  Blühens  eingerollt,  nach 
demselben^  als  fiederhaariger  Schopf  entwickelt,  späler  ab- 
fallend. Krone  trichterförmig,  an  der  Basis  höckerig,  mit  5- 
spalligem  Saum.     Gesehl.  Sysl.  HI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  (Art.  1.2.)  oder  Stauden.  Blätter  versehicdcu- 
artig.     Bluten  in   Doldentrauben,    Köpfen  oder  Kispen. 

1.     V.  officiiialis.     Officineller  Baldrian.     BläUer 

liedersehiiittig,    5 — 10-paarig,    Abschnitte    lanzettförmig,    unterbrochen 
sägezähuig;    Wurzel  sprossentreibend. 


268  TAI.ERIANEAE.  "    Valeriaiiella. 

LiNN.   Sp.  pl.45.     Chi.  hau.  372.     Kocii  Syn.  I.  3(59.  und  V.  sanihiici- 

folia    das.    (namentlich   die  Hanibiirgisclie  rüanze).        ScilK.    Ilaiulh.    I.    T.  5.       StL'RM 

Fl.  Deutschi.  11.9.  Fl.  da»,  t.  570.  Engl.  hot.  1.698.  Uayne  Aiznei- 
gew.  III.  T.32. 

b.  major.     Hie  grössere.      Höher;   Blattahschnilte   breiter,   sänimt- 
licli  giol»  siige/.ahnig;    ohne  Wurzelsprossen. 

V.  exallata  Kocii  das.    V.  olficinaiis  a.  altissima  Koch  Syn.  ed.  1.  337. 

c.  angustifolia.    Die  schmalblättrige.     IXiedriger;  Blattahschnitte 
lineal-lanzcttlörniig,    hätilig,    bald  mehr  bald  weniger  ganzrandig. 

V.  officinalis  ß.  minor  Koch  das.     Y.  ofßcinalis  ;'.  angustifolia  Kocu 

Syn.  ed.  1.  337. 

In  Wäldern,    Gebüschen,    an    Flussufern,    Bach-    und    Teichrändern, 

die    Ilauptart   auf  hnmosem    frischem   Boden;    b.    auf  sumpfigem    Boden, 

oder   in    der  I\ähe    von  Wasser;    c.  auf  felsigem    oder   steinigem  Boden. 

Mai,  Juni.  ^    Juli,  August. 

>Viirzelstoeli  stark,  selir  kurz,  weiss,  schief  al)stcigencl ,  mit  »ieicn  langen,  einfachen 
Fasern  besetzt,  häufig  Ausläufer  treibend,  und  dann  die  oberirdische  Pflanze  meist  wcuiger 
hoch  und  kräftig  ausgebildet.  Stengel  2  —  4',  der  Spielart  b.  bis  Ö'  hoch,  gefurcht.  Obere 
niattabsehnitlc  etwas  zusarouienliängend  herablaufend,  an  c.  uieistens  gesondert.  Hronen 
weisslichfleischfarbcn.  Früchte  der  mittelbohcn  und  der  schmalblättrigen  Formen  bald  mehr 
oder  weniger  behaart,  seltener  kahl,  die  der  hohen  Formen  von  nassem  Standort  in  der  Regel 
kahl.  V.  exaltata  MiK. ,  aus  Samen  von  ihm  selbst  bezogen,  gab  im  hiesigen  bot.  Garten 
nur  die  gewöhnliche  V.  officinalis.  V.  uliginosa  Wend.  FI.  hass.  7  (ohne  Diagnose)  sah 
ich    nicht.       Sie    dürfte    schwerlich    von    unserer    Spielart  b.    verschieden    seyn. 

Ä.    \»  «lioica.    Kleiner  Baldrian»    Wuizelblätter  unge- 

theilt,  oval  oder  suatelformig,  folgende  fiederspailig ;   Blüten  zweihäusig. 

LiNN.  Sp.  pl.44.  Chi.  hau.  373.  Koch  Syn.  1.  370.  Fl.  dan.  t.687. 
Engl.  bot.  t.  628.     IIayne  Arzneigew,  111.  T.31. 

Auf  VSHesen,  auch  in  Hainen  und  Waldungen,  auf  sumpfigem  oder 
nassem  Boden,  häufig  und  meist  truppweise.     Mai,  Juni. —  Juli,  August. 

Wurzel  sprosscnlreibcnd.  Stengel  '/^ — 1'  hoch,  einfach,  mittlere  Blätter,  als  IJber- 
gangsformen  von  den  untern  zu  den  obern ,  leierförmig,  folgende  fiedcrspaltig  mit  grösscrm 
Endabschnittc.  Weibliche  Blüten,  nebst  der  ganzen  Pflanze,  kleiner  als  die  männlichen. 
Kronen    weiss    oder  röthlichwciss. 

JPharvnaceutisch-Medicinisches,    Von  A.1.  die  rVurzel 

(iivxxE  fl'aarcnk.  t.  XXXß'l.)  of'/icincll  (itadix  Valcrianae  minoris  s. 
sylvestris),  f'on  trochenem  Gebirtjsboden  zxt  entnehmen.  Vorwaltende 
Bcstnndth.  bitteres  Princip,  ätherisches  Öl  und  Baldriansäure.  An- 
wendung im  Auf'guss ,  Pulverform,  Latwerge,  Pillen,  als  erregendes, 
nervenstärkendes ,  krampf'stillendes  und  schiv'eisstrcibendes  Mittel.  Prii- 
parate  sind  Oleum,  Aqua,  Extractum  und  Tinctura  Valerianac. 

OTCononiischeS*  Die  jungen  Blätter  dienen  im  Frühjahr  zu 
liräntersalat.      luihc    und  Schafe  fressen  das  liraut  gern. 

«.     VAIi£RIAWEIil.A.     FMEiH^A-Ii^V. 

POLL.    Palat.    I.    29. 

Kelchsaiim  slels  aufrecht,  s;ezähnl  und  l)leibeiul.  Krone  trieli- 
terföruiifi;  ohne  Höcker  an  der  Basis,  mit  fast  gleichniässiff-5- 
spalfigcin  Saum.     Geschl.  Syst.  Ifl.  1. 

Einjährige,  kleine  aufrechte  Kräuter.  Stengel  nach  oben  gabelig. 
Blätter  ungetheilt  oder  die  obern  von  der  Basis  her  eingeschnitten  säge- 
zähnig,  auch  wohl  fiederspailig.  Blüten  in  den  Gabellheilungen  einzeln 
oder  büschelig -doldentranbig,    hiein  und   mit  Deehblällern  versehen. 

I.    V«  Olltorla.    Gemeiner  X'eldsalat.    Kelchsaum  schwach 


l^aleriauella.  YALERIAKEAE.  269 

3-zäIinig;  Fiüclite  eiförmig -luiullicli,  ziisaninicngcJrücltt,  vorn  un<l  hin- 
ten mit  einer  scliwachen  Furclie  mul  an  jeder  Seite  mit  2  feinen  Kippen. 

POLL.  Palat.  I.  30.  Chi.  han.  373.  Koch  Syn.  1.372.  Betcke  Diss. 
10.  m.  Abi..  Reichenb.  PI.  erit.  I.  t.GO.  f.  121  (Fedia  Locusta)  u.  f.  122  (v. 
dasycarpa).  Fl.  dan.  t.  1681  (Fedia  olitoria).  Engl.  bot.  t.  811  (Valeriana 
Locusta). 

Auf  Äckern  und  Gartländern,  auf  lehmigem  mergeligem  oder  Kalk 
enthaltendem  Boden,  sehr  hiiufig  eingebürgert.  Ende  März  bis3Iai;  die 
Nachkommenschaft  Juli,  August.  —    Juni,   September. 

Bis  y.j'  Iiocli,  meistens  kalii ,  diinkelgrasgrün ,  Stengel  eekig.  Untere  Blatter  nel/sl  iler 
Stcno-elliasis  scbivaoL  gOHinipert,  iinigekelirtcirund  oilcr  spalellürmig,  obere  ziingrnfdrniig 
Oller  lineal,  bei  üjipigem  AVucbs  an  der  Basis  zipl'clig  eingcscbniltcn.  Kronen  iveiss  oder 
blasslila.  Frücble  scbief,  grosserer  Zabn  über  dem  frncbibaren  Facbe ,  2  lileinere  über  den 
unfruchtbaren,  erstcres  grosser  als  die  beiden  letztern  zusammen.  —  Ändert  bisweilen  ab 
mit    fein    behaarten   Früchten    (Y.   olitoria    v.    dasjcarpa    Chi.    han.    das.        REICHENB.    f.  122.). 

Ä.  \,  carinata.  Schmalfrüchtig  er  Feldsalat»  Kelch- 

sanm  schwach  1 -zähnig;  Früchte  gleichbreit-länglich,  fast  4-seitig,  vorn 
schwach  conrex,  hinten  rinnig- concav,  an  beiden  Seiten  mit  einer  Längs- 
furche versehen. 

LoiSEL.  Not.  fl.  d.  France  149.  Chi.  han.  373.  Koca  Syn.  L  372. 
Betcke  Diss.  15.  m.  Abb.     Ueicuenb.  PI.   crit.  I.  t.  161   (Fedia  carinata). 

Auf  Äckern,  lehmigem  auch  steinigem  kalkhalteiidem  Boden,  im  süd- 
lichen Gebietstheile,  selten  eingebürgert  (Thüringen  Koch  das.  Scinv. 
Frankenhausen;  lir.  Blaiikenburg,  anderwärts  auch  wohl  übersehen). 
April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Gesammtanseheu  der  vorigen  Art.  Höbe  bis  6".  Stengel  rundlich.  Untere  Blatter  schmal 
umgekelirteirnud,  oberste  lineal,  nebst  dem  kurzen  Stengel  zart  behaart  oder  kahl.  Blüten 
in    grossem    Doldentrauben.       Fruchtbares    Fruchlfacb    so    gross    als    beide    unfruchtbare. 

Die  specifische  Verschiedenheit  der  V.   carinata  >on  V.  olitoria  wird  von  Einigen  bestritten. 

3.  V.  AiiricMla.    Geöhrter  Feldsalat*    Kelchsaum  eng 

zusammengezogen,  schief  al>gestutzt  und  4 — 5 -zähnig;  Frucht  kugelig- 
eiförmig,    fein  5- rippig,    vorn  convex,    hinten  mit  einer  Furche. 

De  Cand.  Fl.  franc.  Suppl.  492.  Chi.  han.  374.  Koch  Syn.  I.  373. 
Betcke  Diss.  11.  m.  Abb.  Reicueinb.  PI.  crit.  I.  t.  63.  f.  128.  129  (Fedia 
Auricula_  «.  leiocarpa). 

Auf  Äckern,  auf  magerin  kalkhaltigem  Boden,  nicht  häufig.  Juni, 
Juli.  —    August. 

Höhe  3/3  —  l'/i'.  Stengel  str.ilT  aufrecht,  undeutlich  kantig.  Blätter  der  A.  4. ,  doch 
meist  etwas  breiter  und  die  obern  öfterer  und  stärker  zipfelig  eingeschnitten,  sämnillich  auf 
beiden  Seiten  und  am  Rande  etwas  scharflich.  Der  Zahn  des  fruchtbaren  Fruchtfachs  grösser 
und    scbief  abgestumpft.       Die    leeren  F-icher   aufgeblasen    und    »iel    grosser    als   das   fruchtbare. 

4.  1^.  deiitata.  Gezähnter  Feldsalat.  Kelchsaum  schmal 

zusammengezogen,  schief  gestutzt  und  fein  gezähnelt;  Früchte  ei -kegel- 
förmig, vorn  convex,   schwach  1 -rippig,  hinten  fast  ilach  und  5-(4-)rippig. 

PoLL.  Palat.  I.  30.  Chi.  han.  374.  V.  dentata  «.  leiocarpa  Kocu  Syn. 
I.  373.  Betcke  Diss.  23.  m.  Abb.  Y.  Morisonii  ß.  leiocarpa  De  Cand. 
Prodr.  TV.  627.  V.  Locusta  d-  dentata  Link.  Sp.  pl.  47.  BEICHE^B.  PI. 
crit.  I.  t.62.  f.  124.     Fl.  dan.  t.  738.     Engl.  bot.  t.  1370. 

Auf  Äcker»,  auf  lehmigem  mergeligem  auch  sandigem  und  steinigem 
Boden,  häufig.     Juni  und  oft  abermals  im  August. —   August,   September. 

Höhe  8 — 12".  Stengel  fast  4-kantig,  rückwärts  scharf.  Untere  Blätter  länglich  -  spa- 
telförmig,  mittlere  glcichbreit- länglich  ,  obere  liueal  -  lanzettförmig,  an  der  Basis  eingeschnit- 
ten -  sägczähnig.  Kronen  blassblau.  Früchte  1  -  fächerig,  indem  die  beiden  unfruchlbarcn  fast 
verschwinden.  —  Ändert  ab  mit  rauhhaarigen  Früchten  {\ .  dent.  v.  dasjcarpa  Chi.  han.  das. 
f.  127.       Koch    das.    V.    ß.    lasiocarpa.       V.  Morisonii    DE    CanI).    das.). 

*  5.     V.   eriocariia.     Scharffrüchtiger  Feldsalat, 


270  DIPSÄCEAE.  Dipsacus. 

Kelclisauin  glockig  crwcilert,  so  l»rcit  als  der  liniere  Thcil  der  Frucht, 
schief  ahgestiitzt  und  6  -  zähnig.  Früchte  scliarfliaarig,  eiförmig,  vorn 
Cüiivex  mit  1  Rippe,    hinten  flach,    5 -(4-)  rippig. 

Desv.  Jour.  hot.  II.  314.  t.  11.  f.  2.  Koch  Svn.  I.  372.  Betcke  Diss. 
25.  m.  ALI..     Reichenb.  PI.  crit.  I.  t.  &j. 

xVuf  Achern,  im  östlichen  Thcile  des  Gehiels,  sehr  selten  und  wahr- 
scheinlich nur  hospitirend  {Pr.  Lauchstiidt  Reicuem!.  Fl.  Sa\.  129.).  Blai, 
Juni.  —    August. 

Hohe  8—V2".  Stciigi-1  soliwarl,  4 -kantig.  Bladiorni  und  Bclia.irung  <Icr  vorigen  Art. 
Äslc  scharf  niigclhantig.  IMiifcn  gclrlingl,  fast  einscitivcndig.  Fnichtsauu.  netzadriig,  Frucht 
streifig  scharlliaarig  oder  ganz  hchaarl ,  3  hintere  Zahne  des  Saums  doppelt  Icleiner:  un- 
fruchthare   Fächer    undenllirh,     daher    fast    l-fäehrrig;. 


\.  COronata  einst  lom  TCrst.  RoiIDE  bei  Götlingcn  gefunden,  hann  nur  als  verirrte 
POance    angesehen    werden. 

GX:n'ERBI.lCHJES. 

ÖTconontiScheSt  Die  jiiu(jen  noch  nicht  dmchffeschoxseuen  Pflan- 
seti,  besonders  der  A.l.  hei  uns,  und  der  ^i.S.  in  der  IHieinf/effcnd  des 
midiern  iJeiitschlnnds  (wo  diese  häufiijer  als  jene  ist)  ttnter  dem  I\anien 
Rapunzel  oder  Nisselien  und  ff 'infjerts  -  (ff'einberfjs -)  Salat  mit  Essirj 
und  Ol  eine  bekannte  beliebte  Friilijalirsspcise.  Sämwtlichc  Arten  fjutes 
fj'cidefntter  für  Sehaf'e. 

I>E    CanD.    Fl.    fran,^.    W .    ill  Trodr.    IV.    643. 

Blüleii  auf  einem  gemeinscliaflliclien  Friielilhoden,  cliireh 
Haare  oder  Spreuhlälter  gesondert,  in  endsländigen,  von  üeck- 
hlättern  gcstiitzfen  Köpfen  stehend.  Kelch  doppelt,  heide  aus- 
dauernd: der  äussere  eine  Hülle  mit  trockenem  Saum,  die  reife 
Frucht  als  äussere  Deehe  eng  umsehliessend;  der  innere  mit  der 
Röhre  ffanz  oder  nur  ohen  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen. 
Krone  dem  Saume  des  innern  Kelchs  eingesetzt,  meist  unregel- 
mässiff  4  — 5-spallig.  Slauhgefässe  4,  der  Kronröhre  eingre- 
fügt  und  frei.  Ein  Griffel,  Narhe  einfach.  Fruchtknote.  1- fä- 
cherig mit  1  hängenden  Fi.  Frucht  eine  häutige,  ^vom  innern 
Kelchsaume  gekrönte  Nuss.  Samen  mit  geradem  Keim  in  der 
Achse  des  Ein  eisseSj  das  Würzelchen  zum  jNahel  gewandt.— 
Blälter  gegen-,  sehr  selten  wirlelständig,  ohne  ^'ehenhlätler. 

Torkomnien.     Bodenvag;    einige  l.alhhold. 

GeJialt,  Iui\-t  iiniintersncht;  nur  Gcrhestoff  und  eisenr/riinender  Für- 
hestojf'  in  den   fVarzcln    mehrerer  ist  bekannt. 

1.    DipsAeiJ§.   KAnnm. 

Kinn.  Gen.   n.  114. 

Fruchthoden  mi.t  Spreuhlättern.  Äussere  Ilüllhlätter  die  Blü- 
ten üherragend.  Äusserer  Kelch  4-kanlig,  b-furehig,  uiil  kur- 
zem gekerhlem  oder  gezähntem  Saum,  innerer  heckcnformig,  viel- 
zähnig  oder  ganzrandig.     Gesehl.  Syst.  IV.  1. 

Zweijährige,  aufrechte,  behaarte  oder  stachelige  Kräuter.  Blätter 
oft  an  der  Basis  unter  sich  verwachsen.  Blütenhöpfe  endständig,  ellip- 
soidisch  oder  rundlieh. 

1.     II.  sylvestris.     Gemeine  Karde.     Blätter  sitzend; 

Hüllblätter   gebogen    ansteigend,    Spreublätter   gerade,    liahl,    länger    als 
die  Blüten. 


Knaiitia.  DIPSACEAE.  271 

D.  fullonuin  c.  Linn.  Sp.  y\.  140.  Clil.  lian.  452.  Kocir  Syii.  I.  374. 
Sf;HK.  Haiulh.  I.  T.21  (I>.  fullonuin).  Jaco.  Fl.  austr.  Y.  t.  402.  Fl.  «lan. 
t.  965.     En^l.  l)o(.  t.  1032. 

Auf  Triften,  an  Acker-  und  Wiescnräntlern  und  an  Wegen,  beson- 
ders auf  tlionlialtigem  oder  mergeligem  Boden,  häufig.  Juli  Lis  Septem- 
ber. —    August,    September. 

Stengel  3  —  5'  Locli,  mit  zcrstreucten,  riicK-Harlsgekriimiutcn,  wcisslichen  Stacheln  besetzt. 
Blaller  kerliig- gesägt,  mittlere  am  Stengel  Iireit  lernaclisen,  unzerllieilt  oder  ficderspalfig 
(1).  sjlv.  V.  laeiniatus  Clil.  lian.  .las.).  Bhitenkopf  gross,  ellipsoicnscl. ,  oft  au  <lor  Spilze 
durch  VerlaDgeriing  der  olicrn  SpreiililSIfcr  scliopfig:  diese  biegsam,  länglieli  -  keilförmig, 
fein    grannenarlig    zugespitzt.       Kronen    lila,     als    Abänderung    weiss. 

Ä.    D.  i>iio!Siiis.    Behaarte  Kartle,    Blätter  gestielt,  an 

der  Basis  mit  Ohrläppchen;  Hüllblätter  niedergebogen,  Spreublälter  bor 
stig -gewimpert. 

LiNN.  Sp.  pl.l41.  Chi.  hau.  453.  Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  248.  Fl.  da«. 
1. 1448.     Engl.  bot.  t.  877. 

In  Feldbiischen,  Hainen,  an  ^^'aldränderii  und  Ufern,  auf  frischem 
feuchtem  Boden,  ziemlich  häufig.  Juli  bis  September.  —  September, 
October. 

Im  Gesaramtanscbcn  von  A.  1.  giinzlicli  abweichend,  dagegen  an  die  Galtungen  Cepha- 
iaria    nnd    Scabiosa    sieb    anschliessend. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  sehr  ästig.  Bläffer  mehr  oder  weniger  zerstreuet  borsten  -  haarig, 
untere  gross  und  breit  -  eirund ,  lang  gestielt,  mittlere  elliptisch,  etwas  in  den  Blattstiel 
hcral.laulend,  am  Kiel  mit  einigen  Stacheln  besetzt.  Blütcnköple  klein  ,  fast  kugelig.  Kro- 
nen   gelblichweiss  ,    Beutel   dunkeliiolet. 

PhartnaceutischmJfEedicinisches»    Die  fVurzel  von  A.l 

liefert,  stark  abyelioclit  nnd  mit  braunem  Zucker  versetzt,  dem  Uausije- 
hrunehc  der  Landbewohner  ein  unschädliches  und  wirksames  Brustmittcl. 

%.     K]VAUTIA.     MWA^UTMM. 

COILT.    Dips.    -28. 

Fniehlljotlen  raiilihaariff.  Äusserer  Kelch  glatt  mit  4  kleinen 
Zähnen,  innerer  mit  8  his  1(5  pfriemlich -horstliehen  Zähnen. 
Geschl.  Syst.  IV.  1. 

Ein-  oder  mehrjährige  (A.  1.),  aufrechte  Kräuter.  Blätter  ganz,  Iclcr- 
förmig  oder  fiederschnittig.  Blüteuliöpfe  endständig,  rundlich,  Kronen 
gleichförmig  oder  äussere    strahlbildend. 

f.  H..  arven^i«^.  JFeld' Knautie,  Stengel  rauhhaarig-. 
Blätter  länglich -umgebehrteiruud ,  spitz,  in  die  Basis  lang  verschmälert, 
mittlere  oder  alle  licderspaltig;  innerer  Kelch  um  die  Hälfte  länger  als 
die  Frucht. 

CouLT.  Dips.  29.  Koch  Syn.  I.  37fi.  Scabiosa  arvensis  Linn.  Sp. 
pl.  143.  Chi.  hau.  4.55.  Schk.' llandb.  I.  T.  22.  Fl.  dan.  t.  447.  Engl, 
bot.  t.fö9.     Haykk  Arzneigew.   V.   T.38. 

b.   iiitegrifolia.      Bie   gansblättrige.      Sämmtliehe  Blätter   ganz, 
sch^vach  geschweift- sägezähnig  oder  fast  ganzrandig. 

Chi.  hau.   das.     Scabiosa  sylvatlca  Schwabe  Fl.  anhält.  63.  und  meh- 
rerer norddeutscher  Florenschreiber. 

An  Aclierrändcrn,  Wegen,  auf  A^'iesen  und  Triften,  auf  trocl.enem 
aber  humushaltigem  Boden,  sehr  häufig.  Mai  bis  August.  —  Juli  bis 
September. 

Stengel  1 '/j'  hoch,  oben  meistens  3-gahelig  mit  1  -  blutigen  Ästen,  seltener  einfach. 
L'ntere  Blätler  meisten.s  ganz,  fast  zungenförmig,  lang  und  allmülig  bis  zum  Stengel  ver- 
scbmilert,    wenn    sie    fiederspaltig   sind,    die  Zij.lcl    aufrct^if  -  abstehend ,    Zipfel   der  fiederspal- 


272  DIPSACEAE.  Succisa. 

tigen  miltlern  Rlätler  langer  und  fast  wagerccht  alistelicnd.  IlüUlilätler  eiriiiiJ- lanzcUfürmig 
Blüfenkopfc  flach  gcwöllit,  Randblütcii  grösser,  selten  alle  >on  gleicher  Grüssc  (S.  arvcnsis 
Umliil.l.  Cl.l.  lian.  ilas.  S.  eanipesliis  nESS.  Enum.  pl.  A'olh.  7.)-  Kronen  Leiler  oder  dunkler 
lila,     im    letztern    Fall    gegen    das    Verblühen    ins    bläuliche    ziehend. 

S.  Sjlvatica  L.  JacQ.  Fl.  anstr.  IV.  t.  362.  mit  elliptisch -lanzettförmigen,  in  eine 
schmal  vorgezogene  Sjiilze  endigenden,  scharf  sägezähnigen  Itlättern,  deren  «nlere  aus  breiter 
Basis  verschmälert  gegen  den  Stengel  zulaufen,  die  mittlem  oder  obern  mit  breit  eirunder 
Basis    den    Stengel   umfassen,    ist   bis  jetzt   im    Gebiete    nicht   gefunden    »orden. 

3.     SUCCISA.     uAJBBISS. 

Mekt.  u.  Koch  Deutscbl.   Fl.   I.   14:3. 

Fruchlbotlcn  mit  Spreiiblätfern.  Äus.sofer  Kelch  8-furcliia; 
mil  4-tlieiligcin,  krautigeiu  Saum;  innerer  mit  scüiltUormigem 
Saum.    Kronsaum  4-lap])ig.     Geschl.  Syst.  IV.  1. 

Wie   die  \oilieio;eIieii(le   Gatliiiig. 

f.    S.  pratensis.     Wiesen' JLbhiss,    Blatter  länglich- lan- 

zettförniig  in  den  Blattstiel  verschmälert;  ISauin  des  iiinerii  Kelchs  in  5 
Borsten   auslaufend. 

Mönch  Meth.  pl.  489.  Chi.  han.  453.  Koch  Sjn.  T.  377.  Seahiosa 
succisa  LiN!v.  Sp.  pl.  142.  Fl.  dan.  t.  279.  Engl.  hot.  t.  878.  Havne 
Arzneigew.  V.   T.  37. 

Auf  Wiesen,  hesonders  in  Waldgegenden,  auf  feuchtem  humushalti- 
gem  Boden.     August,  Septcmher.  —    Septeniher. 

Wurzclslocli  abgebissen  mit  langen  dicken  Fasern.  Stengel  oben  2  —  3-gaheiig  oder 
einfach,  mittlerer  blutentragender  Ast  beträchtlich  langer  als  die  seitlichen.  Blütenköpfe 
klein,  später  kugelig.  Bliilcn  fast  regelmässig  und  gleichartig,  Kronen  lila -himmelblau, 
hellblau,    selten    «eiss. 

4.     SCABIOSA.     SCA^BKOSm, 

RÜM.    et    Schult.    Syst.    III.    2.       I.IMV.    Gen.    n.   11.5.    mit  Abänder. 

Fruclit])Oileu  mit  Spreuhlätlern.  Äusserer  Kelch  8- furchig 
otlcr  8-rippig  mit  glockigem  otler  radförmig'em,  durchschei- 
nend Irochenhäutiffem  Saiim;  innerer  schüsselformig,  meist  mit 
5  borstlich  auslaufenden  Zähnen.     Geschl.  Syst.  IV.  1. 

Wie  die  vorhergehenden  beiden  Gattungen. 

1.    S.  Coliinibaria.    Gemeine  IScabiose.    WurzelLlätter 

umgekehrteirund -spatellöruiig,  ungetlieilt  oder  gleich  den  untern  Stengel- 
blättern leierförniig,  seltener  wie  die  oberu  Stengelblättcr  liederschnittig, 
länglich -lincal  oder  lineal,  tief  fiederspaltig- gesägt  oder  licderspaltig, 
an  den  obersten  Blättern  ganzrandig;  Borsten  des  innern  Kelchs  3 — 4- 
fach  länger  als   der  Saum  des  äussern. 

LiNN.  Sp.  pl.  143.  Koch  Syn.  I.  378.  Reicuenb.  PI.  crit.  IV.  t.  354. 
Fl.  dan.  t.  314.     Engl.  bot.  t.  1311. 

b.  nemorosa.     Die  hainständige.     Höher,  ast- und  lilätterreicher; 

Wurzelblätter   leierförmig-fiederschnittig,    Stengelblätter   doppelt-fic- 

derschnittig;    Blütenhöpfe  grösser. 

Asterocephalus  Columb.  v.  dissectus  Chi.  han.  das.     Scabiosa  agrestis 

Waldst.  Kit.  PI.  rar.  Ilung.   III.  226.  t.  2Ü4. 

o.  oohroleiica.     Die  gelbblühende.     Meist  schwächer;  Blattßedcrn 

schmäler;    fruchttragende  Köpfe  meist  ellipsoidisch. 

Asterocephalus    v.   ochroleucus    Chi.  han.  das.      Scabiosa    ochroleuca 

LiNN.  das.  146.     Koch  das.     Beichenb.  das.  t.  355.     Jacq.  Fl.  austr.  V. 

t.  439. 
An  Ackerrainen,  AVegen,  auf  Triften,  Wiesen,  in  Hainen  und  Wald- 
gebüschen,   auf  sonnigem   trockenem  Boden,    häulig;    b.    in  Hainen,    auf 
schattigem  frischem  oder  feuchtem  humushaltigem  Boden ,  häufig  und  meist 


§cabio8a.  DIPSACEAE.  273 

truppweise,  gegen  Osten  zuncliniend;  c.  nur  im  süclöstlicLen  TLeile  des 
Gebiets,  nicht  nordMcstliclier  als  Duderstadt  und  auch  da  nur  einzeln 
gefunden.     Juli,  August.  —    August,  September. 

Wiirzelblättcr  der  eiiijalirigcn  Triebe  Jänglicli -umgekelirtciriinil ,  ganzraiidig  oder  säge- 
zäLnig-eiDgescLnitten.  Steogel  1  —  2'  liocli ,  l>all,  seltener  nach  olien  schwach  behaart,  der 
Spielart  b.  bis  4'  hoch.  Kronen  lila.  Borsten  der  abgcbiühcten  Köpfe  fein,  biegsam 
schwärzlich.  —  Die  Angabe  länglicher  ISlütenhöpfe  der  Spielart  c.  gebt  nohl  \orzüglich 
von  jACaUIN's  Abbildung  aus,  ist  aber,  wenn  auch  nicht  ungegriindct,  doch  nicht  constant. 
Ich  besitze  zahlreiche  Ejcmplare  mit  hügeligen  Itlütenhöpfcn  und  Exemplare  der  lilablütigen 
üauptait  mit  stark  cllipsoiden  Köpfen,  wenn  diese  auch  häufiger  hügelig  sind.  Von  der 
BodeuhesebafTenhcit  hängt  die  gelbe  Kronfarbe  allerdings  nicht  ab,  dagegen  scheint  sie,  wie 
die  Farhenveränderung  mancher  andern  Pflanzenartcn ,  unter  einem  klimatischen  Einflüsse  zu 
stehen.  Gegen  Süd- Osten  und  Osten  verdrängt  die  gelbe  Färbung  allniälig  die  violefe. 
In  Schlesien  ist  die  letztere  schon  die  seltenere  (WlMMER).  Die  Angabe,  dass  in  der 
Aussaat  niemals  die  Farbe  sich  ändere  (REICHENB.  Fl.  sai.  127.)  ist  nach  hiesigen  Erfah- 
rungen ungegriindct,  und  das  'Vorkommen  von  Indiwduen  mit  mannichfachen  Übergangsfär- 
bungen  ist  so  verbreitet  und  häufig,  dass  eine  Erklärung  dieser  Erscheinung  durch  Bastard- 
befruchtung aller  AVahrscheiulichkeit  widerspricht.  Zudem  kommt  derselbe  Farbenwechsel  bei 
mehrern  andern  Arten  dieser  Gattung  vor.  Auch  die  Aussaat  von  KlTAIBEL  bezogener  Samen 
der  S.  agrestis  gab  im  bies.  bot.  Garten  violet-  und  rein  gelbblühendc  Individuen.  —  S. 
bjnatlca  WalDST.  et  KiT.  a.  a.  O.  I.  10.  t.  12.  weicht  von  S.  Columbaria  nur  durch  schwache 
Behaarung    der   Blätter    und    der    Stengelbasis    ab,     welche    sich    in    der    Cultur   verliert. 

H»    S-  »iiaveoleii!!!.    Jf^ohlriechende  Scabiose»    Wnr. 

zelblättev  lanzctt-spatelförnjig,  spitz,  ganzrandig  oder  unterbroeben  ein- 
geschnitten, Stengelblätter  fiederschnittig  mit  schmal  linealeu,  gauzran- 
digen  Fiedern;  Borsten  des  innern  Kelchs  1 '/^ — 2-fach  so  lang  als  der 
Saum  des  äussern. 

Desf.  Cat.  pl.  bort.  par.  110.  Koch  Sjn.  I.  379.  Reichenb.  pl.  crit. 
t.  76.  Asterocepbalus  suaveolens  Chi.  hau.  434.  S.  canescens  V^'^aldst. 
et  Kir.  PI.  rar.  Hung.  I.  53.  t.  53.     S.  Columbaria  ß.  Linn.  Sp.  pl.  111. 

Au  Triften,  Wegen  und  Waldrändern,  auf  trockenem  magerm  und 
sonnigem  Boden,  im  östlichen  Gebietstheile,  die  ]\ord- Westgrenze  der 
Gesammtverbreitung  am  süd- östlichen  Harzrande  erreichend,  nicht  häufig 
{Pr.  Bibra,  Kölme,  Aulcbcn,  Rosslebcn,  Halle:  am  Donnerberge  hinter 
Rrölhvitz,  am  A^'^ege  nach  Bennstädt,  am  Bienitz,  Hoppellierg  bei  Bör- 
necke, Steinholz  bei  Quedlinburg  — ;  Schw.  Frankenhausen  im  Kalk- 
thale,  Mittelbcrg  bei  der  Numburg,  Hachelbich  — •;  Hn.  Steigerthal  — ; 
Mk.  östlich  der  Gebietsgrenze  bei  jXeubrandenburg  — ).  Juli  bis  Sep- 
tember. —    September,  October. 

Blätter  der  einjährigen  Triebe  biischelig  auf  fadenförmigen  Sprossen,  länglich- nmgekehrt- 
eirund  ,  kurz  zugespitzt,  lang  und  allmälig  in  einen  Blattstiel  verschmälert,  ganzrandig,  kanm 
eins  oder  das  andere  gegen  die  Mitte  zipfelig  eingeschnitten.  Stengel  1  —  1 '/'i'  ^o<^^>  schlank, 
kahl,  nebst  den  Blättern  fein  graufilzig  bis  ins  Kable.  BlUtenköpfe  kaum  halb  so  gross, 
wie  an  A.  1.  Kronen. hell  scbleferblau ,  seltener  hläulichlila.  Abgcbliihete  Köpfe  durch 
die   kurzen ,    steifen ,    weisslichen   Borsten    ausgezeichnet. 

ökonomisches»     Beide  ^rten  Zierpflanze  der  Gärten. 

lil.     COlflPOSITAE. 

AnANS.    Fam.    II.    103.       DE    CanD.    Fl.    fran.;.    IV.    1.       Sjoanihereae    RiCH.    Bot.    med. 
Deutsche    Ausg.    II.    .579 

Blüten  in  Köpfe  vereinigt  auf  einem  gemeinschaftlichen,  von 
einer  vielhlättrigen  Hülle  umgebenen,  Fruchthoden,   selten  ein- 


274  COjüPOISITAE.  Eiipaforiuin. 

zcln  In  jener  Hülle.  Keleliröhre  nii(  dem  l'nielilljnolen^  ver- 
waeiisen,  auch  wohl  üher  denselhen  slielarlig  verlängert.  Heieh- 
sauni  ])ald  ein  schmaler  (roekenhäulig'er  Hand  odel*  nicht  vor- 
tretend, hald  spreuartig-la|)|tig,  am  häutigsten  später  zu  einem 
ans  haarförmigen  oder  getiederten  IJorstcn  hesteheiiden  Schopf 
ausgebildet.  Krone  der  Kelehr<>hre  aufgesetzt,  Saum  dersel- 
ben 5- (selten  4-)  spaltig,  in  der  Knosp"enlage  klappig,  hald 
gleichmässig  bald  ungleiehniässig,  oder  auch  einzuugenförmi- 
ges,  gezähntes  Bläljtchen  bildend.  Stauhe<'fässe  5,  der  Kron- 
röhre eingesetzt;  Träger  fast  immer  frei,^  Beutel  zu  einer  Röhre 
verwachsen,  nach  innen  sieh  ötTnend.  Fruchtknote  1 -fächerig 
mit  aufrechtem  Ei.  Ein  In  2  iXarhen  gespaltener  GritlVl.  Frucht 
eine  einsamige  schalhäutige  INuss.  "Same  ohne  Eiueiss  mit  ge- 
radem Keim,  das  Würzelchen  zum  Nabel  gc^\andt. —  IJIaltslel- 
lung  manniehfaltig,  keine  Nebenhlältcr. 

Torkoiuiueii.  Von  den  Elit-ncii,  ^velclie  die  Welirzalil  l)evvoliiit,  bis 
auf  »lie  Bcrgliolicn  des  Gcliiets  verlireitet.  Die  nieliisten  l)odenvag,  nian- 
cbe  Ixalliliuld,  andere  Sand  und  Kies  Hellend,  ^venige  an  Salzgelialt  des 
Bodens  gebunden.  Oft  in  gcosser  Individuenzalil  obne  eigentlicbe  Yer- 
cinigung  vorlioniniend ,    andere  trujip-  oder  beerdeuAveise  waelisend. 

Gehalt.  In  de»  meln-stcn  bitlerer  li.xtrartivstoff,  eiscufjriinender 
fierhestoff'  und  ätherisches  Öl,  wonach  vielen  medicinisehe  liriifte  zti- 
fiommen.  In  manchen  exlraetivc  and  harzige  Fürhcsluff'e,  Harz,  fJ'eieh- 
harz,  Gummi,  Zacher,  Schleim,  seltener  Salze.  Als  eii/enthümlichc  Sub- 
stanzen kommen  vor:  Inulin  und  yllanthamphor,  Calennulin,  Namillenöf, 
JVermuthöl,  als  näher  zu  untersuchende  jnoblentatischc  Stoffe:  Arnicin, 
Pyrethrin,  Tnraxacin.  In  den  Samen  einiger  auch  fettes  Öl  und  in  den 
fVurzeln  mehrerer  bitterer,   harziger  Milchsaft,   der  bei  einigen  giftig  ist. 

i.    Gruppe.      EFPATORIACEAE.       n'ASSMHnOST. 
GJSU^ÄCHSjE. 

Sclienliel  des  Griffels  verlängert,  balbrund  oiler  l.eulenlörniig,  von 
unten   lier  drüsig  oder  l'einliaarig. 

1.     ElIPATORirifl.     JTAISISJEMnOSV. 

l.iisiv.  Geil.   II.  93'>. 

Köpfe  walzenförmig,  wenigblütig,  IlüUblätler  geschindelt. 
Blüten  sämmtlieh  zwitteris,  röhrig  .^trichterförmig.  Kelehsaum 
haarig.     Geschl.  Syst.  Xl\.  1. 

aiebrjälirigc  Kräuter  (A.  I.)  (oder  Sträuebi).  liliilter  gegenständig, 
selten  (|uirlieli  oder  vvecliselsländig.  Kopte  oft  doldenlraubig  oder  rispig. 
Fruebtlioden  flaeli  und  naebt. 

1.   E.  vaiinabiiKiiii.    Gemeiner  J9"asserdost,    Blätter 

gestielt,  3 — 5-tbeilig,  Zipfel  lanzettförmig,  gesägt,  mittlerer  länger  als 
«lie  übrigen. 

LiNN.  Sp.  pl.lI73.  Cbl.  ban.  414.  Kocii  S>n.  I.  382.  Schk.  Ilandb. 
111.  T.237.  Fi.  dan.  t.  745.  Engl.  bot.  t.ü48.  IIayne  Arzneigew.  \lll. 
T.  44. 

An  Bächen,  Teichen  und  Gräben,  in  Waldungen  und  Ileidgegenden, 
auf  feuchtem  oder  sumpfigem  Boden,  häutig.     Juli,  August. —  September. 

Steugol  3  —  6'  liocli,  auir<clit,  dirl; ,  brUuiilichrolli.  Oberste  Bliiller  iiicisl  iingellieilt. 
Kopfe   klein,     in    cnilständigen    rispigen    Dol(1entraiii>cii.       Kroncu    fleis<lil':irlieii. 

GM  n^MRJti.icums. 

Pharmaceutisch  •  JtKedicinischeS'     Die  bitter  und  scharf 

schmeckende,    ehedem  offxcinelle   gegen    fß'cchselfxeber  und   fVasser.<!ueht 


Tugsilago.  COinPOSITAE.  275 

(iiufcwnndte  fJ'urzel  ist  jetzt  vielleicht  mit  Unrecht  ausser  Gebrauch. 
Die  Blatter  ijeqvetscht  auf  Geseh  wülste ,  fJ'nnden  als  Hausmittel  im 
Gebrauch . 

«.     TUISI§>IIiACiO.     MUI'IiAWMG. 

LlNN.    Gen.     11.  9-Vi. 

Köpfe  eiiiliäusJg^  IIüllMiilfer  einreiliig  mit  kelchähnllcheii 
kurzem  an  der  liasis.  StraLlhliilcn  iveihlltli,  mehrreihig,  zun- 
genförmig.  Scheiheii])lü(en  zwitlerig,  i-öhrig,  5-zähiiig.  Ä'ar- 
beii  fälllich.    Kelchsaum  haarig.     Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

3Iclirj;ilirigc  Kräuter.  Illiitler  nach  ileiii  Itlülien  erscheiueiul.  Bliitcn- 
scliäfte   l-l;öptig,    tleclil>la(tcr{ing('ii<I.     Kronen  gell». 

1.  T.  Farfara.  Gemeiner  Mujflattig,  Blätter  herzför- 
mig,   ausgeschweift -eeliig  uml  gezähnt;    Schäfte  einltlülig. 

LiNN.  Sp.  pl.  I2I4.  Chi.  han.  414.  Koch  Sjn.  1.  383.  Schk.  Ilandh. 
IIT.  242.  Stlrm  Deutsch!.  Fl.  II.  2.  Fl.  tlan.  t.  595.  Engl.  hot.  t.  429. 
IIavne  Arzneigew.  II.  T.  16. 

Auf  Ächern,  au  Dämmen,  Grähen,  Bach-  und  Flussufern,  auf  tho- 
nigem  lehmigem  und  halkhaltigem,  seltener  auf  sandigem  Boden,  sehr 
häufig  und  meist  truppweise.     März,  April.  —    3Iai. 

Blütenseliüfte  meist  in  Biisclielii ,  6 — 10"  liocL.  B)iilfei  fast  le.lcrartig,  iiiileisclrs  «eioli- 
Jiaaiig    oder    graiifilzlg.       Kolclisaiiin    aus    ziirürkgekriiiiiiiilrn    Ilaaicii    gcliililot. 

GE  U^ER»Z.ICHMS. 

JPhartnaceutisch .  JtEediciniJsches.      fVurzd,    liraut  und 

Blüten  of'ficinell  (Ilerba  et  Flores  Farfarae  s.  Tussilaginis).  J'orwal- 
tende  B  es  tandth.  Schleim,  eisenffrünender  Gerbestoff  mit  etwas  bil- 
term  Extractivstojf  und  salzifjen  Theilen.  Anwcnduntj  selten  in  Sub- 
stanz; vorzüfjlieh  das  Kraut  im  Auftjusse  oder  Abhochtintj  (ferjen  Brust- 
kranhheiten  im  Gebrauch,  der  ausyepresste  Saft  f/eijen  skrofelartitfe  Aus- 
schläge u.  s.  w. 

OTCOnomiScheS*  Die  junffeu  Blätter  als  Gemüse  tjeniessbar; 
herantjeivachsen  werden  sie  von  den  Pferden  ijern    gefressen. 

3.     PETASITES.      PMSVWUni,, 

Gartiv.  Fi,„t.  II.  406.  t.  166. 
^Ilüllhlälter  einreihig  mit  kclcharligcn  kijrzern  an  der  Basis. 
Köpfe  fast  zweihänsig:  mehr  männliche  mit  wenigen  randstän- 
digen fadenförmigen  weihlichen,  und  zahlreichen  röhrigen  zwit- 
terig-unfruchlharen  Scheihenhliilen;  mehr  weihliche  mit  meh- 
rern Reihen  randständiger  weihlicher  Blüten  und  einigen  zwit- 
terig-unfruchtharen  in  der  Mitte.  IVarhen  ellipsoidisch  oder 
fadenförmig.    Kelchsaum  haarig.     Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  nach  dem  Blühen  erscheinend.  Blüten- 
schäfte mit  Dechhlättcrn  besetzt,  einen  vielköpfigen  Strauss  tragend. 
Kronen  klasspurpurn    oder  weisslich. 

1.  P.  Oflleinalis.  Gemeine  PestWUrx.  Blätter  herz- 
förmig-eirund, ungleich  gezähnt,  unterseits  graufilzig,  Lappen  des  Aus- 
schnitts gegen  den  Blattstiel  vortretend;  Narhe  der  Zwitterblüten  ellip- 
soidisch. 

Mönch  Meth.  568.  Koch  Syn.  I.  383.  Petasites  vulgaris  Desf.  Fl. 
atl.  II.  270.     Chi.  han.  412. 

Xwitterige  Pjlanse.     Strauss  eiförmig. 

Tussilago   Petasites   Linn.  Sp.  pl.  1215.      Scuk.  Handb.  III.    T.  242. 
Fl.  dan.  t.842.     Engl.  bot.   t.  431.     Havne  Arzneigew.  II.  T.  17. 
Weihliche  P,fians!e.     Strauss  länglich;  Köpfe  um  die  Hälfte  kleiner. 


276  COMPOSITAE.  Peiasites. 

Tussilago   hyluida   Linn.   das.     SciiK.  das.     Engl.  l>ot.  t.  430.     Uayne 
das.  T.  18. 
An  Flussnlern,   Itiicbcn  und  auf  qutlligi-n  Wiesen,    auf  nassem  llion- 
lialtigcm  Boden,  Läufig  und  meist  truppAveise.     März,  April.  —   illai. 

Blülonstliäfte  '/o  '>'*  1'  •">tl>>  frHoliUragcml  1 '/j  —  2'  Jiocli.  Ulalter  späterhin  bis  1 Y^' 
im  Durclimcsser.  Bliilcnsliclelicii  meistens  einfadi;  Kruiien  licllpiir])nrn,  Terlileichend.  Seliafte 
,le.    »eil.liclicn    Pdanze    .lünner    un.l    langer,     Hülle    l.aurliiger,     Blüten    kleiner. 

Ä.  P.  albus.  Jf^eiSSe  Pestwurz»  Rlätter  herzförmig- rund- 
lich, ausgcschAYcift- eckig,  stachelspit/.ig-gczähnt,  unterseits  Aveissfilzig, 
Lappen  des  Ausschnitts  rundlich  ahgewandt,  ]>arben  der  Zwitterblüten 
lineal- lanzettförmig,    zugespitzt. 

Gaertn.  Fruct.  II.  406.     Chi.  ban.  413.     Koch  Syn.  f.  384. 
a&witterige  PJlanze.     Strauss  cilormig,    Bliiteustielcben  fast  gleich- 
zipfelig,   meistens  einfach. 

Tussilago  alba  Linn.  Sp.  pl.  1214.     SciiK.  Uandb.  III.  T.  242.     Sturm 
Deutschi.  Fl.  11.21.     Fl.  dan.  t.  524. 

Weihliche  PJlanxe.   Strauss  länglich -eiförmig,  Blütenstielchen  mei- 
stens ästig. 

Tussilago  ramosa  Hoppe  Cent.  getr.  Pf.  Stlrm  das. 
An  Gebirgsbächeu  und  nahe  belegenen  Waldwicsen,  auf  nassem  bu- 
luushaltigem  Boden,  am  Harze  häufig  {Pr.  an  der  Ilolzemme  bei  Werni- 
gerode — ;  -ßr.  ]\euwerl«,  Rübeland,  zwischen  dem  Ilsensteiu  und  der 
Cascade  — ;  Hn.  am  IVetzberge  bei  Ilfeld,  Lauterberg,  Rothe-IIütte, 
Altenau,  Oderbrüch,  Ilebbergergraben  — ),  dann  wieder  nördlicher  in 
Hl.  (am  Bache  bei  Warendorf  unfern  Lehnsahn)  auftretend  und  in  das 
östliche  Scblcsswig  übergehend.     März,  April.  —    Mai. 

Niedriger  als  A.  1.  Scliäfte  «liclier,  «eisswollig  Ijis  ins  Kalile,  mit  Hoppelt  hrcitern 
Dcoklilattern.       Kronen    gelhlicliweiss. 

3«    P.  »imriws.    ^tront-  Pestwurael,    Blätter  drcicckig- 

odcT  nierenrund -iierzförmig,  gezähnelt,  unterseits  dicht  scbneeweiss -fil- 
zig ,  Lappen  des  Ausschnitts  gegen  den  Blattstiel  vortretend,  stum]>f 
2 — 3 -lappig  oder  ganz. 

IlEicHEAB.  Fl.  excurs.  279.  Chi.  hau.  413.  KocH  Syn.  I.  384.  T.  io- 
mcutosa  Ehrh.  Beitr.  III.  65. 

I^icitterige  jPJlanse.     Strauss  rundlich -eiförmig;    Grififel  der  weib- 
lichen Blüten  hürzer  als  die  Krone. 

Tussilago  spuria  Retz.  Observ.  1.  29.  t.  2.     Stürm  Deutschi.  Fl.  II.  21. 
.   Fl.  dan.  t.  1828. 

Weibliche   JPJlanxe.      Strauss    verlängert ;    Griffel    der   weiblichen 
Blüten  länger  als  die  Krone. 

Pctasites  tomeutosus  **  subfoemineus  De  Cand.  I'rodr.  V.  207.     Tus- 
silago paradoxa  Roth  Fl.  gerni.  II.  2.  349. 
Am  Unterlauf  der  Elbe,    vom  Auslauf  bis  nach  Dömitz,    als  südlich- 
stem Puncte   der  Gesammtverbrcitung,    auf  sandigem  Boden,    häufig  und 
meist  heerdcnweise. 

Höher  als  die  vorhergehenden  Arten.  Blatter  laug  gestielt,  anfänglich  oherseits  mit 
icrrcihlichem  weissem  Wollhaar  bedeckt,  unterseits  blendend  weissfilzig,  späterhin  oben 
grün,  unten  graugrün.  Strauss  der  Zwitterpflanze  meist  wenigblütig,  untere  verlängerte 
Blütenslielc  fast  so  lang  als  die  obern  kürzern;  Strauss  der  weiblichen  Tflanzc  vollblütiger, 
schmäler   und    doppelt   länger.       Kronen   blassfleischfarhen,     in    weiss   verbleichend. 

GM  TW^MRBI.ICHMS. 

JPharntaceUliSCh'jnLedicinische»,  Die  stm-h  riechende,  bit- 
terscharf'e  fViirzel  von  A.  t.,  ehedem  of'fieinell,  »lur  noch  im  Hnustje- 
hrmijrh;    eben  so  die  frischen  Blätter  auf  Geschwüre  und   fVunden. 

ÖTConomiSChes»     Art.  1.  und  besonders  3.  (Lorken,  Lorkenblume 


Chrysooojua*  COMPOSITAE.  277 

in  eininen  ElbijCffvnden)    ein    winhcrndes    lä.^tines    Unkraut    auf  fVeidcn 
und   ff'iescn,    welches   weder  liiihe  noch  Pferde  abweiden. 

8.    Gruppe.      ASTEROID  EAE.      AS  TEHGUW^ÄCttS E. 

SclieiiKtl  des  Griffels  »Ut  Z\vitterl»!üt('ii  liiieal,  aussen  altgeplattet, 
nacli  oben   zu  zart  liehaast,    zur  Blütezeit  einander  anliegend. 

a.      ASTERISfEAE.     MIGEXTZ,.   ASTMRGmTÄCHSJE* 

Staubbeutel  ungescbwanzt. 

4.     CURY^OCOIflA.      GOJLMiMAJLR. 

I.t>tv.    Gin.   u.  939. 
Hüllblätler   wenigreihig,    blattartig-scliiippig.       SämuiUlche 
Itlüteii  z^vittcrig„^  röhrifi^.    Früchle  zusammengetlriickl.     Kelcli- 
saiiii)   haarig.        Geschl.'Sjsl.  XX.  1. 

MebrjaUrige,  aufrecbte  Kräuter.  Blatter  weebselstäudig,  ganz.  Kopie 
einzeln  an  den   Spitzen   der   A«<te  in   Doldentrauben. 

1.    C*  liiiioiiiyris*    neutsches  Goldhaar*    Stengel  ein 

facb;    Blätter  diehtstebend ,    liiieal;    IJüllblätter  loeker. 

LiNN.  Sp.  pl.ll78.  Cbl.  bau.  409.  Schk.  Handb.  lll.  238.  Llnosjris 
vulgaris  Cass.  in  De  Cand.  Prodr.  Y.  352.     Koch  Sjn.  1.  384. 

Aul"  bewaldeten  Hügeln  und  \^''aKhviesen,  auf  trocbenem  sandigem 
und  steinigem  Boden,  im  süd -östlicben  Tbeile  des  Gebiets,  die  Nord- 
grenze  des  Yorkonunens  in  Deutschland  am  Harze  crreicbend,  stellen- 
weise {Pr.  Kekbartsberge,  J>aumburg,  Freiburg,  Halle:  Lettin,  Heide; 
Halberstadt:  am  Huy  über  dem  weissen  Brunnen,  Steinbolz,  Bosstrappe  — ; 
ßr.  Fallsteine,  Budegebirge,  Holzminden;  5'c/nw.  Frankcnbauscn,  Badra, 
Ilacbelbicb — ;    Wii.  Steigerlbal).     Juli,  August. —    September,  October. 

Stengel  l'/j— 2'  l.ocli ,  Hiinn ,  Blätter  fein  unil  scharf  gezülinclt,  kahl.  Blütenköpfe 
fast    flacL,    Hüllliläftcr   lineal  -  lanzcttlurmig ,    zugespitzt.      Kronen    goldgelb. 

3.     A^XER.     JLSTmM* 

I.INN.    Geu.     u.   9i4. 

Hüllblätter  gcscbiiiilelt.  A"on  der  Scbeibeversebiedeufarbige 
Strahlblüteii  weiblich,  ziiiigenföruiig,  1-reihig.  Scheibciiblütea 
zwitteriffs  i'öhrig.  Früchte  zusammeiigedrüelif.  Kelclisaum  haa- 
rig.    Gtschl.  Svst.  XIX.  2.  * 

Zweijährige  (A.8.),  mehrjährige  Kräuter  (Art.  1.2.  4.)  (Stauden  oder 
Sträuche).  Stengel  aufrecht,  Blätter  wechselständig,  ganz.  Köpfe  meist 
rispig  oder  doldentraubig.  selten  einzeln.  Strahl  violetroth  oder  weiss, 
niemals  gelb. 

*1.  A.  al|linUS.  Alpen- Aster»  Blätter  3- nervig,  haarig; 
untere  spatcl-  oder  ziingeuförmig,  obere  lineal- lanzettförmig;  Stengel 
1  -köpfig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1226.  Chl.han.  411.  Koch  Syn.  1.385.  Sturm  Deutscbl. 
Fl.  H.37.     Jacq.  Fl.  austr.  I.  t.  88. 

Im  Gebirge,  auf  felsigem  Boden,  auf  einen  Punct  des  Vorkommens 
beschränkt  {Pr.  in  der  Gegend  der  Heuscheune  im  Bodegebirge  am  Harz). 
Juli,  August.  —    October. 

Wurzel  vielköpfig.  Stengel  ansteigend,  4  —  6"  Loch,  raiüiliaarig.  Blätter  Lellgrüo, 
bebaart   und    gewiuipert.       Küpfe    gross,     Strabl    violetblau,     Scheibe    goldgelb. 

Ä.  A.  Alltel  Ins.  Vir  gil*«  Aster»  Blätter  3- nervig,  schärf- 
lich-kurzhaarig, untere  elliptisch,  mittlere  und  obere  länglich -lanzett- 
förmig;   Stengel  doldentraubig;   Hüllblätter  gleich  lang. 

LiNN.  Sp.  pl.  1226.  Chi.  ban.412.  Koch  Syn.  I.  385.,  Jacq.  Fl.  austr. 
V.  T.  425  "^    "^  ^ 


278  COMPOSITAE.  Belli«. 

In  BL-rghaiiicn  iiiul  auf  licigwiescii,  auf  trockcuein  steinigem  oder 
felsigem  Boden,  im  süd- östlichen  Gehietstlieile ,  die  INordgrenze  der  Ge- 
saninilverlueilung  in  der  Linie  des  Harzes  erreichend,  stellenweise  (Pr. 
Eelihartsherge,  Frcihurg,  Naumhuig,  Bennstädt,  Uaibcrstadt :  am  Ilny 
üher  dem  weissen  Brunnen,  Ileiligenstadt  im  Fahrhach,  zwischen  Luttcr 
und  Kalteneher  — ;  Br.  am  Fallstein — ;  Schw.  Frankenhausen,  Badra, 
hei  der  _^umhurg  — ;  IIs.  Allcndorf  zum  Hain,  Ashaeh  an  der  I\ase  — ; 
Hn.  Steigcrthal,  Göttingen  an  der  Plesse).     Juli,  August.—   Sei>temher. 

■\Vu™-l  üslig.  Stengel  1—1'//  liodi,  Ulalle.  ciilCeint  .liid  sricl.l  sagciälinig  bis  in 
das  Ganzran.ligo.  Dül.Ui.tiaul.ni  » .M..gl.l..lig.  Hi.lll.lMlci  la.igliili,  .sliiini.f,  clwas  ab!,lc- 
hcnil,    innere    an    der    Spilze    gcfarlit,     Siralil    sebou    blan.iolet,    Scbeibe    goldgelb. 

3.  A.  Tripoliiini.    Meerstranas-^ster,    Blätter  etwas 

Heischig,  hahl,  lineal- lanzettförmig,  Stengel  doldcntrauhig;  innere  Hiill- 
Idatter  dopiiclt  länger. 

LiMV.  Sp.  pl.  1227.  Chi.  han.  411.  Kocu  Syn.  I.  385.  Fl.  dan.  t.61.5. 
Engl.  hot.  t.  87.  Tripolium  vulgare  Aees  ab'Fsenb.  Monogr.  153.  De 
Gand.  Prodr.   V.  2^53. 

Am  Mecresstrande  auf  schlammig- humoscm  salzhaltigem  Boden,  häu- 
fig und  hcerdenweise,  im  Binnen!and('  hcsonders  in  der  I>ähe  von  Sali- 
nen.    Juli  his  Septemher.  —    Scptemhcr,  Octohcr. 

Hube  bis  3',  kabl.  IJlaller  saftioll,  seiebt  gesägt  bis  iu  das  Ganzrandige,  itnfcrslc 
lauglieb,  stumpf,  fast  3-ner>ig.  Strabl  lilarosenfarbe.i ,  _Scbeibc  gelb.  Friicbte  an  der 
Basis  mit  einem  Kränzcbcii  kurzer  Borsteben  umgeben.  —  Ändert  ab  auf  magerm  Boden  im 
Binnenlande  mit  3  —  4"  bohen  Stengeln  und  in  allen  Tbeilen  kleiner;  ferner  obne  Slrabl- 
blfiten,     und    selten    mit    weissem    Strabl. 

4.  A.  saligiius.  Wf^eidenblättrige  A.ster»  Blätter  lan- 
zettförmig, beiderseits  verschmälert,  zugespitzt  und  am  Bande  scharf, 
obere  sehwach  stengelumfassend,  untere  in  der  ]>litte  seicht  sägezähnig; 
Stengel  rispig  mit  doldentraubigen  Ästen. 

WiLLD.  Sp.  pl.IIl.  2040.  Chi.  hau.  411.  Koch  Syn.  I.  aS6.  A.  sali- 
cifolius  ScfiOLL.  Fl.  barh.  328.  m.  Abb. 

An  Flussufern,  auf  lehmigem  feuchtem  Boden,  stellenweise  (Pr.  Barby 
an  der  Elbe,  Quedlinburg  an  der  Bode,  an  der  Angermühle,  am  Graben 
bei  Dittfurth — ;  Hs.  Cassel  an  der  Fulda,  zwischen  Allendorf  und  El- 
lershausen  an  der  AVerra — ;  Iln.  Göttingen  zwischen  der  .llaschmühlc 
und  Bovenden  an  der  Leine,  Grafschaft  Benthcim  an  der  Dinhel).  Sep- 
tember. —    Oetober.   ,. 

Stengel  S  —  h'  bocb,  meist  rutblicb.  Blalter  dunkelgrün.  Sliabl  blasslila  oder  «eiss. 
Sebeibe    gplb,    •später    bräuiilieb. 

ÖJCononiiJfcheS'     SämmtUche  ^trtcti   Zicip/Iatneii. 

e.     BEIililf^.      GÄNSKBIitlJUKCMIMN, 

I.INTV.    Gen.    n.  iJÜ'i. 

Ilüllhiaüei-  gleichförmige  2-rcihiff.  Stralilhlütcn  vveihlicli, 
/.ungenfüiiniff ,  l-reihig;  Schcihenhlüleu  zvvitleriff,  lölirig. 
Früchte  flach  zusammenffediückt,  gcraiulet,  ohne  helchsauui. 
Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Ein-  oder  mehrjährige  (.\.  1.),  stcngellose  oder  stengcltreibende  Kräu- 
ter. Stengelblättcr  w cehselständig.  Blütenstiele  einzeln,  laug,  l-l;öpfig. 
Strahl  weiss,    aussen  oft  carminroth. 

1.  B.  iiereiinii^.    Gemeines  Gänseblümchen.    Blätter 

spateiförmig,  gekerbt;   sehafhirtiger  Stengel  1- blutig;  AVury.cl  vielköpfig. 
Lii\N.  Sn.  pl.  1248.     Chi.  han.  410.     Koch  Syn.  1.  387.      Schk.  Uandb. 
lll.  T.254.      Fl.  dan.  t.  503.     Engl.  bot.  t.  424. 


Erigeion.  COMPOSITAE.  279 

Auf  Wiesen  uml  Triltcn,  auf  liuinoseiii  li-hinigciii  und  sandigem  Bo- 
den,   allgemein  verl»reilet.     März   bis  November.  —   April  bis  Winter. 

Itlätlcr  in  wiirzekt^.iuligeii  Uoselten ,  Listvelleii  einige  lilätter  .im  scli^if'tai  tigcn  Sfcngol. 
Ilnllhhiller  sein  slui»))!',  meisl  1-3.  Sclieilic  gell..  —  Änileit.  «Icwol.l  selten,  mit  slralil- 
losen    Blütcnl.uplen     al.. 

öle  onomisch  es.  In  Gürten  verpflanzt  rothe  und  fjcf'illlle  Spiel- 
urtoi   bildend. 

'S.     ERIGERO^.     JHjVMA^WN^KUJLUV. 

I.INN.    Gen.    n.  9')!. 

HülUilällcr  geschhidelt.  Strahlblüten  weibliclia  inehrrcihig, 
«MilM'cder  sämiutlich  zuiigciiföi-uiifi;  oder  die  iniicni  fadenförmig'; 
Sclicihenblüteii  zwitlerig.     Kelcirsauin  haarig.     G.  Syst.  XIX.  2. 

Einjährige  (A.I.),  2-jäbrige  (A.2.),  oder  melirjälirige  Kräuter.  Blät- 
ter wecliselst!>ndig.  Köpfe  einzeln,  doldentraubig  oder  ris])ig.  Slraltl 
Ter  schieden  farbig. 

1.    E.  canadensis.    Canadisches  Altmannsleraut. 

Bläüer  iineal-laiizettföiniig,  beiderseits  verschmälert,  kurzhaarig,  bor- 
stig-gevvinipert,  unterste  in  der  Mitte  entfernt  scharf  sägezähnig;  Sten- 
gel langrispig. 

LiKN.  Sp.  pl.951.  Chi.  hau.  410.  Kocii  Svn.  I.  388.  Hoffm.  Fl.  germ. 
ed.  1.  t.  11.     Fl.  dan.  t.  1274.     Engl.  bot.  t.  2019. 

An  Flussufern,  Wegen,  W^aldrändern ,  auf  Triften  und  in  Steinbrü- 
chen, auf  sandigem  Boden,  häuiig  trH|)p-  oder  heerdenweise  eingebür- 
gert.    Juni  bis   September    —    Juli  bis  October. 

Stengel  l'/j  —  3'  lioeli,  sleii  anfreclit,  cinfacli,  dirlit  liebL-ilteit.  Uispe  zaIilreicLköpfig, 
Kö])fe    klein,    Slral.lMülen    winzig,    gell.Iielnveiss. 

Ä.   E.  acris.  Scharfes  Altmannslcraut*   Blätter  lineal 

lanzettförmig,  rauhhaarig,  borstig -gcwimpert;  Stengel  traubig;  innere 
Strahlblumen  fadenförmig. 

Li.\N.  Sp.  1)1.1211.  Chi.  han.  410.  Koch  Sjn.  I.  388.  Schk.  Handb. 
111.  T.  241.     Engl.  bot.  t.  1158.     Hayne  Arzneigew.  111.  T.  30. 

Atif  Triften,  in  Heiden,  auf  Mauern  und  an  W^gen,  auf  sonnigen» 
sandigem  Boden.     Juni  und  oft  im  Herbst  abermals. —   August,  October. 

L'm  die  Hälfte  niedriger.  Stengel  anfreclit  oder  ansteigend,  meist  l>ranurotli.  Blätter 
kurz  gesjiitzt,  ganzrandig,  selten  eins  oder  d.is  andere  der  untersten  mit  l  —  -  schwachen 
Sägezähnen.  Köpfe  3-f.ich  grösser,  Str.ild  lila.  —  Ändert  all  mit  » olligen  Blältcrn  ; 
schmälern  und  3 -fach  hreitern  Blättern,  Ton  denen  die  untersten  hreit  spateiförmig;  mit  Jän- 
gerin  und  knrzerm  Strahl;  mit  weissliohcra  und  mit  hraunrothem  Rclchsaum.  —  K.  droc - 
hachicnsc    Tl.    dan      t.  874.       KocH    das.    kann    ich    nur    als    Spielart   auschen. 

GM  irERBZ.ICHJES. 

ÖTeononilSChes.  Beide  Arten  werden  des  scharfen,  besonders 
von  ^i.  2.  pl'efl'erartitjen,    (jlesclimnclcs   wefjen  vom   f'ieh  nicht  (je fressen. 

».     i^OIilDAGO.      GOJLnnfTVMJE. 

LlVlS.    Gen.     n.   95.1. 

liiillhlättcr  geschindelt.  Der  Scheibe  gleichfarbige  Strahl- 
l>liilen  weiblich,  zung'enförniig,  einreihig.  Scheibenblüten  zuit- 
terig,  röhrig.  Früchle  walzenförmig.  Kelchsaum  haarig.  Ge- 
schl.  Syst.  XIX.  2. 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  vvechselständig,  ganz.  Köpfe  in  Trau- 
l)en  oder  Trngdolden  mit  oft  einseitwcndigen ,  gc^krümmten  Blütenästen. 
Kronen  goldgelb. 

!•    S.  Virga  aurea.    Gemeine  Goldruthe.    Blätter  ei- 


280  COMPOSITAE.  inuln. 

rund -laiizctlfönnig  in  einen  gcllügelteu  Stii-l  veiscbuiälert;  Stengel  trau- 
hig  oder  trauhig- rispig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1235.  Chi.  hau.  412.  Rocu  Sjn.  I.  389.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  II.  y.  Fl.  dan.  t.  GG-S.  Engl.  hot.  t.  301.  IIayne  Arzneigew.  VIII. 
T.  12. 

In  lichten  V^'äldern,  Ilainen,  in  Heiden  und  auf  Waldwicsen  bis  zu 
den  Gebirgshöhen,  auf  trockenem  niagerm  Boden,  häufig.  Juli  bis  Sep- 
tember. —    September,  Octobcr. 

Stengel  2'  liocli.  Blalter  sägezaliiilg,  scliarflieli  behaart,  unterste  meist  elliptisch,  obere 
in  Kcciiblätter  üb.rgehcnil.  Traiibcu  aiilrecht.  —  Äntlerl  auf  den  Gebirgen  8 — 10"  hoch, 
mit  ganzrandigen  ,  fast  l.alilen  Blallern  und  etwas  grössern  Köpfen  ab  (S.  alpestris  WALDST. 
et   Kit.    PI.    rar.    Hung.    III.    t.  208.);     ferner    mit    schmalem    und    ganzrandigen    Blattern. 

ÖTeonomiSCheS»  ff^ird  vom  f'icke  des  bitlern  Geschmacks  ive- 
fjen  nicht  gefressen. 

b.      INVLEAE.      AZAJVTGEU^ÄCHSX:. 

Staubbeutel   geschwänzt. 

LlNN.    Gen.    n.   956. 

Hüllblätter  geschindelt.  Der  Scheibe  gleichfarbige  Skahl- 
blüten  weiblich^  zungenförmig;  Scheibenblütcu  zwilleiig,  röh- 
rig.    Kelehsaum  haarig.     Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Meistens  mehrjährige  Kräuter  mit  aufrechtem,  einfachem  oder  ästigem 
Stengel.  Blätter  wechselständig,  ganz.  Röpfe  meistens  doldentraubig 
oder  einzeln.     Kronen  gelb. 

;^  Früchte    kahl. 

I,  I.  Heleillllin.  Ächter  ^iant,  Blätter  gezähnt,  untcr- 
seits  filzig,  wurzelständige  gestielt,  cllipliseh  -  Länglich ,  stengelständige 
eirund,  spitz,  umfassend;  innere  Hüllblätter  lanzett-spatelförmig;  Köpfe 
einzeln. 

LiNN.  Sp.  pl.  1236.  Chi.  hau.  407.  Koch  Syn.  1.393.  Fl.  dan.  t.  728. 
Engl.  bot.  t.  1546.     Uayne  Arzneigew.  VI.  T.  45. 

Auf  V^'^lesen,  an  Zäunen  und  in  Grasgärten  in  der  ISähe  von  Dörfern, 
auf  humoseni  feuchtem  Boden,  hier  und  da  verwildert  und  an  frühem 
Standörtern  sich  wieder  verlierend. 

^Vnrzel  dick,  ästig,  gewürzhaft- bitter  schmeckend.  Stengel  3  —  ^'  hoch,  dick,  steif, 
nlättcr  gross  mit  meistens  stumpfen  kerbähnlichen  Zähnen,  runzlicb,  obersells  kurzhaarig,  etwas 
scharf.  Köpfe  einzclo,  gipfclständig,  von  ansehnlicher  Grösse,  hellgelb.  Früchte  4 -kantig, 
v^odnrch    diese   Art,    so    wie    durch    das    Gesammtansehen,     lon    den   übrigen    Arten    abweicht. 

*Ä.  I«  geriliailica.  deutscher  JLlant,  Blätter  gleich- 
breit-länglich, luirzspitzig,  ganzraudig  mit  einzelnen  schwach  vortreten- 
den Zähnchen,  stengelständige  mit  herzförmiger  Basis  aufsitzend;  Sten- 
gel   dicht  doldentraubig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1239.  Chi.  hau.  408.  Koch  Svn.  1.392.  Jaco.FI.  austr. 
II.  t.  134. 

Auf  Triften,  Busch-  und  Ackerrändern  im  südöstlichen  Gebietstheile, 
auf  sonnigem  trockenem  Boden,  die  IVordgrcnze  der  Gesammtverbreitung 
am  Ilarze  erreichend,  selten  (Pr.  Halle:  Gcrsdorfer  Feldmark,  Böglitz ; 
Westerhausen,  Steinholz  bei  Quedlinburg,  Auleben  — :  Schw.  Badra, 
Sondershausen).     Juli,  August.  —    September,  Octobcr. 

Wurzelstock  kriechend.  Stengel  aufrecht,  einfach.  Blätter  aderig,  unlcrscits  wollig- 
feinhaarig.  Köpfe  rundlich -walzig,  Hüllblätter  anliegend,  nur  an  der  Spitze  etwas  abge- 
bogen.     Strahlblütcn   nur   wenig  länger    als   die   Seheibenblüten. 


Pulicaria.  COÜIPOSITAE.  281 

3*     I«  ^aliciiia.     Jf^eiüenhlättriger  Alant.     Blätter 

lanzettförmig,  scliurf  doppelt -gezühiielt,  luiderseits  lialii  und  glänzend, 
stengelständige  lierzförniig  umfassend;  Stengel  doUlentiaubig- aimköpfig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1238.     Chi.  ban.  407.     Roca  Syn.  I.  393.     Fl.  dan.  t.  78(5. 

Zwischen  Gehüsch,  in  Ilainen  und  an  Hecken,  auf  troclienem  lialk- 
haitigeni  sowohl  als  auf  feuchtem  Boden ,  ziemlich  häufig,  gegen  IN'orden 
abnehmend.     Juli,  August.  —    September,  October. 

Stengel  f — 2'  liocli,  einfach,  schlank.  Itlälter  oft  bogig  abwärts  gekrümmt,  aderig. 
Kupfc  2  —  3,  auch  einzeln  auf  abstellenden  langen  Stielen.  Uüllblätler  wimperig,  innere 
an  der  Spitze  etwas  umgebogen.  Stralilblüten  weit  über  die  Scheibe  vortretend.  —  Ändert 
ab    mit   slrahlloson    Köpfen. 

4.  I.  Iiirta.  Kur  «haariger  JLlant,   Blätter  länglich  oder 

lanzettförmig,  entfernt  gezähnelt  oder  ganzrandig,  nebst  dem  Stengel 
abstehend  haarig;    Stengel  1-liöpfig. 

Li.\N.  Sp.  pl.l239.  Chi.  han.408.  Koch  Syn.  1.393.  Jaco.  Fl.  austr. 
IV.  t.  ;358. 

In  Hainen  und  zwischen  Gelȟsch,  auf  trockenem  steinigem  Boden,  im 
südlichen  Gebietstheile,  die  Nordgrenze  der  Gesanimtverbrcitung  am  Harze 
(Uosstrappe,  Steigerthal)  und  bei  llolzminden  erreichend,  ziemlich  häufig. 

Stengel  aufiecht  oder  ansteigend,  1'  hoch.  Blatter  oft  bis  in  die  elliptische  lind  ei- 
lunde  Form  an  Breite  zunehmend,  meist  untcrseits  leicht  glänzend.  Uiillblätter  liueal-lan- 
xellfüruiig,    rauhhaarig,    länger   als    die    Scheibe,    doppelt   kürzer    als    der    Strahl. 

Früchte   rauh-   oder   weichhaarig. 

5.  I.  britaniiiea.    Wa«ser- Alant.     Blätter  nebst  Stengel 

langhaarig- wollig,  entfernt  gezähnelt,  untere  elliptisch  in  den  Blattstiel 
verschmälert,  übrige  lanzettförmig  mit  herzförmig- umfassender  Basis; 
Stengel  doldentranbig  -  armköpfig 

Ll^N.  Sp.  pl.  1237.  Chi.  bau.  407.  Kocu  Svu.  I.  394.  Schk.  Handb. 
III.  T.247.     Fl.  dan.  t.  413. 

An  Flussufern,  Bächen,  Gräben,  auf  ül>erschvremmt  gewesenen  Plätzen, 
auf  feuchtem  lehmigem  und  sandigem  Boden,    häufig. 

Stengel  1  —  1 V2'  hoch,  aufrecht,  spinnweb  wollig,  l—.S-köpfig.  Hüllblätter  lineal- 
lanzctlförniig,  zugespitzt,  so  lang  oder  etwas  länger  als  die  Scheibe,  doppelt  kürzer  als  der 
Strahl.  —      Ändert,   wiewohl   selten,   ohne   Strahl   ab. 

GMUJERBX.ICHMS. 

Pharmaceutisch-JtKedicinisches.     f'on  A.l.  die  fl'urzel 

(KviSZE  fVaarenk.  T.XXt  III.  F.S.)  officinell  (Badix  Inulae,  Enulae, 
Helenii).  Vorwaltende  Be  s  tandth,  Aluntkamphov  und  Imdin.  An- 
xvenduny  in  Pulver  oder  Latwetf/en,  auch  im  Auf'ijuss  tind  Abfiochunt/, 
als  zertheilendes ,  schweiss-  und  harntreibendes ,  magenslärkendes  Mittel. 
Präparate  sind  Tinctura  und  Lnguentum  Enulae.  Auch  bereitet  man 
überzuckerten  Alant  und  Alantwein. 

Ökonomisches»     Art.  2—i.  als  Zierpflanzen  zu  empfehlen. 

10.     PUIiieARIA.     WXiÖMKKMAUV, 

Gairtn.  Frnct.  II.  461.  t.  17-3.  f.  7. 

Kelchsaum  doppelt;  innerer  langhaarig,  äusserer  ein  kurzes 
kleingekerbtes  oder  zersclililztesKrönchen.  Übrigens  wie  Inula. 
Geschl.  Syst.  XIX.  2.  * 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  (A.  2.)  Kräuter.  Blätter  wechselstän- 
dig, ganz.     Köpfe  einzeln,    Kronen  gelb. 

1.  P.  vulgaris.  Gemeines  WlÖhTeraut.  Blätter  läng- 
lich-lanzettförmig wellig,  mit  rundlicher  Basis  schwach  umfassend  ;  Strahl 
die  Scheibe  nicht  überragend,   äusserer  Kelchsaura  zerschlitzt. 


282  COJÜPOSITAE.  Cunyza. 

Gaert.n.  Fniet.  II.  401.  l.  IT-i.  1'.  7.  Chi.  Iiaii.  1U8.  Ivocii  Syii.  I.  3ü"}. 
Iiuila  PulK-aii.i  LiNN.  S|>.  |.l.  1238.     Fl.  .lau.  t.  613.     liiigl.  h..l.  t.  119(5. 

Auf  Triftcu,  au  Laclicu  iu  Dorfciii,  au  Tfieli-  und  Gralfcuranderu, 
aul"  reuchtcui  otler  sclilauiuiigcm  besoudcrs  üiHMScInvemmt  geweseucui 
Lcliin-  und  Saudl>odt'n,   häufig. 

>„ii  trul.em  Ansehen  nn.l  «i.lrlgem  Geruch.  Stengel  <)  —  li"  hoch,  al.stehend  -  asllg, 
schwach  »ollig  liis  ins  Kahle.     Knple  Klein  ,   lasl  liiigelig.      Kionen  nnreingclh  oder  lölhlicLgelh. 

«.    P.  flyseiiterica.     nuhr.FlöhJcraut.      Blattei   laug 

lull,  Miit  lircitiTiT  tief  licizföiuiigcr  IJasis  uinfassciid ;  Strahl  die  Scheihe 
weit  ü  he  nagend,    äusserer  Helchsauiu  hronförmig  ,    lilein  gelierht. 

Gaertn.  Frnct.  II.  4G:2.  Chi.  han.  409.  Rocii  Svu.  I.  .395.  Inula 
djsenterita  LiNN.Sp.  |.l.  1238.  Schk.  llandh.  H?.  T.  247.  Fl.  dan.  t.410. 
Fngl.   hot.  t.  1115. 

Au  Grähen,  Siuu|)fen  und  Flussuferii,  auch  in  Dörfern,  auf  nassem 
huniushaltigem   ISodeu,  häufig.     Juli,  August.  —    Septeinher. 

Stengel  1'/.^  — 2'  hoch,  anfrccht,  nach  ohcn  weiss»  ollig  -  f.Uig.  lÜatlcr  nnregelmässig 
sagciahnig,   unlerscits  graiifilzig.     Köpfe  ühcr  iloi-pclt  so  gross  als  an  A.  1.     Kronen  hcllgclh. 

ÖTCOttOtniSCheS»  ff 'erden  ijrün  vom  fielt  nicht  f/c/'rcssen  ,  A.S. 
jedoch  im   trocltcncn  Zustande. 

LtNN.    Gen.     n.   !).jO. 

llüllhläder  gesehiiulell.  Säuimlliclie  Klüleii  löluig,  jaiul- 
sliiiuliffe  AveJhlicli^  3-zälinig;  sclieihensläiidigj'  zwillerig,  ö-ziih- 
nig.     Holchsauiu  haarig.     Gcschl.  Sysl.  XIX.  2. 

Meistens  mehr-  oder  2-j:ihrige  (A.  1.)  Kräuter  mit  aufrechtem  ästigem 
Stengel.      IJläKer  ^^eellseJsiäudig,   ganz.      Köpfe   iu   Doldeutrauhen. 

1.    C  jsqiiarrosa.     Gemeine  üürrivura,     Blätter  elli})- 

tiseh  oder  elli|itiseh  -  lanzellförmig,  untere  in  einen  Stiel  verschmälert; 
Köpfe  in  gedrängten  Doldentrauheu. 

Link.  Sp.  pl.  1205.  Chi.  han.  406.  Fl.  dan.  t.  622.  Engl.  hot.  1. 1195. 
Inula  Conyza  De  Ca!\d.  Prodr.  Y.  464.     Koch   Syn.   I.  391. 

Auf  Waldplätzen,  au  Hainen  und  Waldrändern ,  auf  steinigem  troclie- 
nem  Boden,  häufig.     Juli  Iiis  Septemher.  —    Septeinher,  Octoher. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  steif,  ästig.  Blätter  seicht  sägeziihnig,  nnlerseits  schwach  filz-ig. 
Köpfe  an  <len  Spitzen  der  rispigen  Xste  auf  knrzcn  Stielen  zusammengehäuft.  Uiillhlallcr 
vielzKhlig,    locher,     gegen    ilie    Spitze    hin    uolet,    Kronen    unrein    weissgclh. 

I  GM  IVMR  BIjICHES, 
Ökonomisches»      W<?.«    stnrhen   fast    bctänhenden   Cciurhs    vieijen 
hier    und    da    zur    fertreibuni/    der    Flotten    und    Erd/löhc    im    Gebrauch, 
ff'ird  vom    f'ieh  nicht  tjef'resscn. 

3.    Gruppe.      SENECIONIDEAE.      KRJEUXKRAUT. 
GMnÄCH&M. 

Scheul^el  des  GrilVels  der  Zwitlerltliiten  lineal,  ölten  mit  einem  Kreise 
abstehender  Ilaare  umgehen,  üher  diesem  abgestutzt  oder  in  einen  bald 
kurzen,  liegelförmigen,  bald  langen,  schmalen,   schärfliclien  Fortsatz  aus- 

"  GalinSOga  parviflora  CaV.  Ic.  III.  41.  t.281.,  in  Peru  zu  IIa„se  mul  .Inrch 
Zufall  in  einigen  Gegenden  des  Gehiets  (z.B.  hei  Uanno.er)  ins  Freie  nhcrgegangcn  ,  ist 
nur   als    verirrte  ,     der    Flor    nicht    angchnrigc,    Pllanze    zu    hctraehten. 

a.    HELIANTHEAE.    SO]%]VMlVBI.VMK\'GMWÄCnSM. 

Staubbeutel  ungeschwänzt.     Kelcbsauin  spreublättrig. 


Bidens.  COMPOSITAE.  283 

1«.     B1U£IVIS.     ^JTMEXJLMN, 

LlNN.    Gen.    11.  !)3'J. 

Iliillljlältcr  2-reilug,  äussere  aljslehentl,  Blüleii  säniinllicli 
zwillerig  und  rührig,  oder  sliahlbij(leiulezuiigeiiföi-mig  und  ge- 
schlechtslos. Kclchsauui  aus  2  —  o  mit  Widerhaken  versehenen 
Grannen.     Gesehl.  Syst.  XIX.  1. 

Meistens  1- jährige  Krauter.  Äste  und  Blätter  gegenständig,  oberste 
liisweilen  wecliselsländig,  ganz,  getheilt  oder  gesclinitteu.  Köpfe  end- 
stäudig,   einzeln   oder  doldentrauliig. 

1.    B.  tripartita.    ItreUheiliger  Xweizahn.     lilätier 

3-tlieilig  mit  lanzettförmigen  Abschnitten;  Köpfe  aufrecht,  Früchte  um- 
gekehrteiförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1165.    Chl.han.405.    Koch  Sjn.  I.  396.    Engl.  bot.  1. 1113. 

An  Teichen,  Gräben  und  in  Siinipfen,  auf  nassem  sowohl  lehmigem 
als  stark  saudigem  Boden,  häufig.  August,  September.  —  October, 
IVovcm]»cr. 

Aon  y"  bis  IV2'  hoch,  faslkahl,  diinhelgrün  oder  röthlUh  angelaufen.  IJlaftabschniKe 
lanzclll'ormig,  eingcsehnitlen  -  gesägt.  Kronen  unrein  -  dunkelgelh.  Köpfe  meistens  ohne 
Strahl,  selten  mit  Strahlhliilen.  —  Ändert  ah  mit  nur  fiederspalligen  Blattern.  Eine  zwergige 
1  —  3"  ),ohc  Vorm  hommt  auch  mit  nngelheilten  Blättern  lor  und  verdient  nähere  Vntersuehung. 

Ä.  B.  cermia.  NicTeender  Xtveiaahn.  Blätter  lanzett- 
förmig, an  der  Basis  etwas  verwachsen.  Fruchtliöpfe  uichend,  Früchte 
umgelu'hrteiförmig  -  heilig. 

LiNN.  Sp.  pl.ll65.  Chi.  hau.  405.  Roch  Svn.  1.  396.  Schk.  Handb. 
III.  T.  235.     Fl.  dau.  t.  841.     Engl.  bot.  t.  1114. 

Höhe  der  A.  1.  lehhait  grün.  Strahlhliilen  schön  gelh.  —  Kommt  elienfalls  ohne 
Strahl  lor,  jedoch  häufiger  mit  Strahlhliilen,  die  in  mehrfachen  Stufen  der  Grösse  abändern. 
Eine  sehr  grossstiahlige  Form  ist  Coreopsis  Bidcns  LllNN.  Sp.  pl.  1281.,  und  eine  zwergige, 
1—2"    hohe,     1-hlüligc    Form    B.  minima   ^lN^f.    das.     1165.       Fl.    dan.    1.^12. 

GM  nMRBI^ICJlMS. 

technisches»     Beide  bitten  zum  dauerhaft  Gelbfinhen  anwendbar. 
b.     ÖNAPH.^LIEAE.      HVIKRKRAVTGEtyÄCaSM, 

Staubbeutel  geschwänzt.      Kelchsauin  meistens  haarig. 

13.     FIIiAGO.     WIZtZMUAUT. 

L.INN.    Fl.    succ.    ed.  II.    302. 

Köpfe  5 -kantig,  Hüllblätter  geschindelt.  Scheihenhlülen 
zwilterig,  röhrig,  4- zähnig;  Slrahlhlüten  vveihlich,  fadenför- 
mig, gezähnelt,  in  mehrern,  zum  Theil  zwischen  den  llüll- 
und  Siireuhlättern  des  keulenförmigen  Fruchlhodens  stehenden, 
Reihen.  Kelehsaum  feinhaarig  abfallend,  den  äussern  Blüten 
fehlend.     Gesehl.  Syst.  XIX.  4? 

Einjährige,  aufrechte  oder  ausgebreitet- ästige,  vreisswolligc  Kräuter. 
Blätter  wechsciständig,  schmal,  ganzrandig.  Köpfe  gehuäuelt,  Knäuel 
end-,  Seiten-  und  astachselständig. 

1.    F.  germanica.    JDeutsches  Filxleraut,    Stengel  ga- 

beltheilig-ästig;  Knäuel  gabel  -  und  endständig;  Blätter  lineal-lauzett- 
lich  oder  spateiförmig  -  lanzettlich  ;    Hüllblätter  stachelspitzig. 

LiNN.  Sp.  pl.l311.  Chi.  hau.  393.  Koch  Svn.  I.  397.  Schk.  Ilandb. 
TU.  T.266.     Fl.  dan.  t.  997.     Engl.  bot.  t.  946  (Gnaphalium  germauiciim). 

Stengel  '/.^  —  1'  hoch,  einfach  und  oben  ästig,  oder  von  der  Basis  an  .islig ,  nchsl  den 
Bladern  «eissfiUig-  oder  gelblicbfihig- ,<  olllg.  Knäuel  hiigelig,  vielköpfig,  haselnnssgross, 
geaen    die    Enden    der    Hüllen    anlTallend    kahl,     gelblich    oder    rolhlich    und    glänzend. 


284  COSIPOSITAE.  Gnaphaliuiu. 

S.  F*  nioiitaiia.  Berg-JPliaJcraut»  Steiig;ci  lispig;  Knäuel 

seitfii-  iiiul  i-ii«lstainlig;  BläKcr  l:ui/.L-ttlicl> ;  Ilülllilätter  stuuipflicli,  tliclit- 
■wollig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1311.  AYahlknb.  Fl.  suec.  II.  539.  Chi.  Lau.  393.  F. 
aivnisis  Kocu  Sjn.  I.  398.  Stürm  Di:utscbl.  Fl.  11.38  (Giiaphalimn  ar- 
vciis.).     Fl.  (lau.  1. 1275  (F.  aivensis). 

Auf  Ächerii  uinl  Triften  in  Berg-  und  Uügelgegenden,  gegen  die  Klie- 
nen  almcliniend,  auf  tioclienem  niagciiu  Buden,  Läuüg.  Juli  bis  Sep- 
tember. 

Grüssc  lind  Astbildiing  der  A.  1.  ,  weisser  iintl  feinuolligcr  als  diese.  Knäuel  weni- 
ger liugcKormig,  weniger  dicblküpfig  und  etwa  halb  so  gross.  —  Die  >on  EURIIART  in 
seinen  IIerl>.  exsiec.  l>ec.  IX.  unter  INr.  90.  gegebenen  Exemplare  sammelte  derselbe  uii 
LlNNE's    Zeit   bei    l  psala    unter    den.    !>aincu    F.   niontana    E. 

3.    F.  arveiisis.    Weld-WilzTeraut,    Stengel  gabcltheilig- 

ästig;  Knäuel  gabel-,  seilen-  und  endstantlig,  wenigkö|>llg,  Blattei-  laii- 
zetllicb-lineal,    niebt  länger  als  diese;    Ilülllilätter  spitzlicb,   unbewebrt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1312.  Wahlenb.  Fl.  suec.  II.  539.  Cbl.  ban.  393.  Sturm 
Deutscbl.  Fl.  11.38  (Gnapbalium  montanum).  Fl.  dan.  t.  1276  (F.  nion- 
tana). Filago  minima  Fries  IVov.  ed.  II.  268.  Koch  Syn.  I.  398.  Gna- 
pbalium minimum  Sm.  Fl.  brit.  873.     Engl.  bot.  t.  1157. 

Auf  Triften,  Ackern  und  Heiden,  auf  magerm  sandigem  trockenem 
sowobl  als  feucbtem  Boden,  sebr  häiiiig  und  in  den  Ebenen  zunebinend 
Juli,  August.  —    September,    October. 

Gestalt  und  Astbildung  der  A.  1.,  aber  doppelt  fcinstengcligcr  »md  soLlaiiker ,  weniger 
und  dünner  filzig  als  die  Art.  1.  u.  2.  Blatter  aufreebt  oder  anliegend.  Kupfe  kleiner, 
gegen  die  Spitze  schmäler,  meist,  zu  1 — 3,  selten  bis  zu  'i  in  einem  Knliucl.  —  Die 
von  EhRHART  in  seinen  Uerb.  cxsicc.  Dec.  X.  unter  ISr.  100.  gegebenen  Exemplare  sind 
bei  Hannover  gesammelt  und  stimmen  mit  den  Exemplaren  seines  Herbariums  überein,  die 
von  ihm  zu  LilIVlNE's  Zeit  in  Lpsala  eingelegt  wurden,  es  mögen  diese  nun  in  der  IVähc 
von    Upsala,     oder   ferner   davon    oder    aus    dem    dortigen   bot.  Gart,    eingelegt   worden    seyn. 

'4.   F.  g^allica.    französisches  JPUzTeraut*    Steng«;l  ga- 

beithiilig- ästig;  Knäuel  gabel-,  seilen-  und  endständig,  ^veuigl.öplig; 
Blätter  lineal-pfriemenfürinig,  doppelt  so  lang  als  jene;  Hüllblätter  spitz- 
lieb,  unbewebrt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1312.  Koch  Syn.  I.  398.  Sturm  Deutscbl.  Fl.  U.  38. 
Engl.  bot.  t.  2:369. 

Auf  Äckern  und  Triften,  auf  trockenem  mergeligem  Boden,  sebr  sei- 
len {Pr.  Ualle:  Lettin  und  Cröllwitz  Wallroth;  Pr.  fV.  I>ienbergc,  Al- 
tenberge; Hl.  zwiscben  Poppenbüttel  und  Wollingsbüttel  IIIJbeiser).  Juli, 
August.  —    September. 

Von  den  zunächst  verwandten,  im  Gesammtansehen  Uhnlielien  ^orhergcbenden  Arten  leicht 
durch    die   2  —  3  .Mal  so  langen  Blätter    und  durch  stärker   -zugespitzte  Kopfe  zu  unterscheiden. 

ÖTe anomisches.  Das  rieh  fVissl  sämmtUehe  .4rten  nicht.  Eben 
so  wenitj  liefern  sie  den  Bienen  JSnnrunfj. 

14.     CS^APHAIilUIfl.     nUMMKUJLUV, 

LlNN.    Gen.    n.  94(). 

Köj)fe_Lal])kugelig  oder  vvalzig,  IlüUltläHer  goscliindell,  tro- 
ckenliäjilig,  oliiic  zwiselienstehende  IJlüten.  Scheihciihlüleii 
zwilterig,  röhrig,  O-ziilinig;  ^Strahllilülen  weil)licli,  l"a<lenför- 
luig,  gczäliuelt.  Ilaare  ties  Kelchsaums  fadenförmig.  Fruchl- 
hoden  llach,  kahl.     Gesehl.  Syst.  XIX.  2. 

Eiiijäbrigc  (Art.  2.  3.),  melirjährige  (Art.  1.  4.)  Krauler  (oder  Stränebe), 
meistens  filzig -wollig.     Blätter  wechselständig,  ganzraudig.     Köpfe  gc- 


Qiiaphaliuni. 


eOJHPOSlTAE.  285 


knäuclt,  enclstän.lig,  dolclentiaul.ig  oder  älnig.  Ilüllhlätter  -sveiss,  gelb, 
selten  roseiiroth.  „     ,     ,  ^       ,:,.  ■      • 

1.     O.  sylvatlcmii.     Wald-XtuhrTcrauf.     Stengel   cm- 

facl»;  Blätter  schmal  lanzettförmig,  obere  an  Lange  abnebmena ,  Inieal, 
uuterseits  weissfilzig,  oberseits  znletzt  kahl  weidend;  Kopie  in  einer 
verlängerten  Ähre.  ^    -,  >^       „  w,       ,. 

LiNN.  Sp.  1.1.1200.  Chi.  ban.  395.  Koch  Syn.  I.  399.  Schk.  Handb. 
III.  t.  243.  Fl.  dan.  t.  1229.  G.  reetum  Sm.  Fl.  brit.  II.  870.  Engl.  bot. 
t.  124.  ,  ,.  ,  c      , 

In  \^'äldein.  Ilainen  nnd  Heiden,  auf  troclienem  sandigem  und  Sand- 
boden, häufig.     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  1 — 2'  hocli,  steil  aiifrechf,  weissfilzig.  Blätter  In  der  Breite  Tariirend.  Blu- 
tenäLre  bis  unter  die  Hälfte  des  Stengels  reieliend ,  aus  1  —  3  Köpfen  auf  l.lattwlnkelstan- 
digen,  kurzen,  etivas  von  einander  entfernten  Stielen,  die  bei  üppigerer  Ausbildung  zu  niebr- 
blütigen  Ästen  aus»achsen,  zusammengesetzt.  Köpfe  walzenförmig.  Hiillblütfer  nnlen  grün, 
gelbbraun  und  glänzend  gesäumt,  mit  dunlielbrauncm ,  in  böliercr  Lage  braunsebwarzera  Streif 
unter  der  .«pitze.  —  G.  norwegieum  GUNN.  (G.  syK.  v.  eonfertum  Cbl.  Lan.  das.  G. 
sjlvalieum  Engl.  bot.  t.  913.)  ist  nur  eine  alpine  Form  von  G.  syl.aticum  mit  zusammenge- 
zogener, längliger  fnflorcsccnz  und  dunkler  gefärbten  Hüllblättern.  Stiebe  von  Inseetcn 
(Schaumevcaden),  « elebe  die  Entwirkelung  der  Blülenäbrc  behindern,  bringen  nitbt  selten 
dieselbe    Form    hervor. 

9,    C:.  iiligiiiot«iini.    Schi  amm^Xtuhr  Ter  auf.     Stengel 

von  unten  auf  veitsebwellig  -  ästig;  «lätter  spatelformig- lineal ,  beider- 
seits graufilzig;   Köpfe  in  blattwinhelständigen  Endl.näueln. 

LiNN.  Sp.  pl.  im).  Chi.  haii.  393.  Koch  Syn.  I.  400.  Fl.  dan.  t.  859. 
Engl.  bot.   t.  1194. 

b.    nuduni.     nas  Jcahlblättrige.     Kleiner,  scbmalblättnger,  Blatter 
beiderseits  l.ahl  und  grün. 

Cid.  hau.  das.      G.  nudum  IloFFM.  Fl.  gcrm.  II.   138.      Beichenb.  Tc. 
f.  999. 

Auf  überschwemmt  gewesenen  Plätzen,  an  Lachen,  Deich-  und  Fluss- 
ufern, auf  feuchtem  schlammig -sandigem  Boden,  sehr  häufig;  die  Spiel- 
art selten.     Juli  bis  September. 

Stengel  6  —  8"  hoeb,  weiss« ollig.  Äste  scLlalF.  Blätter  gegen  die  Basis  stark  ver- 
schmälert.      Knäuel    2  — 6-k„pfig.       Hüllblätter   gelbbraun. 

3.  CJ.  luteo.albnm.  Blassgelhes  MohrTeraut,  Sten- 
gel einfach  oder  an  der  Spitze  ästig -doldentraubig;  Blätter  lineal -lan- 
zettförmig, untere  spatel -lanzettförmig,  wollig -filzig;  Köpfe  in  unbe- 
blätterten Knäueln. 

LiNN.  Sp.  pl.  119C.  Chi.  hau.  394.  Koch  Syn.  I.  400.  Stirm  Deutsclil. 
Fl.  H.38.     Fl.  dan.  1. 1763.     Engl.  bot.  1. 1002. 

An  Teich-  und  Flussufern,  an  Bainen  und  AVegen,  auf  nassem  oder 
feuchtem  sandigem  Boden,  stellenweise.  Juli  bis  September.  —  Septem- 
ber, October. 

Stengel  1'  hoch,  wcisswoUig.  Blätter  oberseits  mit  dünnenn  Überzüge  und  grünlich. 
Knäuel  kirschengross,  blass  strohgelb  und  glänzend,  Hüllblätter  gleichfarbig  nnd  etwas 
durchscheinend. 

4.  Ci.  areiiariiiiu.    I&and-Huhrleraut»    Stengel  einfach 

oder  an  der  Spitze  ästig -doldentraubig;  Blätter  lineal,  stumpHich,  untere 
Spatel -lanzettförmig,  filzig;  Köpfe  in  zusammengesetzten  Doldentrauben. 

LiNN.  Sp.  pl.  1195.  Chi.  hau.  394.  Stürm  Deutschi.  Fl.  II.  38.  Fl. 
dan.  t.  641.  Hayne  Arzneigew.  A'.  T.  5.  IlelichiYSum  arenarium  Koch 
Syn.  I.  401. 

Auf  \A'eiden,  in  Heiden,  an  Waldrandern  und  in  AA'aldungen  der 
Ebenen  und  Uügelgegenden,  auf  trocb-enem  Sandboden,  stellenweise. 
Juli  bis  October.  —    September,  October. 


286  COmPOSITAE.  ilntennaria. 

Sfengcl  1'  iiodi,  oft  in  Mcliiialil  rasciiaitig  »cioi.iigt,  ausl.-lgci.d.  Uülll.ialfcr  mIkiii 
citroiiciigi'lli,  Kronen  oi-.ingcfarbcn.  —  Änilcil  ali  mit  spitzen  StcngclIiLiKcrn  inul  seilen 
mit    nrangcf'arlicneii    Uiillblütlern. 

ÖTCOnoniiSches,  .itt.S.  u.  4.  wvrdcu  zu  IiinnnrtcUcuhränzen  f/v 
butiden  zum   tcrhauf  auf  den   Marld   fjtbraclif. 

GaerTIN.    l-met.    II.    410.    t.  107.      Ileform.    U.  ItK. 

Hülll»^l;iHer  gescjuiidelf:,  trockenhäiitig.  IJliilcii  z^\  eiliiiiisig, 
rölirig,  ö-zali!iig:  Kelclisnuin  tier  fruchfl»aren  ^vcihliclicii  IJlüten 
aus  fadciiCönuigcn  Haaren,  tler  iii)friiclitl)areji  Z^villcfldülon  aus 
kculenförmifi-eu  Haaren.  Fruchlhoden  fi;cvvöll>(.  Gcschl.  Sysl. 
XIX..  2.        ^  ^ 

Wie  Giinplinliiiiii. 

I.    A.  dioica.     Gemeines  Katzenpfötchen,     Stengtl 

einl'acli ,  hricclicndc  Aii.släiil'cr  Iii-ümmuI  ;  >'\  iirzelhlättcr  sjiateHonnig ; 
Kü|>fc  in   Doldi-ntiaiilxii. 

Gaertn.  Fiuct.  II.  410.  t.  167.  f.  2.  CM.  I.an.  39-2.  Gnapl.alimii  «lioi- 
cum  Link.  Sp.  pl.  1199.  Koch  Syii.  I.  40().  Stirm  Dciitstlil.  Fl.  11.38. 
Fl.   (lan.  t.  1228.     Engl.   Iiot.  t.  267.     IIaynk  Arzneigew.   V.   T.  6. 

Auf  Triften,  Waldplälzen  und  Heiden,  auf  sonnigem  niageim  und 
sandigem  IJoden,  tiup]nveise  oder  in  lileinen  Heerdeii  liiiufig.  I>iai  bis 
August.  —    August,  September. 

Stengel  4  —  8"  liocli.  Ausläufer  Blütlerrosetien  trriLeud.  Itlätler  untcrscils  weisswotlig, 
<Uc  Jes  Stengels  lineal,  anliegend.  liiipfc  gcilrängt.  Hüllblätter  weiss,  rosa,  seltener 
Ixarminrotb. 

c.     A^fTHEMIDEAi:.       CU A  miI,I.MN GMlVÄCHSi:. 

Staub]»eutel  ungeseliwänzt.  Kelelisauin  nicht  vortretend  oder  ein  kur- 
zes Kränzchen   bildend. 

16.     ARTEIfllSIA.     BJEMWUSS. 

I.IIVN.    Gen.    n.    945. 

Köpfe  kugelig  oder  eiföruiig,  Ilüllblälier  sescliindcll.  Schci- 
henhliilen  zwiUerig,  i-öhrig,  5-zälinig;  SlralilbliUen  fadenförmig, 
etwas  gezähnelt;  oder  alle  zwillerig.  Kelcksaum  nicht  vortre- 
tend.     Gesehl.  Syst.  XIX.  2. 

Ein-  oder  mehrjährige  Kräuter  (Art.  1 — 7.)  (seltener  Sträuche).  Blät- 
ter wechselständig,  verschiedenartig  fiederlappig,  selten  ganz.  Köpfe  in 
llispcn  oder  Trauben,  Islein  und  bei  den  mehrsten  Arten  um  die  Hälfte 
grösser  abändernd.      Kronen  gelblich,   röthlieh  oder  bräunlieh. 

•     Frnchtboilen     baarig. 

1.  A.  AbHintliiiiiti.  Bitlerer  Beifuss,  Stengel  auf- 
recht, oben  rispig;  Wurzelblätter  3-fach,  Stengelbläller  2- fach  -  ficder- 
spallig  mit  lint^il  -  längliehen  ,  stumpfen,  seidenaitig-grauen  Zipfeln,  blü- 
tenständige ganz;    Köpfe   fast  kugelig,   nickend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1188.  Chi.  han.  396.  Kocu  Syn.  I.  401.  Fl.  dan.  1. 1654. 
Engl.  bot.  t.  1230.     IIaynk  Arzueigew.  II.  T.ll. 

An  Mauern,  Ruinen,  Aekcrrändern,  Wegen  und  Zäunen,  auf  dürrem 
liesonders  kalkhaltigem  Boden,  häutig  eingebürgert.  Juli,  August.  — 
Septeniher,  October. 

Ausgezeielinet  bitter  und  von  widerlieb -aromatisebem  Gerncb.  Stengel  2  —  4'  boch  ,  bii- 
scbig.  Blätter  nngeöbrt,  blülcnständigc  lanzcttlieb.  Äussere  Hüllblätter  länglicli,  inuerc 
unigckcbrteirund   n:it    breitem,    troekcnbUiitigem    Saum.      Kronen   bellgelb. 


Arteiiiisla.  COIÜPOSITAE.  287 

!9.    A.  riiiie$4tris.    felsen-Beifuss»    Stengel  ansteigcixl, 

cnii'.icli  oder  m  eilig -iistig ,  olien  sclmialrispig ;  Sleiigelltlälter  (lo]>pelt-, 
Miilenständige  haiiunartig-fietlerspaUig  mit  sehinal  laiizettiicli-liiiealeii, 
iiiil)eljaai'teii  Zipfeln;  Röpl'e  Kugelig,  niel.encl,  Iliillbl:iller  iingleielif'ör- 
mig,    äussere   ahstebend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1486.  Chi.  han.  897.  Koch  Syn.  I.  40:2.  Wallr.  Selied. 
t.ö.     Svensli  hot.  t.  317.     Reichenb.  PI.   ciit.  tV.   f.  573  (A.  viiidifolia). 

Aul"  Triften,  anf  niagerni  lialK-  oder  salzhaltigem  Itoden,  sehr  selten 
(/In.  Klein -Gussitorn  unweit  Dannenherg  im  Lnnehurgschen ;  Pr.  Stass- 
fiirth,  Borhsleben  nnweit  Artern,  als  sudliehstcs  Yorliommen  in  Deutsch- 
land).    August,  SepteniLer.  —    October. 

In  Hörsloii.  Unfrnflill>arc  Zweige  liogciul.  Blülientlc  SCengcl  -'^ — 1'  liorli ,  nach 
ohcii  mit  »eiligen  kurzen  Asten  verseilen,  alisteliend  kiirzliaarig.  ßliifter  iiellgriin,  mit  '/g —  '/<,'" 
breiten,  aicklielien ,  in  eine  breite  Spitze  zulaufenden  Zipfeln,  n  urzolslänJigc  fast  .3  -  facli- 
fieilerspaltig.  Köpfe  um  ilie  Hälfte  grösser  als  an  A.  1.,  äussere  Hiilllilätter  kelcli.irtig  ali- 
steliend, lineal,  mit  einem  oder  dem  andern  seitlichen  Zipfel,  innere  llinglirli,  trnekenliautig 
eingefasst   nnd    geniinpcrt.      Kronen    unrein    gclli.      Fruclitboden   halbkugelig. 

•■     Frucbtboden    kabl. 

'3>  A.  laciiiiata*  Weintheiliger  Beifuss.  Stengel  an- 
steigend, einfach,  in  eine  ührenförmige  Traube  endigend;  Blätter  2-iach- 
fiederspaltig  mit  linealen,  ganzen  oder  eingeschnittenen,  zartliaarigcn  Zi- 
pfeln, bliitenständige  ganz,  lineal  -  lanzettlich ;  Köpfe  laigelig,  nickend, 
llüllblätter  gleii  hformig,   anliegend. 

WiLLD.  Sp.  pl.  III.  1843.  Koch  Syn.  T.  403.  A.  Mertensiana  Wallr. 
Schcd.  4fi6.  t.  IV. 

Auf  Triften,  auf  salzhaltigem  Boden,  sehr  selten  {Pr.  Stassfurth, 
Borlislelien  unMcit  Artern.  Juli,  August. —  Angust,  September. —  October. 

Im  Gesaniintanscbeu  der  lorigen  Art  zunächst  stehend.  Stengel  in  3lchrzahl  auf  einer 
Wurzel,  .'}  — 8"  hoch,  ohne  alle  Äste,  dünn,  zarthaarig.  Bl.itter  ungcohrt,  spiiteihiu  kahl, 
gesättigt  grün,  untere  Stengelbkitter  mit  den  Wiirzelblättern  iibereinkouimend ,  mittlere  ein- 
fach-fieilerschnittig  mit  lineal -lanzettlichen  Zipfeln,  in  die  nngetheilten,  kürzern,  lanzett- 
lichen der  Traube  übergehend.  Kopie  halb  so  gross  als  an  A.  2.  nnd  kürzer  gestielt.  Hüll- 
blätter   sämmtlich    o^al    mit    trockonliäutigoiii ,     zerschlitztem   Saume.       Friichtbodcn    kegelförmig. 

4:«  A.  Canipei^tl'i!«*  Welfl-BeifuSS,  Stengel  ansteigend, 
lispig;  Blätter  2 — 3- fach -fiedertheilig  mit  schmal  linealen,  feinspitzigen, 
kahlen  oder  schwach  seidenhaarigen  Zipfeln,  obere  einfach  fiedertheilig, 
blütenständige  ganz;  Köpfe  rundlich -eiförmig,  späterhin  abwärts  ge- 
richtet. 

LiivN.  Sp.  pl.ll8r,.  Chi.  han.  397.  Koch  Syn.  I.  405.  Scuk.  Ilandb. 
III.  T.  240.    Fl.  dan.  t.ll75.    Engl.  bot.  t.  338.    Hayne  Arzneigew.  II.  T.  9. 

Auf  Triften,  Heiden,  an  Acherrändern,  Wegen,  auf  Sandboden  der 
Ebenen,  auch  an  Berghängen  auf  steinigem  saudigem  Boden,  häufig. 
August,  September.  —    September,  October. 

Blätterhüschel  bildende  unfruchtbare  Triebe  liegend,  blühende  Stengel  I  —  1 '/j'  hoch, 
rüthlich.  lilätter  ungeuhrt.  Rispenäste  abstehend  ,  einfach,  dicht  mit  einzelnen  Blütenkopfen 
besetzt.  Köpfe  noch  kleiner  als  an  A.  •'j. ,  grünlieh.  Kioncn  braiinroth.  —  Die  seideuhaa- 
rige    Form    bei    uns    selten. 

5.  A.  poiltlca.  Kömischer  BelfuSS.  Stengel  aufrecht, 
oben  rispig;  Blätter  2- fach -fiedertheilig  mit  schmal  linealen,  stumpfiichen, 
unterseits  silbergraufilzigen  Zipfeln,  bliitenständige  ganz;  Köpfe  kugelig, 
nickend,  aussen  graufilzig. 

LiNN.  Sp.  pl.ll87.     Koch  Syn.  I.  404.     Jaco.  Fl.  anstr.  I.  t.  99. 

Auf  Triften,  an  Wegen  und  in  der  Nähe  von  Wohnungen,  anf  tro- 
ckenem sonnigem  Boden,  in  der  südlichen  Hälfte  des  Gebiets  hier  und 
da  verwildert.     Juli,  August.  —    September. 


288  COJHPOSITAE.  Ariemisia. 

Stengel  1  —  l'/o'  hocli,  steif  aul'reclit,  aber  mit  aiilVeclit- alislehendcn  Asien  iin.l  selini.iUi 
(oUliliiligei  Hispe.  Blatter  oberscits  ans  «lern  Graufilzigen  ins  Griingrauc  bis  ins  Kalile  ali- 
anderutl.  Koiile  linsengross,  Iliillblättcr  anliegend  ,  ansscre  krautig,  länglich- lanzetlfürwig, 
innere    länger,    nnigekeln teirnn«!    uiit    Irookenliäntigeni    Saum. 

6.    A.  iMaritinia.    Meerstrand« •Beifuss.    Sitngel  an- 

steigL'iul  oder  aufrecht;  Ulätter  2  — 3- tath-liederllieilig  mit  schmal  liiiea- 
Icn,  stumpfen,  lieidcrseits  schneeweisslilzigcn  Zipfeln,  oherc  hliiteu- 
ständige  ganz;  Köpfe  länglich,  nebst  den  Z\veigsi>itzpn  ahwiirts  gekrümmt 
LiNN.  Sp.  pl.  1186.  Chi.  han.  398.  Koch  Syn.  I.  406.  Fl.  dan.  t.  16.%. 
Engl.  l>ot.  t.  1706. 

b.  stricta.     nie  straffstengelige.     Weissfilzig;   Äste  gedrungener, 
neJist  den  Köpfen    aufrecht. 

Chi.  han.  das.     A.  maritima  ß.  gallica  Kocu  das.     A.  gailica  WiLLD. 
Sp.  pl.  111.  1834.     Engl.  I.ot.  1. 1001. 

c.  sallna.    Hie  binnenlandständige.     Graufilzig  bis  ins  Kahle; 
Köpfe  wenigerblütig,    deutlicher  gestielt,  meistens  hängend. 

A.  maritima  y.  salina  Koch  das.     A.  salina  Willd.  das.    Spr.  Fl.  hal. 
cd.  T.  t.  12. 
An  den  Nord-  und  Ostseeküsten  auf  Sandhoden,   häufig;    c.  im  Biu- 
ncnlande,    auf  salzhaltigem  Roden,   besonders   in  der  Nähe   von  Salinen. 

Kräftig  riechend.  Gesamnitanseben  der  A.  pontica,  doch  meistens  dichter  und  weisser- 
fiUig.  Unfruchtbare  Triebe  liegende  Blatterbiisehcl  bildend.  Blühende  Stengel  1 '/.^  —  '2' 
hoch,  sehr  ästig.  Köpfe  dichlfilzig.  Hüllblätter  länglich  -  liueal,  innere  troekenbüutig,  äussere 
kürzer,  kraulig.  Abweichend  »ou  der  vorhergehenden  nud  der  nachfolgenden  Art  alle  Blüten 
zHitferig. 

'S,    A.  viilg^ari».    Genteiner  Beifuss,    Stengel  aufrecht, 

rispig;  Ulätter  fiederspaltig  mit  lauzettlichen  zugespitzten  eingeschniltc- 
nen,  unterseits  >veissfilzigcn  Zi|>feln,  blütenständige  ganz;  Köpfe  eiför- 
mig,   aufrecht -abstehend   oder   abwärts    gerichtet,    fast    sitzend,    aussen 

'^lInn.  Sp.  pl.  1188.     Chi.  han.  397.     Koch  Syn.  1.406.     Fl.  dan.  t.  1176. 
Engl.  bot.  t.  978.     Havne  Arzneigew.  il.  T.  12. 

Zwischen  Gebüsch,  an  Hecken,  Wegen  und  Acherrainen,  auf  Lehm-, 
Sand-  und  steinigem  Boden,  häufig.  Juli  bis  September. —  August  bis 
Octobcr. 

Von  bitterlichem  Geschmack  und  schwach  aromatischem  Geruch.  Stengel  2  —  -5'  hoch, 
aufrecht,  stark,  eckig,  rothbraun.  Wurzelblätter  gestielt  mit  lanzeft-rhombenförmigen  ,  dop- 
pelt -  eingeschnittenen  ,  gegen  die  Blattspitzc  zusammenlaufenden  Zipfeln,  stengclständige  ge- 
übrt.  llispenäste  aufrecht- abstehend.  Köpfe  einzeln  oder  zu  2  —  4  knäuclarfig  genähert. 
Kronen   hrauuroth,    lioletrolh,    selten    weiss. 

GM  n^JEBBX,ICHMIS, 

JPharmaceutisch' Medicinisches,     Art.  1.  5.  u.  7.  of'fici- 

nell.  füll  A.1.  liiaiit  oder  die  blüheuden  Spitzen  (Ilerba  v.  Summilates 
Absinthii).  f'orxvnltcnde  B  es  tand  th.  ätlicri.sclics  Öl,  fVermuthöl, 
bitterer  Extractivstoff'  u.  Gerbestoff',  f'on  A.  7.  auch  die  ßf'nrzel  (Uadix, 
Ilcrba  V.  Summitates  Artemisiae).  Vorwaltende  B  e  s  t  andth.  ätheri- 
sches Öl,  scharfes  Uarz  und  Eisen  grau  (?)  fallender  Gerbestoff'.  A n- 
ivenduHtf  in  Pulverform,  Aufguss  oder  Abkochunff ,  als  reizende  und 
stärkende  Mittel;  A.2.  auch  neuerlich  gegen  Epilepsie.  Präparate  sind 
jetzt  nur  noch  Oleum  aethcreum,  Extraclum  und  Essentia  Absinthii. 
A.3.  ist  mehr  im  Auslande  int  Gebrauch.  Auch  die  übrigen  Arten  haben 
ähnliche  zunächst  dem  Grade  der  Stärke  nach  abweichende  fVirkungen. 
Der  von  A.6.  gewonnene  Extract ,  zur  Hälfte  mit  dem  der  Erythraca 
linariaefolia  versetzt,  ist  ein  in  iinscrn  Hüstengegenden  beliebtes  mn- 
gcHstarkcndes  Mittel. 


Taiiacetuiii.  COJÜPOSITAE.  289 

VechniSCh€S»  ^Jrt.  1.  u.  7 .  eiijncn  sich  besonders  zur  Gewinnntii/ 
des  ätherisc/icn  Öls   und  sümmtliche  Arten  liefern  Pottasche. 

ÖTeonOtniScheS»  A.  1.  f/etrocknet  Mittel  i/erjen  Motten  H)id  an- 
deres  Unfjezicf'er. 

I».     TA^ACETIJ]?!.     JB^ZilTJP^JliV. 

LiNN.   Gc...   ...  944. 

Köpfe  halbkugelif?,  Hiillbläücr  geschindelt.  Blüten  entweder 
alle  zwitterig^  röiirig,  5-^zähnig,  oder  randsfändige  AveihlicJ», 
fadenförmig  8-zälinig.  Kelchsauni  nielil  vorhanden  oder  ein 
kronartiger  Rand.     Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Mehrjährige,  .-»iifrechte ,  ästige  Kräuter,  lllättcr  wechselständig,  ilop- 
pelt-lieclerspaltig.    Kö])le  in  encl-  und  hlattwinhelstündigen  Doldentrnuhen. 

1.     T.  vulgare.     Gemeiner  Main/arn,    Blätter  fieder- 

sehnittig,  Abschnitte  mit  tiedersp.iltigen   gesägten  Zipfeln. 

LiNN.  Sp.  pl.ll48.  Chi.  hau.  396.  Koch  Syn.  I.  407.  Stlrm  Deutschi. 
Fl.  U.20.    Fl.  dan.  t.  871.    Engl.  bot.  t.  12:29.     Hayne  Arzneigew.  II.  T.  6. 

An  Feld-  und  Ackerrainen,  \%^egen  und  Flussufern,  auf  sandigem 
oder  Sandhoden,  trupp-  oder  liecrdenweise  häufig.  Juli  bis  Septem- 
ber. —    August,  October. 

Stengel  steif  aiifrecLt,  2  —  4'  l.o.l. ,  staik,  eckig.  Blätler  gross,  UM,  licllg.ii.. ,  sun 
starkem  wi.lerlicli  -  aromatischem  Gei.icl.  iin.l  l.itteim  Gosclim,.fk.  I)ol<Ientr.Ti.l..M.  Iiieil,  llaili. 
Köpfe    gross  .    Kronen    gell). 

GEU^ERBIjECHJES. 

PharmaceUtiSCh-MedicinischeS-  Kraut,  Blüten  und  Sa- 
men officincll  (Herba,  Flores  et  Semen  Tanaceti).  f^or waltende  Be- 
standth.  ätherisches  Öl  und  bitterer  Extractivstojf'.  Anwendunij  in 
Substanz,  Pulverform,  Latwertje  und  Aufuuss ,  als  reizendes ,  erhitzen- 
des, marjenstärkendes  und  wurmwidrifjes  Mittel.  Präparate  sind  Oleum 
acthereum  und  Fxtractuin  Tanaceti. 

VechniSCheS»  Blätter  zum  Grün-,  Blüten  zum  Gelbfürben  an- 
wendbar. 

ÖJCOttOntiscIieS»  Blüten  (jcfjcn  Motten  und  anderes  Unrjeziefer 
im  Gebrauch.  Auch  hat  man  sie  statt  des  Hopfens  dem  Biere  zuf/esetzt. 
Das  Vieh  frisst  die  Pflanze  nicht,  und  auf  fViesen  und  fVeidcn  im 
nördlichen  Gebietstheile  ist  sie  ein  schädliches  Unkraut ,  uielches  am  be- 
sten durch  den  Abstich  der  JJ'urzel  vertiUft  wird.  In  Gärten  wird  eine 
krausblättriije,    anrjenehmer  riechende   Varietät  yezoffcn. 

IS.     rOTUIiA.     MUUJDMlJIiJE. 

LlNN.    Gen.     n.   9(j8. 

Köpfe  halbkugelig:,  Hüllblätter  geschindelt.  Scheibenblüten 
zwitterig,  röhrig  mit  4-kerbigeni  Saum;  Randblüten  weiblich, 
1-reihig,  gestielt,  kronlos  mit  unten  beiderseits  vorlretendem 
Flügelrande.    Kelchsauni  nicht  vorhanden.    Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Einjährige,  Meine,  ästige  Kräuter.  lUätter  unregelmässig  fiedcrtheilig 
mit  schmalen  liappen.  Äste  an  der  Spitze  blattlos,  blütenstielartig,  ein- 
zelne Köpfe  tragend. 

1.    C  coronopifolia.    KrähenfussbläUrige  Muh. 

dillet  Blätter  liueal,  scheidig  stengclumfassend,  eingeschnitten- säge- 
zähnig,  3-spaltig  oder  fiederspaltig,  unbehaart;  Stengel  ansteigend  oder 
aufrecht. 

LiNN.  Sp.  pl.  12-57.  Chi.  han.  398.  Koch  Syn.  I.  407.  Schk.  Handb. 
III.  T.254.     Stürm  Deutschi.  Fl.  II.  7.     Fl.  dan.  t.341. 

Auf  Triften,  an  Gräben,  Deichen  und  Wegen,  auf  feuchtem  beson- 
ders im  Winter  überschwemmt  gewesenem  und  daher  salzhaltigem  Boden, 


290  COJVIPOISITAE.  Aohille«. 

an  (l(Mi  Nord-  uiul  vonlern  Ostsrelsüstcn ,  aucli  anf  den  nahe  lielegenen 
Inseln,  liänfis  (Ol.  Vaielei-  lJns«ti,  DangasJ,  J^etienltnig,  Wegast,  Bock- 
liiun,  gohlene  Linie  — ;  llii.  Emden,  Friedel)nrg,  l>ordernei;  Wulsdorf, 
(;reslendort',  Rienicil.lie ,  Ilagen,  llienieivöi«le  — ;  l/fc.  IXienstedlen, 
Kpiundoif,  lloistel  — ;  7//.  LnJgeultiiig,  lloelmaclit,  Oldenburg).  Juli 
l>is   September.  —    September,   <)ctol»er. 

Sirugel  4  —  6"  lioili ,  liiisclielig,  ans  liegriider  Itnsis  aiislcigoiul ,  seilend'  aufrerlit ,  oft 
au  <leii  untern  Gelenken  Wmzelu  Ircibend ,  kalil.  nialtei  mit  liäntigei  ,  rühriger  ItasU  sIen 
gelnmlnssend ,  iilirigen.s  neiseliig,  glatt  und  glänzend,  bald  ganz  und  \o»  der  Itasis  her  mehr 
uder  weniger  sägczkhnig,  bald  3  -  spaltig  und  g.mzrandig  oder  ficderspallig  mit  g.inzen  und 
bagezähnigen  Zipfeln,  ßliitenstiele  verlängert,  naokt.  Kopie  erbsengross ,  dichtblütig ,  goM- 
gelb.       Fruehlbodeu    warzig. 

VechnigCheS»  1»  ß'ei-hiuduuff  mit  inchroii  audern  liüslenpflanzcii 
ztir  Sodatjcwinnunfj  zu   benutzet». 

19.     ACHIIiliEA.     SCHAVGAnBX. 

I.IINN.    Gen.     n.  646. 

Köpfe  eiförmia;  oder  länglich,  Ilülll>lä(ter  geschindelt.  Schei- 
henblülen  zwilterig,  röhrig,  oben  ztisaininengedrückl ,  5-zäh- 
nig;  StrahlhUimcu  weildich,  zungenförmig  mir  kurzer  rundlicher 
Platte.  Kelchsauni  nicht  vorhanden  oder  kurz,  randförniig. 
Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Melirjährige  Kräuter  (Art.  1 — 3.),  seltener  Stauden.  Blätter  weebsel- 
ütändig,  meistens  mehrfach -fiederschnittig,  seltener  ganz.  Köpfe  in  end- 
ständigen,   vielästigen,   vielblütigen   Doldenl rauben. 

1.    A.  Ptarnilca.    Sumpf .  Schafgarbe.    Blätter  lineal 

lanzettförmig  oder  lineal,  gesägt;  Platte  d<'r  Strahlblüten  so  lang  als  die 
Hüllblätter. 

LiNN.  Sp.  pl.  um.  Chi.  hau.  401.  Koch  Syn.  I.  407.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  II.  10.  Fl.  dan.  t.  643.  Engl.  bot.  t.  757.  IIayne  Arzneigew.  IX. 
T.  44. 

Auf  Wiesen,  Triften,  an  (»räbcn  und  Bächen,  auf  feuchtem  oder 
sumpfigem  Boden,  sehr  häufig.     Juni  bis  August. —   August,  September. 

Stengel  '1  —  3'  hoch,  eiul'aeli,  steif  aulVecht.  Ulallrr  fein-  und  staehelspitzig- gesägt, 
bisweilen  au  der  Basis  eingeschnitten  -  gesägt.  Köpfe  gross,  Strahlbliitcn  gegen  10,  weiss.  — 
in.cr   das    Ycrhältniss    zu    A.  alpin»    »ergl.    Chi.    hau.    ^Oi. 

9.    A.  iriillefoliuin.     Genteine  Schafgarbe.    Blätter 

lanzettförmig-lineal  oder  lineal,  doppelt-fiederschnittig;  Abschnitte  mit 
lincalen  2 — 3-spaltigen,  zugespitzten  Zipfeln;  Mittelrippe  breit,  gegen 
das  Ende  mit  einem  oder  dem  andern  Zwischenzipfel  versehen;  Platte  der 
Strahlblüten  um  die  Hälfte  kürzer  als  die  Hüllblätter. 

LiNN.  Sp.  pl.l267.     Chi.  hau.  40"2.     Koch  Syn.  I.  410.     Schk.  Handb. 
III.  T.  255.    Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  10.    Fl.  dan.  1.  737.    Engl.  bot.  t. 758. 
b.  niagnn.     JDie  grosse.     Höher,  Blätter  fast  3- fach -fiederschnittig, 
kurz  behaart;    Doldentraubc  mehrfach  zusammengesetzt. 
Chi.  han.  das.     A.  magna  Beicheab.  Fl.  sax.   139. 

0.  aliiestriH.    nie  gebirgständige.     IMiedriger;  Blätter  fcinzipfelig, 
untere  3- fach  -  fiederschnittig;    Hüllblätter  schwarzbraun  gerandet. 

Chi.  han.  das.     Koch   Syn.  I.  410. 
d.    Hetaoea.      nie    borsiliehe.      Schmächtiger,    wollig  -  rauhhaarig. 
Blaltzipfel   lineal -borsteurürmig;    Doldentraube  zusammengezogen. 

Chi.  han.  das.     KocH  das.     A.  sctacea  Waldst.  el  Kit.  PI.  rar.  Ilung. 

1.  82.   t.  80. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  an  Acker-  und  Waldrändern,  W^cgen  und 
zwischen  Gebüsch,  auf  humoscm  und  auf  Lehmboden,  allgemein  verbrei- 


Antheniis.  COJfIPOSITAE.  291 

tet;  1».  auf  Gchirgsbodeii;  c.  auf  Sandboden  an  Flussufern  und  Bcrg- 
hüngcn.     Juni  bis  October.  —    August  bis  IVovembcr. 

Stengel  aiifreclit,  steif,  1 — 3'  hoch.  Bialter  in  der  Umfangsform  iinil  Zerlhcilnng  ver- 
änderlich, untere  Blätter  an  der  Hauptart  und  k.  auf  frnchtbarein  Boden  oft  doppelt  breiter, 
länglich,  an  d.  sammtlich  schmal  lineal.  Slittelrippe  meistens  breiter  als  die  Blaltabschnitte  . 
diese  spitz,  feinspitzig  oder  stachelspilzig,  kahl  bis  ins  Wollig- haarige  und  Wollige  (A. 
lanata  Beiciienb.  Fl.  sax.  139.).  Sfrahlblüten  meistens  4,  weiss,  seltener  gelblichneiss, 
häufig   blassrosa. 

».    A.  noblllst.    Mdele  Schafgarbe.    Blätter  oval  oder 

länglich,  doppelt-  oder  3- fach  -  ficdersebuiltig,  Abschnitte  mit  linealen, 
sägezähnig- eingeschnittenen  Zipfeln,  Mittelrippe  schmal,  gänzlich  oder 
von  der  Witte  ab  mit  Zv\ischenzipfeln  besetzt;  Platte  der  Strahlblüten 
um  die  Hälfte  kürzer  als  die  Hüllblätter. 

LiNN.  Sp.  pl.  1268.  Chi.  hau.  403.  Koch  Syu.  I.  412.  Schk.  Handb. 
III.  T.255.     MoRis.  Hist.  pl.  Sect.  VI.  t.  11.  f."4. 

In  Feldern,  an  buschigen  Bergabhängen  und  an  Mauern,  auf  magerin 
sonnigem  und  steinigem  Boden,  im  südlichen  Gebietstheile,  die  INord- 
grcnze  der  Gesammtverbreitung  am  Harze  erreichend,  ziemlich  selten 
{Pr.  Halle:  Lindberg,  bei  der  Frässnitzer  Windmühle,  Querfurt,  Eis- 
leben, Sangershausen,  Stolberg,  Nordhausen  — ;  Schw.  Franheiihansen 
und  Sondershausen,  hier  häufig;  Hs.  Witzenhausen  — ;  litt.  IVeustadt 
im  Hohnstelnschen  — ;  Br.  Blaukenburg:  Begenstein  und  Teufelsmauer). 
Juli  bis   September.  —    October. 

Gesammtansehen  der  A.VJ.,    doch  niedriger  und  schmächtiger,    »on  angcnebroerni   und    stär 
kerm    Geruch,     kahl    oder   behaart, 
trauhcn    der    tieferstehenden    Aste 
um    die    Hälfte    kleiner   als    A.  2. 

GMW3ERB1.ICHMS, 

Pharmaceutisch- Medicinisches,     f'on  A.  3.  Kraut  und 

blühende  Spitzen  of'ficinell  (Uerba  et  Flores  s.  Summitates  Millefolii). 
Vorwaltende  Bestandth.  bitterer  Extractivstoff'  und  eisent/rünender 
Gerbestoff'.  Anwenduntj  im  Auf'guss  als  Nerven-  und  Gef'üsssystem 
stärkendes  tind  anregendes  Mittel,  auch  des  ausyepressten  Saftes  als 
Frühling skur ,  und  des  Krauts  zu  Bädern.  Präparate  sind  Aqua  <le- 
stillata,  Oleum  aethereuni  und  Extractum  Millefolii.  A.3.  besitzt  diesel- 
ben  Kräfte  und  wahrscheinlich  in  höherer  Masse. 

^TeonomiSCHett  Bas  Kraut  als  Gemüse  f/eniessbar  und  zur  Thee- 
bereitung  in  manchen  Getjenden  beim  Landmann  im  Gebrauch.  Bas  f'ieh 
frisst  sämmtliche  aufgeführten  Arten. 

»O.    AWTHEIfllS.     KAMJHjJjM. 

I.INN.    Gen.     n.   64Ö. 

Könfe  halbkugelig  oder  fast  flach,  Hüllblätter  geschindelt. 
Scheibeiiblüteii  zwitterig,  mit  flach  zusammengedrückter  Röhre 
und  5 -zähnigem  Saum;^  Sfrahlblüten  weiblich^  zungenformig 
mit  länglicher  Platte.  Kelchsaum  ein  vortretender  Kantl  oder 
nicht  vorhanden.    Fruchtboden  spreublättrig.     G.  Syst.  XIX.  2. 

Ein-  (Art.  2.  3.)  oder  mehrjährige  (A.  I.),  ästige  Kräuter.  Blätter 
wechselständig,  mehrfach  fiedertlieilig  oder  -schnittig.  Köpfe  endstän- 
dig, einzeln;  Scheibe  gelb,  Strahl  weiss,  selten  gleichfarbig. 

i*  A*  tiiictoria*   färb  er -Kamille,    Fruchtboden  schwach 

gewölbt  mit  lanzettlichen,  stachelspitzigen  Spreublättern;  Früclite  4 -kan- 
tig-zusammengedrückt  mit  einem  scharfen   Bande  gekrönt. 

LiNN.  Sp.  pl.l263.  Chi.  hau.  404.  Koch  Syn.  1.413.  Fl.  dan.  t.  741. 
Engl.  bot.  t.  1471. 


Idcniraube 

mehräs! 

l.g   z 

usammengeselzl 

ens    über 

die    Ha 

uptlr 

anbc    henorragei 

.Iblüten    m 

,eist  4, 

ein    .eissgelb. 

292  COMPOSITAE.  Maliicnri«. 

AuF  llra<li;i(l;crii,  an  Wegen  ,  auf  Maiicin  und  iu  liebten  Wahlungeii 
aiit'  (i'oelieiH'ni  steinigem  meistens  l<allilial(ig(.'m  lt<i<len,  in  der  südlielieii 
Gehietshält'te  häufig,  gegen  Aord- Westen  alnielimend  (////.  zwischen 
IHanl.enesc  und  INienstädten). 

Stengel  1 — 2'  hoch,  sleif,  aiifreihl  ,  g..iii  l.cli.i.iil.  Zweige  aufrecht  -  ahsl.heiid.  ISh.ltei 
lie<l<-rtheilig,  I.a|)|ieii  fic()ers|<altig  mit  sfachcls|)ilzig  -  i^agezUhnigcii  Ziplelii  .  behaart  liis  ms 
Kahle,  Mitlclrij.j)c  so  lireit  als  die  Ahschiiitle,  nnt  Z«  ischcir/.i|>(Vlii  i.rsehen.  Scheibe  iiiiil 
Strahl    poiiicranzcngelh.   —       Variirt    selten    ohne    Strahl. 

18.  A.  arveii««is.  AcJcer- Kantille,  rmchthod.n  kegel- 
förmig mit  lanzettlichen  stachelspitzigen  SpreuMättern  ;  Früchte  stumpt'- 
4 -kantig,  äussere  mit  einem  stumpfen,  innere  mit  einem  scharfen  Uande 
gekrönt. 

LiNN.  Sp.  pl.l2Gl.  Chi.  hau.  404.  Koch  Syn.  1.  414.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.   H.27,    Fl.  dan.   t.ll78.    Kngl.  bot.   1.602.     Havne  Arzneigew.  I.   T.r>. 

Auf  Ackern  und  Brachäckern,  auf  Lehm-  und  Sandhoden,  allgemein 
eingebürgert.     Mai  bis  Juli.  —    August,   September. 

Von  schwachem  liilter  -  aromatischem  Gerach.  .Stengel  '/o — 1'  hoch,  liegend  oder  an- 
steigend, unten  meistens  roth.  Aste  aufrecht  -  abstehend  oder  abstehend.  Blatter  doppelt- 
tiedertheilig,  Ijappen  genähert,  lineal  -  lanzettförmig,  fein  zugespitzt,  weichhaarig  )>is  ins 
Kahle.       Hüllblätter    mit   trockcnh.iutigem    br.äunlicheni  Rande.       Scheibe    gelb,     Strahl    weiss. 

3.  A.  Cotllla.  Stinicende  Katnille*  Fmehtboden  kugel- 
förmig mit  lineal  -  borstenförniigen  Spreublättern  ;  Früchte  umgekehrt- 
eirund  -  walzenförmig,    mit  einem  gekerbten  Rande  gekrönt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1261.  Chi.  hau.  404.  Koctt  Syn.  I.  414.  Schk.  Ilaudb. 
m.  T.254.     Fl.  dan.  t.  1179.     Engl.  bot.  1772.     IIayne  Arzneigew.  T.  T.6. 

Auf  Äckern,  Schutt  und  an  Wegen,  auf  lehmigem  und  thonigcm  Bo- 
den, weniger  häufig  als  die  vorhergehende  Art,  eingebürgert.  Juli,  Au- 
gust. —    September,  October. 

Der  >origen  ähnlich,  von  widerlichem  Geruch.  Stengel  ansteigend  oder  aufrecht.  Blatter 
3  -  fach  -  fiederschniltig  mit  schmal -linealen  ,  staehelspitzigcn  Lappen  und  Zipfeln,  hahl  nnik 
hellgrün.      Hüllblätter  mit  trockenhäutigem    weissem   Rande.      Scheibe    gelb,    Strahl    weiss. 

GEIVMRBjLICHM&, 

VechniSChes,     ./.  /.  zum  Gelhfürbcn  nnwendbnr. 

ÖJeonomiScheS,  .in.  1.  u.  2.  weide»  vom  f'ieh  ff  e  fressen ,  sind 
aber  als  .ickcrunkräuter  tinehtheilifj .  .i.  3.  wird  nirbt  vom  f'ieb  ife- 
t'ressen. 

«1.     IVIATRICARIA.     JltlTVTt^RtinAtir, 

1>1NN.    Gen.     u.  967. 

Köpfe  hall)kiigelig,  IIüllblHUoi-  geschiiulelt.  Sclioihenblütcn 
zwilteriff  mit  zu.samuicngctlrücktor  Röhre  und  5-zälinigein  Saum 
Strahlhlülen  vveililicli,  zuiigenförmig  mit  ohcii  zusammcngedrück- 
ler  Röhre.  Fruchtl)oden  walziff-keffclförmiff ,  nackt.  Geschl. 
Syst.  XIX.  2.  ö        s  h. 

Hinjälirigc,  aufrechte,  oben  doldentraubig- ästige,  vielköpfige  Kräuter. 
Blätter  wechselständig,  mehrfach  fiedertheilig  oder  -schnittig;  Scheibe 
gelb,    Strahl  weiss. 

t.  ]?I.  CliaaMoinilla.  Kamillen. KKutterTer aut  ijichte 

Mamille),  Blätter  doppelt -fiedertheilig  mit  lineal- fadenförmigen, 
ganzen  oder  gespaltenen  Zipfeln;    Fruchtboden   innen  hohl. 

LiNN.  Sp.  pl.  1256.  Chi.  hau.  400.  Koch  Syn.  T.  416.  Schk.  Handb. 
III.  T.  253.  b.     Fl.  dan.  t.  1764.     Fngl.  bot.  t.  1232. 

Auf  Ackern,  auf  Lehm-,  Kalk-  und  Sandboden,  allgemein  eingebür- 
gert.    Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Angenehm     und    starb    .iromatiscb    riechend.        Stengel    1  —  1'/./    hoch,     lueint    in    Äste    ge- 


Cliiysantlieinuni.  €011P0SITA£.  293 

llieill.  Blallci  etuas  Ikisiliig,  Kahl,  mit  last  l.eilfurmigcr  Miltcli  ippf.  üliilciisliclf  gr 
furcbt.  Frutlitc  ohne  fcioiiaillgiii  Hau«!.  —  Durch  den  lioth  liegcllöiiiiigcii ,  kahlcii ,  iuiun 
hohlen  Finehthoilen  loii  ileii  ähnlich.»  Alten  <Iei  Gattungen  Anlheuiis  iiikI  Cliiysanllicin.im 
leicht    zn    iinterscheiilen. 

GM  n^MJttm.ICHES. 

Pharmaceutisch-  JtKed^icinisches.     Blüten  und  liruut  of- 

ficiuell  (Flores  et  Hi-rba  Cliiiiiioinillae  vulgaris  s.  Cliainaeiufli).  f'nrival- 
tcndc  Be  standth.  ätherisches  Öl  (Kamilleiiöl)  und  bitterer  Extractin- 
stoff'.  Anivendnn<i  in  Substanz,  Pulverform,  Pillen  und  Latwerr/en, 
häufifjer  aber  im  Theeauf'iiuss ,  als  ein  vorzüf/liches  kramp f stillendes, 
sehw'eisstreibeudes  und  zuijh-ieli  mafjenstärkendes  Mittel.  Präparate  sind 
Extracttiin,  Aqua  iloriiiii  ('Jiamoni.' siniplex  et  anisata  und  Oleum  aetltc- 
reuni  (1  Pf.  12^14  (iran  liefernd).  Auch  hat  man  Oleum  coctum  s.  in 
iusum,   Syrupns  und  Esseutia  Chamoniillae. 

Vechnisches,      Blüten  und   livaut  zum   fieUifärhcn   anwendbar. 

ÖTeonotniSCheS,      ßf'ird  vom    Vieh  gefressen. 

««.     CHKl^SAllTHEJfllJIfl.     J^UCUERBMjUMJE. 

I.INN.    Gen.     n.  9t)G._ 

Fi'uchtboden  flach  chIci'  gewölbt.  Üljrigcns  wie  Matricaria. 
Gesclil.  Syst,  XIX.  2. 

Ein-  (Art.  4.  5.)  oder  melirjälirige  (Art.  1 — 3.)  Kräuter  (selten  Stau- 
den). Stengel  aul'reeht  oder  aiisteigend,  1  -  köpfig  oder  ästig- doldeutrau- 
l)ig  und  wenigl<ö|»lig.  Blätter  wechselständig,  ganz,  eingeschnitten- säge- 
zälinig,    fiederspaltig  oder  fiedersclinittig.      Strahl  weiss  oder  gelh. 

•     Strahl     »eiss. 

1.  C  lieiicaiitlieiniii».  ff^eisse  ff^ucherhlunte»  Sten- 
gel wenigköplig;  urttere  Ulätter  lang  gestielt,  umgekehrteiriind -spalel- 
tormig,  eingeschnitten- lierhig,  oliere  sitzend,  länglich  -  lineal ,  entfernt 
sägezähnig;    Früchte  ohne  Kelchsaum. 

LiNN.  Sp.  pl.  12.51.  Chi.  han.  400.  liocii  Sjn.  I.  416.  Schk.  Haudh. 
III.  T.253.     Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  2.    Fl.  dan.  t.  994.     Engl.  bot.  t.601. 

Auf  Wiesen,  Triften,  an  Acher-  und  Wegrändern  und  in  lichten 
Holzungen,  auf  Lehm-  Thon-  und  Sandboden,  häufig.  Mai  bis  Au- 
gust. —    September,  Oclober. 

Stengel  aulrecht  I  —  1 '/./  hoch,  eiufarh  o.ler  mit  wenigen  Ästen ,  Blatter  kahl,  nnterc 
gegen  den  Stiel  zn  oft  fast  fiederspaltig.  Köpfe  gross,  nach,  Strahlhliitcn  vielzahlieh.  — 
Ändert  ah:  auf  W'aldplälzen  mit  rauhhaarigen  Blättern  (C.  leueanlh.  v.  hirtum  Chi.  han.  das.), 
mit  halbseitigem  geährteni  Helchsaume  der  Früchte,  mit  kurzsäumig  gekrönten  Früchten  der 
Strahlhliitcn    und    mit   schnärzlich   geränderten    Iliillblättern. 

H»   C  corynibosiim.    Jtoldentraubige  W^ucherhlu- 

nie*  Köpfe  in  DoldenUauben ;  Blätter  fiederschnittig,  Abschnitte  lan- 
zettförmig, fiederspaltig  mit  scharf  gesägten  Lappen;  Kelchsaum  der 
äussern  Früchte  ein  häutiger  gezähnter  Band,   fast  so  lang  als  die  Kronröhe. 

LiNN.  Syst.  nat.  11.-5(32,  Koch  Syn.  I.  418.  Jaco.  Fl.  austr.  IV.  t.  379. 
C.  eorymbiferum  Linn.  Sp.  pl.l251.  Pyrethruni  corymbosum  Willd.  Sp. 
pl.  Ili:  215.5.     Chi.  han.  400. 

In  Berg-  und  IIügelNvaldungen  der  südlichen  Gebietshälfte,  auf  son- 
nigem trockenem  kalksteinigem  oder  felsigem  Boden,  die  Nordgrenze  der 
Gesammtverbreitung  an  den  Siebenbergen  bei  Alfeld  unweit  Hildesheini 
erreichend,   ziemlich  häufig.     Juni  bis   August.  — •    August,  September. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  steif  aufrecht,  ohen  ästig,  kahl  oder  behaart.  Blattahscbnitte  bald 
mehr  bald  minder  tief  fiederspallig ,  obere  schwach  zusammenlliessend ,  uutcrseits  mit  wenigen 
anliegenden  Haaren  besetzt  oder  dicht  grauhaarig.  Köpfe  bis  1 '/.j"  im  Durchmesser  haltend. 
Platten    der    Strahlhliitcn   b,.lcl    hi.rzer   bald   länger,    weiss,    selten    gelblich. 


294  COJWPOSITAE.  Chrysanthemum. 

3.  C'.  Partlieniiiin.     ^rzneiliche    W^ucherhlume» 

liöptV  in  l)()l<icutraiil)(;n,  JUättt-r  fiedersclmittig,  AhscliniUe  hiiiglicli  -  ei- 
niiul,  sliiinpf,  fietlerspallig,  mit  kerl»ig- siigczäliiiigi'ii  Lappen;  lielcli- 
saiim  ein  sein-  Kurzer,    häutiger,    gezälinelter  Ilantl. 

PtKS.   Sjn.  II.  462.      Koch   Sjn.   1.  418.      Pyretliniin  Partlienium    Sm. 

II.  hrit.  II.  900.  Engl.  bot.  t.  12Ö5.  Hayne  Aizneigew.  \I.  T.20.  I»Ia- 
liiearia  Partlienium  Linn.  Sp.  pl.  1255. 

An  Uuinen,  Mauein,  Schutt,  meistens  in  der  Pl'ähe  von  Ortschaften, 
auf  trockenem  steinigem  Boden,  ziemlich  häufig  verwildert.  Juni  Jtis 
-\ugust.  —    August,   September. 

Stark  riiclicnil.  Stengel  '1'  liocli ,  ansteigciul ,  ästig.  Blatter  düniilaiilrig,  kahl,  seltener 
etwas  ivciclihaarig.  Roplc  G  —  7'"  im  I>iiri'Lincsser  Iialtend,  Hüllblätter  lanzettförmig- lineal, 
spitzig,    gekielt.  

4.  C.  liiodoriiiii.  Geruchlose  HTucherblume.  Sten- 
gel wenigköpfig;  IJIätter  doppelt-  oder  3- fach  -  fiedcrschnittig  mit  lineal- 
fadenföimigcn  Zipfeln;    Fruclilboden  halbkugelig. 

Li.NN.  Sp.  pl.  1253.     Koch  Sjn.  1.419.     Fl.  dan.   t.  696.     IIayne  Arznei- 
gew.  I.   T.  4.     Pyrelhrum  inodorum  Sm.  Fl.   brit.  900.     Fngl.  bot.  t.  676. 
Chi.  hau.  399.      Tripleurospernium   inodorum  C.  11.  Schi  ltz    Tanacet.  31. 
Koch  Sjn.  III.  1026. 
b.  maritimum.     Hie  seestrandständige.     Stengel  ästiger;   Blätter 
etwas  fleischig;    Früchte  etwas  grösser. 

Chi.  han.  das.     Chrjsanthemum  maritimum  Linn.  Sp.   pl.  1;256.     Pjre- 
thrum  maritimum  Sm.  das.      Engl-  bot.    t.  979.      Tripleurospernium  ma- 
ritimum Koch  das. 
Auf  Äckern    und  Gartenländern,    auf  huinos  -  sandigem  oder  sandigein 
Boden;  b.  auf  salzhaltigem  Boden  der  Küsten  sowohl  als  im  Binnenlande, 
häufig  eingebürgert.     Juli,  August.  —     August,  September. 

Stengel  74  —  1'//  liocli,  «citscIiHeiEg-ästig.  Blrittcr  kahl,  dunkelgrün.  Köpfe  his 
zu  1"  im  Durchmesser,  fast  geruclilos.  Platte  der  Strahlhliiten  länglich- lineal.  Früchte 
iiinollkonimen  4-kantig  mit  ronie>em  Uückcn  und  3  -  ripjiigem  Bauch. —  Ich  habe  weder 
die  >on  RoCH  a.a.O.,  noch  die  »on  l'RIES  Summ.  »eget.  Scand.  186.  zur  specifischeu 
I  nterscheidung  lon  C.  inodorum  und  C  maritimum  angewandten  Charaktere  constaot  gefunden. 
••     Strahl    gelh. 

5.  C  se$?etuiii.  Saat -Wucherblume,  Stengel  wenig- 
köpfig; Blätter  lineal- länglich,  vorn  breiter,  grob  sägezähnig- einge- 
schnitten oder  fast  fiederspaltig ,  obere  herzförmig- stengelumfassend; 
Kelchsanm  ein  kurzer  Band. 

LiNN.  Sp.  pl.  1254.     Chi.  han.  401.     Koch  Svn.  I.  419.     Schk.  Ilandb. 

III.  T.  253.     Fl.  dan.  t.  995.     Engl.  bot.  t.  540." 

Unter  der  Saat,  auf  sandigem  und  auf  Sandboden ,  sehr  häufig  eingc- 
bütgert,  nie  auf  bindendem  Lehm-  und  Thonboileii.  Juni  bis  August. — 
August,   September. 

Stengel  l —  1 '/■;'  hoch,  ästig.  Blätter  etwas  dicklich,  kahl,  blaugrün,  Zähne  oder 
Zipfel  stachelspitzig.  kupfe  his  P/4"  im  nurchmesscr  haltend.  Hüllblätter  eirund -oval 
mit  breitem  gegen  den  Strahl  zunehmendem,  trockenhäutigem  Strahl,  Platte  der  Strahlblütcn 
dunkclrannnkclgelb,     Früchte    10 -rippig. 

GE  IVMRBZ.ICHES. 

Pharmaceutisch-Medicinisches,    ^l.S.  den  BcstandiUei- 

len,  tiräf'ten  und  der  Anwendunif  nach  der  jllatricaria  Chamoinilla  nahe 
stehend,    in   neuern  Zeiten  aber  weniij  im  Gebratich. 

ÖleonOtniSCheSt  Art.  1.2.  4.  und  5.  werden  vom  f'ich  fjefres.ien. 
A.  5.  ein  lästitfe.t ,  .tchxver  zu  vertilnendes  Unkraut,  ivelchcs  in  Sandffe- 
(j enden  ,  bei  nächlässir/er  Ackcrwirilisehaff ,  eine  wahre  Landplat/e  wer- 
den  kann. 


Doroiiicuiii.  €OJ»POSITAE.  295 

d.  §ENEClONEAE.    MEGJEIV  TZ.E  C  HK  UHKV  XKH  AV  T- 
GMU^ÄCnSM. 

Staul>l>eutel   ungescli«  iinzt.      Hciclisaiiin  liaarl'öiinig. 

tS3.     nORO^IClJITI.     GMMSWUnX. 

I.INN.    Gen.     n.  9)9. 

Köpfe  halbkugelig  Oller  fast  flach,  Hüllblätter  2  —  3- reiliig, 
ffleichmässig.  Seheihenhlüten  zwitterig,  iMthrig  mit  ö-zähniffeui 
Saum  und  kopfförniig-ge-stutzten  Narben;  Strahlblüten  weiblich, 
zungenförmig.  Früchte  der  Scheibe  mit  haarigem,  des  Strahls 
ohne  Kelchsaum.     Geschl.  Syst.  XIX.  2. 

Mehrjährige  Kräuter.  Itlälter  wcchselständig,  Aviirzelstaiulige  ge*.«ielf. 
Stcngclblätter  mehr  oder  ^veiiigcr  uinfasseiiil.  Köpfe  einzeln  oder  meh- 
rere gestielt.     IJlüten  gellt. 

*1.    II.  Pardaliaiiclies.    fifeifi^lftc  «?e»t*M'Mr«.    IMatter 

eiriiiul.,  gezähnt,  wurzclsfäntlige  tief  herzförmig,  stengelständige  mittlere 
auf  geöhrten   Blattstieleu ,    ohere  sitzend    und  stengclumfassend. 

Link.  Sp.  pl.  1247.  var.  /l  Koch  Sju.  I.  419.  Schk.  Handh.  III. 
T.  249.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  21.  u.  80.  Jaco.  Fl.  austr.  I\ .  t.  aW. 
Engl.  bot.  t.  2654.     Haynk  Arzueigew.  \I.  T.2I. 

In  Ilainen,  auf  humosem  Boden,  nur  in  Hb.  (Wandsbech,  Wellings- 
hüttel)  verwildert,  un«l  nur  desshalb  im  Gebiete  der  Flor  aufgezählt, 
weil  Belgien  zu  ihrem  \  «rbreitungskrcise  gehört.  Mai,  Juni.  —  Sep- 
tember. 

AVurjclstock  liHechend,  linollig.  Stengel  1  —  1 '/j'  hoch,  ncl.st  den  Illatlerii  r.inhhd...  ig. 
Kujifc    1  —  3.       Früchte    des    Strahls   kahl    oder   etwas   behaart. 

I>INN.    Gen.    n.  9.S8.    Art.   aiisge»clil. 

Köpfe  walzig,  Hüllblätter  2-j-eihig,  gleichmässig.  Schei- 
benblüten zwitlerig,  röhrig  mit  5 -zähnigem  Saum  und  abwärts 
verdickter  kegelspitziger^  flaumhaariger  Narbe;  Strahlblüten 
weiblich,  zungenförmig;  Kelchsaum  schärflieh  haarig.  Geschl. 
Syst.  XIX.  2. 

"  Mehrjährige  Krauter.      Blätter  gegenständig,  ganz.     Köpfe  gross,   ein- 
zeln an  der  Spitze   des  Siengels  oder  gegenständiger  Äste. 

f.  A*  niOUtaiia.  Her g -Wohlverlei*  Wurzelblälter  läng- 
lich-umgekehrteirund,   5  — 7-nervig;    Hüllblätter  drüsig -weichhaarig. 

LiN\.  Sp.  pl.  12.%.  Chi.  han.  389.  Koch  Syn.  I.  422.  Scuk.  liandb. 
III.  T.  248.     Fl.  dan.  t.(«.     Hayne  Arzneigew.   VI.   T.  47. 

Auf  Gebirgstriften  und  Waldwiesen,  auf  Hügeln  unil  Heiden,  in 
rauher  Lage  und  auf  magerm  oder  sandigem  Boden,  häufig.  Juni  bis 
September.  —    September,   Oetober. 

Stengel  1  —  1 '/.^'  ho<li,  einlach  oder  gahelig- .3  -  ästig  und  3-ko|>fig,  kurz  hch.iait. 
IJlalter  dicklich,  ganiiandig,  nntcrseit.s  hlassgrün ,  untere  am  Boden  ansgel.reitel  ,  am  Stengel 
nur    1  —  3   entfernt   stehende    Paare.      Köpfe   gross,    pouieranzcngelb ,    selten    hl^issgell.. 

GM  WMHJtl.ICHMS. 

Pharnt,aceuti«ch' medicinisches.      fVurzel,    Kraut  und 

muten  of'ficincll  (Badix,  Ilerba  i't  Flores  Arnicac).  Vor  w  alt  ende  B  t- 
standth.  Extractivslojf',  scharfes  Harz  und  tilherisrlics  Öl,  ^Irnicin  als 
noch  näher  zu  untersuchende  Substanz.  Anwendunff  in  Pulverform, 
häüfifjcr  im  Auftjuss ,  als  reizendes ,  diuretisches  und  auflösendes  Mittel. 
Präparate  sind  Ertractiim  und  Tinclura  florum  Arnicae.  Die  (jetmck- 
neten  und  r/epulverten  Blätter  sind  hier  und  da  als  I\iess}iulver  im 
Gebrauch. 


29G  eOJXIPOSITAE.  Cincrari«. 

Ökonomisches»  Eine  Zierfiflunzc.  TItiere  fressen  sie  nicht,  nurli 
hesuehen  die  liienen  sie  nicht. 

«5.     eilVERARIA.     A.SCUMNKnA.UT. 

I.iisN.  G....  n.  957. 

Köpfe  lialhkugeliff,  Ilüllhläüer  1-reiliig,  g[eich  lang,  ki-aul- 
artig.  ScJicihcnhliUen  z^viltcrig,  röhrig  mit  5-zähiiigcui  Saum 
iiiul  halbrundeis  koj)lTörmig- gesliilztei;  piiiselförmig-heliaarler 
Narbe;  Sfralilblüten/weihlich,  ziingcnformig.  Kelcüsaum  baa- 
rlg.     Gescbl.  Syst.  XIX.  2. 

Ein-  (A.2.)  o«ler  mehrjährige  (A.l.)  aufiechte  Kräuter  (selten  Sträu- 
che). Blätter  wcchselständig,  ganz,  selten  fiedersjialtig.  Köpfe  meist 
(lohlentraubig.     Strahihliiten  gell),    orange   oder   purpurn. 

t.    C?.  caiuiiesti'is»    Veld-JLschenTeraut»    Blätter  nehst 

dem  Stengel  oherseits  leicht,  unterseits  stärker  spiunweh- wollig,  ganz- 
randig  oder  unterbrochen  sclnvach  gezähnt,  wurzclständigc  eirund  oder 
eirund-länglich,  gestielt,  folgende  länglich  mit  verschmälerter  Basis, 
()Ijerste   lanzettlich   oder  lineal;    Stengel   und  Ooldentrauhe  einfach. 

Betz.  Prodr.  11.  scand.  ed.  2.  19ß.  Ohscrv.  I.  30.  Koch  Syn.  T.  424. 
Ueichenb.  PI.  crit.  II.  t.  132  (var.  procera).  t.  131  (var.  humilis).  t.  133 
(var.  dentata;  Übergang  /,»  1«.).  Fl.  dan.  t.  1177.  C.  alpina  y.  inti-grifolia 
LiNN.  Sp.  pl.  1234.  C.  integrlfolia  v.  campestris  Chi.  hau.  391.  Jaco. 
Fl.   austr.  II.  t.  180  (C.  integrifolia  pratensis).      Engl.,  bot.  t.  152  (C.  in- 

tegrifolia;     kiimmerliclie    Form    REICHENB.    t.  131.    ciilsjirccliend).       TephrOSeris    Bei- 

CHENB.  Fl.  sax.  146. 

b.  spathulaefolia.  Itas  spatelblättrige.  Höher,  üppiger;  Blätter 
beiderseits  spinuweb -wollig,  gezähnt,  wurzelständige  und  untere  sten- 
gelständige länger  gestielt;    Doldentranben  vollblütiger. 

C.    spathulaefolia    Gmel.    Fl.    bad.    III.    454.       Beiciienb.   das.    t.  12(5. 
t.  106   (O.  ScHKUiiRii)  II.  melnere.       C.  integrifolia    Chi.  hau.  das.      SCHK. 
Ilandb.  III.  T.  110.     Jaco.  das.  t.  179  (C.  integrifolia  alpina).     C.  lon- 
gifolia  Sturm  Fl.  Deutschi.  11.40.     Jaco.   das.  t.  181. 
Auf  Triften  und  Wiesen,    auf  sonnigem  magerm  kalkhaltigem  Ilügel- 
boden;  b.  in  Hainen   auf  fruchtbarem  humosem  Boden,   am  südlichen  und 
östlichen  Harzrandc    die    ISord- Ostgrenze    des  Yorhonimens   in  Deutsch- 
land  erreichend,     hier   und   da    (Pr.   Halle,     Vogelsberg   bei   Bennstädt, 
Ilornburg,  Farnstädt,  Rossleben,  Auleben,  V^'^ernigerode  — ;  Schw.  Fran- 
kenhausen, Numburg,  Kcula,   b.  bei  Furra  — ;   /l.v.  b.  bei  Allendorf  zum 
Hain:    Ilörnerkuppe,    steinerne  Wand,  Otterbacherstein,   Hegeberg  hin- 
ter dem  Soden  — ;    Iln.  Windehäuserholz,    Steigerthal  — ;   Br.  Trauten- 
stein — ;    Mk.  Satow  im  Amte  Doberan). 

Stengel  1',  >on  b.  bis  '2'  botli ,  gerade.  Blätter  trübgrün,  liinsicbtiicb  der  Belilciiliing 
bis  ins  Kable  variircnd.  Blattstiele  mit  bcrablaiifendem  Fliigelrandc ,  der  sieb  auf  magerm 
Boden  fast  verliert.  Doldcntraiibe  3  —  lO-biiiifig,  Kiipl'e  ungleicb  und  milllerer  3  —  4  -  faeb 
kürzer  gestielt  als  die  übrigen,  bald  grösser,  bald  kleiner.  Hüllblätter  lineal,  slumj.riieb, 
>on  der  Mitte  bis  zur  Spitze,  bald  nur  an  dieser,  biannrolb  gefärbt,  bald  gänzlieb  grün. 
Slrablblüten  bellcitionengelb  bis  ins  Orangenfarbene  (Cbl.  lian.  Abundcr.*)  >ariiiend,  selten 
febleud  Kelcbsaum  bald  ctnas  länger  bald  etwas  kürzer  als  die  Krone.  Frücbte  bald  diebler 
bald  weniger  dicht  scLärflicb- haarig.  —  leb  habe  bis  jetzt  keine  Acranlassung  gefnnden, 
die  in  der  Cbloris,  nnter  aiisfübriiebeier  Mittliellnng  der  Sjnonymie,  naebgewicsene  Bereini- 
gung lon  8  Arten  unserer  Scbriftslellcr  als  Formen  dieser  einen  Art  für  iirig  zu  ballen, 
.iiicb  wird  sie  dnreb  die  BcobacLtiingen  ,  « elcbe  FKIES  Summa  »eget.  Scan.!.  "J.  u.  IST. 
giebt,   bestätigt. 

«.  C  palll«ltrl8.  SunipX-A.SChenTeraUt,  Behaart;  Blät- 
ter länglich -lanzettförmig  halbslengelumfassend  ,  untere  eiiigeschnitteii- 
sägezähnig,    Stengel  ästig. 


Senccio.  COJHPOSITAE.  297 

LiNN.  Sp.  ]>l.  1243.  Chi.  han.  390.  Koch  Syn.  I.  425.  Scuk.  Uandl.. 
III.  T.  246.  a.     FI.  (lau.  t.  573.     Engl.  bot.  t.  151. 

An  Teicliiinulern,  Gräben  und  slelu-ndcn  Gewässi-rn ,  auf  sumpfigem, 
moorigem  und  torfigeni  Boden,   ziemlich  häufig.    Juni,  Juli. —   September. 

Stengel  bis  3'  Iiocli,  dick,  ircissliili.  Bliitlei-  licllgell»,  untere  l>is  ins  seioLl  FicJerspal- 
ligc  al>Un(lein<l,  niid  uielit  seilen  fast  Ifalil.  noMeiitraulicn  am  Hanjitslengel  nnd  den  Ästen, 
»iellioplig.     Kuplc  gross,  kurz  gestielt,  Kronen  lilass  scbn  efelgell).     KcIcLsanui  blendend  «eiss. 

ÖTeon Ofttisches*     ^l-  1-   Zierpflanze  der  Gärten. 

JilNlV.    Gen.     n.  953. 

Köpfe  walzig  oder  walzig- eiförmig,  Hüllblätter  l-reihi_g, 
ffleiclilang-,  mit  kelclLirligeiij  meistejis  ^kürzcrn  an  der  Basis. 
Scliciljenljlüteii  zvvitlerig,  rolirig,  mit  f5-zaliiiigem  Saum  und 
lialbrnnder,  kopfförmig- gestutzter,  pinselförmig  -  behaarter  IVar- 
be:  Strahlblüten  weiblieh,  zuns;enförmifi-.  Kelchsaum  haarig, 
der  des  Strahls  oft  hinfällig.     Gesehl.  Sylt.  XIX.  2. 

Ein-  (Art.  1—3.),  2-  (A.  5.)  oder  mehrjährige  Kräuter  (Art.  4.  6— 8.) 
(oder  Sträuche).  Blätter  vvechselständig,  ganz  oder  verschiedenartig  ein- 
geschnitten.    Köpfe  einzeln,    meistens  in  Doldentrauben.     Strahl   gelb. 

•    Blatter     in  e  li  r     oder     ueniger     fiederartig     eingeschnitten. 

1.    S.  vulgaris«    Gemeines  KreusTcraut,    Blätter  hahl 

oder  spinnweb-Mollig,  buchtig- liederspaltig,  untere  in  den  Blattstiel  ver- 
schmälert, obere  mit  geöhrter  Basis  stcngelumfassend ;  Hiillblätter  mit 
brandflecliiger  Spitze  ;  zungenförmige  Strahlblüten  nicht  vorhanden  ; 
Früchte  sparsam  anliegend- feinhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1216.  Chi.  han.  389.  Koch  Syn.  I.  425.  Fl.  dan.  t.  513. 
Engl.  bot.   t.  747.     Hayne  Arzueigew.  \III.  T.  10. 

b.  8qualidu8.    üas  blanke     Blätter  fleischig-geschwollen,  stark  glän- 
zend,  dunlieigrün;    üoldeiitraube  -wenigblütig.    Köpfe  grösser. 

(]hl.  han.   das. 

c.  radiatug.    Itas  strahlblütifje.    Kopfe  mit  zungenförmigen  Strahl- 
blüten. 

Koch  das.     S.  denticulatus  IXoltk   T\ov.  fl.  hols.  71   (mit  Ausseblnss  >on 

Fl.    dan.    t.  791.). 

Auf  Äckern,  Gartenländern,  Schutt  und  an  Mauern,  auf  Boden  jeder 
Art,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  allgemeiu  eingebürgert;  b.  in 
der  ]>!ähe  von  Salinen,  auf  salzhaltigem  Boden;  c.  sehr  selten  (HL). 
März  bis  December.  —    April  bis  December. 

Stengel  '/j — 1'  Loch,  nacli  oben  zu  ästig  oder  einfach.  Blattzipfel  länglich,  obere 
breiter    und    zusainmenfliesscnd.       Doldentranben    fast    gedrängt. 

Ä.  S.  viseoimis.   Klebriges  KreuaJcraut.    Blätter  buch- 

tig-fiederspaltig,  nebst  Blütenstielen  und  Köpfen  kleberig-behaart;  äu- 
ssere kürzere  Hüllblätter  locker,  Strahlblüten  zurückgerollt;  Früchte 
kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  1217.     Chi.  han.  389.    Kocu  Syn.  l.  426.    Engl.  bot.  t.  32. 

In  lichten  Hainen,  besonders  auf  Schlägen,  auch  auf  Schutt  und  an 
Mauern,  auf  sandigem  und  steinigem  Boden,  häufig.  Juli  bis  August. — 
September. 

Gesamnitanseben  der  A.  1.,  oben  überall  mit  feinen  Drüsenbaaren  besetzt  und  » idrig 
riechend.  Blätter  etwas  tiefer  eingeselinillen  nnd  bisweilen  fast  doppelt  -  fieder.s])altig.  liopfe 
länger    gestielt.       Strahlblüten    goldgelb. 

3.     S.  »ylvativiiti!.      ffald .  Kreualcraut.     Blätter  tief 


298  COmPOSITAE.  Sencoio. 

J»uclitig-fi»;ilers|>allig,     zart    spiiiiiwcli- haarig ;     äussere    llüllblatler    sehr 
kurz  und  angedrückt,    Strahihlüteu  zurückgerollt;    Früchte  grauhaarig. 
LiNN.  Sp.  pl.  1217.     Chi.  hau.  388.     Roch  Sjn.  1.42(5.     Fl.  dan.  t.  1280 

(S.  visCOSUS;  voUkouimon  ziitren'cud)  ,  T.  869  (S.  SylvaticHS,  «liircli  breitere  7,ii.sam- 
.MC.lIiessen.le  Blalllapj.eii  al.wcicI.ciiHc  Form),  t.  791  (S.  dcnticuiatus,  verl.i.mmeite 
rorm). 

b.   aurioulatus.     Das  breitgeohrte.     Grösser  und   üppiger,    Itasis 
der  Blätter  itreitöhrig- stengcluinfassend. 

Chi.  hau.  das.      S.  iividus  Sni.  Engl.  hot.  t.  2515.      Fngl.  fl.   111.429 

{nicht  LlNNli's,    «lesseii  S.  liii.liis  ScilK.   Haii.ll..   III.    T.  •_'4.'j  rielilig  aliliildcl).       ]>iOLTK 
IXOV.    H.    hols.    72   (mit   Aiissebluss    von    Fl.   dan.    t.  869.). 

In  Hainen  und  W^aldungcn,  auf  san<ligem  Itodeii,  liiiung  und  beson- 
ders da,  wo  Itraiid  oder  Rodungen  eingetreten,  heer<leiiweisc  erscheinend. 
Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  1 '/o  —  -'  l'ocli,  schlank  und  schnurgerade.  Ulatlzipfel  regelmässig  stehend, 
gleiehhreit,  bald  mit  kurzem  Ziviscbenzipfeln ,  bald  ohne  diese.  Itlütcnstielc  kürzer  und 
feiner  als  au  dein  ähnlieben  S.  viscosus,  aber  nebst  den  Kupfeu  ebenfalls,  jedoch  siiarsanicr, 
mit    klebrigen    Drüsen    besetzt    und    unangenehm   riechend. 

4.   IS.  eriicirolius.    JEiauJeenhlättriges  KreuxTeraut. 

Itlatter  fiedertheilig,  spinnwebig  oder  kahl,  Lappen  keiHöruiig  oder  gleich 
breit,  eingeschnitten -sägezähnig  oder  fiederspaltig;  äussere  Hüllblätter 
die  halbe  Länge  der  Hülle  erreichend,  Strahlblüten  gestreckt,  Früchte 
haarig- scharf;    Wurzel  kriechend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1218.  Chi.  han.  387.  liocii  Syn.  I.  427.  Schk.  Handb. 
IIL  T.  267.'     '  ^ 

b.    teiiuifoHiis.     Das   SChmalxipJ'elige.     Itlatlzipfd    schmal  -  lineal, 
meist  ganzrandig  und  am   llandc  umgcrollt. 

Chi.  han.  das.      IIeicuenb.  PI.  crit.    t.  325.      S.   tenuifolius   .Iaco.  Fl. 
austr.  III.  t.  278.     Schk.  das.     Engl.  bot.  t.  574. 
In  Vorhölzern,    zwischen  Gebüsch,    an   Fehlrainen    und  Wegen,    auf 
frischem  oder    etwas    feuchtem  Boden,    häufig;    b.  seltener   und   meistens 
.luf  dürrem  Kalkboden. 

Stengel  '«J  —  iJ'  hoch,  steif  aufrecht.  Blätlcr  dunkelgrün,  im  F'mfange  kurz  eirund,  hin- 
sichtlich der  Tiefe  der  Eioschiiille  sowohl  als  der  Itreite  und  I'^orm  der  Itlaltla|ipen  veränder- 
lich, indem  letztere  an  Breite  zunehmend  und  die  obern  '6  bis  5  zusanimenfliesscnd  dem 
l>eierfürniig- fiederspaltigen  sich  nähern  und  dann  Qachrandig  sind,  oder  mit  abnehmender 
Breite  aus  der  keiligen  in  die  lineale  Form  übergehen  und  dann  mit  Ausnahme  »eniger  ein 
fach  und  mit  znrückgehogenen  Rändern  erscheinen  (Engl.  bot.  a.a.O.),  an  der  Spielart  b. 
endlich  nur  die  Breite  von  '/,/"  erreichen.  Holdcntrauben  vielköpfig,  llüllbläller  lauzell- 
spatclförmig. 

A.    S.  «laeobaea.    J^acohs-KreusTeraut.     Wurzel  und 

untere  Stengelblättcr  gestielt,  länglich -eirund,  leieilörmig,  höhere  all- 
mälig  fiedertheilig  und  mit  vieltheiligen  Ohrchen  stengelunifassend;  Stralil- 
blütcn  gestreckt;  Früchte  der  Scheibe  scharf-haarig,  des  Strahls  mit  wenig- 
haarigem abfälligem  Kelchsaum;    Wurzel  gestutzt,  büschelfaserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1219.     Chi.  han.  386.     Koch  Syn.  I.  427.     Schk.  Handb. 

111.  T.267.  Fl.  dan.  t.  944  (S.  Jacobaea;  durch  et»as  sperrige  Blütensticlc  und  grosse 
Köpfe  in  c.  übergehend  und  dessen  Gesammtansehen  enisprecliend).  Engl.  bot.  t.  1130 
(alle  Blätter    fiedertheilig,    Kopfe    kleiner). 

b.   napifoliu».     Jtas  rübenblättrige.     Blätter  länger,    Lappen   an 
der  Spitze  breiter,  Endlappen  eirund  -  länglich  und  gross. 

Chi.  han.   das.     S.  erraticus  Bert.  Amoenil.  ital.  92  (nach  Originalciem 
plarcn).     KocH  Syn.  1.  428.     Heichknb.  PI.  crit.  IV.  t.  357. 
o.  ovnlifolhig.     Das  ovalblättrige.     Stärker-  und  sieiferslengelig; 
Wurzel-  und  untere  Blätter  ganz,  eirund  -  oval :    Früchte  weniger  haa- 
rig bis  ins  Kahle. 


Senecio. 


COmPOSITAE.  299 


Chi.  hau.  das.     S.  aquaticus  Huds.  Fl.  angl.  56.     KocH  das.     Fl.  das. 

t.  784    (S.  aiiiiaticiis;     diircli   f.ist    aufrcci.lc    Blirtcnsticlc    iiud    l>lcine  Köpfe    hl    die  Hauptart 
übergehend).       Engl.    l>ot.    t.  1131    (Uli.tcnstiele    niclit    sperrig). 

Auf  Wiesen,  freien  Waldplätzen,  an  Aeker-  und  Wegrändern,  aul 
lehmig-liuniosem  Boden,  sehr  häufig;  h.  auf  nassem  Bodeit,  hier  und  da; 
c.  auf  thonig-humos.ein  Boden,  Itesonders  im  nördlichsten  Gehietstheile, 
häufig.     Juli  his  September.  —    September,   October. 

Stengel  1  —  2'  hoch,  nel.st  den  Bliiltern  liald  ganzlich  kahl,  bald  schwach  spinnwehig. 
Blattform  « ie  angegeben  »ariirend,  eben  so  die  Ilichtung  der  bald  abstehend -anfrechlen, 
geraden  oder  bogigen,  bald  etwas  bogig- sperrigen  Blufenstiele ,  ilie  Grosse  der  Köpfe  und 
die  bald  dunkler  bald  bellergclh  gefärbten  Strahlblüten.  Selten  kommt  auf  Sandboden  (Insel 
Borkum)  eine  Spielart  ohne  Strahlblülcn  Tor.  —  Fortgesetzte  Beobachtungen  haben  mich 
von  der  Unrichtigkeit  der  schon  in  der  Chloris  gegebenen  Vereinigung  der  erwähnten  Arten 
als  Formen  einer  nnd  derselben,  mannichfach  abändernden  Art  nicht  übertengcn  können,  die 
gegebene   Ansicht   vielmehr   bestätigt. 

•■    Blätter    ganz. 

«.  S.  iientoreiisis.  Main- Kreualeraut,  Blätter  lan- 
zettförmig oder  elliptisch-lanzettförmig,  schlank  zugespitzt,  sägezäbnig  mit 
gerader  Spitze  derZähne,  an  der  ganzrandigen  Basis  keilförmig  verschmälert; 
Strahlblüten  meistens  zu  5  (6  —  8);    Früchte  unbehaart;    V^'urzel  faserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1221.  Chi.  han.  38-5.  Koch  Syn.  1.430.  111.1027.  Bei- 
CHENB.  PI.  crit.  III.   t.  294.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  184.     S.  ovatus  Willd. 

Sp.    pl.  III.    2tX)4    (wenn    die    Blätter    breiter   und    zugleich   unbehaart    sind). 

b.    angu8tifoIiu8.     nas   schmalblättrige.      Blätter  schmal  lanzett- 
förmig. Köpfe  schmäler,  untere  Hüllblätter  borstenförmig. 

S.  nemoreiisis  f.  Fuchsii  Koch  das.     S.  Fuchsii  Beichenb.  das.  t.  293. 
In  Berghainen  und  Waldungen   bis  in  die  Ebenen  hinab,  auf  frischem 
humosem   Boden,    sehr  häufig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  bis  ')'  hoch,  aufrecht,  schLink ,  einfach  oder  oben  ästig,  oft  schlängelig  hin- 
und  hergebogen,  roth  angelaufen,  im  Schatten  grün.  Blätter  krautig,  unterseits  seltener  auch 
oberseits  zart  kraushaarig  und  am  Rande  gewimpert,  bis  ins  gänzlich  Kahle,  bald  sitzend, 
bald  in  einen  kurzen  Blattstiel  verschmälert.  Doldentraube  vollhliitig,  schlaff.  Köpfe  vvalzig, 
unbehaart,  äussere  lliillhlälter  locker,  so  lang  als  die  IIi.llc,  schmal  lanzettförmig- lineal, 
his    ins    Lineale    und    Linealborslenlurmlge.       Strahlblülcn    schmal    und    l.M.g. 

9.  S.  SaPacenlcUS.  Ufer.üreUsTeraUt.  Blätter  läng- 
lich-lanzettförmig, kurz  zugespitzt,  scharf  sägezähnig  mit  hakig  nach 
oben  gebogner  Spitze  der  Zähne,  an  der  Basis  keilförmig  verschmälert; 
Strahlblüten  zu  7—8;    Früchte  kahl;   Wurzelstock  kriechend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1221.  Chi.  han.  386.  Koch  Syn.  I.  431.  III.  1027.  Bei- 
CUEXB.  IM.  crit.  III.  t.295.     Jaco.  Fl.  austr.  II.   t.  186.     Engl.  bot.   t.2211. 

IIaVNE  Arzneigew.  Vlil.  T.  11  (nicht  überall  richtig  gezeichnet  und  wahrscheinlich 
aus    Art.  6.   u.  7.    zusammengesetzt). 

An  Flussufern  zviischen  Gebüsch,  auf  lehmigem  sandig- lehmigem  und 
sandigem  Boden  der  Ebenen  und  Thäler,  ziemlich  häufig,  nicht  im  ei- 
gentlichen Gebirge.     Juli,  August.  —    September. 

Wurzel     tief    in    die    Erde    dringend    und     mit     wagerecbtcn   Armen    weit    umher    wuchernd. 

Stengel    3 o'    hoch,     dick    und    steif.        Blätter     etwas    lederartig,     immer     zur    gleichbrciten 

Form  hinneigend,  unten  wcisslichgrün  und  mit  Ausnahme  der  obern  unentwickelten,  bisweilen 
flaumhaarigen  Blätter  beiderseits  unbehaart.  Sägezähne  fast  stachelspitzig,  Mittelrippe  breit, 
«leisslich.  noldenlraubc  vollblütig,  steif.  Köpfe  kurz,  fast  eiförmig,  doppelt  so  dick  als 
an  der  vorhergehenden  Art  und  weichhaarig,  äussere  Hüllblätter  meist  um  halb  so  lang  als 
die    Hülle.       rlallc    der    StrahlbUiten    meistens    breiter    als    an   jener. 

S.   S.  paliidosus.  Sumpf' Kr eusTcraut,  Blätter  sitzend, 

lineal- lanzettförmig,  lang  zugespitzt,  entfernt  scharf  sägezähnig,  unter- 
seits spinnwehig -filzig,  zuletzt  kahl;  Strahlblülcn  zu  12  —  14;  Früchte 
feinhaarig. 


300  COMPOSITAE.  Calendula. 

LiNN.  S|).  pl.  1220.  Chi.  hau.  38ü.  liocu  Syii.  1.  431.  Fl.  <laii.  l.  38.j 
Engl.  I.ot.  t.  650. 

An  Fliissufern  und  Grähcn,  auf  sumpligeni  oder  torfigcni  Bodrn  und 
im  SuniplV  sellist,  stfllenwcisc  durch  das  ganze  Gcliict,  mit  Ausschluss 
der  Saudehcuen.     Juni  bis  August.  —    Septcnihcr. 

nis  iiianiisliüili.  Stengel  gerade,  eiiif-icli.  Blätter  Lei  iler  geringen  Breite  »on  '/^  _ '/.," 
his     j"    lang.       Si)it/;cn    «ler    .Sägeialinc    ult    verlängert.       Kuiile    gross    und    tluk. 

OTeonontiSCheSm  SämmlUche  Arien  wcrdcu  rmii  fielt  t/r  fressen, 
liic  der  Islen  Abtlieiliuifj  zur  Fütterunfj  der  StuhcHvofjtl ,  welche  den 
Samen  sc/ir  nacltychen,    anwendbar;    die  der  2ten   .tblheil.    Zierji/lanzen. 

4.    Gruppe.      CVKAREAE.      U  M  STMI.G  EVfÄ  C  US  E. 

Gridel  der  ZwilterMiiteu  oben  unter  den  Sclienl;eln  l.uoteuartig  ver- 
dii'IU   und  daselbst  meistens    mit  einem  Ilaarliranze  vers<-lien. 

99.     CAIiE^UtlliA.     nEWGMMjBMjUMm. 

l-INIV.    Gen.    n.   990. 

Kiipfe  halbkugelig,  Jlüllhlätter  2-ieiliio:,  gleit  lilaiig.  Sehei- 
Lenl>liilei)  iinvollkomiiien,  zwittcrig  untl  iiiiiVuchlh.ii-,  rölirig  mif 
kuplTöriiiigem  GriiVel;  Stralilljliileii  weililiclij  fruelilhar,  zuii- 
genförmig.     Geschl.  Syst.  XIX.  4. 

Einjährige  drüsig- zarthaarige  Kräuter  (oder  Stauden).  Itlätter  ganz, 
meist  imchtig-gezähnelt.  liöple  eudständig,  einzeln,  aulVecht.  Kronen 
safrangelb   oder  gelb. 

't.    C.  arvensti».    Telil'Mtingelblunie*    Blätter  länglich- 
lanzettförmig,    entfernt  und  seicht  drüsenzähnig,   untere  gegen  die  Basis 
verschmälert,  fast  gestielt,  obere  mit  gerundeterBasis  halbstengelumfasscnd. 
LiNN.  Sp.   pl.  1303.     Koch   Syn.  II.  451.      Scuk.  Handb.  IIT.    T.  265. 
Gaertn.  Fruct.  II.  T.  168. 

Auf  Äcliern,  im  südlichsten  Theile  des  Gebiets  (Pr.  Halle)  die  nord- 
westliche Grenze  der  Gesamnitverbreitung  erreichend,  liier  und  da  an- 
gesiedelt. 

Stengel    6—8"   liooli ,    ansteigend,    «citseli»  eiOg  -  hslig ,    seliHacli.       Kruiien    liellgell.. 

9S.     ECHlIVOPli.     KUGJEMjItMSVMlj. 

I.IIVN.    Gen.    n.  999. 

Köpfe  kugelig,  niil  kegelföroiigen  Köpfchen  hescizf.  Kelch- 
saum  kronformig^    kurz  gefranzt.      Gesehl.   Sysl.  XIX.  .5. 

Mehrjährige,  aufrechte,  ästige,  dornige  Kräuter.  Blätter  1 — 3-fach- 
fiedertheilig,  Lajipen  und  Zähne  in  Dornen  oder  Staehelspitzen  ausge- 
hend. Köpfchen  einem  liugelförmigeu  Frnchtboden  eingesetzt,  1 -blutig. 
Kronen  bläulich  oder  Mcisslich. 

*  1.     E.    ^pltaeroceplialiis.      Getneine  Kugeldistel, 

Blätter  buchlig-fiederspaltig,  oberseits  hleberig- llaumhaari'g,  unlerseils 
graufilzig,  La])]>en  auseinander  weichend,  Jiuchtig- sägezähnig  und  sla- 
chelspitzig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1314.  Koch  Syn.  11.452.  Lam.  Illuslr.  I.  709.  f.  1.  Bot. 
reg.  t.  356  (E.  paniculatus). 

In  der  Nähe  von  Buiuen  und  Gartenanlageii ,  auf  magerm  steinigem 
oder  sandigem  Boden,  an  wenigen  l»uncten  verwildert  und  haum  als  der 
Flor  angehörige  Pflanze  zu  betrachten  (l/.v.  Gassei  an  den  Felsen  des 
Weinbergs;  /'r.  Barby:  Bösener  Marl; ;  ///.  Lauenburg  am  hohen  Ellmfcr 
in  der  TMähe  eines  Gartens;  MA-.  Güstrow  am  Schlosslierge  der  Schön- 
iuscl).     Juli,  August.  —    September. 


Cirsiuin.  COMPOSITAE.  30t 

Stengel  2  —  5'  liocli.  Kupfc  1 V/  im  l>iirrliiiios»ei  lialtcml.  Kioiuii  weisfilicli,  Slaiili- 
heutel    bleila.l.CM. 

ÖTeonontisCheS'      Zierpflanze. 

%9.     CIRSmifl.     KUATXnMSTJElj, 

TOIIRNEF.     Insl.    'iö').         IIaLL.     Ilist.     I.    73. 

Köpfe  hauchiff,  HüllhliÜtcr  geschiiulelt  stacbelspUzig.  Säuinil- 
liche  Blüleii  zwiüeiig,  löhiig^  5-spallig.  Kelchsaum  aus  ge- 
fietlerten,  uuteii  durch  einen  fleiseJiigen  Hing  verbundenen  Ilaa- 
ren bestehend.  Fruchtboden  borstig- snreublältrig.  C.eschl. 
Syst.  XIX.  1. 

Zwei-  (Art.  1 — 3.)  oder  niehrjälii-igc  (Art.  4  —  7.),  aufreclitc ,  ästige 
Kräuter.  Blätter  ganz,  gesclilitzt  oder  fiederspaltig,  sägezähnig- dornig, 
oft  lieral>laufend.  Köpfe  endständig,  einzehi  am  llauptstengel  oder  au 
diesem  und  den  Ästen  stehend,  selten  gehäuft.  Kronen  purpurn  oder 
gell»,    als  Ahänderung  weiss. 

f    Blatlci     oliorseils     <1  o  r  ii  i  g  -  s  t  e  i  l'li  a  a  r  i  g. 

1.      V.    lanceolatiini.       Mjanzettliche   Kratsaistel. 

Blätter  heralilaul'end,  unterseits  kahl  oder  sclnvaeh  spinnweh-wollig,  aus- 
geschweift-tiederspaltig,  Zipfel  meist  2-spaltig,  nehst  den  lanzettliclien 
Lappen  in  einen  starken  Dorn  endigend;  Köpfe  einzeln,  rundlich -eiför- 
mig, spinnweh -wollig,  Hüllhlätter  lanzettlich  in  einen  ahstehenden  Dorn 
zulaufend. 

Scop.  Fl.  carn.  11.73.  Koch  Syn.  11.452.  Carduus  lanceolatus  Linn. 
Sp.pl.  1149.  Chi.  hau.  444.  Fl.  dan.  1. 1173.  Engl.  l.ot.  t.  107.  Cnicus 
lanceolatus  Willd.  Prodr.   herol.   n.  798. 

b.    neuiorale.      Bas    hainständige.      Doppelt    und   3 -fach   höher; 

Blätter    seicht  fiederspaltig,    unterseits    spinnweh -tilzig    his  ins  Kahle; 

Köpfe  fast  kugelig. 

Waegeli   in   Koch    Svn.  111.  990.      Carduus   lanceolatus    v.  sylvaticus 

Chi.  hau.  das.     Cirsium  nemorale  Reichenb.  Fl.  exe.  286. 
An  Weg-  und  Ackerrändern  und  auf  Schuttplätzen,  auf  magerm   und 
sandigem    Boden,    als    dem    Menschen    folgende    Pflanze,     häulig    einge- 
hiirgert;    1».  in    lichten    Holzungen,    auf   frischem   humushaltigem   Boden. 
Juni  his  August.  —    August,  Septemher. 

Slciigel  "2  —  4',  von  b.  bis  6'  Loch.  Dornen  weissgelblicli,  glänzend.  Küpfe  mit  bjalf- 
.ilinlielien  DeckblUllern ,  ilie  l.üizcr  als  die  lliille  sind.  Kronen  pfirsicbblülenfarben.  — 
Ändert  al.  mit  mehr  oder  minder  berablaiil'enden ,  mit  seicht  oder  tiefer  fiedersj>altigcn  nnd 
mit   olierseits    nur   steilliaarigen   Itlättern. 

9.  C  erioplioriini.  Jf^olllcöpfige  Kratadistel,  Blät- 
ter nicht  herahlaufend,  unterseits  lilzig,  tief  tiederspaltig,  Zipfel  meist 
gelheilt,  nehst  den  lineal -lanzettlichen  Lappen  in  einen  starken  Dorn 
endigend;  Köpfe  einzeln,  kugelig,  weiss -wollig,  Hüllhlätter  lanzettlieh, 
an  der  unigekrümmten  oder  ahstehenden  Spitze  in  einen  Dorn  verschmälert. 

Scop.  Fl.  carn.  IL  13().  Koch  Syn.  11.  453.  Carduus  eriophorum 
LiNN.  Sp.  pl.  11.53.  Chi.  han.  445.  Cnicus  eriophorus  Roth  Fl.  gerni.  1. 
345.     Jaco.  Fl.  austr.  IL  t.  171.     Engl.  hot.  t.  386. 

An  Wegrändern,  Triften  und  in  Waldgegenden,  auf  magerm  trocke- 
nem Boden,  im  südliehen  Gehietstheile,  an  der  Asse  im  Braunschweigi- 
schen die  nördliche  Grenze  des  Yorkommens  in  Deutschland  erreichend, 
selten  (Pr.  Hüncburg  hei  Eisleben  im  Kessel,  Aulehen,  Quedlinburg  im 
Steinholze,  an  den  Fallsteinen  — ;  Schiv.  Rathsfeld  bei  Frankenhausen, 
Badra,  TVumburg  — ;  Br.  Asse).  Juli  bis  September.  —  September, 
October. 


302  COinPOSITAE.  Cirsinm. 

Sicngfl  3  —  5'  lioch.  Itlällcr  denen  «lei  .i.  1.  iilinlicli,  grosser  und  srliniälcrlappig. 
Kn|ire  do|i|>elt  so  gross.  Kronen  dunk(l|iurj>urn ,  selten  «eiss.  —  Ändert  ab  mit  unter- 
seits   last   kalilen    Itlättern    und    uolllosen    Köpfen. 

ff    IJliitter    überseils    nicht    d  o  rn  i  g  -  s  t  ei  f  lia  a  r  i  g. 
Rlalter    nielir    oder    weniger  lierablanfcnd. 

3.  C  iialustre.    Stumpf -Kr  atedistel,    Bl.ittci-  zusam- 

meiiliäii^ciul  licrahlaiit'eiul,  zerstreuet  lielianrt,  tief  fiederspaltig,  Zipfel 
2  —  3 -lappig,  iieJist  «len  Lappen  «Inriispitzig;  Köpfe  trauhig  -  gehäuft, 
Ilikllblätter  aiiliegeml,    dornig- stachelspitzig.  .   . 

Scop.  Fl.  carn.  IT.  128.  Koch  Sjii.  II.  453.  Carduus  palustris  Li^n. 
Sp.  pl.  1151.  Clil,  hau.  443.  Fl.  dan.  t.  1341  (C.  acauthoides).  Fngl. 
bot.  t.  974.  Cnieus  palustris  Willd.  Prodr.  herol.  n.  799.  8ctiK.  llandh. 
III.  T.229. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  Äckern  und  in  Wäldern,  auf  sumpfigem  oder 
moorigem  Boden,    sehr  häufig.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  •  —  6'  boeh ,  steif  anfreebt,  einfach,  durch  die  von  einem  bis  zum  andern  herab- 
laufenden Blütler  sobmal  gefliigelt.  Wurzelbl.ifter  rosetlenförniig.  Illütensliele  sehr  kurz, 
etwas  wcisswollig.  Köpfe  niitlelgross ,  ohne  Deckblätter,  bisueilen  lockerer  gestellt  und  etnas 
*on  einander  entfernt  (Fl.  dan.  t.  1341.).  Kronen  purpurn,  selten  weiss.  —  Ändert  ab 
mit  obcrseits  kahlen,  mit  untcrseits  spinnweb  -  wolligen  Bliittern.  Im  Herbst  von  der  Stengel- 
basis austreibende  Aste  sind  durch  nicht  völlig  herablaufende  Blätter,  länger  gestielte  und 
kleinere   Köpfe    ausgezeichnet.  —        Als    Bastardform    ist    im    Gebiete    vorgekommen    ^    C. 

lanceolato  -palustre. 

4.  C  arvense.  Weld-Mratxdistel*  Blätter  etwas  herab- 
laufend, länglich -lanzettförmig,  dornig- wimperig,  ganz  oder  fiederspal- 
tig-geschweift,  an  der  Spitze  und  den  Lappen  in  einen  Dorn  endigend; 
Köpfe  eiförmig,  in  rispigen  Doldentrauben,  Ilüllblätter  anliegend,  sta- 
chelspitzig, fast  wehrlos. 

Scop.  Fl.  carn.  11.  126.  Kocii  Syn.  II.  457.  Carduus  arveiisis  Sibth. 
Fl.  oxon.245.  Chi.  hau.  445.  Senatula  arvensis  Linn.  Sp.  pl.  1149.  Schk. 
llandh.  III.  T.234.     Fl.  dan.  t.  644.     Engl.  bot.  t.  975. 

Auf  Ackern,  an  Feldrainen  und  V^'^egi-n,  auf  inagerm  trockenem  Bo- 
den,   allgemein  verbreitet.     Juni  bis  August.  —    September. 

Wurzel  kriechend.  Stengel  'Z  —  3'  hoch,  kahl,  oben  äslig.  Blätter  sitzend,  nur  die 
untern  etnas  herablanfend ,  untcrseits  bläiilicbgriin ,  bald  mehr  bald  neuiger  eingeschnitten, 
als  seltenere  Abänderung  untcrseits  wcisslichfjlzig,  eben  so  selten  sämnitlicb  ganz,  oder  kraus 
und  stärker  mit  Dornen  besetzt.  Köpfe  'J-  häusig,  Kronen  rosapurpurn,  als  Abänderung 
fleischfarben,   seltener   weiss. 

•■    Blätter   nicht   herablanfend. 

5.  C  oleraceiiin.    Kohlartige  SLratxtUstel,    Blätter 

zerstreuet  behaart  oder  kahl,  ungleich,  dornig -wimpi-rig,  stengeluinfas- 
send,  untere  fiederspaltig  mit  lanzettförmigen  Zipfeln,  obere  ganz  und 
nebst  jenen  sägezähnig;  Köpfe  gehäuft,  von  grossen  eirunden  Deckblät- 
tern umgeben,  Ilüllblätter  lanzettlich,  in  einen  kurzen  abstehenden  wei- 
chen Dorn  verschmälert. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  124.  Koch  Syn.  IL  455.  Cnieus  oleraceus  Li\n. 
Sp.  pl.  1156.     Chi.  hau.  446.     Scuk.  Uandb.  III.  T.  229.     Fl.  dan.  t.  860. 

An  Bächen,  Gräben  und  auf  Wiesen,  auf  humosem  nassem  oder 
sumpfigem  Boden,  sehr  häufig.  Juli  bis  September.  —  August  bis 
October. 

Stengel  2  —  4'  hoch,  aufrecht,  einfach.  Blätter  gross,  hell  gclbgrün ,  wurzelständigc 
elliptisch -länglich  in  den  Stiel  verschmälert,  seicht  buehtig,  alle  zwischen  den  stärkern  Dor- 
nen feinborstig  gewinipert.  Köpfe  über  roiltelgross,  Kronen  weisslichgelb.  —  Ändert  selten 
ab  mit  ganzen  Blättern  (C.  oleraceus  v.  integrifolius  Chi.  hau.  das.).  —  Als  Bastardfornien 
*ind    im    Gebiet    vorgekommen    ^    C.    acauli  -  oleraceillll    ScHlEnE    De    plant,    hybr.    46. 


Carduus.  COHPOSITAE.  303 

Clil.  lian.  das.,  licuilicli  häufig  ;  iiiiil  X  t>.  pallistli  -  oleraCCUlll  SCHIEDE  ilas.  53. 
Olli.     han.    aas. 

6,   C»  biilbosuni*   Knollige  Kratzdistel»  lUütter  obei- 

seits  zerstreuet  lieiiaart,  iiiilerseits  sehwach  spinnwebig,  iingleieh  doriiig- 
gewimpcrt,  tief  fiederspaltig,  Zipfel  3  —  4- spaltig  mit  lan7,ettlic)ien  Lap- 
pen; Köpfe  1 — 3,  einzeln  am  verlängerten,  nur  mit  einigen  iinenlen  Ilocli- 
iiliittern  versehenen  Hauptstengel  und  rispig  gestellten  Asten,  Hüllblät- 
ter mit  kurzer  abstehen«ler  Stachelspitze,  untere  eirund-  obere  lineal- 
lanzetlli<h. 

De  Cand.  Fl.  frane.  IV.  118.  Hoch  Syn.  II.  456.  Carduus  tubcrosus 
ß.  LiNN.  Sp.  pl.  1154.  Chi.  han.  445.  Cnicus  tubcrosus  Koth  Fl.  gerni. 
l    345.    Engl.  bot.  t.  25(52. 

Auf  Wiesen,  Triften  und  an  FcKIrainen,  auf  nassem  Boden,  sehr  sel- 
ten (/*}•.  Uoitsch,  IJenndorf,  Sehen  — ;  Iln.  an  der  Saale  bei  Kapellen- 
hagen im  Fürstenlhiim  Calenberg  Fhrh.  ;  Lp.  Detmold  im  IJnchenberge 
neben  der  J>lühle).     Juni  bis   September.  —    September,  October. 

Wiirzelfasern  in  der  Mille  «cidickl.  Siengcl  2  —  -'/-i'  hoeJi ,  sthmal ,  spinntveb  -  ti-ollig, 
eiiii'acli  oder  über  der  Mitte  mit  ti  —  3  aiifreeliten  ,  kurzen.  Köpfe  tragenden  A«>ten  verseilen. 
Blatter  seiclit  fiederseLniltig  alländernd  und  die  Lajijien  >on  der  eirunden  liis  in  die  lineal- 
laDzeillielie  Form  iiiiergeliend.  Hüpfe  mitlelgros.s,  Kronen  purpurn.  —  Al.s  Bastardform 
ist    im    Geliiele    gefunden    X    C.    olcraceo     luilbosUlU.       I>ÄGEL[    C.    d.   Seliweiz    l'J3. 

*.    C»  viewnle.^tengellose  Kratzdistel,    Blätter  ober- 

seits  unbehaart,  länglleli- lanzettförmig,  buchtig -fiederspaltig,  Zipfel  ei- 
rund, eckig -3 — 4 -spaltig  mit  kurz  dornig  -  gewimperten  ,  in  einen  stär- 
kern Dorn  endigenden  Lappen;  Köpfe  grundständig,  einzeln  oder  zu 
2 — 3  geknäuelt,    Hüllblätter  anliegend,    kurz  staehelspitzig. 

Allion.  Fl.  pedcm.  Koch  Syn.  II.  457.  Carduus  acaulis  Linn.  Sp. 
pl.  11.5fi.  Chi.  han.  446.  Cnicus  acaulis  Willd.  Prodr.  berol.  n.  8(X). 
ScHK.  Haudb.  III.  1.229.     Sturm  Deutschi.  Fl.  11.24. 

b.  caiilescens.     Hie  stengeltreibende.     Köpfe  auf  kurzem,  beblät- 
tertem Stengel. 

Chi.  han.  das.     Cnicus  dubius  "V^'^illd.  das.  t.  6.  f.  11. 
Auf  Triften  und  an  Waldrändern,  auf  magerm  sonnigem  Boden,  häußg 
und  nicht  selten  truppweise.     Juli,  August.  —    September. 

Wurzelfaserii  aus  dielser  Basis  versehmalert  zulaufend.  Blatter  rosettenfürniig,  unterseils 
an  der  Mittelrippe  steifhaarig.  Kiipfe  in  deren  Mittelpunete ,  aufsitzend  oder  sehr  kurz  ge- 
stielt, millelgross,  untere  Hüllblätter  eirund,  obere  3  — 4  Mal  länger  lanzetllieh -lineal ,  an 
der  Spitze    gestutzt.       Kroneu    lila- liarininroth,    seilen  fleisehfarben.       Stengel  der  Spielart   bis 

10"  hoch.  Als  Ba.stardfornien  sind  im  Gebiete  gefunden  worden  X  C.  palustri  -  acnulc 

HaivipE  Prodr.  fl.  berc.  48.  und  eine  auf  C.  aeaule  zurüebgehendc  Übergangsform  (B.  re- 
eedens    Kocil    das.    III.    999.).     ferner    X    C.    oleraCCO  -  aCaulc    HampE    das. 

technisches»  SämmtUche  Arten  eifjenen  sich  zur  Gewinnung  von 
Pottasche  und  die  Samenwollc  zur  Polsterunt)  von  Kissen  u.  s.  %v.  für  die 
ärmere   folksklasse. 

ÖTCOnontiSches»  Art.  3.  u.  5.  sind  juntj  als  Gemüse  und  Salat 
geniesshar.  Art.  3  —  5.  7.  tfcben  vor  dem  Durchschiessen  des  Stengels 
ein  gutes  f'iehf'utter.     A.  4.   ist  ein  schvjcr  zu  vertilgendes  Ackerunhraut. 

30.     CARDUUS.    ItlSVMEi, 

I.INN.    Gen.    n.  9-.'>.    Art.  ausgesehl. 

^  Köpfe,  Ilüllblätler,  Blüten  und  Fruclilhoilen  wie  hei  Cirsiiiui. 
Kelchsaiiiu  aus  einfaelien,  clureh  einen  lleisehigen  Ring  verbun- 
denen, Borstenhaaren  bestehend.     Gesehl.  Syst.  XIX.  1. 

Wie  bei  Cirsium.  Art.  1 — 3.  5.  zwei-,  A.  4.  inchrjälirig.  Kronen  pur- 
purn,   als  Abänderung  weiss. 


304  COMPOSITAE.  Carduus. 

'1.     C.  teii»ifloi*ii>^.     iSchtnaiblütige  m»tel,     lUättcr 

7.iisiiiiiiiu'iili.inst'ii<l-li<;i;il>laiiri'ii(l,  ol)eiseits  scli>vacli,  untersi-its  starl;  wciss- 
wollig,  l>iiclitig-fn'dcis]»altig,  Lap])cn  eirund,  eckig,  dornig;  Köpfe  ge- 
liänl't,   sitzend,    scliinal  ^valzcnl'örniig. 

CiRT.  Fl.  lond.  Fase.  YI.  t.55.     Koch  Syn.  II.  159.     Fngl.  l>ot.  t.  412. 

An  Wegen  und  ungel>au(!ten  Stellen,  auf  niag(;rni  troel.eneni  Uoden, 
am  siid- westlichen  Saume  «les  Gebiets,  die  IXordgren/e  des  Voriiommens 
in  Deutschland  erreichend,  selten  {Pr.fV.  Münster —  Darnp,  Coesfeld 
jenseit  der  Gebietsgrenze).     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  1  Y2  —  2'  liocL,  steif  aiifreelit,  wenigästig.  Blatter  oberseils  giün.  Köpfe  an  iler 
Stengclspitze  iinil  auf  Kurzen  trauliig  gestellten  Asten  zu  2 — 'i  ziisaiumengedriingt,  dreimal  so  lang 
als  breit,  Hüllblätter  lanzcltlieh,  ilornig-ziigespitzt,  gerade,  dach  und  kahl.    KrüiuMi  M  isspinjmrn . 

Ä.    C  acaiitlioldesi.    Vieldornige  üistel,    lilatter  zn- 

samnienliJingend- herablaufend,  l.ahi  oder  unterseits  an  den  Adern  lang- 
haarig, tief  fiederspaltig  ,  Zipfel  3  —  5- lappig  mit  dornig-ge\viin|)erten, 
an  den  Spitzen  in  lange  und  starke  Dornen  ausgehenden  La|>pen;  Köpfe 
rundlich  auf  kurzen  krausgellügeltcn  und  dornigen   Stielen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1150.  Chi.  hau.  443.  Koch  Syn.  II.  459.  Reichenb.  PI. 
erit.  X.  f.  1319— 1321.     Jaco.  Fl.  austr.  HI.  t.'249.     Engl.  bot.  t.  973. 

An  \^'egen,  Ackerrändern  und  auf  nnbebaueten  Platzen,  auf  trocke- 
nem kalk-  oder  mergelhaltigem  Boden,  stellenweise  häufig  und  oft  trupp- 
weise, als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  eingebürgert.  Juni  bis  Sep- 
tember. —    September,   October. 

Stengel  1 '/i — 2'  Loch,  »leiästig  und  daber  die  Köpfe  fast  doldenlraubig.  Hüllblätter 
lineal -pfriomenl'örniig,  untere  staehelspitzig  und  mit  der  obern  Hälfte  sperrig  abstehend, 
obere  oder  innere  lineal  -  verlängert;  weieh  und  unbctvelirt,  Kronen  hellpurpurn. —  Ändert 
ab  hinsichtlich  der  Tiefe  der  ISlatleinscbnitte,  der  Behaarung,  des  starkem  oder  geringern 
Besatzes  mit  Dornen  und  der  mehr  oder  minder  sperrigen  Stellung  der  Blattzipfel  und  der 
Hüllhlällcr,  auch  mit  grössern  und  kleinem  Bliitenköpfen.  —  Als  Bastardforra  ist  im  Ge- 
biete gefunden  worden  ^   C.  nufanti  -  acantlioides   Koch  4ö2. 

3.  C  CriSf  llj^.  Krause  JDistel.  Blätter  zusammenhän- 
gcnd-herai»laufend,  ofierseits  zerstreuet  behaart,  unterseits  schwach  spinn- 
web-wollig  oder  filzig,  l»uchtig- fiederspaltig,  Zipfel  2 — 3-la]>pig,  säge- 
zühnig  und  fein  dornig -gewimpert;  Köpfe  rundlich,  einzeln  oder  gehäuft 
auf  kurzen,  wolligen,   dornig- flügelriefigen  Stielen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1150.  Chi.  han.  443.  Koch  Sjn.  II.  4fiO.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.  2:28.     Fl.  dan.  t.  (521. 

In  lichten  >'^'aldungen ,  zwischen  G<;büsch,  an  Gräben,  Flussrändern 
und  V^^'gen,  auf  feuchtem  humushaltigem  Boden,  häufig.  Juli  bis  Sep- 
tember. —    September,  October. 

I>em  Cirsium  paluslrc  ähnlich.  Stengel  bis  .5  —  6'  hoch,  ästig,  meist  vielköpfig.  Blätter 
länglich,  obere  bisweilen  ganz,  seltener  alle  tiefer  fiederspaltig.  Blütenstiele  bisweilen  ohne 
.schmalnögelige  Bieten.  Köpfe  kicttenähnlich ,  UiiUhlätter  schmal  lanzctllicli- lineal,  locker, 
äussere    mehr    oder    weniger    abstehend. 

4.  C  defloratiiis.    Itangstielige  mstel»    Blätter  halb- 

hcral>laufend,  obcrseits  kahl,  unterseits  blaulicligrün  und  oft  an  den 
Adern  behaart,  länglich- lanzettförmig,  grob  sägezähnig  oder  eingeschnit- 
ten-sägezähnig  und  fein  dornig- gewimpert ;  Kö|>f'e  einzeln  auf  verlän- 
gerten nackten  Stielen. 

LtNN.  Sp.  pl.  1152.  Chi.  han.  444.  Kocu  Sjn.  II.  461.  Jacq.  Fl. 
austr.   I.   t.89.      Hall.  Enuni.  stirp.  helvet.  t.  18.   f.  2. 

In  lichten  Berghainen,  an  Kalkfelsen  und  auf  kalksteinigem  sonnigem 
Boden,  im  südlichen  Gebietstheile,  die  IXordgrenze  der  Gesammtverbrei- 
tung  erreichend,  an  wenigen  Puncten  {Hs.  Allendorf:  zum  Uain  an  der 
Ilörnekuppc,  steilen  Wand,  Eulenkopf,  Sommerkopf,  Stein,  gelben  Hain, 
IVasc  bei  Asbach  — ).     Juni  bis  August.  —    September. 


Silybum.  COJÜPOSITAE.  305 

Warzcl  holzig,  fiiigeriliek  ,  vielköpfig,  scliwarzliclil.rauu.  Stengel  1 '/a  —  2V2'l'Oili,  .ms 
meistens  liegender  Basis  schief  ansteigend,  einfach,  seltener  mit  einini  oder  dem  andern  Ast 
versehen.  Blätter  etwas  dicklich  und  steif,  nnicrstc  roseltcnartig,  folgende  genähert  iin<l 
hisweilen  seicht  ficderschniltig,  ohere  entferntstehend  und  sehr  schmal.  Blutenstiele  meist 
2,  länger  als  der  Stengel;  Köpfe  unten  miltelgross ,  aufrecht,  nach  dem  Blühen  meistens 
nickend.  HüllMältcr  lanzeltlich  -  liucal ,  slachelspitzig,  untere  und  mittlere  ahstehcnd  ,  ohere 
dicht    anliegend.       Kronen    hellpurpurn. 

5.  C>  niltans*  NicTeentle  JDistel*  Itlättcr  zusammenhän- 
gend-liciablaulend,  oherscits  fast  kahl,  iinterseits  an  den  Adern  lang^ 
haarig,  tief  fiederspaltig,  Zipfel  sperrig-3— 5- lappig,  dornig -gewimpcrt 
und  nehst  den  Lappen  in  stärherc  Dornen  endigend;  Köpfe  auf  mittcl- 
langen  Stielen  nickend,  Ilüllhljitter  lanzettförmig,  dornig. stachcispitzig, 
über  der  Lreitern  Basis  verschmälert  und  gekrümmt  auswärts  gerichtet. 

LiNN.  Sp.  pl.  1150.  Chi.  han.  442.  Koch  Svn.  II.  462.  Schk.  Handb. 
III.  T.  228.     Fl.  dan.  t.  675.     Engl.  bot.  t.  1112. 

An  Ackerrändern  und  "V^'^egen,  auf  Lehm-,  Sand-  und  Thonboden, 
häufig  und  oft  truppweise  als  eine  dem  Menschen  folgende  Pflanze  ein- 
gebürgert.    Juni  bis   September.  —    September,  October. 

Stengel  1 '/.^  —  2'  hoch,  einfach  oder  mit  kurzen,  in  2  —  3"  lange,  graufilzige,  1- blutige 
Blütcnstiele  iihergchenden  Ästen.  Blätter  bis  in's  Kahle  ahändernd.  Köpfe  gross.  Hülle 
meist  rolh  angelaufen.  Kronen  bläulich -karminrotli ,  schwach  honigaitig  riechend.  —  Als 
Bastardform    ist   im    Gebiete    gefunden   X    C.    acanthoidi  -  uutans    KoCH    das. 

VechniSCHeS»  SämmtUchc  Arten  (jewähren  die  bei  der  vorherye- 
hcnd^eti   (iattuug    erwähnte  Beniitzunf/. 

OTeonomigcheS»  Art.  3.  m.  5.  sind  vor  dem  Durehschiesscn  ein 
gutes  Sehiueinef'utter. 

31.     !SIlii:BlJI?I.     JtKA^UMmNnKSTMMj. 

Vaill.    »lern.    d.   l'acadcm.    roy.     Paris    1718.    172. 

Staubfäden  zur  Rohre  ..verwachsen ;  Beutel  ungeschwänzt. 
Kelchsaum  etwas  federig.  Übrigens  wie  Carduus.  Geschl.  Svst. 
XIX.  1.  .  . 

Einjährige,  aufrechte,  steife,  ästige  Kräuter.  Blätter  stengelumfas- 
send, unbehaart.     Köpfe  endständig.     Kronen  purpurn. 

t*    S.  ITIariaiiiini.     Gemeine  Mariendistel.    "V^'urzel- 

blätter  fiederspaltig,  stengelständige  länglich,  buchtig- eckig  und  dornig- 
sägezähuig,  glänzend;  Hüllblätter  in  einen  strablig  abstehenden  starken 
Dorn  ausgehend. 

Gaertn.  Fruct.  II.  378.  t.  162.  Chi.  han.  441.  Koch  Syn.  II.  458. 
Schk.  Handb.  III.  T.  228.     Engl.  bot.  t.  976. 

An  Stadtwällen,  Wegen  und  auf  Schutt,  .luf  magerm  sonnigem  Bo- 
den,   hier  und  da  verwildert.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  2  —  6'  hoch,  Blätter  dunkelgrasgriin ,  meistens  aderartig  weisslich  marmorirt, 
seltener  einfarbig.  Köpfe  kugelig,  gross.  Hüllblätter  mit  gerundeter  dornig- gewimperter 
Basis  dicht  anliegend,  über  derselben  rinnig  zusammengezogen  und  lanzettförmig.  Flüchte 
schwärzlich,    glänzend. 

GMWX:Rni.lCMMS» 

OTeononiiXCheS»     Zierpflanze  der  Gärten. 

39.     O^OPORDO^.     JESmiiSnE^VME,. 

LiNN.    Gen.    n.  927. 

Fruchtboden  bienenzellia*.  Übriffens  wie  Carduus.  Geschl. 
Syst.  XIX.  1.  öS 

Zweijährige,  harte,  grosse  und  ästige  Kräuter,  selten  stengellos.    Sten- 


306  COIHPOSITAE.  Lappa. 

gvl  häufig  von  tlcu  hevablaufeudon  Blättern  geflügelt.     Röpfe  grossdornig. 
Kronen  purpurn. 

1.  O.  Acaiitliliini.  Gemeine  Wiselsdistel»  Blätter  el- 
liptisch-iänglicli,  buchtig,  dornig-gezähnt  und  spinuweh  -  wollig;  Kopie 
auf  geflügelten  Stielen,  IlüUhlätter  aus  eirunder  Basis  lincal -pfrienun- 
lormig,    die  untern  hogig  abwärts  gekrümmt. 

LiNN.  Sp.  pl.ll58.  Chi.  han.  442.  Koch  Syn.  II.  462.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.  230.  Fl.  dau.  t.  909.  Engl.  bot.  t.  977.  Uatne  Arzneigew.  \I. 
T.  44. 

An  Ackerrändern,  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  magerm  sandhaltigem 
Boden,  als  eine  dem  Menschen  folgende  Pflanze  hier  und  da  eingebür- 
gert.    Juli,  August.  —    September,  October. 

Stengel  2  —  6'  hoch,  dick,  steif,  durdi  die  herablaufenden  BlStter  geflügelt  und  dornig. 
Blätter  etwas  fleischig  und  steif,  unterste  1  —  1'/.^  lang  und  '/._,'  breit.  Ko|.fc  aufrecht, 
Hülle  gross.  Blütenscheibe  beträchtlich  hleiner  als  jene.  Kronen  rosapurjiurn ,  als  Abän- 
derung weiss.  —  Es  honimf  eine  grössere  und  eine  kleinere  Form  vor,  von  denen  letztere 
wolliger   und   hrausblättriger   ist. 

ökonomisches»  fVurzel  tmd  junge  Sprossen,  auch  der  Blumen- 
boden als  Gemüse  fjeniessbar  und  die  Blätter  ztim  Laben  der  l\lileli  in 
Anwendung.  Die  Samen  liefern  ein  mildes,  fettes  Öl.  f'on  den  Eseln 
soll  die  Pflanze  vorzüglich  gern  gefressen  werden. 

33.     liAPPA.     HJjMVTm. 

TOURNEF.     Inst.    450.     t.   '206. 

HUllhlälter  geschhulelf ,  in  eine  hakenförmige  Spitze  ausge- 
hend. Blüten  säuimtlich  zwittevig,  Slaulifäden  frei.  Kelchsaum 
aus  mehrern  Reihen  unten  nicht  verbundener  Haare  bestehend. 
Geschl.  Syst.  XIX.  1. 

Mehrjährige,  sehr  ästige  Kräuter.  Blätter  gestielt,  ganz,  eirund  oder 
herzförmig- eirund,  unterseits  weisslichfilzig.  Köpfe  doldentraubig  oder 
trauhig,  länger  oder  kürzer  gestielt.     Kronen  mehr  oder  weniger  purpurn. 

.1.  li.  major*  Bohe  Klette»  Köpfe  eiförmig-kugelig,  nach 
dem  Blühen  kahl,   Hüllblätter  lanzett-pfricinenförmig. 

Gaertn.  Fruct.  II.  379.  t.  162.  Chi.  han.  446.  Koch  Syn.  II.  463. 
Schk.  Ilandb.  III.  T.  227  (Arctium  Lappa  maj.).  Arctium  Lappa  Link. 
Sp.  pl.  1143.     Hayne  Arzneigew.  II.  T.  35. 

b.  minor.     JDie  kleinere.     IMedriger,  Köpfe  kleiner  und  dichter  ge- 
stellt. 

Chi.  han.  das.     SciiK.  das.   (Arct.  Lappa  min.).     L.  minor  Koch  das. 
Engl.  bot.  t.  1228  (A.  Lappa). 

In  Waldungen,  Hainen,  zwischen  Gebüsch,  auf  frischem  humushalti- 
gem  Boden;  b.  auf  Schutt  und  an  W^egen,  häufig.  Juli  bis  September. — 
September,  October.  —  Die  Spielart  der  sonnigen  Lage  wegen  etwas 
frülier  blühend   als  die  schattenständige  Ilauptart. 

Stengel  bis  6'  hoch ,  auf  magerm  steinigem  Boden  '2'  hoch.  Blätter  unterseits  fein 
weissfilzig.  Köpfe  wenigivollig,  besonders  an  der  Hauptart,  später  fast  hahl  und  weisslich- 
grün ,  bald  doldentraubig  auf  längern  Stielen,  oder  gedrängter  stehend  und  kürzer  gestielt, 
bald  völlig  trauhig  und  kurzstielig  (Engl.  bot.  t.  1-28).  Kronen  hellhlniroth,  mehr  oder 
vreniger    in    lila    spielend,     als    Abänderung   weiss. 

9.  JL.  tomeiitosa.  W^ollleöpjige  Klette»  Köpfe  kuge- 
lig,  spinnweb -wollig,   Hüllblätter  lineal-]>friemenförmig. 

Lam.  Dict.  I.  377.  Chi.  han.  447.  Koch  Syn.  II.  463.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.  227  (Arctium  Lappa  tonieut.).  A.  Bardana  Willd.  Sp.  pl.  III. 
1632.  Engl.  bot.  t.  2478,  Ua\ne  Arzncigcw.  II.  T.  36.  A.  Lappa  Fl. 
dan.  t.642.     A.  Lappa  ß.  Linn.  Sp.  pl.  1243. 


Carlina.  COMPOSITAE.  307 

An  Rainen,  Mauern,  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  magevm  trockenem 
Boden,  allgemein  verbreitet.     Juli  Lis  Septemhcr. —  September,  Octoher. 

Stengel  2 — 'S'  liocL.  Blülter  giolicrfilzig  als  von  A.  1.  Köpfe  baiicliig,  zwischen  den 
Ilülllilättern  slaik  mit  weisser  Spinniveb  -  AVoile  iimnickelt,  meistens  doldentraiibig  auf  län- 
gern Stielen.  Rronen  purpurn  in  violet  übergelienti ,  seltener  Llutrolli  ,  als  Aliänilerung 
weiss.  —  Kommt  auch  als  kleinere  Form  mit  gedrängter  stehenden  Köpfen  \or.  —  Die 
specifische  Verschiedenheit  der  heiden  aufgeführten  Arten  ist  sehr  zweifelliaft.  Verfolgt  man 
sie  durch  mehrere  Lohalitäten,  so  lassen  sich  keine  bestimmten  Grenzen  der  Bildung  fest- 
halten. 

Pharntaceutisch-HKedicinischeS'    Die  fVurzel  beider  of- 

ficinell  (Uadix  Bardanae  s.  Lappae  majoris).  f'or  waltende  Be standth. 
Zucker,  Schleim,  bitterer  Extractivstojf  (oder  Harz?)  und  Gerbestoff'; 
nach  Einigen  auch  Inulin  (Gl'lBOVRT).  Anwendunfj  in  Abkochung  oder 
Auf'tjuss,  selten  in  Pulver,  besonders  als  blutreinigendes  Mittel  gegen 
Hautkrankheiten  im  Gebrauch. 

ÖTCononiischeS*  Die  jungen  fJ'urzcln,  Sprossen  und  Blätter  als 
Gemüse  essbar.  —  Bei  Überhandnähme  auf  Schaf'triften  ein  nachtheili- 
ges   Unkraut. 

34.   CARiii^A.  mBMnjrtrnz. 

LiNN.    Gen.     n.  9J9. 

Ilüllhläfter  gescLIiulelt,  innerste  stralilbiklend  und  trocken- 
häutig.  Blüten  sämnitlich  zwitterig  und  röhrig.  Kelchsaum  aus 
ästigen  gefiederten,  an  der  Basis'durch  einen  Ring  verbunde- 
nen,  Ilaaren  bestehend.      Geschl.  Syst.  XIX.  1. 

Mehrjährige,  dornige,  harte  Kräuter.  Stengel  1-höpfig  oder  dolden- 
traubig-wenigköpfig.  Blätter  tiederspaltig  oder  geschweift -sägezähnig 
und  dornig,  nicht  herablaufend.  Köpfe  durch  stengelblattähnliche  Deck- 
blätter ausgezeichnet. 

f.    C  acaiilis*     TJTeissstr ahlige  Mherwurz»     Stengel 

1-köpfig,    sehr  kurz. 

LiNN.  Sp.  pl.  1160.     Chi.  han.  441.     Kocu  Sjn.  II.  463.     Schk.  Handb. 
III.  T.232.     Fl.  dan.  t.  1174.     IIayne  Arzneigew.  X.  T.  4.5. 
b.  oaulescens.     IUe  steng eltreihende.     Stengel  gestreckt. 

Chi.  han.  das.     C.  simplex  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  II.  t.  152 

(nach    Ausweise    der   vom    Graf    STERNBERG    dem    hies.    bot.    Gart,    gelieferten    Samen). 

Auf  Triften,  auf  hügeligem  steinigem  Boden,  selten;  b.  häufiger  als 
die  Hauptart  {Pr.  Bibra,  Querfurt,  Halle:  Berge  an  der  Lnstrut,  Burg- 
scheidungen— ;  Ä'c/uii.  Frankenhausen — ;  /7*.  Allendorf,  neben  der  Halb- 
mark am  Waldrande  — ;  Pr.  IV.  Medebach;  Hn.  zwischen  Dransfeld  und 
W'ellersen,  Nörten,  Hardegsen,  Rottsberg  bei  Hildesheim  als  nördlichstes 
Yorkommen  In  Deutschland).     Juli,  August.  —    September. 

Wurzelblätler  roscitenartig ,  ficderspaltig  mit  eckig- gelappten  Zipfeln,  beiderseits  kahl 
oder  unterseits  sehwach  spinnweb -wollig.  Bliilenkopf  2 — 3"  im  Durchmesser  haltend,  sitzend 
oder  auf  1  —  1 '/j"  langem  Stiel.  Strahlblätter  der  Hülle  beträchtlich  länger  als  der  Kopf, 
auf  der  Oberseite  glänzend  silberweiss.  Durchschicssender  Stengel  der  Spielart  6  —  8"  hoch, 
Blütenkopf  um    die    Hälfte    kleiner. 

%*  C  viilgariü«.  Gemeine  Mhertvura*  Stengel  beblät- 
tert, ästig,   2-  bis  vielköpfig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1161.  Chi.  han.  441.  Roch  Syn.  II.  464.  Schk.  Handb. 
UI.  T.232.     Fl.  dan.  1. 1174.     Engl.  bot.  t.  1144. 

b.   acaulis.     Ute  stengellose.     Ein — 2-köpfig,   Köpfe  fast  sitzend. 
Cid.  han.  das. 
Auf  Triften,  grasigen  Hügeln  und  an  Waldrändern,    auf  magerm  stei- 
nigem und  trockenem  Boden,  häufig.     Juli,  August.  —    September. 


308  COmPOSITAE.  Serratula. 

Stengel  1 — l'/^'Loch,  ileif,  hart,  oben  tloldenlrjubig-ästig,  selten  oinfacL  iinil  l- 
kopfig.  Blällcr  steif,  länglich- lanzettfurmig,  geschweift- siigeziilinig  und  dornig,  iinterseits 
oft  etivas  spinuweh-« ollig.  Kopfe  viel  Ixleiner  als  an  A.  1.  Strahlhildendc  IlüUhläller 
lineal,    zugespitzt,    glänzend,    blassgclh. 

35.     SERRATlIIiA.     SCMABTE. 

LiNIV.    Gen.     n.  9'24.    Art.  ansgesel.l. 

Köpfe  1-  oder  2-häusig.  Ilüllhlätlcr  gescliiiuleU,  säuiinlllcljc 
Blüten  i-öhrig;,  Staublatleii  ■»varzig-.scIiHff'Iich.  Kelfhsauui  haa- 
rig, mclirreihig.    Friieiithodea  horstlich-spreuig.     Gesclil.  Syst. 

Mflnjäliiigc  Kräuter  mit  schwach  dornigen  oder  unhewaflneten  Blättern. 
Stengel  1-  oder  melirho])lig,  kahl  oder  scliärl'liehhaarig.     Kronen  purpurn. 

1.     S.  tlitctoria.     Färber- Scharte,     Blätter  schärflich, 

eirund -lanzettförmig,  ganz,  leierf'örmig  oder  liederspaltig,  scharf  ge- 
sägt; Köpfe  doldentrauhig,  untere  Hüllblätter  eirund  spitz,  obere  liueai- 
lanzettförmig. 

LiXN.  Sp.  pl.  1144.  Chi.  han.  452.  Kocii  Syn.  II.  466.  Scuk.  Ilandb. 
III.  T.234.     Fl.  dan.  t.  281.     Engl.  bot.  t.  38. 

Auf  Wiesen  und  in  Waldungen,  auf  feuchtem  humushaltigcm  Boden, 
im  südlichen  und  mittlem  Gebietstheüe  ziemlich  häufig.  Juli  bis  Septem- 
ber. —    September,  October. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  aufrecht,  ohen  doldentrauhig- ästig.  Blätter  lieiderseits  grün, 
selten  alle  ganz,  bald  niu  die  obern  bald  sämmtlich  seicht  oder  tief  eingeschnitten.  Köpfe 
länglich,    Hüllblätter  purpurn  -  violef. 

•Ä.    !$•  cyaiioidejit.    KombtumeU' Scharte»    Blätter  tief 

fiederspaltig,  Zipfel  lineal,  ganzrandig,  oberseits  fein  s]>innwebig,  unter- 
seits  graufilzig;    Köpfe  einzeln,    Hüllblätter  lineal -lanzettförmig. 

Gaertn.  Fruct.  II.  379.  De  Cand.  Diss.  comp.  III.  30.  Jurinea 
cyanoides  Reiciienb.  Fl.  exe.  290.  Chi.  han.  451.  Koch  Syn.  II.  467. 
Carduus  cvanoides  a.  monoclonos  Linn.  Sp.  pl.  1152.  Carduus  cyanoides 
ScHK.  Handb.  III.  T.22S.     Spr.  Fl.  hal.  ed.  I.  1. 11. 

Auf  grasigen  Triften  und  an  Ackerrändern,  auf  magerm  sonnigem 
Boden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  die  IVordgrenze  der  (europäi- 
schen) Gesammtverbreitung  am  Harze  erreichend,  selten  (Pr.  Lettin,  nach 
der  Gersdorfer  -wüsten  Mark  zu,  Quedlinburg,  W^esterhausen  — ;  Br. 
Blankenburg  — ).     Juni  bis  September.  —    August,  September. 

Stengel  1 '/.^  —  2'  hoch,  laogästig,  1  bis  3-köpfig.  Bl.iller  am  Rande  unigerollt.  Zipfel 
2'"  breit  oder  schmäler,  spitz.  Ktipfc  kugelig.  Uüllblälter  locker  abstehend,  stachclspilzig, 
filzig. 

GJE  irjERBl.ICHJES, 

technisches»  ^/.  /.  enthalt  in  der  fVurzel  eitien  dauerhaften 
Färbestoff',  der  mit  Biaxin  und  fJ'einstein  oder  mit  Zinnsolution  tjebeiz- 
tem   Tuche  eine  schöne  fjelbe  Farbe  tficbt. 

36.     CEIVT  AUREA.     WIiO  C KKNUIiUMm. 

I.INN.    Gen.    n.   984. 

HüllbläJtcr  geschindelt.  Sämmtliche  Blüten  röhrig:  lland- 
blüten  geschleehtslo.s,  Röhre  allmälig^  in  einen  f  riehterförmig'en 
Saum  erweitert;  Seheihenhlüten  Izwitterig,  Röhre  unter  dem 
Saum  eingesehnürt  abgesetzt.  Kelchsaum  haarig,,  mehrreihig, 
Fruchtboden  borstig-spreuig.    Gesehl.  Syst. XIX.  3. 

Zweijährige  (Art.  7 — 9.),  häufiger  mehrjährige  (Art.  I — 6.)  Kräuter, 
von  mannichfach  verschiedener  Form.  Köpfe  kugelig  eiförmig  oder  el- 
lipsoidisch,  mit  oder  ohne  grössere  Randblüten.  Kronen  unserer  Arten 
lila,    durch  purpurfarben  bis  in  himmelblau,    selten  gelb. 


Centaurea.  COKIPOSITAE.  309 

f     Hüllblaller    unbewchrt. 

1.    C*  Jacea*    Gemeine  WlocTeenhlume*    Anhängsel  der 

lockern  Hüllblätter  oval,  ganzrautlig,  zerrissen  oder  die  untersten  käm- 
mig-gefranset ;  kein  Kelchsaum  ;  Blätter  länglich  -  lanzettförmig,  ganz, 
entfernt  ausgeschweift -sägezähnig   oder  fiederspaltig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1293.     Chi.  han.  448.     Koch  Syn.  II.  468.     Schk.  Handb. 
in.  T.261.   Reichenb.  Pl.crlt.X.  f.  1293.   Fl.  dan.  t.519.  Engl.  bot.  1. 1678. 
b.  pectinata.   JJte  kämmiggeschlitate.    Köpfe  braun  oder  sehwärz- 
lichbraun;    Hüllblätter  anliegend,    locker   oder    etwas    abgebogen,    An- 
hängsel mit  Ausnahme  der  obersten  Reihen  kämmig -gefranset. 

Chi.  han.  das.     C.  decipiens  und  C.  pratensis  Thuill.  Fl.  par.  ed.  II. 
44.5  u.  444.     Reichknb.  PI.  crit.  Cent.  X.  f.  1316  u.  1294. 
Auf  Wiesen,    Triften,    an    Wegen,    Acker-   und    Waldrändern,    auf 
Lehm-  Sand-  und  steinigem  Boden,  sehr  häufig;    b.  besonders  auf  feuch- 
tem Sandboden  Ostfrieslands  bis  in  Pr.  IV.  nicht  selten.     Juni  bis  Sep- 
tember. —    September,  October. 

Sclir  verändcrlicli  Linsiclitlicb  der  Höhe  und  Ästigkeit  des  Stengels;  der  Grösse  und 
AniaLl  der  Blütenköpfe;  der  Form  der  Blätter,  die  auch  leicrartig  vorkommen ;  deren  si)inn- 
wchigen ,  weichhaarigen  oder  seLärflichen  Bekleidung;  der  Farbe  der  Hülle,  die  aus  dem 
Gclblichbrannen  in  licht-kastanienbraun,  als  der  gewöhnlichen  Farbe,  in  dunkelbraun  und 
schwarzbraun  übergeht;  hinsicbtlich  der  Anhängsel,  die  regelmässig  kanimig- eingeschnitten, 
anliegend  und  gekräuselt  vorkommen.  —  Auch  findet  man  Exemplare  mit  unvollkommenem 
Ansatz  eines  Kelchsaums,  wonach  die  Annäherung  an  O.  nigra  durch  die  in  der  Mitte  ste- 
hende   C.  nigrescens    AVlLLD.    unverkennbar   ist. 

«.    C.  nigra.     Schwarze  WlocTeenhlume*     Anhängsel 

aufrecht  anliegend  und  dicht  stehend,  üedcrtheilig-fransig,  obere  zer- 
rissen-geschlitzt; Reichsaum  dreimal  kürzer  als  die  Früchte,  Blätter  lan- 
zettförmig oder  länglich -lanzettförmig,  untere  länglich- elliptisch,  buch- 
tig-fiederschnittig,  sägezähnig  oder  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.l288.    Koch  Syn.  II.  471.    Fl.  dan.  t.996.    Engl.  bot.  t.278. 

Auf  Triften,  auf  feuchtem 'thonhaltigem  Boden,  sehr  selten  {Hu.  zwi- 
schen Hedemünden  nnd  Münden  — ;  Pr.  fV.  Darup  am  Ilövcler  Felde). 
Juli,  August.  —    September. 

Von  der  Spielart  b.  der  vorhergehenden  Art  nur  durch  dichter  stehende,  anliegende  und 
fast  schwarze  Anhängsel  und  einen  Ansatz  von  Kelchsaum  abweichend.  Über  das  Verwandt- 
schaftsverhältniss  ^crgl.   jene. 

3.  C  plirygia.  Wiederleöpfige  flocJeenhlume,  An- 
hängsel der  Hüllblätter  lanzctt  - pfriemenförmig,  zurückgekrümmt  und 
krausborstig-fiedertheilig,  die  der  obersten  Reihe  rissig-geschlitzt;  Kelch- 
saum dreimal  kürzer  als  .die  Früchte;  Blätter  länglieh -elliptisch  oder  ei- 
rund-lanzettförmig,   stachelspitzig-sägezähnig  oder  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1287.  Chi.  han.  449.  Koch  Syn.  IT.  470.  Reichenb.  PI. 
crit.  IV.  t.375.     Fl.   dan.  t.  520. 

Auf  ATald wiesen,  an  Wegen  und  zwischen  Gehüsch  in  den  Bergge- 
genden, auf  humushaltigem  Boden,  häufig.  Juli,  August. —  September, 
October. 

Anhängsel,  mit  Ausnahme  der  obersten  HUllblättcrrcihe,  lang  haarartig- gefiedert,  wo- 
durch die  Köpfe  in  der  Entfernung  ein  lichtbraun- wolliges  Ansehen  erhalten.  Drei  oberste 
Reihen  der  Hüllblätter  ohne  Fiedcrborslen  bilden  die  C.  austriaca  WlLLD.  Sp.  pl.  III. 
2283.  REICLIENB.  das.  t.  376,  die  kaum  den  Namen  einer  Spielart  verdient,  und  zu  der 
als  alpine  Form  die  meistens  cinfachstcngclige,  1-köpfigc  (ich  besitze  ästige  Esemplare  mit 
3    und   mehrern   Köpfen)    C.  ncnosa   WiLLD.    Enum.    bort,    berol.    II.    92-5.    gehört. 

4.  C  inontana.     Berg  •T'locTeenhlunte.     Hüllblätter 

schwarz  gerandet  und  sägezähnig-gefranset;  Blätter  herablaufcnd,  lang 
lanzettförmig,  untere  elliptisch-lanzettförmig,  fein  spinnwcb-wollig.  ganz- 
randig oder  schwach  geschweift -sägezähnig. 


310  COMPOSITAE.  Centaurea. 

LiNN.  Sp.  i>l.  1289.  Chi.  hau.  449.  Koch  Sjii.  II.  472.  Jaco.  Fl.  austr. 
IV.  t.  371.     Waldst,  et  Kit.  IM.   rar.  llung.  III.  t.  219  (C.  moiiis). 

In  Waldungen  der  Vorge])irge,  auf  Kallvstcinunterlage,  die  Nord- 
grenze der  Gesammtvcrbrcitiing  am  Sollinge  erreichend,  stellenweise  und 
gegen  Osten  abnehmend  (Pr.  Halle:  hinter  Bennstüdt  nach  Schmon  zu. 
Lutter  am  Ostcrberge,  L'dra  am  Elisaltethhol,  Ileiligenstadt  im  Fahr- 
bach— ;  Hs.  Cassel:  im  Anethal  des  IIa]>ichts>valdes,  Stahlherg,  Sehar- 
tenberg; Allendorf:  am  Meissner,  zwischen  der  Albunger  Schenlie  und 
Hitzerodc,  W'^eiubusch  bei  Ludenbaeh,  Ilörnekuppe  u.  s.  w.  Hn.  Göttin- 
gen: am  Zwült'geren;  Ililwartshauscn,  Münden  im  Knick,  Ziegelei  unter 
der  Ilaarth,  am  SoUing  bei  Adelebsen,  u.  s  w.  Juni  bis  August.  — 
Septeml»er. 

Stengel  1  —  1 '/.j'  Locli,  ciiifaeli,  1- blutig  oder  mit  wenigen  Ästen,  wie  die  hellgrü- 
nen Blatter  sjiinuwel)  -  uolllg.  Ilülllilültcr  grün  mit  scliarf  gezeichnctchi  seliwarzem  Saum. 
Köpfe  gross,  Scbeibenlilüteu  >iolct,  Raiiilliliitcn  aznriilaii.  —  Variirt  mit  nnten  ncisslilzigen,  mit 
selinial  linealen,   und  selten  mit  aiisgoscln\  elft-fiedersjialligcn  Blattern,    aucli  mit  weissen  Kronen. 

5.  C«  CyailU$«.  Morn- flock  enblUtne.  Hüllblätter  schwarz- 
braun gerandet  und  sägezähnig -gefrauset ;  Blatter  lanzctti'ürmig-lineal 
oder  lincal,  ganzrandig  oder  entternt  selcht  sägezähnig,  untere  schmal 
umgehehrteirund- länglich,  3  — 5- theilig-fiederspaltig,  wurzelständige  bis- 
weilen ganz. 

LiNN.  Sp.  pl.  1289.  Chi.  han.  4-50.  Koch  Sju.  II.  472.  Sturm  Dcutschl. 
n.  H.  4.    Fl.dan.  t.  993.   Engl.  bot.  t.277.    Havne  Arzneigew.  MI.  T.  32. 

Unter  dem  Getreide,  auf  Lehm-  und  Sandboden,  allgemein  eingebür- 
gert.    Juni  bis  September.  —    September,  October. 

Stengel  l — 1'/,^'  bocli.  Äste  1-blütig.  Blätter  scbr  schmal,  unterseils  schwach  spinn- 
web-wollig.  Kronen  der  Scbcibcnhlüteu  liolet.  der  Strablblütcn  aznrblau,  seltener  fleischfarben 
oder  weiss. 

6.  C  §cal>io!$a.    Scahiosenartige  FlocJeenblutne» 

llüllblätter  eirund,  schliciit,  mit  schwarzbraunen,  dreicciiig- spitzen,  fran- 
sigen Anhängseln;  Blätter,  mit  Ausnahme  der  ganzen  w  urzelständigen, 
fiedertheilig,  Zipfel  ganz  oder  fiederspaltig  mit  ungleichen  lineal- läng- 
lichen Lap])en. 

LiNN.  Sp.  pl.  1291.  Chi.  han.  450.  Koch  Syn.  IL  472.  Fl.  dan.  1. 1231. 
Engl.  bot.  t.  56. 

b.   coriaoea.     Bie   leäerblättrige.     Blattzipfel   breiter,    elliptisch- 
länglich,    meistens  ganz,    kahl  und  glänzend. 

Chi.  han.  das.     C.  coriacea  Walust.  et  Kit.  PI.  rar.  Ilung.  II.  214. 
t.  195. 

Auf  Wiesen,  Triften,  an  Ackcrrändern  und  A^'^egcn,  auf  Lehmboden 
meistens  mit  Kalljunterlage,  häufig;  b.  in  W^aldungen,  auf  humushaltigem 
Boden. 

Stengel  bis  3'  hoch,  stark,  ästig.  Blätter  scbärflieh,  bald  etwas  wollhaarig,  bald  kahl, 
seltener  glatt  und  leicht  glänzend,  bald  breiter  bald  schmäler  fiedcrlajuiig ,  ■\Vnrzelblalkr 
meist  umgekehrteiriind -länglich,  in  den  Blatlsliel  »erschmälert.  Köpfe  gross ,  kugelig,  kahl 
oder   leicht    wollig.       Kronen    dunkel   pfirsichblutroth. 

*.    C.  paiiiculata.    Mispenblütige  FlocTeenhlume, 

Hüllblätter  eirund,  erhaben  5 -nervig,  mit  braunen  dreieckigen  gefranse- 
tcn  Anhängseln;  Kelchsaum  nur  ein  Drittheil  so  lang  als  die  Frucht; 
Blätter  1-fach  oder  doppelt -fiedertheilig  mit  schmal  linealen  Zipfeln; 
Stengel  rispig -ästig. 

Lmiv.  Sp.  pl.  1289.  Chi.  hau.  451.  Kock  Syn.  IL  475.  Jaco.  Fl. 
austr.  IV.  t.  320. 

An  Feldrändcrn,  W^egen ,  auf  Triften  und  Mauern,  auf  dürrem  son- 
nigem Boden,  im  südlichen  TJieilc  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der  Gc- 
sammtvcrbreltung    am    Harze    {Pr.  Wcstcrhauseu  — ;    Br.   Timmenrode, 


.apsann. 


COmPOSITAE.  311 


lllankenburg — ;  /Zn.  Petersdorf  Im  Holmsteinschcn — )  evi-elcheiid ,  ziem- 
lich liäufig. 

Stengel  1  —  2'  liocL,  steif,  dünn,  meist  von  unten  auf  sperrig- ästig,  oft  loth  augelaufen 
und  etwas  suinnwcb  -  flockig.  Blätter  scharf,  Zipfel  1'"  breit  oder  sclimäler.  Hüpfe  am 
Hauptstcugel   und   allen    Ästen   klein,   eiförmig.      Kronen   pfirsichblüteniotb. 

ff    Hüllblätter    in    Dornen    ausgebend. 

9.  C  siolstitialis.  Sommer -VlocTeenhlume.  Hüll- 
blätter wollig,  haiultöiiiiig- dornig  mit  lang  vortretendem  mittlem  Dorn, 
Köpfe  endständig;  Blätter  grauwollig,  herahlaufend,  untere  leierförmig 
oder  fiedertbeilig,    obere  liucal -lanzettförmig,  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1297.  Chi.  bau.  451.  Roch  Sjn.  II.  475.  Schk.  Handb. 
III.  T.  261.     Engl.  bot.  t.  243. 

An  Ackerrändern  und  Wegen,  auf  magerm  sonnigem  Boden,  im  süd- 
lichen Theile  des  Gebiets,  einzeln  und  intermittircnd  eingebürgert.  Juni 
bis  August.  —    September. 

Stengel  stark,  sperrigästig.  Äste  mit  je  1  Blütenkopf.  Köpfe  klein,  nebst  den  Dornen 
weisslicligclb.       Kronen    schwefelgelb. 

9.  C  Calcitrapa.  SterndistelartigeVlocJeenhlume. 

Hüllblätter  gänzlich  kahl  und  glänzend,  bandförmig- dornig,  mit  lang 
vortretendem  mittlem  Dorn,  Röpfe  end-  und  seitenständig,  kurz  gestielt; 
kein  Kelchsaum;  Blätter  scharf,  untere  tief  fiederspaltig,  obere  lineal- 
lanzettförmig, ganzrandig  oder  mit  einem  und  dem  andern  sägezähnarti- 
geu  Zipfel. 

LiNN.  Sp.  pl.  1297.  Chi.  han.  451.  Roch  Syn.  II.  475.  Schk.  Handb. 
III.  T.  261.     Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.4.     Engl.  bot.  1. 125. 

An  Ackerräuderu  und  Wegen,  auf  magerm  sonnigem  Boden,  hier  und 
da  durch  das  Gebiet  einzeln  und  intermittircnd  eingebürgert.  Juli  bis 
September.  —    Oetober. 

Stengel  steif,  sperrig- ästig.  Meiste  Köpfe  seitlich  an  den  sie  überragenden  Asten, 
eiförmig,    Kronen   pfirsichblüfenrotb. 

JPharmaceutisch-Jttedicinisches»    Von  A.5.  werden  noch 

hier  und  da  in  den  Ajwtheken  die  Blüten  (Flores  Cyani)  aufbewahrt,  und 
von  A.9.  Kraut,  fViirzel  und  Samen  (Herba,  Radix  et  Semen  Calcitra- 
pae  s.  Cardui  stellati),    meistens  jedoch  ohne  in  Gebrauch  Sit  kommen. 

OTechnischCSm  SämmtUche  Arten  enthalten  in  den  Blüten  Färhe- 
stoff'e,  von  denen  der  blaue  der  Art.  4.  it.  5.  die  mehrste  Anwendung  (je- 
stattet. 

ÖTCOnomischeS»  Art.  3  bis  7.  Zieryflanzen  der  Gärten.  A.  5. 
wird  zu  liränzen  fjebunden  zu  Markte  ijebracht.  Art.  1  —  6.  frissl  das 
ß'ieh,    und  sänwitiiche  Arten  werden  von  den  Bienen  besucht. 

S.   Gruppe.      CICHORACEAE.      JTEGWARTEIV. 
GMIVÄCIESJE. 

Grlftel  cjiindrisch  (ohne  glicdartige  Unterbrechung);  Schenkel  fa- 
denförmig, zurückgebogen  und  aussen  flaumhaarig.  Blüten  sämmtlich 
zwitterig  und  zungenförmig.      Gcschl.   Syst.  XIX.  1. 

LiNN.   Gen.    u.  990. 

Köpfe  walzi^,  Iliillblätler  8  —  10  in  einer  Reibe,  mit  einigen 
kurzem  kclchartigen  an  der  Basis.^    Früchte  zusammengetlrückl, 

fleiehmässig  gestreift,  ohne  dentlichen  Kelchsaiiiu,  dem  kahlen 
ruehthoden  gelenkarlig  eingesetzt. 


312  COMPOSITAE.  Arnoseris. 

Ein-  (oder  inclii-)  jährige,  autVechto,  sclilanhe,  ästige  Kräuter.  Köpfe 
locl.er  rispig,  Ideiii,  gestielt,  kalil.      Kronen   iiellgelJ». 

f.  El.  coiniituiii«^.  Genteiner  JRainJeohl,  Blätter  un- 
gleich eeliig-gezähnt,  untere  leierlörnüg;    Stengel  ästig- rispig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1141.  Chi.  han.  440.  Kocii  Sjn.  11.  477.  Schk.  Uan.lh. 
in.  T.  225.     Fl.  clan.  t.5l30.     Engl.  bot.  t.  844. 

An  Hecken,  Wegen,  Achcrrainen,  Mauern,  auch  in  lichten  Waldun- 
gen, auf  humoscni  Lchin^  und  Sandboden,  sehr  liäuiig.  Mai  bis  Sep- 
tember. —     Juli  bis  October. 

Milclicnd.  Stc-ngel  '2  —  3'  lioeli ,  bald  kalil ,  bald  mehr  oder  weniger  ranbkaarig.  Aste 
ubslclicnd,  mitllero  liliilter  eirund,  spitz,  oberste  lanzettförmig,  ganzrandig.  FriicLtc  Icicbt 
^brüllend. 

GM  vrMRBI^ICHMlS. 

JPharmaceutiSch- KKediciniSCheS»  Beim  Landmann  noch 
im   IJfnttxffebratirh  ,    namentlich  bei  Svliaden  der  Itrüste. 

OJConontiSCheS»  Dicjumjcn  Blätter  als  Gemüse  t/eniessbar.  fVird 
fjern  vom   fielt  (je fressen. 

SH,    ARIVO^ERIS.     JDÄMJU:EnSA.X,^V, 

Gaektn.   Frnct.   II.   3üa.   t.  157.   1.  ',i. 

Köjjfe  friichtlragencl  kugelig.  Ilüllblällef  zalilrclcL^  in  einer 
Reihe,  mit  kürzern  kelcharligen  an  der  Basis;  Früchle  gestreift 
inil  ZTvisclienstehenden  Kanten,  Kelclisaum  ein  ungelheiller  Hand. 

Einjährige,  stengellose  Kräuter.  Blätter  alle  Avurzelständig.  Schaft 
1 — 3-blütig.     Kronen  gelb. 

1.    A*  piij^illa.    Kleiner  Etiimniersalat,    Blätter  umge- 

kehrteirund- länglich;   Blütenstiele  keulenförmig  verdickt. 

Gaertn.  Fruct.  II.  355.  t.  157.  f.  3.  Chi.  han.  440.  Koch  Syn.  II. 
477.  llyoseris  minima  LiNN.  Sp.  pl.  1138.  Schk.  Uandb.  III.  T.  224.  El. 
dan.  t.  201.     Engl.  bot.  t.  95  (Lapsana  pusilla). 

Auf  Äckern,  auf  Sandboden,  häufig  eingebürgert.  Juni  bis  August. — 
August,    September. 

Spanneliing.  lilaltcr  roseltenartig,  dicklicb,  saftig,  sägezähnig.  Hin  oder  nicbicre 
Rljitonscbäftc,    einfach   oder    langästig,    gegen   die  Basis   ziegelroth   gefärbt. 

39.     eiCHORIlIIfl.      WBGl¥^A.nVE. 

I-IlVN.    Gen.    n.  921. 

Ilüllldätter  in  zwei  Reihen,  an  der  Rasis  verwaclisen,  äussere 
Reihe  5-,  innere  8  — 10-hlättrig.  Kelehsaum  aus  Sj)reuhlättehen 
gebildet. 

Zwei-  oder  mehrjährige  (A.I.),  ästige  Kräuter.  Untere  Blätter  schrot- 
sägenförmig.     Köpfe  unterbrochen   ährenartig  gestellt.     Kronen  blau. 

i.    C*.  lutybus.    Genteine  J¥^egwarte»    Köpfe  zu  2  oder 

mehreren  sitzend  und  ungleich  lang  gestielt;  obere  Blätter  aus  breiter 
stengelumfassendcr  Basis  lanzettförmig;  Kelchsaum  mehrfach  kürzer  als 
die  Frucht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1112.  Chi.  han.  439.  Koch  Syn.  11.  478.  Schk.  Handb. 
111.  T.  226.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  11.6.  Fl.  dan.  t.  907.  Engl.  bot.  t.  539. 
IIayne  Arzneigew.  11.  T.  24. 

An  W^egen  und  Ackerrainen,  auf  trockenem  Lehmboden,  mit  Aus- 
nahme der  höhern  Berggegenden  allgemein  verbreitet,  aber  vielleicht  nur 
eingebürgert.     Juni  bis  September.  —    August,  September. 

Steif,  dirkslcngclig,  sperrig -ästig.  Blätter  nnlerscils  am  Kiel  so  nie  der  Stengel  slcif- 
ha.iiig.  Äussere  HüUbliiller  absttbend  -  zuriickgebogen.  Kronen  langiungig,  als  seltene  Ab- 
änderung  roth    oder    wefss.      Fruclitbodon    am    Rande    narl.t   und    in    der   Mitte    spreuig. 


Thrinci«.  COMPÖSITAE.  313 

GEU^MRBX,ICHJES. 

Pharmaceutisch  •  JOLedicinisches,     Die   fVurzel  (Iladix 

Cichoiii  KvyzE  IFaarenk.  T.S9.  f'.3.)  of'/icinell.  Vorwaltender  Be- 
standth.  bitterer  Extractivstoff.  Anwendunfj  in  Abkochung,  fjewöhn- 
lich  in  Form  von  Species  mit  passenden  Zusätzen;  als  eröffnendes ,  blut- 
reinifjendcs  und  maycnstürkendcs  Mittel.  Präparate  sind:  Extractuni 
Cicli.piii    und  Syriipus   C.   cum  Rhco. 

ÖTCOnOtnischeS»  Die  fVurzel  der  cultivirten  Pflanze  fjeröstet  als 
Surroijat  des  liaffee's  oder  Zusatz  zu  demselben  ein  wichtitfer  Uandels- 
artikel.  Die  frischen  fVurzeln  als  Salat  essbar,  (jetrocknet  und  (fcmalen 
ein  Zusatz  zum  Brotmehl,  auch  ein  Mastungsmittel  für  Sch^veine.  Die 
Blätter  ein  gutes  Schaffutter. 

40.  THRIWCIA.    MUJVnSIiJLTTIG, 

Roth   Cat.  bot.  I.  97. 

Hüllblätter  geschintlelt,  mit  einigen  locker  stclicntlen  seliup- 
pcuartigeu  an  der  Basis.  Friiclife  in  einen  Sclinahel  ver- 
schmälert, Kelelisaum  der  randständigen  kurz^  kronförmig,  der 
sciieibenständigen  lang  und  fiederliaarig.  Fruchtboden  ohne 
Sehuppcnblättchen. 

Mcliijäbrige,  fast  striigellose  Kräuter.  Blätter  fiederspaltig  oder  scbrot- 
sägeuförniig.     Blütenstiele  1-scLäftig,    l-köpfig.     Kronen  gelb. 

1.    X.  Itirta.     Steifhaariger  JBLundslattig,     Wurzel- 

stock  mit  starken  Fasern  l)esetzt,  dann  abgebissen;  Scbälte  unter  zu 
nebmender  Dicke  allniälig   in  die  Hülle  übergebend. 

Roth  Cat.  bot.  I.  98.  Cbl.  ban.  438.  Koch  Syn.  II.  479.  Leontodon 
birtiim  LiKN.  S|>.  pl.  1123.  Schk.  Ilandb.  III.  T.  220  (Apargia  birta). 
IlEicHENB.  PI.  crit.  VIII.    f.  993   (Tbrincia   liispida).    1.  990.  991   (Thrincia 

Levsseri;  kleinere  Form.  An  allen  dreien  das  Cliaraklcristisclie  der  abgebissenen  Wurzel 
nicht    ausgedrückt,     viclleicLt    weil    1 -jährige    Exemplare    zur   Abbildung   angewandt    wurden). 

lüigl.  bot.  t.  555  (Hedypnois  birtuni). 

Auf  Tritten  und  Wiesen,  auf  feuebtem  sandigem  oder  Lebnil>oden, 
bäutig.     Juni  ]»is   September.  —    Juli  ]>is  October. 

S|i.inne-  bis  fnsslang.  Schalt  kurz  behaart,  seltener  kahl.  Blatter  umgekehrteirund- 
liinglich,  seltener  lanzetllirh,  regelmässig  lieders|>altig- buchlig  oder  buclitig- gezähnt,  rauh- 
haarig. Hüllblätter  lineal ,  stumjiilich ,  behaart  oder  gegen  die  Spitze  kahl  oder  ganz  kahl. 
Früchte    in    einen    kurzen    rauhen    Schnabel    »erschmälert. 

41.  liEO^TODOIV.     IiÖWMNXA.M]X^. 

J^INN.    Gen.    n.  ül'2. 

Hüllblätter  geschindelt.  Mittlere  Früchte  in  einen  Sehnabel 
verschmälert.  Kelchsaum  fiederhaarig,  bleibend^  Strahlen  an 
der  Basis  trockenhäulig- erweitert,  sämmtlich  gleichtoriuig  oder 
äussere  haarförmig  und  kürzer.  Fruchtboden  ohne  Sehuppen- 
blältchcn. 

Mebrjäbrige,  stengellose  Kräuter.  Blätter  ganz,  scbrotsägenförniig 
oder  fiederspaitig.  Blütenstiele  sebaftartig,  Kronen  gelb,  goldgelb  oder 
orangefarben. 

f.    li.  autuninaliis.    Merbst-  MJöwenzahn*    Scbaft  we- 

nigköplig,  Blütenstiele  allmälig  verdickt  und  oben  Scbuppenblältcben  tra- 
gend, vor  dem  Blüben  aufrccbt;  Blätter  lanzettförmig,  ausgesebv^'eift-ge- 
zäbiit  oder  fiederspaitig;  Strablen  des  Kelcbsaums  gleicblang  und  sämmt- 
licb  gefiedert. 

LiNTV.  Sp.  pl.  1123.  Cbl.  ban.  437.  nebst  V.  pinnatifidus.  Kocii  Syn.  II. 
480.     Schk.  llandb.  III.  T.  220.    Engl.  bot.  t.  830  (Uedypnois  autumnalis). 


314  COJVPOSITAE.  Pioris. 

b.  Taraxaci.    Oer  butterblumenartige.     Schäfte  l-liö|)lig,  IlüU- 
blätter  luauii-  oder  scliwarzhaarig. 

L.  autumnalis  v.  alpinus   Clil.  liaii.  das.     Apargia  autumnalis  y.  Ta- 
raxaci IIampe  Prodr.  H.  Iierc.  Fl.  dau.  1. 1523  (Apargia  Taraxaci).     Kngl. 
bot.  t.  1109  (desgl.),   vielleicht  Ilieracium  Taraxaci   Link.   Sp.  pl.  1125. 
Aufwiesen,    Triften,    au  Feldrainen,    in  Waldern   und  Hainen,    auf 
frischem   feuchtem  Boden,    häußg;    I).   auf  den  Höhen   des  Harzes.     Juli 
bis  September.  —    September,  October. 

■\Viiizcl  abgcliisscn.  S.lialt  bis  1'//  hoch,  gahelig,  3  — 5-hlüHg.  Blätter  lanzettfiir- 
inig,  beiderseits  lang  zugespitzt,  ans  dem  Ganzraudigen  his  ins  tief  Fiederspaltige  mit  haroiu- 
formigcn,  his  1"  langen  und  1'"  breiten  Zipfeln  abändernd.  Hüllblätter  kahl,  grau  oder 
bräunlich  behaart  (Apargia  pratensis  I>INk)  oder  wie  in  b.,  zusammentrell'cnd  mit  1-kopGgen 
Schäften,  schwärzliih  behaart.  Kronen  der  Randblüfen  aussen  grünlich  -  rothlich.  Strahlen 
des   Kelcbsaums    1 -reibig. 

Ä.    li.  pyreiiaicus.    Pyrenäen^ IJ'öwenxahn»     Schaft 

1-liöplig,  allmäiig  verdicht  und  oben  Schuppenblättchcn  tragend,  vordem 
Blühen  nickend;  Blätter  lanzett-spatclförmig  oder  umgekehrteirund- läng- 
lich, seichtbuchtig-gczähnt,  bahl  oder  mit  einfachen  Haaren  besetzt;  iu- 
nere  Strahlen  des  Kelcbsaums  gefiedert,  äussere  kürzer,  ungleich  lang 
und  schärflich -rauh. 

GoiAN  Illustr.  55.  t.22.  f.  1.  2.  Koch  Svn.  II.  481.  Apargia  alpina 
"V^^iLLD.  Sp.  pl.  1547.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  11.37.  Picris  saxatilis  Att. 
Fl.  ped.  I.  211.  t.  14.  f.  4. 

Auf  den  Gebirgswiesen  des  Harzes,  auf  frischem  humushaltigem  Bo- 
den,   hier  und  da.     Juli,  August.' —    September,  October. 

Der  A.  1.  ähnlich,  die  Blattform  jedoch  meist  dem  Lmgchehrteiruuden  sich  nähernd, 
während  die  Randbildung  wie  bei  jener  abändert,  doch  nie  ganz  so  tief  fiedcrig  eingeschnit- 
ten. Mit  Sicherheit  .on  A.  1.  durch  die  angegebene  Verschiedenheit  in  der  Bildung  des 
mcLrreiliigcn   Kelcbsaums    zu    unterscheiden,    naher  verwandt    aber   mit    der   folgenden   Art. 

3.   li.  liisipidiiS'   Jtauhhaariger  Idöwensahn,    Schaft 

1-köpfig,  unter  dem  Kopf  etwas  verdickt,  kahl  oder  mit  1 — 2  Schuppen- 
blättchcn versehen;  Blätter  länglich- lanzettförmig,  gezähnt,  buchtig-ge- 
zähnt oder  fiederspaltig,  mit  2 — 3  gabeligcn  Haaren  besetzt;  innere  Strah- 
len des  Kelchsaums  gefiedert,  äussere  kürzer,  ungleich  lang  und  schärf- 
lich-rauh. 

LiNN.  Sp.  pl.ll23.  Chi.  ban.  436.  L.  hastilis  «.  vulgaris  Koch  Syn. 
II.  482.  Apargia  hispida  Willd.  Sp.  pl.  15.52.  Scuk.  llaudb.  lll.  T.  122. 
Fl.   dau.   t.  8G2.     Kngl.  bot.   t.  5.54  (lledypnois  hispida). 

b.  glabrescens.     Schaft,  Blätter  und  Hüllen  gänzlich  kahl  oder  kaum 

mit  einigen  Härchen. 

Chi.  ban.  das.     L.  hastilis  v.  glabratus  Koch  das.  482.     L.  hastile  Link. 

Sp.  pl.  1123.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  164.     Apargia  hastilis  Willd.  Sp. 

pl.  III.  1845. 
Aufwiesen,    Triften,   Heiden,    in  Hainen  und  Waldungen,    auf  ma- 
gcrm  lehmigem  und  sandigem  Boden,  häufig;    b.  auf  Berg-  und  Gebirgs- 
wiesen,    auf  humushaltigem  Boden,    hierund  da.      Juni    bis    October. — 
September,  October. 

Grösse  und  Gesammtansehen  der  vorhergehenden  Art,  durch  die  angegebenen  Unter- 
schiede und  an  der  Spitze  kurz  2  — 3  -  theillge  Haare  der  Blätter  zu  unterscheiden.  Die  Haare 
der  Kopfe  dagegen  siud  einfach,  selten  eins  oder  das  andere  gabelig.  —  Auf  den  Ge- 
birgen nimmt  die  Höhe  ab  und  dagegen  oft  die  Grösse  der  Köpfe  zu:  auch  färben  sich  die 
Hüllblätter    sowohl    als    die    Kronen    duuklcr. 

4«.     PICRIS.     BMTTEUKUJIUV. 

I.INN.    Gen.    n.  907. 

Innere   HüUblälter    anliegend,    äussere   kürzer    und    locker. 


Helniintia.  COMPOSITAE.  315 

Früchte  kurz  geschnäbelt.  Strahlen  des  abfälligen  Kelchsauins 
in  einen  Ring  verwachsen,  innere  liederig,  äussere  haarförmig. 
Fruchtl)oden  nackt. 

Zweijährige,  ästige,  steifhaarige  Kräuter.  Blatter  ausgeseliweitt- ge- 
zähnt.     Köpfe  meistens  «loldentraubig,    Kronen  gelh. 

1.  P.  liieracioide.s.   MahichtsTer  autartig  es  Bitter- 

leraut»  Blätter  länglich -lanzettförmig,  Luchtig- gezähnt,  Stengel  dol- 
dentraubig-  ästig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1115.  Chi.  han.  432.  Koch  Syu.  II.  484.  Scuk.  Handb. 
III.  T.  216.     Fl.  dan.  t.  1.'322.     Engl.  bot.  t.  196. 

Auf  Wiesen,  an  Feld-  und  Waldrändern,  auch  in  Hainen  und  zwi- 
schen Gebüsch.     Juli  bis  September.  —    September,  October. 

Stengel  2  —  3"  Loch,  stark,  steifLajrig,  häutig  violel  angelaufen.  Stengelblätter  umfas- 
send, in  der  Ranilbildung  veiänderlicb  ,  aucli  sägczäJinig,  TOrkoinincnd.  Doldentraube  sperrig, 
äussere,  etwas  abstehende,  Hüllblätter  auf  den  Rilcken  steifhaarig,  oft  aber  .auch  wie  die 
inuern    längern    kahl,    schwärzlichgrün. 

43.     H£IiI?II%TIA.     WWTUMI£nA.trV, 

Juss.    Gen.    n.   170. 

Hülle  doppelt,  innere  8-blättrig,  äussere  5 -blättrig,  Blätter 
gleichniässig.  Früchte  an  der  Sj)itze  abgerundet  mit  verlän- 
gertem baarförmigem  Schnabel.      Fruchtboden  nackt. 

Ein-  (A.  1.)  oder  2-jährige  Kräuter  oft  mit  dornartigen  Borsten  be- 
setzt.    Blätter  ausgeschweift.      Stengel  gabelästig.     Kronen   gelb. 

I.    H.  ecliioides.    J^atterTcopf  artiges  I§^urnileraut. 

Äussere  Hüllblätter   herzförmig- eirund,    zugespitzt. 

Gaertn.  Fruct.  II.  368.  1. 159.  f.  2.  Chi.  hau.  432.  Koch  Syn.  II.  484. 
ScuK.  Handb.  III.  T.216  (Picris  echioides).     Engl.  bot.  t.  972  (desgl.). 

An  Ackerrainen  und  Stellen  der  Schiffsausladung,  an  wenigen  Puncten, 
angesiedelt  (iVA-.  Warncmünde  auf  der  Ballaststelle;  Br.  Börneke  un- 
weit Blankenburg). 

Stengel  bis  2'/.^'  hoch,  stark,  nebst  den  Blättern  mit  Dörnchen  und  steifen,  an  der  Spitze 
knrzhakig  getheilten  Borsten  besetzt.  Wurzclhlätter  uuigekehrteirund ,  stengelständige  Sten- 
gel um  fassend,  länglich- lanzeltiürmig,  steif,  glänzend.  Äussere  Hüllblätter  in  einen  kurzen 
Dorn  ausgehend,  innere  lanzettförmig,  unter  der  Spitze  mit  einer  Gederborstigen  Granne. 
Kronen    hochgelb. 

44.     TRA€iOPO€iO^.     nOCMSBA.MT, 

I.INK.    Gen.     n.  905. 

Hüllblätter  1-reihiff,  gleichlang,  an  der  Basis  verwachsen. 
Früchte  in  einen  stielförmigen  Schnabel  verschmälert.  Kelch- 
saum vielreihiff,  fiederhaarig.  Fiedern  unter  sich  verwebt.  Frucht- 
boden knorpclschuppig. 

Zwei-  (Art.  1 — 3.),  seltener  mehrjährige,  hohe,  blätterreiche  Kräuter 
mit  dicker  milchender  Wurzel.  Blätter  schmal  verlängert,  gleichlaufend- 
nervig,  ganzrandig,  stengelumfasscnd.  Köpfe  meist  gross.  Kronen  gelb 
oder  purpurn. 

'  1.     T.  porrifoliii.«.     MJauchblättriger  BocTeshart» 

Blütcnstiele  nach  oben  allmälig  keulenförmig- verdickt;  Hüllblätter  8, 
länger  als  die  Kronen;  randständige  Früchte  stumpfeckig,  schuppig-gekörnt. 

LiNN.  Sp.  pl.lllO.  Chi.  han.  434.  Koch  Syn.  II.  485.  Scuk.  Handb. 
III.  T.  214.     Fl.  dan.  t.  797.     Engl.  bot.  t.  &38. 

Aufwiesen,  an  Ilainen,  Wällen  In  der  Nähe  von  W^ohnuugen,  auf 
humushaltigem  Boden,  hier  und  da  verwildert  (Br.  Bremen  — ;  HL;  Mk. 
Bostock,  Hohen  Gubkow,  Ankersliagcn,  Ludwigslust — ;  ///.  llodenkir- 
cheii  (ob  noch?).     Juni  bis  August.  —    September. 


316  COaiPOSITAE.  Scorzonern. 

Ulaltci  aus  nvaler  Basis  lang  lanzcliruniiig  xiigcsi)itzt ,  flach.  Blütcnküpfe  plalt,  friiclit- 
tiagciid,  sclir  dick,  IIülll>l:iltcr  meistens  iloppelt  so  lang  als  die  liraiinpurjiurnen,  auch  in  gelbe 
Färhiing    iihcrgehcnden    Kronen.       Der   folgenden    Art   nahe    verwandt. 

S.    T*  major.    Moher  JSocTeshart,    Blütcnsticlc  nach  olx-n 

allniJilig  heiilig- verdickt;  llülllilättci-  10—12,  länger  als  tlic  Kronen; 
ramlstäntlige  Früchte  scharfkantig,    sehHp]>ig-gel;örnt. 

Jaco.  Fl.  austr.  1.  19.  t.  29.  Chi.  lian.  435.  Koch  Svn.  II.  485.  Scuk. 
Ilanai..   III.  T.  214. 

An  Wegen,  auf  Feldern  und  an  waldigen  Hügeln,  auf  trockenem 
kalksteinhaltigeni  Roden,  im  südlichen  Theile  des  GeJ>iets,  die  ]\ord- 
Westgrenzc  der  Ilauptverbrcitung  in  Deutschland  am  Harze  (//»i.  Slei- 
gerthal)  erreichend,  östlich  höher  gehend  {/V.  am  Hui  bei  Haiherstadt  — ; 
Lh.  Lauenlturg  an  der  Elhe  — ;  Mk.  Dömitz,  Rostock — ),  stellenweise. 
Juli,  August.  —    Septemlier. 

Stengel  und  ßlältcr  der  vorhergehenden  Art,  doch  niedriger.  Köpfe  concav.  Ilüllbläller 
wenig    länger   als    die    gelhen    Kronen. 

3.  T.  pratenj^is.  Wiesen- BocJcsbart,  Rlütensiielc  un- 
ter dem  Kopfe  nur  wenig  verdickt;  Hüllhliitter  8,  etwa  so  lang  als  die 
Kronen,    Früchte  von  der  Länge  des  Schnabels. 

LiNN.  Sp.  pl.  1109.  Chi.  han.  434.  Kocu  Sjn.  II.  486.  Schk.  Handb. 
III.  T.214.     Kngl.  bot.  t.  434. 

b.  tortilis.    Der  imnJcelblättrige.    Niedriger,  stärker.    Rlätter  stark 
wellig,    an  der  S]iitze  S]>irallörniig  gewickelt. 

Chi.  han.  das.     Koch  das.     T.  undulatns  Fr.  Nov.  suec.  56.     Reichenb. 
Fl.  excurs.  277  (nicht  .Tacq.).     Fl.  dan.   t.  906  (T.  pratcnse). 

c.  graminifnlius.     Der  grasblättrige.     Höher,   schlanker;   Blätter 
verlängert,    lineal,   schlalf  überhängend. 

Chi.  han.  das.     T.  minor  Fr.  das.  241.     Kocu  das.  485. 

d.  grandiilorus.     Der  grossblütige.     Kronen  länger  als  die  IIülU 
blätter;    Früchte  meist  etwas  Iäng(!r  als  der  Schnabel. 

Chi.  han.   das.     T.  Orientale  Ll^N.   Sp.  pl.  1113.     Koch  das.  486. 
Auf  Wiesen,    Triften,    an    Feldrainen    und  Wegen,    auf  kalkhaltigem 
mergeligem    lehmigem   und  sandig -lehmigem  Roden,    häufig;    c.   zwischen 
Gebüsch;  d.  auf  feuchten  humosen  Wiesen.     Mai  bis  Juli. —  Juli,  August. 

BLitter  ans  schmal  länglicher  Basis  lang  lineal,  pfriemenförmig  zugespitzt,  an  der  Ilauptart 
strafl'.  Bliitenstielc  fast  gleichmässig.  Kronen  gelb.  Früchte  scliarfl.anlig,  grösser  und 
dicker  als  an  den  vorhergehenden  Arten  und  der  Schnabel  kürzer.  Die  J..angenverhaltnissc 
der  Hülle  zu  den  Kronen  und  der  Früchte  znm  Schnabel  variiren  um  etwas.  —  Fl.  dan. 
t.  424.,    in    Kocu    Syn.    zur    Ilauptart   citirt,     enthält    Hypochoeris    glabra. 

ÖlCOnomiSCheS»  rHe  ff'nrzeln  sünnntlicher  ^rfen  können  wie 
Spnrijcl  t/enosxen  wcrdcu ;  auch  die  Blätter  und  Stengel  liefern  Gemüse. 
Sic  werden  vom   f'ieli  gefressen. 

45.     SrORZOWERA.     MEjAFJEUWUMXJEX,. 

LiNN.    üeu.     n.  906.    Art.  ausgeschl. 

HülUilättcr  geschhulelt.  Früchte  verlängert  ol)en  kaum  vcr- 
scliinalert,  an  (Icr  IJasis  mit  einer  kurzen  Schwiele  versehen. 
Kelchsaum  gleichförmig,  fiederhaarig,  Fiederu  unter  sich  ver- 
weilt. 

Zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  (Art.  2.  3.),  meistens  unbehaarte  Kräu- 
ter mit  milchender  Wurzel.  Stengel  1-  oder  mehrköpfig,  bisweilen 
schaftartig.  Rlätter  gleichlaufend-nervig,  ganzraudig.  Kronen  gelb  oder 
purpurn. 

1.    S.  liispaiilca.    ^panUche  Mtaferwurxel,    Blätter 


Pndospernium.  COIÜPOSITAE.  317 

länglich  oder  lanzettförmig,  zugespitzt,  untere  Hüllblätter  eirund- drei- 
eckig, obere  lanzettförmig;  Stengel  ästig  niehrliöpfig;  Wurzel  schuppig 
geschöpft. 

LiNN.  Sp.  pl.  1112.  Chi.  han.  433.  Koch  Syii.  Tl.  488.  Blackw.  Herb. 
V.  t.  406.     Cn  s.  Ilist.  CXXXVII.  m.  Al.i.. 

b.   angustifolia.     Hie  schmalblättrige.     Blätter  lineal- lanzettför- 
mig oder  lineal. 

Chi.  han.  das.     S.  glastifolia  "VI^illd.   Sp.  pl.  III.  1499.     S.  hlspanica 

ß.  glastifolia  RocH  das.     S.  graniinifolia  Roth  Fl.  gerni.  1.  334.  IL  2.  249. 

Aufwiesen,    grasigen  Uügeln  und  zwiselien  Gebüsch,   auf  huniosem 

feuchtem  Boden,    in  der  südlichen  Gebietshälftc  häufig  eingebürgert;    b. 

häufiger  als  die  Hauptart.     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  '2 — 4' hoch,  Blätter  stengeliimfasscnd,  breiter  und  schmäler,  entfernt  kurz  sliimpfzäh- 
nig  und  g.inzrandig  aliänilernil.     Köpfe  gross.    I^ängskantcn  der  Früchte  gekornelt  auch  ganz  glatt. 

».  S.  liuniilis.  Niedrige  Maferwurzel.  Blätter  lan- 
zettförmig untl  lineal -lanzettförmig,  beiderseits  verschmälert;  Hüllblätter 
sämmtlieh  lanzettförmig,  stumpflich;  Stengel  einfach,  1 — 3-l;öpfig,  Wur- 
zel schuppig  geschöpft. 

LiKN.  Sp.  pl.lll2.  Chi.  han.  43.3.  Koch  Syn.  II.  487.  Fl.  dan.  t.  816. 
S.  plantaginea   Beicueivb.  FI.  sax.  165. 

b.  angustifolin.    Hie  schmalblättrige.    IVIedriger;  Blätter  lanzett- 
lich-lineal  oder  lineal;    Stengel  1— 2-l;öpfig. 

Chi.  han.  das.     Fl.  dan.  t.  165.3.     S.  humilis  ß.  angustifolia  Gmel.  Fl. 

sib.  Tl.  t.  1. 

Aufwiesen,  auf  feuchtem  sumpfigem  und  moorigem  Boden  der  Ebenen, 

ziemlich  häufig;    b.  im   Sandboden    besonders  der    heidigen  Gegenden    im 

nördlichen  Gebietstheile,  häufiger  als  die  Hauptart.     Mai,  Juni. —  Juli. 

Stengel  6 — 12"  hoch,  bald  locker  und  löslieh  wollig  (S.  lanata  SCHRANK  Baiersch. 
Fl.  II.  a06.),  bald  ganz  kahl.  Blätter  voui  Elliptisch  -  I.anzeltföruiigen  mit  8—10  IVerren. 
bis  in  das  Lineale  mit  3  —  5  IVerven  abändernd.  Kronen  sehwefel  -  goldgelb.  Längen- 
kanten   der   Früchte    glatt. 

:i.  S.  piirpiirea.  Mothhlühende  Kafervcurasel»  Blät- 
ter lineal  oder  lineal -lanzettförmig;  untere  Hüllblätter  eirund-lanzett- 
förmig,   obere  lanzettförmig  oder  lineal;   W^urzel  haar- schopfig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1113.  Chi.  han.  434.  Roch  Syn.  II.  488.  Jacq.  Fl. 
austr.  I.  t.  35, 

Auf  Triften  und  zwischen  Gebüsch,  auf  trochenem  kalkhaltigem  Hu- 
gelbodcn,  im  südlichen  Gebietstheile,  die  IHordgrenze  der  Gesammtrcr- 
breitung  am  Harze  erreichend,  selten  {Pr.  Halle:  am  heitern  Berge; 
Bossleben  am  Sehlachtberge,  Barby,  Steinholz  bei  Quedlinburg — •;  Schw. 
Frankenhausen,  bei  der  IVuinburg — ;  ^it.  Steigerthal).  Mai  bis  August. — 
August,    September. 

Stengel  6 — 12"  hoch,  schlank,  Blätter  lang,  1 — 3'"  breit.  Hüllblätter  meist  dicht 
sternfilzig.  Kronen  purpurn,  hellpnrpurn  auch  fleischfarben.  —  Längenkanten  der  Früchte 
eben  so  wie  bei  S.  hispanica,  glatt  oder  schwach  gekornelt  (S.  rosea  Waldst.  et  KlT. 
PI.  rar.  Hung.  II.  127.  t.  121,  wenn  die  Kronen  zugleich  heller  gefärbt  sind  —  so  auch 
am  Harze)    variirend. 

OleonomiSCheS,  Die  fVwtd  der  cuUivirten  A.  1.  ein  hchanntes 
Gemüse,  und  auch  als  liajf'eesurrorfat  im  Gebrauch.  Die  Blätter  zu  früh- 
zeitigem Futter  der  Seidenraupen  empfohlen. 

*6.     PODOISPERITIUITI.     SVMJEJLSJIMX:, 

De    Cand.    Fl.    Iran.;.    IV.    61. 

Früchte  gestutzt,  auf  fussförmiger  Seliwiele  stehend.  Ühri- 
gens  wie  Scorzonera. 


318  COOTPOSITAE.  Hypoclioeris. 

Zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige,  iiiiliehaailc  Kräuter.  Itliilter  fieiler- 
spalHg.    Kö|)('e  endslantlig,  einzeln,  vor  <lcni  Itliihen  8-eel;ig.    Kronen  gell». 

1.    P.  laciiiiatHiu.   Spitshlättrig er  Stielsatne*    ülät- 

ter  fieJerspaltig  mit  linealen  zugespitzten  Zi|)iV'ln;  Ilnlllilätter  etwa  so 
lang  als  die  raudständigen  Blüten. 

De  Cand.  Fl.  frane.  IV.  6:2.  Chi.  hau.  436.  Kocii  Syn.  II.  489.  Scor- 
zonera  laciniata  LiNN.  Sp.  pl.  1114.  ScuK.  Ilandh.  III.  T.215.  Jaco.  Fl. 
austr.  IV.  t.3:j6. 

b.  integrifolia.    Her  ungetheilte.    Sämmtliche  Blätter  ganz,  lineal- 
pfri  emenlo  rmig. 

Chi.  han.  das.     Scorzonera  graminifolia  V^'^eb.  Spie.  fl.  gott.  21. 
Auf  Triften,  an  Ackerrändern  und  Wegen,   auf  niagerm  halhliaitigcm 
Boden,    die  Nordgrenzc   der  Gesamnitverhreitung  am  Harze  {Pr.  AVerni- 
gerodc,    Bürnichc  — ;    Br.   Blanhenhurg,    Benzingerodc  — )    erreichend, 
ziemlich  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  von  4"  l>is  1  y.^'  hoch,  aufreebt  oder  ansteigend.  Blatter  unten  liüsclielig  ge- 
liauft.  Blattzipfcl  scliinal,  endständigcr  verlängert  nnd  etwas  breiter.  Hliilensliele  lang, 
untere  Ilüllbl.ntter  locker,  dreifaeb  biirzer  und  scliuiäler  als  die  obersten,  Fnss  der  Frücble 
'/3    SO    lang   als    diese,     und    banm    etwas    stärker. 

div.    iii:po€hoi:ri§.    fsukeiiKbaut, 

I>INN.    Gen.    n.  918. 

Ilüllblälter  geschimlclt.  Früchte  säDimtllcli  oder  nur  die  der 
Scheibe  in  einen  langen  Schnabel  verschmälert.  Kelchsaum  fic- 
dcrhaarig.    Fruchlboden  abfallend- spreuig. 

Einjährige,  bald  mehr  hald  weniger  Lehaarte  Kräuter.  Stengel  schaft- 
artig, ästig,  Deckhlättcr  tragend  und  wenighöpfig.  Blätter  ausgeschweift- 
gezähnt,  schrotsägenförmig  oder  ficderspallig,  wurzclsländige  rosetten- 
förmig,    sehr  hurz  gestielt  oder  sitzend. 

1.    H.  ^labra.    Gemeines  WerJeelTeraut,    Randständige 

Früchte  ungeschnähelt,  Ilüllhlätler  so  lang  als  die  Ilandblüteu;  Stengel 
blattlos,  ästig,  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  1110.  Chi.  han.  438.  Koch  Syn.  II.  490.  Schk.  Ilaudh. 
III.  T.  22.5.     Fl.  dan.  t.  424.     Engl.  bot.  t.  .575. 

Auf  Äckern,  Brachen  und  grasigen  Plätzen,  auf  sandigem  und  kiesi- 
gem Boden,  häufig.     Juni  bis  August. —    August,  September. 

Stengel  6 — 10"  lang,  gegen  die  Blute  an  Dicke  zuncbmend.  Blätter  wccbselständig, 
umgekebrteirund-länglicli,  gegen  die  Basis  verscbmälert,  bucblig- gczäbnt  bis  iq's  seicLt  Fie- 
derspallige,  mit  Härclieu  bestreuet  und  etwas  gewimpcrt  oder  kabl.  Kopfe  klein,  Kronen 
aussen    griinlicb.  —       Ändert   ab    mit   Friicbten ,     die   .sämmtlifb    gescbnäbelt    sind. 

«.     H.   radicata.     Ij  angwurzelig  es   WerTeelTeraut, 

Säminlliche  Früclite  lang  geschnäbelt;  Hüllblätter  kürzer  als  die  Iland- 
l)lüten;    Stengel  blattlos,  ästig,  kahl. 

Li>N.  Sp.  pl.  1140.  Koch  Syn.  II.  490.  Fl.  d.in.  1. 150.  Engl.  bot. 
t.  831.  Achyrophorus  radicatus  Gaertn.  Fruct.  II.  370.  t.  159.  Chi.  han.  439. 

Auf  Triften,  Wiesen,  an  Ackerrändern  und  in  lichten  Hainen,  auf 
feuchtem  sandigem  und  Sandboden,  häufig.  Juni,  Juli. —  August,  Sep- 
tember. 

Stengel  1  —  l'/.,'bocb,  steil',  lang,  gabelästig.  Blätter  länglicb,  sebrolsägenförmig, 
raulibaarlg.       Kopfe    doppell    so    gross    als    an    der   vorigen    Art.       Kronen    aussen    griinlicb. 

3.  H.  niaeiilata.  GeflecTctes  TerTeelTeraut,  Sämmt- 
liche Früchte  lang  geschnäbelt,  Hüllblätter  beträchtlich  kürzer  als  die 
Raudblüten  und  steifhaarig;    Stengel  1 — 2 -blättrig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1140.  Koch  Syn.  II.  491.  Schk.  Ilandb.  IIT.  T.  225. 
Fl.  dan.  t.  149.  Engl.  bot.  t.  225.  IIayne  Arzneigew.  VI.  T.  43.  Achy- 
rophorus maculatus   Scop.  Fl.  carn.  II.  116.     Chi.  han.  439. 


Taraxaouiii.  COHPOSIXAE.  319 

Auf  Vl^icscu  niul  in  liebten  Waldungen,  hcsonders  der  Berggcgendeu 
und  Heiden,  auf  sandigem  oder  steinigem  Boden,  hier  und  da  meist  ein- 
zeln.    Juni,  Juli.  —    August,   September. 

Stengel  l'/^  —  -'  liocL,  stark,  sIcifLaarig,  meistens  l-l>öj)fig.  AViiricIlilSIlcr  lünglirli, 
stiirapflich,  zolilircit,  mit  breiter  Ulitlelrippe ,  nnregeliuässig  bnclitig  -  gezuljnt ,  aucb  wohl 
scbrotsägenföriuig,  oberseits  mit  streifig  gezogenen  braunrotben  Flecken  gezeicbnet,  seltener 
nngefleekt.  Stengelblätter  scbr  viel  kleiner,  zugespitzt.  Bliitenstiele  lang,  glcicb  dick. 
Köpfe    kugelig,    ■'/■l"   '™    Durchmesser   baltend. 

gjeu^jerbx.ich:es, 

OJe  anomisch  es,  SämmtUche  ^rten  vierden  frisch  von  Scliaf'en 
und  Schweinen  gern  yef'ressen.  f'on  A.  3.  sind  die  Blätter  als  Gemüse 
ijeniesshar,    weshalb  sie  in  einigen   Gegenden  gebanct  wird. 

48.     TARAXAClJIff.     JBWTWMnBXiWIMJE» 

JUSS.    Gen.     n.    169. 

Hüllblätter  geschindelt  mit  kleinem  lieleharligen  an  der  Ba- 
sis. Blüten  vielreihig.  Früchte  in  einen  langen  fadenförmigen 
Schnabel  ^zusammengezogene^  nach  oben  knorpelig -Aveichsta- 
chelig.    Kelchsaum  haarig.    Fruchtboden  kahl. 

Mcbrjäbrigc,  stengellosc,  meistens  unbebaarte  Kräuter.  Blätter  scbrot- 
sägenförmig  oder  ganz.  Bliitenstiele  scbaftartig,  l-büpfig,  bobl.  Kro- 
nen gelb. 

f.     Taraxaciim  officiiiale.      Gemeine  MCuhblume* 

Blätter   scbrotsägenförmig,   kabl ;    llüliblätter   lanzettlieb-lineal ,    untere 
alnvärts  gebogen. 

WiGG.  Prim.  fl.  bols.  56.  Cbl.  ban.  428.  Koch  Syn.  IT.  492.  Lcon- 
todon  Taraxacum  LiNN.  Sp.  pl.  1122.  Schk.  Handb.  IH.  T.  219.  Fl.  dan. 
t.  574.     Engl.  bot.  t.  510.     Hayne  Arzneigew.  II.  T.  4. 

b.  hirtiim.  Die  behaarte.  Blätter  besonders  auf  der  untern  Seite 
von  sehr  kurzen  steilen  Härcben  scbärflicb;  untere  Hüllblätter  lanzett- 
lieb-lineal;   Schäfte  wollig-haarig  oder  fcabl. 

Chi.  han.  das.     Leontodon  serotinum  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Hunff. 

II.  t.  114.  * 

c.  arenarium.  Bie  sandständige.  Magerer;  Blätter  scbrotsägen- 
förmig-fiederspaltig;  untere  Hüllblätter  lanzettlich -lincal,  wagerecht 
abstehend,  obere  unter  der  Spitze  oft  schwielig;  Schäfte  meist  wollig- 
haarig. 

Chi.  han.  das.     Leontodon  glaucescens  M.  Bieberst.  Fl.  taurico-canc. 

III.  530.      L.  corniculatus    Kit.  in    Schult.  Östr.  Fl.  II.  406   (wenn  die 

obern    Hüllblätter   schwielig   verdickte    Spitzen    baben). 

d.  alpestre.  Bie  gebirgsständige.  Schlanher  und  kleiner;  Blät 
ter  schrotsägenförmig-fiederspaltig;  untere  Hüllblätter  eirund- lanzett- 
licb,  abstehend,   obere  an   der  Spitze  oft  schwielig. 

Cbl.    ban.    das.      Leontodon    alpinus    Hoppe   in    Sturm    Deutscbl.    Fl. 

H.41.       L.   taraxaeoides    Hoppe    das.    (wenn  die    obem  Hüllblätter    schwielig   sind). 

e.  palustre.  nie  sumpfständige.  Kahl;  Blätter  bucbtig- fieder- 
spaltig oder  biiehtig- gezähnt  bis  in's  Lineale  und  Ganzrandige;  untere 
Hüllblätter  anliegend,  eirund  mit  kurzer  Spitze. 

T.officinalc  v.  palustre  und  v.  salinum  Cbl.han.  das.  T.  palustre  DeCand. 
Fl.  franc.  IV.  45.  Fl.  dan.  t.  1708  (breiterblätlerige  Form).  Engl.  bot.  t.  553 
(Übergang  zur  Hauptari).  T.  Scoizouera  Beichekb.  Fl.  sax.  166.  Lcontodou 
lividus  Waldst.  et  Kit.  das.  II.  120.  t.  115.     L.  salinus  Hoppe  in  Sturm 

das.    und    wenn    die    Blätter    scbm.il    und    gauzrandig   sind    L.   tenuifolius    HoPPE    das. 

Auf  Wiesen,  Triften  und  an  grasigen  Wegrändern,  auf  bumosem  Bo- 
den, allgemein  Terbreitet ;  b.  an  den  Meeresküsten;  c.  auf  Sandboden, 
magerni   Hügel-   und  Kalksteinboden;    d.  auf  Berg-    und  Gebirgsboden ; 


320  COinPOSITAE.  Chondrilla. 

e.  auf  sumpfigem  moorigem  toifigem  und  nasssalzigem  Boden,  auf  le(z- 
terni  vorziiglieli  die  ganz  sciunalblältrigc  Form.  April  Lis  Sej)teml»er.  — 
Juni   J>is  October. 

Blatter  hellgrün,  nebst  Schäften  und  Ilütleii  hesondcrs  in  der  Jugend  mehr  oder  weniger 
Hoeliig,  später  fueistcns  kalil,  glalt,  glänzend,  oft  hlnnlich  liereift.  Kronen  goldgclli,  sdnve- 
fclgelb,  blassgell).  Überall  sind  die  Übergänge  der  aufgeführten  Formen,  die  keine  «cscnt- 
liclie  Verschiedenheit  in  der  Fruchtbildung  wahruehnien  lassen,  zu  verfolgen.  Auch  die 
Spielart  c.,  durch  die  fest  anliegenden  breiteirunden  untern  Hüllblätter  am  meisten  ausge- 
zeichnet, lässl,  wenn  man  sie  von  Sum|ifstellen  auf  trockenen  Roden  > erfolgt,  durch  allniä- 
lige  Verschniälerung  und  lockeres  Abtreten  der  untern  Iliillblätter,  Übergänge  in  allen  Stufen 
wahrnehmen. 

Pharntaceutisch'  Medicinisches,    fVurzel  und  Krmit  der 

llauptart  (Itadix  et  Ilerlia  Taraxaci  s.  Dentis  Leonis)  o/'ßcinell.  f 'nr- 
wall en  de  litstandlh.  bitterer  Extracttvxlojf',  Schleinizneher  und  Itiulin. 
Anwendtinfj ,  kurz  vor  der  Blütezeit  fjesnmmelt ,  besonders  als  auf- 
lösendes und  eröß'ncndes  — •  nach  der  Blütezeit  qcsamtnclt  mehr  als  tonisch 
wirkendes  Mittel,  in  Abhoehuiitj ,  der  frische  Saft  als  Frühlinqscur. 
Präparate  sind  Krtraetum  und  Mcllngo  Taraxaci.  Auch  ist  die  fP^urzel 
ein  Antheil  mehrerer  Spccies. 

ÖTeottOmiSches,  Die  (pünen  Blätter  und  Stentjel  im  Frühjahr 
wie  Endivieu  benutzbar  und  letztere  auch  roh  ein  f/csundes  Essen.  Das 
Kraut  wird  i'Oh  allem  f'ieh  fjern  fjefressen. 

49.     CHOIVIlRIIiljA.     MJITOMJPXXiSAXiuAV. 

LlNN.    Gcu.     u.  910. 

Köpfe  7— •12-JiliUiga^Hüllbl:ilier  meist  8,  mll  kürzern  kelcli- 
artigeu  an  der  Basis.  Friielite  gescLnähelta  nach  oben  siaehe- 
liga  an  der  Basis  des  Schnabels  mit  einem  Kranze  knorpeliger 
Schlippen. 

Zwei-  (A.  1.)  oder  melirjälirige  Kräuter  mit  rutlienförmigen  oft  gabel- 
tlieiligen  Asten.  Wurzelblätter  meistens  sclirotsägenförmig.  Köpfe  scbmal. 
Kronen  gelb. 

1.  C  juncea.  Binsenartiger  Knorpelsalat*  Wur- 
zelblätter scbrotsägenförmig,  Stengelbiätter  lanzettförmig,  obere  lincal ; 
Köpfe  blatte inkelständig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1120.  Chi.  ban.  420.  Koch  Syn.  11.  493.  Jaco.  Fl. 
austr.  Y.  t.  427.     Fl.  dan.  t.  1652. 

b.   setosa.     Her  borstige,     Stengel  nach  unten  zu  nebst  den  Itlatt- 
ränderu  stachelborstig. 

Chi.  hau.  das.     C.  juncea  ß.  spinulosa  Kocu  das.      C.  acanthophylla 
BoRKH.   in    Beck.  Fl.  v.  Frankf.  311.      Beicheab.   Fl.   sax.   169.      Schk. 
Handb.  III.  T.218  (C.  juncea). 
An  Ackerrainen,   Wegen  und  Ilolzrändern,    das  höhere  Gebirge  aus- 
genommen,   auf  trockenem   magerm   und    sandigem  Boden,    hier   und   da. 
Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  rund,  anfänglich  meist  flockig- wollig.  Blätter  hellgrün,  bald 
breiter  bald  schmäler.  Köpfe  dünn,  walzig,  fast  sitzend.  Schnabel  der  Früchte  bald  1 1/.^ 
Mal  so  lang  als  diese,  bald  von  derselben  Länge.  Knorpelschuppen  der  Früchte  lanzclllicli- 
lincal    oder   länglich -lincal. 

50.    PREI^Al^THES.     MASKJVIiATTMG. 

LllVN.    Gen.    n.  911.    Art.  ausgeschl. 

Köpfe  5- blutig.,  Hüllblätter  meist  8,  mit  kleinem  geschin- 
delten an  der  Basis.  Früchte  nicht  geschnäbelt.  Kelchsaiim 
haarig.    Fruchtboden  kahl. 


Lactuca.  COJTIPOSITAE.  321 

Mehrjabrigo,  aufrechte,  iiiibeliaarte  Kräuter.  Illätter  ausgesclnveift- 
gczähnt,  seltener  fiederscliiiittig,  obere  meistens  gauzrantlig.  Kopie  in 
Tranben  oder  IVispen.     Kronen  purpurn. 

"1.    P.  piirpiirea.    Purpurner  Masenlattig*    Klatter 

mit  berzlormiger  Rasis  stengelumlassend,  untere  unigel>elirteirund  oder 
länglich,  in  den  geflügelten  Blattstiel  verschmälert,  ausgeschweift-gezähnt, 
obere  lanzettförmig  und  ganzrandig;    Köpfe  in   Rispen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1121.  Koch  Syn.  II.  494.  Schk.  Uandb.  III.  T.218. 
Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.317.     Gaertn.  Fruct.  II.  t.  158.  f.  1. 

In  Bergwaldungen,  auf  schattigem  feuebtem  Boden,  die  Nordgrenze 
der  Gesammtverbreitung  erreichend,  selten  {Br.  Stadt-Oldendorf  amllolz- 
berge — ;    Pr.  Naumburg  im  Mordthalc).     Juli,  August. —    September. 

Stengel  2  —  4'  bocli.  Blatter  iinterseits  graugrün,  jartlaiibig  und  schnell  welkend. 
Rispe  traiibig.      Blüfensticle   fein,    Kopfe   nickend,    walzig   und    sclimal. 

51.     I.ACTIJCA.     XiA^WIG. 

LlTVN.    Gen.     n.  909. 

Hüllhlätfer  gesclundelf.  Blüten  in  2  —  3  Reihen.  Flüchte 
zusaniuicngodrückt,  Jii  einen  fadenförmigen  Schnaliel  ausgehend. 
Kclchsaum  haarig.     Fruehthoden  kahl. 

Ein-  (A.4.)  2-  (Art.  1—3.  5.)  seltener  mehrjährige  (A.Ö.),  aufrechte, 
oben  rispig-  oder  doldcntraubig  -  ästige,  kahle  Kräuter.  Blätter  bucbtig- 
gczähnt,  sebrotsägenförmig  oder  fiederspaltig.     Kronen  gelb,  selten  blau. 

•    Früchte    hciderseits   mehrrippig.      Kronen    gelh. 

1.    li.  virosa.     Giftiger  liattig.     Blätter  oval -länglieh, 

untere  umgebehrteirund,  pfeilförniig,  stachelspitzig-gezähnt,  ganz,  sel- 
tener bnchtig- eingeschnitten;  Früchte  häutig  gerändert,  an  der  Spitze 
glatt,    Schnabel  etwa  so  lang  als  die  Frucht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1119.     Chi.  ban.  430.     Koch  Syn.  II.  495.     Schk.  Ilandb. 

III.  T.  217  (mit  Ausschluss  der  Früchte,  die  zu  L.  Scariola  gehören,  wie  denn  auch  im 
Teste    irrig    der    L.  virosa     an    der    Spitze    liorstlgc    Früchte    zugcschriehen     «erden).        FugS- 

bot.  1. 1957.     IIayne  Arzneigew.  I.  T.  47. 

In  der  Nähe  von  Ruinen  und  Ortscbafteu,  auf  felsigem  steinigem  Bo- 
den, hier  und  da,  wahrscheinlich  nur  verwildert.  Juli,  August.  —  Sep- 
tember. 

Stengel  2 — 5'  hoch.  Blütter  flach  gerichtet,  aiu  Kiel  der  Unterseite  stachelig,  Früchte 
tief  schwarzbraun,  mit  regeluiässig-3  -  eckiger  Spitze,  Schnabel  auch  wohl  '/j  länger  als  die 
Frucht. 

».    li.  jiicariola.     Jf^ilder  IJattig*    Blätter  oval -länglich, 

pfeilförmig,  stachelspitzig-gezäbnt,  fiederspaltig-schrotsägenförmig,  sel- 
ten ganzrandig;  Früchte  häutig  gerändert,  an  der  Spitze  feinborstig, 
Sthuabcl   etwa  so  lang  als   die  Frucht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1119.  Chi.  ban.  430.  Koch  Syn.  II.  495.  Fl.  dau. 
t.  1227.     Engl.  bot.  t.268.     IIavne  Arzneigew.  I.  t.46. 

An  Wegen,  Dämmen,  Mauern  und  Gestein,  auf  trockenem  steinigem 
Boden,  ziemlich  häufig.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  2  —  .5'  hoch.  Bllittcr  mit  dem  Rande  nach  oben  und  unten  gerichtet,  am  Kiel 
der  Unterseite  bald  stachelig  bald  unhewalTnot.  Früchte  hell  -  graubraun  ,  die  Borsten  der 
Spitze    fein    nnd    kurz.       Rer    Schnabel    oft    auch    langer    als    die    Frucht. 

3.     I..   sialigiia.     JTeidenhlüttriger  liattig.     Blätter 

schmal  liiieal,  pfeilförmig,  ganzrandig,  unterste  sebrotsägenförmig- fieder- 
spaltig; Äste  rutheiiförmig,  traubig -ährig;  Schnabel  doppelt  so  lang  als 
die  Frucht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1119.  Chi.  ban.  430.  Koch  Syn.  II.  495.  Jaco.  Fl. 
austr.  III.   T.250. 


322  COHPOSITAE.  LHctilca. 

An  Ackci'i'äiidern ,  Wegen,  culluiios  liegende»  Plätzen,  aul  niiigcrni 
teockcneni  Boden,  in  der  südlichen  Geliietsliälfte,  die  INordgrenze  der 
Gesanuntverbreitnng  in  Pi-.  bei  Barby  — ;  //«.  bei  Ilildesbeim  erreichend, 
hier  nnd  da.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  1'/.^  — 3'  iioc-li.  Blätter  bei  3"  Länge  3  —  4'"  breit,  mit  weisslicher  Mitlelrippe, 
ol't  untcrseils  ,im  Kiel  etivjs  slatliel  -  liaarig.  Früclilc  schmal  sili«aclirij)j)ig,  an  der  Spitie 
etivas    scliarf,    liraiin. 

4.  li.  nturallsi.  JtKauer-Iiattig»  Blätter  gestielt,  leierför- 
niig-fiederspaltig  mit  eiruntlen,  eckigen,  gezähnten  Zipfeln;  Köpfe  in 
aasgebreiteten  Rispen,    Schnabel  mehrfach  kürzer   als  die  Frucht. 

Fre.sen.  Taschcnb.  484.  Chi.  han.  481.  Koch  Sjn.  II.  496.  Mycelis 
muralis  Ueichenb.  Fl.  sax.  170.  Prenanthes  muralis  Linn.  Sp.  pl.  1121. 
ScHK.  llandb.  III.  T.218.     Fl.  dan.  t.  509.     Engl.  bot.  t.  487. 

In  Wäldern,  Hainen,  an  Hecken,  Mauern  und  auf  Schutt,  auf  son- 
nigem steinigem  aber  bumushaltigem  Boden,  sehr  häufig.  Juni  bis  Au- 
gust. —    September. 

Stengel  Vjr,  —  2'/2'  hoch,  schlank,  oft  violet  angelaufen  mit  bläulichem  Reif.  Dlälter 
zartlaubig,  kahl,  unterseits  graugrün.  Blütenstielchen  haarfein,  Köpfe  meist  5-blütig. — 
Variirt   selten    mit    ganzen    Blättern. 

5.  li.  quercina.    Jßichenhlättriger  Jüattig.    Blätter 

beiderseits  glatt,  untere  scbrotsägenförmig-leierartig,  obere  schrotsägen- 
förmig-fiederspaltig;  Köpfe  in  doldentraubiger  Rispe,  Früchte  an  der 
Spitze  feinborstig,    Sehnabel  um  die  Hälfte  kürzer   als  die  Frncht. 

LiNN.    Sp.   pl.  1118.      ScHK.  Ilandb.   TU.    T.  217.     L.  stricta  Waldst. 
et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  I.  47.  t.  48.     Chi.  han.  431.     Koch  Syn.  II.  496. 
b.  integrifolia.     Oer  ganzblättrige.     Blätter  ganz. 
L.  sagittata  \I^aldst.  et  Kit.  das.  1.  1.   t.  1.     Koch  das. 

In  W^äldern  und  Hainen,  auf  steinigem  Boden,  im  südiiehcn  Theile 
des  Gebiets,  am  Harze  die  Nordgrenze  des  Yorkommens  in  Deutschland 
erreichend,  stellenweise  (Pr.  Rossleben,  Halle:  Sehen,  Röglitz,  am  Bi 
scbofsberg  auf  der  Heide;  Barby,  Steinholz  bei  Quedlinburg,  Huy,  Ross- 
trappe, Blechhütte — ;  Hu.   Steigerthal—). 

Stengel  2  —  4'  hoch,  einfach,  straff  aufrecht.  Blätter  gross,  zart,  unterseits  heller, 
Zipfel  zerrissen -unregelmässig  und  buchlig  -  gezähnt ,  oberste  lineal  unil  ganzranclig.  Früchte 
nebst   Schnabel    schwarz.   —      Die   Spielart  weicht   nnr   durch   die   Blattforra    ab. 

Früchte    beiderseits    1-rippig.       Kronen    blau. 

*  <S.    li.  perenni».    Mehrjähriger  MJattig.    Blätter  fie- 

derspaltig  mit  lineal  -  lanzettlichen  am  obcrn  Rande  spitzlappigen  Zipfeln  ; 
Köpfe   in  doldentraubigen  Rispen. 

LiNN.  Sp.  pl.ll20.  Chi.  han.  431.  Koch  Syn.  II.  496.  Mill.  Dict. 
t.  157.  ■ 

In  lichten  Bergwaldungen  •  und  an  Triften,  auf  trockenem  steinigem 
oder  felsigem  Hügelboden,  die  Novdgrenze  der  Gesammtverbreitung  am 
Harze  erreichend,  selten  {Pr.  Rotheburg  bei  Kelbra,  Steinklippe,  Ross- 
trappe — ;    Scluo.  Jechaburg  — ).     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  bis  3'  hoch,  rulhtnformig- ästig.  Wurzel-  und  untere  Blätter  häufig  leierförmig- 
schrotsägenformig,  seltener  ganz  und  umgekehrteirund.  Rispe  viel  -  lang-  und  sperrig- ästig. 
Köpfe  grosser  als  an  der  vorhergibenden  Art.  Früchte  Qaeligedrückt  mit  dicklichem  Räude 
und  beiderseits  im  Mittelfelde  mit  einer  schwachen  Rippe,  sehr  fein  querwurzelig,  hell- 
braun.  —       Variirt   mit   fast  ganzrandigen    Zipfeln. 

Pharmaceutisch  •  Medicinisches»     Von  A.  1.  Kraut  und 

Samen  (Herba  et  Semen  Lactucae  virosae  s.  Intybi  angusti)  of'ficinell. 
f'o  rival  tendc  Bestand  th.  narkotiseh  -  bitterer  Extractivstoff  und  Harz. 


Sonchus.  COnPOSlTAE.  323 

Anwendiinfj  selten  in  Siibslanz  oder  ^hif'fjitss ,  nm  gewöluilichsten  als 
Extiactuin  yetjen  ff^asserxiieht,  und  in  iServenkrnnkheiten  als  Ersatz,  des 
Opiums.  Die  ff'irkuuf/  der  (jleiehe  Bestandtheile  in  einem  andern  f'er- 
hältniss  enthaltenden  Ji.2.  ist  dieselbe,  nur  in  scliwäeherm  Grade,  wes- 
halb letztere  anstatt  der  erstem,  die  selten  und  nicht  in  hinreichender 
JUentje  vorkommt,  tinter  f'erstärkuirff  der  Gaben  anfjewandt  werden 
kann.  — -     Beide  wirken  unter   Umständen   als  betäubendes  Gift. 

5«.     SOIVCHUS.     GÄJVSianMSVMIj. 

lAisy.  Goii.    n.  908. 

Hülle  gescliiiulelf.  Blüten  viclreihig.  Früchte  ziisaniuienge- 
diückf,  ungesehnäbelt.     Kelchsaiim  haarig.     Fruchlbodeii  nackt. 

Ein-  (Art.  2.  3.)  oder  inelnjährige  (Art.  1.  4.  5.)  Rräutcr,  seltener 
Sträuche.  Blätter  meistens  schrotsägenlormig  oder  tiedcrspaltig.  Köpfe 
doldentraubig,    trugdoldig  oder  rispig.     Kronen  gell»  oder  hlau. 


,ge 


ISörstcIicn    umgeben.      Kronen   bli 


1.  Sii.  alpiltUS.  JLlpen-  Gänsedistel,  Stengel  einfach; 
Köpfe  in  cndstäudigen  Trauben  mit  drüsig- behaarten  Stielen  und  Hüll- 
blättern, Blätter  gezähnt,  leierförmig  mit  spiess-deltaförmigen  lang  zu- 
gespitzten Endlappen,  obere  in  den  geflügelten  Blattstiel  verlaufend  und 
stengelumfassend;    Flüchte  vielrippig. 

LiNN.  Sp.  pl.1117.  Chi.  han.  4-23.  Fl.  dan.  t.  182.  Svensl;  bot.  t.  6-57. 
Sonchus  coeruleus  Sm.  Fl.  brit.  II.  815.  Engl.  bot.  t.  2425.  Mulgedium 
alpinum  Less.   Sjn.   142.     Roch  Syn.  If.  498. 

In  Gebiigswäldern,  auf  humushaltigem  feuchtem  Boden  und  in  der 
Nähe  von  Bächen,  am  Harze  die  Nordgrenze  des  Yorkommens  in  Deutsch- 
land erreichend,  in  wenigen  Gegenden  (Pr.  Schierhe  am  Brocheii — ;  Iln. 
am  Oherharze  ziemlich  häufig,  z.B.  am  Uehbergergraben ,  bei  Oderbrück, 
Altenau,    Zellerfelder  Zug  am  Einhange   nach  Lautenthal). 

Eine  ansebnliclie  oft  mannslioLe  Pflanze.  Stengel  ditk,  sicif  aufieclit,  meist  violetrotl. 
angelaufen.  Blüller  bis  10"  lang,  liabl,  unlen  gr.niigrün.  Zipfel  wagerecbt  abstehend.  Köpfe 
in  enilsländigen,  oft  ästigen,  vielblüligen  Traube».     Kelcbsaum  steitbaarig,  unrein  gelbliclnveis.s. 

•"    Kelchsaum   ohne    Haarring.       Kronen    gelb. 

«.    S.  oleracew».    Garten-Gänsedistel*    Stengel  ästig; 

Köpfe  fast  doldig  mit  unbehaarten  Hüllblättern,  Blätter  länglich  schrot- 
sägenförniig-fiederspaltig  oder  ganz,  stengelständige  herzfüimig  umfas- 
send mit  spitzen  Öhrchen;  Früchte  qucrrunzelig,  beiderseits  mitSRippen. 
LiNN.  Sp.  pl.  1116.  ('..  ß.  Chi.  han.  42:^.  Koch  Syn.  II.  497.  Schk. 
Handb.  III.  T.  2.56.  Fl.  dan.  t,  682.  Engl.  bot.  t.  843.  IIavne  Arzneigevv. 
1.  T.48. 

b.  bipinnatifidus.    nie  doppeltßederspaltiije.    Blätter  tief  fieder- 
spaltig,   Zipfel  mit  lanzettlichen  scharfspitzigen  Lappen. 

Chi.  han.  das.      S.  oleraceus  }'.  pilosus  Roth  Fl.  germ.  II.  276  (nach 

Eierapl.). 

Auf  Gartenländereien,  Äckern  und  an  Schutt,  auf  Boden  jeder  Art, 
fast  allgemein  eingebürgert.     Juni  bis  September. —   August  bis  October. 

Kabl,  mit  Ausn.,bme  iler  wolligen  Blülenslicle.  «l.ilter  zart,  meistens  oben  duftig,  sel- 
tener leicht  glänzend,  der  Form  nach  sehr  »eränderlicb ,  auch  leierförmig  mit  grossem  Eod- 
zipfel.       Kelcbsaum    «eicbbaaiig,    rein    weiss,    Kronen    blassgclb    oder    «eissgelb. 

3.     S.  asper.     S^tacheUpitzige  GtinsedUtel,     Steiigel 

ästig;  Köpfe  fast  doldig  mit  unbehaarten  Hüllblättern;  Blätter  stachel- 
spitzig-gezähnt, ganz  oder  schrotsägenförmig,  stengelständige  oval-lan- 
zettlich oder  lanzettförmig,  umfassend  mit  rundlichen  Ohrchen;  Früchte 
glatt,  gerändert;    beiderseits  mit  3  Rippen. 


324  COMPOSITAE.  Crepis. 

ViLL.  Fl.  .1.  Daiipli.  III.  158.  Chi.  hau.  497.  Koch  Syn.  II.  497. 
ScHK.  Ilandb.  III.  T.256.  Fl.  «lan.  t.843.  S.  olcraccus  y.  cF.  Linn.  Sp. 
pl.  1117. 

Auf  Gavteiiliiinlereion,  Ackern  und  an  Schutt,  auf  Roden  jeder  Art, 
weniger  hiiufig  als  A.  3.  eingebürgert. 

GesainmUnselioii  der  <oiIieigclicnJcn  Arl.  Wurzel  si.in.lelforiiiig.  Dläder  steifer,  >oii 
weniger  >eriin(lerliclier  Form  ,  aber  auch  tief  fiederspalfig  \orKoiiiiiieu(l ,  oberseits  meistens  glän- 
zend.      Kronen    gesättigt    gelb. 

ät.     S.   arveiisis.     Feld- Gänsedistel.     Stengel  einfach; 

Köpfe  in  endständigeu  Doldentrauben  mit  drüsig -behaarten  Stielen  und 
Hüllblättern;  Blätter  stachclspitzig-gezähnt,  lanzettlich- schrotsägenför- 
niig,  stengelständige  herzförmig-umfassend,  oberste  ganz;  Früchte  niehr- 
rippig,    Riiipen  querrunzclig. 

LI^^.  Sp.  pl.  IIIG.  Chi.  han.  424.  Koch  Syn.  II.  498.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.217.     Fl.  dan.  t.  1109.     Engl.  bot.  t.  93:j. 

Anf  Äckern,  auf  thoiiigem  o«lcr  bindend-lehmigem  Boden  und  im 
Marschlande,  häufig.     Juni  bis  August.  —    August,  SeptemLcr. 

Wurzel  weit  umher  kriechenil.  Stengel  2  —  4'  hoch.  Blätter  oberseits  glänzend,  sel- 
tener duftig.  Drüsen  stark,  gelb  oder  braun.  Kopfe  gross,  Früchte  kastanienbraun.  — 
Ändert  ab  mit  schmälern,  nur  3  —  4'"  breiten  Blättern  (S.  arvensis  v.  angustifolius  Chi.  han. 
das.),  selten  mit  ganzen  Blättern  und  arm-  bis  1- blutiger  Doldentraube,  auch  mit  drüsen- 
loscn    Blütenstielen. 

5.   -S.  palustris.    SumpJ^- Gänsedistel,    Stengel  einfach; 

Köpfe  in  endständigen  Doldentrauben  mit  drüsig -behaarten  Stielen  nnd 
Hüllblättern:  Blätter  stachelspitzig-gezähnt,  lincal -lanzettförmig,  schrot- 
sägenförmig-fiederspaltig  mit  lang  zugespitzten  Zipfeln,  stengelständige 
pfeilförmig;    Früchte  dickrippig,    Rippen    querrunzelig. 

Linn.  Sp.  pl.  1116.  Chi.  hau.  424.  Kocu  Syn.  II.  498.  Schk.  Handb. 
III.  T.217.     Fl.  dan.  t.  II09.     Fngl.  bot.  t.  935. 

In  Sümpfen,  an  Gräben  und  Flussufern,  auf  nassem  sauerliumosem 
Boden,  hier  und  da.     Juli,  August.  —    September. 

Wurzel  keine  Ausläufer  treibend.  Stengel  bis  6'  hoch,  steif,  dick.  Blätter  regelmässi- 
ger geschnitten  als  an  A.  4. ,  unterseits  graugrün,  Zigifel  der  untern  Blätter  gross,  meistens 
gegen  die  Basis  zurücligebogen,  Drüsen  sch»arz.     Köpfe  kleiner,    Früchte  schmäler,  scnimelgelb. 

ÖTe  onomisch  es,  ^rt.  S-—6.  .tind  ein  vorziUßliches  Schweine  ftit- 
ter.     Die  jun<]en  Blätter  der  A.  2.  sind  als  Salat  oder  Gemüse  geniesshur. 

53.     CREPIJÜ.     l^M^PAWT, 

lAyji.    Gen.    n.  914. 

Hüllblätter  mit  kleineni  kelchartigen  an  der  Basis,  seilen  fast 
geschindelt.  Fi-üclife  stielrund  oder  sclnvaeh  zusammengedriiclif, 
10  —  30-rippiff,  an  der  Spitze  verschmälert  oder  in  einen  Schna- 
bel verlängert.    Kelchsaum  haarförmig. 

Ein-  (Art.  1.3.4.),  2-  (A.  2.)  oder  mehrjährige  (Art.  5  — 7.)  ästige, 
selten  stengellose  Kräuter.  Blätter  von  veränderlicher  Form,  meistens 
schrotsägenförmig  oder  fiederspaltig.  Kronen  mit  wenigen  Ausnahmen 
gelb.  Kcichsaum  silberweiss,  seltener  gelbliehweiss.  —  Zwischen  dieser 
und  der  folgenden  Gattung  keine  hallbare  Grenze. 

K  e  1  c  h  s  a  u  m    \r  e  i  c  li ,     s  i  1  b  e  r  w  e  i  s  s . 

1«  C  foetlda.  Übelriechentler  Pippau,  Blätter  schrot- 

sägenförmig-liederspaltig,  nebst  dem  ästigen  Stengel  borstig,  oberste 
lanzettförmig  mit  fieders])altiger  Basis;  Köpfe  vor  dem  Blühen  nickend, 
Randfrüchte  kurz  —    Scheibenfrüchte  lang  geschnäbelt. 


Crepis.  COaiPOSITAE.  325 

LiNN.  Sp.  pl.  1135.  Koch  Sjn.  11.500.  Engl.  bot.  t.  406.  Baikbausia 
foetifla  De  Cand.  Prodr.  VIl.   158.     Chi.  lian.  428. 

Auf  Ächcni,  Brachen,  Triften,  an  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  lua- 
germ  kallihaltigem  Boden,  ziemlich  häufig.  Juni  bis  August. —  August, 
ISeptembcr. 

Stengel  1  —  l'/j'  Locli,  aufrecLt,  abstehend  -  vielästig.  Blätter  seilen  iiiigetlieilt,  nur 
gezälint,  Hüllblätter  graiiborstig,  länger  als  die  kiirzscbnäbeligen  Randfrüehte  und  kürzer  als 
die    niittlcrn    Früclite.       KelcLsaura    etwas    sieif. 

Ä.    CMennis.    Xweijähr  ig  er  :Pipp  au.    Blätter  schrot- 

sägcnförinig-fiedcrspaltig,  nebst  dem  doldentraubigcn  Stengel  kurz  scliaif- 
haarig,  oberste  lineal  und  ganzrandig;  Hüllblätter  länglich  -  liueal,  un- 
tere abstehend,  Früchte  gegen  die  Spitze  schwach  verschmälert,  10 — 15- 
rippig. 

Link.  Sp.  pl.  1136.     Chi.  hau.  426.     Kocu  Syn.  II.  504.     Schk.  Handb. 
III.  T.  222.     Gaertn.  Fruct.  II.  T.  158.  f.  8.     Engl.  bot.  t.  149. 
b.  runcinata.     Der  buchtigblättrige.     Blätter  regelmässig  schrot- 
sägenförmig-buchtig,    mit  umgekehrteirund- länglichen  Endlappen. 

V..  bienuis  «.  runcinata  \^'immer  Fl.  v.   Schlesien  201.     C.  biennis   v. 

obtusiloba  Chi.  hau.  das.     C.  lodomeriensis  De  Cand.  Prodr.  \II.  163. 

Auf  Wiesen,  in  Gras-  und  Obstgärten,  an  Acker-  und  V^^'grämlern 

und  in  lichten  Hainen,  auf  frischem  oder  feuchtem  humushaltigem  Boden, 

häufig;    b.   in  Waldungen.     Mai  bis  Juli. —    Juli,  August. 

Stengel  2 — '6'  bocli,  steif,  einfach,  oben  ästig.  Unterste  Blätter  bis  fiisslang,  sämmt- 
lich  der  Tiefe  und  Bichtuug  der  Einschnitte  nach  veränderlich,  selten  nur  scichtbuchtig  -  ge- 
zähnt. Hüllblätter  fein  granhaarig,  innen  schwach  scidenhaarig,  bisiveileu  nebst  dem  Knde 
der  Blütensticle  mit  vveisslichgrüncn  steifen  Borsten  besetzt.  Früchte  oben  kaum  etwas 
schmäler    als    in    der    Mitte,    feinrijipig. 

3.  C  tectoriiiu.     Gemeiner  Pippau.     Blätter  schmal 

lanzettförmig,  ausgeseinveift-gezähnt,  schrotsägenformig  oder  fiederspal- 
tig,  nebst  dem  doldentraubigcn  Stengel  schwach  behaart,  obere  lineal, 
pfeilförmig,  meist  am  Bande  zurückgerollt;  Hüllblätter  lineal-lanzettlich, 
untere  abstehend;  Fruchtboden  kurzfaserig,  Früchte  gegen  die  Spitze 
schnabelartig  verschmälert,    10- rippig  und  schärflieh. 

LiNN.  Sp.  pl.  1135.  Chi.  hau.  426.  Koch  Svn.  II.  504.  Schk.  Handb. 
III.  T.222.     Fl.  dan.  t.501. 

b.  integrifolia.     Her  gansblättrige.      Stengel  strafl'i    Itlätter  un- 
eingesclinitten,    unterste  seicht  entfernt  gezähnt,    übrige  ganzrandig. 

Chi.  han.  das.     C.  tectorum  ß.  segetalis  Both  Bot.  Abhandl.  37. 

c.  diffusa.    Der  weitschweijige.    Stengel  beugig,  sperrigästig;   Blät- 
ter gezähnt  oder  seicht  tiederspaltig;   Köpfe  kleiner. 

Chi.  han.  das. 
Auf  Brachen,    an  Feldrainen,    \'^'egränderii,    auf  Schutt  und  Mauern, 
auf  niagerm  sandigem  oder  sandiglehmigem  Boden,   häufig;   b.  unter  der 
Saat;    c.  im  Grase.     Juni  bis  August.  —    Juli  bis  September. 

Stengel  6"  bis  1'  hoch.  Blütenstiele  bald  mehr  bald  weniger  granfilzig,  bisweilen  mit 
einer  Linie  schwärzlicher  Borsten  in  der  Mitte.  Ohrchen  der  Stcngelblätter  abstehend  oder 
aufwärts  gebogen.  Untere  Hüllblätter  bisweilen  .luch  anliegend,  obere  innen  angedrückt- 
haarig.  Früchte  fein  querrunzelig,  kastanienbraun.  —  Die  Spielart  c.  vom  Gesamratansehen 
der   folgenden   Art. 

4.  C   vireiis»     Grüner  Pippau.     Blätter  lanzettförmig 

ausgcscliAveift- gezähnt  oder  sclirotsägenförmig- fiederspaltig,  nebst  dem 
ästigen  doldentraubigcn  Stengel  kahl,  obere  lineal,  pfeilförmig,  flach; 
Hüllblätter  lineal, zugespitzt,  untere  anliegend;  Fruchtboden  nackt,  Frücht<r 
an  der  Spitze  schwach  zusammengezogen,  10- rippig,  Bippen  glatt. 

YiLL.  Hist.  d.  pl.  d.  Dauph.  III.  142.  Chi.  han.  427.  Kocu  Syn.  II.  50.^ 
C.  tectorum  Poll.  Fl.  palat.  II.  399.     Engl.  bot.  t.  HU. 


326  COJUPOSITAE.  Crepis. 

b.  stricta.     ner  steifstengelige.      Stengel   sliaÜ';    Blatter   sclirot- 
siigenröiiiiig,    stengclstäii(ligc  kaniinförmig- licderspaltig. 

Chi.  Iian.  das.     C.  piiinatifida  WiLLn.   Sp.  pl.  111.  1604. 

c.  agrestis.     J>er  grossköpjige.     Üppiger;   Blätter  scbrotsägciiför- 
iiiig;    Köpfe  fast  doppelt  grösser. 

Roch  das.    C.  virens  v.  runciuata  Chi.  hau.  das.    C.  agrestis  Wai.dst. 
et  Kit.  PI.   rar.   lliing.  III.  244.   t.  220. 
An  Wegen,    Triften,   Wiesen-   und  Aelierriindern ,    anf  etwas  humus- 
haltigein  Boden,  häufig;    e.  meistens  auf  Äckern.     Juli  Itis  September. — 
Septemiter,   Oetohcr. 

Stengel  4"  liis  1'/^'  hoch,  einfach,  aufrecht,  oilcr  mehrere  büschelförmig  und  ansteigend, 
niattor  wie  die  der  vorigen  Art  veränderlich.  Köpfe  halh  so  gross  als  an  jener,  nur  an  der, 
allen  Tlicilcn  nach  grössern,  Spielart  c.  eheii  so  gross.  Hüllblätter  auf  der  innern  Fläche 
kahl  und  glänzend.  Früchte  nicht  zugespitzt,  sondern  oben  stumpflich  »usammengczogen, 
abgesehen  von  den  Rippen  glatt,  leicht  glänzend,  haselnussfarbcn.  Kekhsaum  leicht  abfallig.  — 
Koramt    ebenfalls    mit    schwarzen    B.iisicbcn    auf    den    HnJlblällern    vor. 

5.  C.  praeniorsa.  Vraubenblütiger  Pippau,  Blät- 
ter entfernt  schwach  gezähnt,  oval -länglich  in  den  l.urzeu  Itlattstiel  ver- 
schmälert, nebst  dem  blattlosen  Stengel  kurzhaarig,  untere  Blütenstiele 
kurz  verzweigt,  obere  einlach;   Früchte  10 — 15- rippig. 

Tausch  Bot.  Zeit.  XI.  1.  Ergänz.  Bl.  79.  Chi.  han.  42,j.  Koch  Syn. 
ir  502.  Ilieracium  praemorsum  Likn.  Sp.  pl.  1126.  Sturm  Deiitschl.  Fl. 
11.39.     Fl.  dan.  t.  942.     Geracium  praemorsum  Beiciiekb.  Fl.  sax.   171. 

Auf  Waldwiesen  und  Triften,  auf  humushaltigem  Boden,  in  der  süd- 
lichen Gebietshälfte,  die  IXordgrenze  des  Yorkomniens  in  Deutschland 
am  Harze  erreichend,  ziemlich  häutig.  Mai  bis  Juli.  —  August,  Sep- 
tember. 

Wurzel  abgebissen.  Stengel  1'  hoch.  Blätter  fast  roscttcnarlig.  Untere  Bliilcnstiele 
der  schmalen  Traube  2  —  3-höpfig,  obere  1-fcopfig,  sämmtlich  kurz.  —  Kommt  auch  last 
habl  vor;  ferner  auf  weniger  frucbtbaicm  Boden  mit  fast  sitzenden  Blättern,  und  auf  fcmb- 
tem    Boden    mit   fast    rispigor   Infloreszenz. 

«.     C.    siicci^iaefolla.     Abbissblättriger   Pippau, 

Blätter  seicht  ausgeschweift -gezähnt  oder  fast  ganzrandig,  wurzelstän- 
dige umgekehrteirund -länglich  in  den  Blattstiel  verschmälert,  stengel- 
ständige länglich,  umfassend,  nebst  dem  wenigbläftrigen  oben  dolden- 
traubigen  Stengel  kahl  oder  mit  wenigen  zerstreucteii  Härchen  besetzt; 
Hüllblätter  nebst  den  Blütenstielen  drüsenhaarig,  unterste  anliegend; 
Früchte  20- rippig. 

Tausch  Bot.  Zeit.  XI.  1.  Ergänz.  Bl.  79.  Koch  Syn.  II.  506.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H..39  (Hicracinm  integrifolium).  Crepis  hieracioides  Waldst. 
et  Kit.  PI.  rar.  Ilung  I.  71.  t.  70.  Chi.  han.  425.  Geracium  succisae- 
folium  BeicheiVB.  Fl.  sax.   171. 

b.  niollis.     Her  behaarte.     Stengel  und  Blätter  beiderseits  kurz  be- 
haart. 

Koch  das.  C.  hieracioides  v.  niolHs  Chi.  han.  das.  Ilieracium  molle 
Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  119. 
Auf  Gcbirgs-  und  Bergwiesen,  auf  nassem  und  sumpfigem  Boden,  im 
südlichen  Tbeile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der  Gesammtvcrbreitung 
am  Harze  erreichend,  hier  und  da  (Pr.  Eislebeii ,  Ziegelrodc,  alte  Stoll- 
berg, Wernigerode  — ;  Scliw.  Frankenhansen  — ;  Hx.  Meisner — ;  /**•. 
IXeuwerk,  Ilüttenrode,  Marmoriiiühle — ;  Iln.  Stcigcrthal,  Neustadt — ). 
Juli,  August.  —    September. 

Stengel    1  — 2'    hoch,    aufrecht,    schlank,    hohl,    oben    gabelthcilig  -  doldcnliaubig ,    4— () 
köpfig.        Stcng.  Iblätter    entfernt   siebend,     mittlere 
den    Stengel    umfassend,    ubcisle    lanj.ltförmig,    sil 
bcb.>art.    schwärzlich.       KionrM.    ^nld     «.ifrancclb. 


leiter   werdender 

abgerundeter 

Basii 

Bliitcnstielc  um! 

1   Huliblaltcr    . 

Iriisig. 

Hieiaciuiii.  COJfIPOSiTAE.  32  7 


*.  C  pallldosa.  Sumpf. Pippau,  Untere  Blatter  uinge- 
lehrtciriind- länglich,  spitz,  sclirotsägenartig  gezähnt  und  in  die  Basis 
verschmälert,  nehst  dem  wenigblättrigen  ästig  -  doldentrauhigen  Stengel 
kahl,  obere  eirund- lanzettförmig,  lang  zugespitzt,  berzi'örmig- umfassend, 
untere  Hüllblätter  sehr  kurz,    drüsig- behaart;    Fruchte  10 -rippig. 

Mönch  Meth.  535.  Koch  Sjn.  II.  506.  Hieracium  paludosuni  Linn. 
Sp.  pl.  1129.  Chi.  han.  418.  Schk.  Handb.  III.  T.221.  Fl.  dan.  t.  928. 
Engl.  bot.  t.  1094.      Aracium  paludosum  Lessing  Syn.  comp.   142. 

In  \^^aldungeu,  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  sumpfigem  und 
moorigem  Boden,  häufig  und  meist  truppweise.  Juni  bis  August. — •  Au- 
gust, September. 

Stengel  1'/.^  —  3'  hocli,  selten  unten  beliaart.  Stengclblätter  entfernt  stehend.  Hiill- 
)il.Ktter   vom   Dräsenliaar   scliwarz,    selten   fast   kahl.      Kronen   unrein   röthlichgelh. 

ÖJCOnomiSCheS*     SämmtUche  Arten  werden  vom   Fiehc  tjcfrcsscn. 

54.     HIERACIlIIfl.     MAßMCMVSBinAWTT, 

LlNN.    Gen.     n.  913. 

Ilüllblälter  geschiiulelt.  Früchte  gleicliföiniiff  und  bis  zur 
Spitze  gleich  l)reit,  lO-rippig,  au  der  Spitze  zartkerhig  geran- 
det.    Kelchsaum  haarföruiig,  Strahlen  spröde. 

Mehrjährige,  schaftartige  oder  stengeltrageude,  meistens  behaarte  Kräu- 
ter. Blätter  ganz,  meistens  sägezähnig  oder  gezähnt,  selten  fast  fieder- 
spaltig,  in  Stellung,  Zahl  und  Form  veränderlich.  Köpfe  einzeln,  sel- 
ten gehäuft  in  Doldentrauben,  Trugdoldc  u  oder  Rispen,  der  Grösse 
nach  veränderlich,  namentlich  in  hoher  Gebirgslage  oft  um  das  Doppelte 
stärker.  Kronen  schwefelgelb,  gesättigt  gelb,  goldgelb,  selten  orange- 
farben. —  Auf  die  Überladung  dieser  Gattung  mit  einer  lästigen  Syno- 
nymie  scheint,  abgesehen  von  der  grossen  Yeränderlichkeit  der  Formen 
an  sich,  Bastardbefruchtung  von  Einfluss  zu  seyn ,  doch  fehlt  es  durchaus 
an  sichern  Beobachtungen  hierüber. 

f    Stengel    schaftartig,    nackt    oiler    1-blättrig,     oft   Ausläufer    treibend. 

1.    H.  Pilosella.    Gemeines  Habicht* Je raut.     Schaft 

blattlos,  1-köpfig  mit  niedergestreckten,  bisweilen  mehrköplig  nachblü- 
henden Ausläufern;  Blätter  spatel-lanzettförmig  oder  lanzettförmig,  ober- 
seits  borstenhaarig,    unterseits  sternliaarig- graufilzig. 

Linn.  Sp.  pl.  1125.  Chi.  han.  415.  Koch  Syn.  IL  .509.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  37.  Fl.  dan.  t.  1110.  Engl.  bot.  t.  1093.  Havne  Arzneigew.  III. 
T.  42. 

b.  robustins.  Oas  stärkere.  Alle  Theile  grösser,  Kopie  dicker, 
Blätter  breiter,  meist  länger  und  starker  behaart  aber  unterseits  weni- 
ger dicht  filzig. 

Koch    das.     und    wenn    Gabeltheiliiug     des    Stengels    eintritt  :      IL     stoloniflorum 

Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  III.  303.  t.273.  Koch  das.  510.  IL 
bifurcum  Wimm.  Fl.  v.  Schles.  203. 

c.  furcatum.  Das  gabelstengelige.  Stengel  über  der  Mitte  gabelig 
2-köpfig  mit  langen  Blütenstielen  oder  wlederholt-gabelig  3— 5-köpfig; 
Blätter  beiderseits  borstenhaarig,  unterseits  schwachfilzig  oder  nur 
zerstreuet  sternhaarig. 

Chi.  han.  das.     IL  bifurcum  M.  Bieberst.   Fl.  taurico -cauc.  IL  2-51. 
HL  532.     Koch  das.  510.     H.  flagellare  Willd.  Enum.  h.  berol.  Supp.  54. 

d.  acaule.     Das  schaftlose.     Köpfe  fast  sitzend,  grösser. 
Chi.   han.   das. 


328  COHPOSITAE.  HieiHciuiu. 

Auf  Tiirttn,  Feldern,  Wiesen,  an  Wegen  und  Diinnnen ,  auf  niageini 
sandigem  und  Sandboden  der  Heiden,  sehr  haulig  und  truppAveise;  b.  u. 
c.  auf  bessern!  etwas  buniusbaltigeni  Roden,  besonders  auf  W'iesen,  hier 
uAd  da.     Mai  bis  August.  —    Juli  bis   Septeml)er. 

Stengel  4  bis  6"  lioeh.  Ausläufer  an  der  Spitze  gekrümmt,  später  ansicigenil  unil  auf 
fnielitbarem  Hoiliii  bis«  eilen  bliitcutrcibend.  Blatter  meist  am  BoJen  liegend,  die  Borslcn- 
iind  Filzbeklcidung  derselben  »criinderlicb ,  lelzlerc  bis  ins  Kable  übergebend  (U.  Tilosolla 
V.  glabrescens  CM.  ban.  das.).  Kronen  bell  sebwefelgelb ,  randsl;.ndigc  unterseits  mit  rolb- 
licbcm  Mittelstrelf.  —  Variirt  mit  blcincrn  und  grüssorn ,  besonders  unten  dickern  Köj.fon, 
mit  dicbtweissfilzigen  Hüllblättern  fast  oline  Borsten-  nnd  »rüscnbaare,  und  mit  scbivacb- 
fihigen    von    bunligi'ren    Borsten    und    StieldrUsen    scbwarzen    Hüllblattern. 

Benterli.  1.  Die  dojipelte  Bekleidung  mit  sebr  kurzen,  filzbildcnden  Sternbaaren  und 
einfacbon  laugen  Borsteiibaarcn  sebliesst  sieb  (wie  bei  Cistus ,  Hcliantbeuium  und  maucbcn 
andern  Gattungen)  einander  aus.  ^Venn  die  Sicrnbaarc  (auf  Blattfliicben  ,  HüllbläUern,  Sten- 
geln, Blütenstielen)  überband  nebnien ,  verlieren  sieb  die  Borstcnbaarc ,  und  «o  diese  vor- 
lierrschcn  ,  sebliessen  sieb  die  Stcrnbaare  nie  zum  Filz  zusaiunion ,  verlieren  sieb  aueb  «obl 
ganz. 

Benierl«.  2.  Uie  Spielart  e.  wird  von  Mebrern  für  eine  Bastardform  (^on  H.  Pilo- 
sella  mit  H.  dubium,  H.  ecbioides,  H.  tlorentinum  I.ASCII,  von  II.  Tilosilla  mit  H.  prae- 
altum  DÖLL)  .gebalten.  Sie  siebt  der  Bildung  nacb,  wenn  die  Kopfe  grosser  sind,  aller- 
dings zvviscben  den  erstgenannten  Arten,  und  wenn  die  Köpfe  kleiner  sind,  zwiseben  den 
letztgenannten.  Ibr  häufiges  '^orkomnien  und  ibre  Fortpflanzung  dureb  den  Samen  steht  in- 
dessen   dieser   Annahme    sehr    entgegen 

Bemerk.  3.  Die  Gabeltheilung  einfacher  Stengel,  wodurch  der  Blütenstand  auflal- 
leud  verändert  ersclieint,  ist  bei  den  Hieracien  dieser  Abtbeilung  eine  häufige  Erscheinung, 
worauf  bei  Feststellung  der  Arten  gar  kein  Werth  zu  legen  ist.  >ergl.  auch  H.  Auricula, 
cvmosura    nnd    mnroruin. 

H,  H.  Auricula.    JOEauseohr'BahichtsJcraut»    Stengel 

blattlos  oder  1 -blättrig,  doldentraubig-  2 — ■ö-köplig  mit  liegenden  oder 
ansteigenden,  selten  nachblülienden  Ausläufern;  Blätter  spatel- lanzett- 
förmig, am  lliinde  und  oberseits  mit  einzelnen  Borstenhaaren  besetzt, 
bläuliehgrüii. 

Li>N.  Sp.  pl.ll26.  Chi.  han.415.  Koch  Syn.  11.  511.  Fl.  dan.  t.  1 111. 
II.   dubium  Sm.  Fl.  bril.  II.  828.     Engl.  bot.  t.  2332. 

Auf  Wiesen,  Triften  und  an  grasigen  Weg-  und  Waldrändern,  auf 
humushaltigeni  oder  feuchtem  Boden,  häufig.  Mai  bis  Juli.  —  Juni  bis 
August. 

Stengel  6 —  10"  hoch,  kahl,  nur  oben  nebst  den  Hüllblättern  mit  Sternhaar  und  schwärz- 
lichen Drüsen  besetzt,  meistens  '2  —  3-köpfig.  Köpfe  meistens  kurz  gestielt,  bisweilen  aber 
auch  langstielig,  seilen  einzeln-  und  noch  seltener  viel  (8 — 10)-blütig.  —  Kommt  auch 
ohne  Ausläufer  vor.  II.  angustifolium  Hoppe  AVlLLD.  Sp.  pl.  III.  1.56.5.  KoCH  Syn. 
II.  .511.  ist  nur  eine  grossblülige  alpine  Form  dieser  Pflaoze.  —  Es  kommt  nicht  selten, 
«ie    II.  Auricula,    bifurcum    ^or.       ■\ergl.    Bemerk.  3.    zur   .orbergehenden    Art. 

3.     H.   cyniosüiiin*     Vrugtloidiges  MahichtsTcrautt 

Stengel  unten  i-  oder  wenig- blättrig,  mit  und  ohne  Ausläufer,  nebst 
den  länglich -lanzettförmigen  Blättern  mit  Sternhaaren  und  einfachen  Bor- 
stenhaaren bestreuet;  Trugdolden  zusammengezogen,  vielböpfig,  leicht 
graufilzig,    borstenhaarig  und  stieldrüsig,    Blütcnstiele  büschelig. 

LiKN.  Sp.  pl.  1126  (ohne  Ausläufer).  Chi.  han.  416.  Beichenb.  PI.  crit. 
I.  t.l7  (II.  eym.  (i.  Columnae)  und  t.  56  (H.  cym./S.  longifolium).  11.  IXestleri 
liocH  Syn.  il.  515. 

b.  coiigloineratiiin.  üas  geknäueltbliitige.  llppiger;  Stengel 
unten  2  —  5- blättrig,  Blütensliele  gedrängtblülig,  gr::ulil/.ig  und  mit 
schwarzen  Borstenhaaren  und  Stieldrüseii  besetzt;  B'äticr  weniger 
sternhaarig  oder  ohne  Steriihaare. 

Chi.  han.  das.     II.   eollinum   (Jochn.  De    plant,   cichor.   I.  1.     II.  pra- 


Hieraciliin.  COHPOSITAE.  329 

teiise  Tausch  Bot.  Zeit.  XI.  1.  Krgänz.  Itl.  56.  Koch  das.  H.  Auricula 
WiLLD.  Sp.  j.l.  1564.     Fl.  daii.  t.  1044  (H.  cliihiuin). 

c.  setosiiDi.  Bas  vielborstige.  Stengel  1 — 3 — 6 -blättrig.  Trug- 
doUlcii  bald  locker  bald  dichter,  Avenigerliöpfig,  stiirlier  graufilzig  und 
nebst  Stengel  und  Blättern  mit  reichlichem  und  längern  Borstenhaaren 
besetzt. 

Chi.  lian.  das.      H.  cymosuni    Spreng.    Fl.  hal.    ed.  1.    t.  10.    f.  2   (als 
forma   bilurca).      H.  echioides    "V^'aldst.   et   Kit.    PI.  rar.  Ilung.  I.  85. 

II.  echioides  ct.  Setigerum  Koch  das.  uml  wenn  ilic  Borstenhaare  langer,  dichter 
stehend    und    weisslich    sind    H.    gabinum    KoCH   516.       H.    Cymosum    \lLL. 

d.  strigosuni.  Bas  steifborstige.  Stengel  1 — ^3 — 6-blättrig;  Trug- 
doiden  meist  gedrängt,  dicht  hellgraufilzig,  wenigborstig;  Blätter  lineal- 
lanzettt'örmig,  beiderseits  dicht  mit  fast  anliegenden  steifen  Borsten 
besetzt. 

Chi.  han.  das.     H.   echioides  Lomnitz.  FI.  poson.  782. 

In    Hainen,     lichten    Waldungen,     auf  Waldwiesen,     an    Felsen    und 

Mauern;  die  Hauptart  nebst  b.  auf  humuslialtigem  Boden,  häufig;  c.  und 

d.  auf  magerni  oder  steinigem  Boden,  letzteres  in  sonniger  warmer  Lage 

nur  im  südlichen  Theile  des  Gebiets.     Mai,  August. —  Juli  liis  Septemlier. 

Stengel  stark.  Dlalter  grün,  mit  Ausnahme  der  Uaarhehleidnng  in  bluulichgrüne  Für- 
huug    übergehend. 

Bemerk.  1.  Das  Heraufsteigen  mehrerer  unterer  Biälter  am  1  —  'J-blüttrigen  Stengel 
gieht  keinen  Beleg  für  speciRscIic  Verschiedenheit.  Man  findet  Esempl.  von  H.  echioides 
W.  K.  (abgebildet  mit  .5  Stengelblättcrn)  mit  1,  2  bis  8,  ja  10  Blättern  am  Stengel. 
Am    auft'allendsten    tritt    diese    Stengelblattzuuahme    bei    II.  niurorum    ein. 

Bemerk.  2.  Der  zusammengezogene  trngdoldige  (doldentraubige)  Blütenstand  mancher 
Hieracicn  geht  in  den  gestrechten  rispigen  über,  indem  der  Stengel  sich  wiederholt  in  ver- 
schiedener Höhe  theilt,  womit  ungleich  verlängerte  Blülenstiele  cnisteheu.  Einen  solchen 
Zustand  weist  die  zur  Spielart  c.  citirte  Sprcngelsche  Abbildung  nach,  die  zugleich  nur  3 
Stengelhlätter  gicbt.  Dass  sie  nicht  zu  H.  praealtum  gehört  (KocH  .514.),  beweisen  die 
doppelt  grössern  Köpfe  und  noch  überzeugender  Ualle'scLe,  auch  mit  6  —  8  Steogelblättern 
versehene,    Exem]ilare    von    SPRENGEL    selbst. 

Bemerk.  3.  Richtung  und  Farbe  der  Borstenhaare  sind  Veränderungen  unterworfen. 
W.  K.  sagen  in  der  Beschreibung  \on  II.  echioides  ,,sclis  autrorsum  decumbenfibus  siibad- 
pressis,"  in  der  Abbildung  sind  sie  unter  rtO  —  400  abstehend  gezeichnet.  Die  Beobachtung 
ergiebt,  dass  sie  sieh  meist  mit  zunehmender  Steifigkeit  steiler  richten.  An  Exempl.  von 
H.  echioides  I-OMNITZ.  von  der  Türkenscbanzc  bei  Wien  liegen  sie  den  Blättern  dicht  an. 
Die  schvvaize  Farbe  der  Borsten,  bei  II.  pralense  votherrschend,  geht,  meist  unter  dem  Einflüsse 
einer  trocknern   Lage,     in  die  braune,    fnrhsige  und  weissgraue  über.       Vergl.  auch  H.  alpinuni. 

"i.    H.  praealtiini.    KleinTcöpJiges  MahichtsTeraut, 

Stengel  unleu  1-  oder  wenigblättrig,  mit  oder  ohne  Ausläufer,  nebst 
den  lanzettlich -linealen,  blaugrünen  Blättern  mit  einzelnen  Borstenhaaren 
bestreuet  oder  kahl;  Trugdolden  locker,  Tielköpfig,  sternhaarig-grau- 
filzig  mit  einzelnen  schwachen  Borstenhaaren,    Köpfe  sehr  klein. 

YiLL.  Vov.  bot.  62.  t.  2  Fig.  links.  Chi.  han.  417  nebst  v.  flaccidum. 
SpRE^G.  Fl.   hal.   ed.l.   1. 10.  f.  1.      Beichenb.  PI.  crit.  I.  t.  55.   f.  114  und 

f.  115    (H.   obscurum,    »enn   die  Hüllblätter  schwärzlich  behaart   sind).       H.   praealtuni 

a.  florentinuin  Koch  Syn.  II.  513  (ohue  Ansl.)  und  ß.  Bauhini  (mit  Ausl. ,  das 
Svnon.  von  H.  Auricula  WiLLD.  ansgeschlossen).  H.  cymosum  Fl.  dan.  t.  810. 
H.  florentinum  Willd.  Sp.  pl.  III.  1.566.     Spreng.  Fl.  hal.  t.  10.  f.  1. 

b.    fallax.      Stengel    2  —  4-blättrig;    Trugdolden  langästig,    auch  wohl 

gabeltheilig,    weuigerköpfig ;    Blätter    unterseits    bald    zerstreuet,    Jiald 

dichter  sternhaarig. 

II.   praealtum  f.   hirsutum  (ohne  unfruchtbare  Ausläufer)   und   f.  setosum  (mit 

liegenden  Ausläufern).     Kocudas.     II.  c ymosuin  V.  laxum  Chi.  han.  416.     H. 

fallax  WiLLT).  Fnum.  h.  berol.  II.  822.     Reiciienb.   PI.   crit.  f.   t.  39. 


330  COmPOISITAE.  Hieraoiuoi. 

c.  teneruiii.  Das  sartere.  Sclilanher,  clümicrslengelig  und  schnial- 
hlättrigor;  Stengel  kahl;  Klätter  zerstreuel-borstenliaaiig  bis  ins  Kahle; 
Trugdolclen  sperrig -blutig  mit  wenigen  Sternhaaren  und  fast  ohne  Bor- 

Chi.'ban.das.     O.  pilosclloides  Vill.  Ilist.  d.  j.l.  d.  Dauj.h.  111.  t.  27. 
Koch  das.     Ueichenb.   das.  t.  38  (II.   fhirenliniini). 
In  lichten  Hainen,   auf  Triften ,   Grasplätzen  nnd   anHIauern,  auf  nia- 
gerni  und  steinigem  Boden,  ziemlicli  liaufig.     Juni,  August.  —  September. 

llnlcrscliciilcl  sich  von  der  lorliergclienilcn  Arl  diircL  fast  nui  die  Hälfte  kleinere  Blii  ■ 
tenküpfe,  eine  lockerere  feinerästige  Trngdoldc,  den  Abgang  der  langen  Borsteriliaare  an 
den    Blütcnslielen ,    schinnlcre,    immer   hläiilicbgriine   Blätter    nnd    sclimäcliligere    Gestalt. 

Item  erb.  Hie  un>  erkennbare  "\  cränderlicLkcit  in  der  Grösse  der  Bliitonkoiifc  und  der 
Stiirke  des  Besatzes  der  Blülenstiele  mit  Borstenbaaren  (H.  obscnrnm  BEICHENB.  a.  a.  O. 
bat  bei  kleinen  Bliitenküpfen  scbon  einen  so  starken  Besali  mit  schwarzen  Borstenhaaren,  wie 
er  II.  cjmosum  zukommt),  in  Verbindung  mit  der  ^yabrnchmung,  dass  die  grüne  Farbe  der 
Blätter  mit  Abnahme  ihres  Borstenbesatzes  stets  mehr  iu  die  hlänlichgrüne  übergeht,  luacben 
CS  wahrscheinlich,  dass  DÖLL  Rhein.  Fl.  .5'22  uiciit  mit  L'nreclit  H.  cymosum  und  H.  prac- 
allum    zu    einer    Art   verbindet. 

f-j-     Stengel    1-    oder    ra  eh  rb  1  ä  1 1  r  i  g,    ü  b  er  w  i  n  t  cm  de  W  u  rz  e  1  b  1  ä  t  Icr    treibend, 
die    beim    Blühen    noch    grünen,     bisweilen   mit   Auslänfern. 

5.  H.  niuroriini.  Mauer-MabichtsJeraut,  Stengel  1- bis 

2-l>lättrig,  unten  nebst  den  eirunden,  eirund- länglichen  oder  länglich- 
lanzettlichen,  grob  sägezähnigen  oder  gegen  die  Basis  sägezähnig- einge- 
schnittenen Blättern  zerstreuet  rauhhaarig,  oben  sternhaarig;  Dolden- 
traubeu  meist  sperrigästig,  sternhaarig-filzig,  oft  auch,  Avie  die  häutig- 
gesäumten  Hüllblätter,  zugleich  mit  schwarzen  Drüsenhaaren  besetzt. 
LiNX.   Sp    pl.ll28.     Chi.  hau.  418.     Koch   S.>n.  II.  522.  nebst  ß.  sjl- 

Taticuni     (mit    gegen    den    Blattstiel    gerichteten    untern    Sägczabnen).        StIRM     Deutsclll. 

Fl.    II.  39.      H.  murorum  ß.    Liniv.  Fl.  suec.  273.      H.  incisum    Hoppe    in 
Sturm  das.    Koch  das.  523  (als  kümmerliche  Form).     II.  ]>iridum  Kit   in  Hornf.m. 

bort.    hafn.    II.    761.        Koch    das.    523    (als    eine    schwächere    Form     mit    längeräsliger, 
Hcnigköpriger  Doldentraube,    nach  Ausweise  langjähriger  Cultur  im  hies.  bot.  Garten).       F.Ugl. 

bot.  t.2082.  —     II.  maculatum  Sm.  Engl.  fl.  III.  360.     Engl.   bot.  t.  2121 

(wenn    die    Blätter   geOeckt   sind). 

b.  ovale.  Das  ovalblättrige.  ]>(iedriger;  Stengel  fast  blattlos, 
Blätter  oval,  ganzrandig  oder  kaum  seicht  sägezähnig;  Doldeutrauben 
weiiigköpüg. 

Chi.  hiin.  das.  11.  murorum  (T.  ^Villd.  Sp.  pl.  III.  1578.  Barr.  Ic. 
342  (IMilmonaria  Gallorum  rotnndifolia  laevior). 

c.  Sohiiiidtii.  Das  Schmidtsche.  Stärker  und  dJckerstengelig; 
Stengel  fast  1 -blättrig;  Blätter  eirund -lanzettförmig,  gegen  die  Basis 
verschmälert  und  sägezähnig  -  eingeschnitten  ;  Doldentrauben  wenig- 
It'öpfig,    Köpfe  grösser. 

II.  murorum  v.  alpestre  Chi.  han.  419  (II-  rüpestre  All.  und  H.  Lansonü  Sm. 
ausgeschlossen).  H.  Schmidtü  TAUSCH  bot.  Zeit.  XI.  1.  Ergänz.  Bl.  65. 
Koch    das.   522.      H.  pulmonarium    Sm.    Engl.  11.  III.  362.      Engl.  bot. 

t.  2307  (H.  pulmonarioidcs  ViLL.  ausgeschlossen).       11.  pallcSCCnS  WaLDST.  ct  KiT. 

PI.   rar.  Iliing.  III.  241.  t.  217.     KocH  das. 

d.  sylvaticum.  Das  vielblätirige.  Höher  und  schlankstcngclig; 
Stengel  3 — 6  —  10-blältrig.  Blätter  eirund -lanzettförmig  oder  lanzett- 
förmig, gegen  die  Basis  verschmälert,  sägezähnig  oder  sägezähnig-eiu- 
gcschnitten. 

Chi.  han.  das.  II.  murorum  ß.  svlvaticuui  Willd.  das.  II.  sjlvati- 
cuni(a)  GouAN  lllustr.  56.  Fl.  dan.  t.  1113.  Engl.  bot.  l.  2031.  11.  mu- 
rorum  ElNN.   Fl.   suec.  273    (nach  EHRlIARr'schcn  ui.salschcD  Exemplaren    mit   3  Sien- 


Hieiaciuni.  COMPOSITAB.  331 

gelllättcrn).  Ehrii.  Heib.  cxs.  II.  147.  H.  vulgatiim  Fries  Fl.  ball.  ViS. 
Koctt  das.  .521.     H.  Lachcnalii  Gmel.  Fl.  bad.  III.  322  und  H.  aiigusti- 

folillin  323  («enn  die  Blatter  scLmaler  siud).  H.  raillOSUm  WaLDST.  et  KiT. 
PI.  rar.  Ilung.  III.  211.  t.  216.  KOCU  das.  («enu  die  Blatter  sägezähnig-eln- 
gescbnitteii   sind). 

In  'Wäldern,  Hainen,  an  Felsen,  Ruinen  und  Mauern,  die  Hauptart 
und  b.  meistens  auf  steinigem  troebenem  Boden,  erstere  selir  büufig;  c. 
meistens  in  böherer  Gebirgslage  (Rosstrappe);  d.  auf  buiuusbaltigem 
scliattigem  Waldboden ,  bäiifig. 

Bemerb.  1.  AVeno  die  BeoliacLtung  im  ersten  besten  Haine  nachn-eist,  wie  die  au 
der  Basis  gerundete  oft  etwas  herzförmige  Form  der  Wnrzellilälter,  deren  lange  Sägezahne 
alsdann  nicht  anders  als  abwärts  gerichtet  sevn  können,  in  die  gegen  den  Blattstiel  »erschmä- 
lerte  übergeht,  womit  die  Sägezähne  der  Richtung  nach  vorn  folgen  müssen,  und  wie  der 
1-blättrige  Stengel  ganz  allmälig  2  —  S  —  5-  bis  (zwischen  Gebüsch,  wo  der  Wachsthum  in 
die  I^änge  getrieben  wird,  und  die  Wurzelblätter  meist  schwinden)  8-  ji  10-blättrig  wird; 
so  muss  man  die  I^cichtferligkeil  bewundern,  womit  in  neuerer  Zeit  diese  gemeine  PHanzc 
mit    unnützen    Namen    belegt    ist. 

Beinerb.  2.  H.  decii>iens  Fkoel.  in  De  C.Ayn.  Prodr.  VII.  -230.  Kocii  Sjn. 
II.  ^20.  H.  Mongcoli  FROEL.  in  lit.  fällt  mit  H.  murorum  c.  Schmidlii  zusammen.  Die 
schmalen,  fcingespitzlcn  Hüllblätter,  welche  ersteres  bei  übriger  gänzlicher  Übereinstimmung, 
nur  auszeichnen  könnten,  kommen,  wie  unsere  Pflanze  au  der  Rosstia|ipe  nachweist,  bei 
letzteren    in   derselben   Masse   vor. 

Bein  erb.  3.  Die  Bemerk.  3  zu  II.  cjmosum,  die  Farbe  der  Haare  betreffend,  gilt 
.uich  hier,  wie  wahrscheinlich  bei  allen  Hieracien.  Auf  magerm  Boden  zwischen  sonnigen 
Kalkleisen,  werden  die  Stern-  wie  die  Borstenhaare  oft  fast  gänzlich  weiss.  Solche  Eicmpl. 
deren  Blätter  meistens  schmal  und  die  Doldentraubc  wenigköpag,  die  Köpfe  kleiner  sind, 
bilden  das  U.  pallcsccns  AV.  K.  In  den  hies.  bot.  Galten  gebracht,  ging  die  Farbe  der 
Haare    schon    im    'Jlcn  Jahre    in  die  gewöhnliche  über.       Vergl.   auch  Bemerk. -3    zu  II.  alpinnm. 

'  G.    H.  aliiiiimn.    Alpen. Mabichtsicr auf,    Stengel  l- 

Itis  niebrblättrig,  wenig  (1 — 3)-böplig;  nebst  den  elliptiscb  -  langlicben, 
liinglich- lanzettförmigen  oder  lanzettförmigen  gegen  die  Basis  fast  ganz- 
randigen  oder  seicbt  sägezäbiiigeu  Blättern  raubbaarig,  oben  sternbaarig- 
iüzig;  Köpfe  gross,  Hüllblätter  lang,  zottig,  oft  nebst  den  aufrecbt-ab- 
stelienden  Bliitenstielen  mit  zerstieueten  scb>varzen  Stieldrüsen  besetzt. 

Li\N.  Sp.  pl.  1124.  Cbl.  ban.  420  nebst  v.  pumilum.  Koch  Syn.  11. 
527  c.  geiiuinum  ii.  ß.  pumilum.  Stlrm  Deutscbl.  Fl.  H.37.  Fngl-  bot. 
t.  1110.  H.  pumilum  Hoppe  in  Willp.  Sp.  pl.  1562.  H.  alpinum  integri- 
foliuin  Ehrh.  Herb.   exs.  n.  79. 

b.  nigrescens.  Das  schtrarsköpjige.  Stengel  böber,  ästig -mebr- 
(3 — 5)-böplig;  Blätter  eirund,  elliptiseb  oder  lanzettförmig  mit  vcr- 
scbmälerter  Basis,  sigezäbnig  oder  sägezäbnig- eingescbnitten ;  HüU- 
!»!ätter  nebst  den   Blütenstielen  von  Stieldrüsen    sclnvarzbaarig. 

II.  alpinum  ;'.  Halleri  und  *.  nigrescens  Koca  das.    H.  Halleri  Willd. 
Sp.  pl.  lil.  1587  u.  II.  nigrescens  1574.     Willd.  Hort,  berol    t.  10.     II. 
aipinuin  v.   raiiiosuin   Chi.   bau.   das. 
Auf  den  UöIk  n  des   Broebens  am  Harze  (Pr.  Heinricbsböbc  und  Kö- 
nigsberg).    Juli,  August.  —    Sep!einl)er,  Oetober. 

Bern  erb.  1.  Ich  wiederhole  meine  sihon  in  der  Chi.  ban.  ausgesprochene  Ansicht, 
dass  H.  alpinum  in  den  hier  aufgeführten  Formen  nur  eine  Alpenform  von  H.  mnrorum  sei, 
durch  zwergige  Gestall,  grössere  Blütenkö|>fe  und  reichlichem  Haarbesalz  besonders  der  IIüll- 
blälter   —    sämmtlich   Einllüsse    des    Hoehgeliirgsstandes  —    abweichend. 

Bcnierb.  2.      Nach  AVimm.  u.  Gkab.  (Koch  .V26)  und  >Vimm.  Fl.  ,.  Scblcs.  203. 

soll  H.  alpinum  >ou  H.  murorum  u.  II.  mur.  v.  syKalienm  (II.  lulgatum  FR  ),  deren  grosse 
-ibnlichkeil  mit  ersterm  eingeräumt  wird,  sogleich  durch  die  nicht  sperrig-abstehenden  fast 
aufrechten  Blütenstiele  zu  unterscheiden  sevn.  Diese  Beschaffenheil ,  wnhl  zunächst  eine  Folge 
des  gedrungenen.  Wuchses,    mehrerer   Dicke    und   Steitigkeil    der  BlMlensIlelc    —    ist   indessen 


332  eOraPOSITAE.  Hieracium. 


II. 

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keineswegs  «lern   II,  al|iiiiiiiii  eigen;     sie    tritt    selion    bei    II.  niiirorum    c.   Seinnidtii ,     .in  welclies 
sich    II.  alpinuiu    durch    die    Spielart   I>.    nnniittcliiar   anschlicsst,     in    demselben    Grade    ein. 

I)  e  III  e  r  It .  3.  Sowohl  von  EllRIIART  als  ton  mir  selbst  sind  am  Brocken  gar  niclit 
selten  l'  liohe,  4-  und  .'>  -  köpfige  Exemplare  von  H.  alplnum  gesammelt  viorden.  II.  "i- 
grescens  AVlLLD.  wurde  hier  im  bot.  Garten  1  —  l'/.^'  hoch,  trug  nicht  selten  8  bis  10 
Kopie    und    legte    einen    grossen    Tbeil    der   langen    Zotten    der    Iliillblatter   ab. 

BeillCfk.  4.  U.  gland.ililerum  UOPPE  in  STUKM  Deulsehl.  Fl.  II.  .IJ».  KotU 
Syn.  II.  .520  ist  II.  alpinnm  mit  weissen  Stern-  und  Borstenhaaren.  Vcrgl.  die  Bemerkun- 
gen 3.    zu    H.  cymosum    und    H.  mnrorum. 

IJeillcrls.    5.       H.  Jaequini  Till.    Kocil  Sjn.  II.  .524.       H.  pumilum   JACQ.  Fl.  austr. 

gehört   zu    H.  alpinnm    h.  nigresccns    mit   etwas    tiefer   sagezühnig- eingeschnit- 

In  den  Garten    gebracht  ist  es  von  H.  nigicseens  WlLLD.  durch  nichts  zu  un- 

d  weist  eben  so  wohl  als  dieses  den  Übergang  von  II.  murorum  in  H.  alpinnm  nach. 

;.  6.       H.  Schraderi    SCIIL.  pl.  exs.    KocIl    Syn.  II.  .519    ist    ein    müssiges  Syn- 

ilpinum,    wogegen    der    verst.    ScilKADER    selbst    nichts    einzuwenden   hatte. 

fff     Stengel    dicht   beblättert,    keine    überwinternde   B  1  ä  1 1  er  bii  s  cb  e  1 
treibend    und    ohne    Auslauler. 

9.   H.  Nabaiidiini.  Mochstiiinmiges  MahichtsTeraut» 

Slcngcl  stiiininig,  «liclithiättiig,  scliarlliaaiig  oder  zeisUeiiel  Jieliaait  ; 
Blätter  eiruiul,  spitz,  sägezäLiiig  otler  sagezähiiig- eingeschnitten ,  iiiit<'io 
in  einen  lairzen  Stiel  verschmälert,  obere  mit  Ju'citer  schwach  herzför- 
miger Basis  dicht  aufsitzend;  llispe  doldentrauljig  endigend  mit  steiii- 
haarig-fiizigcn,  oft  auch  Iiorstenhaarigen  1 — 2-schuppigen  Blütenstielen. 
LiNN.  Sp.  pl.1131.  Koch  Syn.  11.  529.  Allion.  Fi.  ped.  t.  27.  f.  2. 
Fl.  daii.  t.  872  (scbmalblaiirigc  Form).  Engl.  bot.  t.  349.  II.  sahaudum  V. 
ovale  Chi.  han.  422. 

b.  sylvestre.  üas  waldständige.  Stengel  zerstreuet  behaart  oder 
kahl;  Blätter  dünnerlanhig,  eirund  -  lanzettförmig,  obere  mit  schmälerer 
fast  etwas  gestielter  Basis  sitzend;  Bisp<;  mit  längern  mehr  (3 — 6-) 
schuppigen  Blütenstielen,    Ivöjife  etwas  kleiner. 

H.  sabaudum  LiNN.  Fl.  suec.  274.     Chi.  han.  das.     H.  svlvestre  Tausch 
Bot.  Zeit.  Ergänz. Bl.  70.    II.  boreale  Fries.  Nov.  cd.  II.  161.    Koch  das. 

c.  laevigntum.  üas  liehtgriine.  Blätter  eirund  -  lanzettförmig, 
lanzettförmig  oder  lanzeltlieh-lineal ;  Blütenstiele  weisslich-sternhaarig, 
Hüllblätter  weisslich  gesäumt. 

H.  laevigatum   Willd.   Sp.    pl.  1590  (schmalblättrige  Form).      H.  rigiduin 

HaRTM.    SCaild.    11.    ed.  I.    300.       KOCU    das.  530    (breiterblättrige  Form).      II.   vi- 

rescens  Sonder  in  Koch  das.  III.   1027  (nach  Exempl.  .on  Sonder). 
Auf  Triften,    zwischen  GcJ>üsch,    in  Hainen  und  Waldungen  anf  leh- 
migem kalksteinigem  Boden,  häufig;   b.  auf  schattigem  iVuchlbarem  Boden, 
häutiger    als    die    Ilauptart ;     c.    auf    sandigem   und    Sandboden,    weniger 
häufig  als  jene.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  '2  bis  5'  hoch,  dick,  steif,  der  ganzen  Länge  nach  dicht  mit  stufenförmig  an 
Grösse  abnehmenden  Blattern  besetzt.  Blätter  unten  hläulichgiiin ,  an  der  Hauptart  dicklich, 
dunkelgrün,  au  h.  u.  c.  dünnerlanhig  und  lichter  grün.  Rispenäste  abstehend.  Hüllblätter 
der  Hanplart  und  b.  dunkelgrün,  beim  Trockenen  schwärzlich  werdend,  der  Si>ieljit  c.  heller- 
grün mit  vvcissliehcm  Saum ,  beim  Trockenen  nicht  schwärzlich  werdend  :  eine  Veränderung 
des  Parenchynis,  die  man  bei  manchen  Pflanzen  wahrnimmt,  wenn  sie  vom  friichtharern  auf  einen 
trocken  -  sandigen  Boden  übergeben.  —  Blätterbreite,  Astigkeit  und  Vollköpfigkeit  der  Rispe, 
auch  Grösse  der  Köjife,  womit  die  stärkere  Anschwellung  an  deren  Basis  in  Verbindung 
steht,  veränderlich.  U.  sabaudum  v.  pcdiinculatum  Chi.  han.  422  ist  eine  forma  bifurca. 
I)er  Stengel  theilt  sieh  1  bis  3  Mal  g.ihelig,  ohne  dass  sich  eine  Rispe  bildete,  wodurch 
die    einzeln    stehende    Köpfe    l.inggesticlt   erscheinen. 

Bemerk.  I.  Hie  geringe  Anschwellung  der  Blütensliele  gegen  den  Kopf  zu,  an  b. 
mehrcutheils  bcmcrkliclicr  als  an  iler  Hauptart,    und  die   grössere  Anzahl  der  Schnppeubl.illcben 


Hiernciuiii.  COÜPOSITAE.  333 

an  jenen,  von  der  grössern  oder  geringern  Hinneigung  zur  Verästelung  der  Bliitenstiele  ali- 
Langig,  Labe  icli  zur  Begründung  einer  Sjiecies  nielif  eonsfant  genug  befunden.  l:nd  eben  so 
wenig  trifl'tdie  bemerkliebere  Verdickung  der  Itliilenstiele  immer  mit  der  grossem  Zabl  der  Schuji- 
lienblältcben  zusammen.  Gleicbes  gilt  vom  Längenverbältiiiss  der  Hüllblätter  zur  Blütcnknosjic, 
vvodurcb  man  c.  in  Verbindung  mit  der  wenigem  Saftigkeit  der  Hüllblätter  und  einer  frübern 
Blütezeit  als  Sjieeies  bat  unterscbciden  wollen.  Um  den  Werlh  des  Eintritts  der  Blütezeit 
für  Feststellung  von  Arten  benutzen  zu  können,  bat  man  —  was  ziemlieb  allgemein  noeh 
vernacblässigt  wird  —  ausser  auf  klimatische  Lage  aucb  auf  Bodenbescballeubeit  Rücksicht 
zu  nehmen.  Der  Einfluss  der  letztern  ist  oft  so  gross,  dass  er  sogar  die  AVirkung  jener 
inneibalb  gewisser  Grenzen  aufzubeben  vermag.  Im  leichten  warmen  Sandboden  des  Land- 
strichs zwischen  Hannover  und  Lüneburg  tritt  der  Laubausscblag  und  die  Blütezeit  vieler 
Pflanzenarten  durebschnilllieh  14  Tage  früher  ein,  als  in  der  südlicher  belegenen  Gegend 
von    Göttingen,    wo    ein    bindender    kälterer   Lehmboden    vorherrscht. 

Bemerk.  2.  H.  raecmosum  AValdST.  et  Kit.  Pi.  rar.  Hung.  II.  '211.  t.  193. 
KOCIl  Sjn.  II.  .V28.  ist  eine  Form  von  H.  sabaudum ,  nur  durch  üppigem  "Wuchs,  ansge- 
sprochen  in  der  Entwickeluug  von  blühenden  Asten  in  den  obern  ßlattaehseln  und  von  zahl- 
reicbcrn  Köpfen  an  den  Endungen  der  Blütenstiele,  abweichend.  Die  den  Blütenstielcn  an  Länge 
gleichen  Deckblätter  der  Abbildung  verloren  sich  bei  der  Cultur  im  hics.  bot.  Garten  so 
gänzlich,  dass  jene  vielmehr  3  —  i  Mal  so  lang  wurden  als  diese.  —  Auf  buuiosem  Boden 
kommt   von    H.  umbellatum    eine    eben    solche    üppige   Form    vor. 

S.     H.    iiiiibellatiiin.     Jtoldenblütiges    Mabichfs. 

kraut,  Stengel  tliclithlättiig,  scliailLaaiig  oder  lialil;  Blätter  lanzett- 
licli-liiieal  oiler  liiieal,  entfernt  scbwacli  sägezäluiig,  nnleie  in  einen  kur- 
zen Blattstiel  versehniälert,  obere  sitzend;  llispe  doldig  endigend,  untere 
IlüllMütter  locker  mit  zurückgebogenen  Spitzen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1131.  Cbl.  bau.  421.  Roch  Syn.IT.530.  Fl.  dan.  t.  680- 
Engl.  bot.  1771. 

I».    cornnopifoliuni.      Bas    krähenjussblättrige.     Blätter  schmal 
lanzettlich,    beiderseits  mit  2 — 3  vortretenden  schari'eu  Sägezähnen. 
Chi.  han.  das.     Rock  das. 

c.  linariaefolinni.  Das  löwenniaulblättrige.  Blätter  schmal 
lineal  und  ganzrandig. 

Cbl.  han.  das.     II.  umbellatum  }'.   angustifolium  Roch  das. 

d.  dunale.  Das  dünenstäiidige.  Stengel  verkürzt,  von  unten  auf 
in  bogig  ansteigende  Äste  getheilt;  Blätter  gedrängt,  lineal,  Blüten- 
köpfe doppelt  und  8 -fach  grösser. 

Chi.  han.  das. 
In  Hainen,  an  Waldrändern,  auf  Triften  und  Heiden,  auf  Lehm-  und 
sandigem  Boden,  häufig,     b.  auf  etwas  Iiumushaltigem  Boden;    c.  im  rei- 
nen Sande  der  Nordsceinseln.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  1 '/.^  —  2'  hoch,  meist  kahl  und  glatt,  oder  zerstreuet  behaart,  seltener  rauh- 
haarig. Blätter  gelbgrün,  von  c.  dicklicher  und  gesättigt  grün.  Hüllblätter  kahl,  bald 
gleiehmässig  grün,  bald  weisslich  gesäumt.  Kronen  goldgelb.  —  Die  Spielart  d.  bei  einer 
Höhe  des  Stengels  von  4  —  6"  durch  die  fusslang  in  den  Sand  dringende  Wurzel  und  un- 
gemein grosse  gegen  2"  am  Saume  im  Durchmesser  haltende  Blüten  ausgezeichnet,  deren 
Kronen  über  doppelt  so  lang  als  die  Hüllblätter  sind.  —  Küstenklima,  in  Aeibindung  mit 
sandig- magcrm  Boden,  wirkt  auf  Zunahme  der  Blülengrosse  der  hoben  Gebirgslage  ähnlich. 
Dies    gilt   für    manche    Pflanzengruppen    auch    für    die    zunehmende    Bekleidung    mit    Haar. 

Bemerk.  1.  Die  angegebene  Stellung  der  äusseren  oder  untern  Uiiilblätler  ist  zwar 
bei  H.  umbellatum  constant,  aber  nicht  immer  zur  Unterscheidung  von  der  vorhergehenden 
Art  mit  Sicherheit  zu  benutzen,  weil  sie  bei  dieser  auf  sehr  trockenem  Boden  nicht  selten 
in  demselben  Giade  vorkommt.  —  Übrigens  trifi't  man  häufig  Eicmplare ,  die  der  Lnbe- 
fangene  leicht  für  Übergangsfomien  zwischen  beiden  Arten  nehmen  wird,  indem  der  Unler- 
scbied    sich    auf  die    etwas   breitere   Basis    der   Blätter   von    H.  sabaudum    rcducirt. 

Bemerk.  2.  H.  eriophomm  De  CanD.  Prodr.  VII.  227.  im  Küstensandc  Süd- 
frankreichs    vorkommend,     ist,     ungeachtet    seiner    schönen,     ausgezeichneten     Bekleidung    mit 


334  AUBROSIACEAE.  Xanthiuiii. 


ÖTCOnontiSCheS»  Hie  meltrstcn  Arten  dieser  Gnttunff  werden  nur 
von  Schweinen  nnd  Pferden  tjefressen;  mir  die  mehr  ziirtlaubitjen  wei- 
den  auch  die  Eühe  ab. 

Link    Ilan.ll..    z.    Erl>c-iiiitn.    .1.    GchhcI.sc    1.    81Ö. 

Mämillclie  und  weibliche  Organe  in  vei-scliietlenen  Blüten. 
Männliche  Blüten  in  einem  Kopf  mit  vielhlättriger  oder  viclthei- 
liger  Hülle;   Krone    l-hjäflrig,    5-zähnig  mit  fclappiger  hnos- 

ßenlaffe;  Stauhgefässe  5  mit  verHachscnen  Fäden  nnd  freien 
euteln;  Fruchtknolc  verkümmert  mit  fädlichcni  Griffel  iind 
stnmpfer  Narbe  Weibliche  Blüten  zu  2,  ohne  Krone  in  einer 
borstlichen  llüUe;  Fruchlhnote  frei,  1  (iriffel  mit  2  verlänger- 
ten Narben.  Frucht  nussarlig  in  der  verhärlelcn  Hülle  einge- 
schlossen.—   Blätter  wechselstäiulig,  ohne  Nebcnblalter. 

l^orkoninien  und  Gehalt  dieser  l.leinen,  bei  uns  nur  diiroli  eine 
Pflanzenart  vertretenen,    Familie  noch  wenig  beliannt. 

1.     XAIVTHIU]?!.     »PIVXKJjMTVM, 

LlNIV.     Gen.     11.     lÜJÜ. 

Einhänsig.  Männliche  Blüten  röhrig,  durch  Spreublätter  ge- 
trennt, von  einer  vielblättrigen  Hülle  umschlossen,  neiblichc 
Blüten  paarweise  in  einer  2-fächerigen  spater  verhartctenHuIle. 
Geschl.'Syst.  XXI.  5. 

Einjährige,  ästige,  liisweih-n  dornige  Kräuter.  Blätter  lappig  oder 
eingeschnitten.  Biütenliöpte  büschelig  oder  ährenartig  gehäuft,  oben 
männlich  unten  weiblich. 

f.   X.  I§triiiiiafiiiin.    Gemeine  ^pitzTelette,    Ohne  Der 

uen;    untere  Blätter  herzlörniig,   3  —  5-lappig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1400.  Chi.  hau.  406.  Koch  Syn.  II.  531.  Schk.  Handb. 
lll.  T.291.     Fl.  dan.  t.Ü70.     Engl.  bot.  t.  2.544. 

Auf  Schutt,  an  ^Vegen,  Zäunen  und  Mauern  in  der  ]\ähe  von  Ort- 
schaften, auf  magerni  sandigem  oder  steinigem  Boden,  hier  und  da  als 
eine  dem  Menschen  folgende  Pflanze  eingebürgert.  Juli  bis  Septemtier. — 
October,  November. 

Slciigcl  1— 3'l.ocli.  .lick,  slolf,  sperrig -Kstig.  Bläller  striegelliaarig ,  unlerseils  grau. 
Lappen  sägezäLnig.  Blüten  Mattwinkclstündig,  l.üsoLell'ormig,  klein,  unanscLnllcIi,  gell.- 
licliweiss.       FriicLllragcn.lc    Hülle   7«  —  1"   l»"g   °'''   lialicnförmigcii    Dornen   bescUl. 


Lobelia.  I.OBEI.IACEAE.  335 

VechniSCheSt  Hraut,  ff'urzcl  und  Früchte  zum  Gelhfilrhen  an- 
wendbar. 

lilll.     liOHKIilACEAE. 

JUSS.    Ann.    .1.    M.is.    XVIII.     1. 

Kelcliröhre  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen,  5-spalfifi;  oder 
ganz.  Kionc  l-hlä(trig,  dem  Kelche  eingefügt,  iinregelibässig' 
5-spaltig,  ohen  derLiinge  nach  aufgeschlitzt.  Stauhgcfässe  5, 
dciii  Früchtknoten  vor  der  Krone,  ahwechselnd  mit  deren  Zi- 
pfeln, eingeselzt.  Stauhhcutel  mit  dem  Träger  verwachsen. 
Fruchtkuole  2— 4-fächerig,  Fächer  vieleiig  mit  mittelsländigen 
Samenpolstern.  Ein  Griffel,  IVarhe  von  einem  kraushäiitigem 
Rande  oder  llaarringe  umgehen.  Frucht  kapselarlig.  Keim  ge- 
rade in  der  Mitte  des  Eiwcisses,  das  AVürzelchcn  zum  i>al)cl 
gewandt.  —    Blätter  wechselständig,   ohne  Nchenhlälter. 

17orkoiniiien.  Meistens  in  den  wärnicrn  Rliinatcn  zu  Hause ;  in 
Deutschlanil  nur  durch  eine,  dem  sumpfig -sandigen  ßoden  ungehörige, 
Art  vertreten. 

Gehalt.  Durch  einen  eif/enthümlichen,  scharfen  Stoff'  (Lohelin),  des- 
sen Natur  noch  nicht  hinläntjlich  untersucht    ist,    avsf/ezeichnet. 

f.     liOBEIilA.     IiOBmitEM, 

LlNN.    Gen.    n.   1006. 

Kelch  5 -spaltig.  Krone  ohen  tief  geschlitzt,  2 -lappig, 
Saum  5-theiliff.  Slauhhcutcl  verwachsen.  Kapsel  2 — 3-fächcrig, 
an  der  Spitze  2-3-klappig.       Gcschl.  Syst.  XIX.  6. 

Ein-  oder  mehrjährige  (A.  1.)  Kräuter  (seltener  Stauden).  Gesanimt- 
ansehen  und  Blütenstand  mehrlach.  Blüten  oft  trauhig- ährig,  mit  lilatt- 
winliel stand: gen   Bliitenslielcn. 

1.     \i,  Dortniaiina.      JOortvnanns  EdOhelie.     Blätter 

lineal,  durch  eine  Längsscheidewand  2- fächerig,  ganzrandig ,  Stengel 
fast  nacht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1318.  Chi.  hau.  348.  Kocu  Sjn.  II.  5.32.  Fl.  dan.  t.  39. 
Svcnsk  bot.  t.  452.     Engl.  bot.  t.  140. 

In  flachen  stehenden  Gewässern,  auf  Sand-  und  Moorboden,  die  Süd- 
grenze der  Gcsanimtverbreitung  im  süd -westlichen  Gebietstheile  errei- 
chend, selten  {Ol.  Sager  Meer,  Jever — ;  Iln.  Uelzen,  Celle  beim  Enten- 
fange— ;  Pr.  fV.  In  den  3Ioorteichen  im  Ladbcrger  Felde  1 '/j  Stunde 
von  Tecklenburg,  zwischen  Schöppingen  und  Metelen,  bei  Telgtc  — ). 
Juli,  August.  —    September. 

Rabl  uud  inilcliend.  AVuizolfasern  einfach,  lang,  «clss.  Blatter  imter  dem  Wasser  in 
einen  Biisclicl  anf  dem  Wnrzelkopfc  vereinigt,  1 '/.^  —  2"  lang,  dick,  stumpf,  mit  den 
Spitzen  abwärts  gekrümmt,  Stengel  aus  dem  Wasser  emporsteigend,  1 —  1 '/.^'  lang,  auf- 
recht, einfach,  rund,  röhrig,  mit  1  —  3  kurzen,  decklilatt.irtigcn  Blattern  versehen,  in  eine 
wenig-  und  entferntMütige  Trauhc  endigend  Blüten  kurz  gestielt,  nickend,  Kronen  milch- 
weiss   iu    lila&shimmelblau    Uliergehend. 

lilV.     CAIflPAlVUIiACEAE. 

Gi,ocii:m]VBi,UMmNA.nvE€tm  pvjja:k-xkn, 

JusS.    Gen.     n.   163. 

Kelchrölye  ganz  oder  zum  Theil'mit  dena  Fruchtknoten  ver- 
wachsen.   Krone  1-hlättrig,  dem  Kelche  eingeselzt,  selten  un- 


336  CAMPANlJIiACEAE.  Jaslone. 

regelmässig^  Stauhgofassc  ö,  dein  Fruehlknolen  vor  der  Ki-one 
mit  dcrcii  Zipfeln  ahwecliseliul  eingefVigl  ,  Träger  meisf  mit 
hreiJerer  Basis  den  Frueldkiioleu  decheml;  IJeulel  2-faelierig, 
bisweilen  an  (ler  IJasis  znsanimenliängcnd.  Friieliihnole  2— ö- 
faelirig,  mit  vleleiigen  Fäehern  und  miltelständigen  Samenjiol- 
steni.  Ein  Griftel  mit  2  — ö-theiliger  i\arlje.  Frucht  kapselig. 
Keim  gerade,  in  der  Mitte  des  Eiweisscs,  das  Würzelclieu  zum 
]\al)el  gewandt.  —    Blätter  wechselständig. 

Torkoninieii.  Kinigc  Kalk,  einige  Kies  und  Sand,  melirere  Urge- 
Lirgc  liebend,    manche  l>odenvag. 

Gehalt,  ff'eitifj  bekannt.  Doch  scheinen  Stoffe  von  besonderer  Ei- 
f/onihiimliehhcit  nicht  vorhanden  zu  seyn ,  und  keine  der  nnr/ehörifjen 
Pflanzen  ist  im  ^Jrzneitjebraarhc.     Die  ßf'arzcl  mancher  Arten  milchend. 

1.     JASilOIVE.     .J^^^XOJITJS. 

I.INPf.    (ien.    11.    lOO'j. 

Krone  5-tlieilig  mit  linealen^  anfangs  verbundenen,  später  von 
unten  nach  ohen  sieh  lösenden  Zipfeln.  Staubfäden  pfriemen- 
förmig,  Staubbeutel  unten  zusammenhängend.  Kapsel  2- fäche- 
rig, an  der  Spitze  mit  eii\cr  Jiitze  aufspringend.  Geschl.  Syst. 
XIX.  6.  u.  V.  1. 

Ein-  bis  niehrjä lirige  Rräiitei"  mit  schmalen  Blättern.  Blüten  gestielt, 
doldig  in  dichthlütige,  von  einer  vielblättiigen  Hülle  unterstülzte,  end- 
ständige Köpfe   vereinigt. 

f.  «f.  lliontaiia»  Berg-J^asione»  Wurzel  einfach,  meist 
vieistengelig;    Blätter  lineal  -  lanzettlich. 

LiNN.  Sp.  pl.  1317.  Chi.  han.  383.  Koch  Syn.  II.  532.  Sciik.  Ilandb. 
III.  I.2(in.     Stfrm  Deutsehl.  Fl.  II.  9.     Fl.  dan.  t.  319.     Engl.  bot.  t.  882. 

b.  major.     Uie  grössere.     Höher;  Blütcnkö]>fe  last  doppelt  grösser. 

Chi.    han.    das.    (<las    I.AMARk'scIic    Sjn.    etwa    ansgcstlilosscn).       KoCH    das. 

c.  litoraHs.     Die   küsteiiständige.     IXiedriger,    rasenl'örmig  ausge- 
breitet;   Blütenliöpfe  kleiner. 

Koch  das.  J.  montana  v.  maritima  und  v.  litoralis  Chi.  han.  das. 
In  lichten  Waldungen,  Ilainen,  und  zwischen  Gebüsch,  auf  Tritten 
und  in  Heiden,  auf  dürrem  sandigem  oder  Sandboden,  häufig  und  meist 
hcerdenAveise;  b.  meist  in  Gebirgswäldern  {Hn.  Harz  — ;  //*.  Meissner; 
Pr.  Halle,  Bosslebcn);  c.  am  Ostsee-  seltener  am  IVordseestrande.  Juni 
bis  August. 

Wurzel  olinc  Ausläufer  meist  biisclielig- vielstängelig ,  nicht  selten  ancL  1- stengelig. 
Stengel  ansteigend,  auch  wolil  halb  liegend,  wenn  einzeln  gerade  aufrecht,  äslig,  sehr  ästig 
oder  einfach,  nehst  den  Blättern  bald  behaart  bald  kahl.  Blältcr  3  bis  4  Mal  so  lang  als 
breit,  »ellig- krausraudig  oder  schlicht.  Blütenküpfe  halbkugelfürniig ,  Uüllblälter  eirund- 
länglich  mit  2 — 3  Sägezähnen  an  der  Basis,  selten  ganzrandig.  Uroncn  blassschiefcrblau,  schwach 
bisamricchcnd.  —     Variirt  ausserdem  mit  weissen  Kronen.     Unsere  Pflanze  ist  häufig  mehrjährig. 

GjEUKRBI.I€MKS. 

Vechnisches»  Zur  liefesHyunfj  des  Diinensandes  in  J'erbinduny 
mit  andern   dazu  dienenden  Pflanzen  anwendbar. 

OTeonotniSChes,     Ein  yntes  Futter  für  luihe,  Schafe  und  Ziegen. 

«.     PHlTTEUJflA.      jrA.MjIin^PtfWKKI,. 

LlNN.    Gen.    n.  Vj'iO. 

Krone  5-theilig,  mit  linealen,  anfangs  verbundenen  später 
von  unten  nach  oben  sich  lösenden,  Zipfeln.  Slaubfädcn  an  der 
Basis  breiter,  Slaubbeutel  frei.  Kapsel  2— 3 -fächerig,  mit  seit- 
liehen Löchern  sich  öffnend.      Gesehl.  Syst.  V.  1. 


Campamila.  CAiHPAMri-ACEAE.  337 

Melirjälirigc  Kräuter.  Blätter  ganz,  wiirzelständige  gestielt,  von  den 
stengelstäniligen  meist  verschieden.  Blüten  lioptTörniig- gehäuft  oder  ährig, 
selten  doldig,    tr.iuhig  oder  rispig. 

f.    P.  orbicillare.    Ktigelbliitiger  W^aldrapünxel. 

Blütenköpfe  kugelig,  nach  dem  Blühen  oft  eiförmig,  äussere  Hüllblätter 
eirund- lanzettlich;  \^'urzelhlätter  aus  eirunder  oder  sch>vach  herzförmi- 
ger Basis  länglich  oder  länglich -lincal. 

LiNN.  Sp.  pl.242.  Chi.  han.  388.  Koch  Syn.  TT.  534.  Jaco.  Fl.  austr. 
V.  437.  Engl.  bot.  t.  142.  P.  hemisphaericnm  Mönch  Fnum.  pl.  Hass. 
in  f.  97. 

b.  angilstifoliiini.     Bie  schmalblättrige.     Schlanker;  Wurzelhlät- 
ter  lanzettförmig,    in  die  Basis  verschmälert. 

Chi.  han.  das.     P.  lanceolata  Till.  Hist.  d.  pl.  d.  Dauph.  TT.  .517.  t.  II. 

f.  1.  und  als  Übergangsform  P.  cllipticifolia  Vill.  das.  t.  11.   f.  2. 

Auf  Waldwiesen   und  Weiden    der  Gebirgs-   und  Berggegenden,    auf 

frischem   liumosem  Boden,    in    der   südlichen  ITälfte    des  Gebiets,    östlich 

bis   zum  ITarze,    westlich   bis   in   das   nördlichste  Oldcnhurgsche    (Zetel), 

ziemlich  häufig.     Juni  bis  August.  —    September. 

Wiirzclstock  «alzcnfürnilg.  Stengel  '/j  —  1'  liocli.  ■\V<irzell.Jäller  lon  veräuderjlolicr 
Form  und  hal.l  gleicher,  l.al.l  (I.iicli  tieferes  Vortreten  einer  Blafllialffe  nngleiclier  Basis, 
sägezälinartig-flaclilierJiig,  Stengeliilälter  scliinal  -  lanzettlieli  oder  linea).  HüUhlatter  ans  ei- 
runder Basis  lanzettlich,  bald  Iireller  bald  selimäler,  meist  %on  der  Jjänge  der  liopfliasis  oder 
langer,  bis  fast  dojipelt  so  lang,  gerade  oder  gekrümmt.  Kronen  vor  dem  Blühen  einwiirts 
gekrümmt,    dunkelblau. 

Ä.     P.  «iiicatiini.     Ährenhlütiger    Jf^altirapünael. 

Blütenköpfc  länglich  oder  walzenförmig,  llülir>lätter  lanzettlich  oder  lincal; 
"V^'urzelblätter  aus  tief  herzförmiger  Basis   eirund,  spitz. 

Lmiv.  Sp.  pl.242.     Chi.  han.  381.     Koch  Syn.  Tl.  535.     Schk.  TTandb. 

I.  T.  39  (die  weissbliihende  Abänderung).  Fl.  dan.  t.  3fi2  (desgl.).  P.  nigrum 
Schmidt  Fi.  boh.  Cent.  Tl.  87.  t.  228.  Koch  das.  (die  brombeerfarbene  Abän- 
derung). 

Auf  Wiesen,  in  lichten  Wäldern  und  Hainen,  auf  feuchtem  humosem 
Boden,  die  blaublühende  Stammform  seltener  als  die  häufige  weissblühcnde 
Abänderung;  die  schwarzblaue  oder  brombeerfarben  blühende  östlich  am 
wenigsten  häufig,  westlich  (im  Oldenburgschen)  häufiger  als  die  weiss- 
blühcnde, doch  sowohl  in  der  Ebene  als  im  Gebirge  vorkommend.  Mai 
bis  Juli.  —    August. 

Wurzelstock  rübenförmig.  Stengel  bis  zu  3'  hoch.  Blätter  ungleich  kerbig- sägezähnig, 
wurzelständige  bis  2"  breit.  Hiillblälter  um  das  Doppelte  der  I^änge  variirend  und  von  '/.," 
Breite  bis  in  das  Borstenförmige  an  Breite  abnehmend.  —  Die  Übergänge  der  drei  Blüter- 
färbungen,  bei  übrigens  unveränderten  BeschalVenheiten  ,  kann  man,  wo  mehrere  zusammen  vor- 
kommen, bänfig  wahrnehmen.  Den  in  KoCH  Syn.  a.  a.  O.  zur  Trennung  von  P.  spicatum 
und  P.  nigrum  eingeführten  Unterschied  in  der  Blattrandbildung  finde  ich  nicht  bestätigt. 
Bei  beiden  sind  die  kerbenartigen  Sägezähnc  bald  mehr  bald  weniger  unregelmässig,  indem 
ein    Sägezahn    oft    in    1  —  2    auch    3    schHächere    Zähne    eingelheilt   vorkommt. 

ÖJCOnOfnischeS,  Die  fVinzeln  von  A.  2.  im  Frühjahr  mit  Essiif 
und  Ol  einen  wohlschmechenden  Salaf  liefernd,  und  d  icBlätter  als  Spinat 
bereitet  ein  annenehmex  Gemüse.  Heide  Arten  werden  von  Kühen  und 
Zicfjen  f/ef'ressen.  Aneh  verdienen  sie  in  Gärten  als  Zierpflanzen  einge- 
führt ZH  werden. 

3.     rAlflPAliUIiA.      GJDOCM£M]¥BX,WTMJE. 

LiNN.    Gen.    n.218. 

Kelchröhre   kreJselförmig.     Krone   gloekiff   mit  5-spalfigem 


338  CAUIPAMJIiACEAE.  Campannla. 

Saum.  Staiilifäden  mit  ihren  ln'citeni  hall)kugelig  zusaninieii- 
schliessendeii  IJascn  (Ion  ol»ern  Tlieil  dos  Friiehlknolons  hodo- 
ckend.  Kapsel  2  — 3-faoliorio-,  mit  seitlichen  Lochern  sich  öff- 
nend.     Gcsohl.  Syst.  V.  1. 

Z^vei-  (Art.2.  3.f  hiiufigpr  inehijälirige  (Art.  1.  4  — 10.)  Kriiuter.  Blät- 
ter ganz,  wurzelstäiidigc  oft  von  den  strngclstän«ligen  vcrscliicden.  IJIü- 
ten  end-  oder  end-  und  Itlaltwinkelstündig,  einzeln,  rispig,  tranhig  älirig 
oder  kopflormig-geliäni't,  Rvone  blau,  violct,  seltener  milchweiss. 

■]■     Dl  Uten    gestielt,     am    ni  eli  i  1. 1  ü  t  i  gc  n    Stengel    risjiig    o  rl  c  r    trau  big. 
Slengell>lätler    schmal. 

f.    C  rotiiiidifolla.    Gemeine  GlocTeenhlume,    My^r- 

zelhlätter  gestielt,  eirund  oder  rundlieli,  Slengelltlätter  lineal  -  lanzettlicli ; 
Stengel  rispig-ästig;    Kclelizipfel  ptViemenspitzig- fadenförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.232.  Chi.  Iian.  375.  Koch  Syn.  II.  537.  Fl.  dan.  1. 1086 
(grossl.liitigc  Form).  1. 189  (C.  rotundlfolia  y.  Lm\.  Sp.  pl.  232;  kleinere  1- blutige 
Torrn).     Engl.  bot.   t.  866. 

b.  tenuifolin.  Bie  schmalblättrige.  Stengel  hölier,  scliwacli  und 
beugig;  Wurzelblättcr  länglich  in  den  Itlattstiel  verschmälert,  Stengel- 
blätter lineal,    lang  zugespitzt. 

Chi.  hau.  das.     C.  tenuifolia  IIoffm.  Fl.  gerni.  I.  100.     Fl.   dan.  t.  865 
(C.  Rapunculus). 

c.  liiiifolia.  Hie  leinblättrige.  Stengel  niedrig  und  schwach; 
Wurzelblätter  länglich  in  den  Blattstiel  verschmälert,  Stengclblätter 
schmal  lineal,  spitz;    Rispe   1 — 3 -blutig. 

Chi.    ban.    das.      C.  rotundifolia    y.    LinN.   das.    («ach  Ausweise  der  Lappländi- 
schen   Pflanze,     ivclehe   I.ITVNEE    am    angegchencn    Oric    citirt.       C.    eXClSa     ScHL.    PI. 

exs.  n.23.      Koch    das.      Reichenb.  PI.  crit.  I.   f.  1.59.  160  («o  die  Glocken 

für    das    gewöhnliche   Vorkomuien    etwas    zu    bauchig    gezeichnet   sind). 

d.  Pupestris.  Hie  felsständige.  Stengel  ansteigend,  steif;  "V^^ir- 
zelblätter  elliptisch,  Stengelblätter  gedrängt  am  untern  Thcil  des  Sten- 
gels, Rispe  zusammengezogen,  wenigblütig. 

Auf  Wiesen,  Triften,  an  \^^egen  und  Mauern,  auf  trockenem  Boden 
jeder  Art,  allgemein  verbreitet;  b.  auf  frischem  oder  feuchtem  etwas 
humushaltigem  Boden ;  c.  und  d.  zw  isehen  Gestein  und  an  Felsen  in  Berg- 
gegenden.    Mai  bis  August.  —    Juni   ]>is  September. 

Stengel  rmidlich,  kahl  oder  zart  kurzhaarig.  Blüten  bald  nickend  bald  aufrecht.  Kro- 
nen   himmelblau. 

Bemerk.  I>ic  Spielart  b.  wird  nicht  durch  abgefaulte  Wurzelblälter  gebildet  (Kocil), 
obgleich  die  Hauptlorm  ofl  in  dieser  Beschafienhcit  vorkommt  und  dann  b.  ähnlich  sieht.  — 
I  dieser  Art  wie  an  mehrern  der  folgenden  bald  etwas  zusani- 
rundlicber  oder  bauchiger.  .Man  findet  nicht  selten  einzelne 
n  uiil  unverkennbar  stärker  gerundeter  Basis.  Aicht  minder 
lim  das  Doppelte.  Deshalb  sind  aller  Wahrscheinlichkeit  nach 
n.   II.   .'>38   und    C.  pusilla  Haenke    KocII    das.  .'J37  nur  alpine 

«.  C  patiila.  Sperrigblütige  GlocTeenhlutne,  Wur- 
zelblättcr umgekchrteirund- länglieh  in  den  Blattstiel  herablaufend,  Sten- 
gelblätter lineal -lanzettförmig,  aufsitzend;  Stengel  weitschweifig -rispig- 
ästig;  Blüten  aufrecht,  Kelchzipfcl  pfriemenspitzig,  an  der  Basis  warzig- 
gezähnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.2'32.  Chi.  han.  376.  Koch  Sjn.  II.  540.  Fl.  dan.  t.  373. 
Engl.  bot.  t.  42. 

Aufwiesen,  Triften,  an  Hecken  und  in  Hainen,  auf  etwas  feuch- 
tem Boden  jeder  Art,  sehr  häufig.  Mai  bis  August.  —  Juli  bis  Sep- 
tember. 


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Canipanula.  CA]flPAMlJI.ACEAE.  339 

Höher  und  sfarKerslengclig  als  .4.  1.  Stengel  eckig,  unten  meist  kurz  steiiliaarig,  <lir 
Haare  abwärts  gericlitet,  oben  in  iliinne,  lange,  sperrig- abstehende ,  1  —  4-bliitige  Äste 
gelheill.  Kelche  kahl  oder  schwach  behaart.  Kronen  violclblaii.  —  Auch  »on  dieser  Arl 
findet  man  nicht  selten  Indiwd.ien ,  deren  Kronen  nach  der  Basis  /.n  rundlicher  oder  banchigei 
als    gewöhnlich   sind. 

3.  C  Rapuneuliis.    Salat- GlocJeenblume,    Wurzel- 

blätter  umgekebrteirund- länglich,  in  den  Blattstiel  lierahlaufend,  Sten- 
gelblätter lineal- lanzettförmig,  sitzend;  Stengel  traubenhiütig  mit  anf- 
recbten   Ästen;    Kelchzipfel   lineal-pfriemenspitzig. 

LiNN.  Sp.  pl.232.  Chi.  han.  376.  Koca  Svn.  II.  541.  Schk.  Ilandb. 
T.  T.39.     Fl.  dan.  t.  1326.     Engl.  bot.  t.  283. 

Aufwiesen,  Triften,  an  Ackerrändern  und  Wegen,  auf  sonnigem 
trockenem  Boden,   ziemlich  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

"Wurzel  siiindclförmig.  Stengel  2  —  3'  hoch ,  steif,  unten  kurz  borstenhaarig,  Haare  ab- 
wärts gerichtet.  Bli.fcnstand  lang  pyramidal.  Äste  unter  der  Mitte  1 — 3- ästig  oder  ein- 
fach. Blüten  der  vorhergehenden  Art  bald  aufrecht,  bald  hängend.  Kelchzipfel  länger,  aber 
eben    so,     wie    an    sämmtlichen    vorhergehenden   Arten,     von    verä.rderlicher   Länge. 

4.  C  iierslelfolla.    PJirsiehhlättrige  GlocTeenblu. 

me*  Blätter  starr,  Wurzelblätter  keilig -lanzettförmig,  in  den  Blattstiel 
herablaufend,  Stengclblätter  lanzettlich -lineal  oder  lineal,  sitzend;  Sten- 
gel traubenhiütig  mit  wenigen  einzeln  stehenden  Blüten;  Kelchzipfel  lan- 
zettförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.232.  Chi.  han.  377.  Koch  Syn.  11.541.  Fl.  dan.  t.  1087. 
SiBTH.  Fl.  graec.  t.  205. 

b.  dasycarpn.     nie  horstigfrüchtige.     Kelchröhre  mit  abwärtsge- 
richteten weissen  Borstenblättchen  besetzt. 
Chi.  han.   das. 
Tn   Bergwaldungen    und    Hainen,     auf   kalkhaltigem    oder    mergeligem 
Boden,    ziemlich  häufig.     Juni  bis  August. —    Juli   bis  September. 

Stengel  bis  3'  hoch,    einfach.       Blätter    bis  2%''    lang,    '2  —  3'"  breit,    sehr  flach    und  ent- 
fernt  kerbig.      Blüten    meistens   3  —  5,    Kronen    gross,    breiter  als  lang,    gegen  die  Basis  bald 
etwas    zusammengezogen,    bald    bauchig,     hlasshimmelblau.  —       >  ariirt    mit    kahlem    und    scharf- 
haarigem    Stengel,    auch    mit    um    die    Hälfte   grössern    Kronen. 
••     Blätter   breit. 

5.  C.  boiionlensis.    Bochhlütige  Glocicenblume. 

Blätter  unterseits  filzig-grau,  untere  herzförmig,  lang  gestielt,  mittlere 
eirund,  spitzig,  oberste  lanzetHich;  Traube  lang,  einfach  oder  unten 
ästig,  Kelchzipfel  lanzettförmig,  während  des  Blühens  aufrecht -abstehend. 
LiNN.  Sp.  pl.  234.  Chi.  han.  -379.  Koch  Syn.  Tl.  538.  Sturm  Fl. 
Deutschi.  U.  72.      Reichenb.  1»I.  crit.  II.  f.  221.  und   f.  222  (C.  Thaliana; 

wenn    die    Traube    mehr   zusammengezogen    ist). 

In  Vorhölzern  und  zwischen  Gebüsch,  auf  trockenem  kalkhaltigem 
oder  mergeligem  Boden,  ziemlich  selten  (Ü/A.  Rostock,  Penzlin,  Lübbers- 
dorf,  Krickow,  Hohenzieritz  — ;  Pr.  Steinholz  bei  Quedlinburg,  Stein- 
klippc,  Rossleben,  Halle:  an  den  Hügeln  der  Heide,  besonders  bei  Rög 
litz — ;  Schw.  Frankenhausen,  Numburg,  Hachelbich  —  ;  Hn.  Grafsch. 
Hohenstein  zwischen  Rothcsütte  und  Hasselfelde).  Juli,  August.  —  Au- 
gust, September. 

Stengel  "2 — 4'  hoch,  rnndlich,  oben  slumpfkantig.  Blätter  nach  oben  zu  dichlstehend, 
sitzend  auch  wohl  etwas  stengelumfassend,  die  nnlerseilige  Bekleidung  bis  ins  Kahle  variirend. 
Blüten  sehr  zahlreich,  kurz  gestielt.  Kronen  klein  (halb  so  lang  als  an  der  folgenden  Art), 
länglieh -glockig,    blan. 

6.  C.  rapiinciiloidei^.    Jf^uchernde  Glocicenblume. 

Blätter  kurz  behaart,  untere  herzförmig -eirund,  lang  gestielt,  obere  ei- 
rund-lanzettförmig; Traube  lang,  meist  einseitwendig,  Relchzipfel  lineal- 
lanzettlich,   zurückgebogen;   W"urzel  kriechend. 


340  CAJnPANIJIiACEAE.  Campaiiula. 

LiNN.  S|).  |>1.2.S4.  Clil.  han.  278.  Koch  Syn.  11.539.  Reicuenb.  IM. 
ciit.  \l.  r.  700.  und  1".  701  (C.  traclielioides).  Fl.  dan.  t.  1327.  Engl.  bot. 
t.  1369. 

Aul"  .IcKerii,  in  Grasgärten,  an  Zäunen  und  in  lichten  Hainen,  auf 
frischem  etwas  humushaltigein  Itodcn,  ziemlich  häufig  und  oft  truppweise. 
Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  bis  4'  hoeli,  sleif,  .sl.irk ,  mcl.r  oder  weniger  lelwart.  Traube  reiebbjütig,  oft 
1'/.^ — 'i'  lang,  nicht  immer  cinscilwenclig.  Blülenstiele  aut'reehf,  etwa  so  lang  als  die 
nickende    Krone    oder    kürzer,    1 -blutig,     Krone    kcgclfürmig  -  glockig ,    blassviolel. 

9.   C  Tracltelliiin.  J¥esselhlättrige  GlocJeenblume* 

Blätter  grob  doppelt-sägezähnig,  raulihaarig,  untere  dreieckig -herzför- 
mig, lang  gestielt,  obere  länglich,  sitzend;  Blütenstiele  blatlwinlielständig, 
1 — 3- blutig  in  entferntblütiger  Traube,  Kclchzipfel  eirund  -  lanzettförmig. 
LiNN.  Sp.  pl.  235.  Chi.  han.  378.  Koch  Syn.  II.  539.  Fl.  dan.  t.  1026. 
Engl.  bot.  t.  12. 

b.  dasycarpa.     Die  borstigjrüchtige.     Kelchröhre  mit  abstehenden 
steifen  weissen  Haaren  besetzt. 

Chi.   han.  das.      C.  urtieifolia    Schmidt    Fl.  boh.   Cent.  Tl.  73.    t.  200 

(wenn    die   Blüteustiele   zugleich    1 -blutig   sind). 

In  Wäldern,  Hainen,  zwischen  Gebüsch  und  an  Zäunen,  auf  troche- 
uem  besonders  kalkhaltigem  Roden,   häufig. 

Stengel  bis  3'  hoch,  stark,  steif,  scliarfkanlig.  Blätter  oft  fast  zipflig- sägczähnig, 
licbtgrün.  Blüten  zu  3,  •5  bis  S.  Kronen  länglich  -  glockig,  gross,  1  —  I '/j"  lang,  am 
Saume    etwas   bärtig. 

8.  C    latlfolia.      Breitblättrige    GlocJeenblume. 

Blätter  grob  doppelt-sägezähnig,  weiehhaarig,  elliptisch -lanzettförmig, 
kurz  gestielt;  Blütenstiele  blattwinkelständig,  1 -blutig,  in  einfacher  Traube, 
Kelchzipfel  elliptisch-lanzettförmig,  Kronzipfcl  lang  zugespitzt. 

LiNN.  Sp.  pl.233.  Chi.  han.  377.  Koch  Syn.  11.539.  Sturm  Deutschi. 
Fl.   H.  72.      Fl.    dan.    t.  782.    und   t.  85   (mit  weissen  Kronen).      Engl.    bot.    t.302. 

In  Gebüschen,  Hainen  und  Bergwaldungen,  auf  feuchtem  Boden  und 
an  Bachufern,  selten  (iW/,-.  Ribnitz,  ]>eubrandenburg,  Kräppelin  — ;  Pr. 
Wernigerode,  im  Brühl  bei  Quedlinburg  — ;  Iln.  Grafsch.  Hohenstein  in 
einem  Seitenthale  des  Behrthales  unweit  Sophienhof — ).  Juli,  August. — 
September,  October. 

Stengel  bis  4'  hoch,  dick,  scbwachkantig.  Blätter  bis  .V  lang,  '2"  breit,  Haarbeklci- 
dung  bis  ins  Kable  variirend.  Blütenstiele  so  lang  als  der  Kelch  oder  kürzer.  Kronen  sehr 
gross,   bis   ti"   lang.      Zipfel   am    Saume   etwas   bärtig,   »iolet,   häufig  weiss. 

ff    Blüten    sitzend,    in   Köpfe   vereinigt. 

9.  C  gloiuerata.    Knäuelblütige  GlocJeenblume. 

Blätter  gesägt -kleinkerbig,  nebst  dem  Stengel  scharfhaarig  bis  unterseits 
ins  Graufilzige,  eirund  oder  eirund -lanzettförmig  mit  gerundeter  oder 
herzförmiger  Basis,  untere  lang  gestielt,  obere  herzförmig- umfassend; 
Blüten  in  blattwinkel-  und   endständigen  Köpfen. 

LiNN.  Sp.  pl.235.  Chi.  han.  379.  Kocu  Syn.  II.  542.  Reicheinb.  PI. 
crit.  YI.  t.  553.  .554.      Fl.   dan.    t.  1328.      Engl.'  bot.    t.  90.      C.  aggregata 

WiLLD.  Enum.  bort,  berol.  Suppl.  10.  ReICHENB.  das.  t.  557  ("cnn  die  Blatt- 
stiele   etwas    breiler   sind). 

b.    elliptioa.     nie   schmalblättrige.     Untere   Rlätter   eirund -läng- 
lich,   länger  gestielt,    obere  kaum   stengelumfassend. 

Koch  das.     C.  elliptiea  Kit.  in  Schult.  Ocsterr.  Fl.  I.  410.     C.  con- 
glomerata  v.  pratensis   Chi.  han.  das. 
Auf  Waldwiesen,  Triften,  an  Waldrändern  und  grasigen  Wegen,  auf 
trockenem   kalkhaltigem   Boden,   in    der   südlichen    Gebietshälfte,    häufig. 
Juni  bis  September.  —    August  bis   October. 


Siieciilaria.  CAMPANUIiACEAE.  341 

Der  BekleiiluDg  und  Ulattforiu  nach  sehr  reränderlich ,  ohne  Ueeintrachtigiilig  «Ics  Gc- 
Sdiuiulansehens,  welches  die  Pflanze  nicht  verkennen  lässl.  Auch  hier,  wie  bei  manchen  an- 
dern Pflanzen,  verlieren  sich  die  einzelnen  langern  Haare  der  iiiitcru  Blattseilcn,  suhald  Filz- 
hildnng    eintritt.       Kronen    schon    dunkelblau. 

lO.    C  Cervicaria.  WatterTeopf blättrige  Glocleen 


blume»  Blätter  kleiiikerliig,  neJ>st  dem  Stengel  steifliaarig,  wiirzel- 
stäiidige  lanzettförmig- länglich,  stumpf,  in  den  kurzen  Blattstiel  berah- 
ufend,     stengelständige    lanzettförmig  -  lineal ,     mit    umfassender    Basis 


sitzend;    Blüten  in  blattwinkel  -  und  endständigen   Köpfen. 

LiNN.  Sp.  pl.235.  Chi.  hau.  380.  Koch  Sjn.  11.542.  Beichenb.  PI 
crit.  ^/I.  t.  572.  573.  auch  t.  574  (C.  lingulata).     Fl.  dan.  t.  787. 

In  \'\'^äldern,  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  magerm  vorzüglich 
kalkhaltigem  Boden,  ziemlich  häufig.     Juni,  Juli. —  August,   September. 

>"on  kurzen,  starken,  allseitig  gerichteten,  weissen  Ilaaren  graugrün.  Stengel  dich  und 
steif.  Blätter  lang,  fast  znngenfurniig.  Bliitenköpfe  klein,  bisweilen  nur  am  Ende  des 
Stengels.      Kronen   länglich  -  glockig,    hellblau. 

€?  JE  U^MMtBZ.ICME&. 

technisches*  hii-  ßtHtm  mehrerer  .Irten ,  besonders  von  1.  6.  u. 
(f.,    zum  lildufärben  und  mit  ^ilaun  versetzt  zum  Grünfürhen  anwendbar. 

ÖJC  onomisch  es.  Die  ßl'urzeln  der  Art.  3.  u.  6.  im  Frühjahre 
und  Herbst  tnit  Lssiy  und  Öl  einen  wohlschmeckenden  Salat  liefernd, 
wozu  letztere  in  mehrern  Gcfjenden  ifehauet  wird.  Die  Blätter  beider  ein 
dem  Spinat  ähnliches  Gemüse  liefernd,  .^rt.  i.  5.  7 — 10.  Zierpflanzen 
in  Gärten.      A.  6.  auf  Ackern  und  in  Gärten  ein  lästiges   Unkraut. 

4.     ISPEeUIiARIA.      Vmi¥VSSPi:EGMEi, 

HeiST.    Syst.    j.l.  8.    nach   Alph.    DE    Cand.    Camp.    346. 

..  Kelchrölire  prismatisch.  Krone  radförmig  mit  flachem  Sauoi. 
ÜJ)rigens  ivie  Gampaiuila.     Gesehl.  Sysl.  Y.  1. 

Einjährige,  niedrige  Kräuter.  Blätter  ganz.  Blüten  einzeln,  end-, 
blattwinkel-  und  achsclständjg,   sitzend. 

1.  IS.  I^iieciiluin»   Ächter  Venusspiegel»    Stengel  ästig; 

Blüten  entfernt  stehend,  Kelchzipfel  lineal -lanzettlich,  beiderseits  ver- 
schmälert,   so  lang  als  die  Krone  oder  kürzer. 

De  Cand.  Prodr.  \1I.  490.  Koch  Syn.  H.  544.  Prismatocarpus  Spe- 
culum  I'Herit.  Sert.  angl.  8.  Chi.  han.  380.  Campanula  Speculum  Linn. 
Sp.  pl.  238.     CuRT.  Bot.  mag.  t.  102.     Sibth.  Fl.  graec.  III.  t.  216. 

Auf  Äckern  unter  dem  Getreide,  auf  lehmigem  und  sandig -lehmigem 
Boden,  durch  das  Gebiet  bis  Hamburg  hier  und  da  eingebürgert.  Juli, 
August.  —    September. 

Stengel  8 — 10"  hoch,  meist  von  unten  auf  sperrig- ästig.  Blätter  länglich,  sitzend  mit 
stengelumfassender  Basis,  schwach  ausgeschweift- gekerbt  und  wollig,  unterste  umgekehrt- 
eirund  in  den  Blattstiel  verschmälert.  Kelchzi]ifcl  ausgebreitet.  Krone  purpurn -violet,  aussen 
weiss  überlaufen  und  mit  weisser  Röhre.  —  Variirt  fast  kahl  und  mit  kurzen  Härchen  be- 
setzt  (P.    Spec.    V.    hirtus    Chi.    han.    das.).       Kronen    kommen    nicht   selten    weiss   vor. 

Ä.  S.  Itybrlda.   WTnächter  Venusspiegel.    Stengel  meist 

einfach;  Blüten  an  der  Spitze  einander  genähert,  Kelchzipfel  elliptisch, 
doppelt  so  lang  als  die  Krone. 

De  Cand.  Prodr.  VII.  490.  Koch  Syn.  II.  544.  Prismatocarpus  hy 
bridus  I'Herit.  Sert.  angl.  3.  Chi.  han.  380.  Campanula  bybrida  Linn. 
Sp.  pl.239.     Engl.  bot.  t.  375. 

Auf  Ackern  und  unter  dem  Getreide,  auf  kalkhaltigem  Boden,  im 
südlichen  und  mittlem  Theile  des  Gebiets  hier  und  da  eingebürgert. 
Juli,  August.  -^    September. 

Schärilich.       Stengel  2  —  6"  hoch,    nur  bisweilen  von  unten  auf  ästig.      Blatter    der  A.  1., 


342  CAinPANlJIiACEAE.  Wahlenbergia. 

Kelclizipfc)  Joppelt  so  iiriit  iiiiil  oiir  halb  so  laug  als  ao  jener.  Kronen  ein  A'iertheil  so 
gross,    Iilassiiolet. 

5.     IfAHIiEXBERGIA.     jrA.UEiBiNMmnGKM, 

SCIIKAD.    Cat.    seni.    Iiort.    gotl.    1814. 

Kapsel  halb  olierstämlig,  von  cler  Spitze  her  in  3  bis  5  schei- 
(levvaii(itrj»gciule  Klappen  aufspringend.  Uebrigens  wie  Caui- 
paniila.    (jeschl.    Sysl.   V.  1. 

Ol't  1-  (A.  1.),  selten  inelirjälirige  Kräuter  von  verschiedenartiger 
Tracht.  Unsere  Art  sehr  zart,  mit  gaheltheijigeni  Stengel,  gestielten 
Blättern  und  langen,   feinen,    1 -Mutigen  Blütenstielen. 

'1.  MV,  liederacea.   Mpheuhlättrige  W^ahlenhergie, 

Stengel  liegend  mit  abstehenden  Aesten  ;  Blätter  rundlieii- herzförmig, 
eckig-5— 7-lap|)ig;    Blütenstiele  hiattgegen-  und  endständig. 

ScHRADER  in  Üiss.  de  Blumenhachia  38.  Chi.  han.  375.  Kocu  Syn. 
II.  544.     Beichenb.  PI.  crit.  V.  t.  480.     Fl.  dan.  t.  aSO.     Engl.  hot.  t."73. 

Auf  waldigem,  moorigem  Boden  zwischen  Sumpfmoosen  kriechen<l, 
nur  an  einer  Stelle  {Ol.  bei  Neuenburg  nach  Bockhorn  zu)  und  auch  hier 
sparsam.     Juli,  August    —    September. 

Stengel  3  —  6"  lang,  faileiifiirmig,  meistens  sehr  ästig.  Blätter  gestielt,  zartlaiihig, 
kahl  oder  nebst  ileni  Stengel  mit  einzelnen  kurzen  Härchen  bestreuet,  hellgrün.  Itlutenslicle 
1  —  1 '/^"  '-"'g»  baarfcin.  lilüten  einzeln,  Kelchzipfel  pfriemcnspilzig ,  Kronen  schmal, 
dreimal    so    lang,    blasshimmelblau. 

liT.    VA€€1MI£AE. 

MXMHJEIiBJEMMJlMrMGXi  WE,JINXMJ¥. 

De    Cand.    Theor.    elem.    216. 

Kelchröhre  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen,  Saum  4 — 5- 
zähnig  oder  gaiiz.  Krone  l-blattrig,  4^5-zipfelig.  Staubge- 
fässe,  mit  den  Kronzipfeln  abwech.seliid  oder  von  doppeller  Zahl 
derselben,  vor  einer  untersläiuligen  Seheibe  ohne  Verwachsung 
mit  der  Krone  eijigeselzt._  Staubbeutel  2-fächerig,  2-Jiörnig. 
Fruchtknote  4  —  5  -  fächerig  mit  mehrciigcn  Fächern  und  mit- 
telständigen Samenpohtern.  Ein  Griffel  mit  einfacher  i\arbe. 
Frucht  beerenartig.  Keim  in  der  Milte  des  Eiweisses,  das  Wür- 
zelchen zum  Nabel  gewandt.  —  Sträuche  mit  wechselständigen 
Blättern  ohne   IVebenblätter. 

Torkomnieii*  Nördliche  oder  hohe  Lage,  kiesigen  und  Moorboden 
liebend. 

Gehalt.  Die  Blätter  t/erhsäurehaltifj  und  adstringirend.  Die  Früchte 
reich  an  organischen  Säuren,    besonders  an  Citroncn-  und  ^inf'elsäure. 

1.     VACCI]¥IUI?I.     MIMMnXJjBMmnJE, 

I.INIV.    Gen.    n.  483. 

Kelch  4— 5-spaltig  oder  -zähnig,  bisweilen  fast  ganzrandig'. 
Krone   4  — 5-spaltig   oder   -zähnig.      lieerc    kugelig.      Geschl. 

Blätter  einfach,  ganz,  oft  lederartig.  Blüten  blattwinkcl-  und  ciid- 
ständig.  einzeln,   zu  2,  3,  oder  traubig,    mit  Deckblättern  versehen. 

1.  V.  Iflyrtlllus.  Gemeine  Meidelbeere.  Blätter  ei- 
rund, fein  gesägt,  beiderseits  grün;  Blüten  einzeln,,  nickend,  Krone 
kugelig. 

LiNN.  Sp.  pl.498.  Chi.  han.  356.  Koch  Syn.  11.545.  Schk.  Uandb. 
I.  T.  107.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  79.  Fl.  dan.  t.  974.  Engl.  bot. 
t.  465.     Hayne  Arzneigew.  II.  T.  7. 


vacciiiiuni.  TA€CIJK£A£.  343 

lu  Wäldern  und  Heiden  der  Gebirge  und  Ebenen,  aul'  tVeiliegendein 
magern!  sandigem  und  Sandboden,  hüuiig  und  scliaureiiweise.  Alai,  Juni. — 
Juli,  August. 

Aste  scLarffckig,  grün-  Rroneii  n  cissgriiiilicli ,  losa  angeliaiiolif .  Ittcrcii  schnaizlilau 
mit    graiiI.lai.om    Reif   »n.l    ,  ioletrotliem    Fleiscli. 

IS»    \,  iillgliiosum.    iSumpf-Beidelbeere,    Blätter  um 

gekebrteirund,  ganzraudig,  unten  graugrün;  Blüten  gehäuft,  nickend, 
Krone  eiförmig. 

LiNN.  Sp.  1)1.499.  Chi.  hau.  357.  Koch  S>n.  11.545.  Sturm  Deutsehl. 
Fl.  H.  12.  llEiT.  u.  Abel  Holzart.  T.  78.  Fl.  dan.  t.  231.  Engl.  bot. 
t.  581. 

In  Waldungeu  und  Heiden  der  Gebirge  und  Ebenen ,  auf  sandig- 
moorigem  Boden,  ziemlich  häufig  und  trupp  -  oder  heerdenweise.  Mai, 
Juni.  —    Juli,  August. 

Aste  sticlruiid.  Kronen  unrein  grünlieliweiss.  Beeren  fast  doppelt  so  gross  als  von 
A.  1.,    seliwarz,    lielll.lau    l.erelft    m'it    «eisslicbem    Fleiseli. 

3.  \.  \fiti»  Idaea.     Hothe  Meidelbeere  X^reissel. 

oder  Kronsbeere)»  Blätter  immergrün,  umgehehrteirund-länglieli, 
schwach  gekerbt,  unteiseits  punctirt;  Blüten  in  nickenden  Trauben,  Krone 
glockig. 

Link.  Sp.  pl.  500.  Chi.  han.  357.  Koch  Syn.  IT.  545.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.   T.  93.     Fl.  dan.  t.  40.     Engl.  bot.  t.  598. 

In  Waldungen  und  Heiden  <ler  Gebirge  und  Ebenen,  auf  sandigem 
und  torfigem  Boden,  häufig  und  heerden  -  oder  truppweise.  Mai,  Juni. — 
Juli ,   August. 

Aste  stielrunil.  Kronen  rölLlicIitTeiss  oder  weiss.  Iteeren  seharlacbrotk  mit  weissem, 
mehligem    FleiseL. 

4.  V.  OxyeoCCOS.  JOCOOf-Meidelbeere»  Stengel  kriechend; 
Blätter  immergrün,  eirund  -  länglich,  unterseits  aschgrau;  Blüten  langge- 
stielt,   hängend,    Krone   radförmig  mit  länglichen  Zipfeln. 

LiNN.  Sp.  pl.500.  Chi.  han.  357.  Koch  Syn.  II.  545.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.107.  a.  Beit.  u.  AiiEL  Holzart.  T.  88.  Fl.  dan.  t.  80.  Engl.  bot. 
t.  319. 

In  Waldungen  und  Heiden  der  Berggegenden  und  Ebenen,  auf  Moot- 
und  Torfboden,  besonders  wo  derselbe  mit  Sphagnum  überzogen  ist, 
häufig  und  meist  truppweise.     Mai  bis  August.  —    September  bis  October. 

Aste  niedergestreckt,  fadenforniig ,  liranu.  Itlatter  Mein  ,  spilzlicb,  mit  ziiriickgekriimui 
tem  Itande.  Kronen  weiss  und  lilasspnrpurn.  lieeren  kugelig- gross ,  roth  mit  weissliclier 
L'asis. 

Pharmaceutisch-  JttLedicinische«»     l'on  A.  1.  die  Beeren 

of'ficinell  (Baccae  Myrtillorum).  f'or  waltende  Bt  standlh.  vt'oletrother 
farbifjer  Extracth'xtojf' ,  Schleimzuc.ker ,  Apfel-  und  Citronensänre  ncbsi 
ndstrinf/irenden  Theilen.  Anw  endunfj  (jettocknet  (jeyeii  Durch' all.  Aueli 
hat  »naii  als  Präparat  Syrupus  Myrtillorum.  —  f'on  A.  2  kommt  in 
Apotheken  auch  wohl  Aqua  und  Boob  Vitis  ideae  vor,  auch  bereitet  man 
aus  den  frischen  Beeren  ein  (jetjen  cfastrisch-nervöse  oder  Schleimfiebtr 
xvirksames  Getränk  (Berl.  Mcd.'Ceniral-.eit.  1837.  S.Ö02). 

technische«»  Zweiye  und  Blätter  der  Art.  1—S.  zum  Feinijer- 
ben  anwendbar ,  die  Beeren  zur  Gewinnunrj  von  Brantwein,  fVein(/eisl, 
fVein  und  Essiff ,  A.1.  zum  Blau-,  Violet-  und  Bothfärben  von  Fliis- 
sif/keiten  (nach  Faube  Braunschw.  Liineb.  Annal.  der  Landwirthsch.  H.1. 
wurden  ehedem  aus  der  Lüneburtjer  Heide  für  80,000  Blhl.  Beeren  nach 
Hamburg  und  Bremen  zum  fVeinfärben  verkauft)  ,  Zenijen,  ff 'olle,  Pa 
pier,  Backwerk  u.s.w.;  die  Beeren  von  A.4.  zum  ff^eisskochen  des  Sil- 
bers,   indem  das  enthaltene  liupfer  nuff/clöst  wird. 


344  ERICINEAE.  Arctustapliylus. 

ÖTCOnontiSCheS»  Heeren  der  Art.  1.  3.  u.  4.  roh,  (jckochl  und 
vintjemaeJit  auch  als  Honiij  und  Gallert  zu  mannichf'achem,  behunntem 
häuslichem  Speiseifebrauch,  auch  eine  ijute  Mast  für  ff'ild  und  Gefliifjel. 
Der  Saft  der  Beeren  r>on  ^trt.  3.  u.  4.  zu  kühlenden  Getränken  (in  Peters- 
burg besonders  die  Beeren  von  A.  4.  mit  f  Fässer)  und  zum  Punsch  als 
Surrogat  des  Citronensafts  anwendbar.  Beeren  der  A.  i.  besonders  in 
Enqland  zum  Einmachen  und  Füllen  der  Torten  beliebt  (zu  Lonijtown, 
an' der  Grenze  von  Cumberlund ,  kommen  5^6  t Fachen  lanf/  tiujlich  für 
20—30  Pf.  Stcrl.  zu  diesem  Zweck  in  Ferkauf).  Blüten  der  Art.1.  3. 
einen  anf/enehmen,  fjesundtn  Thee  liefernd.  Biälter  und  juntje  Triebe 
frisst  das  fFeidevieh,  und  der  ijanze  Strauch  der  Art.  1. .  u.  S.ist  zur 
Streu  ,    zum  Besenbinden  und  zur  Feurunij  anwendbar. 

»ESV.    Jot.rn.    I.ot.    1813.    28.       DE    Cat^D.    Fl.    fran^.    III.    671.  67.1. 

Kelcli  4  — 5-spaltig  odt>r  -thcilig,  aiistlauerud.  Kiqiic  l-hliit- 
Irig,  4  — 5  sjjaUig  otler  -ibeilig,  ,  seltener  5-l)läüiig,  iinfer- 
stäinl%,  in  der  Knospenlage  gesehindelt.  Slauhsef'asse  mit  den 
Kronzipfeln  abwechselnd  oder  von  doppelter  Zahl  derselben^ 
einer  unterständigen  Scheibe,  ohne  Yerwachsung  mit  der  Krone, 
eingesetzt.  Frucbtknote  viclfächerig,  mit  vieleiigen  lächern 
lind  mittelständigen  Samenpolstern.  Ein  GritVel  und  1  iMarbe. 
Frucht  kapselig  oder  beercnarlig.  Keim  in  der  Mitte  des  Ei- 
weisses,  das  Würzelcben  zum  Nabel  gewandt.  —  lilätter  ohne 
Nebenblätter.  ,  ,..  ,  c.      i     /■» 

Torkoinnien.  TVördlicIio  Lage  uiul  die  mehrstcn  Kies  und  fSaiid  olt 
in  Yerliindung  mit  Gehalt  an  Säure  liebend,  ohne  eigentliche  Boden- 
stetigkeit. 

Gehalt.  Ein  narkotisches  Princip ,  und  viel  Gerbesäure  im  Kraut, 
übri(/ens  ohne   ausffezeichnete  Substanzen. 

I.Gruppe.  ARBUTEAE.  EHU B EJERB AVIUGE:U^A CMS X. 

Frucht  l)e('renar!ig. 

1.     ARCTOSTAPHlfliUS.     JBÄMElJVn  MJEHM, 

Adaivs.   Fdui.   II.  16.5. 

Kelch  5-spaltig.  Krone  eiförmig  mit  5 -spaltigem  Saum. 
Staubgefässe  10;  Staubbeutel  an  der  Spitze  mit  Löchern  sich 
öffnend.  Beere  (Pflaume)  5-fächerig  mit  1 -sämigen Fachern. 
Geschl.  Syst.  X.  1. 

Sträuche  (A.  1.)  oder  Stauden.  Blätter  wechselständig,  meist  leder- 
artig. Blüten  in  endständigen  Trauben,  gestielt  und  mit  Deckblättern 
versehen. 

1.    A.  IJTa  «irsi.    Gemeine  Bärenbeere,     Blätter  läng 

lich-umgehehrteirund,  ganzrandig,  immergrün,  netzartig-aderig  mit  bei- 
derseits eingedrückten  Adern;   Blütentrauben  kurz. 

Spreng.  Syst.  vcg.  U.  287.  Chi.  han.  352.  A.  officinalis  "V^^imm.  et- 
Grab.  Fl.  siles.  1.  391.  Roch  Syn.  Tl.  546.  Arbutus  Uva  ursi  Linn. 
Sp.  pl.  566.  ScHK.  Ilandb.  I.  T.  118.  Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  91. 
Sturm  Deutschl.  Fl.  II.  6.  Fl.  dan.  t.  33.  Engl.  bot.  714.  Hayke  Arz- 
neigew. IV.  T.  20. 

In  lichten  Bergwaldungen  und  in  Heiden,  auf  sandigem  und  Sand- 
boden, ziemlich  häufig  und  meistens  truppweise.  Mai,  Juni.  —  Juli, 
August. 


Aiidroineda.  ERICINEAE.  345 

IViederlicgend  mit  ansteigentlcii  Zweigspitzeii,  »ieliistig,  1 '/j  —  'l^/i'  lang.  Blätter  «lick 
letlerai'tig,  oberscits  glliiizeiul ,  im  Jüngern  Zustande  am  Rande  scLwacb  beliaart.  Blüten  zu 
3  —  9.       liroacn    weiss    mit    bellharmiiirotliem    Saum.       Beeren    erbsengross ,     scUarlucLrotb. 

GM  IVMH  BJDICHMS. 

JPharmaceutisch-Medicinisches,   Blätter  officinell  (Folia 

Uvae  ursi).  f'or  waltende  liestaudth.  cisenbläuender  Gerbestojf,  Gal- 
liis säure  und  bitterer  Extrnctivstoff'.  Anwcndunfi  in  Substanz  oder 
Pulverform,  häufifjer  im  Auf'fjuss  und  Abkochiinfj  als  Diureticum,  wel- 
ches  bei  Steinbeschwerden  von  (juter   fVirkunij   se;jn  kann. 

technisches t  Die  qanze  Pflanze  zum  Gerben,  zur  Bereitunf/  fei- 
nerer Lederarten   und  ziim  Schwarzfärben  anwendbar. 

ÖJCOnomiScheS»  Im  Auslande  mehr  als  bei  uns  geschätzt  und 
daher  unter  Umständen  ein  guter  Handelsartikel  (während  der  westph. 
Occupation  wurden  aus  dem  Lüneburgschen  und  Bremenschcn  von  engli- 
schen   Schiffen  Ladunfjen  gegen  Austausch  von  China  eingenommen). 

3.  Gruppe.     ANDROMEDEAE.     AJVnBOlHJEnjEI¥. 

GM  irÄ  cnsM. 

Frucht  eine  faelispaltig  aufspringende  Kapsel  mit  Scheidewänden  in 
der  Mitte  der  Klappen.     Krone  ahi'ällig. 

%,     AIVIlROJflEIlA.     AJmnOMJEnM, 

LlNN.    Gen.    n.  öii). 

Kapsel  o- fächerig,  ö-klappi^^  wenigsaniig.  Übrigens  wie 
Arcloslapliyliis.       Geschl.  Syst.  X.  1. 

näume  oder  Sträuche  (A.  1.).  Blätter  wcchselständig,  oft  lederartig. 
Blüten  einzeln,  traubig  oder  rispig,  blattwinkel  -  und  endständig,  mit 
Deckblättern   versehen. 

1.  A.  polifolia*  Poleihlättrige  uAndromede»  Blü- 
tenstiele endständig,  fast  doldig;  Blätter  länglicli-liueal ,  spitz,  mit  zu- 
rückgerolltem Bantle,    unterseits  I)läulieh- graugrün. 

LiNN.  Sp.  pl.564.  Chi.  hau.  351.  Koch  Syn.  II. -547.  Schk.  llandb. 
I.  T.  118.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  92.  Fl.  dan.  t.  54.  Engl.  bot.  t.  713. 
ÜAYivE  Arzneigew.  III.  T.  22. 

In  Bergwaldungen  und  den  Heiden  der  Ebenen  ,  auf  torfigem  und 
Sumpfboden,  häufig  und  meist  truppweise.  Mai,  Juni.  —  August,  September. 

Höhe  Va — !'•  ^*'e  ansteigend.  Blätter  scbmal,  lederarlig  und  steif,  oberseils  dun- 
kelgrün, glänzend.  Blütenstiele  und  Kelche  so  wie  der  Saum  der  länglich -knigformigeu 
weissen    Krone,    rosa    angehaucht. 

GM  IVMRBIjMCHMS, 

Vechnisches»  Die  Blätter  zum  Gerben  m.  Schwurzfärben  anwendbar. 

3.  Gruppe.     ERICEAE.     IKMinMlVGMJVÄCIESM. 

Frucht  kapselig,  auf  mehrfache  ^'^'eise  sich  öftnend.    Krone  verwelkend. 

3.     eAl4lilJ]VA.     BJESXllVMMMnJE. 

SalISB.    in    LiKN.    Transact.    M.   ^17. 

Kelch  4 -blättrig.  Krone  4-spaltig.  Staubgefässe  8.  Kapsel 
4-fächerig,  4-klappig3,  mit  der  Mittelsäule  anhängenden  von 
den  Klappen  gelösten  Scheidewänden.     Geschl.  Syst.  VIII.  1. 

Geringe,  sehr  ästige  Sträuche.  Blätter  gegenständig,  im  jünger?»  Zu- 
stande vierseitig  geschindelt,  fast  nadelartig.  Blüten  blattwinkciständig 
oder  an  der  Spitze  kurzer  hlattwiiikelständiger  Äste.  Deckblätter  6, 
paarweise  gegenständig;  4  äussere  blattartige,   kleinere  fast  häutige. 


34G  ERICINE  AE.  Erica. 

1.  C*  vulgaris.   Gemeine  Besenheide*    itlüttci- ins  Kreuz 

ffesh'llt,   iinlcii   (»leillörinig. 

lIijLL.  «lit.  Fl.  I.  114.  Chi.  Iiaii.  3.j0.  liocu  Syii.  11.  547.  Krica 
vulgaris  Linn.  Sp.  pl.  ö<)I.  SciiK.  llaiuU».  I.  T.  1Ü7.  a.  Ueit.  u.  Abel 
Ilol/ait.  T.  89.  Sturm  D.utschl.  Fl.  U.  1.  Fl.  dan.  t.  677.  Engl.  I>ot. 
t.  1013.     IIayne  Arziieigcw.  IV.   T.  17. 

In  Waldungen  bis  aul"  die  Geljirgsliölien  und  in  den  Heiden  der  Kl»e- 
nen,  auf  sandigem  und  Sandhoden,  heerden-  oder  scbaareaweise.  Juli, 
August.  —    September,  Oetober. 

Blätter  3-scitig,  h.irt,  bisweilen  fein  I.eliaart  (C.  vnlg.  ß.  imbescens  Kocil.  ilas.). 
Kranen   klassviolet ,    als   Abänderung   weiss. 

€fJEirMHBI,ICHE&. 

technisches t  Zum  Gerben,  in  der  Seide-  und  ßf oll/ arberei  zu 
fjr, 


robeni  Fleekhverli ,   Besen  u.s.vi.   anwendbar. 


ÖTe anomisches»  Zur  Feuemufj,  Sireu  und  Dünf/uny  nutzbar, 
zur  lieliiituntj  mit  ifroben  Sehaf'sorten  und  zur  ffitdäsuntj  taut/licli  ,  für 
die  Bienenzucht  wielitifj ,    und  zur   Torf'bildunij   beitragend. 

4.  ERICA.     MJEIJ9X, 

L.INN.    Gen.    n.  484.    mit    Abander. 

Kelch  4-blättriff  oder  4-theilig.  Kronsaiim  4-spalfig.  Slauh- 
a;efässe  8.  Kapsel  4-fächeriff,  4-klappig  mit  Scheidewäiuleii 
auf  dei-MItle  der  Klappen.     Geschl.  Syst.   Yllf.   1. 

Mebrjabrige  Sträuche.  Blätter  meistens  lineal ,  nadelartig  mit  einge- 
rollten iläuderu ,  quirl-  oder  wechselständig.  Blüten  auf  einblütigen 
Stielen  blattwinkel -,  end-,  quirl-,  köpf-  und  doldenständig.  Deckblätter 
meistens  3  :  2  gegenständig,   das  3te,    selten  fehlende,    tieferstehend. 

1.  E.  Tetrall^l.  Sumpf. Meide.  Blätter  zu  3  oder  4,  steif- 
baarig-gewimpert;    Blüten  endslandig,    in  kopfförmigen   üüldehen. 

LiNN.  Sp.  pl..'J02.  Chi.  hau.  351.  Koch  Syn.  11.547.  Beit.  n.  Ahei. 
Holzart.  T.  90.     Fl.  dan.  t.  81.     Kngl.   bot.  t.  1014. 

In  lichten  Bergwaldungen  und  den  Heiden  der  Fbenen  ,  auf  nioiirigeni 
oder  torligem  Boden,    ziemlich  häufig.     Juli  bis   September.  —    Oetober. 

HubeS— l'i".  Äste  ansteigend,  meist  einfacb.  Ulaller  3"'  laug,  unten  gran.  Itliilen 
niekeud,  Kelcbz-lplel  nm  die  ILilfle  kürzer  als  die  Krone,  grün.  Kronen  lungli.b  -  krng 
förmig,  rosa.  StaubgelHsse  eingeseblossen ,  Beutelläcber  an  der  Basis  des  BücUens  gebörnt. 
Narbe    bervorlretend. 

4.  Gruppe.    RHODOREAE.   AZ-^XIV R08 E]V GJE  U^Ä C HS E. 

Frucht  kapselig,    durch   üandtheilung  sieh   öllnend.      Krone  abfällig. 

5.  liEUUITI.     POBSV, 

I-INN.    Gen.     n.    .540. 

Keleh  sehr  klein,  5-zäliiiig.  Krone  ö-hlatlrig.^  Sfauhheiitel 
oben  mit  Löchern  sieh  öffnend.  Ka^isel  ö-faeherig,  von  unten 
nach  oben  in  5  Klappen  aiil'spriiigend,  mit  Scheidewänden  aus 
den  eingeschlagenen  Klappenrändern  gebildet.     G.  Syst.  X.  1. 

Mehrjährige  Sträuche.  Blätter  wechselständig,  lederartig  mit  zurück- 
gerollten Rändern.  Blüten  in  endständigen  Doldentrauben,  Blütenstiel- 
chcn  mit   1    Deckblatt  an   der   Basis. 

f.  li.  paluiatre.  Sunt,pf.JPorst.  Ästchen  und  Blätter  un- 
terseits  rostrotlililzig;    Blüten   lO-männig. 

LiNN.  Sp.  pl..5()l.  Chi.  hau.  352.  Koch  Syn.  II.  350.  Schk.  llandb. 
1.  T.  117.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  83.  Fl.  dan.  t.  1031.  Hook.  Fl. 
lond.  t.  210.     Havne  Arzneigew.  III.  T.  21. 


pyrola.  PYROIiACEAE.  347 

In  Wäldern  und  Heidgegenden,  auf  Sumpf-  und  Torflioden,  stellen- 
weise, gegen  Westen  und  Südwesten  sicli  verlierend  (il/A.,-  Lt.Seballsee, 
Grünau  an  der  Wacknitz,  Linau  am  Kobherger  Sumpf  — ;  Hn.  Gartow, 
im  Meppenscben,  Amt  Iluntelmrg  im  Osnabrücbsclien  — ;  Pr.  Witten- 
berg, Halle:  binter  Poucb,  bei  Crina,  Scbwemsal — ).  Mai,  Juni. — 
August,    September. 

Von  aromatisoli  -  ii.irtiotiscliem  Geruch  und  bitteim  adstringirendem  Gescliniack.  Höhe 
'i  — « V'^''  Steogel  buschig -verzweigt.  Blüten  fein-  und  langstielig.  Kronen  weiss,  sel- 
ten   rothlich. 

GM  WMRBI.ICMMS, 

Pharmaceutisch- Medicinisches*     Die  Blatter  ofßciuell 

(Folia  s.  Herba  Ledi  palustris  v.  llosmarini  sylvestris).  yorwaltendc 
B  e  s  t  iindth.  ätherisches  Ol  und  eisenf/rünender  Gerhestoff'.  Anw  en  d  u  n  f/ 
im  Anff/nss  innerlich  bei  uns  wenig  im  Gehrauch ,  äusserlich  als  Guryel- 
und  ff'aschwasser,  die  Abkochuntj  äusserlich  zum  ß'ertreiben  des  Unye- 
zief'ers. 

ÖTCOnomiScHcS»  Die  juntfeti  Zweige  zum  Gerben  feinerer  Leder- 
arten nutzbar.  Die  Anwendung  zum  Bierbrauen  statt  des  Hopfens  soll 
Kopfschmerz,    Schwindel  und  andere  gefährliche  Zufälle  i>erunlassen. 

liVII.     PYROIiACfiAE. 

I^IIvnL.    Syst.     deutsehe    Ausg.    '283.     Gatt,    ausgcschl. 

Keine  iinlerstäinlige  Scheibe.  Sauieii  sehr  klein,  in  einen 
Ijeträehdich  grossem^  rührigen,  netzartigen  Mantel  eingeschlos- 
sen.    Übrigens  wie  Ericineae. 

Vorkommen.  Den  sebattigen ,  bumusreicben  Roden  liebend ,  und 
meist  in  geselligem  Zusammenseyn  mebrerer  Arten  waebsend. 

Glehalt.  Der  vorigen  Familie  ähnlich  ,  reich  an  adstringirenden 
Stoffen  und  Gerbestoff  im  liraute;  einige  auch  narkotische  Substanz  ent- 
haltend. 

1.   PYRoiiA.    w^MJwmnetntfN. 

LlIVIV-.    Gen.    n.  340. 

Kelch  5-lheilig.  Krone  5-blaltrig.  Kapsel  5-faciierig,  in 
5  Rilzen  fachspalfig  von  unten  nach  oben  aufreisscnd  unter 
Beibehaltung  des  Zusauinienhangs  mit  der  Mittelsäule  an  bei- 
den Enden  der  Klappen.  Die  Spaltungsränder  durch  Fadenfilz 
verbunden.    Gesehl.   Syst.  X.  1. 

Mebrjäbrige,  wintergrüne,  unbebaarte  Kräuter  mit  sprossender  Wurzel 
und  wecbselständigen,  langstieligen,  fast  lederartigen,  glänzenden  Blät- 
tern.    Blüten  endständig,   in  Trauben  oder  Äbren. 

■     Blüten    allseil  wendig. 

1.    P.  rotiindifolla.    Mundhlättrige»  Wintergrün, 

Blätter  rundlicli- eirund,  üedernervig;  Kronblätter  abstebend;  Kelcbzipfel 
lanzettförmig,  balb  so  lang  als  die  Krone,  zurückgekrümmt;  Staubge- 
fässe  aufwärts   und   der  gekrümmte  Griffel  niederwärts  gebogen. 

LiNN.  Sp.  pl.  567.  Cbl.  bau.  353.  Fl.  d.  Königr.  Hannov.  Bescbreib. 
Tbl.  III.  T.  12.  Koch  Syn.  II.  .550.  Schk.  llandb.  I.  T.  119.  Fl.  dan. 
t.  1816.     Engl.  bot.  t.  213.     Hay^e    Vrzneigew.  IV.   T.  21. 

b.  arenaria.     Hie  sandständige.     Kleiner  und  gedrängter,  Blätler 
kreisrund;    Kelcbzipfel  breiter,    kurz  gespitzt;    Griffel  verdickt. 

G.  F.  W.  Mever,   über  die  Veget.  d.  ostfriesiscben  Inseln    in  Hannor. 
Wag.    Jabrg.   1823.    St.  18.     Koch  das. 
In  ^Valdungen  und  Hainen  auf  scbattigeni  bumusbaltigem   Boden,  bäufig 


348  PYROIiACEAE.  Pyrola. 

und  meistens  truppweise ;  l>.  im  nassen  SnniUioden  der  Nordseeinseln 
(IVordernci,  ßaltrum).     Juni.  —    September. 

Hülic  l'.  Uiiitter  über  «Iciii  ^Vurzcllialse  last  kreis.irtig  ziis-iiumengeilrängt ,  l  l)is  1 '/j" 
gross,     scLr   scicbt   kcrliartig- sägczüliiiig.        Kcichzijifcl    lang    zugespitzt.        Kroiicu    injtt    weiss. 

Bemerk.  1.  Die  weissen,  zarten,  spinncwebarligen  Fäden,  womit  tlie  Klappen  der 
Kapseln  gleicbsani  zosaiuinengcwelit  sinil ,  besteben  aus  den  Spiralgeiasseo  des  Mitlelnervs 
der  die  Kapsel  bildenden  •'}  Fruchtblätter,  welcher  sieb  zur  Zeit  der  Saiuenreife  von  seiner 
Mlltc    bis    zur    Spitze    in    diese    Fiiden   auHüst. 

Kemerk.  2.  Unrichtig  wird  der  Pollen  der  Tyrolcn  3 -lappig  angegeben  und  abge- 
bildet (HayNE,  IIOOKER  Fl.  lond.).  Er  ist  4-liüpeg.  Die  Anatomie  desselben  ist  auf  dei 
citirten  Abbildung  der  Flora  d.  Konigr,  Hannover  in  einer  Yergrössernng  von  I.SO  Mal  im 
Durchmesser    dargestellt.  , 

9.  P.  chloi'antlta.  Grünblütiges  Wintergrün,  Blät- 
ter ifreisrund,  iüull'.Mlincrvig;  lironliliillei-  abstellend;  IVcleliziplel  anlie- 
gend, eirund,  ein  A  icrtel  so  lang  als  die  Krone;  Stanl>gel'üssc  aufwärts, 
der  gelirümnite  Grill'el  niederwärts  gebogen. 

Sw.inVet.Acad.IIandl.  1810.190.  Chi.  lian.  354.  Fl.  d.  Rönigr.IIaunov. 
Kescbreib.  III.  T.  13.  Koch  Syn.  II.  550.  Stürm  Deutschi.  Fl.  11.  13. 
Fl.   dan.  t.  1693.     P.  rotundifolia  IIa\ne  Aizneigew.   IV.  T.22. 

In  Waldungen  und  Ilainen,  auf  humushaltigein  feuchtem  moosigem 
Boden,  stellenweise,  einzeln  oder  in  kleinen  Horsten  (iWÄ.  Mirow,  Base- 
dow, zwischen  Karow  und  Hohen -Wangeliu,  Sehwartof — ;  ifc.  Lübeck, 
lleinbecfc — ;  Hn.  Göttingen:  Meensen,  unter  den  Gleichen,  zwischen 
lleiuhauscn  undBrenikc,  zwischen  Ilessendreisch  undWaake,  llfeld — ; 
An.  Selkethal  — ;  //*.  Allendorf  zum  Hain,  am  Hegeberge,  Meissner 
gegen  Abterode  und  Wölfterode,  Rasemellen  bei  \l^ilhelmsliöhe,  am  Herz- 
stein bei  Elgershausen  — ;  Pr.  Halle:  zwischen  Wendelstein  und  Zicgel- 
rode,  Allstedt,  Pouch,  Crina  — ).     Juni.  —    September. 

Gestalt  der  vorigen,  jedoch  in  allen  Theilen  Ixlelner  und  zarter.  Hohe  6  bis  9". 
Stengel  und  Stiele  rothbraun  überlaufen,  Blatter  .5  bis  8'"  breit,  am  Rande  leicht  zurücli- 
gebogen,  sehr  seicht  kcrbig- sügezabnig ,  oben  dunkel-  unten  «veisslieh  -  grün ,  sehr  ausge- 
zeichnet durch  die  paarweise  Stellung  der  untern  4  Seitcnnerven.  Kelchzipfel  kurz  gespitzt. 
Kronen    gelbgrünlich    (bell    zeisiggrün). 

3.  P.  media.    JIKittleres  J^intergrün,    Blätter  rnndlich- 

eirnnd;  Kronblätter  fast  kugelig  ziisamniensehliessend ;  Staubgefässe  ge- 
gen einander  geneigt;  Grillet  senkrecht,  etwas  gekrümmt,  länger  als  die 
Krone. 

Sw.inVet.Acad.IIandl.  1804.  p.  257.  t.  7.  Chi.  han.  3  53.  Fl.  d.  Königr. 
Ilannov.  Beschreib.  III.  T.  14.  Koch  Syn.  II.  350.  Rad.  de  Pyr.  et 
Chim.  diss.  t.  3.  f.  1.  Fl.  dan.  t.  110  (P.  rotundifolia).  P.  groenlandica 
das.  1. 1945.     Fngl.  bot.  t.  1945. 

In  lichten  Bergwaldungen,  auf  humosem  Boden,  selten  (J/A-.  Lingen, 
zwischen  Schwartow  und  Badekow  — ;  Us.  Allendorf  am  Hegeberge  hin- 
ter dem  Sodon,  zum  Ilain,  am  Meissner  neben  dem  Frau  Hollentciche, 
im  Ansteigen  des  Berges  über  Frankenhausen,  am  Ilirschberge  — ;  Pr. 
am  Iluy  bei  Quedlinburg,  Pouch  (nach  Sprengel,  nach  Dr.  Garke  neuer- 
lich hier  nicht  gefunden).     Juni,  Juli.  —    September. 

Grosse  der  V.  rotundifolia,  Blätter  runder  mit  kaum  merklicher  Spitze,  seicht  und  ent- 
fernt sägezähnig.  Kcicbzipfel  eirund  -  lanzettförmig,  mit  etwas  abstehender  Spitze.  Gestalt 
der  Kronen  wie  an  der  folgenden  Art,  aber  doppelt  grosser,  weiss  mit  blassrosenrothem 
Saum.       rVarbe    so    dick    als    das    Griffelende. 

4.  P.  niillOl*.  Kleines  Jf^intergrÜn,  Blätter  rundlich- 
eirund;  Kronblälter  kugelig  zusammenschliessend ;  Staubgelässe  gegen 
einander  geneigt,  Grillel  senkrecht,  gerade,  von  der  Blumenkrone  einge- 
schlossen. 

LiNN.  Sp.  pl.567.     Chi.  han.  354.     Koch  Syn.  II.  550.     Sturm  Deutschi. 


ChiiiiophilM.  PYROIiACEAE.  349 

Fl.   II.  13.      SCHK.  Ilaiulb.   I.    T.  119  (P.  rotundifolia,   mit  AnsscLlnss  Her  Figmcu 

f.  bis  i.).  Fl.  (lan.  t.  55.  Engl.  liot.  t.  158  (....ngclLaft).  t.  2543  (P.  i-osea). 
Hayne  IV.  T.  23. 

In  Hainen  un«l  lichten  Wahlungen,  auf  liumoseni  Boden,  Läufig  trupp- 
weise.    Juni,  Juli. —    September. 

In  allen  Tl.cilcn  fast  um  die  Hällle  kleiner  als  die  vorige.  Blätter  der  T.  rotundifolia. 
Traul)c  dicht.  Kronen  weiss,  melr  oder  weniger  rolh  angeLancIit.  INarlic  doppelt  dicker 
als    das    Griffelende. 

■■     Blüten     ein  seitwendig. 

5.  P.  scciinda.  Minseitblütiges  Wintergrün.  Blatter 

eirund,  gespitzt;  Kronblätter  glociiig  zusaninicnschliessend;  Staubgefässc 
gegen  einander  geneigt;    Grifl'el   last  gerade,    länger  als  die  Krone. 

LiNN.  Sp.  pl.567.  Cbl.ban.354.  Koch  Sjn.  II.  551.  Stlrm  Deutscbl 
Fl.  U.13.     Fl.  dan.  t.  402.     Engl.  bot.  t.  517. 

In  Waldungen  und  schattigen  Hainen,  auf  buuiosem  Boden,  häufig 
truppweise.     Jnni,  Juli.  —    September. 

Höhe  6  his  7".  Stengel  verlängert  und  an  der  Basis  oft  ästig  getheilt.  Blätter  höher 
hinaufgeriickt  als  bei  den  vorigen  Arten ,  weniger  lederartig  und  scharf  s.igezähnig.  Traube 
dicht,  einseitwendig,  gegen  die  Spitze  oft  hogig  gekrümmt.  Kronen  grünlichweiss ,  Kron- 
blältcr   fein    gczähnelt. 

gx:ue:rbi.ichmis. 

Vechnisches»  Die  Blätter  sfiinmtlicher  eilten  zum  Gerben  feine- 
rer Lrdcrttrten  und  zum  Schwarz  färben    anwendbar. 

ÖJCOnoniiJScheSt  SämmtUch  Zierpflanzen ,  die  sich  durch  Thei- 
Inna  der   ffurzcln  leicht  fortpflanzen  lassen. 

«.   rHiJfioPHiiiA.   vriNOPxnx,EmB, 

VVRSH   Fl.    amer.    scpt.    I.    -J?!). 

Kelcli  5-(heilig.  Krone  5-lilä(trig.  ^Kapsel  5-f;icherJff,  in  5 
Ritzen  faelispallig  an  der  Spitze  anfreissentl,  unkr  Beibelialtiing 
des  Znsanunenhaiigs  mit  der  3Iittelsäule  an  lieiden  Enden  der 
fadenfilzlosen  Klappen.     Geschl.  Syst.  X.  1. 

Mehrjährige,  wintergrüne,  unbehaarte  Kräuter  (Art.  1.  2.)  oder  Stauden 
mit  sprossender  W'^ttrzcl.  Blätter  in  Schein(|uirle  geordnet,  hurzstielig, 
fast  lederartig.     Blüten  in   Doldentrauben  oder  einzeln  stehend. 

1.     eil*    unibellata.     Ifoldenhlütiges    Winterlieh. 

Blüten  in  Doldentrauben;    Blätter  lanzett-heiirörmig. 

IVuTT.  Gen.  pl.  amer.  bor.  1.  274.  Chi.  hau.  355.  Pyrola  umbellata 
LiNN.  Sp.  pl.567.  Koch  Syn.  II.  551.  Gmel.  Fl.  bad.  II.  t.  2.  Fl.  dan. 
t.  1336.     CuRT.  Bot.  mag.  t.  778.     Hayne  Arzneigew.   13.  T.  13. 

In  schattigen  Waldungen,  auf  humosem  zum  Moorigen  s'ch  neigendem 
Boden,  stellenweise  (/7Z.  Wesseloh,  Mollen,  Trittau  in  der  Uasenheide — ; 
illA.,-  Rn.  Pferdethurm  bei  Hannover — ;  Pr.  Halle:  zwischen  Sollnitz 
und  Oranienbaum).     Juni,  Juli.  —    September. 

Höhe  1'.  Stengel  ansteigend,  von  Rabenfederdicke,  bolzig.  Blätter  gegen  dessen  Mitte 
meist  in  2  unregeliiiässige  AVirlel  gestellt,  entfernt  gez.nhnt,  dick  lederartig  und  stark  glän- 
zend. Blüten  abwärts  gewandt,  Kronen  blass  rosenrolh.  Träger  auf  einer  halbrund  erwei- 
terten   Basis    stehend.       Griffel    verkürzt,    I>arbe  kaum  breiter   als  das  Griffelende,    5-hückerig. 

Bemerk.  1.  nen  Kapseln  mangeln  die  spinnwebartigen  Fäden,  weil  keine  Auflö- 
sung des  Nervs  der  Fruchtblätter  eintritt,  wie  diese  hei  P.  rotundifolia  (vergl.  Bemerk.  1.) 
nachgewiesen  worden  ist.  Es  bildet  sich  daher  kein  Fadenfilz,  welcher  die  normale  Öffnung 
der  Kapseln  an  der  Spitze  behinderte,  wie  dies  bei  der  vorhergehenden  Galtung  der  Fall  ist, 
deren  Kapseln  unten  aufzureissen  genöthigt  werden,  weil  oben  der  Filz  die  Klappen  fest  zu- 
sammenhält. Die  Samen  entschlüpfen  bei  Chimophila  aus  der  klaffenden  Spitze  der  Kapsel, 
während  gegen  die  Basis  zu  die  Klappenränder  dicht  znsammenschliessen.  Dieser  Inisland, 
in  Verbindung   mit   einer   abweichenden  Bildung  der  Staubbcutelträger    und    einer  stärkern  Aus- 


350  jnOll'OTROPEAE.  irionotropa. 

Iiilctiing  Her  Naibeii,  aüifte  ilatii  lierccliligei.  ,  die  olmclics  im  Ualiitiis  sich  aiiszeicLiieiidiu 
Arien  ilcr  Galtiing  Pyrola,  ilert-n  Ii;ipsel  von  olien  luificisst,  nnler  <lcn  von  T'  KSCIl  für  I". 
lunlielhila  eingel'iilii Ben  J>amen  Cliimopliiid  ,  als  eigene  Gatinng  ziisamnicnznslellen.  Aussei  ilen 
beiden    eiDbeimisclicn  Arten    werden  V.  uiaculata  und   P.  Menziesii   zu   dieser  Galliing  geburen. 

Itcmerk.  2.  I>er  >'anie  bonimt  zwar  von  Xflßlt  nnil  <f  ikoc,  ber,  wird  aber  dennoeb  <un 
Mebrern  nnriebfig  Cbima]ibila  geschrieben ,  weil  nach  den  Regeln  der  Ableiinng  durcb  Zn- 
saininensclzung    im    Grieebiseben    in    solchen    Fällen    das    «    in    o    verwandelt    wird. 

9.    eil.  iiniflora.    Minhluntiges  Winterlieb,    Stengel 

eiiiMütig;    Blälter  riiiullicli -spatelturiiiig. 

Pyrnla  uniflora  LiNN.  Sp.  pl.568.  Chi.  han.  358.  Koch  Syn.  Tl.  551. 
ScuK.  Haiull».  I.  T.119.     FI.  daii.  t.  8.     Engl.  l.ot.  t.  14fi. 

In  schattigen  \^''al(lungt'n ,  vorzüglich  Nadelholzwaldiingen ,  auf  liiimo- 
sem   Roden,   ziemlich  häuflg.     Juni,  Juli.  —    September. 

Hübe  6".  Stengel  ansteigend,  schwach.  Blälter  in  "2  genäherte,  nnregelniässige  AVirlel 
gestellt,  seicht  gekerbt- sägezähnig.  Blüten  überhängend,  gross,  flach,  sehr  wolilriechend. 
Kronen  weiss.  Hörnchen  der  Staubbeutel  lang,  divergirend ;  >arbe  dreifach  dicker  als  das 
Griffelende,    .5 -zackig. 

liTjUI.     IflOlfOTROPEAE. 

Kelch  untl  Krone  4  —  ö-l)lättt;lg  mil  geschindelter  Knospen- 
lage. Stauhffcfässe  unterstäntli^^  frei  ^  doppelt  so  viele  als 
Kronhlätter,  deren  ahwechselnd  5  aus  der  Miile_ZAvcier  warzen- 
förniiger Drüsen  entspringend.  Fruchtknote  4  —  5 -fächerig.  Ein 
Griffel  mit  trichterförmiger  Narbe.  Kapsel  4  —  5 -klappig,  fach- 
spallig,  von  oben  his  unter  die  Mitte  aufreissend.  Samen  in  ei- 
nen lockern,  röhrigen,  netzartigen  Mantel  eingeschlossen. 

IZorkoiunien.  tJ]>ei'  Bauinwurzeln  oder  in  unzersetztcm  Humus,  pa- 
rasitisch. 

Gehalt.     ISicht  bekannt. 

1.     ITIO^OTROPA.     OHJVSMjATV. 

LlNN.    Gen.    n.   .536. 

Kelch  5 -blättrig.  Kroiiblätler  5,  an  der  Basis  mit  einer !Ho- 
niggrube.    Geschl.  Syst.  X.  1. 

Mehrjährige,  fleischige,  grünlose  Kräuter.  W'^urzel  einfach  und  faser- 
los oder  knäuelig  gehäufte  saftige  Fasern  treibend.  Stengel  Matllos, 
schuppentragend.  Blüten  endständig,  einzeln  oder  in  Trauben  und  mit 
Deckblättern  versehen. 

1.    ]?I.  HypopltyH.     Gemeines  Ohnhlatt,     Zarthaarig; 

Traube  nickend,    nach  dem   Rlühen  gestreckt;    Kronhiätter  gezähnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.555.  Chi.  han.  355.  Koch  Sjn.  il.  551.  Beichexb.  PI. 
crit.  V.  t.481.     Fl.  dan.  t.  232. 

b.   glabrn.     üas  kahle.     Unbehaart. 

Chi.  han.  das.      Schk.  Handb.  I.    T.  116.      Reichenb.  das.    t.  482  (M. 
Hjpophaegea).     Fl.   dan.  t.205I.     Engl.  bot.   t.  69. 
In  Waldungen,   auf  schattigem,    aus   halbverwesetem  Holz   oder  Laub 
bestehendem    Humus,    stellenweise    und    intermittirend,    oft    wenigzählig- 
truppweise;    b.  seltener.     Juni,  Juli.  —    August,   September. 

Bleicbgelb,  trocken  braun  werdend.  Wurzclslock  dickfleischig  mit  vielen  Fasern.  Stengel 
'/.^ — 1'  hoch,  mit  4  —  8  Scbniipen  besetzt.  Traube  dichter  oder  enirernterbliitig,  End- 
hliite  .5-zäblig,  übrige  4 -zählig,  Deckblätter  rbombenförmig.  Staubgefäss  und  Grifl'el  an 
der  Hauptart  struppig  behaart.  Klappen  der  Kapsel  in  der  Mitte  von  der  Alittelsänle  sich 
läsende    Sainenpolster   tragend. 


Hex.  Aai]IFOl.lAC£AE.  351 

Subclasslit   III. 

COROIililFIiORAE. 

Jßritte    WTnterIclasse, 

Kelch  frei,  vei-vvaehsenbläflrig  (elnbläürig).  Krone  einblät- 
trig, unterständig.  Staubgefässe  der  Krone  eingesetzt.  Frucht- 
knote frei. 

lilX.     AQUIFOIilACEAE. 

De    Cand.    Tlieor.    elem.    etl.   I.    ,l\l ■ 

Kelch  4— 6-zähnig,  Krone  regelmässig,  4— 6-theilig:  beide 
in  der  Knospenlage  geschindelt.  Staubgefässe  mit  den  Kron- 
zinfcln  abwechselnd.  Fruchtknote  2— 6-fächerig,  Fächer  1-eiig 
mit  hängenden  Eichen.  Narbe  gelappt,  fast  sitzend.  Frucht 
pflaumenartig.  Keim  klein,  im  starken  Eiweiss  gerade  stehend, 
das  Würzelchen  zum  INabel  gerichtet.  —  Blätter  meist  leder- 
artig, ohne  Nebenblätter. 

Torkoninien.  Meistens  im  ■warmem  Amerika  und  am  Cap  zu  Hause, 
l>ei  uns  durch  eine  Art  repräsentirt,  deren  Yerhreitung  IjeschränKt  und 
eigentbümlicli  ist,  indem  sie  Deutschland,  Ton  Westen  aus  sieb  theilend, 
in  Norden  längs  den  Küsten  und  in  Süden  den  beiderseitigen  Alpen- 
abfall  entlang,    mit  Ausschluss  des  Innern,    umfasst. 

Gehalt.  Zu  wenif/  bekannt.  In  den  Rinden  mehrerer  bitterer  E.\- 
tractivstoff  (als  Ilicin)  und   f^ofjelleim. 

I.     IliEX.     MÜMjSXJV. 

I.INN.    Gen.    n.   17'2. 

Kelch  4— 5-zähniff.  Krone  rad/ormig-4— ötheiliff.  Narben 
4 — 5,  fast  sitzenil.     Pflaume  4  —  5-steinig.     Geschl.  Syst.  IV.  3. 

Sträuche  oder  Bäume.  Blätter  immergrün  wecbselständig,  lederartig, 
gekerbt  oder  dornig-gezähnt.  Blütensticle  blattwinbelständig,  1-  oder 
mehrblütig,    Dcchblä(tei-  tragend.      Kronen  weiss. 

I.  I.  Aquifoliiim.  Gemeine  Mülsen.  Blätter  ellip- 
tisch, spitz,  dornig-grosszähnig,  oder  ganzrandig;  Blüten  doldenbü- 
scbelig. 

LiNN.  Sp.  pl.  181.  Chi.  han.  78.  Koch  Syn.  II.  552.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  82.  Schk.  Handb.  I.  T.28.  Fl.  dan.  t.  508.  Engl.  bot.  t.  496. 
Havne  Aizneigew.  \'11I.  T.  25. 

In  Waldungen,  Gebüschen  und  Heiden,  auf  frischem  sandhaltigcm 
Boden,  von  der  ganzen  westlichen  Grenze  des  Gebiets  (HL;  Hu.  Ost- 
friesland; Pr.  fV.).,  unter  Erreichung  der  Südgrenze  für  ISorddeutsch- 
land  am  Sollinge  und  in  der  nord- östlichen  Harzgegend,  gegen  Osten 
(iWA.  Warlow,  Güstrow)  fortziehend,  häufig.  Mai,  Juni.  —  September, 
October. 

Meistens  Strauch  von  4  —  6'  Höhe,  selten  baumartig  his  18'  hoch.  Rinde  aschgran, 
der  jungen  Zueige  grün.  Blütter  gestielt,  steif,  am  Rande  «ellig,  stark  glänzend,  unten 
niatlgriin  und  starhaderig.  Kronen  unrein  «ciss  oder  hlass  fleischfarben.  Früchte  erbsen- 
gross  ,    scharlachroth. 

GJSn^MRBMCHMS. 

Pharntaceutisch- JOiedicinisches»     Die  Blätter  of'ficinell 

(Folia  Ilicis  Aquifolii).      Vorwaltende  Be s  tnndlh.  bitterer  Extractiv- 


352  OLE  ACE  AE.  Ligustrum. 

Stoff  als  Ilicin.  Anwcndumj  in  Puluer  oder  yiuffjuss,  besonders  wie- 
der in  neuerer  Zeit  f/enen  fVeehselfieher;  nuch  das  Ilicin  als  Snrrotiat 
der  China.  Die  durch  ^iuf'kochen  breiartiij  rjcwordene  Rinde  zu  Lm- 
schläffen  auf  Gcschwiilsje  im  Haustfebraueli. 

technisches  u.  ÖTeonOtnischeS,  Das  harte,  zähe  und  weisse, 
eine  feine  Politur  annehmende  Holz  zu  P'ournir-  und  Drechslerarbeiten, 
die  junffcn  Triebe  zu  Peitschenstielen ,  die  Rinde  zur  Bereitung  eines 
f^of/elleims  anwendbar.  Die  Knosjten  eine  Nahrtiufj  des  ff-^ildes  und  der 
Schafe,  die  Beeren  der  wilden  tauben  und  Drosseln.  —  Sehr  fjecifjnet 
zur  ^nlefjunff  undtirchdrintjlicher  Hecken  und  als  Baum  eine  Zierde  der 
Gärten  (EuUlI.  Beitr.   II.  '55.). 

liü..    OliKACEAE. 

ÖXiBAtTJttJLnVMG JE   J»*'i^JVZ JEJV. 

I>INDL.    Syst,     iloutscli.    Ausg.    305. 

Kelch  gezähnt  oder  gelLeilt,  selten  nicht  vorhanden.  _  Kroue 
regelmässig  mit  4-spalfiseni  Saum,  oder  fast  4-hlättrifi;,  mit 
lilap[)Ia;er  Knqspenlage.  Zwei  aus  der  Kronröhre  entspringende 
oder  mit  je  einem  Paar  der  Krontheile  verwachsene  Stauhge- 
fässe.  Fruchlknofe  2-f;icherig,  mit  2  hängenden  Eichen  im 
Fache.  Die  Frucht  kapsei-,  heeren-  odeji-  pflaumenarlig.  Sa- 
men mit  fleischigem  Eiweiss  und  geradem  Keim,  das  Würzelehen 
zum  Nahel  gewandt.  —    Blätter  wechselsländig. 

Torkoninicn.  An  lieinen  ])estiiiiiuteu  Bodeiigelialt  gebuiulen,  aber 
liiiiniisliclx'nd. 

Gehalt.  Sichrere  eifjenthiimliche  Substanzen  kommen  vor  (Olivil, 
Olivin  oder  Olivit ,  f'autjuelin,  Phillyrin,  Lilncin,  F'raxinin) ,  deren 
ZusUHitncnsetzunfj  zum   Theil  noch  nicht  hinreichend  bekannt  ist. 

1.     lilGlISTRlJ]?!.     nAEJVJW^mMIiJE: 

J.IIVIV.    Gen.    n.   18. 

Kelch  4-zähnig.  Krone  röhrig  mit  l-theiligem  Saum.  Frucht 
beerenartig.     Geschl.  Syst.  II.  1. 

Doriilose,  unhcliaaite  Sträuche.  Blätter  gegenständig,  ganz  und  ganz- 
randig.     Ilispen   endständig.     Rroncn  weiss. 

1.    Ij.  vulgare*    Gemeine  Mainweide,    Blätter  länglicL- 

lanzetti'örmig,    in   der  Knospenlage  geschindelt;    Bispe  gedrängt. 

LiNN.  Sp.  pl.  10.  Chi.  han.  254.  liocii  Sjn.  II.  554.  Beit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  44.  Schk.  Ilandh.  I.  T.  2.  a.  Sturm  Dentschl.  Fl.  II.  14. 
Fl.  dan.  t.  1141.     Engl.  hot.   t.  764.     Hayne  Arziieigew.  V.   T.  25. 

Zwischen  Gel)üsch,  an  Ilechen  und  W^egen,  auf  frischem  etwas  hii- 
mushaltigem  Boden,  sehr  wahrscheinlich  nur  verwildert.  Juni,  Juli.  — 
Octobcr. 

Höhe  6  —  8',  schnell  wachsend  und  schlanliästig.  ISlätlcr  gestielt,  diinlielgriiii ,  glän- 
zend.     Früchte    erbsengross,     erst   roth,    dann    schwarz. 

GEn^MRBI.ICXES, 

technisches  u.  ÖTeonOtniScheS-  Das  zähe  Hol-  zu  kleinen 
Geräthschaften  und  Drechslerarbeiten  anwendbar,  die  bicf/samen  Zweige 
zum  Korbflechten,  die  Fruchte  zur  Bereitung  rother,  violeter  und  schwar- 
zer Farben.  Die  süsslich  riechenden  Blüten  werden  von  den  Bienen  be- 
sucht. — ■  Ein  vorzüglicher  Strauch  zur  Anlegung  schnell,  dicht  und 
schönwüchsiger  Hecken. 


Fraxlims.  OliEACEAE.  353 

19.     FRAXIIVUSii.     JESCBE. 

LiNN.    Gen.     n.    1160. 

Kelch  und  Krone  3— 4-tlieiHg  oder  nicht  vorhanden.  Frucht 
eine  stark  zusauiuicngcdrücktCa  geflügelle  A'uss.     Geschl.  Sysl. 

Höht-  Räiinio.  Blätter  gegenständig,  unpaarig  gefiedert  (sehr  selten 
einfach),  in  der  Knospenlagc  gefalzt.  Bliitenrispen  aus  den  ohcrn  seit- 
lichen Knospen,    vor  «lern  Lauhausbruch,    sich  entwiclielnd. 

f.    F.  excelsior.    Gemeine  JEsche*    Blätter  3— 6 -paarig. 

Blättchen  sitzend,  länglich -lanzettförmig,  zugespitzt,  sägczähnig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1509.  Chi.  hau.  80.  Roch  Syii.  II.  554.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  5.  Schk.  Handh.  IV.  T.  357.  Fl.  dan.  t.  969.  Engl.  hot. 
t.  1692. 

In  Wäldern  und  an  Flussufern,  auf  feuchtem  lochcrm  humosem  Lehni- 
hoden,  zerstreuet  durch  das  Gehiet.  Lauhausschlag  Mitte  Mai's,  Ahfail 
Mitte  Octohcrs.     Blütez.  Ende  Aprils.  —    Octoher. 

Holicr  (80 — 1-0'),  giadscli.iffiger  Bunin  mit  hr:iiinlicligraiier,  glatter,  später  rissiger 
Rinde,  i1icl.cn  Jülircstrieben  und  schwarzen  Knospen.  Bliitenrispen  Ssfig,  sclilafT,  vieleliig- 
z,veil.ä.,sig. 

technisches  ».  ÖTeonomischeS,  Eine  Zierde  in  Pnrknnln- 
fjen  und  in  Alleen.  Bvennxvertli  des  Holzes  dem  der  liuche  ylcic/i. 
Dauer  im  Trochcnen  (jut ,  in  abwechselnder  Feuchtifjkeit  mittelmiissirj. 
Spaltiijkeit  ziemlich  f/ut ,  Ziihifjkeit  und  Festiifkeit  beträchtlich.  Ela- 
sticität,  Textur  und  Diehtiffkeit  mittelmässifj.  Härte  nicht  ausr/czeiehnet. 
fJ^erf'en  und  Schwinden  nicht  beträchtlich.  Gewicht  t/rün  der  Hub.  F. 
60  Pf.,  waldtrocken  50  Pf.  Treffliches  fVaf/ener-,  Tischler-  und  Ma- 
schinenbauholz, starke  Stämme  zu  Rudern,  die  junqen  Stämme  zu  Rei- 
fen sehr  f/esueht.  Aschenertray  von  1000  Pf.  Holz  IS'/-^  Pf.  Asche, 
1  Pf.  18  Loth  Pottasche.  Rinde  zum  Braunfärben  anwendbar.  Laub 
ein  treffliches  Futter  für  Pferde  und  Schafe  ,  der  Ituhmilch  theilt  es  ei- 
nen bittern  (tcschmnck  mit. 

Forstliches  Verhalten,     Natürliches  Alter  150  —  180  J., 

wirthschaftlich  vorlheilhnftestes  im  Hochwalde  SO — 100  J.,  im  Nieder- 
walde bis  30 «/.  Durchs rhnittsz u w aehs  als  Batimholz  dem  der  Ulme, 
als  Schlatjholz  dem  des  Ahorns  sich  nähernd ,  der  Buche  nachstehend. 
Aus  schlaf/ sfühiykeit  i>om  Stock  und  der  fVurzel  nur  bis  zu  25  J. 
fjut;  dann  der  Ausschlag  i'om  Stock  r/ er  in  ff  ,  weshalb  der  Hieb  im  jun- 
gen Holze  fjefuhrt  werden  muss.  Mässiffe  Beschattunrj  nur  in  den  er- 
sten Jahren  vertragend,  dann  Licht  s  tellu  nfj  und  räumliehen  Stand 
verlanijend.  Durch  Verbeitzuntf  und  durch  Spätfröste  in  warmer 
Lufje  leicht  leidend.  Belaubuny  nicht  verdammend,  den  Boden  nur 
mässifj  verbessernd. 

SCBWJLXtBJEJVWUnZAMVMGM  PF1jA.NXMN, 

R.    BR.    in    AVcrn.    Soc.    I.    li. 

Kelch  .5-thcilig.  Krone  5-spaltig  mit  geschindelter  Knospen- 
lage, ahfällig.  Slauhgefässe  5,  der  Basis  der  Krone  eingesetzt; 
Träger  oft  verwachsen;  Blütenstauh  in  bestimmt  geformte  Mas- 
sen verbunden  und  den  Drüsen  der  Narbe  anhang'end.  Zwei 
Fruchtknoten  mit  2  Griffeln ,  eine  beiden  gemeinschaftliche 
schildförmig  -  fünfeckige  ]\arbe  mit  drüsigen  Ecken  tragend. 
Zwei  Schlauchkapseln  mit  einem  nathständigcn  später  sich  ab- 
lösenden Samenpolster.    Samen  dachziegelförmig  gereihet,  hän- 


354  ASCIiEPlADEAE.  Cynanchum. 

gend.    Elwciss  dünn.  Keim  gerade,  das  WiuzelcLen  zum  ^Nabel 

Vorkoiiiuien.  Im  GcLiete  mir  durch  eine,  Kallvboden  licbeiulp,  Art 
vertreten. 

Gehalt.  Bi-cchencrreqendc  Substanz,  Ilurz,  ätherisches  Ol,  festes 
fettes  Öl,   Gallertsntire,  Salze. 

U.   IJR.    iQ    Wcrn.    Soc.    I.    IJ. 

Krone  fast  radförmig.  Staubfäden  in  ein  5 -lappiges  Kröii- 
clien  verwaehsen,  dessen  Lappen  zwisehcn  den  Kronzipfeln 
stehen.  Blütenstaubmassen  bauebig,  bangend.  Samen  seiden- 
schopfig.     Geschl.  Syst.  V.  2 

Mehrjalnigc  (A.  1.)  oder  staudige  Kräuter.  Stengel  meistens  vvindend. 
Blätter  gegenständig.  Blütensliele  zwischen  den  Blattstielen  stehend, 
seltener  Idattwinkelständig,  1  —  niehrblütig.  Blüten  doldig,  trugdoldig 
oder  trauhig. 

1.     C   Viiicetoxicum.     Gemeine   Schwalbemi'ura. 

Stengel  aufrecht;  Blätter  herzförmig -eirund,  zugespitzt;  Blüten  in  blatt- 
winhclständigen   einfachen   oder  zusammengesetzten  Döldchen. 

Pers.  Syn.  I.  274.  Chi.  hau.  255.  Koch  Sjn.  II.  5:35.  Asclepias 
Yincetoxicum  LiNN.  Sp.  pl.  314.  Schk.  Handh.  I.  T.55.  Sturm  Deutsehl. 
Fl.  H.  9.     Hayne  Arzneigew.  VT.  T.  30. 

In  Waldungen,  Hainen,  zwischen  Gebüsch  und  an  Hechen,  in  Gc- 
birgs-  und  Ilügelgegenden,  auf  hallssteinhaltigem  Boden,  die  Nordgrenze 
der  Gesanimtverbreitung  westlich  in  Iln.  am  Deister  errclcliend,  östlich 
durch  iWA.  bis  zur  Ostseeküste,  stellenweise  verbreitet.  3Iai  bis  August. — 
September,  October. 

Wiirzclfaserii  lang,  llciscliig,  dick,  nielircic  Stengel  (ragend.  Stengel  1 '/.^  —  2'/2'liocli, 
hisweilen  oben  windend,  mit  einer  gegenstandig  doppelten  Uaarlinie  liezeiclinet.  Blätter 
ganirandig,  kurz  gestielt.  Kronen  weiss,  seltener  gclbbrann  überlaufen.  SclilaucLkapsclu 
lünglieb -spindelförmig,   kaLl. 

GKn^MR:BJLlCnKS. 

Pharmaceutisch-  Jttedicinisches,    Die  fVurzel  offidncll 

(Uadix  Yincetoxici  s.  Uirundinariae.  HvxzE  fVuarenh.  T.33.  F.2.).  For- 
waltende  Bestunilth.  brecheuerretjeiide ,  dem  Emclin  iihnliehe ,  Suh- 
statiz,  Harz  und  ätherisches  Öl.  Anwendung  in  Pulverform  oder  als 
Infusum,  als  Diajjhoretieum  und  Diureticum;  die  Abhochuntj  als  Emetico- 
catharticum  wirkend.  Häufig  als  Thierarznei  im  Gebrauch.  tlbritjens 
als  (fiftartif/e  Pflanze  zu  betrachten. 

VechntSChes»  Der  Stenijel  des  zähen  Bastes  %uetjen  zur  Hanfbe- 
reituntf  nutzbar,  die  Samcnhaärc ,  ffleich  denen  der  Asclepias  syriaca, 
zur  Herstellung  eines    seidenartigen  Stoffs. 

ÖTeonOI/niSChes»     Nur  die  Ziegen  fressen  die  obcrn  Blätter. 

liXII.    APOCYI¥EAE. 

B[W7NJiSWtfnGmMA.UVEGm   PFIiA-NIKN, 

R.    BR.    Prodr.    40}. 

Kelch  5-tbeilig.  Krone  5 -spaltig.  Blätter  5 -spaltig  mit 
schief  gedreheter  Kuo.spenlage.  Staubgefässe  5,  der  Krone  ab- 
wechseln«! mit  deren  Zipfeln  eingeselzt;  Träger  frei;  Beutel 
auf  der  IVarbe  liegend;  Blütenstaub  körnig.  Fruchtknoten  viel- 
eiig^  2,  1 -fächerig  oder  1,  2-fäehcrig;  Griffel  2  oder  1;  eine 
Narbe.    Frucht:  Schlauchkapseln,  Ka2>seln,  PUaumen  oder  Bee- 


viHca.  APOCYNEAE.  355 

ren.  S.ime  eiweissballig.  Keim  gerade,  das  Würzelchen  zum 
Nabel  a;ewandt. 

l/^orliommeii.  Im  Gebiete  nur  durch  eine  Kalkgestein  liebentlc  Art 
repräscntirt. 

Gehalt.  IVicht  hinlänglieh  unlcrsucht.  In  mehrern  ein  tfif'tartiif- 
scharf'er ,  Kautschnck  enthaltender  Milchsaft ,  Gallnssimre ,  ein  bitteres 
Princip  (^Ipocynin)  und  Gerbestoff'. 

f.     VIIVCA.     SMJVJVGnÜW, 

LiNN.    Gen.    n.  29.5. 

Krone  tellerförmig  mit  5-eckigem  Schlünde^  Saumzipfel  schräg 
gestutzt.  _  Narbe  scheibenförmig  mit  einem  darüberstehenden 
sternförmigen  Haarschopf.      Geschl.  Syst.  V.  2. 

Aufrechte  oder  liegende  St.tuden.  Blätter  gegenständig,  immergrün. 
Blütenstiele  blattwinkel  -  und  ■wechselständig,    einzeln,    1- blutig. 

1.    V.  minor.    Kleines  Sinngrün,    Blätter  elliptisch  oder 

lanzettlich,  Relchzipfel  unbehaart;  Stengel  kriechend,  Blütenäste  aufrecht. 

LiNN.  Sp.  pl.  .304.  Chi.  hau.  255.  Koch  Syn.  II.  557.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  7.     Schk.  Uandb.  I.  T.  .51.    Fl.  dan.  t.  1813.    Engl.  bot.  t.  917. 

In  T^^äldern  und  Hainen,  auf  steinigem,  besonders  kalhsteinigcm  oder 
felsigem  Boden  in  schattiger  Lage,  häufig  und  in  stellenweiser  Ausbrei- 
tung den  Bndcn  bedeckend.  April,  Mai,  oft  zum  zweitenmal  im  Sep- 
tember. —    Juni,  October. 

IMcderliegend,  kriechend  und  selten  oder  sparsam  hliiliend.  Blätter  lederartig,  dunkel- 
grün   und    glänzend.       Kronen    gross,    lielllilau ,     selten    violet    oder    weiss. 

GMnMRBT.ICMMS. 

ÖTconontiScheSt  Eine  Zierpflanze  der  Felsenanlar/en  in  Garten. 
Nur  die  Zietjen  fressen  das   Laub. 

Jrss.   Gen.    141. 

Kelch  bleibend.  Krone  4 — 8-spaltig.  Staubgefässe  der  Krone 
abwechselnd  mit  deren  Zipfeln  eingesetzt.  Fi-uchtknote  mit  2, 
thcilweise  oder  ganz  verAvachsenen  Griffeln;  Narben  2  oder  1. 
Frucht  eine  vielsamigc,  1-halb-  2— 4-faclierige,  2-klappige 
Kapsel  (selten  Beere)  mit  wandstandiffcn  Samcnpolstern.  Keim 
gerade,  in  der  Mitte  des  fleischigen  Fiiweisses,  das  VVürzelchen 
zum  Nabel  gcAvandt.  —    Blätter  gegen-  selten  wechselständig. 

Vorkommen.  Die  mehrsten  bodenvag;  einige  kalkhold,  andere  Hu- 
mus verlangend. 

dehalt.  Fast  ohne  Ausnahme  durch  einen  noch  nicht  hinlänr/lich  be- 
kannten, vorzüglich  in  den  ff'urzeln  enthaltenen  Bitterstoff  (Gentianin), 
ausqezeichnet,  daneben  Gummi,  Vorjelleim  — ■;  im  Iv-aute  derselbe  Bitter- 
stoff', Menyanthin,  Essiff-  und  Apfelsäure.  — • 

1.   Gruppe.      MENYANTHEAE.      B ITTJEnUX-JEM- 

Fruchtknote  auf  einer  unterständigen  Scheibe  stehend  oder  mit  Drüsen 
umgeben. 

1.     JflElVW^AIVTHES.     BMWXin  KI,  JE  JE, 

LrlNlV.    Gen.    n.  164.    Art.  ausgeselil. 

Kelch  5-theilig.  Krone  trichterförmig  mit  5-fheiligem,  innen 
bärtigem  Saum.    Kapsel  1-fächerig,  neben  der  Klappennath  auf- 


356  GEJVTIAMEAE.  Lininauthemum. 

reissend.     Samcnpolslcr   in   <lev   3IiUe    der   Klappen.       Gesclil. 

^'Mlliijähiige  Suinpfkiiiuter  mit  goglieaeitcin,  liiieclHiulom,  oI>pii  von 
Rl.-ittsclicideu  Lcdiclitein  StocU.  Blattir  vvceliselsläiKlig,  3  -  scliniUig. 
Scliaft  aufrecht,  eine  einfache  Blütentraul»c  tragend.  Blütenstielchcn  an 
der  Basis  mit  einem  Deel;l>latt  versehen. 

1.  ]?I.  trifoliata.    Gemeiner  Bitterlelee*  Blattahschnitte 

unigehehrteirund-länglieli  oder  länglich;    Blütentrawhe  dichthliitig. 

LiNN.  Sp.  pl.208.  Chi.  han.  260.  Koch  Sjn.  11.558.  Sciik.  Ilandh. 
I.  T.35.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  8.  Fl.  dan.  t.541.  Engl.  hot.  t.  495. 
Hayne  Arzneigew.  III.   T.  14. 

Auf  Wiesen,  an  Teichen  und  Gräben,  auf  Sumpf-  und  Torfhoden, 
häufig.     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Wlirzelstock  «.igercclil,  an  den  Gliciteiungcn  mit  Lingcn ,  starken  Tascrn  lieseUt,  in  den 
schräg  ansteigenden,  kurzen,  runden,  saftigen  Stengel  iiliergelicnd.  Blätter  langgcstiolt, 
Abseliiiittc  lederartig,  glänzend,  seicLt  kerl.ig  -  gcscliwelft  oder  fast  gnnzrandig;  Blaltslicl  an 
der   Basis    sclicidig.       Blüten    kurz    gestielt.       Kronen    « eisslicli  -  rosa. 

GK  ivmr:bz.ichms* 

jPharnt,aceutisch-Jn:edicinischeso     #>«<   lirdut  of'fieinell 

(Ilerha  Trifolii  fihrini).  f'orw  alt  ende  Bcstandth.  bHlerer  Extvactiv- 
Stoff.  Ob  das  vorhandene  Menyanthin  (RliAXDES)  vom  Imdin  verschie- 
den sey,  ist  noehiuufewiss.  yinwendunfj  im  Auf'cpiss  oder  in  Abkochnnfj, 
auch  bisweilen  der  frisch  ausf/epresste  Saft,  als  auflösendes ,  eröffnen- 
des und  antiscorbutisches  Mittel.  Präparate  sind  Extractum  und  die 
jetzt  wenifjer  r/ebräuchliche  Tinctura  T.  fihr.  Als  Thicrarznei  bewährt 
sieh   das   Kraut   besonders  (jenen  Uvanhheiten  der  Schafe. 

Technisches,  Der  Saft  färbt  mit  Alaun  bereitete  Stoße  lebhaft  t/rün. 

ÖTC  anomisch  es»  Die  Blätter  als  Hopfen  amjewandt  t/ebcn  dem 
Biere  ein  auf/enehmes  und  kräftirjes  Bitter.  liie  fJ'urzeln  yetrncknct  und 
(lemalen  können  dem  Getreidenichl  zum  Brote  zur/esctzt  werden.  Das 
f^ieh,    besonders  Schafe,    fressen  das  bittere  liraut  dennoch  gern. 

«.     IiI]?II¥AI¥THi:]?IlJ]fI.     TMECUBIiWJMM. 

OMEL.    Act.    Ijctrop.     17t>!). 

Kelch  5-tlieilig.  Krone  radformlg  mit  bärtigem  Schlünde. 
Fünf  Drüsen  zwischen  den  Stauhget'iissen  an  der  IJasis  des  K  rut-ht- 
knotens.  Kapsel  1 -fächerig,  unrcgelmässig  aiifrcissend.  Sa- 
menpolster an  der  Klappennath.     Geschl.  Syst.   >  •  1. 

Mehrjährige  Wasserkräuter.  Blätter  gegenständig,  lang  gestielt, 
schwimmend.  Blüten  in  sitzenden,  blattvvinkel-  oder  hlattstielständigcn, 
unregclniässigen  Doltlen. 

1.  li.  iiyiniilioides.  Seerosenähnliche  Veichhlunne, 

Blätter  herztörmig- kreisrund;    Blüten  in  hlatt-vvinkelstäudigen   Dolden. 

Link  Fl.  portug.  I.  344.  Chi.  han.  261.  Koch  Syn.  II.  558.  Meuyan- 
thes  nymphoides  Linn.  Sp.  pl.  207.  Sturm  Deutschi.  II.  18.  Fl.  dan. 
t.  339.     Engl.  hot.  t.  217. 

In  Landseen,  Teichen  und  Gräben;  auf  schlammig -sumpfigem  Boden, 
die  Südgrenze  des  Vorkommens  im  Gebiete  in  der  Linie  von  Münster 
(Pr.  fVT),  Dannenberg  (Hn.  Prov.  Lüneb.),  Dömitz  (Mk.)  erreichend, 
häufig  und  meistens  trupp-  oder  hcerdcnweisc.  Juli,  August.  —  Sep- 
tember. 

Stengel  lang  gestreckt,  slielrund,  gal.elllieilig- ästig.  Bläller  der  Nympliaea  alba, 
bcträclillicb  kleiner,  rundlielier  nnd  seicbt  ausgeschweift,  oben  grün  und  glänzend,  i 
bleich -graugrün  oder  rolhlich.  Blüten  schwimmend,  nach  dem  Blühen  unler  die  W.i 
Oäche    sich  zurückziehend,    Kronen    von    1"   im    Durchmesser,    cilronengelb. 


nur 


Sweertia.  «ENTlA^fEAE.  357 

8.  Gruimc-.      OENTIANEAi:  VERAE.     KIGMN TT, I CHE 
ElVXIANGMjyÄ  CHSE, 

Oliiic  uuterstautligc   Scheilie. 

3.     Sll'EERTIA.     »WX.mnVEM, 

I^l^N.    Gen.    u.  3'il. 

Kelch  5-lheiHg.  Krone  radförmig  mit  flaehem  5-tLeillgeni 
Saum,  an  der  Basis  jedes  Zipfels  2  gevvimperfe  Drüsen.  Kaj)sel 
1-fäclierig.      Samen   an    den  Uändern   der   Klappen.       Geschl. 

Mebrentiicils  iiu-hijährlgc  Kräurcr.  Blätter  spatelt'örniig ,  uiiteistc 
meist  ivecliselstäiidig,  obere  oft  gegenständig,  Blüten  in  traubigen  Trug- 
dolden. 

*1.  S.  pereiinis.  Mehrjährige  Sweertie-  Stengel  ein- 
fach; Wurzelblätter  elliptisch  oder  unigehehrteirund -spateiförmig;  Blü- 
tenstiele fast  flügelig-4-kantig. 

LiNN.  Sp.  pl.328.  Koch  Sjn.  II.  5.59.  ScHK.Uandb.  T.58.  Reichenh. 
PI.  crit.  Y.  f.  0X5.     Jaco.  Fl.  austr.   III.  t.  248.     Engl.  bot.  t.  1441. 

Auf  Wiesen,  auf  moorigem  Boden,  im  nordöstlichen  Theile  des  Ge- 
l>iets,  selten  {Lb.  zwischen  Lauenburg  und  Mölln  auf  den  Besenthalcr 
Wiesen  an  der  Stechuitz,  bei  Siebenelchcn  am  Seeburger  Canal  — ;  Mk. 
Schwerin  und  Wendorf,  Sülz,  INeu- Brandenburg  —).  Juli,  August.  — 
September. 

Stengel  '/.^  —  l'/j'  ''Ocl>.  Blätter  ganzrandig,  untere  gestielt,  obere  sitzend.  Bliilcn  in 
einer  endsländigen  Traul.e,  Blütcnstiele  gegenständig,  einfach,  2  —  3-lheillg,  durcU  ein 
Dcckblalt    unterstützt;     Kronen    triilniolet.       Samen   linsenförmig. 

4.     GEJVTIA^A.     MJVZMAJV,- 

I>INN.    Gen.    u.  322. 

Kelch  4— 9-spaltiff  oder  -theilig,  selten  schcidig-2-theilig. 
Kronröhre  eylindrisch  oder  glockig  mit  5  — 9-spalligem  Saum. 
Zwei  Narben.  Kapsel  1- fächerig,  Samen  an  den  Rändern  der 
Klappen.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Ein-  (Art.  4— 6.)  oder  mehrjährige  (Art.  1—3.),  meistens  unbehaarte 
Kräuter.  Blätter  gegenständig,  ganzrandig.  Blüten  end-  und  blattwni- 
helständig,  einzeln,  büschelig,  scheinbar  quirlig  oder  in  traubigen  Trug- 
dolden.    Kronen  blau',  purpurn,  violct  oder  gelb. 

•    Sclilund    der    Krone   nackt. 

1.  €i.  CrilClata.  Kreua-Mnzian.  Blüten  in  Wirtein,  Kro- 
nen 4-spaltig  mit  heulenförmiger  Bohre ;  Blätter  3- nervig,  länglich  oder 
lanzettförmig,    an  der  Basis  verbunden  und  scheidig  umfassend. 

LiNN.  Sp.  pl.334.  Chi.  han.2.j6.  Roch  Syn.  11.561.  Jacq.  Fl.  austr. 
IV.  t.  372. 

Aufwiesen,  Bergtriften  und  an  Ilolzrändern,  auf  trockenem  sonni 
gern  Boden,  die  ]>ordgrenze  der  (europäischen)  Gesainmtverbreitung  in 
der  Linie  von  Darup  (/>,-.  /f.),  Hannover,  Hildesheim  (//n.),  Neu-Bran- 
denburg  {Mk.)  erreichend,    stellenweise.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  ansteigend,  dick,  V2— 1'  '""^'''  ""='*'  ''"''''  angelaufen.  Blatter  genähert  ste- 
hend,  bis  ins  Länglichlincale  au  Bieile  abnebmend.  Krone  ziemlich  kiciu,  innen  azurblau, 
aussen    tief  »iolct.       Staubbeutel    frei.   —       Endhlütc   oft    .5  -  spallig. 

«.  G.  Pueiiiiionaiitlie.  Itungen-JEnzian,  Blüten  ge- 
gen- oder  wcchselständig,  Kronen  5 -spaltig  mit  heulenförmig- glockiger 
Bohre;   Blätter  lanzettlich-lineal  oder  lineal,    stumpf. 

LiNN.  Sp.  pl.330.  Chi.  han.  2:56.  Koch  Syn.  IL  561.  Sturm  De«tschl. 
Fl.  U.30.     Fl.  dan.   t.  2G9.     Engl.  bot.  t.  20. 


358  «ENTIANEAE.  Gentinna. 

Auf  Wiesen  und  Triften,  auf  nassem,  sumpfigem  und  moorigem  Bo- 
den, stellenweise.     August,  September.  —    September,  October. 

Stengel  1'  liocli.  Biälter  am  Ramie  schnacL  unigerollt,  an  der  Basis  zusaiuinenliäiigend, 
unterste  tlurcli  Abnalime  der  Lange  in  Scliujipen  iibergcLenil.  Bluten  am  Stcngelendc  und  in 
den  obern  Blattwinkeln  meist  einzeln  stebend.  Kronen  lang  gestreckt,  tief  kornblumenblau 
mit   Reihen    grüner    Punote.       Staubbeutel    verbunden. 

'3.    G.  acaulis.    Stengelloser  JEnzian.    Stengel  1-blütig; 

Kronen  mit  baurliig  erweiterter  Möhre ;  Wurzclblätter  rosettenartig,  schmal 
elliptiscli  oder  laii/.ettlich. 

LiNX.  Sp.  pl.  330.  Koch  Sjn.  II.  56:2.  Sturm  Deutschl.  Fl.  H.  4. 
Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  136. 

Auf  Triften,  auf  magerm  bergigem  Boden,  sehr  selten  (nur  Pr.  Halle: 
bei  Freiburg  über  dem  Mühlholze,  und  auch  hier  selten).  Juni,  Juli.  — 
September. 

Stengel  '2  —  4''  bocb.  Zipfel  des  keulenförmig- röbrigen  Kelches  der  Kione  anliegend. 
Piese    1 '/j"   lang,    azurblau.       Staubbeutel    liueal,    verbunden. 

*■    Schlund    der   Krone   bärtig. 

1.    €r.  canipestri».    Feld- Mnzian.    Kclchzipfel  ungleich, 

2  äussere  4  —  6  Mal  breiter,  elliptisch,  Kronen  4 -spaltig;  Blatter  eirund- 
lanzettförmig,    -«'uizclständige  spateiförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.334.  Chi.  han.  257.  Kocu  Sjn.  11.564.  Fl.  dan.  t.  367. 
Engl.  bot.  t.237. 

Aufwiesen  und  Triften  der  Berg-  und  Hügelgcgendeii ,  auf  magerm 
meist  kalkhaltigem  Boden,  im  nördlichen  und  mittleren  Tlieile  des  Ge- 
biets häufig,  im  südlichen  allmälig  abnehmend  und  gegen  die  Grenze 
schon  selten.     Juil  bis  October.  —    September  bis  November. 

Stengel  3  —  6"  hoch,  bald  einfach  bald  sehr  ästig  und  vollblütig.  Blätter  klein,  spitz. 
Bluten  mittclgross,  Kronenröhre  vveisslieh,  Saum  bläulich- violet,  INarbe  gespalten  mit  nach 
dem  Blühen  abstehenden  fast  zurückgerollten  Lappeu.  Kapsel  kurz  gestielt.  —  Variirt  mit 
pyramidal  -  ästigem  Stengel,  breitern  und  kürzern  Blättern  (^G.  camp.  v.  chloraefolia  Chi.  han. 
das.),    auch   mit   .^- spaltigen   Kronen. 

5.     €r.  Ainarella.     Bitterer  Xnzian,     Kclchzipfel  fast 

gleich,  liueal -lanzettlich  oder  lanzettlich,  Kronen  5- (4-)spaltig,  Blätter 
eirund    lanzettförmig,  wurzelständige  spatelförinig. 

LiNN.  Sp.  pl.334.     Chi.  han.  258.     Koch  Syn.  II.  565.     Fl.  dau.  t.  328 

(gewöhnliche  Form).  ReICHENB.  PI.  Clit.  II.  f.  2.50  (G.  axillaris ;  kleincrblütige 
zunächst  an  die  Spielart  b.  grenzende  Form),  f.  248  (G.  obtusifolia ;  dieselbe  zivergig 
und    ästig).       Engl.    bot.    t.  236    (grösserblütige    zur    Spielart   C.    übergehende    Form). 

b.  ericetoruni.     Her  sandständige.     Niedriger  und  feinerstengelig; 
Blätter  schmäler,  länger  zugespitzt;    Blüten  kleiner,  Krone  schmäler. 

Chi.  han.  das.      G.  uliginosa   Willd.  Prodr.  11,  berol.    n.  293.      Rei- 
CHENB.   das.  f.  118.  119. 

o.   grandiflor«.     Der  grossblütige.     Ilöhcr   und   stärker;    Blätter 
breiter,  kürzerspitzig;    Blüten  doppelt  grösser. 

Chi.  han.  das.  nebst   der  Form  a.  minor.      G.  germanica   Willd.   Sp. 
pl.  I.  1346.     Koch  das.  564. 

Auf  Wiesen  und  Triften,  auch  in  lichten  Holzungen,  die  llauptart 
auf  feuchtem  aber  auch  auf  trockenem  kalkhaltigem  Boden,  ziemlich  häufig; 
b.  auf  nassem  oder  sumpfigem  Sandboden,  stellenweise;  c.  auf  lockerm 
humosem  Lehmboden,    am  häufigsten.     Aug«ist,  September.—    October. 

Stengel  stets  aulreclit,  meist  reichblütig.  Zipfel  desselben  Kelchs  oft  um  die  doppelte 
Breite  variirend.  Kronen  liolet.  —  Die  Pflanze  ändert  ausserdcu>  ab:  in  der  Hube  sehr 
beträchtlich,  nnd  zwar  bei  säramllichen  Formen  von  2"  bis  1'/./  (mittlere  Hube  der  llaupt- 
form  6",  der  Spielart  b.  2  —  3",  der  Spielart  c.  8'',  .  letztere  auf  magerm  Boden  bei  der 
Gehrdencr  ^Vindmühlc    (Hu.)    2"   hoch    mit    1  —  3   Bluten    und    in    einer  Fichtcnpflanzung   uu- 


Erythraea. 


GENTlAIWfiAE.  359 


weit  Heiligenstadt  (Pr.)  auf  kimiisreichcin  Thonbodcn ,  1 '/j'  hoch,  sehr  astieich,  mit  120 
Blatcu);  ferner  mit  4  — 6-faeh  langem  Knotcnstiicken  des  Stengels  und  hiernach  uahe  oder 
entfernt  stehenden  Blaltpaaren ;  mit  einfachem,  wcnigäsligem ,  oder  von  der  Wurzel  an  pyra- 
midal -  vielasligem  Stengel;  mit  im  Vergleich  zum  Kelche  hürzerer  oder  längerer  Kronröhre; 
mit  einein  von  '/s  ^''^  "^'"  Vi  cingeschniltenen  Kronsaumc  und  mit  spitzen,  zugespitzten  oder 
hreitern,  stumpflichen  Kronzipfeln;  mit  blassvioleten ,  dunkelviolelen  und  gesättigt  blauviolc- 
ten    Kronen,     mit    wcisslichcr    und    gelblicher   Rühre. 

Beinerk.  Bei  dieser  grossen  Veränderlichkeit  möchte  für  die  specifische  Verschie- 
denbcit  von  G.  Amarclla  und  G.  germanica  kaum  mehr  als  der  Unterschied  einer  ungestiel- 
tcn  Kapsel  weiterer  Beobachtung  sich  empfehlen;  wobei  indessen  zu  berücksichtigen,  dass 
auch  bei  G.  Amarclla  die  Kapsel  nicht  völlig  sitzend  ist,  die  Verlängerung  des  Kapselstiels 
hei  G.  germanica  demnach  von  der  Verlängerung  aller  stengel  -  und  stielartigen  Thelle  aus- 
gehen dürfte.  Grosse  und  klelue  Formen  der  G.  campestris ,  welche  indessen  nicht  so  be- 
trächtlich in  der  Hohe  variirt ,  lassen ,  bei  einer  ebcnlalls  nicht  völlig  sitzenden  Kapsel ,  eine 
ähnliche   Verschiedenheit    wahrnehmen. 

•••      Krone   mit   gefransetcn    Zipfeln,    Schlund    nackt. 

e.    G.  ciliata.     Gefranseter  Mnzian,     Blüten  endstän- 

tlig,  Kronen  4 -spaltig  mit  gelVanscten  Zipfeln;  Blatter  lineal  -  lanzettlicb 

""^".ilTsp.  p1.  334.  Chi.  han.  2-37.  Kocu  Sjn.  II.  566.  Sturm  Deutscbl. 
Fl.  11.23.     Jacq.  Fl.  aiistr.  II.  t.  113.         ,„       ,  ,  o  e      ^ , 

Anf  Wiesen  und  Triften  der  Berg-  und  Hugelgegendcn,  auf  feuchtem 
sowohl  als  auf  trockenem  magerm  Boden,  die  Nordgrenze  der  Gcsammtvcr- 
breitung  in  der  Linie  von  Gchrden  (unweit  Hannover),  Uildesheim,  Braun- 
schweig,   Ilalberstadt —  erreichend,    ziemlich  häufig. 

Stengel  4"  bis  1'  hoch,  bogig  oder  leicht  hin  und  her  gekrümmt,  kantig,  meist  einfach 
und  1 -blutig,  seltener  von  unten  auf  ästig  und  mehrhlütig.  Kronen  mittelgross,  trlchtcr- 
fürmiff,    tief  himmelblau. 

GJSUMRBIjICHJES. 

Pharmaceutisch  -  Medicinisches»     Art.  1  --  4    m  nllcn 

Theilen  bitter,  ehedem  of/ieiuell,  jetzt  noeli  als  maijenstarhemlcs  Blittcl 
hei  Mensehen  und  (jenen  Miufeniibel  des   f'iehes  im  Hausnehranch. 

Technische'*»  Die  Blüten  mehrerer,  besonders  der  A.  £.,  sind 
Blau  färben,   wo  es  nicfit  auf  Dauer  ankommt,    anwendbar. 

ÖleonontiSCheS.  Besonders  Art.  1  —  8.  u.  6.  Zierpflanzen  der 
Gärten.  Pferde  und  liiihe  fressen  die  Blätter  in  ErnmnijeluMj  besserer 
Nahrunr/. 

5.  ERlfTHRAEA.  TAUSMJVnGÜIinXiNIinAUT. 

BORKH.    In    ROM.    Archiv   f.    d.    Bot.    I.    30    (1796). 

Kelch  Ö-spaltiff.  Krone  tiicbteiförmig  mit  ö-spaltigem  Saum. 
Staubbeutel  Vacb^ dem  Verstauben  scbraubenformig  gewunden. 
Narbe  2-lapplg  oder  kopfförmig.  Kapsel  ^  "^l«»',  f«4»T  V  I" 
cbcrig,  Samen  an  den  Rändern  der  Klappen.    Geschl.  Syst.  V.  Z. 

Ein-  (A.  3)  oder  2-iahrige  (Art.  1.  2.)  Kräuter  mit  aufrechtem  mei- 
stens gahelästigem  Stengel.  Blätter  gegenständig.  Blüten  in  meistens 
endständigen  gabeltheiligcn  Trugdolden,  oder  Doldentrauben,  sitzend  oder 
gestielt.     Kronen  roth,   gelb  oder  weiss.  ,     •-,  ,^^ 

1.     E.   eeiitaiirium.      Gemeines    Vausendgulden. 

leraut.  Stengel  einfach,  4-ka..tig;  Blätter  5-nervig,  eiriind-oyal,  un- 
terste oval -spateiförmig;  Doldentraube  endständig  aus  gle.chhohen  hu- 
scheligen Trugdöldchen  zusammengesetzt,  Kronrohre  fast  doppelt  so 
lang  als  der  Kelch,    Saumzipfel  rundlich -eirund.  „    rar       r 

1»ERS.  Syn.  I.  283  (1805).  Chi.  han.  259.  Koch  S/"-  "•  '^'^p,  ^''"" 
tiana   Centaurium   LI^^.  Sp.   pl.  332.      Schk.  Ilandb.  I.    f.  59.      Fl.  dan. 


360  C^ENTIANEAE.  Erythraea. 

t.617.  Chiionia  Ccutauriuin  Schmidt  Tl.  boli.  I.  n.  130.  SruniM  Dcutschl. 
Fl.  II.  12.     Engl.  hot.  t.  417. 

b.  capitata.   Jias  gedrängtblätige.   IMicdriger;  Trugdöldclien  liopf- 

aitig  diclitblütig. 

Koch  das.     E.  capitata  Rom.  et  Schult.  Syst.  veg.  IV.  163.     Fl.  daii. 

t.   1814    (E.    litoralis;     wie   Blutenstand    und    Blattform    beweisen    zu   E.    Ccntaurium    und 
iiic-lit    zu    E.  liiiarifolia    gehörig). 

In  lichten  Waldungen,  zwischen  Gebüsch  und  auf  Triften,  auf  son- 
nigen» trochenem  Boden,  ziemlich  häufig.  Juni  bis  August. —  Septem- 
ber, Octobcr. 

Stengel  1'  lioch,  steif,  aufrecht,  durch  heralilaufende  rSäthe  kantig,  nehst  den  BlUltcrn 
unlieLaart  und  glatt,  in  ein  gestieltes  Triigdöldchen  endigend.  Angegebene  Form  der  Steu- 
gclbliilter  lanzetlfürniig-liinglieb  und  lanzettfürniig  —  der  rosettenartig  stehenden  Wurzel- 
blattcr  unigekchrtcirund- länglich  und  l.inglich  abändernd.  Blüten  genähert  stehend.  Kronen 
rosenroth.    • — •      Die    Spielart   6  —  8"   hoch. 

«.    E.  liiiarifolia.   Schmalblättriges  Vausendgül. 

denleraut*  Stengel  einfach,  4-l.anlig;  Blätter  3-nervig,  am  IVaiule 
scliärllich,  lineal  oder  lineai -länglich  ,  stumpf,  unterste  lineal  -  spatelför- 
niig;  Trugdolde  endständig,  aus  Trugdöldchen  mit  rispig  -  ungleichen 
Blütcnstielchen  zusammengesetzt;  Rrouröhre  kaum  länger  als  der  Kelch, 
Saumzipfel  eirund,    spitz. 

Pers.  Syn.  I.  283.     Chi.  hau.  2-59.     Koch  Syn.  II.  5GG.     Reicuekb.  PI. 
crit.  t.  88.     Fi.  compressa  Hayine  in  Kunth  Fl.  berol.  65. 
b.   capitata.     Bas  gedrängtblütige.     Niedriger;    Trugdolde  kopf- 
artig dichtblütig. 

Chironia  litoralis  Engl.  bot.  t.  2305. 
Auf  Triften  am  Nord-  und  Ostscestrande ,  auf  salzhaltigem  Sandbo- 
den, häufig  und  meist  truppweise;  im  Binnenlaiide  im  inittlern  und  süd- 
lichen Theile  des  Gebiets,  auf  sandigem  salzhaltigem  Boden,  selten  (Hu. 
Süddünen  der  Insel  Baltriiin,  Inseln  INordernei,  Boihum;  Ol.  Insel  Wan- 
geroge;  M/>-.  Warnemünde,  Dassow. — ■  Pr.ff'.l —  iV.  Aschcrrslebcn,  Ase- 
leben.  Artern,  zwischen  Stassfurt  und  Bernhurg  — ;  Halle:  Wiesen  bei 
llüblingen.     Exemplare  aus  dem  Binnenlande  sah  icli   nicht). 

Stengel  meistens  biisclielig,  ans  liegender  Basis  bogig  ansteigend,  oder  c_lnzeln  und 
gerade,  4  —  6",  hüclistcns  8"  lang,  unten  an  den  Kanten  nebst  den  BlatlranderiT  >on  feineu 
knorpeligen  Zähnchen  schärflieb,  nach  oben  glatt,'  in  eine  sitzende  Blüte  endigend,  zu  deren 
beiden  Seiten  die  gestielten  Trngdoldchcn  sich  erbeben.       Wurzelblättcr  rosettenarlig  gedrängt. 

Blüten   locker   siebend.       Kronen    blass   rosenroth.  —      Die  Spielart,    deren  sämmtliche  Blüten 

in    1    Kö])fc]icn    zusammengezogen    sind,     I '/j — -"   hoch. 

3.    E.  rainosij^siina.     Vielästiges  Tausend  gülden. 

Tcrawt*  Stengel  scharf  4 -hantig,  in  sperrige  Äste  sich  auflösend;  Blät- 
ter 5-nervig,  eirund,  wurzelständige  umgeliehreirund ;  Saumzipfel  der 
Krone  eirund -lanzettförmig. 

Pers.  Syn.  I.  283.  Chi.  han.  259.  E.  pulchella  Fr.  Nov.  11.  suec.  II. 
30.  Fl.  dan.  1. 1637.  Chironia  pulchella  Willd.  Sp.  pl.  I.  1067.  Engl. 
bot.  t.  458.  C.  inapcrta  Willd.  das.  1069.  IIavne  Arzneigew.  I.  T.  30. 
Gentiana  Centauriuin  ß.  Link.   Sp.  pl.  333. 

Auf  Wiesen  und  Triften,  auf  feuchtem  sandigem  auch  auf  lehmigem 
Boden,  stellenweise  durch  das  Gebiet.  Juni  bis  August.  —  September, 
October. 

Aufrecht,  2  —  4"  hoch.  Stengel  abgekürzt,  durch  diesen  überragende  fast  gleichbobe 
Äste  einen  runden  Büschel  bildend,  selten  wenigästig  oder  einfach,  in  eine  kiirzgcsliclte 
Bliilc  endigend,  zu  deren  beiden  Seiten  die  mehrfach  gabcllbeiligen  Aste  sich  erbeben. 
Blüten    locker,     kleiner    lyid    scbniälcr    als    an    Art.    1.    n.  'i.  ,     rosenroth. 

Pharmaceutisch-Medicinisches.     f'on  A.  t.  das  Kraut 


Cioendia.  «ENTIANEAE.  361 

oder  die  blühenden  Spitzen  officinell  (Herba  s.  siiminitates  Ceiitauiii  iiii- 
iioris).  Forwaltende  Bestandth.  bitterer  Extructivstoff  (Gcntianin? 
vielleicht  nach  HULOXG  ein  eifjenes  Alkaloid ,  Centaurin  von  ihm  be- 
nannt). Anwendung  im  Auf'tjuss  und  in  Pulverform,  als  magcnstür- 
kcnde.i ,  schtveisstreibendes,  auch  bei  fVcchselfiebern  wirksames  Mittel, 
als  Theeauffjuss  in  häufigem  Haus  gebrauch.  Präparat  ist  Extractuin 
Cent.  min.  —  A.  2.  besitzt  dieselben  Kräfte  und  wird  in  Apotheken  der 
Iiusten(jegenden  für  A.  1.  eingesammelt.  Der  Extract  derselben,  mit  dem 
von  Aitcmisia  iiiaritinia  zu  gleichen  Theileu  vermischt,  ist  dort  ein  ma- 
genstärkendes  IlausmitteL 

Technisches  u.  OJconomisches*    Das  Kraut  von  Art.  1.  u.  2. 

der  fVolle  eine  haltbare  gelbe  und  der  Leinwand  eine  grüngelbe  Farbe 
uiillheilend.  Auch  enthält  es  Gerbestoff,  und  kann  dem  Biere  statt  des 
Hopfens  zurjesetzt  ^Verden.  Vom  f'ieh  wird  es  der  ungemeinen  Bitter- 
keit wegen  nicht   gefressen. 

6.     eiCE]!¥DIA.     FAUJEWKBAUT. 

ArANS.    Farn.    a.    pl.    II.    i)03. 

Kelch  4-zähniff.  Krone  trichterförmig  mit^4-  iheiligeui  Saum. 
Slaubheutel  rundlich.  INarhe  kopfförmig.  Kapsel  i-  oder  halh 
2-fächerig:.  Samen  an  den  Rändern  der  Klappen.  (lesclil. 
Syst.   IV.   1. 

Eiiijäbrige,  niedrige,  zaitc,  fatlenstengelige  IViäuter,  mit  Ivleincu  Blü- 
ten tiHtl  gellten  oder  rosenl'arhcnen  Kronen. 

f.    C.  filiforinis.    Sand- JFadenJeraut.     Äste  1-hlütig; 

untere  IJlätter  lineal- lanzettlich,  obere  lanzettlieh-ptiiemcnförniig;  Blii- 
tcnstiele  verlängert,    Reiche  glochig  mit  eirnnden,    spitzigen  Zähnen. 

Rkichenb.  Fl.  excurs.  421.  Chi.  han.  2G0.  Koch  Syn.  IT.  56G.  Mi- 
crocala  fililormis  Link  Fl.  port.  I.  359.  Exacum  lilil'ormc  WiLi.n.  Sp. 
pl.  T.  G38.  UooK.  Fl.  lond.  Fase.  II.  t.  86.  Engl.  bot.  t.  235.  Gentiana 
filitormis  LiNN.  Sp.  pl.  335.     Fl.  dan.  t.  324. 

Auf  Triften  und  Heiden,  auf  feuchtem  Sand-,  Moor-  und  Torfboden, 
im  nördlichen  Theile  des  Gebiets  die  Südgrenze  der  A^erbreitung  in 
Deutschland  in  der  Linie  von  Birhenfeld  an  der  Nahe  (jenscit  der  Ge- 
bietsgrenze), Paderborn,  Hannover,  Grabow  (Mk.),  erreichend,  häufig 
(südlichste  Punete:  Pr.  fV.  Paderborn;  Hn.  Yarenwald  bei  Hannover, 
Missburg,  Alt -Warmbücher  Moor;  Mk.  Grabovv,  Neustadt).  Juli,  Au- 
gust. —    August,  September. 

Stengel  l'/o  —  4"  hoch,  aufreclil,  scLr  zart,  einfach  oder  von  unten  auf  ästig,  unI)C- 
Jiaart  uuil  weuigMaltrig.  Blätter  etwas  fleischig.  IMiiten  einzeln  auf  1  —  1 '/.."  langen,  4- 
hauligcn,  nackten  Stielen.  '6  —  4'"  lang.  Kelehzahnc  gekielt,  «cisshäutig  gesäumt.  Krone 
<iopi>elt   so   lang   als    der   Kelch,    mit   ausgebreiteten    Zipfeln,    gesättigt   gelb. 

liXiv.   poi.c:]?ioi¥IA€s:ai:. 

I.IIvnL.    Svn.     1{J8. 

Krone  5-spalfig  mit  geschindelter  Knospenlage.  Stauhge- 
fässe  5,  der  Krone  al)wechselnd  mit  deren  Zipfeln  eingesetzt. 
Fruchtknote  3 -fächerig,  wenig— vieleiig,  mit  mlttelständigcn 
Sameiipolstcrn.  Ein  Griffel  mit  3 -spaltiger  Narbe.  Kapsel  3- 
klappig;  Klajipcn  in  der  Mitte  scheidcvvandlragend  oder  mit 
einer  vorlretcndcn  Rippe  versehen,  SamenpolsTcr  zu  einer  3- 
seitigcn  Mittelsäule  verwachsen,  deren  Kanten  den  Scheidewän- 
den oder  Rippen  anhängen.  Keim  gerade  in  hornigem  EiweisSj 
das  Würzelchen  zum  Nabel  gewandt. 


362  GENTIANEAE.  Polemonium. 

Vorkoiiiiiien.     Nur  diircb  eine  Art  bei  uns  vertreten. 
Gehalt.     Unbekannt. 

1.     POIiEITIO^IUIfl.     XiJSITEnBXiATT. 

I.INN.    Gen.     n.  217. 

Kelch  ö-spaltlff.      Krone  Irichterarlig-radförrnig  mit  o-lap- 

1)igein  Saum,  Scliluiul  cliireh  die  schuppeiirörmig  hreilerc  ])C- 
laarte  Basis  der  Staubfäden  geschlossen.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  wecliselständig,  fiederscbnittig  mit  gc- 
trenntou   Aljseliuilten.      Blüten   dohlentranltig. 

'1.   P.  coernleiiiii.   Blaues  EdCiterblatt,    Rlattuhscbnitte 

eirund -Innzeltl'ürniig,  unlieliaart ;  Jtlüten  in  sjiäter  rispig  verlängerten 
driisenlianrigeu  üoldentrauben,   Kelche  länger  als  die  Kronröhre. 

LiNN.  Sp.  pl.  162.  Chi.  hau.  261.  Kocii  Syn.  II.  568.  Sciik.  Ilandb. 
I.  T.88.     ri.  dan.  t.255.     Kngl.  bot.  t.  14. 

Auf  Wiesen  und  ofl'enen  Plätzen,  auf  feuelilcni  oder  sumpfigem  Bo- 
den, in  den  Gebirgswaldungen  des  südlichen  und  öslliehen  Harzes,  sel- 
ten und  vielleicht  nur  verwildert  {Iln.  Ilfeld  — ;  Pv.  im  Bodetbal  unter 
der  Ileuscheune  — ;  Br.  am  Kronstciu  und  unter  der  Bielshöhle  Lei  llü- 
beland). 

Stengel  1 '/j  —  2'  Iiocb,  sleif  aiifrcclit,  BLittaliscIiniUe  vielpaarig,  fast  gegenständig, 
dicht  und  schief  gestellt,  ganzrandig.  Blüten  etwas  gedrängt  stehend,  Keleh2ij>fcl  lanzett- 
lich.      Kronen    himinelhlan ,    Zipfel    ansgelireilet. 

GE  irERBZieiTES . 
ÖTeonomiSCheSt     Eine  schöne  Zierpflanze  der  Gärten. 

liXV.    €OI¥VOIi  villi  A€EAE. 

JUSS.    Gen.    132. 

Kelch  5-spallig.  Krone  abfällig  mit  5-spaltigcm  Saum  und 
fällig -zusammengedrehelcr  Knospcnlagc.  Slaubgefässe  dem 
Grunde  der  Krone  abwechselnd  mit  deren  Zipfeln  eingeselzt. 
Fruchtknote  meistens  auf  einer  unterständiffen  ringartig  vovlrc- 
tenden  Scheibe  stehend,  2—4-,  selten  1- fächerig,  Fächer  mit 
1  oder  2  aufrechten  Eichen.  Ein,  bisweilen  gelheiltcr  ,  selte- 
ner 2  Grilfcl.  Kapsel  2— 4-fächerig.  Scheidewände  unvollstän- 
dig, an  der  3Iillelsäule  bleibend.  Samen  am  Grunde  der  in- 
nern  Scheidcwandwiukcl  befestigt.  Eiweiss  gering,  schleimig. 
Kcimlai)pcu  runzelig,  das  AVürzelchen  zum  i>'abcl  gewandt.  — 
Oft  windende  und  Milchsaft  führende  Pflanzen.  Blätter  wechsel- 
ständig oder  nicht  vorhanden.  ,.  ,       , 

1/orkoiiiuieii.     Tbeils  bodenvag,  theils  Ries,  tbeils  Salzgehalt  liebend. 

Gehalt.  In  den  fVnrzeln  hnrtharzigc  scharfe  Stoffe,  ein  nicht  hin- 
läntjlich  bekannter  Extractivstoff',  Slärkmehl,  Gummi.  —  Übritjens  ^ijif'el- 
und  Essigsäure ,   flüchtiges  Öl,    Bitterstoffe. — • 

1.  Gruppe.      aENUINAE.      EIGEIV TZICUJE    WlJVnXlX. 
GMlVÄCnSE. 

Stengel  mit  Blättern  verseben.     Kapseln  längs  aufspringend. 

1.     COJVVOIi  Villi  US.     IVIJXUM. 

lilNN.    Gen.    n.  21Ö. 

Krone  ffloekig-trlchterförmig,  eckig-5-lanpig  mit  5  Falten. 
Griffel  ungetheilt  mit  2  Narben.  Kapsel  2-4  -fächerig,  Fächer 
2-samig.     Gcschl.  Syst.  V.  1. 


Cuscuta.  CONTOrVUl-ACEAE.  363 

Melirjälnige  Kräuter  (Art.  1 — 3.)  otler  Stauden,  tlieils  mit  IJegeiuleni 
liriecheudem  oder  -windendem  Stengel.  Blätter  wechselständig,  ganz, 
selten  lappig,  eingesclinitteu  oder  gctbeilt.  Blüteustiele  blattwinkel  -  und 
endständig,  1  —  mebrblütig. 

1.    C  apvensis.    JLcleer-  Winde»     Blätter  pfeilfömiig  mit 

seitlich  abstehenden  sieb  verschmälernden  Öhrchen;  Deckblätter  von  der 
Blüte  entfernt. 

LiNN.  Sp.  pl.218.  Chi.  han.  262.  Koch  Syn.  II.  569.  Fl.  dan.  t.  459. 
Engl.  bot.  t.  5-29. 

Auf  Äckern  und  Gartenländcreien,  auf  Boden  jeder  Art,  überall  ein- 
gcl)ürgcrt.     Mai  bis  Juli. —    August,   September. 

INiederlicgenil  uutl  am  Boden  sieb  foitwiiidend ,  fcahl'  oder  zariLaarig.  Blätler  seLmäler 
und  breiter,  Blattöbrcbcn  stumpf  oder  sjiitz.  BlUtensticle  meist  1  -  bliilig.  Blüten  mandel- 
artig riecbend.  Kronen  \reiss  oder  blass  fleiscbfarbcn ,  Falten  biswericn  aussen  grün.  Kapsel 
durcb    Randtbcilung   in    2    Klappen    aufspringend. 

Ä.  C  seilium«.  ^aun-W^inde.  Blätter  pfeilfömiig  mit 
winkelig  abgerundeten  Öhreben;  Kelch  von  2  herzförmigen  Deckblättern 
eingeschlossen. 

LiNN.  Sp.  pl.218.  Chi.  han.  262.  Koch  Syn.  II.  568.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.38.     Fl.  dan.  t.  458.     Engl.   bot.  t.  313. 

An  Zäunen,  Hecken  und  im  Gebüsch,  auf  feuchtem  oder  sumpßgem 
Boden,  häufig.     Juni  bis  September.  —     August  bis  October. 

Links  windend  4  —  ü'  bocb  emporkletternd.  Blüteustiele  4 -kantig,  1- blutig.  Kronen 
doppelt  so  gross  als  an  A.  1.,  rein  weiss,  ohne  Geruch.  Kapsel  in  uorcgelmässigen  Längs- 
ritzen   aufreisscnd. 

"3.    C.  $4oldaitella.    Meerstrands-Winde»    Blätter  nie- 

renförmig,   winkelig-seichtgeschweift,    Blütenstiele  geflügelt-kantig. 

LiKN.  Sp.  pl.  226.    Chi.  han.  262.     Kocu  Syn.  II.  569.    Engl.  bot.  t.  314. 

Am  Sord-  und  Ostseestrande,  auf  salzhaltigem  Sandboden,  sehr  sel- 
ten und  intcrmittirend  (Of.  Insel  Wangeroge — ;  iWA.  Warnemünde).  Juni, 
Juli.  —    September. 

]%'iederl legend.  Stengel  kurz  und  wenigblütig,  meist  rötbücb  angelaufen,  nebst  den 
Blättern  flcisebig.  Deckblätter  etwas  vom  Kelebe  abgerückt,  gross,  eirund,  stumpf.  Blü- 
ten etwas  kleiner  als  an  A.  2.  Krone  mcbr  glockenförmig,  fleisclifarben  mit  gelbgrünlicbcn 
Falten.      Kapsel    kugclig-4 -köpfig.      Samen    gross,    eckig. 

GM  WMRB1.ICHMS, 

ÖTCOnomiSCheS*  Art.  1.  u.  2.  schädliche  Unkräuter ,  ersterc  auf 
Äckern  und  letztere  besonders  in  Gärten  und  an  Hecken.  Die  fVurzel 
der  letztern  wird  von  Schweinen  f/ern  (/ef'ressen. 

2.   Gruppe.      Cr§CUTINAE.      WAÜMJV SEinjENT. 
GM  nÄ  CJBEISM. 

Stengel  blattlos.     Keim  schneckenförmig  gedrehet,  ohne  Keimblätter. 

».     CUSCUTA.     FJLnEJVSJEMnJE, 

LiNN.    Gen.     n.    170. 

Kelch  4  — 5 -spaltig.  Kronen  ^^locken-  oder  krugförmig-, 
4— 5 -spaltig.  (irifl'el  2  oder  l.  Kapsel  rund  um  aufspringend 
Gcschl.  Syst.  IV.  2. 

Einjährige,  fadenförmige,  nach  dem  Keimen  in  der  Erde  an  andern 
Pflanzen  sich  fortwindende  und  vermittelst  Saugwarzen  schmarotzende 
Kräuter.  Blüten  auf  mehrfache  Weise  gehäuft.  Sämmtliche  Arten  des 
Gebiets  mit  schuppenförmigen  Blättchen  in  der  Kronröhre  unter  den 
Staubgefässen  versehen. 

1.    C  eiiropaea.    Gemeine  Fadenseide»    Ästig;  Krön 


364  CONVOLVUE.ACEAE.  Cuscula. 


röhre  walzig,  so  lang  als  der  Saum,  mit  aufrecliten  der  Ilülire  anlie- 
genden  Schuppen;    Griflel  nicht  langer  als  die  Krone. 

LiNN.  Sp.  pl.  180.  «.  Chi.  han.2G:i.  Koch  Sjn.  11.  569.  Scuk.  Ilandb. 
T.  27  (ohne  Scliiippcn).  Sturm  üeutschl.  Fl.  H.  10.  Keicuenh.  PI.  crit.  t.  497. 
Engl.  Jiot.  t.  378  (oLnc  ScLui.pcD).  C.  major  De  Cand.  Fl.  IVane.  II.  644. 
l'rodr.  IX.  452. 

Schmarotzend  auf  IVesseln,  Disteln,  Weiden,  Hopfen,  Hanf  u.  s.  w., 
auf  feuchtem  oder  schattigem  Boden,  häußg.    Juli,  August. —   September. 

INicLt  seilen  4  —  5'  hoch  cmporklcttcrnil.  Slengel  scUwaeli  bindfailenilicl; ,  glasailig 
glänzend  und  gelblicli  -  rütlillcli.  Bliitcnknäuel  dicLt,  mit  DeeliblaU,  »ciss  oder  sch^aeli- 
lutlilicli.  Sclin|ij)en  fingerig  geschlitzt.  Griffel  von  der  Basis  an  schwach  anscinanderlrc- 
tcnd.       Kapsel    rnndlieh  -  eirürniig. 

Bcmerli.  Scuk.  und  Smith  gehen  auch  in  der  Beschrcihung  ausdrüclilirh  an,  dass 
keine  Hronschnppen  vorhanden  wären,  «onach  es  wahrscheinlich  wird,  dass  diese  nicht  immer 
zur    Anshildnng    Icommen. 

13.    C  Epitliyniuni.    Meid- Wadenseide*     ^stig;  Krou- 

röhre  walzig,  so  lang  als  der  Saum,  durch  die  zusammenneigenden  Schuji- 
pen  geschlossen,    Griflel  länger  als   die  Krone. 

LiNM.  Syst.  veg.  ed.  Murr.  140.  Chi.  hau.  263.  Koch  Svn.  II.  569. 
Reichekb.  im.  crit.  V.  t.  499.  Fl.  dan.  t.  427.  Kngl.  bot.  t.  55  (conf.  p.378.). 
C.  curopaea  ß.  Likn.  Sp.  pl.  180.  C.  minor  De  Cand.  Fl.  frane.  II.  644. 
Prodr.  IX.  453. 

Schmarotzend  meistens  auf  Heide,  Quendel,  Ginster  u.  s.  av.,  auf 
trockenem  sonnigem  Boden,  vorzüglich  in  den  heidigen  Ebenen  häufig  in 
stellenweiscr  Ausbreitung  den  Boden  überziehend. 

Tcinfadig,  meist  dicht  »erweht,  purpurn  -  seidenglänzcud.  Blüten  doppelt  lilcincr  als  an 
A.  1.,  in  wenigblütigen  Knäueln,  auch  wohl  zu  2  oder  einzeln,  blasspurpuru.  Schniipeu 
rundlich,     gelranscl.        GrilVel    nur    oben    hopig    anseinandcrgespcrrt. 

3.  C  Epililiuni.  JL ein- Fadens eide.  Einfach;  Kron- 
röhre fast  hügelig,  doppelt  so  lang  als  der  Saum,  mit  aufrechten,  der 
Röhre   anliegenden  Schuppen,    Griffel  so  lang  als   die  Krone. 

Weihe  Archiv  d.  Apothehervereins.  51.  Chi.  hau.  263.  Kocu  Syn. 
11.571.     Beichekb.  PI.  crit.  V.  t.500.     Fl.  dau.  t.  1987. 

Schmarotzend  auf  Lein,  mit  welchem  sie  wahrscheinlich  eingeführt 
ist,    ziemlich  häufig.     Juli,  August.  —    August,   September. 

Stark  zwirnsladendick,  hlassgrnn.  Blüten  der  Grosse  nach  zwischen  Art.  1.  u.  2.  ste- 
llend. Schuppen  kurz,  hreit,  im  stumpfe  Fransen  zerschlitzt.  Griflel  gerade,  späterhin  von 
einander    gerichtet.       Kapsel    kugelig. 

*4.  C;.  inoiiogyna.  Jßingriffelige  Fadenseide,    Istig; 

Blüten  unterbrochen -ährig,  verwachsen  -  1 -grillelig;  Krouröiirc  walzig, 
doppelt  so  lang  als  der  Saum,  mit  aufrechten,  der  Uöhre  anliegenden 
Schu|)pen,    Griflel  eingeschlossen. 

Yahl  Symb.  II.  32.  Koch  Syn.  11.  570.  Heichenb.  PI.  crit.  V.  t.  498. 
C.  lupuliformis  Kroch.  Fl.  sil.  261.  t.36. 

Schmarotzend  in  Gebüsch,  besonders  an  Weiden,  bis  jetzt  nur  in 
Lb.  (Trittau)  angetrofl'en.     Juli,   August.  —    September. 

Dicksfengelig,  farblos  -  hlass  oder  gelblich.  Blüten  grosser  als  »on  A.  1.,  an  den  Eji- 
dungen  des  Stengels  und  der  Äste  in  2  —  4 -blutigen  Knäueln  ähren  -  oder  traubenartig 
einander  genähert,  sehwach  gestielt  und  von  einem  Deckblatte  unterstützt.  Schuppen  sehr 
klein,    2-lhcilig,    beiderseits    meist   3 -spaltig. 

C  suaveolens  Sekinge  Ann.  d.  scienc.  phys.  etc.  III.      C  hassiaca  Tfeifer  Bot. 

Zeit,  »on  MOHL  u.  ».  ScHLECHTEND.  I.  706.  iu  rochrcrn  Gegenden  (//,v.  Cassel  zwischen 
Schönfeld  und  Wahlershansen ,  am  Kralzenl.crge,  Wilzenhansen  an  der  neuen  Gerlenbachcr 
Strasse  — ;  //»l.  Gottingen  am  kleinen  Ilagen;  /*,-.  Halle  an  der  Magdeburger  Eisen- 
bahn— )  auf  Mcdicago  sativa  schmarotzend  augetrofl'cn ,  bald  aber  wieder  \erschwnnden ,  ist 
mit   dem    Samen    dieser   yoa   Chili    eingeschleppt,    nur   als    verirrte   rilanzc   zu   hclrachtcii. 


Asperugn.  BORRAGIB^EAE.  365 

ÖICOnomiScHeS»  SUmmtUch  Unhrimter,  von  denen  jedoch  nur 
Art.S.  u.  4  (letztere  wo  sie  auf  Hopfen  schmarotzt)  dem  Landbaue  nach- 
thcilig  werden. 

liXTI.     BORRAOITVEAE. 

B  Onn  JE  TS  CBAMTMG  JE   {UAUMBMjÄrOPJ^JiGX) 

PJFJjJLJVZJRJV, 

Jlss.   Gen.   128. 

Kelch  5-  (selten  4-)  spaltig  otler  -thcllig.  Krone  o-spaltig, 
meist  regelmässig.  Stauhgefässe  der  Krone  abwechselnd  mit 
<leren  Zij)f'eln  eingesetzt.  Frnelilkn'otc  anf  einer  nnterständi- 
gen  Scheibe  stehend,  ans  2  zweifächerigenj  mehr  oder  weniger 
getrennten,  Fruchllheilen  (einem  vordem  und  einem  hinlern) 
bestehend.  Fächer  l-eiig^  zusammenhängend  oder  getrennt. 
Eichen  hängend.  Ein  Griffel  in  der  Mitte  der  Fruehltheile. 
Vier  vom  Kelch  eingeschlossene  JXüssehen.  Samen  ohne  Ei- 
weiss  mit  geradem  Keim,  das  AVürzelchen  nach  oben  gekehrt. — 
Blätter  wecliscisländig,   ohne  IVebenblätter. 

l/^orkoninien.  Aide  Kies  iiml  Sand  verlangend,  manclie  bodenra«;, 
•wenige  Kalkliold.  Wit  wenigen  Ansnalmien  nur  die  niedrigen  nnd  niittel- 
holicn  Gegenden  liewohnend,  oft  in  geselligem  Zusammensein  verbreitet. 

Gehalt.  Ätherische  Öle  fehlen  meistetis.  Sehleim,  dann  Kieselerde, 
scheinen  vorwaltende  Bestandtheile ,  ferner  Halksalze ,  Säuren,  Färbe- 
stoffe, Harz.  —  IVenitje  im  Verhültniss  zur  ^rtenzahl  der  Familie  fin- 
den,  des  indifferenten  Gehaltes  ruerjen,  noch  arzneiliche  Anwendunfj. 
Über  narkotische   ffirkunt/en  einifjer  fehlen  sichere  Aufschlüsse. 

1.   Gruppe.      CirNOGLO§SEAE.     JEVfNn  SXTJX  GMX. 
GMIVÄCMSE. 

Vier  ]>üsse,    der  Kasis  eines  ausdauernden  Griflels  angewachsen. 

1.     AII^PIIRUCiO.     ISCB[ÄnFI,M]¥G, 

LlNlv.    Gen.    u.   189. 

Nüsse  niedergedrückt,  mit  ihrer  sehmalen  Seite  dem  Griffel 
angewachsen.  Kelch  nach  dem  Blühen  sich  ver^rössernd,  mit 
parallel  zusammengedrückten  flachen  Lappen.     G.  Syst.  V.  1. 

Einjährige,  ästige  Kräuter  mit  länglichen  Blättern.  Blüten  an  deu 
Blattvsinkeln  stehend,  sehr  hurz  gestielt,  später  zurücKgekrümmt.  Kro- 
nen klein,    röthlich-hlau. 

1.   A.  procunibens.    JLiegender  Schärfling,    IVieder- 

liegend,  ausgehreitet -ästig;  Blütenstiele  zur  Fruchtzeit  zurückgehogen, 
Kelche  huchtig-gezähnt. 

LirvN.  Sp.  pl.  193.  Chi.  han.  275.  Koch  Syn.  II.  571.  Schk.  llandh. 
I.  T.31.     Fl.  dan.  t.  552.     Engl.  hot.  t.661. 

An  Mauerwerk,  auf  Schutt  und  auf  behaueten  Ländcreien  ,  auf  dür- 
rem sonnigem  Boden,  stellenweise  und  unbeständig.  April  bis  Juni.  — 
Juli  bis   Septemlier. 

Slengel  1  —  l'/o'  lang,  2- llicilig- langästig ,  diucli  riickwärls  gcriclilctc  feine  Staclieln 
rauli.  Bläller  staclielhorstig-gewimpcrf ,  gestielt,  obere  in  die  Dasis  verseliinälert  nnd  sitzend. 
Blüten    den   Itlattern    zu    'J  —  3   gegenüberstellend.       IVüsse    fein    knorpelwarzig. 

GE\rEnBI.ICMKS. 

Ökonomisches*     Das  liraut  juntj  als  Salat  und  Gemüse  es.ibar. 


366  BORRAGINEAE.  Erhinosperniiim. 

SWARTZ    in    I.EIIM.    Asperif.     11.3. 

Nüsse  3-kanlIg,  am  Rande  weicli^slachclig',  mit  der  Riiclien- 
kante  dem  GrilVei  angewachsen.  Krone  präsentirlellerformig. 
Geschl.  Syst.  V.  1. 

Zwei-  (Art.  1.  2.)  oder  niebrjälirige,  oft  grauliaarigc,  meist  aufrcclitc 
Kräuter,  mit  längüclicn,  lanzettlormigcii  oder  liiiealen  Blättern.  Rliiten 
in  meist  clecl;l»iättrigen  Trauben,    vergissnieinnichtartig,    Kronen  l>lau. 

1.  E.  liappiila.  Gemeiner  Mgelsame»  Fruclitstiele  auf- 
recht,   IXüsse  mit  2  Reihen  Aviderhaliiger  Stacheln  am  Rande. 

Lehm.  Asperif.  121.  Chi.  han.  274.  Kocu  Syn.  II.  571.  Sturm 
Dcutschl.  Fl.  11.43.    3Iyosotis  Lappula  Linn.  Sp.  pl.'lSO.    Fl.  dan.  t.  692. 

An  Mauern,  Ruinen  und  Wegriintlern,  auf  magerm  steinigem  Hügel- 
Loden,    ziemlich  häutig.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

■Widerlich  riechend  und  hilter  schmeckend.  Stengel  aufrecht,  ästig,  oherc  Aste  fasl 
gleich  lang.  blaller  länglich  oder  lauzeitlich,  stumpf,  anliegend  hläulich  weiss  behaart  und 
gcwinipert.  Blütentrauhen  anfänglieh  kurz,  sputer  verlängert.  Rlütcu  klein,  Kelch  so  lang 
als  die  Kronrohrc  oder  länger  (wenn  letztere  Form  mit  weniger  graiischimmernder  Färbung 
der  Blätter  zusammentrifft.  E.  sijuamosum  ReichEKB.  Fl.  sai.  "JK).  E.  I.app.  t.  »ircns 
Chi.    han.    das.       SxiRM    das.).       Kronen     hellhimmelblaii. 

'fS,  E.  defle^K^iini.  Krummatielig er  Igelsame»  Frucht- 
stiele abwärtsgehriimmt;  IMüsse  mit  einer  Reihe  widerhakiger  Stacheln 
am  Rande. 

Lehm.  Asperif.  120.  Chi.  han.  274.  Koch  Syn.  II.  571.  Stlrm 
Dcutschl.  Fl.  H.  43.  Myosotis  deflexa  Waulenb.  Fl.  läpp.  55.  Fl.  dan. 
t.  1568. 

Zwischen  Gebüsch,  auf  steinigem  schattigem  Gebirgsboden  des  Har- 
zes, selten  {Br.  zwischen  der  Marniorliöhle  und  IXeuwerk,  wo  die  Pflanze 
Läufig  ist). 

Gesammtansehen  der  A.  1.,  nur  niedriger,  rispig- ästig.  Blütentrauben  lockerer,  Blü- 
tenstiele  feiner    und    länger.        Kronrühre    sehr    kurz. 

3.     eVjyOGIiOISNlIJVI.     »trJVZlÄZtrJFCfJE. 

Linn.    Gen.    n.  \S'-i.    Art.    ausgeschl. 

Nüsse  oberselts  abgeplattet,  Aveiclistachelig,  slunipfrandlg 
odermit  einem  vortretendem  Rande  versehen.  Krone  trichter- 
förmig.    Geschl.  Syst.  V.  i. 

Ein-,  zwei-  (Art.  1.  2.)  oder  mehrjährige  Kräuter  mit  wecLselständi- 
gen,  ganzrandigen  oder  kaum  etwas  gezähnten  Blättern.  Blüten  in  äh- 
renartigen Trauben.  Blütenstiele  1- blutig.  Kronen  bläulich -purpurn 
oder  weiss. 

1.    C  officinale.    JLrzneiliche  Munds sunge»    Blätter 

dünn  graufilzig,  untere  elliptisch,  in  den  Blattstiel  verschmälert,  obere 
aus  fast  herzförmiger  stengeluml'assender  Basis  lanzettförmig;  Trauben 
dichtblütig. 

LiA'N.  Sp.  pl.l92.  Chi.  han.  273.  Kocii  Svn.  II.  ,572.  Schk.  Handb. 
1.30.     Fl.  dan.  t.  1147.     Engl.  bot.  t.  921.     HÄyne  Arzneigew.  I.   T.  26. 

An  Landstrassen,  Dämmen,  auf  Triften  und  zwischen  Gebüsch,  auf 
magerm  sandigem  Buden,    ziemlich  häufig. 

Widerlich  niäuseartig  riechend.  Stengel  2  —  3'  hoch,  Tielästig,  Aste  aufrecht,  weich- 
zottig.  Blüteutrauhen  ohne  Deckblätter.  Kronen  purpurbraun.  !>üsse  von  einem  ^ortretcnden 
dickliehen    Rande    umgeben.   —     Ändert    selten   mit    weissen    Kronen    ab. 

Ä.  C  iitoiitaiiiini.  Berg-MMundsaunge.  Blätter  zerstreuet 

behaart,  unterseits  schärf  lieh,  leicht  glänzend,  untere  elliptisch  in  den 
Blattstiel  verschmälert,  oLere  aus  rundlicher  stengelumfassender  Basis 
länglich,   kurz  zugespitzt;   TrauLen  lockerLlütig. 


ojiiphalodes.  BORRAGOEAE.  367 

Lamarck  Dict.  II.  237.  Chi.  lian.  273.  Koch  Syn.  II.  572.  C.  syl- 
vaticuni  Hänke  in  Jacq.  Coli.  II.  77.  Engl.  hot.  t.  1(342.  E.  officinalc  ß. 
Link.  Sp.  pl.  193. 

In  Hellten  Bergwaldungen,  auf  humuslialtigem  feuelitem  Boden,  sel- 
ten (US.  Cassel :  am  Uerzstein,  grossen  HerlistLaus  und  Baunsberg — ; 
Pr.  nicht  in  der  llalleschen  Flor;  Br.  hei  der  Marmormühle  am  Harze  — ; 
Hn.  im  Bärenthaie  und  IVetzherg  bei  Ilfeld,  Sophienhof,  Steinmühlc,  Lauen- 
steiu  im  Furstenthum  Calenberg,  als  nördlichstes  Yorkommen  in  Deutsch- 
land).    Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Der  A.  1.  ähiilieli,  alier  anstatt  grau-  Tielmcbr  freudig  liclitgrün  ,  weniger  hoch  und  stark, 
Blatter  breiter,  spitzer,  inittclsländige  über  der  Basis  Terschmälcrt,  Äste  und  Bliitenstielc 
alistehend  weichhaarig,  Traulien  ohne  Deckhhilter.  Blüten  doppelt  so  weit  von  einander  cnt- 
lerut.       Kronen    violctrüthlich  ,    später  mehr  hlau   sich  färbend.       I>üsse  ohne  vortretenden  Rand. 

PJiarmaceutisch-JlKedicinisches»    Von  A.  1.  die  fJ'urzel 

und  das  lirnut  officinell  (Badix  et  Ilerba  Cynoglossi  majoris).  Vor- 
waltende Btstandth.  flüchtiffe  narkotische  Substanz?  und  Sehleim. 
Jetzt  meistens  nur  noch  das  Pulver  zti  der  Massa  pilularum  de  Cynoglosso 
fjefjen  Husten  und  ähnliehe  durch  Reiz  oder  Schärfe  verursachte  tjbel  in 
Anwenduntf ,    das   Kranit  zu  schmerzstillenden  Brciumschläf/cn. 

4.     OITIPHAIiOȣS.     GMUMNMMMMEN, 

TouRNEF.  Lehm.  Asp.   I.    ISO. 

Nüsse  oben  eingedrückt,  dureb  einen  aufwärlsgebogenen 
bäutigen  Rand   napfförmig.    Krone  tellerförmig.     G.  Syst. V.l. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Kräuter.  Wurzelblätter  gestielt,  sten- 
gelständige meistens  sitzend.  Blütentrauben  endstündig,  schlaff.  Kro- 
nen   blau  oder  weiss. 

1.     O.  scorpioides.     Vergissmeinnichtartiges  Ge- 

denTeemein,  Stengel  niederliegend;  Blätter  scharf,  wurzelständige 
spateiförmig,  stengciständige  lanzettförmig,  sitzend;  Blütenstielcheu  ga- 
bel-   und  blattwinkelständig. 

Lehm.  N.  Schrift,  d.  nat.  Fr.  in  Berl.  VII.  100.  Koch  Syn.  II.  572. 
Cynoglossum  scorpioides  Haenk.  in  Jaco.  Coli.  II.  3.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.21. 

In  Waldungen  unter  Gebüsch,  auf  humushaltigem  Boden,  sehr  selten 
{Hn.  Othfresen  im  Ilildesheimchen  an  den  Köpfen  {3ter  Kopf)  — ;  Br. 
am  östlichen  Harze).     April,  Mai. —   Juni,  Juli. 

Stengel  '/j — 1'  lang,  schlaff,  angedrückt -borstig,  laugästig,  Aste  oben  gabelig  getheilt. 
Blätter  beiderseits  mit  knütchenständigcn  Borsten  besetzt,  untere  Stengelblätfcr  gegen-,  obere 
«echsclständig.  Blütensliclchen  nach  dem  Blühen  verlängert  und  abwärts  gebogen.  Kronen 
hellblau   mit  gelblichem    Stern. 

2.   Gruppe.      ANCHUSEAF.      O  CMSÜIV XUIWGHIV. 

GMnÄcnsK. 

Tier  Nüsse,  der  unterständigen  Scheibe  eingesetzt,  an  der  Basis  mit 
einem  gedunsenen,  faltig -gerieften  Binge  versehen  und  innerhalb  dessel- 
ben ausgeholt.     Griffel  frei. 

5.     BORRACiO.     BOMUJEVSCU. 

I.INIV.    Gen.    n.  188. 

Krone  radförmig,  mit  fünf  kurzen  ausgekerbten  Scbuppen 
am  Scblunde.  Staubfäden  2-scbenkelig5  der  innere  Scbenkel 
beutellragend.     Gescbl.  Syst.  Y-  !• 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige,  steifborstige  Kräuter.     Blüten  gestielt. 


368  BORRAGINEAE.  Anchusa. 

Kronen  Man.  Nüsse  Lei  der  Reife  sclnväizlicli  mit  wcisslielicr  Fa<leii- 
sclnviele   an   der  Basis. 

f.    B.  officinali^.    Araneilicher  Borretsch,    Untere 

Blätter  elliptisch,  stinn]>t',  gegen  die  Basis  versclunülcrt;  Blüten  nickend, 
Kronzipl'el  zngespitzt,    flaeli. 

LiNN.  Sp.  pl.  197.  Kocu  Syn.  Tl.  573.  Schk.  Ilandl».  I.  T.31.  Sturm 
Deutscbl.  Fl.   II.  8.     Engl.  hot.   t.  3(5.      IIayne  Arzneigew.   III.  T.  38. 

In  der  Nähe  der  Wohnnngen  nnd  Gärten,  anf  hebaneteni  Boden  «ind 
Sclmtt,  hier  und  da  verwildert  und  intermittirend.  Juni  bis  August.  — 
September. 

Fiissliocli,  ästig,  saftig.  Kronen  gcsältigl  iiimmclbjaii.  Staiiblicnlel  liPgclföimig  gegen 
einander   geneigt,    sclnvärzlioli. 

Pharmaceutisch.JMLedicinisches,    Blätter  und  Blüten  of- 

fieinell  (llerba  et  Flores  Borraginis).  f'orwallen  de  B  e  s  tandtti. 
Sehleim  und  mehrere  Salze,  auch  Salpeter.  Bei  uns  wenirj ,  in  Franh- 
reieh  und  Euffland  mehr  im  Gebrauch,  theils  im  Theeauf'fjuss ,  theils  als 
Extractnm  Bor.,  besonders  in  leichten Ltintjenkatarrhen  u.  Hautkrankheiten. 
ÖleonomiSCheS»  fiie  Blätter  können  als  Salat  und  Getnüsc  f/enos- 
sen  ^Verden  und  r/eben  dem  Lattifjsalat  beifjemeuf/t  einen  Gurkenrfcschmack. 

6.    AIVCHUSA.     OCHSMN'EITNGM. 

I.INN.    Gen.    n.    18'i. 

Krone  trichterförmig  mit  gerader  llölire  und  fünf  flach  ge- 
wölbten, den  Schlund  schliessenden  Schuppen.  Saum  regel- 
mässig.    Geschl.  Syst.  V.  1. 

Ein-,  zwei-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  steil'haarige  Kräuter.  Blätter 
meistens  ganzrandig,  Blüten  in  ährenlormigen  oft  deckblätterigen  tuid 
paarig  verbundenen   Trauben,    Blütenstiele  ansserwinlselständig. 

f.  A*  offlciiialis.  JLrxneiliche  Ochsenzunge.  Blät- 
ter lanzettförmig;  Kelche  mit  spitzen  Zipfeln  und  abstehenden  Haaren, 
Schuppen   am  Schlünde  sammelartig. 

LiNN.  Sp.  pl.l91.  Chi.  hau.  272.  Koch  Syn.  IT.  573.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.29.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  18.  Beichenb.  PI.  crit.  TU.  t.  296.  Fl. 
dan.  t.  .572.     Engl.  bot.  t.  662.     IIayne  Arzneigew.  I.  T.  25. 

An  Wegen,  Ilainen,  zwischen  Gebüsch,  auf  magerm  saudigem  Bo- 
den,   ziemlieh  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  l'/i  —  -i'  l'ocli,  nel.st  den  Bliiltcin  steifliaarig.  Trauben  einseitig,  mit  einer 
Blüte  in  der  Gabelll.cilnng.  Declililätter  eirund  -  lanzcltlicL.  Kronen  gewüliulieli  hrennend- 
violet,  bisweilen  violet  mit  blauem  Streif,  seltener  ganz  azurblau  (A.  analis  BEICIIENB.  das. 
l.  297.).  —  Die  Haarbekleidnng  der  Pllanze  .ändert  ab  nach  %ersebiedenen  Graden  der 
Stärke,  die  Ulaller  und  die  (wie  bei  Sjmjiliytiun  officlnalc)  bald  mein-  bald  weniger  anfreelil 
stellenden  Kelcbziiil'el  liinsielillitli  ihrer  Breite  nnd  Znsjiilzung ;  die  Traulien  kommen  locker 
und    dichter  blutig  vor. 

'S.   liYCOPSiis.    KnumMUA^ijS, 

LlNN.    Gen.    n.  liiO. 

..  Kronröhre  eingehnickt -gekrümmt,  Saum  schief  5 -lappig. 
Übrigens   Avic  AncJiusa.     Gesehl.  Syst.  V.  1. 

Einjährige,  im  natürlichen  Charakter  mit  Anchusa  ül»erciukommende, 
Kräuter. 

1.  I4.  ar%'eiisi.«i*  A.cTeer-I£rumnihals,  Blätter  lanzett- 
förmig, ausgeschweift  gezähnt,  untere  in  den  Blattstiel  verschmälert, 
obere  halbstengelumfassend. 

LiNN.  Sp.  pl.  199.  Koch  Sjn.  IT.  574.  Schk.  öandb.  T.  731.  Fl.  dan. 
t.  435.     Engl.  bot.  t.  938.     Anchusa  arvensis  Chi.  han.  273. 


Nonnen.  BORRAGINEAE.  369 

Auf  Äckern,  auf  sandigem  und  lehmigem  Boden,  häufig  eingebüigcrt. 
Mai  I)is  August.  —    Juli  l)is  Septenjhcr. 

Stengel  8"  Ijis  1'  Locli ,  auficcht,  üstig  oder  einfach,  nebst  den  lileieligriiuen ,  matten 
Blällern  steifliaarig.  Traiihenbildung  und  Blnlenstelinng  wie  liei  Anclitisa.  Kronen  azurblau 
mit  weisser  Rölire.  —  Auf  fruchtbarerem  Boden  werden  die  Blätter  breiter,  fast  eirund 
und  am  Rande  stark  wellig;  auf  sehr  magerm  Boden  kommen  »ic  lanzelllich -lineal  vor,  die 
rflanze    bleibt    niedriger    und    ist    sieifstengeligcr. 

ÖTCOnoinischeS»  Die  Blätter  dienen  zum  f'iehfutter  und  können 
auch  im  Frühjahr  als  Salat  benutzt  werden. 

Med.  rhil.  bot.  1.  ai. 

Kelclischliind  offen,  bärtig-  oder  mit  sehr  kleinen  l)eliaarten, 
den  Sclilund  kaum  verengernden  Schuppen  versehen.  Uehrigcns 
wie  Anehusa.    Geschl.  Syst.  V.  1. 

Ein-,  2-  (A.  1.)  oder  niehrjährige,  dem  natürlichen  Charahter  von 
Anehusa  entsprechende,  Kräuter. 

1.  Utk,  pillla.  Braune  JVonnee,  Blatter  lanzettförmig,  an- 
gedrückt-steifhaarig;  Kelch  zur  Fruchtzeit  aufgeblasen,  Kronsaum  so 
lang  als  die  Röhre. 

De  Cand.  Fl.  fran(,-.  111.  626.  Koch  Sjn.  II.  575.  Lycopsis  pulla 
LiNN.  Sp.  pl.  198.     Chi.  hau.  279.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  188. 

Auf  Äckern  und  an  Feldrainen,  auf  kalkhaltigem  Lehmhoden  und  auf 
sandigem  Boden,  in  der  Südhälfte  des  Gebiets,  die  nord -westliche  Grenze 
der  Gesammtverbreitung  am  Unterharze  erreichend  {Pr.  Thale,  Warn- 
stedt  — ;  Br.  Wienrode,  Hüttenrode,  Kattenstedt  — ;  Iln.  Bösenrode, 
zwischen  Goslar  und  Liebenburg,  als  nord  -  westlichstes  Vorkommen), 
ziemlich  häufig.      Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Aon  wcicheu  Driisenhaaren  und  zwischenstehenden  steifen  Borsten  graugrün.  Stengel 
1 — ly^'  hoch,  kantig,  in  gabelförmige,  später  sich  »erlä.igernde  BlUtentrauben  übergehend. 
Kronen  purpurbraun,  sehr  selten  blassgelb  (bei  AVarnstcdt),  mit  wcisslicher  etwas  gekrümmter 
Röhre. 

».     SY]?IPHYTU1?I.     BJßENJTtrnX, 

LiNN.    Gen.    n.  I.l8. 

Krone  walzig -glockenförmig,  mit  pfriemliehen,  kegelförmig 
gegeneinander  geneigten,  den  Schlund  verschliessenden  Schup- 
pen.    Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige,  aufrechte,  meistens  steifhaarige  Kräuter.  Wurzelblättcr 
gestielt,  obere  Stengelblätter  lanzettförmig,  sitzend  oder  hcrablaufend, 
oberste   oft  gegenständig.     Trauben  meist  gezweiet. 

f.     S.   ofAciiiale.     Araneiliche  Beinwura.     Wurzel 

spindelförmig,  ästig;  Blätter  herablaufend,  untere  eirund- lanzettförmig, 
in  den  Blattstiel  Tcrschmälert,    obere  lanzettförmig. 

LiNN.  Sp.  pl  195.  Chi.  han.  275.  Koch  Syn.  IL  575.  Schk.  Ilandb. 
T.   T.  30.      Sturm   Deutschi.  Fl.   H.  17.      Fl.  dan.  t.  1569.  und  t.  664  (mit 

weissen    Kronen).      Engl.    bot.    t.  817. 

Aufwiesen,  an  Gräben,  Bächen  und  Flüssen,  auf  feuchtem  oder 
nassem  humushaltigem  Boden,  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzel  spindelförmig.  Stengel  1'/.^  — 3'  hoch,  dick,  saftig,  nebst  den  Blattern  kurz 
steifhaarig.  Diese  geschweift,  auch  wohl  wellig,  unten  weisslichgrün.  Trauben  deckhlatl- 
los.  Blüten  abwärts  gerichtet.  Kelehzipfel  bald  aufrecht  bald  abstehend.  Kronen  leicht 
abfällig,  in  verschiedenen  Gegenden  bald  vorherrschend  weis»,  bald  rosen  -  ,  l'«ld  dunkcl- 
violetrolh.  —      Die    Länge    des    GriHels   ändert   ah. 


370  BORRAGINEAE.  Eohium. 

Pharntaceutisch']tKe€lieinisehes,    Of'jicincll  ist  die  H'ur- 

zei  (Uadix  Sjiiipliyti,  Coiisolidat-  in.ijoris,  liiyZE  fJ'aitrenk.  T.39.  F.S.). 
f^orw  ultcnde  lic  s  tundth.  viel  Sehleiin  und  etwas  eiscnijrünender  (ier- 
bestoff'.  Anw cndunii  theils  frisch,  theils  ffetrockuet  in  Abkochunfjen, 
als  linderndes ,  heilendes  und  zusammenziehendes  Mittel,  doch  weniij  im 
Gebrauch;    äusserlich  zu  erweichenden  und  zerlheilenden   Uinschliifjen. 

VechniSChes»  Kraut  und  fVurzel  fjeben  eine  f/ute  Lohfjahre. 
Die  pulverisirtc  fVurzel  ist  mit  Gummilach  zur  Ilerstellung  einer  Car- 
moisinfarbe  anwendbar,  auch  lässt  sich  daraus  ein  Leim  zur  Bearbei- 
tung^^der  sotjenanntcn   liamelhaare  (/ewinnen. 

ÖTeon Otitis ch es»  Hie  junr/en  Blätter  sind  als  Gemüse  und  als 
Salat  zubereitet  essbar.     Rindvieh   und  P/erde  fressen  das  Laub  gern. 

3.    Gruppe.      LITHOSPERMEAE.      STMIX SAMMJV- 

Vier  Nüsse  der  uiitersländigcn  ScheiJte  eingesetzt,  an  der  Basis  nicht 
ausgehöhlt,  sondern  mit  einer  kleinen  flachen  oder  etwas  convexen  Flii- 
clie  angeheftet. 

lO.     £OHIUITI.     JVJLWMnUOPW. 

I.INN.    Gen.    II.    191. 

Krone  trichterförmig  mit  schiefem  fast  2 -lippigem  Saum, 
ohne  Schuppen  am  Schlünde.  Stauhheutel  oval,  frei  stehend. 
Geschl.  Syst.  V.  1. 

Sträuche,  2-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Kräuter  mit  braunrothen  Wur- 
zeln und  meistens  scharfhaarigen  Blättern.  Trauben  ährenartig,  oft 
rispig  gestellt.  Griflel  meistens  ganz  oder  von  der  Basis  bis  zur  Mitte 
haarig. 

1.  E.  vulgare.  Gemeiner  JVatternTcopf,  Blätter  lan- 
zettförmig; llispe  aus  genäherten  an  der  Spitze  nngetheilten  Ähren  be- 
stehend; Kronröhrc  kürzer  als  der  Helch,  Griflel  an  der  Spitze  ge- 
spalten. 

LiNiv.  Sp.  pl.200.  Chi.  han.  27fi.  Koch  Sjn.  II.  577.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.32.  Sturm  Deulsehl.  Fl.  U.  18.  Fl.  dan.  t.  448.  Engl.  bot.  t.  181. 
IIa-vne  Arzneigew.  I.   T.  27. 

An  Ackerrändern,  \^^egen.  Dämmen  und  Mauern ,  auf  dürrem  magerm 
und  sandigem  Boden,    häuHg.     Juni  bis  August.  —    August,    September. 

Wuiicl  l,ing  spindelförmig.  Stengel  2  —  3'  bocli,  von  steifen  auf  scliwärzliclien  Rnöt- 
rhen  stehenden  Rorstea  rauh.  Die  einseitigen  Blütenahren  anlänglich  eingerollt.  lironen 
unregeluiiissig,  .5 -la]>|)ig,  obere  2  Lappen  länger,  unterer  kleiner,  völlig  ausgebildet  schöu 
blau,  sehr  selten  (« ie  die  Knospen  immer)  rosenrolh  oder  weiss.. —  Ändert  ab  in  der 
Grösse  der  Blüten,  in  der  Lange  der  Staubfäden  (E.  Wieribickü  wenn  diese  kürzer  sind) 
und    des    GrilTels. 

GM  n^MRBEICHJES, 

technisches  u.  ÖTe  anomisch  es,  Die  innere  rothe  Ilaut  der 
fVurzcl  liefert  mit  ^ilnun  eine  schöne  rothe  Farbe.  Die  sehr  honif/rci- 
chen  Blüten  sind  der  Bienenzucht  nützlich. 

11.     PUIilflOIVARIA.     IirJVGJEIfKnAUV. 

I>1NN.    Gen.    n.    184. 

Kelch  .5-spaltig.  Krone  glockig -trichterförmig,  durch  5  in 
einander  verlaufede  Haarhüschel  im  oflenen  Schlünde  behaart. 
Geschl..  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige,  steifhaarige  Kräuter.  Blätter  der  Wurzclköpfe  gestielt 
und  meistens  nach  dem   Blühen    an    Grösse    zunehmend;    Stengelblätter 


Pulnionaria.  BORRAGINEAE.  371 

sitzend.  Trauben  end-  und  blattwinkelständJg.  Blüten  (wie  in  mehrern 
Gattungen  dieser  Familie  und  der  Jippenhlütigen  Pflanzen)  zu  vieleliig- 
2-liäusiger  Bildung  hinneigend,  indem  hald  die  Staubbeutel  dem  ei-wei- 
terten  Schlünde  bei  verkürztem  und  daher  in  diesem  verborgenen  Griffel 
eingesetzt  sind,  bald  bei  verlängertem  Griffel  in  der  Mitte  der  Röhre 
stehen. 

1.  P.  orflicinalis.  Araneiiiches  MJungenJeraut*  Äu- 
ssere Blatter  der  blütenloseu  Wurzelköpfe  herzförmig  mit  schmal  geflü- 
geltem Blattstiel,  Stengelblätter  eirund- elliptisch  oder  elliptisch,  obere 
sitzend;   Kronsaumlappen  fast  flach. 

LiNN.  Sp.  pl.  194.  Chi.  han.  277.  Koch  Syn.  II.  578.  Schk.  Handb. 
I.  T.30.     Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.  17.     Reichenb.  PI.  crit.  VI.  f.  699.     Fl. 

den.  t.  482.  Engl.  bot.  t.  118  (mit  AusscMhss  der  zur  folgenden  Art  gehörenden 
WurzeJliopfl.laller).       HaYAE    ArzncigCW.    II.    44. 

In  lichten  Hainen,  besonders  auf  den  abgetriebenen  IXiederwaldschlä- 
gen,  zwischen  Feldgebüsch  und  an  Zäunen,  auf  etwas  humus-  oder  kalk- 
haltigem Boden,  häufig.     Hlärz  bis  3Iai.  —    Mai,  Juni. 

RauliLaarig  mit  zwlscliengeuiengton  kurzem  Driiscnliaaren.  Stengel  '/.^ — 1'  hoch.  Blätter 
bisweilen  scLwarli  «eissgeffeckt ,  die  der  Wurzelköpfc  lieim  Vcrbliilien  ersolieinend ,  lang 
gestielt,  Platte  meistens  2"  breit  und  3"  lang.  Kronen  im  Aiifblüben  blass  pnrmirrotli, 
dann    ,iolet. 

9.     P.   angiistifolia.     Schmalblättriges  Itungen- 

TCratlt»  Blätter  der  blütenlosen  Wurzelköpfe  lanzettförmig  oder  ellip- 
tisch-lanzettförmig, allmälig  in  den  Blattstiel  verschmälert,  Steugelblät- 
ter  lanzettförmig  oder  länglich  -  lanzettförmig  ;    Kronsaum  glockig. 

LiNN.  Sp.  pl.  194.  Fl.  dan.  t.  483.  Engl.  hol.  t.  1628  (mit  violetblauen  Kro- 
nen). P.  aznrea  Bess.  Prim.  ff.  galic.  I.  150.  Koch  Syn.  II.  579.  Chi. 
han.  278.     Reichenb.  PI.  crit.  YI.  t.  501   (mit  am.blauen  Kronen). 

In  lichten  W^aldungen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  trockenem  meistens 
kalkhaltigem  Boden,  in  der  südlichen  Gebietshälfte,  die  Nordgrenze  des 
Vorkommens  in  Deutschland  am  Harze  erreichend,  stellenweise  (Pr.  Halle: 
Dölauer  Heide,  Mittelholz,  Abbatissine,  Bienitz,  IVaumburg;^  Halberstadt: 
Huy,  Hoppelberg,  Steinholz — ;  Schw.  Mehrstedt,  Peukendorf — ;  Hn. 
Stcigerthal;  Windehäuserholz  -^).     April,  Mai.  —    Mai,  Juni. 

Ranbl.aarig  mit  zwiscLengemengten  kurzem  Drüsenliaaien.  Stengel  1  _  1 '/j'  bocb,  bald 
dichter  bald  entfernter  beblättert.  Blätter  der  AVnrzelköpfe  1  bis  V/.^"  breit,  8  bis  12" 
lang.  Kronen  kleiner  nnd  mit  mehr  gewölbtem  Saum  als  an  A.  1.,  im  Aufljlühen  blau- 
rötblich,     dann    in    violetblan    oder    in    azurblau    übergehend. 

Bemerk.  Es  kommt  im  nördlichen  Deutsrbland  nur  eine  schmalblättrige  Pulmonaria 
vor.  Sic  entspricht  der  BESSERschen  P.  aznrea  und  unterscheidet  sich  \on  P.  angustifoliu  I>. 
nur  durch  eine  meistens  mehr  blaue  als  violete  Färbung  der  Kronen,  eine  Verschiedenheit, 
die  bei  P.  ofticinalis  (-die  ich  z.  B.  von  England  mit  rein  azurblauen  Kronen  besitze)  auch 
vorkommt.  Das  Kahlseyn  der  Kronrohre  unterhalb  des  Haarkreises  hängt  von  ziemlich  will- 
kürlicher Annahme  ah  und  steht jübrigens  zu  der  nicht  überall  gleichraässigen,  mehr  oder  minder 
starken  Haarbekleidung  der  ganzen  Pflanze  im  Terhältniss.  INimmt  man  einen  schmalen  Haar- 
gürtel an,  so  ist  die  Rohre  unterhalb  desselben  noch  etwas  haarig,  giebt  man  ihm  melircrc 
Breite,  so  ist  sie  kahl.  Die  sorgfältigen  REICIlENDACirschen  Abbildungen  geben  den 
Haarhesatz  der  P.  angustif.  und  P.  aznrea  völlig  gleichmässig  an.  lu  der  AVctterau  (im 
Wäldchen  zwischen  Seekhacb  und  der  Hanauer  Cli;iussee)  gesammelte  reichliche  Eiemplare, 
die  ich  dem  verst.  ScHRADER  vorlegte,  um  über  seine  nenen  Mamen  Gewissheit  zu  erhalten, 
erklärte  er  für  seine  P.  oblongata,  welche  bekanntlich  allgemein  für  eine  breiterblättrige  P. 
angustifolia  anerkannt  wird.  Jene  ivelteraner  Exemplare  stimmen  aber  mit  unserer  Haizpflanze 
gänzlich  überein.  Damit  im  Einklänge  zieht  denn  auch  FRIES  SiiDim.  leget.  Scand.  12.. 
dem  die  LtNNE'sche  P.  angustifolia  bekannt  sejn  muss,  die  BESSERsche  P.  uzurea  ohne 
weiteres  als  Synonym  zu  jener,  und  ElIRIIART  bezeichnete  ebenfalls  unsere  Harzjifianze  mit 
dem    INameu    P.  angnstifolia   E.  —       Vcrgl.    auch    Chi.    han.    da«.    Bemerk. 


372  BORRAGINEAE.  Llthospermuni. 

€?JE  n^JERBriCHJSS. 

JPharmaceulisch-Jnedicinisehes*     Das  Kraut  von  A.  1. 

(Ilcrba  l'uliiionariae  niaculosac) ,  ehedem  ein  Mittel  fjeijen  Luuyoiübel, 
wird  noeh  jetzt  in  den  Apotheken  aufbewahrt ,  kommt  aber  kaum  noch 
in  Amvendunff. 

ÖTCOnontiSCheS*  Die  Blätter  heider  Arten  sind  jung  als  Gemüse 
(jeniessbar. 

1«.     IiITUOSP£R]?EUI?I*     SaPJEXJVÄ^ittJE. 

I.INN.    Gen.    n.  181. 

Kelch  5-tlieiHg.  Krone  trichterförmig.  Schlund  durch  5  be- 
haarte Falten  etwas  verengert.     INüsse  steinhart.     G.  Syst.  V.l. 

Sträuche,  ein-  (A.  1.)  oder  inelirjähiige  (Art.  2.  3.)  Kräuter  von  ver- 
scliiedenem  Gesamnitanselien.  Blätter  wecliselständig,  ganz,  meistens 
scLarfbaarig.      Blüten  in  Äliren   oder  Trauben. 

1.    li.  arvense*    JLcJeev' Steinsame»    Stengel  oben  ästig, 

Blätter  glciibbreit- lanzettförmig,  stumpllich ,  sebarfliaarig :  Kronröhre 
heträchtlich  länger  als  der  Saum;    INüsse  körnig- runzelig,    braun. 

LiNN.  Sp.  pl.  190.  Chi.  han.  276.  Koca  Svn.  11.580.  Fl.  dan.  t.  456. 
Engl.  bot.  t.  123. 

Auf  Ächcrn,  auf  niagerm  lehmigem  und  sandigem  Boden,  häufig  ein- 
gebürgert.    April  bis  Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzel  gering.  Stengel  scliwaeL,  einfach,  o.ler  an  der  Basis  mit  Ncbenstengcln  ver- 
sehen, dicht  heblälterf.  Blattbekleldung  wie  an  der  folgenden  Art.  Blüten  klein,  Kronen 
tveisslich,  selten  röthlich,  Rohre  mit  einem  >loleteo  Bing,  innere  Oervorragungen  schwach. 
IViissc   fast   glanzlos. 

!3.    li*  officliiale.    JLrzneilicher  Steinsame.    Stengel 

sehr  ästig,  Blätter  lanzettförmig,  zugespitzt,  gegen  die  Basis  verschmä- 
lert, scharfhaarig;  Kronröhre  vom  Kelche  überragt,  länger  als  der 
Saum;   INüsse  glatt,    glänzend  periweiss. 

LiiNTV.  Sp.  pl.  189.  Chi.  han.  277.  Koch  Syn.  II.  579.  Schk.  Handb. 
I.  T.29.  Sturm  üeutschl.  Fl.  H.  5.  Fl.  dan.  t.  1084.  Engl.  bot.  1. 134. 
HA•v^E  Arzneigew.  \I.  T.  29. 

Zwischen  Gebüscl»,  an  Feldwegen  und  Waldrändern,  auf  unfrucht- 
barem steinigem  Boden,    ziemlich  häufig  (vielleicht  nur  eingebürgert). 

Wiirzelstock  dick,  Stengel  aufrecht,  1  —  1 '/j'  hoch,  dicht  beblättert.  Blatter  >on  an- 
liegenden auf  weisslichcn  Knötchen  sitzenden  Haaren  rauh.  Blüten  klein,  Kronen  grünlich- 
weiss,  aussen  mit  einem  \erlieften  Punct  am  Enae  jedes  Sanmlappcns  und  innen  mit  ent- 
sprechenden   schuppenahnlichen    Hcriorragungcn. 

3.  li.  piii*itiireo-eoeruleiini.  JPurpurhlauer  ßtein- 

Same»  InlVuchtbare  Stengel  liriecliend;  Itlätter  lanzettförmig  zuge- 
spitzt, gegen  die  Basis  verschmälert,  sebarfliaarig;  Knonröhre  den  Kelch 
etwas  überragend,    so  lang  als  <ler  Saum;    I^üsse  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.  190.  Chi.  han.  277.  Koch  Sjn.  II.  580.  Jacq.  Fl.  austr. 
I.  t.  14.     Fngl.  bot.  t.  117. 

In  Gebüsch  und  in  lichten  Holzungen,  auf  hallisteinhaltigem  Boden, 
die  ISordgrenze  des  Yorl.oininens  in  Deutschland  in  Iln.  (bei  Ilildesheim) 
erreichend,    ziemlich  häutig.     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Stengel  unten  fast  holzig,  blühende  aufrecht,  1  —  l'/^'  hoch,  oben  2  —  3-theilig. 
Blaltbeklcidung  wie  an  den  Art.  1.  "2.  Kroue  etwa  doppelt  so  lang  als  der  KelcL,  rüth- 
lichviolct,     später   blau. 

GX:n^JEMtBl.ICHMS. 

technische*»  Die  fl'urzel  der  Art.  1.  2.  enthält  rothen  Färbe- 
stoff, der  vorzüfjlich  zum  Färben  von  f  Fachs ,  Brantwein,  Butter  ife- 
eifjnet  ist,  in  nördlichen  Ländern  auch  ztim  Schminken  dienen  soll.     Die 


Itlyosotig.  BORRAGINEAE.  373 

Blätter  liefern  dem  Landmann  einen  Thee,  und  aus  den  Samen  lässt 
sich  ein  Mehl  und  fettes  Öl  gewinnen.     A.  3.  eif/net  sich  zur  Zierpflanze. 

13.     ]?Ii:O^OTIS.     VJEBGISSMJEMJVJVMCMIV, 

LlNN.    Gen.    n.  180. 

Kelch  5-spaltig.  Krone  trichter- oder  tellerförmig  mit  flach 
gewölbten,  unbehaarten,  den  Schlund  schliessenden''Schuppen. 
iSüsse  mit  punctförmiger  Fläche  angeheftet.     G.  Syst.  V.  1. 

Ein-  (Art.  3.  6— 8.),  2-  (Art.  2.  4.  5.)  oder  mehrjährige  (A.  1.),  mei- 
stens steifliaarige  Kräuter.  Wurzelständige  Blätter  in  den  Blattstiel 
verschmälert,  stengelständige  sitzend.  Trauben  endständig,  fast  einsei- 
tig, später  verlängert,  Blütenstielchcn  ausserwinkelständig,  Kronen  rosa- 
farhen  sich  entwickelnd,    dann  in  himmelblau  übergehend. 

*    Reich  haare   anliegend. 

1.  ]?I.  iialiij^trlj^.  Sumpf .Vergissnteinnicht.  Wur- 
zelstock schief,  kriechend;  Stengel  dünnhäutig,  unten  kantig,  aufrecht- 
abstehend  behaart;  Blätter  länglich- lanzettförmig,  stumpfiich;  Kelche 
bis  auf  ein  Dritlheil  in  breit  deltaförmigc ,  den  Griffel  nicht  überragende 
Zipfel  gespalten,   im  fruchttragenden  Zustande  offenstehend. 

WiTHER.  Arrang.  of  biit.  pl.  II.  225.  Chi.  han.  267.  Koch  Syn.  II. 
580.  ScuK.IIandb.  1.  T.29  (Fig.  k.  ansgeschlossen).  Sturm  Dcutschl.  Fl.  11.42. 
Fl.  dan.  1. 1988.  Engl.  bot.  t.  1973  (Fig.  2  ausgeschlossen)  auch  t.  480.  Fig. 
rechts.     M.  scorpioides  ß.  palustris  Linx.  Sp.  pl.  188. 

In  Sümpfen,  an  Teichen  und  Gräben,  auf  nassem  Boden,  sehr  häufig 
und  oft  heerdenweise.     Mai  bis  September.  —    Juli  bis  October. 

Stengel  1  —  1'//  l'och,  aufrecht  oder  ansteigend,  auch  wohl  theihvcisc  liegend,  an  den 
untern  Gelenken  wurzelnd  (M.  repens  REICIIENB.  in  STURM  das.).  Äste  anliegendhaarig, 
Kelch  glockig;  Kronen  gross,  Saum  länger  als  die  Rühre,  flach.  —  Ändert  ab  mit  we- 
niger abstehenden  Stengelhaarcn  (M.  sirigulosa  REICHENB.  in  STURM  das.  Fl.  sax.  214; 
mit  ganz  anliegenden  sah  ich  sie  nie),  mit  fast  kahlem  Stengel,  mit  schlafl"ern  Trauben  und 
verlängerten  Blütenstielchcn  (M.  laxiflora  REICIIENB.  in  STURM  das.  Fl.  sax.  214.  M. 
jial.    V.    flaccida    Chi.    han.    das.)     mit   kleinem    Blüten,    mit   kürzerm    GrilTel. 

!S.  in.  caespitosa.  Itasenartiges  Vergissmeinnicht. 

Wiirzelstock  in  Fasern  zertheilt;  Stengel  dickhäutig,  rundlich,  anliegend 
behaart;  Blätter  lineal  -  länglich ,  stumpf;  Kelche  bis  auf  die  Mitte  in 
längliche,  den  kurzen  Griffel  überragende  Zipfel  gespalten,  im  frucht- 
tragenden Zustande  offenstehend. 

Schultz  Fl.  starg.  suppl.  11.  Chi.  han.  268.  Roch  Syn.  IT.  580. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  42.  31.  palustris  b.  caespitosa  Döll  Bhein.  Fl. 
403.     M.   scorpioides  ß.  parviflora  Wahlekb.  Fl.  suec.  I.  119. 

Auf  Wiesen,  Heiden,  in  der  ]\ähe  von  Sümpfen,  auf  feuchtem  oder 
nassem  Boden,  seltener  im  Sumpf  selbst,  häufig  und  meist  truppweise. 
Juni  bis  August.  —   Juli  bis  September. 

Gesammtansehen  der  vorigen.  Stengel  hoher  bis  'Z'/n',  unten  dicker  und  fleischiger. 
Blütentrauben  hcträchllich  lUnger,  schlaffer  und  vollblüliger.  Blüten  um  die  Hälfte  kleiner.  — 
Von  s'ämmtlichen  zwischen  dieser  und  der  vorigen  Art  hier  angegebenen  TJnterschcidungs- 
meikmalen,  ändert  oft  bald  das  eine  bald  das  andere  ab,  wonach  DÜLL's  Verbindung  beider 
»ielleicht   richtig    ist;    jedoch   sah    ich    voUsl.andige    Übergänge    bislang    nicht. 

*•    Untere    Kclchhaare   an    der    Spitze    hakig   znrü  ck  gekrümm  t. 

3.     ]?I.   (^parsiflora.     Xerstreuefblätiges   Vergis»- 

ineinnichtt  Stengel  schlaft",  mit  abwärtsgekrümmten  Haaren  besetzt; 
Blätter,  mit  Ausnahme  der  obersten,  zungenförmig;  Trauben  armblütig, 
nach  unten  beblättert,  Kelche  fast  bis  zur  Basis  gespalten,  im  frucht- 
tragenden Zustande  offenstehend,  untere  Fruchtstielchen  gekrümmt,  mehr- 
fach länger  als  der  Kelch. 


374  BORRAGINEAE.  myogotis. 

MiKAN.  Pohl  in  Hopp.  Taschenh.  1807.  S.  71.  12-3.  Chi.  lian.  269.  Koca 
II.  582.     Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.  42.     Fl.  tlan.  t.  1688. 

In  Hainen,  Waldungen  und  zwischen  Gel>üsch ,  auf  humoseni, 
schattigem  oder  feuchtem  Boden,  in  der  nördlichen  Hälfte  des  Gchiets 
selten,  in  der  südlichen  häufiger,  jedoch  stellenweise  (Pr.  Halle:  Ge- 
büsch an  der  Saale  zwischen  dem  Schwalchloche  und  Lettin,  Trothai- 
scher  Werder,  nördlicher  Ahhang  des  Petersherges  zwischen  Klosch- 
witz und  llumi»in,  Eislehen;  Ascherslehen;  Halhcrstadt;  Spiegelshcrge, 
Hoppclberg,  Brühl  bei  Quedlinburg;  Schierhe  — ;  y/(i.  Dessau,  Oranien- 
baum  — ;  Hn.  Elbingcrode  — ;  Hb.  nach  Rocu  (nicht  in  Sickm.  Fnuni.); 
Mk.  Friedrichshof  bei   Friedland).     Mai,  Juni.  —    August. 

ScLiT'dclislengelig,  «eilsclnvcifig-äslig,  zarllaiibig,  Lellgriiii  und  scl.iicU  «clkcn.l.  Stcn- 
gcUiaarc  weich,  oft  etwas  flocl;ig.  Kelcl.zipfcl  liiieal  -  laiizetllicli ,  Kronen  klein,  liillMa«, 
Fruclitsticlchen  der  untern  Blüten  3  —  4  Mal  so  l.ing  als  der  Kelcb.  —  An  den  entlcrnt 
mm    Theil    zwischen    BlütlciD    stehenden    Blüten    leirht    zu    erkennen. 

4.  ]?I.  sylvatica.     Jf^ald-VergUsnieinnicht,     Stengel 

abstehend -haarig;  Blätter  länglich,  obere  lairz  gespitzt ;  Kelche  fast  bis 
zur  Basis  gespalten,  Zipfel  im  fruchttragenden  Zustande  aufrecht- zu- 
sammenschliessend,  Fruchtstielchcn  etwa  um  die  Hälfte  länger  als  der 
Kelch,    Kronsaum  flach. 

HoFFM.  Deutschi.  Fl.  1.8.5.  Chi.  hau.  269.  Koch  Syn.  II.  581.  Stlrm 
Deutschi.  Fl.  II.  42.  Fl.  dan.  t.  583  (Figur  links;  M.  scorpioldes).  M.  scor- 
pioides  sylvatica  Ehrh    Herb.  exs.  n.  31. 

b.   alpestris.     nie  Gehirgsständige.     TSledrigcr,   dichter  behaart; 

Trauben  lairz  und  gedrängt,  Blüten  etwas  grösser,  Kronen  dunhler  blau. 
Koch    das.      M.  alpestris   Schmidt    Fl.  boh.  26.      Stirm    das.  (31.  al- 

pestris  u.  M.  suavcolens).      W.  sylvatica  v.  montana  Chi.  han.  das.      M. 

rupicola  Engl.  bot.  t.  2559. 
In   Vorhölzern   und  Waldungen,    auch    zwischen    Gebüsch    in   Heiden, 
auf   etwas    humushaltigem    frischem    oder   schattigem    Boden,    häufig   und 
meist  truppweise.     Mai  bis  Juli.  —    August,   September. 

Stengel  V^— l'/a'  '""■''•  »''  '"  Mehrzahl  huschelig  ansteigend.  Blätter  hellgrün,  doch 
M,n  Haar  granschimniernd.  Tranl.en  etwas  entlernthlulig,  rruchtsticle  der  untersten  Blüten 
last  wagerecht  stehend.  Kronen  last  so  gross  als  die  der  A.  1.,  hellhimmclhlau ,  schwach 
wohlriechend.  —  Bildet  im  dichtem  Gehüsch,  ehen  so  wie  A.  1.,  eine  laiiflora,  kommt 
selten  kl.inorhlülig  vor,  häufig  mit  weissen  Kronen,  und  ist  als  variegata  gleichzeitig  mit 
hlauen    nnd    gelhcn    Blüten    in    derselben    Trauhe    von    mir   gefunden   worden    (Chi.   han.  das.). 

5.  I?i.  arveiisis.    JlcTeer-Vergissuneinnicht.     Stengel 

abstehend- haarig;  Blätter  länglich,  obere  hurz  gespitzt  oder  stumptlich; 
Kelche  fast  bis  zur  Basis  gespalten,  Zipfel  im  fruchttragenden  Zustande 
zusainmenschliessend ,  Fruchtstielchen  doppelt  so  lang  als  der  Kelch, 
Kronsaum  concav. 

Chi.  hau.  270.  Fries  Summ.  reg.  Scand.  12.  M.  scoipioides  «.  ar- 
vensis  Link.  Sp.  pl.  188.  Fl.  dan.  t.  583  (Figur  rechts;  M.  scorpioides).  M.  in- 
termedia Link  Enum.  hört,  bcrol.  I.  164.  Koch  Syn.  II.  581.  Sturm 
Dcutschl.  Fl    11.42. 

b.    nemorosa.      JDas    hainständige.      Doppelt  und  3 -fach   höher; 
stärher  und  weisser  behaart;    Trauben  verlängert,    rcichblütig. 
Chi.  han.  das 
Auf  Ächern,    an  Feldrainen  und  'V^^egen,    auf  lehmigein   und    lehmig- 
humosem  Boden,  sehr  häufig  und  meist  heerdenweisc ;  b.  an  Vorhölzern, 
wo   Äclicr  in  diese  eingreifen.     April  bis  Herbst.  —    Juni    bis  Herbst. 

Stengel  V2  —  1'  '""''•  '"«'**'  '"  Mehrzahl  huschelig  zusammenstehend,  oft  sehr  asiig. 
Blätter  von  dichten  Haaren  grau.  Blnl.n  kaum  halh  so  gross  als  von  A.  4.,  an  welche 
diese    Art    sich    nahe    anschliesst,    abgesehen    von    den    angegebenen  l  nlersche.duugsmerkmalen. 

«.     ]fl.  hlspida.    Steifhaarigeg  Vergissmeinnicht. 


Myosotis.  BOBBAGIKEAE.  375 

Stengel  abstehciul- stelfliaaiig;  Trauben  gestielt,  Kelche  glocUig,  bis  auf 
die  Mitte  gespalten,  im  f'rucbttragenden  Zustande  offen,  Frucbtstielcbeu 
nicht  länger  als  der  Reich,    Kronröhre  eingeschlossen. 

Von  Schlechtendal  Mag.  d.  naturf.  Fr.  z.  Kerlin  "VIII.  229.  Dess.  Fl. 
berol.  I.  121.  Chi.  hau  270.  Kocii  Syn.  11.582.  M.  colliiia  Reichenb.  in 
Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  42.  Fl.  sax.  213.  M.  arvensis  Link  Enum.  bort, 
berol.     Engl.  bot.  t.  2Ö58. 

Auf  grasigen  Triften,  anW^egen  und  Ackerrändern,  auf  niagerm  Lehm- 
und  auf  sandigem  Boden,  stellenweise.    Mai  bis  Herbst.  —  Juli  bis  Herbst. 

Stengel  fein,  schlaff,  '/j— 1'  I'ücl" .  ncljät  den  Blättern  ton  aichtstelicnden  weissen 
Haaren  raiih ,  meistens  von  der  Basis  an  äslig.  Tranben  ziemlich  entferntblütig,  meistens 
unlerhalh  der  nnlersten  Blüte  l.lattlos  verlängert.  Blüten  sehr  klein,  Kelche  kurz  mit  rund- 
licher Basis,     Zipfel    länger    als    die    Kronröhrc,     Kronen    gesättigt   blan. 

*.    M.  versicolop.     ITechselfarhiges  Vergissmein. 

nicht,  Stengel  abstchcnd-haaiig;  Trauben  gestielt,  Kelche  länglich, 
bis  unter  die  Mitte  gespalten,  im  fruchttragenden  Zustande  fast  geschlos- 
sen. Fruchtstielchen  wenig  länger  als  der  Kelch,  Kronröhrc  fast  doppelt 
so  lang  als  der  Kelch. 

Sm.  Engl.  bot.  XXXYI.  t.  25.58.  u.  YII.  t.  480.  Chi.  han.  271.  Kocii 
Syn.  II.  582.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  42.  M.  arvensis  ;'.  versicolor  Pers. 
Syn.  T.  156.  M.  scorpioidcs  y.  Link.  Sp.  pl.  189.  M.  scorpioides  colliiia 
EuRti.  Herb.  exs.   n.51. 

Auf  grasigen  Triften,  an  Acker-  und  "V^^aldrändern  und  in  Hainen, 
auf  magerm  kiesigem  oder  sandigem  Boden,  truppweise  häufig.  Mai 
bis  Juli.  —    Juli  bis  September. 

Höhe  6".  Stengel  in  Büscheln,  ästig,  nach  ohen  schlaff  nnd  hogig.  Behaarung  stark, 
am  Rande  der  Blatter  mit  7.«  ischengemengten  längern  AVimperhaaren.  Trauben  unterhalb 
der  Blüten  blattlos  verlängert.  Blüten  sehr  klein,  Kronen  erst  schivefeigelb ,  dann  helllilau, 
zuletit  gesättigt  blau.  —  Ändert  ab  mit  lauter  gelben  Kronen  und  niit_  lauter  blauen  Kro- 
nen. Letztere  Abänderung  an  den  nach  oben  schlaffen  Stengeln  und  Asten  und  Jen  ge- 
stielten   Trauben    von    M.  siricia    zu    unterscheiden. 

8.    ]fl.  stricta.    ^teifstengeliges  VergUsnieinnicht» 

Stengel  steif  aufrecht,  abstehend -haarig;  Trauben  stiellos,  Kelche  läng- 
lich, bis  unter  die  Mitte  gespalten,  im  fruchttragenden  Zustande  fast  ge- 
schlossen, Fruciitstielchen  kaum  halb  so  lang  als  der  Kelch,  Kronröhrc 
eingeschlossen. 

Link  Enum.  bort,  berol.  I.  164.  Koch  Syn.  II.  582.  M.  arenaria 
SciiRAD.  in  briefl.  Mitth.     Chi.  han.  271.     M.  arvensis  Reichenb.  Fl.  sax. 

213   (das    Sjn.   von    SlBTIl    u.    Engl.    bot.    t.  25.78.    aosgeschl.).      StURM    Deutschl.    Fl 

H.  42. 

Auf  Äckern,  Heiden  und  an  Flussufern,  auf  Sand-  oder  Kiesboden, 
heerden-  auch  wohl  schaarenweise,  häufig.  Mai  bis  Herbst.  —  Juli  bis 
Herbst. 

Als  kleinste  der  einhciralsclien  Arten  4  —  5"  hoch,  Stengel  meist  in  dichten  Büscheln, 
seltener  einzeln,  kantig,  nebst  den  Blattern  dicht  grauhaarig.  Trauben  3  -  fach  länger  als 
der  sehr  kurze  Stengel,  bis  auf  die  Blätter  mit  Blüten  besetzt,  Blüten  sehr  klein,  Kelche 
der   vorhergehenden    Art   aber   kürzer    gestielt,    oft   fast    sitzend.       Kronen    blau. 

ÖJConomischeS*  Art.  1.  u.  4.  werden  zu  Kränzen  (jebunden  auf 
den  Markt  ;/ebracht.  Auf  Tellern,  halb  mit  fVasscr  f/eßllt,  wachsen 
und  blühen  Kränze  der  erstem  Art  längere  Zeit  fort.  A.  4.  eignet  sich 
vor  den  übrigen  zur  Zierpflanze  in  Gärten.  Den  Kähen  soll  der  häu- 
fige Genuss  mehrerer  Arten  nachlheilig  seyn,  von  den  Ziegen  werden 
sümmtliche  Arten  gefressen. 


376  SOIiANEAE.  Solanum. 

Jlss.    Gcii.    rj-4. 

IJclch  ö-spallig  oder  -theiliff,  daueind  oder  an  der  Basis  sich 
ringsum  ablösend.  Krone  abfallig,  mit  5-tJjeiligem  selten  etwas 
ungleichem,  in  der  Knospenlage  faltig  zusammengredrehetem 
Saum.  Stauhgefässe  5,  der  Kronröhrc  abwechselnd  mit  deren 
Zipfeln  eingesetzt.  IJeulel  an  der  versebmälerfen  Spitze  der 
Tiäffer  2-facherig.  Fruchlknole  2-faclierig,  vieleiiff,  mit  mit- 
telsländigen,  breiten  und  wulstigen  Samenpolslern.  Ein  (drittel 
mit  einfacher  oder  2-lappifi:er  iSarbc.  Frucht  kaj)sel-  oder  bee- 
renartig. Eiweiss  fleischig.  Keim  aufrecht ^  mit  dem  einen 
Rande  beider  Keimblätter  gegen  das  Würzelchen  gekrümmt. 
Blätter  wecliselständig. 

Vorkommen.  Mehrere  einen  sandigen  kalireiehcn  Iio<len,  andere 
einen  liuniosen  sticijstoiriialtigen  IJoden  lielicnd,    einige  kall.liotd. 

Gehalt.  Aiistjeicichnct  durch  scharfe,  hnrzifje  Stoffe  und  narkotisch 
tjiftit/e  Alkaloide. 

1.     SOIiAMdlTI.     NA.CUVSCMKA.WJEN. 

LlNN.    Gen.     n.  "J.il. 

Krone  radformig.  Staubbeutel  kegelförmig  gegeneinander  ge- 
neifft,  an  der  Spitze  mit  einem  Loche  sich  öÜncnd.  Beere 
2-3  selten  3— 4-fächerig.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mclirjäluige  Kräuter,  Sträuche  (A.2.)  oder  Bäume. 
Blätter  bisweilen  gezweit,  ganz  oder  mehraitig  getheiJt.  Blütenstand 
verschiedenartig,  meistens  aussei  blatt  winkeis  tändig,  hiattzwischens  tändig 
oder  Idattgcgenständig,    seltener  endständig. 

f.  S.  iilspom«  Gemeiner  Nachtschatten,  Stengel  auf- 
recht; Blätter  eirund -dcltafürniig  ausgeschweift-  oder  luichtig -gezähnt ; 
nebst  dem  höckerigen  Stengel  schwach  zarthaarig;  Blüten  in  einfacheu 
üoldcntrauben. 

Solanum  nigrum  vulgatuni  LiNN.  Sp.  pl.  266.  Chi.  han.  264.  nel.st  der 
Spielart  .itrii.liciioliiiin.  KocH  S>n.  II.  584.  SciiK.  Ilaudb.  I.  T.46.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  IM.  Beiciie^b.  PI.  crit.  X.  t.  9.j3  und  t.  954  (S.  pterocau- 
lon).     Fl.  dan.  t.  460.     IlAT^E  Arzneigew.  II.  T.40. 

b.  miniatuui.     Her  rothbeerige.     Blätter  und  Stengel   oft   stärker 
behaart;    Beeren  mennigroth. 

Chi.  han.  das.  S.  miniatuni  Bernhardi  in  Willd.  Enum.  hört,  bcrol. 
236.     Koch  Syn.  das.     IIayne  das.  T.41   (S.  villosnni). 

c.  villosuni.     JDer  aottige.     Blätter  und  Stengel  mehr  oder  weniger 
liurzzottig;    Beeren  gell)liciibraun. 

Chi.  han.  das.  S.  villosum  Lam.  Dict.  IV.  289.  Koch  das.  S.  nigrum 
y.  villosum  LiNN.  das. 

Auf  Gartenländcreien,  Äckern,  Schutt  und  an  Mauern,  auf  Humus 
oder  Ammoniak  enthaltendem  Boden,  häufig  eingebürgert.  Juni  bis  Au- 
gust. —    August,  September. 

Stengel  von  2  —  3"  bis  '2 '/j'  liocli.  ästig,  mit  bald  stärkere  bald  scbiTäcbern  Kanten 
und  weicbslaclielartlgen  Höckern.  Blatter  selten  ganzrandig,  iiald  mebr  bald  minder  tief 
bucblig,  widerlich  rieebcnd  nnd  von  hilterlicb- salzigem  Geschmack.  liliiten  klein,  Kronen 
„ciss.  —  Es  sind  zwischen  der  schwarzbeerigen  Hanplart  und  den  angegebenen  Spiclarlen 
keine   scharfe    und    eonstanle    Grenzen    vorhanden. 

«.     S.  Uiilcaniara.      Bittersüsser  Nachtschatten. 

Stengel   geschlängelt    oder    windend;    Blätter    eirund- herzförmig,    obere 
pfeilförmig;   Blüten  in  fast  blattgegcnständigcn  ästigen  Üoldcntrauben. 


Fhysalis.  SOI^ANEAE.  377 

LiNN.  Sp.  ,.1.266.  Chi.  han.  264.  Koch  Syn.  11.584.  Stürm  Deutschi. 
Fl.  H.  18.  Fl.  dan.  t.  607.  Engl.  bot.  t.  565.  Hayne  Aizneigew.  II. 
T.  39. 

b.  pubescens.   Her  weichhaarige.     Blätter  und  junge  Triebe  weich- 
haarig. 
Chi.   han.   das. 

Zwischen  Gebüsch  und  an  Zäunen,  auf  feuchtem  Boden  und  an  FIuss- 
ufern,  häufig;  b.  im  Hüstcnsande  der  Nordseeinseln.  Juli  bis  August. — 
September,   October. 

Stengel  lioUig.  liliiten  nickend,  Kronen  tiolet  mit  je  2  grünlichen  Honigdrüsen  an 
der  Basis  der  Zipfel.  Beeren  eiförmig,  saftig  gliinzendrotL ,  an  der  Spitze  mit  einem  Punct 
bczeicLnet. 

Pharmaceutisch-Medicinisches»    Von  A.2.  die  Stem/el 

of'ficinell  (Stipites  Dulcamarae  s.  Amarae  duicis).  Vorwaltende  Be- 
st an  dt  h.  ein  bitter-siisser  Extractivstoff'  (Picrorjlycian,  Dulcamarin  nach 
DesfosSES)  und  Solanin.  Anwendtinff  im  ^uf'giixs  oder  in  ^bko- 
chunff  als  auflösendes ,  eröffnendes,  bltitreinir/endes  Mittel.  Als  Prä- 
parat hat  man  ein  Extractum  Dulcamarae.  Die  narkotische  fVirhing 
der  Pflanze  erheischt  i'orsichtifjen  Gebrauch.  Der  Gewiss  der,  Erbrechen 
und  Purffiren   erretjenden ,    Beeren  beider  Arten  hann   tödlich  werden. 

LiNN.    Gen.    u.  200. 

Staubbeutel  längs  aufreissentl.  Beere  vom  aufgeblasenen 
Kelebe   umgeben.      üebrigens  wie  Solanum.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Ein-,  mehrjährige  (A.  1.)  Kräuter  oder  Sträuche  mit  bisweilen  ge- 
zweiten,  ganzen  oder  gelappten  Blättern.  Blüten  blattwinkclständig, 
einzeln   oder  gehäuft. 

I.    P.  Alkekengi*     Gemeine  JTudenlcirsche.    Blätter 

unten  einzeln,  oben  gezweit,  eirund,    spitzig;    Blüten  einzeln,  nichend. 

LiNN.  Sp.  pl.262.  Chi.  han.  205.  Koch  Syn.  11.584.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.  45.     Hayne  Arzueigew.  VI.  T.  4. 

In  Vorhölzern ,  zwischen  Gebüsch  und  an  Heclicn,  auf  sonnigem  und 
trocl»enem  halhsteinigem  Boden,  die  ]>ordgrenze  der  Gcsammtrerbreitung 
unter  Steigen  gegen  Osten  (Hameln  in  /7ii.,  Bostock  in  il/A.)  erreichend, 
stellenweise  ziemlich  häufig.     Juni  bis  August.  —  September,  October. 

Wnrzelstock  kriechend,  dünn.  Stengel  bis  2'  lioch.  Blätter  in  den  Blattstiel  herab- 
laufend, seicht  ausgeschweift  und  »ogig.  Blüten  gestielt.  Kelch  5-seitig- glockig,  lilei- 
bciid,  netzartig  geädert,  später  mennigroth.  Krone  trüb  weiss.  Beere  scharlachrotb,  Samen 
lUsammengcdrUckt  -  nierenrund. 

3.     ATROPA.     VOliltKinSCMm, 

I>INN.    Gen.    n.  249. 

Krone  glockig.  Sfaubfäden  auseinanderstellend  mit  zusam- 
menneigenden Beuteln.  Beere  kugelig  auf  dem  ausgebreiteten 
Kelebe  stebend.     Gcscbl.  Syst.  Y.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Sträuche  mit  meistens  gezweiten, 
ganzrandigen  Blättern.  Blüten  blattwinkclständig,  einzeln,  zu  zweien 
oder  mehrern. 

t.     A.  Belladoiina.      Genteine  TollTeirsche.     Stengel 

gabelästig;  Blätter  eirund,  spitz,  obere  zu  zweien,  von  denen  eins  grosser. 
LiNN.  Sp.  pl.260.  Chi.  han.  266.  Fl.  d.  Königr.  Hanuov.  Beschreib. 
Abth.  I.  T.  3.  Koch  Syn.  II.  585.  Schk.  Handb.  I.  T.  45.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  11.3.  Fl.  dan.  t.  758.  Engl.  bot.  t.  592.  Hayne  Arzneigew. 
I.  T.  43. 


378  80I.ANEAE.  Hyoscyaniiis. 

Tu  Vorhölzern  und  Hellten  Lauliwäldern ,  auf  Iiumusbaltigoni  etwas 
leuclitein  Boilen  der  Berg-  und  Ilügelgegendcn ,  ziemlieli  liiuilig.  Juni 
bis  August.  — •   August  bis  Octoljcr. 

Stengel  3  —  4'  Loch,  alien  3-llicilig  mil  gabelUiciligen  Asien.  Blätter  am  Hauiilstengel 
Heeli.-,elslaiidig,  an  den  Asien  iinlei  li.ill.cm  reclitcm  AVinkcl  scheinbar  gejiaail,  in  den  Oaljcl- 
llieiliingen  gegenständig  Irnligriin.  ßliilen  einzeln,  gestielt,  naeli  anssen  iikerliiingend,  Kronen 
gross,  liräunlicli- juirjuirn;  UlUtenstielc  mit  znnelimcnder  Fniclitreife  unter  allinäliger  Ausbrei- 
tung der  Kelcliilprel  sich  aufwärls  richtend.  Uecrcn  von  liirschengrüsse,  violetschwarz,  glän- 
zend,    saftig   und    angenehm     süsslich    schniechend, 

GM  UMRBL,I€MIX:S. 

Pharmaceutisch- Jftedicinischeso     nie  fVinzel  (Uvxze 

¥Vaarenk.  T.  15.  F.  3.)  und  das  Ikrimt  officinell  (üadlx  et  Herba  Bel- 
ladonnae  s.  Solani  furiosi).  f'orwaltendcBestandth.  Atropin.  An- 
ivendunrj  innerlich  in  Pulverform  in  sehr  kleinen  Dosen  yetjen  lirebs, 
Driiscnverhärlunffen,  Huilensie ,  Melancholie,  Gelb-  und  ff^assersucht, 
lieuchhusten,  Tollenhundsbiss,  chronische  Erbrechen  — •  iiusserlich  zu  auf- 
lösenden Umschliufen,  Puvillenerweiterunif  u.s.w.  Präparate  sind  Ex- 
tractum  und  Kmplastruni  uelladonnae.  Alle  Theile  der  Pflanze,  beson- 
ders die  Beeren,  ein  heftirf  wirketides  narkotisches  Gift  enthaltend  (Ge- 
ijenmitlel  starke  Brechmittel,  Öl,  P/lanzcnsäurcn ,  nach  neuern  Empfch- 
lunffen  auch   Zinkoxyd). 

ÖTeonontischeSt      Die  Samen  geben  ein  fjutes  Brennöl. 

4.     HITOSCYAITIIJS.     JB  MI,  SJEJVKIt^UT. 

I.INN.    Gen.    n.  ^47. 

Krone  (richlerfürniig'.  Kapsel  vom  Kelche  bis  au  den  iiiu- 
sclinitten  abfallenden  lieekel  eng;  einffesehlossen,  2-fäclieria:. 
Gesclil.  Syst.  V.  1.  &         & 

Ein-  und  2-  (A.  1.)  oder  mehrjährige,  meist  klebrige  Kräuter  mit 
meistens  eekigen  oder  gezäliuten  IJlättern.  Blüten  blaltwinkelständig, 
einzeln,    oft  l.iirz  gestielt  und  ährenartig  genähert. 

1.  H.  ni^er.  Gemeines  Bilsenkraut»  Blätter  eirund- 
länglich,  buelitig- liederspaltig,  unterste  gestielt,  stengelständige  halb- 
umt'assend;  Blüten  fast  sitzend. 

LiKN.  Sj).  i>l.457.  Chi.  hau.  26fi.  Roch  Syn.  II.  585.  Schk.  Handb. 
I.  T.44.  Sturm  Deutschl.  Fl.  11.00.  Fl.  dan ."  t.  1452.  Engl.  bot.  t.  .591. 
Ha\ne  Arzneigew.   1.   T.  28. 

b.    aniiuus.      üas    jährige.       Einjährig;    niedrig;     Blätter    weniger 
bnchtig. 

Sims  Bot.  mag.  t.  2394.      Chi.  bau.  das.     H.  agrestis  Kit.  in  Schult 
Österr.  Fl.  I.  .383. 
An  \^'^egcn,  Mauern,  Zäunen  und  auf  Schutt,  auf  Ammoniak  haltigeni 
Boden,    liäuiig.     Mai  bis  Juli.  —    August,   September. 

Widrig  narkotisch  riechend.  Stengel  "2  —  3'  hocli ,  nelisl  den  hellgrünen  Blättern  kle- 
brig-zottig. Blüten  eine  clnscltHendige  Ähre  bildend,  Kronen  trübgclb  mit  juirjiurncn 
Adern    netzartig   durchzogen. 

GM  n'MRBZ.!  CUMS, 

IPharntaceUtisch- ItKediciniSCheS,  tiraut  und  Samen  of- 
ficinell (llerba  et  Semen  llyoscyami).  f'orwaltende  Be standth. 
Ilyoscyamin.  Anmenduntj  des  Krauts  in  Pulver-  und  Pillenform  in- 
nerlich tinter  ähnlichen  fVirlmnyen  wie  Atropa,  im  Aufffuss  innerlich 
und  äusserlich,  auch  das  frische  lirnut  und  Pulver  äusserlieh.  Präparate 
sind  Extraetum,  Emplastrum  und  Oleum  coctum  llyoscyami.  Alle  Theile 
der   Pflanze   wirken   narkotisch   tfiftitj    (Gegenmittel   die   der  Atropa,    in 


Datura.  SOLANEAE.  379 

Ev  man  (feiung  jener  vorläufig  starker  Kutnillenthee ,  viel  TVeinessig  mit 
fV asser  u.  s.w.). 

5.     DATVRA.     ^VMCBL^PWmi,. 

lilNN.     Gen.     11.    246. 

Kronen  tricliterfürmig  mit  ö-lappig-faltigem  Saume;  Kapsel 
4-fächerJg,  i-klapjiig,  auf  dein  sclieibeiilormigen  Boden  des 
über  demselben  umsclinitten  abfallenden  Kelches,     (k.  Syst.  V.l. 

Ein-  (A.  1.),  iiieliijälirige  Ki-äiiter,  Stauden  oder  Hallisträuclu',  mit  oft 
eckig -gczäljnten  Blattern.      Kliiten  astacbselständig,  einzeln,  meist  gross 

1.    II .  Strainoiiiuni.    Gemeiner  Stechapfel*    Blatter 

eirund,  eckig -ge/ahnt;    Ka]>scln  aiitVeclit,  dornig. 

LiNN.  S,).  pl.'Z'iö.  Chi.  ban.  267.  Koch  Sjn.  II.  586.  Schk.  Handh. 
I.  T.43.    Fl.  dan.  t.  436.    Engl.  hot.   t.  1288.    Hayke  Arzneigew.  IV.  T.  7. 

Auf  Scliutt,  an  Acker-  und  \^'cgrändern,  auf  Humus  oder  Ammoniak 
haltigem  Boden,  hier  und  da  verwildert  und  unlieständig.  Juni  bis  Sep- 
tember. —    September,   October. 

Widerlich  rieclieii.l.  Stengel  1  "/^  —  3'  Iiocli,  2- »heilig  verzweigt,  hahl.  Blälter  an 
der  äussern  Seite  der  Stengelthcilnngen ;  Bliiten  luirz  gestielt,  aufrecht,  Kronen  gross, 
weiss.       Samen    flach  -  nicrenrürmig,     kaHeehraiin. 

GM  M  'MRBZ.ICMMS. 

:Pharniaceutisch-  JtKedicinisches»    liraut  und  Samen  of- 

ficinell  (llerba  (-t  Semen  Üaturae).  f'orivaltender  B  e  s  tandtli.  Daturin. 
Anwendung  innerlich  in  Pulverform  oder  in  Pillen,  seltener  in  Ab- 
kochung, vorsichtig  in  kleinen  Gaben  unter  ähnlichen  fJ^irkungen  wie 
Atropa  und  Ilyoscyamus,  äusserlieh  als  Kraut,  auch  als  Rauchtabak 
gegen  einige  Brustkrankheiten.  Präparate  sind  Extractum  und  Tinctura 
Stranionii.  Alle  Theilc  der  Pflanze  enthalten  ein  narkotisch  wirkendes 
Gift  (Gegenmittel  ausser  Brechmitteln  Essig,  Citronen,  Johannisbeeren 
M.  s.^ui.). 

ÖJC  anomisch  es,      Itic  Samen  liefern  ein  fettes  Öl. 

Serophiilarinaceac    G.    üeniham    in    DE    C.AND.    rrodr.     \.    186. 

Kelch  5— 1-spaltig  oder  -theiljg,  dauernd.  Krone  mit  o- 
oder  4-theiligein  oder  durch  Verbindungen  der  Zipfel  2-lappl- 
genia  in  der  Knospenlage  2-lippigem  oder  unregelmässig  ge- 
schindeltem Saum.  Staubgefässe  4,  2  oder  5,  der  Krone  ab- 
wechselnd mit  deren  Zipfeln  eingesetzt;  Beutel  2-fächerig3  auch 
zusauimenfliessend  oder  halbf heilig-  1  -fächerig.  Fruchtknote 
2- fächerig,  vieleiig,  mit  4  bei  der  Reife  gelösten  oder  bald 
durch  die  Klappenränder,  bald  durch  die  Mitfelsäule  mehrartig 
verbundenen  Samenpolstern ,  ein  Griffel,  bisweilen  an  der 
Spitze  sehr  kurz  gespalten,  IVarbe  einfach  oder  2-lappig.  Frucht 
kapsei-,  selten  beerenartig.  Eiweiss  fleischig.  Keim  gerade, 
selten  leicht  gekrümmt,  das  AVürzelehen  gegen  den  INabel  oder 
gegen  die  Spitze    der  Frucht   gewandt. 

I.     ANTIRRHINIDEAE.     I.Ön^E]¥  IttAUI-GKIVÄ  CHSE. 

Knospenlage  der  Krone  geschindelt -2- lippig,  hintere  Lippe  die  .äussere. 
I.Gruppe.    IZERBASCEJti:.    WOriiKRAUTGEn^ÄCHSJE, 

Krone  radförniig,    2 -lippig   mit  breiten    fast  flachen  Zipfeln.      Staub- 


380  SCROPHIJI.ARINEAE.  iZerbasoum. 

gcfiisse  niedergebogen,  Beutel  schräg  auf  der  an  Breite  zunehmenden 
Spitze  der  Träger  liegend.  Blutenstand  gleichförmig  ccntripetal.  — 
Blätter  wechsclständig. 

17orkoniinen.     Meistens  Sand  und  Kies  liebend. 

Gehalt.  ßJ'enif/  näher  bekannt,  doch  ohne  erhebliche  medicinische 
Kräfte  so  ivie  ohrn-  Giftstoffe. 

1.    VERBASieVJfl.    Tror,Eii£nA.uv. 

LlNN.    Gen.     n.  245. 

Krone  radformig  uiit  ungleichem  5 -lappigem  Saum.  Staub- 
gefässc  5,  ungleich.  Ka2)sel  au  der  Spitze  2-klappig.  Gesclil. 
Syst.  V.  1. 

Zwei-  (Art.  1 — 5.)  oder  mehrjährige,  meistens  hohe,  stämmige,  wollig- 
filzige Kräuter.  Biälter  häufig  licrablaufend,  ohne  der  Artenbestimmung 
sichere  Charaktere  hierdurch  anzubieten.  Blüten  büschelig,  selten  ein- 
zeln oder  zu  2,  in  endständigen,  verlängerten,  einfachen  oder  rispig-ästi- 
gen Trauben.     Kronen  meistens  gelb. 

•   f      Blüten    in   Büsclicln.       Wolle    iler   Staubfäden    weiss. 
Blätter   mein-    oder    weniger   berablaufend. 

1.  V.  Tltaiifmis.  Mohes  Wollkraut*  Blätter  nebst  Sten- 
gel wcissgelblich  dicktilzig,  stengciständige  lang  herablaufend,  länglich, 
in  die  Spitze  verschmälert,  ungleich  feinhcrbig;  Traube  gedrängt,  Blü- 
tenstiele sehr  liurz,  Kronen  fast  trichterförmig  mit  ovalen  Zipfeln,  freier 
Theil  der  längern  Staubfäden  mehrfach  länger  als  der  sehr  Isurz  herab- 
laufende Beutel. 

LiNN.  Sp.  pl.  252.  V.  Schraderi  Chi.  han.  326.  Koch  Syn.  II.  586. 
Fl.  dan.  t.631.     Engl.  bot.   t.  549.     IIavne  Arzncigcw.  t.  38. 

b.  inontanum.     Das  bergständige.     ]>iiedriger;  Blätter  mehr  ellip- 
tisch, kürzer  und  schmäler  herablaufcnd ;    Blüten  etwas  grösser. 

"V.  montanum  Schrad.  Hort.   Gott.  Fase.  II.  p.  18.  t.  2.     3Ionogr.  gen. 
Verb.  p.  33.     Koch  das.  587. 
An  Wegen,  Wällen  und  Mauern,    auf  sonnigem   trockenem    auch  auf 
steinigem   humoscm    Lehmboden,    häufig;    b.   selten    (Pr.  Hallc'sche    Flor 
nach  Schrader's  Citat).     Juni  bis  September.  —    August  l)is  October. 

Stengel  3  —  6'  bocb,  von  oben  ber  dnrcb  die  berablaiifenden  BUtIcr  gelliigelt.  Wur- 
zclblältcr  Ungllrb  oder  I.inglicb  -  lanzeltfürniig,  starbberbig.  Traube  steif  aiifrecbt,  meist 
einfaeb,  scbr  lang,  cyliiidriscb,  Blutenstand  nur  bisweilen  gegen  die  Basis  unterlirocbcn. 
Blüten  klein,  fast  obne  Gerucb,  Blülenstiele  kürzer  als  der  Keleb.  Kronen  von  '/j  —  V4" 
im  Durcbnicsser,  anfrccbt- abstebender  Zijifel  wegen  etwas  liobl.  Längere  '2  Staubfäden 
kabl  oder  an  der  Spilic  spärlicb  bebaart,  kürzere  3  dicbt  weisswullig.  Staubbenlel  kurz, 
nacb  der  Ausleerung  ov.il  -  nicrenforniig.  Yariirt  selten  mit  weissen  Kronen  (V.  clongatum 
WlLLD.  Enum.  bort,  berol.  I.  223.).  —  Die  Spielart  2  —  2'/2'  '«ocb ,  weniger  dicknizig. 
Die  Blätter  beträcbtllcb  scbmäler  berablaufend,  der  berablaufende  Tbcil  bald  scbon  in  der 
Mitte  des  Knolenslücks  endigend,  bald  fein  bis  gegen  dessen  Ende  forlgesefit.  Blütenbil- 
dung in  Grösse  und  innerer  Struktur  (der  ScilRADERscben  Abbildung  wie  seinem  Eicmplare 
nacb)  in  der  Mitte  zwisrben  V.  Tbapsus  und  V.  pblomoides  siebend.  Der  freie  Trägcrantbeil 
der   längern    Slaubgefässe    2  —  2'/.^  Mal    so    lang   als    sein    Beutel. 

Bemerk.  1.  INacbdcm  Bentham  in  De  Cand.  (Prodr.  X.  22.'}.)  vorstehende  Art  als 
V.  Tliapsus  des  LlNNEEseben  Herbariums  bezelcbuet  bat,  scbeint  es  angemessen,  die  Beocn- 
niing  wieder  lierzuslellen,  ivenn  es  aucb  keinem  Zweifel  unterliegt,  dass  derselbe  INanic  bis 
dabin,  dass  ScHRADER  V.  ibapsiformc  als  Art  aufstellte,  aucb  auf  dieses  in  Anwendung 
kam.  Die  Besitzer  von  EHRIIAKT  PI.  off.  Dce.  XII.  (1788)  werden  unter  INro.  111.  dieses 
letzlere  nebst  der  gedruckten  Eti(jucUe  „\.  Tbapsus  E.  l  psaliac"  finden,  und  eben  so  ist  die 
rilanze  in  dem  gedruckten  Verzeichnisse  des  Umschlags  dieser  Deeade  bezeichnet.  Dieselbe 
rilanze  führt  er,    nach   Ausweis   seines   Herbariums,    1789    in    seinem    »Versuche  eines  Ver- 


Terbasoum.  SCROPHlIIiARlNEAE.  381 

zcicLnisses  der  um  L'psal  wild  wachs.  PH.«  (Beiträge  V.  12.)  ebenfalls  als  V.  Tliapsus  auf. 
Diese  CMoram  iipsaliensem  schrieb  EllBHART  in  l'psala  (das.  4.)  und  sagt  daton  :  „Jede 
Pflanze  wurde  gleich  auf  der  Stelle,  wo  ich  sie  zum  ersten  aialc  fand,  nach  den  Gencrihus 
planlarum  und  der  Flora  succica  des  Ritters  >on  LiNNEE  examinirt,  und  wenn  sie  zweifel- 
haft war,  >ergllch  ich  solche  nachher  mit  dessen  herbario.  Gewöhnlich  legte  ich  auch  eine 
gute  Anzahl  von  Exemplaren  davon  ein,  und  trocknete  solche,  wie  man  dieses  aus  meinem 
Phytophjlacio    und    den   übrigen    Sammlungen   meiner    getrochneten  Pflanzen  sehen    kann«    (das. 

3.).  Von    dieser   guten   Anzahl    finden    sich    noch    10   Exemplare    im  EllRHAKT'schen  Nach- 

lass,  die  Jeder  für  V.  tbapsiforme  erkennen  wird.  EllRHART  gehörte  aber  nicht  zu  den 
Botanikern,  die  —  wie  gewisse  moderne —  gewissenlos  genug  sind,  Etiquetten  und  Pflanzen 
beliebig  zusammenznlegen ;  noch  wird  man  ihn,  hiervon  abgesehen,  wohl  ebensowenig  be- 
schuldigen mögen,  von  zwei  auf  den  ersten  Blick  zu  unterscheidenden  Pflanzen  eine  für  die 
andere    genommen   zu   haben. 

Jetzt  wächst  T.  tbapsiforme  S.  nach  Versicherung  der  schwedischen  Botaniker  nicht  bei 
Upsala,  wohl  aber  in  der  schwedischen  Provinz  Golland  auf  Oeland  (FRIES  Nov.  V.  67. 
Wahlen«.  Fl.  suec.  I.  140.).  "'so  "^'«a  2.5  —  30  iMeilen  südlicher  als  Vpsala.  Kann 
nicht  unter  dem  EinHusse  fortschreitender  Bodenkultur,  diese,  durchaus  st.arken  Sandgeball 
des  Bodens  verlangende  Pflanze  (während  V.  Thapsus  auch  auf  Lehmboden,  ja  im  humosen 
Boden  der  Walduogen  sich  erhält)  so  viel  südlicher  herabgedrängt  sevn  ?  In  unsern  Cnltur- 
ländern  sind  ähnliche  Erscheinungen  in  Mehrzahl  nachzuweisen.  Wenn  nun  ferner  WAIILENB. 
Fl.  suec.  I.  140  von  V.  Thapsus  sagt:  „ob  coroUas  flavas  magnas  non  p^a  r  u  m  s  n  a- 
vcolentes  nota  nomine  Succis  Kongsljus  vel  I.jusbrand,  Norrlandis  TroUkaringsslSnda, 
Namen,  welche  auch  LlNNE  Fl.  suec.  ed. '2.  69.  für  V.  Thapsus  angiebt.  so  wird  das  kein 
Kenner  beider  Pflanzen  auf  das    kleinblumige,    geruchlose  V.  Thapsus  beziehen  können. 

Bemerk.  2.  Dass  V.  montanum  ScilKAD.  keine  eigene,  nur  im  untern  Wallis  vor- 
kommende, Art  sey,  hätte  man  schon  daraus  entnehmen  können,  dass  ScilRADEB  Monogr. 
I.  33.  (fide  speciminis)  als  Sjnonjm  citirt  :  V.  phlomoides  SPRENG.  Halens.  n.  231. 
Übrigens  steht  die  Bildung  so  genau  in  der  Mitte  zwischen  V.  Thapsus  und  V.  phlomoides, 
dass  hier  eine  hybride  Erzeugung  sehr  wahrscheinlich  ist.  Auch  spricht  das  Consortium  dafür, 
wie  nicht  minder  der  Umstand,  dass  die  Traube  verkümmert  erscheint.  In  Hort.  golt.  giebt 
SCJIRADER  deren  Länge  nur  zu  2  —  4"  an,  in  der  Monogr.  heisst  es  von  ihr:  „in  speci- 
minibus  minoribus  2  — 3-uncialis  in  vegetiorihus  semipedalis  et  ultra."  Weitere  Beobach- 
hingen    hierüber   sind    jedeulalls    wüusclicnsuertb. 

Ä.     \.  iiliiontoidei^.     Phlomisartiges    WollTeraut, 

Blätter  gekerbt,  nebst  Stengel  gelblich  aickfi4zig,  stengelstiindige  stark 
herablaufend,  mittlere  länglich -eirund,  obere  eirund  zugespitzt;  Traube 
gedrängt,  oder  gegen  die  Basis  unterbrochen,  Blütenstielchen  sehr  kurz, 
Kronen  radförmig  mit  ausgebreiteten  iimgekehrteirunden  Zipfeln,  freier 
Theil  der  längern  Staubfäden  kaum  zweimal  so  lang  als  der  lang  herab- 
laufende  Beutel. 

Y.  thapsifornie  Schrad.  Monogr.  I.  21.  II.  51.  Koch  Syn.  II.  587. 
Hayne  Arzneigew.  XII.  T.  39.     Y.  euspidatum  Schrad.  das.  23.  1. 1.  f.  1. 

Fl.  dan.  t.  1810  (wenn  die  obern  Blätter  in  eine  längere  Spitze  vorgezogen  sind  und  die 
Ähre    stärker   unterbrochen   ist). 

b.  austräte.  Oas  südliche.  Schlanker;  mittlere  stengelständige 
Blätter  länglich,  spitz,  halb  oder  -sveniger  herablaufend,  obere  eirund 
oder  rundlich -eirund  mit  vorgezogener  schmaler  Spitze,  kurz  herab- 
laufend oder  mit  rundlicher  Basis  aufsitzend;  Traube  länger,  bald  mehr 
bald  weniger  lockerblütig. 

V.  phlomoides  L.  Sp.  pl.  253.      Chi.  han.  327.     Koch  das.      Schrad. 
das.  30.     Hayne  das.  T.  40.     V.  australe  Schrad.  das.  28.  t.  2.     Y.  con- 

densatum  Schrad.  das.  31.  t.  III  (wenn  die  obersten  Blätter  breiter,  mehr  rund- 
lich-eirund sind  und  die  nur  an  der  Basis  unterbrocbcnblütige  Ähre  dichter  mit  Blüten- 
büscheln  besetzt   ist). 

c.  nemorosuui.  Das  hainständige.  Höher,  und  weniger  filzig; 
Blätter  schmäler,  länger,  stengelständige  wenig  herablaufend,  mittlere 


382  8CROPHVL.ARINEAE.  iZerbAScum. 

länglich-lanzettförmig  mit  verschmälerter  Basis,  obere  länglich,  allmälig 

zuges|>itzt;    Trauhe  entfernthiischelig. 

V.  nemorosum  Scurad.  «las.  32.  T.  T.  F.  2. 
AnAVegen,  auf  Triften,  in  jMedcrungen,  Uaiden  und  an  Flussufern, 
auf  sandigem  und  Sandhoden,  besonders  -»venn  er  feucht  liegt,  häufig; 
b.  in  ähnlichen  Lohalitäten,  auf  mehr  trochencm  hügeligem  Boden,  an 
Steinbrüchen,  zwischen  Geröll  und  an  Felsen,  weniger  häufig,  in  man- 
chen Gegenden  selten  (^WA-.  Schlossgarten  zu  Priihvitz ->eubrandenburg 
hinter  Belvedere  — ;  Hn.  Hildesheim,  Westerhof  — ;  IIs.  Rarlshafen, 
am  Meissner,  Cassel  am  Weinberge,  bei  Wolfsanger  — ;  Pr.  am  süd- 
lichen Harzrande  bei  Sachsa,  Ellrieh,  IVordhausen,  Bossla,  bei  Halle: 
Wettin,  Delitzsch);  c.  auf  Haien  an  Nadclholzrändern  des  Lnterharzes, 
auf  humos- sandigem  Boden,  selten  {Hn.  Westerhof).  Juni  bis  August.  — 
August,  September. 

Gesammlanschen  der  A.  1.  iloch  niedriger,  breitblätfrigcr  und  grossbliitig.     Stengel   1  /.^ — 3' 

(von  c.   4 5')    hoch.       Bläller    dick    und    grohfiliig,    mit    sUrkcrm    AdernDctz    als    A.  1.       Der 

T\\l  an  diesem  und  den  BlaUründcrn  ins  Fiiebsigc  ülieigeLend  (an  e.  graiigriinlich).  Traube 
3y^_iy,^'  lang,  bäufiger  als  bei  A.  1.,  nnlen  mit  einigen  INcbeniislen ,  mll  seltener  Aus- 
nahme (V.  eondensatnm  S.),  durch  nicht  sieb  berührende,  anoh  «ohl  etwas  von  einander  ent- 
fernt stehende  Bliitenbüsehel  locber.  Bliitenstielchen  meist  von  der  Lange  dos  Kelchs,  Blüten 
gross,  stark  wobiriccbend,  Kronen  von  l  bis  Vj-^"  im  Durchmesser,  citrnnengclb.  Beklei- 
dung der  Staubfaden  wie  bei  A.  1.  Staubbeutel  grösser,  länger,  nach  der  Ausleerung  länglich 
bleibend.   —       Wie    übrigens    die    rflanze    varilrt,     gebt   aus    den    aufgestellten    Formen    hervor. 

Bemerk.  Aus  dem  offenen  Felde  in  Vorböher  und  Waldungen  übergebend  erleiden 
die  Verbasca  dieser  Abtheilung  gleichartige  Veränderungen :  durch  zunehmende  Höhe,  womit 
die  Knotenstücke  sieb  verlimgern,  und  die  Blatter  weniger  tief  herablaufcn  ;  durch  abnehmende 
Dicke  der  Blattsubstanz  und  Übergang  des  groben  gelben  Filzes  in  einen  feinern  graugrünen, 
der  sich  auf  der  Oberflacbe  der  AVurzel  -  und  untern  Stengclblätter  oft  fast  verliert;  häufig 
auch    durch    etwas    abnehmende    Grosse    der    Blüten. 

••      Blätter   nicht   berablaufend. 

3.    V.  liyclinitisi.    MdichtnelTcen  artig  es  W^ollTeraut, 

Blätter  gel.erbt,  obcrseits  fast  hahl,  unterseits  staubfilzig  -  grauweiss, 
untere  stengelständigc  elliptisch -länglich  in  den  Blattstiel  verschmälert, 
mittlere  und  obere  sitzend,  letztere  eirund,  spitz  oder  zugespitzt;  Traube 
pyramidenförmig-rispig,  mit  aufrecht -abstehenden  Asten,  Blütenbüschel 
löclier  gestellt,    Blütenslielchen  doppelt  länger  als  der  Reich. 

LiNN.  Sp.  pl.235.     Chi.  hau.  327.     Kocu  Syn.  II.  327.     Fl.  dan.  t.  586 

(mit    weissen    Kronen).       Engl.    bot.    t.  58    (mit   blassgelben    Kronen). 

X  V.  Tliaiiso.T^yclinitis.     Moh-lichlnelJcenartiges 

ßastardtVOllJeraut,  Blätter  oberseits  dünn,  unterseits  dick 
graufilzig,  stengelständigc  länglich,  halb  hinablaufend,  Kelche  dick- 
filzig, Blütenslielchen  fast  so  lang   als  der  Kelch. 

Mert.  u.  Koch  Deufschl.  Fl.  II.  212.  Koch  Syn.  das.  589.  V.  Schi-a- 
dero-Lychnitis  Chi.  hau.  das.  V.  thapsoides  Hoffmanseg.  et  Link  Fl. 
lusit.  l.  214.     ScHRAii.  Moiiogr.  I.  25. 

X  V.  i»lilon»oi€ll-l<ycliiiitis.    Phlomis-lichtnelTeen. 

artiges  BastardWOllTeraut,  Blätter  oberseits  dünn-  unten 
dick  giaufilzig,  stengelständige  länglich -eirund  zugespitzt,  etwas  her- 
ablaufend; Kelche  dickfilzig,  Blütenstielchen  so  lang  als  der  Kelch, 
Bluten   grösser. 

Y.  thapsifoimi-Lychnilis  Schied,  de  pl.  hybrid.  38.  Koch  Syn.  das. 
590.      V.  Schradero-Lychnitis    Chi.   hau.  das.      V.  ramigerum    Schrad. 

X  V.  nigpo-liyclmitls.    X,angschweijig-lichtnellcen~ 

artiges  BastardWOllTeraut»     Blätter  oberseits  fast  kahl,  uu- 


Verbasoum.  SCROPIIIJLARIIVEAE.  383 

terseits  feinfilzig,  untere  stengelständige  länglich -eirund  mit  stumpfer 
in  den  langen  Blattstiel  zusammengezogener  Itasis,  obere  eirund- läng- 
lich, fast  sitzend;  Kelche  dichtfilzig,  lilüteustielchen  doppelt  länger 
als  der  Reich. 

Schiede  das.  40.  Koch  das.  592. 
An  Wegen,  Mauern,  auf  Triften  und  an  Flussufern,  auf  liiesigem 
oder  sandigem  Boden,  häufig;  die  Bastarde  einzeln  und  selten  (der  er- 
stere  Hn.  Scharzfeld,  ein  Exemplar  zwischen  den  beiden  Stammarten; 
der  zweite  Mk.  Stargard  hinter  dem  Schlosse—  Hn.  Scharzfeld  am  Ufer 
der  Oder;  der  dritte  IIs.  an  den  Grauwaekenklippen  am  Wege  von  Klein- 
Vach  nach  Abungen).     Juli  bis  August.  —    August   l>is  October. 

Stengel  2  —  4'  hocli ,  Sslig,  Äste  aiifieeht  al.sliliend.  IJhillcr  olierseits  gesätligtgrün, 
oft  etwas  glänzend,  gehen  niolil  selten  unter  Abnahme  der  Breite  in  die  lanzettförmige  Form 
iil.er.  Rispige  Trauten  bis  1'  lang,  mit  scharfkantigen  Xsten.  Blütcnbiischel  ]ocl;ere, 
schmale  Trauben  bildend.  Kelche  und  feine  Bliitenstlelcben  dichlfihig.  Blüten  kaum  halb 
so  gross  als  von  A.'2. ,  K-chlriechend.  Kronen  gelb,  am  Grunde  oft  mit  braunen  Flecken, 
nicht  selten  weiss.  —  Variirt  mit  stürkerm  Filz  der  Traube  und  mit  grossem  Blüten.  Beim 
Trocknen   färben   sich    die   Blätter  sehirärzlicL. 

ff      Blüten   in   Büscheln.      ^Volle   der    Staubfäden   purpurn. 

4.   \»  nis^riiiii.    Schweifhlütig es  W^ollleraut,    Blätter 

geherbt,  oberseits  fast  hahl ,  unterseits  dünn  graufilzig,  untere  stengel- 
ständige lang  gestielt,  länglich  -  eirund  mit  herzförmiger  Basis,  mittlere 
und  obere  kurz  gestielt  oder  fast  sitzend,  eirund,  zugespitzt;  Traube 
verlängert,  meist  einfach,  untere  Blütenbüschel  locker,  obere  dicht  ge 
stellt,    Blütenstielchen  doppelt  länger  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.  2^33.  Chi.  hau.  328.  Koch  Sjn.  II.  588.  Fl.  dan.  t.  1088. 
Engl.  bot.  t.oU. 

b.  tomentosuni.     Bas  Jilsige.     Meist  niedriger;    Blätter  beiderseits 

graufilzig. 

Chi.  hau.  das.     V.  lanatum  Schrad.  Monogr.  II.  28.   t.  II.  f.  1.     Koch 

das.  589. 

X  V.  iililoinoidi-nigrnni.    ^hlomis  artig -schweif - 

blutiges  BastardUOllTeraUt.  Blätter  oberseits  feinfilzig 
oder  fast  kahl,  unterseits  graufilzig,  stengelständige,  mittlere  und  obere 
etwas  herablaufend  oder  sitzend  ;  Traube  nach  oben  zu  dichtblütig, 
Kelche  dickfilzig,    kurz  gestielt,    Blüten  gross. 

V.  nigrum,  Scheinart  thapso-nigrum  Chi.  hau.  das.     V.  thapsiforme- 
nigrum  Schiede  das.  36. 

X  \'*  tltapso-nigriiiii.     BLoch-schweifhlütiges  Ba- 

StarÜtVOllTeraUt*  Blätter  beiderseits  dick  gelbgraufi'lzig,  sten- 
gelständige mittlere  tind  obere  länglich,  kurz  herablaufend;  Traube 
unterbrochen -büschelig,  unten  mit  einem  oder  dem  andern  Seitenast, 
Blütenbüschel  filzig,    sehr  kurz  gestielt;    Blüten  klein. 

Schiede     das.    32.        Koch    das.    590    (durch   längere    Blütenstielchen    abiveichend). 

Y.  Schraderi,  Scheinart  V.  nigro-Schraderi  Chi.  han.  326.     V.  coUinum 

Schrad.  das.  I.  35.  t.  V.  f.  1.  Fl.  dan.  t.  1811  (genau  mit  unserer  Pflanze  über- 
einstimmend). 

An  Wegen,  Hecken,  W^aldrändern ,  zwischen  Gebüsch  und  an  Fluss- 
ufern, auf  lehmigem  sandigem  und  kiesigem  Boden,  häufig;  b.  nicht 
häufig  {Hb.  bei  Hamburg;  Hii.  Roniienberg  im  Calenbergschen).  Erster 
Bastard  einzeln  zwischen  den  Stammarten  {Hn.  Scharzfeld  am  Oderufer  — 
Mühlberg  bei  ]>iedersachswerfen — ;  Hs.  zwischen  Witzenhausen  und  Al- 
lendorf am  Werraufer,  zwischen  Wilhelmshausen  und  dem  Wildhaus 
am  Fuldaufer).  Z^veiter  Bastard  ziemlich  häufig  zwischen  den  Stamm- 
arten uud  auch  ohne  diese  {Mh.  IVeubrandenburg,  Dassow;  Hn.  Münden, 


384  SCROPHlTI.ARlNE.UB.  Verbagoum. 

Göttinger  Wall,  Eicljciilirug,  Oltcriülliiigsliauscn,  I\cinbauscn  — ■;  Br. 
Ilübeland;  Hs.  Alieiulorf,  Alltiingcn;  Schw.  am  Güidner;  /V.  Lettin  bei 
Halle).     Juni,  August.  — ■    August,  September. 

Stengel  l'/j  —  '^'  ''<><-•''.  meist  ciiilaeii.  Blätter  der  Ilanptart  schHarzIicIigriin,  gewölin- 
liili  eiiifaeh,  bisweilen  doppelt  und  dreifaeli  gekcrlit,  nicht  selten  tJliergängc  in  b.  zeigend, 
aiieli  liisH eilen  fast  beiderseits  l<alil.  Traube  bis  Vj^'  lang,  meist  cini'acb,  Blüteobüscbel 
anliegend,  Blüten  mittelgross,  in  der  Grösse  ettvas  variirend,  schnaclt  woldriecliend ,  Kelche 
klein,  Kronen  gelb,  selten  weiss.  Staubbeutel  sämmtlick  nierenforiuig. —  >ariirt  ausserdem  mit 
3  —  4  Mal  die  Blüteubüschcl  an  Jjänge  übertreffenden,  sehr  schmalen,  pfricmenformig  iiige- 
spilzten  Deckblättern  (V.  nigrum  v.  braclealum  Chi.  Lan.  das.)  und  selten  mit  fast  rispigen 
Trauben. 

IJenierl;.  1.  Ber  aufgeführte  zweite  Bastard  kommt  nicht  selten  ohne  die  Sfamm- 
cltcrn  \or,  welches  zum  Theil  darin  seineu  Grund  haben  mag,  dass  die  Bastardrormen  öfters 
mehijahrig  sind,  während  jene  meistens  im  'Jten  Jahre  eingehen.  Vlbrigcns  traf  ich  V.  col- 
linum    mehrmals   mit    Trauben,    deren    sammtliche  Kapseln  nicht  zur  Ausbildung   gelangt  waren. 

IJemerli.  2.  "Wenn  Fries  (Summa  veg.  Scand.  17)  Y.  phlomoides  L.  und  V.  phlo- 
moidcs  ScilRAD.  als  lerscbiedene  Arten  betrachtet  und  zu  erstcrm  die  Baslardformcn  V.  nigro- 
Thapsus,  V.  nigrothapsilorme  und  V.  Thapsonigrum ,  d.h.  V.  collinum  S.  z.ihlt,  so  geht 
daraus    hcnor,    dass    ihm    die    bei    uns    mit   diesen  IVamen    belegten  Formen    nicht    bekannt    sind. 

Itcmcrli.  3.  Zu  den  Bastardformen  dieser  Art  scheint  das,  mir  unbekannte  \.  rn- 
deralc  PFEIF.  Fl.  t.  TS'iederh.  u.  Mund.  I.  319  zu  gehören  Die  Diagnose  lautet:  Blatter 
beiderseits  Glzig,  gekerbt,  lanzettlich,  an  der  Basis  in  den  Blattstiel  >erschmälert.  säiunitlich 
gestielt,  die  obern  fast  sitzend;  Stengel  kaum  kantig,  Büschel  der  einfachen,  vcilSngertcn 
Traube  meist  3 -blutig;  Blütenstielehen  so  lang  als  der  Kelch.  Blume  radfürmig  mit  sehr 
kurzer  Röhre,  gelb;  die  2  Lingern  Staubfäden  nackt  mit  kurz  herahlaufenden  Sfaubkolbcn, 
die  3  kürzern  pnrpurwollig.  INur  auf  einer  Schultstcllc  in  der  Kallcnburg  (in  Casscl)  ge- 
funden. 

•f-ff      Blüten    zu    zwei     oder    einzeln. 

'  5.    V.  iilioeniceiiin.     Violetes    Jf^ollTcraut,     Blätter 

oberseits  babl  ,  unterseits  zartliaaiig ,  ^vurzeiständige  gestielt,  eirund- 
länglieb,  unglcieb  oder  gescbweil't -gekerbt,  obere  slengclständige  sitzend, 
eirund,  zugespitzt;  Traube  verlängert,  Ulütenstieleben  einzeln,  viel  län- 
ger als  die  Deckblätter. 

Ll^^.  Sp.  pl.254.  Cbl.  ban.328.  Koch  Syn.  II.  589.  Jacq.  Fl.  austr. 
II.  t.  12.5.     CcRT.  Bot.  mag.  t.  885. 

Auf  bügeligen  Triften,  auf  sonnigem  magerm  Boden,  die  >Vestgrenze 
der  Gesammtverbreitung  am  östlicben  Harze  erreicbend  (Pr.  Quedlinburg 
an  der  BoeUsbornssebanze,  Westerbauscn  am  liönigsstubl ,  Halle :  zwi- 
scbeii  Wettiu  und  Dösel,  Steinbiippe  bei  Wendelstein,  Gross -Kübnau, 
amTborliause  zwiseben  Dessau  und  Aken).     Mai  bis  Juli. —  Juli,  August. 

Stengel  1  —  3'  hoch,  wenigl.lättrig.  Blätter  dunkelgrün,  wurzelständige  rosettenartig, 
oberste  Stengelblätter  plötzlich  bciräclitlich  kleiner,  an  der  Basis  oft  etwas  licrzfurmig.  Rispe 
so  lang  als  der  Stengel.  Blüten  entfernt  stehend,  ohne  Geruch,  Kronen  dunkelviolet, 
Staubbeutel  nicht  hcrablaufcnd ,  nierenförmig.  Staubbeutel  gleielifürmig.  —  Variirt  mit 
stärker   behaarten    und    mit   beiderseits    fast    kahlen   Blättern. 

'«.    V.  Blattaria.    Schaben.  JfoUlcraut,    Blätter  kabl, 

■wurzelständige  umgekebrteirund-länglicb  in  ilen  Blattstiel  verscbmälert, 
gesclnveift-gezäbnt,  mittlere  stengelständige  länglieb,  sitzend,  obere  mit 
berzförmiger  Basis  balbstengelumfassend,  zugespitzt;  Traube  verlängert, 
Blütcnstielcben  einzeln,    doppelt  Jänger  als  die   Deckblätter. 

LiNN.  Sp.  pl.2.54.     Koch  Syn.  II.  589.     Kngl.  bot.  t.  :3y3. 

An  Wegen,  Weinbergen  und  Zäunen,  auf  kiesigem  oder  sandigem 
Boden,  im  Süden  des  Gebiets  die  INordgrenzc  des  Vorkommens  in  Deutsch- 
land erreicbend,  selten,  aucb  unbeständig  und  wabrsebeinlich  nur  ver- 
wildert (Pr.  etwas  jenseits  der  östlicben  Gebietsgrenze  Wittenberg,  Wein- 
berge bei  IXaumburg,  vor  demWirthsbausebeiUollsdorf).  Juni,  Juli. —  Aug. 


«crophularia.  SCROPHVIiARINEAE.  385 

Stengel  I  —  2'  liocL,  kalil.  Blälter  etwas  runzelig,  I>ald  grob  gezälint,  lialtl  mehr  ge- 
licrbt.  Bliitenstielclicn  und  Kelclie  mit  gestielten  Drüsen  besetzt,  lilüten  etwas  grösser  als 
an    der    vorliergelienden    Art,     Kronen    gelli ,     selten    weiss.       Staubbeutel    gleiclifürniig. 

Beinerk.  Die  bler  aufgeführten  Bastarde  erbalten  sieb  niebt  immer  sieber  in  den  an- 
gegebenen Charakteren,  scbwanben  vielracbr  oft  bald  zn  dieser  bald  zu  jener  der  beiden 
Slamuiellern  hinüber j  zum  Tbeil  deshalb,  weil  ancb  IMittelformen  zwiseben  fruebtbaren  Ba- 
starden und  den  Stammeltern  erzeugt  werden.  Die  Synonjmie  kann  daher  niebt  anders  als 
schwankend  ausfallen,  und  unsere  Diagnosen  werden  unter  dem  Einflüsse  fortgesetzter  For- 
schung nach  Bastarden  znm  Theil  in  Beschreibung  von  Individuen  ausarten,  wenn  die  descrip- 
ti»e  Botanik  sieb  nicht  auf  die  Angabe  beschränken  will,  dass  Bastardformen  zwischen  diesen 
und  jenen   Arien    vorkommen. 

Pharntaceutisch-JItedicinisches,     Von  A.2.  das  Kraut 

und  die  hronen  of'ficinell  (llerha  et  Flores  A\'rbasci).  f^orxvaltende 
Besiandth.  frisch  etwas  fluchtige  narkotische  Substanz,  getrocknet 
Schleim  und  besonders  bei  den  Blüten  auch  ätherisches  Öl  und  Schleim- 
zucker.  Anwendung  der  Blätter  bisweilen  noch  unter  Species,  frisch 
auf  entzündliche  Geschwüre.  Die  Blüten  als  Thee  gegen  Husten  und 
Brustschmerzen ,  auch  gegen  leichte  Fieberanfälle  ein  beliebtes  Volks- 
mittel mancher  Gegenden.  Blüten  der  A.  4.  sollen  ein  erprobtes  Mittel 
gegen  Lungenentzündung  des  Rindviehes  seyn  (8 Loth  getrocknet  '/4  Stunde 
mit  2  Maass   fVasser  gekocht  und  IS  Loth  Glaubersalz  zugesetzt). 

OlCOnomischeS,  Die  gestossenen  fVurzeln  der  Art.  t.  2.  mit 
Mehl  oder  Grütze  iiermiseht  sind  ein  Mastfutter  für  Hühner.  Ihre  ge- 
trockneten Blätter  sind  zu  Dochten,  Feuerschwamm  rt.s.w.  anwendliar. 
Sämmtliche  Arten  sind  Zierpflanzen  der  Gärten. 

3.  Gruppe.     SCROPHÜL ARINEAE.     JEIGJEJV TZ.I CH E 

BBA  umir  vnxGM  irÄ cmse. 

Krone  röhrig,  Zipfel  «les  5-l.Tppigcn  Sauines  fast  gleich  oder  in  2 
Lippen  vereinigt.     Kapsel  2 — 4 -klappig.      Vliitenstaud  zusammengesetzt. 

Torkonimen.     INässe  liehend,    sonst  bodenvag. 

Gehalt.  Ätherisches  Öl  und  ein  nicht  hinlänglich  bekannter  bitterer 
Extractiv  Stoff. 

9,     SCROPHlJIiARIA.     BBAUJVWITMX, 

LlNN.    Gen.    n.  7.56. 

Krone  bauchiff  oder  fast  liugelig,  mit  schmalem  5 -lappigem 
Saum  und  ziirückgebogener  Uiiferlippe.  Staubgefässe  4,  zvvei- 
mächtig,^  oft  mit  dem^  Ansatz  eines  fünften  unter  der  Ober- 
lippe.   Gescbl.  Syst.  XIV.  2. 

Mehrjährige  Kräuter  (Art.  1.  2.)  oder  Stauden  mit  eckigem  Stengel. 
Blätter  gegenständig  oder  obere  wechselständig.  Blüten  in  Trugdolden, 
an  der  Spitze  des  Stengels  zu  einem  einfachen  oder  ästigen  Strauss  ver- 
einigt.    Kronen  trüb  braun,  purpurn,  grünlich,  gelb. 

fl.    $$•  aciiiatica»     Wasser 'Braunwurz,     Stengel  sehr 

scharf-  oder  flügelkantig;  Blätter  eirund  länglich,  ungleich  gesägt;  Blatt- 
stiele geflügelt,  Kelchzipfel  kreisrundlich  mit  breitem  Uautrande. 

LiNN.  Sp.  pl.  864.  Chi.  hau.  322.  Schk.  Handb.  II.  T.  173.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  23.  Fl.  dan.  t.  507.  Engl.  bot.  t.  854.  Hayne  Arznei- 
gew.  V.  T.36.     S.  Ehrharti  Rocu  Syn.  IE  593. 

An  Bächen,  Gräben,  Teichen  und  Flüssen,  auf  nassem  Lehm-  und 
Sandboden,  häufig.     Juni,  Juli  —    August,  September. 

"Wurzel  cylindrisch,  dicht  mit  dicken  Fasern  besetzt.  Stengel  Vj  —  4'  hoch,  4-seitig 
Bliitter  kahl,  selten  etwas  herzfürniig.  Stranss  verlängert  und  vollblütig.  Kronen  braun 
grün.       Kapseln    zugespitzt. 


38G  S€ROPmiI.ARlNEAE.  iJnaria. 

9.    $ii.  nodosa.     Knotige  Braunwurai»    Stengel  scharf 

kantig:  Illätter  eirund  -  liinglicii  niil  oft  herz  loiinigcr  Basis,  scharf  <lop- 
|ielt  gesägt,  Itlattstiele  ilügellos;  Helchzipl'el  hreit  eirund  mit  sehr  schina- 
ieni  Ilantrande. 

LI^N.  Sp.  pl.863.  Chi.  han.  322.  Koch  Syn.  II.  593.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.23.     Fl.  dan.  t.  11G7.     Engl.  hot.  t.  1.544.     IIavae  Arzneigew.  V.  35. 

Zwischen  Gehüsch,  in  ^'ählern,  an  huschigen  Gr;il»en-  und  Fluss 
ul'ern,  auf  feuchtem  humosem  oder  lehmigem  Boden,    sehr  hiiulig. 

Wurzel  knollig  iii.a  l.elascrl.  Stengel  2  —  4'  l.o.li,  >irl  s<li»acl,ci  als  :.n  A.  1.  Bläller 
.lenen  iler  A.  1.  ähnlieli.  Straiiss  kürzer,  laiigliili,  itliitenslielelien  nieUt  langer  unil  selilan- 
ker,  drüsig.  Kronen  liraunroth  «n<l  grün,  seltener  diiriliaiis  gellilicligrün.  Kapsel  spitzig.  — • 
Beide  Arten,  im  liöliern  Grade  letztere.  dnrcl»  widcrIicLen  GerncL  und  l.illerlicU  -  seliarfen 
Gesrliinark   ausgozeielinet. 

S.  vernalis  «ird  von  ScIIKUHR  etwas  jenseit  der  öslliclien  Gehielsgrrnze  bei  Witten- 
berg angegeben,  jedoch  »or  dem  Sclilossthore  liinter  Gartenzätinen ,  Konaeb  sie  der  I-lor 
«ohl    niebt   angcbi.rt. 

GM  UMRBI.ICHMIS, 

Pharmaceutisch.Medicinisches»    Beide  nicht  ineln-  offi. 

einell,  obffleicli  A.  1.  zertheilende  und  erxveicliendc  tiräfte  besitzt.  Die 
Abkochunij  der  bitter  schmeckenden  Blätter  fjeyen  Baude  der  Schafe  an- 
wendbar. 

ÖTeonontiSChes,     Nur  die  Zier/en  fressen  Blätter  und   Triebe. 

3.    Gruppe.      ANTIRRHINEAE.      MIGMJV  TI.I  C  HM 
X.  Ö  HJEJl  lUA  I7i  GM  IVA  CHSM. 

Krone  röhrig,  oft  sackförmig  oder  gespornt.  Ka]>sel  mit  Löchern  sich 
öffnend.  —     Blätter,    wenigstens  die  untern,    gegenständig  oder  wirtelig. 

Uorkoninien.     Bodenvag,    einige  sandliehend. 

Gehalt.  Bitterer  E.xtractivstoff  und  salziye  Theile.  t]bri(fens  zu 
wcnl(f  bekannt. 

3.     lilJKARIA.     IiMMNKMA^UV. 

TOUKNEF.    Inst.     18Ü.      t.   76. 

Krone  an  der  Basis  gesporul,  2-li|)pi^5  tlurcli  den  am  Scliliinde 
vorlretcnden  Gaumen  mein-  oder  weniger  geschlossen.  Jeties 
Fach  der  Kapsel  an  der  Spitze  mit  einem  gezahnten  Loeh  auf- 
springend.      Geschl.  Syst.  XIV.  2. 

Fin  -  (Art.  1 — 5.)  oder  mehrjährige  (A.  6.)  Kräuter  oder  Stauilen. 
Obere  Blätter  wechselständig.  Blüten  einzeln  und  entfernt  in  den  ühcrn 
Blattwinheln  oder  tranhig  zwisclien  Dcchhiättern ,  Kronen  Klein  oder 
miltelgross 

•     Dreifblaltrige. 

1.     li.  Cyiubalaria.     JEpheubitittriges  MJeinlcraut, 

Blätter  herzförmig -rundlich ,  5-iappig,  kahl;  Blüten  einzeln,  l>latt>vin- 
kelständig. 

MiLL.  Gärtnerlexic.  n.  17.  Chi.  han.  318.  Koch  Syn.  II.  399.  Antir- 
rhinum  Cvnihalaria  Lii\\.  Sp.  pl.  851.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.70.  Fngl. 
hot    t.  50-2. 

An  Mauern,  seltener  in  Felsritzen  oder  zwischen  Gestein,  besonders 
gern  in  der  IXähe  des  \^'«ssers,  hier  und  da  truppweise.  April  his  Au- 
gust. —    Juli  his  Septemher. 

Kriechend  nnd  vielastig- rankend.  Blatter  dicklich.  Krone  blassviolct  mit  weissem  Gau- 
men   und    2    gelben    Hockern. 

13.    li.  Elatliie*    Spiessblättriges  Mieinicraut,    Blätter 

eirund  -  spiessförniig,  unterste  rundlich  -  eirund  ;  Sporn  gerade,  Blüten- 
sticle  kahl. 


Linaria.  SCROPHUIiARlNEAE.  387 

MiLL.  Gäitneilexic.  ii.  16.  Chi.  lian.  318.  Koch  Syn.  11.  599.  Stdrm 
Deutschi.  Fl.  U.  70.  Antirrhinum  Elatine  Linn.  Sp.  pl.  821.  Fl.  dan. 
t.  426.     Fngl.  Lot.  t.  692. 

Auf  Ackern,  auf  liallihaltigem  hindendcm  Itoden,  hier  und  da  einge- 
bürgert.    Juli  l>is  September.  —    August  bis  October. 

Liegend,  4 — 12"  lang,  feinstcngclig,  an  <lei  Basis  ästig,  zottig.  Bliitenstiele  fast 
haarfein,     lang.       Krone    I.lassgcll.lieli ,    Interllppc    selnvefelgel).,     Oberlippe    inwendig   violet. 

3.    Ii>  spuria*    Mundblättriges  l/einicraut.    Blatter 

rundlich -eirund;    Sporn  gekriiinnit,    Ulütenstiele  zottig. 

MiLL.  Gärtnericx.  n.  15.  Chi.  han.  318.  Koch  Sjn.  IT.  599.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  70.  Antirrhinum  spurium  Linn.  Sp.  pl.  851.  Fl.  dan. 
t.  913.     Engl,  bot    t.  691. 

Auf  Achern  und  Brachen,  auf  kalkhaltigem  Lehmboden,  in  der  nörd- 
lichen und  mittlem  Hälfte  des  Gebiets  selten  (/Zu.  Kronsberg  bei  Be- 
merode,  Rossdorferholz  bei  Göttingen — ),  in  der  südlichen  ziemlich  häufig 
eingeJiürgert.     Juli  bis  September.  —    August  bis  October. 

Stengel  4  —  8"  lang,  slark,  elivas  steif,  diclitzoltig.  Blätter  bis  zollbreit,  bald  ausge- 
schweift-gezähnt, bald  ganzrandig.  Krone  an  der  Basis  »eissllrh  mit  diinheltioleter  Ober- 
lippe   und    gelber   Unterlippe. 

••      Schmalblättrige. 

4>  1j,  wninov.  Kleine*  MJein^raut,  Drüsig  behaart;  Blät- 
ter lineal -spateiförmig,  stumpf;  Blüten  in  kurzen  beblätterten  Trauben. 

Desfont.  Fl.  atl.  II.  46.  Chi.  han.  319.  Koch  Sjn.  II.  .599.  Stlrm 
Deutschi.  Fl.  H.  70.  Antirrhinum  minus  Linn.  Sp.  pl.  852.  Fl.  dan. 
t.  502.     Engl.  bot.  t.2014. 

Auf  Äckern,  Brachäckern,  Gartenländereien  und  auf  Mauern,  auf 
kalkhaltigem  Lehmboden,    häufig.     Juni  bis  August. —    September. 

Stengel  aufrecht,  3  —  6"  hoch,  etwas  sjierrig- ästig.  Untere  Blätter  spatelfürmig.  Kro- 
nen   bIass>iolet   mit    h  eissllchgelben    I^ippen. 

5.   Ii.  arveiijüis*    Blaues  MJeinlcraut,    Kahl;  Blütenstiele 

undKelche  drüsenhaarig;  Blätter  lineal,  beiderseits  verschmälert;  Kelch- 
zipfel lineal,  stumpf,   Samen  glatt. 

Desfont.  Fl.  atl.  II.  45,  Chi.  han.  319.  Koch  Svu.  II.  600.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  70.  Antirrhinum  arrense  c.  Linn.  Sp.  pl.  855.  Schk. 
Handb.  II.  T.  172. 

Auf  Ackern,  auf  lehmig- sandigem  und  sandigem  Boden,  die  Nord- 
grcnze  der  Gesammtverbreitung  in  der  Linie  von  Bcntheim,  Hannover, 
Mecklenburg  erreichend,  ziemlich  häußg  eingebürgert.  Juni  bis  Septem- 
ber. —    August,  September. 

Stengel  aufrecht,  1  —  l'A'  hoch,  einfach  oder  ästig,  untere  Blätter  zu  4,  qnirlförmig. 
Traube  anfänglich  ho]ifforniig,  später  verlängert.  Blüten  kleio,  Kronen  hellblau  mit  dunk- 
lern Streifen.  Gaumen  »eisslich  mit  zartem  violeten  Adernnelz.  Samen  flach  mit  Flügel- 
rande. 

IS.     Ii.  1'tilgari».     Gemeines  MJeinJeraut,    Kahl;  Blü- 

tenstielc  drüsenhaarig;  Blätter  dichtstehend,  lanzettlich- lineal ,  spitzig, 
Traube  dichtblütig,    Samen  erhaben -punktig. 

MiLL.  Gärtnerlexic.  n.l.  Chi.  han.  319.  Koch  Syn.  II.  602.  Antirrhi- 
num Linaria  Linn.  Sp.  pl.  858.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  18.  Fl.  dan. 
t.982.  Engl.  bot.  t.  658  (Pelorien- Bildung  t.  260.).  Hayne  Arzneigew. 
VI.  T.  33.  6  ^  S 

Auf  Brachen,  an  Fehlrainen,  Wegen,  Schutt  und  auf  Mauern ,  auf 
magerm  steinigem  Boden,  sehr  häufig.  Juni  bis  August. —  September, 
October. 

Stengel  aufrecht,  1  —  2'  hoch.  Blätter  am  Rande  zurückgerollt,  mit  unten  stark  ror- 
tretendem  Slillelnerr.  Bluten  gross,  eine  die  andere  halb  deckend,  Kronen  blassgclh  mit 
»afiangelbem    Gaumen.       Samen    scb.vach    angeschwollen    mit    breitem    Flügelrande. 


388  SCROPHriiARlNEAE.  Antirrhinum. 

Phnmiaceutisch-Medicinisches»     f'on  A.6.  das  litmit 

{llei)>a  l.iiiaiiat)  zur  lii-rcituntj  des  (  ngiienliini  de  Linaria ,  ijff/cn  llii- 
ntnrrlioidiillnioten  ,   of'fieinrll. 

VechniXCheS»     A.  6.  enthält  in  den  Blüten  einen  yelhcn  Fürbeslolj . 

ÖTCOnOiniSChe»»  Die  Art.  1 — 5.  werden  vom  f'ielie  nirltl  f/e- 
fressen.  A.6.  frisst  alles  fiehfjerti,  besonders  netroeknet;  auch  ist  sie 
eine  Zierpflanze  der  fiärten,  so  wie  A.l.  zur  l  erzierunij  von  Grotten 
und   Felsanlagcn   sieh  eiijnel. 

4.     AÄTIRRHIIMJITI.     ItÖWJENMA^UMj, 

LlNN.    Gen.     n.  750.    Art.    aiisgcsdil. 

Krone  au  der  Basis  mit  einem  llöeker,  2-lippiff,  dureli  tlen 
am  (irnnde  vorlretcnden  Gaumen  gesclilosseu.  Hinteres  *  acli 
der  Kapsel  an  der  Spitze  mit  1  Loeh,  vorderes  mit  2.  Loehera 
aufspringend.     Gesclil.  Sysl.  XIV.  2. 

Ein-  (A.  2.)  oder  iiu'hijaiiiigf  (A.  1.)  Rriniter.  lU.itt.-r  ganzrandig, 
seltener  lappig.  Blüten  einzeln  nnd  enllVint,  in  den  AVinl;eln  der  obern 
Stengelblätter  oder  Iranhig  zwischen  Deel,l>lältern,  Kronen  oft  ansehnlich. 

I.     A.  majiis.     Grosses  Itöwenmaul,    Blätter  lünglich- 

lanzettförmig;  Kelchtheile  eirund,  stumpf,  mehrfach  liürzcr  als  dieKron<-, 
Traiihe  dichthlütig. 

LmK.  Sp.  pl.  859.     Koch  Syn.  11.  598.     Engl.  hot.  t.  129. 

Auf  IWauern,  hier  und  da,  hesonders  im  südlichen  Thcile  des  Gehiels, 
verwildert.     Juni  his  August.  —    September. 

Stengi-l  1— a'  liocli,  meist  ciiifaeli.  nistlei-  kalil ,  iiacli  ol>eii  iicl.st  <Ien  Bliilen  Ji  iisig. 
Kronen  1 '/.,"  lang,  inirpurn  ,  «Innkelrosa .  seilen  «eiss  o.ler  sel.eckig.  liafsc\  an  der  Sj.iUe 
geliriinunl. 

«.    A.  Oroiitimii.    JPeia. Miöwenmaul,    Blätter  lanzeit- 

förmig-lineal,  Kelchzipfel  lanzettlich,  länger  als  die  Krone;  Tranhc  nn- 
terhrochen. 

LlN^.  Sp.  pl.860.  Chi.  han.  317.  Koch  Syn.  11.598.  Sciik.  Ilandh. 
II.  T.  172.     Sturm  Dcutschl.  Fl.  11.27.     Engl.  bot.  t.  1155. 

Auf  Ackern  nnd  Brachen,  auf  lehmigem  und  sandigem  Boden,  häufig 
eineebürgctt.     Juli  his  August.  —    September. 

Von  I.i7le.-niae,llel.en.  Geselimael..  Stengel  7^  — l'A'  Iioeh,  nael.  oben  feinl.aarig. 
Kronen    'A"    lang,     rosa    mit   blasserer   Riihre ,     selten    «eiss. 

ÖJconomischeS»  A.l.  bekannte  Zierpflanze  der  Härten.  A.  2. 
wird  nicht  vom  ß'ieh  f/e fressen,  und  soll  betäubende  Kif/enschaf'tcn  ha- 
ben,   worüber  nähere   l'ntersHchun(/en  ivünsehenswerth  sind. 

1.    Gruppe.      CtRATIOLEAE.       GNADMIMKRAVT. 

Gm  u  ÄcnsM. 

Krone  röhrig,  weder  sachförinig  noch  gesperrt.  Kapsel  2 — 4-hlappig. 
Blütenstand  einfach,    Eiitwickelung  centripetal. 

Vorkommen.  Die  einheimischen  Arten  INässe  und  Kiesgehalt  des 
Bodens  liebend. 

Gehalt.  Hitler -scharfes  ff 'eichharz,  bitterer  lixtractivstoff,  l.ummi 
mit  stiekstolfhaltii/er  Substanz. 

5.     GRATIOIiA.     GJVA.JDXiJ¥IlMAUT. 

I.INN.    Gen.     n.  2^. 

Krone  2-lipi)i8',  gähnend,  Oherlippe  zuriiekgebogcu,  ausge- 
randet,  Staubgefässe  2  und  Ansatz  zu  einem  z>\eiten  Paar. 
Narbe  2-lappig.    Kapsel  halb  4 -klappig.     Geschl.  Syst.  II-  1. 


Lindeiiiia.  SCROPHULARINEAE.  389 

]>lelirjälirige  Kräuter  mit  gcgciistäiuligcii,  gaiizrandigi'n  odi-r  siigczäli- 
iiigeii  Blättern.  Itlüteiistielc  hlattwinliclstäiidig,  1 -blutig,  öfters  im  Kcl- 
ebe  mit  2  Declililättcbeii. 

1.  e.  officinalls.  ^rsneiliches  GnadenTeraut,  Blatter 

sitzend,  lanzettförmig,  3- nervig,  klein  gesägt,  au  der  Basis  ganzrandig; 
Blütenstiele  kürzer  als  die  Blätter. 

LiNN.  Sp.  pl.24.  Cbl.  ban.  322.  Koch  Sju.  11.595.  Schk.  Ilandb.  1. 
T.2.  a.     Fl.  dan.  t.;^3.     Engl.  bot.  t.  363.     Hayne  Arzneigew.  III.  T.  13. 

Auf  Wiesen,  an  Gräben,  Fluss-  und  Teiebuferu,  auf  nassem  Moor- 
uud  Sandboden,  zerstreut  aber  in  den  Ebenen  meist  bäufig.  Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Wiiizi-lstocii  kricclicnd,  entlciiil  hiauiistliiippig.  Stengel  aiilreolif,  l'  iiocli,  k.ilil.  Dllillei 
ins    Kreuz    gegenständig.       Hione    weiss    oder   lil.issiiitlilieli    mit    gelbliilier    Rolne. 

GM  n^MRBL.ICIlMS. 

JPharmaceutisch- Medicinisches,    Die  Pflanze  ohne  ßl'ur- 

zcl  (Ilerba  Gratiolac),  oder  iiiivli  die  ßf'urzel  (Uadix  Gratiolae  liCNZK 
fVaarenk.  T.  35 .  F.  3.)  für  s  ich  of'ficin  eil.  Für  waltende  Bestandth. 
scharfes,  bitteres  fVeichharz.  Anwendunfj  des  livauts  in  Pulverform 
und  in  ^hhochuufj  in  nerinr/en  Dosen  als  drastisches  Pur<jirmittel;  im 
frischen  Zustande  auch  brechenerregend;  äusserlich  frisch,  bei  Gicht, 
Geschwüren,  alten  Schäden.  Präparat  ist  Extractum  Gratiolae.  Die 
ffurzel  soll  tvirksumer  sein.  Bei  zu  starken  Dosen  scheint  die  fVirkunij 
fjiflarti,j. 

I.,1NN.    Gen.    II.  laLi. 

Ki'Oiie  2-li|>|)i^,  obere  Lippe  aiisgerantlet,  untere  ffrosser, 
3^-1appiff.  Staiibgefassc  4,  iiweimäehtig.  ^  INarbe  koplTörinig. 
Kapsel  2-klappig  mit  freier  Mittelsäule.     Gescbl.  Syst.  XIV.  2- 

Einjährige  niedergestreckte  Kräuter  mit  gegenständigen  ßlättern,  Blü- 
tenstiele l»lattwinkelständig,   1 -blutig,   deekblattlos. 

'1.    Ij.  pyxiflaria.    Genteine  Iiindernie»    itlätter  eirund- 

länglicb,  ganzrandig,  3- nervig. 

Allion.  Mise,  taurin.  III.  178.  Kocu  Syn.  II.  612.  Stlrm  Deutscbl. 
Fl.   11.30.     Capraria  gratioloides  Linn.  Sp.  pl.  876. 

An  Flussufrrn,  auf  überschwemmt  gewesenem  feuchtem  Lehmboden, 
am  östlichen  Saum  des  Gebiets  die  Wonigrenze  der  Gesammtverbreitung 
erreichend  (nur  Pr.   Wittenberg  ScHK.). 

Stengel  4^6"  lang,  rasenförniig ,  saftig,  glänzend,  Lräiiulich  -  grün  ,  iinlickaarl.  Blü- 
ten   Idnggeslielt,     hinfällig.       Kronen   lilaroseurotli. 

II.    RHINANTHIDHAE.     KZ.APBERKOVjK'AHTEGM 
GMU^ÄCHSE. 

Kronen  in  der  Knospenlage  geschindelt,  Hintere  Lippe  des  Kroii- 
saums  niemals  die  äussere. 

.5.  Gruppe.     DieiTALEAE.     MIIV  GMRH  V  TGJEITÄ  CMSM. 

Krone  röhrig  oder  glockig  mit  2-lippigem  Saum,  in  der  Knospenlage 
die  zwei  Scitenzipfel  der  Unterlippe  die  ätissern.  Kapsel  meistens  facTi- 
spaltig  anfreissend.  —    Blätter  wechselständig. 

1/^orkoninieii*  Mehrere  Kies,  Schiefer,  Grauwacke  liebend;  andere 
Kalk. 

Gehalt.  Bittere  und  scharfe  Stoffe ,  bei  mehrern  stark  ijiftarlif/ 
wirkende  Substanzen  ,  namentlich  ^ilkaloide ,  deren  tVirkung  bei  andern 
durch  reichlichen   Gehalt  an   Schleim  auf'tjehobcn   wird. 


390  SCROPBIJI.ARINEAE.  Digitalis. 

■?.     DIGITAIilS.     JPENGJEttUUT, 

Mnn.    Gen.    n.  708. 

Krone  glockig  mit  röhriger  Basis  und  schräg  aligeschnide- 
neni  4-spaltigcm  Saum.  Zwei  Paar  ungleiche  Stauhgcfässe. 
Kapsel  2-fächerig',  Sauienpolster  tragende  31itlelsäule  ohen  frei. 
Geschl.  Syst.  XIV.  2. 

Mcbrjälirige  Kräuter  (Art.  1.2.)  seltener  Sträuche.  Stengel  einfach. 
Untere  Blätter  gehäuft,  gestielt,  obere  oft  stengclunifasscnd.  Itlülen 
meistens  in  langen  einfachen  Trauben. 

1.    D.  purpurea*    Xtother  Fingerhut»     Blätter  cirund- 

lanzettfürniig,  runzelig,  gekerbt,  unterseits  saniniethaarig,  untere  Reich- 
zipfel oval,  kurz  zugespitzt,  Krone  breilglochig;  Unterlippe  mit  Augen- 
flecken. 

LiNN.  Sp.  pl.866.  Fl.  d.  Rönigr.  Ilannov.  III.  Sign.  1.  Taf.  1.  Chi. 
hau.  323.  Koch  Sju.  II.  596.  Lindl.  Digit.  monogr.  t.  2.  Scuk.  Haudb. 
II.  T.274.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.U.  Fl.  dan.  t.  74.  Engl.  bot.  t.  1297. 
Uayne  Arzneigew.  I.  T.45. 

In  Bergwäldern,  besonders  des  westlichen  Gebictstheils,  auf  frischem 
kiesigem  oder  grobsandig -humosem  Boden  des  Ur-  und  Übergangsgebir- 
ges  (am  Harze  bis  zur  Ileinrichshöhe,  3168'  hoch),  häufig  und  nu-ist 
schaarenweise ;  gegen  Osten  abnehmend  nud  im  süd- östlichen  Gebiets- 
theile  (Halle)  nicht  mehr  vorkommend.  Juni  bis  September.  —  August 
bis  Oetober. 

Auf  ilen  INadellloUliaicn  des  Harzes,  wo  diese  Praclifpflanze  oft  zu  vielen  Tausenden 
die  Bergliange  sclimückt,  erreicht  sie  nickt  selten  Mannsliülie  und  prangt  mit  liiindert  und 
meinem  Gloel>en  an  einem  Stenge).  —  In  der  ausriilirliel.cn  Besel.reilning  der  Pn^nze  in 
der  FJora  des  Konigr.  Ilannov.  lialie  icli  unter  den  Itubriken;  ))AI>K'cicluingeu  der  liildung'* 
und  „Verwandtsehafl"  nachgewiesen,  dass  l>.  tomcnlosa  HOFFMANSEGG.  et  LINK  (eine  Form 
analog    der  Spielart    h.    oblusiflora    von    1).  an.higua) ,    I).  Thapsi    L.    und   D.   minor  L.    von    l>. 


purpll 


ifisch    nicht   verschied 


Bemerk.  In  den  .lufzählungen  der  Bastarde  der  Gatt.  Digitalis  habe  ich  ehenda- 
selhst  I).  pnrpurasccns  ItOTIl  Cat.  hot.  II.  62  als  eine  Basfardfonn  von  D.  pur]uirca  und 
It.  lutea  unter  dem  >amen  !>.  purpurco  -  lutea  aufgeführt.  In  KoCH  Syn.  II.  .)9ti.  wird  sie 
als  Art  aufgrzlihlt  u.id  die  hjl.ride  Ahhunft  durch  die  Worte:  „in  iocis  men.oratis  sacpe 
suüfarie  creseit,  neque  inler  afliucs ,  seiuiuihusi|tie  pro|>agatar<'  iu  Zweifel  gezogen.  Dieser 
Ansieht  folgt  der  Bcarheilcr  dieser  Galt,  in  DE  CanD.  Prodr.  X.  4.',.».  indem  er  hinzu- 
setzt; „  Speeies  dubia,  hiuc  iude  separatim  crescens  iuter  D.  luteum  et  D.  purpureum  ambi- 
gens  eoloreque  »arians  et  ideo  a  pluribus  pro  liybrida  habita ;  sed  capsulae  seminihus  perfeclis 
implentur,  et  specics  supra  memoratae  rarius  in  iisdem  Iocis  crescunt.  D.  lutea  uempe  tii 
nisi  in  solo  caleareo  iget,  ubi  I).  purpurea  saepissinie  deest."  Diese  Conjecturen  berichtigt 
nach  Beobachtung  liÖLL,  Uhcin.  Fl.  334.  indem  er  von  D.  purpuraseens  ROTH,  sagt: 
„von  D.  purpurea  und  D.  lutea  stammend,  in  deren  IVahe  diese  nur  zum  Theil  unfrnehthare 
Pflanze    immer    «Sc' st.« 

Z,     II.  aniblgiia.     Blassgelber  Fingerhut»     Blätter 

länglich-lanzettförmig,  sägezähiiig,  unterseits  längs  der  Bippen  zarthaarig, 
Kelchzipfel  lineal- lanzettförmig ,  Krone  glockig,  Unterlippe  netzartig 
geädert. 

MuRB.  Prodr.  stirp.  Gotting.  62.  Fl.  d.  Königr.  Ilannov.  III.  Sign.  4. 
Taf.  2.  Chi.  ban.  323.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.H.  D.  ochroleuca  Jacq. 
Fl.  anstr.  I.  36.  t.  57  Lindl.  Digit.  monogr.  t.  8.  D.  grandiflora  Lam. 
FI.  franc.  II.  332.     Beigiienr.  PI.  crit.  II.  t.  1.39. 

h.  obtusiflora.     JDer  stumpf  Mutige.     Blätter  breiler,  obere  eirund. 

spitzig.     Unterlippe   der  Krone  kürzer   und  stumpfer. 

Fl.  d.  Königr.  Uannov.  das.     Chi.  han.  324.     D.  ambigua   Sciik.  Handb. 

II.  T.74.     D.  ochroleuca  Bkichf.nb.  das.  1.160. 


Digitalis.  SCROPHUI.ARINEAE.  391 

c.    excelsH.     Mter  hohe.     Traube  verlängert,    Itlüten  kleiner,    Unter- 
lippe kaum  merklich  netzartig  geädert. 
Chi.   han.   das. 

:=:  D.   iiiirpureo-aniblgiia.     Hoth.hlatsg eiber  Ba- 

Stttrdfingerhut*  Blätter  länglich,  spitz,  sdnvach  sägezähnig,  uu 
terseits  zerstreuet  behaart,  Relchzipfel  eirund- lanzettförmig,  Krone 
röiirig- glockig  (hellgelb,  oben  roth  überlaufen),  Unterlippe  kaum  netz- 
artig geädert. 

Fl.  «I.  Königr.  Hannov.  III.    Sign.  6.      Chi.  han.    das.      D.  lutescens 

LiNDL.  das.  22.  t.  21  (nach  einer  im  Heidelberger  liot.  Garten  unter  dem  INamen  D. 
ami.igua    ciiltiiirten    Pflanze    gezeichnet).       D.    fucata    EhRH.    Beitr.    VIU     157. 

In  Gebirgswaldnngen,  auf  magerm  steinigem  Boden  des  Übergaugs- 
und  Urgebirgs  (am  Harze  zwischen  800  und  2400'  Höhe),  die  Nordgrenze 
der  Gesammtverbreitung  am  Siintelgehirge  unweit  Hameln  erreichend, 
ziemlich  häuiig;  b.  und  c.  seltener.  Juni  bis  September.  —  August  bis 
Üctober. 

Ris|ie  vor  der  Entwickelung  der  ohern  Blüten  an  der  Uaiijit  -  «ie  jn  den  S|)iclarteu  an 
der  Spitze  schlau'  ülierhängeod.  Kronen  (deren  r.irlmng  idi  in  keiner  Beschreibung  Dorh 
Abbildung  richtig  angegeben  finde)  aussen  l'ellig  -  flaumhaarig,  blass  stliMcfelgelb ,  mit  dem 
Verblühen  in  die  blass  ochergelbe  Farbe  übergehend,  inn endig  den  Bauch  entlang  mit  rost- 
rolhhrauner  netzartiger  Zeichnung  ,  an  den  Vervrachsungspuncten  der  Staubfäden  mit  dem 
Kronhalse  mit  einem  braunen  und  am  Saume  zu  beiden  Seilen  des  Miltelzipfels  der  Unler- 
lippe  mit  einem  blassorangegelben  Fleck.  —  Die  Abweichungen  »on  dieser  >ormalfärhung, 
so  wie  die  mancherlei  Al>änderungen  der  Stellung,  Form  und  Bekleidung  der  Blätter,  Deck- 
bhlter  und  Kclchziplel ,  der  Länge  der  Blütrnslielchcn ,  der  Grösse  der  Blüten,  der  Saum- 
bil.Iung,  der  Stanbgel';.sse  und  des  Griftcls.  habe  ich  in  der  Flora  d.  K.  Hannov.  a.a.O. 
ausführlich    nachgewiesen. 

Bemerk.  1.  ,,ner  Bastard  im  Herbst  18'i7  in  der  Hannoverschen  Flor  am  Schu 
lenberge  am  Harze,  nahe  hei  der  Weissenwassrr- Sägemühle  neben  dem  Julianer  -  Graben 
gefunden.  Eine  einzelne  Pflanze,  welche  in  einem  Horste  der  D.  ambigua  stand,  und  sich 
schon  aus  der  Ferne  durch  ihre  schmalen,  roth  überlaufenen  Kronen  auszeichnete.  In  der 
nächsten  Lmgebnng  stand  nur  I).  ambigua,  etwa  .50  Schritte  entfernt  zog  sich  D.  purpurca 
um  den  .Saum  des  mit  Buschwerk  bewachsenen  Districts.  Es  war  am  ganzen  gen.iu  duicli- 
suchten  Beige  kein  zweites  Evemplar  von  ähnlicher  Bildung  zu  finden.  '  Fl.  d.  K.  Hannov. 
a.  a.  O. 

Bemerk.  2.  ,,Eine  interessante  Hindeutung  auf  die  TValur  des  Blütenbaues  der  mit 
eiii>;m  Sporn  versehenen  Gattung  der  Scrophularinen :  I..inarid ,  Antirrhinum  u.  s.  w.  gewährte 
die  mehrere  Male  von  mir  beobachtete  Spornbililung  bei  D.  ambigua,  indem  sie  jenen  Blüten- 
bau als  gesetzlich  gewordene  abnorme  Bildung,  und  die  Pelorien  -  Bildung  der  Linaria  vul- 
garis als  Rückkehr  zum  regelmässigen  Bau  bestätigt.  Am  häufigsten  triflt  die  Spornbildung 
einzelne  Blüten  einer  Traube,  sehr  selten  die  sämmtlichen  Blüten.  Der  Sporn  tritt  aus  der 
.Mltle  oder  dicht  unter  der  Mitte  des  Bauchs  der  Glocke  lierior,  ist  '2^.^  bis  3"'  lang,  läuft 
kegelförmig  zu  und  macht  mit  dem  untern  Theil  der  Glocke  einen  Winkel  von  70,  80  —  90''." 
Fl.  d.  K.  Hannov.    das. 

Bemerk.  3.  JO.  AnDR.  MirRAY  »ar  der  erste  Botaniker,  der  unsere  Harzpflanze 
genauer  untersuchte,  und  im  J.  1770  in  der  Enum.  pl.  gott.  als  eigene  Art,  unter  dem 
Manien  D.  ambigua,  aufstellte,  worin  ihm  I-tNNE  in  der  ViUa  Ausg.  des  Sjst.  legct.  folgte, 
im  J.  177a  beschrieb  sie  JacQ.  in  der  Fl.  austr.  unter  dem  ]>amen  D.  ochroleuca ,  1778 
führte  sie  Eam.  in  der  Fl.  fran9.  als  D.  grandiflora  auf,  und  178-1  All.  in  der  Fl.  pedem. 
unter    demselben  IVamen.       Hiernach  kann  üb.  r  die  Wahl    des  i>amens  kein   Zweifel    stallfinlen. 

GJE  vrjERBIjICHMS» 

Pharnt,aceutisch-Medicini«cheg»     Ion  A.1.  das  livmii 

of'ficinell  (Herlia  Digitalis  purpiireae).  f'or waltende  Bestandth.  bit- 
terer, drastisch -narkotisch  wirkender  Extractivstoff  (Ditjitalin).  An- 
wendung in  Substanz  und  Pulverform,  auch  im  Auftjuss^  in  Abkochung, 


392  SCROPHIJIiARlNEAE.  Veronica. 

Hiirf  der  ausyejtrfsstc  Saft  des  frischen  liratiles  innerlich  und  üusserlich 
in  sehr  (jcrinijcn  Dosen ,  mit  f'orsicht !  Zur  Ite/'örderitng  des  Jirüsen- 
Murf  Lymphsystems  und  der  absondernden  Orfjune,  wie  andrerseits  zur 
Herabstimmunij  krankhaft  erhöheter  Thätifjkeiten,  auch  zur  Rctardirunij 
des  Itlntumlaüfs.  Präparate  sind  mehrere  Arten  Tinctura,  ferner  l'2x- 
traetuin,  Acetuni  und  Lngueiitum  Digitalis,  tlhriyens  ffehört  die  Pflanze 
zu  den  sehr  scharfen  Giften  (Geycnmittel  Milch  in  welcher  Foeiuim  grae- 
cum  abnekocht  worden,  Opium,  üusserlich  Vesicatorien).  Die  Samen 
sollen  Vöijeln  tödtlich  scyn.  — •  ^/.  2.  besitzt  dieselben  IJiycnschaften, 
nach  den  Amjaben  Einiyer  in  schwächertn ,  nach  denen  minderer  im  glei- 
chen Grade.  In  Unterh'essen  ist  sie  beim  Landmann  ijeijen  bösurtii/e  Ge- 
schwüre im.  Hausgebrauch. 

ÖJConOtniSCheS»  Beide  Arten  werden  vom  f'iehe  iiicht  gefressen, 
aber  i'on  den  Bienen  besucht.  Sic  sind  eine  Zierde  der  Gärten  wie  un- 
serer fValdinnjen.  A.  1.  erhöhet  die  Ctilturkosten  der  ISadelholzbesamun- 
yen  und  wird  ihnen  als   Unkraut  nnchtheiliy. 

6.  Gruppe.  17ERONICEAE.  HURJEN PRMISGEW^ÄCU SM. 

Krone  radförmig  oiler  radföriiiig-glociiig.  Saum  oft'en,  4  —  5-lappig, 
einer  der  seitlichen  Lappen  der  äussere.  Kapsel  meistens  dureli  lland- 
tbeilung  aufspringend.  —     Ulätter  meist  gegenständig. 

Torkonimen.     Meistens  Itodenvag   und  sehr  verhreitct. 

€kehalt.     Bittere  und  salzige  Stoffe,      übrigens   zu  wenig  untersucht. 

8.     V£ROIVICA.     KBMMNPnMES, 

I>INN.    Gen.     11.  -i-'j. 

Saum  der  Krone  4-theiliga  obere  Zipfel  breiter.  Staiibge- 
fässe  2,  Beutel  5-faeherig  längs  aufreissend.  Kapsel  zusam- 
mengedrüekt,  meist  ausgei-andet.      Gesclil.  Svst.  II.  i. 

Ein-  (Art.  12— 20)  oder  mehrjährige  (Art.  1  — II.)  Kräuter,  Sträuche 
oder  Bäume.  Stengelblätter  gegenständig,  selten  wirtelig,  hlütenständige 
stets  abwechselnd,  oft  deehblatlartig,  bei  einigen  den  Stengelblätteru 
gleichförmig.  Itliiten  in  end-  oder  blattwinhelständigen  Trauben,  oder 
einzeln  in  den  Dechblattwinkeln.  Hinterer  Kelchzipfel  (wenn  5  da  sind) 
meistens  lilcin.     Kronen  blau,  lleischfarben,  Aveiss. 

f       Tr.iiil.en    li  Ii  renf  ü  im  i  g  .     e  n  .1  s  t  ä  n  il  i  g- ci  112  cl  n    oder     ziigl.Mcli    aus    den 
ol>erst<n    B  1  a  II  h  i  iik  c  1 11.       D  c  c  kl.  1  ii  1 1  e  r    klein. 

1.     V.  paiticillata.      Mispiger  Mhrenpreis,     »läder 

länglich -lanzettförmig  oder  lanzettförmig,  spitz,  einlach  oder  fast  dop- 
pelt fein  gesägt;  Trauben  meist  rispig,  loeber,  Jiechbiätter  lineul-lan- 
zettlieh,  so  lang  oder  kürzer  als  das  Illütenstielclun. 

LiNN.  Sp.  pl.  18.  auch  V.  spuria  Linn.  das.  13.  Chi.  hau.  3:i0.  Spreng. 
Fl.  hal.    t.  1.    f.  1.      Y.  foliosa    Waldst.  et   Kit.  IM.  rar.  Ilung.  II.   106. 

t.  102    (wenn    die    Biälter    breiter,    ellipliseli  -  lanzcttfürinig   sind). 

In  Ilainen,  auf  schattigem  humushaltigeni  Boden,  im  südlichen  Theile 
des  Gebiets  die  I>ordgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  sehr 
selten  (Pr.  Iloppelberg  bei  Böi nicke,  Halle:  im  Lindenberge  häulig,  spar- 
sam auf  dem  Bisehofsherge  in  der  DöIauerUeide,  im  Mittelholze).  Ende 
Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  "2  — i'  lioch,  l;alil  oder  zartliaarig.  Blatter  oft  zu  3  —  4  in  Quirlen,  etwas 
<!ielilicli,  Sägeialine  l.ald  lein  und  genähert,  liald  entfernter  und  herliailig.  Traulicn  ineii-t 
iU  iiielirern,  selilanli ,  Blütensliclelien  in  der  Länge  veräuderlieii,  Kronen  l.lasslilau.  Kajisel 
rundlioli,    gedunsen,    ansgerandet. 

9.  V.  longifolia.  MJangbiättriger  JEhrenpreis.  Blät- 
ter aus  herzförmiger  oder  eirunder  Basis  lai'izcttförmig,  lang  zugespitzt, 


l'eronioa.  SCROPHVI.ARINEAE.  393 

scharf  doppelt  gesiigt;  TrauLen  verlängert,  sehr  dichthlütlg,  Dechhlätter 
lineal-pfrieiiieiiföiniig,    etwa  so   lang  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.  13.  Chl.han.  380.  Koch  Sjn.  II.  60(5.  Schrad.  Yeronic. 
Spicil.  t.  2.  f.  I.  Y.  inarilinia  IIoffm.  in  Conunent.  gott.  1800—1803.  t.  3. 
Fl.  dan.  t.374. 

b.  angustifolia.      Her    schmalblättrige.      Schwach    weiehhaarig ; 
Blätter  schmäler,    tief  doppelt -gesägt. 

Chi.  han.  das.      T.  maritima  Linn.  das.      Schrad.  das.  t.  1.  f.  1.       V. 
longifoüa  Hoffm.   das.  t.  4.     Reichenb.  PI.  crit.  I.  t.  35. 

c.  ouneifolia.     Der  keilblättrige.     Blätter  in  eine  heilförmige  Ba- 
sis auslaufend. 

V.  media  Schrad.  das.  23.  1. 1.  f.  2.     Chi.  han.  329.     V.  longifolia  Fl. 

d.  Wetterau  I.  16. 

Auf  %^'iesen,  an  Grähcn  und  Flussufern,  zwischen  Gchüsch,  auf  nas- 
sem oder  sumpfigem  Boden,  ziemlich  häufig;  b.  und  e.  seltener,  mehr 
auf  magcrin  kiesigem  Boden.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  steif  aufrcclit,  2  —  4'  hoch.  Biälter  niclit  seilen  »u  3  oilci  4,  nehst  jenem  I)al<l 
lialil,  Lalcl  mehr  oder  weniger  zarlhaarig.  Trauben  einzeln,  8 — 10"  l^mg,  oder  mit  einer 
und    der    andern    tiefer    stehenden    >elientraube.       Kronen    gesättigt   Mau.       Kapsel    der   A.   1. 

3.  V.  spicata.    Ährenblütiger  Mhrenpreis»    Blätter 

eirund-länglich  oder  lanzettförmig  mit  verschmälerter  Basis,  untere  stumpf, 
obere  spitzlich,  gekerbt -gesägt,  gegen  die  Spitze  meistens  ganzrandig; 
Traube  meist  einzeln,  sehr  dichtblütig;  Deckblätter  lanzett-pfrlemenför- 
inig,  länger  als  das  Blütenstielchen. 

Linn.  Sp.  pl.  14.  Chi.  han.  329.  Rocu  Syn.  II.  607.  Fl.  dan.  t.52. 
Engl.  bot.  t.2. 

b.  latifolia.     Der  breitblättrige.     Gekräuselt-  oder  drüsig --weich- 
haarig;  Blätter  mit  eirunder  oder  herzförmiger  Basis. 

Chi.  han.  das.  Koch  das.  Y.  hvbiida  Linn.  das.  14.  Schrad.  Journ. 
f.  d.Bot.  1799.  IL  t.3.  Engl.  bot.  t.673. 
Auf  Triften  des  hügeligen  und  Berglandes,  auf  sonnigem  trockenem 
sandigem  oder  kalkigem  Boden,  im  südlichen  und  süd- östlichen  Theilc 
des  Gebiets,  ziemlich  häufig,  im  nördlichen  ziemlich  selten  (Hl.  zwischen 
Altona  und  Flottbeck;  Lb.  zwischen  Reinbeck  und  Beigedorf;  3ik.  ]>eu- 
strelitz,  Ludwigslust,  Güstrow — ;  J¥n.  Ilitzacker,  Yietze,  Steigerthal 
am  Märze  — ;  Br.  am  Begenstein,  b.  am  Iloppelnherge  — ;  Pr.  an  der 
Winzenbuig,  Rosstrappe,  Halle:  an  vielen  Orten)  Juni,  August. — 
September. 

Stengel  aus  liegender  Rasis  ansicigcnd  ,  1'  hoeh  ,  von  gekriinsellem  Haar  grau  srhiinniernd, 
selten  UM.  Blätter  paarweise  gegenständig,  der  Form  nach  rundlich,  oft  lineal  -  länglieh 
mit  keilförmiger   Basis.      Kronen   hlau,   selten   rütlilieh.      Kapsel    der  Art.  1.2. 

ff       Trauben    locher,     in    den    Blaltwinheln    gegenständig. 
■      Kelch    4-theilig. 

4.  \,  scutellata.  ^childsamiger  Xhrenprei«,  Blät- 
ter sitzend,  lanzettförmig-lineal ,  spitz,  sehr  entfernt  und  schwach  ge- 
zähnelt;  Traubenstiele  fadenförmig.  Fruchtstielchen  verlängert,  rechtwin- 
kelig abstehend;  Kapsel  breit -rundlich,  flach  zusammengedrückt,  ausge- 
schnitten -2   lappig. 

Linn.  Sp.  pl.  16.  Chi.  han.  331.  Koch  Syn.  II.  603.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.  11.58.     Fl.  dan.  t.  209.     Engl.  bot.  t.  782. 

b.   pubesoeiis.     Her  weichhaarige.      Stengel,   Blätter  und  Blüten- 
stiele,   oft  auch  Kelch  und  Kapselrand  dicht  zart  behaart. 
Chi.  han.  das.     Koch  das. 
An  Gräben,  Teichen,  Sümpfen  und  auf  Y^'^iesen ,    auf  huuios-schlain- 
niigem  Boden,  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    August. 


394  SCROPMU1.ARINEAE.  Veronica. 


Steiigc-l  l  —  l '/./  liocli ,  anstrigciid  ,  sclnvacli,  liiii  iiiiil  licrgcbogcu.  Kioiie  »cisslicli, 
lotlilicli    o.ler    M.MI    g.slicifl.  —     „Uetroisnin    .lenlic.ilata"    lial.r    i<li    <lic  Uhilli-r    nie    griiinden. 

5.  V.  Anagallis.    Jf^aaser-MKrenpreis,    Itlatu-r  sit/.ciul, 

liiiiglich  oder  elliptisch,  spitzlicli,  cntlcrnt  gcsiigt ;  Friiclilslielclieii  ul»- 
stcliciid,    Kapsel  kreisrund,    sclnvjicl»  aHSgeraiidet. 

LiNN.  Sp.  pl.l6.  Chi.  han.  3:32.  Kocu  Syn.  U.  603.  Fl.  dan.  t.  90J. 
Engl.  bot.  t.  789.  llayne  Aiziieigew.  IV.   T.   1. 

An  Teichrändern,  in  Giälien  und  Lachen,  auch  an  Flussul'ern  ,  auf 
schlaniniigeni  und  auf  sandigem  Boden,  häufig.  Juni  bis  August. —  Au- 
gust,   Septcinher. 

Sleiigol  1—3'  Iiocli,  lioM,  aiifieclit  oder  Iiall»  liegend,  nebst  den  «liillorn  kalil.  Diese 
etwas  flciscliig.  Kroiu-n  l.lasslila  oder  «oisslieli  mit  diinhiern  Adern.  —  Blätter  >ariireii 
lineal-langl..!,,     fast    gestielt    „nd    g.,n.,a„dig 

<S.  \.  Beccabnn^a.  Q,ueUen.JEhrenprei*.  Blatter  ge- 
stielt, oval  oder  länglich  -  oval ,  gel.erht-gesiigt ;  Fruchtstielchen  abste- 
hend;   Kapseln  gedunsen,    breit  rundlich  ,    schwach  -  ausgcrandet. 

LiNN.  Sp.  pl.  16.  Chi.  han.  ^2.  Koch  Syn.  11.603.  Sturm  netitschl. 
Fl.  II.  12.  Fl.  dan.  t.  54.  Kngl.  bot.  t.  65-5.  Uayne  Ar/.neigew.  IV. 
T.  2. 

An  Quellen,  in  Bächen  und  auf  nassen  Vl'iescn,  auf  Boden  jeder  Art. 
sehr  häufig.     Mai,  Juni.  —    August. 

Stengel  liegend  oder  ansteigend,  1 — "2'  lioeli ,  «iiriclnd,  nelist  den  glanzenden  Blät- 
tern kahl,  sadig,  etwas  lleiseliig  und  dnnkelgriin.  Kronen  gesattigt  hlau  mit  dunklern 
Adern,    selten    nillilieli. 

■J.    V.  Clianiaedrys.     J§^ald-Mhrenpreis,     Blätter  fast 

sitzend,  herzfö:iuig- eirund  oder  eirund,  eingescliiiittcn  -  Kerliig-gesägt ; 
Trauben  vollblütig.  Fruchtstielchen  ansteigend,  Kapsel  unigeljchrthcrz- 
förinig;    Stengel  abwechselnd  2 -reihig  behaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  17.  Chi.  han.  333.  Kocii  Svn.  II.  603.  Sturm  Deutsehl. 
Fl.  11.58.     Fl.  dan.  t.  448.    Kngl.  bot.   t.  623."  Uavne  Arznrigew.  IV.  T.  4. 

Aufwiesen,  in  Grasgärten,  an  llechen,  Wegen  un<l  in  Hainen,  auf 
huinoseni  lehmigem   Sandboden,  häufig.     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Stengel  ansteigend,  '/.^ — l '/./  i.orli,  Iiisiveilcn  auch  iwisehen  den  Linien  behaart.  Blätter 
runzlich,  mehr  oder  weniger  weiss  behaart,  der  Form  und  der  Bandbildung  nach  veränder- 
lich.      Bliitcn    gross,     Kronen    gesättigt,    klein    mit    duuklern    Adern,     seilen    «eiss. 

8.  \.  moutaiia.     Berg .  mhrenpreU,     Blätter  lang  ge 

stielt,  eiiuiul,  tid'i.erhig-gesiigt ;  Trauben  \>  eiiigbliitig,  Kapsel  breiter 
als  lang,  oben  und  unten  ausgcrandet,  am  Bande  gczähnelt  und  gcwim- 
pert;    Stengel    ringsum    behaart. 

LiN\.  Sp.  pl.  17.  Chi.  han.  333.  Koch  Syn.  II.  604.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.58.     Jaco.  Fl.austr.  II.  t.  109.     Fl.  dän.  1.1201.     Engl.  bot.  t.  766. 

In  Laubholz-,  seltener  in  INadelhoizwälderu  der  Berg-  und  ebenen 
Gegenden,  auf  frischem  humosem  Boden,  häufig,  gegen  Süden  abneh- 
mend.    Mai,  .luiii. —    Juli,  August. 

Trüb -dunkelgrün.  Stengel  aus  liegender,  wurzelnder  Basis  ansleigend,  schlaft-.  Blatter 
entfernt   stehend.       Kronen    weisslieh    mit   violeten    Sirirhen.       Ka|iseln    4'"    breit. 

9.  \.  offlciiialiH.   A.rzneilicher  Mhrenpreis,    Blätter 

liurz  gestielt,  umgehehrteirund  oder  elliptisch,  herbig-gesägt ;  Traube 
reichblütig,  gedrungen.  Fruchtstielchen  liürzer  als  die  umgekehrtdelta- 
lormige,    kaum  etwas   aiisgerandcte  Kapsel. 

LiNN.  Sp.  pl.  14.  Chi.  han.  33-3.  Koch  Syn.  II.  604.  Schk.  llandb. 
I.  T.3.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.58.  Fl.  dan.  t.248.  Engl.  bot.  t.  765. 
IIayne  Arzneigeyv.  IV.  T.3. 

In  Wäldern,  auf  Triften,  grasigen  IMälz<ii  und  Heiden,  auf  magerni 
trockenem  Lehm-  oder  Sandboden,  häufig.     Mai  bis  Juli.  —  Juli,  August. 

Kurz    rauhhaarig.       Stengel    liegend,    wurzelnd,    mit    den    Enden    aufsteigend,    bis   2'   lang. 


Teronioa.  SCBOPHIILAROIEAE.  395 

Blüller  liis  in  die  i'un>llicbe  Form  variirend,  aiicb  wolil  um  Ys  kleiner  als  gewölinlich.  Kro- 
nen  blass   vcilelienblaii   oder   lila,    selten   weiss. 

••      Kelcbe  5-tbeilig. 

10.  V.  Teiicrluin.  Wünftheiliger  Ehrenpreis»  Blät- 
ter sitzend  oder  untere  kurz  gestielt,  eirund- länglich  bis  ins  Lanzettior- 
luigc,  tief  kerbig-gesägt  oder  eingescbnitten -gesägt ;  Trauben  volil>lütig, 
Rclcbziplel  sehr  ungleich,  Kapsel  kreisrund,  unter  spitzem  Winkel  aus- 
gerandct. 

LiNN.  Sp.  pl.  16.     Chi.  ban.  334.     Lodd.  Bot.  cab.  t.  425. 
b.   latifolia.     Der   breitblättrige.      Höher;    Blätter   aus  fast  herz- 
förmiger Basis  breit  eirund  oder  eirund -länglich. 

Chi.  han.  das.      V.  latifolia  Linn.  das.   18.      RocH  Syn.  II.  605.      V. 
pseudochamacdrys  Jaco.  Fl.  atistr.  1.  37.  t.  60. 

C.  prostrata.  Her  liegende.  ]>iieder liegend,  ästiger,  kleiner,  und 
stark  behaart;  Blätter  länglich  oder  lanzettlich  bis  ins  Lineale;  Trau- 
ben kürzer. 

V.    Teucrium    (kleinere   znm    Tbeil   liegende   Form)    Chi.    han.    das.        V.    pro- 

strata  Link.  das.  22.     Koch  das.  604.     Curt.  Bot.  mag.  t.  3683. 

d.    angiistifolla.      Der  schmalblättrige.       Kleiner,    feinstengelig; 

Blätter   lanzettförmig- lineal    oder    schmal   lineal,    entfernt  gesägt  oder 

fast  ganzrandig,    seltener  kammartig  eingeschnitten. 

Chi.   han.    das.      V.  dentata    Schmidt    Fl.    höh.    Cent.    I.   20.      Sturm 

Deutschi.  Fl.  11.58.     Y.  austriaca  «.  dentata  Kocu  das.  605.     V.  satu- 

rejaefolia  PoiR.  et  TuRP.  Fl.  par.  t.  22. 
In  Wäldern,  Ilainen,  auf  Triften  und  Wiesen,    die  Hauptart  und  b. 
auf  frischem,   etwas  humushaltigcni  grasigem  Boden,  auch  an  Flussufern; 
c.  und  d.  auf  dürrem,  niagerm,  kalkhaltigem  oder  sandigem  Boden  in  son- 
niger Lage,    sehr  häufig.     April  bis  Juli. —    Juli,  August, 

Stengel  der  Ilaiiptart  d  ilVecbt  oder  ansteigend.  Blätter  der  Spielart  b.  meist  bcrzformig 
umfassend.  Kronen  siuunitlielier  Foimen  blau,  (leiscbfarbeu  oder  weisslicb.  Kapsel  bald 
niebr  bald  »reuiger  ausgerandet,  bald  breiter,  bald  sebmaler.  —  Die  in  der  Chi.  ban.  ans- 
fübrlicber  nacbgcw  iesenc  Synonymie  der  I.lNNEE'scben  Arten  ist  in  I)E  Cand.  Prodr.  X. 
•469.    nacb    Ansiebt   des    I^INNEE'seben    Herbariums    bestätigt    worden. 

f  f  t       Trauben    e  u  d  s  t  ä  n  d  i  g.       1»  e  e  k  b  1  ä  1 1  e  r    gross,     in    die    S  I  c  n  g  c  1  b  1  ä  1 1  e  r 

11.  V.  tserpyllifolia.      Quendelblätiriges   Mhren. 

preis»  Blätter  eirund  oder  länglich,  schwach  kerbig-gesägt,  unterste 
gestielt,  kleiner,  kreisrundlich;  Traube  verlängert,  locker,  Ulütenstiel- 
chen  länger  als  der  Kelch,    Kapsel  breit  rundlich,    stumpf  ausgerandet. 

LiNN.  Sp.  pl.l5.  Chi.  han.  331.  Koch  Sju.  11.608  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  58.     Fl.  daii.  t.  492.     Engl.  b«t.  t.  1075. 

Aufwiesen,  Ackern,  an  Feldrainen,  auf  Grasplätzen  und  in  lichten 
Hainen,  auf  nassem  oder  feuchlem  Boden,  häufig.  April  bis  Septem- 
ber. —    Juni  bis   October. 

Stengel  '/.^ —  1'  '""g»  ansteigend,  oft  an  der  Basis  ästig,  übrigens  einfacb.  Blätter  diek- 
lieb,  bahl,  fast  glänzend.  Traube  scbmal  ,  Deeliblätler  länglieb  -  lauzetlförmig,  ganzrandig. 
Kronen  weisslicb  mit  blauen  Adern.  —  >arijit  in  allen  Tbeilen  zarler  und  kleiner  («ar. 
tcnclla    Cbl.    ban.    das.). 

19.  \,  arveilsiS.  feld-Xhrenprei«,  Blätter  herzförmig- 
eirund, grobkerbig-gesägt,  unterste  kurz  gestielt;  Trauben  locker,  Blü- 
tenstielchen  kürzer  als  der  Kelch,  Kapseln  umgekehrtherzförmig-2-lappig. 

LiNN.  Sp.  pl.  18.  Chi.  han.  335.  Koch  Syn.  IL  609.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.58,     Fl.  dan.  t.  515.     Engl.  bot.  t.  734. 

Auf  Ackern,  Drachen,  grasigen  Hügeln  und  an  Mattem,  auf  lehmig- 
sandigem  und  feuchtem  Sandl)odcn,  bÄnfig.     April,  Mai.—   Juni,  Juli. 


39G  SCROPUlJIiABlNEAE.  Veiouica. 

Sloiigcl  .'i  —  6"  hoch,  oinfacli  oilcr  an  clor  iintcrn  lliill'tc  asiig,  etwas  wcissiieli  licliaart. 
DecKULitlcr  lanzvttfuruiig,  gaiiziaiiilig.  Hroiicu  klein,  blau.  üriirel  wenig  länger  als  ilie 
Ka|..s.'l. 

*13.     V.  peregrina.     fremder  JEhrenpreis.     IJIüii.r 

umSekeluteiriiiul- länglich,  in  <leii  l{l:illsti<;i  IseiHoiiitig  VL-iscIimälcrt ,  cnt- 
l'eint  lind  scliwacli  gesiigl;  Tiauhe»  loclior,  llliil(;iisUclcli('ii  kürzer  als 
der  Kelch,    Iin]>s<;l  uingckehrtlicrzfVirinig,    liaiiiu  etwas  ausgerandel. 

LiNN.  S|>.  pl.  20.  Koch  Syu.  II.  OÜU.  IIeichekb.  PI.  crit.  f.  t.  86. 
f.  74  —  76.     Fl.  dau.   t.  407. 

Tu  der  INähe  von  Anlagen,  auf  trockenem  Roden,  nur  in  einer  Gegend 
(IIb.  am  Wege  nach  Flotthek  liei  der  liolien  F^nl't),  verwildert,  unlie- 
stündig  und  der  Flor  kaum  augehörig.     Aj>ril,  Mai. —    Juni,  Juli. 

Blatter  otivas  flcisrliig.  DecIiLlatler  liinglich- lincal,  ganziaiiilig.  Kronen  n  eisslicL  oder 
ljlassl)lau.       Giiflel    nicht    ülier    den    Kapsclansschiiilt   hervorragend. 

14.  T.  verna*   JPriihlings.Khrenpreis»    Itlätter  lingerig- 

liedertheilig,  unterste  gestielt,  eirund  und  last  ganz;  Tranken  straf!',  IJlü- 
tenstielchcn  kürzer  als  der  Keleli,  Kapsel  rundlich -umgckehrlherzforniig. 

LiNN.  Sp.  pl.  19.  Chl.han.337.  Kocu  Syu.  II,  60ü.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.  11.13.     Fl.  dau.  t.22:j.     Kiigl.  hot.  t.25. 

Auf  Äckern,  Brachen  und  Triften,  auf  soiinigcin  saudigem  IJoden, 
liäufig.     April,  Mai.  —    .Tuni. 

Stengel  einlach  oder  ästig,  etwas  hehaart ,  Blaltiiiil'cl  lineal,  stnmjif.  I)ecl;l.lätter  gani- 
randig.      Kronen    hlaii.      Kapseln    spärlich   knri    gewinipcrt. 

fffj-      Bli.ten    einjicln    in    den    III  a  1 1  «  1  n  k  e  1  n. 
ßliitensticlehen    ansteigend. 

15.  V.  tripliyllosi.    üreitheiliger  Ehrenpreis,    «lät 

ter  gestielt,  lingerig  3 — 5-theilig,  unterste  eirund  und  ganz;  Itlüten- 
stielchen  langer  als  der  Kelch,    Kai)sel  unigekehrtherzforniig  -  rundlich. 

LiNN.  Sp.  pl.  19.  Chi.  hau.  337.  Koch  Syn.  11.609.  Stukm  »eutscbl. 
Fl.  II.  8.     Fl.  dan.  t.  627.     Fngl.  hot.  t.  26. 

Auf  Äckern,  Tritten,  Mauern,  auf  niagerni  Boden,  sehr  häufig.  März 
bis  Mai.  —    Juni. 

Stengel  schwach,  äslig,  3  —  4"  lang,  driisig  -  larthaarig.  IJlatIcr  dicklich,  Irüligrun, 
unten    meist   röthlich.       Kronen    blau. 

1«.    V.  praecox.    Früher  Mhrenpreis.    Blätter  herzför- 

niig-eirund,  stumpf,  tief  kerhig-gcsägt ;  Blülensticlchen  länger  als  <ler 
Kelcii,  unigekehrtherzforniig-  oval,  gedunsen. 

Ai.LiON.  Auct.  ad  11.  pcdem.  V.  t.  I.  f.  1.  Chi.  hau.  333.  Koch  Sy«. 
II.  609.   .Sturm  Deutschi.  Fl.  11.58. 

Auf  Ackern,  auf  sonnigem  mageriu,  Iiesondcrs  kalkhaltigem  Boden, 
häufig  eingekürgcrt.     März,  A|>ril.  —    Mai. 

Stengel  anl'recht  oder  ansteigend,  3  —  4"  hoch,  drüsig  behaait,  meist  rolh  angelaufen. 
Blätter  dicklich,  bisweilen  bis  gegen  die  Mitte  eingeschnitten,  Deckblätter  slcngtlblalt- 
ähnlich,  nur  schmäler,  untere  üliilcn  in  den  Achseln  der  Stcngelhlälter  stehend.  Kronen 
dunkelblau. 

■•       Blutensticlcbcn    abwärts    gekrümmt. 

n.  V.  BiKbaiimil.   Buacbautn*«  Xhrenpreis.   Blätter 

kurz  gestielt,  eirund- rundlieh,  grol>  kerltig-gesägt;  Blütenstiele  länger 
als  die  Blätter,  Zipfel  des  fruchttragenden  Kelches  wagerecht  abgesperrt, 
Kapsel  umgekehrtherzförmig  mit  weitem  Ausschnitt  und  von  einander  ge- 
ricbteten   Lappen. 

Tenor.  Fl.  neap.  1.7.  t.I.  Chi.  hau.  336.  Kocn  Syn.  II.  610.  Sturm 
Deiitscbl.  Fl.  U.  56.  Beichenb.  PI.  crit.  III.  t.  268.  Fl.  dau.  t.  1982. 
Engl.  bot.  suppl.    t.  2769. 


l^eronica.  SCROPHVIiARlNEAE.  397 

Auf  Garteiiläntlercicii  und  Aclu-rn,  auf  Iniinuslialtigein  Boden,  Iilci- 
und   da   cingel»üigert.     April,  Mai.  —    Juni. 

INiedoilicgcnd,  l.is  !•/./  lang,  wcitsdiwcifig  -  ästig,  Blaller  oft  1"  lang  iin.l  '■*|^"  l.rcit. 
Blüten    gross,     Kronen    scliün    blan.        Kapsel    fast    doppelt    so    breit   als    lang,    erhaben    aderig. 

18.  V.  ai^resti».    A.cTeer - Mhrenprei«,    Blattei-  gestielt, 

eirund  oder  länglich -eirund  mit  scinvacli  herzförmiger  Basis,  hcrltig-ge- 
sägt;  Blütenstielcheu  so  lang  oder  kürzer  als  «lie  Blätter;  Kapsel  breit 
kreisrund  mit  engem  spitzem  Ausschnitt  und  aufrechten  Lappen. 

LiNN.  Sp.  pl.  18.  Chi.  hau.  33.'j.  Kocii  Syn.  II.  610.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  rjö.  Beichenb.  PI.  crit.  III.  t.  277.  Fl.  dan.  t.  449.  Engl.  hot. 
t.  783. 

b.  opaca.  Oer  glamelose.  Blätter  rundlich -eirund;  Blütenstielcheu 
so  lang  oder  länger  als  die  Blätter,  Kapseln  zarthaarig,  Fächer  wenig- 
samig. 

V.  agrestis  v.  ovata   Chi.  han.  das.      V.   opaca   Fries   Nov.   cd.  II.  3. 
Koch  Syn.   das. 
Auf  Ackern    und    Gartenländer«,    auf  frischem   etwas   humushaltigcm 
Boden,    häufig  eingehürgert.     März,  April.  —    Juni,  Juli. 

Aus  liegender  Basis  .insteigend,  fingerLing,  Stengel  und  Blätter  dieMirli,  saftig,  dun- 
kelgrün.      Kronen    blassblau    bis    in's   fast   Weisse,     sehr   selten    blassgelb    variirend. 

19.  V.  didyiua.    XweiJcnotiger  Xhrenpreis.    Blatter 

eirund -rundlich  mit  schwach  herzförmiger  Basis,  eingeschnitten -kerbig- 
gcsägt;  Blüteiistielcheii  kürzer  oder  so  laug  als  die  Blätter,  Kapsel  kreis- 
rundlich  mit  engem  spitzigem  Ausschnitt,  Fächer  stark  gedunsen,  viel- 
saniig. 

Tenor.  Fl.  neapol.  prodr.  6.  V.  polita  Fries  Nov.  ed.  II.  1  (wenn  die 
Pflanze  kabl  ist).  Beichenb.  PI.  crit.  III.  t.  246.  V.  agrcstis  V.  inciso-cre- 
nala  Chi.  lian.  336. 

Auf  Äckern  und  Gartenländereien,  auf  frischem  etwas  humushaltigcm 
Boden,    selir  häufig  eingebürgert.     März,  April.  —    Juni,  Juli. 

Blätter  dichter  stehend,  kleiner,  tiefer  kerbig  eingeschnitten  als  an  der  vorhergehenden 
Art.       Kronen    blau,     Kajiseln    meistens    dicht   behaart,     Fächer   S — 10-saniig. 

ÄO.     \.    liederaefolia.      JEpheubliittriger    Mhren- 

preis»  Blätter  herzfürinig-rundlich,  kerbig-fünflappig;  Blülenstielcheu 
so  lang  oder  länger  als  die  Blätter;    Kapseln   kugelig- vierla]>pig. 

LiNN.  Sp.  pl.l9.  Chi.  han.  336.  Kocii  Syn.  II.  611.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.56.     Fl.  dan.  t.  428.     Engl.  bot.  t.  784. 

Auf  Ackern  untl  Gartenländereien,  auf  Boden  jeder  Art,  jedoch  be- 
sonders auf  Sandhoden,  sehr  häufig  eingebürgert.  März  I»is  Juni.  — 
Juni,  Juli. 

Liegend,    l.is    1'   lang,     viel-    und   langästig.       Blätter   lang    gestielt,    3 7 -lappig,    der 

mittlere  Lappen  grösser.  Kronen  rothlichblan.  Kapsel  mit  unvollkommener  Scheidewand, 
meist   4-saraig.       Variirt   mit  stumpfen    und    spitzen    Blattlappcn. 

Pharfnaceutisch.JfKedicinische«,     Fon  den  Art.  9.  u.  6. 

die  Blatter  of/iciiiell  (Ilerba  Ycronicae  ».  Beccabiiugae).  f'orxvaltende 
Be  standth.  der  erstem  Bitterstoff'  und  eisengrünender  Gerhestoff'.  An- 
wcnduufj  im  Theeauffjuss  nls  nervenstärkendes,  balsamisehes  Brusl- 
mittel  (wozu  auch  A.IÖ.  und  die  ff'urzel  von  A.4.  benutzt  werden  kann), 
bei  den  Landleuten  f'riseh  nls  fVundmittel  in  Benutzung,  f'on  letzterer 
nur  der  frisch  nnsfjepresste  Saft  als  Frithjahrscur ,  antiscorbutischer 
Kräfte  wetfen,  im  Gebrauch.  Auch  Kann  A.5.  mit  (/Icichem  Erfolij  in 
Anwendunfj  kommen. 

technisches»  Mit  Eisenvitriol  yiebt  das  Jiruxit  von  A.  9.  eine 
schwarze  Farbe. 


398  SCROPHIILARINEAE.  Limosella. 

Öleonoinigches»  /tnx  zmle  juntje  h'iaut  von  den  Art.  5.  und  6. 
liefert  im  i'rühjuhr  Salat  und  (temiisc.  A.  7 .  verdient  als  ein  ijutex  Fut- 
terhraut  Kwpf'eklunff.  A.SO.,  welche  im  frühen  Frühjahre  (iartenli'in- 
dereien  oft  dicht  überzieht ,  bietet  alsdann  ein  willhomniencs  Schweine- 
futtcr  an.  Die  mehrsten  Arten  sind  ein  /jutex  f'iehfutter,  von  Schweinen 
werden  jedoch  die  Art.  1  —  3.  5.  und  7.  nicht  (je fressen.  A.  6.  fressen 
Pferde  und  Schafe  nicht.  A.  3.  soll  den  letztern  nachtheiliii  seyn. 
Sämnitliche  Arten  liefern  den  Bienen  frühzeitif/e  Nahruntj  und  die  Art. 
1  —  3.  7.  und  10.  empfehlen  sich  zu  Zierpflanzen  der  Gärten .  Der  Scha- 
den, den  die  Art.  15.  18  —  20.,  als  Unkraut,  Gärten  und  Achern  zufüfjen, 
ist  nicht  von  Bedeutunij. 

9.     lillTIOJ^EIiliA.     StTMJPFBMJÄTVCUJEJV, 

Mnn.   Gc...   n.  77<i. 

Saiiin  der  Krone  5-thcilig,  gleiclimässig.  Sfauhgefasse  4, 
zweiinäclidg.  Staubheutelfacher  in  ein  ringsum  aufreissendes 
Fach  zusammengeflossen.  Kapsel  runtl,  bis  zur  Mitte  2-fäclierig 
mit  oben  freier  walziger  Mittelsaule.     Gescbl.  Syst.  XIV.  2. 

Einjährige,  kleine,  biisclielige,  unbehaarte,  sehlaniniliehende  Krauler. 
Blätter  huschelig  gehäuft  mit  an  der  Rasis  scheidigen  Blattstielen.  Blü 
tenstiele   hlattwinkelständig,    1-hlütig  ohne   Dcchhiätter. 

1.   li.  aqiiatica.    Gemeines  ^umpf blättchen,    Blätter 

scliinal  -spatellörniig-lincal,   langgeslielt. 

LiNN.  Sp.  pl.  881.  Chi.  hau.  337.  Kocu  Sjn.  II.  GI2.  Schk.  Handh. 
II.  T.  176.     Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.30.     Fl.  d:.n.  t.  69.     Fngl.  bot.  t.357. 

Auf  Ächern,  Triften,  Weiden,  nn  Teich-  und  Fhissrändern,  auf  üher- 
schwenimt  gewesenem  oder  nassem  schlammigem  Boden,  häutig.  Juli  bis 
September.  —    September,   October. 

Ilnlic  1 — 2".  An  <Um.  Knoten  »nizcln.lc  AnslSnfrr,  ilie  I.isweilcn  kurze  aiifreclite  Sten- 
gel treilien.  Blüten  gehäuft  znisclien  ilcu  Itliiltern.  Krone  rölirenformig  -  glockig,  griinlicb 
mit   rötlilichn eissein    Sauin. 

6.    Gruppe.      RHINANTHI:AI:.      JEIGMJV TI.ICMJE 
XZ.AjPPMnGMlfÄCUSM. 

Krone  röhrig  mit  2-lip])igcm  Saum.  Seitenlappen  der  llnterlippe  in 
der  linospenlage  die  helmförmige  Oberlippe  umfasscntl.  Stnubbeutel- 
fächer  oft  weichstachelig  oder  begranut. 

lO.     i:UPHRA$»IA.     JLUGEJVTROST. 

I.INN.    Gen.    11.   741. 

Kelcb  gloehig.  Oberlippe  der  Krone  bolil,  an  der  Spitze 
ausgerandet  oder  ganz.  Staubgefässe  4,  zweiniäcblig.  Kapsel- 
faclier  vielsamig.     Samen  hängend,  langsgereift.     Geschl.  Syst. 

Ein-  (Art.  1 — '3)  oder  mehrjährige,  ästige  Kräuter.  Aste  und  Blätter 
gegenständig.     Blüteu  in  eiuseitweudigen  ähreiiartigen  Trauben. 

f       Unteres     U  e  n  t  e  I  la  c  li     <1  e  r     kürzern     Staubgefässe     mit     einer    länge  rn 
Slaclielspltze. 

1.    E.  oflicinalls.    Gemeiner -Augentrost,    Blätter  ci- 

run<l  oder  länglich- eirund ,  spitz  und  scharf  gesägt ;  Oberlippe  2-zipfelig 
mit  ausgerandeten  Xipfeln,  ein  Fach  der  hieinern  Staubbeutel  mit  län- 
gerer Stachelspitze,    Kronröhre  so  lang  als  der  Kelch. 

Lim.  Sp.  pl.841.  Chi.  hau.  314.  Schk.  Handb.  II.  T.  169.  Fl.  dan. 
t.  10.37.  Engl.  bot.  t.  1416  (Übergang  zur  Spielart  1..),  E.  parviflora  Fries 
Summ.  veg.  Scand.  19.5.     E.  micrantha  Reichenb.  Fl.  sax.219  (aU  Zwergfomi). 


Euphrasia.  SCROPHIIIiARINEAE.  399 

b.  pratensis.  "Der  wiesenständige.  Niedriger,  schlaff,  Zwe'ge  an- 
steigend; Blätter  zartliaarig;  Uühre  der  Iireif  erlappigen ,  Leiter  gelärj)- 
ten  Krone  last  doppelt  so  lang  als  der   Kelch. 

Chi.  hau.   das.     Koch  Syn.  II.  (5:28.     K.  pratensis  Reichenb.  das.     E. 
officinalis  Fries  das.     E.  ItnstKoviana    Havne  Arzneigew.  IX.  T.  7  (mit 

etwas  liloinern   Kronen).       E.   minima    ScHL.    PI.   CXS.       KOCU  das.    (als   Zwergfoim). 

o.  uiaritiiua.  Her  strandständige.  Uöher,  vielästig;  lilätter  dicklich 
mit  umgerolllen  Rändern,  last  steil"  behaart,  Kronen  stark  flaumhaarig. 

Chi.   han.   das. 
d.  nemorosa.     Her  hainständige.     Höher  und   schlanker.   Zweige 
gestreckt  aufrecht;    Blätter  un<l   Blüten   kleiner  und  dunkler  gefärht. 

Chi.  han.  das.     E.  olTieinalis  ß.  nemorosa  Pers.  Syn.  pl.  II.  149.     Koch 
das.     E.   officinalis  Hayne  das.   T.  8. 
Auf  Triften   und  Heiden,    auf  trockenem  magerm  Boden;    b.  auf  fri- 
schen humushaltigen  Wiesen;    c.  am  Meeresstraude,    d.  in  grasigen  Hai- 
nen,   zwischen    Gebüsch    auch    auf  Heiden,    mit   Ausnahme    von    c.    sehr 
häußg.     Juli  bis  September.  —    August  bis  October. 

Stengel    4"    l>is    1'   Jioeli,     stets    anliegend    lieLaart,     rütlilicli    angelaufen,     l>al>I    inelir   Iialil 
iveniger    behaart    oder   drüsig- Laarig.     bis     ins    Kable     niid    Glanzende;     SagezSbne    bald    mebr 
iislaufend.        Krone    blass    lila    mit    bellcitroncngelbeni    Fleeli    zu 
;     erslere    Farbe    in    b.    in    weiss     übergebend,     in    d.    gesättigter 


bald 

n 

enigcr 

stacbelspiti 

beid 

en 

Seiten 

der    l'nle. 

bis 

in 

<iolet   i 

.hergebend 

•J--]-       S  1  a  u  b  be  u  t  el  f  a  cb  er    g  1  c  i  e  b  m  ä  s  s  i  g    s  t  a  c  b  c  1  s  |i  i  t  z  i  g. 

9.    E.  Odontites.     JRother  JLugentrost,     Blätter  aus 

eirunder  Itasis  lanzettförmig  oder  lineal  -  lanzettförmig,  entfernt  gesägt, 
Oberlippe  rund  mit  schwacher  Ausrandung,  Beutelfäclicr  gleichmässig 
stachelspitzig,    an  der  Spitze  wollig. 

LiNN.  Sp.pl.  841.  Chi.  han.  315.  Koch  Syn.  II.  629.  Schk.  Handb. 
II.  T.  169.  Fl.dan.  t.625.  Engl.  bot.  t.  1415  (Bartsia  Odontites).  Odon- 
tites  rubra  Pers.  Syn.  pl.  II.   IfjO. 

b.  litoralis.    Her  küstenständige.    Einfach  oder  wenigästig,  strall', 
Blätter  meistens  fast  ganzrandig;    Blüten  etwas   grösser. 

Chi.  han.  das.     O.  litoralis  Fries  Summ.  veg.  Scand.  19.     Euphrasia 
litoralis  das.  196. 
Aufwiesen,    Weiden,    Äckern,    an  Gräben-   und  Teichrändern,    auf 
feuchtem  etwas  huniosem  Boden,    häuGg.      Juni   bis  August.  —     Juli  bis 
September. 

Stengel  steif  aufreebt,  '/j — l'borb,  sperrig  -  ästig,  nebst  den  ISlatlern  zartbaarig.  Dccli- 
blätter    länger   als    die    Hinten    der   srblalTen    Tranben;    Kronen    trüb    bellpiirpiirn ,    selten    weiss. 

'  3.  E.  lutea.  Gelber  JLugentroat»  Blätter  schmal  lan- 
zettförmig-lineal  mit  entfernten  stumpfen  Sägezähnen;  Oberlippe  zusam- 
mengedrückt, gestutzt,    kürzer  als  die  Staul>gefässe,    Beutel   kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.84r2.  Chi.  han.  316.  Koch  Syn.  11.629.  Jaco.  Fl.  austr. 
IV.  t.398.     Odontites  lutea  Ueichenb.  Fl.  excurs.  359. 

An  Waldrändern  und  in  lichten  Hainen  auf  dürrem  kalkfelsigem  oder 
sandsteinfelsigem  Boden,  im  süd-östlichen  Gebietstheile,  die  IXordgrenze 
der  Gesammtverbreitung  am  südlichen  Vorderharze  erreichend,  ohne  Zu- 
sammenhang ziemlich  häufig  {Pr.  Halle:  Bennstedt  l)is  Kölme  und  Lan- 
genbogen, zwischen  Wannsleben  und  Rollsdorf,  Naumburg,  Freiburg, 
Aschersleben,  Sandersleben;  Fallsteine  bei  Osterwiek,  Iluy  über  Sarg- 
stedt.  Langenstein,  V^'^ernigerode  — ;  Hr.  am  Apenberge  und  im  Hasen- 
thalc  beiKattenstedt  — ;  So/ii»/.  Frankenhausen,  Hachelbich,  Badra,  Scher- 
fenthal). 

Stengel  ^j^ — l'  lioch ,  steif  aufreebt,  sperrig- «ieläslig.  Blätter  nicht  über  1'"  breit. 
Kronen    dottergelb. 


400  8€ROPHIJI.ARINEAE.  RhinanthuN. 

ÖJeonomiSche»»  f*c\  bitterlichen  zusammenziehenden  Geschmacks 
der  Blätter  ivcyen  f'risst  das  fielt  sämmtliche  .irtcn  im  frischen  Zustande 
nicht. 

11.     RHI^A^THU§.     I£EiA.JPP:En, 

J.INN.    Grn.    II.  740. 

Kelch  flachhauchig  aiifgchlasen,  au  der  vcrengcrlen  Mün- 
chiiig  kurz  1-zähnig.  Oherlippc  der  Krone  zusaiuuiengedrüclif, 
an  der  Spitze  aiisge>andel  mit  2  Anhäng.scln.  IJiilerlippe  vor- 
geslreekt,  3-lappig-  Stauhgefasse  4,  zweiuiäelitig.  Kapselfäclicr 
vielsaniig.     Samen  glatt  mit  Flügelrand.    Gesclil.  Syst.  XIV.  2. 

Einjährige,  aulrcclitc,  Avcnigiistigc  Krauler.  Blätter  grgeiistäiiilig. 
Klüten  sitzend  in  den  BIatt\vinI>eln,  einzeln,  obere  in  eine  einsei twendige 
Ähre  zusammengereihct.  Kronen  geih  mit  zahnälinlichen  blauen  An- 
hängseln. 

1.    R.  minor.    Kleinere  Mlapper,    Kelche  kahl,  Kron- 

röhre  gerade,  kürzer  als  der  Kelch,  Grifl'el  eingeschlossen,    Samen  breit 
getlügelt;    Blätter  länglich -lanzettförmig. 

EuRH.  Beitr.  VI.  144.     Koch  Svn.  II.  G2ß.     U.  Crista  galll   Linn.  Sp. 

pl.  840   (zum    Tl.cil).      Chi.    hau.    312."    Engl.    bot.    t.  657    (grössere    l.rcit.rl.lSHerige 

Form).     Ali'ctoroiophus  minor  Beichenb.  PI.  crit.  \III.  t.  731.   f.  974. 
b.  angustifniius.    Hie  schmalblättrige.     Schwächer;  Blatter  dop- 
pelt schmäler,    lanzettförmig -lineal  oder  lineal.      Deckblätter  meistens 
tiefer  kammartig  gesägt. 

B.  minor  y.  angustifolins  Koch  das.     Beichenb.  das.  f.  973. 
Auf  Wiesen  und  Weiden,  auf  feuchtem  seltener  auf  troclicnem  Boden, 
sehr  häufig  und  heerdcnweise;   b.  auf  Gebirgswiesen  am  Ober-  und  Un- 
Icrharze.     Mai  bis  Juli.  —    August,  September. 

Stengel  '/.^  —  l'  Iiocli,  meist  eiiifarli,  glalt,  meist  gleiclimässig  rütlilicUbraiin  angelaufen. 
Blätter  und  »eekl.läller  diiiil.elgriin ,  letilcre  oft  gleich  <leni  Stengel  bräunlicL.  Kronen 
triihgelli.      Anliüngsel    iler    Olierli|>j)e   violct,     seltener   gell). 

Bcmerli.  Es  ist  zu  untersuel.en,  ol>  A.  minor  ß.  fallas  WiMM.  et  GRAB.  Fl.  sil. 
IT.  213,  mit  liülierm  ,  iliirrli  dunklere  linienlurniige  Fleeke  gezcielinetem  Stengel,  etwa  Ba- 
stardl.ildung  von  I\.  minor  und  R.  major  se\.  Ist  dies  niclit  der  Fall,  so  dürlten  die  beiden 
Iclztern  zu  einer  Art  »ereinigt  «erden,  indem  alsdann  um  erkennbar  eine  iJbcrgangsform  »Or- 
banden   ist.       Mir    sind    Übergänge    nie    vorgekommen. 

^,  R.  major.  Grosse  Klapper,  Kelche  hahl,  Kronröhrc 
etwas  gebogen,  so  lang  als  der  Kelch,  Griflcl  hervorragend,  Samen  breit 
gelliigelt;    Blätter  länglich- lanzettförmig. 

Ehrh.  Beltr.  \  1. 144.  Chi.  hau.  313.  Koch  Syn.  11.  626.  Scuk.  Handb. 
IE  T.  169.  Fl.  dan.  t.  981  (R.  Crista  galli).  Engl.  bot.  Suppl.  t.  2737. 
B.  Crista  galli  Linn.  Sp.  pl.  840  (zum  Tbeil).  yVlectorolophus  major  Bei- 
chenb. PI.  crit.  YlII.  t.733. 

b.    alpesiris.      Ute  gebirgsständige.     ISiedriger;    Blätter  doppelt 
schmäler,  fast  lineal,    Üeclihlättcr  tiefer  Laiumartig  gesägt. 

IIabipe  Prodr.  H.  hercyn.  40.     B.  alpinus  Baurig.  Enum.  stirp.  transs. 
IE  194.     Koch  das. 
Auf  Wiesen  und  Weiden,  auf  nassem  oder  suuii>figem  Boden,   weni- 
ger häufig   als  die   vorige  Art,    meist  truppweise;    b.  auf  Gebirgswiesen 
des  l^ntcrliarz<>s.     Juni  bis  September.  —    August  bis  October. 

Stengel  1  _  1 '/j'  boeb ,  meist  kabl  mit  liuicnformigen  rolbbrauneu  Flecken  bezeiebiirt. 
Itllilter  bcllgriin,  ncckblaltcr  bleicb-  oder  n  eisaliebgrün.  Kronen  bellgelb.  Anhangsei  der 
Oberlippe    stets    blau. 

3.     R.  AlectorolopUiis*     Mauhhaarige  Klapper, 

Kelche    rauhhaarig- zottig,    Kronröhre   etwas   gebogen,    so    lang   als    der 


Pedioularis.  SCROPHIJIiARIIKEAi;.  401 

Kelch,    Griffel    hervorragend,    Samen  mit   schmalem   Hautranile;    Blätter 
länglich  -  lanzettförmig. 

PoLL.  Fl.  palat.  II.  177.  Koch  Syn.  II.  626.  Chi.  han.  31.3.  1\.  Crista 
galli  Link.  Sp.  pl.840  (zumXheil).    Alectorolophus  hirsutus  All.  Fl.  pcdem. 

I.   58.      IIeICHENB.   PI.    Crit.   Till.    t.  733   (wo   der   Grifl'el   irrig   elngescLJossen   angc- 
gebeD   ist). 

Auf  Ächcrn,  auf  sandig -lehmigem  odet  kalkhaltigem  sowohl  trocke- 
nem als  feuchtem  Boden,  die  ]\ordgrenze  der  Gesammtverhreitung  am 
südlichen  Unterharze  erreichend,  ziemlich  häufig  eingebürgert  (Iln.  Stei- 
gerthal, Buchholz,  Petersdorf,  Harzungen  in  der  Grafschaft  Hohnstein — ; 
Schxu.  nicht  selten  — ;  H.<t.  zwischen  ^^''eissenhach  und  Bransrode,  bei 
Witzenhausen,  Gross -Alhncrode,  Wickersrode,  Rommerode,  Hel^a — ; 
Pr.  Lenterode,  Kreuzeber,  Halle:  Naumburg,  Weissenfeis,  Gross-Wan- 
gen).    Juli,  August. —    September. 

Der  A.  '2.  überall  älinlicli,  «loch  von  eigentbiinilichen  Gesamnitansehen.  Stengel  in  der 
Mitte  meistens  .ilisleLend  ästig,  ohne  streifige  Flecken,  nebst  den  bleichen  Deckblattern  mehr 
oder    weniger   behaart. 

Bemerk.  1.  Für  die  specifische  Eigenthiimlichkeit  dieser  Art  spricht  iinierkennbar 
der  ihr  eigene  Aerhreiliingskreis.  R.  minor  und  major  sind  bis  in  den  liöchsfen  europäischen 
Korden  airf  nassen  Wiesen  allgemein  verbreitete  Pnanzen.  R.  Alectorolophus  erreicht  seine 
IVordgrenze  im  nördlichen  Deutschland,  und  kommt  nur  auf  geackertem  Boden  unter  dem 
Getreide  »or.  Meiner  Ansicht  nach  stammt  er  aus  südlichem  Gegenden  ah  und  ist  mit  dem 
Getreidebau    bei    uns    eingeführt   «orden. 

Bemerk.  2.  ReichETVBACII  kämpft  noch  gegen  Koch  in  Flor.  sax.  2*22  —  den 
nnberufenen  Schiedsrichter  in  der  Reg.  bot.  Zeit,  «erden  sich  « ohl  beide  »erbitten  —  mit 
durchschossener  Schrift  für  »nngeflügclte  Samen"  des  R.  Alectorolophus.  Ich  habe  reife 
Samen  von  R.  minor  und  major  stets  breit  geflügelt,  und  Samen  von  R.  Alectorolophus  stets 
mit  schmalem  Flügelrande  angetroffen,  wobei  dem  Mehr  oder  'Weniger  der  Flügelbreite  noch 
der  Spielraum  einzuräumen  ist,  den  die  Örtlichkeit  bedingt.  Auf  magerm ,  besonders  kalk- 
oder  grpshaltigem,  Gebirgsboden  sieht  man  die  Flügelbreite  abnehmen,  der  schmale  Haut- 
rand der  Samen  von  R.  Alectorolophus  erscheint  alsdann  nicht  selten  nur  noch  als  eine  etwas 
durchscheinende  Rückenscharfe,  welche  zwischen  den  beiden  mit  ihm  parallel  laufenden  Kanten, 
yvelche  durch  die  Dicke  des  Samens  gebildet  werden,  wenn  dieser  eintrocknet,  etwas  vor- 
tritt. —  Oh  R.  major  stenopterus  und  apterns  FR.  Summ,  veget.  Scand.  19.  nicht  mehr  zur 
Ausgleichung   der   Schriftsteller   aufgestellt  als   aus   der   Natur  entnommen   sind  ? 

öle  onomisch  es»  SUmmtUchc  Arten  enthalten  wenig  Nahimugs 
Stoff'  für  das  Vieh,  auch  werden  sie  von  den  Bienen  nicht  besucht.  Be- 
sonders erstere  beiden  sind  daher  den  fViesen  nachtheilige  Unkräuter. 

t«.     P£DIClJIiARIS.     XiÄUSXMBAUT, 

LiNN.    Gen.    n.  746. 

Kelch  röbrig  oder  aufgeblasen -glockig,  5-zälinig,  hinterer 
Zahn  kleiner  oder  fehlend.  Oberlippe  der  Krone  zusammen- 
gedrückt. Unterlippe  3-lappig.  Slaubgefässe  4,  zweimächtig. 
Samen   grubig -runzelig.        Geschl.  Syst.  XIV.  2. 

Zwei-  (Art.  1.2.)  oder  mehrjährige,  einfache  oder  ästige  Kräuter  mit 
wechselständigen  oder  •wirteligen  sehr  selten  fast  gegenständigen  Blät- 
tern.    Blüten  ährenförmig,   seltener  traubig,    ohne  Deckblättchen. 

t.    P.  sylvatica.    Jf^ald-IJäuseTcraut*    Kelch  5 -zähnig, 

Zähne  oben  blattartig;  Blätter  fiedertheilig  mit  breiten  eingcschnitten- 
gezähnten  Abschnitten  ;  Ilauptstengel  aufrecht  mit  niederliegenden  Asten. 
LiNN.  Sp.  pl.  845.  Chi.  han.  317.  Koch  Syn.  II.  6:23.  Schk.  Handb. 
II.  T.  171.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  13.  Fl.  dan.  t.  225.  Engl,  bot  t.  400. 
Hayne  Arzneigew.  Till.  T.  34. 


402  SCBOPHVI.ARINEAE.  melarapyrum. 

In  Waldungen,  auf  Waldvviesen  undWi-idt-n,  auf  hiimuslialligciu  feuch- 
tem oder  moorigem  Hoden,  liauiig.     Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Haiiptstengcl  4  —  6"  hoch,  an  der  Basis  schuppig.  TraiO.e  eiförmig- länglich,  Kronen 
l,lassroscnrolh,    Echcn    der    Oherlippe    in    einen    ilreieeliig  -  pfriemlichen    Zahn    verlängert. 

«.    P.  palustris.    Sum,pf'ljäujse1craut.    Kelch  2 -lappig 

mit  eingeschnitten -gezahnten  krausen  Lappen,  lUiilter  einfach  oder  dop- 
pelt üedeitheilig  mit  länglichen  eingeschnitten -geziihnten  Abschnitten; 
Stengel  aufrecht  von  unten  auf  abstehend- ästig. 

LiNN.  Sp.  pl.84.5.  Chi.  hau.  316.  Kocu  Sjn.  II.  (523.  Schk.  Handb. 
II.  T.171.  Fl  dan.  t.2055  Engl.  bot.  1.399.  Uayeme  Arzneigew.  YIII. 
T    33. 

Auf  Wiesen  und  an  Teichrändern,  auf  sumpfigem  saucrhumosem  Bo- 
den.    Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Stengel  steif  aufrecht,  10  — 1-"  hoch,  selten  einfach,  meist  rolh  angelaufen.  Traube 
länglich,  Kronen  rosemoth ,  Eclieu  der  Oberlippe  in  ein  pfriemliches  Zähnchen  verlängert.  — 
Beide    Alten    kommen    selten    mit    «eisser    Kroue    vor. 

ÖTCOnomischeS»  Frisch  werden  beide  Arten  vom  f'iehe  nicht 
gefressen. 

13.    IflEIiAIflPl^KCJfl.     JTA.CUVMIjJt^mE'LMN^ 

I.INN.    Gen.     n.  74-2. 

Kelch  rührig,  4-z:ihnifi;.  Oherlippe  der  Krone  kurz  ziisam- 
meiiffedriickt  mit  zurückgehoffenen  Rändein.  Slauhgefasse  4, 
zweiinächtig.  Kapsel  geschnähelt,  Fächer  1— 2-sauiig,  Samen 
länglich-rund.    Geschl.  Syst.  XIV.  2. 

Einjährige,  aufrechte,  ästige  Kräuter.  Itlälter  gegenständig,  ganz. 
Deckblätter  gleichförmig  oder  breiter  und  oft  gefärbt.  Blüten  in  Aehren 
oder  entfernt  in   den  Blattwinkeln,    einzeln  und  fast  sitzend. 

t.    ]fl.  cristatiim.    Kantmähriger  Wachtelweisen, 

Ähren  4- eckig,  dicht  geschindelt,  Deckblätter  mit  herzförmig -kreisrun- 
der, kämmig -gezähnter  Basis  und  nach  oben  gefalzter,  abwärts  gerich- 
teter eanzrandiger  Spitze. 

LiNN.  Sp.  pl  842.  Chl.han.320.  Roch  Syn.  II.  620.  Fl.  dan.  t.  1104. 
Engl.  bot.  t.  41.  ,,     .  f 

In  Lanbholzhainen,  zwischen  Gebüsch  und  auf  "Waldwtesen,  aui 
trockenem  meistens  kalkhaltigem  Boden,    ziemlich  häufig. 

Deckblätter  weissgrünlich  und  rosa.  Kronen  weisslich,  gegen  die  Spitie  weissgelb  mit 
doHergelbcr   Unterlippe,     seltener   rnlhlieb    mit    citronengelber   Unterlippe. 

Ä.    Ifl.  arveiise.    Veld-  WTachtelweizen*    Ähren  locker, 

allseitwendig;  Deckblätter  eirund- lanzettförmig,  in  borstliche  Zähne  ge- 
schlitzt;   Kelche  zarlhaarig- schärflich,    Kronen  geschlossen. 

LiNN.  Sp.  pl.S42.  Chi.  hau.  320.  Koch  Sjn.  II.  620.  Fl.  dan.  t.  911. 
Engl.  bot.  t.53.  . 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  besonders  auf  kalkhaltigem  oder  thoni- 
gem,  jedoch  auch  auf  Sandboden,  häufig  eingebürgert.  Juni,  Juli. — 
August,  September. 

Deckblätter  unterseits  2 -rclhig- schwarz  -  punetirt.  Kelcliiähne  aus  eirunder  Basis  borsl- 
lich  zugespitzt,  fast  so  lang  als  die  Röhre  der  Krone.  Diese  nebst  den  Deckblättern  pur- 
purn, in  der  Mitte  mit  weissem  Ringe  und  gelbem  Fleck  an  der  Basis  der  Unterlippe,  seltener 
blassgelb   mit   weissem    Ringe.  ^ 

3.    ]?I.  neniorosiim.    Blauer  JW achtelwetzen,    Ähren 

locker,  einseitvvendig;  obere  Deckblätter  herz  -  lanzettförmig,  gezahnt; 
Kelche  rauhhaarig.  ,,    ^-.,       t!  n       ii 

LiNN.  Sp.  pl.843.  Chi.  hau.  321.  Koch  Syn.  II.  621.  Schk.  Dandb. 
II.  T.  170.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  29.     Fl.  dan.  t.  305. 


melampyrum.  SCROPHVI.ARIJKEAE.  403 

In  Wäldern  und  Ilnincn,  auf  schattigem  liumuslialtigem  Boden,  ziem- 
lich häufig.     Juli,  August.  —    September,   October. 

Declililaflcr  violctblaii.  obere  obiie  Blüten  scliopfartig  einander  geuüLerf,  als  seltene  Ab- 
änderung  rosenrotb.       Kronen    goldgelb    mit    rostbrauner    Röhre. 

4.  ]?I.   iiratenise»      Wiesen  -  Wachtelweizen»     Ähren 

schlafl',  einseitvvcndig;  Deckl)lätter  lanzettförmig,  obere  an  beiden  Seiten 
der  Basis  mit  1  oder  2  zugespitzten  Zähnen,  Kelche  l;ahl,  haum  halb  so 
lang  als  die  fast  geschlossene  Kronröhre. 

Li!»N.  Sp.  pl.84.3.  Chi.  han.  821.  Rocei  Syn.  II.  621.  Schk.  Handb. 
IT.  T.  170.     Sveush  bot.  t.286.     Engl.  bot.  1. 113. 

In  lichten  Waldungen,  Ilainen  und  auf  Waldwiesen,  auf  frischem 
humushaltigem  Boden,  häufig.     Mai  bis  Septeml»er.  —  August  bis  October. 

Blüten  viagerccht  abstehend.  J>eekblalter  grün.  Kronen  meistens  blassgelb  mit  gelbem 
Saum  und  2  orangegclben  Flecken  auf  der  Unterlippe,  seltener  weiss  und  nach  dem  Saume 
zu  gelb,  oder  ganz  glelchl'urmig  gelb.  Kapsel  ziemlich  gross,  zusammengcdrüclit.  —  Der 
Käme    irreführend,     weil    die    Pflanze    auf  >Viesen    von    Waldungen    abliegend    nicht   vorkommt. 

5.  ]?I.   sylvaticuni.     lyald"  Wachtelweizen,     Ähren 

schlaff,  einseitwendig;  Deckblätter  lanzettförmig,  meistens  ganzrandig, 
sehr  selten  an  der  Basis  1 — 2 -zähnig,  Kelche  kahl,  so  lang  als  die 
offene  Kronröhre. 

Link.  Sp.  pl.843.  Chi.  han.  321.  Koch  Syn.  II.  621.  Fl.  dan.  1. 145. 
Engl.  bot.  t.  804. 

In  Gebirgswaldungen,  sowohl  im  Holze  als  auf  Wiesen  und  an  Wald- 
rändern, auf  frischem  humushaltigem  Boden  (nur  im  nördlichsten  Theil 
des  Gebiets  Ul.  Trittau,  Oldenburg,  Glücksburg — ;  und  am  Uarze  und 
in  dessen  nächster  Umgebung,  aber  hier  häufig).  Juni  bis  August.  — 
August,  September. 

I>cm  lorigen  ähnlieh.  IViedriger  und  schwächer.  Blüten  aufrecht,  Früchte  nickend. 
Kronen  kleiner,  nach  dem  Saume  zu  jedoch  breiter,  goldgelb,  Kronröhre  gekrümmt.  Kapseln 
kleiner  aber  dicker,    zugespitzt. 

GE  W^ERBTjICHES, 

Technisches*  Die  Blatenähren  der  Art.  2.  und  4.  zur  Gewin- 
Hunff^^iton  Färbestoff'en  anwendbar. 

ÖJCOnomischeSm  VorzüfjUch  die,  den  JVeizenhörnem  ähnlichen, 
Samen  von  A.  2 .  zur  Gewinnunf/  eines  brauchbaren  etwas  bläulichen  Mehls 
zu  benutzen,  f'om  IVeidevieh  werden  besonders  die  ersten  3  Arten  gern 
gefressen;  A.2.  ist  sogar  zum  Mästen  des  Rindviehes  anwendbar  befunden. 
Art.  2  und  3.  eigenen  sich  zu  Zierpflanzen  der  Gärten. 

JüSS.    in    Ann.    d.  Mus.    XII.  445.       Orobanchaceac    REUTER    in   DE    CAND.    Prodr.    XI.    1. 

Kelch  ausdauernd,  2-tLeilig  oder  4  — 5 -spaltig.  Krone  glo- 
cliig  oder  rölirig,  2-lippig,"in  der  Knospenlage  geschindelt. 
Oherlippe  ausgerandet- 2  -  lappig^Unterlippe  S-lappig.  Staub- 
gefasse  4,  2-niäch(igj  der  Kronröhre  eingesetzt.  Beutel  2- 
fäclierig,  an  der  Basis  meist  pfeilförmig,  bleibend.  Frucht- 
knote 1 -fächerig,  mit  2  Paar  seitlichen  breiten  Samenpolstern 
und  vielen  umgewendeten  Eichen.  Griffel  einfach,  INarbe  kopf- 
förmig-2-lappig.  Kapsel  l-fiicherig.  Samen  sehr  klein.  Keim 
fast  seitlich  neben  dem  Nabel.  —    Statt  der  Blätter  Schuppen. 

l/^orkonimen.  Auf  den  Wurzeln  anderer  Pflanzen  mit  wurzelförmi- 
gen,  aus  einem  unter  der  Erdoberfläche  befindlichen  verdickten  Stocke 
entspringenden,  Fasern  befestigt;  übrigens  besonders  Sand  und  Kalk 
baltigen  Boden  liebend. 


404  OROBANCHEAE.  Orobanohe. 

Gehalt.  .Idstrinijircndi-  und  billere  Stojl'f ,  die  tuclil  /liiihuKflicIi 
untersucht  sind;    uucli  flürhtiye  liiechstoff'e. 

1.     OROBAi^CHE.     JTÜnGMH. 

Ll>N.    Gen.     n.  ^^[). 

Kelch  2-lheilig  oder  4  — 5-spaltig.  Krone  raehenfin-mig,  mil 
zuiückl)lcil>ende;-  Jtasis  ringsum  ahspriagend  Oberlippe  aus- 
gekerbt^ Unterlippe  3 -lappig.  Kapsel  l-lacherig  mit  gegen- 
überstehenden wandstandigen  Samenpolstern.      G.  Svst.  XIV.2. 

Ein-  (Art. 6.  9.)  oder  ineliijahrise  (Art.  1— .5.  7.  8.)  auf  den  Wurzeln 
anderer  Gewächse  parasitisch  waclisende,  grüiilose  meist  hlassgclhliche, 
röthliclie,  violete  oder  purpurliraune  Kräuter  mit  einfachem,  seltener 
ästigem,  scliuppigem  Schaft.  Blüten  einzeln,  aufrecht  oder  fast  wagc- 
recht  in  den  W'inheln  der  Schuppen  sitzend.  —  Das  Vorkommen  unbe- 
ständig. 

■!■      Kelch   -,£     Ihcllig.       Bluten    vun    1    Deckblatt    unterstützt,     ohne    Dccli- 
hlättchen. 

1.    O*  Rapiiin.    Mübenstengeliger  Würger»    Kclch- 

theile  mehrnervig,  in  fast  gleiche  lanzettförmige  Zipfel  gespalten  oder 
ungetheilt,  fast  so  lang  als  die  Kronröhre  oder  kürzer;  Krone  glocliig 
mit  vorn  kröpfig  vortretender  Basis,  im  Bücken  gekrümmt,  Lippen  wel- 
lig, schwach  rundlich -gezähnelt,  Oberlippe  kappenförmig,  seicht  ausge- 
randet  mit  abstehenden  Seitenrändern,  Lappen  der  tnterlippc  rundlich- 
rautenförmig, mittlere  fast  doppelt  so  lang  als  die  seitlichen;  Staubfä- 
den unten  kahl,    oben  nebst  dem  Griffel  drüsenhaarig. 

THtiLL.  Fl.  par.  ed.  II.  317.  Chi.  hau.  309.  Kocii  Syn.  IL  61.3.  O. 
major  Sutt.  Transact.  of  Linn.  Soc.  IV.  175.  Engl.  bot.  t.  421.  Beicheab. 
PI.'  crit.   VII.   t.fi68. 

Auf  Triften  und  in  lichten  AValdungen ,  auf  sandigem  Boden,  auf  den 
W^urzcln  von  Spartium  scopariura,  im  süd- westlichen  Theile  des  Gebiets 
bis  an  den  nord -östlichen  Harzrand,  ziemlieh  häufig  {Pr.fV.  Höxter, 
Münster,  IVienberge,  Lotte,  hier  besonders  am  Schafberge —;  /7h.  Osna- 
brück, Eggermühlen,  IXeuenkIrchen — ;  ßr.  am  Bcgenstein).  Juni,  Juli. — 
August. 

Schall  1'/.^  —  2'  hoch,  unten  finget silick.  Ähre  dichlblütig,  Deckblätter  und  Kelchtheile 
mehlig- haarig.  Kronen  gross,  im  trockenen  Zust.in<le  eisenrostfarhen,  die  Staubbeutel  weiss. 
Warbe  durch  starke  Aus.  andung    'i-köi.Gg,    ungerandct,     blasscilronengelb ,    am  Rande  rotblich. 

Bemerk.  >on  den  mehrern  einer  und  derselben  Art  unter  verschiedenen  INamcn  ge- 
widmeten RElCHENBACH'schen  Alibildungcn  citire  ich  hier  nur  diejenige  Abbildung,  die  mit 
unserer  nianzc  am  meisten  übereinstimmt.  In  der  Chloris  hau.  habe  ich  die  ausrührliche 
Synoujmie  dieser  Abbildungen  gegeben,  welcher  der  Bearbeiter  dieser  Gattung  in  DE  Cand. 
Prodr.    XI.    fast   durchgängig   gefolgt    ist. 

18.    O.  major.    Grosser  Würger»    Kelchtheile  mehmervig, 

in  gleichlange  o.ier  ungleiche,  parallel  gestreckte  Zipfel  gespalten,  halb 
so  lang  als  die  lironröhre;  Krone  glockig  mit  erweitertem  Saum  und 
gekrümmtem  Bücken,  Lippen  gleich  lang,  rundlich  gezähnelt,  Oberlippe 
vorgestreckt,  kaum  ausgerandet,  Lappen  der  tnterlippe  rundlich -eirund, 
fast  gleich  gross;  Staubfäden  dicht  behaart,  gegen  die  Spitze  nebst  dem 
Griflel  drüsenhaarig. 

LlNN.  Fl.  SUeC.  219  (nach  Ausweise  *on  EHRIIART  lu  LlNNE's  Zeit  in  Schweden 
gesammelter    Exemplare).        Sp.    pl.    882.        O.    Caryophvllacea     SlW.    TraUSact.    of 

Linn.  Soc.  IV.  169.  O.  Galii  Duby  Bot.  ga'l.  I.  349.  Kocu  Syn.  11.615. 
Beichenb.  PI.  crit.  VII.  t.  662  —  664.  O.  vulgaris  De  CXnd.  Fl.  fran?. 
III.  489. 

In  Hainen,  an  V^'^aldrändern  und  auf  Triften,  auf  sonnigem  trockenem 
Boden,    auf  den   Wurzeln   von   Galium   jllollugo,   G.  verum,    Trifolium, 


Orobanohe.  OROBANCHEAE.  403 

Medicago,  Centaurea  Scabiosa  —  häufig  (z.  U.  Hn.  am  Weinlieige  bei 
Hitzacker,  Grund  am  Harze  — ;  hr.  am  llegejistein,  au  der  Christians- 
lilippe  bei  Rübeland  — ;  Pr.  an  der  Rosstrappc,  den  Spiegelscben  ller- 
gen,  am  Steinholze,  Huy,  Hoppelberge,  Halle:  selten  an  den  Abhängen 
des  Bucbberges  bei  Rosslebeu — ;  //*.  zum  Hain  bei  Allendorf  — ;  Pr.  fV. 
Brilon).     Juni  bis  August.  —    August.  September. 

Angenehm  riechend.  Schaft  ^/^  —  V/^'  hoch.  Deckhiälter  und  Kelchtheile  schwach 
mehlig -haarig  bis  ins  Kahle.  Kronen  weit,  rulhlichliraiiu ,  violetbraiin ,  seltener  flcischroth 
bis    i.is    Weissliche    oder    Gelbliche.       I>atbp    stets    d.inkcl  -  i.nrpnrn. 

'3.     O.  Epitliyiuuin»     Q^uendel-W^ürger,     Kelchtheile 

mehrnervig,  lanzettl'örniig  zugespitzt,  ungetheilt  oder  in  2  von  einander- 
trctende  Zipfel  gespalten,  fast  so  lang  als  die  Kronrohre;  Krone  walzig- 
glockig  mit  gekrümmtem  Rücken,  an  der  Röhre  ausserhalb  und  am  Saum 
beiderseits  drüsenhaarig,  Lippen  spitz  gezähnelt  mit  etwas  krausem  Rande, 
Überlippe  ausgerandet,  schwach  aufwärts  gebogen,  mittlerer  Lappen  der 
Unterlippe  grösser  als  die  seitlichen;  Staubfäden  unten  zerstreuet  be- 
haart, an  der  Spitze  nebst  Griffel  und  oberm  Theil  des  Fruchtknotens 
drüsenhaarig. 

De  Cand.  Fl.  fnin?.  IIL  490.  Koch  Syn.  II.  614.  Reichenb.  PI.  erit. 
VII.  t.  658  — 659. 

Auf  Triften,  auf  magerm  Boden,  auf  der  Wurzel  von  Thymus  Ser- 
pyllum,    sehr  selten   {Pr.  Halle:    am  Pfortenberge  bei  IVaumburg). 

Angenehm    riechend.       Schaft   meistens    h  —  8",    selten    bis    1'   hoch.       Ähren    wcnigblütig. 
Biüteu    unterbrochen    stehend,    gelblich,    roth   überlaufen.       Staubbeutel    im    trockenen    Znstande 
unhelpurpurn.  —     Variirt    in  der  LUnge  der  Kelchtheile, 
rhommen;     ferner   in    der    Grosse     der    Unterlippelappen, 

(Reichenb.  t.  656.  und  die  in  De  Cand.  Prodr.  als 

Varietät  hierhergezogene  O.  rubra  Engl.  liot.  t.  1786.),  mit  wenig  oder  gar  nicht  aufwärts 
gebogenem  llande  der  Oberlippe.  Die  specifische  Verschiedenheil  von  der  »orhergchenden 
.4rt,  mit  der  sie  in  der  Kronform  übereinkommt,  ist  hiernach  ungeachtet  der  mindern  Grosse, 
die    von    dem   geringern    Substrat   ausgebt,     noch    iivcifelhuft. 

4.  O.  elatior.  Moher  W^iirger,  Kelchtheile  schwach  mebr- 
nervig,  in  schmal  lanzettförmig  zugespitzte  Zipfel  gespalten,  kürzer  als 
die  Kronröhre;  Krone  aus  bauchiger  Basis  walzig-glockig,  fast  gerade, 
oben  kappeuförmig  gekrümmt,  Lippen  nach  aussen  gebogen,  rundlich  ge- 
zähnelt mit  wellig -krausem  Rande,  Oberlippe  ausgerandet  -  2- lappig, 
Lappen  der  Unterlippe  eirund,  spitz,  gleich  gross;  Staubfäden  unten 
behaart,  oben  nebst  dem  Griffel  kahl  oder  letzterer  mit  einigen  Drüsen 
besetzt,    Narbe  2 -lappig. 

SuTT.  Transact.  of  Linn.  Soc.  IV.  178.  t.  17.  Chi.  hau.  308.  De  CA^D. 
Prodr.  XI.  2b.  Fl.  dan.  t.  13.38.  Engl.  bot.  t.  568.  O.  Buekiana  Koch 
Syn.  II.  619.  De  Cand.  das.  30.  O.  brachysepala  Schultz  Arrang.  des 
11.  de    Fr.  et   d'Allem.  69.      De  Cand.  das.  30.      O.  macrosepala  Schultz 

das.  70.  De  Cand.  das.  31  (beide  Arten  in  so  weit  die  Allendorfscbe  Tflanse  citiit 
wird,  die  aber  keine  schwarz  -  purpurne  I>arlie  hat,  wie  sie  >on  O.  macrosepala  in  DE  CaND. 
Prodr.    angegeben    wird,     sondern    eine    gelbe). 

b.   puberula.     Her  drüsiggriffelige.     Griffel  besonders  nach  oben 

zu  mit  drüsentragenden  Härchen   besetzt. 

Chi.  han.  das.     O.  rubens  Wallb.  Diasc.  Orob.  gen.  46.     Koch  das. 

61.5.  O.  elatior  Reichenb.  PI.  crit.  VII.  t.  669— 670. 
In  lichten  Waldungen,  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  sandigfin 
oder  kalkhaltigem  Boden,  auf  den  Wurzeln  von  Trifolium,  Medicago 
sativa  und  falcata,  Centaurea  Scabiosa,  Libanotis  montana  — ,  häufig  (z.  B. 
Hn.  am  Nesselberge  bei  Brüggen,  Ilardegsen  am  Solling,  alte  Stollborg 
bei  Steigerthal;  Br.  am  Regenstein,  am  Apenberge  und  im  H:iscnthale 
bei  Kattenstedt;    Sehw.  am  Göldner.    Frauenberg,    Straussbcrg  — ;    Us. 


h. 

■11 

braun 

,    IVa 

irbe  sei 

,cht  , 

»usger 

audet. 

d 

ie 

auch 

kürz 

;er    als 

die 

Kronröhrc 

d 

ie 

auch 

fast 

gleicl 

'    g« 

>SS     »Ol 

rkomn) 

406  OROBA]V€HEAE.  Orobanohe. 

zum  Hain  bei  Allendorf  — ;  Pr.  an  den  Spiegelsbergcn,  im  Falirliacli  1»p1 
Heiligenstadt,  Aulcbcn,  Halle:  hinter  Kröllwitz,  Krosigherholz ,  l\ög- 
litz,  iNaumburg  u.  s.  w.).     !>Iai  bis  Juli.  —   Juni  bis  Aug. 

Scliaft  1  —  2'  hocli,  ßngcrdicl;,  Traube  voll-  iinJ  diehlblülig,  Kronen  meistens  fast  aiif- 
recbt  stebcnd,  blassgelblich  oilcr,  besonders  an  b.,  rölblicb,  auch  wohl  in  violet  übergebend, 
Piarbe    schwach    ausgerandet,    wachsgelb. 

Bemerk.  Ich  wiederhole  (»ergl.  Chi.  han.  a.a.O.),  dass  WalLROTII  selbst  ohne 
Etiquettc  ihm  vorgelegte  englische,  von  HoOKER  und  BORRER  eingeschiehle ,  Esemplare  der 
O.  elatior  SUTT.  mit  dem  bcigcschriebeoen  Manien  O.  rubcns  Wai.LK.  bezeichnet  hat.  Die 
kahlen  Griffel  zeigen  uieistens  eine  oder  die  andere  Drüse  nnd  geben  mit  dereu  Zunahme 
in  drüsige  Griffel  über.  —  Die  Synonyme  von  O.  brachysepala  und  O.  macrosejiala  gründen 
sich  auf  die  Autorität  vom  Bearbeiter  dieser  Gattung  in  DE  CanD.  Prodr.  (UeuTER)  mit 
diesem  tarnen  bezeichneter,  zum  Hain  l)ei  Allendorf  von  Wurzeln  der  Libanotis  montana 
entnommenen  Exempl.  der  O.  elatior  SCTT.  ,  von  denen  das  erstbenannte  dicht  an  der  Basis 
der  matris,  das  letzbenannte,  von  niedrigerer  Statur,  auf  einer  zarten  >ebenfascr  der  Libanotis 
sich    entwickelt    hatte. 

5*    O.  minor.    Kleiner  Würger.    Relcbtheile  mebrnerTig, 

aus  eiiund-lanzettlormiger  Basis  in  eine  oder  zwei  pfriemlicbe  Spitzen 
auslaufend,  so  lang  oder  länger  als  die  Rronröbre;  Krone  drüsig,  röh- 
renförmig, an  der  Basis  starli  abstehend  gebogen,  in  der  Mitte  gerade, 
an  der  Spitze  schwach  übergehrümmt,  Lippen  stumpf,  wellig,  schwach 
rundlich -gezähnelt,  Oberlippe  stark  ausgerandet  mit  abstehenden  Lappen, 
Lappen  der  Unterlippe  rundlich,  mittlerer  wenig  grösser  als  die  abste- 
henden seitlichen;  Staubfäden  unten  spärlich  behaart,  oben  nebst  dem 
Griftel  kahl. 

ScTTON  Transact.  of  Linn.  Soc.  IV.  178.  Chi.  han.  310.  Kocu  Syn. 
II.  618.  Reichenb.  PI.  crit.  \1I.  t.  652—653.  Fl.  dan.  t.  1219.  Engl, 
bot.  t.  422. 

b.  puberula.     Der  drüsig  griffelige .     Griffel  besonders  nach  oben 
drüsig. 

Chi.  han.  das.      O.  loricala    Reichekb.   Fl.    exe.   355.      PI.  crit.   VII. 
t.  682—683.     Roch  das. 

c.  glabriuscula.     Der  kahle.     Staubgefässe  und  Grifl'el  kahl. 
Chi.  han.  das.     O.  nudiflora  Wallr.   Diasc.  gen.  Orob.  34. 

In  lichten  Hainen,  zwischen  Gebüsch  und  auf  Triften,  auf  Trifolium 
medium  und  T.  pratense;  b.  auf  Artemisia  campestris,  selten  (Hu.  >Vein- 
berge  bei  llitzackcr,  Osnabrück,  am  Winterberge  bei  Grund,  c.  bei 
Ilfeld?  ^;  Br.  an  der  Staufenburg  und  bei  Rübeland  — ;  Schw.  Nuni- 
burg — ;  Pr.  ff.  Lotte — ;  Pr.  b.  bei  Aschersleben;  c.  bei  Rossleben; 
W^einberge  amlVroppenthale,  zwischen  Schönburg  und  Welau,  Goseck — ). 
Juni,  Juli. —    August. 

Schaft  6 — 10,  selten  12'  hoch.  Blüten  klein  oft  fast  wagerecht  abstehend,  trocken 
schmutzig  braungclb ,  Griffel  bisweilen  aus  der  Krone  vortretend.  IVarbc  stark  ausgerandet, 
violet   oder   purpurn. 

Bemerk.  Ob  O.  loricata  hier  richtig  cltirt  ist,  bleibt  weiterer  Beobachtung  empfoh- 
len. Ich  sah  nur  ein  unvollständiges  Exemplar  und  nicht  minder  un»ollsländig  sind  die 
Diagnosen  in  KoCIl  Syn.  und  die  nachgeschriebene  in  DE  CAND.  Prodr.  indem  die  Angabc 
der  Beschaffenheit  der  Narbe  unerledigt  geblieben  ist.  AViener  Esemplare  die  ich  sah ,  wei- 
chen von  unserer  Pflanze  ab.  —  Eben  so  wenig  kann  ich  mit  Sicherheit  über  ein  bei  Ilfeld 
gesammeltes  unvollständiges  Exemplar  urtheilen,  welches  sich  allerdings  nahe  an  O.  minor 
»chliesst,    von    BEUTER    aber   für    O.  pallidiflora  ?    AVlMM.   u.   GRAB,    bestimmt    ist. 

6.    O.  Picpidis.    Xtlassblütiger  Würger»    Relchtheile 

1-  oder  bei  eintretender  Theihing  2-nervig,  aus  eirunder  Basis  plötzlich 
in  pfriemenförmige  Spitzen  übergehend,  so  lang  oder  etwas  länger  als 
die  Rronröhre;  Rrone  drüsenhaarig,  röhrenförmig,  an  der  Basis  stark 
abstehend  gebogen,  im  Rücken  schwach  gekrümmt;  gegen  den  Saum  wenig 


Orobaucbe.  OROBANCHEAE.  407 

erweitert,  Lippen  gleich  lang,  stumpf  gezähnelt,  obere  vorgestreckt  und 
gestutzt,  Lappen  der  untern  gleich  gross;  Staubfäden  unten  stark  be- 
haart, Griifei  gegen  die  Spitze    spärlich  drüsenhaarig. 

ScHLLTZ  in  Koch  Deutscht.  Fl.  IV.  453.  Koch  Syn.  11.616.  De  Cand. 
Prodr.  XI.  26.     Tauch.  Monogr.  Orob.  60.  t.  12. 

In  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  kalkhaltigem  Boden,  auf  den 
Wurzeln  von  Picris  hieracioides  und  Crepis  bicnnis  truppweise,  bis  jetzt 
nur  in  einer  Gegend,  aber  hier  häufig  (/Zii.  am  Knebel  bei  Hildesheim, 
am  Haniberge  uud  Kassebusch  bei  Salzgitter).     Juni,  Juli.  —    August. 

Älinlicli  der  O.  minor  der  sie  am  näclisfen  steht,  im  Gesamintanschen  diircli  liuLcrii, 
sclilankcrn  >Viichs  und  durch  eine  hlasswachsgelhe  Farhe ,  im  hesondern  und  mit  Sicherheit 
aber  durch  die  1-  oder  2 -nervigen  Kelchtheile  zu  untersrheiden.  Kronen  eben  so  abstehend 
aber   nach    dem    Saume    zu    weniger   gekrümmt.       ^'arbe    schmutzig    violet. 

ff      Reich     4  —  .^-spaltig    oder    -  z  ä  h  n  i  g.       Blüten     von    2    D  e  ck  b  1  ü  1 1  c  he  u    und 
1    Deckblatt    unterstutzt    (Phelipaea    DE   CanD.   Prodr.  XI.  4.). 

Ve  0>  COerillea*  Blauer  Jf^Ürg er.  Kelch  o-zähnig,  hin- 
terer Zahn  sehr  klein,  übrige  lanzettförmig;  Krone  rührig,  schwach  vor- 
wärts gekrümmt,  gegen  die  Mitte  vereng(;rl,  Lappen  der  Lippen  spitz 
und  flach;  Staubbeutel  an  der  Basis  mit  wenigen  Härchen  besetzt  oder 
kahl;    Schaft  einfach. 

ViLL.  Ilist.  d.  pl.  d.  Dauph.  II.  406.  Chi.  hau.  311.  Kocu  Syn.  IL 
619.  Beichexb.  PI.  crit.  \II.  t.  692.  Engl.  bot.  t.  423.  O.  laevis  Lam. 
Fl.  frane.  IL  327.  Schk.  Ilandb.  IL  T.  176.  O.  purpurea  Jaco.  Fl.  austr. 
IIL  t.276. 

Auf  Triften  und  in  lichten  Holzungen,  auf  lehmigem  und  sandigem 
Boden,  auf  den  \^^urzeln  von  Achillea  JVIillefolium  und  Centaurea  Jacea, 
ziemlich  selten  (J/A.  Pleetz  im  hohen  Holze  — ;  Hn.  Göttingen:  am  Seese- 
bühl ,  bei  Dransfeld,  am  Amtsl>erge  bei  Beinhausen,  im  Holze  unter  den 
Gleichen  — ;  Br.  am  Begenstein  — ;  Scluv.  Frankenhausen  — ;  Pr.  fV. 
Bielefeld  am  Blömkeberge  und  an  den  Brackweder  Bergen,  bei  Linnen 
im  Münsterschen  — ;  Pr.  an  den  Spiegclgbergen ,  am  Steinholze,  Halle: 
bei  Naumburg  zwischen  Eulau  und  Guseck  — ).  Juni,  Juli.  —  August, 
September. 

Schaft    V2  — 1'   hoch.       Ähre  bläulich- rostfarben,    Kronen  blassblau,    >arbe  weisslichgelb. 

'  S.    O«  arenaria.    Sandliebender  Würger.    Kelch  5- 

zähnig,  Zähne  lanzett-pfriemenförmig;  Krone  rührig,  fast  gerade,  in  der 
Miste  zusammengezogen,  am  Schlünde  etwas  aufgeblasen,  Lappen  der 
Lippen  stumpf  mit  zurückgeschlagenem  Bande;  Staubbeutel  an  der  Basis 
dicht  mit  krausen  Haaren  besetzt  und  an  der  Diath  spärlich  gewimpert; 
Schaft  einfach. 

BoRKUAis.  in  BöM.  n.  Ulagaz.  6.  Kocu  Syn.  IL  619.  Beichenb.  PI. 
crit.  \TL  t.  193  — 194.     Juli,  August.—    September. 

In  lichten  Holzungen,  auf  Triften,  auf  sandigem  oder  kalkhaltigem 
magern!  Boden,  auf  den  Wurzeln  von  Artemisia  campestris,  ziemlich 
selten,  doch  häufiger  als  die  vorige  Art  (itfA-.  Bemplin,  Waren  — ;  Br. 
am  Begenstein;  Schiu.  am  Kifl'häuser,  Frankenhausen,  Hachelbich  — ; 
Pr.  Halle:  Bollsdorf,  zwischen  Seeburg  und  Wormsleben,  Naumburg, 
häufig,  z.B.  in  Weinbergen  am  Kroppenthale,  zwischen  Schünburg  und 
Wetau,  auf  dem  Pfortenberge,  an  der  Steiiiklippe  bei  Wendelstein). 
Juni,  Juli.  —    August. 

Schaft  1/2  —  l'A'  lioch,  sehr  selten  auch  ästig.  Krone  .imetfaTstblau ,  gegen  die  Basis 
vvcisslich,  Oberlippe  scharfkielig,  mittlerer  Lappen  der  Unterlippe  etwas  länger  als  die  seit- 
lichen.      Staubgefässe   kahl,     Fruchtknoten    und    GrifTel    drüsig,     Narbe    vvcisslich  -  gelb. 

'9.  O.  ramosa.  Ästiger  Würger.    Kelch  4- zähnig,  Zähne 

eirund-deltaförmig,  pfriemlich  zugespitzt;  Staubbeutel  kahl;  Schaft  ästig. 


408  OROBANCHEAE.  Lathraea. 

LiNN.  Sp.  pl.882.  Kocu  Syn.  II.  620.  Ueiceenb.  PI.  crit.  YII.  t.  696. 
Engl.  bot.  t.  184. 

Auf  Äckern,  auf  sandigem  Boden,  auf  den  Wurzeln  von  Hanf,  Tabak 
und  Bucbweizen,  heerdcnweise,  hier  und  da  eingebürgert  (III.;  Mh.  "War- 
liu — ;  IIs.  Ilelsa;  Pr.  fV.  Lengerig  bei  dem  Gute  Jetrup ,  Höxter — ; 
/*r.  Ilaile:  Wiche,  Donndorf,  Ilossleben).  Juni  bis  August.  —  August, 
September. 

Scliaf't  iinfcn  ästig,  6 — 10"  hoch,  behaart.  Itlüteo  hlein  und  getrennt  stehend,  Kro- 
nen   weisslieh    oder  hläulieh,    INarbe   gelblich- weiss. 

Bemerk.  »Die  Insertion  der  Staulifäden  ist  Veränderungen  unterworfen,  indem  hei 
derselben  Art  die  Staubfäden  bald  etwas  hoher  bald  niedriger  inserirt  >orI>omnien.  —  Man 
bat  in  neuerer  Zeit  hinsichtlich  der  Artenbeslimmung  dieser  Gattung  einen  zu  grossen  Wcrth 
darauf  gelegt,  auf  welchen  Pflanzen  die  Orobanchcn  schmarotzen.  Es  ist  allerdings  ge- 
gründet, dass  die  verschiedenen  Arten  gewissen  Gewächsen  den  Vorzug  vor  andern  geben, 
und  sich  daher  am  häufigsten  auf  diesen  einfinden,  bald  vorzugsweise  auf  gewissen  Pllanzeu- 
artcn  ,  bald  auf  nichrcrn  Arten  derselben  natürlichen  Familie.  Keineswegs  ist  ihr  Vorkommen 
aber  ohne  Ausnahme  hieran  gebunden.  —  Mit  der  Veränderung  der  vegetabilischen  Basis 
ist  häufig  der  Eintritt  geringfügiger  ■Veränderungen  der  Bildung,  Behaarung  oder  Färbung 
des    Parasiten    verbunden."       Chi.    hau.    311. 

Dieser  frühem  Mittheilung  füge  ich  als  Resultate  späterer  Forschungen  Folgendes  hinzu : 
Ja,  es  können  schon  in  der  Ausbildung  des  Parasiten  Veränderungen  durch  den  Lnistand 
herbeigeführt  werden,  ob  er  auf  der  starken  Hnuptwurzel  der  Mnllerjiflanze  oder  auf  der 
Spitze  einer  zarten  Wnrzelfaser  sich  erhebt,  die  ihm  beträchtlich  weniger  J>ahrung  zuführt  als 
jene.  Indem  dies  auf  die  ganze  Statur  einwirkt,  treten  auch  Veränderungen  einzelner  Theilc 
ein.  Die  Krümmung  einer  im  Wuchs  zurückgebliebenen  kürzern  Krone  erscheint  anders  als 
sie  an  einer  längern  Krone  derselhen  Form  dem  Auge  entgegen  tritt.  Einen  ähnlichen  Ein- 
fluss  scheint  man  dem  Umstände  einräumen  zu  müssen,  ob  der  Parasit  auf  einem  blühharen 
Exemplare  perennireuder  Pflanzen  sich  entwickelt,  oder  auf  den  noch  schwachen  einjährigen 
Individuen.  Fortgesetzte  Beobachtungen  dieser  Einflüsse  dürften  dahin  führen,  eine  grosse 
Zahl  von  INamen  zu  slielchen ,  womit  in  neuerer  Zeit  die  Gattung  der  Orobancheu  überladen 
worden    ist. 

«.     liATHRAEA.     S  €MUP  mJVirUHX, 

LlNN.    Gen.    n.   743. 

Kelch  4-spallig.  Krone  mit  unversehrter  Uasis  abfallend. 
Fruchtknoten  vorn  durch  eine  freistehende  Drüse  unterstützt, 
üebrigens  wie  Orobanche.     Geschl.  Syst.  XIV.  2. 

Mehrjährige,  auf  den  Wurzeln  von  Bäumen  und  Sträucheu  parasitisch 
•wachsende,  grünlose  Kräuter  mit  einlachem  schuppentrageiidem  Schaft. 
Blüten  in  einer  dichten,  cinseitwendigen,  deckblättrigen  Traube. 

1.  Ii>  l$4«ianiaria.  Gemeine  Schupp enwura,  Blüten- 
traube nickend,  Oberlippe  der  Kronen  helmförmig,  Unterlippe  3- lappig. 

LiNN.  Sp.  pl.  848.  Chi.  hau.  312.  Koch  Syn.  II.  620.  Schk.  Handb. 
II.  T.  170.     Fl.  dan.  t.  136.     Engl.  bot.  t.  50. 

In  schattigen  Laubholzwaldungen,  auf  den  Wurzeln  holzartiger  Pflan- 
zen, besonders  Buchen  und  Haseln,  auf  frischem  oder  feuchtem  hunius- 
haltigcm  Boden,  häufig.     März  bis  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Saftig,  fleischig,  weiss,  bald  mehr  bald  weniger  blassrosenroth  überlaufen.  AVurzel- 
stock  stark  walzig,  vielästig,  mit  grossen  Schuppen  bedeckt.  Schäfte  meist  mehrere  auf  einem 
Wurzelslock  ,    '/j  —  •'Z^'  hoch. 

liXX.     liABIAXAE. 

JlSS.    Gen.    110.       BlilVTII.    in    DE    CanD.    Prodr.    XII.  27. 

Kelch  bleihend,  meist  S-zähnigj  oft  2-lippig.    Krone  2-lipi)ig 


ElshoUzia.  liABlATAE.  409 

oder  ungleich  4 -lappig,  Lappen  in  der  Knospenlage  geschin- 
delt. Slaubgcfässc  4,  zweiniachlig  oder  nur  2.  Fruchtknote  auf 
einem  kurzen  fleischigen  Fruchtträger  sitzend,  tief  4-theilig, 
4-facherig  und  4-eiig.  GriftVl  1  mit  2j\arl)en.  Frucht  4,  selten 
durch  Fehlschlagen,  1 — 3  freie  kleine  IVüsse  oder  Pflaumen. 
Samen  aufrecht,  heinahe  ohne  Eiweiss.  Keim  aufrecht,  gerade 
(selten  nehst  dem  Samen  gekrümmt).  Würzelchen  sehr  kurz, 
gegen  den  Nabel  gewandt.  ^  Blätter  gegen-  oder  wirtelständig, 
ohne  Nebenblätter. 

l/orkouimen.  Viele  Italkliold,  einige  l;aikstet.  Einige  Sand,  andere 
Iliiniiis  verlangend.     Manche  liodenrag. 

Gehalt»  Ansfjezeiclmet  durch  ein  reiches  und  sehr  verbreitetes  f^or- 
hommen  von  ätherischen  Ölen  in  den  Blüten  und  unter  der  Oberhaut  der 
tßrünen  Theilc,  wonach  eine  beträchtliche  Zahl  zu  den  luirhsamsten  of- 
ficinellen  Gewächsen  fjehören,  oder  stark  aromatische  Riechstoffe  liefern. 
Ausserdem  viel  Gerbesäure ,  Bitterstoffe  und  udstringirende  Substanzen, 
die  zum  Theil  noch  zu  wenig  untersucht  sind;  dann  auch  Harz,  fVachs, 
Gummi  und  Säuren.     In  den  Samen  mancher  Öl  und  Schleim. 

I.Gruppe.     SATÜREJEAE.     SATUREIG  EITÄ  CB^S  JE. 

Staul>gefasse  4  oiler  2,  von  einander  entfernt,  gerade,  ol)en  von  einan- 
der tretend  oder  unter  der  üherlippe  zusamnionneigend.    Kronlappen  flacL. 

1.     EliSHOIiXZIA.     MXtSaOXtTZMJE, 

WiLLD.    iu    tSTERI    Mag.    II.   5. 

Kelch  glockig,  5-zähnig.  Kronsaum  kurz  4-spaltig,  oberer 
Lappen  fast  aufrecht,  etwas  hohl,  ausgerandet,  untere  abstehend. 
Staubgefässe  4,  oben  von  einander  weichend,  Beutelfächer  ge- 
spreizt.    IVüsse  fast  eben.     Geschl.  Syst.  XIV.  1. 

Kin-  (A.  1.)  oder  nielirjälirige  Kräuter  oder  Stauden.  Quirle  viel- 
blütig,    in  schmale  rispige  Ähren  geordnet.      Blüten  sehr  klein. 

'  1.  E.  cristata.   BahnenTeammiformige  Mlsholtaie, 

Blätter  gestielt,  eirund-elliptisch,  Iserbig-sägezähnig;  Ähren  dicht,  schlank, 
etwas  überhängend. 

WiLLD.  Sp.  pl.  III.  59.  Koch  Syn.  II.  631.  Cavan.  Ic.  rar.  IV. 
t.  360.  f.  1. 

In  der  Nähe  von  Ortschaften,  hier  und  da  durch  Zufall  verwildert 
und  im  Grunde  der  Flor  nicht  angehörig  (Hb.  vor  Ilitscher,  bei  Nien- 
städten  — ;  Of.  bei  Jever;  37  A.  IV.  Strelitz,  N.  Brandenburg).    Juli.—  Sept. 

Stengel  1  —  1'/.,'  Loch.  IlliilcnstäDclige  Blatter  breit  eiiimd ,  spitz,  Deckblatter  sehr 
klein,    lineal.      ReicLe    randliaarig- rauh,     Kronen    blass    liolet. 

Ä.     IflEarXMA.     JBTXJVZJB. 

I^INN.    Gen.    n.  713. 

Kelch  glockiff  oder  röhrig,  5-zähnig  oder  fast  2-lippig. 
Kronsaum  glockig  fast  gleichmässig  4-lappigj  oberer  Lappen 
schwach  ausgerandet.  Staubgefässe  4,  von  einander  tretend, 
Beutelfächer  parallel.     Nüsse  eben.     Geschl.  Syst.  XIV.  1. 

Mehrjährige,  aromatisch  starkriechende  Kräuter  mit  4 -kantigem,  kno- 
tig-gegliedertem Stengel,  gegen-  oder  wirtelständigen,  ganzen,  selten 
zerschlitzteu  Blättern,  die  bei  denselben  Arten  bald  kahl  und  flach,  bald 
rauhhaarig,  filzig,  runzelig  und  wellig  -  kraus  vorkommen.  Blüten  in 
Ähren  und  Köpfe  bildenden  oder  von  einander  entferntstehenden  Quirlen, 
zu  viclehig  2- häusiger  Bildung  hinneigend  und  deshalb  bei  denselben 
Arten  bald  grösser  mit  hervortretenden,* bald  kleiner  mit  eingeschlossen^» 
Staubgefässen.     Kronen  blassviolet  oder  lila   bis  in  weiss. 


410  E.ABIATAE.  mtentha. 

f       Kelchschluna    l.al.l. 

'  1.    I?l.  rotiiiidifolia.    Hundblättrige  JUinae.    Blätter 

sitzend,  ruiullicli-  oder  ländlich- eiriiiul,  eiitternt  sagezahnig,  runzelig, 
oLcrseits  zerstreuet,  uiiterseits  dichter  und  weisslicli  l'emliaarig;  Ähren 
schlank  walzenförmig,  Kelche  steifhaarig,  fruchttragend  eiförmig-liugclig, 
Zähne  aus  eirund -lanzettförmiger  Basis  zugespitzt,  zuletzt  sich  zusam- 
menneigend. 

LiNN.  Sp.  pl.  805.  Koch  Syn.  II.  632.  De  Cand.  Prodr.  XII.  167. 
Engl.  bot.  t.446.     M.  sylvestris  Sole   Menth,  brit.  t.  3  (nicbt  t.  4.  vcrgl.  M. 

sylvestris). 

Auf  Triften  und  Wiesen,  an  Gräben,  auf  feuchtem  oder  nassem  Bo- 
den, die  nord- östliche  Grenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  errei- 
chend, sehr  selten  (Pr.  Halle:  \Tiescn  bei  Burg  Liebenau,  Reideburg, 
Bischdorf — ;  Pr.  ff.  Paderborn  in  Elsen  — ;  Ol.  in  Stickgras  undllolz- 
kanip — ;    Br.  Bremen?),     .luli,   August.  —    September. 

Stark  aromatisch- (melisscnartig)  wolilricchc-iid.  Steogcl  1  —  l'/^'l'odi,  steif  aiifrfrlil. 
Blätter  oberscits  graugrün,  iintcrscits  mit  ziincliincnder  Haarliekleidiing  oft  welsslicLIilzig. 
Xbrcii  scliiiial,  kegelförmig  zulaufend,  hlütenständige  Biälter  lanzeltlicli,  Blüten  sehr  klein, 
auch    etwas    grösser    variirend  ,    Kelche    kurz.,    Kronen    lilasslila   liis    in    weiss. 

Ä.  ]?I.  sylvestris.  W^ald  •  IfKinze,  Blätter  fast  sitzend, 
länglich -lanzettförmig  oder  lanzettförmig,  sciiarf  sägezähnig,  oberscits 
zarthaarig,  unterseits  fein  graulilzig;  Ähren  walzenförmig,  dicht,  Kelche 
wollig- filzig,  Zähne  schmal  lanzett-pfriemenförmig,  späterbin  etwas  zu- 
sammenneigend. 

LiNN.  Sp.  pl.  804.  Chi.  hau.  289.  Koch  Syn.  II.  632.  De  Cand.  Prodr. 
XII.  166.  Reichenb.  PI.  crit.  t.  982.  893.  Engl.  bot.  t.  686.  M.  villosa 
Sole  Menth,  brit.  f.  1.2.     M.  gratissima  Roth  Fl.   germ.   I.  247.  II.  6. 

b.  latifolia.  nie  breitblättrige.  Blätter  länglich- eirund,  weicher 
filzig,   oberscits  grünlich,  unterseits  fein  weissfilzig. 

Chi.  han.  das.  M.  sylvestris  f.  nemorosa  De  Cand.  das.  167.  Rei- 
chenb. das.  t.  984.  M.  nemorosa  Willd.  Sp.  pl.  III.  7.5.  M.  sylvestris 
Fl.  dan.  t.  484.  M.  rotundifolia  Sole  das.  t.  4  (nicht  t.  3.  nach  Sni.  Fl.  brii. 
610  und  der  Abbild.).      IIavne  Arzueigew.  XI.  T.  34. 

c.  viridis.  Jtie  grüne.  Stengel  und  Blätter  fast  kahl  und  grün; 
Ähren  schmäler,  Quirle  locker  stehend,  Kelche  spärlich  behaart,  sel- 
tener ganz   kahl. 

Chi.  bau.  das.  M.  sylvatica  d.  glabra  Koch  das.  M.  viridis  Linn. 
Sp.  pl.  804.  De  Cand.'  das.  168.  Sole  das.  t.  5.  Engl.  bot.  t.  2424. 
Fl.  dan.  t.  1876  IIayne  Arzneigew.  XI.  t.  36.  Wenn  die  Blätter  die 
Form  der  Spielart  b.  haben:  M.  lacvigata  W^illd.  Enum.  hört,  berol. 
II.  609. 

d.  crispa.  Hie  krause.  Blätter  kahl,  blasig -runzelig,  eingeschnit- 
ten - sägezähnig. 

Chi.  hau.  das.     M.  sylvestris  f.  crispata  KoCH  das.     31.  viridis  y.  erispa 
De  Cand.  das.     M.  crispata  Schrad.  Cat.  seni.  bort.  gotl.  Willd.  Enum. 
pl.  bort,  berol.  II.  608.     Uavne  das.  T.  35.     M.  hercynica  Röhl.  Deutscbl. 
Fl.  328. 
X  ]?I.  aciiiatica-syli estris.   JTasser.Wald'Bastard' 

minze»  Blätter  gestielt,  eirund,  rauhhaarig;  Ähren  länglich-walzen- 
förmig. 

Chi.  han.  das.     M.  nepetoides  LEjEtiv.  Fl.  d.  env.  d.  Spa.  Revue  116. 
Koch  das.     M.  sylvestris  Fl.  dan.  1. 1932. 
An  Ufern,  Gräben  und  W^egen,  gern  zwischen  Gesträuch,  auf  feuch- 
tem oder  nassem  Boden,  sehr  bäufig;  b.  hier  und  da;   e.  ziemlich  selten; 
A.  selten   (erstere  Hn.  Stade    am  Eibufer,    an  W^ieseubächen   bei  Neuen- 
kirchen  im  Osnabrückschen  — ;    Pr.  IV.  Minden,   Wiedenbrück  — ;    Pr. 


mtentha.  liABlATAE.  411 

Halle:  Sümpfe  der  Elsterauc  — ;  letztere  Hii.  am  Harz  an  mehrerii  Or- 
ten, z.H.  unterhall»  Andreasberg — ;  Br.  IJlankenburg  bei  der  Marmor 
mülile — ).  Die  Bastardform  selten  und  einzeln  (Hti.  Adelebsen;  Scinu. 
an  der  Beber;   jPr.  bei  Bibra).    Juli  bis  September. —  September,  October. 

Gerucb  der  Ilatiptart  iinaDgenehra  balsaiiiiscli ,  der  Spiela.  c.  abweichend,  stärker  und  an- 
gencbiu  ,  der  Spiela,  d.  mit  dem  der  vorhergebenden  übereinkommend.  Stengel  '2  —  3'  hoch, 
ästig.  Blattforui  »om  Eirunden  bis  in's  Scbmal-lanzeltliche  »ariirend.  Bekleidung  nicht  min- 
der veränderlich.  Blüteoständige  Blätter  schmal  lineal  -  pfrieraenförmig.  Kronen  hellviolet 
oder  lila,  bisweilen  dunkler  gestreift.  —  Die  Abweichungen  der  Ahrenlorm  an  der  Spielart  c. 
haben  ihren  Grund  lediglich  im  Mangel  der  Filzbekleidung.  BüNTIIAM  in  DE  Cand.  Prodr. 
a.  a.  O.  glaubt  HI.  viridis  als  eigene  Art  von  M, sylvestris  verschieden,  weil  sie  constant  völlig 
kalilen  Stengel  und  Blätter  habe.  Dies  ist  indessen  nur  bei  der  cultivirten  Pflanze  etwa  der 
Fall,  an  der  wildwachsenden  haben  der  Stengel,  besonders  an  den  Knoten,  und  die  Aste 
meistens  Härchen,  und  auch  die  Blätter  kommen,  wie  schon  KoCH  erwähnt,  besonders  in 
den  untern  Winkeln  an  der  Mitlelrippe,  behaart  vor.  Es  würde  indessen  auch  dieser  Unter- 
schied in  der  Bekleidung  zu  der  speciCschen  Trennung  nicht  hinreichen.  M.  citrata  EllRH. 
unterscheidet  sich  auf  dieselbe  AVeisc  von  M.  aqnatica,  ohne  dass  man  deshalb  ihre  spccifi- 
sche  Trennung  in  Anspruch  nehme  —  Exemplare  der  Spielart  d.,  an  denen  nur  an  den  ober- 
sten Blättern  die  Serraturen  in  Einschnitte  überzugeben  anfangen,  sammelte  schon  EtlRUART 
bei  Andreasberg.  Dass  der  krausblättrige  Zustand,  der  bei  den  meisten  Minzen  vorkommt, 
eine  Krankheit  der  Blätter  sey,  scheint  sich  dadurch  zu  bestätigen,  dass  stets  die  normale 
Ausbildung  der  Blatiform  und  des  Blattstiels,  der  an  den  krausen  Formen  immer  kürzer 
bleibt,    dadurch  behindert   wird. 

3.     ]?I.  aquatica.     Wasser  •  Minze.      Stengel  rückwärts 

rauhhaarig;  Blatter  gestielt,  eirund,  spitz  mit  rundlicher  oder  schwach 
herzförmiger  Basis,  ungleich  sägezähnig,  beiderseits  bald  zerstreuet  bald 
dichter  kurzhaarig;  Quirle  in  den  obcrn  Blattwinkeln ,  endständige  läng- 
lich-kopfförraig  zusammengedrängt,  1 — 2,  selten  3  folgende  entfernter 
und  kugelig.  Kelche  röhrig-trichterförmig,  gerieft  und  steifhaarig,  Zähne 
gestreckt,    aus  lanzettlichcr  Basis  pfriemlich  zugespitzt. 

Chi.  han.  290.  M.  aquatica  Linn.  Sp.  pl.  805.  Koch  Syn.  II.  634. 
De  Cand.  Prodr.  XII.  170.  Sole  Menth,  brit.  t.  10.  11.  Fl.  dan.  t.  638 
(Origanum  vulgare),  t.  2057  (M.  latifolia  ;  mit  breitern  Blättern).  M.  aqua- 
tica ((.  nemorosa  De  Cand.  Prodr.  XII.  170  Wenn  die  Pflanze  stärker 
behaart  ist:  M.  hirsuta  LiNX.  Mant.  81.  Engl.  bot.  t.  447.  M.  aquatica  ß. 
hirsuta  De  Cakd.  das.  Wenn  die  Beliaarung  weicher  und  weisslicher  ist: 
M.  hirta  Willd.  Enum.  bort,  berolin.  II.  608. 

b.  citrata.  Die  citronenduj'tende.  Stengel,  meist  rundlichere  Blät- 
ter und  Kelche  kahl. 

Chi.  han.  das.  M.  citrata  Ekrh.  Beitr.  YII.  150.  Beichenb.  PI.  crit. 
X.  t.  977.     M.  odorata  Sole  das.  t.  9.     Engl.  bot.  1. 1025. 

c.  piperita.  nie  pfefferminsähnliche.  Stengel  und  eirund -läng- 
liche Blätter  weisslich,  fein  und  weichhaarig,  von  Pfefl'erminzgeruch. 

Chi.  han.  das.      M.  canesccns  Willd.  Gott.  bot.  Gart,  (aus  Samen  des 

Berl.    Gart.). 

d.  vertioillata.  Hie  gequirlte.  Quirle  sämmtlich  in  den  Blattwin- 
keln von  einander  entfernt  stehend  und  kugelig;  Stengel,  Blätter  und 
Kelche  mehr  oder  weniger  behaart. 

Chi.  han.  291.  M.  verticillata  Linn.  Herb,  (nach  Smith's  Angabe).  Mill. 
Dict.  n.  17.  BOTH  Fl.  germ.  I.  249.  II.  2.  II.  M.  sativa  Koch  Syn.  das. 
Engl.  bot.  t.  448.     M.  rivalis  Sole  das.  t.  20.     M.  acutifolia  Sm.  Transac. 

Of  Linn.  SoC.  V.  203.  Engl.  bot.  t.  2415  (Übergang  der  Hauptart  in  d.  mit  zu- 
gleich   schmälern   Blättern).        M.    palustris    ReICHENB.    das.    t.  976    (Übergang  in  die 

Hauptart).     M.  paludosu   SoLE   das.  (desgl.) M.  arvcnsis  «.  sativa  De 

Cand.  das. 

e.  rubra,      nie  rothe.      Quirle   sämmtlich  in   den  Blattachseln  von 


412  liABlATAE.  Mentha. 

einander  entfernt  stellend  und  kugelig;    rötliliclier  Stengel  höher,  ästi- 
ger,   nchst  Blättern  und  rüthliehen  Kelchen  kahl. 

Chi.  hau.  das.  M.  rulira  Sm.  das.  (nicht  Huds.  und  Fries  Smum.  %eg.  Scand. 
196.).  205.  Engl.  bot.  t.  1413.  M.  sativa  ß.  glahra  Roch  das.  —  M. 
arvensis  t)'.  ruhra  De   Cand.   das. 

f.  crispa.     Hie  krause.     Blätter  kürzer  gestielt,    runzelig  und  irre- 
gulär eingeschnitten -sägezähnig. 

Clil.  hau.  das.  De  Cand.  das.  M.  crispa  Lmx.  das.  Kngl.  hot.  Supjil. 
t.  2785.      M.  sativa  d.  f.  Kocii   das.      M.  dentata    Mönch  Meth.  3H0  (.uli 

kahlen  Blattern).       RoTH    Manual.    815    (mit  behaarten  Bl.iltern). 

An  Teichen,  Bächen,  Flüssen  vnd  in  Sümpfen,  auf  nassem  Boden, 
nebst  d.  sehr  häulig  und  oft  truppweise;  h.  und  c.  sehr  selten  (erstere 
Hn.  Königshof  am  Vorharzc;  Ol.  Stad-  und  Butjadingerland — ;  letztere 
im  Thale  hinter  Waake  hei  Göttingen  an  dem  Bache  am  Wege  nach  Eher- 
götzen); d.  ziemlich  häufig  an  grössern  Flüssen  in  sonniger  Lage;  e.  sehr 
selten  (Hn.  'V*'ietzenhruch  hei  Celle;  Pr.  fV.  Minden).  Juli  his  Septem- 
ber. — -    September,  Octoher. 

Geruch  der  Haiiptart  sowie  von  d.  und  e.  stark  gemein  oder  roh  lialsaraiseh,  alier  nicht 
selten  den  ludividuen  nach  verschieden,  von  b.  feiner  citronülartig,  Ton  r.  wie  der  der  cul- 
tivirtcn  M.  pipcrita ,  nur  schwaclicr;  von  f.  wie  der  der  Hauptart,  aber  edler.  Stengel  stark. 
1,  2  —  3'  hoch.  —  nie  Blätter  variircn  länger  und  kürzer  gestielt.  Die  Blaltl'orm  geht 
selten  in  die  elliptische  über,  indem  die  Blattbasis  Terschmälcrl  gegen  den  Blattstiel  zuläuft; 
diese  Formen  sind  besonders,  wenn  sie  bei  der  .Spielart  d.  rubra  eintreten,  von  M.  gcntilis 
kaum  zu  unterscheiden,  vielleicht  auch  in  Wahrheit  speci6sch  nicht  verschieden.  Bie  Haar- 
bckleiduog  des  Stengels  und  der  Blätter  nimmt  auf  trockenem  Boden  bis  ins  Weisslich- 
filzige  zu.  Die  tiefer  stehenden  Bliilenköpfc  sind  in  der  Regel  gestielt,  seltener  alle  fast 
sitzend.       Kronen    blass ,    selten    dunkelrosa    oder   lila   bis    in   fast   weiss. 

Bemerk.  1.  Die  von  KoctI  (Sjn.  II.  (iM.)  eingeräumten  Übergangsformen  zwischen, 
M.  aquatica  L.  und  M.  sativa.  oder  der  kopfförinigen  und  der  entfernt  quirligen  Stellung 
der  Blüten,  kommen  in  so  grosser  Menge  und  so  weit  ich  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte, 
stets  fruchtbar  vor,  wcsshalb  eine  hybride  Einwirkung  hier  schwerlich  anzunehmen  ist.  — 
Der  von  FriES  Summ.  veg.  Scand.  197.  festgehaltene  Unterschied,  wonach  seine  M.  satiia 
von  quirlständigeu  Formen  der  M.  aquatica  durch  den  Blätlerschopf  sich  kenntlich  macht,  ist 
keinesweges  haltbar.  Wenn  die  Blatientwiehelung  vorwallet,  bilden  die  obern  Quirle  sich 
weniger  aus  und  es  bleibt  ein  Blätlerschopf.  Begünstigen  die  Lmstäude  eine  frühe  und  starke 
Blülenentwickclung,  so  verkümmern  dagegen  die  Blätter  der  obern  Knoten.  Übergänge  und 
Extreme  dieser  Art  trifft  man  nahe  bei  einander  an  Individuen,  die  unzweifelhaft  derselben 
Art  angehören,  und  bei  31.  Tulegium  kann  man  die  auffallendsten  Gegensätze  dieser  Art  auf 
einer   Wurzel    linden. 

Bemerk.  2.  Wie  ein  so  trefflicher  Forscher  als  BENTIIAM  ist.  dem  MissgrilTe  un- 
terliegen konnte,  die  quirlblütigeu  Formen  der  M.  aquatica  zu  M.  arvensis  zu  bringen,  deren 
Kelchbildung  beide  auf  den  ersten  Blick  und  sicher  von  einander  unterscheiden  lässt,  würde 
unerklärlich  sevn.  fiele  nicht  die  Ursache  alsbald  in  der  beibehaltenen  Abtheihn.g  der  Minzen 
in  köpf-  und  wirtelblütige  ins  Auge.  Die  Treunung  der  bloss  ([uirlblütigcn  Formen  der 
M.  aquatica    von    den   kopfbluligen    war   hiervon    fast   nothweudige    Folge. 

Bemerk.  3.  Über  M.  sativa  I.INN.  giebt  BENTHAM,  obgleich  er  sie  im  Herbarium 
sah,  aus  eben  jenem  Grunde  keinen  genügenden  Aufscbluss.  Er  wirft  sie  mit  M.  arvensis 
L,.  und  M.  gcntilis  L.  in  seiner  eomponirten  M.  arvensis  zusammen.  Aller  Wahrscheinlich- 
keit  nach    ist   es  jedoch    unsere   31.  aqnatica    d.    verticiUata. 

4.  ]fl.  gentilis.  Mdle  Minae.  Blätter  kurz  gestielt,  ellip- 
tisch, gegen  Basis  und  Spitze  mehr  oder  weniger  verschmälert,  ungleich 
sägezähnig,  beiderseits  zerstreuet  kurzhaarig;  Quirle  sämmtlich  von  ein- 
ander entfernt  in  den  Blattwinkeln;  Kelche  röhrig-glockig,  gestreift  und 
steifhaarig,    i^ähne  gestreckt,  dcita  -  lanzettförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.805  (nach  Ausweise  zu  I.INNEs  Zeit  im  Garten  zu  Upsala  cultiviricr 
ton  EhKIIART  eingelegter  Exemplare).      Chi.  han.  292.      KOCB    Syn.  II.  635.      SOLE 


Iflentha.  liABlATAE.  413 

Menth,  brit.    t.  15  (mit  sclimhlcrn  Blättem).      Engl.   bot.    t.  449.      M.  pratensis 
Sole  das.  t.  17.     De  Cand.  Prodi-.  XII.  168. 

b     glabra.      Hie   Kahle.      Stengel,   Klätter,    Basis   der  Kelche   und 

deren   Stielehen  kahl. 

M.  gcntilis  v.  angustifolia  Chi.  han.  das.     M.  gentilis  y.  gracilis  Hoch 

das.     i>l.  gracilis  Sm.  Transact.  of  Linn.  Soe.  V.  210.     M.  gentilis  Sole 

das.  t.  L5. 
An  Bächen  und  Flussufern,    auf  feuchtem  Boden,  selten  (/?«.  Ärzen, 
zwischen  Kassebrock  und  Gesmold  im  Osnabrückschen  — ;    Pr.  ff^.  ]>Iin- 
den,  j^lünster,  W'iedenbrück — ).     .luli,  August. —    September,  October. 

Geruch  wie  Basilienni.  Der  ganzen  Bildung  nach  genau  in  <Ipr  Mitte  stehend  zwischen 
SI.  aquatica  e.  rubra  und  IVI.  arvensis ,  im  Gcs.innutansehen  dieser  am  nächsten  kommend;  von 
ersterer  zu  unterscheiden  durch  schwächer  geriellc  (gestreifte)  ,  gegen  die  Mündung  mehr  er- 
weiterte und  etwas  breitere,  weniger  lang  und  lein  zugespitzte  Kclclie;  während  M.  arvensis 
sich  unterscheidet  durch  kürzere  glockige  Kelche  und  ganz  kurze  dreieckige  (dellaförmige) 
Zähne.  Die  Gestalt  ist  schlanker,  zarter,  schnialstengeliger  als  die  sänimtlichen  Formen  von 
M.  aqualica,  die  Stengel  nicht  üher  1'  hoch,  Blätter  in  der  Foim  und  in  der  Länge  des 
Stiels  variirend.  Ührigens  triflt  man  auch  hier  sowohl  Ejemplare  an,  denen  nach  der  Spitze 
des  Stengels  zu  hald  die  Blatibildung  hald  jedoch  seltener  Blütenentwickelung  vorwaltet. 
Vergl.    M.    aquatica. 

5.  ]?I.  arvensii^*  Feld- Minze»  Blätter  gestielt,  eirund 
mit  wenig  verschmälerter  Basis,  sägezähnig,  beiderseits  mehr  oder  Aveni- 
ger  kurzhaarig;  Quirle  sämiutlicli  von  einander  entfernt  in  den  Blatt- 
winkeln, Kelche  glockig,  steifhaarig,  mit  gestreckten,  deltaförmigen,  nicht 
längern  als  breiten  Zähnen. 

Linn.  Sp.  pl.806.  Chi.  han.  293.  Koch  Syn.  Tl.  635.  Beichenb.  PI. 
crit.  X.  t.968.     Sole  Menth,  brit.  t.  12.     Engl.  bot.  t.  2119.     M.  arvensis 

*.    vulgaris    De    CanD.    Prodr.    XII.    172    (die   mehrstcn   der   nachfolgenden    Spielarten 
mit    eingesclilosseu). 

b.  subrotunda.  Die  rundlichblättrige.  Blätter  rund -eirund  mit 
gerundeter  oder  sehwach  herzförmiger  Basis,    etwas  runzelig. 

Chi.  iian.  das.  M.  arvensis  Linn.  Fl.  SUCC.  201  (nach  Ausncise  einer  Anzahl 
von    EllJJHART   zu   LlNNE's    Zelt    in    Upsala    eingelegter   Exemplare).        BeiCHENB.    das. 

t.  967.  M.  agrestis  Sole  das.  t.  14.  Engl.  bot.  t.  2120.  Beichenb.  das. 
t.  971. 

e.  glabrinsculi^  Die  Jast  kahle.  Stengel  und  eirund -lanzettför- 
mige, schwach  sägczähnige  Blätter  kaum  etwas  behaart,  Basis  der  Kel- 
che und  deren   Stielchen  kahl. 

Koch  das.  M.  arvensis  v.  lanceolata  Chi.  bau.  das.  31.  gentilis  Sm. 
Transact.  of  Linn.  Soc.  Y.  208.  Engl.  bot.  t.  2118.  M.  sativa  Sole 
das.  t.21.     M.   arvensis  C.  De  Cand.  das. 

d.  riparia.  Die  uj'erständige.  Höher;  Blätter  lang  gestielt,  grösser, 
elliptisch,  beiderseits  oder  nur  nach  der  Spitze  zu  stark  verschmälert; 
Kelchzähne  etwas  zugespitzt. 

Chi.,  han.   das.      M.  arvensis  v.  parietariaefolia    Beichenb.  Fl.  cxcurs. 

306.       PI.    crit.    X.    t.  970    (als    zunächst    angrenzende    noch    üppigere    Form). 

e.  gracilis.  Bie  schlanJce.  Stengel  meist  einfach,  schlank;  Blätter 
kleiner,  lanzettlich;   Quirle  wenigblütig,  Blüten  kleiner. 

Chi.  han.  das.  M.  acutifolia  Beichenb.  PI.  crit.  X.  t.  973.  M.  austriaca 
Jacq.  Fl.  austr.  V.  14.  t.  430. 
Auf  Äckern,  auf  feuchtem  oder  nassem  Boden,  besonders  nach  der 
Ernte,  sehr  häufig  und  oft  heerdenweise ;  b.  daselbst,  weniger  häufig; 
c.  meist  auf  überschwemmt  gewesenem  Boden,  hier  und  da;  d.  an  Lferii 
von  Flüssen  und  Bächen  auch  in  Sümpfen;  e.  hier  und  da  mit  der  Haupt- 
art.    Juli  bis  September.  —    October. 

Geruch   der   Uauptart,    b.  und    e.    widerlich    minzenaitig,    von    d.    schwächer    und   aiigeneh- 


414  liABlATAE.  Lycopus. 

mcr,  von  C.  lic-blicb  melissCDaitig.  Stengel  lialli  liegend,  ilann  ansteigenil ,  6  —  8"  Loch, 
meist  vielastig,  von  d.  bis  1 '/i'  lioeb ,  seliwaeli.  Kronen  lilein,  lila,  Slaiiligefässe  meist 
eingcsolilossen.  Die  glockigen,  kurzen,  nicht  gerieften  Kelclie  und  deren  kurz-dreieckige  Zähne 
sind  die  einzigen  mit  Sicherheit  zu  benutzenden  Kennzeichen  dieser  übrigens  dennoch  sehr 
variablen  Art.  Es  scheint  keinem  Zweifel  unterworfen,  dass  unsere  Spielart  d.  bei  manchen 
andern    Schriftstellern    als    M.   genlilis    und    als    M.  saliva    vorkommt. 

ff      Kelchschlund    durch    einen    llaarkranz     geschlossen. 

18.  JTI.  Plllegiuni.  JPolei-JMinae»  Stengel  niederliegend 
und  sehr  astig;  Blätter  eirund  elliptisch,  stumpf,  verloren  sägezäbnig; 
Quirle  sänimtlicli  von  einander  entfernt  in  den  Blattwinlieln,  Heiehe  röh- 
rig,   obere  Helchzähne  zurückgclirünimt. 

LiAN.  Sp.  pl.807.  Chi.  lian.  293.  Fl.  dan.  1. 1755.  Sole  Menth,  l.rit. 
t.23.  Engl.  bot.  t.  1026.  Pulegium  vulgare  Mill.  Uict.  INr.  1.  Koch 
Syn.  II.  636.     Havne  Arzneigew.   XI.   t.  39. 

In  Auen,  auf  Triften,  an  Ufern,  auf  sandigem  nassem  oder  über- 
scbwemnit  gewesenem  Boden,  ziemlich  häufig.  Juli,  August. —  Septem- 
ber, üctober. 

Gernch  stark  widerlich  minzenartig.  Stengel  .in  der  Basis  kriechend,  dann  ansteigend, 
'/j — 1'  hoch,  blätter-  und  blutenreich.  Kelch  i-lijijjig,  Kronen  lila,  oberer  liappen  nicht 
ausgerandet. 

€?JE  lVMR»Z.ICItMS, 

Pharntaceutisch-JIledicinisches.    Officmcll  sindvonA.2. 

die  Spielart  c.  viridis  und  d.  crispa,  von  A.  3.  die  Spielart  f.  crispa  (Ilerba 
Menthae  acutae  s.  romana  und  Menthae  erispae).  tfedoch  wird  von  ihtien 
nur  die  cultivirte  Pflanze  antjewendet.  Auch  kann  A.  7 .  (Uerba  Pulegii 
s.  Pulegii  regaiis)  benutzt  werden.  Vorwaltende  Bestandth.  sämmi- 
licher  Arten  ätherisches  Öl  und  eisenifrünender  Gerbestoff.  Anwendung 
IH  Substanz,  Pulverform,  viel  häufiger  im  Theeaiif'f/uss  als  magen-  und 
nerven  stärkendes  Mittel,    äusserlich  besonders  in  Bädern. 

OlCOnOfnischeS.  SämmtUche  Arten  mit  Ausnahme  der  A.  3.  wer- 
den gern  vom   l'iehe  gefressen. 

3.   iii:roPus.    w^oxiFSJFuss. 

LiNN.    Gen.    n.  33. 

Kelch  glockig,  47-5  -  zähiiig.  Krone  trlchlerförmigj  fast 
glelchmässig  4 -lappig,  oberer  Lappen  ausg^l•an(let.  Stauh- 
"jefasse  2,  mit  oder  ohne  Ansatz  zu  einem  zueilen  Paar.  Beu- 
eilacher  parallel,  ]\üsse  mit  einem  verdickten  knorpeligen 
Rande..  Geschl.  Syst.  II.  l._  .     .  ^       * 

Mehrjährige,  sumpfliebcnde  Kräuter  mit  tief- sägczähnigen  oder  fieder- 
spaltigen  Blättern.  Blüten  in  dichten,  blattwiulvelständigen ,  von  den 
Blättern  weit  überragten   Quirlen,    lilein  und  sitzend. 

1.  li.  europaeiis*  Gemeiner  IM^olfsfuss»  Blätter  ge- 
stielt, eirund-lanzettförmig,  grob  buchtig- sägezähnig,  untere  an  der  Ba- 
sis fast  fiederspaHig. 

LiNN.  Sp.  pl.  30.  Chi.  hau.  305.  Koch  Sjn.  II.  636.  Scuk.  Handb. 
I.  T.4.     Fl.  dan.  t.  1081.     Engl.  bot.  t.  1105. 

An  Teichen,  Gräben  und  Bächen,  auch  in  Sümpfen,  auf  nassem  Bo- 
den, bäuHg.     Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 

Stengel  aufrecht,  1 '/.,  —  3'  hoch.  Kliilter  feinha^.rig,  seltener  kahl.  Blüten  klein, 
Kelcbzipfel    stachelspitzig,     Kronen    wci^s   mit    rosa    ruiicten. 

GJEirjERBZ,ICHES, 

technisches»  Unter  Zusatz  von  Eisenvitriol  zum  Schwarzfürben 
von  JLeiuen  anwendbar. 

ÖTCOnonniSCheS.      fVird  vom   Viehe  gefressen. 


fe 


Origanuin.  I^ABIATAE.  415 

4.     ORI»A]VlJ]VI.     JOOSV. 

LlNN.    Gen.     n.    7'26. 

Kelch  eiförmig-glockig,  10  — 13-nervig,  fast  glcichmassig  5- 
zälinig.  Krone  2 -lippig,  Oberlippe  aufrecht ,  aiisgerantlets 
Unterlippe  ahstehentl,  3 -lappig.  Staiihgefässe  4,  oben  von 
einander  tretend^  Beutelfacher  getrennt  mit  zwischenliegendem 
3-eckigcm  liandc.     Gcschl.  Syst.  XIV.  1. 

Melirjalnige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Halbstautlcn  mit  ganzrandigen  oder 
gezähnten  Blättern.  Klüten  in  Aliren  mit  geseliindelten  Decl>blättern  ge- 
ordnet. 

1.    O.  vulgare.     Gemeiner  JOost.     Blätter  eirund,  spitz; 

Blütenäliren   fast  l.ugelig   in   Duldentraulien  geordnet. 

LiNN.  Sp.  pl.824.  Cbl.  han.  288.  Koch  Syn.  11.639.  Schk.  Handb. 
II.  T.  164.  Sturm  Oeutscbl.  Fl.  H.  8.  Fl.  dan.  t.  1581.  Engl.  bot.  t.  1143. 
Hayne  Arzneigew.  Till.  T.  8. 

An  Feldrainen,  Ileclsen,  "V^^aldrändern,  zwisehen  Gebüsch,  auf  troclie- 
nem  niagerm  und  steinigem  Boden,  häutig.  Juli,  August. —  September, 
October. 

Vicleliig-2- Iiäusig.  Stengel  1  —  '-'/,;'  hoch,  unten  weicLhaarig.  Blätter  oberseits  dun- 
kel, unterseits  hlassgrün,  durchscheinend,  punctirt.  PecUlatter  bald  länger  bald  kürzer  als 
die  Blüten,  nebst  dem  Stengel  meist  dunkel  rioletroth  augelaufen.  Kronen  trüb  pfirsich- 
blütfarben,  selten  weiss,  an  der  weiblichen  Blüte  kleiner  und  die  Staubgefässe  kürzer  als 
die   Hronröhre,    bei   der  männlichen    die    Staubgefässe   länger  als    diese. 

GXUJERBI,ICHES. 

PharntaceutiSCh-  JtKedicinischeS»  Kraut  mit  den  blühen- 
den Spitzen  officinell  (Herba  s.  Sununitates  Origani  vulgaris),  f'orwal- 
tende  Bestandtli.  ätherisches  (Dosten-)  Ol  und  eisenffriinender  Gerbe- 
stoff. Anivendunt/  in  ähnlichen  Fällen  wie  Quendel  und  andere  aro- 
matische Kräuter,  meist  äusserlich  im  yäuftfuss ,  zu  Bähunfjen  ,  Bädern 
U.S.W.  Beim  Landmann  als  Theesurrogat  und  als  krampf'stillendes  Mittel 
bei   f'ichlirankheiten  im  Gebrauch. 

technisches»      Das  Kraut  färbt  f Volle  braun-  und  hochroth. 

ÖTCOnomiSCheSm  Dem  Biere  kann  es  statt  des  Hopfens  zugesetzt 
iverden,  den  Speisen  als  Gewürz.  Das  Vieh  frisst  das  Kraut.  In  Gür- 
ten soll  man  damit  den  eindrang  der  Ameisen  von  den  Bäumen  abhalten 
können. 

I.INN.    Gen.    n.  727. 

Kelch  eiförmig,  10— 13-ncrvig,  2-lippig,  Oberlippe  mit  3 
kurzem,  Unterlippe  mit  2  längern  Zähnen.  Kronsanm  2-lip- 
pig,  Oberlippe  vor^estreckta  ausgerandet,  fast  flach,  Unterlippe 
3-lappig.  Staubgefässe  4,  oben  von  einander  absiebend,  Beutel- 
fächer ffctrennt  mit  zwischenlicffendem  3-eckiffem  Bande.  Gc- 
schl. Syst.  XIV.  1.  ^  * 

Niedrige  Stauden  (A.  1.)  oder  Sträuche  mit  kleinen,  ganzrandigen 
Blättern,  die  in  Grösse,  Form  und  Behaarung  bei  derselben  Art  man- 
nichfacb  abändern.  Quirle  wenigblütig,  bald  sämmtlich  gesondert,  bald 
in  Köpfe,    Trauben  oder  Ähren  geordnet.     Kronen  purpurn. 

1.  T.  Seriiylliim*  Gemeiner  Q,uendel.  Blätter  ellip- 
tisch, stumpf,  an  der  Basis  in  einen  kurzen  Itlattstiel  verschmälert,  un- 
terste oft  elliptisch -umgekehrteirund,  flach;   Blüten  kopfförmig. 

Pers.  Syn.  II.  130.  Chi.  han.  280.  Koch  Syn.  II.  640.  Fl.  dan. 
1. 1165.     Fngl.  bot.  t.  1514.     Hayne  Arzneigew.  XI.  T.  1  (die  Hauptfigur;  — 

Annäherung   an   die    Spielart   c.    Chainaedrjs). 


416  I.ABIATAE.  Thymus. 

b.  aiigustifolius.  Der  schmalblättrige.  Niederlio^ciid,  aufstro- 
Itend  -  hurzästig;  Bliitler  liiical  -  länglich  oiler  lineal,  gegen  die  ßasis 
meist  lieilloriiiig  veiscliiiiälert ;    Blüten  kopfloiniig. 

Chi.  han.  281.  Rocii  das.  Havne  das.  (Figur  links).  T.  angustifoliiis 
Pers  das.  Sturm  Deiilsehl.  Fl.  11.70.  T.  acicularis  Waldst.  et  Kit. 
PI.  rar.  Ilung.  II.  157.  t.  148.     T.  Serpillum  Linn.  Fl.  suec.  n.535  (nacli 

Ausweise    der   von    EllRHART    zu    LlNNEs    Zeit    zu    Upsala    eingelegten    Eieinplare). 

c.  Chaniaedrys.  Der  grössere.  Höher;  ansteigend  vielhengig-äslig; 
Blüten  trauhig  oder  trauhig- kopt'förinig;    Blätter  eirund -elliptisch. 

Koch  das.     T.  Chaniaedrys  Fries  IVov.  Tl.  197.     Summa  veget.  Scand. 

197.      IIaYNE    das.    (Zweig  recLts). 

d.  vertioillatus.  Der  quirlige.  Höher,  schlanker,  geradästig; 
Blüten  in  (4 — ^8)  gesonderten    Quirlen;    Blätter  eirund-elliptisch. 

Chi.  han.  das.  und  V.  SuhspicatuS  das.  (wenn  die  Quirle  sieh  zu  einer  walzi- 
gen  Ähre    zusammenseliliessen).       VaILL.    Bot.    par.    t.  XXXII.    f.  9. 

e.  niontanus.  Der  gebirg sständige.  Dickstengeliger  und  grösser- 
Itlälterig;  Blüten  ko]>rförniig;  Blätter  elliptisch  -  rundlicli  auch  fast 
kreisrund. 

V.  niacrophyllus  Chi.  han.  das.   auch  v.  alpestris  das.   (weun  ISlütenköpfe 

und    Blatter   kleiner    sind,     den    XJliergang    in    die    Hauplart    uacliweisend).       T.  niontanus 

Waldst.  et  Kit.  das.  I.  t.  71.     T.  nummularius  SIarscu.  Biererst.  Fl. 

taurico  -  cauc.  II.  58.  III. 403. 
Auf  Triften,  Heiden,  an  "V^^egen  und  "V^^aldrändern,  an  lichten  Stellen 
in  Hainen  und  Waldungen,  die  Hauptart  nchst  c.  und  d.  auf  lehmigem 
und  lehmig -humosem  Boden,  ersterc  sehr  häufig  und  meist  truppweise, 
letztere  heiden  ziemlich  selten  (//h. Eichsfeld,  z.B.  zwischen  Holzerode  und 
Kreheck,  zwischen  Ebergötzen  und  Duderstadt,  Landolfshausen — );  h.  auf 
Sand-  und  sandigem  Boden,  namentlich  auf  Heiden  sehr  häufig,  trupp- 
auch  heerdenweise;  c.  auf  steinigem  oder  felsigem  Gehirgshoden  liäufig 
(am  ganzen  Unterharz,  sehr  charakteristisch  an  der  Bosstrappe  —  weni- 
ger grosshlätterig  IIs.  Bielstein,  Meissner).  Juni  bis  September. —  Au- 
gust, September. 

Sümmtlichc  Formen  variiren  in  der  Behaarung  des  Stengels  (vcrgl.  Bemerk.)  ;  mit  an  der 
Basis  gewimpericn  und  kalilen  Blältcrn,  mit  kalilen  und  seltener  rauh-  oder  sieilliaarigen  Blät- 
tern, die  dicht  weisszoltig  behaarte  Form  (T.  lanuginosus  ScHK.  Handli.  II.  T.  1()4.)  kommt 
aher  nicht  im  Gebiete,  sondern  erst  südlicher  (zunächst  bei  Coesfeld  in  i*r.  ff^.  auch  hier 
nur  seilen)  vor;  mit  kleinern  und  doppelt  grössern  Bliiten;  mit  eingeschlossenen  und  aus  der 
Krone  rorlretcndcn  Gesebleebtstheilen ;  mit  lila -purpurnen ,  selten  weissen,  sehr  seilen  wciss- 
roth  punelirten  Kronen  (Pr. /Jf''.  f  •  BiiNNlNGIIAUSEN)  ;  mit  starkem  gemeinem  Qncndelgeruch 
und  seltener  mit  feinem  Citronengerueh.  —  Seilen  trilTt  mun  Esemplare,  an  denen  alle  Blätter 
nmgekehtteirund,    unterste   fast    kreisrund    sind    (HAYNE    das.     Zweig   unten    in    der    Milte). 

Bemerk.  Die  jungen  Triebe  sind  gedrückt  4-seitig,  wodurch  allcrnircnd  2  gegen- 
ständige breitere  und  '2  etwas  schmälere  Flächen  entstehen.  Bei  geringer  Ilaarbckleidung 
sind  diese  4  F'läehen  spärlich  mit  kurzen  Härchen  besetzt  und  zwar  die  beiden  schmalen  Flä- 
chen meistens  etwas  stärker  als  die  mit  ihnen  abwechselnden  breitern.  Die  zwischenliegenden 
4  Kanten  aber  sind  häufig  dichter  und  länger  behaart  als  die  Flächen,  welche  auch  wohl  fast 
kahl  vorkommen;  alsdann  erscheint  der  Stengel  ((uadrifariam  pubescens  (FRIES  Fl.  dan.  in 
der  Diagnose  von  T.  Chamaedrjs  t.  2237.).  Legen  sich  die  Haare  der  beiden,  die  schmä- 
lern Flächen  einschliessenden.  Kanten  fast  znsammenlliessend  auf  diese  letzteren,  so  erscheint 
der  Stengel,  besonders  an  der  getrockneten  Tflanze,  bifariam  pilosus  (FRIES  Summ.  Vcg. 
Scand.  197.  in  der  Diagnose  von  T.  Chamaedrjs).  Träfe  diese  2-  oder  4-streiOge  Sten- 
gclbehaarnng  stets  mit  den  übrigen,  dieser  vermcinilicben  Art  beigelegten,  Charakteren: 
quirlig -kopfförmigem  Blütenstande  und  eirunden  Blättern  (wogegen  T.  Serpyllum  umgekehrt- 
eirunde  haben  soll  (FR.  a.  letzt.  Ort))  zusammen,  so  würde  man  wohl  T.  Chaniaedrys  als  eigene 
Art  ansehen  dürfen.  Dies  ist  nun  aber  gar  nicht  der  Fall.  Man  trifft  Exemplare  der  Form, 
welche    Fries   T.  ChamaedrTS   nennt,    so  wie  von  der  ihr  nahe  stehenden  Form  d.  verticillatug, 


Sntureja.  T^ABIATAE.  417 

die  elienfalls  liüufig  caiileiu  4-fAriani  pilostini  liat,  mit  überall  gleicbmässig  fein  bcliaartrin 
aiicb  mit  kaLlem  Stengel  .111.  l'nd  niclit  inintler  kommt  die  Haiiptart  sowobl,  als  auch  die 
Spielart  b.  angustifoliiis ,  nelcbe  beide  am  bäiiiigsten  allerdings  gltiobmlisslg  feinliaarig  er- 
scheinen, besonders  dessfaalb,  weil  die  Stengel  kürzer  und  weniger  üppig  ausgebildet  sind, 
mit   sehr  bestimmt   2-    und   4-linig  behaarten  Stengeln   ^or. 

GM  1VMMtBZ.ICItm8, 

Pharmaceutisch.JtKedicinisches»    Das  Kraut  mit  den  Bin 

ten  of'ficinell  (llerhn  Seipilli).  Vor  waltende  Bes  tandth.  ätherisches 
(Quendel-)  Öl,  Gerbesto/f'  und  bitterer  Extructivstoff'.  Anwendtinfj, 
als  sehweisstreibendes ,  nervenstärkendes ,  auflösendes  Mittel,  in  Sub- 
stanz, zu  Species,  zum  Überschlaif ,  KräuterUissen ,  im  Auf'tfuss  mit  an- 
dern aromatischen  Kräutern  zu  Bädern  und  Bähunf/en.  Innerlich  wird 
er  selten  angewendet.  Präparate  sind  ausser  dem  ätherischen  Öl  Spiri- 
tus Serpilli.  Beim  Landmann  ist  der  in  Bier  zerquetschte  Samen  eine 
Thierarznei ,  auch  wird  das  Kraut  zu  einem  stärkenden    Thee  benutzt. 

ÖTCOnontiSCIieSt  Die  dtronenduftende  Spielart  dient  als  Gewürz 
an  Speisen.  Schafe  und  Ziegen  fressen  das  Kraut  und  die  Bienen  be- 
suchen die  Blüten  vorzutfsweise  gern. 

6.     ^»ATIJREjrA.    SA.VUnME* 

I.INN.    Gen.    n.  707. 

Kelch  glockiffj  10-ncrvig,  5 -zähnig.  Krqnsaum  2-lipnig, 
0])erlippc  gerade, ausgeraiitlef,  Unterlippe  gleieliniässig  3-lap- 
pig.  Staubgefässe  4^  von  einander  entfernt,  unter  der  Oberlippe 
zusaninienneigend.     Gesehl.  Syst.  XIV.  1. 

Einjährige  Kräuter  oder  Stauden  (A.  1.)  mit  kleinen  ganzrandigeu 
lllüttern.  Quirle  doldentraubig;  Menigblütig  mit  kurzen  Deeliblättern, 
auch  ohne  solche,    oder  kopfförmig-mehrhlütig  mit  Deckblättern. 

'1.    S>.  liorteii8is*     Garten -Satur ei.    Blätter  lineal-lan- 

zettlich,  spitz;    Quirle  meist  5 -blutig. 

LiNN.  Sp.  pl.795.  Koch  Sjn.  11.642.  Schk.  Ilandb.  IT.  T.  156.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.5.     Hayne  Arzneigew.  VI.  T.9. 

Auf  Garteiiländereien,  im  süd- ■westlichen  Theile  des  Gebiets  auch  auf 
Feldern,  hier  und  da  verwildert  (Pr.  fV.  auf  Ackern  am  Sparenberge 
und  an  der  Nordseite    der  Brackweder- Berge).     Juli,    August.  —    Sept. 

Stengel  krautig,  büsehelig,  6  —  8"  hoch.  Blätter  schmäler  als  an  der  folgenden  Art  und 
ohne  Stacbelspilze,  an  der  Basis  stärker  als  jene  gewinipert.  Blüten  fielehig -t2- häusig. 
Kronen   blasslila    mit   purpurnen    Puncten    am    ScI.lunde. 

'9.    $».  moiitaiia*    Berg-Saturei*    Blätter  lanzettlich,  in 

die  Basis  verschmälert,  obere  stachelspitzig;  Quirle  lilattwinkelständig, 
meist  3 -blutig. 

LiNN.  Sp.  pl.  794.  Koch  Sjn.  II.  642.  Schk.  Handb.  II.  T.  156.  Sibth. 
Fl.  graec.  VI.  t.  543. 

An  Mauern,  sehr  selten  verwildert  (Pr.  fV.  am  Gemäuer  des  Sparen- 
bergs  bei  Bielefeld).     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  büsehelig,  6  —  8"  hoch,  scbärflicb  -  flaumig.  Blätter  dicklich,  steif,  am  Rande 
und  Mittelnerv  flaumig,  dunkelgrün,  glänzend,  beiderseits  drüsig- punctirt.  Blüten  kurz  ge- 
stielt, Krone  blassräthlich,  Unterlippe  am  Schlünde  purpurn  puRClirt,  Röhre  doppelt  so  laug 
als    die  Unterlippe. 

ge:iver»x.ichx:s. 

PharmaceutiSch-llKedicinischeS*  Das  Kraut  mit  den  Blü- 
ten von  A.l.  officinell  (Herba  Saturcjae).  Vorwaltende  Be s  tundth. 
ätherisches  Öl  und  eisengrünender  Gerbestoff.  Einwendung  nur  noch 
äusserlich  zu  Bädern.  Präparate  sind  Oleum,  Aqua  und  Tiuctura  Sa- 
turejae. 


418  I.4BIATAE.  Calaniintha. 

OleonontiSCheS,  '>*<•  IlltUhi  vo»  .t.  I.  ein  viclijclnaurliles  de 
würz   (III   Sjicisfu. 

ItKNni.    in    I>E    C.AIVI).     Pro<lr.     Ml.    'i'Jf). 

Kelcli  röhrl^,  Di-iicrvig,  2-lii»[)ig,  ^Olierlippe  meist  absle- 
hcnd,  niil  3,  Uiilerlippo  iiiil  i  Zähnen.  Hronsiniui  2-llj)pig,  Ohei- 
lippe  Jiufreehf,  ganz  oder  ausgerandct.  Stauhgelasse  4,  anstei- 
gend, mit  den  Spitzen  paarweise  zusammenneigcnd.    iNüsse  eben. 

Ein-  (A.l.)  oder  inelirjiihrige  (A.2.)  Kräuter  ocIim- Stauden  mit  ganz- 
randigcn  oder  gcxülinten  Blällern.  Blutenstellung  nurbrartig.  Kronen 
purpurn,   weissliih  oder  gell>. 

1.    C  Acinos.    Weld.Bergminze.    Bläiier  elliptisch,  spitz, 

entfernt  siigezälmig,  Mütenständige  laiiger  als  die  Blüten;  (Quirle  (i-l)lütig, 
Zähne  des  Fruchthelchs  zusammenneigcnd  und  den  Schlund  last  schliessend. 

Clairv.  in  Gau».  Fl.  helv.  IV.  84.  Benth.  in  De  Cand.  Prodr.  XII. 
23().  Chi.  hau.  282.  Kocii  Syn.  11.  643.  Thymus  Acinos  Linn.  Sp.  pl. 
826.     ScHK.  Ilandh.  II.  T.  164.     Engl.  bot.  t.  411. 

Aul"  Triften,  Heiden,  zwischen  Gebüsch  und  an  Waldrändern,  auf 
hügeligem,  trockenem,  kalkstcinigcm  oder  sandigem  Boden ,  ziemlich  häu- 
fig.    Juni  bis  August.  —    August,   September. 

Geruch  unangenehm  scharf.  Stengel  bis  1'  hoch,  ästig,  anf  2  Selten  «lichter  flaumig 
hehaart,  selten  liahl.  Blatter  un^  Bliiten<|nirlc  leiterartig  gestellt.  Kelch  am  Grunde  höclicrig. 
Kronen    rulhlichhlau ,     selten    weiss. 

!3.    C.  Clinopodiiini.    Borstenhlütige  Bergminxe» 

Blätter  eirund,  stumpf,  seidit  sägezähnig.  (Quirle  kugelig,  vielblütig, 
von  pfriemlich -borstenförmigcu  Deckblättern  eingehüllt. 

Benth.  in  De  Cand.  Prodr.  XII.  233.  Clinopodium  vulgare  Linn.  Sp. 
pl.82l.  Chi.  hau.  283.  Koch  Syn.  II.  644.  Schk.  Ilandb.  II.  T.  Ift^. 
Fl.  dan.  t.930.     Engl.  bot.   t.  1401. 

An  Vk'egen,  Hecken,  in  Hainen  und  in  Waldungen,  auf  magcrni  oder 
steinigem  Boden,   häufig.     Juli,  August. —    September. 

Stengel  V/^  —  'i'  hoch,  ansteigend,  zottig.  Blätter  kurz  gestielt,  mit  ahgeruudeter  Basis, 
ohcrseits  zarthaarig.  Kelche  nchst  den  elieu  so  laugen  Deehblallern  zottig  rauhhaarig.  Kro- 
nen   hell|inriiurn. 

LlWN.    Gen.    n.  709. 

Kelch  röhrig,  15 -nervig,  gleichmässig  5-z;ihnig.  Krone  2- 
lippif?,  Oberlippe  aulVochl,  flach,  tief  ansgerandel,  Unterlippe 
abslehend,  3-lappig,  mitllerer  Lappen  gespalten.  Stauhgelasse 
4,  oben  von  einander  weichend,  Beutelfächer  ausgespieizt 
Gesehl.  Syst.  XIV.  1. 

Ständig."^  Blätter  sitzend,  am  Bande  umgcroUt.  Blüten  in  ährcnför- 
niig  geuäiicrteu   Quirlen. 

1.    H.  oflleiiiali».    Arzneilicher  Msop»     Blätter  liueal; 

Quirle  einseilwendig. 

Linn.  Sp.  pl.796.  Chi.  hau.  288.  Kocu  Syn.  II.  645.  Schk.  Haudb. 
II.  T.  156.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.3.  Jaco.  Fl.  austr.  III.  T.  254.  IIayne 
Arzneigew.  \  I.  T.  18. 

An  Buinen,  Mauern  und  zwischen  Steingeröllc,  in  sonniger  warmer 
L.ige,  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  hier  und  da 
verwildert  und  fast  eingebürgert  (//ii.  Alte  Burg  Salzderhelden,  Buhle 
hinter  ISordheim  — ;  Hs.  am  Fürstensteine,  Isopsberg  bei  Jestädt,  Stadt- 
mauern von  Ilinteln  — ;  Pr.  Naumburg  am  Pfortcnlterge  im  Stcingerölle, 
Stadtmauern  von  Halle).     Juni  bis  August.  —    September. 


§alvia.  liABlATAE.  419 

Bitter -gewürzliaft.  Stengel  1 — 2'  liocL ,  4- kantig,  Blätter  ins  Kreuz  gestellt,  UM, 
iliiul>elgrüii.      Kronen   kornbliimcnlilau ,    selten   fleischfarben    oder   weiss. 

GM  vrjERBl^I  CHES, 

JPhartnaceutisch'  Jtteaicinische*,     Das  Kraut  offidnell 

(Herba  Hyssopi).  Vorwaltende  Be standth.  ätherisches  Ol  und  eiseti- 
grüttender  Gerbestoff'.  Anwendttng  im  Axtfguss  als  Thee ,  als  nerven- 
stärkendes, auflösendes,  schiveiss-  und  tirintreibendes  Mittel,  besonders 
bei  schleimigen  Brustbeschwerden;  äusserlich  zu  Umschlägen.  Präparat 
ist  nur  noch  Aqua  Hyssopi, 

8.  Gruppe.     MONARDE  AE.      IttONARU  MN  GHWrÄCMSE. 

StauLgefässe  2,  gerade  oder  ansteigend.  Beutelfäelier  länglich -lincal, 
einzeln  oder  durch  ein  fadenförmiges  Band  von  einander  getrennt. 

9.     lSAIi¥IA.     SAXiBXM, 

LiKN.    Gen.    n.  39. 

Kelch  2-Hppig.  Krone  racheuförmig.  Band  der  Sfaiibbeutel 
fadenföruiiff  anstelffcnd  und  an  der  Spitze  einen  einfacberiffen 
Beutel  tragend.    Gescbl.  Syst.  II.  1.     ^  ^ 

Zwei-  (A.  4.)  oder  mehrjährige  Kräuter  (Art.  1 — 3.)  oder  Sträuche, 
von  mannichfachem  und  abweichendem  Gesammtansehen.  Blätter  ganz, 
eingeschnitten,   geschlitzt  oder  fiederspaltig.     Blüten  quirlig -ährig. 

Kronrölire    innen    mit    Haar-    oder   W  i  in  j)  e  r  n  r  i  n  g. 

1.     S.   verticillata.     Q,uirl -Salbei,     Blätter  herz- delta- 

förniig,  seicht  ausgeschweift -gezähnt,  untere  mit  geörten  Blattstielen; 
Quirle  gesondert  15 — 20 -blutig,    fast  kugelig. 

LiNN.  Sp.  pl.  37.  Chi.  han.  306.  Koch  Svn.  11.  639.  Clus.  Hist. 
Lib.  IV.  29.  f.  3. 

An  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  sonnigem  trockenem  Boden,  als  Flücht- 
ling aus  Gärten,  selten  und  kaum  der  Flor  angehörig  (Hn.  Ilerrenhausen 
bei  Hannover  —  Osterberg  bei  Hildesheim).  Juni  bis  September.  — 
September,  October. 

Stengel     1  —  '2'    Locli,     nebst    den    Blättern    schwach     steii'haarig.        Bliitenqnirle    6 10. 

Kelche  nebst  den  Stielchen  rauhhaarig,  Kronen  fast  doppelt  so  lang  als  der  Kelch,  scliiual, 
aussen    zartbaarig,    innen   mit   einem    in   Wimpern    zerfetzten    Ringe,    kornblumenblau. 

Kronröhre   ohne   Innern    Ring. 

«.  S.  pratensis.  WtesenSalbei»  Blätter  herzförmig-läng- 
lich, unregelmässig  doppelkerbig  runzelig,  unten  weichhaarig;  Quirle 
gesondert,  6-blütig,  Deckblätter  und  Kelche  klebrig-behaart,  Kronröhre 
viel  kürzer  als  die  Oberlippe. 

LiNN.  Sp.  pl.35.  Chi.  han.  306.  Koch  Syn.  II.  638.  Engl.  bot.  t.  153. 
Havne  Arzneigew.  VI.  T.  2. 

Auf  V^'iesen.  an  V^'^egen  und  Hügeln,  auf  trockenem  besonders  gern 
kalksteinigem  Boden,  ziemlich  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Geruch  roh- aromalisrb.  Stengel  1 — 2'  hoch.  Unterste  Bl:ittcr  lang-  mittlere  knrz- 
gestiell,  oberste  sitzend,  bisweilen  an  der  Rasis  lappig- eingeschnitten.  «)bere  Kelchlippc 
kurz  3-z;ihuig,  untere  gespalten  -  2  -  zahnig.  Kronen  kornblumenblau,  seltener  weiss  oder 
scheckig  (S.  variegata  M'ALI.nsT.  et  KiT.  in  WiLDEN.  Enum.  hört,  bcrol.  I.  .36.),  sehr 
selten   fleischfarben. 

3.  S.  SyHeStris*  WaldSalbei,  Blätter  herzförmig-läng- 
lich, einfachkerbig,  unterseits  nebst  den  Kelchen  grau  zarthaarig;  Quirle 
kaum  gesondert,  meist  6 -blutig,  mit  gefärbten  Deckblättern;  Kronröhre 
so  lang  oder  länger  als  die  Oberlippe. 


420  I.ABIATAE.  Nepet«. 

LiNN  S|>.  |)l.34.  Chi.  hau.  30.5.  Koch  Syii.  II.  637.  Reichenk.  PI. 
crit.  VI.  t.h'27.  Jac«j.  Fl.  jiiislr.  III.  t.  212.  S.  neiiiorosa  Linn.  das.  35- 
Hkichenh.  «las.  1.520. 

An  Wc^eii,  Feltli'aiiifii ,  iinlM-liaiietcn  Oi'tcn,  aiil'  inagi'rni  saiiiligcin 
Itodt-ii,  die  IXoid-  und  iXordwcstpjrrnzc  der  Gesaninitveihreitung  am  Hai/.c 
erreichend,  stellenweise  (Pr.  Halle:  zwisehen  Langenhogcn  und  llolls- 
dorf ,  zwischen  den  I)üniel<en  und  V^'^ansleben  ,  Ihiterricsdorf  unweit  Eis- 
ichcn,  an  der  Hüneburg,  unweit  Gerbstedt  an  den  Seelöchern  bei  Zaben- 
stedt.  Aderstcdt  unweit  Bernburg,  im  Harsleber  Felde,  Steinholz  bei 
Quedlinburg,  Aschersleben — ;  .Se/iiw.  am  Riffhäuser,  Sondersbausen — ; 
Un.  Stempeda  im  Ilobnsteinseben).     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  l — 2'  hoch.  Blätter  stiiiiipl'Iich  (S.  ncmorosa)  und  spitz  variirend ,  liisivcileii 
auch  kerbig- sägeziihnig,  iiiiteie  gesliell,  ohere  sitzencl.  Blüten  halb  so  gross  als  an  A.  'i, 
Stanbfädcn    kürzer    als    die    kombliimenblanen    Kronen. 

4.     S.  Aethlopis.     Ungarsche  Salbei,    Blatter  eirund 

oder  länglich,  ausgeuagt- Kerbig,  buchtig  oder  lappig,  sebr  runzelig  und 
nebst  Stengel  und  Kelcben  weisswoUig,  Quirle  4,  6  —  8-blütig  mit  herz- 
förmig-kreisrunden in  einen  Dorn  ausgebenden   Decbl»lättern. 

LiNN.  Sp.  pl.39.  Chi.  bau.  306.  Koch  Sjn.  II.  637.  Jaco.  Fl.  austr. 
IIT.  t.  211. 

Auf  dem  trockenen,  lieraseten  und  sonnigen  Boden  eines  Basaltfel- 
sens, unmittelbar  an  verfallenen  Ruinen  (//.v.  Bielstein  unweit  Albungen), 
nur  verwildert,  in  neuerer  Zeit  sich  verlierend  und  der  Flor  kaum  an- 
gebörig.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  1  —  l'/j'  '"Jeh.  Wiirzclständige  Blätter  rosettenartig  .im  Boden  liegend  nnd 
gestielt,  mit  berzförraiger  Basis.  Blüten  gross,  Kelch  in  Wolle  eingehüllt,  trichterartig 
erweitert,  stark  gerieft,  die  Zähne  in  dornartige  Grannen  endigend,  Kronen  xreiss,  Kron- 
röbre   kürzer   als    der   Kelch. 

Pharntaceutisch' medicinisches,    A.  1.  ist  beim  Land- 

mann  im  maffenstiirkeudrn  Tlieenu/'ijuss  noch  im  Gebrauch  und  ntisser- 
lieh  zu   Hadern   zu   empfehlen. 

JOechnischeSm  >/.  /.  zum  Schwarzbraun  färben ,  auch  als  Gerhe- 
millrj  zu   benutzen. 

ÖTeonontiSCheSt  Das  Rindvieh  frisst  die  Art.  2.  und  3.  nur  im 
Nolhfall,   die  Art.  1.  u.  4.  rjar  nicht. 

3.   Gruppe.      NEPETEAE.      KATXMX miJV X:m:]V. 
GJEVrÄCXSJE, 

Staubgcfiisse  4,  hintere  oder  obere  (nicht  wie  in  den  übrigen  Gruppen 
die  vordem)  länger. 

lO.     ]«EPJETA.     KJLTXM]¥MM]¥XK, 

MNW.    Gen.    n.  710. 

Kelch  i-olirig,  meist  gekriimnit^  5-z:iliiilg.  Kronsaum  2-lippig, 
Oberlippe  gerade,  aiisfferaiuiet  oder  gespalten,  Unterlippe  ab- 
stehend, S-lappig,  mittlerer  Lappen  sehr  gross,  hohl  und  ge- 
zähnelt.  Stauhffefässe  ansteigend,  Beutellachcr  seradlinig  ge- 
spreizt.   Geschl  Syst.  XIV.  1.* 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  nianuichfach.  Blüten  au  den  Enden 
des  Stengels  und  der  Zweige  in  dichten  äbrenartigen   Quirlen. 

1.  IV.  Catarla.  Gemeine  Matsenminse*  Blätter  läng- 
lich-eirund mit  herzförmiger  Basis,  tief  kerbig -gesägt,  unterseits  grau- 
filzig;  Nüsse  glatt  und  kahl. 

LiN\.  Sp.  pl.796.  Chi.  hau.  299.  Koch  Syn.  11.646.  Schk.  Handb. 
II.  T.  157.    Fl.  dan.  t.580.    Engl.  bot.  1. 137.    Ha\ne  Arzneigew.  IV.  T.  8. 


Draoooeiihuluni.  E.ABIATAE.  421 

In  tler  IXälie  von  Dörfern  an  Wegen,  IIceKcn,  M.iuern  und  Schutt, 
aucli  an  llulnen,    auf  magerm  steinigem  Boden,    liäuiig  eingeJjürgert. 

Beslaubt-fihlg  und  stark  geHÜizliall  ilftiicnd.  Slciigcl  1 '/^  —  "J 1/,/  liucli ,  Blällcr  gc 
slicll,  ctivas  iHiiicIlg,  obciscils  mallgiiiii.  ISlülen  in  gcsticllcii,  i  icll.luligen  Uoldcutiäub 
cLcu.        HelclizaLne     pfiienilicli  -  liorstcnl'oimig.        Kronen    «cisslicL,     Lnterli|i|iL-     lütli    pnnetirt. 

9*     ]V.  €*teclioiita.     Gundermanns  -  Matxenminase» 

Blätter  nlcrenrund,  obere  mit  liei'zförmiger  Basis,  groh  gel>erljt,  beider- 
seits grün;  Nüsse  liahl. 

Beath.  Lal».  485.  in  DeCand.  Prodr.  XII.  391.  Glechonia  liederaeea  Likn. 
Sp.  pl.  807.  Chi.  ban.  299.  liocu  Syn.  11.647.  Schk.  Handb.  II.  T.  159, 
Sturm  Deutscbl.  Fl.  U.S.     Engl.  I)ot.  t.  853.     IIayne  Arzneigew.  II.  T.  8. 

An  Hecken,  Mauern,  auf  Kulturländern  und  hi  Waldungen,  auf  schat- 
tigem humushaltigcm  Boden  sehr  häufig.    April  bis  Sept. —  Juli  bis  October. 

Slcngel   bis   2'    lang.       Quirle    U- blutig,     Kelch   i{  -  (ach    fciirzci    als    die    Kroniübre. 

11.    lIRAeOeEPHAliUI?!.     nUA^CMMNKOJPW, 

I.llVlV.    Gen.    n.  729. 

Kcicli  rohrlg,  2-lippiga  5-zähiiig.  Kronrölire  in  einen  h.tu- 
ehigen  Schlund  erweilert,  Saum  2-lippig,  Oberlippe  gewölbl, 
ausgerandet,  Unterlij)pe  3-lappig,  mittlerer  Lappen  gespalten. 
SlauJigefässe  paarweise  unter  der  Oberlippe,  oben  vorv^ärls 
gekrümmt^  Beutelfaclier  geradlinig  gespreizt.     G.  Syst.  XIV.  1. 

Mehrjährige  (A.  1.)  selten  staudige  Kräuter.  Blätter  verschiedenartig. 
Blüten  in  blattwinlielständigen  oder  zu  einer  endständigen  Ähre  vereinig- 
ten  Quirlen.      Dechblätter  oft  J)lattartig,    grannig-gezälint. 

'  1.    n.  Riiyscliiaiia.    Schtvedischer  JDrachenleopf. 

Blätter  lineal  -  lanzettförmig,  ganzrandig,  stumpf;  Blätenälivc  endständig. 

Link.  Sp.  pl.  830.     Kocu  Syn.  II.  647.     Fl.  dan.  1. 121. 

In  Waldungen,  auf  magerm  steinigem  Boden,  die  IHord- W^estgrenze 
der  Gesammtverbreitung  am  östlichen  Saum  des  Gebiets  erreichend,  sehr 
selten  (nur  An.  bei  Oranienltaum  im  IXichrim  und  am  Ellerborn  nach 
Kaguhr  zu).     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  1  —  1  l/j'  hoch,  kahl,  gegen  die  Spitze  meist  Oanmig.  Hlallel  an,  Uandc  un.ge- 
lollt,  lebhaft  giüii,  unteiseils  blassei    und  eingestochen  -  pnuctirt.     Kiune  liülclblan,    nannibaaiig. 

4.  Gruppe.     STACH VOEAE.     XIMSTGEIVÄ CHSM. 

Staubgcfässe  4,  unter  der,  meistens  hohlen,  Oberlippe  ansteigciul 
Nüsse  glatt  oder  gekörnelt,    von  der  Basis  an  gesondert  und  aufrecht. 

1».     PRU^ETiliA.     BMWTNMMjEim. 

LlNN.    Gen.    n.  735. 

Kelch  röhrig-fflockig,  2-lippig',  5-_zähnig.  Krone  2-lippiff, 
Oberlippe  gekielt  helriiförmig,  Unterlippe  herabhängend,  seit- 
liehe Lappen  abvvärls  gebogen,  mittlerer  hohl.  Beutcll'ächer 
gradlinig  gespreizt.    Geschl.  Syst.  XIV.  1. 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  ganz,  zerschlitzt  oder  fiederspaltig 
Blütenquirle  traubig- ährig,  endständig.     Decljblätter  kreisrund,  Iilattartig. 

1.    P.  viil^^arls.    Genteine  Brunelle»    Zähne  der  Kelch 

Oberlippe  gestutzt,  kurz  gespitzt  und  stachelspitzig,  der  Unterlippe  ei- 
rund-lanzettlich mit  Stachelspitze,  Kronoberlippe  kahl,  längere  Staub- 
fäden an  der  Spitze    mit  dornförmigem  Zahn.  * 

LiNN.  Sp.  pl.837.  Chi.  hau.  279.  Koch  Syn.  II.  6-59.  Schk.  Oandb. 
II.  T.  168.    Fl.  dan.  t.  910.    Engl.  bot.  t.961.    Hayne  Arzneigew.  VI.  T.  10. 

Auf  Wiesen,  Triften,  in  Ilainen  und  Waldungen,  auf  Boden  jeder 
Art,    allgemein  verbreitet.     Juli  Itis  August.  —    August,  September. 

Wurzel   kriechend.       Stengel    ansteigend,    6  —  9"   hoch.       I$I»II<m    gestielt   mit   lerslreuelen 


422  liABlATAE.  Scutellaria. 

iiorstliclicii  U.i.iiii'ii  licsclzt,    wie    au  lUii  Art. 'i.  ii.  ii.   l.'inglioliciriiiid  ,    gaiizraiitllg  nilcr  verloren 
huclitig- siigCiuLoig.       ltlütcni|uirlc    in    einen    eirunden    Kopf   lerciuigt.       Kronen    »iolct. 

9»    P«  graiidiflora.    Grosshlütige  JBrunelle»    Zulmc 


derKcIciiobeilippc  brcit-ciruiid,  zugcsi)itzt-l)cgiannt,  <ler  Liitcilippc  lan- 
zetllicli,  graiincnartig  zugespitzt,  schwacli  ge>viiii])crt.  liroiiobcrlippc  bc- 
baai't,  längere  Staubgeiasse  an  der  Spitze  mit  einem  Ilöcber  verseilen. 


Jaco.  Fl.  austr.  IV.  40.  t.  377.  Chi.  ban.  280.  Kocu  Syn.  II.  660. 
SCHK.  Ilandb.  II.  t.  168.     P.  vulgaris  ß.  grandUlora  Linn.   Sp.  pl.  837. 

Auf  Wiesen  und  Triften,  auf  troekeneni  Jjcsonders  balbsteinbaltigem 
Boden,  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung  mit  der  nördliclien  Grenze 
des  Gebiets  erreichend,  im  südlichen  und  mittlem  Gebi(;t  liäufig,  im 
nördlichen  zerstreuet  und  selten  {Hl.  bei  Kiel  einmal  gefunden;  il/A".  INeu- 
strclitz  bei  der  Prelanber  Ziegelei,  Reniplin  — ;  Hu.  llildesheim:  Hül- 
fersberg  bei  Ileisede,  Rronsberg  bei  Hannover,  als  nördlichstes  Vorkom- 
men in  IIa.).     Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Von  A.  1.  ausserdem  durch  meislens  niedrigem  Stengel  und  fast  3  -  faeli  grossere  Blüten 
»erseliieden.       Variirt    «ic    die    vorige    mit    «eissen    Kronen. 

'3>  P.  alba.  W^eisse  Brunelle»  Zähne  der  Kelchobcrlippc 
breit-eirund,  zugespitzt  begrannt,  <ler  l  nterlippc  lanzelt- pfriemenförmig 
stachelig -liammartig-gcwlmpert;  Staubfäden  an  der  Spitze  mit  vorwärts 
gebogenem  Zahn. 

Pall.  inM.IiiEBERST.Fl.  taurico-cauc.II.67.  Koch  Syn.  1.660.  Reichenb. 

PI.  crit.   III.    f.  393.       Jaco.   Fl.  austr.    IV.    t.378    (Wide  di'c  ßederspallige  Spielart). 

Auf  Gcbirgstriften  des  Harzes,  auf  magerm  Roden  (nur  Br.  Catten- 
stcdter  Trift  bei  Blankcnburg;  Pr.  am  Iloppelnbcrgc).     Juni. —   August. 

Weichbeliaart.  licIcL  lang  und  sclinial.  Krone  gclblicLivciss ,  grosser  als  an  A.  1.  und 
kleiner  als  an  A.2. —    INurdie  fiederspalligc  Varietät  (P.  laciniata  I.IIVIV.  Sp.  pl.837.)  l>ommt»or. 

13.     SCVTEIiliARIA.     S  CUEMjUKUJLW, 

I.INIV.    Gen.     n.  734. 

Kelch  glockig,  S-lippig,  Lippen  ganz,  ol»ere  mit  einem 
scluippenförmigen,  hohlen^,  hei  <ler  Fniehlreife  ahfallenden  An- 
salze. Krone  2-Iip]>is,  OJierlipjJC  höh],  3-laj)pig,  Unterlippe 
ungetheill.  Stanhf^elasse  an  tler  Spitze  vomärls  gekrümmt. 
IJeutelfächer  geradlinig  gespreizt.     Geschl.  Syst.  XIV.  1. 

Ein-  oder  mehrjährige  (Art.  1 — 3.)  Kräuter,  selten  Sträuche,  mit 
ganzen,  selten  eingeschnitten -liederspaltigen  Rlältern.  Rlülen  bald  blatt- 
-winkclständig,   bald  ährig- traubig,   mit  farbigen  Decbblättern. 

1.    üi.  galericulata.    Gemeines  SchildJcraut^    Rläiter 

länglich -lanzettförmig  mit  schwach  herzlörmiger  Rasis,  entfernt  stumpf- 
kerbig -gesägt ;  Rlüten  blattwinl.elständig,  cinseilweudig,  Kronröhrc  an 
der  Rasis  winkelig   aufwärts  gekrümmt. 

LiNN.  Sp.  pl.835.  Chi.  hau.  283.  Koch  Syn.  II.  659.  Schk.  Ilandb. 
II.  T.167.    Fl.  dan.  t.  637.    Engl.  bot.  t.  523.    Hayne  Arzneigew.  III.  T.36. 

An  Gräben,  Teichufern  und  Flüssen,  auch  auf  Wiesen,  auf  nassem 
oder  sumpfigem  Roden,    häufig. 

Stengel  bis  1'/.^'  hoch,  sch-irfhantig,  an  den  Kanten  ahnärts  gerichtet  stcifliaarig  oder 
Isahl.       Kronschlund    fast    geschlossen,     Kronen    liellhlan .     Unterlippe    oft    mit    hiauen    Tunclcn. 

18*     S.   Iiastifolia.     ^piesthlüttriges    SchildJcraut, 

Blätter  länglich -lanzettförmig,  an  der  gestutzten  oder  schwacli  herzför- 
migen Rasis  beiderseits  durch  1 — 2  Zähne  etwas  spicssförmig;  Rlüten 
endtraubig,    cinseitwendig,    Kronröhre  an  der  Rasis  aufwärts  gekrümmt. 

LiNN.  Sp.  pl.  836.     Chi.  hau.  284.    Koch  Syn.  II.  659.    Fl.  dan.  1. 1822. 

An  Grälicn,  Flussufern  und  auf  V^'iesen,  auf  nassem  oder  feuchtem 
Roden,  ziemlich  selten  (Pr.  Ilalle:  Kl.  Libcnau  bis  Kl.  I>ölzig,  3Icrsc- 
burg,   zwischen  der  Steinklippe  und  Mcmlcben;    bei  Ilecklingen   unweit 


melittis.  IiABIATA£.  423 

Stasslurt,  Dessau  an  den  Espen  hei  llordorf — ;  Ol.  im  Neiiendorl'erholze 
vor  Bockliorn,  bei  Varel  — ;  //>«.  Herrnbof  an  dci-  Ell>e,  zwischen  Bar- 
forde  und  Hohnstori'  nach  Artlenhurg  zu,  bei  Verden  — ;  Hb.  bei  Scblecms 
an  der  Rille,  Bergedorf  — ;  ßr.  Stadt  Bremen;  HL  hier  häufiger:  Lauen- 
burg, Horst,  Tesperhude,  Beseuhorst,  Gestbacht— ;  iW/>.  hei  Dömitz  an 
der  Elbe  und  an  der  Eide,  Boitzenburg  — ).  Juli  bis  September.  — 
September,  October. 

Siengel  1'  hoch,  aufwärts  fein  hehaart  oder  kahl.  Ulatlei  kleiner,  Blüten  beträchtlich 
grösser  als  an  der  vorigen  Art  und  mit  stark  erweitertem  Schlünde.  Kelche  drüsig  -  weich- 
haarig,    Kronen   violet. 

3.  S.  minor.  Kleines  SchildJeraut*  Blätter  länglich- 
lanzettförmig,  durch  1 — 2  stumpfe  Zähne  an  der  gestutzten  oder  schwach 
herzförmigen  Basis  etwas  spiessförmig;  Blüten  blattwinkelständig,  ein- 
seitwendig,  Rronrölire  gerade  an   der  Basis  etwas   bauchig. 

LiNN.  Sp.  pl.83.5.  Chi.  hau.  284.  Kocu  Sjn.  II.  659.  Engl.  bot.  t.  524. 
CuRT.  Fl.  londinens.  IV.  t.  43. 

Auf  Wiesen,  an  Gräben,  auf  moorigem  Boden,  selten  {Pr.  fV.  Me- 
debach,  Schermbeck,  Dortmund  auf  dem  Höchsten,  Tecklenburg  am 
Fusswege  nach  Brochterbeck  zwischen  den  Felsen  — ;  Hn.  Bentheini, 
Osnabrück  am  Hüggel,  Lingen  auf  der  Kuhweide  in  der  Bauerschaft 
Laxten,  Hühnerfeld  bei  Hedcmünden,  daselbst  am  Sandborn,  im  Erlen- 
bruchc,  im  i>lündenerwalde  unweit  des  Binderstalls — ;  Ol.  Neuenbur- 
gerholz  nach  Neuenburg  zu,  auch  nach  Bockliorn  zu,  in  Oberlethe,  bei 
Bahde  im  Kirchspiel  Dötlingen  — ;  Br.  Stadt  Bremen;  HL).  Juli,  Au- 
gust. —    September,  October. 

Stengel  von  4 — 10"  hoch,  zart.  Gesammtansehen  und  Blatthildung  der  A.  2.  Blüten 
aher  kaum  ein  Vierthoil  so  gross,  Kelch  kurzhaarig  ohne  Priisen,  Kronen  hellröthlich ,  innen 
mit   purpurner    Zeichnung. 

technisches*  Das  Kraut  von  A.  1.  hat  man  zum  Schwarz  färben 
antjewandt. 

0Te anomisches»  Das  Vieh  scheint  sümmtUche  Arten  im  frischen 
Zustande  zu  verschmähen. 

14.    ]?IEliITTIJÜ.    BMMNmNS^tTG. 

LilNN.    Gen.   n.  731. 

Kelch  weitglockig,  lappig — 2-lippig.  Krone  2-Iippig,_  Ohcr- 
lippe  vorgestreckt^  fast  flach,  Unterlippe  grösser,  3-lappig, mitt- 
lerer Lappen  umgekehrteirund,  flach.  Staabbeutel  paarweise  an 
einander  liegend,  nach  dem  Aufreissen  gespreizt  und  kreuz- 
weise zusammengestellt,     lieschl.  Syst.  XIV.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  ganzen  Blättern  und  in  gesonderten  Quirlen 
stehenden  grossen  Blüten. 

'1.    ]?I.  ITIellNisopIiyllum.     MeMssen^lcittriger  Bie- 

nensnug»  Blätter  eirund- länglich,  untere  herzförmig  eirund;  Quirle 
2 — 6 -blutig. 

LiNN.  Sp.  pl.  832.  Koch  Syn.  II.  648.  Schk.  HandL.  II.  T.  166.  Bei- 
CHENB.Pl.  crit.  Ill  t.241.  Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  26.  Engl.  bot.  VI.  t.  577. 
M.  grandiflora  Reicuenb.  Fl.  sax.  205. 

In  Laubholzwäldern,  auf  humosem  Boden,  die  ISordgrenze  des  Vor- 
kommens in  D<;utscliland  an  der  Asse  in  Br.  erreichen«!,  sehr  selten  {Pr. 
Halle  im  Mittelholze  und  in  der  Abatissina  bei  Ritten;  An.1;  Br.  am 
südlichen  Abhänge  der  Asse,  am  Münekeberge  bei  Gr.  Denkte).  Mai, 
Juni.  —    August. 

Stengel  1  —  2'  hoch,  aufrecht,  einfach,  r.nihhaarig.  IlUlter  kerbig- sägczähnig.  Blulen 
meistens    zu    1  —  3  im  Quirle,    gross,    gestielt,    Krone  «oi^s  oder  gelhlicbweiss  mit  purpurnen 


424  I.ABIATAE.  Mnrrubium. 

weiss    gesaiirateii   ^littcllappcn    der   Unterlippe.       >'ariirt    mit    tiefer    gespaltener,    "i-ziiliniger 
KcleLobcrlippe    (M.  grai.iliflora    Engl.    bot.    t.  636.      REICHEIVB.    Tl.    erit.    III.    "ii.».). 

Bemerls.  REICHENBACII  a.  erstgen.  O.  ändert  den  Gatdingscliaralitcr ,  veranlasst 
dureb  SchKUHR's  Abbildung,  dabin  ab,  dass  beide  Fäcber  der  obcrii  lientel  übereinander, 
die  der  nnlern  nebeneinander  stehen  sollen.  ScilK.  erläutert  aber  iin  Texte  diese  Ab\rei- 
cbung,  indem  er  die  Siclliing  Ifrenzweisc  angielrt  und  liinzufiigt,  dass  k.  (die  Fächer  neben- 
einander  darstellend)    ein    noch   geschlossenes    Staubgel'äss   sey. 


Sitlei-itis  moiltanu  von  LEYSSER  in  Fl.  hal.  ed.  I.  107.  ed.  II.  141.  sp.ater  >oii 
SPRE^'GEL  das.  Ed.  I.  170.  auch  von  KoCH  Sjn.  II.  6.'j6.  und  >on  llElCIIENB.  Fl.  sax. 
■204.  als  Ilallesehe  Püanze  aulgefiihrt.  ist  nach  GarCKE  Fl.  v.  Halle  368.  seit  1806  ver- 
geblich   dort    gesucht    worden.       Sie    gehört   demnach   dem    Gebiete    nicht   an. 

IVicht  minder  ist  Sidcrilis  hcrcyilia,  nach  einem  von  mir  nicht  gesammelten,  nn- 
volist.Hudigen  Exemplare,  zur  Veranlassung  weiterer  Nachforschung  am  angegebenen  Standorte 
(Rosstrappe)  in  Chi.  han.  287.  eingetragen,  bislang  nicht  wieder  angetron'eu  w  orden.  Die  ScilRA- 
DER  und  mir  vorgelegten  Bruchstücke,  von  denen  jener  in  einem  die  Pflanze  begleilcnden  Rillet 
sagt;  diese  Sideritis  sey  weder  S.  hyssopifolia  noch  S.  scordioides,  auch  sey  ihm  eine  andere 
verwandte  rflanzenart  nicht  bekannt,  ähneln  einer  gänzlich  kahlen  Stacbys  recta  mit  nieder- 
gestrecktem vielästigem  Stengel,  aufrechten  Zweigen,  schmal  linealen,  2'"  breiten  Blättern 
und  an  de«  Zvvcigenden  kopffürmig  zusammengedrängten  Blüten ,  die  möglichcnveise  durch 
Einwirkung   von    Insectenstich   nicht    zu    normaler   Eutwickclung    gekommen    sind. 

15.     ITIARRUBIUIfl.     A^NJ^OMJV. 

LiNN.    Gen.    n.  721. 

Kelch  rührig,  5  —  10-zähiiig.  Kronsaiim  2 -lippig,  Oher- 
lippe  aufrecht,  ganz  oder  kurz  ges2)aUen,  Unterlippe  3-lappig. 
Stauhgefassc  in  der  Kronröhre  eingeschlossen,  IJeutelfächer  ge- 
spreizt.   Nüsse  an  der  Spitze  stumpf.     Geschl.  Syst.  XIV.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  runzeligen  Blättern;  hlütenständige  <Hc  Blü- 
ten überragend.  (Quirle  hlattwinkelstäudig ,  viel-  selten  wenigblütig. 
Kronen  unserer  Arten  -weiss. 

'1.    ]?I.  peregrinunt»    fremder  Andorn,    Stengel  sper- 

rig-viclästig;  Stengelhlätter  elliptisch -lanzettlieh  in  den  Blattstiel  ver- 
schmälert, graufilzig;  Quirle  wcnigblütig,  Kelchzähne  5,  aufrecht,  lan- 
zett-pfriemenförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  815.  Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  160.  31.  peregrinum  ß.  an- 
gustifolium  Koch  Syn.  IF.  656.  M.  creticum  Spr.  Fl.  hal.  t.  VI.  f.  2. 
Beichenb.  PI.  crit.  IIT.  t.  288. 

INur  auf  dem  Kirchhofe  Lei  Erdehorn  in  der  llalle'schen  Flor,  durch 
Zufall  verwildert.     Juli,  August.  — •    September. 

Stengel  '/.^  —  2'  hoch,  unten  wollig,  ohen  nebst  den  Kelchen  und  Deckblättern  dicht 
graufilzig.  Blätter  kurz  gestielt,  von  der  Mitte  an  entfernt  flach  und  stumpf  gesägt,  oherstc 
meist  gansrandig,  nur  die  der  \^'^urzel  zunächst  stehenden,  zur  Blütezeit  verschwundenen, 
2  —  3-fach  breiter,  eirund  und  stumpf.  Quirle  beiderseits  3  —  .5 -blutig,  2  der  Kronunter- 
lippc  entsprechende  Kelchzähue  fast  doppelt  länger  als  die  3  übrigen.  Kronen  doppelt  so 
lang  als  der  Kelch,  beiderseits  schwach  weichhaarig.  Samen  an  der  Spitze  wcisslicb- kurz- 
haarig. 

M.  pannonicum  L.  (M.  peregrinum  V.  latiiolium  KoCH  das.  M.  paniculatum  REl- 
CIIENB.  das.  t.  300.)  durch  nicht  fast  rechtwinkelig  abstehende,  sondern  unter  40"  anstei- 
gende Zweige,  3-fach  breitere,  eirund- längliche  oder  längliche,  wollig- filzige  Blätter  und 
10  Kelchzäbne,  von  denen  .5  abwechselnd  kürzer  sind,  verschieden,  wurde  bisher  bei  Halle 
an  demselben  Standort  wie  -M.  peregrinum  angegeben.  Der  Verf.  der  neuesten,  das  Gepräge 
sorgsamer  und  zuverlässiger  Untersuchungen  tragenden,  Fl.  v.  Halle,  Dr.  A.  GaKCKE,  bemerkt 
indessen,     dass    er   das    Vorkommen    dieser   I'Hanze   bei    Erdeborn    nicht   behaupten    könne. 

Ä.   ]?I.  vulgare*    Gemeiner  Andorn»    Stengel  aus  ästiger 

Basis   einfach.     Blätter  eirund,    oder  herzförmig -rundlich,    mit  kurz  in 


Betonioa.  liABIATAE.  425 

den  Blattstiel  versclimälerter  Basis,  unterseits  weissfilzig;  Quirle  viel- 
blütig,  Kelclizühiie  10,  mit  kalilcii  an  der  Spitze  liakig- zurückgerollten 
Enden. 

LiNN.  Sp.  pl.816.  Chi.  han.  305.  Kocu  Syn.  H.  657.  Schk.  Handl.. 
II.  T.  162.    Fl.  dan.  t.  136.    Engl.  bot.  t.  410.    Hayne  Arzneigew.  II.  T.  40. 

Auf  Triften,  an\^'^egcn,  Mauern  und  Schutt,  auf  trockenem  magerm 
Boden,  ziemlich  häufig. 

Gescliinack  balsamisch -bitter.  Stengel  aus  vielköpfigem  ästigem  Stock  parallel  aufrecht, 
1 '/j  —  2'  hoch,  weisslich- wollig.  Blätter  runzelig,  oberseils  bald  grün,  bald  grau,  unter- 
seits grubignetzartig- geädert,  ungleieli  grobkcrhig- sägezähnig.  Quirle  fast  kugelig,  20  — 
25 -blutig.      Kronen  klein. 

GEWJERBX,ICirE:&. 

JPharmaceutisch-JVedicinisches,     Das  Kraut  von  ^.'4. 

officinell  (Hcrlia  Marruhii  allji  s.  Prasii).  f'or waltende  Bestandtli. 
aromatisch- ätheriscliölifjc  Tlieile  und  bitterer  Extrnctivstoff?  Anwen- 
dung im  Auf'ffuss  oder  Abkochuntf  als  gelindes  Reizmittel  besonders  in 
Brustkrankheiten ,  auch  zur  Magenstürkunij.  Als  Präparat  hat  man  Ex- 
tractiim  Marruhii. 

ÖTCOnomiSCheS.     Das   Vieh  frisst  beide  Arten  nicht. 

16.     BETOafICA.     BMVOJVMJE. 

LiNN.    Gen.    n.  718. 

Kelch  rö^hrig- glockig  mit  5  gleichen  aufrechten  hegrannten 
Zähnen.  Kronröhre  walzenförmig,  Saum  2- lippig,  Oberlippe 
hohl,  ganz  oder  ausgerandet,  Unterlippe  hängend,  3-lappig, 
mittlerer  Lappen  grösser,  stumpf.  IJeutelfäeher  parallel  oder  ge- 
spreizt. ]\üsse  au  der  Spitze  gerundet- stumpf.  Gesehl.  Svst. 
XIV.  0:       . 

Mehrjährige,  aufrechte  Rriiuter.  Untere  und  mittlere  Blätter  lang 
gestielt,  herzförmig,  grob  regelmässig  gekerbt.  Quirle  vielblütig,  dicht, 
in  Endähren  zusammengedrängt  oder  wenig  von   einander  entfernt. 

1*  B.  officinalii«.  jA.r«neiliche  JBetonie»  Blätter  ei- 
rund oder  eirund -länglich,  kurz  rauhliaarig;  Ähre  länglich- walzenför- 
mig, an  der  Basis  unterbrochen,  Kelche  ohne  Adernetz,  steifhaarig. 

LiNN.  Fl.suec.  201.  Schk.  Handb.  II.  T.  160.  Fl.  dan.  t.  726.  IIa\ne 
Arzneigew.  IV.  T.  10.  B.  ofücinalis  v.  hirta  Chi.  han.  304.  Koch  Syn. 
II.  655.  B.  hirta  Lkyss.  Fl.  hal.  109.  Beichenb.  PI.  crit.  YIII.  t.  711. 
B.  stricta  Ait.  Hort.  kew.  ed.  2.  III.  396.  Ueichenb.  das.  T.  712  (in  üppi- 
gerer Ausbildung). 

b.  glabrata.     Ute  Jcahle.     Stengel  und  glänzende  Kelche  fast  kahl. 
Koch  das.      B.  officinalis  Linn.  Sp.    pl.  810.      Chi.  han.  das.      Engl, 
bot.  t.  1142.     Reicheisb.  das.  T.  710. 

Auf  Waldwiesen,  Triften,  Heiden  und  zwisclien  Gebüsch,  auf  fri- 
schem etwas  humushaltigcm  Boden,  sehr  häufig;  b.  nur  im  südlichsten 
Theil  des  Gebiets,  auf  torfhaltigen  Wiesen,  sehr  selten  {Pr.  Halle:  bei 
Kl.  Dölzig,    am  Bienitz).     Juni  bis  August.  — ■    September. 

Stengel  einfach,  straff  aufrecht,  bis  'i^/i'  hoch.  Blätter  entfernt  stehend,  bald  mehr 
bald  weniger  behaart.  Quirle  dicht,  weisslich  behaart,  Kelchzähne  kurz  begranut,  Kronen 
hcllpurpiirn,  selten  weiss,  aussen  zarthaarig. —  Quirle  an  b.  lockerer,  grünlich,  bald  mehr 
bald   weniger  glänzend,    Kelche  länger  begranut. 

«?JE  wmr»t.icb:jes. 

Pharinaceutisch-Medicinisehes»    fVurzel  und  Kraut  hier 

und  da  noch  officinell  (Badix  et  herba  Betonicae).  Vorwaltende  Be- 
standth.  kratzender  bitterer  Extractivstoff'  und  eisenrirüneniler  Gerbe- 
stoff?     Anwendung    der    fVurzel    in    Substanz    als   Brechmittel ,     der 


426       ,  E.ABIATAE.  Stachy». 

Itlnllcr  im  ^lufffuss.     Ausser  beim  Lundmann  als    Thierariuei  weniij   im 
(icbrtiuc/t. 

ißTconomiscHeS t  In  Euglnnd  sollen  die  jxuujen  liläller  als  (ie- 
müse  t/enossen  werden.     Pferde  und  Jiühe  fressen  frisch  die  Pflanze  nicht. 

1».     STACHYS.     ZIXST. 

LlNN.    Gen.    n.  719. 

Kelch  röhvig-gloehig,  5-  oder  10-iiervig,  5-zäLiiig.  Kron- 
röhre walzenförmig,  Saum  2-lij)pig,  Oherli|)j>e  hohl,  Unterlippe 
3-lappig,  mittlerer  Lappen  umgekehrleiruiul  oder  unigekehrl- 
herzlorniig.  Shiuhgelasse  unler  der  Oherlipj»e  einander  genä- 
hert, nach  dem  Verstäuhen  weehsehveudig  gedrehet  und  aus- 
wärts gekrümmt.  Beutelfächer  geradlinig  gespreizt.  JNüsse 
stumpfT    Gesehl.  Syst.  XIV.  1. 

Ein-  (Art.  5.  7.),  2"-  (A.  I.)  oder  m.liijäliiigc  (Art.  2—4.6.)  starkrie- 
clieiulc  Rruuler  oder  Stauden.  IJiälter  ganz.  (Quirle  2 — vielblütig,  mei- 
stens in  endstJindige  Trauhen  geordnet. 

f     QuirIcreicL  blutig.      Deck  h  latter    hall,  so  lang  oder  so   lang  als   der  KelcL. 

1.  1^.  geriliailica*  üeutttcher  Xiest.  Stengel  und  eirund- 
lierzturinige  oder  lanzettförmige  Blätter,  wollig  -  weissfilzig,  gekertit; 
Helclizälme  l>reit  lauzettlormig  zugespitzt  mit  Stachelspitze. 

LiNN.  Sp.  pl.812.  etil.  ban.  299.  Koch  Syn.  11.  652.  Schk.  Ilandh. 
11.  T.  15.  Sturm  Deutscht.  Fl.  11.  83.  Reichenb.  PI.  crit.  X.  t.950.  Jaco. 
Fl.  austr.  IV.  t.  319.     Fl.  dan.  t.  684.     Engl.  l>ot.  t.  319. 

An  Zäunen,  Hecken,  Wegen,  Ackerräudern,  Erdfallen,  auf  sonni- 
gem, magerm  und  steinigem  Boden,  zerstreuet  doch  ziemlich  häutig.  Juni 
bis  August.  —    August,  Septeml)er. 

Stengel    3  —  4'   lioeli.       Blätter   gestielt,    Kronen    klein,    licllpurjmrrotL. 

Ä.  S.  alpilia.  Gebirgs-Xiiest,  Stengel  rauhhaarig,  nach 
olicn  mit  eingemengten  Drüsentiaaren ;  Blätter  eirund -herzförmig,  kerl>ig 
gesägt,  beiderseits  schwach  grautilzig;  Kelchzälme  eirund  mit  Stacliet- 
spitze. 

LiKN.Sp.  pt.812.  Chi.  hau.  300.  Koch  Syn.  11.  652.  Sturm  Deutscht. 
Fi.  H.  5f . 

In  licliteu  Bergwaldungen,  auf  trockenem  magerm  Boden,  im  mittlem 
Tlieile  des  Gebiets  als  IVordgrenze  der  Gesammtverlireilung,  selten  (lln. 
liildesheim  am  llainbergc  zwischen  Sitlium  und  Selildc  an  der  rechten 
Seite  der  Schaftrift,  Schwöl)ber  unweit  Uametn,  Göttingen:  zwischen 
Deppotdchausen  und  der  Plesse,  zwischen  Ptesse  und  ()l)erbittingshausen, 
Hessendrcisch  nach  llolzerodc  zu,  Waake  — ;  Ils.  Cassel  am  Bauns- 
berge,  lletmcrs,  Struth,  Asbach  — ;  Pr.  ff.  südlich  von  Bielefeld  zwi- 
schen Dresstendorf  und  Breitscheid),    «luli,  August. —  Septeint>er,  October. 

Stengel  '2  —  3'  hocli ,  stark,  unten  kurz,  oben  länger  «ollig  -  baarig.  Blattstielbascii 
doppelt  stärker  behaart.  Helchzähnc  bald  stiiinpflich  bald  gesj.itit  zulaufend  ,  mit  lang  vor- 
tretenden   Stachelspilzen.       Kronen   trüb    violetroth. 

ff       Quirle    2  —  6-,     selten    10-blütig.       Deckblätter    sehr    klein. 
*      Kronen    rotli. 

3.  S.  «ylvatlca.  JiTald-Xiest,  Stengel  rauhliaarig,  oben 
ästig  und  drüsenhaarig;  Blatter  lang  gestielt,  herzförmig- eirund,  zuge- 
spitzt, kerbig-gesägt  und  rauhhaarig;  Quirle  6-btütig,  Ketchzähne  pfriem- 
lich mit  Stachetspitze,    Kronrötire  länger  als  der  Kelch. 

LmN.  Sp.  pl.811.  Cht.  han.  ;«X).  Koch  Syn.  II.  «553.  Schk.  llandb. 
II.  T.  161.  Fl.  dan.  t.  1102.  Engl.  bot.  t.  416.  11ay.\e  Arzneigew.  IV. 
T.  11. 


Staohys.  liABlATAE.  427 

In  Wäldern,  Hainen,  znisclicn  Gebüsch  und  an  Hecken,  auf  schatti- 
gem leuchten»  oder  nassem  Boden,  sehr  häufig.  Juni  bis  August. —  Au- 
gust, Se]»teml>er. 

Stark  widrig  riccli(.-ii<l.  Wurzel  iinlerirtlisclic  gleickilickc  Ausläufer  treibend.  Blätter 
schnärzlicbgrün,  blüteiistänJigc  deckblatläbnlicb,  scbmal  und  kaum  länger  als  die  Quirle. 
Kronen    scbmutzig- purpurn ,    Cntcriippc    mit    blulrotbcn    Puncten. 

1«  S.  palustris.  Sumpf -Xiest»  Stengel  abwärts  gerichtet 
kurz  steil'haarig;  lllutter  liurz  gestielt,  gieichbreit-lanzettl'örniig  mit  herz- 
förmiger Basis,  spitz,  kerbig-gesägt  und  weichhaarig,  obere  sitzend  haib- 
stengelumfassend;  Kelchzähuc  pfriemlich  mit  Stachelspitze,  Kronröhre 
länger  als  der  Reich. 

LiNN.  Sp.  pl.811.  Chi.  han.  300.  Koch  Syn.  II.  &53.  Schk.  Ilandb. 
II.  T.161.     Fl.   dan.  t.  1103.     Engl.  bot.  t.  Ififrj. 

X  S.  syl%atica. palustris.     Wald. Sump f  . Bastard- 

siest»    Blatter  langer  gestielt,  länglich-lanzettförmig;  Kronen  schmä- 
ler, dunkler  gefärbt. 

S.  palustri-sylvatica  Schied,  de  plant,  hybrid.  43.     S.  palustris  y.  hy- 
brida   De  Cand.  Prodr.  XII.  470.      S.  ambigua    Sm.  Engl.  bot.   t.  2089 

(der  S.  palustris  näber  siebend).     KoCH  das.      Fl.  dan.    t.  1877.      StURM  Dcutschl. 
Fl.    11.84.       ReICHENB.    PI.    Crit.    III.    t.  222    (der    S.   sjhatiea    näbcr    stellend). 

An  Gräben,  Flussufern,  auf  Äckern  und  Gartenländereien,  auf  nas- 
sem oder  sumpfigem  Boden,  häufig;  die  Bastardbildung  selten  und  stets 
einzeln  (diese  Lb.  Tesperhude;  Mk.  Rostock  am  Pfeifenteich;  Pr.  Stass- 
furt:   Halle:   am  Sebenschenbusche;  Pr.  IV.   Dortmund). 

Wurzel  tief  eindringend  und  unterirdisebe ,  an  der  Spitze  keulenförmig  verdickte  Aus- 
läufer treibend.  Stengel  1 '/j  —  2'  bocb,  steif  aufreckt,  eiufacb.  Kronen  rosenrotb;  karmiu- 
rotb    geneckt. 

5.  $i.  ar%'ensiS.  Veld-Itiest*  Stengel  wagcrecht,  steifhaa- 
rig; Blätter  gestielt;  gekerbt,  rundlich- eirund  mit  herzförmiger  Basis, 
bliitenständige  länglich -eirund;  Quirle  6 -blutig,  Reichzähne  lanzettför- 
mig mit  Stachelspitze,  Kronröhre  kürzer  als  der  Reich. 

LiKN.  Sp.  pl.814.  Chi.  han.  302.  Roch  Syn.  II.  653.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.84.  Reichenb.  Pl.crit.  X.  t.967.  Fl.  dan.  t.  .587.  Engl.  bot.  t.  1154. 
b.  gtricta.  Jier  steif  stengelige .  Stengel  aufrecht,  einfach,  Blätter 
länger  gestielt,   oval  mit  herzförmiger  Basis. 

Auf  Äckern  und  Gartenländereien,  auf  Lehm-  und  Sandboden,  häufig 
eingebürgert.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  -i" — 1'  liocb,  meist  aus  liegender  Basis  ansteigend  und  unten  ästig.  Blätter 
zerstreuet  bebaart.  Kelcbziilinc  bald  mebr  bald  weniger  zugespitzt,  Kronen  klein,  wcisslieb, 
blassroib  angelaufen  mit  purpurnen  Puneten  auf  dem  miitlern  Zipfel  der  Unterlippe.  —  Die 
Spielart  ausserdem  durcb  den  langen,  scblaukeu  Habitus,  sebmälere  Kelcbe  und  Kronen  aus- 
gezeiclmct. 

■■      Kronen    blassgelb. 

fi».  N.  recta.  Straffstengeliger  Kiest»  Stengel  rauh- 
haarig, ästig;  Blätter  gestielt,  länglich -lanzettförmig  oder  schmal  lan- 
zettförmig, untere  stumpf,  mittlere  scharf  gesägt,  oberste  blütenständige 
ganzrandig  und  stachelspitzig;  Quirle  6 — 10 -blutig,  Rclchzähne  lanzett- 
förmig mit  kahler  Stachelspitze,    Rronröhre  länger  als  der  Reich. 

LiNN.  Mant.  82.  Chi.  han.  301.  Rocu  Syn.  II.  654.  Schk.  Handb. 
II.  jr.l61.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  84.  Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.359.  IIa^ne 
Arzneigew.  IV.  t.  12. 

Zwischen  Gebüsch,  an  V^'^ald-,  Acker-  und  W^cgrändern,  auf  magcrm 
meist  kalksteinigcm  Boden,  die  IXordgrenzc  der  Gesammtvcrbrcitung  (//ii. 
bei  Vietze  im  Lüneburgschcn)  erreichend,  ziemlich  häufig.  Juni  bis  Au- 
gust. —    September. 

Wurzel   liolzig,    vielküpfig.      Stengel   ansteigend   oder   aufrecht,    1  —  -'  Iiocb,    anfänglicb 


428  '    I^ABIATAE.  »nlcoiiMiM. 

ciufacli,  siiälci-  viulastig,  Blatter  in  ilcr  Itreilc  variiieiiil,  gegoii  ilic  Basis  TCrscIiiualcrt,  kurz, 
sticlig,  ulicrsle  sitzend,  bald  zcrslreiut  behaart  buhl  kahl.  Trauben  iaiig ,  Kelclie  gedrängt, 
last  sitzend,  der  Zahubreite  nach  inriirend.  Hionen  lang,  gelblieli  -  weiss  mit  blutrulheu 
runcten    aul    der    Scheibe    der    l"nterli|i|)C. 

9.  IS*  ailliua.  tTähriger  Xiest,  Stengel  ästig,  nach  ölten 
^veichllaa^ig,  Blattei-  gestielt,  oval,  länglich  oder  laiizetttörmig,  untere 
stumpf,  obeie  scharf  gcsiigt,  oberste  hlütenständigc  ganzrandig  und  sta- 
chelspitzig; Quirle  4 — ö-hlütig,  Helchzähne  lanzettförmig  mit  fast  bis  an 
das  Knde  weichhaariger  Stachelspitzc,  lironröhre  länger  als  der  Kelch. 

LiNN.  Sp.  pl.813.  Chi.  bau.  301.  Kocu  Syn.  11.  6Ö3.  Schk.  Uandb. 
11.  T.  1(51.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  84.  Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.  3ö0.  Engl, 
bot.  Siippl.  2()G9. 

Auf  Aeeliern  und  au  Aclierraincn,  auf  sonnigem  magerin  meist  balk- 
battigem  Boden,  die  ]\ordgrenzc  der  Gesammtverbreitung  (ein  seltenes 
\  orbomineu  in  England  abgerechnet)  erreichend,  häufig  einge)>iirgert. 
Juli  bis  September. 

Stengel  '/.j — 1'  lang,  viclbcugig- ästig.  Inlere  und  mitllcie  Uiallcr  b.ibl ,  obere  «eich- 
haarig.  Quirle  loehcr.  Kronen  gross  und  lang  >orlretend,  oeheigelb  mit  rolhcu  Punetcn  aul 
der  l  iiterlippc ,    ohne    inneren    Ilaarring. 

Pharmaceutisch-  JtletlicinUches»     lirmtt  von  ./.  6.  (nls 

llerba  Sideritidis)  luittm  noch  officincll,  und  meist  nur  für  den  Land- 
mann in  den  ^ipotkekcn  unf'bcivahrt.  Im  Haustjcbraneh  wird  sie  zu  Bä- 
dern anf/cwendet. 

technisches»  Blatter  von  A.  2.  zum  Gelbfarben  anwendbar,  die 
Stenfjcl  wie  Itanf  fjcröslet,  (/eben  eine  ff  olle,  die  zu  einem  weissen 
Garn  fjesponnen  werden  liunn. 

Ökonomisches.  flUrzeU  der  Art.  4.  5.  sind  im  ff'intcr  oder 
Frühjahr  aus  der  Erde  yenommen  wie  Spartjcl  zubereitet ,  auch  als  Mehl 
zu  Brot  verbacken,  essbar.  Die  Art  1.2.4 — -7.  f'risst  das  f'ieh  ifern, 
A.3.,  utenn  nicht  Hunf/er  dazu  zwinift,  nur  im  tietrockncten  Zustande. 
Art.  4.  5.  sind  in  Gärten,  der  tief  eindringenden  ff'urzeln  wetjen,  schwer 
zu  vertilijende   Unkräuter. 

IS.     QAIiEOPISIS.     MMOUIiXAMX^, 

LlIVN.    Gen.    n.  717. 

Kelch  rolirig- glockig,  5-zäliiug.  Kronsaiiin  2-li|)i)jgj  Oher- 
lippe  kappeiiforuiig^  riilerlippe  li-lappig,  an  der  IJasis  beider- 
seits mit  eiiieoi  von  unten  hoiil  eingedrückten  Hocker.  Deutel- 
lacher quer  2-klappig  aufreissend.     Gesclil.  Sysl.  XIV.  1. 

Einjährige,  sperrig- ästige  Kräuter.  Blätter  ganz.  Quirle  gesondert, 
mehr-  oder  vielblütig,  Kronen  purpurn  oder  hellgelb,  auch  bunt  aus  bei- 
den  Farben. 

I.    G.  ocliroleiica.    Idichtgelher  JMohlaahn»    Stengel 

rückwärts  weich  behaart,  ohne  Anschwellung  unter  den  Gelenlibnoten; 
Blätter  eirund  oder  eirund -lanzettlich,  siigez.ihnig;  Kclcbzähnc  ein  Drit- 
theil der  Kronlängc  nicht  erreichend.     Oberlippe  eingeschnitten  gezähnt. 

Lam.  Dict.  11.  900.  Chl.han.29rj.  Koch  Sjn.  11.  (551.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.(52.  Beicmenb.  PI.  crit.  1.  t.  46.  G.  villosa  Uuds.  Fl.  angl.  256. 
Engl.  bot.  t.  2353. 

Auf  Aclieru,  auf  sandigem  und  sandig-lehujigem  Boden,  im  westlichen 
und  nördlichen  Thcile  des  Gebiets  häufig  (Pr. /f.  j  OL;  Iln.  westlicher 
Theil  bis  Hannover,  Celle,  Hb.;  Mk.),  im  süil  -  östlichen  Theile  {Pr.  am 
1.1.  Fallsteinc,  Bohrsheim,  Halle:  bei  INauml>urg  am  Specbtsar,  zwischen 
Schönburg  und  Wetau  — ;  fis.  zwischen  Duderode  und  l  engstcrodc  — ) 
selten  eingebürgert.     Juli,  August.  —    September. 


Galeopsis  I.ABIATAE.  429 

GesammtanseliCD  der  folgenden  Art,  aber  weiclierLaaiig,  Blätlcr  breiter,  tiefer  sägezälinig. 
Kelche  raiilier,  KelclizäLne  weniger  zugespitzt  nncl  liürzer  (gellilicbneiss)  begrannt,  Krone 
durch  verlängerte  Rölirc  um  '/j  grösser,  meistens  blass  schwefelgelb.  —  A'ariirt  jedoch  sei 
ten  mit  Kronen,  deren  Farbe  tbeilweise  oder  ganz  in  blasspurpurn  übergeht  (G.  grandiQora 
ScilK.    Bandb.    II.    T.   lÜO.). 

9.    O.  liadaiiiiiii*    jM.cTeer-tIohlzahn,    Stengel  rüd^wärts 

zaaitliaarig,  ohne  Aiiscliwellung  unter  den  Gelcnkknoten;  Blätter  eiruncl- 
lanzcttlich,  lanzettlich  oder  lineal -lanzettlich,  entfernt  und  schwach  sägc- 
zähnig  oder  ganzrandig;  Kelchzähne  die  Hälfte  der  Kronlänge  nicht  er- 
reichend, Oberlippe  schwach  gezähnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.810.  G.  Ladanum  auch  v.  angustifolia  Chl.han.  294.295. 
G.  Ladanum  (c.  latifolia  und  ()'.  angustifolia   Koch    Sjn.   II.  650.       Schk. 

llandb.  II.  T.  160.  Engl.  bot.  t.  884  (beide  die  breitblättrige  Form  darstellend). 
Stürm    Deutschi.    Fl.    11.62    (die    schmalblättrige   Form). 

b,  parviflora.     »er  kleinblütige.     Blüten  kleiner,  Kelchzähne  fast 
so  lang  als  die  kurze  Kronröhre. 

Chi.  han.  295.     G.  Ladanum  ß.  latifolia  parylilora  und  f.  angustifolia 

parvillora  Koch  das.     G.  intermedia  Yill.  Ilist.  d.  pl.  d.  Dauph.  11.387, 

t.  9.     Reichenb.  PI.  crit.  I.  t.  47. 

Auf  Ackern   und  Brachen,    auf  magerni  Boden  jeder  Art,    doch    den 

trockenen  kalksteinigen  anderm  vorziehend,  häufig  und  oft  schaarenweise 

eingebürgert.     Juli,  August.  —    September. 

Stengel  tou  '2"  bis  1'  hoch,  oft  kahl  und  dann  meist  braunroth  angelaufen,  meist  sehr 
ästig.  Blätter  »on  ^/^"  bis  Vi'"  Breite  abändernd.  Kelchzähne  aus  breit  lanzettlicher  Basis 
meist  pfriemenformig  zugespitzt,  lang  uud  stechend  begrannt,  bisweilen  um  die  Hälfte  kürzer 
begrannt,  auch  wohl  fast  unbegrannt  (Engl.  bot.  t.  884.).  Blüten  1/,  — 3/^"  lang.  Kronen 
hcllpnrpurn,  selten  lleisclifarben  oder  weiss.  —  Die  Oberlippe  kommt  auch  eingeschnitten- 
gezähnt  und  gespalten -2- zhhnig  vor,  womit  sich  diese  Art  der  »orhergchendeu  ,  die  ihr  bestes 
Kennzeichen  dadurch  einbüsst,  un\erkennbar  nähert.  S^chon  ScHKUlIR  hat  sie  a.  a.  O.  an  allen 
Blüten  mit  gespaltener  Oberlippe  abgel)ildet.  —  Blüten  der  Spielart  b.  '/.^"  lang  und  die 
Kelche   fast   unbegrannt. 

».    CS.  Tetraltit.    ISteifhaariger  Mohlzahn.    Stengel 

rückwärts  steifhaarig,  unter  den  Gelenkknotcn  angescliwollen ;  Blätter 
länglich -eirund,  zugespitzt,  grob  sägezähnig;  Krunröhre  so  lang  oder 
wenig  länger  als  die  Kelclizähne,  gegen  den  Schlund  schwach  erweitert, 
Mittellappeu  der  Unterlippe  länglich-viereckig,  abgerundet  oder  ausge- 
schweift. 

LiNN.  Sp.  pl.810.    Chi.  han.  296.    Koch  Syn.II.  651.     Sturm  Deutschi. 

Fl.  II.  62.  Reichenb.  Tl.  crit.  IX.  t.  877  (durch  kleinere  Blüten  und  schmäleren 
etwas  vorgezogenen  Mittellappeu  der  l;nlerlippe  an  die  Spiela.  b.  grenzend  oder  zu  dieser  ge- 
hörig).    Fl.  dan.  1. 1271.     Engl.  bot.  t.  207, 

b.  parviflora.     Her  Jcleinblütige.     Blüten  kleiner,  Mittellappen  der 
Unterlippe  schmäler,  gerundet,  ausgerandet  oder  selcht  gespalten. 

G.  Tetrahit  v.  parviflora  und  v.  bifida  Chi.  han.   das.      G.  bifida  De 
BöNNiNGH.  Fl.  nionast.  178.     Sturm  das. 

c.  pubesceus.    JDer  weichbehaarte.    Stengel  weichhaarig,  unter  den 
Gelenken  zugleich  steifhaarig;   Blätter  oft  breiter;  Blüten  mittelgross. 

Benth.  in  De  Cand.  Prodr.  XII.  498.     G.  pubes«ens  Besser  Prim.  11. 
gall.  II.  27.     Koch   Syn.  II.  652.     Sturm  das.     G.  Tetrahit  ß.  Walte- 
riana  Runth.  Fl.  berol.  II.  109. 
Auf  Äckern,    an   Feldi<oinen    und    Schutt,    auf  Boden   mehrei-er  Art, 
häufig;    c.  als    eine    mehr    östlich   verbreitete  Form   (am  östlichen  Harze, 
z.B.  bei  Blankenburg  nicht  selten;    Mk.  Penzlin,   Krickow).      Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Stengel  steif  aufrecht,  1  —  '—'/i'  hoch,  unter  den  Knien  bald  mehr  bald  vreniger  a»ge- 
schwolleo.       Kelcbzäbne   lang    begrannt.       Kronen    gewöhnlich   blass    purpurn    mit  vveis&lichcr 


430  liABlATAE.  Leonnrus. 

Rülire.  seilen  gjnz  weiss,  ferner  mit  gcllicii  riecken  und  pnrjiiirnem  Saum  .iiif  jedem  Lajipeii 
iler  lulcrli|>i>c,  seilen  ganz  gell>  (Clil.  Ii.in.  das.,  am  Saum  des  Itossdorferliolzes  liei  Güt- 
tingen  gefunden).  Form  des  Millcllapiiens  der  L'iilcrlippe  sehr  «andelhar,  breiter  oder  selima- 
ler,  geriindcl  gestutzt,  ausgeseliweift,  ansgerandel.  —  Blüten  der  Spielart  c.  meist  dunkler, 
Inlerlippe    an    der  Basis    licller    roth    mit    purpurnen    Adern    und    2    gell.en    Fleeken. 

4.  Q.  Yerslcolor*  Bunter  Mäohlsahn,  Stengel  rück- 
wärts steil'liaarig,  unter  den  Gelenliknoteii  angcscliwolleii ;  Blatter  läng- 
lich-eirund,  zugespitzt,  grol)  sägezäbnig;  Rronrölire  last  doppelt  so  lang 
als  die  Kelchzälinc,  unter  dem  Schlünde  bauchig  erweitert,  _llittellappen 
der  Unterlippe  breit- viereckig,    ausgeschweift  oder  abgerundet. 

CuRT.  Fl.  lond.  Fase.  \1.  t.  36.  Chi.  han.  296.  Roch  Syn.  II.  a51. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  11.62.  Fl.  dan.  t.  929.  Engl.  bot.  t.  667.  G.  Te- 
trahit J'.  grandillora  Eenth.  in  De  Cakd.  Prodr.  XII.  498. 

Auf  Äckern,  au  Schutt,  auch  in  Holzungen,  an  Wegen  und  auf  ofle- 
nen  Plätzen  (hier  wahrscheinlich  durch  Mist  der  Pferde  zur  Ilolzabfuhr 
verbreitet) ,    ziemlich  häufig  eingebürgert. 

Znisclien  Geliülz  oft  2  —  3'  boeh.  Kronen  ge«öbnlicb  gelb  mit  dunkelpurpurncm  weiss 
gcsüumtem  Mittellappen  der  Unterlippe,  selten  ganz  gelb  (Chi.  bau.  das.  bei  Aarenwald  un- 
weit  Hannover   gefunden). 

llenierk.  Über  die  Yerwandtsehaft  von  A.  1.  mit  A.  '2.  und  von  A.  3.  mit  A.  4. 
liezicbe  ieb  mieb  auf  meine  Äusserungen  in  der  Cbloris,  AVcnn  einst  das  Gelüst  neue  Arten 
zu  niacben  tieferer  Einsiebt  in  die  vegetabilische  Bildungslbäligkeit  der  INatur  gewieben  seyn 
wird,  werden  wir  «ohi  nur  2  Arten  in  Beulsebland  beballen.  —  FR.  führt  in  der  Summ, 
veg.  Scand.  14.  G.  Telrahit  Auct.  als  Form  von  G.  versieolor  C'JRT.  auf  und  G.  bifida 
BÖNNINGH.  als  G.  Tetrabit  I..  ohne  Gründe  dafür  anzugeben.  BEIVTH.  ,  der  LlNNE's  G. 
Telrabit   sah,    hält   sie    mit   der   gleichnamigen  Fflanze    der  Autoren ,     so    wie    mit    G.  bifida    für 

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,    i> 

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achtet    sie 

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müc 

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de 

r    W. 

ahrbcll 

am 

nächsten 

kommen. 

GM  irMMtnriCMES. 

Pharmaceutisch-  JUedicinisches*    lirmu  von  A.l.  offici- 

nell  (Blankenlieimcr  Tliee ,  tuiter  dein  IS'amen  Liebersche  Auszehrutiffs- 
krüuter  lange  Zeit  ein  Geheimmiltel ,  Herba  Galeopsidis  ochroleucae). 
f^o rwaltende  Bextundth.  ein  etilen thümliehes, reizend  bitler  schmecken- 
des Harz  und  gelber  bitterer  (gerbstoffhaltiger?)  Extractivstojf'  (Analy- 
sen von  Geiger  und  von  Happ).  Anwendxinff  in  Abkochung  oder  Auf- 
guss  in  Lungenkrankheiten.  Vergl.  HvFEL.  Journ.  1823.  f'III.  54. 1824. 
Mai  64.  Geig.  Magaz.  Febr.  1825.  Es  fehlen  neuere  zuverlässige  Nach- 
richten, ob  sich  die  angebliche  Heilkraft  in  späterer  Zeit  bestätigt  hat. 
ÖJCOnOVniXcheS»  Der  Samen  sämmtlicher  Arten  ein  gutes  Nah- 
rungsmittel für  Stubenvögel ;  auch  lässt  sich  ein  mildes  Ol  daraus  pres- 
sen. ^Das  f'ieh  frisst  die  Pflanzen  nur  im  jungem  Zustande.  A.2.  wird 
auf  Ackern  durch   Überhandnähme  ein  nachtheiliges   Unkraut. 

le.   liEoiviJRUS.    wroxiFsmA^ip. 

Jans.  Gen.  n.  722. 
Kelch  kreiselförmlfi:,  stechend— ö-zähiiifi;.   Kronsaiim  2-Hnpia', 

Q]jg,.]J ^..„»«..„K     ^: i:~     ¥T„.„,.i:.°.  „   K;; A      Q    i^i.f.:S 


Oherlij)pe  fast  flach,  ganzraudig,  Unterlippe  hangend,  3-lappig, 
Lappen  länglich,  uiiTtlerer  unigehehrfherzformig.  Slauhheutel 
paarweise  einander  genähert,  Fächer  g/jspreizl.  ^INiisse  scharf 
o-eckig,  an  der  Spitze  gestutzt.       Gcschl.  Syst.  XIY.  1. 

Mehrjährige,  auficchte  Kräuter.  Blätter  meist  eingeschnitten- lappig, 
sümmtlich  die  Blüten  weit  überragend.  (Quirle  dicht,  blattwinkclständig 
und  getrennt.     Deckblätter  pfrienienförinig. 

1.    li.  Cardlaca.    Gemeiner  Wolf  «trapp.  Untere  Blät- 


Laniium.  I.ABIATAE.  431 

Inr  Iiaii«lförinig-5-spnUig,  eingcsclinitten-gesügt,  obere  3-zipfeIig  mit 
kciUörmiger  Itusis,  untere  Rronlippe  in  einen  lüngiiclx-n  Zipfel  unigerollt. 

LiNN.  Sp.  pl.817.  Chi.  han.  302.  Koch  Syn.  II.  658.  Schk.  Handh. 
II.  T.162.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.9.     Fl.  drtn.  t.  727.     Engl.  bot.  t.286. 

An  Zäunen,  Hecken,  Hauern  in  der  Nähe  von  Dörfern  und  Städten, 
auf  niagerni  oder  steinigem  Boden,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze, 
häufig  eingebürgert.     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  '2 — -'S'  liotb,  astig.  Blätter  wcicbliaarig.  Quirle  zu  30  —  40,  in  allen  obern 
Blattwinkeln,  kürzer  als  der  Blattstiel.  Blüten  sitzend,  zusamuiengeilrängt ,  klein,  Reiche 
begrannt,    Kronen    blassrütlilieli ,     Unterlippe    in    der   Mitte    gelli ,    roth    pniictirt. 

9.     li.    JflarriibiaHtriini.      A.ndornartiger    TFolfs. 

trapp»  iHätter  länglich -eirund,  beiderseits  verschmälert,  untere  ein- 
geschnitten-sägezäliiiig,  obere  nur  an  der  Spitze  2 — 3 -zähnig,  untere 
Kronlippe  flach,  gerade  ausgestreckt. 

LiNN.  Sp.  pl.  817.  Chi.  han.  302.  Benth.  in  De  Cxm.  Prodr.  XII. 
501.  SciiK.  Ilandb.  II.  T.  162.  Stürm  Deutschi.  Fl.  H.  84.  Jaco.  Fl. 
austr.  Y.  t.  405.  Chaiturus  Marrubiastrum  Beichenb.  Fl.  exe.  317.  Roch 
Syn.  II.  658. 

An  Hecken,  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  magerm  kalksteinigcm  oder 
Sandboden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets  selten,  im  nördlichen  zu- 
nehmend, eingebürgert  (Pr.  fV.  Höxter  unterm  Bäuscheberg — ;  Pr.  Bar- 
by — ;  An.  zwischen  Dessau  und  Oranienbaum  — ;  Br.  an  der  Asse  bei 
Wolfenbüttel,  zwischen  Stöekheim  und  Salzdahlum — ;  H».  hinter  dem 
Ijindenerberge  bei  Hannover,  Badenstedt,  Bemerode,  Kl.  Heide,  Prive- 
laak,  Stapel,  Neuhaus — ;  iWA.  Boitzenburg,  Preterfähre,  Dömitz — ;  Hh. 
Humnielsbüttel  — ;    Hl.  Wentorf).     Juni,  August.  —    September. 

Gesamnitanselien  der  \origen  Art.  Stengel  nnd  Blätter  meist  stärker  beliaart.  Quirle 
«ollbliitiger,  weniger  diebt  stebend.  Kelcbzbbne  doppelt  so  lang  begrannt.  Kronen  Lcll- 
rosa.      Samen    beider   Arten    lon    übereinstimmender   Bildung. 

GM  U^MRBI.ICHJES. 

Technisches*  Das  Uraut  liefert  der  Färberei  eine  schöne  Oli- 
venfnrhe. 

ÖTCOnomiSCheS»      fVird  vom   Viehe  nicht  gefressen. 

«O.    liAIflllJ]?!.     TAWrB]¥JSSSJEEi, 

LiNN.    Gen.    n.  716. 

Kelch  röhrig  oder  kreiseiförmig- glocklf?,  5-zähnig.  Kron- 
saum 2-lippig,  Oberlippe  lielmförmig,  Schlund  erweiterf,  Sei- 
tenlappen der  Unterlippe  gestutzt,  selten  länglich,  mit  oder 
ohne  einen  zahnförmigen  Ansatz,  Mittellappe  breit,  ausgerandet, 
an  der  Basis  verschmälert.  Ileutelfächer  geradlinig  gespreizt. 
iXüssc  3-eckig,  an  der  Spitze  gestutzt.     Geschl.   Syst.   XIV.  1. 

Ein-  (Art.  1.2.)  oder  mehrjährige  (Art.  3 — 5.)  Kräuter,  selten  Stau- 
den. Untere  wie  mittlere  Blätter  lang  gestielt  und  tinterste  kleiner,  run- 
zelig, meist  doppelt  oder  eingeschnitten  -  sägezähnig.  Quirle  blattwinkel- 
ständig,  untere  oder  alle  gesondert.  Deckblätter  pfriemcn-,  seltener 
lanzettförmig. 

A      Staubbeutel    bärtig. 
'      KronrüLre    innen    kabl. 

1.    li.  aiiiplexleaule.     ^tengelumfassende  Taub- 

nesset»       Blätter    rundlich   mit   gestutzter    oder    schwach    herzförmiger 
Basis,  untere  gestielt,  ungleich  brcitkerbig,  blütenständige  sitzend,  sten- 
gelumfassend,   etwas  gelappt;    Kelchzähne  gestreckt,    Kronröhre  gerade. 
LiNN.  Sp.  pl.809.     Chi.  han.  298.     Roch  Syn.  II.  648.     Schk.  Handb. 


432  liABlATAE.  Lamium. 

II.  T.  159.    Reichenb.  PI.  eilt.  III.  t.  224.  f.  373.     Fi.  d.in.  t.  752.     Engl. 

I.ot.  t.  770. 
X  li.  piirpiireo-aniplexicaule*    Mothe-stengelum- 
faissenAe  Bastardtauhnessel,    rntt-ie  iJläticr  etwas  l.üizci- 

gestielt,    lilüteiistüiulige    eiruiul- lierzloriiiig,    mit    selir    Ifurzem   breitem 
Vlattstielc,  oberste  sitzend;  Helchzähnc  länger,  bengig- sperrig. 

L.  interniedium  Fries   ]>ov.  fl.  suec.  Ed.  I.  105.    II.  192.      Koch  das. 

ReICHENB.  PI.   crit.   III.    t.  224.    f.  372.    und    (L.  purpureum    naher   stellend)    VHI. 

t.  722.  ,.L.  aniplexicaule  ß.  majus  Langm.  Fl.  von  Melilenb.  249. 
Auf  Äcliern,    Brachen   und    Gartenländereien,    auf  Boden  jeder  Art, 
allgemein    eingebürgert ;     die   Bastardform    selten    und    meist   in    wenigen 
Exemplaren  (diese  Mk.;  Hb.;   Ol.  Varel;   Jln.  Harburg,  Osnabrück). 

Stengel  aus  ansteigender  i^slig- bUscbeliger  Basis  6  —  10"  liocli,  unten  liabl ,  oben  zart- 
liaarig.  Kelcbzübne  aus  schmal  lanzettlieber  Basis  pfrieioenrürmig  zugespitzt,  raubbaarig,  oft 
etwas  zusammenneigend ,  ancb  bei  der  Frucbtieife  nicht  sperrig  auseinander  gebogen ,  Rökre 
der  blasspurpurnen  Kronen  verlängert  und  dünn.  —  Im  Frühjahre  bleiben  die  Kronen  anter 
unvollkommener  Entwicbelung  fast  im  Kelche  zurück  (L.  ampl.  clandeslinuni  BEICIIENB.  PI. 
crit.  VIII.  t.  705.).  Ausserdem  ändern  die  Kclcbzähue,  wie  bei  Balluta  nigra,  in  der 
Länge  ab,  eben  so  die  Kronrübrc.  ■ —  Die  Bastardform  weicht  ab,  durch  meistens  mehr 
Hübe  (im  Herbste  bis  l'/l')  '""1  sfärbern  Bau,  durch  die  in  eine  kurze  stielförmige  Basis 
lorgezogenen  untern  blütenständigen  Blätter,  und  wie  bei  L.  purpureum  sperrig- gebogene 
Kelcbzäbne,  die  meistens  zugleich  etwas  länger  sind,  welches  sieb  indessen  nicht  gleich  bleibt, 
auch  durch  eine  meistens  stärkere  Kronruhre,  deren  Durchmesser  jedoch  oft  an  einem  und 
demselben  E:iemplare  abändert.  —  Bildung,  Veränderlichkeit  und  Consortinni  sprechen  für 
die  livliride  Abkunft.  Diese  Veränderlichkeit  ergiebt  sich  leicht  aus  der  Vergicichung  <on 
Kxemplaren  aus  verschiedenen  Gegenden,  wie  nicht  minder  ans  den  Diagnosen  der  Schrift- 
steller (»foliis  supcrioribus  scssilibus«  Fr.INov.  »foliis  snperioribus  ampleiicaulibus«  das.  105.  — 
„foliis  supreniis  brcvissime  petiolatis»  KoCH  Sjn.  ;  ferner  „foliis  rcniformibus"  FR.  —  »foliis 
coidato-oiatis   subrotnndisve"    Kocil   etc.). 

■  ■      Kronen    innen   mit   einer   Uaarleiste. 

!S*  li*  piiriiureiiin.  Mothe  Tauhnessel,  Blätter  ungleich 

herbig  oder  kerbig- sägezäiinig,  unterste  rundlieh -eirund,  übrige  eirund- 
lierzförmig,  sämnitlich  gestielt;  Kelcbzäbne  sperrig-beugig;  Kroiiröbre 
unter  der  Uaarleiste  schwach  zusammengezogen  und  etwas  gebogen. 

LiNN.  Sp.  pl.809.     Chi.  bau.  298.     Koch  Sju.  II.  649.     Scuk.  Handb. 
II.  T.  1.59.     Fl.  dan.  529.     Engl.  bot.  t.  769. 
X   li.    aniplexicaule -pwppiipeuiii.     ^tenqelumfas- 
sende'rothe  Hastardtaubnesset,    Blätter  ungleich  berbig- 

cingeschnitteu,    blütenständige  lairzer  gestielt,    eirund  mit  fast  rauten- 
förmig vorgezogener  Basis  und  breitem  Blattstiele. 

L.  purpureum  v.  incisum  Chi.  bau.  das.    L.  incisum  Willd.  Sp.  pl.III. 
89.     Koch  Syn.  das.     Beicue>b.  PI.  crit.  III.  t.  ;223.     Engl.  bot.  1. 1933. 
L.  disscctum  Beicuekb.  Fl.  sax.  197.     L.  coufertum  Fries  Summ,  vegct. 
Scand.  15. 
Auf  Äckern,    Brachen    und  Gartenländereien,    auf  Boden   jeder  Art, 
allgemein   eingebürgert;    die    Bastardform   stellenweise    meist   in    Gesell- 
schaft  der  Stammarten    oder   doch   in  der  IVälie   von  L.  purpureum  {3Ik. 
TU.  Strelitz,  Rostock,  Sclmerin,  Penzlin— ;   //f.  Flottbeck,  Wandsbeck —; 
üb.  Borstel — ;    OL  Varel — ;    //ji.  Bockcnem,  Timmern,  Osnabrück — ; 
Pr.  fV.  Münster).     j>lärz  bis  October.  —    August,  September. 

Unangenehm  riechend.  Stengel  aus  liegender,  ästiger  Basis  ansteigend.  Blätter  glas- 
artig glänzend,  obere  oft  nebst  dem  Stengel  roth  angelaufen.  Kronen  purpurn,  breiter  und 
die  Kronröbre  kürzer  als  an  der  »orhergebendcn  Art.  —  Die  Bastardform  im  Gesammtanseben 
zwischen  L.  amplcxicaulc  -  purpureum  und  L.  purpureum  stehend,  oft  stärker,  hoher  (bis  14') 
und    vielstcngcligcr    (im  Herbst   6 — 10  Stengel    auf   einer  Wurzel)    als  L.  purpureum,    Blätter 


LaDiiuni.  liABlATAE.  433 

jedoch  häufig  kleiner,  Kelclizähne  langer,  Kronen  schmächtiger.  Jedoch  hlelhl  sich  auch 
hier    die    Bildung   nicht    immer   gleich. 

Bemerk.  Die  Kronrohrc  der  Bastardform  habe  ich  an  deiilschpn  ,  schweilzer  und 
nordischen  Exemplaren  ( ühereinstimmend  mit  BENTII.  in  DE  CanD.  Prnili.  XII.  .509.  — 
gegen  Kocil  Syn.  II.  649.  und  Engl.  l)ot.  ».  193.3.)  stets  mit  einer  zarten  Uaarleisle 
y.^  —  ^|^"  üher  der  fast  geraden  Basis  gefunden  (wonach  denn  auch  unstreitig  Ij.  purpureum 
ß.  decipicns  Kocil  das.  hierher  gehören  wird).  Dies  doppelte  '\'orl;otnmrn ,  mit  und  ohne 
Haarleistc,  bestätigt  die  der  Bildung  «ie  dem  Consortium  nach  sehr  wahrscheinliche  hybride 
Abkunft,  woriiber  wohl  nur  Versuche  durch  Aussaat  völlige  GcHissheit  geben  können.  Im 
Osnabrückschen  habe  ich  den  entschiedensten  Übergang  dieser  Form  in  l,.  purpureum  »orn 
Acker  gegen  die  angrenzende  Hecke  beobachtet,  sey  es  nnn ,  dass  eine  weniger  reichliche 
Befruchtung  oder  der  Rückschritt  lur  legitimen  Form  durch  wiederholt  eingetretenen  Samen- 
abfall   dieser   Erscheinung   zum    Grunde    lag. 

3.  li.  maculatuni.     GeflecTcte  Vaubnessel*     Blätter 

lierzförniig- eirund,  zugespitzt,  doppelt- sägezälinig;  Kronröhre  stark  ge- 
krümmt, über  der  Basis  bauchig  erweitert,  unter  der  Erweiterung  zu- 
sammengezogen,   Seitenzäliue  lang  gespitzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  809.     Chi.  han.  297.     Roch  Syn.  II.  649.     Schk.  Handb. 

II.  T.1.59.  ReICHENB.  PL  Crit.  HI.  t.  216  (r..  laerigatum;  die  bei  uns  am  häufig- 
sten  vorkommende  Form),    t.  215   (I--.  maculatum  ;    mit  weissem  Streif  der  Mittelrippe   entlang). 

Engl.  bot.  t.  2550. 

An  Decken,  Zäunen,  Gräben,  auch  in  Waldungen,  auf  etwas  humo- 
sem  schattigem  oder  feuchtem  Boden,  häufig.  April  bis  Juli.  —  August, 
September. 

Stengel  aus  ansteigender  Basis  l'/2  —  2'  hoch,  saftig,  glänzend.  Blätter  seifen  weiss 
gefleckt.  Quirle  reichblUlig.  Kronen  sehr  viel  grösser  als  an  den  vorhergehenden  Arten, 
carminroth,  l'nterli])pe  lila,  rolh  gefleckt.  —  Variirt  wie  L.  purpureum  mit  eingeschnitten- 
sägezähnigen    Blättern. 

4.  li.  alblini.  W^eiSSe  OPaubneSSel,  Blätter  herzförmig- 
eirund, lang  gespitzt,  ungleich  sägezähnig,  Kronrühre  gekrümmt,  über 
der  Basis  mit  einer  schrägen  Einschnürung,  Seitenzähne  mit  2 — 3  klei- 
nen Nebenzähnen. 

LiNN.  Sp.  pl.  809.  Chi.  han.  297.  Koch  Syn.  II.  649  Schk.  Handb. 
II.  T.  159.  Stlrm  Deutschi.  Fl.  H.  8.  Fl.  dan.  t..594.  Engl.  bot.  t.  768. 
Hayne  Arzneigew.  V.  T.41. 

An  Hecken,  Zäunen,  Gräben,  auf  frischem  oder  feuchtem  Boden,  sehr 
häufig.     April  bis  Juli.  —    August,  September. 

Gesammtansehen  der  vorhergehenden  Art,  aber  Blätter  vorgezogen  -  gespitzt.  Kronen  weiss 
mit  blassgelblichen  Lippen   und   blassolivenfarbenen  Flecken   anf  der  Unterlippe. 

f      Staubbeutel    kahl. 

5.  li.  Galeobdolon.  Gelbe  ODaubnessel,  Blätter  ei- 
rund, doppelt  kerbig -sägezähnig  oder  sägezähnig,  Kronröhre  unter  der 
Mitte  zusammengezogen,  innen  mit  einer  Haarleiste,  Seitenlappen  ver- 
längert, ohne  oder  mit  schwachem  Seitenzahn. 

Crantz  Stirp.  austr.  262.  Benth.  in  De  Ca\d.  Prodr.  XII.  512.  Ga- 
leobdolon  luteum  Huds.  Fl.  angl.  258.  Engl.  bot.  t.  787.  Chi.  han.  294. 
Koch  Syn.  II.  6-jO.  Galeopsis  Galeobdolon  Linn.  Sp.  pl.  810.  Schk. 
Handb.  II.  T.  157.     Fl.  dan.  t.  1272. 

An  Hecken,  Zäunen,  zwischen  Gebüsch  und  in  Vorhölzern,  auf  fri- 
schem feuchtem  Boden,  häufig.     April  bis  Juni.  —    Juli,  August. 

Gesammtansehen  der  beiden  vorigen  Arten.  Blätter  gestielt,  bisweilen  weisslich  gefleckt. 
Quirle  6 -blutig,  Kronen  schön  cilronengelb ,  innen  mit  bräunlichen  Flecken,  Seiti'nlappen 
der  Unterlippe  mit  dem  mittlem  gleich  lang,  zugespitzt.  —  Variirt  mit  ohern  schmälern, 
lang   zugespitzten    nnd    tief  sägezähnigen    Blättern. 


434  I.ABIATAE.  Ballnta. 

GM  IVMRBJjICHMS, 

jPhart/naceutisch- ItKedicinischeS'    Hie  Blattei-  vo«  yi.6. 

noch  officinell.  f'orwal  tende  Ji  e  s  tandth.  bitterer  Extraetivxtoff'  und 
eisentirünender  Gerbestoff.  Anwendimii  im  Theeauf'yuss  ungcblich  f/e- 
gen  den  weissen  Fluss. 

Ökonomisches»  Die  jungen  Triebe  von  A.4.  können  als  Gemüse 
genossen  werden.  Die  Art.  2  —  5.  werden  gern  vom  f'iehe  gefressen  und 
geben  den  Bienen  eine^  frühzeitige  Nahrung.  Art.  1.  und  2.  sind  auf 
Gartenlündereien  und  Ackern  oft  lüstige   Unkräuter. 

«1.     BAIiliOTA.     SCMW^BZJVJSSSMIi. 

Jass.   Gen.   n.  7-20. 

Kelch  trichterföruiig,  mit  5  —  10  gegen  die  Basis  breit  zu- 
laufeiulen  Zähnen.  Kronsauni  2 -lippig,  Oberlippe  flach  ge- 
wölbt, Schlund  nicht  erweitertjMittellappen  der  Unterlippe  uinge- 
kehrtherzförniiff.  Nüsse  an  der  Spitze  abgerundet -slumptlich. 
Gcschl.  Syst.  XIV.  1. 

Meliijährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Stauden.  Blätter  runzlicli,  ganz 
randig  oder  siigezälniig,  nicht  eingesehnitten.  Quirle  hlattwinlielständig, 
viel-,  selten  -^venigblütig.     Deckblätter  zahlreich,  lineal-pfriemenförniig. 

1,    B*  nigra.   Genteine  Schwarsnessel»    Blätter  eirund, 

stumpf  sägezähnig;  Reiche  5- zähnig,  Zähne  aus  eirund -lanzettförmiger 
Basis  zugespitzt  und  hegrannt. 

Link.  Fl.  SUeC.  206  (nach  Ausweise  von  EllRHART  in  I.INNE's  Zeit  zu  Upsala  ein- 
gelegter Exemplare).  Chi.  han.303.  Beicuenb.  PI.  crit.  VIII.  t.  773.  B.  nigra 
8.  ruderalis  KocH  Svn.  II.  657.  B.  ruderalis  Fr.  Fl.  hall.  101.  Summ. 
veg.  Scand.    14.     Fl.^  dan.  t.  1702. 

b.  subinutica.     Bie  hreitersähnige.     Reichzähne  aus  deltaförmiger 
Basis  gespitzt,   l»urz  hegrannt. 

Chi.  han.   das.      B.  nigra  a.  foetida  Roch  das.      B.  nigra   Engl.  Lot. 
t.  46.     B.  borealis  Sweig.   Reichenb.  das.  t.  775.      B.  foelida  Lam.   Dict. 

I.  357.       BeICUEKB.   das.    t.775  (mit  etwas  Lingetn  Grannen).      B.   alba  LlNN.   das. 
(wenn    die   Kronen   weiss   sind). 

An  Hecken,  Zäunen,  Mauern,  an  Wegen  und  auf  Schuttplätzen,  auf 
Boden  mehrerer  Art,  häufig;  die  Spielart  seltener.  Juni  bis  August.  — 
September. 

Gerieben  widerlicli  betäubend  rlecbend.  Bis  3'  hoch,  ästig,  dunkel  grün  und  durch 
violeten  Anhauch  schwärzlich  erscheinend,  mehr  oder  minder  behaart.  Blätter  mit  eirunder, 
gestutzter  und  fast  rautenförmiger  Basis  ,  auch  spitz  und  stumpf  sägezähnig  abändernd.  Kelche 
»orzüglich  an  der  Hauplart  mit  längern  und  kürzern  Grannen  >ariirend  ,  Kronen  trüb-purpurn, 
selten    weiss,   aussen   zarthaarig. 

Bemerk.  Fortgesetzte  Beobachtungen  haben  die  in  der  Chloris  näher  nachgewiesene 
•Wandelbarkeit  der  beiden  Kclchzahuformen  nur  bestätigt.  B.  urticilolia  REICHENB.  wird  in 
Fl.  sax.  nur  allgemein:  „an  Mauern,  Schutt"  angegeben,  wonach  man  sie  im  östlichen  Theile 
des  Gebiets  erwarten  dürfte.  Es  ist  indessen  eine  im  Kelch  und  Blatt  so  langzähnige  Form 
i.ls    die    Abbildung    PI.  crit.  Vlll.    t.  774.    nachweist,    im  Gebiete    nicht   gefunden    worden. 

GMWMBBI'ICBKS. 

Öleonomisches»  Das  Vieh  verschmähet  die  Pflanze,  von  den 
Bienen  wird  sie  dagegen  häufig  besucht. 

5.  Gruppe.     AJUOOIDEAE.      GVN SMI^GMWÄCnSE. 

Staubgefässe  4,  parallel  ansteigend.  Oberlippe  der  Rrone  sehr  kurz 
oder  gespalten  mit  der  Unterlippe  anliegenden  Zipfeln.  ISüsse  netzartig- 
runzelig. 


Teuorium.  I^ABIATAE.  435 

S9.     TEUCRUJin.     GA.MA.NnMn, 

LINN.    Gen.    n.  706. 

Kelch  rölivig  oder  glockig,  5-zähiiig.^  IJronsaiim  2-lippig, 
Obeilippe  der  Krone  tief  getheilt,  mit  ihren  Zipfeln  auf  der 
3-zipfeligen  Unlei"lippe  liegend,  diese  daher  o-theiliff  erschei- 
nend. Staiihffefasse  aus  der  Spalte  der  Oberlippe  hervortre- 
tend.   Geschl*  Syst.  XIV.  1.       ^  ^' 

Ein-  (A.  4.)  oder  iiiebrjährige  (Art.  1 — 3.  5.)  Kräuter,  Stauden  oder 
Sträuche  von  sehr  verschiedenartigem  Gesamnitansehen.  Blätter  ganz, 
seltener  3 -spaltig  oder  2 — 3 -schnittig.  Quirle  2 — vielMütig,  bald  Llatt- 
winkelständig,   Lald  traubig -ährig  oder  kopfförmig  vereinigt. 

■J-      Kclcbc   2-lippig. 

1.     T.   jücorodonia.     Salveiblättriger   Gamander. 

Blätter  gestielt,  herzförmig -eirund  oder  herzförmig -länglich,  kerbig-ge- 
sägt;  Blüten  in  end-  und  blattvcinkelständigen  Trauben,  Kelchoberlippe 
ungetheilt. 

LIN^.  Sp.  pl.789.  Chi.  han.  287.  Koch  Syn.  II.  662.  Schk.  Handb. 
II.  T.  155.     Fl.  dan.  t.  485.     Engl.  bot.  t.  154.3. 

An  Waldrändern,  in  Hainen  und  auf  Waldwiesen,  auf  sonnigem  stei- 
nigem Boden,  ziemlich  häufig,  in  Osten  und  Süden  des  Gebiets  sich  ver- 
lierend.    Juli,  August.  —    September. 

Wurzclstock  kriechend  ,  Stengel  sieif  aufrecbt,  1  —  1 '/■/  liocli ,  ästig.  Blätter  runzelig, 
-weicbhauiig.  Trauben  verlängert  (bis  6"  lang),  locker.  Kronen  wcissgelblicb,  gegen  den 
Scblund   grünlich.       Staubbeutel   blassviolet. 

Ä«  T.  Cliainaedryj^.  JEdler  Gamander.  Blätter  ge- 
stielt, länglich  mit  keilförmig  verschmälerter  Basis,  sperrig -tiefkerbig; 
Quirle  6- blutig,  in  endständiger  lockerer  Traube. 

LiNN.  Sp.  pl.790.  Chi.  han.  287.  Koch  Syn.  II.  662.  Schk.  Handb. 
II.  T.  155.     Engl.  bot.  t.  680.     Hayne  Arzneigew.  YIII.  T.  4. 

Auf  Triften,  auf  sonnigem  magerm  kalksteinigem  Hügelboden,  die 
Nordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  erreichend,  selten  (Pr.  fV. 
Altenberge  und  Nienberge  als  nördlichstes  Vorkommen.  —  Hs.  am  Ba- 
deiistein  bei  Witzenhausen  nach  Freudenthal  zu  — ;  Schw.  Badra,  Jecha- 
burg,  Bebra,  Frankenhausen  ^;  ^ii.  Bernburg — ;  Pr.  Halle:  Bennstedt, 
W^endelstein,  Bottendorf,  Freiburg  am  Schlifter,  Naumburg).  Juli  bis 
September.  —    September. 

Stengel  aus  ästiger  Basis  aufsteigend,  '/j  —  1'  ^och,  zottig  oder  weichhaarig,  an  zwei 
Seiten  dichter  behaart.  Blätter  lichtgrün,  kahl,  variiren  kerbig- sägezäbnig,  auch  fast  ein- 
geschnitten ,  und  oft  obere  blütenständige  an  der  untern  Ilällle  ganzrandig.  Kronen  Lell- 
purpurn,    selten   fleischfarben    oder    neiss.      Röhre  länger   als    der   Kelch    und    weisslich. 

■^■^     Kelche    .5- zähnig. 

3.    T.  Scordium.     KnohlauchduJ^tender  Gaman* 

der.  Blätter  sitzend,  gleichbreit- länglich,  ungleich  kerbig -sägezähnig ; 
Quirle  2  —  4-blütig,  blattwinkelständig  und  von  den  blütenständigen  Blät- 
tern überragt. 

LiNN.  Sp.  pl.  790.  Chi.  han.  287.  Koch  Syn.  II.  662.  Schk.  Handb. 
II.  T.155.   Fl.dan.  t.  593.   Engl.  bot.  t.  828.   Hayne  Arzneigew.  YIII.  T.3. 

An  Teichen,  Gräben  und  auf  W^iesen,  auf  sumpfigem  und  moorigem 
Boden,  im  nord-westlichen  Theile  des  Gebiets  ziemlich  selten  (///.  Eg- 
gendorf, Kellinghausen  — ;  Hn.  Hannover:  Empelde,  Dörener  Marsch, 
Kirchrode,  Missburg,  Kl.  Buchholz — ;  Pr.  FF.  Lotte  auf  W^iesen  bei 
dem  Osterberger  Mühlenteiche — ),  im  süd- östlichen  häufig.  Juli,  Au- 
gust. —    September 

Stengel   aufrecht   oder   ansteigend,    1  —  1 '/.j'    hoch,    zottig,    mit  kriechenden  Auslüufern  an 


436  I.ABIATAE.  Ajnga. 

der  Basis.  Blätter  l'/j  — '-"  '»»g.  '//'  l>f»^if.  meist  »oiclihaarlg,  untere  ao  ilcr  Basis  ali- 
gertiDilct   olicrc    verscbmiileit.       K.l.lic    linr/, ,    Kronen    |.iir|iurn. 

4.    T.  Botpys.     Vrauhen.  Gamander.    Blätttr  gcsticU, 

doppelt -iiederspaltig-gescliüt/.l;  (^)uirlc  lilaUwiiiLi-lsläiidig,  2 — G-hlülig, 
von  den  hlütenstäiidigeii  Itlattem   üheriagl. 

LiKN.  Sp.  pl.  786.  eil!,  l.an.  286.  Koch  S>ii.  II.  662.  Dietr.  Fl. 
boniss.  t.853.     Dodon.  Pciiipl.  46.   f.  2  (CliaiiiacpiJys  altera). 

Auf  Brachen,  au  Feldrainen  und  AMiängeu,  auf  mageiin  l.alksfeiui- 
geni  Boden,  die  IXordgreuze  der  Gesainnitverbreitung  (llusslaiul  ausge- 
nommen) erreichend  (nördlichstes  Yorliommen  Hn.  l'ggeherg  hei  Boden- 
werder, Külf  bei  Duingen,  Sehülerherg  bei  Osnabriick,  Bavens)>erg  bei 
Dissen),    ziemlich  häufig,    doch  mit  Lnterl»rechuugen  gegen  Süd -Osten. 

Stengel  aus  ästiger  Basis  '/,  —  ^4*  ''oeli ,  zottig  und  klelirig  -  drüsig.  Blätter  im  Um- 
risse kurz  eirund.  Kclclic  etttas  aufgelilasen  mit  starkem  iloeker  an  der  Basis.  Kronen 
lila,    Miltellappen    der    Inlerlippe   gell.liclmeiss    mit   purpurner    Zeiclinung   am    SeMunde. 

•  5.    T.  iiioutaiiiiiM.    Berg-  Gantander*    Blätter  lineal- 

lanzettlich,  ganzrandig,  unterseits  fein  giaulilzig;  <^>uirle  in  ein  endstän- 
diges Köpfchen  zusammengedrängt. 

LiNN.  Sp.  pl.7y].  Chi.  hau.  287.  Bemerk.  Kocu  Syn.  11.  663.  T.  su- 
pinum  Link.   das.     Jaco.  Fl.  austr.  V.  t.  417. 

Auf  Triften,  an  sonnigen  steinigen  Abhängen,  im  südlichen  Theile 
des  Gebiets  die  ISordgrenze  der  Gesammtverbrcitung  erreichend,  ziemlich 
selten  (Schw.  Badra ,  Bebra,  Frankenhausen — ;  l*r.  Auleben,  Halle: 
Bennstedt,  Bottendorf  nach  Kölnie  zu,  >Vettiii,  Naumburg  am  Kalkbergc, 
Vitzenburg  unweit  INebra).     Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  niederliegend,  stranehartig  ausgebreitet,  an  der  Basis  iioUig,  4  —  6"  lang,  kurz 
behaart.  Blatter  4  —  ■^"'  lang,  2  —  '-J'/j'"  '"•«''.  '""  Baude  umgebogen.  Kronen  gclblieb- 
weiss,   die   Röbre  blassgrünlicb. 

Pharmaceutisch-  Jttedicinische»»     Von  A.  3.  das  Kraut 

officinell  (llevba  Scordii).  f'or  tu  ti  Itcndc  Bestandth.  ätherisches  Öl, 
bitterer  Extraclivstoff'  (oder  bitteres  Harz?)  und  cisentfriiuender  Gerbe- 
stoff'. Anwenduufj  in  Substanz,  iti  Pulverform  oder  im  Anf'quss ,  als 
schweisstreibendes  und  maf/enstHrkendes  3littcl,  dochwenifj  im  Gebrauch, 
so  vne  die  ehedem  officinelle  A.  2.  tjanz  ausser  Gebrauch  f/ekommen  ist. 
ÖTeonomiSches*  Das  f  ieh'  f'risst  sänimtliche  Arten  nicht  (fern. 
Nach  dem  Genüsse  der  A.  3.  soll  die  Milch  der  liiihe  einen  linoblauch- 
geschmack  annehmen. 

!33.     AJUGA.     GÜTVISJEMj. 

J.I>N.    Gen.    n.  70.5. 

Kelch  eiförmig-  oder  kugelig -glocliig,  5-spallig  oder  5- 
zähnig'.  KroiiStHiiui  2-lippig5  Oberlippe  sehr  kurz,  aiisgerandet, 
Unterlippe  3-sj)al(ig,  sehr  viel  grösser.     Geschl.  Syst.  XIV.  1. 

Ein-  (A.4.)  oder  mehrjährige  (Art.  1 — 3.)  Kräuter,  seltener  staudig, 
liegend  oder  ansteigend,  oft  Ausläufer  treibend.  Blätter  ganz,  selten 
3- spaltig.  (Quirle  2 — vielblütig,  blattwinkelständig  oder  gegen  die  Spitze 
ährig  zusammengedrängt. 

f      Blüten    in    äbrenförmig    geordneten    Quirlen. 

t.  A.  reptans.  Kriechender  Günsel*  Stengel  mit  krie- 
chenden Ausläufern;  Blätter  ausgeschweift  oder  schwach  kerbig,  Ober- 
lippe der  Krone  unter  spitzem  Winkel  ausgerandet. 

LiNN.  Sp.  pl.785.  Chi.  hau.  284.  Koch  Syn.  II.  661,  Fl.  dan.  t.  925. 
Engl.  bot.  t.  489.     IIayne  Arzneigew.  IX.  T.  17. 


Ajuga.  I^ABIATAE.  437 

Auf  Wiesen,  in  Hainen  und  Wählern,  auf  Iiumosem  feuchtem  oder 
frisebem  Boden,   sehr  häufig.     April  bis  August.  —    Juli  bis  September. 

Stengel    6 9"    hoch,   kalil    oder   2-reiliig   heliaart.       Ausläufer   2  —  6,    bis    1'   lang,    auf 

Irockenerin  Boden  in  geringerer  Zalil  und  kurzer,  aucli  nohl  gänzlich  fehlend.  Blätter  läng- 
lich-unigekehrteirund ,  wurzelständige  rosctfenartig  und  grösser.  Kclchzipfcl  lanzettförmig. 
Kronen    blau,     selten    fleischfarben    oder   weiss. 

2,  A.  genevensii^.    Maariger  Günsel,     Stengel  ohne 

Ausläufer;  lllättcr  ausgescliAveift- stunipfsägezähnig;  untere  Deckblätter 
ausgcschweift-3- lappig  oder  ganz,  obere  kürzer  als  die  Blüten;  Ober- 
lippe der  Krone  unter  stumpfem  Winkel  seicht  ausgerandet. 

LiNN.  Sp.  pl.  78.5.     Chi.  hau.  285.     Kocu  Sjn.  11.661.     Fl.  dan.  1. 1703. 
Hayne  Arzneigew.  IX.  T.  18. 
b.  bracteata.    Der  grossdeckblättrige.     Obere  Deckblätter  länger 
als  die  Blüten. 

Chi.  hau.   das.     A.  alpina  Lin\.  Mant.  80.     Engl.  bot.  t.  477.     A.  py- 
ramidalis ScHK.  Handb.  II.  T.  155.     Fl.   d.  Wetterau  II.  340. 
C.    decipiens.      Oer   trügerische.      INiedriger,    Blätter  seicht   ausge- 
schweift otler  fast  ganzrandig,    unterste  die  grössten;    Deckblätter  der 
gedrängten  Ähren  länger  oder  so  lang  als  die  Blüten. 
A.  gcnevcnsis  y.  pyraniidata  Chi.   hau.   das. 
In  W'aldungen,  Feldern,  Triften  und  Heiden,    auf  magerm  lehmigem 
oder  sandigem  Boden,  häufig;  c.  auf  sonnigem  magerm  Boden.     Mai  bis 
Juli.  —    August,   September. 

Stengel  '/.^ — 1'  hoch,  weiss- zottig,  Blätter  länglich,  antcre  spatelformig  in  den  Blatt- 
stiel verschmälert,  unterste  beträchtlich  liel  kleiner  als  die  nachfolgenden.  Ähre  locker, 
Kelchzipfel  lanzettlicb -lineal,  Kronen  gesättigt  blau,  selten  fleischf.nrben  oder  weiss.  Die 
Spiela.    c.    i  —  ö"   hoch,     der    folgenden   Art   täuschend    ähnlich. 

3.  A.  pyramidalis«    Pyramidaler  Günsel,     Stengel 

ohne  Ausläulcr;  Blätter  ausgeschweift-gekerbt;  Deckblätter  ausgeschweift 
stumpfeckig,  oberste  doppelt  so  lang  als  die   Blüten. 

LiNN.  Sp.  pl.785  Koch  Syn.  II.  mi.  Fl.  dan.  t.  185.  Engl.  bot. 
t.  1270.     Hayne  Arzneigew.  IX.  t.  19.     A.  alpina  Suter  Fl.  helv.   II.  2. 

X  A.  reiteiiti.pyrainidalis.    Mriechend-pyrantida- 

ler  Bastardgünsel,  Deckblätter  so  lang  als  die  Blüten,  Kro- 
nen doppelt  so  gross  als  an  der  Stammart. 
In  lichten  Waldgegenden,  auf  Triften  und  Heiden,  auf  humos-san- 
digem  Boden,  sehr  selten  {Mk.  Mirow  in  der  Allee  Langmann;  Hn. 
Uitzacker  —  im  Holze  bei  Aurich  — ;  An.  nebst  der  Bastardform  in  den 
\%'aldgegenden  übcu-  dem  Selkethale:  Meiseberg,  Deichgrund,  Selkehöhe, 
namentlich  über  dem  Jagdschloss  Selkesicht  'A  Stunde  auf  dem  Wege 
von  da  nach  Ballensledt,  dem  Falkensteine  gerade  gegenüber — ;  Pr. 
am  nördlichen  Bande  der  Dölauerheide,  Lettin  gegenüber  — ;  Pr.  fV. 
Höxter  bei  der  Bodixer  Mühle?  Jüngst  —  Lengerig  beim  Gute  Stapen- 
horst).     Mai  l»is  Juli.  —    August. 

Stengel  '/^ — 1'  hoch.  Blätter  der  A.  l.  Deckblätter  der  A.  2.  nach  der  Spitze  der 
Ähre  zu  aber  nicht  an  Grösse  abnehmend.  Blüten  kleiner  als  an  beiden  Arten,  Kronen 
hellerblau.  —  Ich  besitze  von  WahlENBERG  mir  mitgclheilte  Exemplare,  die  3  —  4  lange 
Ausläufer,  gleich  denen  der  A.  genevensis  halien ,  jedoch  steigen  sie  aufwärts  und  haben 
sämmtlich,  wenn  auch  wenige,  Blüten.  Die  Bastardform  schlanker,  Blätter  der  A.  pyrami- 
dalis, unterste  Deckblätter  seicht  ausgeschweift  -  eckig,  obere  ganzrandig,  meist  gefärbt. 
Blüten  der  A.  reptans,  so  lang  oder  etwas  länger  als  die  Deckblätter.  Die  gefundenen  Eiem- 
j.lare  unfruchtbar.  —  FRIES  Summ.  »eg.  Scand.  1-S.  zählt  neben  den  hier  aufgeführton  .3 
Arten  auch  wieder  A.  alpina  L.  als  Art  auf,  indem  er  bemerkt,  dass  sie  der  A.  reptans 
am  nächsten  stehe.  Englische  und  schwedische  Exemplare ,  die  ich  sab,  gehören  zu  A,  ge- 
nevensis. 


438  TERBENACEAE.  Terbeiia. 

ff      Blüten    einzeln    in    den   Blattwlnkeln. 

4.    A.  Chaniaeiiitys.    Gelbbiüfiger  Günsel.    Blatter 

3-spaItig  mit  linealeii  Zipfeln ,  Llütcnstäiitlige  Jflättcr  derselben  Bildung, 
meLii'acli  langer   als   die  Blüten. 

ScHREB.  PI.  ^ert.  unil.  24.  Chi.  ban.  286.  Koch  Syn.  II.  661.  Engl, 
bot.  t.  77.  Teueriinn  C.hamaepitys  Linn.  Sp.  pl.  787.  Fl.  dan.  t.  733. 
Ha\i\e  Arzneigew.  YIII.  T.  1. 

Auf  Ackern  und  Triften,  auf  magerni  troclienein  I>esonders  kalk- 
steinigem Boden,  selten  (Pr.  Halle:  ]>(aumliurg,  Röime,  Bennstedt,  San- 
dersleben — ;  An.  Bernbiirg  — ;  Schw.  Frankeuhausen,  Badra,  Bebra, 
Jecbaburg — ;  Br.  am  Apenbergc  bei  Kattenstedt — ;  Hs.  Gertenbaeb, 
Witzenbausen  — ;  Ilti.  Albeshausen  zwischen  dem  Koboldsbergc  und  dem 
Bodenstein,  vor  dem  Laerberge  bei  Osnabrück  — ;  Pr.  fV.  IMienberge, 
Altenberge,  Wareudorf — ;  /#/.).  Juni  bis  September. —  August  bis 
October. 

Rosmarinartig  riccliend.  Sfpiigcl  3  —  6"  liucli,  ausgebreitet,  ansteigend,  ranldiaarig  und 
der  ganien  Lange  nacli  bel.lallcri.  Blätter  heliaart  und  etwas  Helierig,  Blallzipfcl  nicht  über 
-"'  breit,  oft  aber  auch  nur  '/.^"'  breit  und  sehr  dicht  stehend.  Biiiten  gegenständig,  kurz 
gestielt.      Unterlippe    citronengelb,    an    der   Basis    braun   punctirt ,    Rohre    wcisslich. 

P'harniaceutisch-lSKedicinisches»     Das  liraut  von  A.  4. 

of'ficinell  (Ilerba  Cbaniaepityos  s.  Ivae  arthriticae),  doch  weniij  im  Ge- 
brauch, f'orwaltcnde  Bestand  th.  ätherisches  Öl,  eisennriinender 
Gerbestojf  und  bitterer  E.vtractivstoff'  (oder  bitteres  Harz?).  Anwen- 
duuff  in  Substanz,    Pulverform  und  Auf'f/uss. 

Vechnisches.  SUmmtUche  Arten  enthalten  Fürhestoff.  Kühe  fres- 
sen sie  nicht. 

XUSJEJVMJLRTJLMVMGJE  JP FJÜAJVXM ]¥. 

JlSS.   Ann.  d.  Mus.    VII.  63. 

Kelch  rölirjg,  lileibcinl.  Krone  röhrig  mit  uiiglelchmässigem 
4-  oder  5-theiligein  Sauni^  ahfalleiid.  Slauhgefässe  4,  zwei- 
mächtigi  oder  2.  Friiehtknote  2-  oder  4-faclK'rig5  mit  l  oder 
2  aufreehten  Eichen  in  jedem  Fach.  Ein  Griffel.  Frucht  püan- 
mcnarlig,  4  Steine  enthaltend  oder  in  4  iXüsse  zerfallend.  Sa- 
men eiweisslos.  Keiin  gerade ^  das  Würzelchen  zum  ]\ahel  ge- 
wandt. —   Blätter  meist  gegen-  oder  wirtelsfandig. 

Torkonimen.     Bei  uns  durch  eine  bodenvage  Art  vertreten. 

Gehalt.  Gerbestoff  und  nicht  hinlänglich  untersuchte  bittere  Ex- 
tractivstoffe. 

1.   VERBEjvA.   mismNBJLnv, 

Link.  Gen.   n.  'd'i. 

Kelch  5-spaltig.  Krone  tellerförmig  mit  ö-lappigem,  fast 
2 -lippigem  Saum.  Frucht  in  4  INiisse  zerfallend.  Geschl. 
Syst:   11.   1. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Kräuter,  selten  Stauden.  Blätter  meist 
sägezähnig  oder  verschiedenartig  eingeschnitten.  Ähren  end-  oder  blatt- 
winkelständig,  einzeln,  gehäuft  oder  rispig.  Blüten  sitzend,  mit  Deck- 
blättern versehen. 

1.  V.  ofAciiialis.  Gemeiner  Misenhart,  Blätter  eirund- 
länglich,  tief  3- spaltig  geschlitzt  und  gekerbt,  untere  in  den  breiten 
Blattstiel  verschmälert;   Bluten  in  ruthcnföi-migen  Ähren. 


Pinguioula.  liENTIBlJIiARlEAE.  439 

LiNN.  Sp.  pl.29.     Chi.  Lan.  307.     Koch  Syn.  IL  664.     Schk.  Handb. 

1.  T.3.     Fl.  dan.  t.628.     Engl.  bot.  t.  767.     Hayne  ArzneJgew.  V.  T.  42. 
An  Wegen,    Hecken,   Mauern  und  auf  Schutt,    auf  Boden  jeder  Art, 

allgemein  verbreitet. 

Stengel  1 — 2'  hoch  mit  aufrecht -abstellenden,  gegenständigen  Asten ,  etwas  steifhaarig. 
Blätter  schwach  runzelig  und  rauhhaarig,  obere  sitzend.  Ähren  dünn,  Blüten  klein.  Kronen 
röthlichviolet,    hintere   Staubfäden    kürzer   als    die   ^ordern. 

ÖTConontischeS*  im  Landlumshalt  ist  die  fVurzel  als  Gewürz 
an  einrjemachte  Gurken  zu  empfehlen.  Kühe  und  Pferde  fressen  das 
hraut    nicht. 

liXlLII.     liEIVTIBUIiARIEAE. 

RiCH.    Fi.    par.    I.    'JG. 

Kelch  und  Krone  2-lipplg,  letztere  gespornt.     Staubgefässe 

2.  Friichthnote  1 -fächerig,  vieleiig,  mit  mittelständigem  ku- 
geligem Samenpplstcr.  Ein  Griffel.  Fruchtkapselartig.  Samen 
eiweisslos.      Keim  aufrecht. 

Vorkommen.     Wasser  und  Sumpf  liebende  Kräuter. 
Gehalt.     Scharfe  und  bittere  Stoffe  in  einifjen  ^rten. 

1.     PIIVGUICIJIiA.     FÜTTUMAUOP, 

LlNN.    Gen.     n.  30. 

Kelch  o-fheilig.  Krone  rachenförmig,  Kapsel  in  2  Klappen 
aufspringend.     Geschl.  Syst.  II.  1. 

Mehrjährige  Kräuter.  "V^^urzelblätter  rosettenartig,  ganzrandig,  kahl, 
Schaft  1 -blutig. 

I.     P.  vulgaris*     Gemeines  VettTeraut,     Sporn  pfrie- 

menförmig;   Kapsel    eirund. 

LiNN.  Sp.  pl.  25.  Chi.  han.  a3y.  Kocu  Sjn.  Tl.  665.  Schk.  Handb. 
I.  T.3.    REicHENB.Pl.crit.  I.  t.48.  f.  175.    Fl.  dan.  t.  93.    Engl.  bot.  t.  70. 

Auf  Wiesen  und  Weiden,  auf  moorigem  Boden,  im  nördlichen  und 
■westlichen  Theile  des  Gebiets  häufig,  im  süd- östlichen  nur  bis  zum  süd- 
lichen Harzrande  verbreitet,  südlicher  innerhalb  des  Gebiets  nicht  mehr 
vorkommend.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Blätter  am  Boden  liegend,  fleischig,  eirund  oder  eirund  -  elliptisch ,  mit  eingekrümmtem 
Rande,  drüsig- kleherig  ,  hellgrün  mit  röthlichem  Anhauche  ,  Schaft  einzeln  oder  zu  2  —  4, 
iJ  —  h"  hoch,  stielrund,  kurz  drüsenhaarig,  1  -  blutig.  Blüte  nickend,  dunkehiolet  mit 
blasserm,  zottigem  Gaumen.  —  Variirt  auf  ungünstigem,  namentlich  gypshaltigem,  Boden  mit 
kleinern  Blüten  (P.  vulg.  ß.  minor  KoCll  das.  P.  vulgaris  v.  micrantha  FRIES  Summ.  veg. 
Scand.    20.). 

GE1VERBLICHES. 

ÖTCOnonti«cheS»  Die  Blatter  bewirken  Dickwerden  der  Milch, 
ohne  sie  gerinnen  zu  lassen,  übrif/ens  ivirkt  die  Pflanze  purqirend  und 
soll  den  Schufen  nachtheilig ,  ja  tödtlich  seyn.     Das  Vieh  frisst  sie  nicht. 

^,     IJTRICUIiARIA.      WASSMMMEXiM. 

LiNN.    Gen.    n.  31. 

Kelch  2-blättrig.  Krone  maskenförmig.  Kapsel  ringsum  auf- 
springend.       Geschl.  Syst.  II.  1. 

Schwimmende  oder  im  Schlamme  wurzelnde,  ein-  oder  mehrjährige 
(Art.  1 — 4.)  Pflanzen.  Blätter  fiederschnittig- vieltheilig,  untergetauchte 
mit  flaschenförmigcu,  bald  saft-  bald  luftgefüllten  Blasen  versehen.     Blü- 


440  LEMTIBUIiARIEAE.  ütricularia. 

tenstielc  scL.-irtartig,  vor  der  Blütcnentwickcliing  über  das  Wasser  sich 
crhebeiul.  IMütcn  endstäiidig  in  Äbren  oder  Trauben,  seltener  einzeln, 
Kronen  gelb. 

1,    II.  vulgaris«*    Gemeiner  Jf^asserhelm,    Biütter  nach 

alltn  Seiten  gerichtet,  iniLmrissc  eirund,  liedersehniltig- vieltheilig,  Zipfel 
haarfein,  entfernt  fcinstaehelig-gewinipert ;  Sporn  hegclförniig,  abste- 
hend,   Oberlippe  von  der  Länge  des  gewölbten  Gaumens. 

LiNN.  Sp.  pl.26.  Chi.  hau.  338.  Kocii  Svn.  11.  (565.  Schk.  llandb. 
I.  T.  3.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  13.  Schrad.  Journ.  f.  d.  Bot.  1800. 1.  T.  ü. 
Fl.  dan.  t.  138.     Fngl.  bot.  t.  2ö3. 

In  Teichen,  Graben  und  Sümpfen,  häufig.  Juni,  Juli.—  August, 
September. 

Grosser  als  die  folgenden  Arten.  Die  mehrsten  der  untergelaucbten  Ulätter  mit  Blasen 
besetzt.  Schaft  6—10"  liocli.  Blüten  grosser  als  an  den  Art.  3.  4. .  Kronen  goldgelb  mit 
orangefarbenen   Streifen   am    Gaumen.  

Ä.    U.  neglecta.    ilber sehener  Wasserhelnt,    Blätter 

nach  allen  Seiten  gerichtet,  im  Lmrisse  eirund  oder  eirund -länglich,  fie- 
derschnittig-vielthcilig,  Zipfel  haarfein,  entfernt  feinstachelig-gewimpert ; 
Sporn  der  Krone  kegelförmig,  abstehend,  Oberlippe  '?. — 3- fach  länger 
als  der  gewölbte  Gaumen. 

Lehmann  Ind.  schol.  hanib.  1828.  Begensb.  Bot.  Zeit.  1829.  I.  Ergän- 
zungsbl.  56.     Chi.  han.  338.     Fl.  dan.  t.  1981. 

In  stehenden  Gewässern  und  Sümpfen,  häufiger  als  A.I.,  zum  Theil 
v%ohl  übersehen  (iW/,.  Torfwiesen  bei  Mirow— ;  ///.  Kiel  — ;  Hb.  Eppen- 
dorferMoor— ;  OZ.  Oven  — ;  Ä«.  Vörden,  Ilunteburg,  Uehburg  — ;  lir. 
Helsunger  Bruch  bei  Blankeuburg,  wo  die  Pllanze  häufig  ist — ).  Juni, 
Juli.  —    August. 

Ansser  den  angegebenen  Vcrschiedenbeiten  von  A.  1.  durch  einen  zartcrn  Gcsammtbau. 
feinere   Blattzipfel,    auch   durch   kleinere    Kelche   «nd    grössere    Kronen   abweichend. 

3.  U.  intermedia.    Mittlerer  Wasserhelm,    Blätter 

2-zeilig,  im  Llmrisse  nlereurund,  gahelig- viellheilig,  Zipfel  boisflich, 
dornig-gezähnelt;  Si>orn  pfriemenförniig,  an  der  L  nterlippe  liegend,  Ober- 
lippe ganz,    doppelt  länger   als  der  gewölbte  Gaumen;    Fruchtstiele  auf- 

^''^IiIyne  in  Schrad.  Journ.  f.  d.  Bot.  1800.  I.  18.  T.  5.  Chi.  han.  339. 
Koch  Syn.  II.  665.     Sti-rm  Deutschi.  Fl.  II.  17.     Fl.  dan.  t.  12(i2. 

In  Sümpfen  und  Gräben,  ziemlich  häufig  (iWA.  ]>i.  Strelitz  am  Zierker- 
see,  Schilfwerder  bei  Schwerin—;  HL  Arensburg,  Kl.  Grünau,  Fort- 
l;,.„g  _^;  HO,  Eppendorfer  Moor — ;  //»i.  Hochmoor  bei  Aurich — ;  Ol. 
mit  U.  vulgaris:  Oldenburg,  Döttlinger  Moor,  an  der  Lethe,  bei  Grossc- 
nieer,  Zwischenahner  Meer  —  aber  seltener;  Pr.  fV.  bei  Bielefeld:  zwi- 
schen Friedricbsdorf  und  der  Chaussee  nach  Gütersloh ,  bei  Colon  Ilani- 
biinck  am  Teiche  hinter  dem  Isten  »leilenstein,  bei  Colon  Mangelkuhl 
hinter  der  Lohmühle;  lihede  an  der  Ems,  Bentlage  bei  Ilheina  — ).  Juni, 
Juli.  —    August. 

Blätter  liel  hiireer  als  an  den  Torhergebenden  Arten.  Kronen  schwefelgelb,  Oiierlijipe 
und    Gaumen    mit   |iHrpurnen    Strichen .    auch    ebne    diese. 

4.  U.  iniitor.    Kleiner  UTasserhelm,    Blätter  nach  allen 

Seiten  gerichtet,  im  Umrisse  rundlich-eirund,  gabelig- viellheilig,  Ziptel 
borstlich,  kahl,  Sporn  sehr  kurz,  Oberlipj.e  ausgerandct,  so  lang  als  der 
flachgedrückte  Gaumen;    Fruchtstiele  zurückgebogen. 

LiNN.  Sp.  pl.26.  Chi.  han.  339.  Kocu  Svn.  IL  6(56.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  U.  17.  Schrad.  Journ.  f.  d.  Bot.  1788.  I.  T.6.  Fl.  dan.  t.  128.  Engl, 
bot.  t.  2.'>4.  ,     ,    ,.  ,        ,.     .. 

In  Mooren  und  feuchten  Gräben,  Lehmgruben  und  ähnlichen  Vertie- 
fungen, ziemlich  häufig,   gegen  Süden  abnehacnd.     Juni,  Juli.  —   Sept. 


Trientalis.  PBI]!nJI.ACEAE.  441 

Zarter,  kürzerstengclig  iina  in  allen  Tlieilen  kleiner  als  die  Torbcrgeienden  Arien.  Schaft 
3_6 -blutig,    Kronen    trüb   blassgelb.  —      Ändert   ab    mit   nicht   ausgerandeter   Oberlippe. 

Technisches»  J^Inn  hat  den  uuti-r/i  Tlicil  mehrere  ^rten  der  Gut- 
lunq   zum  itltiu färben  von  Seide  und  Leinwand  in  Anwcndunij  gebracht. 

Öle  anomisches.  Das  f'ieh  f'risst  sie  nicht,  den  Enten  dient  sie 
nebst  andern   fVasserkrüiitern  lur  ISahriuuj. 

J,1L1L\Y\.     PRIHIlJIiACEAE. 

SCBM^ÜSSMXiBIiUMJEIVAHTIGM  PFIiJLJVZKJV, 

Vent.  Tabl.  II.  '280. 
Kelch  4-5-l!ieilig    oder   -zähnig,   hlelhen.l.     Krone    regel- 
mässig 4— 5-spaltiff.     Stauhfäden  von  der  Zaiil  der  hronzipleln 
und  diesen  gegenständig  oder  doppelt  so  viele,  alsdann  äussere 
mit  tlen  Kroifzipfeln  ab^vx-chselnd  u.\d  unfruehthar.    Fruehtknote 
1 -fächerig,  vieleiig,  Samenpolster  miUelständig.     Kin  <,riüel. 
Frucht  eine  Kapsel.     Samen  schildförmig,    lie^im  vvagerecht,  sel- 
ten beinahe   aufrecht  im  fleischigen  Emeiss  (e^laux  abweichend). 
Vorkommen.      Manche    kalkhold,    einige    kalkig -llionigen   Boden   he- 
bend,   einige  Salzgehalt  verlangend,    wenige  bodenvag.  ,        ,       •       • 
Gehalt.      ff'enifj    Charakteristisches   anbietend,    schwach   adstringi- 
rende  und  saure  Substanzen  vorherrschend. 

1.     TKIEI^TAIilS.     SZJEÄJEJITÄTJEJIJV. 

LlNN.    Gen.    n.  461. 

Kelch  7-  (6—8)  theilig.  Krone  mit  ausgebreitetem,  6  —  8- 
theiligem  Saum,  dessen  Abschnitte  ein  die  Sjaubgeiasse  tragen- 
der King  verJ)indet.  Staubbeutel  nach  der  Lntlecriing  z"i'i|ck- 
gekriimmt.    Kapsel  7-lappig  aufspringend.    Geschl.  Syst.  \11.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  aulrechtem  Stengjel.  Tnlere  Blätter  wech- 
selständig, schunpenartig,  obere  sehr  viel  grössere  in  einen  Quirl  ver- 
einigt, Blütenstielc  einzeln  oder  mehrere,  1 -blutig.  Blüten  sternförmig, 
Zipfel  der  Krone  in  der  Knospcnlage  rechts  gedrehet. 

t.    T.  europaea.    Gemeiner  Siebenstern,    Qmrlstän- 

dige  Blätter  elliptisch,  kahl. 

LiNX.  Sp.  pl.  488.  Chi.  hau.  341.  Kocu  Syn.  II.  666.  Schk.  Handb. 
I.  T.I03.     Fl.  dan.  t.84.     Engl.  bot.  t.  15.  ,.   ^ ..     ,  ^r-     i 

In  lichten  Waldungen,  Hainen  und  zwischen  (»ebusch,  aut  irischem 
humosem  und  auf  feuchtem  Sandboden ,  häufig  und  oft  truppw  eise.  Mai, 
Juni.  —    August.  . 

^Vnr^el  kri.cheud.  Stengel  6  —  8"  hoch.  fein.  Qnirlblätfer  in  einen  karten  Blattstiel 
verschmälert.  Blütenstiel  aus  einem  der  «niern  Blattwinkel  des  Blättersterns  entspringend. 
Krone    weiss,    oft   rölblich   angehaucht.       Staubbeutel    roth. 

Ä.    lilfSIlTIACHIA.     MjYSJEMACMIJE, 

LllSN.    Gen.    n.  iül. 

Kelch  5 -theilig.  Krone  radformig  mit  5-theiligem  Saum. 
Staubgefässe  5,  frei  oder  an  den  Fäden  mehr  oder  weniger  zu- 
sammenhängend.   Kapsel  5 -klappig.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige  Kräuter.  Blätter  Wechsel-,  gegen-  oder  quirlständig, 
ganzrandig.  Blüten  einzeln,  blattwinkelständig  oder  traubig,  auch  end- 
ständig-ährig oder  traubig -ährig,   Kronen  unserer  Arten  gelb. 

I.      li.    tliyrsäflora.      Straussblütige    Jjysimachte, 


442  PRIMUI.ACEAE.  Anagallis. 

Blätter  scliinal  lanzettförmig,  lang  zugespitzt;  Blüten  in  .Uclitcn,  hlatt- 
winkelstäiidigen,   gestielten   Traiihen. 

LiNN.  Sp.  pl.209.  Chi.  han.  342.  Koch  Syn.  II.  G67.  Fl.  dan.  t.517. 
Engl.   bot.  t.  176.     Naunihurgia  tliyrsiflora  Reichenb.  Fl.  sa\.  246. 

An  Grähen  und  Teichen,  auf  sumpfigem  Boden,  im  nördlichen,  mitt- 
lem und  nord-westlichen  Theile  des  Gebiets  ziemlich  häufig,  im  süd- 
östlichen selten  (/>,-.  am  Iluy  unweit  des  Georgenhrunnens,  am  Lober- 
Lache  bei  Benndorf  — ;  ^/n.  bei  Dessau—).     Juni,  Juli.—   August,  Sept. 

Stengel  1'/.^  —  2'  hoch,  aufrecht,  meist  einfach.  Blätter  gegenständig  o.lcr  zu  3  —  4- 
quirlig.  his  y  lang.  Tranhen  in  den  AVinhcln  der  mittlem  IJlalter,  cirnnd  -  länglich,  1"  lang 
Blüten   klein    mit    linealen    Zipfeln    „nd    einem    Zahn    zwischen  je   2    Zipfeln. 

w  «^*  vulgaris.  Gemeine  Iiysimachie,  Stengel  auf- 
recht; Blatter  eirund- länglich  oder  länglich -lanzetUöimig;  Blüten  rispig 
auf  blattvvinkelständigen  traubigen  Stielen,  Kronzipfel  ganzrandig,  Staub- 
fäden bis  zur  Mitte  verwachsen. 

LiNX.  Sp.  pl.209.  Chi.  han.  342.  Koch  Syn.  II.  667.  Fl.  dan.  t.  689. 
lingl.  bot.  t.  761.     Uayne  Arzneigew.  VIII.  T.  15. 

An  Flüssen,  Gräben,  aufwiesen  zwischen  Gebüsch,  auf  nassem  oder 
sumphgem  Boden,    sehr  häufig.     Juni,  Juli.—    August. 

Stengel  2  —  4'  hoch.  Blaltstellung  der  A.  1.  BLitter  unterseils  off  anliegend  fein- 
haarig bis  in's  Sammet»  eiche.  Blntcu  gross.  Kronen  goldgelh,  Zipfel  elliptisch.  Frucht- 
knoten von  den  halb  verwachsenen  Staubfaden  bedeckt.  —  Eine,  dnrch  vorherrschende  Ent- 
wickelung  grosserer  Blüten  in  der  Bildung  ästiger  Biütensfiele  behinderte  abnorme.  Form  ist 
L,.   wcstphalica    MeihE    Reg.    bot.    Zeit.    V.    II.    411.       KeichENB.    Fl.    sas.    240. 

3.  I(.  :Wumnmlaria.     nundhlättrige  JLysimachie. 

Stengel  nic<lergestreckt,  Kriechend;  Blätter  gegenständig,  herzförmig- 
kreisrund;  Blütenstiele  einzeln  in  den  Blattwinkeln,  Kelchzipfel  herz- 
förmig. 

LiNN.  Sp.  pl.2Il.  Chi.  han.  343.  Koch  Syn.  II.  66S.  Scuk.  Ilandb. 
1.  r.36.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  1.  Fl.  dan.  t.  493.  Engl.  bot.  t  528 
Hayne  Arzneigew.  VIII.  t.  16. 

In  lichten  Waldungen,  Ilainen  und  auf  Wiesen,  auf  sumpfigem  Bo- 
den, häufig.     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  bis  I'//  lang.  Blätter  feiu  braunroth  punelirt.  Relchzipfel  kurz  zugespitzt, 
Kronen    gross    mit    eirund  -  ovalen    Zipfeln,    citronengelb ,    roth    punctirt. 

4.  Ij,  lieiuoriin».  MEain- Iiysitnachie.  Stengel  nieder- 
gestreckt mit  ansteigender  Spitze;  Blätter  eirund,  spitz;  Blütenstiele  fa- 
denförmig, einzeln  in  den  Blattwinkeln,  Kelchzipfel  lineal-pfriemenförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  211.  Chi.  han.  342.  Koch  Syn.  II.  668.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  IM.     Fl.  dau.  1. 174.     Engl.  bot.  t.  527. 

In  Hainen  und  W^ildungen,  auf  feuchtem  oder  nassem  Boden,  häufiff 
Juni,  Juli. —    August. 

Stengel  6—10"  lang,  fein,  au  der  Basis  wurzelnd.  Blatter  kahl.  Bliiteoslicle  im 
fruchllragcndcn  Zustande  bogig  niedersleigend.  KrODzipfel  kaum  halb  so  gross  als  an  der 
vorigen   Art. 

technisches.  liraut  von  A.2.  tjelb  färbend,  die  ff'urzel  braun. 
Der  vorwaltende  Bestandlheil  ist  wahrscheinlich  lileesäure ,  nionach  die 
Pflanze  eine  vortheilhaf'te   technische  Nntziinn  rjewähren  könnte. 

Ökonomisches.  Das  Mark  von  A. 2.' soll  cssbar  und  als  Salat 
zubereitet  sehr  wohlschmeckend  seyn.  Das  lieh  f'risst  sämmtliche  Arten, 
und  Art.  /.  2.  eiijenen  sich  zu   Zierpflanzen  der  Gürten. 

3.     A^AGAIiK.m.     GJLUCUMMEIi. 

laivN.   Gen.  n.  206. 

Kelch  5-lhcilig,     Krone    radföimig   mit  5-tlieiligein   Saum. 


Centunoulus.  PRIJ!11JI.ACEA£.  443 

Staubffcfässe  5,  frei     Kapsel  umschnitten  aufspringend.    Geschl. 

Mehijähiige  Kriiutcr.  Blätter  gegenständig,  ganzrantlig.  Blütenstiele 
in  den  Blattwinkeln  gegenständig,    1 -blutig,    ohne  Deckblätter. 

1.   A.  arvensi»;.  JLcTcer-Gauchheii.    Stengel  liegend  oder 

ansteigend;  Blätter  gegenständig  oder  zu  3  quirlständig,  sitzend,  eirund, 
Blütenstiele  so  lang  oder  länger  als  die  Blätter,  Krone  wenig  länger  als 
dci*  IVclcli 

LiNN.  Sp.  pl.211.     Chi.  han.  343.     Roch  Syn.  II.  668.     Schk.  Handb. 
I.  T.36.     Fl.  dan.  t.  88.     Engl.  bot.  t.  529.     Hayne  Arzneigew.  II.  T.  45. 
b.  coerulea.     Her  blaublütige.     Kronen  blau. 

Chi.  han.  das.     A.  coerulea  Scureb.  Spie.  fl.  Ups.  5.     Koch  Syn.  das. 
669.     Fl.  dan.  1. 1570.     Engl.  bot.  t.  1828.     IIayne  das.  T.  46. 
Auf  Äckern,   Brachen  und  Gartenländereien,    auf  niagerm   trockenem 
auch  auf  Sandboden,    allgemein  eingebürgert;    b.   seltener   auf  kalkstein- 
haltigem   Boden    des  Flötzgebirges.      Juni   bis  August. —    August,    Sep- 
tember. 

Stengel  4  —  8"  lang,  ästig.  Blätter  dlcUlicIi,  unten  schwarz  piinctirt.  Kronen  mennich- 
farten,  an  der  Basis  der  Zipfel  meist  violetrotli ,  selten  fleiscLfatben  mit  fast  blauer  Basis, 
am  Rande  mit  driisenlragcnden  Härclicn  besetzt,  Kronen  \on  li.  scbön  blau,  am  Rande  meist 
fein    gezäbnelt    und    mit    wenigen    oder   keinen    »ri.sen    besetzt. 

«.  A.  teiiella.    Zarter  Gauchheil.   Stengel  uiederliegend, 

fadenförmig;  Blätter  gegenständig,  kurz  gestielt;  rundlich- eirund  mit 
kurzer  Spitze;  Blütenstiele  die  Blätter  weit  überragend,  Krone  doppelt 
länger  als  der  Kelch. 

LiNN.  Want.  333.  Chi.  han.  345.  Koch  Syn.  II.  669.  Gmel.  Fl.  bad. 
I.  1.3.  Fl.  dan.  t.  1085.  Engl.  bot.  t.  530.  Jirasekia  tenella  Beichenb. 
Fl.  sax.  244. 

Auf  Triften,  auf  Moorboden,  sehr  selten  (//«.  Aurich  imllochmoore — ; 
Pr.  fV.  etwas  jenseit  der  östlichen  Gebietsgrenze  bei  Dorsten  und  Scharm- 
beck,   noch  mehr  östlich  bei  Wesel). 

Stengel  3  — -5"  lang,  wenigästig,  kabl,  am  untern  Tbeile  wurzelnd,  Blätter  4'"  lang, 
kaum  3'//"  l>reit.  Bliitenstiele  haarfein,  4  —  5  mal  so  lang  als  die  Blätter.  Kelchblätter 
kurz    bcgrannt.       Kronen   blassröthlich    mit   gesättigtem    Adern. 

GM  tVJERHI'ICWES. 

Ph armac cutis ch -  M.edicinis che s.     Das  Kraut  von  A.  1. 

noch  of'ficinell  (Uerha  Anagallidis) ,  dock  iveni;/  im  Gebrauch.  Aniven- 
dunfj  in  Pulverform  im  Auf'fjuss  oder  als  ausijepresster  Saft. 

4.     CEUfTUNCUIillS.     HJLMENIiENG» 

LlNN.    Gen.    n.  146. 

Kelch  4-theiliff.  Kronröhre  fast  kugelig,  Kronsaum  4-thei- 
lig,  abstehend.  Staubgefässe  4.  Kapsel  umschnitten  aufsprin- 
gend.    Geschl.  Syst.  IV.  1.  .         «.  , 

Einjährige,    sehr   kleine    Kräuter   mit  wechselständigen   Blättern   und 
blattwinkelständigen,  einzelnen,  sitzenden  oder  gestielten  deckblattlosen 
Blüten. 
.    1.    C  niiuimUS*     JLcK er- Kleinling»    Blätter  eirund;  Blü- 
ten sitzend. 

LiNN.  Sp.  pl.  169.  Cht.  han.  344.  Koch  Syn.  II.  669.  Schk.  Handb. 
I.  T.24.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  30.     Fl.  dan.  1. 177.     Engl.  bot.  t.531. 

Auf  Äckern,  Triften  und  Heiden,  auf  feuchtem  oder  nassem  Boden, 
stellenweise  ziemlich  häufig      Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel    1 4"    laug,    liegend    und  wurzelnd    oder   aufrecht,    ästig   oder   einfach.      Kelch- 

lipfel   lineal;     Kronen    weiss   oder   blassröthlich,    Kapsel   kugelig. 


444  PRIJ!IUl.ACEAE.  Androsace. 

LiNN.    Gen.    n.   196. 

Kelch  5 -spaltig  oder  -zälinig.  Krone  lellcr-  oder  trieliler- 
föruiig.  Ilöiire  eiförmig,  am  Seliiuude  vcreiigerl  und  mit  5 
durch  Einstülpung  entstandenen  Ilöekern.  Kapsel  5 -klappig 
oder  -zähnig.     Gesehl.  Syst.  V.  1. 

Ein-,  2-  (A.  1.)  oder  iiiclirjährige  Kräuter,  meist  l)üscliel-  oder  rasen 
förmig  wachsend,  mit  roscttenförniigen  Blättern  und  einzelnen  oder  dol- 
digen IJiüleiistielen. 

'  I.  A.  elonsnta.  Etangstielig er  Mannsschild,  Blät- 
ter elli|iliseU-lany.ettlicii  sägezähnig;  Schalt  und  Bliitenstiele  feinstcrnig- 
flaunihaarig,    Kronen  kürzer  als   der  Kelch. 

LiNN.  S|).  pl.  1668.  Chi.  han.  341.  Bc.ucrk.  Koch  Syn.  II.  672.  Schk. 
Handh.  I.  T.34.     Jaco.  Fl.  austr.  IV.  t.  340. 

An  grasigen  Plätzen  und  auf  Brachäckern,  anf  sandigem  Boden,  die 
Nordgränze  der  Gesammtverbreitung  im  südlichen  Theile  des  Gchiets  er- 
reichend, selten  (Pr.  Halle:  zur  Weintraube,  Felsen  an  der  Saale,  hin- 
ter der  Kröllwitzer  Papiermühle,  am  Schwalchloche ,  früher  auch  zwi- 
schen Schkeuditz  und  ]>ieuscherbitz,  Aschersleben,  früher  an  den  Wester- 
bcrgcn,    später  nur  an  den  Ochsenbergen).     Mai  bis  August.  —    Sept. 

Blätter  b.Tsisstandig,  bald  mehr  hahl  weniger  siernliaarig ,  nur  an  der  obern  Ilalftc  ent- 
fernt sägczalinig.  Schaft  2  —  3"  hoch,  Blütcnsticlc  langer  als  die  Hülle,  zur  Zeit  der 
Fruchlreile  fast  so  lang  als  der  Schaft,  Kelchzipfel  kantig,  sjutz ,  Kronen  weiss  mit  gelb- 
lichem   Schlünde. 

6.     PRIJTIUIiA.     SCUEitfSSKEiBEiUJfEM, 

Link.   ücn.  u.  197. 

Kelch  ö- spaltig.  Krone  teller-  oder  trichterförmig.  Röhre 
walzig  mit  hauchiger  Erweiterung  an  der  Einfügungsstelle  der 
Stauhf?efasse,  am  Schlünde  mit  Höckern  versehen.  Gesehl. 
Syst.  V.  1. 

Mehrjährige,  stengellose  Kräuter.  Blätter  alle  wurzelständig,  ganz, 
selten  geschlitzt.  Blütenstiele  btattwinkelständig,  schaltlörmig,  niehr- 
Mütig.  Blüten  in  Dolden  mit  deckblättriger  Hülle.  —  Staubgefässe  der 
Kronrölne  bald  höher  J)ald  tiefer  eingefügt,  und  im  lelzlern  Fall  der 
Griffel  b.träclillicli   länger  als  im  erstem. 

•  1.    P.  farinosa.   Bestäubte  Schlüsselblume.    Blätter 

umgekehrteirund  -  länglich,  stumpfkerbig,  kahl,  unterseits  mehlstaubig; 
Kelche  cirundzähnig,  länger  als  die  halbe  Kronröhre,  Kronsaum  fast  so 
lang  als  die  Bohre. 

Li\N.  Sp.  pl.  205.  Koch  Sjn.  II.  673.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  14. 
Fl.  dan.  t.  175.     Engl.  bot.  t.6. 

In  "Vliesen,  auf  feuchtem  oder  moorigem  Boden,  nur  im  nördlichsten 
Theile  des  Gebiets,  selten  (iWA-.  Friedland  auf  den  Marschen,  Neubran- 
denburg  auf  den  Wiesen  liinter  der  Kuhweide,  Warnemünde  nach  Mark- 
grafenheide zu;    IIl.  Ilarkesheide).     Juni,  Juli.  —    August. 

Blatter  zu  Anfang  der  Entwichelung  am  Rande  umgerollf,  unterseits,  ucbst  Blütensliclcu 
und  Kelchen,  dicht  «eissstäubig.  Schaft  6—10"  hoch,  mit  viclbliitiger  Dolde,  Kronen 
rosenroth   oder   lila    mit    gelben    lluckcrn ,     selten    weiss. 

».    P.  acaiilis.    Schaftlose  Schlüsselblume,    Blätter 

länglich-umgekehrteirund,  gezähnt  und  runzelig,  unterseits  kurzhaarig; 
Blütenstiele  wurzelständig,  meist  1 -blutig,  Kelche  halb  5-spaltig  mit  zu- 
gespitzten Zähnen,   Kronsaum  flach. 

Jacq.  Mise.  I.  158.  Koch  Svn.  II.  673.  Stirm  Deutschi.  Fl.  U.  14. 
Fl.  dan.  t.  194.     Engl.  bot.  t.  4  (P.  vulgaris). 


Hoftonia.  PRI]!HII.ACEAE.  445 

In  lichten  Waldungen ,  z^vischen  Gehüscli,  auf  fcuclitem  Immosem  Bo- 
den, sein-  selten  (xWA.  im  Steinl.anser  Holz  hei  Neuburg  unter  dem  Do.n- 
gehüsche  am  Wege  nach  Petschow  — ;   Un.  St.chelhamp  in  Ostliiesland). 

"BUaensneVe'S  — 4"  hieb,  unten  mit  pfricmlicLera  Hi.lll.latl,  an  deren  Stelle  sieb  jedoch 
selten  ein  virll.lütiger  Schaft  erhebt.  Kronen  über  doppelt  so  gross  als  an  der  folgenden 
Art,    mit    nach    ausgebreitetem,     gelblieb"  eissem    Saum. 

3.  P.  elatior.    Uohe  Schlüsselblume.    Blätter  eaund- 

länglich  oder  eirund,  .vellig-l;erhig  «nd  runzelig,  unterseits  kurzhaarig; 

Kelchzähne  langspitzig,   Rronsaum  flach.  „  ^-.      o  ik      .     i  i 

Jaco.  Mise.  I  158.  ^Chl.l.an.340.    Kocu  Syn.  TT.  674.    Sturm  Deutsch  . 

Fl.    H.i4.       Fl.    dan.    t.  4-34    (im    Text    mit   der    folgenden    verueebsxlt).        Kngl.    I.ot. 

513.     Hayne  Arzneigew.  III.  T.35.     P.  yeris  /i.   elat.or  LiisN.  204. 

Aufwiesen,  Grasplätzen  und  in  Hainen,  aul  humuslialtigem  triscüem 
Boden,    sehr  häufig.     März,  April.  —    Mai ,  Juni. 

Höhe  3/4  —  1'.  Blatlbebaarung  abändernd.  Blüten  geruehlos.  Kronen  hlass  sclmelel- 
gelb    mit   einem    dunklern    Ringe    am    Saume    oder    ohne    denselben^ 

4.  P.    ofliciiialis.      Arsneiliche    Schlüsselblume. 

Blätter  eirund,  oft  mit  etwas  herzförmiger  Basis,  A^e^.g  -  kerh.g  und 
runzelig,  unterseits  weichhaarig;  Kelehzähne  kurz  zugespitzt,  Kronsaum 

^°t^'S^:X.  1».     KOC,  S,n.  .1.  074      P   ve-U  Cb.   l,.n   340      Eng. 

hot.  t.  5.      P.  veris  officinalis  Link.   Sp.  pl.  204.      Scuk.  Ilandb.   I.    1 .  6.i. 

Fl.  dan.  t.  433.  ,,..-.  *        i 

Aufwiesen,  Weiden  und  grasigen  Waldplätzen,  sehr  haulig.     April, 

Mai.  —    Juni,  Juli.  ,,      r     r  t.         i-i    i 

Hohe  Vj  — Vj'-  Blüten  «oblriechcnd.  Kronen  hochgclb  .  ra.t  5  safranfarbcnen  llect>cn 
am    Schlünde. 

Gx:  vrMRBI^ICirjES. 

Pharm,aceutisch.Medicinisches.    Blüten  der  A.4   offi- 

cinell  (Floies  Primulae  veiis,  Flores  Paialj  seos).  Forwaltcnde  Be- 
standth.  in  den  ff'nrzeln  ätherisches  i/elhes  Ol,  brauner  Exti^ictivstoff, 
Gallerlsiixire,  anfelsaurer  und  phosphorsaurer  Halle  und  (nach  SaladIS  s 
Amiahe),  als  eine  noch  nicht  näher  bestimmte  oryanische  f  erbindumj, 
Ar'thanitin  (welchem  HiEUSEiELDT  widerspricht,  indem  er  als  ^to/f 
derselben  Catheqorie,  Primulin  fand).  Anwendunfj  jm  rheeauf(juss 
als  ein  erquickendes,  erweichendes  und  schlaf  beförderndes  Mittel,  wel- 
ches jedoch  nur  noch  wenifj  im  Gebrauch  ist. 

ÖTconom^ischeS.  In  Holland  und  Entjland  sollen  die  Blätter 
(Greens  of  priiuroses)  als  Gemüse  genossen  werden.  Atis  den  Bluten 
hat  man  durch  Gährumj  mit  Zuckersaft  und  Citronen  einen  Schlüssel- 
blumenwein  bereitet,  auch  sie  Traubenweine  sowohl  als  dem  Biere  zur 
Erhöhung  des  fFohlaesehmacks  zufjesetzt.  In  manchen  Gegenden  wer- 
den die  Blüten  der  Art.  3.  4.  in  Frühjahrskränze  gewunden  zu  Markte 
gebracht.  Sümmtliche  Arten  sind  Zierpflanzen  der  Garten,  ivo  letztere 
beiden  bekanntlich  viele  Farbenvarietäten   bilden. 

7.     HOTTO^IA.     UOTVONEM. 

LlNN.    Gen.    n.  MÄ. 

Kelch  ö-thcilia;.  Krone  tellerförmig  mit  liurzer  am  ScMunde 
verdickter  RölireT    Kapsel  5 -klappig.     Geschl.  Syst.  Y.  1. 

Wasserkräuter  mit  untergetauchten,  kainmartig-fiederschnittigcn  I)Iat- 
tern.    Schaft  über  das  Wasser  sich  erhebend.    Blüten  in  quirligen  I  rauben. 

1.    H.  palustris.    Sumpf' Mottonie.    Blüten  gestielt  m 

gleichweit  von  einander  entfernten   Quirlen. 


446  PRMIIJIiACEAE.  «ramolus. 

LiNN.  Sp.  pl.208.  Chi.  Iian.  341.  Koch  Svii.  II.  679.  Scuk.  Handb. 
I.  T.35.     Fl.  dan.  t  487.  und  1. 1867.     Engl.  liot.  t.364. 

In  Sümpfen  und  Grälien,  sehr  häufig,  doch  mit  stellenweiscn  Unter- 
hrechungen  (z.B.  Gegend  von  Göttingen  und  blanden;  südlicher,  west- 
licher und  nord-wcstlicher  Theii  der  Flor  von  Ilalle).  Mai,  Juni,  — 
Juli,  August. 

Blätter  hellgrün,  Zipfel  selimal  lincal  -  pfrieiuenformig.  Scliaft  10  —  12"  Locb.  Kronen 
liellrosa,  später  weiss  mit  gcllilicliem  Scliliind.  —  Varlirt  LinsicLtlicL  Jcr  wccLselndeo  Ge- 
scblechtsaiisbildiing    wie   manche    verwandte    Gatttingcn. 

OTConomischeS»     ISur  die   Pferde  fressen  das   Kraut. 

S.    SAI?IOIi(J;§f.    BUNGM» 

LlNN.    Gen.     n.  •i.ii. 

Kelch  5 -spaltig,  halb  mit^  dem  Fruchtkuoten  verwachsen. 
Kronröhre  kurz  glockenförmig  mit  abstehendem  ö-theiligem 
Saum.  Staubgefässe  10,  5  fruchtbare  an  der  Basis  der  Kron- 
röhre, 5  unfruchtbare  höher  zwischen  den  Saumlappen  einge- 
setzt.   Kapsel  5-klappig.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  wechselständigen,  ganzrandigen  Blättern. 
Blüten  in  endständigen  Trauhen  oder  Dolden,  Blütcnstielchen  in  der 
Mitte  oder  an  der  Basis  mit  einem  Deckblatt. 

1.  S.  Valerandi.  Sats-Bunge,  Blätter  umgekehrteirund- 
spatelf'örmig,  unterste  rosettenartig,  oberste  sitzend;  Blüten  in  später 
verlängerten  Trauben. 

LiNN.  Sp.  pl.243.  Chi.  han.  384.  Kocu  Syn.  II.  681.  Schk.  Handb. 
I.  T.40.     Fl.  dan.  t.  198.     Engl.  bot.  t.  703. 

In  Sümpfen,  an  stehenden  Gewässern  und  auf  Wiesen,  auf  nassem 
und  meistens  salzhaltigem  Boden  oder  wo  Meereswasser  übertritt,  ziem- 
lich häufig,  doch  mit  Unterbrechungen.  Juli,  August.  —  September, 
October. 

Stengel  aufrecht,  steif,  nach  oben  ästig.  Blätter  saftig- grün ,  so  wie  die  ganze  Pflanze 
kahl,  oft  graugrün  angelaufen.  Blütentrauhc  anfänglich  doldentrauhig,  Blütenstiele  lang, 
dünn,  Deckblätter  klein,  lanzeltlich,  Blüten  klein,  Kronen  weiss  mit  gclhlicbera  Schlünde. 
Kapsel   fast   kugelig. 

GmTVMRBI.ICHi:S. 

technisches»  In  den  mehrsten  Füllen  kann  das  f'orkommen  der 
Pflanze  als  eine  Anzeitje  betrachtet  werden,  dass  Salzauellen  in  der 
Nähe  sind. 

OTConomiSCheS»  Das  Krattt  ist  antiscorbittiscli,  weshalb  es  ehe- 
dem officinell  war,  und  kann  jung  als  ein  gesunder  Salat  genossen 
werden. 

LlNN.    Gen.    n.'291. 

Kelch  glockig,  5-spaltig,  gefärbt.  Krone  nicht  vorhanden. 
Staubgefässe  im  Grunde  des  Kelchs  dessen  Zipfeln  gegenstän- 
dig eingesetzt.    Kapsel  5-kla|)pig.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige,  dem  Salzboden  angehörige,  etwas  fleischige,  niederlie- 
gende oder  aufrechte  Kräuter,  mit  kreuzenden  ganzrandigen  Blättern  und 
in  den  Blattwinbeln  sitzenden   einzelnen  Blüten. 

1.    €r.  maritima.   Küsten- MilchTcraut,   Blätter  lanzett- 

iich,  sitzend,  untere  gegen-,   obere  wechselständig;    Blüten  fast  sitzend. 
LiNN.  Sp.  pl.301.     Chi.  han.  344.    Koch  Syn.  11.  681.     Scuk.  Handb. 
I.  T.  50.     Fl.  dan.  t.  548.     Engl.  bot.  1. 13. 


isteigen.l,    JiaU.       BläHer    etwas    fleis 

eilig,    eingedrüekt- 

Blüten    aiirenarlig    einander    genäherf. 

klein,    hlassrosen- 

kugel.g. 

Qlobularia.  GI.OBIJIiARlEA£.  447 

An  den  Nord-  und  Ostseelcüsten  und  auf  nalie  helegenen  Inseln,  an 
den  Flussmündungen  so  weit  die  Fluth  geht,  im  Binncnlaiide  an  Salz- 
quellen und  Salinen,  auf  feuchtem  salzhaltigem  Boden,  häufig.  Mai  Lis 
August.  —  Juli  bis  September. 

Höhe    '.i  —  6",    liegend    oder    an 
liiinitirt,     oft    grangriin    ülierlaufen. 
rotli   in    weiss    »erbleichend.      Kapsel 

GJEirjERBZ,ICJB[JE8. 

VecHniicHeS»  fVo  die  Pflanze  im  Binnenlande  vorkommt ,  zei(/t 
sie  Salzauellen  an.  Sie  kann  in  Verhindunfj  mit  mehrern  Seestrands- 
pflnvzeii  zur  Gewinminff  von  Soda  benutzt  werden. 

ÖTCOnomiSCheS»  yinf  dem  Marsch-  und  Polderhoden  unserer  Kü- 
sten fjehört  sie  ihrer  Nahrhaf'tifjkeit  wet/eu ,  vermöffe  deren  sie  besonders 
auf  Vermehrung  der  Milch  bei  den  Kühen  hinwirkt,  zu  den  Gewächsen 
erster  Güte.  Man  sucht  daher  ihre  f'erbreitunq  niöfflichst  zu  begün- 
stigen. 

liXXiv.   €;iiOBUiiARif:Ac:. 

De    CanD.    Fl.    franc;.    III.   427. 

Kelch  5 -spaltig,  tlaueriuU  mit  geschindelter  Knospenlage. 
Krone  o-spallig,  meistens  ungleich.  Staiihgefässe  4,  der  Kron- 
röhre  ahwechselnd  mit  deren  Zipfeln  eingesetzt,  das  hintere 
5te  fehlend.  Fruchtknote  l-fächerig,  1-eiig,^  das  Eichen  han- 
gend. Frucht  schlauchartig.  Keim  gerade  im  fleischigen  Ei- 
weiss,  das  Wurzel chen  gegen  den  iXahel  gerichtet. 

T^orkommen.     Einige  Kalk,    andere  Kies  liebend. 

Gehalt,     IVicht  hinreichend  bekannt ,   doch  kommen  bittere  Stoffe  vor. 

i.     GliOBUEtARIA.     KUGXXiBXiUMX:, 

LlNN.    Gen.     n.  HJ. 

Kelch  röhrenförmig.  Krone  unregelmiissig  mit  4  — 5-theili- 
gem  fast  2-lipprgem  Saum.  jNarhe  2-spaltig.  Schlauch  1-sa- 
mig.      Geschl.SysL  IV.  1. 

3Iehrjährige  Krauter  (A.  1.),  Stauden  oder  Sträuche.  Blätter  wech- 
selständig, meist  spateiförmig,  an  der  Spitze  oft  3-zähnig.  Blüten  auf 
einem  spreuigen  Boden  kopfförmig  geJiäuft  und  von  einer  vielblättrigen 
Hülle  umgeben. 

'1.  G,  vulgaris.  Gemeine  Kugelblume,  Wurzelblät- 
ter umgeliehrteirund-spatelförmig,  ausgerandet  oder  kurz  3-zähnig,  sten- 
gelständige lanzettlich;    Blüten  in  einem  endständigen  Köpfchen. 

LiNiv.  Sp.  pl.  139.  Koch  Syn.  11.  681.  Schk.  Handb.  I.  T.21.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  11.27. 

Auf  Triften,  an  magern  sonnigen  Kalkbergen,  im  südlichen  Theile 
des  Gebiets  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  sehr 
selten  {Pr.  Halle:  am  südlichen  Rande  der  neuen  Giehle  bei  Freiburg, 
zwischen  Bennstedt  und  Kölme  bei  Seeburg,  als  nördlichstes  Vorkommen. 
Weber  Spie.  fl.  goett.  5.  giebt  sie,  noch  dazu  v.  c,  bei  IVeuhofl'  am  Harze 
an.  Man  hat  sie  aber  dort,  eben  so  wenig  als  seine  Pinguicula  alpina 
am  Brocken,    auffinden  können).     Mai,   Juni.  —    August. 

Wurzel  vielköpfig,  Stengel  4 — 10"  Loch,  einfach.  Wurzelblätter  roselteuarlig,  in 
einen  rinnenförmigen  Blattstiel  verschmälert.  Blüten  zahlreich.  Hüllhlatler  laiizetilich,  sla- 
chelspilzig,  Sprenblältchen  schmäler.  KelchröLre  haarig,  Kronen,  Staubbeutel  und  Griffel 
bellblau,    selten   weiss. 


448  PliViUBACilMEAE.  Armeria. 

liXXV.     P1.1JIIIBAOIJVEAE. 

Jlss.   Gc.i.   9vJ. 

Kcleli_5-zähiiig,,ausilauerml.  Krone  regelmässig',  o-thclHg, 
oft  fast  5-hlat(rig,  in  der  Knospcnlage  ffedreliet.  Slauhgefassc 
5,  den  Lappen  der  Krone  eingesetzt.  _Friiclifknofe  l-fäelierig, 
1-eiig,  mit  hängendem  Eichen,  Griffel  5,  selten  3  oder  4.  Kapsel 
l-saniig,  an  de>  Spitze  5 -klappig,  oder  an  der  JJasis  unregel- 
mässig ahreissend.  Keim  aufrecht,  gerade,  in  der  Achse  des 
Eivveisses^  das  Würzelchen  kurz. 

Torkoninien.  Tliells  Kieselerde  und  Salzgehalt  des  Rodens,  tbells 
Kalk  liel>ind. 

Gehalt.  Gerbestoff'  in  den  Blättern,  mehrerer,  ferner  Natron,  koh- 
lensaurer Italk,  in  den  fVnrzeln  einif/er  das  noch  nicht  hinlanylich  un- 
tersuchte Plumbatjin. 

i.     ARJYIERIA.     GUASlVMXiKJE, 

WILLI).    Eiium.    Lorl.    bcrol.    I.    .333. 

Kelch^troekenhäutig,  5-zähnig.  Krone  fast  ö-hlätfrig.  Staub- 
gefässe  5.  Blüten  in  einem  Kopf  mit  Hülle,  vor  dem  Aufblühen 
in  einer  später  zurückschbigenden  deckblattarligen  Scheide. 
Blütenboden  spreublättrig.  Kjip_sel  an  der  Basis  unregelmässig 
abspringend.     Gesehl.  Syst.  V.  5. 

Mehrjährige,  stengellose  Kräuter.  Wurzelblätter  zusaniniengehäuft, 
Hneal  oder  lanzettlich,  nervig.  Blütenstiele  schal'tartig,  einen  einzelnen 
Blütenkopf  tragend,  dessen  äusserste  IlüUhlätter  zu  einer  das  Ende  des 
Schafts  röhrig  umfassenden   Scheide  ausgewachsen   sind. 

1.    A.  Yiilgari^.     Gemeine  GrasnelTee»    Blätter  schmal 

lincal,  1- nervig;    Schaft  1-köplig,   zarthaarig  oder  kahl. 

WiLLD.  Enuni.  hört,  berol.  1.  333.  Chi.  hau.  345  nebst  v.  maritima. 
Statice  Armeria  Linn.  Fl.   succ.  n.269  (nach  Ausweise  von  Ehrhart  ju  Linne's 

Zeit   zu  t'psala   eingelegter  Exemplare ,    also   Holil   obne  Zweifel    auch    Sp.    j)l.  394.).       Engl. 

bot.  t.  226  (mit  zartliaarigem  Seliaft).  S.  purpurea  Kocu  Sju.  II.  683.  und  A. 
elongata  ß.  purpurea  Boiss.  in  De  Caind.  Prodr.  XII.  681.  A.  maritima 
WiLLD.  das.  Kocu  das.  Boiss.  das.  677.  wie  nicht  minder  S.  Arnicria  ß. 
pubescens  Deth.  Consp.  28.  Laingm.  Fl.  von  Mekl.  168.  A.  pubescens 
Boiss.  das.  680. 

b.  elongata.    Jöie  langsehäftige.     Üppiger;  Blätter  schlafler,  meist 

zugespitzt;  Schaft  verlängert,  kahl,  Köpfe  grösser,  voller-  und  lucke- 

rerblütig. 

Statice  elongata  Hoffm.  Deutschi.  Fl.  Ausg.  II.   1.  150.      Kocu   das. 

A.  elongata  Boiss.  das.  681.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  1.     Fl.  dan.  1. 1093. 

(S.  Armeria). 

o.  huniilis.     JDte  Kleine.     Niedriger;    Blätter  kürzer  und   schmäler; 

Schaft   kurz    und    unbehaart;    Köpfe  kleiner,   gedrängter  und  wcniger- 

blütig. 

G.  F.  W.  Mever  Flussgeb.  d.  Innerste.  I.  227.     Chi.  hau.  346.  Anmerk. 

A.  Halleri  Boiss.  das.  681. 
Auf  Triften,  Grasplätzen  und  Wiesen,  auf  sandigem  und  Sandboden, 
sehr  häufig;  die  behaarte  Form  am  ganzen  ]>ord.  und  Ostseestrande  ge- 
mein und  schaarenweise,  mit  Entfernung  vom  Strande  in  die  kahle  über- 
gehend; b.  im  Biniienlande,  wo  dem  Sandboden  etwas  Iluinus  beigemengt 
ist,  und  c.  sowohl  am  Strande  als  im  Binnenlands  auf  magerin  feuchtem 
Sandboden.      Mitte  Mai  bis  Ende  August.  —    August,  September. 

Wurzel   spindelförmig,    stark,    sriikreclit   oder   (sckräg   eindringend,    alt   vielköpfig,    gras- 


Armeria.  PI^IIHBAGINEAE.  449 

ähnliche  Blättcrhüschel  iiiiil  einen  oder  mehrere  Schäfte  treihend.  Blätter  gegen  die  Basis 
flachrinnig  und  liald  mehr  hald  weniger  gewimpert  auch  auf  dem  Miltclnerv  schwach  behaart 
oder  kahl,  selten  ganz  ungewinipert,  auch  wohl  am  Rande  etwas  durchscheinend, —  an  den 
grössern  Formen  meist  spitzlich  oder  zugespitzt  (nicht  immer,  schon  Fl.  dan.  t.  1092.  hildet 
die  clongata  mit  stumpfen  Blättern  ah),  in  der  Breite  \on  V^jn'",  wobei  die  Fläche  weniger 
rinnenforuiig  erscheint,  bis  zu  y^  abnehmend,  und  nach  Massgabe  ihrer  verschiedenen  Länge 
schlafl'er  oder  steifer.  Schafthohe  der  unmittelbar  am  Meeresstrande  stehenden  behaarten 
Form  4  —  6",  gegen  das  Binnenland  mit  abnehmender  Behaarung  8 — 10",  der  Spielart  b. 
10— l'i".  Aber  auch  im  Binnenlande  geht  auf  unfruchtbarem  Sandboden  (z.B.  im  Puch- 
sande  des  Harzes  and  des  Innersteufers)  die  hohe  kahle  F''orm  zur  Schaflhohe  von  3  —  4" 
zurück.  Köpfe  kugelig  und  Tollblütig,  gedrückt  und  wenigblütig,  in  der  Gesammtgrosse 
wie  in  der  sämmtlicher  Blütentheile  abändernd.  Äussere  Hüllblätter  stets  in  eine  Spitze  aus- 
gehend, übrigens  bald  breiter  bald  schmäler,  kürzer  als  der  Kopf,  von  der  Länge  desselben 
und  mit  vorgezogener  Spitze  länger  als  derselbe.  Kelche  mit  abnehmendem  Längenwuchs  der 
ganzen  Pflanze  auch  kürzer  gestielt,  nur  auf  den  Riefen  oder  auch  zwischen  denselben  behaart, 
Kronen  beller  oder  dunkler  rosa,  selten  purpurn,  am  Strande  meist  blassrosa  oder  lila,  aber 
auch  hier  bisweilen  die  kurzscbäftige  behaarte  Form  purpurviolet  (z.  B.  bei  Otlerndorf).  — 
Dass  alle  diese  Foruterschiedenheilen  in  einander  übergehen,  davon  kann  man  sich  durch  einen 
Besuch  unseres  >ordseestrandes,  ohne  dass  man  nöthig  hätte,  den  Strand  von  Hamburg  bis 
zur  holländischen  Grenze  7  Monate  lang  zu  durchwandern,  wie  ich  es  tliat,  auf  das  Ent- 
schiedenste überzeugen. 

Bemcrli.  1.  Die  Einnenigkeit  der  Blätter  darf  man  nicht  zu  streng  nehmen.  In 
die  breite,  scbeidige  Basis  eines  üppig  ausgebildeten  Blatts  von  b.  sieht  man  ausser  dem 
starken  Mitlelnerv  (der  die  Einnervigkeit  repräsentirt)  beiderseits  desselben  3  halb  so  starke 
Seitennerven  treten,  und,  alternirend  mit  diesen,  jederseits  4  viel  schwächere  IVehennerven ; 
also  1.5,  mit  einfacher  Lonpe  wahrzunehmende,  Nerven.  Bei  minder  kräftiger  Blattentwicke- 
lung bilden  sich  an  jeder  Seite  nur  8,  bei  ganz  sciimalen  Blättern  bisweilen  nur  *2  Seiten- 
nerven aus;  7  oder  .S  auf  der  Fläche  des  trockenen  Blatts  merklich  vortretende,  Nerven  sind 
mindestens  immer  vorhanden.  Dies  ist  die  gleichförmige  Bildung  bei  A.  elongata,  A.  pur- 
purea,    A.  maritima    und    A.  alpina. 

Bemerl».  2.  '^on  der  Basis  der  innern  Hüllblätter  des  Blütenkopfs  ziehen  sich  h 
oder  bei  stärkerer  Ausbildung  des  Blatts  7,  sehr  zarte ,  grünliche  Nerven  bis  über  die  Mitte 
oder  auf  "^j^  der  frockenhäutigen  Blattfläche,  und  münden  hier,  einen  zackigen  Bogen  bildend, 
netzartig  in  einander,  ohne  dass  jemals  einer  dieser  Nerven  durch  das  obere  Drittheil  der 
Blattfläche  bis  zum  Rande  fortliefe,  oder  über  diesen  hinaus  träte. —  So  habe  ich  die  Bil- 
dung, übereinstimmend  und  ohne  Ausnahme,  an  A.  elongata,  A.  maritima  und  A.  alpina,  aus 
verschiedenen  Ländern  und  von  sehr  vielen  Slandörtern  untersucht,  gefunden.  ^Venn  die 
nicht  seltene,  scheinbare  Fortsetzung  eines  dieser  Nerven  durch  eine  Falte,  die,  zum  Blatt- 
rande fortlaufend,  sich  bildet,  wo  jener  aufliört,  eine  Täuschung  ist,  die  einem  Beobachter 
wie  Koch  nicht  begegnen  kann,  so  bleibt  dessen  (in  mehrere  neuere  Floren  abschriftlich 
übergegangene)  Angabe  in  der  Diagnose  von  S.  elongata:  ,|involucri  foliolis  interioribus  ob- 
tusissimis  nervo  eicurrente  mucronatis"  ein  Räthsel ,  welches  wohl  nur  unser  geehrter 
Freund  selbst  zu  lösen  im  Stande  ist.  —  S.  elongata  wurde  zuerst  von  HOFFM.  a.  a.  O. 
aus  der  dazu  citirten  Abbildung  Fl.  dan.  t.  1092.  die  ihm  zu  lang  schien,  auf  gut  Glück 
gemacht.  Er  stellt  sie  indessen  (oboe  fortlaufende  Nummern)  als  Spielart  auf.  Eben  diese 
Abbildung  giebt  aber  die  innern  Hüllblätter  in  2  Analysen,  ohne  Stachelspitze,  und  eben 
so  bildet  sie  der  genaue  ScHKUHR  a.  a.  O.  Fig.  o.  ab,  dessen  Abbildung,  mit  lang  zuge- 
spitzten   Blättern    und    sehr   langem   kahlem    Schaft,    unzweifelhaft   die    S.  elongata    darstellt. 

Bemerk.  3.  A.  litoralis  WillD.  ist,  wie  ich  schon  im  Jahre  1824  (Hannöv.  Mag. 
St.  13.  S.  181.)  erwiesen  habe,  eine  geringfügige  Abänderung  von  A.  vulgaris.  Nicht  min- 
der bietet  S.  alpina  KocH  das.  683.  A.  alpina  BoiSS.  das.  680.  kein  Merkmal  an,  welches 
dazu  berechtigte   sie   für    eine    eigene  Art   zu   halten. 

GM1VMRBM.ICMI1S» 

OTeonomiSCheS*  Ganz  vorzUf/Uch  zur  Einfassung  von  Garten- 
beeten geeignet. 


450  PI.IJJHBA<;iJ«EAE.  Stntice. 

LlNW.    Gen.     11.  38M. 

Kelch  Irookeiihäiitig,  5-zäliiiig.  Krone  fast  o-Jilätti-ig.  Slauh- 
gefjisse  5.  Schlauckkaps^el  an  der  Basis  imregelmässig  ahsi)rin- 
geiul.     Geschl.  Syst.  V.  p. 

Meliijährige  Kräuter,  mit  sünuntlich  wurzclstaiuligcn  haltl  breit  spa- 
tellormigcn,  gaiizraiidigen  oder  gezähnten,  Iiaid  ]inealen  oder  nadclartl- 
gen  Blättern.  Scliaftaitige  Stengel  ästig  mit  einseitwcndigen ,  rispigen 
oder  doldentraubigen  Ähren. 

1.  1^.  lilnioniUin.  Gemeine  StrandnelJee,  Blätter  um- 
gekehrteirund-länglieh  oder  länglich -lanzettförmig  in  den  Blattstiel  ver- 
schmälert, unbehaart,  einnervig;  Stengel  oben  doldcntrauJug-  oder  rispig- 
ästig. 

LiNN.  Sp.  pl.394.  Chi.  han.  345.  Koch  Syn.  11.  684.  Reichenb.  PJ. 
erit.  \lir.  t.  751.     Engl.  bot.  t.  102. 

Am  Nordseestrande  und  den  uahebelegenen  Inseln,  auf  fettem  humo- 
sem  (Schliek-)  Boden,  nur  einzeln  auf  magern  santlhaltigen  Boden  über- 
gehend (Hh.  Inseln  Borkuni,  Nordernei,  Laugeroge,  Spicherogc  — ;  Ol. 
Jevcr.  Yarcl,  Eckwarden — ;  ßni.  Wulsdorf ,  als  südlichstes  Yorkonimen 
im  Gebiete — ;  Hb.  Cuxhafen — ;  Hl.  ganze  Nordsecküstc ,  an  der  Ost- 
seeküste bei  Ileiligenhafen,  Lütjenburg — ;  31  li.  Ostseeküste,  Insel  Poel, 
Wismar,  Wustrow ,  Markgrafenheidc — ).     August,  September. —    Oct. 

Blätter  rosettenartig  auf  langen  Stielen,  bis  !>"  lang,  letlcrartig,  am  Ranilc  knorpelig, 
stumpf,  bisweilen  mit  kurzer  Stachelspitze,  graugrün.  Stengel  steif,  mit  einigen  Schuppen 
besetzt.  Rispe  doldentranbig,  reichblütig,  Helchzäfane  eirund,  spitz.  Kronen  hiinnielblau.  — 
Variirt  sehr  in  der  Blattbreite,  auch  mit  kleinem,  viel  kürzer  gestielten  Blättern,  wo  sie 
auf  weniger  hnmosen  Boden  übergeht  (S.  Pseudo  -  Limonlnm  REICIIENB.  das.  t.  717.),  auch 
mit  kleinem  und  dickem  Blättern,  mit  zugleich  vielästiger  rispiger  InOoreszenz  (S.  bahu- 
siensis    FR.    Summ.    vcg.    Scand.    200.       S.   Limonium    FI.    dan,    t.  415.). 

WMGMniCMA^nTEGm    PfJDA]¥ZXJ¥. 

Jliss.    Gen.    89. 

Keleb  4- (seltener  3-)  Iheilig.  Krone  4-spaltig,  regelmässige 
trockenhäutig.  Stauhgefässe  4,  der  Kronröhre  abwechselnd 
mit  deren  Zipfeln  (oder  einem  Fruehthoden)  eingesetzt,  in  der 
Knospenlage  einwärts  gesehlagen.  Fruchtknote  1- fächerig, 
oder  durch  ein  mittelständiges  gellügeltes  Samenpolster  2-  oder 
4- fächerig,  Fächer  mit  2  oder  niehrern,  selten  nur  1  Eichen. 
Ein  Griffel.  Frucht  eine  INuss  oder  umschniltene  Kapsel.  Keim 
im  Samen  wagerecht,  das  Würzelchen  gegen  den  i\ahel  ge- 
wandt.^  Eiweiss  hornartig  oder  fleischig.^^ —  Blüten  zwitterigj 
vielehig  1-  oder  2-häusig. 

Torkonimen.  Die  mehrsteii  Sand  und  Alkaligehalt  des  Bodens  lie- 
bend,   einige  dem  salzhaltigen  Boden  angehörig. 

Gehalt.  iVoc/i  xvenitj  untersucht.  Kieselerde,  Halk  und  Alkalien  im 
Kraute,    in  den  Samen  viel  Schleim. 

1.    lilTORErEiA.     STMÄJVniiMJVG. 

LiNN.    Gen.    n.  1328. 

Einhäusig.  Männl.  Blüten  gestielt.  Kelch  4-theilig,  Kron- 
röhre walzig  mit  4-theiligem  Saum  und  4,  dem  Fruchtboden 
eingesetzten  Staubgcfäs.sen.  Weibk  Blüten  an  der  Basis  des 
Stiels  der  männlichen.  Kelch  3-theilig,  Krone  bauchig-röhrig, 
mit  gezähncltem  Saum.    INuss  1-fächcrig.    Geschl.  Syst.  XXI.  4. 


Plantago. 


PIKANT  AGINEAE.  451 


Mehrjährige,  wasserliebende  Kräuter  mit  nur  wurzelständigen,  etwas 
fleischigen,  schmalen  Rlättern.  Stiele  der  männlichen  Blüten  fast  von 
der  Länge  der  Blätter,    in  der  llitte  mit  einem   Dechhlatt. 

1.  I«.  lacustris.  Genteiner  Strändling,  Blätter  stiel- 
rund, pfriemcnspitzig;   Schälte  1- Mutig. 

LiNN.  Sp.  pl.  Mant.  295.  Chi.  han.  350.  Koch  Syn.  II.  68-5.  Schk. 
Handb.  III.  T.  287.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  41.     Fl.  dan.  1. 170  (Plan- 

tago  1-flora).     Engl.  bot.  t.  468. 

An  Teichen,  überschwemmt  gewesenen  Stellen  und  Flussufern,  auch 
am  Seestrande,  auf  nassem  sandigem  Boden,  im  nördlichen  Theile  des 
Gebiets  bis  Hannover  und  im  ganzen  nord- westlichen  Theile  des  Gebiets 
häufig,  gegen  Osten  abnehmend  und  im  süd- östlichen  (Flor  von  Halle) 
nicht  mehr  vorhommend.     Juni,  Juli.  —    August. 

Höhe  2  —  3",  Ausläufer  treihcnd.  Blatter  line.il,  zugespitzt,  mit  scLei.liger  Basis. 
Kronen  der  mänDllchen  Blüten  «eisslich.  Stai.l.fä.len  3  —  4  Mal  so  lang  als  «lie  Krone, 
»ielbeiigig.       Weibliche    Bliilen    durch    die    Blatfl.asen    versteck»,    grünlich. 

«.    PliAJVTACiO.     jyMGKUECn, 

I.INN.    Gen.    n.  142. 

Blüten  Zwitter.  Kelch  4-tbeilig,  die  beiden  vordem  Theile 
oft  verwachsen;  Krone  röhrig  mit  4-thenigem  senkrecht  zuruck- 
ffeschlaffenem  Saum.  Kapsel  umschnitten  aulspringend.  Ire- 
schl.  Syst.  IV.  1. 

Ein-  (Art.  6.  7.)  oder  mehrjährige  (Art.  1—5.),  stengellose  oder  sten- 
geltreibende Kräuter,  seltener  Stauden.  Blätter  an  der  Basis  scheidig, 
an  den  stengelloscn  Arten  büschelig  gehäuft,  an  den  stengeltreibenden 
Wechsel-  oder  gegenständig,  ganzrandig,  sägezähnig  oder  fiederschnittig, 
bald  flach  und  nervig,  bald  halbrund,  Blütenstiele  schaftartig,  achsel-, 
selten  endständig.  Blüten  dichtährig,  sitzend,  von  einem  Deckblatt  un- 
terstützt,   Kronen  weisslich. 

f      Stengel    abgekürzt   mit   w  iirze  1  ständigen   Blättern    und    Schäften. 

1.   P.  major*    Grosser  W^egerich»    Blätter  gestielt,  eirund 

oder  elliptisch,  5 — 9-nervig,  kahl  oder  schwach  behaart;  Schäfte  rund, 
Ähre  gestrecht,  walzig,  Deckblätter  eirund,  stumpf,  gekielt;  Kapsel  8- 
samig. 

LiNN.  Sp.  pl.  163.  Chi.  han.  346.  Koch  Syn.  II.  685.  Schk.  Handb. 
I.  T.23.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  87.  Fl.  dan.  t.  461.  Engl.  bot.  t.  1558. 
Hayne  Arzneigew.  V.  T.  13. 

An  Wegen  undFusssteigen,  auf  Gartenländereien,  Wiesen  und  offenen 
W^il dpiätzen,  auf  trockenem  etwas  humushaltigem  Boden  und  auf  feuch- 
tem Sandboden  allgemein  verbreitet.     Juni  bis  August. —   August,  Sept. 

Blätter  bis  3"  breit  und  4"  lang,  schwach  ausgeschweift,  bisweilen  mit  einigen  vortre- 
tenden Zähnen,  bei  der  Entwickelung  faltig  und  schwach  gerollt.  Auf  nass  -  sandigen  Äckern, 
die  ganze  Pflanze  nicht  seilen  nur  2"  hoch,  die  Blätter  4—6'"  breit  (P.  minima  DE  CanD. 
Fl.    fran?.    III.    408.).      Ähren    dünn,    schlank,    bis   2/4'   lang.       Kronlappcn   blassbrännlich. 

Ä.    P.  media.    Mittlerer  Wegerich,    Blätter  elliptisch 

oder  eirund -elliptisch,  in  einen  kurzen  breiten  Blattstiel  zusammengezo- 
gen, 5 — 7-nervig,  beiderseits  kurzhaarig;  Schäfte  stielrund,  Ähre  läng- 
lich-walzig, dicht,  Deckblätter  eirund,  spitzlich,  Kronröhre  kahl,  Kron- 
lappen weisslich -durchsichtig. 

LiNN.  Sp.  pl.  163.     Chi.  han.  347.     Kocu  Syn.  II.  686.     Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  87.    Fl.  dan.  t.  581.    Engl.  bot.  1. 1559.    Hayne  Arzneigew.  V.  T.  14. 
b.  longifolia.     n  er  langblättrige.    Blätter  länglich -lanzettförmig, 
in  einen  langen  Blattstiel  verschmälert. 
Chi.  han.  das. 


452  PliANTAGlNEAE.  Plantago. 

All  Wegen,  Aekeriaineii,  auf  Triften  und  an  Waldrändern,  auf  tro- 
ckenem Hoden  jeder  Art,  allgemein  verbreitet;  b.  auf  humushaltigen 
Wiesengriinden.     Mai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Blattei  meistens  ■^j^  —  I"  lireit,  "1"  lang,  wovon  «1er  Blattstiel  "J  —  3'"  ciuniiumt.  Blallci 
der  Spielart  I).  bis  6"  lang,  «ovon  der  Blattstiel  l^j^"  betragt ,  «leren  Scliaftlänge  bis  '1' . 
Kapsel  2- sämig.  —  Auf  nass  inagerm  Boden  kommen  3"  bobe  Escmplare  mit  runder  Blii 
len.ibre   vor    (P.  nana    TratT.    Arcb.    I.    23.    T.  42.). 

3.  P.  lanceolata.     Etanxetthlättriger   Wegerich. 

Blätter  lanzettförmig,  beiderseits  verschmälert,  5- nervig,  entfernt  drü- 
senzäbnig;  Schäfte  gefurcht,  Ähre  eirund  oder  länglich-walzig,  Decli- 
blätter  eirund  zugespitzt,    seitliche  Kelchzipfel  vvimperig  gekielt. 

b.  villosn.     Der  langhaarige.     IMedriger,  schmalblättriger,  Blätter 
besonders  gegen  die  Basis  zottig  behaart;   Ähren   eiförmig. 

Chl.han.  das.     Hannov.  Magaz.  J.  1822.  St.  XII.  171.     P.  lanceolata /?. 

laiiuginosa  Langm.  Fl.  v.  Mecklenb.   110. 

LiNN.  Sp.  pl.  I(i4.     Chl.han.  000.     Koch  Sjn.  II.  086.     Sturm  Deutschi. 

Fl.  H.7.     Fl.  dan.  t.  437.     Engl.  bot.  t.  507.     Uavne  Arzeigew.  Y.  T.  15. 

Auf  Äckern,  W^iesen,   Triften,   in  Heiden  und  Hainen,    auf  frischem 

etwas  humosem  Boden,  allgemein  verbreitet;  b.  im  Saude  der  Küsten  und 

Inseln.     April  bis  August.  —    Juni  bis  September. 

Blatter  in  Grosse  und  Gestalt  veränderlieb.  Blattstiele  rinnig.  Schalt  '/j  —  1'  '""S' 
Ähren    vom    Walzenförmigen    bis    in's    Kugelige. 

4.  P.  maritima.  Strand-Wegerich.  Blätter  lineal,  bei- 
derseits verschmälert,  3- nervig,  fleischig,  ganzrandig  oder  mit  einzelnen 
verlorenen  Drüsenzähnen;  Schäfte  stielrund,  Ähre  schmal  walzig,  dicht, 
Deckblätter  eirund,  spitzlich,  vordere  Kelchzipfel  mit  häutigem  Rande, 
hintere  krautig- gekielt ,    Kronröhre  etwas  zottig. 

LiNN.  Sp.  pl.  165.  Chi.  hau.  348.  nebst  v.  tenuifolia.  P.  maritima  «. 
genuina  und  y.  ciliata.  Koch  Syn.  II.  688.  P.  graminea  De  Cand.  Fl. 
franc;.  111.  413.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  88.  Fl.  dan.  t.  243  und  t.  691 
(P.  s<|uain:.ta  elc).     Engl.  bot.  t.  175. 

b.   latifolia.     ner  breitblätterige.     Blätter  schmal   lanzettförmig, 
flach,   mit  einigen  zipfelig  verlängerten  Zähnen. 

Chi.  hau.  das.      P.  maritima  ß.  dentata  Kocu  das.      Fl.  dan.  t.  1634. 

P.  dentata  Both.  Fl.  germ.  1.61.  II.  1.   173. 

Am   Nord-    und   Ostseestrande    und   den    nahe    liegenden    Inseln,    auf 

salzhaltigem  Boden,  sehr  häufig;  b.  auf  fettem  Schlickboden;  im  Binnen- 

laiidc    die    schmalblätterige  Hauptart   nur   in    der  Nähe   von    Salinen    und 

Salzquellen.     Juni  bis  August.  —    September. 

Wurzel  bolzig,  stark  und  vielköpfig.  Blätter  schlaff,  2—3'"  breit,  an  kleinen  auf 
sandigem  Boden  geHachsenen  Exemplaren  oft  nur  '/o  —  l'"  breit,  undeutlich  3 -rippig.  gegen 
die  Basis  oft  feinbarstig  gevviniperl,  an  der  Spielart  b.  bis  '/j"  breit,  fleischiger  und  »cr- 
brechliob,  mit  lang  vortretenden  Zahnen,  bisweilen  eingeschnitten -zähnig.  Ähre  vor  dem 
Aufblühen    nickend. 

5.     P.   Coronopus.     Schlitshlättriger    Wegerich, 

Blätter  einfach-  oder  fast  doppeltliederspaltig  mit  entfernt  stehenden 
schmalen  Zipfeln;  Schäfte  stielrund,  Ähre  verlängert  schmalwalzig,  Deck- 
blätter aus  eirunder  Basis  pfriemenförmig,  seitliche  Kelchzipfel  auf  dem 
Rücken  llttgelig-gekielt,    auf  dem  Kiele  wimperig. 

LiNN.  Sp.  pl.  166.     Chi.  han.  349.     Koch  Syn.  II.  689.     Fl.  dan.  t.  272 

(eine   breitblättrige   und    kurzährige    Form).       Engl.    bot.    t.  892. 

Am  INord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  nahe  belegenen  Inseln,  auch 
von  erstem!  auf  die  ofl'enen  Triften  des  Binnenlandes  übergehend,  auf 
trockenem  sandig -humosem  und  sandigem  Boden,  häufig  {JH.;  Mk.;  Bm.; 
Ol.;  Hn.  Ostfriesische  Inseln,  Norden,  Accumer- Siel,  Carolinensiel,  Ge- 
stendorf, Doruni,  Cappel,  Spieka,  Belum,  Otterndorf,  Altenbruch,  Gr 


PlantAgo.  PliANTAGlNEAE.  453 

Heide,  zwischen  ]\eueiiliaiu  und  Feldhauscn  im  Uentlicinisclion  — ;  Pr.ff^'. 
Rheine  als  südlichstes  Vorkommen  im  westlichen  Gebiete;  im  östlichen 
vom  Ostseestrandc  weniger  südlich  herahgehend).  Juni  liis  August.  — 
August,    Septemlier. 

■Wurzel  spinJelig.  Blätter  ausgebreitet  am  Boden  liegeuil,  <oiii  Doppelt  -  fiederspaltigen 
bis  ins  fast  Ganzrandigc  (v.  subintegerriina  Chi.  hau.  000)  und  Mittelrippc  und  Zipfel  von 
3  —  4'"  Breite  bis  zn  den  von  '/j'"  variirend,  l;abl  ,  behaart  odei  um  gevviinpcrt.  Älire 
von    1 — »'/2"    '""g'    ""    ganz    kleinen    Formen    fast   rund. 

ff      Stengel    gestreckt,    ästig   und   beblättert,    Äbrcu    auf    bl  a  1 1  w  i  nk  el  s  lä  n- 
digen    Stielen. 

e»    P.  arenaria.     Sand-WTegerich.     Stengel  auircthi, 

Blätter  gegenständig,  lineal,  ganzrandig  oder  entfernt  drüsenzäbnig : 
Ähren  eiförmig  oder  eiförmig  -  länglich,  Deckblätter  dicht  geschindelt, 
unterste  rundlich-eirund  mit  krautigen  Grannen,  obere  stumpf  spateiförmig, 
vordere  Kelchzipfel  schief  spateiförmig,  stumpf,  hintere  lanzettlich,  spitz. 

Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  I.  51.  t.  51.  Chi.  han.  M9.  Kocii 
Syn.  II.  689.  Fl.  dan.  t.  1808.  HAV^E  Arzneigew.  V.  T.  16.  P.  Psjl 
lium  HoFFM.  Fl.  gerni.  ed.  2.  I.  77.      Sturm   Deutschi.  Fl.   H.7. 

In  den  Küstenländern  des  nördlichen  Gebietstheils,  auf  Sandboden, 
ziemlich  häufig  {Hl.  Lauenburg  bis  Illankenese  und  \^^cdel,  hier  und  da; 
Mk.  Boitzenburg,  Eldena,  Broda,  I>lirow  — ;  Hb.  an  der  Elbe  hier  und 
da;  Hn.  auf  dem  Werder  bei  Herrenhof,  llitzacker — ;  Pr.  Kaltenhof) 
Juli,  August.  —    September. 

Stengel  t>  — 12"  boch,  von  gegliederten  und  zwischengemengten  llrüsenbaaren  raub 
Blätter  sitzend.  1 — 2"  lang,  1'"  breit,  graugrün.  Blütenstiele  etwas  länger  als  die  Blatter, 
oberste  doldentraubig.  Blüten  vorstehend,  Kelcbzipfel  .reisslicb  mit  breitem  krautigem  Streif. 
Kronröbre    kabl ,    Zipfel    zugespitzt. 

JPharmaceutigch'JKedicinigches»     A.  1  -3.  5.  6.  waren 

ehedem  als  hiiltlende  zusammenziehende  Mittel  officinell.  f'on  Art.  1  —  3. 
sind  die  frisch  zerquetscht  auf'fjeletften  Blätter  im  Hausf/cbrauch  ein  ifutes 
schmerzstillendes  Mittel  ffcrjen  entzündete  oder  geschwollene  Stellen  (Bic 
nenstich). 

jPechniSCheSt  A.  4.  kann  zur  Gewinnunfi  von  Soda  benutzt  wer- 
den. A.  7.  liefert  (in  f'erbindunii  mit  P.  Psyllium^  den  sofjenaniiten 
Flohsamen  der  Of'ficinen,  dessen  Schlcimrjehalt  man  jetzt  noch  in  der 
Färberei  und  Catlundrueherei  verwendet. 

ÖTeonontiSCheSm  Art.  1^4.  sind  der  salzif/en  Theile  wctjen  ein 
(jesHndes  Fiehf'utter  und  die  Samen  der  Art.  1 — '3.  ein  vorzüfflichcs  Fultrr 
für  Stubenvöfjel.     A.  1.  ist  auf  fViesen  ein  verdümpfendes   Unkraut. 

Siibclassiflt  IV. 
]fIOMOCllE.A]fI¥IIGAC:. 

Vierte    Unterklasse. 

Geschlechtsdecke  einfach  (Krone  entweder  nicht  vorhanden 
oder  mit  dem  Kelche  verschmolzen). 

liXXTIl.    AJflARAJVTIIACfiAE. 

Juss.    Gen.    87. 

Geschlechtsdecke  5  —  3-theilig,  trockenhäutig,  in  der  Knos- 


454  AiaARANTHACEAE.  Amaranthns. 

penlageffeschiiidclt.  Sfaubgefasse  3  o(ler_5,  einem  Frucbthoden 
vor  den  Tlieilen  der  Geschlechtsdeche  eingesetzt,  Träger  un- 
ten ofl  rohrig  verwachsen.  Fruehtknote  frei^  1-fächerig,  1-eiig, 
Eichen  im  Grunde  des  Fachs  angeheftet.  Griffel  einfach  oder 
nicht  vorhanden.  Narbe  einfach  oder  mehrtheilig.  Frucht  eine 
Kapsel  oder  häutige  IVuss.  Keim  ringförmig,  das  Würzelchen 
gegen  den  Nabel  gewandt.    Eiweiss  mehlig.  —   Blätter  Wechsel- 

Vorkommen.     Wie  die  folgende  Familie. 

Gehalt.  Nicht  hinreichend  bekannt,  doch  sind  Schleim  im  Kraute 
und  Stärke  im  Samen  enthalten. 

1.     AITIARA^THUS.     AMAUANTM, 

I.INN.    Gen.    11.    1060.     Alten    ansgescLl. 

Blüten  1- häusig,  vielehig.  Gcschleehtsdecke  3  — 5-theilig. 
Männl.  Blüten:  3  —  5  Sfaubgcfässe.  Weibl.  3  sitzende  Narben. 
Kapsel  1-samig,  umschnitten  aufspringend.   Geschl.  Syst.  XXI.  5. 

Einjährige,  aufrechte  oder  ausgehrcitelästige  Kräuter.  Ulätter  ganz- 
randig,  in  den  Blattstiel  verschmälert.  Itlüten  lilein,  in  blattwinkelstän- 
digen  nach  oben  zu    in  endständige    rispige  Ähren  versammelten  Knäuel. 

1.  A»  retroflexiis.  Mauhhaariger  JLmaranth.  Blät- 
ter länglich -eirund,  zugespitzt;  Itlüten  in  blattwinkelständigen  nach  oben 
zu  in  eine  endständige,  lappige  Ähre  zusammenfliessenden,  länglichen 
Knäuel;  Deckblätter  dornig-stachclspitzig,  doppelt  so  lang  als  die  Blüten. 

LiNN.  Sp.  pl.  1407.     Kocu  Syn.  II.  691.     Beichenb.  PI.  crit.  V.  t.  475. 

Auf  bebauetem  Boden  und  Schutt,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets, 
selten  verwildert  {Pr.  Oschersleben,  Halle:  in  der  ]\ähe  von  llauschcns 
Hölzchen,  Felder  südlich  von  Merseburg,  IVaumburg,  in  Grochlitz).  Juli, 
August.  —    September. 

Stengel  sUrk,  l)is3'liocb,  aiifreclit,  kiirzliaarig,  Blatter  an  der  Spitze  stnmpflieli.  End- 
alire  lusammengesetzt ,  liis  xa  1"  dick.  Zii>tVl  der  grünen  Gcsclilcclitsdeckc  gestntzt  mit 
kurzer   StaclieUjiitze. 

%,     AliBERSIA.     AMjBXMSMX. 

KUNTU  Fl.   bcrol.    II.    144. 

Blüten  1-häusig.  Gcschleehtsdecke  3-blättrig.  Männl.  Blü- 
ten: 3,  selten  2  freie  Staubgefässc.  >Vcibl.  3  sitzende  Narben. 
Häutige  Nuss  schwach  zusammengedrückt.    Geschl.  Syst.  XXI.  o. 

Einjährige,  aufrechte  oder  ausgebreitetästige,  meistens  kahle  Kräuter. 
Blätter  ganzrandig.  ^Blüten  in  blattwinkelständigen,  nach  oben  zu  in 
endständige,    rispige  Ähren  versammelten,   Knäuel. 

f.  A.  Blltlini.  Gemeine  A.lbersie.  Blätter  eirund- rau- 
tenförmig, an  der  stumpfen  Spitze  ausgerandet;  Blütcnhnäuel  fast  kuge- 
lig,  Endähren  -walzenförmig,    Deckblätter  kürzer  als  die  Blüten. 

KuNTH.  Fl.  berol.  II.  144.  Amaranthus  Blitum  Linn.  Sp.  pl.  1405.  Chi. 
han.  462.  Koch  Syn.  II.  691.  Beichenb.  PI.  crit.  Y.  t.  472  (A.  adscen- 
dens).     Fl.  dan.  t.  2246. 

In  der  Nähe  von  Ortschaften  auch  in  denselben  auf  Schutt,  an  Hecken, 
Planken,  auf  kali-  oder  ammoniakhaltigem  Boden,  als  dem  Menschen 
folgende  Pflanze,  hier  und  da  eingebürgert  aber  unbeständig.  Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Stengel  bis  1'  bocb,  ans  liegender  Basis  ansteigend,  kabl.  Blattstiele  länger  als  die 
Platte.  Blüten  grün,  Deckblätter  eirund,  spitz.  Frucbt  nicbt  aufspringend.  —  Kominl 
mit   braun    oder   scbwärzlich   gefleckten    baufiger   aber   ungctleckten  Blättern    >or. 

Gx:n^E:BBX,iCHE:s. 

ÖJeOHOmtsChes.     Das  ehedem  of'/icinelle  liraut  kann  als  Gemüse 


rolycneiiiuni.  AMARAMTHACEAE.  455 

nenossen  werden.     Die  Samen  sind,  eben  so  xvie  die  des  vorstehend  auf- 
geführten Amarantbus  retioflexus,    ein  gutes  Futter  für  tedervieh. 

3.   poiiifC]¥i:ifiiii^i.    mnoupmijMuaut, 

l.l>]N.    Gen.    n.  58. 

Geschlechtsdecko  bis  auf  die  Basis  5-theilig,  mit  2  Deck- 
hlättern.  Slauhffcfässe  meist  3.  Träger  an  der  «asis  verbun- 
den Narben  2  Inf  kurzem  Griffel.  Häutige  Nuss  mit  Deekel- 
chen.     Geschl.  Syst.  HI.   L. 

Einiähiige,  ästige,  zaitbaarige,  ieiinvarzige  Krauter,  Itlattci-  wecli- 
selstänclig,  sitzend,  ganziandig,  untere  gegenständig,  Blüten  blattwm- 
telständig,    einzeln  oder  zu  2,    Dcckhlatter  trockcnhautig. 

1.    P.  apvemse.    AcTeer-MnorpelTeraut.    Blatter  3- ka» 

tig- pfriemlich,  stachelspitzig,  ziemlich  steif;  Blüten  sitzend,  Deckblätter 
so  lang   als  die  Geschlechtsdecke  oder  länger. 

LiNN.  Sp.  pl.  50.  Chi.  hau.  470.  Koch  Syn.  II.  694.  Schk.  Handh. 
I.  T.5.  a.     Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.  365. 

b.  majus.    Bas  grössere.    Höherund  dickcrstengehg;  Samen  grosser. 
P.  majus  Roch  das.  695.  ,  ..    „.  ,         rn     ,     , 

Auf  Äckern,  auf  lehmig- sandigem  Boden,  im  nordliehen  Iheil  des 
Gebiets  die  T>ordgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  ziemlich 
selten  eingebürgert  {Pr.  Halle;  Donnersberg  hinter  Kröllwitz,  Dolauer 
Kirchholz  bei  Lieskau ,  zwischen  der  Dieskaucr  Mühle  und  Dollnitz, 
Bicnitz,  Eulau  unweit  Naumburg  — ;  b.  zwischen  Zscherben  und  Pützen- 
bürg  Grohlitz  unweit  T\auinburg;  Westerhausen  am  Konigsstuhl,  Oster- 
wiek  am  Fallsteine  -;  Sehiv.  Ebeleben  — ;  fl*  Höllenthal  dem  K>elsteui 
gegenüber  am  Abhänge  bei  der  Mühle,  zwischen  Hubcnthal  und  Elle- 
rode  — ;  Hn.  Göttingen:  Ellershausen,  zwischen  Elliehausen  und  Ese- 
beck  — ;  Mk.  Ostorf  und  Schwerin  am  Karstberge,  als  nördlichstes  Vor- 
kommen).    Juli,  August.  —    September.  ,      ,     ,,, 

Stcncel  2"— 1'  Jang,  sjiori  lg- >ielastlg,  Aste  bald  aufrecht  -  abslcliend  ,  bald  ziuucligc- 
bogeii,    Blätter   mager,   trübgri.n.       Gcsfbleclitsdccke    strohgelb,    Staubbeutel  piirpiirn.       Samen 


narbig,    schwarz.  —     P.  majii 


scheidet  KoCH    durch  Deckblätter,    welche    langer    als 


Geschlechlsdecke  sind,  wahrend  .ie  bei  P.  arven.e  kaum  so  lang  als  d.ese  seyn  sollen. 
Sowohl  die  Blätter  als  De.kbläller  variiren  aber  in  der  Grösse  sehr.  .Man  Irifft  tscmpla.e 
»on  P.  arvense.  deren  Beckblätler  nur  halb  so  lang  als  die  Gcschlechtsdecke  sind,  nn  I  scho.i 
ScilKüHR  bildet  sie  hei  P.  ar,ense  länger  als  die  Gcschlechtsdecke  ah.  Variiren  der  Sa- 
niengrössc    ist   in    dieser    Familie    h;itilig. 

liXXVIII.     CHEj^OPOÖIEAE. 

yE>T.    Tahl.    II.    -i-ia. 

Geschlechtsdecke  2— 5-theilig,  mit  geschindelter  Kuospen- 
lase,  selten  ungethcilt  oder  nicht  ausgebildej  Maubgetasse  der 
Basis  der  Geschleehtsdecke  vor  deren.  Theilen,  seltener  einem 
Fruchtboden  eingefügt,  von  der  Zahl  jener,  oder  durch  *  eh 
schlagen  weniger.  INarben  3— 4,  fadenförmig,  bald  sitzend, 
bald  durch  einen  Griffel  verbunden.  Fruchtknote  frei,  1-fache- 
rig,  1-eiig,  Eichen  aufrecht,  im  Grunde  des  Fachs  angeheltet. 
Frucht  eine  weiche  häutige  Nuss,  niedergedrückt  (wagerecht 
stehend)  oder  zusammengedrückt  (senkrecht  stehend),  selten 
eine  Kornfrucht,  von  der  bleilienden  Gesehlechsdeckc  (tructit- 
decke)  umfasst  oder  eingeschlossen.  Keim  ring-  oder  schrau- 
benförmig. Das  Würzelchen  zum  INabel  gewandt  oder  nach 
unten  gekehrt.  Eiweiss  mehlig  oder  nicht  vorhanden.  —  Hinten 
Zwitter,  vielchig  oder  einhäusig. 


456  CHENOPODIEAE.  Snaeda. 

Vorkoninien.  Rali,  INatron  und  Aminniiialt  lialtlgen  Boden  aufsu- 
chend, und  durch  ihr  häufiges  VorhoinniLii  diesen  bezeichnend.  Viele 
einen  trockenen,  wenigere  den  feuchten  oder  nassen  Hoden  liebend,  meh- 
rere an  Salzgehalt  des  Bodens  gebunden. 

Gehalt.  Charakterisirt  durch  ein  sehr  verbreitetes  f^orkommen  von 
Alkalien.  Das  Kraul  reich  an  organischen  Säuren  ttnd  Natron  in  den 
Küstenländern,  Kali  im  liinnenlande  und  Ammoniak  in  der  Nähe  der 
Ortschaften.     In  den  Samen  viel  Stärke. 

I.      SPIROLOBEAE.      SPIRAX.JiE:iMIGE. 

Heim  schranbenförniig.     Rein  oder  -wenig  Eiweiss. 

1.     .SUAEIIA.     SOÜA. 

FORSK.    Fl.    aegypt.    arali.    69. 

Geschlechtsdecke  5-theilig.  _  Slaubgefässe  5.  i'Xarben  2 — 5. 
Häutige  Nuss  von  der  fleischig  angeschwollenen  Geschlechts- 
decke umgehen,  niedergedrückt  oder  zusammengcdrückf.  Sa- 
menschale krustig.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige,  kahle  Kräuter  (A.  1.)  oder  Stauden  mit  halbwalzcnförmi- 
gcn,  fleiscliigen  Blättern.  Blüten  Itlattwinkelständig,  gcknäuelt,  mit  sehr 
kleinen  schuppenartigen  Deckblättern. 

1.  S.  inarltima.  StranaSoda*  Blätter  halbwalzenförmlg, 
spitz;  Blüten  meist  zu  3,  mit  gekielten  Lappen;  Samen  gegen  den  Band 
fein  punctirt. 

Moquin-Tan'd.  Chenop.  monogr.  En.  127.  Schobera  maritima  C.  A. 
Meyer  Fl.  altaic.  1.  400.  Koch  Syn.  II.  692.  Chenopodium  maritimuni 
LiNN.  Sp.  pl.32l.     Chi.  han.  467.     Fl.  dan.  t.  321.     Engl.  bot.  t.  633. 

Am  Hord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  nahe  belegenen  Inseln,  auf 
humos- schlammigem  salzhaltigem  Boden,  im  Binnenlande  in  der  ]\ähe  von 
Salinen,  häufig.     Juli,  August.  —    September,  October. 

Stengel  I — 1 '/j'  ''"g-  »"freclit,  ansteigend  oder  liegend,  liald  cinfaeh,  lialJ  viclastig, 
mit  aufrechten  einfachen  Zweigen.  BlStter  '/s— 1"  lang,  y,,_Y,"'  breit,  ol.erseits  nach- 
gedrückt-rinnig.  Blüten  silzend,  Zipfel  der  Geschiechtsdcclio  eirund,  stumpf.  Samen 
schwarz,    fi-länzend. 


Zxir  So 


VechniSCheSt  Ziir  Sodagew Innumf  nutzbar.  Im  liinnenlande  vor- 
kommend eine  Anzeifje  von  Salz(fuellen. 

LtNlV.    Gen.    n.  311.    Arten    ausgeschl. 

Geschlechtsdecke  bis  zur  Basis  S-theilig,  zur  Fruclitzeit  mit 
einem  Querblättchen  auf  dem  Rücken  der  Lappen.  Fruchtffe- 
fässe  5.     Narben  2.     Häutige  Nuss  zusammengedrückt.    Geschl 

Einjährige  Kräuter  (A.  1.)  oder  Stauden,  kahl  oder  behaart,  mit  ■Wech- 
sel- oder  gegenständigen,  fast  stielrunden,  seltener  Ilachen  Blättern.  Blü- 
ten blatt-winkelständig,    sitzend. 

I.    S.  Kall.    Gemeines  SalaJeraut,    Blätter  pfricmenför- 

mig,   stumpf  3- kantig,    in  einen  knorpeligen  Dorn  zugespitzt,    steif  und 
sperrig;    Blüten  einzeln. 

LmN.  Sp.  pl.  322.  Chi.  han.  470.  Koch  Syn.  II.  692.  Engl.  bot. 
t.  634. 

b.  polysarca.     Das  Jleischige.     DickstengeJigcr,  niedriger;  Blätter 
walzenförmig,    stumpf  mit  aufgesetzter  Dornspitze. 

Chi.  han.  das.     S.  Kali  ß.  pontica  Fall.  Illustr.  III.  56.  t.  26.  2.     Fl. 
dan.  t.  818  (S.  Kali). 


Saliconiia.  CHEWOPODIEAE.  457 

c.  tenuifolia.     nas  dünnblättrige.      Blätter  fast  doppelt  länger, 
fatlenlörniig,  scIilafF. 

Chi.  hau.  .las.  S.  Tragus  Hoffm.  Fl.  germ.  Ed.  II.  1.  120. 
Am  Strande  der  Nord-  und  Ostsee,  auf  den  nahe  belegenen  Inseln, 
auch  an  den  Ausllüssen  der  Ems,  "Vk'^eser  und  Elbe ,  an  dieser  landwärts 
bis  Wittenberg  und  Magdeburg,  auf  salzhaltigem  Boden,  häufig,  seltener 
an  Salinen  im  Binnenlande  (Hn.  Salzgitter);  b.  im  fetten  Schliehboden; 
c.   auf  stark  sandigem  Boden. 

Slengcl  ^/j,  —  1'/./  liocli,  liegcn.l  oder  ansteigend,  sperrig  vieläsllg,  mit  zerstreiieten, 
kurzen,  «lickliclien  Haaren  besetzt,  l.is  ins  völlig  Kalile.  Blätter  spiralig- wecLselstän.lig, 
graugrün,  au  .!er  Ilaupfart  meist  3/^"  lang,  an  der  Basis  von  ^4  —  I'"  im  Durchmesser  und 
allmälig  in  den  Dorn  zugespitzt;  an  b.  gleich  dick  oder  etwas  kegelförmig,  von  2'"  im 
DurcLmesser;  an  c.  l'adendünn,  1.1s  1 '/j"  lang.  Gesclilcclitsdecke  knorpelig,  mit  zugespitz- 
ten  Blättern    und    gröesern ,     kreisrundlichen    Anhängseln. 

GJE  IVMRBTjICHMS. 

technisches.  Zur  Gewinnwuj  von  Soda  anwendbar,  auch  zur 
Darstellunff  von  h'leesäure  (Annal.   d.  Pharmac.  Xf'I.  86.). 

II.     CYCLOLOBEAE.     RI]¥  G  KKM  JUIGtJE. 

Keim  halb  oder  ganz  ringförmig  das  Eiweiss    umgebend. 

3.    SAliICOR]!VIA.    GliASSCHmjtEtZ. 

LiNN.    Gen.    n.  10. 

Geschlechtstlecke  fleischig,  ganzraiulig,  den  Vertiefungen 
einer  ffeÄÜeilerteu  Spindel  eingesenkt,  nur  mit  einer  Hitze  sich 
öfTnend.  Stjuibgefässe  1  oder  2  Narhen  2  —  8.  Häutige  Nnss 
zusammengedrückt  und  von  der  Lleihenden  Gescbleclitsdecke 
eingeschlossen.     Gcsehl.  Syst.  I.  1. 

Einjährige  (A.  1.)  oder  strauchige,  gegliederte,  saftige,  blattlose  Ge- 
wächse mit  gegenständigen  Ästen.  Glieder  kurz,  an  der  Basis  umfas- 
send-scheidig.    Blüten  in  Ähren. 

I.     S*  lierbacea«      Gemeines   Glasschmalz,     Stengel 

krautig;  Ähren  gegen  die  Spitze  verschmälert,  Glieder  derselben  beider- 
seits triangulär  ii-blütig;   Samen  eben,  weichhash-ig. 

LiNN  Sp.  pl.5.  Chi.  hau.  471.  nebst  der  v.  stricta  u.  v.  procumbens. 
Roch  Syn.  II.  693.  Schk.  Handb.  I.  T.l.  Fl.  dan.  t.  16:21.  Engl.  bot. 
t.415  (S.  annua).  t.  2475  (S.  procumbens). 

b.  conferta.     üas  gedrängte.     Zwergig  und  vielästig,  Glieder  sehr 
kurz;    Ähren  ei -walzenförmig,  stumpf. 

Chi.  han.  das.     S.  pygmaea  Sp.  pl.   ed.  I\ÖM.  Schult.  I.  39.     Fl.  dan. 

t.  303    (S.  herbacea;    zunächst    angrenzend). 

c.  graoilis.     nas   schlanke.     Stengel   und    Äste    doppelt   dünner; 
Ähren  zugespitzt. 

Chi.  han.  das.  S.  crccta  foliis  brevioribus  cupressiformibus  Dill,  in 
Raj.  Syn.  137.  Petiv.  Herb.  brit.  t.  9.  f.  4. 
An  den  ]>ord-  und  Ostseeküsten  und  auf  den  nahe  belegenen  Inseln, 
auf  salzhaltigem  fettem  Schlickboden,  unmittelbar  am  Wasser  so  weit  die 
Fluth  den  Boden  überstauet,  sehr  häufig  und  schaarenweise;  c.  wo  der 
Schliek  magerer  und  sandiger  ist;  im  Binnenlande  an  Salinen  oder  in 
der  IVähe  von  Salzipiellen  (//n.  Lübbau,  Salzderhelden,  wo  sie  sich  ver- 
liert—;  Schw.  Fraukenhausen,  INumburg — ;  ^n.  Leau — ;  Pr.  Stass- 
furth,  in  der  Flor  von  Halle  häufig).  August  bis  Octobcr.  —  October, 
November. 

Von  l'/./  Höhe  bis  zu  der  <on  3  —  4"  (Spielart  b.)  variircnd,  steif  aufrecht,  anstei- 
gend oder  liegend,    Qcihchig,    saftig,    trüb  dunkelgrün,    bis    in  graugrün.       Alircn  bald  parallel 


458  CHENOPODIEAE.  Kochia. 

aufwärts  unlcr  spiUcm ,  bald  unter  stumpfem  WiiiUcl  ausgclieud.  Glieder  hald  läoger  hald 
kürzer  bis  ins  fast  Kugelige.  Ändert  mit  1  und  mit  2  Staubgefassen  ab;  Letzteres  ist 
der  gewübnlicLste  Fall.  \^'^eil  die  Entwickeliing  nacb  einander  erfolgt  und  die  Fäden  scbnell 
welken,  ist  das  erste  Staubgefäss  meist  scbon  abgefallen,  wenn  das  '2le  ersebeint.  Uicgt 
man  die  Äbre  im  Gelenke,  so  siebt  man  das  später  kommende  Staubgefäss  tief  im  grünen 
Flciscbe    liegen    und    kann    es    dniib    einen    gelinden    Druck    vortreten    lassen. 

9.    jl.  radican««!.    Jf^ursetndes  Glasschmala,   Stengel 

an  der  Basis  fast  holzig,  wurzelnd;  Äliicn  walzenlörmig,  Glieder  der- 
selben beiderseits  triangulär  3 -blutig;    Samen  eben,    weichbaarig. 

Sm.  Comp.  fl.  brit.  Ed.  III.  I.     Engl.  bot.  t.  1691.     Chi.  han.  472. 

Mit  der  vorigen  Art,  auf  demselben  Boden,  selten  (Hl.  Bäsum  in 
Dithmarsen;  Hu.  Insel  Borkum  —  Spieka  im  llerzogthum  Bremen  — ). 
August,  September.  — ■    Oetober. 

Niedriger  als  A.  l.,  aus  liegender,  Wurzel  seblagcnder  Basis  ansteigend.  Stengel  und 
Äste  gegen  ihre  Basis  versebmälert.  Glieder  fast  doppelt  so  lang  und  jedes  an  seinem  Ur- 
sprünge YCrscbmälert.  Ähre  dicker  als  der  Stengel,  stumpf  mit  einer  sehwacben  Einscbnü 
rung  von  Glied  7,u  Glied.  —  Die  spccifische  Versebiedenbeil  >on  A.  "i.  bedarf  «eilerer 
Prüfung. 

technisches»  Durch  f^erbrcnuung  in  Verbhidnnfj  mit  mehrern 
Strandyewiichsen ,  kann  ein  reichlicher  Soducrtrat/  von  ihnen  bezogen  wcr- 
den,^/iuch  cifjnen  sie  sich  zur  Gewinnuni/  von  Kleesüure. 

ÖTeonontiScheSt  Die  jungen  pflanzen  sind  als  Salat  zubereitet 
essbar. 

4.     KOCHIA.     tiOCMEM, 

Roth  in  Schrad.  Journ.  f.  d.  Bot.   1800.  307.  T.'i. 

Blüten  Zwitter.  Geschleehtsdecke  5-spaltig,  zur  Friichtzejl 
mit  einem  Anhängsel  am  ilücken  der  Lappen.  Slanhgelässc  o. 
Narben  2.  Häutige  Nuss  zusammengedrückt.  Samenscliale 
häutig.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Kräuter  oder  Stauden  mit  niederge- 
strecliten,  kahlen  oder  behaarten  Stengeln.  Blätter  sitzend,  schmal  lineal, 
flach  oder  stielrundlich.  Blüten  blaltwinUelständig,  einzeln  oder  ge- 
knäuclt,  ohne   Deckblätter. 

*1.    M*  hirsiita*    Mauhhaarige  Kochie*    Blätter  Hneal, 

stumpf;    Blüten  gczweiet;  Anhängsel  kegeHürmig. 

INOLTE  Novit,  ü.  hols.  24.  Roch  Sjn.  II.  69(5.  Salsola  hirsnta  Link. 
Sp.  pl.  323.  Cheuopodium  hirsutum  De  Cand.  Fl.  frane.  III.  394.  Fl. 
dan.  t.  187. 

Am  Meeresstrande,  auf  salzhaltigem,  bisweilen  vom  Meere  überström- 
ten! Boden,  selten  {III.  an  der  Nordseeküste  bei  Bösum,  Deichsand — ; 
an  der  Ostseeküste  Grossenbrode  bei  Ileiligenhafen,  Hochwacht,  Lütjen- 
|„„.g — ;  i»/A-.  am  Seeufer,  sehr  selten).    August,  September. —   Oetober. 

Stengel  3" — 1'  bocb,  von  der  Basis  an  ästig,  zerstreuet  behaart,  Blätter  dicbtstehend, 
3_8"'  lang,  1_  l'/o"'  A'ch,  fleischig,  balbstielrund ,  stumpf,  »ollig  ■  haarig.  Blüten- 
zipfel   eirund,    stumpf,     einwärts    gebogen.       Reim    hufeisenförmig. 

GX:i§^JER»LICHX:S. 

VechniSCheS*  Gestattet  wie  die  iibriijen  schon  aufgeführten  Strand- 
pflanzen Benutzung  zur  Sodagewinnung . 

5.    CHEJVOPODIU]?!.     Gf  JfJT-S  JB  J^tTSS. 

LiNN.    Gen.    n.  309.     Allen    ausgescbl. 

Blüten  Zwitter.  Geschlechtsdecke  5-theilig.  Stauhgefässe  5. 
Narben  2,  kurz,  ohne  Griffel.  Iläulige  Nuss  niedergedrückt 
oder  nieder-  und  andere  zusammengedrückt.  Geschl. Syst- V.  Z. 


Clienopodiuni.  CHENOPODIEAE.  459 

Einjährige,  meistens  drüsig-mehlige  Kräuter.  Stengel  und  Äste  echig. 
Blätter  wechselständig,  gestielt,  flaeh,  eekig  oder  geschweift -gezähnt, 
selten  ganziandig.  Blattwinkel-  oder  endständige  Rispen  oder  Trugdol- 
den, Blüten  klein,  sitzend,  oft  geknäuelt. —  Das  örtliche  Yorkommen 
sämmtlicher  Arten  ahsolut  oder  der  Menge  nach  unbeständig  und  wechselnd. 

j-      Früclitc    nie  ilerge»!  rückt. 

1.  e.  liybridum.  WTnächter  Gänsefuss.  Blätter  herz- 
förmig, weitbuehtig- spitzeckig,  lang  zugespitzt;  Blütenknäuel  in  nspen- 
artiffen  Trugdolden,    Samen  grubig -punctirt. 

LiNN.  Sp  pl.  319.  Chi.  hau.  463.  Kocu  Sjn.  II.  696.  Fl.  dan.  t.  2049. 
Engl.  bot.  t.  1919. 

Auf  Gartenländern,  an  Zäunen  und  auf  Schutt,  auf  humosem  amnionia- 
kalischem  Boden,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  häufig  eingebürgert. 

Geruch  etwas  l.etäiil.eiid  widerlich.  Stengel  1  — -3'  hoch.  Blätter  zart,  hellgrün,  ohcr- 
scits    glänzend,    oberste    3- lappig- spicssförniig.      Blüten    dunkelgrün    mit    weissen    Rändern. 

».    C.  iirbiciini.    Steifer  Gänsefuss.     Blätter  3 -eckig, 

an  der  Basis  kurz  in  den  Blattstiel  vorgezogen,  ungleich  gezähnt;    Blü- 
tenknäuel in  aufrecht  anliegenden  fast  blattlosen  Ähren,  Samen  fast  glatt. 
LiNN.  Sp.  pl.318.     Chi.  han.  463.     C.  urbicum  a.  Koch  Sjn.  II.  696. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  7.J.     Fl.  dan.  t.  1148. 
b.  iiitermedinm.     Her  mittenständige.     Blatter  buchtig -gezähnt 
mit  vorgezogenen  3 -eckig -lanzettlichen  Zähnen. 

C.  urbicum  ß.  intermedium  KocH  das.     Sturm  Deutschi.  Fl.   11.75  (C. 
intermedium).     C.  rhorabifolium  Mühlenb.  in  Willd.  Enum.  bort,  berol. 
I.  288.     Chi.  han.  464.     Engl.  bot.  t.  717  (C.  urbicum). 
An  Mauern,    Zäunen  und  auf  Schutt  in  Dörfern,    auf  ammoniakhalti- 
geni  Boden,    als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  hier  und  da  eingebür- 
gert.    Juli,  August.  —    September. 

Stengel  2  —  3'  hoch,  steif  aufrecht.  Blätter  etwas  dicklich,  grün,  glänzend,  nur  mit 
kurzer,  nach  aussen  schwach  ausgeschweifter  Basis  in  den  Blattstiel  ühergehcnd.  Samen 
stumpfkielig,  braunschwarz,  glänzend,  bei  starker  Vergrosserung  fein  punctirt.  Steht  im 
Gesammtansehen  dem  C.  rubrum  .im  nächsten.  —  Auf  fettem  Boden  beblättern  sich  die 
untern    Ähren,     besonders    an    der    Spielart   b. 

3.  C.  IlHirale.  Mauer •GänsefuSS,  Blätter  eimnd- rau- 
tenförmig, ungleich -sägezähnig  mit  zugespitzten  Zähnen;  Blütenknäuel 
in  abstehenden  Bispen,  Samen  scharfkielig-berandet,  glanzlos. 

LiNN.  Sp.  pl.318.  Chi.  han.  463.  Roch  Sjn.  11.696.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.  U.73.     Fl.  dan.  t.  2048.     Engl.  bot.  1. 1722. 

An  Mauern,  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  fettem  etwas  feuchtem  am- 
nioniakalischem  Boden,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  häufig  ein- 
gebürgert.    Juli  bis  Septeml)er.  —    September,  October. 

Stengel  »/^  —  1 '/o'  hoch,  sperrig -ästig.  Blätter  oberseits  glänzend.  Zähne  nach  der 
Blatlspitze    gerichtet,    mit    schnialbuchtigcn    Zwischenräumen.       Samen    etwas   höckerig. 

4.  C  albiim.    IW^eisser  Gänsefuss,    Blätter  weissmehlig, 

eirund-  oder  länglich -rautenförmig,  unregelniässig- sägezähnig,  oberste 
fast  ganzrandig;  Blütenknäuel  ährenartig  genähert,  in  kurzästigen  we- 
nigbeblätterten Ilispen;    Samen  glatt,   glänzend. 

LmN.  Sp.  pl.319  (nach  Ausweise  »on  EURHART  zu  LlNNi's  Zeit  in  tpsala  einge- 
legter Esemplare).  Chi.  han.  465.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  II.  75.  Engl.  bot. 
t.  1723.  C.  allnim  a.  spicatum  Koch  Syn.  II.  696. 
b.  opulifolium.  Her  stutxhlättrige.  Blätter  mehlig,  abgekürzt- 
eirund mit  rautenförmiger  Basis,  buchtig  sägezähnig;  Blütenknäuel 
kleiner,    in  fast  blattlosen  Rispen. 

Chi.  han.  das.     C.  opulifolium  Schrad.  in  Koch  u.  Ziz  Cat.  pK  Pala(.  6 
Koch  das.     Sturm  Dcutschl.  Fl.  11.75.     Vaill.  Bot.  par.  f. 7.  f .  1 . 


460  CHENOPODIEAE.  Clienoiindium. 

o.   vlride.     Her  grüne.      Blätter  last    iiiibcstaultt,    olicrscits  grün, 
huclitig-siigezähiiig;    lilüteiiknäuel  gesondert  in  längerästigen  Uispen. 

Chi.  lian.  das.      C.  viride    LiNN.  das.      C.  album  ji.  cymigerum  Kocu 
das.     Fl.   dan.  t.  1150. 
Auf  Gartenländereien,  ÄcKern  und  an  Wegen,  auf  liunuislialtigem  Bo- 
den, als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,    allgemein  eingebürgert,   meist 
hcerden-  oder  schaarenweise.     Juni  bis  August.—    August,  September. 

Stengel  meistens  1 — '2'  lioeli ,  aucli  doppelt  lidlicr,  auf  Ackern  meist  eint'acli,  wo  <ler 
seitliche  Wuchs  nicht  hehindcrt  ist  vieliistig,  mchlstauhig  -  »eissgrün  his  in's  Grüne.  Blatter 
veränderlich,  bisweilen  besonders  an  c.  und  b.  fast  spiessförinig- 3  -  lappig  bis  in's  Geschweilt- 
ganzrandige  (v.  integrifoliiim  Chi.  han.  das.),  bald  regelmässiger  gezähnt,  bald  ansgebissen 
gezähnt,  oberste  oft  länglich  -  lineal  und  ganzrandig.  Samen  sänimllieher  Formen  fein  erhaben- 
punclirt  oder  richtiger  feinrunzellg.  —  Wer  C  opulifoliura,  welches  oft  ganze  Äcker  iibcr- 
ziebt  (bei  Hannover  und  Götfingen  häufig),  anhaltend  verfolgen  will,  v»ird  die  gar  nicht  sclte 
nen    Übergänge   leicht   auffinden. 

Bemerk.  ReiCIIENBACH  betrachtet  C.  album  u.  C.  viride  als  Arten  und  nimmt  2 
Bastardformen  an:  C.  viridi-album  und  C.  albo-viridc  ;  worüber  weitere  Beobachtungen  zu  wün- 
schen sind.     Das  sehr  häufige  Vorkommen  der  letzten  Form  spricht  einigermassen  gegen  Ujbridilät. 

5.  C  ficifoliuin.  Feigenblättriger  Gänsefuss.  Blät- 
ter rautenförmig -länglich,  ausgeschweift -gezähnt,  stumpf,  unterster  Zahn 
beiderseits  spiessförmig  vorgezogen,  oberste  Blätter  gleich  breit,  ganz- 
randig;    Blütenknäuel  in  lockern  Rispen. 

Sm.  Fl.  brit.  II.  276.  Engl.  bot.  t.  1724.  Koch  Sy»  l'-  697.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  75.  C.  album  v.  ficifolium  Chi.  hau.  465.  C.  viride 
CuRT.  Fl;  lond.  Fase.  II.  t.  16. 

Auf  Äckern,  auf  humushaltigem  Boden,  hier  und  da,  meist  zwischen 
C.  album,  eingebürgert  aber  nicht  beständig  (gefunden  Hl.  Ilummelsbüttel 
und  Steilshope  bei  Hamburg — ;  Hn.  Göttingen  im  Weender  Felde,  bei 
Iloltensen,  Münden  — ;  Pr.  Aschersleben,  Pfännerholzplalz  bei  Halle  — ; 
Pr.  ßV.  Münster — ).     Juni,  Juli.  —    August. 

Stengel  1  —  2'  hoch.  Blätter  unten  graugrün,  variiren  bald  mehr  bald  minder  gezähnt 
und  kommen  häufig  fast  ganzrandig  vor.  Eben  so  trifft  man  beblätterte  und  fast  blattlose 
Rispen.  Samen  fein,  jedoch  etwas  stärker  als  an  der  vorhergehenden  Art,  punctirt.  —  Die 
spccifische    Verschiedenheit   bedarf  sorgfältigerer    Prüfung. 

«.  C  polyisi>erniiini.  Vielsamiger  Gänsefuss,  Blät- 
ter eirund- länglich  oder  länglich,  stumpf,  meist  ganzrandig  und  unbe- 
stäubt;  Blütcnknäucl  in  kurzen  sperrig- ästigen  Trauben,  Fruchtdecke 
zur  Ileifzeit  oßen   stehend. 

LiNN.  Sp.  pl.321.  Chi.  han.  466.  Koch  Syn.  II.  697.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.75.     Fl.  dan.  1. 1153.     Engl.  bot.  t.  1480. 

b.    acutifoHuiu.      Ufer  spitahlättrige.      Strafl'er-,    Blätter   spitzlich, 
obere  zugespitzt;    Trauben  verlängert. 

Chi.  han.  das.     C.  acutifolium  Sm.   Comp.  fl.  brit.  Ed.  III.  42.     Engl. 
bot.  t.  1461.     C.  polyspermum  ß.  spicato -racemosum  Koch  das. 
Auf  Gartenländereien,    Äckern    und    an    Wegen,     auf  humoseni    auch 
feuchtem    sandigem  Boden,    als    dem  Menschen    folgende    Pflanze,    häufig 
eingebürgert;   b.  seltener.     Juli,  August.  —    August,   September. 

Hohe  1  —  2',  meist  einfach.  Blätter  beiderseits  grün,  unicrseits  heller,  ohne  Bläsehen 
und  Mehlstaub,  bald  schmäler  bald  breiter,  mit  unegal  gcscbnitlenera ,  selten  auch  verloren 
seicht  gezähneltcm  oder  gesehweift- gezähntem  Rande.  Die  Spielart  gcraderstengclig,  Trau- 
ben   steifer,    schmäler    und    doppelt    länger,    die   sperrige    Astslellung    aber    dieselbe. 

'J.  C  Viilvaria.    Übelriechentier  Gänsefuss,    Blätter 

rautenförmig -eirund,  stumpfeckig,  ganzrandig,  graumehlig;   Blütenknäuel 
in  beblätterten  magerblütigen  Ilispen. 

LiNN.  Sp.  pl.321.  Chi.  han. 466.  Koch  Syn.  II.  697.  Sturm  Deutschi, 
n.  11.75.     Fl.  dau.  t.  1153.     Engl.  bot.  t.  1034  (C.  olidum). 


Chenopodium.  CHENOPODIEAE.  461 

An  Mauern  und  Wegen,  in  Dorl'schaften  und  Städten,  auf  ammonialia- 
lischem  Boden,  als  dem  Mensclien  folgende  Pflanze,  häufig  eingebürgert. 
Juli,  August. —    August,  September. 

Stengel  '/j  —  '^'A'  '■o«^'' >  schlankbeiigig,  liegenil  oder  ansteigend.  Blätter  so  Jireit  oder 
breiter   als   lang,    wenig   veränderlich.  —      Die   Rispen   kommen    bisweilen   verlängert  vor. 

ff      Früchte    nieder-    und    andere    zusammengedrückt. 

8.  C  slaiicuiw.     Meergrüner   Gänsefuss.     Blätter 

rautenförmig- länglich  oder  länglich,  buchtig-gezähnt,  unterseits  weiss- 
griin;    Blütenhuäuel  in  fast  blattlosen  schmalen  Ähren. 

LiNN.  Sp.  pl.  320.  Chi.  hau.  466.  Fl.  dan.  t.  H51.  Engl.  bot.  t.  1454. 
Blitum  glaucum  Kocu  Syn.  IT.  699.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  75.  Aga- 
thophytum  glaucum  Beichenb.  Fl.  sax.  321. 

An  Hecken,  Wegen  und  Misthaufen  in  Dörfern,  auf  feuchtem  oder 
nassem  ammoniakalisehem  Boden,  auch  auf  salzhaltigem  Boden  am  Meercs- 
strande  und  in  der  ISähe  von  Salinen,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze, 
meist  truppweise  eingebürgert.     Juli,  August.  —    August,  September. 

Stengel  '/4  —  l'/j'  hoch,  dick,  aus  liegender  Basis  ansteigend,  von  unten  auf  ästig, 
seltener  einfach.  BLittcr,  besonders  auf  saUhaltigem  Boden,  dicklich  (v.  crassifolinm  Chi.  han. 
das.),  der  Gestalt  und  Randbildung  nach  veränderlieh.  Ähren  gegen  den  Stengel  zu  nicht 
selten  mehr  oder  weniger  beblättert.  Gcschlechlsdecke  h-  und  4 -blättrig.  Samen  theils 
vragerecht,    tbcils    aufrecht   gestellt. 

9.  C  rubrnni.    Mother  Gänsefuss,    Blätter  glänzend, 

rautenförmig -3 -eckig,  unregelmässig  buchtig -gezähnt  mit  fast  spiessför- 
niigcr  Basis;    Blütenkuäuel  in  straften  beblätterten  Ähren. 

LiNN.  Sp.  pl.318.  Chi.  han.  464.  Fl.  dan.  1. 1149.  Engl.  bot.  1. 1721. 
Blitum  rubrum  Rock  Syn.  II.  698.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.  74.  Aga- 
thophytum  rubrum  Beichenb.  Fl.  sax.  321. 

b.    cras8ifoliuui.     Der  dicRblättrige.     Sperrig- ästig,   Blätter  flei- 
schig, schmäler,  wenigzähnig,  obere  ganzrandig;   Ähren  blattlos. 

Chi.    han.    das.      C.  crassifolium    Sp.  pl.    ed.  Böm.    Schult.  YI.  262. 

C.  botryodes  Sm.  Comp.  fl.  brit.  Ed.  III.  41.     Engl.  bot.  t.  2247.     Blitum 

rubrum  y.  paucidentatum  Koch  das. 

An  und  in  Dörfern,    au  "Wegen,   Misthaufen  und  Schutt,    auf  ammo- 

niakhaltigem  feuchtem  Boden,  auch  auf  salzhaltigem  Boden  bei  Salinen; 

b.  nur  hier  und  da  am  Meeresstrande,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze, 

häufig  eingebürgert.     Juli  bis  September.  —    September,  October. 

Geruch  schwach  widerlich.  Stengel  1  —  l'/^'  hoch,  dick,  saftig,  bogig  ansteigend  oder 
aufrecht,  in  b.  zum  Theil  liegend,  nach  oben  zu  nebst  den  Ähren  und  deren  Blättern  meist 
purpurn  angelaufen.  Blattform  veränderlich.  Geschlechtsdccke  3-,  4-  und  3  -  theilig.  Stauh- 
gefässe  1  —  -5.  Samen  vom  TSabel  ab  sehr  fein  punctig-liniirt.  —  Die  Spielart  im  Ge- 
garomtansehen  sehr  abweichend,  und  mindestens  mit  eben  so  viel  Anspruch,  eigene  Art  zu 
gevn,    als   C.   opulifolium. 

GMU^MRSXICUMS. 

Pharmaceutisch'  JUKedicinisches»    Von  A.7.  das  Kraut 

(Herba  >  ulvariae  s.  Atriplicis  foctidae)  nur  noch  in  wenif/en  Gef/enden  of- 
fieinell.  Blätter  der  Art.  6.  7.  als  Reinifjitnf/smittel  alter  fVunden  und 
Geschwüre  bei   Thicren  im  Hausaebrauche. 

VechniSCheS»  SämmtUche  Arten,  vorzüfjlich  jedoch  6.  T.,  zur 
Gewinnimtf  von  Pottasche  anwendbar. 

ÖlCOnomiSCheS»  Sprossen  und.  junge  Triebe  der  Art.  4.  9.  als 
Salat  und  Gemüse  (feniessbar,  von  A.4.  auch  die  Samen  als  Grütze  und 
tßcmahlen  als  Zusatz  zum  Brodmehl.  SämmtUche  Arten,  mit  Ausschluss 
von  A.  7.,  ein  gern  (jefressenes  Fiehf'utter.  A.  4.  ein  oft  sehr  überhand- 
nehmendes Unkraut  auf  Ackern. 


462  CHENOPODIEAE.  Agatbophytum. 

«.   AGATHOPHYTU]?!.    MMMJWMMCMSKMAUT, 

ModlllN-TAND.    Ann.    sc.    iiat.    II.    Si-r.    I.    •291.    t.  10.  f.  c. 

Blüten  Zwitter^  selten  vlelehig.  Ge.sclilecht.scleclie  5-lheJlig. 
Staubgcfässe  5.^  IVarben  2—3,  fadenförmig  auf  geuieinschaftli- 
chcin  kurzen  Griffel.  Häutige  Nuss  zusamuiengedrüekt.  Samen- 
schale krustig.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  ectiigem  Stengel,  wechselständigen  Blättern 
und  ährenförniigeu  Blüten,  von  denen  die  ohern  durch  Fehlschlagen  oft 
weiMich  sind. 

fl.  A.  Bonn»  Heiirlciif^.    Gemeines  Mteinrich»Teraut» 

Blätter  breit  3- echig- spiessförmig,  ganzrantlig;  Blütenhuäuel  aus  l.ur- 
zen,  hlattwinlielständigen  Ähren  in  eine  verlängerte,  LIattlose  Endähre 
übergehend. 

Moquin-Tand.  Ann.  sc.  nat.  II.  Ser.  I.  291.  t.  10.  f.  c.  Blitum  Bonus 
Henricus  C.  A.  Meyer  Fl.  alt.  I.  11.  Anmerk.  Koch  Syn.  II.  698.  Cheno- 
podiuni  Bonus  Ilenricus  Linn.  Sp.  pl.  318.     Chi.  han.  463.     Schk.  Handb. 

I.  T.56.     Fl.  dan.  t.579.     Engl.  bot.  t.  1033. 

Auf  wüsten  Plätzen,  an  Hecken,  Strassen  und  auf  Schutt,  auf  am- 
moniahhaltigem  Boden,  als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  häufig  ein- 
gebürgert.    Mai  bis  August.  —    August,  September. 

Stengel  1 — '2'  liocli,  einlach.  BlUUer  gellilicLgriin  mit  l>oglg  znriickgekriiramten  Spiess- 
eckcn.  Ähren  einen  langen  kegelförmigen  Straiiss  hildcnd.  Samen  gross,  alle  aufrecht 
gestellt. 

GM  IVMRBIjICIIMS, 

J?harmaceutisch-Medicini«ches,  Kraut  und  rVtazel  (Iler- 

ba  et  Radix  boni  Ilenrici  s.  Lapathi  uuctuosi)  nur  noch  in  weninen  Ge- 
fft'nden  of'ficinell.  Die  Blätter  als  Reinifjunrjsmittel  für  fVundcn  und 
Geschwüre  im  Uaiisf/cbrauch. 

OTeonomiScHeS»  Sprossen  und  juni/e  Triebe  als  Salat  und  Ge- 
müse essbar. 

'S,     BlilTUM.     JEJanBMMMSJPlJVAT. 

LlNN.    Gen.    n.  14. 

Blüten  Zwitter  oder  vielebig.  Geschlechtsdecke  5-  auch  3- 
theilig.  Stauhgefässe  1  —  5.  Narben  2.  Häutige  Nuss  zusam- 
mengedrückt, von  den  angesehwollenen  zur  Trugbeere  unter 
sich  verwachsenen  Gescbleehtsdecken  eingeschlossen.  Samen- 
schale krustig.     Geschl.  Syst.  V.  2. 

Einjährige,  etwas  fleischige,  kahle  Kräuter,  Blätter  3 -eckig,  Blüten 
dicht  kopfförmig  geknäuelt,  blattwinkel-  und  endständig,  im  Fruchtzu- 
stande einer  saftigen  zusammengesetzten  Beere  gleichend. 

'I.     B.   yirgatiini.     Seitenblütiger  Mrdbeerspinat, 

Blätter  länglich-3- eckig,  tief  ungleich  gezälint  mit  spicssförmiger  Basis; 
Blütenknäuel  sämmtlich  blattvdnkelständig. 

LiNN.  Sp.  pl.  7.     Koch  Syn.  II.  698.     Stlrm  Deutschi.  Fl.  II.  74  und 

II.  2  (B.  capitatum). 

An  Zäunen  und  Mauern,  auf  ammoniakhaltigem  Boden,  im  südlichen 
Thcile  des  Gebiets,  selten  verwildert  (Pr.  Halle:  Zusehen  und  sonst  hiu 
und  wieder).     .Tuni  bis  August.  —    September. 

Stengel  '/^ — '2'  hoch,  dünn,  ästig.  Blätter  kurz  gestielt,  mit  lang  vorgezogener  Spitze. 
Bliitenknäuel   grün,    zur   Fruchlzeit   dunkelroth.      Samen   schwarz. 

GM1VJEBBLECMMS. 

OTeonomiScheS*     Sprossen  und  Blätter,  auch  die  Früchte  essbar. 


Beta.  CHEÜVOPODIEAE.  463 

LiNN.    Gen.    I..310. 

Blüten  Z^Tittcr.  Geschleclitsdecke  5-spalti^.  Slaubgefässe 
5,  einem  den  Fruchtknoten  iioigebenden  Ringe  eingesetzt.,  Nar- 
ben 2,  kurz,  sitzend.  Häutige  iXuss  niedergedrückt,  mit  der 
fleiscbiff  ffCAvordenen  Geschlcchtsdccke  balb'verwaebsen.     Ge- 

scbl.  Sl'stfV.  2.  ...,...„..«, 

Ein-''oder  2-jälii-ige  Rväuter  mit  meist  spindeltörmiger  Wurzel.  ..lilät 
ter  wechselständig,  eirund -länglich,  wellig.  Blüten  geknäuelt  in  Ähreu. 
Früchte  meist   zusammen  wachsend. 

'1*  B.  ntaritima.  Seestrands-Mangold*  Blätter  rauten- 
förmig-eirund,  kurz  zugespitzt,  ausgeschweift- wellig;  ]>iarben  lanzeltlich. 

LiNN.  Sp.  pl.322.  Koch  Syn.  II.  699.  Fl.  dan.  1. 1571.  Engl.  Lot. 
t.  285.     SiBTH.  Fl.  graec.  t.254. 

Am  Meeresstrande,  sehr  selten  (das  Vorkommen  im  Gebiete  der  Be- 
stätigung bedürftig.  Koch  giebt,  ohne  nähere  IVachw eisung,  den  IVord- 
seestrand  an.  Diesen  ha)>e  ich,  so  weit  er  hierher  gehört,  wiederholt 
und  sorgfältig  untersucht,  ohne  die  Pflanze  zu  finden.  INach  Nolte  Fl. 
hols.  27.  soll  sie  von  Hornemann  am  Ostseestrande  bei  Heiligenhafen  ge- 
funden seyn).     Juli,  August.  —    September. 

Wurifl  spindelförmig,  dick,  fleischig,  aussen  schwarz.  Stengel  in  Mehrzahl  liegend, 
an  der  Spitze  ästig.  Blütlcr  etwas  fleischig,  glatt,  wiirzelstiindige  selir  gross,  in  den  Blatt- 
stiel herabldufend,  sfengelständige  viel  kleiner,  fast  sitzend.  Blüten  meist  zu  2,  sitzend,  in 
beblätterten    Endtrauben,     grünlich    (nach    SmiTII). 

9.     HAIillTIlIS.     MmiXiMMIiltm, 

AVallr.   Schcd.    crit.    117. 

Blüten  1 -häusig.  Geschlechtsdecke  der  männlichen  Blüten 
4 — ^5-theilig,  der  Aveiblichen  zusammengedrückt,  2-lappig  mit 
einem  Mittelzahn.  Häutige  IVuss  zusammengedrückt.  Samen- 
schale häutig.    Geschl.  Sylt.  XXIII.  1.  (V.  2.)? 

Wie  Atriplex.     A.2.  einjährig,   A.  1.  staudig. 

1.    H.  portulacotdes.    JPortulaJcartige  Keilmelde» 

Blätter  gegenständig,  umgekehrteirund  -  länglich,  stumpf,  ganzrandig; 
Fruchtdeclie  sitzend. 

Beicuenb.  Fl.  excurs.  576.  Koch  Syn.  IT.  700.  Sturm  Deutschi.  Fl. 
H.  80.  Atriplex  portulacoides  Linn.  Sp.  pl.  1493.  Chi.  han.  467.  Fl. 
dan.  1. 1889.     Engl.  bot.  t.  261. 

Am  Nord-  und  Ostseestrande  unmittelbar  am  Meere  und  auf  den  nahe 
belegenen  Inseln,  auf  fettem  Schlickboden,  am  Nordseestrande  häufig 
und  meist  truppweise  {Hl.  von  Brunsbüttel  bis  an  Schleswig  — ;  lim. 
Ritzebüttel — ;  /fn.  Otterndorf,  Schmarren,  Schottwarden,  \^^remen — ; 
Ol.  Jever  an  der  Heppenserdrift,  auf  den  Oberahnischen  Feldern,  an 
der  Jahde  als  südlichstes  Vorkommen),  am  Ostseestrande  seltener  {Mh. 
V^'^arnemünde).     Juli,  August.  —    September,  October. 

Wurzel  holzig,  vielköpfig.  Stengel  ansteigend  oder  aufrecht,  6"  —  2'  hoch,  nchst  den 
Blättern  dicht  graumehlig- schiilferig.  Blätter  dicklich,  in  die  längliche  und  lanzettliche 
Form  Tariirend.  Männl.  Blüten  gelbgriin  mit  gelben  Staubbeuteln.  Seitenlappen  der  Ge- 
schlechtsdecke im  Fruchtzustande  halbrund,  mittlerer  stumpf  lanzettlich,  gerade,  bald  kleiner 
bald    grösser   als    die   Seitenlappen. 

%•     H.  peduociilatiis*     Stielfrüchfige  Keilmelde» 

Blätter  ganzrandig,  unterste  umgekehrteirund,  gegenständig,  folgende 
länglich  und  wechselständig;    Fruchtdecke  lang  gestielt. 

V^^ALLR.  Sched.  crit.  117.  Chi.  han.  470.  Kocu  Syn.  II.  701.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  80.  Atriplex  pedunculata  Linn.  Sp.  pl.  1675.  Schk. 
Handb.  IV.  t.  349.     Fl.  dan.  t.  304.     Engl.  bot.  t.  232. 


464  CHENOPODIEAE.  Atriplex. 

Am  Strande  «1er  Nord-  und  Ostsee,  auf  Schliekhoden,  selten  (Iln. 
IXesse— ;  Ol.  Eckwarden,  Tossens  — ;  9ik.  \^^-irneniünde),  im  Ilinncu- 
lande  an  Salinen,  ebenfalls  selten  (31k.  Ilöversliagen  auf  Wiesen;  ^/»i. 
Leau;  I'r.  Stassfurt,  Ilecklingen,  Artein).  August,  September.  —  üc- 
tol>er,  November. 

Slcngel  4,  6  —  10"  hoch,  nebst  den  BläHern  graumelilig- scliülfcrig.  Diese  kürzet  ge- 
stielt als  an  A.  1.,  der  Form  nach  slumpf  und  spitzlicli  xariireiid.  Männl.  Blüten  gelbgriiii, 
sitzend,  weilil.  mit  einem  narli  dem  Itliilien  sieh  verlängernden  Stiel.  Geschlechtsdcclie  im 
FruchlzHstande  ausgeschnitten -deltaformig,  seitliche  Lappen  gebogen  -  3 -eckig,  mittlerer  Lap- 
pen   ein    aufrechtes   viel    kleineres    Zubuchcn. 

VechniSChes*     Beide  Arten  zur  (iewümuiifj  von  Soda  anwendbar. 
lO.     ATRIPIiEüt.     MMMjItm, 

LlNN.    Gen.    n.   11Ö3- 

Blüten  einhäusig,  hei  wenigen  Art.  in  Verhindung  mit  Zwit- 
tern. Geschlechtsdeoke  der  männliehen  und  Zwitterhliiten  3  — 
5-thcilig,  mit  3  —  5  Stauhgefässen,  der  weihliehen  Blüte»  2- 
spaltiff  oder  2-theilig,  mit  der  Frueht  fortwaehsend  und  diese 
bedeckend.  Häutige  Nuss  der  weihliehen  Blülen  zusammenge- 
drückt,  der  Zwitterblüten  niedergedrückt.    Gesehl.  Syst.  XXIII. 

1.  (y.  2.). 

Einjährige  Kräuter  (Art.  1 — 9.)  oder  Stauden,  meistens  mehlig,  blät- 
terig oder  schülferig,  Blätter  meistens  gestielt,  Wechsel-  selten  gegen- 
ständig, flach,  bnchtig- gezähnt  oder  ganzrandig,  Itlüten  sitzend,  ge- 
knäuelt,   in  blattwinkel-  und  endständigen  Ähren. 

4-      Blüten   vielehig.      Lappen    der   weiblichen   Blüten   bis    auf    die   Basis 
getrennt.      Frucht   der    Z  »  i  1 1  erb  1  um  en    niedergedrückt. 

1*    A.  Itortense*    Garten-  JtKelAe»    Blätter  herzförmig -3- 

eckig,  buchtig -spitz -gezähnt,  gleiclilarbig  un<l  glanzlos,  obere  viel  schmä- 
ler, fast  spiessförmig;  Fruchtdecke  rundlich -eirund,  kurz  gespitzt,  ganz- 
randig. 

LiKN.  Sp.  pl.  1493.  Chi.  hau.  4G8.  Koch  Syn.  If.  701.  Schk.  Uandb. 
IV.  T.349.     Stürm  Deutschi.  Fl.  11.79. 

In  der  Nähe  von  tlärteu  und  Gartenländereicn,  auf  huinosem  frischem 
Boden,   hier  und  da  verwildert.     Juli,  August.  — •    September. 

Stengel  3  —  4'  hoch.  Blätter  gross,  bis  h"  lang  und  4"  breit,  vt  eich ,  lebhaft  grün, 
die   an    den   beiden  Seiten  der  Blallbasis   siebenden   untersten  Zähne   verlängert,    und  oft   etivas 

zurückgebogen,     obere    Blätter    grunmcblig.        Frucht   h 6'"   lang,     netzartig  -  geädert.       Die 

Blattbasis  variirt  geradlinig  gestutzt  auch  wohl  ausgcsclinilfen ,  und  der  Blattrand  kommt  oft 
fast    ohne    Zähne   vor.       Früchte    oft   rautenförmig- eirund. 

!S.    A.  iiltens«    Glänzende  Melde»    Blätter  3-eckig-spiess- 

förmig,  tiefbuchtig-sägezähnig  mit  sehr  lang  vorgezogener  Spitze,  ober- 
scits  glänzend,  unterseits  l>läulich,  schwach  silberweiss-sehülierig,  obere 
viel  schmäler  und  nur  über  der  Basis  buchtig -gezähnt;  Fruehtdecke  ei- 
rund, zugespitzt,  ganzrandig. 

Bebent.  Prodr.  fl.  neomarch.  126.  Chi.  han.  468.  Koch  Syn.  II.  701. 
Schk.  Ilandb.  IV.  T.  348.  A.  acuminata  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Ilung. 
II.  107.  1. 103. 

An  Wegen,  Zäunen  und  auf  Schutt,  auf  ammoniakhaltigem  Boden, 
hier  und  da  eingebürgert  {IIb.  auf  den  Elbinseln;  Br.  Salzdahluni;  Scinv. 
in  und  um  Frankenhausen;  Pr.  Ilalberstadt ,  Ascherslebeu  nach  Mehrin- 

fen  zu,  Halle:   zwischen  Böllberg  und  dem  Wörmlitzer  Hölzchen,  W'^ein- 
erge  von  Böglitz ,   Bollsdorf,  Weissenfeis,  Naumburg,  Eisleben,  Hett- 
stedt).     Juli,  August. —    September,  October. 


Atriplex. 


CHENOPODIEAE.  465 


Vom     Gesainmfanselieii    der    A.    1.        Zunäclisl    durch    die    oliern  unterseils    sillierüieliligcu 

BIntter,  den  rcgelniassigeii  und  tiefcrhuditigen  Blattrand  und  die  länger  und  scliniäler  zu- 
laufende   Spitze    der   Blatter    zu    unterscLeiden.       Früchte    ehcnlalls    länger    ziiges|iilzt.  —       Es 

kommen  Exemplare  »or,  an  denen  das  Scliülferige  der  Blatter  sich  fast  %erlicrt,  womit  ihre 
Farhe   in    die   iichlgrüne   übergeht. 

f-J-       Blüten    einhäusig. 

■     Lappen    der    weihlichen    Blüten    his    auf   die    Basis  getrennt. 

*3.  A.  tataricuni.  Xiänglichblättrige  Melde,  Aste  auf- 
recht-abstehend;  Blätter  beiderseits  graugrün,  unteie  rautenförmig -liing- 
lich,  mit  fast  spiessförmiger  Basis,  wenig  geschweift- sägezahnig,  obere 
schmal  lanzettförmig,  beiderseits  verschmälert  und  ganzrandig;  frucht- 
tragende Ähre  locher,  an  den  Spitzen  etwas  nickend;  Fruchtdecke  eirund- 
rautenförmig,    glatt  und  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1493.  Koch  Syn.  II.  701.  Schk  Uandb.  IV.  T.  349. 
A.  oblongifolia  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar.  Ilung.  III.  243.  t.  221  (A.  mi- 
crosperma).     Sturm  Deutschi.  Fl.   H.  79.     A.  campestris  Koch  et  Ziz  Cat. 

pl.    Palat.    24    (mit    etwas    schmälern,    weniger    gezähnten    Blättern).       StIRM    das. 

An  Mauern,  Hecken,  V^'egen,  auf  magerm  Boden,  im  südlichen  Theile 
des  Gebiets,  die  ]>ordgrenze  der  Gesammtvcrbreitung  erreichend,  selten 
eingebürgert  (Pr.  Aschersleben,  als  nördlichstes  Yorkommen,  häufig, 
Halle:  bei  der  Stadt,  TSietleben,  Dürrenberg).  Juli,  August.—  Sep- 
tember. 

Höhe  1  —  3'.  Gesamnitansehen  der  folgenden  Art,  zu  unterscheiden  durch  die  aufrechte 
Stellung  der  Zweige,  die  graue  dunkelgrüne  Blattfarbe,  die  nickende  Ähre,  die  Stellung 
der  Früchte  zu  2  —  3,  und  die  nicht  spiessfürmige  Basis  der  Früchte,  an  der  s^ch  nur  selten 
ein    kaum    merkliches    Zähnehen    zeigt. 

1.    A.  patiiliint.     Ausgebreitete  Melde,    Untere  Aste 

sperrig  abstehend,  meist  gegenständig,  Blätter  gleichfarbig  trübgrüii, 
untere  rauten -lanzettförmig  mit  spiessförmiger  Basis,  buchtig- sägezahnig, 
obere  lanzettförmig  oder  lineal,  beiderseits  verschmälert  und  ganzrandig; 
Fruchtdecke  spiess -rautenförmig,   meist  weichstachelig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1494.  Chi.  han.  469.  Koch  Syn.  II.  702.  Schk.  Ilandb. 
IV.  T.347.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  79.  A.  angustifolia  Sm.  Fl.  brit.  III. 
1092.     Fl.  dan.  t.  1286  (A.  hastata).     Engl.  bot.  t.  .1774. 

b.    niicrocarpum.      Die   kleinfrüchtige.       Ähren    straff  aufrecht; 
Fruchtdecke  kaum  grösser  als  der  Same,   wcichstachelig. 

Kocu  das.     A.  erecta  Sm.  das.     Engl.  bot.  t.  2223.     Sturm  das. 
An  Wegen,  Rainen,  Mauern,    auf  Gartenländereien   und  Schutt,    auf 
Boden  mehrerer  Art,    allgemein  eingebürgert.     Juni  bis  August.—    Au- 
gust,  September. 

Stengel  aufrecht,  1 — 3'  hoch,  häufiger  liegend ,  vielästig,  Aste  stets  gespreizt.  Blätter 
in  der  Breite  sehr  TCränderlich ,  auf  Garfenlande  bis  3"  breit  und  4"  lang  (».  latifolia  Chi. 
han.  das.),  an  Wegen  .luf  magerm  Boilen  meist  nur  '/j"  '"<^''  """l  grösstenlheils  ganzrandig 
(v.  tenuifolia  das.),  am  Seestrande  oft  mehlig- schülferig;  ferner  bald  sämmtlich  wechsel- 
ständig, bald  die  unteren  gegenständig.  Fruchtdeckc  bald  glatt,  bald  mehr  oder  weniger 
weichstachelig. 

5.  A.  litorale.  Strand •  Melde,  Äste  aufrecht- abstehend 
oder  abstehend;  Blätter  lanzettförmig- lineal  oder  lineal,  beiderseits  ver- 
schmälert, verloren  fein  gezähnt  oder  ganzrandig;  Fruchtdecke  eirund- 
3 -eckig,    gezähnt  und  weichstachelig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1494.  Chi.  hau.  469.  Koch  Syn.  II.  703.  Fl.  dan.  1. 1287. 
Engl.  bot.  t.  708. 

Am  ISord-  und  Ostseestraude  und  auf  den  nahe  gelegenen  Inseln,  auf 
salzhaltigem,  nassem  oder  sumpfigem  Boden,  sehr  häufig.  Juli  bis  Sep- 
tember. —    September,  Octolier. 


466  CHENOPODIEAE.  Atriplex. 

Siengel  1  —  2'  hoch,  aufrecht ,  ästig.  Ulallcr  beiderseits  grün.  2"  lang.  2  —  3'"  Ineit. 
»ariiren  fast  doppelt  so  breit  und  buchtig- gezähnt  (v.  siniiata  Chi.  han.  das.).  Ähren  schLnk, 
fein,  meist  gestrecl^t- gerade,  seltener  schwach  bengig.  Fruchlljnäuel  von  einander  entfernt.  — 
Nähert   sich    im    Gesanimlansehen    <Ier    schmalblättrigen    Form    der    lorhergelienden    Art. 

6.     A.  latifoliiini.      Breitblättrige  Melde.     Lntere 

Äliic  sperrig  abstehend,  oft  gegenständig;  untere  lllätter  3- eckig-spiess- 
förmig ,  geschweift  oder  seichtbuchtig  -  sägezähnig ,  obere  lanzettlich- 
spiessförmig,  ganzrandig;  FrucLtdecke  eirund-3-ecliig,  ganzrandig  oder 
gezähnelt. 

Chi.  han.  468.  Koch  Syn.  II.  702.  A.  latifolia  ß.  elalior  Wahlenb. 
Fl.  suec.  II.  606.  A.  patula  Sm.  Fl.  brit.  lil.  t.  936  (Übergang  in  c.).  Fl. 
daii.  t.  1285.     A.  bastata  Schk.   Handb.   IV.  334.  T.  348. 

b.  niicrocarpuni.     Die  klein Jrüchtige.     Fruchtdecke  kaum  grösser 
als  die  Samen. 

Chi.  han.  das.     liocH  das.     A.  microsperma  Waldst.  et  Kit.  PI.  rar. 
Hung.  III.  278.  t.  250. 

c.  salinum.    nie  salsliebende.     Blätter  stärker  bucbtig- sägezähnig, 
bald  mehr  bald  weniger  blaugrau  -  schülferig. 

Koch  das.     A.  latifolia  v.  maritima  Chi.  han.  das.     A.  latifolia  Wah- 
LENB.  das.     A.  laciniata  Schk.  das.  T.349. 
Auf  Gartenländereien,  an  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  etwas  feuchtem 
ammoniakhaltigem  Boden,  ziemlich  häufig  eingebürgert;   b.  auf  salzhalti- 
gem  Boden    an    dem   Nord-    und   Ostseestrande    und   bei    Salinen.      Juni, 
Juli.  —    August,   September. 

Stengel  1 — 2'  lang,  anfrecht  oder  liegend.  Blätter  meist  gegenständig ,  an  der  Hauptart 
hlassgrün,  oft  mit  Ausnahme  der  beiden  Spiesszähne  ganzrandig,  an  der  Spielart  c.  dick- 
lich. Fruchttragende  Ähren  aufrecht,  Fruchthnäuel  etwas  gesondert,  Frucktdecke  eirund-3- 
eckig,    fast   3 -eckig    und    selcht  -  herzförmig- 3 

Bemerk.  Dass  A.  lacimata  Schk.  T. 
Koch  702.  unten),  ergiebt  sich  ans  den  nid 
deren  lang  und  fein  zugespitzten  Sägezähnen, 
3- eckig    und    ganz    nicht    rautenförmig    und    3-lappig    ist. 

*«.  A.  liai^tatlllll.  GeSChlitaite  Melde,  Untere  Äste  sperrig 
abstehend,  Blätter  geschlitzt-sägezähnig,  untere  dreieckig- lanzenfürmig, 
obere  lanzen-lanzettförmig;  Fruchtdecke  herzförmig -3 -eckig,  eingeschnit- 
ten-gezähnt  mit  pfriemenförmig  zugespitzten  Zähnen. 

LiNN.  Sp.  pl.l4ü4.  Koch  Syn.  II.  703.  Stirm  Deutschi.  Fl.  11.79. 
Keichenb.  PI.  crit.  I.  t.  16.     Fl.  dan.  t.  1638. 

An  Wegen  und  auf  Schutt,  auf  arainoniak-  oder  salzhaltigem  Boden, 
sehr  selten  (iWA.  W^arnemünde,  IVcustrelitz  am  Zierkersee  bei  der  Bleiche, 
am  Eibufer — ;  Pr.   Salzwedel).     Juli,  August. —    September. 

Der  brcitblältrigen  Form  von  A.  4.  und  auch  A.  6.  ähnlich,  durch  die  auffallcDde  Frucht- 
bildung aber  sehr  ausgezeichnet.  Blattränder  tiefer  als  bei  sämmtlichen  übrigen  Arten  aus- 
geschnitten   und    die    Zähne,    schmal    nud   lang   zugespitzte,    meistens   bogige    Zipfel    bildend. 

■■      Lappen    der    weiblichen    Bluten    bis    zur    Hälfte    verwachsen,     an    der   Basis   knorpelig. 

•8.  A.  laciniatiam.  X^appige  Melde.  Blätter  buchtig- 
gezähnt,  schwach  spiessfömiig,  unterseits  silberweiss  -  schülferig,  untere 
rautenförmig -3- eckig,  obere  spiessförmig-länglich;  Blütenähren  dicht, 
Fruchtdecke  spiess- rautenförmig,  oder  fast  3 -lappig,  mit  oder  ohne 
Zähnchen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1494.     Koch  Syn.  II.  703.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  80. 

Am  Nord-   und  Ostseestrande,    auf  fettem  Schlickboden,    selten  {Ol. 

Ander  Jade  bei  Stollham,  am  Ilobendcich  — ;    Hl.  am  Elbuferlliisse  bei 

Blankenese  und  Nienstädten  — ;    Jtffc.  Warnemünde  — ;  Pr.  bei  Halle  an 

■  der  Salzke  und  am  salzigen  See  Ton  Leyss.  u.  Spreng,  angegeben,    von 


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Runiex.  POL.YGONEAE.  467 

Garcke   aber   nicht   gefunden  und   daher   zweifelhaft).      Juli,   August.  — 
September. 

Stengel  1  —  1 '/j'  Uocli ,  liegend  oder  ansteigend,  »icl-  und  langäsdg,  nebst  den  Blat- 
tern meblig-sduijipig.  Blätter  variiren  tiefer  l.iicLtig  -  gczälint,  oljcrscils  blassgrün  oder  grau- 
grün. Blülenäbren  walzenförmig,  dicklich  und  gedrungen,  Fruclilibren  dagegen  durch  häu- 
figes Feblscblagcn  von  Blüten  nnterbrocbcn.  Fruchtdecke  durch  2  starke  Seitenzabne  fast 
y-lappig,    mit    vorgezogenem    uiiltlcrn    Lappen. 

9,  Ao  roseiim.  ^tern-  JüKelde.  Aste  aufrecht -abstehend 
oder  abstehend;  Blätter  rautenförmig -eirund  oder  eirund,  buchtig-un- 
gleichzähnig,  spitz,  untcrseits  silbervi  eiss -schülferig ;  Blütenähren  unter- 
brochen;   Fruchtdecke  rautenförniig-3- eckig,  spitz   gezähnt. 

LiisN.  Sp.  p1.  1493.  Chi.  han.  467.  Koch  Syn.  II.  703.  Schk.  Ilaudb. 
IV.  T.  350.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  80.  Fl.  dan.  1. 1284  (A.  laciniata). 
Engl.  bot.  t.  165. 

An  Wegen,  Hecken  und  auf  Schutt,  auf  ammnniakhaltigem  Boden, 
im  südlichen  Theil  des  Gebiets  häufig,  im  mittlem  und  nördlichen  selten 
(hier  Pr.  Wcsterhausen — ;  Hs.  Cassel,  Steinlirüche  am  Kratzeuberge — ; 
Un.  Görsbacher  Gasthof  im  Hohnsteinsehen.  Rennau  im  Lüneburgschen  — ; 
Br.  Königslutter — ;  Hl.;  Mk.  Prilhvitz,  Neuburg,  Jabel  bei  Lübtheen). 
Juli  bis  September.  —    September,  October. 

Grösse,  Gesauinitansehen  und  Farbe  der  vorhergebenden  Art,  Blatlslicle  um  die  Hälfte 
kürzer.  Bialler  gleichsam  ausgenagt- buchtig,  bisweilen  auch  auf  der  obern  Seile  silbcr- 
schnlferig.  Ähren  kurz,  steif,  beblättert.  Früchte  grösser,  am  Rande  gezähnelt  und  auf 
der    Flache    mit   kurzen    stumpfen    Wcichstacheln    beselzt. 

GM  n'MRBZ.1  CHJES. 

technisches*  ^rt.  2 — i.  6.  7.  können  zur  Gewinnunr/  ron  Polt- 
asche, und  Art.  5.  8.9.  zur  Geivinnwiff  von  Soda  benutzt  werden. 

ÖTeonontiSCheSt  A.l.  vorzüglich,  weniger  die  Art.  3.  4. 6.  xind 
als  Gemüse  geniessbar. 

liXlLTIII.    POIiYGOJVEAE. 

JUSS.    Gen.   82. 

Gesclileclitsdeclie  nnterstäiulig,  tief  3-,  5-,  6-theillg,  In  der 
Kno.spenlage  gesehindelt.  Staiibgefässe  der  Zahl  nach  meistens 
beständig,  der  Basis  der  Gesehlechtsdeekc  einzeln  oder  paar- 
weise vor  deren  Theilen  eingesetzt.  Fruchlknote  frei,  1-lache- 
rig,  1-eiiff  mit  aufrechtem  Eichen.  Griffel  2,  3,  selten  4  oder 
sitzende  Narben.  Frucht  eine  weiche,  häutige  Nuss  oder  horn- 
frueht,  nackt  oder  von  den  innern  Lappen  der  Geschlechts- 
decke umgeben.  Keim  umgekehrf,  bald  gerade  bald  gekrümmt, 
in  oder  am  mehligen  Eiweiss  liegend.  —  Blätter  mit  wenigen 
Ausnahmen  wechselständig,  die  Blatthälften  in  der  Knospenlage 
gegen  die  Mittelrippe  eingerollt.  Blattstiele  mit  scheiden-  oder 
tutenförmiger   Basis. 

Vorkommen.  Die  mehrsten  Arten  bodenvag,  einige  Vorliebe  für 
alkalihaltigen  Boden  zeigend,  andere  an  Salzgehalt  des  Bodens  gebunden. 

Gehalt.  Die  einheimischen  Gattungen  ausgezeichnet  durch  reichen 
Gehalt  an  Oxalsäure  und  Kali,  namentlich  saures  kleesaures  Kali  in  den 
Blättern  einiger  Arten.  In  den  fVurzeln  Gerbe-  und  Gallussäure,  auch 
kleesaurer  Halk.     Die  Samen  reich  an  Stärke. 

1.  RVPnEX..    jLJtEPvmn, 

L.I1VN.    Gen.    n.  -khX. 

Geschlechtsdecke   tief  6-theilig,    innere    3  Lappen   grösser 


468  POIiYGONEAE.  Rnmex. 

an  einander  IJpffend,  mit  der  Frucht  forlwaclisend  und  diese 
(als  Fruchtdeeke)  einschllessend.  Staubgefasse  (i^  paar^veise 
vor  den  3  äussern  Lappen.  Griffel  3,  mit  pinselförmigen  i>ar- 
ben.    Häutige,  3 -kauf ige  Nuss.     Geschl.  Syst.  VI.  ö. 

Ein-  (A.8.)  oder  mcliijälirige  (Art.  1  — 7.  9  — 11 .)  aufrechte,  meistens 
ästige,  unbehaarte  Kräuter,  selten  Stautlen.  Rlätter  ^vechselständinJ,  ganz. 
Webenhlätter  zu  einer  häutigen  ofienen  oder  einer  tutenförmig  geschlos- 
senen Seheide  Terwaehsen.  Blüten  gestielt,  in  rispige  Trauben  l»ilden- 
deii  Quirlen. 

j-    Blüten    Zwitter   oHcr   lieleliig.      Blatter    weder   spless-    noch   pfellförraig. 
•     Quirle    in    der    Rcifzeit    gedrängt. 

1.    R.  aqiiaticiiiü.    Jf^asser-JLmpJ'er.    Wurzclhlätter  aus 

breit  herzlömiiger  IJasis  eirund  oder  länglieh,  spitz  mit  zusammengezo- 
gen-rinnigem  lUattstiele;  innere  Lappen  der  Fruchtdeeke  herzförmig- 
eirund,  spitzlich,  ganzrandig  oder  schwach  gezähnelt,    ohne  Schwiele. 

LiNN.     Sp.     pl.  479     ( accumulativ     mit    verwandten   Arten).        KoCH    Syn.    II.    707. 

Sturm  Deutschi.  Fl.  11.74.  Keicuenb.  PI.  crit.  IV.  t.  369.  Uavne  Arz- 
neigew. XIII.  T.  4  (links).     R.  latifolius  Chi.  han.  478. 

An  Flüssen  und  Gräben,  auf  Lehm-,   Sand-  und  Sumpfboden,  liäufig. 

Höhe  2  —  3'.  Blatter  gegen  den  Blattstiel  breit  -  3  -  eckig  zunehmend  nnd  nur  scLwacli, 
oft   gestutzt    herzförmig,    am    Bande    meist   wellig.       Trauben    rispig,     ohne    Blatter. 

«.  R.  llydrolapathum.  Miesen.  Ampfer.  Blätter  läng- 
lich-lanzettförmig,  zugespitzt  und  in  den  oberseits  tlaehen  Blattstiel  ver- 
schmälert; innere  Lappen  der  Fruchtdecke  eirund- deltaförmig,  ganz- 
randig  oder  an  der  Basis  kerbig-gezähnelt,  sämmtlich  mit  einer  Schwiele. 

IluDS.  Fl.  angl.  154.  Koch  Syn.  II.  707.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  73. 
Reichenk.  PI.  crit.  IV.   t.  370.     Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  4  (rechts).     R. 

aquaticus  LinN.  Fl.  snec.  117  (nach  Ausweise  von  EllRHART  zu  LlNNEs  Zeit  zu 
llpsala    eingelegter    Exemplare).       Chi.    han.    477.       Engl.    bot.    t.  2104. 

X    R.  aquatico-Hydrolapatluini.    Wasser. JRiesen- 

JBastar  dampf  er»     Wurzelblätter  länglich,  spitz  oder  stumpf,  an 

der    Basis    schief    abgerundet    oder    herzförmig    mit    schwach    rinuigem 

Blattstiel-  meiste  Blüten  unfruchtbar. 

R.  aquaticus  t.  heterophyllus  Chi.  han.  das.     R.  heterophyllus  Schweig. 

Fl.  starg.  Suppl.  21.      \\.   maximus    Schreb.    in    Schweig,  et   Körte    fl. 

erlang.  I.  152.  Koch  Syn.  das.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.73. 
An  stehenden  'Wassern,  Teichen  und  Gräben,  auf  Sumpf-  und  Sand- 
boden, häufig;  die  Bastardform  selten  und  stets  in  Gesellschaft  der  Stamm- 
eltern {Mli.  rSeustrelitz  bei  der  Bruchstrasse,  IVeubrandenburg  im  Brü- 
der- und  Werderbruch — ;  Hn.  Hildesheim.  Dümmersee  bei  Lembruch  in 
der  Grafschaft  Diepholz  — ;  Hs.  im  Kann  bei  Allendorf—;  Pr.  Uerir- 
gen  Wallr.).     Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Höhe  bis  6'.  Stengel  steif  aufrecht.  Blätter  steif,  am  Rande  kurz  ausgenagt- wellig, 
unterseits  meergriin ,  unterste  bis  2'  lang,  an  der  Basis  oft  ungleich.  Trauben  rispig,  ler- 
haltnissmassig  kurz,  sehr  gedrungen  und  ohne  Blätter.  —  Die  Bast.irdforra  durch  seltenes 
Vorkommen  in  Gesellschaft  der  Stammeltern,  die  schwankende  Bildung  und  das  Fehlschlagen 
der    mehrslen    Bluten    wohl    hinlänglich    als    solche    bezeichnet. 

3.  R.  domestiCIlS.  Maus. Ampfer,  Wurzel-  und  un- 
tere Stengelblälter  aus  eirunder  oder  schwach  herzförmiger  Basis  läng- 
lich oder  breit  lanzettförmig,  gegen  den  Rand  wellig  und  Kraut  mit  fla- 
chem schmal  gerändertem  Blattstiel,  innere  Lappen  der  Fruchtdecke  rund- 
lich-herzförmig, ganzrandig  oder  kerbig-gezähnelt,  sämmtlich  ohne  oder 
mit  einer   schwach  ausgebildeten  Schwiele. 

Hartm.  Scand.  fl.  ed.  I.  148.  Roch  Syn.  II.  706.  Reichenb.  PI.  crit. 
IV.  t.  345.     R.  erispus  v.  latifolius  Chi.  han.  478. 


Rumex.  POtTCOMEAE.  469 

An  Flussufern  {IIb.  und  Hn.  am  Unterlauf  der  Elbe  und  auf  den  Elh- 
inseln).     Juli,  August. —    August,   September. 

Steif  aufieclit,    bis    5'    lioch ,    Breite    der   Bläller   oft   6".      Trauben   rispig,    obne   Blätter. 
Hat    einerseits     (las    Aoseben    eines     üppig    ausgebildeten,     zu     doppelter    Hohe     gela 


crispiis  , 


ie    ich    diesen    im    Scblamme    der   Eibinseln,     wo    Strandgewäcbse    des    Binnenlan.les 


nicbl  selten  zu  einer  doppelten  nnd  3  -  fachen  Höhe  und  Stärke  gelangen,  öfters  gclroffen 
habe  (vergl.  Chi.  hau.  479.  R.  crlspns  Bemerk,  "i.).  Andererseits  ähnelt  er  dem  R.  aqua- 
licus ,  besonders  hinsichtlich  der  Lappenbildung  der  Fmchtdecke.  Es  sind  Untersuchungen 
HÜnscbensTrertb,     ob    er    eine    Bastardform    der    benannten   Arten    sey. 

1.  R.  CrispUS.  MraUSer  JLmpfer,  Blätter  herzförmig- 
liinglicb  oder  lanzettförmig,  gegen  <len  Hand  wellig- kraus ;  innere  Lap- 
pen der  Frucbtdeckc  rundlicb- eirund,  etwas  berzförmig,  ganzrandig  oder 
an  der  Basis  gezäbnelt,   einer  oder  sämmtlicb  mit  einer  Scbwiele. 

LiNN.  Sp.  pl.476.  Cbl.  ban.478.  Roch  Syn.  II.  706.  Sturm  Deutscbl. 
Fl.  H.73.  REictiENB.  PI.  crit.  \I.  t.  576.  JFl.  dan.  t.  1334.  Engl.  bot. 
t.  1998.     Hayne  Arzneigew.  XIII.  3. 

Au  Wegen,  Acberrainen,  Flussufern  und  auf  Wiesen,  auf  Boden 
jeder  Art,   bäufig.     Juni  bis  August.  —    August,   September. 

Gewöhnliche  Höbe  2  —  3',  die  an  Lfern  oft  bis  h'  zunimmt.  Blätter  durch  die  Kraus- 
randigheit  ausgezeichnet,  an  der  Basis  zurückgeschlagen  herzförmig  und  meistens  ungleich, 
unterste  nicht  selten  1  —  IV4'  lang  und  vcrhältnissmässig  sehr  breit.  Trauben  ziemlich  ge- 
diängt,    ohne  Blätter. 

"     Quirle   in    der   Reifzeit   gesondert. 

5.     R.   obtusifoliiiis.     Stumpfhlättriger  ^Ampfer. 

Lntere  Blätter  berzförmig- länglicb,  stumpf  o<ler  kurzspitzig,  obere  lan- 
zettförmig; innere  Lappen  der  Gescblecbtsdecke  zur  IVeifzeit  eirund-3- 
eckig  mit  pfriemenlörmig  zugespitzten  Zäbnen  und  vorgezogener  läng- 
Hcber  stumpfer  ganzrandiger  Spitze,    sämmtlicb  mit  einer  Schwiele. 

LiNN.  Sp.  pl.478.  C!il.ban.479.  Rocu  Syn.  II.  70-5.  Sturm  Deutschi. 
Fi.  11.73.  Beichenb.  PI.  crit.  t.  366.  Engl.  bot.  1. 1999.  Hayne  Arznei- 
gew.   XIII.    T.  1    (links). 

b.  sylvestris.  Uer  ivaldständige.  Höher  und  üppiger,  W^urzel- 
blätter  breiter  und  stumpfer,  innere  Lappen  der  Fruchtdecke  kleiner 
und  weniger  gezahnt. 

Cbl.   bau.    das.      liocH  das. 

X  R.  criaiio.obtiisifoliui^.  Kraus.stumpf  blättriger 

Bastar  dampf  er,  BläHer  etwas  schmäler  und  spitzer;  innere 
Lappen  der  Fruchtdecke  herzförmig- eirund ,  oft  kürzer  gezähnt,  mit 
kurzer  ganzrandiger  Spitze. 

B.  obtusifolius  v.  owlapathum  Chi.  bau.  das.  B.  pratensis  Mert.  u. 
Koch  Deutscbl.  Fl.  11.609  Koch  Sjn.  das.  Fl.  dan.  t.  1335  (B.  ob- 
tusifolius). B.  oxylapathum  Hayne  Arzneigew.  XIII  T.  2  (Blätter  sämmt- 
licb  zu   lang   und   zu   schmal   gezeichnet). 

An  Wegen,  Ackerrainen,  Hecken  und  Gräben,  auf  Boden  jeder  Art; 
b.  in  Waldungen  auf  etwas  feuchtem  schattigem  Boden;  die  Bastard- 
form meist  auf  etwas  bumosen  Wiesen,  sämmtlicb  häußg.  Juni,  Juli.  — 
Augtist,    September. 

Hohe  2  —  3',  der  Spielart  his  4'.  Ändert  ah.  mit  langem  und  kurzem,  rundlich -stum- 
pfen, kurz  spitzigen  und  gespitzten  Blättern,  deren  Adern  bisweilen  in  rothe  Färbung  über- 
gehen und  mit  Geschlechtsdecken,  »on  deren  I..appen  nur  einer  schwielentragend  ist.  Trauben 
iinbeblättert.  An  den  Trauben  der  Spielart  b.  stehen,  in  Folge  des  gestrecktem  'Wuclises, 
die  Ulutenquirle  entfernter  und  sind  weniger  rcicbblütig.  —  Meine  Beobachtungen  reichen  nicht 
bin,  um  mich  mit  Sicherheit  über  die  hybride  Abkunft  aussprechen  zu  können.  Die  Bildung 
und  deren  Schwanken  spricht  dafür,  da»  häufige  und  fruchtbare  Vorkommen  dagegen.  Hic 
liappen  der  Geschlechtsdcckc  sind  breiter  und  kürzer  als  an  R.  obtusifolius  und  deren  Zähne 
meistens    weniger    grannenarlig    zugespitzt.        Diese    Gestaltung    bleibt    sieb    iber    nicht    gleich, 


470  POliYGONEAD.  Runiex. 

Imlcm  aiicb  Escniplare  mit  scliinälcrn  iiiid  i;iiigsi>itiigcr  gciälinten  liappen  TOrkoinmca ,  so  dass 
ciuUicIi  kamn  ein  Uiilcrstliieil  lilciht.  Alsdann  kann  man  sich  nur  an  die  etwas  langem  und 
spllzigoin  Bllittcr  hallen,  die  indessen  bei  11.  ohiusil'olius  nicht  minder  vorkommen.  Ent- 
weder niuss  man  also  eine  scluvache  hjhride  Einwirkung  unter  vorwaltender  Rückkehr  zur 
Stammart    annehmen,     oder    die    rflanzie   für    eine    Spielart    >on    R.  ohtusitolius    halten. 

G»    R.  ueniorosiis.    J¥^alil-A.ntpfer»    Stengel  last  stiali; 

Zweige  aiilVecht- abstehend,  Wurzelblätter  herzJ'oriiiig- länglich,  ruiullieli- 
stiintpf  mit  oft  etwas  geigenförmiger  Rasis;  innere  Lappen  der  Friicht- 
decl^c  zur  Frnihtzeit  lineal -länglich ,  stumpf  und  ganzrandig,  meist  einer 
mit  einer  Schwiele. 

ScHRAD.  in  WiLLD.  Knum.  hört,  bcrol.  1.  3Ö7.  Chi.  lian.  479.  R.  san- 
guineus  ß.  viridis  Sm.  Fl.  brit.  l.  390.  F.ngl.  bot.  t.  1533.  Kocu  Syn.  II. 
705.      Sturm    Deutschi.  Fl.  II.  73.      R.  IMemolapathum    REiciiiii\B.  PI.  crit. 

IV.  t.  367  (des  winkelig  gebogenen  Stengels,  der  fast  sperrig  abstehenden  Äste  und  silmiut- 
licb    beblätterten    Quirle    wegen    fast   mehr    zur    folgenden    als    zu    dieser   Art    sich    hinneigend). 

Fl.  dan.  t.  2:229 

In  Ilainen  und  lichten  Waldungen,  auf  feuchtem  Roden,  sehr  häufig. 
Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Höbe  1 'A  —  -Vi''  ""'  gestrecktem  schlankem  Gesamnitansehen ,  gesättigt  grün,  an 
Waldrändern  der  Sonne  ausgesetzt  nach  oben  zu  sieb  rölhend.  Quirle  in  '/.^  zölliger  Ent- 
fernung getrennt,  «euighlütig,  nur  der  untere  Theil  der  Trauben  beblällert.  Die  \ioIet- 
adrige  Spielart  (R.  sanguincus  E.)  im  Gebiete  nicht  vorkommend.  Indem  EiNNEE  durch 
die  Hinzufügung  „Habilat  in  Virginia"  nur  jene  Spielart  mit  dem  Kamen  U.  sanguincus  be- 
xtichnet,  möchte  ich  es  vorziehen,  den  SCHRADERschcn  Namen  beizubeh.illen.  —  Obgleich 
nur  ein  Eappen  eine  starke  kugelige  Schwiele  trägt,  so  Iriflt  man  doch  häufig  Ejcmplarc, 
die  an  einem  zweiten  Eappen  eine  kleinere  unausgebildete  Schwiele  tragen.  Es  ist  daher 
leicht  möglich,  dass  DOLI,  Rhein.  Fl.  306.  mit  Recht  diese  Art  mit  der  folgenden  ver- 
bindet, indem  die  allerdings  aullalleudcn  Abweichungen  im  Wüchse  des  R.  nemorosus  Folge 
des  Standorts  zwischen  Gebüsch  seyn  können,  wodurch  sicts  die  seilliche  Ausbreitung  be- 
schränkt  wird. 

9.  R.  congloineratus.  GeTcnäuelter  ^mpj'er.  Sten- 
gel winl;eiig  gel>ogen ,  Zweige  weit  sperrig  aiistehend ;  V\  ur/.elblätter 
herzförmig- länglich,  spitz  oder  stumpf,  selten  mit  scliwach  geigenförmi- 
ger Rasis;  innere  Lappen  der  Fruchtdecke  lineal  -  länglich,  stumpf  und 
ganzrandig,    meist  sämmtlich  mit  einer  Schwiele. 

Murr.  Prodr.  11.  goctt.  52.  Koch  Syn-  H.  704.  Sturm  Deutschi.  Fl. 
11.73.  Fl.  dan.  t.  2228.  R.  glomeralus  Rkichenb.  PI.  crit.  IV.  t.  368.  R. 
acutus  Sm.  Fl.  brit.  I.  391.  Engl.  bot.  t.  724.  Chi.  hau  480.  R.  ]>icmü- 
lapatiium  Fhrh    Reilr.   1.   181. 

An  Flussufern  und  Gräben,  an  Wiesen-  und  Aclicrrändern ,  häufig. 
Juli,  August.  —    August,  September. 

Vcrgl.  die  vorhergehende  Art,  von  welcher  diese  ausserdem  durch  Quirle  abweicht,  die 
fast  alle  beblättert  sind.  Doch  kommen  auch  hlervou  Abweichungen  vor,  und  die  Eappen 
der  Fnichtdecke  sind  keineswegs  immer  sämmtlich  mit  ausgebildeten  Schwielen  verschen,  wie 
schon  die  EllKHAKTscben  Exemplare  im  Pbvlopbyl.  n.  94.  nachivcisen.  Sollte  sieh  Doi.l"s 
Ansicht  bcsläligen,  so  wird  der  EllRHARTsche  ]>anic  herzustellen  seju.  —  Im  Sonnenbrände 
findet   man    nicht   selten    das    Adernetz    mehr   oder    weniger   rolh    gefärbt. 

8.    R.iuaritiiuiis.    GoUlgrüner  A.tnpfer.    Rlätter  lan- 

zetilörmig -lineal,  in  den  RIattstiel  verschmälert;  i(Jiuirle  sämmtlich  be- 
blättert, innere  Lappen  der  Fruchdccke  fast  rautenförmig,  beiderseits 
Lorstenförmig  gezähnt  mit  lanzettlich  vorgezogener,  ganzrandigcr  Spitze, 
sämmtlich  mit  einer  Schwiele. 

LiNN.  Sp.  pl.478.     Chi.  han.  480.     Koch  Syn.  11.  704.     Schk.  Handb. 

LT.  100.     Sturm  Deutschi.  Fl.  11.73.     Fl.  dan.  t.  Ir2()8.     Engl.  bot.  t.  725. 

X  R.  congloiiierato.iiiaritiniii».  GeTcnäuelter-goUl' 

grüner  Mastardatnpf  er»    Rlälter  lineal-lanzelÜ'örmig;  untere 


Rumex.  POI.YGONEAE.  471 

Quirle   beblättert;    Lappen  der  Friichtcleclie   eirund -länglich,    borsten- 
förmig- gezähnt  mit  lineal-länglicher,    stumpfer,  ganzrandiger  Spitze. 

R.  niaritlmus  v.  viridis  Chi.  han.  das.  l\.  palustris  SiM.  Fl.  Init.  I. 
394.  Koch  Syn.  das.  Sturm  Deutschi.  Fl.  das.  Engl.  hot.  t.  1932. 
An  Teichen,  Pfützen  und  Gräben,  auf  sumpfigem  Boden,  liäuflg;  die 
Bastardform  nicht  selten  (diese  3Ih.  Malchin  vor  dem  Kaldcrschen  Thore; 
Hb.;  Uli.  Wulsdorf  bei  Bremen,  Düren  bei  Hannover — ;  Pr.  Grenze 
der  Halle'schen  Fl.  bei  Leutzsoh — ;  Pr.  fV.  Münster).  Juli,  August. — 
August,  September. 

Höhe  1  —  'i'.  sehr  ästig,  gelbgrün,  lur  Reifzeit  von  weitem  fast  golilgelb.  Quirle 
reichblülig,  nach  oben  ährig  gedrängt,  säinmtlich  von  langen,  schmalen  Blättern  unterstützt, 
I^appen  meistens  mit  "2,  seltener  4  Zähnen  an  jeder  Seite.  —  Die  als  Bastard  anfgeführle 
Form  stets  in  der  INähe  von  R.  maritimus  nnd  in  mehrern  beobachteten  Fällen  auch  mit  R. 
eonglomeratus  zusammen  angctrofl'eu ,  meistens  höher  als  jener,  grünlicher  und  zur  Rcifzeit 
grünlichhraun,  Blätter  grösser,  unterste  oft  mit  herzförmiger  Basis,  Quirle  entfernter,  weniger 
vollblütig  und  die  ohern  meist  ohne  Blatter,  Früchte  kleiner,  Zähne  der  I^appen  kürzer, 
meist  '-  oder  3  an  jeder  Seite.  —  Die  Bdstarderzeugung  ist  wahrscheinlich,  doch  weiterer 
Prüfung  zu  empfehlen.  Bestätigt  sie  sich  nicht,  so  ist  R.  palustris  Spielart  von  R.  mariti- 
mus ,     denn   ich    habe    die    entschiedensten    Übergänge    der   Fruchtbildung  verfolgt. 

ff      Blüten    zweihäusig   oder    v  i  e  1  e  h  i  g.       Blätter    spicss-    oder   pfellformig. 

*  9.    R.  sciitatusi.    SchildjTörmiger  JLntpfer,    Blätter 

spiessförniig- eirund  und  fast  geigentörmig;  innere  Lapi)en  der  Frucht- 
decfce  rundlich-herzförmig,  ganzrandig,  ohne  Schwiele,  äussere  Lappen 
anliegend. 

LiNN.  Sp.  pl.480.  Koch  Syn.  II.  707.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  74. 
Blackw.  Herb.  t.  506. 

In  Gebirgsgegenden,  auf  steinigem  Boden,  sehr  selten  verwildert  {Pr. 
Höxter  am  lleiligengeistholze).     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Stengel  rasenarlig  aus  liegender  Basis  ansteigend,  knieig  -  beugig ,  nebst  den  Blättern 
blangrau- duftig.  Letztere  lang  gestielt,  saftig,  so  breit  als  lang.  Blüten  zu  3  oder  4  in 
Ualbquirlen.       I^appen    der   Fruchtdecke    grünlich    mit   blassrothem    Saum. 

10.  R.  Acetosa.    Genteiner  Ampfer  *   Blätter  pfeil-  oder 

spiessförmig.  Scheiden  mehrfach  geschlitzt;  innere  Lappen  der  Frucht- 
deche  herzförmig-rundlich,  fast  ganzrandig  mit  schuppenförmiger  abwärts 
gerichteter  Schwiele;    äussere  Lappen  zurüchgeschlagen. 

LiNN.  Sp.  pl.481.  Chi.  han.  481.  Koch  Syn.  IL  708.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  74.  Swensk  bot.  t.  190.  Engl.  bot.  t.  127.  Hayne  Arzneigew. 
XIII.  T.  6. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  in  Grasgärten,  auch  in  lichten  Waldungen, 
auf  humosem  feuchtem  Boden,  sehr  häufig.  Mai,  Juni,  oft  zum  zweiten 
Mal  im  August.  —    Juli  bis   September. 

Höhe  1 — 'i'.  Äste  fast  aufrecht.  Blätter  in  der  Form  abändernd,  am  Rande  schlicht 
oder  wellig,  von  angenehm  sanerm  Geschmack.  Rispen  ohne  Blätter,  Blüten  rosenrolb, 
Lappen    der    Geschlechtsdccke    gross,     durchscheinend -häutig. 

11.  R.  arifoliiisi.    Amnihliittriger  A.ntpfer.    \SAMXitv 

spiess-pfeilförmig,  an  der  Basis  fast  regelmässig  5 — ■7-nervig,  mit  schup- 
penförmiger abwärts  gerichteter  Schwiele;  Scheiden  ganzrandig;  innere 
Lappen  der  Fruchtdecke  herzförmig -oval,  fast  ganzrandig,  äussere  Lap- 
pen zurückgeschlagen. 

Allion.  Fl.  pedem.  IL  202.  Koch  Syn  IL  708.  W.  Acetosa  v.  ari- 
folia  Chi.  han.  481.  R.  Acetosa  c).  et  f.  Linn.  Sp.  pl.  481.  Bocc.  Mus. 
t.  127. 

Im  Harzgebirge  sehr  selten  (nur  Pr.  am  Brocken).  Juni,  Juli.  — 
September. 

Gesamuitansehen    der    ^orhergehende^   Art,    und    ul>    lon    dieser    wirklich   spccifisch    vcrschie- 


472  POIiYGONEAE.  Polygonuni. 

•Ich,  ist  der  wellcrn  Prüfung  l.e.Iiirftig.  Die  angegebene  IXer.enbildung  der  BliiHcr  ist  im 
Wcsenlliclieo  bei  U.  Acetosa  dieselbe,  nur  isl  sie  bei  diesem  weniger  sebarf  und  regulair 
ausgedrückt. 

««.    R.  Acetosella.    Kleiner  A.mpfer,    Blatter  sj>i.ss- 

löiinig-lanzeltlich  mit  Vfischinalfiuns  über  der  Itasis  oder  fast  lineal; 
innere  Lappen  der  Fruclitdeclie  rundlich  -  herzlürniig,  ganzrandig  ohne 
Schwielen,   äussere  Laupen  angcdrücht. 

LiNN.  Sp.  pl.481.  Chl.han.481.  Kocii  Svn.  II.  710.  Sturm  Deutschi. 
Fl.   11.74.     Fl.  dan.  t.  11(51.     Engl.  bot.  t.  1674. 

Auf  Äckern,  Brachen  und  Triften,  auf  hunios -sandigem,  sandigem 
und  Sandhoden,  sehr  häufig  und  meist  schaarenweise.  April  bis  Uerbst.  — 
Juni  bis  Oetober. 

Wurzel  liriechend.  Hohe  4"  bis  l'/j'.  Blätter  raanniebfacb  veränderlich,  auf  Brucb- 
boden  oft  bis  ins  fast  Fadenförmige  sieb  verscbmälcrnd  (v.  linifolia  Chi.  lian.  48'i.)  in  an- 
dern   Fällen    bandförmig   zerscblitit    (V.  fissus    KoCH    das.   709.)    u.  s.  w. 

GM  n^JERUljICHMS. 

Pharmaceutisch-JULedicinisches»    f'on  ^i.5.  die  fl'urzcl 

(GoEiii-L  H'uarenk.  II.  T.  12.  F.  2.)  of/icinell  (Badix  Lapathi).  ^n- 
wendniifj  in  ^Ibkncliinif/  als  Trank,  auch  äiisserlicli  zu  ff^uschunfjen, 
die  f'ristiie  ycschabte  fViazel  mit  Rahm  zu  Salbe  gemacht  besonders  bei 
Thieren  (/etjen  Ilautanssehläge,  Krätze  h.  s.  w.  Die  verwandten  .^rtcn 
können  mit  demselben  Erf'olife  zur  Anwendung  kommen.  Die  frischen 
Blätter  der  Art.  9.  10.  antiscorbutisch ,  auch  ein  vorläufiges  Gegenmittel 
gegen   f'erf/if'tuug  mit  Euphorbia,  Daphne,  Arum. 

VechnischCSt  Art.  9.  10.  lu»-  Gewinnung  von  Sauerkleesalz  an- 
wendbar (500  Pf.  frische  Blätter  von  A.  9.  lieferten  4  Pf.  Sah).  Sämmt- 
liehe  Arten  der  Abthcil.l.  des  Gehaltes  an  Gerbestojf  wegen  zum  Bruun- 
und^^Sehwarzf'ärben  anwendbar. 

ÖJeonomiSCheS,  A.IO.  und  in  manchen  Gegenden  auch  A.  9.  be- 
kanntes Gemüse  und  Gewürz  an  Sujipeti,  Saucen,  Salat.  Auch  die  jun- 
fien  Blätter  der  Art.  3  —  T.  können  als  Gemüse  genossen  werden.  Das 
rieh  frisst  sämmtlichc  Arten  gern.  A.  12.  ist  auf  sandifjen  Äckern  ein 
lästiges   Unkraut. 

«.     POIiYGO^UJfl.     KJyÖVJEUMCU, 

I.INIV.    Gcu.    n.  41)"j. 

Geschlechtsdecke  5-sj)allig  inil  2  äussern  und  3  (seilen  2) 
hinein  Lai^pen.  Slauhgefässe  (5—8,  seilen  5  oder  9.  Narben 
2—3,  von  der  bleibenden  Gesehleehtsdeclic  umgeben.     Gesebl. 

"Ein-  (Art.3  — 11.)  oder  mehrjährige  (Art. 1.2.)  Kräuter,  selten  Stauden. 
Blätter  wechselständig,  gestielt  oder  sitzend,  ganzrandig  oder  ausge- 
schweift, auch  wohl  krauswellig.  ISebenblätter  zu  einer  häutigen  Scheide 
verbunden.  Blüten  blatt-  oder  deckblattwinkelsländig,  büschelig  oder 
quirlig,    zu  Ähren,  Trauben  oder  Bispen  vereinigt. 

f      Endständige    Äbre    auf   einfachem    Stengel. 

1.  P.  Bistorta.  Nattern.KnÖterich.  Lntcre  Blätter  herz- 
förmig-länglich,   wellig,    in  den  gellügelten  Blatlsliel   herablaufend. 

LiNN.  Sp.  pl.516.  Chi.  han.  472  Koch  Syn.  U.  710.  Fl.  dan.  t.421. 
Engl.  bot.  t.  509.     IIavne  Arzneigew.  V.  T.  19. 

Aufwiesen  besonders  in  Berg-  und  Ilügelgegenden,  auf  feuchtem 
oder  nassem  auch  auf  torfigem  Boden,  ziemlich  häufig  und  meist  trupp- 
weise.    Mai  bis  Juli.  —    Juli ,  August. 

Stengel  1 '/.j  —  y  bocb,  gani  einfach,  Blätter  b<llgriin  ,  nulerseits  graugrün.  .Ähre  »al- 
leufurmig,     1—  l'/j"    lang,    dicht.    Bluten    Oeiscbfarbcn    oder   hellroscnrolh. 


Polygonuni.  POI.YGONEAE.  473 

ff      Enilstänilige   Äliroii    auf    X  s  t  e  ii    des    Stengels. 

IS,    P.  anipliibiiiin.     Wechselständiger  Knöterich» 

Blätter  läiiglicli-  «der  gleiclil>reit-lanzcttt'orinig,  kahl,  gläiizeiul,  am  llande 
scharf;  Älire    v,  alzentorinig;   Itlüteii  5-niännig. 

LiNN.  Sp.  pl.  517.  Chi.  hau.  472.  Schk.  Ilandh.  I.  T.  108.  F.  3.  Fl. 
dau.  t.  282.     Engl.  hot.  t.  486.     P.  ainphihiiim  a.  natans  Roch  Syn.II.  711. 

b.  terrestre.     Her  erdständige.     Stengel  aufrecht;   Blätter  kürzer 
gestielt,   schmäler,   kurzhaarig- scharf. 

Chi.  han.  das.     Koch  das. 

c.  inaritimum.     Der  strandständige.     Stengel  liegend,   wurzelnd; 
Blätter  wellig. 

Chi.  han.   das.     Kocu  das. 
In  Teichen,    Grälieii    und   stehenden  Wassern;    Ii.   auf  überschwemmt 
gewesenen  Gründen,    Äckern  und   in   der  1^'ähe  von  Gräben,    auf   nassem 
lehmigem  oder  schlammigem  Boden;    c.  anFluss-  und  Seeufern,  auf  san- 
digem Boden,   häufig  und  meist  truppweise.     Juli,  August. —  September. 

Die  Uaiiptrorm  flntend  l)is  !i'  lang.  Alire  meist  einzeln,  dick,  die  der  Spielarten  dünner. 
Blüten    .5-miinnig,    lielliosenfarlicn.       Früclite    eif'oriuig,    etwas    zusammengedrückt,    glänzend. 

3*  P.  lapatliifoliiiiii.  jA^ntpferblüttriger  Knöte- 
rich» Blätter  eirund,  eirund- länglich  oder  lanzettförmig  in  den  Blatt- 
stiel versclimälert  und  zugespitzt;  Ähren  länglich -walzenförmig,  aufrecht 
oder  etwas  nickend,  auf  kurzen  drüsig -schärflichen  Stielen;  Blüten  6- 
männig. 

LiNN.  Sp.  pl.5l7.  Chi.  han.  473.  Koch  Syn.  II.  711.  Beichenb.  PI. 
crit.  V.  t.4y3  (schmalblättrige  Form).  Engl.  bot.  t.  1382.  P.  Pcrsicaria  LiNN. 
Fl.  suec.   130.     Wahlenb.  Fl.  suec.  I.  241. 

b.  nodosuni.     Her  knotengliedrige.    Rnotenstücke  nach  unten  dick 
angesehwollen;  Blüten  kleiner. 

Chi.  han.  das.      P.  nodosum   Pers.  Syn.  I.  440.      Beichenb.  Fl.  eax. 
316.     Dessen  PI.  crit.  V.   t.  496. 

c.  inoauum.     Der  graublättrige.     Blätter  untcrseits  fein  graufilzig. 
Chi.  han.  das.     Koch  Syn.  das.     P.  incanum  Schmidt  Fl.  bah.  n.391. 

P.  tomcntosum    Scurakk    baier.  Fl.  1.  669.      P.  Pcrsicaria  }'.  Linn.   Sp. 
pl.  518. 

d.  procunibens.     Oer   niederliegende.      Stengel   niedergestreckt, 
weitschweifig;    Ähren  eiförmig. 

Chi.  han.   das. 
Auf  Gartenländereien,   Ackern,    an    Gräben   und   Wegen,    auf  etwas 
f<>uchtem  Boden   jeder  Art,    häufig    eingebürgert;    b.   auf  nassem,    c.   auf 
trockenem    sandigem  Boden   hier   und  da.      Juli   bis  September.  —    Sep- 
tember, October. 

Stcngelriclitiiug  und  Grösse,  wie  Form  der  Blätter  sehr  veränderllcb.  I^etztere  bald  gänz- 
üili  grün,  bald  in  der  Mitte  rötlilich,  braun  oder  schwarz  bufeisenförniig  gefleckt.  Farbe 
der  Ähren  blass  grüngelb  oder  blass  rosenroth.  —  Kur  durch  die  mit  kurzen  Sticldrüsen 
besetzten  Ahrcnsticle  und  Kclciie  iielfst  Scheiden,  deren  Ränder  nur  ganz  kurze,  durch  die 
Loupe    bemerklichc,    Spilzchen    tragen,    lou    A.  4.    mit    Sicherheit    zu    unterscheiden. 

4.    P.  Persicaria.     JPjir  sichblättrig  er  Knöterich, 

Blätter  länglich- lanzettförmig  oder  lanzettförmig  in  den  Blattstiel  ver- 
schmälert und  zugespitzt.  Scheiden  lang  gewimpert;  Ähren  länglich- 
walzenförmig, aufrecht  oder  etwas  nickend,  auf  glatten  Stielen,  Blüten 
6 -männig. 

LiNN.  Sp.  pl.518.  Chi.  han.  473.  Koch  Syn.  II.  711.  Schk.  Handb. 
I.  T.  108  (Same  ausgescl.l.).  Beichekb.  PI.  crit.  V.  t.  491.  Fl.  dau.  t.702. 
Engl.  bot.  t.  756.  Hayne  Arzneigew.  V.  T.  22.  P.  biformc  Wahlenb.  Fl. 
suec.  I.  242. 

Auf  Gartenländereieii,  Äckern,   au  Wegen  und  Gräben,    auf  feuchtem 


474  POIiYGOIVEAE.  Polygonam. 

oder  nassem  Boden  jeder  Art,  weniger  häufig  als  A.  3.  Juli  bis  Sep- 
tenihcr.     September,   Oetober. 

,Vcrgl.  A.3.  ScLlanker  und  weniger  ästig.  BlUtler  meistens  sclimäler.  Äbrcnstiele  län- 
ger. Bluten  meistens  rosenroth.  Bililct  cbenlalls  die  von  A.  3.  unter  c.  und  d.  angege- 
benen   S|nelartcn. 

5.  P.  mite.    HKilder  Knöterich,     Blätter  lanzettförmig, 

beiderseits  verschmälert,  Seheiden  lang  gewinipert;  Ähren  fadenförmig, 
nickend  oder  aufrecht,  Blüten  gesondert,  glatt. 

ScHRAKK  baier.  Fl.  I.  668.  Chi.  bau.  475.  Roch  Sjn.  II.  712.  Bei- 
CHENB.  PI.  crit.  V.  t.  493  (P.  minus).  P.  laxiflorum  Weiue  Bcg.  bot.  Zeit. 
1826.  II.  746.     Beichenb.  Fl.  sax.  316. 

An  Gräben  und  auf  nassen  Plätzen,  auf  sumpfigem  Boden,  selten  ein- 
gebürgert, zum  Theil  auch  -»vohl  übersehen  {ilk.  um  Dörfer;  //«.  Gr. 
Buchholz,  Göttingen,  Laar  und  Nordhorn  im  Bentheimschen ,  zwischen 
Melle  und  Kassebroch;  Lp.;  Pr.  fV.  in  der  Senne  bei  Paderborn — ; 
Pr.  Stollberg,  üalle:  zwischen  Kröllwitz  und  dem  Donnersbei-ge,  ]>aum- 
burg  im  Buehholze,  Schulpforte  — ).  Juli  bis  September.  —  September, 
Oetober. 

IMcbt  scliarf  scbmccliend.  Höbe  1  —  1'//»  dünnstengelig,  scblank  und  schmalblättrig. 
Scheiden  anliegend  bcbaart.  Blüten  rosenroth.  Ton  A.  4.  durch  die  dünnen  Ähren  und  ge- 
sondert stehende  Blüten  z«  unterscheiden,  von  A.  7.  mit  Sicherheit  nur  durch  die  nicht  mit 
Drüsen  besetzten  Blüten.  —  Ich  habe  die  Ähren  (in  tJbereinstimmung  mit  KEICIlENBACirs 
Abbildung)    häufig    aufrecht    gefunden. 

6.  P.  minus.    Schmalblättriger  Knöterich*    Blätter 

aus  rundlicher  Basis  lanzettförmig-liiieal,  zugespitzt,  Seheiden  lang  ge- 
wimpert;  Ähren  fadenförmig,  fast  aufrecht,  locker,  Blüten  glatt,  5-männig. 

lluDS.  Fl.  angl.  I.  148.  Chi.  han.  47-0.  Koch  Syn.  II.  712.  Fl.  dan. 
t.  2230.  Engl.  bot.  t.  1043.  IIa\ne  Arzneigew.  V.  T.21.  P.  Persicaria 
A.  angustifolium  LiNN.  Sp.  pl.  518. 

In  Gebüschen,  lichten  Waldungen  und  an  Teichen,  auf  nassem,  sum- 
pfigem und  moorigem  Boden,  häufig.     Juli,   August.  —    September,  Oct. 

Gesammtansehen  von  A.  .").,  jedoch  durch  die  schmal  -  gicichbreitcn  Blatter  alsbald  zu 
unterscheiden.  Stengel  10" — l'/.,'boch,  dünn,  schlank,  einfach  oder  unten  ästig.  Blätter 
fast  sitzend.  Scheiden  behaart.  Ähren  der  A.  -5.  —  Ändert  ab  mit  nnterseits  fein  grau- 
filzigen   Blättern. 

S'.  P.  Hydropiper.  PfejßTer  artig  er  Knöterich,  Blät- 
ter lan/.eit-  oder  lnngiicii-lanzetllöiinig,  in  din  ISIatlsiicl  virsehni.ilert 
und  lang  zugespitzt.  Scheiden  gewiuipert;  Ähren  schlau"  überhängend, 
locker,    Blüten   drüsig -erhaben  punctirt. 

LiNN.  Sp.  pl.517.  Chi.  han.  474.  Koch  Syn.  II.  712.  Schk.  Handb. 
I.  T.  108.    Beichenb.  PI.  crit.  V.  t.  494.    Fl.  dan.  t.  1576.    Fngl.  bot.  t.  989. 

An  Teichen,  stehenden  Gewässern  und  Gräben,  auf  Boden  jeder  Art, 
sehr  häufig.     Juli,  August.  —    September,  Oetober. 

Geschmack  brennendscharf.  Stengel  1 '/^  —  3'  hoch,  mit  etwas  geschwollenen  Gelenken. 
Biälter  mclsl  am  Bande  etwas  wellig.  Scheiden  fast  kahl,  blulroth,  spater  braun.  Ähren 
erst  aufrecht,  dann  in  halbem  Bogen  überhängend.  Früchte  3 -kantig,  ohne  Glanz,  etwas 
runzelig. 

f!f      Blut  enbüschcl    in    den    B  1  a  1 1  w  i  n  k  e  1  n.       Stengel    aufrecht. 

S.    P.  avicnlare.     Vög el •  Knöterich,    Blätter  elliptisch, 

spitz  oder  stumpflich.    Scheiden  geschlitzt;    Blüten  8 -männig. 

Link.    Sp.    pl.  519.       Chi.   han.  475   (nebst  den  Formen    strictum ,   crasslcaule,   mari- 

ilmum,  sjlvaticum).  KocH  Svn.  II.  712.  Fl.  dan.  t.803.  Engl.  bot.  t.  1252. 
Hayne  Arzneigew.  A^  t.  23. 

Auf  Äckern,  Triften,  Mauern,  an  Wegen  und  auf  Strassen,  auf  etwas 
feuchtem  Boden  jeder  Art,  allgemein  verbreitet  und  oft  scbaarenweisc. 
Mai  bis  November.  — •     Juli  bis  November. 


Polygonuiu.  POIiYGOSEAE.  475 

Stengel  liegend,  »ielistig,  zwischen  dem  Golreide  meist  aufrecht,  dicklich  fcnrzgllederig. 
meist  roth  gefärbt.  Bliltcr  6  —  8'"  lang.  3  —  4'"  breit,  schmäler,  fast  lineal  und  stumpf 
lariirend.       Scheiden    silberweiss  -  glänzend. 

Itcnierk.     P.  «ellardi  All.  Fl.  pedem.  II.  •iO.S.  t.  90.  f.  2.     Koctt  Syn.  II.  7ia. 

bietet  lieinc  Kcnnieicbcu  dar,  wekhe  dazu  berechtigten,  es  von  der  aufrechten  und  zugleich 
schmalblättrigen    Form    des    P.  aviculare    specifiscli    verschiedeu    zu    hallen. 

■v-j-j      Blüfenbüschel     in    den    B  1  a  tt  w  i  n  k  e  1  n.       Stengel    «indcnd. 

9.  P.   CoMvolvulMS.      W^indenartiger  Knöterich. 

Stengel  scliarl'kantig,  geliiielit;  Blätter  herz- pleiliörmig,  äussere  3  Lap- 
pen der  Friicbthiiile  geKielt. 

LiNN.  Sp.  pl.522.  Chi.  Lan.  476.  Koch  Syn.  II.  713.  Fl.  dan.  t.  714. 
Engl.  bot.   t.941. 

Auf  Äckern  und  Garten'.ändereien ,  auf  Boden  jeder  Art,  ziemlich 
häutig  eingebürgert. 

Stengel  'A  —  3'  lang,  rechts  windend  ,  an  kleinen  Esemplarcn  oft  kaum  windend.  BiUten 
hängend,    grünlich,    weiss  gerändert,    wie  an  der  folgenden  Art    8 -männig.       Früchte   glanzlos. 

10.  P.   dHiiietoruni.     Meclcen  -  Knöterich.     Stengel 

run«l,  gestreift;  Blatter  lierzförinig-3- eckig;  äussere  Lappen  der  Frucht- 
decke mit  geflügeltem  Kiel. 

LiiMN.  Sp.  pl.522.  Chi.  han.  476.  Koch  Syn.  II.  713.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.  108.  F.  1.     Fl.  dan.  t.941. 

Im  Gebüsch  und  an  Zäunen,  auf  feuchtem  Boden,  besonders  in  der 
Nähe  von  Wasser,  ^veniger  häufig  als  der  vorige.  Juli,  August.  —  Sep- 
tember, October. 

Stengel  rechts  w  indend ,  his  8'  hoch.  Blüfenbüschel  mehr  genähert  und  blütenständige 
Blätter   kleiner.       Bluten    wie    die    der   A.  9.    gefärbt.       Früchte    glänzend. 

■^■^fff      Blütentrauben    in    den    B  1  a  1 1  w  i  n  k  cl  n  ,     endständige    trngdoldig. 

11.  p.  tatariciliii.    Tatarischer  Knöterich.    Stengel 

aufrecht;  Blätter  pfeil -herzförmig;  Kanten  der  Früchte  mit  lappig  vor- 
springendem Zahn. 

LiNN.  Sp.  pl.521.  Chi.  han.  476.  Koch  Syn.  II.  713.  Schk.  Handb. 
I.  T.108.  F.  2.     Gmel.  Fl.  sib.  III.  1. 13.  f.  1.     Gaertn.  Fruct.  II.  t.  119. 

Auf  Äckern  zwischen  P.  Fagopyrum  und  auf  Brachen,  auf  Sandboden 
hier  und  da  verwildert.     Juli,  August.  —    September,  October. 

Stengel  1 '/j  —  'i'  '""^''-  B'at'cr  denen  des  gemeinen  Buchweizens  ganz  gleich.  Blüten 
kleiner,    grünlich.       Fruchte    auf   den    Seitcnaiichen    etwas    runzelig. 

Pharmaceutisch-Meilicinisches,    Von  A.l.  die  fVurzel 

offieinell  (Radix  Bistortae).  Vor  w  altende  B  e  standth.  eisenblätiender 
Gerbestoff'.  Anwendunfj  in  Substanz  tind  im  Auf'guss  bei  Bliitunrjen, 
Durchfallen  u.  s.  w.  A.  2.  im  Auslande  (Lotlirinrjen)  als  ein  sehr  ivirk- 
sam  befundenes  Mittel  offieinell.  Auch  A.  7.  ist  der  Beachtung  der 
Ärzte  zu  empfehlen;  beim  Landmann  ist  sie  zur  Reiniyunif  von  Geschwü 
ren  der   Thiere  im  Hausfjebrauch. 

Technisches.  iVurzeln  der  Art.  1.  3.  4.  7.  zum  Gerben  und  in 
der  Järberei  zur  llerstellunfj  brauner  und  fjclber  Farben  anwendbar. 

ÖJeonomiScheS.  fVurzeln  der  A.  1.  und  die  Samen  der  milden 
Arten,  vorzüfjlich  der  A.  8.,  liefern  ein  essbfires  Mehl  Letztere  sind 
ein  fjutes  Futter  für  Hausfjeflüfjel  und  Stubenvögel.  Die  Blätter  eini 
fjer,  namentlich  der  A.  /. ,  sind  jung  als  Gemüse  (jeniessbar.  Die  mehr- 
'sten  Arten  werden  vom  f'ieh ,  besonders  den  Pferden,  gern  gefressen. 
A.8.  soll  den  Schafen  schädlich  seyn,  während  die  Schweine  fett  danach 
werden.  Sie  ist  ebeti  so  wie  A.  11.,  welche  als  Mehl-  u.  Grützpflanze  auch 
cultivirt  wird,  auf  Ackern  und  A.  10.  in  Pflanzungen  ein  lästiges  Unkraut. 


476  DAPHNEAE.  Dapline. 

«apbnoideae    VENT.    Tabl.    II.    l^'J. 

Geschlechtsdeckc  röhrig,  gefärbt  mit  4-,^  selten  o-spalli- 
gcm  Saum,  in  der  Knospenlage  geschindelt.  Stauhgefässe  dem 
Schliinde  oder  der  Köhie  eingesetzt,  mit  dem  Saumlappcn  von 
gleicher,  oder  dopjielter  Zahl,  selten  nur  halh  so  viele.  Frucht- 
knote frei,  l-fjicherig,  1-,  selten  2-  bis  3-eiig,  Eichen  hängend. 
Ein  Griffel  mit  i  Narbe.  Weiche  JNuss  oder  Pllaume.  Same 
ohne  oder  mit  sehr  wenigem  Eiweiss.  Keim  gerade  mit  fleischi- 
gen Keimblättern,  das  Würzelchen  zum  Säbel  gewandt.—  Keine 
J>ebeid>lälter. 

1/^orkoniiuen.     Die  wenigen  Arten  des  Gebiets  lialliiiebeiid. 

Gehalt.  Durch  eine  in  der  ijanzen  Familie  verbreitete  Schürfe  (be- 
sonders der  Fruchtdecke  und  Samen)  austfezeiehnet.  Die  Rinde  ein 
scharfes  Harz  und  bei  mchrern  ein  eitfenthiimlicbes  bitteres  Alkaloid 
(Dapbnin)  enthaltend.  In  den  Bliitcn  ein  wohlriechender  zum  Theil  fjif- 
tiqer  Stoff;    in  den  Samen  fettes  Ol. 

1.   DAPH^E.    sminmjjBA^v, 

LiNN.    Gen.    u.  485. 

Geschlechtsdecke  mit  4-spalligem  Saum,  abfallend.  Pflaume 
mit  weichem  oder  lederartigem  Fleisch.     Geschl.  Syst.  Vlll.  1. 

Sträuche  mit  Wechsel-  oder  gegenständigen  Blättern.  liliitcn  Llatt- 
Avinlicl-  und  endständig,    meistens  gehnäuelt. 

1.    M.  JVIezereuin.    Genteiner  Seidelhast,    Blätter  kei- 

)ig-lanzelt!ich;  Blüten  meist  zu  3,  sitzend,  weichhaarig,  mit  eirunden 
spitzen  Zipfeln. 

LiNN  Sp.  pl.  509.  Ciil.  han.  459.  Roch  Svn.  II.  714.  Schk.  Handh. 
I.  T.  107.  a.  Ueit.  u.  Abel  Holzart.  T.  75.  Fl.  dan.  t.  268.  Engl.  bot. 
t.  1381.     IIa^ne  Arzneigew.   III.  T.  43. 

In  Wäldern  und  Ilainen,  auf  lialksteinigem  Boden,  die  Nordgrenze 
des  Vorkommens  in  Deutschland  in  der  Glitte  des  Gebiets  (//»i.  Süntel, 
Deister,  Gchrdener  Berg  im  Fürstenthum  Calenberg)  erreichend,  häutig. 
März,  April.  —    Juli,  August. 

Iluhe  2  — y,  vor  .lern  LauLaiisschlage  bliilicnil.  Äste  gcll.licl.aschgraii .  glaU  und  sehr 
zalic.  Blätter  l>ü.scLelig  an  den  Spitzen  der  Zweige,  ganzrandig,  kahl,  lichtgriin.  liliiten 
|)firsichhliitcnfai'hen,  lietäuhend  -  wohlriechend.  Pflaumen  sitzend,  brennend  rolh.  Sehr  selten 
Blüten    weiss    und    rflauinen    gelh. 

GJE  irjERBLICHJES. 

Pharmaceutisch-  JtKedicinisches,    Rinde  (Cortex  Mezerci 

s.  Thymelaeae)  und  Pflaumen  (Semina  Cacognidii)  officinell.  Vor iv al- 
tende hestandth.  scharfes  Harz  und  Daphnin.  Anwenduntf  der 
Rinde  innerlich  selten,  in  sehr  kleinen  Gaben,  iti  Abkochunfj  oder  Pul- 
verfortn,  tjerjen  Haut-  und  syphilitische  lirankheiten;  äusserlich  um  Ab- 
sonderung  zu  bewirken  als  Kxutorium  auf  die  Haut,  auch  als  Haarseil. 
Präparate  sind  Unguentum  Mezerei  und  Seidelbasttaft,  auch  Extractum 
als  Rubefaciens.  — ■  tjbriifens  ein  heftiij  wirkendes  Gift,  besonders  die 
Früchte. 

Technisches*  Zweige  lind  Blätter  vorbereitetes  Tuch  fjelb  und 
braun  färbend,    die  Früchte  eine  Malerfarbe  liefernd. 

ÖTe anomisches»  Zierpflanze  der  Gärten,  viegen  der  frühen  Blüte- 
zeit geschätzt. 


Passerina.  DAPEU^EAE.  477 

LiNN.    Gen.    n.   489. 

Geschleclitsdecke  mit  4-spalfigi;in  Saum.  IVnss  von  iler  blei- 
bendca  (ieschleclitstleeke  umgeben.     GescLl.  Syst.  VIII.  1. 

Sträuclie,  selten  1 -jälirige  Rräiiter  (A.  1.)  mit  ^vecIlseIstäIldigen  Blät- 
tern. Blüten  hlattwiiiUelständig,  einzeln  oder  gebüult  mit  kleinen  Deck- 
blättern. 

'  1.     P.  anniia.     Einjährige  Spataensunge,     Blätter 

lineal,  spitz,  aufrecht- abstehend ;  Blüten  zu  5,  8  oder  einzeln,  Zipfel 
der  Geschlechtsdeclie  nach   dem  Blühen    zusammenneigend. 

WicKSTR.  Act.  höhn.  1820.  320.  Koch  Svn.  II.  714.  Schk.  Handb. 
I.  T.  107.  a.     Jaco.  Ic.  rar.  t.  68. 

Auf  Aeli-ern  und  Anhöhen,  auf  trockenem  besonders  kalkhaltigem  son- 
nigem Boden,  nur  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der 
Gesammtverbreitung  erreichend,  selten  (Halle:  an  Ralkbergen  hinter 
Bennstedt  rechts  von  der  Chaussee,  an  Weinbergen  bei  Langenbogen, 
Äcker  zwischen  Wanslcben  und  Amsdorf,  nach  Sprengel  auch  bei  Schra- 
plati — ;   ^/n.  Bernburg  nach  Schwabe).     Juli,  August. —    September. 

Stengel  '/^ — 1'  liocL ,  steif  aufrecht,  kahl,  einfach  oder  mit  rnthenfdrmigen  fast  anlie- 
genden Asten.  Blätter  beiderseits  verschmälert,  nach  der  Blüte  zu  allmalig  weiter  abstehend. 
Blüten    sehr   klein,    sehr   kurz    gestielt,    grünlich,    behaart,    mit   2   kleinen    Deckblattern. 

liXXX.     SA]¥XAIiA€EAE. 

Hob.   Brown   Trodr.   3ö0. 

Geschlechtsdecfce  oberständig,  Saum  3-,  4-,  5-theiHg  mit 
klappiger  Knospenlage.  Staubgefässe  von  gleicber  Zabl^  vor 
den  Lappen  der  Geselileehtsdecke  eingesetzt.  Frucbfknote  1- 
fäcberig',  2  —  4-,  meist  3-eiig.  Eichen  von  der  Spitze  eines 
mittelständigen  Samenpolsters  herabhängend;  Griffel  1.  Unter- 
ständige ]\uss  oder  Pllaume.  Keim  achsenständig,  viel  kürzer 
als  das  fleischige  Eivveiss,  das  Würzelchen  zum  INabel  gewandt. — 
Blätter  theils  gegen-,  theiis  wechselsländig,  ohne  Nebenblätter. 

Vorkommen.  Die  wenigen  im  Gebiete  vorkommenden  Arten  boden- 
vag oder  kalkhold. 

Gehalt.     Fast  unbekannt. 

1.     TH£SIU]?I.     EjMENBEiJLW, 

J>IN1V.    Gen.    n.  'J92. 

Gesehleehtsdccke  glockig-  oder  gloekig-röhrig  mit  4  —  5-theI- 
ligem  Saum,  stehenbleibend  und  die  Pflaume  krönend.  Staub- 
fäden nach  aussen  bärtig.     Geschl.  Syst.  V.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  (Art.  1 — 4.)  oder  Stauden  mit  wechselständigen, 
schmalen,  ganzrandigen  Blättern.      Blüten  ährig,   traubig  oder  rispig. 

f.  T.  lliontaniini.  Berg-Jüeinblatt,  Wurzel  kriechend; 
Blätter  lineal -lanzettlich,  zugespitzt;  llispe  pyramidenförmig  mit  abste- 
henden Asten,  Deckblätter  zu  3;  Geselileehtsdecke  mit  glockiger  Basis, 
nach  dem  \erblühen  ein  sitzendes  kurzes  Kränchen  auf  rundlich -cllip- 
soidischer  Frucht  bildend. 

Ehrh.  Herb.  exs.  n.  2.  Koch  Syn.  II.  716.  Reichenb.  PI.  crit.  V. 
t.  452.     T.  linophyllum  v.  latifolium   Chi.  han.  460. 

b.  intermediuni.     Das  schmalblättrige.     Schwächer;   Blätter  lan- 
zettlich-lineal  oder  lineal,  gespitzt;    Früchte   ellipsoidisch. 

T.  intermedium  Schrad.  Spicil.  fl.  gerni.  27.     Koch  Syn.  II.  716.     T. 


478  SANTAIiACEAE.  Thesium. 

liiiopliylluni  Chi.  Lan.  das.     Scuk.  Ilandb.  I.  T.  51.     Reichenb.  das.  t.  453. 

Engl.  bot.  t.247. 
Auf  Gehiigswiesen,  Triften  und  an  "V^'aldrändcrn,  auf  magerm  trocke- 
nem und  steinigem  Boden,  im  nord- östlichen  Theile  des  Gebiets  selten 
(Mk.  Wittenburg),  im  mittel  -  östlichen  ziemlich  häufig  (//n.  Peine,  Win- 
dehäuserholz unweit  Steigeithal —;  ßr.  Regenstein,  Rosstrappe—;  Schv). 
Franl>enhausen,  Sondershausen,  Ilachelbich  — ;  Pr.  amUuy,  an  der  Al- 
tenburg bei  Quedlinburg,  Aschersleben—),  im  süd- östlichen  (Flor  von 
Ualle)  häufig.     Mai  bis  August.  —     August,  September. 

Wurzel  Hiifcr  Einfliiss  der  IJocIcDhcscliaffcnlicit  bisweilen  Aiisl-iiiler  tieibcnil.  Stengel 
l)iiscliclig,  von  8"  bis  1'//  bocb,  ansteigend  oder  anfrecl.t,  reich  beblättert,  Blatter  gegen 
die  Basis  »ersebinälert .  in  Breite  und  Zuspitzung  wiriirend,  graugrün,  später  meist  gelblicb- 
griin.  Blutenstand  nach  unten  zu  immer  rispig,  Ästeben  zur  Ftuebtzeit  meistens  zwischen 
4.iO  und  7.'j0,  selten  fast  recht«  inkelig  abstehend.  Blüten  mit  I  üecUhlatt  nnd  2  kürzern 
Dechbliittchen,  kurz  gestielt,  Basis  glockig,  oberständiger  Thcil  der  Geschlcchtsdecke  ^4 
seiner  Länge   in  Zipfel  gespalten,    diese    («ie  auch  bei  den  folgenden  Arten)    Innenseils  weiss, 

aussen    grün.  Ich    besitze  Exemplare,    an  deren  Inflorescenz    sich    einzelne  Bluten    ohne   die 

beiden    Deckblättchen    befinden. 

«.  T.  ebracteatmn.  IfacTcthlütiges  Jjeinhlatt,  Wur- 
zel briechend;  Blätter  lineal- lanzettlich,  zugespitzt;  Traube  einlach,  mit 
abstehenden  Ästen  und  blütenlosem  Blätterschopf;  Blülen  1  -  dcclibiältng, 
Geschlechtsdecke  mit  glockiger  Basis  nach  dein  Verblühen  ein  kurzes 
sitzendes  Krönchen  auf  ellipsoidischer  Frucht  bildend. 

Hayne  in  ScHRAD.  Journ.  f.  d.  Bot.  1800.  I.  33.  T.  6.  Koch  Syn.  II. 
718.     Reichenb.  PI.  crit.  V.  t.  457.     Fl.  dan.  t.  1205  (T.  pratense). 

Grasige  Orte  und  Waldränder,  auf  trockenem  Boden,  nur  im  öst- 
lichen Theile  des  Gebiets  und  auch  da  sehr  selten  (//«.  Ilitzacker  — ; 
Pr.  Halle:  Allstedt  am  süd --westlichen  und  südlichen  Rande  des  All- 
stedter Tbeilholzes).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Von  T.  monlannm  b.  intermedium ,  dessen  GcsSnimfansehen  es  hat,  nur  durch  die  ein- 
fachere, unten  nicht  ästige  InOorescenz,  den  ans  blülcnlosen  Deckblättern  bestehenden  Blätter- 
schopf, der  sich  jedoch  häufig  bis  auf  2—3  kurze  Blätter  verliert,  und  den  durchgängigen 
Maugel    der   beiden    Deckblättchen   verschieden. 

3.  T.  pratense.  W^iesen-Xieinblatt.  Wurzel  spindel- 
förmig; Blätter  lanzettlich- lineal ,  gespitzt,  Trauben  unten  rispig- ästig, 
mit  zur  Fruchtzeit  wagerecht  abstehenden  auch  wohl  abwärts  gebogenen 
Ästchen,  Deckblätter  zu  3,  Geschlechtsdecke  mit  rohr.g-glockiger  B.-isis, 
nach  dem  Verblühen  ein  kurz  gestieltes  Krönchen  auf  fast  kugeliger 
Frucht  bildend. 

Ehrh.  Herb.  e\s.  n.  12.  Chi.  hau.  461.  Koch  Syn.  11.718.  Reichenb. 
PI.  crit.  Y.  t.4.55.  ,         ^„    .,     , 

Auf  Bergwiesen,  auf  frischem  humosem  Boden,  im  mittlem  1  heile  des 
Gebiets,  am  Harze  die  Nordgrenze  der  Gesamnitverbreitung  erreichend, 
nicht  häufig  (/f.«.  am  Meisner  auf  der  Höhe,  bei  Frau -Hollenteich,  über 
Ludenbach  und  Uengsterode,  Witzenhausen  am  Hirschberge  zwischen  dem 
Bergwerk  und  Faulbach,  auch  am  Abhänge  gegen  Rommerode — ;  Schiv. 
Sondershausen  — ;  Br.  Blankenburg,  Rattenstedt,  Hüttenrode,  Alten- 
braak— ;  Iln.  Königshof,  zwischen  Grund  und  Staufenburg,  Osterode—). 
Juni  bis  August.  —    September,  October. 

Stengel  '/n  —  1'  hoch,  aus  gebogener  Basis  gerade  aufsteigend.  Gesammtansehen  der 
kleinern  Formen  von  A.  1.  b.  Abgesehen  von  der  nicht  kriechenden  Wurzel,  zunächst  durch 
die  sperrige  Stellung  der  Ästchen  und  schmälere,  bisweilen  fast  fadenförmige  Blätter  zu  unter- 
scheiden. Der  Blütenbildung  nach  zwischen  jener  und  der  folgenden  Art  stehend,  indem 
der  oberständige  Theil  der  Geschlcchtsdecke  weniger  tief,  bis  auf  2/3  ,  in  Zipfel  gespalten 
ist ,  so  dass  das  welke  Fruchtkrönchen  etwas  gestielt  erscheint  (Sticlantheil  kaum  halb  so  lang 
als    die    Zipfelparfie). 


Hippopliae.  £I.EAe9iAEA£.  479 

■4L,  T.  alpinnni.  JLlpen-IdCinhlatt,  Wurzel  spindel- 
förmig; Blätter  lanzettlicli-lineal,  gespitzt,  Traiil)eii  meist  einfach,  sel- 
tener unten  rispig-ästig,  mit  zur  Fruchtzeit  aufrecht-abstehenden  Ästchen, 
Deckblätter  zu  3,  Geschlechtsdccke  röhrig,  nach  dem  Vorblühen  ein  län- 
ger gestieltes  Krönchen  auf  fast  kugeliger  Frucht   bildend. 

LiNN.  Sp.  pl.SÜl.  Koch  Syn.  II.  718.  Scurad.  Journ.  f.  d.  Bot.  1800. 
I.  T.6.  F.D.     Sturm  Deutsch).  Fl.  H.H. 

Das  A'orkommen  im  Gebiete  bis  jetzt  mit  Sicherheit  nur  Pr.  am  Bro- 
cken anzugeben.     Juni,  Juli.  —    August. 

Grosse  und  Gesamiiitansehen  Her  A.  3. ,  und  im  Grunde  nur  durch  den  längern  Röliren- 
antheil  des  obcrsländigen  TLeils  der  Geselilechlsdccke ,  der  eben  so  lang  als  die  Zipfclp.irtic 
ist.  von  jener  verschieden.  Die  Einseitwendigkeir  der  Trauhe  (und  zugleich  der  Blätler). 
welche  einige  Schriftsteller  in  die  Diagnose  aufnehmen,  ist  nur  Folge  des  iMederliegens  der 
Stengel,  womit  natürlich  ein  Aufwärtsstreben  des  Blatt-  und  Ästchenwuchses  verbunden  ist, 
vpodurch  die  einseitige  Richtung  entsteht.  An  den,  seltener  vorkommenden,  aufrechten  Sten- 
geln (wie  sie  z.B.  STURM  abgebildet  hat)  fällt  diese  einseitige  Richtung  gänzlich  weg. 
T.  pratense,  meistens  mit  aufrechtem  Stengel  vorkommend,  hat  im  liegenden  Zustande  eben- 
falls eine  einseitwendige  Inflorescenz  (wie  sie  z.B.  DÖX.L  Rhein.  Fl.  309.  angiebt,  während 
er  T.  alpinum  keine  Einseilwendigkcit  zuschreibt).  Es  ist  daher  noch  sehr  die  Frage,  ob 
nicht  T.  pratense  nur  ein  in  niedrigerer  I^age  wachsendes  T.  alpinum  ist,  worauf  weitere 
Beobachtungen    zu    richten    sind. 

RoB.   Brown  Prodr.  3öO. 

Geschleclitsdecke  iinterständig,  2—4-,  selten  6-spaUi^  oder 
-thellis;,  mit  geschindelfer  Kiiospenlage.  Staubgefässe  4,  6  oder 
8,  gleichzählig  mit  den  Lappen  der  Geschleclitsdecke  und  dann 
mit  diesen  Avechselständig,  oder  doppelt  so  viele.  Fruclitknote 
l-fächerigj  l-eiig,  Eichen  aufrecht.  Ein  Griffel  mit  zunffen- 
förmi2;er  Narbe.  IVuss  von  der  verhärteten  oder  fleischigen 
Röhre  der  Geschlechtsdccke  eingeschlossen,  ohne  mit  ihr  ver- 
wachsen zu  seyn.  Same  fast  ohne  Eivveiss.  Keim  gerade,  das 
Würzelchen  zum  Nabel  gewandt.—  Blätter  ohne  Nebenblätter. 

Torkommen.  Dem  Sandboden  angehörig  und  Rüsteukliina  liebend, 
im  Gebirge  meist  auf  Kalk. 

Gehalt.     fVenirj  bekannt. 

1.     HIPPOPHAE.    SMXmOMJV. 

I.IIVN.    Gen.     n.   1106. 

Zweihäusig.  Männl.Blüte  2-theilig,  Staubgefässe  4.  Weibl. 
Blüte  röhrig,  2-spaltig,  mit  zuletzt  fleischiger  Röhre.  Geschl. 
Syst.  XXII.  4. 

Strauch  mit  wechselständigen  lanzettlichen  Blättern  und  blattwinkel- 
ständigcn  Dornen.  Männliche  Blüten  in  kleinen  Kätzchen,  jede  sitzend 
unter  einem  Deckblatt;    -weibliche   einzeln,    blattwinkelständig. 

1.     HE*  rhaninoides.      Jf^eidenblättriger  iSeedorn. 

Blätter  schmal  ianzettlich,  beiderseits  verschmälert,  unterseits  silberfar- 
ben-scliülferig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1452.  Koch  Syn.  II.  719.  Chi.  han.  460.  Schk.  Handb. 
IV.  T.321.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  47.  Fl.  dan.  t.265.  Engl.  bot. 
t.  42.3. 

Am  IVordseestrande,  wo  der  Strauch  sich  fast  verliert,  während  er 
auf  den  nahe  belegenen  Inseln  (Un.  Borkum,  Juist,  IVordernei,  Bal- 
trum—;   ff6.  Eibufer)   und   am   Ostseestrande   (Mk.  Wustrow,    Bruns- 


480  ARISTOI.OCHIEAE.  Aristolocliia. 

haupten,  StrölimUerdorf,  Rlüssei-  Ort)  doch  auch  nur  stellenweise  noch 
vorlionunl.  Im  Biiim'iilaiulc  biswcik-ii  in  der  l^ähe  von  Anlagen  verwil- 
dert.    März,  April.  —    October,  November. 

Straiicli  »on  6  —  8'  Höhe,  viclästig  und  .lornig.  Rinde  rostig- schwarzl>iaiin ,  an  jungen 
Zweigen  braun.  Dornen  lang  nnc\  Ii.Trt.  BLiller  olicn  triibgrün ,  unten  mit  kleinen  glänzen- 
den weissen  Schuppen  liedeckt.  Hliiten  mit  den  IJiSttcrn  erscheinend.  ■\Veil.l.  Blüten  in- 
wendig gelblich,  zur  Zeit  der  Fruehtreife  orangefarben,  die  »oo  ihnen  eingeschlossene  Frucht 
eiförmig,   plan-convex,   beiderseits    gefurcht. 

Vechnisches  »i.  Öleonontisehes,  Der  ganze  Sbauch  zum 
Anbau  der  Dünen  iind  Defestifjunr/  des  llufjsnndes  auch  zu  Heckenunla- 
iien  und  Pflunzunijen  in  Parks  brauchbar ;  das  sehr  harte  Holz  roh  oder 
aebeizt  Sit  kleinen  Gerüthschaf'ten;  die  Blatter  zum  Färben,  und  die 
beerenartifjen  Früchte  zur  Bereitung  eines  geniessburen  Muses. 

liXXXII.    ARISXOIiOCmEAE. 

JUSS.    Gen.    74.    (Cjtinus    ausgesclil.) 

Geschlechtsdecke  oherständi^:,  3-,  2-lapplfi;  oder  ziingeiiför- 
mlff.  Stauhgefasse  meistens  6  oder  12,  einer  den  I  ruehtkno- 
teii  bedeckenden  Scheibe  eingesetzt;  Säcke  nach  ansscn  ge- 
wandt. Fruchtknote  meistens  6-fächerig,  vielciig;  b  sirahiig 
verbundene  Narben.  Beere  oder  6-klapnige  meist  b-tacherige 
Kapsel.  Keim  sehr  klein,  an  der  Basis  des  fleischigen  liivvei- 
sses.  —    Blatter  wechselständig^   ohne  IVebenblätter. 

Vorkoninien.     Die  Arten  des  Gebiets  humushaltigcn  Boden  liebend. 

Gehalt.  Bitterstoffe  von  noch  nicht  hinreichend  bekannter  Beschaf- 
fenheit,   auch  camphorartigc  oder  harzige  Stoffe. 

1.    ARisxoi^ocHiA.    o^vmnijWTcmi. 

I.11VN.    Gen.    n.   1022. 

Geschlechtsdeckc  rührig  mit  bauchiger  Basis  und  zungcnför- 
migem  Saum.  Staubbeutel  6,  ohne  Träger  dem  l.rittel  ange- 
wachsen.   Kapsel  lederartig,  6-fächerig.     Geschl.  Syst.  XX.  b. 

Mehrjährige  Kräuter  (A.  I.)  oder  Sträuche  mit  aulVechtem,  niederge- 
strecktem, kletterndem  oder  windendem  Stengel.  Blätter  ganz  oder  lap- 
pig.    Blütenstiele  blattwinkelständig,    1  —  mehrbliitig. 

1.  A.  Cleinatiti».  Gemeine  Osterlucei,  Stengel  auf- 
recht;   Blätter  tief  herzförmig;    Blütenslicle   1 -blutig,    büsehelständig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1364.  Chi.  han.  461.  Koch  Syn.  II.  720.  Schk.  Handb. 
III.  T.  276.  Fl.  dan.  t.  1235.  Engl.  bot.  t.  398.  Haynk  Arzneigew.  IX. 
T.  24. 

Zwischen  Gebüsch,  an  Zäunen  und  Ackerrändern,  auf  humushaltigeni 
Boden,  im  südlichen  und  mittlem  Theile  des  Gebiets,  hier  und  da  ver- 
wildert.    Mai,  Juni.  —    August. 

Stengel  2  —  4'  hoch,  einfach,  aufrecht,  elwas  hin  und  her  gebogen.  Blatter  laug  gc 
stielt,    ganzrandig,    aber   fein -gesagt- schärflich.       Blüten    blassgelb. 

PharmaceutUch-JOEediciniSCheg.  fJ'nrzel  und  Kraut  (Ra- 
dix et  herba  Aristolochiae  longae  vulgaris  tenuis)  officinell.  Vorwal- 
tende Bestandth.  ätherisches  Öl  und  bitterer  Extractivstoff.  An- 
wendung nur  noch  als  Thierarznei ,  iiamentlich  die  Blätter  zur  Heilung 
von  Geschwüren. 


Asarum.  ARISTOI.OCHlEA£.  481 

9.     ASARUITI.     KASXUjITUMX, 

Link.  Gen.   n.  589. 

Gescblechtsdecke  glockig,  3— 4 -lappig.  Staubffefässe  12, 
mit  freien  Staubfäden,  Band  der  Beutel  weit  über  diese  binaus 
verlängert.     Kapsel  unregelmässig  zerreissend.      Gescbl.  Syst. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  abgehürztem,  an  der  Basis  sclmppigem  Sten- 
gel. Blätter  herzförmig -nierenrund,  einblütige  Blütenstiele  in  den  Ga- 
beltheilungen des  Stengels.     Blüten  lederartig. 

1.  A.  eiiropaeiini.  Gemeine  Maselwurz,  Blätter  nie- 
renrund, glänzend;   Blüten  einzeln  zwischen  2  Blättern. 

LiNN.  Sp.  pl.633.  Chi.  han.  462.  Kocu  Sy"-  11.721.  Schk.  Handb. 
II.  T.  127.    Fl.dan.  t.633.    Engl.  bot.  1. 1083.    Hayne  Arzneigew.  I.  T.  44. 

In  Laubholzhainen,  im  Gebüsch  und  an  Hecken,  auf  humosem  schat- 
tigem Boden,  häufig,  doch  mit  Unterbrechungen  (z.  B.  nicht  von  Han- 
nover bis  Hamburg),  gegen  Westen  abnehmend.     April,  Mai. —  Juli. 

GcnicL  pfefferig- kanipborartig.  WiirzeJslock  kriecliend.  Untere  Blätter  unaiisgeliildet, 
sclieideiiartig,  oljere  zu  2  fast  gegensl.indig ,  iiiilerscits  Iriibgrün,  violel  angelaufen.  Blüten 
kürzer    gestielt   als    die    Blätter,    aussen    grünliclihraun ,    innen    dunkelblutrotli. 

Pharmaceutisch-  Medicinisches.  fFtirzel  (KviszEfV an- 
renk. T.33.  F.  3.)  mit  dem  Kraute  (Radix  cum  herba  Asari)  officntell. 
Vorwaltende  Bestandth.  Haselumrzelcnmjtlior  und  Ilaselwurzbitter 
(Asarin).  Anwendunfi  in  Substanz  und  Pulverform  in  geringen  Dosen, 
aueh  im  Aufffuss,    als   Purijir-  und  Brechmittel  bei   Thieren. 

Vechnigche«»  Die  pulvcrisirte  fVurzel  ein  Bestandtheil  des  Schnee- 
berger  Schnupftabak' s. 

liXlLXIII.     ElflPETKEAE. 

INUTT.    Gen.   II.  233. 

Blüten  eingeschlecbtig  oder  vielebig.  Geschlecbtsdecke  in 
2  Kreisen,  beide  in  der^Begel  3-tbeilig,  nut  wecbselstandigen 
Tbeilen,  innerer  Kreis  bisweilen  kronärtig.  Staubgetasse  d, 
vor  den  Tbeilen  des  äussern  Kreises  dem  Fruchtboden  einge- 
setzt. Frucblknote  frei,  mit  3,  b  oder  9  1- engen  Fachern. 
Ein  Griffel  mit  strahliger  TSarbe.  Frucht  eine  Pflaume.  heim 
gerade  in  der  Mitte  des  Eiweisses,  das  Würz  eichen  zum  lsabel 
gewandt.—    Blätter  wechselständig,  ohne  INebenblatter. 

Torknmmen.     Moorboden  und  Ries  liebend. 

Gehalt.     Nicht  untersucht. 

1.     E]?IPETRU]?I.     MUÄMMJVBMXMX, 

LlNN.    Gen.    n.  1100. 

Blüten  2-häusig  oder  Zwitter.  Beide  Kreise  der  Geschlecbts- 
decke 3-,  selten  4-blättrig.  Pflaumen  (i-  oder  9-iacherig.  Ge- 
scbl. Svst.  XXII.  2. 

Kleine,  ästige  Sträuche.  Blätter  fast  quirlig  zusammengedrängt,  na- 
dclartig.     Blüten  klein,  einzeln,    blattwinkelständig  und  sitzend. 

1.    E.  uigrum.     Schwarze  Mrähenheere*    Niederhe- 

eend;    Blätter  schmal  lineal  mit  eingerollten  Bändern. 

LiNN.  Sp.  pl.  1100.  Chi.  han.  77.  Koch  Syn.  II.  721.  Schk.  Handb. 
IV.  T.318.     Fl.  dan.  t.  975.     Engl.  bot.  t.526. 

In  den  Heiden   und  Hochmooren   des   ganzen    nördlichen  Flachlandes, 


482  EIIPHORBIACEAE.  Euphorbia. 

auf  Moor-  und  Torfboden,  sehr  haiiiig,  auch  zu  den  äusscrstfii  Ciebirgs 
höhen  des  Harzes  emporslejgend,  gegen  Süden  seltener  werdend  und  :ini 
Soliing  die  Südgrenze  des  Vorkommens  im  Gebiete  erreichend.  Mai, 
Juni.  —    August,  September. 

luimcrgriiiieuder  Sttaiicli,  l  —  1 '/n'  '""S'  meistens  liegend,  rasenartig  aiisgebrcitcl  nnJ 
vielastig.  Rinde  rothbraun.  Itlatler  lederartig,  etwas  steif,  kiiri  gestielt,  untcrseits  weiss- 
licli.  Xusserer  Kreis  der  Gi-scblechtsdeclie  grünlich,  innerer  roscnrolli.  Stanblieutcl  piir- 
|)iirn.      Frucht   erbsengross ,    glänzend   schwarz   mit  purpurnem    Salt. 

VechnischeS  u.  ÖTeonontischeS»  Die  fVurzeln  als  ein  Haupl- 
hestandlheil  des  Torfes  zur  Befriediffutif/  des  Brandbedar/'s  hcitrayend. 
Der  Strauch  als  Streu  und  Dihit/unfj  zu  benutzen,  nie  Beeren  mit  Alaun 
dauerhaft  kirschroth  färbend  und  roh  oder  als  Mus  eine  nntfenehme  und 
gesunde  Nahrtinfj  anbietend. 

liXXXiT.    EVPHORBIJlCEAC:. 

Juss.  Gen.  384. 
Blüten  1-  oder  2 -häusig.     Geschlechtsdecke  unlerstiiiidig  in 

1  oder  3  Kreisen,  jeder  meist  4— 6 -lappig  oder  -tlieilig;  sel- 
tener keine  Geschlechtsdecke.  Stauhgefässe  meist  in  bestimm- 
ter Zahl,  frei  oder  in  eine  Säule  verwachsen,  häufig  mit  einer 
gleichen  Zahl  Drüsen  abwechselnd.  Fruehtknote  sitzend  öder 
gestielt,  meist  3-  (selten  2-  oder  mehr-)  fächerig,  mit  je  1  oder 

2  hängenden  Eichen;  Griffel  mit  3  Narben.  Kapsel  2—3-  oder 
mehr -fächerig,  beim  Aufspringen  auf  dem  Rücken  eine  freie 
Mittelsäule  hinterlassend,  seltener  eine  Pflaume  oder  Nuss.  Keim 
gerade  im  fleischigen  Eiweiss,  das  Würzelcheii  zum  INabel  ge- 
wandt.— ■    Blätter  Wechsel-,  seilen  gegenständig. 

Vorkommen.     Mehrere  kalkhold,  andere  kiesliebend  oder  bodenvag. 

Gehalt.  Ausfjezeichnet  durch  harzige,  seltener  flüchtige ,  meistens 
drastisch  scharfe  Stoffe  in  meist  milchigem  Safte  enthalten.  Fettes  Öl 
in  den  Samen. 

1.     EUPHORBIA.      WOXiFSMlXtCM, 

I.INN.    Gen.    n.  Ü09. 

Blüten  1 -häusig.  Männl.  Blüten  in  einem  oder  in  mehrern 
(Quirlen  um  eine  centrale  weibliche  Blüte  von  einer  4  — .5-spal- 
tiffen  Geschlechtsdeeke  umfasst:  erstere  gestielt,  meist  aus  dein 
Winkel  eines  Deckblatts  mit  1  gliedstieligen  Staubgefäss  und 
ohne  Geschlechtsdeeke;  letztere  ebenfalls  gestielt  mit  sehr  klei- 
ner 3-lappiger  oder  keiner  Geschlechtsdecke.  Kapsel  3-fäehe- 
rig,  3 -sämig.     Geschl.  Syst.  XI.  3.  (XXI.  1.). 

Arten  des  Gebiets  1-  (Art.  1.  2.  9— 12.)  oder  mehrjährige  (Art.  3— 8.) 
Kräuter  mit  Milchsaft.  Blätter  in  mehrfacher  Stellung,  blütenständige 
oft  quirlig,  ganz  und  ganzrandig,  oder  fein  gesägt,  meistens  ohne  IXeben- 
Llätter.  Blüten  meistens  an  den  Stengelenden  doldig -gehäuft  und  auf 
tiefer  stehenden  blattwiukelständigen  Stielen.  Die  Dolden  mit  quirligen 
Hüllblättern  an  ihrer  Basis  und  mit  gegenständigen  Hüllblättchen  an  den 
Spitzen  der  gabeltheiligen  Strahlen.     Kapseln  nickend. 

f      Drüsen    rundlich    oder    queroval. 

1.    E*  Itelioscopla«     Sonnenwendige  If^olfsmilch, 

Blätter  unigekehrteirund  in   eine  keilige  Basis  verschmälert,   Hüllblätter 


Euphorbia.  EUPHORBIACEAE.  483 

und  Hüllblättchen  runcUicli-unigekehrteirund,  sämintlicli  vorn  gesägt  und 
kabl;  Dolde  5-  (3 — 4-)  stiablig,  Strahlen  3-gabelig  mit  gabeltbeiligen 
Ästeben;   Kapseln  glatt;    Samen  bienenzellig-grubig. 

LiNN.  Sp.  pl.658.  Chi.  ban.  71.  Roch  Svn.  II.  723.  Schk.  Handb. 
II.  T.  129.     Reichenb.  Ic.  f.  4754.     Fl.  dan.  t.'725.     Engl.  bot.  t.  883. 

Auf  Gartenländern,  Ackerrändern,  an  Wegen  und  Schutt,  auf  fri- 
schem bumusbaltigem  Boden,  sehr  häufig  eingebürgert.  Mai  bis  Au- 
gust. —    Juli  bis  September. 

Stengel  '/i^ — 1'  Lock,  abstehenfl  bebaart,  wenig  bcMätfert.  Blätter  stumpf  oder  aiisge- 
randet,  selten  sparsam  bebaart.  Drüsen  queroval.  Samen  umgckebrt- eiförmig,  ohne  Glanz, 
braun. 

IS.    E.  platypliyllois.     Sreifbläffrige  W^olfsntilch. 

Blätter  länglich -lanzettförmig,  obere  mit  rundlicher  Basis  sitzend,  un- 
tere umgebehrteirund- länglich,  in  den  Blattstiel  verschmälert,  Hüllblätt- 
chen  eirund -deltaförmig,  sämmtlicb  scharfspitzig  und  bis  unter  die  Mitte 
fein  gesägt;  Dolde  3 — .5-strahlig,  Strahlen  3-gabelig  mit  gabeligen  Äst- 
eben;   Kapseln  zerstreuet  warzig,    Samen  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.660.  Chi.  ban.  72.  Koch  Syn.  II.  723.  Reichenb.  Ic. 
f.  4758.     Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.376. 

b.   striota.     Hie  straffstengelige.     Schlanker  und  kleinblättriger; 
Kapsel  schwächer  warzig.  Samen  bleiner. 

F.  strieta  Linn.  Syst.  nat.  Ed.  10.  II.  1049.  Koch  Svn.  11.723.  Rei- 
chenb. das.  t.4757.  Engl.  bot.  t.  333. 
Auf  Gartenländcreien  und  Äckern,  besonders  im  W'^intergetreide,  auf 
bumusballigem  Boden  mit  Kalksteinunterlage,  die  IVordgrenze  der  Ge- 
sammtverbreitung  (mit  Ausnahme  eines  seltenen  Vorkommens  der  Spiel- 
art b.  in  England)  im  mittlem  Tbeile  des  Gebiets  {Iln.  Göttingen)  errei- 
chend, häufig.     Juni,  Juli. —    August,  September. 

Stengel  1 — '2'  hoeb.  Blätter  gegen  die  rundlicb -stumpfe  Basis  zungenförmig  verschmä- 
lert, seltener  gleicbbrelt  zulaufend,  mit  feiner  scbarfer  Spitze,  der  Grösse  nach  sehr  variirend, 
lialil  oder  unlerseits  und  .ira  Rande  weicbbaarig,  Iliilllilätter  »on  Gestalt  der  Stengelblätter 
nur  kürzer,  seltener  eirund;  Hüllblättehen  in  der  Regel  mit  kurzer  Stachelspitze.  Kapseln 
kahl    oder   bebaart. 

'3.  E.  dulcis.  Süsse  W^olfsntilch,  Blätter  lanzettlicb- 
länglicb,  obere  mit  rundlicher  Basis  sitzend,  untere  sehr  kurz  gestielt, 
Ilüllblättcben  eirund -deltaförmig,  sämmtlicb  stumpflich,  ganzrandig  oder 
bis  unter  die  Mitte  fein  gesägt;  Dolde  3 — 5-strablig,  Strahlen  einfach 
gabelig;   Kapseln  zerstreuet  warzig. 

Jaco.  Fl.  austr.  III.  8.  t.  213  Chi.  ban.  72.  Kocu  Syn.  II.  724. 
Reichenb.  Ic.  f.  47.59  (E.  solisequa). 

In  Hainen,  auf  V^'^aldwiesen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  feuchtem  bu- 
musbaltigem Boden,  selten  {An.  Dessau,  Oranienbaum  — ;  Pr.  Pölsfelde 
am  östlichen  Vorharze,  Acken  an  der  Elbe,  Halle:  Teiche  bei  Dieskau, 
Naumburg  im  Bucbholzc,  Janisrode — ).     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Gcsammlanseben  und  Grösse  der  vorigen  Art.  Wurzelstock  kriechend,  fleischig,  dick, 
weisslich.  Blätter  unterseits  graugrün,  in  der  Form  veränderlich,  auch  spitzig  vorkommend, 
nebst  den  Kapseln  zerstreuet  weichhaarig  oder  kahl  (E.  purpurata  TllUILL.  Fl.  par.  235. 
Reichenb.  PI.  crit.  II.  t.  143.  f.  267.).  Drüsen  anfänglich  gelb,  später  meist  dunkel- 
purpurn. 

4.    E.  palustris.    Sumpf-HTolfsmilch.    Blätter  sitzend, 

lanzettförmig,  beiderseits  verschmälert,  ganzrandig  oder  äusserst  fein  ge- 
sägt und  kahl;  HüUblättcben  umgekehrteirund -länglich;  Dolde  vielstrah- 
lig,  Strahlen  3 -spaltig  und  noch  einmal  gabelig;  Kapseln  warzig,  Samen 
glatt. 

Linn.  Sp.  pl.  662.  Chi.  ban.  72.  Koch  Syn.  II.  726.  Reichenb.  Ic. 
4771.     Fl.  dan.  t.  866.     Havne  Arzneigew.  II.  T.  23. 


484  KIIPHORBIACEAE.  Euphorbia. 

Auf  Wiesen  unil  zwischen  Gebüsch,  au  Grähen  und  Flussufcrit,  auf 
sumpfigem  oder  nassem  Boden,  häufig,  doch  mit  I'nterbrechungen  (/.  K. 
nicht  im  Gebiete  der  Göttingei-  Flor).    l>Iai  bis  Juli.  —  August,  Scpteml>er. 

Wurzel  liokig,  listig.  'Sti-ngel  meist  in  Mehrzahl  auf  einer  Wurzel ,  3  —  4'  hoch,  slaiK, 
steif,  innen  hohl,  nach  dem  Blühen  Äste  aus  den  obern  BlattHlnkelu  treihend,  HüllhlaUchcii 
gelb.       Drüsen    hraungelh. 

5.    E.  Gepardiana.     Ger ards.W^olf «milch,    Blätter 

lineal,  kurz  gespitzt  oder  stumpflich  mit  Stachelspitze,  graugrün.  Hüll- 
blättchen breit  eirund- deltaförmig  mit  Stachelspitze,  sänimtlich  liahl  und 
ganzrandig;  Dolde  viclstrahlig ,  Strahlen  wiederholt  gabelig;  Kapseln 
schärflich  oder  glatt,    Samen  glatt. 

Jaco.  Fi.  austr.  V.  17.  t.  36.  Chi.  hau.  73.  Koch  Syn.  11.  726.  Bei- 
CHENB.  ic.   f.  4794.     E.  Cajogala  Ehrh.  Beitr.  II.  10r2. 

An  Feldrändern,  Wegen  und  auf  Triften,  auf  sandigem  und  auf  kalk- 
haltigem Boden,  im  südliehen  Theil  des  Gebiets,  die  Nordgrenzc  der 
Gesammtverbreitung  im  mittlem  Theile  erreichend,  ziemlich  häufig,  doch 
mit  Unterbrechungen  und  gegen  Osten  abnehmend  {Pr.  Halle:  Togeis- 
berg, /wischen  Benustedl  und  Kölme,  zwischen  Langenbogen  und  Bolls- 
dorf, W^ettin,  zwischen  Kloschwitz  und  Bumpin,  Untcrfarnstcdt,  zwi- 
schen Seeburg  und  W^ornisleben,  Gerbstedt,  Alsleben  — ;  ^in.  Sonders- 
leben — ;  Hn.  Grafschaft  Bentheim  zwischen  Schüttorf  und  W^estenherg — ; 
Pr.  tV .  an  der  Lippe  und  Emse  häufig).     Juni,  Juli.  —    September. 

Wurzel  Ausläufer  treihend.  Stengel  aus  ästiger  Basis  '/.j — 1'  ^wc\i,  dicht  mit  fast  auf- 
teifen  Blättern  besetzt ,  «eiche  stumpflich  und  spitzlich 
die    Spitze     sehr    fein    gesägt   >ariiren.        IliiUhlätfchen 


rechten,    sitzenden,    etwas 

dickliche. 

mit   und    ohne    Stachelspit/.. 

,.    und     gr 

gelbgriin,    Drüsen    gclh. 

ff       Drüsen    ha  1  h  m  o  n  d  f  ü  r  m  ig    oder   2  -  h  o  rn  i  g. 

«.     E.    ainysdaloides.      mandelhlättrige    WolfS' 

milcht  Blätter  unterseits  zerstreuet  weichhaarig,  umgekehrleirund- 
spatelförmig,  in  den  Blattstiel  verschmälert,  oberste  länglich,  sitzend, 
Hüllblätter  rundlich-  oder  länglich- eirund,  Hüllblättcben  halbrund,  tel- 
lerförmig zusaninicugewachsen;  Dolde  viclstrahlig,  nebst  den  unterstehen- 
den Achselblütenstielcn  wiederholt  gabelig;  Kapseln  schärflich,  kahl; 
Samen  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.663.  Chi.  han.  74.  Koch  Syn.  11.  727.  Beichekb.  Ic. 
f.  4799.     Jaco.  Fl.  austr.  IV.  t.  37.5  (E.  sylvatica).     Engl.  bot.  t.  2-36. 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  humosem  schattigem  Gebirgs-  und  llü- 
gelboden  mit  Kalksteinunterlage,  auf  den  mittlem  Theil  des  Gebiets  be- 
schränkt, aber  hier  häufig  {Hn.  Göttingen:  ISiedeck,  Mackenrode,  Kerst- 
lingcröderfeld.  Brück,  llerberhausen,  W^aake,  Hessendreiseh,  Plesswald  — •, 
Harz:  Steinherg  bei  Pöhlde,  Lauterberg,  Audreasberg,'  Königshofl"  — ). 
Juni  bis  August.  —    September. 

Stengel  1 — '~  hocli ,  in  Mehrzahl  aus  liegender  Basis  ansteigend ,  mit  genäherten,  lang- 
stieligen Blättern  besetzt,  die  2  —  3"  lang  und  ^|^"  breit,  nach  oben  zu  aber  an  Grösse  ab- 
nehmend, einen  gerundeten  Schopf  bilden,  aus  dessen  Mitte  der  Blütenstengel,  mit  3  —  4- 
fach  kleinem  sitzenden  Blattern  besetzt,  emporlreibt.  In  den  Winkeln  dieser  bis  zur  End- 
dolde einzelne  trauhig  gestellte  Blütensticle,  die  mit  jeuer  eine  Ö  —  10"  lange  Inllorescenz 
bilden.  Die  verwachsenen  Hüllblättcben  bis  zu  1"  breit,  flach,  grüngelb.  Drüsen  gelb, 
unter    Einfluss    der   Sonnenwirkung   purpurn. 

V.    E.  Cyparlsslas.    Cypressen.W^olfsmilch.    Blätter 

schmal  lineal  oder  gegen  die  Basis  verschmälert,  ganzraudig  und  kahl, 
astständige  mehrfach  schmäler,  Hüllblättcben  breit  herz-deltaförmig,  kurz- 
spitzig; Dolde  viclstrahlig,  Strahlen  wiederholt  gabelig;  Kapseln  gekör- 
nelt,  Samen  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.66l.     Chi.  han.  74.     Koch  Syn.  11.  728.     Beichekb.  Ic. 


Euphorbia.  EUPHORBIACEAE.  485 

f.  4793.  Jaco.  Fl.  austr.  V.  t.  435.  Engl.  bot.  f.  810.  Ha\ne  Arziieigew. 
II.  T.  22. 

Auf  Triften,  Äckern,  Bracben  und  au  Wegen,,  auf  magerm  dürrem 
lialksteinhaltigem  oder  aucb  sandigem  Boden,  trupp  -  oder  becrdenweise, 
sehr  bäuüg.     April,  Mai.  —    Juli,  August. 

Wuuel  kriechend.  Siengel  '/^ — 1'  '"'<^''.  »"free'"'-  ""  '^"  ß"«''*  'ölblicli,  dicht  be- 
blättert. Blätter  meistens  1'",  selten  '2'"  breit,  oft  gegen  den  Stengel  fast  fadenförmig  zu- 
laufend ,    an  den  Ästen  doppelt  schmäler  un  dan   deren  Spitzen    schopfartig  gedrängt. 

8.    E.  £sula.    Scharfe  Wolfsmilch,    Blätter  lanzettlicb 

oder  liueal- lanzettlicb,  gegen  die  Basis  verscbmälert,  ganzi-andig,  vorn 
gezäbnelt-scbärllicb,  aststiindige  kaum  scbmäler,  sämmtlicb  kabl ,  Hüll- 
blättcben  breit  berz  -  deltaförmig,  kurzspitzig  oder  stumpf;  Dolde  viel- 
strablig,  Strahlen  wiederholt  gabelig;    Kapseln  gekörnelt,  Samen  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.660.  Chi.  bau.  73.  Koch  Syn.  II.  728.  «eichene.  Ic. 
f.  4791.     Fl.  dan.  1. 1270.     Engl.  bot.  1. 1399. 

Auf  Triften,  an  Feldrainen,  Wiesen-  und  FInssrändern,  auch  zwi- 
schen Gebüsch,  auf  sandigem  Boden,  mit  Unterbrechungen,  namentlich 
im  mittlem  Theile  des  Gebiets  (z.  B.  nicht  in  der  Göttinger  Flor),  häufig. 
Juni,  Juli. —    September. 

Durch  eine  strengwissenschaftliche  Charalitcristik  kaum  von  A.  7.  zu  unterscheiden,  den 
Enhvickelungserscheinuugen  nach  .iher  sehr  bestimmt  von  jener  verschieden.  Blätter  meistens 
3'",  nicht  über  4'"  breit,  aber  auch  schmäler,  bis  nur  "J"'  breit,  variirend.  —  Die  etwas 
weniger  dicht  stehenden  Blätter,  in  Verbindung  mit  der  fast  gleichen  Breite  der  Stengel - 
und  Astblätter,  ändern  sehr  das  Gesammtanseheu  dieser  Art  iui  Vergleich  mit  der  vorigen 
und    lassen    sie    mit   Sicherheit   von    ihr    unterscheiden. 

'9,    E.  «tegetalis.    JLcTeer-lTolfsntilch»     Blätter  liueal. 

zugespitzt,  obere  breiter,  Ilüllblättchen  eirund -deltaförmig,  sämmtlicb 
stachelspitzig  und  kabl;  Dolde  5- strahlig,  Strahlen  wiederholt  gabelig; 
Kapselfäcber  auf  dem  Rücken  mit  einem  punktig -scharfen  Streifen,  Sa- 
men netzartig -grubig. 

Link.  Sp.  pl.  657.  Koch  Syn.  II.  730.  Reichenb.  Ic.  f.  4780  Jacq. 
Fl.  austr.  V.  t.  450. 

Auf  Äckern,  die  IVordgrenzc  der  Gesainmtverbreitung  erreichend,  sehr 
selten  eingebürgert  {/V.  fV.  Höxter  Jüngst  Fl.  v.  Bielefeld  295.).  Juni, 
Juli.  —    September. 

Stengel  1'  hoch,  einfach.  Blätter  sitzend  oder  Jianni  a»as  gestielt,  abwärts  gerichtet, 
grangrün.  Später  Blütenäslc  aus  den  obern  Blattvvinkeln.  Ilüllhlättcr  lanzettförmig.  Hüll 
blätlchen    zum    Theil    etwas    herzförmig.       Drusen    langhörnig.       Samen   weisslichgclb. 

lO.    E.  Peplii!^.   Uundblättrige  J^olfsmilch.   Blätter 

gestielt,  umgekehrteirund  oder  rundlich -eirund,  Hüllblätter  und  Hüll 
blättchen  deltaförmig -eirund  und  sitzend,  sämmtlicb  ganzrandig;  Dolde 
3-strahlig,  Strahlen  wiederholt  gabelig;  Kapselfächer  auf  dem  Rücken 
2 -kielig,    Samen  einerseits  2 -furchig,  andererseits  grubig-4- streifig. 

LiNN.  Sp.  pl.6.53.  Chi.  bau.  73.  Koch  Syn.  II.  730.  Reichenb.  Ic. 
f.  4773.     Fl.  dan.  1. 1100.     Engl.  bot.  t.  959. 

Auf  Gartenländereien  und  Äckern,  auf  frischem  bumushaltigem  Bo- 
den,   häufig  eingebürgert. 

Stengel  4  —  8"  hoch.  Stengelblätter  allmälig  in  den  Blattstiel  verschmälert.  Drüsen 
gelblich.  —      Aariirt  kleiner    mit    nur    '/4    so    grossen    Blättern. 

lt.    ^»tfxVetxtvi,  Sichelförmige  Wolfsmilch.    Blätter 

sitzend,  lanzett- spateiförmig,  kurz  zugespitzt  oder  stuuipflich  mit  Sta- 
chelspitze, Hüllblättcheii  eirund,  lang  staclielspilzig,  sämmtlicb  vorn  ge- 
zäbnelt-sehärflicb  und  kahl;  Dolde  3— 5  -  strablig,  Strahlen  wiederholt 
gabelig;    Kapseln  glatt,  Samen  4- reibig -qucrgrubig. 

LiNN.  Sp.  pl.  &54.  Koch  Syn.  II.  731.  Riuchenb.  Ic.  f.  4776.  Jacq. 
Fl.  austr  II.  t.  121. 


486  EVPHORBIACEAE. 


IWerourialis. 


Auf  Ackern  unter  der  Saat,  als  Nordgrenze  der  GcsammtverhreJtung, 
sehr  selten  eingebürgert  (5'c/it»;.  Frankenhausen).     Juni,  Juli.—    Sept. 

Sicngcl  3  —  6"  hoch,  einfach  oder  ans  ästiger  Basis  aiiftccht.  Blätter  dicht  sfehco«!, 
aufrecht,  steif,  graugrün.  Dolde  etwas  sperrig- strahlig.  Hüllhlättchen  his«  eilen  länglich- 
eirund.  —  Variirt  kleiner  und  hleinhlältriger  (ß.  minor  Kocil  das.),  seltener  hochstcngclig 
(bis  1'  hoch),  diese  letztere  Form  vom  Gesammtanschcn  der  E.  Gerardiana.  Alle  Formen 
an    den    lang   vortretenden    meist   gebogenen    Stachelspitzen    der   Blätter   leicht    zu    erkennen. 

1«.     E.  exigua.     Kleine  J¥^olJsniilch.     Blatter  sclmial 

lineal,  spitzlicli,  stumpf  oder  gestutzt  mit  vortretender  Stacbelspitze  und 
kahl.  Hüllblätter  und  Hüllhlättchen  aus  schief  herzförmiger  Basis  lineal 
zugespitzt;  Dolde  3 — 5 -strahlig,  Strahlen  wiederholt  gaheüg;  Kapseln 
glatt,    Samen  fein  gekörnelt. 

LiNN.  Sp.pl.  654.     Chi.  hau.  72.     Koch  Syn.  II.  731.     Reichenb.  Ic. 

f.  4777  und  4778  (E.  retusa  Cav.  die  Form  mit  gestutzten  Blättern  und  vortretender  Sta- 
chelspitze).    Fl.  dan.  t.  592.     Engl.  bot.  t.  1336. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat,  auf  Boden  mit  Kalksteinunterlage,  häufig 
eingebürgert.     Juni  bis  September.  —    August,  September. 

Wurzel  spindelförmig.  Stengel  3  —  8"  hoch.  Blätter  1'"  breit  oder  schmäler,  auf- 
recht-abstehend, etwas  steif,  selten  keilig  gegen  die  Basis  verschmälert.  Die  Stachelspilzc 
stunipflich.  Drüsen  langhörnig,  gelb.  Samen  umgehchrteiformig,  schwach  vierseitig,  netz- 
artig-kornig. 

E.  Lathyris  kommt  jenseit  der  süd- westlichen  Grenze  des  Gebiets  (Pr.  fV.  bei 
Coesfeld ,   Klinke)   verwildert  vor. 

GM  WMRBT.ICIIMS. 

JPharmaceutisch.Meaicinisches,    ^n.  4.  7. 8.  W.  ehedem 

of'ficinell.  Jetzt  bcscliriinht  sich  ihr  Gebrauch  auf  fVeifheizen  der  Leich- 
dornen. Siimmtliche  ^rtcn  gehören  zu  den  scharfen  Pflanzengiften,  deren 
nächste   fVirkung  auf  sehr  heftige  Ausleerungen  gerichtet  ist. 

ÖJCOnOtniSChes»  SUmmtliche  Arten  werden  beim  Abweiden  vom 
fliehe  vermieden,  und  wirken  genossen  zunächst  auf  Jiothwerden  der 
Milch.  Die  Art.  j!.  2.  T.  S.  11  und  12.  sind  Unkräuter,  von  denen  beson- 
ders A.  11.  in  Gärten  und  auf  Achern   sehr  lästig  werden  kann. 

9.     ]fI£RCURIAIiIS.     BENGMEiM£nA.UV, 

LlNN.    Gen.    n.  lljö. 

Blüten  2-  oder  1 -häusig.  Geschleclitsdeckc  3  — 4  »heilig: 
tnännL  mit  9  — 12  Slauhgefässen;  weihl.  mit  kurzem  Griffel  u\n\ 
2  verlängerten  IVarben.  Kapsel  2-fächerig,  Fächer  1 -sämig- 
Geschl.  Syst.  XXII.  8.  *  *  * 

Ein-  (A.2.)  oder  mehrjährige  (A.  1.)  Kräuter,  selten  Sträuche.  Blät- 
ter gegen-,  seltener  wechselständig,  ganz,  mit  IVebenhlättern.  Blüten 
blattwinke!-  und  endständig:  männliche  geknäuelt- ährig  mit  Deckblät- 
tern; weibliche  einzeln  oder  in  Büscheln.  Fruchtknote  und  Kapsel  bis- 
weilen 3- fächerig. 

1.    M.  pereiiiilm.    Mehrjähriges  Bingellbraut.    Sien 

gel  einfach,  stielrund;  Blätter  länglich- eirund  oder  länglich  -  lanzettför- 
mig;  weibliche  Blüten  lang  gestielt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1465.  Chi.  hau.  685.  Kocii  Syn.  II.  731.  Reichenb.  Ic. 
4804.     Fl.  dan.  t.  400.     Engl.  l>üt.  1. 1872. 

In  Waldungen,  Hainen  und  Gebüschen,  auf  frischem  etwas  humosem 
Berg-  und  Hügelboden,  auch  zwischen  Gestein,  häufig.  April,  Mai. — 
August. 

Stengel  1'  hoch.  Blätter  gegenständig,  Kurz  gestielt,  kcrhig  -  gesägt,  fein  behaart. 
Kapseln   borstig. 

Ä.    Jn.  aiiiiua.    Minjähriges  BingelJeraut.    Stengel  4 


Urtica.  UBTICEAE.  487 

kantig,  ästig;  Blätter  eirund  -  laiizctttoimig  oder  lanzettförmig;  weibliche 
Blüten  sitzend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1465.  Chi.  han.  686.  Koch  Syn.  II.  732.  Schk.  Handb. 
IV.  T.  332.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  29.  Keicuenb.  Ic.  f.  4801.  Engl, 
bot.  t.559. 

Auf  Gartenländereien,  Äekern  und  an  Feldrainen,  auf  hiimoseni  Bo- 
den, stellenweise  eingebürgert.     .Tuli  bis   September.  —    Sej»teiuber. 

Stengel  ^4  —  l'/o'  l'ocl'.  seltener  einl'acli.  Blatter  gegenständig,  sägezälinig.  Kapseln 
borstig,    Samen    au    beiden    Arten    seh«  aeli    geliornelt. 

GM  1VMRBX.ICJIJES. 

JPharmaceutisch-Medicinisches»    Beide  nicht  mehr  offi- 

cinell.     A.  1.  nbev  ein  den  Euphorbien    ähnlich   wirkendes    scharfes  Gift. 

technisches*  Die  ßVurzel  von  A.  1.  liefert  blaue  und  rothe 
Farben. 

ÖJe  onomisch  es.     Getrocknet  schaden  beide  dem   Fiehe  nicht. 

I.XXXV.    UKTICEAE. 

JUSS.    Gen.    400. 

Blüten  1-  oder  2-liäuslg3  selten  viclelii,^.  Geschleclitsdecke 
unterständiff:  dei  männlichen  Blüte  4-,  selten  o-tlieilig,  Staub- 
ffefässe  von  der  Zahl  der  Deckenlappen,  vor  diesen  stehend, 
nehst  Ansatz  zum  Fruchtknoten;  der  weihliehen  Blüte  2  —  5- 
theilig  oder  ungetheilt.  Fruchtknote  1 -fächerig,  1-eiig  mit 
aulrechtem  Eichen.  Nuss  oder  Kornlrucht.  heim  gerade,  ha- 
ken- oder  spiralförmig.  —  Freie  meist  hinfällige  INehenhlälter. 

Vorkommen.  Humus,  Salpeter-  und  Ammoniakgehalt  des  Büdeus 
liebend. 

Gehalt.  Scharfe,  besonders  gewissen  Orr/anen  eiijene  (Urtica),  bei 
andern  narkotische  (Cannabis)  Säfte.  Einit/e  salpetersaures  Kali  (Pa- 
rietaria)  enthaltend. 

1.  Gruppe.     URTICEAE    6ENVINAE.     MIGMXTI.ICMM 
JVJESSMI-IVGMn^ÄCHSX:, 

Keim  gerade,    mittelständig  in  fleischigem  Eiweiss. 
1.     URTICA.    IJlTJESSiEJi. 

I.INN.    Gen.    n.   1054. 

Blüten  l-  oder  2-häusig.  Männliche:  Geschlechtsdecke  4- 
thcilig,  Stauhgefässe  4;  weihliche:  Geschleehtsdecke  2-theilig 
nebst  2  kleinen  hinfälligen  äussern  Lappen.  Narbe  sitzend,  pin- 
selförmig.    INuss  linsenförmig.     Gesclil.  Syst.  XXI.  4. 

Ein-  (Art.  1.2.)  oder  mehrjährige  (A.3.)  Kräuter,  selten  Sträuche,  mit 
Brennborsten  auf  allen  grünen  Theilen  mit  Ausnahme  der  Früchte.  Blät- 
ter gegen-  oder  wechselständig.  Blüten  einzeln  oder  geknäuelt  in  blatt- 
winkelständigen  Trauben  oder  Rispen,    seltener  in   kopfförmigen  Ähren. 

1.  U.  pilulifera.  Kugel- Nessel,  Blätter  eirund,  zuge- 
spitzt, eingeschnitten -sägezähuig;  weibliche  Ähren  gestielt,  zur  Frucht- 
zeit kugelförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1395.  Chi.  hau.  482.  Koch  Syn.  II.  732.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.  289.     Engl.  bot.  1. 148. 

An  Mauern,  Wällen  und  auf  Schutt  in  der  Nähe  von  Ortschaften, 
selten  verwildert  und  intermittirend  (Pr.  Windehausen,  Heringen,  Ell- 
rich,  Schloss  Mannsfeld,  Quedlinburg  am  Schlossberge).  Juni,  Juli.  — 
August,  September. 


488  IJRTICEAE.  Parietaria. 

Stengel  1 — 172''""^'''  runtilich,  bercil't.  Lockere,  dünne,  männliche  und  kugelig  ge- 
drängte   «ciMicbc    Ähre    aus    denselben    Blattwinkeln. 

18.  U.  Itrens*  Kleine  JVeSSel,  Blätter  elliptisch -eirund, 
spitz,  eingeschnitten -sägezähiiig;    llispen  kürzer  als  die  Blattstiele. 

LiNN.  Sp.  pl.  1396.  Chi.  han.  482.  Koch  Sjn.  II.  732.  Fl.  dan.  t.  739. 
Engl.  bot.  t.  1236. 

An  Mauern,  auf  Schutt,  Abladeplätzen  und  in  den  Strassen,  als  dem 
Menschen  folgende  Pflanze,  allgemein  eingebürgert.  Juli,  August.  — 
September. 

Stengel  '/^ — 1'  boeb.  Blätter  bisweilen  tiefer  nnJ  doppelt  sägezabnig  (v.  lacinuUtj 
Cbl.  ban.  das.),  fast  smaragdgrün.  Blütentrauben  zu  2,  aus  kurzen,  länglichen  Knäueln 
bestehend. 

3.  IJ*  dioica*  Grosse  JVessel,  Blatter  länglich -herzförmig, 
zugespitzt,  grob  sägezähnig;  Trauben  länger  als  die  Blattstiele,  hän- 
gend;  Blüten  2 -häusig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1396.  Chi.  han.  483.  Roch  Syu.  U.  732.  Fl.  dan.  t.  746. 
Engl.  bot.  1. 1730. 

An  Hechen,  Mauern,  "Wegen,  auf  etwas  feuchtem  humosem  Boden, 
als  dem  Menschen  folgende  Pflanze,  aligemein  eingebürgert.  Juli,  Au- 
gust. —      September,  Oetober. 

Stengel  2  —  4,  an  schattigen  Orten  bis  6'  hoch.  Blatter  Irubgrün.  Bliitentrauben  zu 
3,    rispig -ästig. 

Technische*»  Die  Stenael  der  A.  3.  hat  man  wie  Hanf  zuberei- 
tet, auch  zu  einem  sehr  dauerhaften  Garn  gesponnen,  ztir  Fabrikation 
von  leinwandartiyen  Zeugen  angewandt.  Das  txraut  färbt  ohne  Zusatz 
grün/felb. 

ÖTeonomisches»  Junge  Sprossen  der  Art.  2.  3.  sollen  hier  und 
du  als  (icmiise  genossen  werden,  wozu  viele  andere  doch  geeigneter  seyn 
möchten.  Beide  sind  ein  nahrhaftes  und  reizendes  Viehfutter,  die  Blät- 
ter im  frischen  oder  getrockneten  Zustande  gehackt  zwischen  das  tlüh- 
nerfutter  gemengt,  wirken  auf  ein  früheres  und  häufigeres  Eierlegen; 
mit  hart  gekociiten  Eiern  vermischt  sind  sie  das  beste  Futter  zum  Auf- 
bringen junger  Puter. 

9,     PARIETARIA.      CtEiA^SKUA^UT, 

I,INN.    Gen.    n.  UVJ. 

Blüten  vielehlg.  (ieschleclifsdecke  der  miiiiiilifheii  und  Zwil- 
tcrhlüten  4  — 5-tiieilig,_der  weililichen  roliiig  mit  4-zähnigLin 
Saum.  Staubfaden  4  —  5.  Griffel  fadenförmig  mit  pinselartiger 
Narbe.  Kornfruclit  von  der  Geschlecbtsdeeke  umgeben.  Gescbi. 
Syst.  IV.  1.  (XXIII.  1.). 

Mehrjährige,  behaarte  Kräuter,  mit  wechselständigen  ganzrandigen 
Blättern.  Blütensticle  blattwiuhelständig,  gabeläslig,  knäuelartig  zu- 
sammengezogen, Blüten  fast  sitzend,  Slaubgefässe  aus  anfänglich  ein- 
wärts gegen  den  Fruchtknoten  gekrümmter  Lage  beim  Offnen  der  Blüte 
elastisch   zurückschlagend. 

1.    P.  ofAcinalii^.    Gemeines  GlasTeraut,    Blätter  el 

liptisch,  lang  zugespitzt,  über  der  keiligen  Uasis  scliwach  zusammenge- 
zogen; Blüten  in  voll-  und  dichtblütigen,  kugeligen,  meistens  stengel- 
umfassenden   Knäueln ;     Geschlechtsdecke    zur    Fruchtzeit    unverändert 

°LiNN.  Sp.  pl.l492.     Chi.  han.  483.     Schk.  Handb.  IV.  T.346.     Sturm 

Deutsehl.  FI.  H.9.  Fl.  dan.  t.ü21.  Engl.  bot.  t.  879  (kleine,  ästige  Form, 
»om  Gcsammtanscben  der  folgenden  Art).      IIaYMü  Arzneigew.    V.    T.  12.      P.   erecta 

Koch  Svn.  II.  733. 


Caiinabis.  URTICEAE.  489 

All  Mauern,  Gestein  und  Schutt,  in  und  an  Städten,  hier  nnd  da  ein- 
gebürgert.    Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  1  —  l'/j'  l'och ,  meistens  aul'reelit  und  einfach,  seltener  mit  kurzem  Seitenastcn 
(Fl.  dan.  ]>cl)enagur  links  10-ästig)  verseilen.  Blatter  lang  gestielt,  bis  2'/'^"  '""g. 
l'/4"  breit,  ganzrandig,  glasartig  glänzend,  beiderseits  kurzhaarig  und  durchscbeineud  punctirt, 
die  beiden  untersten  (nicht  gegenständigen)  Seitennerven  über  der  Itlatthasis  aus  dem  Mittcl- 
nerv  entspringend.  IJlütenknäuel  aus  zusammengedrängten,  wiederholt  gabelästigen  Trugdolden 
bestehend,  eibseu-  bis  vogelkirschcngross ,  am  Uau|itstengcl  last  seiner  ganzen  Lange  nach 
rosenkranzartig   geordnet. 

B<!merli.  Indem  SM.  Fl.  hrit.  I.  189.  die  Blätter  seiner  P.  olHcraalis  „elliptico- 
lanceolata-acuminata"  nennt,  einer  Verlängerung  der  Blüten  nach  der  Befruchtung  nicht  er- 
wähnt, und  Fl.  dan.  t.  .5"21.  citirt,  deren  Hauptfigur  unsere  deutsche  P.  officinalis  sehr  cha- 
rakteristisch darstellt,  so  darf  man  wohl  mit  Recht  seine  Pflanze  als  die  unserige  betrachten, 
obgleich  Engl.  bot.  t.  879.  den,  weniger  häufigen  ,  ästigen  Zustand  eines  kleinen  Individiuims 
darstellt,    wodurch    die    Abbildung   der   P.  ramiflora    sich    nähert. 

9.    P.  raiulflora.    Kleines  GlasJeraut.     Blätter  eilip- 

tiscli- eirund,  stunipt'licli ;  Illütcn  in  lockern,  «enigblütigen,  meistens  seit- 
lieben Knäueln;  Geschlecbtsdcclie  der  Zwitterblüten  nacb  der  Befruch- 
tung röhrig  sich  verlängernd. 

Mönch  Meth.  327.  P.  judaica  IIoffh.  Deutsebl.  Fl.  II.  276.  Chi.  han. 
48;^.     ScuK.  Handb.  IV.  t.  346.     P.  diflusa  Roch  Syn.  II.  733. 

An  alten  Mauern,  selten  (//ii.  Stadtmauern  von  Göttingen,  Münden  —  ; 
jenseit  der  Ostgrenze  des  Gebiets  Pv.  Mauern  des  Schlosses  zu  Eilen- 
burg, und  jenseit  der  Westgrenze  Pr.  fV.  Dülmen,  Dorsten,  Rees,  Em- 
merich u.  s.  Vf.).     Juni  bis  September. —    September,  October. 

Stengel  6  —  8"  hoch,  weitschweifig- vielästig,  selten  einfach.  Blätter  bis  1"  lang,  ''/.^" 
breit,  also  ^erhältnissniässig  kürzer  und  breiler  als  an  A.  1.,  in  Ganzrandigkeit ,  Glanz,  Be- 
haarung, Puuctirung  und  ]>ervenstellung  mit  jenen  übereinstimiuend  und  auch  spitz  variircnd. 
Blütenkuäuel  klein  mit  fortschreitender  Entwickehing  der  Aste  am  Ilauptstengel  sich  ler- 
lierend.  Die  Blüten  auf  einfach  gabeligen  Slielchen.  Decke  der  Zwitterblüten  gegen  die 
Fruchtzeit   hin    um    das    Doppelte    ihrer    Grösse    sich    verlängernd. 

Bemerk.  Der  ältere  iVauie  dürfte  den  Vorzug  lor  dem  neuem  verdienen,  weil  die 
Pflanze  auch  mit  einfachem  Stengel  vorkommt.  Ob  P.  judaica  LlNN.  Sp.  pl.  1493.,  deren 
Diagnose  nebst  Zusatz  unserer  Pflanze  allerdings  entspricht,  hierher  gehurt  oder  nicht,  darüber 
ist  \on  der  Zeit  Aufschluss  zu  erwarten;  wenn  es  auch  keinen  Zweifel  leidet,  dass ,  SmiTH's 
Mitthcilung  über  die  Blattnenen  zufolge,  die  Pflanze  des  Ll!VN£'schen  Herbariums  ton  der 
uuserigen    verschieden    sejn    muss. 

GM  irMRBMCHMS, 

JPharmaceutisch'M^edicinische*'  fVenn  auch  wenig  mein- 
im  Gebrniich ,  wird  dock  das  etwas  salziije  liraut  der  A.l.  in  den  Apo- 
theken unter  dem  Namen  Ilerba  Pai-ietariae  oder  Oelxines,  als  stark 
harntreibendes ,  linderndes  nnd  zertheilendes  Mittel  wohl  noch  (je fordert. 

8.   Gruppe.      CAKNABINEAE:.      MAX WGMU^ÄC M SM. 

Samen  ohne  Eiweiss.     Keim  haken-  oder  spiialförmig. 

3.     €AW^ABI§.     BA.NV, 

LiNN.    Gen.    n.  111.3. 

Blüten  2- Iiäusig.  3Iäniiliclie:  Geschleehtstlecke  5-tlieilig, 
Stauhgefässe  5;  weibliche:  Geschleclitsdecke  zungenförmig, 
die  Kornfrucht  ganz  einhüllend.     Geschl.  Syst.  XXII.  5. 

Einjährige,  aut'rechte  Kräuter.  Blätter  schari'haarig,  untere  gegen-, 
obere  wechselständig.  Männliche  Blüten  blattwinkel-  und  endständig, 
traubig;    weibliche  blattwiiikelständig,    einzeln   oder  zu  zwei. 

1.    C  sativa.     Gemeiner  M.anf*    Blätter  fingcrig-5  — 9- 

theilig,  entlernt  scharf  sägezähuig. 


490  URTICEAE.  Humulus. 

LiNN.  S|>.  |.l.  1457.  Clil.  hau.  484.  Koch  Syii.  II.  733.  Scjhk.  Han.lh. 
IV.  T.325.     IIayne  Aizaeigew.  \III.  T.  35. 

In  Feldern,  an  Wegen  und  Schutt,  auf  huuiushaltigem  Itodi-n,  I>e- 
sonders  die  männliche  Püanze,  hier  und  da  verwildert.  Juli,  August.  — 
September,   üctober. 

Stengel  2  —  3'  Loch,  hantig.  Blätlvi  gestielt,  liiiizliaarig  -  !.tliarf.  Trauhen  der  mann 
liehen    Ulüteu   aufrcclil,     neililiclic    liliitcn    seitlirli    in    den    Winkeln    kleiner    Deckl.laUer. 

GM  nMR»Z.ICHES. 

Pharmaceutisch- ]n.edicinisches*  Der  Samen  als  Semen 
Cannabis  in  den  Of'/ieinen  vorrüthitj.  Das  frische  Kraul  und  eine  daraus 
bereitete    Tinetur  wirkt  stark  narkotisch. 

Ökonomisches»  Der  Gebrauch  der  Stengel  als  Gespinstpflanze 
und  der  des  Samens  als  Futter  der  Stubenvöf/el  bekannt. 

4.     HUITIUlilJIs».     MOPWMN, 

J.IN1V.    Gen.    n.   1115. 

Blülcii  2-liausig.  Männliche:  GeschleclilsJeckc  5-lLeiIig, 
Slauhgcfasse  5;  weibliche:  Geschlechtsdecke  schuppeiiföruiig, 
paar>veise  in  den  Achseln,  zu^ einem  zapfenföruiigen  Kätzchen 
veihundenei  .,  Dechhlättein.  Kornfrucht  von  der  Geschlcchfs- 
decke  nicht  ganz  eingehüllt.     Geschl.  Syst.  XXII.  5. 

Blehrjährige  Kräuter  mit  langem,  rechts  sich  windendem  Stengel. 
Blätter  gegenständig.  Männliche  lUüten  rispig,  blaltwinkel-  und  end- 
ständig,   Aveibiiche  dicht  ährenformig. 

1.    H.  liiipuliifs*    Genteiner  MKopfen.    Blätter  3— 5-lap 

pig   mit  hcrzrörmiger  Basis,    grob  sagezähnig. 

LiNN.  Sp.  1.1.1457.  Chi.  hau.  4Ö4.  Koch  Syn.  II.  733.  Schk.  Uandb. 
IV.  T.326.     Engl.  bot.  t.  426.     Uayne  Arzneigew.  VIII.  T.  3(i. 

An  IlecUcn,  zwischen  Gebüsch,  besonders  an  Flussul'ern,  Teichen  und 
Gräben,  auf  etwas  feuchtem  Boden  jeder  Art,  hier  und  da  verwildert. 
Juli,  August.  —    Oetober. 

Stengel  bis  8'  lioeli.  Blattei-  gestielt,  scbarf.  Männliche  BlUleniisi>cn  langlieh,  han 
gend;  weihliehe  nindahrig,  aiilrecht  stehend.  Die  Decke  der  «eiblichen  Bluten  au  der  Bas.s 
uebst  dem  Fniehtkuoten  mit  gelblichen  Drüsen  besetzt,  in  denen  Torzugsweise  der  Sitz  des 
Aroma    nnd    des    Mltern    Stoffes    ist,    wodurch    die    Nutzbarkeit    der    Dlanze    bedingt    wird. 

GMIVMRBI.I€HMS» 

Pharntaceutisch-Jneflicinisches»     Die  weiblichen  liätz- 

chen  werden  unter  dem  Namen  Strobili  Lupuli  in  den  Of'/icinen  aufbe- 
wahrt, und  neuerlich  ist  der  daraus  bereitete  Extract ,  Lupulin  (üther. 
Öl  2,  Harz  55,  bitterer  E.vtractivstoff  10  Proc.  nehst  andern  Stoffen) 
enthaltend,   als  kräftitjer  Arzneistoff  empfohlen  worden. 

Ökonomisches.  Die  Sprossen,  Schleimzucker  enthaltend,  ein 
sehr  antjenehmer  Salat.     Der  Gebrauch  zum  Bierbrauen  bekannt. 

EiXXXVI.     IJlilflEAE. 

UXiJtäMJVAUOPMGSi    PVJjA.N'XimN» 

Ulmaceae    MlRB.   Elcm.    II.    905. 

Gcschlcchtsdeckc  unterständiff,  glockig,  4-,  5-  bis  selten  8- 
ihelllg.  Stauhgefässe  von  gleicher  Zahl,  vor  den  Lappen  der 
Decke  stehend,  deren  Basis  eingesetzt,  selten  mehr.  Frueht- 
knote  1— 2-fächerig  mit  2  hängenden  Eichen:  GriflFcl  2,  fa<icn- 
förmig.  Frucht  eine  weiche  (otler  lederartige)  einsamige  Nuss. 
Same  hängend,  ohne  Eiweiss.  Keim  gerade,  das  Würzelchcn 
zum  Nabel  gewandt. 


iicii  un- 


iTiniiis.  UtJüEAE.  491 

Vorkommen.     Einen  tiefgründigen,    locliern  Boden  liebend. 

Gehalt.  Im  Hohe  vorwaltend  Kalk,  in  noch  nicht  hinliimßich 
tersuchter  Verhindung ,  und  Kali;  in  der  Rinde  Gummi,  Gallussäure 
(nach  DArY  Gerbestoff)  Harz,  kohlensaurer  Kalk  (nach  GEIGER  auch 
eisengrünender  Gerhestoff) ;    im  Safte  viel  essigsaures  Kali. 

1.     UlilflUS.     UMaMM, 

LllVN.    Gen.    n.  316. 

Geschlechlsdecke  4— 5-tlieilig,  welkeiul.  Slaiibgefässe  4, 
ö— 12.  Weiche  IXuss  zusammeuffedrückt,  ringsum  häutig  ge- 
flügelt.    Geschl.  Syst.  V.  2. 

Hohe  Bäume  (Art.  1.2.),  selten  Sträuche,  mit  stark  und  tiefgehendem 
Wurzelbau.  Blätter  weehselständig  mit  ungleicher  Basis  und  hinfälligen 
Webenblättern,  in  der  Knospenlage  der  Länge  nach  gefaltet.  Blüten 
Zwitter,  auch  vielehig -2 -häusig,  in  Büscheln  vor  Ausbruch  des  Laubes 
erscheinend.  —  Keimen  mit  über  die  Erde  tretenden  linsengrossen  Keim- 
blättern. 

I.  U.  canipestrii^*  Weld-Ulme,  Blätter  rautenförmig- 
eirund,  oder  eirund -länglich;  Blüten  fast  sitzend,  mit  4  —  5  Staubge- 
fässen;    Früchte  umgekehrteirund- länglich,  ohne  Wimpern. 

LiNN.  Sp.  pl.  327.  Chi.  han.  80.  Koch  Syn.  IL  734.  Borkii.  Forst- 
bot. 1.  834.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  3  (Ü.  sativa).  Fl.  dan.  t.  632. 
Engl.  bot.  t.  1886.      Hayne  Arzneigew.  111.  T.  15.      L.  nuda   Ehru.  Beitr. 

y\,  86;  "ml  wenn  die  Rind«  der  Äste    korkig  wird:    U.   SuberOSa   EuRH.    das.    87. 

Chi.  han.  81.      Borkh.  das.  841.      Engl.  bot.    t.  2161.      Hayne  das.   T.  16. 
U.  tetrandra  ScHK.  Handb.  I.  T.57.  b.  und  T.57.  a.  f.  g. 

b.  latifolia.  nie  breitblättrige.  Blätter  breiter,  rundlich -eirund 
oder  eirund;  Früchte  grösser,  umgekehrteirund -rundlich,  schwächer 
ausgerandet. 

Chi.  han.  das.     U.  excelsa  Borkh.  das.     Engl.  bot.  1. 1887  (U.  mon- 

tana);  —  und   wenn   die   Rinde   der   Äste   korkartig   wird:     U.  Campestris    V.  major 

Chi.  han.  81.    T^ngl.  bot.  t.  2542  (U.  major). 

c.  carpinifolia.  Hie  hainbuchenblättrige.  Blätter  schmäler, 
länglich  oder  länglich -lanzettförmig;  Früchte  kleiner,  umgekehrteirund- 
länglich. 

Chi.  han.  80.     U.  glabra  Mill.  Dict.  p.  4.     Engl.  bot.  t.  2248.     Schmal- 
blättrige   Büster   Borkh.   das.  845;  und  wenn  die  Rinde  der  Äste  korkig  wird  : 

II.  carpinifolia  Gleditsch.      Borkh.  das.  839. 

In  Hainen,  Yorhölzern  und  Waldungen,  auf  frischem  lockerm  tief- 
gründigem Boden,  einzeln  eingesprengt  oder  truppweise,  keine  zusam- 
menhängende Waldbestände  bildend;  b.  meistens  in  der  Nähe  von  Ort- 
schaften angepflanzt;  c.  auf  Bruchboden,  selten.  Blütez.  Mitte  Aprils. 
Laubausscblag  Anfang  Mai's ,  Abfall  October.  Fruchtr.  Ende  Mais, 
Anfang  Juni's. 

Holier  (60  —  80'),  2  —  3'  starker,  nicht  vollkommen  geradscbäftiger,  im  Alter  sich  leh- 
nender oder  schräg  stellender  Baum,  mit  anfanglich  glatter,  später  feinrissiger,  bräunlich 
aschgrauer  Rinde  und  starkarmiger,  unregelmässig  hegreniter  Krone.  Blätter  dunkelgrün,  ober 
seits  mehr  oder  weniger  kurzhaarig.  Blattstiel  '/4  —  Vi"  •'"g-  Junge  Zweige  hin-  und 
bcrgebogcn,  glattrindig,  nach  dem  2 -jahrigen  Alter  anfreisscnd  und  Anlage  zur  Rorkbildung 
zeigend,  deren  stärkere  Ausbildung  zur  Erzeugung  der  Korkulme  führt.  Die  Spielart  b. 
fast  kahl-  und  etwas  glänzendblättrig.  —  Schon  frühzeitig  beginnende  Korkbildung  (wohl 
eine  Krankheit  der  Riude)  hemmt  in  der  Regel  den  fortschreitenden  Wachsthum ,  weshalb 
man    diese   Form    meistens    strauchartig   findet. 

«.     U.  eflTiisa.    Viatterblätige   Ulme,     Blätter  eirund, 

stark    zugespitzt;    Blüten   gestielt,    hängend,    mit  6  —  8    Staubgefässen  ; 
Früchte  oval,   weicbhaarig-gcwimpert. 


492  lILiJüEAE.  Vlnius. 

WiLLD.  Piodr.  fl.  boiol.  n.  296.  Clil.  lian.  82.  Koch  Syii.  11.  735. 
GuiiMP.  Holzart.  T.  29.  IIayne  Arznci^ew.  III.  T.  17.  L.  o(;taiiilr:i  Schk. 
Haiiill).  I.  T.Ö7.  b.  uiul  T.  57.  a.  f.  d.  U.  laceinosa  IJorkh.  Forsth.  I.  851. 
l.  ciliata  Ehrh.  Beitr.   VI.  88. 

b.    grandifolia.      Die   grossblättrige.      Itlätter    grösser ;     Früchte 
oval-lireisrumi. 

Chi.  hau.  das.  U.  effusa  Borkh.  das.  854.  Beit.  u.  Akel  Holzart. 
T.  4  (UlniHS  campestris;  aus  den  Art.  1.  u.  2.  zus3iiiiu.iigei.cut). 
In  Wäldern  und  Yorhölzern  der  Gebirgsgegenden,  auf  frischem  hu- 
nioseni  Boden,  die  INordwestgrenze  der  Gesammtverbreitung  (nicht  in 
Britannien;  sehr  selten  in  Däiiemarl;,  Oeland,  Fiuland)  erreichend,  selte- 
ner als  A.  1.,  dagegen  häufig  angepflanzt  in  der  IXähe  von  Ortschalten. 
Blütez.  Anfang  Aprii's.  Laubaussehlag  Ende  April's,  Abfall  October. 
Fruchtr.   in  der  letzten  Hälfte  ->lai's. 

Aou  A.  1.,  aligesclieu  »oii  ileii  .ingegelieneii  Ilauplcliaraklercn ,  zn  iiiitci  scheiden  duicli  die 
starker  und  tieferrissige  Rinde  des  Stammes,  nicht  korkarlig  anlrcissendc  Rinde  der  3 -jäh- 
rigen Trichc,  kürzere  nur  2  liis  'i'/j'"  lange  Blattstiele  nnd  meistcus  unterseits  weichhaarige 
Blatter,    wcicLcres    und    weniger    dauerliaftes    lloii. 

VechniSCheS  »«.  ÖTeonontiSCheS,  Brcnnwcrth  des  Holzes 
zivischen  liuchen  nnd  Eiclicn,  doch  jener  na/ier  stehend,  mehr  liohlen- 
ylut  als  lebhafte  Flummc  f/ebend.  Dauer  sehr  tjross,  in  der  Erde  liegend 
fast  unvcrijiinfjlich.  Spaltiffkeit  sehr  schlecht.  Zähiißheit  und  Eestit/lieit 
sehr  beträchtlich.  Elasticilüt  nur  in  der  Jufjend  beträchtlich.  Härte  von 
A.i.  im  trockenen  Zustande  gross,  von  A.2.  geringer,  im  grünen  Zu- 
stande mittclmässig.  Textur  dicht  aber  grobfaserig.  ff'irft  sich  und 
reisst  leicht.  Gewicht  grün  der  Hub.  F.  62^li  Pf. ,  waldtrocken  50  Pf. 
Austrocknung  sehr  langsam.  Ausgezeichnet  gutes  Land-,  ff'asser-  und 
Grubenbauholz,  nicht  minder  treffliches  Schiffsbau  -,  fJ'^arjner-  u.  Tisch- 
Icrholz.  Aschenertrag  von  1000  Pf  Holz  23  Pf  Asche,  3'/^  Pf  Pott- 
asche. Rinde  zu  Bütten,  Bast  zu  Stricken,  Netzen,  Flechtiverk  an- 
ivendbur ,  auch  als  Corlex  IJInii  interior  officinell.  Blätter  grün  ge- 
trocknet ein   nahrhaftes    f'iehfutter. 

Forstliches  Verhalten,  Natürliches  Alter  150  —  200  J. 
rVirtlischaf'tlich  »ortheilhaftestes  im  Hochwalde  100  —  120  J. ,  im  Nie- 
derwaldc  bis  30  J.  Durchschnittszuwachs  als  Baumholz  etwa  dem 
der  Eiche  gleich  (bis  80  J.  etwas  stärker)  ,  als  Schlagholz  der  Hain- 
buche um  Vi  voraus.  Ans  s  chlag  s  fähig  ke  i  l  vom  Stock  nnd  der 
ßFurzel  stark  und  lange  dauernd.  Massige  Beschattung  tiur  in  der 
ersten  Jugend  ertragend.  Unempfindlich  gegen  Frost  nnd  Dürre,  durch 
Grnswuchs  und  Fcrbcitzung  leidend.  B  o  denv  er  b  e  s  s  c  rung  der 
der  Eiche  gleich. 

I.XXXVII.     CUJPUIilFERAE. 

N  ÄP  FC  SEIEN  FUtfCUVEGEl   WMj^NXMN, 

RiCH.    Anal,    du    Fr.    AI.   i)J. 

Blüten  (unserer  Gallungen)  1-liäiisig.  31jiiinllche  Kätzchen 
walzen-  oder  kugellornii^:  GescliiechLsdecke  iiieht  vorhanden 
oder  4  — 6-spallig;  Statil)gefässe  5— viele,  in  den  Achseln  der 
Deekhläller  oder  der  Geschlechlsdecke.  Weihliche  Kliilen  in 
fjatzciien  oder  am  Ende  sitzender  Knospen,  Gcschlechtsdecke 
dem  Fruehlknolen  angewachsen  mit  gezähneltem  Saum;  Frucht- 
knote (unserer  Galhingen)  2^— 3-fäelierig,  Fächer  1  — 2-eiig, 
Eichen  hängend.     iNuss  am  Grunde  einer  aus  üeckhlätlcrn  ge- 


Fagus.  CUPIIOFERAE.  493 

])i1(leteii  Hülle  (IXäpfchen)  aufsitzend,  1- sämig.  Samen  ohne 
Eiweiss,  Keim  a^erade,  das  Würzelchen  zum  jXahel  gewandt.  — 
Blätter  wechselständigi    Nehenhlätter  hinfällig. 

Vorkommen.     Einen  tiefgründigen,    liuinoscn  Boden  licltend. 

Gehalt,  her  Stamm  durch  den  reichen  Gehalt  an  Holzfaser  ausge- 
zeichnet. Rinde  reich  an  Gerbestoff;  in  der  Asche  beider  kohlensaure 
Erdsalze.     Samen  reich  an  Stärke  und  fettem  Öl. 

1.     FAGIJS.     BUCHX, 

Ll>N.    Gen.    n.    1072. 

Männliche  Kätzchen  fast  kugelig,  Blüten  in  den  Achselnklei- 
ner  hinfälliger  JNebenhlätter,  Geschlechtsdecke  glockig,  5  —  6- 
spaltig,  Slauhgefässe  doppelt  so  viele.  Weihliche  Blüten  zu  2, 
in  einem  aus  schmal  linealen  Deckblättern  gebildeten  Kätzchen; 
Fruchtknole  3-fächeri&.  INüsse  1—2,  in  holziger  halb  1-klap- 
pig  aufspringender  Hülle.     Geschl.  Syst.  XXI.  8. 

Hoher  (80  — 100'),  majestätisch  schöner  Baum  mit  langem,  walzen- 
förmigem Schaft,  hellgrauer,  glatter  und  glänzender,  mit  Flechtenzonen 
umzogener  Binde,  starken,  schirmförmig  sich  theilenden,  dicht  belauliten 
Ästen  und  weiter  hoch  ahgewölliter  Krone.  Knospen  schindelig  ge- 
schuppt. Blätter  beim  Ausschlagen  querfaltig,  seidenartig- zottig  und 
roth  angelaufen.  —  Keimt  mit  über  die  Ende  tretenden,  dicken,  gefal- 
teten Keimblättern. 

1.  F.  Sylvatica.  J¥"ald- Buche.  Blätter  elliptisch,  wel- 
lenförmig-ausgeschweift- 3 — 4  männliche  und  1  weibliches  Kätzchen  aus 
derselben  Knospe. 

LiNN.  Sp.  pl.  1416.  Chi.  han.  .500.  Koch  Syn.  IT.  736.  Schk.  Handb. 
lll.  T.303.     Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  6.     Engl.  bot.  t.  1846. 

b.  pendula.     JKangelhuche.     Äste  gewunden  abwärts  gerichtet. 
Chi.    han.    das. 

c,  8errata.     Ule  sägeeähnige.     Blätter  grob  und  tief  sägezähnig. 
Chi.  han.  das. 

Wälder  und  geschlossene  Waldbestände,  sowohl  reine  als  mit  Laub- 
oder Nadelholz  gemengte,  bildend,  im  feuchten  Sandboden  der  Ebenen, 
im  humosen  Hügel-  und  Gebirgsboden  und  besonders  üppig  auf  den  Jün- 
gern Kalhllötzen  wachsend,  am  südlichen  Harze  bis  16.3iO'  hoch  steigend. 
Die  Spielarten  selten  (b.  /Ih.  am  Knebel  bei  Hildesheim —  c.  am  Wieder 
bei  Northeim,  Hs.  am  Fuss  des  Meissners)  vorhommend.  Laubausschlag 
im  ersten  Drittheil  Mais,  Abfall  Ende  October's.  Blütez.  gegen  Mitte 
Mai's.     Fruchtr.  Ende  Septcniber's. 

Männliclic  Kätzclien  lang  gestielt,  bangend,  Lai)j>en  der  Gcscbleclilsdeckc  länglicL  -  lan- 
zeltlicb,  rölblicbbraun.  Slauhgefässe  doppelt  so  lang,  Beutel  "i-facbeiig.  AVeiblicbes  Kätz- 
chen kurz  gestielt,  aufrecht,  2  dreikantige,  3- fächerige,  3-narbigc  Fruchtknoten  enthal- 
lend;    in    jedem    Fach   2    Eichen,     lon     deren     Sechszahl    nur    1,     seltener   2    zur  Ausbildung 

VechnischeS  u.  Öleonomisches»  Brcnnwcrth  des  Holzes 
als  Massstab  für  die  übritjen  Hölzer  =  1,  mit  starker,  anhaltender  und 
gleichmässif/er  Glut.  Dauer  unter  dem  ßf 'asser  fjut ,  in  abwechselnder 
Feuchtigkeit  gering,  im  Trockenen  Stockung,  Füulniss  und  fVmm- 
frass  unterworfen.  Syaltigkeit  und  Festigkeit  beträchtlich.  Zähigkeit, 
Elasticitüt,  Textur  und  Dichtigkeit  mitielmässig.  Härte  beträchtlich. 
Gewicht  grün  der  Hub.  F.  65  Pf,  waldtrocken  50  Pf.  Hauptnutzung 
als  Brandholz,  als  Nutzholz  gutes  Geschirr-,  fVagner -Mnschinenholz, 
zu  Spaltwaaren  und  grober  Schnitzarbeit.  A  sehenertrag  von  1000  Pf. 
Holz  U'kPf.  Asche,  1  Pf  ISLoth  Pottasche.     Rinde  und  Bast  nicht 


494  €UPII£.IFERAE.  Quercus. 

besonders  nulzhnr.  Abfjef'allenes  Laxih  ein  trefflicher  Dünyer,  S  Pf.  ^= 
1  Pf.  Stroh.  Frucht  als  Mast  den  Eicheln  nachstehend,  darferjcn  ein 
vorzügliches  Speiseöl  liefernd. 

WorstlicheS  Verhalten,  Natürliches  Alter  250  —  300  ./., 
wirthsehaftlich  vortheilhaftcstes  im  Ilochwulde  ISO  «/.,  im  Niederwaldc 
25  J.  Durchschnitts  zu  wachs  als  BaumhnH  40 — -45  Kuh.  F.,  als 
Schlaffholz  25 — '30  Hub.  F.  Au  s s  chlay  sfiihiijkeit  vom  Stock  und 
der  fVurzel  fjering,  deshalb  zu  Niederwald  nicht  zu  empfehlen  und  der 
Bicb  bei  altern  Stöcken  im  junr/en  Holze  zu  führen.  Mässifje  Beschat- 
tunii  ijut  crtra(fcnd  und  in  der  ersten  Jucfcnd  verlaufjend.  Durch 
Dürre,  Frost,  M äuscfrass  t(nd  Benatfcn  der  fVurzeln  von  Mai- 
käferlarvcn  in  der  Juf/cnd  leicht  leidend,  und  oft  (jänzlich  vernichtet. 
BelanbuHff  andere  Holzarten  verdämmend,  den  Boden  sehr  verbessernd. 

H,     f^UERClIS.     JEICUJE, 

I>lNiy.    Gen.    11.   1070. 

Männliche  Kätzchen  fadenförnila;,  unlerhrochen,  Blüten  ohne 
DeckhläUer,  Geschlechtsflecke  5  —  9-lheiiig,  Slauhgefässe  von 
derselhen  Zahl.  Weihliche  Blüten  von  geschinileiten  Ueckhlät- 
tern  uuig'ehen,  die  um  die  Fruchthasis  zur  holzigen  iiapfförmi- 
gen  llüUe  verwachsen^  Fruchtknote  3-facherig.  ISuss  1 -sä- 
mig.    Geschl.  Syst.  X\I.  8. 

llohc  (bis  zu  140'  erwaclisenile)  Itäunie,  mit  tief  in  die  Erde  dringen- 
den Wurzelarmen,  mächtigem  Stamm  und  kraftvollen  gewundenen  Zwei- 
gen ein  Bijd  der  Unvergänglicbkeit.  —  Die  Krone  von  unterbrochenem 
Umfange,  Äste  huchtig  und  Iniieig.  Knospen  schindclig  geschuppt.  Blät- 
ter l>eini  Ausbruch  quer  gefaltet.  — ■  Keimt  mit  in  der  Erde  zurückblei- 
benden Kernstücken. 

1.    CJ.  Roltiir.    Stiel-  {^ommer-}  JEiche,    Blätter  kurz 

gestielt  oder  fast  sitzend,  mit  lappiger  Basis ;  weibliche  Blüten  und  Früchte 
an  verlängertem  Stiele  von  einander  gesondert. 

LiNN.  Fl.  succ.  340.  Engl.  bot.  t.  1342.  Q.  pedunculata  Ehrh.  Beitr. 
V.  161.  Arb.  n.  77.  Chi.  han.  499.  Koch  Syn.  II.  737.  Q.  foemina 
MiLL.  Gärtnerl.  n.2.  und  der  Forstmänner.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  2. 
Fl.  dan.  1. 1180. 

In  Waldungen  des  Flachlandes  und  der  Vorberge  beträchtliche  Wäl- 
derstrecken bildend,  auch  einzeln  eingesprengt  und  truppweise,  auf  tief- 
gründigem Boden  mehrerer  Art,  am  besten  im  sandig- humosen  Lehm- 
boden des  aufgeschwemmten  Landes  bei  warmer  Lage  wachsend.  Laub- 
ausschlag und  Blütez.  ]>Iittc  Mai's,  Fruchtr.  Ende  Septembcr's,  Laubab- 
fall meist  vollständig  Mitte   October's. 

Schaft  langer  und  mehr  \v.ilzcnlorniig  als  der  der  folgenden  Art.  IIolz  helllirann.  Bc- 
laubiing  gesättigt  grün,  Blätter  imregelmässlg  Ijuclitig- lappig  und  in  der  Form  variirend, 
Blattstiel   74"  'ä"g-     Friiclitc  sitzend  an  */.,  —  1"  langen  Stielen,  walzenförmig,  lielitockergelli. 

«.  ^.  se^isiliflora.  Vrauhen. {Winter.) Miche,  Blät- 
ter gestielt  mit  keilig  zulaufender  Basis;  weibliche  Blüten  und  Früchte 
sitzend. 

Sm.  Fl.  brit.  III.  1026.  Koch  Syn.  II.  737.  Engl.  bot.  1. 1845  (Blätter 
fehlerliaft).  (^).  Bobur  Chi.  hau.  499  und  der  Forstmänner.  Schk.  Handb. 
III.  T.  301.  b.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  1.  IIayne  Arzneigew.  VI.  T.  35. 
Q.  Bobur  ß.  LiNN.  Fl.  suec.  340.  Q.  sessilis  Ehru.  Beitr.  V.  161.  Arb. 
n.  87. 

In  Waldungen  der  Gebirgs  -  und  Hügelgegendcn,  eingesprengt  oder 
truppweise,  auf  Boden  verschiedener  Art,  am  besten  in  einem  kräftig 
humosen  wachsend.  Laubausschlag  und  Blütez.  Ende  Mai's,  Fruchtr. 
Anfang  October's.     Laubabfall,   der  nur  theilweise  erfolgt,  Ende  Oct. 


Corylus.  CUPUI.IFERAE.  495 

Ilolie  geringer  als  von  A.  1.  Holz  etwas  diinlilerbrann,  Belaiibung  dunkler  grün.  IJJaUci 
von  festerer,  steiferer  Substanz,  melir  und  regelmässiger  buclitig  -  lappig,  in  eine  kurze  Basis 
ohne  Lappen  zulaufend  ;  Blattstiel  '/._,  —  Y,"  lang.  Früclite  kürzer,  dicker,  ci  -  walzenförmig, 
ockergell». 

technisches  «.  ÖJeononiischeS*  Für  Purhanla(jen  ein  f/c- 
ei(f neter  Baum,  vorzüalich  A.  1.  Brennwerth  des  Holzes  dem  der 
Bliche  beträthtlich  nachstehend.  Dauer  im  Nassen,  im  Trockenen  und 
unter  wechselnder  Einwirkunfj  die  tjrösste  unserer  Hölzer.  Spaltifjkeit 
sehr  gut.  Zähigkeit  und  Elasticität  nur  bei  jungem  tmd  Hernholze  be- 
trächtlich, altes  Holz  brüchiff  und  zum  Erummwerden  geneigt.  Textur 
unfjleich  und  nicht  dicht,  daher  dem  ff'erf'en  ausgesetzt.  Härte  bc 
trachtlich.  Gewicht  grün  der  Eub.  F.  zvnschen  68  u.  72  Pf'.,  wuld 
trocken  zwischen  52  ü.  62  Pf.  Zu  Land-,  fVasser-  u.  Schiffbau,  zu 
Spalt-,  Schirr-  und  ff'affnerarbeit  das  vorzüglichste  Holz.  Aschen- 
ertrag von  1000  Pf.  Holz  23^^  Pf  Asche,'!  Pf  29  Loth  Pottasche. 
Ritijle  und  Bast  das  gesuchteste  Gerbematerial,  auch  officinell.  Laub 
grün  (jetrocknet  ein  nahrhaftes  f'iehfuttcr,  abgefallen  3^li  —  4  Pf  =  1  Pf. 
StroK  an  Düngkraft.      Frucht  eine  vorzügliche  Schweinemast. 

WorStltcheS     Verhalten*       Natürliches    Alter    6  —  800J., 
•thschaftlich  vorlheiUiaftcsies    im  Hoch-  und  Mittelwalde    zu  starkem 


V)irrnsci 


Nutzholz  160—200  J.,  zu  ländlichem  Bauholz  120  — 160  J.,  als  Schlag- 
holz 20— 40  J.,  als  Schälwald  12  — 18  J.  Durchschnittszuwachs 
als  Baumholz  40—50  Eub.  F.,  im  Niederwalde  30  —  40  Eub.  F.  Aus- 
schlag s  fähig  keit  vom  Stock  stark  und  lange  dauernd,  von  der  fVurzel 
unerheblich.      Massige  Beschattung   tiur   in  den    ersten  Jahren  vertra- 

?cnd,  dann  völlige  Lichtstellung  verlangend.  Durch  V erbe itzung  und 
y ivfeldürre  leidend.  Betäubung  nicht  verdämmend,  den  Boden, 
bei  geringem  Abfall  und  weil  der  gebildete  Humus  adstringirend  ist, 
nur  massig  verbessernd. 

3.     COR¥I>.IJIS.     MA^SMEi, 

LlNN.    Gen.    n.    1074. 

Männliche  Kätzchen  walzenförmig-.  Blüten  ohne  Geschlechls- 
decke  mit  1  Deckblatt  und  2  Deckhlättchen,  Staubgefässe  8  aus 
dem  Miltelneiv  des  Deckblatts.  Weibliche  Bliiten  1—2  au  der 
Spitze  einer  Knospe,  umgeben  von  2  mit  der  Frucht  auswach- 
senden Deckhlättchen,  Fruchtknote  2- fächerig,  mit  2  fädlichen 
Narben.    INuss  1  —  2 -sämig.     Geschl.  Syst.  XXI.  8. 

Hoher  Strauch  mit  wechselstilmligen,  ganzen  Blättern  und  hinfälligen 
Nebenblättern.  Knospen  schindelig  geschuppt.  Blätter  beim  Ausbruch 
zusammengefalzt  und  i|uer  gefaltet. 

i.    C.  A^ellaiia.    Genteine  Masel»    Blätter  rundlich -um- 

gehehrteiruufl,  kurz  zugespitzt,  mit  schwach  herzförmiger  Basis;  Frucht- 
hülle glockig,  kürzer  als  die  Frucht,  mit  oflenstchcndem,  zerrissen -ge- 
zähntem Saum. 

LiNN.  Sp.  pl.  1417.  Chi.  han.  500.  Roch  Syn.  II.  738.  Schk.  Handb. 
III.  T. 305.   Beit. U.Abel  Holzart.  T. 36.   Fl.  dan.  1. 1468.   Engl. bot.  t. 723. 

In  Gebüschen,  Hecken,  Hainen  und  Wäldern,  auf  lockerem  etwas 
feuchtem  tiefgründigem  Boden,  häufig,  im  Niederwalde  oft  truppweise. 
Februar,   Anfang  März.  —    September. 

Höbe  6 — 12',  selten  baumartig.  Rinde  braungrau,  in  der  Jugend  gelblicbbrann  mit 
weissen  Puncten.  Zweige  ruthenfürmig,  nebst  den  Blattstielen  mit  braunen  Drüseuborsten 
besetzt.  Blätter  grob  sägezäbnig  und  mehrfaeb  gezäbnelt,  raubhaarig.  Purpurne  Narben  aus 
der  Spitze  der  Knospen  scbon  vor  beginnenden  Stäuben  der  männlicben  liätzcben  bcrvortre- 
Icnd.  —      Die   Länge   der  Frucbtbüllc   variirt. 


496  CUPIJLIFERAE.  Carpinus. 

*18.    C  tubiilosa.    MJamherts-Mtasel.    Blätter  nindlich- 

um^fkeluteiiuiul,  luiiz  zugespitzt  mit  schwach  herzförmiger  Basis;  Fruclit- 
külle  röhrig,  so  lang  als  tlic  Frucht,  mit  zusammengezogenem,  zerrissen- 
gezähntem  Saum. 

WiLLD.  Sp.  pl.  IV.  470.     Koch  Syn.  II.  738.     Guimp.  Holzart.  T.  151. 

In  Gebüschen  und  Ileclien,  auf  lockcrm  humosem  Boden,  im  süd- 
westlichen Theile  des  Geliiets,  verwildert  {Pr.  JV .  um  31ünster  häufig). 
Februar,    Anfang  März.  —    September. 

Hüher  als  A.  1.,  oft  liaiiinartig.  Frucht  grösser,  von  cliclit  anliegCDilcr  oben  verengerter 
Hülle   cingesclilossen. 

«JE  TTJERünCHMS. 

technisches  u.  ÖlCOnotnischeS,  Die  lant/en  Ruthen  der 
A.  1.,  des  weichen,  zähen  Holzes  werjen ,  zu  fViedcn  und  Korbarheit 
u.s.xv.  nutzbar,  bei  mehrerer  Stürhe  zu  Reif'stiiben,  Reishohlenbrcnnen, 
kleinen  Geräthsehaf'ten,  auch  (jutes  Rrennholz  ,  wodurch  der  Ertraif  im 
Niederwalde  sehr  betrüchtlich  werden  kann.  Die  Frucht  eine  ange- 
nehme Speise  und  ein.  süsses  Ol  liefernd. 

Forstliches  Verhalten,  Als  Niederwald  in  12  — 16  jährigem 
Umtriebe  zu  behandeln.  f  "erträgt  keine  Reschat  tu  ng ,  weshalb  der 
Strauch  sich  weniger  für  Mittelwald  eignet  und  bedarf  gegen  Fer- 
beitzung  einer  12 -jährigen  Schonung. 

4.     CARPI]¥US.     MEA-ENBUCMH, 

lilWN.    Gen.    n.  1073. 

Männliche  Kätzchen  walzenförmig,  Blüten  ohne  Geschleehts- 
decke  mit  1  Deckhlatt;  Sfauhgefässe  12—20.  Weihlichc  Kätz- 
chen mit  hinfälligen  Ileckhlältern;,  Blüten  zu  2  in  deren  Ach- 
seln, mit  meist  3-la|)|)igen  zur  Hülle  der  Frucht  auswachsenden 
Deekhlättehen,  Fruchlknote  2-fächerig,  von  einer  6-zähnigen 
Weihenden  Geschlechtsdeckc  gekrönt,  mit  2  iXarhen.  iNuss  1- 
fächerig.      Geschl.  Syst.  XXI.  b. 

Mittelhoher  Baum  mit  länglicher,  sperrig-ästiger  Krone  und  weit  Tcr- 
breiteten  Wurzeln.  Knospen  geschindelt- schuppig.  Blätter  ganz,  ge- 
sägt, beim  Ausbruch  in  Bichtung  der  Seitennerven  faltig. —  Keimt  mit 
2,  über  die  Erde  tretenden,  linsenförmigen,  steifen,  glänzenden  Samen- 
blättern. 

f.    C  Betnliis.    Gemeine  Mainbuche*    Blätter  einmd- 

länglich,  spitz,  doppelt-gesägt;  Declischuppen  der  Fruchtkätzchen  3- 
lappig  mit  verlängertem  Mittellappen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1416.  Chi.  han.  500.  Kocu  Svn.  IT.  738.  Schk.  Hundb. 
III.  T.  304.  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  36.  Fl",  dan.  1. 1345.  Engl.  bot. 
t.  2032. 

In  den  Buchenwaldungen ,  auf  Boden  mehrerer  Art,  einzeln  einge- 
sprengt oder  truppweise,  häufig,  auch  angepflanzt  in  der  Nähe  der  Dör- 
fer; im  Gebirge  bis  zu  1500'  ansteigend.  Laubnusschlng  und  Blütez. 
Mitte  Mais.     Fruehtr.  und  Laubabfall  Mitte  Octobers. 

Ilölic  im  freien  Slaiulc  sc-lten  über  40',  im  Bucbennalcle  fast  <Iie  IIölic  der  Bliebe  er- 
reichend. Stamm  spannriickig.  Rinde  weisslichgrau ,  glalt.  Männliche  Kätzchen  hängend, 
gelblich  mit  brannrotheu  Rändern  der  Schuppen;  weibliehe  Kätzchen  schlalT,  ]>'arben  ge- 
streckt,   blassrolh. 

GM  nrEnBLICHMS. 

technisches  u.  ÖlCOnomiSChes,  Zu  Lauben  und  Hecken 
vorzüijlich  geeignet.  Rrennwcrth  des  Holzes  etwas  höher  als  der  der 
Buche.  Dauer  unter  allen  Verhältnissen  gering ,  dem  Stockigwerden  und 
dem  fFurmfrasse  ausgesetzt.  Spaltigkeit  sehr  schlecht.  Zähigkeit,  Fe- 
stiffkeit  und  Elasticit'ät  beträchtlich.     Te.xtitr  gleichmässig.     Dichtigkeit 


§alix.  ISAI.ICINEAE.  497 

beträchtlich.  Härte  nusffezeichnet.  Dem  Reissen  und  tVerf'en  nicht  un- 
terworfen. Gewicht  f/rün  der  Hub.  F.  62  Pf.,  waldtrocken  50 — -SG  Pf. 
forzüffliches  Nutzholz  zu  Mühlrüderkämnien ,  fiir  Stellmacher ,  Drechs- 
ler und  zu  kleinem  Geschirr;  nur  mittelmässifjes  Tischlerholz.  Eschen- 
er trag  von  1000  Pf.  Holz  25'U  Pf  ^tche ,  3  Pf  1  Loth  Pottasche. 
Blätter  «jetrocknet  ein  ziemlich  (/ufes  Viehfniter,  abgefallen  von  (jerin- 
gerer  Dünf/kraft    als  die  der  Buchen. 

Worsiliches  Verhalten*  Natürliches  yi  It er  bis  200  J.,  wirth- 
schaftlich  vortheilhaftestes  als  Baumholz  SO— '100  J.,  als  Schlagholz 
25—30J.  Durchschnittszuwachs  als  Baumholz  35  —  40  Hub.  F., 
als  Schlaf/holz  25  —  30  Hub.  F.  yiu s s chlag sf  nhigkeit  vom  Stock  und 
der  fVurzel  stark  und  lange  dauernd,  daher  jederzeit  tief  zu  hauen. 
Massige  Beschattung  gut  ertragend  und  deshalb  gutes  Unterholz  im 
Mitteiwalde.  Im  Sandboden  durch  Dürre  und  Frost  leidend,  überall 
durch  Mäuse  fräs  s.  Belaubung  verdummend,  den  Boden  langsamer 
als  die  Buche  verbessernd. 

¥r:EMJ9JE]¥JLMVMGJE    J»  JPi^JlTZJBJV. 

RlCll.    in    Kl'NTH    Nov.    gen.    amer.    II.  "21. 

Zweiliäusig.  Kätzchen  mit  einzelnen  Blüten  in  den  Achseln 
geschindelter  Deckhlätter  (Schuppen).  Geschlechtsdecke  zu  1 
oder  2  (seilen  niehrern)  driisenähnlichen  Stielchen  verkümmert, 
männliche:  2—12  (selten  mehrere)  Stauhgefässe,  frei,  seltener 
theihveise  oder  der  ffanzen  Länge  nach  verwachsen;  weihliche. 
Fruchtknote  frei,  l?oder  halh  2-fächcrig,  1  Griffel  mit  2  oft 
gespaltenen  IVarhen.  Kapsel  ohen  2;klappig,  vielsamig.  Sa- 
men geschöpft,  ohne  Eiweiss.  Keim  aufrecht,  gerade^  das 
Würzelchen  zum  Nahel  gewandt. 

Vorkommen.  Die  Nähe  des  Wassers  liebend  an  Bächen  und  Fluss- 
ufern verhreitet,  den  Moor-  und  Bruchboden  aufsuchend,  und  in  den 
Gebirgen  besonders  da  Tcrbreitet,  wo  in  einer  feuchten  Atmosphäre  viel 
Luftniederschläge  eintreten.  Beim  Übergange  auf  trockenen  Sandboden 
Yeränderungen  des  Wuchses  und  der  Bekleidung  mit  Haar  unterworfen. 

Gehalt.  Reich  an  gerbestojfartigen  Substanzen,  die  vorzüglich  in 
der  Rinde  ihren  Sitz  haien;  ferner  Ritter  Stoffe,  f  Fachs,  Gummi—  füh 
rend.     In  der  Asche   viel  kohlensaurer  Kalk. 

1.     $>AliIX.     JTMinJE* 

I.INN.    Gen.    n.  1098. 

Deckhlätter  der  Kätzchen  ungetheilt.  Geschlechtsdecke  zu 
1—2  walzcnförmifi-en  Körperchen  (Drüsen)  verkümmert.  Geschl. 
Syst.  XXII.  2.      *  ^ 

Bäume,  häufiger  Sträuche,  von  80'  Höhe  bis  zu  kaum  einige  Zolle 
über  die  Erde  sich  erhebenden  Reisern.  Knospen  sitzend,  seitenständig, 
von  einer  einfachen  Schuppe  bedcclit.  Blätter  wechselständig,  ganz, 
liurz  gestielt,  in  der  Knospenlage  sich  deckend.  Nebenblätter  hinfällig 
oder  bleibend,  in  der  Gestalt  nach  ihrer  Stellung  am  Zweige  einiger- 
massen  veränderlich.  Kätzchen  theils  vor,  Iheils  mit  den  Blättern  aus- 
brechend, sitzend  oder  gestielt.  Bei  günstiger  Witterung  im  Herbst  pro- 
leptisch  zum  zweiten  Mal  blühend.  —  Gestalt,  Randbildung,  Substanz, 
Bekleidung,  Farbe  und  Glanz  der  Blätter  bei  denselben  Arten  veränder- 
lich, unter  Inhaltung  jedoch  eines,  dem  geübten  Auge  erlicnnbaren, 
Grundtypus.     In  höherm  Grade  durch  Bastardzeugung,  in  keiner  andern 


498  SALICINEAE.  Salix. 

Gattung»;  bolzartiger  Gewächse  so  häufig  und  vielartig,  der  Kenntniss  der 
Arten  Schwierigkeiten  entgegenstellend. 

A.     Amygdalinae.     Mandelhlü  ttrigc  Weiden. 

Griindlorm    der   Blätter    e  i  riiD  cl-la  nz  et  t  fürm  1  g,    ]  ao  z  e  t  tf  ö  rm  ig   und    lincal- 
lanzel  tf  (i  riu  ig. 

•      Katzclion    auf  bel.lätlertem    Stiel. 

1.  i^.  peiitaiidra.  Wünfniännige  Weide.  Rlütter  ei- 
rund-elliptisch oder  eirund-lanzetttörniig,  zugespitzt,  dicht  stumpf-gc- 
sägt,  kahl,  oberseits  spiegelnd,  unterseits  matt  und  heiler,  Blattstiel  viel- 
drüsig, Nebenblätter  eirund;  männliche  Blüten  5  — 10 -männig;  Kapseln 
kurz  gestielt,  eiförmig -länglich,  kahl,  Giift'el  kurz,  INarben  rundlich- 
eirund,  ausgerandet,    Schuppen  lincal-länglich,  hellgelb. 

LiNN.  Sp.  pl.  1442.     Chi.  bau.  485.     Scuk.  Handb.  IV.  T.317.  b.  n.8. 
Reit.  u.  Abel  Holzart.   T.34.     Guimp.  Holzart.  T.  161.     Fl.  dun.  t.  943. 
Engl.  bot.  t.  180.5.     Ehru.  Arb.  n.  48. 
X  S.  fragili.pentandra.    Knacle.fünftnännige  Sa. 

st ardlV eitle»       Blätter    länglich -lanzettlörmig,     zugespitzt,    dicht 
stumpfgesägt,  kahl,   oberseits  stark  glänzend,  unterseits  matt  und  liel- 
1er,  Blattstiel  2 — 4- drüsig,  Nebenblätter  eirund,  spitz;  männliche  Blü- 
ten 3  —  4-niännig;  Kapseln  mittellang  gestielt,  ei -kegelförmig,  Grillel 
kurz,  Narben  eirund,  tief  ausgerandet,  Schuppen  länglich-lineal,  hellgelb. 
S.  pentandra  major  Ehrh.  Herb.  (1887).     S.  Meyeriana  Willd.  Berl. 
Baumg.  427.     Guimp.  das.  T.  162. 
An  Gräben,  Bächen,  Sümpfen  und  Waldrändern,  auf  sandig- moori- 
gem Boden,  im  nördlichen  und  mittlem  Theile  des  Gebiets  ziemlich  häu- 
fig,  im  südlichen  vom  Harze  an   nicht  mehr   vorkommend;    die  Bastard- 
form  selten    {Hn.  Missburg   bei    Hannover,    beide    Geschlechter).       Mitte 
Mai's  mit  dem  Laubausschlage. —  September;  die  Bast. F.  Ende  Aprifs. — 
Angust. 

Bis  '20'  hoher  Baum,  häufiger  starker  Strauch.  Aste  etwas  liriichig,  junge  Triebe  <1un- 
L-elhraun  ,  firnissarlig  glänzend,  nehst  den  kahlen  Hnospen  klebrig.  Junge  BLittcr  des  Kätz- 
clienstiels  gezähnelt,  Ilerbstblätter  3  —  4"  lang,  I '/j"  breit,  fast  lederartig.  Männliche 
Kätzchen  gestreckt,  länglich- tvalzCDförmig,  dick-  und  dichtblütig.  Drüsen  2.  Kapseln 
später   an    der   Basis    herzförmig    ausgerandet,    Schuppen    hinfällig.  —       Die    Bast.  F.    bis    35' 

hoher,    schlanker   Ba. Blätter    bei   3  —  4"    Länge    '/j  —  '^/i"   breit,     Basis    rundlich.       Der 

S.  pentandra  in  der  gesamniten  Bildung  sehr  ähnlich,  doch  schon  von  weitem  durch  die 
schmalen  Blätter  auffallend.  —  Ein  bei  Hamburg  gesammeltes  Exemplar  von  S.  pentandra 
zeigt  balbverwachsene  Staubfäden,    ohne  dass  eine  weitere  hjbride  Einwirkung  bemerklich  wäre. 

Bemerk.  I.  Die  Schwierigkeit  einer  scharfen  Diagnosirung  der  Weidcuartcn  yerlaogt 
eine  möglichst  consei|uentc  Anwendung  der  Ausdrücke  zur  Bezeichnung  der  Formen.  Die 
befruchteten,  zur  K  a  |)  s  e  I  heranreifenden  Ovarien  (für  die  ich  den  eingeführten,  streng 
genommen  unrichtigen  Ausdruck  Kapsel  beibehalte)  sind  hinsichllich  ihrer  Stielbildung  hier 
bezeichnet:  fast  sitzend,  kurz,  uiiltellung,  sehr  lang  gestielt.  Die  Gestalt  bcireflend,  verlän- 
gern sich  die  Kapseln  aus  stets  eirunder,  später  bauchiger  Basis,  unter  zunehmender  '^  er- 
schmälerung  gegen  den  Griffel,  kegelförmig.  Bei  geringer  >erlängerung  bleibt  die  Kapsel 
eiförmig,  geht  mit  zuneliuiender  Verlängerung  in  die  eiförmig- längliche  und  dann  in  die 
kegelförmige  über,  seltener  verschmälert  sich  die  stumpflich  endigende  Spitze  mehr  allmälig 
in  den  Griffel.  Hiernach  sind  (unter  Beseitigung  der  besondern  Angabe  einer  eirunden  Basis, 
und  des  nur  für  flache  Gegenstände  geeigneten  Ausdrucks  lanzeltförmlg)  die  Ausdrücke  ei- 
förmig, eiförmig  -  länglich  ,  ei  -  kegelförmig,  kegelförmig  und  pfricmenforinig  zugespitzt  (oder 
in  den  Griffel  verschmälert)  eingeführt  worden.  Für  die  Länge  des  Griffels  sind  ,  der  Stielbc- 
zeiehnung  analog,  die  Ausdrücke  sehr  kurz,  kurz,  mlltellang  und  sehr  lang  gebraucht.  Die 
Färbung  der  Kätzchenschuppen  ist,  gegen  die  Regel,  in  die  Diagnose  aufgenommen,  weil 
sie    ein   gutes  und   meist  constantes  Merkmal  abgiebt. 


Salix.  SAl^ieiNEAE.  499 

Renicrk.  2.  IVocIi  bemerke  ich,  dass  meine  Citate  der  Engl.  bot.  sich  stets  auf  den 
Besitz  vollständiger,  von  SmITH,  HOOKER,  BoRRER,  WiNClI  —  erhaltener,  mit  den  Ab- 
bildungen   und    Besebreiliungen    sorgfältig   verglirliener   Ejemplare   begründen. 

«.  $$.  fragtli.^.  KnacTe.JPeide,  Blätter  lanzettförmig,  zu- 
gespitzt, eingehogeii  -  stiimpfgesägt ,  kahl,  gloicliiarhig  oder  unterseits 
schwach  bereift,  Blattstiel  2-driisig  oder  drüsetilos,  INebeiihlätter  halb- 
herzförmig;  männliche  Blüten  2-mäiinig;  Rapsein  niittellang  gestielt,  ke- 
gelförmig, in  den  mittellangen  Grifl'el  verschmälert,  Narben  länglich,  ge- 
spalten,  Schuppen  lineal -länglich,  hellgelb. 

LlNN.  Sp.  pl.  1443.  FI.  SUeC.  347  (nach  Ausweise  von  EllRHART  i»  LWNE's  Zeit 
zu  Upsala    eingelegter   Exemplare).       Chi.    han.    485.       ScHK.    Haudb.    IV.    T.  317.  b. 

n.6.     Beit.u.  Abel  Holzart.  T.  27.     Guimp.  Holzart.  T.  167.     Ehrh.  Arb. 
n.  88.     Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  41.     S.  fragilis  cc.  decipiens  Roch  Syn. 
II.  740.     S.  decipiens  Hoffm.  Hist.  sal.  II.  Fase.  T.  15.  t.  31.     Engl.  bot. 
t.  1937. 
^  S.  pentandra. fragilis.     Wünfmännige-KnacTe. 

Bastardweide»  Blätter  länglieh -lanzettförmig,  lang  und  fein 
zugespitzt,  stumpfgesägt,  kahl,  gleichfarbig  oder  unterseits  schwach 
bereift,  Blattstiel  2  — 4  — 6-drüsig;  männliche  Blüten  2—4-,  selten  6- 
niännig.  Rapsein  kurz  gestielt,  kegelförmig,  Griffel  kurz,  Narben  ei- 
rund, gespalten,  Schuppen  lineal-länglich,  hellgelb. 

S.  fragilis  Sm.  Comp.  Fl.  brit.  Ed.  III.  145  („stamina  2  —  5«).  Engl. 
lH>t.  t.  1807  (Analyse  mit  3  Staubgefassen).  S.  tetrandra  WiLLD.  Enum.  hört, 
berol.  Suppl.  66.  S.  cuspidata  Schultz  Fl.  starg.  Suppl.  47.  Roch 
Syn.  das. 

X  S.  albo. fragilis.    WTeisse-Knacle.Bastardweide, 

Blätter  schmal  lanzettförmig,  lang  zugespitzt,  gesägt,  unterseits  blau- 
grau bereift,  jung  meistens  beiderseits  schwach  seidenhaarig,  Neben- 
blätter halbherz -lanzettförmig;  männliche  Blüten  2 -männig;  Rapsein 
kurz  gestielt  ei -kegelförmig,  Griffel  mittellang,  Narben  länglich,  ge- 
spalten,   Schuppen  länglich,  hellgelb. 

S.  fragilis  y.  Busseliana  Roch  das.  S.  Busseliana  Sm.  Fl.  brit.  Ilt. 
1045.    Engl.  bot.  1. 1808.     S.  hexandra  Ehrh.  Beitr.  VII.  138.  Arb.  n.  140 

(Kätzchen,     sey    es    in    Folge   bybriiler   Einwirkung   von    S.  penlandra    oder   als    Missbildung, 

mit  2,  3,  4,    selten  6  Staubgefassen).      S.  Ehvhartl    Chi.  hau.  das.      S.  pur- 
urea    Beit.  u.  Abel   Holzart.    T.  35.      S.  viridis   Fries   Nov.  fl.  suec. 

ant.  43  (als  fast  K-ahlblättrige  Form,  nach  Ausweise  von  SONDER  uiitgctheiltcr  Exem- 
plare,   die   mit    S.  viridis   FR.    im    Normal  -  Herbario   übereinkommen). 

An  Flüssen,  Bächen,  V^'icsen-  und  Weideiirändern,  auf  feuchtem  Bo- 
den, die  Hauptform  sehr  häufig;  die  zweite  Bastardform  häufig;  die  erste 
Bastardform  selten  (Mh.  Prenzlin;  Hb.;  Bm.;  Hn.  Missburg  bei  Hanno- 
ver).    April,  Mai  mit  dein  Laubausschlage.  —    Juni,  Juli. 

Bis  40'  hoher  Baum.  Zweige  der  Hauptart  bcllledergelb  mit  kahlen,  dunkelbraunen 
Knospen  (S.  decipiens  HoFFM.),  oder  bräunlich  mit  gleichfarbigen  oder  röthlichen ,  kahlen 
Knospen,  nebst  denen  der  erslen  Bast.  F.  sehr  brüchig;  der  2len  Bast.  F.  gelbrülblich  oder 
rolh  und  zähe.  Unterste  Blätter  des  Kätzchenstiels  der  Haupt-  und  ersten  Bast.  F.  ganz- 
randig.  Drüsen  2.  Schuppen  hinfällig.  Variirt  breit-  nud  sehr  sehmalblältrig.  Letztere 
Form  mit  zugleich  unterseits  bereiften  Blättern,  der  S.  Busseliana  sehr  ähnlich,  lässt  sich  von 
dieser  sicher  an  den  brüchigen  Zweigen  unterscheiden.  —  Die  Iste  Bast.  F.,  der  S.  fragili- 
peulandra  sehr  nahe  stehend,  unterscheidet  sich  von  dieser  ausser  den  angegebenen  Charak- 
teren ebenfalls  durcli  die  grosse  Brüehigkeit  der  Zweige;  durch  weniger  stark  glänzende, 
unterseits  oft  blaubereifle  Blätter  mit  verschmälerter  Blaltbasis ,  und  durch  schlallere,  etwas 
überhängende,  weniger  dichtblütige  männliche  Kätzchen.  Die  Blätter  der  2lcn  Bast.  F.  sind 
stets  in  den  Blattstiel  verschmälert,  die  Knospen  sind  auf  dem  Bücken  oder  nur  an  der  Spitze 
sehr  zart  behaart,  die  Schuppen  der  Kätzchen  kürzer  als  an- S.  fragilis,  auch  wohl  abgerundet 
und    meistens,    doch    nicht   immer,    schwächer   behaart.       Es  kommen    häufig   Individuen   vor,    an 

32  • 


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R  e  in  e  r  1 

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Es    dürl 

cuspidata 

1  Schultz 

nur    eine 

I.rei 

ll>ll.ltrige 

500  SALICIMEAE.  Salix. 

denen    die  jungen    Itlaller    fast     ganz    kahl    sind.       Eine    solche,     S.  fragilis    näher    aU    S.  alha 
stehende.    Form    ist    S.  viridis    Fk. 

Uemerk.  1.  S.  hexandra  EilRH.  weicht  von  Russeliana  nur  durch  die  Zahl  der  Slauh< 
gefässe  (in  verkümmerten  Katzchen)  ah.  Die  in  der  Jugend  auf  der  Flache  etwas  behaarten 
Blätter  („Folia  lineari  -  lanceoluta  ,  acumioata  ,  serrata  :  juniora  serieea,  Flores  suhheiandri  " 
EllRII.  a.a.U.)  bezeichnen  .sie  bei  zutreffender  Z»eig- ,  Knospen-  und  Itlattbildung  als  jene 
und  entfernen  sie  eben  so  bestimmt  von  S.  pentandra.  EllRH.  entnahm  die  in  seinen  Arb. 
eis.  niilgelheilten  Exemplare  von  einem  bei  Missburg  gefundenen  Stamme.  Mit  dessen  Unter- 
gange wird  auch  jene  Form  untergegangen  sejn ,  deren  Erwähnung  daher  nur  historisches 
Interesse   hat. 

S.  fragilis    durchaus    nur    2    Staubgefässe    ein- 
Individuen   gefunden,    die   keine  Spuren    einer 
rfte    daher    noch    zu    untersuchen    sejn,    ob    nicht   S. 
Spielart    von    S.  fragilis    ist. 

3«  S*  alba*  JJTeisSe  Jf^eide»  Blätter  schmal  lanzettfünnig, 
zugespitzt  und  in  den  Blattstiel  verscliniiilert,  drüsig -feingesägt,  oberseits 
scliwacli,  unterscits  stark  grau -seidenhaarig,  IXehenblätter  lanzettlieli; 
männliche  Blüten  2-niännig;  Kapseln  last  sitzend,  eiförmig,  kahl,  Grifl'cl 
kurz,  INarbcn  dicklich,  tief  aiisgerandet,    Schuppen  länglich,  rostgelh. 

LiNN.  Sp.  pl.  1449.  Chi.  han.  487.  Roch  Syn.  11.  741.  Sciik.  Handh. 
IV.  T.  317.h.  n.7.  Hoffm.  Uist.  sal.  1.  Fasc.'ll.  t.  7.  8.  Fase.  IV.  t.  24. 
f.  3.  Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  11.  Guimp.  Holzart.  T.  197.  Engl.  hot. 
t.  24:30.     Ha\ne  Arzneigew.   Xlll.  T.  42.     F.hrh.  Arb.  n.  10. 

b.  vitelliiia.  Hie  dottergelbe.  Zweige  schwächer,  oft  hängend, 
dotter-   oder  rothgelb. 

Chi.  han.  das.     RocH  das.     S.  vitellina  LiNN.  das.    Schk.  das.  T.  317.  b. 
n.7.     Hoffm.  das.   Fase.  111.   t.  11.  12.   Fase.  IV.   t.  24.    f.  1.     Reit.  n. 
Abel  das.  T.  28.     Guimp.  das.  T.  166.     Engl.  bot.  t.  1389.     Ehrh.  Arb. 
n.  78. 
Auf  V^'^iesen,  Triften,  an  Fluss-  und  Teichrändern,  auf  feuchtem  Ro- 
den, allgemein  verbreitet.      !>Iai,    mit  dem  Laiibausschlage.  —    Juni. 

Bis  80'  hoher  Baum  mit  grünlichgrauer  Rinde,  länglich  -  runder ,  silbergrau  glänzender 
Krone.  Kebenblätter  abfällig.  Drüsen  2.  Schuppen  hinfallig.  —  Variirl  mit  weniger  be- 
haarten Blättern  (|7h.  Hannover,  Bordenau) ,  die  gegen  den  Herbst  zum  Thcil  kahl  werden 
(S.  coerulea  Sm.  Engl.  bot.  t.  2431.).  —  Ein  alter  hoher  Stamm  im  hies.  bot.  Garten, 
40  J.  lang  mit  Recht  als  S.  vitellina  docirt,  hat  seit  einigen  Jahren  die  rotbgclbe  Farbe 
seiner    Zweige    in    die    gewöhnliche    grünlichgraue    umgeändert. 

4.  S.  trlandra.  üreimännige  W^eide,  Rlätter  läng- 
lich-lanzettiöimig  o<ler  lanzettförmig,  zugespitzt,  drüsig-gesägt ,  kahl, 
oberseits  glänzend,  unterseits  gleichfarbig  und  matt,  oder  schwach  be- 
reift, ]>ebenhlätter  halbherzförniig;  männliche  Rlüteu  3-männig;  Rapsein 
mittellang  gestielt,  eiförmig- länglich,  kahl,  Grill'el  sehr  kurz,  ]>arbeii 
länglich,  gespalten,    Schuppen  oval,  hellgelb,   am  Rande  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  1442.  Chi.  han.  489.  Schk.  Handb.  IV.  T.  317.  b.  n.  9. 
Hoffm.  llist.  sal.  1.  Fase.  II.  t.  9.  10.  11.  Fase.  1.  t.  23.  f.  2.  Guimp. 
Holzart.  T.  159.  Engl.  bot.  t.  1435.  Hayne  Arzneigew.  Xlll.  T.  39.  EuRti. 
Arb.  n.  19.     S.  amygdalina  ß.  concolor  Kocu  Syn.  11.  742. 

b.  amygdalina.  JOie  zweifarbige.  Rlätter  unterseits  stark  bläu- 
lichweiss  bereift. 

S.  triandra  v.  glaucophylla  Chi.  han.  das.  S.  amygdalina  a.  discolor 
Koch  das.  S.  amygdalina  Linn.  das.  1443.  Fl.  suee.  346.  Reit.  u. 
Abel  Holzart.  T.  26.  auch  S.  Villarsiana  (mit  kürzern  Blättern)  u.  S.  Hop- 
peana   (mit   androgynen    Kätzchen).       V^'lLLD.    Sp.    pl.  IV.  6.55.  fiiM. 

X  S*  vinilnall. triandra.  Korb -areimännige- Ba- 
stardweide* Rlätter  lineal- lanzettförmig,  lang  zugespitzt,  fein 
drüsig-gesägt,    oder   seicht  geschweift -gesägt,    jung  schwach  weich- 


§allx.  SAI.I€INEAE.  50  i 

haarig,  später  beiderseits  kahl,  Nebenblätter  halbherz -lanzettförmig; 
Kapseln  inittellang  gestielt,  eiförmig -länglich,  weichhaarig  o«Ier  kahl, 
GriÖel  mittellang,  Narben  länglich  -  lineal,  gespalten,  Schuppen  läng- 
lich, trüb-  Oller  fahlgelb,  lang  behaart. 

S.  triandroides  Ehrh.  Herb.  (1789).  S.  triandra  pubescens  ders.  Her- 
renhaus. Plant.  Yerz.27.  S.  undulata  ders.  Beitr.  VI.  101.  Arb.  n.  108. 
Chi.  han.  das.  Güimp.  das.  T.  160.  S.  lanceolata  Sm.  Engl.  bot.  t.  1436 
(mit  kahlen  Kapseln).     S.  hippophaefolia  Thuill.  Fl.  paris.  514.     Koch  das. 

(mit   meistens    etwas    schmälern    und    schwacher   gesägten    Blättern). 

An  Fluss-  und  Bachufern,  Wiesenräudern  und  Wegen,  auf  feuchtem 
Boden,  sehr  häufig;  b.  hier  und  da  im  Flachlande,  besonders  im  nörd- 
lichen Theile  des  Gebiets;  die  Bastardform  meist  einzeln  zwischen  den 
Stammeltern  (sichere  Standorte:  Hb.  bei  der  alten  Schleuse;  Bin.;  Hn. 
am  Schnellengraben,  von  wo  Ehruart  sie  in  die  Herrenhäuser  Plantage 
versetzte,  Bordenau,  Goslar,  Osterode  an  der  Söse;  Hs.  Oberkaufungen 
an  der  Lossmanne;  Pr.  Quedlinbung  an  der  Bode;  Pr.  JV .  an  der  Lippe). 
Apiil,   Mai  mit  dem  Laubausschlage.  —   Juli. 

Strauch  von  4  —  8'  Ilühe,  seltener  geringer  ISaum,  mit  granhraiiner,  den  Platanen  ähn- 
lich von  der  rothhraunen  L'nterlage  sich  abloücnder,  Rinde.  Junge  Zweige  gelblicbhraun. 
Blätter  langer  und  liürzer,  lirciler  und  schmäler,  kurz  und  lang  zugespitzt  mit  ahgerundeter 
und  verschmälerter  Basis  —  der  Blatlrand  hahig-,  stumpf-,  flach  -  gesägt ,  kurzbuchtig- gesägt 
und  hnchtig-gezähnelt  variirend.  Eine  Druse.  Die  Bast.  F.  sirauchig,  Blätter  schmäler  und 
l.inger,  bisweilen  mit  schwach  welligem,  häufiger  mit  flachem  Blaftrande  (so  die  Mehrzahl 
im  EHRnART'schen  Aarhlasse). —  Die  den  Individuen  nach  etwas  verschiedenartige  Zahu- 
hilduug  des  Blaltrandes  trifft  man  oft  an  demselben  Individuum,  ja  nicht  selten  an  demselben 
Blatte,  indem  eine  Längenseite,  oder  auch  wohl  eine  Hälfte  beiderseits,  fein  gesägt,  die 
andere  geschweift  -  gesägt  oder  gezähnelt,  auch  wohl  fast  ganzrandig  vorkommt.  Kätzchen 
bald  langer,  bald  kürzer.  Das  Vorkommen  mit  kahlen  Kapseln  ist  das  häufigere  (auch  im 
EHRIlAKT'schen  Nachlasse).  3Iännliche  Blüten  3-  auch  2 -männig.  Schuppen  blassgelb- 
rostfarben.  Die  nächste  Verwandtschaft,  unter  andern  Arten  aufgeführt,  ist  S.  triandra -vimi- 
nalis   und    S.  purpureo  -  viminalis. 

Bemerk.  Wimmer  Schrift,  d.  schles.  Gesellsch.  f.  v.iterl.  Cult.  1848.  S.  124.  hält 
S.  undulata  für  eine  aroygdalina-  (triandra-)  hippophaefolia.  Aber  S.  hippophaefolia  ist  gerade 
S.  undulata  selbst,  weun  die  Blätter  etwas  schmäler,  der  Blaltrand  schlicht  und  schwächer 
gesägt  ist,  auch  die  Kätzchen  kürzer  sind:  Abweichungen,  die  übrigens  keineswegs  immer 
zugleich  vorkommen.  Ein  Consortium  mit  dieser  bei  uns  seltenern  Form  (Bremen,  Herford) 
tritt  selten  ein  und  würde  daher  die  Erklärung  der  Abstammung  nicht  begünstigen.  Wo  bei 
uns  S.  undulata  vereinzelt  vorkommt,  steht  sie  in  der  INähe  von  S.  triandra  und  S.  viminalis.  — 
Koch  a.a.O.  will  S.  undulata  des  Gollinger  bot.  Gartens  nicht  für  acht  anerkennen.  Sie 
stammt   aber   von    der   EHRHART'scheu    Originalpflanze    aus    der    Herrenhäuser   Plantage   ab. 

Kätzchen   sitzend,    später   auf  beblätterten   Stielen. 

5.  S.  viminalis.  ILorh-WeiÜe,  Blätter  lineal -lanzett- 
förmig, lang  zugespitzt,  am  Hunde  unregelmässig  ausgeschweift,  etwas 
wellig  und  zurückgerollt,  oberseits  kahl,  unterseits  fein  seidenfilzig  und 
glänzend,  Nebenblätter  lineal-lanzettlich;  Kapseln  fast  sitzend,  ei-kegel- 
förmig,  filzig,  Griflel  sehr  lang,  Narben  fadenförmig,  meist  ungetheilt, 
Schuppen  oval,  nach  oben  dunkel  rostbraun,  lang  behaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  1448.     Chi.  han.  490.     Rocii  Syn.  IL  746.     Schk.  Handb. 

IV.  T.317.b.  n.4.     Hoffm.  Hist.  sal.  I.  Fase.  L  t.  2.  t.5.  f.  2.   Fase.  IV. 

t.21.  f.2.e.    Beit.u.  Abel  Holzart.  T.  57.    Guimp.  Holzart.  T.  194.    Engl. 

bot.  t.  1898.     Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  45.     Ehrh.  Arb.  n.69. 

X  S.  triandra.viniinalis.   üreimännige -Korh-Ba- 

Stardweifle»  Blätter  lanzettförmig  oder  lineal- lanzettförmig,  zu- 
gespitzt, schwach  ausgeschweift  -  drüsiggesägt ,  oberseits  kahl,  glän- 
zend,   unterseits  fein  graufilzig,    matt,    Nebenblätter   länglich -lanzett- 


502  SALICINEAE.  Salix. 

Heb;  Kapseln  fast  sitzend,  ei -kegelförmig,  fil/.ig,  Griffel  lang,  Nar- 
ben lineal ,  meist  gespalten,  Scbuppeii  läiiglicb ,  rostgelb,  lang  be- 
baart. 

S.  bippopbaefolia-viminalis  WiMM.  Sclirift.  il.  seliles.  Gesellscb.  f.  va- 
terl.  Cult.  1848.  S.  124.  S.  virninalis  viridis  Ehrh.  Herrenb.  Plant.  \'erz. 
27,  spater  S.  mollissima  Beitr.  VI.  101.  Arb.  exs.  n.  79.  Chi.  ban.  das. 
Koch  das. 

X  $•  purpiirea-viiiiinalis.  Pur  pur  blutige -Korb- 
Bast  ardweide*  Ulätter  lineal -lanzettlorniig,  zugJspitzt,  seiebt 
ausgesebweift- gesägt,  oberseits  kabl,  unterseits  matt  und  zerstreuet 
zarlbaarig,  später  oft  babl,  IHebenJilätter  lineal;  Staulifädcn  oft  balb 
verwacbsen;  Kapseln  fast  sitzend,  eiförmig -langlicb,  filzig,  Griffel 
lang,  ]Narben  langlicb -fadenförmig,  meist  ungetbeilt,  Scbuppen  oval, 
nacb  oben  dunkelrotbbraun,   lang  bebaart. 

S.  viminali-purpurea  WiMM.  das.  S.  rubra  IIuDS.  Fl.  angl.  428.  Cbl. 
han.  488.  Roch  das.  745.  Guuip.  das.  T.  171.  Kngl.  bot.  t.  114ö  (Ana- 
lyse der  Kapsel  sehr  aliweicliend  mit  .siUcudcii  hrciteu  Aarbcn).       S.  fissa  IIOFFM.   Ilist. 

sal.  I.  Fase.  III.  t.  13.  14.     Ehru.  Arb.  n.  29. 

b.   Forbyana.     Oie  breitblättrige.     Blätter  kurz  lanzettförmig, 

unter    der    Spitze    meist   breiter;    Staubfäden    oft    der   ganzen  Länge 

nacb  verwacbsen,   Narben  etwas  länger. 

Cbl.  ban.  das.      Koch   das.      S.  Forbyana   Sm.  Fl.  brit.  III.  1041. 

Engl.  bot.  1. 1344. 
X   IS>  cinerea -viniinali».      Graue -M£orb- Bastard- 

weide»  Blatter  lanzettförmig  zugespitzt,  seiebt  wellenförmig  ge- 
sägt, oberseits  kabl,  unterseits  fein  graufilzig,  jüngere  mit  scbwacbem 
Seidenglanz,  Nebenblätter  balbberz- lanzettförmig;  Kapseln  kurz  ge- 
stielt, ei -kegelförmig  in  den  mittellangen  Griffel  verscbmälert,  filzig, 
Narben  sebmai  lineal,  ganz  oder  getbeilt,  Scbuppen  nacb  oben  rost- 
braun, lang  ))ebaart. 

S.  mollissima  Sm.  Fl.  brit.  III.  1070.     Engl.  bot.  t.  I;j09.     S.  Smitbiana 
^ViLLD.  Enum.  bort,  berol.  II.  1008.      Cbl.  ban.  491.      Koch   Syn.  II. 
746.      S.  lanceolata  Fr.  Nov.  fl.  suec.  Mant.  61. 
An  Flüssen  und  Bäcben,  auf  feucbtem  Boden,  selir  bäufig;  die  erste 
Bastardform  ziemlicb  selten  (sicbere  Standorte:   Hb.  Bilhverder,  Ocbsen- 
werder;   Hn.  Hannover  Leineufer,  Scbnellegraben,  wo  sie  Ehrhart  ent- 
deckte, Bordenau,  Göttingen:   Walkemüble,  wo  sie  verloren  gebt  — ;  Us. 
an  der  Werra  gegen  Ermiscbwertb  über;  Pr.  (Quedlinburg  an  der  Bnde); 
die    zweite    Bastardform    etwas    bäuüger    (Bi:;    Iln.    Götlingen:    \'^'iesen 
nacb  Rossdorf  am  Leineufer,  im  Bovendscben  Locb  am  Leineufer,  zwiscben 
Osterode  und  der  Obernbüttc  au  der  Söse;  Pr.  bei  Minden;   lls.  zwiscben 
Ilelsa  und  Oberkaufnngen);    die  dritte  Bastardform  im  nördlicben  Flacb- 
lande,  ziemlicb  bäufig  (iW/,-.,-  Hb.;  Br.;  OZ.  Jever;  //h.  Wrenien,  Spieka, 
Ncufcld,  Belum,  zwiscben  Otterndorf  und  Bitzebüttel,  Varel,   Salzdelt- 
furt).     April,  Mai;  kurz  vor  dem  Laubausscblage. —    Juni,  Juli. 

Strauch  von  6 — 8'  Hohe,  nchst  den  Bastardl'ormcn  mit  Jangen,  riilhenförmigeu ,  gelh- 
lichen  oder  grangriinen  ,  seltener  branncn,  sehr  zähen  Zweigen.  Junge  Triebe  und  Hnus|ioa 
behaart.  BLilter  der  Hauplart  bis  ö"  lang,  '/.j"  breit.  Drüse  1.  Kätzchen  in  der  Grosse, 
eben  so  wie  bei  S.  jiurpnrca,  variirend.  Behaarung  der  Schuppen  kürzer  als  der  Griffel. — 
Blätter  der  Istcn  Bast.  F.  meist  kürzer  und  ctivas  breiter,  am  Rande  «eilig  oder  flach.  Es 
kommen  Individuen  vor,  deren  Blattunterscite  fast  den  Silberglanz  der  Slamuiart  nachweist. 
Schuppen  der  Kätzchen  schmäler,  Behaarung  meistens  stärker.  —  Zweite  Bast.  F.  durch  die 
Bildung  der  Blätter  an  S.  viminalis ,  durch  die  der  Kätzchen  an  S.  purpurea  sich  scLliesscnd. 
Blätter  denen  der  Isten  Bast.  F.  oft  so  ähnlich,  dass  die  Unterschciilung  schwer  fällt  und 
ebenfalls  mit  stark  seidenartiger  Blattnnterflächc  variirend  (j3.  scricea  KocH  das.).  Kätzchen 
zierlich,    dicht,    mit   den    dunkeln    Schuppen    der    S.   purpurea.        Die    Kapsel-,     Grifl'el-    und 


Salix.  SAI.ICINEAE.  503 

INarbenbildiing  Tcräaderlicli ,  bald  zu  S.  viniinalis,  bald  zu  S.  piirpiirea  hinüberschwaDkend.  — 
Dritte  Bast.  F.  der  ersten  abnlicb  (»'ofür  Sm.  sie  aiicb  bielt,  indem  er  S.  raollissinia  ElIRII. 
Arb.  79.  dazu  cilirt ) ,  dscb  der  Straucb  meist  böher  uod  stärker,  die  Blätter  breiter  und  der 
Filz  stärker;  andererseits  nnrailtelbar  an  S.  viniinali  -  cinerea  sich  schliessend,  von  diesen  durcb 
schmälere  Blätter,  den  etwas  seidenartigen  Filz,  der  bei  jenen  glanzlos  ist,  und  durch  die 
schmälern  fast  fadenförmigen  INarben  zu  unterscheiden.^ —  Die  hybride  Abkunft  dieser  Weide 
bedarf  indessen  weiterer  Prüfung;  in  manchen  Gegenden  fehlend,  ist  sie  in  andern  sehr  häufig, 
was    sich    allerdings    durch    Steckreiserverbreitung    erklären   lässt. 

Benievk.  AViimMER  a.a.O.  S.  124  hält  S.  Smithiana  für  eine  aurita  -  viminalis, 
welchem   Bildung   und    Vorkommen    unserer    Pflanze    widersprechen. 

6.  JS.  piirpurea.  JPurpurblütige  Weide»  Blätter  spä- 
te!-lanzettförmig,  zugespitzt,  nach  oben  zu  scharf  und  fein  gesägt,  bei- 
derseits kahl,  blaugrün,  unterseits  bereift;  Kätzchen  schmal,  meist  gegen- 
ständig, männliche  Blüten  durch  Verwachsung  zweier  Staubgefässc  1- 
männig;  Rapsein  gedrängt,  fast  sitzend,  rundlich- eiförmig,  kurzfilzig, 
INarben  sitzend,  eirund,  Schuppen  rundlich,  purpurbraun  gesäumt. 

LlNN.  Sp.  pl.  1444  (nach  Ausweise  eines  von  EllRllART  zu  I.INNEs  Zeit  aus  dem 
bot.  Garten  zu  Lpsala  eingelegten  Esemplars).       KOCU  Syn.  11.744.       GuiMP.   Holzart. 

T.  171.     Engl.  bot.  t.  1388.     S.  monandra  Hoffm.  Hist.  sal.  I.  Fase.  I.  18. 
t.l.  f.  1.2.  t.5.  f.  1.  t.2:3.  f.  1.    ScuK.  Ilandb.  IV.  T.  317.  a.  n.  1.    S.  Helix 
V.  purpurea  Chi.  han.  488.     S.  Helix  Keit.  u.  Abel  Holzart.  T.  58. 
b.  Lanibertiana.    Hie  höhere.     Höher  und  langästiger;  Blätter  brei- 
ter, umgekehrteirund-lanzettförmig;  Kätzchen  stärker,  IXarben  auf  kur- 
zem Griflel  stehend. 

S.  purpurea  ß.  Lambertiana  Koch  das.     S.  Helix  v.  Lambertiana  Chi. 
b,in.  das.     S.  Lambertiana  Sm.  Fl.  brit.  III.  1041.      Engl.  bot.  t.  1359. 

S.  monandra  var.  Hoffm.   das.  21.    t.  1.    f.  3  (nebst  den  untersten  Analjsen  rechts). 

X  S.  riibro. purpurea.    Mothe-purpurblütige-Ba- 

Stardweide»  Blatter  meist  gegenständig,  lang  spatel-lauzettför- 
mig,  zugespitzt,  nach  oben  zu  seicht  gesägt,  beiderseits  kahl,  unter- 
seits bereift;  männliche  Blüten  einmännig;  Kapseln  fast  sitzend,  eiför 
mig-länglich,  filzig,  Griflel  mittellang,  iSarben  länglich- fadenförmig, 
Schuppen  rundlich,    purpurbraun  gesäumt. 

S.  purpurea  /.  Helix  Roch  das.     S.  Helix  Sm.  brit.  III.  1040.     Chi. 
han.  487.     Glimp.  Holzart.  T.  170.     Engl.  bot.  t.  1343. 

X  §.  repenti- purpurea.     Kriechende 'purpurblü- 

tige'Bastardweide*  Blätter  schmal  spatel- lanzettförmig  oder 
lineal- lanzettförmig,  zugespitzt  entfernt  seicht  gesägt,  oberseits  glän- 
zend, unterseits  bläulich  bereift  und  zerstreuet  seidenhaarig  oder  kahl; 
Rätzchen  meist  gegenständig,  Staubfäden  oft  halbverwachsen.  Rapsein 
kurz  gestielt,  ei-kegelförmig,  silberhaarig-filzig,  Grilfel  sehr  kurz,  Nar- 
ben eirund,   Schuppen  rundlich,    purpurbraun  gesäumt. 

WiMM.  Schrift,  d.  schles.  Gesellsch.  f.  vaterl.  Cult.  1848.  S.  124.  S. 
Doniana  Sm.  Engl.  fl.  IV.  213.  Roch  das.  755. 
An  Flüssen  und  Bächen,  auch  auf  Wiesen,  auf  feuchtem  oder  sum- 
pfigem Boden,  sehr  häufig,  hier  und  da  mit  der  ersten  ßastardform;  b. 
seltener;  die  zweite  Bastardforin  nur  Pr.  fV.  Burg -Steinfurt,  Büren  bei 
Paderborn  gefunden.  April,  vor  dem  Laubausschlage,  die  Bast.  F.  mit 
demselben.  —    Juni. 

Strauch  von  4  —  Ö'  Höhe,  Zweige  graubraun,  rüthlichbraun ,  bisweilen  duukelroth  und 
blau  bereift,  sehr  zähe.  Die  Spielart  b.  auch  geringer  Baum,  mit  ledergelben  oder  grau- 
gelben  Zweigen.  Blätter  in  I^änge,  Breite  und  Zuspitzung  veränderlich,  durch  einen  eigen- 
thumlichcn  Fettglanz  ausgezeichnet.  Nebenblätter  nicht  vorkommend.  Weibliche  Kätzchen 
sehr  zierlich,  doch  in  der  Stärke  variirend ,  bald  fast  kahl,  bald  dicht  behaart.  Drüse  1.  — 
Es  kommt  eine  Form  vor,  deren  ausbrechende  Blätter  mit  starkem  aber  abreibbarem  Seiden- 
haar   stellen-    oder   streifenweise   überzogen    sind.  —     Di«"  Iste  Bast.  F.  meist  höher  und  lang- 


504  SAEiieiNEAE.  Salix. 

ästiger,  dem  Gesamintanschcn  niiJ  der  Blattforra  nach  an  S.  piirparea  sich  scliliesüend ,  wiik- 
rcnd  die  Kapseln,  GrifTel  und  IVarlicn  mit  denen  der  S.  rubra  (S.  viminali  -  purpurea)  ul>er- 
einütinimen.  —  Die  '2tc  Bast.  F.  ein  zieilicber  ,  2  —  3'  lioLcr  Strauch  mit  feiuen  gelb-  oder 
rülblicbbrauncn,  zerstreuet  behaarten  oder  wie  die  rölblieben  Knospen  kahlen.  Zweigen.  lilaller 
steillieh.  1—  l'/i"  lang,  unter  der  Spitze  3  — S'/j"'  breit.  Staubfaden  waehsgelb ,  Beutel 
nach  dem  Ver.stäuben  schwärzlich,  weibliche  Kätzchen  nur  >/r,  —  3/^"  lang.  Kapseln  silber- 
weiss.       Farben   schwarz   purpurn. 

Bemerk.  Es  scheint  kaum  zweifelhaft,  dass  sich  auch  S.  Tontederana  Schi.  Kocll 
das.    744     als    eine    Bastardform    von    S.  purpurea    bestätigen    wird. 

■J.  S.  StipillariS.  GeÖhrte  W^eide.  Blätter  lang- lan- 
zettförmig, zugespitzt,  am  Rande  unregelmiissig  ausgeschweil't  und  etwas 
zurüel.gerollt,  oberseits  zerstreuet  lieliaart  oder  lialil,  unterseits  grau- 
oder  weissfilzig,  mit  scliwacliem  Seidenglanz,  IXehenhlätter  so  lang  als 
der  Blattstiel,  aus  liallilicrztormiger  Basis  lanzettlurmig  zugespitzt;  Kap- 
seln fast  sitzend,  ei -kegelförmig,  kurz  in  den  sehr  langen  Griilel  zuge- 
spitzt, IVarhen  fadenförmig,  meist  ungellieilt,  Selnii>pen  spitzlich,  rost- 
braun,  gegen  die  Spitze  dunkler,  lang  Iteliaart. 

Sm.  Fl.  brit.  III.  1069.  Engl.  bot.  t.  1214.  Chi.  hau.  491.  Kocu  Syn. 
II.  746. 

Auf  der  Insel  Nordernei,  wohin  sie  höchst  wahrscheinlich  von  Eng- 
land gelangte,  in  der  Nähe  der 'V^'ohnungen ,  auf  feuchtem  sandigem  Bo- 
den im  J.  1822  (Hannov.  Mag.  v.  J.  1824  S.  156)  vom  Verf.  gefunden  und 
in  Deutschland  wohl  nicht  weiter  vorkommend.  Mai  mit  dem  Laubaus- 
schiage,  Juni,  Juli. 

Strauch  von  4  —  6'  Hübe,  mit  langen  aufrechten  Zweigen,  und  dickweissfilzigen ,  mit 
langen  Nebenblättern  versehenen  jungen  Trieben.  Junge  Blätter  unterseils  fein  graufiUig  mit 
röthlicbem  Alittelnerv ,  von  denen  der  S.  Smithiana  kaum  durch  etwas  schwächern  Seidenglanz 
zu  unterscheiden,  später  schmäler  als  diese,  bis  4"  lang,  '/j"  hreit.  Weibliche  Kätzchen 
(männliche  sah  ich  nicht)  denen  der  S.  viniinalis  am  nächsten  stehend,  dicker,  länger  und 
haariger.  Drüse  I.  —  An  üppigen  Blättern  der  Norderneier  rflanzc  bemerkt  man  oft  eine 
Reihe  Drüsen,  nicht  am.  sondern  '/2"'  entlernt  vom  zurückgeschlagenen  Rande,  gegen  die 
Blattspitzc    hinauflaufen,    eine    Bildung,    die    nicht    selten    eben    so    bei    S.  viminalis    vorkommt. 

Bemerk.  1.  Gesammtansehen  und  wcsentliiher  Bildung  nach  schlicsst  sich  S.  stipii- 
laris  nahe  an  S.  viminalis  (unter  welchem  I>amcn  SowEKIlY  sie  von  C.ROWE ,  bei  Burv  ge- 
funden, erhielt)  und  andererseits  nähert  sie  sich  sehr  der  S.  Smilhiana,  »onach  mau  geneigt 
sevn  könnte,  sie  als  eine  Baslardform  von  diesen  beiden  anzusehen  oder  eine  ähnliche  Ab- 
kunft als  die  der  letztem  für  sie  anzunehmen.  >^'1IMM£K  hat  lelztcres  gelbao .  indem  er  sie 
a.  a.  O.  (ohne  wie  es  srheint  englische  Originaleieinplare  >or  Augen  gehabt  zu  haben)  für 
eine  Caprca- viminalis  erklärt.  In  Ermangelung  >on  Beobachtungen  des  Cousortiiiuis  scheint 
OS  rathsamer,  S.  stipnlaris  für  jetzt  noch  als  eigene  Art  stehen  zu  lassen.  In  England  scheint 
sie  selten,  in  der  Fl.  scotica  '286.  sagt  aber  IIOOKER  von  ihr  „Hab.  Iledges  and  woods. 
common.'^  -^ 

Bemerk.  2.  S.  longifolia  UoST  zieht  Koch  das.  als  S}non\m  zu  S.  stipularis.  das 
aus   Wien   bezogene   Evemplar   des    hies.    bot.  Gartens   ist   S.  Smithiana. 

B.     Cinereae.     Graublättrige  Weiden. 

Grundform  der  Blätter    eirund,    nm  gekehrteirund  oder  elliptisch,    unterseits 
filzig,    grau   oder   klaugrau. 

Kätzchen    sitzend. 

S*  S^>  Caprea*  Sahl-W^eide»  Blätter  breit  eirund  oder  el- 
liptisch mit  kurzer  meist  zurückgebogener  Spitze,  unregelniässig  kerbig- 
oder  wellenförmig-sägezähnig,  oberseits  kahl  oder  schwach  behaart,  un- 
terseits weisslich- filzig,  IMebcnblättcr  nierenrund;  Kapseln  lang  gestielt, 
ei -kegelförmig,  lia.irig- filzig,  Griffel  sehr  kurz,  IMarben  länglich,  zu- 
samniciincigend,    Schuppen  nach  oben  braunschwarz. 


Salix.  SAI.ICINEAE.  505 

LiNN.  Sp.  pl.  1448.  Chi.  hau.  493.  Koch  Syii.  II.  750.  Schk.  Handh. 
IV.  T.317.  c.  11.15.  HoFFM.  Bist.  sal.  I.  Fasel,  t.  3.  f.  1.  2.  t.21.  f.  1. 
a  —  c.  Ueit.u.  Abel  Holzart.  T.  33.  Guimp.  Holzart.  T.  192.  Engl.  Lot. 
t.  1488.     Hay^e  Arzneigew.  XIII.  T.43.     Ehrh.  Arh.  n.  98. 

b.  virgiiltosa.  Uie  strauchige.  Strauchartig;  Blätter  kleiner  und 
zarter,  elliptisch,  last  ganzrandig,  unterseits  feinfilzig;  Kapseln  lang 
gestielt,  kegelförmig,  in  den  Griffel  verschmälert. 

S.   Capreae  var.  IIoffm.  das.  I.  Fasel,  t.  5.  f.  4.  t.  21.  f.d. 

c.  niontana.  Oie  gebirgsständige.  Blätter  breit  elliptisch  oder 
umgekehrteirund -elliptisch,  keilförmig  in  die  Basis  verschmälert,  seicht 
wellenförmig  gesägt,  unterseits  feinfilzig.  Kapseln  lang  gestielt,  kegel- 
förmig, in  den  Griffel  verschmälert. 

Chi.  han.  das.  S.  Caprea  ß.  sphacelata  Wahlenb.  Fl.  carp.  319.  S. 
phlomoides  Marsh.  Bieberst.  Fl.  taur.-cauc.  11.415.  III.  628. 

X  S>  ciitereo-Caprea*    GraueSahlSastardweide» 

Blätter  länglich -umgekehrteirund,  zugespitzt,  schwach  geschweilt-ge- 
sägt.  olierscits  kahl,  unterseits  bläulich-graugrün  und  behaart,  IN'cben- 
blättcr  nierenrund.  Kapseln  lang  gestielt,  kegelförmig,  pfriemlich  ver- 
schmälert, filzig,  Griflel  sehr  kurz,  Narben  eirund- länglich,  Schup- 
pen nach  oben  braunschwarz. 

S.  Caprea -cinerea  Wimm.  Schrift,  d.  schles.  Gesellsch.  f.  vaterl.  Cult. 
1848.  S.224.  S.  grandifolia  Sering.  Saul.  d.  1.  Suiss.  20.  Koch  das. 
S.  sphacelata    Sm.  Fl.  brit.  III.  1066.      Engl.  bot.  t.  2333  (nacL  Ausweise 

von   Kew    bezogener    Steckreiser). 

In  Wäldern,  Hainen  und  Hecken,  auch  im  offenen  Felde,  auf  Boden 
jeder  Art,  sehr  häufig;  b.  in  Hecken  und  Hainen  hier  und  da;  c.  in  >Val- 
dungen  einzeln  {Hn.  Hannover  am  Heister,  Göttingen  am  Solling,  Harz, 
z.B.  Pr.  Wernigerode),  die  Bastardform  selten  {Hn.  Göttingen  am  Sol- 
ling, Hs.  unweit  der  Sabbaburg  im  Weserthale).  März,  April  vor  dem 
Laubausschlage,  b.  und  die  Bast.  F.  14  Tage  später,  fast  mit  dem  Laub- 
aiisschlage.  —    Juni,  Juli. 

Bis  50'  bolier  Baum,  mit  orangcliraunen ,  kahlen,  etwas  lileberig- glänzenden  Knospen. 
Blattform  einerseits  fast  kreisrunfl ,  andererseits  länglich  und  zugespitzt  variirend  ;  Form  der 
Kapseln  ebenfalls  variirend,  indem  sie  nicht  seilen  pfrieuilicb  verlängert  vorkommen ,  I>arben 
bald  länger  bald  etwas  kiirzer  und  dicklicher.  b.  4  —  6'  hoher  Strauch  mit  dunkel  kasta- 
nienbraunen, glatten  Zweigen  und  kleinern  regelmässig  geschnittenen,  lichlgrünen  Blättern; 
c.  an  b.  sich  schliessend,  aber  miltelhoher  Baum,  Blatter  von  der  Hauptart  durch  regel- 
mässigem Schnitt,    keilförmige  Basis,    feinen    dünnen  Filz    und    feineres   Adernetz    abweichend. 


sägezähnig.  Kapseln  laug  oder  sehr  lang  gestielt,  kegelförmig,  pfriem 
lieh  verschmälert,  filzig,  GriÜel  kurz  oder  sehr  kurz,  INarben  länglich 
oft  gespalten,  Schuppen  nach  oben  braunschwarz. 


LiNN.  Sp.  pl.  1449.  Chi.  han.  492.  Koch  Syn.  II.  748.  S.  acuminata 
Hoffm.  Hist.  sal.  I.  Fase.  II.  39.  t.  6.  Fase.  II.  t.  22.  f.  2.  a  —  c.  Schk. 
Handb.  IV.  T.317.  c.  n.  12.  Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.56.  Ehrh.  Arb. 
n.  89. 

b.   obovata.     J»ie  breitblättrige.     Blätter  breit  umgekehrteirund, 

stumpf  oder  kurz  bespitzt. 


506  fSAl.l€lNEAE.  Salix. 

S.  cinerea  v.  latifolia  ii  obovata  Clil.  lian.  das.  S.  cinerea  ß.  ohovata 
Koch  das.  S.  aqiiatica  Sm.  Fl.  l>rit.  III.  1065.  Engl.  bot.  t.  1437. 
GuiMP.  das.  T.191.  S.  aurita  Hoffm.  Illst.  sal.  I.  Fase.  II.  30.  t.  5.  f.  3. 
t.22.  f.2.  d. 

c.  longifolia.  nie  langhlättrige.  Blätter  umgekehrteirund -lan- 
zettförmig zugespitzt. 

S.  cinerea  v.  calva  Chi.  han.  das.     S.  acuminata  IIoffm.  das.  39.    t.  6. 
Fase.  II.  t.22.  f.2  (<lic  Ha..ptfig..r).     S.  oleifolia  Sm.  Fl.  das.  1065.     Engl, 
bot.  t.  1402. 
X  §•  viniinali-cinerea.  M£orb-graue-Bastardweide» 

Blätter  lanzettförmig- länglich,  nach  oben  wenig  breiler,  zugespitzt, 
schwach  wellenlorniig- kerbig  mit  entfernt  stehenden  Drüsen/ähnehen, 
unterscits  fein  graulLlzig,  matt,  jüngere  mit  schwachem  Seidenglanz, 
Nebenblätter  halb  herzförmig.  Rapsein  mittellang  gestielt,  ei -kegel- 
förmig, in  den  mittellangen  Griffel  verschmälert,  filzig,  ]>larben  läng- 
licli  oder  lineal,  ganz  oder  getheilt,  Schuppen  lang,  spitz,  nach  oben 
braunschwarz,  langhaarig. 

S.  acuminata  Sm.  das.  1068.     Engl.  bot.    1434.     Chi.  han.  491.     Rocu 
das.  747. 
X  S.  triandra- cinerea.    Jtreimännige- graue -Ißa- 

Stardweide»  Blätter  lanzettförmig,  zugespitzt,  seicht  wellenför- 
mig-gesägt,  gegen  die  Spitze  zu  abstehend  scharf  gezähnelt,  obcr- 
seits  angepresst  weichhaarig,  unterscits  stark  graufilzig,  matt;  ISeben- 
biätter  nierenrund- herzförmig,  spitz;  männliche  Kätzchen  walzenför 
mig,  locker,  Staubfäden  lang,  Schuppen  nach  oben  braunschwarz,  lang 
silberhaarig. 

S.  velutina  Schrad.  im  gött.  bot.  Gart.     S.  holoserlcca  Willd.  berl. 

BauniZ.  458.  KuNTH  Fl.  berol.  II.  212  (nach  Ausweise  der  bei  Treptow  von 
Sonder  gesammcllcn  mir  zur  Ansicht  initgctheilten  männlichen  Pflanze).  Chi.  han.  492. 
Koch  das.  748  (mit  Ausschluss  der  weiblichen  Kätzchen).       GuiMP.  Uolzart.    T.  106 

(mäunl.    Pn.;    Blätter    sehr   ungenau). 

An  Wiesenrändern,  Gräben,  Teichen,  Flussufern,  in  Hecken  und 
Hainen,  auf  feuchtem  auch  auf  trockenem  Boden,  sehr  häufig;  die  erste 
Bastardform  einzeln  hier  und  da  (Hb.;  Bin.;  Hu.  Osterode;  zwischen 
Osterode  und  Uerzberg  — ;  Hs.  Heisa  — ).  Die  zweite  Bastardform  sel- 
ten (//»i.  Göttingen  ,  am  Fusswege  zwischen  der  Stegemühle  und  der  Land- 
wehr, ein  Strauch,  der  jetzt  verloren  zu  gehn  scheint;  7/.<^.  Heisa).  März, 
April,    vor  dem  Laiibaussehlage.  —    Mai,  Juni. 

Strauch  von  6 — 12'  Hohe,  bisweilen  baumartig.  Junge  Triebe  nel>st  den  Knospen 
graufiliig.  IJl.itler  von  sehr  veränderlicher  Form,  der  Mitlelnerv  unlerseits  später  meistens 
eine  lüthliche  Färbung  annehmend,  die  auch  auf  die  abstammenden  Formen  übergeht.  —  Die 
Iste  Bast.  F.  findet  sich  in  Gesellschaft  der  Slammeltern.  Sie  nähert  sich  der  langblätlrigen 
Form  der  S.  cinerea  oft  so  sehr,  dass  die  Unterscheidung  viel  Vorsicht  verlangt,  doch  hat 
letztere  nie  Seidenglanz  —  l>ie  Abstammung  der  "iten  Bastardform  ist  durch  das  Consortium 
erwiesen.  Es  stehen  isolirt  im  geackerten  Felde  in  der  Biegung  eines  Fusssteigs,  einen 
ganz  kleinen  Horst  bildend,  1  weibl.  S.  cinerea,  1  männl.  S.  triandra  und  dazwischen,  mit 
jener  erstem  zusammenhängend,  I  männl.  Salix,  die  SCHRADEK  bei  ihrer  Entdeckung  in  den 
90ger  J.  d.  vorig.  Jabrh.  für  die  damals  wenig  bekannte  S.  amblgua  EllRU.  hielt,  mit  der 
sie  gar  keine  Ähnlichkeit  hat,  und  unter  diesem  INameu  verschickte.  Nachher  übertrug  er  sie 
durch  Steckreiser,  unter  dem  I>amen  S.  velutina,  in  den  bot.  Garten.  Es  evistirt  an  jenem 
Standorte  nur  der  eine  iiiäonl.  Strauch,  alle  seit  jener  Zeit  von  hier  versandten  Exemplare  sind 
von  jenem  Standort  (oder  aus  dem  Garten)  entnommen,  und  beigefügt  gewesene  weibliche 
Blülene\euiplarc  rühren  von  der  nebenstehenden  S.  cinerea  her.  Die  nach  der  Spitze  zu  nicht 
gesägten,  sondern  mit  (rechtwinklig  am  Bande  stehenden)  Zähnchen  besetzten  Blätter,  »n 
denen  sogar  liier  und  da  ein  Zähnchen  abwärts  gerichtet  ist,  bezeichnen  diese  Form  vor  allen 
andern    Ueidcu    auf    eine   auflallcnde   AVeisc.  —      Ich   vermeide   das    Cilal   aus    WiLLD.    Sp. 


Salix.  SAI.ICOEAE.  507 

pl.  IV.  708,  lU  CS  wobl  sehr  zweifcUiaft  isJ,  ob  tue  dort  I.cscliriclicncn  wciblicben  Kätzchen 
zu    unserer    Pflanze   gehören. 

Bemerk.  Wimmer  a.a.O.  S.  124  hält  S.  acnminala  für  eine  S.  »iiuinali  -  Caprea. 
Vielleicht  stützt  sich  letztere  Annahme  auf  „Stjlus  hrevissimns",  welchen  Sm.  Fl.  hrit.  III. 
1069.  der  .S.  acuuiinata  zuschreibt,  aber  Abbild,  und  mehrere  englische  Exempl.  zeigen 
übereinstimmend  einen  inittellangen  Griffel,  und  die  Form  der  Blätter,  welche  stets  unter 
der    Spitze    breiter   als    in    der    Miltc,     schliesst    sich    au    die   Blattform    der    S.  cinerea. 

10.  S.  pliylicifolia.    Schwarze  Weide.    Blätter  eirund, 

umgekehrteirund,  elliptisch  oiler  elliptiseh-ianzettlich,  wellenförmig-gesägt, 
jung  kurzhaarig -flaumig,  späterhin  meist  kahl  und  unterseits  graugrün, 
i^ehenbiätter  halbherz-  oder  nierenförmig;  Kapseln  lang  gestielt,  kegel- 
förmig, lang  pfriemlich  in  den  langen  Grifl'cl  verschmälert,  kahl,  ]\arl»en 
länglich  -  eirund ,   ausgerandet. 

LiNN.  Fi.  suec.  346.  Wahlenb.  Fl.  suec.  11.  644.  S.  nigricans  Koch 
Syn.  II.  748.  S.  Amaniana  Willd.  Sp.  pl.  IV.  2.  663.  Sturm  Deutschl. 
Fl  H.  2ö.  S.  stjlaris  Sering.  Saul.  d.  1.  Suiss.  62.,  als  variirende  Blatt- 
form S.  Andersoniana  Engl.  bot.  t.  2-34.3. 

b.  eriocarpa.     Oie  JilsigJ'rächtige.     Kapseln  filzig. 

S.  phylicit'olia   /i.    Link.    das.      S.  nigricans    Sm.    Fl.   brit.    III.  1047. 

Engl.  bot.  t.  1213.     Waulenb.  das.     S.  nigricans  ß.  eriocarpa  Kocu  das. 

749.  und  als  variirende  Blattfornien  S.  rupestris  Engl.  bot.  t.  2-342.     S. 

cotinifolia  das.  t.  1403.      S.  Forsteriana   t.  2344.      S.  hirta    das.    t.  1404 

(tvenn   die    nicht   bekannten   Kapseln    filzig    sind,     sonst   zur    Hauptform    gehörig). 

Aufwiesen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  feuchtem  oder  sumpfigem  Bo- 
den (die  nord- westliche  Grenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  errei- 
chend, nur  bei  Hm.  am  Eibufer,  vielleicht  durch  die  Fluten  aus  Schle- 
sien herbeigeführt,  vom  Dr.  Soxder,  dessen  Scharfblick  und  fleissiger 
Forschung  die  norddeutsche  Flor  manche  Bereicherung  verdankt,  ent- 
deckt).    April,  31ai,  mit  dem  Laubausschlage.  ^    Juni. 

Strauchartig  oder  Baum  milllerer  Grösse,  Zweige  schwärzlichbrann ,  filzig,  behaart  oder 
liald.  Blattform  wohl  unter  allen  AVeiden  am  veränderlichsten,  aus  der  angegebenen  Form 
einerseits  bis  in  die  kreisrunde,  andererseits  bis  in  die  lanzettförmige  abändernd,  getrochuet 
schwarz  werdend  und  weissem  Papier  diese  Farbe  mitthcilend.  Blätter  der  Hamburger  Pflanze 
umgehehrteirund  -  länglich    mit    Ausnahme    der     unterseits    kurz    behaarten    Nerven,     fast    kahl. 

Iv.ipseln    kahl  ,    nach   der  Spitze  zu  kaum   merklich  zarthaarig. Der  Form  nach  sind    letztere 

unter  den  aufgeführten  Arten  die  am  längsten  und  feinsten  zugespitzten,  woran  die  der  S. 
biculor  sich  nähernden  Formen,  in  Verbindung  mit  der  ganz  Terschiedenartigcn  dünnen  Blatt- 
substanz,   von    dieser   zu    unterscheiden    sind. 

11.  §.  biCOlor.  Xweifarbige  W^eide.  Blätter  umge- 
kehrteirund-elliptisch,  elliptisch  oder  elliptisch -lanzettlich,  kurz  zuge- 
spitzt, flach  wcllenformig-gesiigt,  kahl,  oberseits  glänzend,  unterseits 
blaugrau,  matt,  IVebenblätter  halbherzförmig -eirund,  stumpf;  Kapseln 
kurz  gestielt,  kegelförmig,  in  den  mittellangen  Griffel  verschmälert,  Nar- 
ben eirund-länglich,  ganz  oder  ausgerandet,  Schuppen  länglich,  hell- 
braun, nach  oben  dunkler,   kurz  behaart. 

Ehrh.  Beitr.  V.  162.    Arb.  n.  118.     Chi.  han.  494.     S.  phylicifolia  Sm. 

Fl.  brit.  III.  1049.  Engl.  bot.  t.  19-38  (als  schmalblättrige  Form  mit  elliptisch  -  lan- 
zettlichen Blättern).  Kocu  Syn.  II.  751.  S.  Dicksoniana  Sm.  Engl.  bot.  1. 1390. 
S.  Croweana  Sm.  Engl.  bot.  t.  1146  (die  später  entdeckte  weibliehe  Pflanze  mit  filzi- 
gen Kapseln;    der  bisweilen  halb  verivaclisencn  .Staubfäden  wegen  vielleicht  eine  hybride  Form). 

b.  latifolia.     Hie  breitblättrige.     Äste  länger;  Blätter  grösser,  ei- 
rund- oder  oval -länglich. 

S.  bicolor  v.  elliptica  Chi.  han.  das.     S.  bicolor  der  bot.  Gärt.     Glimp. 
Holzart.  T.  180. 

o.  pobesoens.     Die  weichhaarige.     Blätter  in  der  Jugend  beider- 
.  seits  schwach  weichhaarig,   später  meistens  kahl. 


508  SAI.ICINEAE.  Salix. 

Chi.  han.  das.     S.  Schiadcriaiia  Willd.  Sp.  pl.  IV.  695.     S.  discolor 

SCHRAD. 

Auf  den  Gebirgsliüheu  des  Ilarzes  (Pr.  am  Brocken,  nord -westlicher 
Abhang  rechts  am  Wege  nach  Ilsenhurg  über  dem  Schneeloche,  süd- 
westlicher Abhang  nach  Schierkc;  b.  am  Scharfensteine).  Juni  mit  dem 
Laubausschlage.  —    August. 

Stiaucli    »on    I 3'    Hohe,    mit    k^ililen ,    gelb-    oder    rotlihratinen ,     glanzenilcn  Ästen    iiixl 

kableii,  oiaugebiaiiiicn  Knos|icii.  Blätter  beim  Aiisbriicb  beiderseits  spärlich  anliegend  be- 
haart und  an  der  Spitze  «iiuperig- zottig,  bald  ganzrundig,  bald  fein  gesägt,  erwachsen 
1 — 1^4"  läng.  ^4"  '"■«''>  •<'"*  ''ein  gespitzt,  etwas  länger  in  den  Ulattsliel  verschmälert, 
an  b.  in  die  ovale  Form  mit  rundlicher  Basis  übergehend,  bis  2"  lang,  l'/s"  breit,  seiclil 
kcrhig- geschweift;  im  Herbste  fast  ledcrarlig,  steif,  beiderseits  kahl,  oherseits  dunkelgrün, 
leicht  glänzend,  unterseits  mit  starkem  blänlicbweissem  Dult  auf  gelblichem  Grunde  überzo- 
gen. rSebenblälter  nicht  halb  so  lang  als  der  Blattstiel.  Männliche  Kätzchen  länglich,  ä/4" 
lang,  stark  weisswollig,  Staubläden  dichtstebend  ,  kurz,  Beutel  sehr  gelb ;  weibliche  Kätzchen 
länglich  oder  nalzenlörniig  bis  1 '/j"  lang,  Grillel ,  der  in  der  Lauge  etwas  variirt,  und 
>arben   rolbbraun,    Schuppen    bald   stumpf,    bald    spilzlich,    bisweilen    gleichfarbig  bellbraun. 

Bemerk.  Ob  S.  laurina  SM.  Transact.  of  I.in.  Soc.  VI.  122.  als  S.  bieolor  Engl.  bot. 
t.  1806.  abgebildet,  zu  unserer  Spielart  c.  gehört,  erscheint  nngcwiss.  Sic  weicht  durch  die 
Blattform  und  eine  stärkere,  mehr  bleibende  Uaarbekleidung  ab.  Vielleicht  ist  sie  unter 
bvbrider  Einwirkung  von  S.  cinerea  im  Garten  entstanden.  Die  Exemplare  von  S.  lanriua, 
welche  mau  von  England  erhält,  sind  Gartencvemplare.  —  S.  tenuifolia  Sm.  Fl.  brit.  III. 
lO'VJ.  Engl.  bot.  l.  2181).  ist  die  brcitblältrige,  kahlfiüchtigc  Form  von  S.  bieolor,  die  bis- 
lang  bei    uns    nicht   gefunden    wurde. 

'•       Kätzchen    auf  beblättertem    Stiel. 

19.   S.  Itastata.  ^p feiblättrige  H^eide.    Blätter  eirund, 

umgekehrteirund,  elliptisch  oder  elliptisch  -  lanzettlich,  wellenlormig-gc- 
sägt,  beiderseits  kahl,  unterseits  weisslich  überlaufen,  ISebenblatter  län- 
ger als  der  Blattstiel,  breit  halbherzförmig- länglich;  Kapseln  kurz  ge- 
stielt, kegelförmig  in  «len  mittel-  oder  sehr  langen  Griflel  zugespitzt, 
kahl,  ISarben  länglich,  gespalten  oder  ganz,  Schuppen  oraugerostfarben 
mit  brauner  Spitze  oder  Basis,    Behaarung  lang,   silberweiss. 

LiNN.  Sp.  pl.  1443.  Koch  Syu.  II.  75:2.  Fl.  dan.  1. 1238.  S.  malifolia 
Sm.  Fl.  brit.  III.  1053.     Fngl.  bot.  t.  1617. 

In  lichten  Gebirgswaldungen  des  Ilarzes,  auf  gypsfelsigem  Boden  des 
alten  Stollbcrgs  erst  neuerlich  von  Wallroth  entdeckt.  Juni,  mit  dem 
Laubaussclilage.  —    August. 

Geringer  Strauch  von  2  —  3'  Höhe.  Zweige  gelb,  orangebraun,  s]>äler  dunkelbraun. 
.Innge  Triebe  seidenhaarig.  Knospen  kahl,  Blatter  durch  ihre  Glätte  und  die  eigcnlbüm- 
liche  licht -gelbgriiue  Farbe  sehr  ausgezeichnet,  unterseits  mit  zartem  Aderuetz  auf  weissli- 
cbcm  Grunde,  jung  zartlaubig,  bald  völlig  ganzrandig,  bald  fein  und  scharf  gesägt,  im 
Herbst  fest,  fast  steif  und  seichtkerbig- gesägt ;  der  Form  nach,  welche  hänfig  die  des  Bucheu- 
blatls  ist,  veränderlich.  Nebenblätter  meist  doppelt  so  lang  als  der  Blattstiel,  bald  stumpf, 
bald  lanzettlich  zugespitzt.  Kätzchen  walzenförmig,  dick,  besonders  die  männlichen  durch 
das  lange  silbcrwcisse,  später  sieb  kräuselnde  Seidenhaar  ausgezeichnet.  Beife  Kapseln  bleich 
vvachsgelb.  —  Die  Harzpflanze  kommt  mit  denen  von  den  Alpen  völlig  iibcrein  und  bedarf 
daher   keines    neuen    A'amens. 

13.  S.  aiirita.  Geöhrte  W^eide»  Blätter  umgekehrteirund 
oder  länglich -umgekehrteirund,  mit  kurzer  meistens  ziirückgckrümmter 
Spitze  und  keilförmiger  Basis,  unregclmässig  wellenförmig-gesägt  oder 
fast  ganzrandig,  netzartig-runzelig,  oberseits  weichhaarig,  unterseits  kurz- 
haarig-lilzig,  später  oft  kahl  und  bläulichgrün,  ]>ebeiiblätter  rundlich- 
nierenrund;  Kapseln  lang  oder  sehr  lang  gestielt,  kcgcUorniig,  pfriemlich 
verschmälert,  lilzig;  Griffel  sehr  kurz  oder  kurz,  J\arbeu  nusgcrandct, 
Schuppen  rostroth,  nach  oben  allmählig  dunkler. 


Salix.  SAUCINEAE.  509 

LiNN.  Sp.  pl.2446.  Chi.  Lau.  494.  Koch  Syn.  11.  750.  Schk.  Handb. 
IV.   T.  317.  a.    II.  2.     Hoffm.  Hist.  sal.  I.   Fase.  I.   t.  4.   Fase.  IV.   t.  22. 

f.  1  U.  1».  (langblällrige  Form)  nebst  f.  a  H.  C.  (gewöhnlicLc  Ulattforni).  IxElT.  U.  AbEL 
Holzart.  T.  69.  GuIMP.  Holzart.  T.  188  (grosshlätlrige  Form  an  die  S|.lela.  b.  siel, 
schliessena).  V^^ILLD.  Berlin.  BaulUZ.  T.  4.  f .  1  (beste  Abbildung).  Engl.  bot. 
t.  1487    (grossblattrige   Form). 

b.  uliginosa.     Die  grössere.     Höher;  Blätter  grösser,  länglich -um- 
gekehrteirund  mit  rundlicher  Basis. 

S.  aiuita  v.  major  Chi.  han.  das.  S.  aurita  Tar.  Hoffm.  das.  t.  22. 
f.  b.  c.  (unten  links).  S.  uliginosa  V^'iLLD.  Eniini.  hört,  bcrol.  II.  1007. 
Berl.  Baumg.  T.  4.  F.  2.     Guimp.  das.    T.  190. 

c.  orbioulata.     Die  rundblättrige.     ISiedriger;   Blätter  rundlich- 
umgehchrteinind ,    fast  ganzrandig,  flach. 

X  §•  repenti-aiirita»  Kriechende  geöhrte-Bastard. 

weide»  Blätter  unigcliehrteirund- elliptisch  mit  kurzer  meist  ziirück- 
gekrümmter  Spitze,  unregelmässig  seicht  gesägt,  geschweift-gesägt  oder 
fast  ganzrandig,  unterseits  runzelig-aderig,  anliegend  seidenhaarig,  spä- 
ter oft  fast  kahl,  INebenblätter  eirund-  oder  länglich- lanzettlich ;  Kap- 
seln lang  oder  sehr  lang  gestielt,  kegelförmig,  filzig,  Griflel  kurz,  Nar- 
ben eirund,  ausgerandet,  Schuppen  röthlich,  nach  oben  allmälig  dunkler. 
liÖLL  Bhein.  Fl.  266  (Anme.k.).  V^^imm.  Schrift,  d.  schles.  Gesellsch.  f. 
vaterl.  Cult.  1848.  S.  124.     S.  ambigua  Ehru.  Beitr.  VI.  103.    Arb.  n.  109. 

Chi.  han.  495   (mitAnsscbl.   von  S.  spathulata  AVU-LD.).      KOCU  das.    (mit  Ausschluss 
von    dieser   und    von    S.  proslrata    Sm.  ,    welche    letztere    zu    S.  repens    v.  fusca    gehört). 

In  V^^äldern,  Haineu,  auf  sumpfigem,  moorigem  und  torfigem  Boden, 
sehr  häufig,  die  Bastardform  ziemlich  häufig,  meistens  in  der  Nähe  der 
Stanimeltern,  beide  bis  auf  die  Brockenhöhc.  April,  Mal,  kurz  vor  dem 
Laubausschlage.  —    Juni. 

■^'iel-  und  sperrig- ästiger  Strauch  mit  feinen,  kahlen,  nur  an  den  jüngsten  Trieben  fein- 
filzigen, braunen  oder  branngelben  Asten  und  brannrotben  ,  kahlen  Knospen.  Die  Hauptart  c. 
und  die  Bast.  F.  2  —  4'  hoch,  b.  bis  6'  hoch.  Blätter  sehr  veränderlieh,  an  den  erstge- 
nannten Formen  '/j  —  1"  lang,  an  der  letztem  1'/^  —  -"  l-mg.  «l-'S  Adernnetz  auf  der  Unter- 
seite stets  stark  vortretend,  wodurch  sie  von  ahnlieben  Formen  der  S.  repens  zu  unterschei- 
den sind.  —  Die  Bast.  F.  steht  durch  das  noch  merklich  vorfietende  Adernefz  der  Blatl- 
unterseite  S.  aurita  näher  als  S.  repens.  Blätter  '/^  —  •V4"  '*"§ '  ^^^'^  stumpflich,  hald 
kurzspitzig,    mehr   elliptisch. 

Bemerk.  S.  spatbulala  ATii.LD.  schliesst  sich  zwar  als  grössere  Blaltform  an  unsere 
Bast.  F.,  weicht  aber  doch  in  der  Bandbildung  und  andern  Umständen  etwas  ah.  Wären 
Conjectureu  erlaubt,  so  konnte  man  sie  für  eine  S.  repenfi- uliginosa  halten.  Indessen  sind 
genau  mit  der  'WlLLDENOw'schen  Tflanzc  übereinstimmende  Formen  iiu  Gebiete  nicht  ge- 
funden   worden. 

C.     Incubaceae.     Niederliegende  VVeiden. 

Äste    liegend,     ansteigend,    Blätter    unterseits    meist    s  e  i  d  e  n  haa  r  i  g.  — 
Kätzchen    sitzend,     später   auf  beblätlerleni    Stiel. 

14.  S.  repens.  MCriechende  WTeide,  Blätter  kurz  läng- 
lich-lanzettlich oder  liueal  -  lanzettlieh,  nach  oben  entfernt  und  seicht 
drüsig -sägezähnig  oder  fast  ganzrandig,  oberscits  glänzend,  kahl  oder 
behaart,  unterseits  seidenhaarig;  Nebenblätter  lanzettlich;  Kätzchen  läng- 
lich oder  kurz  walzenförmig;  Kapseln  mittellang  gestielt,  kegelförmig, 
filzig,  selten  kahl,  Griflel  sehr  kurz,  Narben  länglich-eirund,  meist  ge- 
spalten,  Schuppen  kurz,   abgerundet,  nach  oben   allmälig  rothbraun. 

LiNN.  Sp.  pl.  1447.  Guimp.  Holzart.  T.  183.  Engl.  bot.  t.  183.  S.  re- 
pens cc.  vulgaris  KocH  Syn.  II.  754.  S.  fusca  v.  repens  Chi.  hau.  496. 
S.  depressa  Hoffm.  Hist.  sal.  I.  Fase  III.  63.  1. 15. 16.  S.  rosmarinifolia 
Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  59. 


510  SAlilCI^TEAE.  Salix. 

b.  fusca.  Jtie  braune.  Höher,  Zweige  länger,  braun;  Blätter  oval 
oder  oval -länglich  mit  meist  zurückgekrümmter  Spitze  und  umgeboge- 
nem Rande,  oberseits  kahl,  unterseits  seidenhaarig  oder  kahl  und  grau- 
grün;  Kapseln  filzig,  selten  kahl,  Griflel  kurz. 

S.  repens  ß.  fusca  Kocu  das.  S.  fusca  Linn.  das.  Chi.  hau.  495. 
ScHK.  Handb.  IV.  T.  317.  c.  n.  17.  Güimp.  das.  184.  Engl.  bot.  t.  1960, 
nicht  minder  t.  1962  (S.  adscendens).  t.  1959  (S.  prostrata).  t.  1961  (S. 
parvifolia).     S.  polymorpha  Ehrh.  Arb.  n.  49. 

c.  argentea.  Die  silberfarbene.  Zweige  jung  silberhaarig;  Blät 
ter  breiter,  oval  oder  oval  -  kreisrund ,  mit  meist  zurückgekrümniler 
Spitze  und  umgebogenem  Rande,  beiderseits  oder  unterseits  glänzend- 
silberhaarig;   Kapseln  filzig,    Griflel  sehr  kurz. 

S.  repens  y.  argentea  Koch  das.  S.  fusca  v.  argentea  Chi.  han.  das. 
S.  argentea  Sm.  Fl.  brit.  111.  1059.  Engl.  bot.  t.  1364.  Güimp.  das. 
T.  182.     S.  arenaria  Linn.  Fl.  suec.  351.     Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  70. 

d.  vitelliiia.  Hie  gelbe.  Zweige  dottergelb  oder  braungelb;  Blät- 
ter länglich-lanzettlich  oder  lanzettlich  mit  meistens  gerader  Spitze  und 
schwach  zurückgebogenem  Rande,  oberseits  glänzend,  unterseits  sei- 
denhaarig oder  später  kahl  und  graugrün;  Kapseln  filzig,  Griflel  kurz. 

S.  fusca  V.  longifolia  Chi.  han.  das.  S.  ineubacea  Willd.  Sp.  pl.  IV. 
696.     GuiMP.  das.   T.  185.     S.  procumbens  Schrad.  im  Gott.  bot.  Gart. 

X  i^.  Ylmlnall. repens*   Korh .Teriechende Bastard- 

tveide»  Blätter  schmal  lanzettförmig,  seicht  wellenförmig  sägezähnig, 
oberseits  anliegend  zarthaarig,  unterseits  seidenfilzig  und  glänzend; 
Kapseln  kurz  gestielt,  ei -kegelförmig,  zugespitzt,  filzig,  Griffel  mit- 
tellang, Narben  schmal  lineal,  meist  ungetheilt.  Schuppen  kurz,  rost- 
roth,  nach  oben  allmälig  dunkler. 

S.  repenti-viminalis  ?  V^'^imm.  Schrift,  d.  schles.  Gescilsch.  f.  vaterl. 
Cult.  1848.  S.124. 
Auf  Triften,  Heiden  und  Waldwiesen,  auf  Sumpf-,  Moor- und  Torf- 
boden, sowohl  humosem  als  sandigem,  bis  auf  die  Brockenhöhe,  sehr 
häufig  und  meist  gruppen-  oder  heerdenweise ;  c.  im  tiefen  Sandboden 
der  Küsten  und  Inseln;  d.  auf  torfigem  Bruchboden,  seltener  {Hrn.;  //»». 
Göttingen  am  Solling  an  mchrern  Puncten,  bei  Seeburg  in  den  Knickel- 
beeren (Vaccin.  Oxyc.));  die  Bastardform  auf  Sunipf!)oden  (nur  bei  Bre- 
men gefunden).     April,  Mai,  mit  dem  Laubausschlage.  —    .luni,  Juli. 


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ober,    am    Grnn. 

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Katz, 

.ben    oCl 

bell- 

gelb 
eben 

blutrolber  Färbung,  gegen  die  Spilie  dunkler  gefärbt.  Staubbeutel  gelb  oder  rotbgelli ,  nach 
dem  Verstäuben  sehnärzlicb.  IVarben  gelb,  rotli ,  purpurn,  oft  fast  sitzend  oder  .luf  kurzem 
nicht  über  '/j'"  langem  Griffel.  Bläller  der  Spielart  d.  i.iebt  über  l'/j"  lang  bei  4'"  Breite. 
IVebenblälter  selten.  Der  Übergang  dieser,  in  ihren  Extremen  von  der  klcinblätlrigen  Hauptart 
anscheinend  sehr  ahweiehenden ,  Form  ist  bei  beiiarrlicbem  Verfolgen  der  vielartigen  Gestal- 
lungen dieser  Art  nicht  zu  verkennen.  —  Die  Bast.  F.  schliesst  sieb,  bei  noch  etwas  län- 
gern Blättern,  im  Gesammtansehen  nnmiltelhar  an  diese,  weicht  aber  durch  Kurzstieligkeit 
der  kurzem  Kapseln,  durch  1'"  langen  Grillel  und  schmale  Narben  sehr  ab.  Ob  das  AVlM- 
MER'sche  Citat  nebst  der  dort  dazu  gezogenen  S.  angustifolia  AVULF.  hierher  oder  zu  der 
Spielart  d.  gebort,  darüber  lässt  sieb  ohne  Originaleiemplarc  nicht  entscheiden ,  und  eben  so 
wenig  dürfte  bei  dem  jetzigen  Zustande  unserer  'Weidenkenntniss  ein  gegenwärtig  Lebender 
wissen,    was    V^'ULFEN    unter   seiner    S.  angustifolia   verstanden    bat. 

15.    ^.  rosniarinifolia.   Wtosmarinhlättritf  e  Weide» 

Blätter  schmal  lanzettlieh,  lineal -lauzettlich  oder  lineal,  beiderseits  ver- 
schmälert mit  gerader  Spitze,  am  Rande  schwach  zurückgebogen,  ganz- 
randig  oder  gegen  die  Spitze  kaum  merklich  drüsig- sägezähnig,  oberseits 


§alix.  SAI^ICOEAE.  511 

liahl,  glänzend,  unterselts  seidenbaarig,  Nebenblätter  lanzettlich;  weib- 
liche Kätzchen  rundlich  oder  länglich.  Kapseln  niittellang  gestielt,  ei- 
hegelförmig,  in  den  kurzen  Griffel  zugespitzt,  silberfilzig,  Narben  eirund, 
ganz  oder  gespalten,  Schuppen  kurz,  röthlich,  nach  oben  allinälig  dunkler. 
LiNN.  Sp.  pl.  1148.     Chi.  hau.  497.     Kocu  Sjn.  II.  755.     Nolte  Nov. 

11.  hols.  81  (nach  Ausweise  von  EllRHART  ans  dem  Lauenlnirgschen  in  die  Herrenhäuser 
PJantage  verpflaniler  Ejcn.plare).  GuiMP.  Holzart.  T.  186.  EhRH.  Arb.  n.  119. 
Engl.  bot.  t.  1365  und  t.  1366  (S.  arlmscula;  mit  Ausschluss  des  zweihlattrigen  Zweiges 
rechts).      Lob.   Tc.   II.    137   (mit   AM,.). 

b.  longifolia.  Die  langblättrige.  Blätter  verlängert  lanzettför- 
mig, unterseits  stärker  seidenhaarig,  Kätzchen  kurz  walzenlorniig, 
Griffel   fast  niittellang,    Narben  länglich -eirund. 

S.  angustifolia  Kocu  das.  755.  mit  Ausschluss  von  S.  fusca  v.  longi- 
folia  Meyer  Chi.  han.  497. 

c.  Titellina.  Die  gelbe.  Zweige  dottergelb;  Blätter  unterseits 
schwächer  seidenhaarig,    später  zum  Theil  kahl  und  bereift. 

S.  laeta    ScUULTZ    Fl.   Starg.    Suppl.  51    (nach  Ausweise    am    angegebenen   Stand- 
orte  gesammelter   mit    der   citirten   Besclireibung   übereinstimmender   Esemjilare). 

Aufwiesen  und  Weiden,  auf  moorigem  und  torfigem  Boden,  nur  im 
nordöstlichen  Theile  des  Gebiets  (/jTf.  Bramfelde,  Beinbeck;  Lb.  Leesten, 
Gross-Zecher,  b.  in  der  Besenhorst  bei  Escheburg — ■;  31k.  hier  häufig: 
Penzlin,  Grossen -Helle,  Woggersin  — ;  c.  Wiesen  bei  Neubrandenburg, 
z.B.  hinter  der  Kuhweidc).     Wai,   mit  dem  Laubausschlage.  —    Juli. 

Strauch  von  1 '/o  —  2'/,'  Höhe  mit  ansteigenden,  ruthcnfürmigen ,  braunen,  rothhrannen, 
an  b.  blass  dotter-  oder  grüngelben  Zweigen.  Blätter  höchstens  l'/j"  lang,  hei  2'/./" 
Breite,  an  c.  bis  "i'/j"  lang,  4'"  breit,  häufig  aber  beträchtlich  kleiner,  oben  allmälig  zu- 
gespitzt, unten  in  die  Basis  verschmälert,  so  dass  der  grösste  Breitendurchniesser  stets  in  der 
Mitte  liegt,  gestrecht,  flach,  mit  gerader  Spitze,  am  zart  umgebogenen  Bande  selten  mit 
einer  oder  der  andern,  kaum  merklichen  Brüse  fast  ohne  Zalmhildiing  versehen,  oherseits,  mit 
Ausnahme  der  endständigen  etwas  zarthaarigeu ,  kahl,  im  trockenen  Zustande  aderig- liniirt, 
unterseits  in  der  Begel  dicht  silberhaarig-  und  eigenthümlich  starkglänzend,  seltener  nur  zer- 
streuet behaart  bis  in's  ganz  Kahle  und  dann  in  der  Regel  blau  bereift.  Blühende  weib- 
liche Kätzchen  4  —  •5'",  an  b.  fast  doppelt  so  lang,  3  —  3'/.^"'  breit,  Schuppen  meistens  so 
lang  als    der  Kapselstiel.      Männliche   Kätzchen   walzenförmig,    Staubfäden  fein    und  sehr  lang, 

S.  daphnoides  YiLL.  wird  in  L.  PfEIFER's  Flora  von  Kiederh.  u.  MUnd.  102.  am 
Fusswege  von  Cassel  nach  A^'aldau  angegeben,  welches  wohl  auf  einem  Irrthum  LeruLet. 
Ein    vom    Verf.    erbetenes    Exemplar   habe    ich    nicht    erhalten   können. 


Bemerk.  1.  S.  peliolaris  Sm.  Fl.  brit.  III.  1048.  Engl.  bot.  1147.  auch  noch  in 
Comp.  Fl.  brit.  Ed.  III.  145.  aufgeführt,  ist  nordamerikanisch  und  nur  durch  Irrthum  unter 
die    in    England    einheimischen    Gewächse    aufgenommen. 

Bemerk.  2.  Es  lasst  sich  nicht  verkennen,  dass  durch  INachweJsung  der  von  WiMMER 
zuerst  bestimmt  ausgesprochenen  und  mit  Ausdauer  verfolgten  Baslardbefruchtung  der  Weiden 
ein  neues  Eicht  über  diese  Pilanzengattung  verbreitet  worden  ist.  INur  möge  man  sich  durch 
dessen  Schimmer  im  Verfolgen  des  eröffneten  Weges  nicht  verleiten  lassen,  an  die  Stelle 
der  Beobachtung  Conjecturen  zu  setzen,  denen  es  nicht  schwer  fallen  dürfte,  sämmiliche 
Weiden   sehr   consequent  von    wenigen    Stammarten   abzuleiten. 

JPharmaceutisch-Medicinisches»    Von  den  Art.  1—3.  die 

Rinde  der  2-  oder  3 -jährigen  Triebe  (Cortex  Salicis)  officinell.  f'or- 
w  altende  Bes  tandt  h.  eisen  grünender  Gerbestoff'  tind  ein  bitterer  f.v- 
tractivstoff'  (Salicin).  Anwendung  als  adstringirende  Arzneistoffe.  — ■ 
Zur  Darstellunq  des  Salicins  eignet  sich  vor  allen  A.6.,  welche  sowohl 
in  der  Rinde  als  in  den  Blättern  an  Bitterstoff'  am  reichsten  ist. 


512  SAI^ICOiEAE.  Populus. 

technische»  «.  Ölconomisches,  Als  Brennholz  die  Art.  3. 
u.  7.  am  werthvollsten  Itrcnnwerlli  des  Holzes  von  A.  7.  Va  des  liii- 
chenholzwerthes ,  von  A.  3.  '/2  des  Bnchenholzwerlhes.  Festiijhcil  und 
Dauer  des  sehr  weichen  Holzes  säinnitlicher  Arten  sehr  (ferimj ,  Textur 
und  Dichtigkeit  gering,  Zähigkeit  der  Art.  3.  u.  7.  f/nt,  der  A.  2.  sehr 
schlecht.  Gevncht  grün  der  liub.  F.  von  A.  3.  65  Pf'.,  von  A.  7.  47  Pf'., 
waldtrocken  46  Pf'.'  u.  40  Pf.  A.  3.  liefert  zur  Noth  Sparren  und  ge- 
ringe Balken  zum  f'erbaueti  im  Trocknen,  übrigens  nebst  A.  7.  I\utzholz 
zu  Spaltarbeiten,  Schachteln,  Fassreifen.  liinde  zum  Gerben  feiner 
Lederarten  und  in  der  Färberei  anwendbar.  Laub  ifelrocknel  ein  gutes 
Viehfutter  im  fVinter  (von  S.  Caprea  im  Lüneburgschen  Heidsehnueken- 
futter).  Blüten  eine  frühe  und  werthvolle  Nahrung  für  die  Bienen,  de- 
ren starker  Besuch  als  Hauptursache  der  vielen  Bastardbildungen  anzu- 
sehen ist.  Samenwolle  mit  Zusatz  von  Baumwolle  verwebbar,  zufVai- 
ien,  Filz  u.s.w.  anwendbar.  Als  Strauchholz  die  Art.  6.  5.  4.  die 
werthvollsten.  f'erbraueh  zu  Bühnen,  Uferbefestigungen,  Faschinen,  Bind- 
winden, Beif-  und  liorbstöeken,  Hecken  u.  s!  w.  Und  Korbflechtereien 
aller  Art.      Die  grösste  Zähigkeit  der  Buthen  kommt  den  Art.  6.  u.  5.  zu. 

forstliches  u.  öJconomisches  Verhauen,     Natürliches 

Alter  der  Art.  2.3.7.  bis  150  J.  und  darüber,  der  Strauchweiden  10  — 
50  J.  Forstwirthschaf'tlich  beste  Benutzung  der  erstem  als  Niederwald 
in  10 — 15  -jährigem  Umtriebe ,  ökonomisch  beste  Nutzuntj  als  Kopfholz 
in  1-  bis  2 -jährigem  Abhiebe.  L,etztere  aus  den  Forsten  mögliclisl  zu 
verbannen,  mit  reichem  Frtrage  dagetien  an  Flussufern ,  in  Heegern, 
fVerdern,  Aussendeichsländereien  zu  erziehen;  in  S  — 9 -jährigem  Um- 
triebe, bei  dichter  Bestückung  und  frühem,  tiefem  Hiebe  bis  zu  einem 
Ertrage  von  120  Kub.  F.  vom  Morgen,  und  im  2 — -3 -jährigen  Abhiebe, 
Sit  Korbruthen  nach  Amerika,  mit  einem  Gewinn  bis  zu  1200  Bthl,  vom 
Morgen  Schlickboden  am   Unterlaufe  der  Elbe  und  fVeser. 

LllVN.    Gen.    n.  1123. 

DeckMätler  derKätzchen  gesehlilzt.  Geschlechtsdecke  schräg 
napfförniig.        Geschl.   Syst.  XXII.  7. 

Bäume  von  rasclieiu  und  lioliein  Wuchs.  Hnospt-n  sitzend,  geschin- 
delt-schuppig.  Blätter  wechselstäudig ,  ganz,  selten  gelappt,  in  der 
Knospenlage  von  beiden  Seiten  gegen  den  Mittelnerv  einwärts  gerollt. 
Webenhlätter  frei,  abfallend.  Rätzeheii  aus  besundern  Knospen  einzeln, 
ohne  Blätter,    meistens  vor,  seltener  mit  den  Blättern  hervorbrechend. 

Slaiibgefässe   8.       Schlippen    gewimpcil. 

1.  P.  alba*  JVeiSSe  Pappel»  Blätter  rundlich-eirund,  aus- 
geschweift-eckig,  der  Stockausschlag  3  —  5-lappig,  unterseits  nebst  den 
jungen  Triel)cn  schnceweiss- filzig,  später  kahl  und  unterseits  silbergrau; 
Schuppen  eirund -lanzettförmig,  an  der  Spitze  wenig  geschlitzt  oder  ganz- 
randig  und  gewimpert. 

LiNN.  Sp.  pl.  1463.  Chi.  hau.  498.  Koch  Syn.  Tl.  758.  Schk.  Handb. 
IV.  T.330.  a.  T.330.b.  F.  2.  3  (P.  nivea).  Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.8. 
GuiMP.  Holzart.  T.22().     Engl.  bot.   1. 1618. 

Durcli  Anpflanzung  verbreitet,  späterhin  an  Flüssen  und  Wegen,  auf 
feuchtem  humusreichem  Boden,  hier  und  da  verwildert.  Anfang  April's 
vor  dem  Laubaussehlage.  —    Ende  Wal's. 

Baum  von  60  —  80'  Höbe.  Riudc  hcllascligrau  ,  länglicli  -  rautenförmig  aufreissend. 
Zweige  spater  kalil ,  Knospen  weicliliaarig.  Alännliclie  Kätzchen  lang  cjlindriscb,  dick,  weib- 
liche Kürzer  und  sehr  \iel  dünner.  —  Am  Walle  lon  Bremen  kommt  eine  Mittclfoim  zwi- 
schen   dieser  und   der   folgenden    /Irt   vor,    die   vielleicht   h\hride   ist. 


Populiis.  SAI.ICOEAE.  513 

Ä.  P.  CaiieSCenS.  Graue  Pappel,  Blätter  nebst  denen 
der  Stockausscliliige  eirund-rundlich,  seicht  ausgeschweift- eckig,  unter- 
seits  nehst  den  jungen  Trieben  schwach  graufilzig,  Itald  kahl  und  grün- 
lich;   Schuppen  unigekehrteirund,  tief  geschlitzt  und  gewimpert. 

Sm.  Fl.  brit.  TU.  1080.  Chi.  han.  498.  Hoch  Svn.  II.  759.  Schk. 
Handb.  IV.  T.330.b.  F.  1  (P.  alba).  Guimp.  Holzart.  T.201.  Engl.  bot. 
t.  1619. 

Durch  Anpflanzung,  jedoch  seltener  als  A.  I.,  verbreitet  und  m  der 
Nähe  von  Ortschaften,  an  Gräben,  auf  nassem  Boden,  hier  und  da  fast 
verwildert  {Br.  am  V^^ill;  Hrn.;  Pr.  Kloster  Holzhausen  bei  Büren  im 
Paderbornschen).   Anfang  April's  vor  dem  Laubausschlage. —  Ende  Mai's. 

Wiiclis  iinil  Hohe  der  A.  1.  RinJc  grau,  Knospen  glänzend.  Blaltcr  der  Slork-  und 
WurzeJausscbläge  nicht  ü-lappig,  sondern  mit  denen  des  Stammes  in  der  Form  iiherein- 
lomniend,    nnr    stSrlier   graufilzig. 

3.    P.  trenmla.     Zitfer- pappet,     Blätter  fast  kreisrund, 

unregelmässig  bnchtig-sägezähnig,  beiderseits  kahl,  der  Stockausschläge 
herzförmig- eirund,  zugespitzt  und  behaart;  Schuppen  fingerig  -  einge- 
schnitten ,  langzottig  -  gewimpert. 

LiNN.  Sp.  pl.  1464.  Chi.  han.  498.  Koch  Syn.  II.  7-59.  Schk.  Handb. 
IV.  T.  3S0.  a.  Ueit.  u.  Abel  Holzart.  T.  9.  Guimp.  Holzart.  T.  203. 
Engl.  bot.  t.  1909. 

In  A^orhölzern,  Hainen  und  V^''aldungen ,  auf  sumpfigem  wie  auf  nia- 
germ  trockenem  Boden,  bis  zu  den  höchsten  Berghöhen,  häufig  einge- 
sprengt.    März  vor  dem  Laubausschlage.  —    Anfang  Mai's. 

Baum  von  50  — 80'  Höhe,  30  —  40  Fuss  umher  Wurzel hrut  trelhend  ;  aber  auch  stran- 
chig.  Krone  gering.  Rinde  grünlichgrau,  im  Alter  rissig,  Knospen  I.rauu,  kahl.  Blätter 
oft  an  demselben  Zweige  ton  doppeller  Form:  untere  lircisrund ,  stumpizähnig,  die  der  1- 
jährigen  Spitze  herz -eirund  oder  eirund,  zugespilzt  und  scl.arC  gesägt.  Schuppen  dunkel- 
braun, ausgezeichnet  durch  lange  graue  Zotten,  A'ariirt  mit  stumpf-  nnd  sjiitzzähnigeu  Bl.il- 
tern,  kommt  bisweilen  mit  niiterseits  streifig  angepresst- seidenbaarigcn ,  silberglänzenden, 
später  aber  kahl  werdenden  Blättern  »or  (v.  »illosa  Chi.  Lan.  das.)  und  auf  den  Gebirgen, 
besonders    auf  sandigem    Boden,    »ariirt   sie   mit  \iel    kleinem,   rundern   Blättern. 

••       Staubgefässc    12  —  30.       Schuppen    kahl. 

dl.   P.  dilatata*   Pyramiden- Pappel,    Blätter  breit  rau- 

ten-  oder  deltaförmig,  zugespitzt,  kerbig- sägezühnig,  kahl;  Zweige  zu- 
sammenneigend-aufrecht. 

AiT.  Hort.  kew.  IIL  406.  V^^illd.  Sp.  pl.  IV.  804.  Schk.  Handb.  IV. 
T.333.  b.  F.  4.  Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  46.  P.  pyramidalis  Kocfl 
Syn.  II.  760.     P.  nigra  italica   Du  Boi  Harbk.  Baumg.  II.  141. 

An  Landstrassen  angepflanzt  und  auf  nahe  belegenem  uncultivirtem 
Boden  durch  Anflug  bisweilen  gleichsam  verwildert.     März.  —    April. 

Schöner,  schnellwüchsiger,  mächtiger,  bis  100'  hoher,  Pyramiden  bildender  Baum,  im 
ersten  Frühjahr  durch  dicht  siebende  männliche  Kätzchen  purpurn  gefärbt.  Rinde  länglich- 
rautenförmig  aufrcissend,  mit  Moos  und  Flechten  bedeckt.  Blätter  meistens  J.reifer  als  lang, 
wegen  der  stark  flachgedrückten  Blattstiele  fast  in  beständiger  Bewegung.  Der  weibliche 
Baum    kommt    ausser   in    Gärten    nicht    vor. 

5.  P.  nigra.  ÄCÄM7ar«-JPappcl.  Blätter  eirnnd-3-eckig, 
lang  zugespitzt,  stumpf- sägezähiiig,   kahl;    Zweige  sperrig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1464.  Chi.  han.  498.  Hoch  Syn.  II.  760.  Schk.  Handb. 
IV.  T.330.a.  Reit.  U.Abel  Holzart.  T.  10.  Guimp.  Holzart.  T.  204.  Engl. 
bot.  t.  1910.     Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  47. 

An  Gräben,  Teich-  und  Flussufern,  meistens  in  der  Nähe  von  Ort- 
schaften, auf  nassem  sandigem  Boden,  hier  und  da  eingebürgert.  März, 
April.  —    Ende  Mai's. 

Höhe   (50 — 80'.      Krone    durch  abstehende  Äste  in  die  Breite  gedehnt  und   locker,   junge 


514  SALlCliWEAE.  Populus. 

Triclie  ledcrgclb,  glänzcnil ,  Knospen  selir  klebrig  uiiil  wokirieclieoil.  Blatter  l'ng  gestielt. 
ScLiiiiiien   klass   gelligriin,    hinfällig.      Staulikeiitel   purpurn. 

GJE  n^JERBIICHJeiS, 

technisches  «.  Ökonomisches.     Art. 1.2. 4. 5.  zu  Purktm- 

lagen  vorziifßlick  geeiijnet,  A.  4.  auch  zu  Alleen.  Brennwerth  des  Holzes 
von  A.3.  Vä»  "*«  A.5.  V.,  des  Buchenholzes,  mm  Ziei/el-  und  Kalhhren- 
nen  besonders  f/eeifjnet.  Dauer  von  A.  1.  im  Trockenen  sehr  uut ,  im 
Feuchten  und  ff^asser  f/erin(/.  Spaltinkeit  mittelmiissitf ,  Zühii/keit  und 
Festigkeit  des  getrockneten  jungen  Holzes  sehr  gross.  Elasticität  gross, 
Dichtigkeit  gering,  Te.vtur  in  Verbindung  mit  lueisser  Farbe  gut.  Dem 
ff^'erfen  und  Baissen  wenig  unterworfen.  Härte  sehr  gering.  Gewicht 
grün  der  Hub.  F.  50  Pf'.,  waldtrocken  39  Pf.  Gutes  Bauholz  im  Trocke- 
nen zu  Balken,  Sparren,  Schalholz,  gutes  Spalt-  und  Schnitznutz-  und 
Geschirrholz,  in  Thon  nesetzt  das  beste  Palisadenholz.  A s chenertrutj 
von  1000  Pf  Holz  IP'U  Pf  Asche,  S3'k  Loth  Pottasche.  Binde  und 
Blätter  in  der  Färberei  zu  benutzen.  Knospen  der  Art. 4. 5.  zur  Ge- 
winnunff  des  Ungut'nfiim  populeum  der  Officinen.  Getrocknetes  Laub 
mittelniässiges  f'iehfutter.  Blüten  und  Samen%volle  denselben  Nutzen 
wie  die  der   fVeiden  gewährend. 

forstliches  Verhalten»  Natürliches  Alter  der  A.3.  höch- 
stens 80  »/.  Im  Hochwaldc  als  Unkraut  zu  betrachten.  fVirthschaft- 
liches  Alter  im  Niederwalde  zu  Stangen  20 — 30  J.,  zu  Buschholz  S — • 
10  J.  Mit  y ortheil  als  Hopf-  und  Schneidelholz  zu  behandeln.  Durch- 
schnitt s  zu  w  ach  s  etwa  doppelt  so  stark  als  der  der  Buche.  Aus- 
schlag s  fähig  k  ei  t  vom  Stock  gerin(f ,  von  der  fJ'urzel  sehr  stark  bis 
in  das  höchste  Alter.  ßf'enig  Beschattung  ertragend.  Durch  Fer- 
heizung  und  Krankheiten  mancher  Art  sehr  leidend.  Belauhung 
nicht  verdämmend,  den  Boden  wenig  verbessernd. 

liXXXIX.    BEXUltEAK. 

Bctiilineae   IlICH.    in    HlIVTH    INov.    gen.    II.    21. 

Blüten  einhäusig,  \\\  (leckblättrigen  Kätzchen.  Männliche 
Kätzchen:  walzenförmig,  Deckblätter  (Schuppen)  schildförmig, 
kurz  gestielt,  am  vorilern  Rande  von  2 — 4  halbvortretenden 
Deckblättchen  (Aebenschuppen)  umgeben,  welche,  unterhalb  des 
Deckblatts  stehend,  der  Basis  desselben  der  Hälfte  ihrer  Län- 
e  nach  angewachsen  sind.  Blüten  3,  frei  und  getrennt  am 
_itielchen  des  Deckl>latts  stehend.  Geschlcchtsdeckc  4-theilig, 
4  Slaubgefässe  vor  den  Lappen  der  Geschlcchtsdecke,  mit  freien 
oder  zu  je  2  verwachsenen  Trägern.  Weibliche  Kätzchen: 
walzen-  oder  zapfenförmig,  Deckblätter  geschindelt,  2 — 4,  au 
ihrer  Basis  stehende  Deckblättchen,  mit  ihnen  verwachsen. 
Drei,  oder  durch  normales  Fehlschlagen  2,  freie  Blüten  ohne 
Geschlechtsdecke,  2  zweifächerige,  2-eiige  Fruchtknoten  mit 
je  2  fadenförmigen  Narben.^  Frucht  eine  durch  Fehlschlagen 
1-fächerige,  1-samige,  weiche  IVuss.  Samen  ohne  Eiweiss, 
Keim  gerade,   das  Würzelchcn  zum  Nabel  gewandt. 

Torkommen.  Gemässigt  kalte  Lage,  Sand  und  3Ioor  liebend,  übri- 
gens bodenvag. 

Gehalt.  In  den  Blättern  (von  li.  alba)  bitterer  Extractivstoff,  ei- 
sengrünender (in  Aln.  glut.  eisenbläuender)  Gerbestoff  tind  ätherisches 
Öl,  in  der  Binden oberhaut  ein  eigenthümliches  Harz,  Extractiv-  und 
Gerbestoff ,  Birkenkampfer  (Bettilin,  ob  ein  Product  der  künstlichen  Er- 


1 


JLlnus.  BETVLEAE.  515 

hitzutig?)  lind  Birhtnöl.  Im  Safte  freie  Essig.tätire ,  Sehleimzucker,  es- 
sigsaurer Haik  und  Thonerde.  In  der  Asche  des  Holzes  kohlensaure 
Erden  vorherrschend. 

i.     AlilVlJS.     XnXiM, 

TO'JRNEF.    Inst.    .587.    t.  3.l9. 

Männl.  Kätzchen:  Sehuppea  schildfürmifi;  mit  4  unterseils 
ihnen  angewachsenen  Nehenschuppen  untl  3  nnter  diesen  stehen- 
den Uliilen;  Geschlechtsdeeke  4-theilig  mit  gleichmässigen  Lap- 
pen, Stanbgefässe  4  mit  2-fächerigen  Säcken.  Weilil.  Kätz- 
chen: Schuppen  mit  4  ihrer  Basis  angewachsenen  iNehenschup- 
pen  verholzend  und  stehen]>leihend,  Blüten  (unter  fehlschla- 
gender mittelständiger)  2,  ohne  Geschlechtsdeeke.  Zusammen- 
gedrückte w  eiche  INuss  ohne  Flügelrand.     Geschl.  Syst.  XXI.  4. 

Bäume  (Art.  1.  2.)  oder  Sträuclie.  Blätter  •weehselständig,  in  der 
Rnospenlage  geschindelt,  fächerig  gefaltet  und  von  den  INehenhlättern 
liedcckt.  IVehenhlätter  frei,  abfällig.  Blattknospen  gestielt,  nackt. 
Männliche  und  -weililiche  Kätzchen  im  HerLst  vorgebildet,  überwinternd, 
und  im  Frühjahr  vor  dem  Laubausschlage  aufbrechend,  Blütenstiele  bei- 
der traubig  an  gemeinschaftlichen  Endtrieben,  jene  an  der  Spitze,  diese 
unterhalb  jener  seitenständig.  Fruchtkätzchen  zapfenartig,  nach  dem 
Samcnabfalle  unverändert  bis  in  das  nächste  Jahr  stehen  bleibend.  — 
Keimen  mit  über  die  Erde  tretenden  kleinen,   ovalen  Keimblättern. 

1*  A*  glUtlnOMia.  Gemeine  JErie*  Blätter  rundlich  oder 
umgekehrteirund,  oben  gestutzt  oder  buchtig  ausgerandet  mit  keilförmi- 
ger Basis;  ausgeschweift -gesägt,  unterseits  in  den  Nervenachseln  bärtig, 
übrigens  kahl  und  glänzend,  jung  kleberig. 

Gaertn.  Fruct.  II.  54.  t.  90.  f.  2.  Chi.  hau.  .503.  Koch  Sjn.  II.  763. 
GuiMP.  Holzart.  T.  135.  Hayne  Arzneigew.  XIII.  T.  48.  Betula  Alnus 
LiNN.  Sp.  pl.  1394.     Beit.  u.  Abel  Holzart.  T.  7.     Engl.  bot.  1. 1508. 

An  Fluss-  und  Teichufern  einzeln,  in  Sümpfen  und  Brüchern  horst- 
vreise,  in  Waldungen  auf  moorigem  Boden  reine  Bestände  bildend, 
häufig.     März,  April.  —    September,  October. 

Bis  80'  hoher  Baum  mit  unrcgeliiiassiger  «enigäsliger  Krone,  sehr  brüchigen  Zweigen 
und  schuppiger  Riuile,  in  BrücLcrn  ol't  strauchartig.  Holz  frisch  gehauen  Orangeroth.  Laub 
schwarzgrün.       Reil'e    Fruchtzapfen    lang    gestielt. 

Ä.  A*  Incana.  W^eisteMrle*  Blätter  eirund- elliptisch,  scharf 
doppelt -gesägt  oder  schwach  eingeschnitten  und  gesägt,  unterseits  weich- 
haarig ohne  bärtige  ]\ervenachseln. 

De  Cand.  Fl.  franc.  III.  304.  Chi.  han.  503.  Bemerk.  Kocu  Svn.  II. 
762.     GuiMP.  Holzart.   T.  136. 

In  der  IVähe  von  Ortschaften,  auch  in  Waldgegenden,  hier  und  da 
angepflanzt,  auch  wohl  halb  verwildert  (//>i.  Harz,  oberes  Weserthal; 
IIs.  Habichtswald;  in  Mk.  zu  Forstbeständen  erzogen),  am  Brocken  viel- 
leicht wild.     März.  —    September. 

Geringer  Baum  mit  hellaschl'arbener  glatter  Rinde,  oder  Strauch.  Reife  Fruchlzapfen 
kurzstielig  gekuüuelt. 

technische»  u.  ökonomische«,  A.  2.  für  Parkanlagen  gc. 
eignet.  Brennwerth  des  Holzes  von  A.l.  '/j  des  Buchenholzes.  Dauer 
in  steter  Nässe  ausserordentlich  gross,  in  abwechselnder  Feuchtigkeit 
und  im  Trockenen  gering.  Spalttgkeit  gut,  Festigkeit  und  Zähigkeit 
sehr  gering.  Elas'ticitüt  gut.  Harte  g'erinrj.  Be'isst  stark  und  wirft 
sich.  Gewicht  grün  der  hub.  F.  56  — SS  Pf.,  waldtrocken  43  Pf.  Als 
Bauholz  imJVasser,  zu  Grundbauen,  Röhren  u.  s.w.  vorzüglich,  Schnitz- 
nutzholz, für  Tischler  und  Drechsler ,  welche  besonders  die  Masern  sn- 


516  BETIXEAE.  Betnla. 

ehen.  A schenertrafj  von  1000  Pf .  Holz  35  Pf.  /Ische,  S'/^Pf.  Pott- 
asche. Sünde  Gerbe-  und  Fayhestoff'  enthaltend.  Blätter  fjef/en  Ge- 
schwüre  ttn  Hausifehrauch ,    tnittclniüssir/cs    f'iehf'utter. 

forstliches  Verhalten,  Natürliches  Alter  100^120,/., 
wirthschaf'tliches  als  haumholz  60-^SOJ.,  als  Niederwald  25  —  :iöJ. 
Dnrchschnittsztiw  uchs  stark,  aber  nach  Beschaffenheit  des  Bodens 
sehr  verschieden  (20  —  SO  Hub.  F.).  Aus  s  chlaij  sf'iihifjhei  t  bei  tief'cni. 
Hieb  stark  und  bis  zu  40  J.  anhaltend.  Beschattung  nicht  vertra- 
gend. Durch  fV  ittertintj  wenifj  leidend,  der  f'er  b  c  itzunt/  nicht  atis- 
qe  setzt. 

%,    BCTUIiA.     BMUME* 

laNN.    Gen.    n.  lOVi    zum    Theil. 

Männl.  Kätzchen  :  Schuppen  schildförmig  mit  2  unlerseits 
ihnen  angewachsenen  IVel)enschuppcn  und  3  unter  diesen  ste- 
henden liliiten.  Geschlechtsdecke  4- f heilig,  untere  3  Lappen 
kleiner  als  der  obere  Cdui-ch  Druck  bisweilen  verkümmernd  oder 
fehlschlagend).  Slaubgefasse  4,  je  2  bis  über  die  Mittender 
Träger  verwachsen,  mit  1-fächcrjgen  Säcken.  Weibl.  Kätz- 
chen:  Schuppen  durch  2  frühzeitig  mit  ihnen  verwachsende 
Nebenschuppen  3-lappig,  zur  Fruchfzeit  abfallend,  Blüten  3, 
ohue  Gcschlechtsdecke.  Flachgedrückte  weiche  iNuss  mit  geflü- 
gelten Rändern.       Geschl.  Syst.  XXI.  4. 

Bäume  (A.  1.)  oder  Sträuche"  (Art.  2.  3.),  jene  durch  den  Ausbruch 
ihres  freundlich  liclitgriinen,  wohlriechenden  Lauhes  den  Jahrcscjklus 
der  Vegetation  beginnend.  Blätter  wechselständig,  in  der  Hnospenlagc 
geschindelt  und  fächerförmig  gefaltet.  I>ebenhlätter  frei,  abfällig;  Knos- 
pen sitzend,  geschindelt  -  sciiuppig.  Männliche  Kätzchen  zu  1 — 3  an  den 
Zweigspitzen  im  Herbste  vorgebildet,  überwinternd  und  mit  dem  gleich 
nachfolgenden  Itlätterausschlnge  aufbrechend;  weibliche  einzeln,  tiefer 
stehend,  mit  den  Blättern  sich  entwichelnd.  Fruchthätzchen  cylindrisch. 
Schuppen  mit  dem  Samen  von  der  bleibenden  fadenförmigen  Spindel  ab- 
fliegend. —     Keimen  mit  über  die  Erde   tretenden    kleinen   Keimblättern. 

t«  B*  alba.  JVeiSSe  BirJce*  Blätter  rautenförniig-3-ecl.ig 
oder  eirund -3- eckig,  zugespitzt,  doppelt  gesägt,  nebst  den  Zweigen  kahl, 
der  Stockausschläge  und  üppigen  Triebe  herz -rautenförmig  und  lang  zuge- 
spitzt; Fruchtkätzchen  lang  gestielt,  hängend,  Seitenlappen  der  Sciiuppen 
rundlich,  schwach   niedergebogen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1393.  Chi.  hau.  501.  Koch  Syn.  II.  760.  Reit.  u.  Abel 
Holzart.  T.  15.     Guimp.  Holzart.  T.  145  (nicht  naturgetreu).     Engl.  bot.  t.  2198 

(iler  obere  Zweig  die  rautenfurmigc ,  der  untere  die  eirund  -  raulenldrnjige  Blaltform  darstel- 
lend).     B.  verrucosa  Ehrh.   Beitr.  A'II.  98.     Arb.  n.  96  (üppige  junge  Triebe, 

die    nicht    dazu    gehörigen    Blütenzweige    ausgeschlossen). 

b.  pendula.  Die  hängende.  Zweige  verlängert,  schlafl'  hängend, 
kahl  und  meist  warzig;  Blätter  rautenförmig  mit  meistens  vorgezogener 
Spitze  und  Basis,  doppelt  gesägt;  Scitenlappen  der  Schuppen  schmä- 
ler,   schwach  niedergebogen. 

Chi.  han.  das.     B.  pendula  Roth  Fl.  germ.  1.405.  II.  2.476.     Schk. 

Handb.    III.    T.  288    (unterer  Zweig). 

c.  odorata.  nie  wohlriechende.  Zweige  aufrecht -abstehend,  jung 
schwach  behaart,  später  kahl;  Blätter  eirund  oder  herzförmig- eirund, 
spitz,  ungleich  seltener  doppelt  gesägt,  beim  Ausbruch  stark  kleberig, 
glänzend  und  kahl;  Seiteulappen  der  Schuppen  kürzer,  bald  rundlich, 
bald  schwach  gestutzt. 

Betula  odorata  Bechst.  Diana  I.  74.  T.  1.  B.  alba  Schk.  das.  (oberer 
Zweig).  Fl.  dan.  t.  1476.  B.  alba  v.  glabrata  Chi.  han.  502.  B.  pube- 
sccns    ß.   glabrata   Wählend.    Fl.  carp.  306.      B.  carpatica  Willd.    Sp. 


Betula.  BETIJK.EAE.  517 

pl.  IV.  1.  464    (nach  Ausweise  vom  Pfarrer    Maukscii    in  Räsmark    erliallcncr   carpatiscber 

Eicniplare)  und  lt.  exct'lsa  das.  Berl.  Itauniz.  T.  1.  F.  2.  B.  glutinosa 
Wallr.  Sched.  crit.  497. 

d.  pubescens.  Hie  weichhaarige.  Geringerer  Baum,  Zweige  auf- 
recht-anstehend,  jüngere  dicht  weichhaarig,  Blätter  eirund  -  rautenför- 
mig oder  eirund,  spitz,  ungleich  oder  doppelt  gesägt,  w  eiehhaarig, 
später  bis  auf  die  TVervenachseln  der  Unterseite  kahl;  Seitenlappen  der 
Schuppen  kürzer,  schräg  gestutzt,  sehwach  gewimpert,  Samenllügel 
schmäler. 

B.  puhescens  Ehrh.  Beitr.  YI.  98.  Arl..  n.  67.  Guimp.  Holzart.  T.  146. 
B.  tomentosa  Beit.  u.  Abel  Holzart.  Forts.  T.  15.  B.  davurica  Fall. 
Fl.  ross.   I.  60.    t..39.      Willd.   das.  463.      B.  hybrida  Bechst.  das.  80. 

B.  aurea  BORKH.  Forstbot.  1.  498  («enn  die  Blalier  doppelt  gesagt  sind,  wie 
sie    EllRIl.    in    seiner  Diagnose  der   B.  pulicscens  angielit,    ohgleicli   es  der  seltnere  Fall    ist. 

rSach  Eseinpl.   von  Beciistein).      B.  sibirica  in   Gärten. 

e.  parvifolia.  Uie  kleinblättrige.  Geringer  Baum  oder  strauchig. 
Zweige  aufrecht-abstehend,  weichhaarig;  Blätter  rundlich-eirund,  weich- 
haarig; Scitenlappen  der  Schuppen  kürzer,  gestutzt,  Samenllügel  sehr 
schmal. 

S.  alba  d.  intermedia  Wahlenb.  Fl.  succ.  II.  624.  B.  davurica  ß. 
Willd.  das.  B.  davurica  minor  in  Gärten. 
In  Hainen  und  Waldungen  der  Ebenen,  Vorberge  und  Gebirge,  auf 
Boden  jeder  Art,  jedoch  den  frischen  sandig- lehmigen  Boden  anderm 
vorziehend,  Basalt-  und  Kalkboden  meidend,  eingesprengt  oder  kleine 
Bestände  bildend,  sehr  häufig;  b.  in  freiem  Stande  und  exponirter  Lage; 
c.  am  häufigsten  in  den  Vorbergen  und  niedrigen  Gebirgsgegenden,  doch 
auch  in  den  Ebenen;  d  und  e.  auf  sumpfigem  oder  moorigem  Boden  der 
Ebenen  sowolil  als  der  mittelhohen  und  hohen  Gebirge,  letztere  nur  im 
Bruchboden  der  hohem  Gebirgslagen  des  Harzes.  Mitte  April  bis  Ende 
Mai's  mit  dem  Laubausschlage.  —   August   bis  October. 

Bis  60'  lioher,  schlanker,  jnng  gelb-,  alter  weissrindiger  Stamm  mit  lockerer,  flatteriger 
Krone,  die  Oberhaut  aus  pergamentarligen ,  mit  dem  Alter  sich  mehrenden,  puderigen,  braun- 
quernarhigen  Schichten  beslehind  ;  c.  stämmiger,  weniger  schlank,  Krone  kurier-  und  steifer 
ästig;  d.  von  demselben  '^Vuchsc  aber  geringer  an  Stamm 
schwacher  bis  15'  hoher  Baum,  Biälter  '/j  —  7l"  '*"6-  — 
den  Spitien  der  vorigjährigen  Triebe,  weibliche  gestielt  und 
tragend    hängend. 

Bemerk.  1.  Wahrend  man  von  anderer  Seite  (Regcnsb.  bot.  Zeit.  1848.  S.  7.3.)  sich 
veranlasst  glaubt,  die  Zahl  der  einheimischen  Birlienailen  noch  vermehren  zu  müssen,  bin  ich, 
nachdem  ich  nunmehr  seit  mehr  als  .50  Jahren  in  Feldern  und  Wäldern  Birken  und  Birken- 
bestände beoliacbtet  und  in  früherer  Zeit  als  Forstmann  bewiribschaftet  habe,  zu  der  Über- 
zeugung gelangt,  dass  die  oben  aufgeführten  Arten  nur  Spielarten  einer  und  derselben  Art 
sind.  Eine  B.  pendula  bildet  sich  in  der  Regel  nach  2  —  3  Jahren  aus  jedem  Stamme  der 
Hauptart,  der  als  einzelne  Samenbirke  in  ejponirfer  Lage  beim  Abtriebe  übergebalten  wird. 
Eine  freiere  Einwirkung  der  Sonne  befördert  die'  Ausscheidung  des  harzigen,  zu  Kürucben 
verhärtenden,  Saftes  der  jungen  Triebe,  deshalb  ist  eine  pendula  auch  in  der  Regel  eine 
verrucosa,  und  aus  gleichem  Grunde  erscheinen  einzelne  Stämme  an  den  Rändern  der  Be- 
stände und  die  jungen  Triebe  der  Stöcke  auf  den  Abiriebsschlägen  als  Betulae  verrucosae  ;  — 
d  und  e.  sind  ursprünglich  ein  Erzeugniss  des  Sumpfliodens ,  dessen  Säuregebalt  den  Wachs- 
thum  hemmt  und  uindiflcircnd  auf  die  normale  Entwiekelung  einwirkt.  Samen  dieser  For- 
men, auf  besserui  Boden  angeflogen  oder  angesäet,  giebl  die  Form  c. .  die  in  erueuerlen 
Gcneiationen  in  mannicbfachen  Übergängen  zur  Hauplart  verfolgt  werden  kann.  —  EllRriART 
holte  die  Form  d.  aus  den  Brüchen  des  Harzes  als  Betula  pumila  broceenbcrgensis  Du  Boi, 
bezeichnete  sie  im  Herbario  B.  alba  hercynica  und  nannte  sie  später  B.  pubescens.  B.  da- 
vurica Fall,  ist  durchaus  dieselbe  Form,  und  B.  eicelsa  genau  die  Form  der  B.  odorala, 
während    B.  carpalica ,    mit    schon    ganz    kahlen    uud    rautenförmigen,    weniger  r.ugrspitzlcn  Bläl- 


und    ni 

edr 

iger; 

;    e. 

Strauch 

odei 

Männli 

ehe 

Kätzchen 

sitzend 

,    ai 

lufrecbl 

:  an 

den 

L^n  Sc 

ilen,    fri 

,.ch|. 

518  BETIJI.EAE.  Betula. 

lern  zunächst  an  die  Hauptform  tritt.  —  Aligcschcn  von  ilicscn  ModiGcationcn  ilcr  ßlattform 
Tariirl  auch  die  Grösse  und  Dicke  der  Fruchtkätzchen,  und  die  AbHcichungcn  in  der  Form 
der  Seitenlappcn  der  Fruchtschuppen  kanii  man  ,  ehen  so  wohl  als  breiter  und  schmäler  ge- 
fliigelle  Samen,  nach  Altersverschiedenheit  auf  dcmselhen  Baum  —  ja  nicht  selten  in  demsel- 
hcn    Kätzchen    der   Spielart   b.    beisammen    finden. 

De  in  er  lt.  2.  Es  ist  in  der  That  ein  merkwürdiges  Factum  und  Zeichen  der  Zeit  in 
rebus  bolanicis,  dass  man  im  >~atcr]ande  lAfiTiEs,  nicht  mehr  weiss,  was  B.  alba  L.  ist,  und 
anstatt  des  I>amens,  welcher  von  ihm  einem  lom  IVordkap  bis  zum  Aetna  (B.  etnensis  IlAFIN. 
SCIIIH.  nach  Exempl.) ,  in  INordamerika  und  in  IVordasien  verbreiteten.  Jedermann  bekannten 
Baume  gegeben  wurde,  die  Benennungen  B.  verrucosa  und  B.  glutinosa  lesen  muss !  — 
Welche  Bewandniss  es  mit  EiiRIIART's  B.  verrucosa  habe,  ist  in  der  Chloris ,  auf  den  Grund 
seines  rflanzennacblassps,  nachgewiesen  worden.  Uie  Arb.  n.  Uti.  von  ihm  gegebenen  Blältcr- 
Iriebe  sind  Stockausschläge  der  gemeinen  B.  alba  )>ei  Ilannoier  gesammelt,  die  dazu  gelegten 
Bliitenzweige  entnahm  er  von  einem  für  B.  alba  gehaltenen  Baume  in  seinem  Gurten.  .Später 
erkannte  er  dessen  Verschiedenheit  und  corrigirte  die  Eti'piette  durch  den  Namen  B.  acuminata 
£.    und    endlich    durch    den    Zusatz   B.    populifolia    AlT. 

Ä.    B.  friiticosa.    Strauch- BirTee,    Blätter  kurz  gestielt, 

riiiitllicli- eirund  oder  oval,  ungleich  gross -siigezähnig,  kalil,  unterseits 
netzartig-grünaderig;  Frucbtkätzclien  fast  sitzend,  Schuppen  lingerig-3- 
spaltig  mit  gleichlormigen,    aufwärts  gerichteten  La]>pen. 

Pall.  Fl.  ross.  I.  62.  t.  40.  Willd.  Sp.  pl.  IV.  1.  467.  Glimp.  Holz- 
art. T.  149.     11.  hunillis  Schrank  Baier.  Fl.  I.  421.     Rocu  Sjn.  11.  761. 

In  Torfbrüchen,  als  -westliches  Vorkommen  in  Norddcutschland,  nur 
{Mh.  IVeuhrandenburg  auf  den  Birkbuschwiesen,  bei  Schnlenburg  und 
Kncess,  an  den  Ufern  der  IVecknitz,  Brun,  V^'^anikow).  April.  —  Au- 
gust, September. 

Strauch  von  1  bis  h'  Höhe.  Zweige  aufstrebend,  gerade,  violetbraun  oder  grau,  meistens 
mit  ovalen,  vvachsgelben  Harzdriiseu  besäet.  Blätter  kurz  gestielt,  etwas  steif  und  dicklich, 
•/j  —  ^U  höchstens  1"  lang.  Fruchtkätzchcn  kurz  «alzig  oder  ellipsoidisch.  Schuppenlappen 
länglich,  bald  fast  gleich  lang,  bald  der  mittlere  fast  um  die  Hälfte  länger  als  die,  immer 
etwas   kürzern  ,    seitlichen. 

Bemerk.  Aach  F°ruelite.vem|ilaren  in  meinem  Herbarium,  welche  Hr.  v.  LlNDENTlIAL 
unter  dem  INamen  Betiila  frntirosa  Tallasii  ex  suuimis  alpihus  Altai  in  Sibiria  mitbrachte, 
ist   die    PALLAs'sche    Pflanze    mit    der    uiiserigen    völlig   idculiseh. 

3t  B.  nana»  Xwerg-BirJee*  Blätter  sehr  kurz  gestielt,  kreis- 
rund, oft  breiter  als  lang,  stark  gekerbt,  kahl,  unterseits  netzartig-sulerig; 
Fruchtkätzchen  fast  sitzend,  Schuppen  iingerig -3-spaltig  mit  gleichför- 
migen aufwärts  gerichteten  Lappen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1394.  Fl.  läpp.  Ed.  II.  t.6.  f.  3.  Pall.  Fl.  ross.  I.  t.  40. 
f.  D— G.  Chi.  hau.  502.  liocu  Syn.  II.  762.  Fl.  dan.  t.91.  Guimp. 
Holzart.  T.148.     Engl.  bot.  t.  2326  (sehr  gut). 

Auf  den  Hochbrüchern  des  Harzes  nicht  unter  3000'  Höhe  über  dem 
Meere,  nicht  häufig  (Iln.n.Pr.  beim  Borkenkruge ,  auf  dem  Lcrchenfelde, 
Botheilbruche,  Schierke  im  Bruche  hinter  den  Feuersteinsklippen).  Juni, 
Juli.  —    Octobcr. 

Strauch  mit  theils  liegenden,  theils  bis  2'  hoch  aufstrebenden,  vioictbrauncn,  kahlen  Zwei- 
gen, die  selten  Uarzdrüseu  zeigen.  Weibliche  Kätzchen  gegen  das  Ende  der  Zweige, 
männliche  unter  diesen.  Schuppen  und  Samen  mit  denen  der  A.  •.  übereinstimmend.  — 
Variirt   eben   so    wie  B.  alba   mit   dicht   weichhaarigen    Zweigen. 


Bemerk.  Den  Bau  der  männlichen  Blüten  von  Betula  habe  ich  bei  keinem  Schrift- 
steller richtig  erkannt  und  beschrieben  gefunden.  Man  spricht  ihnen  die  Geschleehtsdccke 
ab,  indem  man  dem  Deckblatt  5  Deekbluttchen  zusehreibt  und  damit  Theile  zusauimenzielit, 
die  ganz  verschiedenen  Organen  angeboren,  wie  schon  die  verschiedenartige  Insertion  jener 
Deckblättchen  andeutet.  !Nur  'i  derselben,  nahe  am  Stiele  des  Dcckblalls  stehend  und  mit 
diesem  zu  einem  Organe  ^erwachsen,    sind  >chcndeckblättchcn.      Die  andern  3,   allcrnireud  und 


Ittyrioa.  jnVRICEAE.  519 

frei  unter  jenen  stclicni].  Bind  die  obcrn  Lappen  der  Geschlechtsdecken  der  3  tuännliclien 
Bluten,  die  jedes  DecKblatt  entliält.  Diese  Lappen  stehen  tieler,  sind  kleiner  ('/4  ,  '/j,  an 
B.  alba  fast  '/j ,  an  B.  papyracea  -/s  *»  gfo**)  .  xartcr,  angefärbt,  auch  wohl  durch  den 
Druck  der  Staubgefässe  (besonders  an  Kätzchen  noch  junger  Stamme)  in  der  Ausbildung  be- 
hindert und  zum  Theil  »erkiimmcrt.  Bei  einigen  Birkenarten  (B.  alba,  B.  papjracea)  stehen 
jene  3  Oberlappcn  zwar  dicht  unter  den  Deckblaltchen ,  sind  aber  nicht  wie  diese  mit  dem 
Deckblatt  verwachsen;  bei  andern  Arten  aber  (B.  lenta ,  B.  carpinifolia,  B.  nigra)  entfernen 
sie  sich  sehr  bemerklich  vom  Deckblatt  und  dessen  Deckblättehen,  nnd  die  übrigen  je  3 
Lappen  der  Geschleehtsdecke  sind  meistens  gut  ausgebildet,  ja  man  nimmt  sogar  ein  eigenes 
kleines  Stielcben  wahr,  mit  welchem  die  4-lappige  Geschleehtsdecke  am  Deckblatlstiele,  in 
oder  über  dessen  Mitte,  befestigt  ist.  Aon  der  Richtigkeit  dieser  Beobachtung  wird  man 
sich  alsbald  überzeugen  können,  wenn  man  nicht  getrocknete,  sondern  frische  und  gut  aus- 
gebildete Kätzchen  eines  alten  Stammes  untersuchen  will. — •  Betula  steht  demnacb  Alnus 
im   Blütenbaue    viel    näher,    als    man    bisher   annahm. 

GJE  WMRJiZICHXS. 

technische*  u  ÖJconOtniSCheS»  A.l.  eine  Zierde  in  Park 
anltujen  und  Gärten.  Brennwcrlk  des  llolzes  Vö  des  Buchenholzes. 
Dauer  fjering.  Spaltit/keit  mittelmässig ,  Zühif/keit  und  Festifjkeit  gut. 
Elasticität  und  Dichtiffkeit  mittelmässii/ ,  Textur  yleichmüssig ,  schön 
flammig,  dem  fVerf'en  und  Schwinden  wenig  ausgesetzt.  Treffliches 
Tischler-,  fVagner-,  Drechsler-  und  Schnitznutzholz,  auch  zu  Reifstä- 
ben,  schlechtes  Bauholz  im  Trockenen.  Aschenertrag  von  1000  Pf. 
Holz  14  Pf.  Asche.  1  Pf.  19  Loth  Pottasche.  Reiser  zu  Besen,  Rinde 
zum  Gerben,  Bereitung  des  Birkentheeres  zur  Juchtenfabrikation  (vor- 
züglich die  Spielart,  ed.).  Saft  zum  Birken -Champagner.  Laub  zur 
Bereitung  des  Schiittgelbs ,   schlechtes   f'iehfutter. 

forstliches  Verhalten,  Natürliches  Alter  bis  150  J.,  auf 
ungünstigem  Boden  kaum  60,  wirthschaftlich  vortheilhaftestes  als  Baum- 
holz 60  J.,  im  Niederwalde  23  J.  Durchschnitts  Zuwachs  als  Baum- 
hnlz  20—30  Hub.  F.,  als  Schlagholz  bis  SO  Kub.  F.  Aus  schlag  s  fä- 
higkeit  sehr  schlecht  und  früh  aufhörend,  den  Safthieb  nicht  vertra- 
gend; eben  so  wenig  Beschattung.  Durch  f'erbeitzung  und  fVit- 
teruny  nicht  leidend.  Geringer  Relaubung  und  grosser  Neigung  zur 
Lichtstellung  wegen  den  Boden  verschlechternd. 

XC.    IflYKICEAE. 

KlCll.    Eiern,    bot.    .'JÖI. 

Blüten  1-  oder  2-häiisig  in  tleckblättrigen  Kätzchen.  Männ- 
liche: Deckblätter  (Schuppen)  sitzend  mit  2  Deckhlättchen  (Ne- 
henschuppen),  Geschleehtsdecke  fehlend?  Staiihgefässe  2-— 
mehrere,  frei  oder  an  der  Basis  zusammengewachsen.  Weib- 
liche Kätzchen:  Deckblätter  (Schuppen)  sitzend,  deschlechts- 
decke  4— 6-theilig?  Fruchtknote  1- fächerig,  mit  1  aufrechten 
Eichen,  2  pfriemenförmige  IVarben.  Weiche  1  -  sämige  Nuss. 
Kein  Eiweiss.  Keim  gerade,  das  Würzelchen  nach  der  Spitze 
des  Samens  gerichtet. 

TTorkommen.     Unsere  Art  dem  sumpfigen  Heicleboden  angehörig. 

Gehalt.  fVenig  bekannt.  In  der  fVurzel  fand  vian  vorwaltend 
Gerbestoff,  ferner  fVachs,  Harz,  Schleitnharz,  fettes  Öl,  Gummi,  Salz- 
mehl, Spurett  von  ätherischem  Öl- 

I.     ITIITRICA.     GA^GKMj, 

LitVN.    Gen.    n.  1107. 

Blüten  2- häusig.    Schuppen  der  Kätzchen  1 -blutig.    Männl. 


520  niYRlCEAE.  Myrica. 

Blülc.  GescMechtsdeclie  nicht  vorliaiijlcu?  4,  seilen  6  SfauJ»- 
eefässe  an  der  Basis  der  Schuppe,  frei  oder  iheiivveise  ver- 
wachsen. Weihliche  Blüte:  Geschlechtsdecke?  in  der  Achsel 
der  Schlippen,  4-lheilig,  1  Fruchlknoten.  Geschl.  Syst.XXll.4. 
Sträuche  mit  harzigen  aromatischen  Säften.  Blätter  -wechselständig, 
ganz,  gesclilitzt  oder  fiederspaltig. 

1.    Itl.  Cale.    Gemeiner  Gagel.    Blätter  spateiförmig,  an 

tier  Spitze  gesägt;    Kätzchen  eiförmig,   Schuppen  gespitzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  14.53.  Chi.  han.  503.  Koch  Syn.  II.  7(33.  Schk.  Handb. 
4.  T.322.     Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  74.     Guimpel  Holzart.  T.200. 

In  Heiden  und  Mooren,  auf  sumpfigem  toriigem  Boden,  im  nördlichen 
Tlieile  des  Geliiefs,  die  Südgrenze  der  Gesanimtverhreitung  Hn.  Celle, 
Gifhoru  erreichend,    sehr  häufig.     April,  Mai.  —   August,  September. 

Slraucli  von  2  —  4'  Höhe  luil  ausgespreizten,  lirüchigen ,  dnnlielbrannen  Zweigen  und 
liaarigen  jungen  Trieben.  Blatter  kurz  gestielt,  etwas  ledcrarlig,  ol>er^^arls  l.cliaart  später 
kahl  und  dunkelgrün,  unterseils  roslrolhfilzig,  heidcrseils  mit  gelben  glänzenden  Drüsen  bald 
mehr  bald  weniger  bestreuet.  Kätzchen  sitzend,  männliche  länglicli  mit  anschliessenden 
Schuppen,    weibliche    eiförmig,    locker.       Staubgcfässe    meistens    4.       Grill'cl    purpurn. 

Benierl.-.  Die  Feststellung  des  Blütenbanes  vorlangt  fortgesetzte  Beobachtungen.  Es 
ist  wahrscheinlich,  dass  in  Folge  des  Druckes  der  dicht  geschindelten  Kätzchen  ein  häufiges 
thcilHcises    Fehlschlagen    von    Organen    eintritt. 

GM1VJEMtBI.M€MMB. 

VecJiniSChes»  Blatter  und  Rinde  sind  zum  Gerben  feinerer  Le- 
dcrartcn  (unvcndhnr,  auch  (fewinnt  man  ein  ätherisches  Ol  und  vefjetabi- 
lisches   IVachs  daraus. 

x€i.    coivifsirae:. 

Jt'SS.    Gen.   411. 

Blüten  1-  oder  2-häusig,  in  dcckhlätlerigen  Scheinkälzchen. 
Männliche:  au  der  Basis  von  Dcckhlälteru  (Scliuppcu;  umse- 
hen^ höher  mit  Slauhgefässen  hcscfzt,  Stauhhcutel  3-  pt}«^»" 
niehrfacherio;,  meist  üherragt  von  einer  scliuj)|)cn-  oder  schdtl- 
förmisenForlscIzung  des  BeutelJjaudcs.  M  cihlichc  von  ähnli- 
cher Bildung,  2-  (seilen  1-)  oder  mehreiiffe  Fruchlschuppen  in 
den  Achseln  geschindelter  Deckhlällcr  (l)cckschuppcn).  hu\- 
ehen  nackt,  aufrecht  oder  umgekehrl,  his  zur  Beile  mehr  oder 
Aveniger  hedeckt  von  den  zum  Zapfen  verholzenden  oder  zur 
Trughecre  zusammenfliessendcn  Fruchlschuppen,  seilen  hecher- 
artig von  einer  nachwachsenden  zweiten  Samenhaut  umfasst. 
Iteim  mit  2  oder  mehrern  Samenlappen,  aufrecht  in  der  Achse 
des  fleischigen  Eiweissesa  das  Würzelehen  mit  diesem  theilweise 
vcrwaclisen. 

Vorkonimen.  Ein  gemässigtes  Klima  liebend  und  das  halte  vertra- 
gend, daher  gegen  die  i'ole  zunehmend  und  die  Gebirge  bekleidend. 
Wenige  dem  Sandboden  angehörig  oder  kalhliebend,  die  mehrsten,  mit 
Ausnahme  des  Thons,  auf  jedem  Boden  gedeihend,  sobald  er  nur  locker 
und  nicht  zu  trocken  ist. 

Gehalt,  ^iustjezeichnct  durch  das  reiche  l'orhommen  von  Harzen, 
Balsamen  ttnd  üflierischen  Ölen.  In  den  Nadeln  ausserdem  Gummi,  Zu- 
cker, Säuren.  —  In  der  Rinde  ausserdem  bittere  Extractivstoffe ,  Ger- 
bestoff', Stärke.^  In  der  tische  voihvrrsehend  Erden.  In  den  Samen 
reichlich  fettes-  Öl. 


Pinug.  CONiFEBAfi.  521 

1.  Giuppe.     ABIETIJVEAE.     TAXNMXGMn^ÄCMSM. 

Scheiiikiitzclien  cinliäiisig.  MUiinlichc  tiiid  Aveililiclie  zerstreuet  oder 
an  den  Enden  verschiedener  Zweige.  Frucht  ein  Zapfen  mit  freien 
Schuppen. 

1.    PI^US.     VJLJVJVM, 

I.iNN.   Gen.  n.  1077. 

3Iäunliche  Scbeiuliätzchen:  Sfauhbeiitel  kurz  gestielt,  2-fä- 
eherig  mit  schiippenförmiger  Yerlaiigerung  des  Beiitelhandes. 
Weibliche:  Fruebtschuppeii  mit  2  nacb  uiiteii  gerichteten  Ei- 
chen, hinter  Deekschuppeu.  Zapfensebuppen  je  2  gctlügelte 
Samen  bedeckend,     (iesehl.  Syst.  XXI.  9. 

ItJiunie  (Art.  1 — 3.)  oder  Sträuche  mit  leichtem,  grösstentheils  aus  po- 
rösen Zellen  gehildetem  Uolze  und  harzigen  Saften.  Äste  quirlstitndig. 
Blatter .  nadelartig,  schmal,  starr  und  1 -nervig,  im  Yerlaufe  von  2  —  3 
Jahren  oder  jahrlich  sich  erneuernd,  einzeln  oder  Lüschelständig  in  den 
Achseln,  die  Düschel  von  häutigen  schuppenartigen  Scheiden  umgeben. 
Achselhnospen  oft  niclit  vorhanden.  —  Heimen  mit  mehrern  Heimhlät- 
tern ,   ■welche  die   Samenschaale  mit  über  die  Erde  bringen. 

•J-      ScLiippen    der   Zapfen    nacli    der   Spitic   z  ii   verdickt   mit   kegelförmig 
vortretendem    Höcker. 

1.    P.  sylvestris*    Kiefer- Tanne  (Wöhre),    Nadeln  zu 

zweien;  Zapfen  ei -kegelförmig  gestielt  und  herabgekrüninit,  Flügel  drei- 
mal so   lang  als   die   Samen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1418.  Chi.  hau.  505.  Kocu  Syn.  II.  766.  Lamb.  Monogr. 
t.2.  ScuK.  Handb.  III.  T.308.  Reit.  u.  Abel  Uolzart.  T.  97.  Engl.  bot. 
t.  2460. 

Im  flachen  Theile  des  Gebiets,  auf  Sand-  und  Heideboden,  grosse, 
reine  oder  mit  Birken  gemengte  Waldbestände  bildend,  hier  nicht  auf 
die  Gebirge  gehend  ausser  durch  künstliche  Ansät.  Mai,  Anfangs  Juni. — 
Ende  October's,  ISovembcr  des  zweiten  Jahrs.    Abflug  im  Frühjahr  darauf. 

Hohe  100—120'.  Wiirzelban  mit  ticfgel.ender  Pfal.ln.irzel ;  Stamml.ildung  nntigel- 
mässig,  nach  oben  abliolzig;  Aststelliing  gcspreilzt,  mit  lielfacben  Bicgnngen,  obne  Absloss 
absterbender  unterer  Zweige;  frnbzeitige  Abwülbiing  der  Krone  dureb  nacblusiieuden  AVücbs 
des  Mittchriebcs  bei  forlscbreitcnder  >  erliingerung  der  Seitenarme.  Itinde  orangebrann,  in 
dünnen  gelblicLcn  Schiebten  sieb  ablösend,  an  den  jungen  Zweigen  olivengrUn.  Uelaiibiing 
locker  und  unterbrochen.  ISadcIn  sj)errig,  -  —  3"  laug.  Männliche  Scheinkatzchon  eiriuid- 
kiigelig,    gelb,    Deckblätter   der    weiblichen    diinkclroth.       Zapfen    zerstreuet. 

•|--j-      Schuppen    der   Zapfen   nach   der   Spitze   zu   verdünnt,    eben. 
ISadeln   einzeln. 

!3.    P.  Abies.   Xtoth.Tanne  {Fichte)*    Nadeln  zusammcM- 

gedrückt,  fast  4-kantig,  stachelspitzig;  Zapien  walzenförmig,  hängend.^ 
Schuppen  rautenförmig,    an   der  Spitze  aiisgebissen-gezähnt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1421.  Chi.  han.  504.  Roch  Syn.  II.  769.  Lamb.  Monogr. 
t.25.      ScHK.  Handb.  III.  T.308.      P.  Picea   Du  Roi  Uarbh.  Baumz.  II. 

110    und   nacb   ihm    der   Forstmänner.      KeIT.    U.    AbEL    Holzart.    T.  99. 

Im  mittlem  Gebiete  den  mittlem  und  höhern  Theil  der  Waldungen 
des  Harzes  in  meistens  reinen,  seltener  mit  Buchen  gemengten  Beständen 
bildend,  auf  der  Höhe  des  Brockens  fast  strauchartig  wertlend,  in  den 
Waldungen  des  Sollings  und  Deislers,  so  wie  im  flachen  Lande  nur  durch 
künstliche  Ansät  verbreitet;  im  Gebirge  vorzüglich  den  Grauwackeboden 
liebend,  in  den  Miltelbergen  und  Ebenen  den  frischen,  sIeinigen  Lehm- 
boden, auf  Sumpfboden  zur  Bothfäule  hinneigend.  Ende  Mai's.  —  Sep- 
tember,  October,  Abflug  im  nächsten  Frühjahr. 


522  CONIFERAE.  i»inu9. 

Ilolie  Iiis  lÖO'.  Wiirzclliau  flach,  weit  ausgebreitet  olioe  Pfablwnncl ;  Stammhililung 
regelmässig,  voUlioUig  und  ninJ.  Äste  scLwatli ,  »agcrcelit,  im  Alter  licrabLängcna ,  ab- 
wecbsvliitl  sieb  deckend,  einen  dichten  Schirm  bildend,  in  der  Jugend  geschlossen  stehend, 
durch  Abslossen  der  untern  Zweige  sich  reinigend.  Krone  pyraraiden  -  kegelförmig  ohne  Ab- 
wölbung  des  AVipl'els.  Kinde  graubraun,  im  Alter  in  rundlichen  Schuppen  aul'rcissead.  Bc- 
laubung  dicht,  duakcl  und  schützend.  Tadeln  74"  lang,  steif.  Männliche  Seheinkätzcben 
zwischen  den  INadeln  der  vorigjährigen  Triebe,  walzenförmig  rolhgelb,  weibliehe  an  den 
Spitteu    der    Zweige,    violctroth ,     Zapfen    unter    der    Spitze    der    Krone   gehäuft. 

3,  P,  Picea*  Kdel-Vanne*  rSadeln  zwcizeilig-ljammförinig, 
ausgcraiidet ,  uutei-seits  mit  2  -weisseii  Furchen;  Zapfen  walzenförmig, 
aufreehtstchend,    Scliiii>|>en  nnigckelirteirund,  stumpf. 

LiNN.  Sp.  pl.  14:20.     Clil.han.504.     Koch  Syn.  II.  768.     Lamb.  Monogr. 

t.30.      1*.    AhieS    Du   llOI     llarbk.    Baumz.    II.   95  und   nach   ihm   der   Forstuiänncr. 

Heit.  u.  Abel  Holzart.  T.  98. 

In  den  Forsten,  auf  liräftigem  tiefgründigem  Roden,  hier  und  da  durch 
Cultur  angezogen  (im  Hannoverschen  seit  1752,  am  Harze  in  einer  Höhe 
von  1400'  nicht  mehr  gedeihend),  einheimisch  wohl  erst  jenseit  der  Süd- 
grenze des  Gebiets  im  Thüringerwalde.     Mai.  —   Ende  Septembers,  Oct. 

llöhe  bis  150'.  Wur/.elbau  tiefgebend,  massig  ausgebreitet.  Stammbildung  regelmässig, 
walzenförmig.  Äste  stark,  aufrecht  stehend.  Krone  pyramidenförmig.  Bclaubung  dicht. 
Rinde  hcllaschgran ,  glatt,  nur  an  alten  Stämmen  aufgerissen.  Männliche  Scheinkätzchen 
zwischen  den  Wadeln ,  klein,  rotbbrauu  ,  weibliche  länger,  weissgrün.  Schuppen  der  Zapfen 
mit   dem    Samen   von   der   stehenbleibenden    Spindel    abfallend. 

••      Blätter    in   Büscheln. 

4.  P.  liarix.     Ijerchen.Vanne,     Blätter  Jährig,  schmal 

lineal,  etwas  rinnig;  Zapfen  eiförmig,  aufrecht  stehend,  Schuppen  abge- 
rundet, anschliessend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1420.  Chl.han.505.  Kocu  Syn.  II.  769.  Lamb.  llonogr. 
t.  35.     Reit.  u.  Abel  Holzart.  T.  96.     Guiivip.   Holzart.  155. 

Gleich  der  vorhergehenden  Art  auf  tiefgründigem  Lehmboden,  hier  und 
da  in  den  Forsten  durch  Cultur  eingeführt  (im  Hannoverschen  seit  1752, 
in  einer  Berghöhe  von  1600'  noch  trelVlich  gedeihend).  Ende  April's, 
Anfang  Mai's,  mit  dem  INadelausschlage.  —  Ende  October's,  Abflug  spät 
im  folgenden  Frühjahr. 

Höhe  bis  100'.  AVurzclbau  tiefgehend  ,  mit  vorherrschender  rfablwurzel.  Stammbildung 
ctivas  bogig,  spitz  abfallend,  unter  starker  Windeinwirkung  leicht  knickig  und  buchfig. 
Äste  schwach  und  in  geringer  Zahl,  wagereeht,  oft  sich  senkend.  Krone  kegelförmig,  bei 
hoch  hinaufgehenden  Absloss  der  untern  Zweige  nicht  lang  und  holzarm.  Binde  graubraun, 
scharf  aufgerissen,  der  Zweige  gelblichweiss  und  gestreift.  Belaubung  locker.  INadeln  1" 
lang.  ScheinkäUchen  aus  seitlichen  Knospen,  männliche  aus  einem  Kranze  von  Scheiden, 
klein,  rund,  gelb;  weibliche  aus  den  PSadelbiischoln ,  länglich,  schön  rolh,  erst  geneigt  dann 
aufsteigend. 

OCechnische«  ".  Ökonomisches.  Sämmtliche  Jrten  eine  Zierde 
von  Parkunlaijen.  lirennwcrth  des  Holzes  von  A.l.  '■^U,  A.2.  Vs,  A.3. 
Vio,  A.  4.  Vi  des  Buchenholzes .  Dauer  der  Art.  1.  i.  sehr  ffut,  A.  2.  fjut, 
A.3.  mittelmnssif/.  Spaltiffkeit  tjtit ,  Zähit/Iieit  xind  Festiijkeit  mittel- 
miissifi ,  Elnstici'tät  gut.  Härte  fjerituj.  Dem  Reissen  und  fVerf'en  we- 
nifi  ausiiesetzt.  Gewicht  arün  der  Ruh.  F.  vonA.l.  63  Pf.,  A.S.  56  Pf., 
A.3.  50  Pf.,  A.4.  61  Pf.,  waldtrocUen  54,  56,  45  und  46  Pf  Art.l. 
2.4.  Land-,  fVasser-  u.  Schiffsbauholz  ,  zu  Brettern  und  Spaltwaaren 
jeder  Art.  A.3.  ausserdem  zu  Resonanzböden,  Spalt-  tind  Schnitzwaa- 
ren.  Aschcnertray  von  1000  Pf  Holz:  A.  1.  11%  Pf  Asche,  23  Loth 
Pottasche.  A.2.  4'/-i  Pf.  und  '/-i  Pf  Harz  zur  Pech-  und  liienruss- Bc- 
reitunff.     Nadeln  von  A.l.  als  Diinymaterial  2  Pf  =  1  Pf  Stroh. 


Juniperus.  CONIFERAE.  523 

forstliches  Verhalten»  natürliches  Alter  S—SOOJ.,  wirth- 
schaftlick  vortheiUiaf'testes  der  Art.  1—3.  100  bis  120  J.,  der  A.  4. 
80— 100  J.  Durchschnittszuwachs  der  A.1.  60  Kub.F.,  A.Z.  80 
Hub.  F.  Grosse  ISei(funij  zur  Licht s  telluuff  bei  A.1.  Geschlossener 
Stand  bei  Art.  2.  u.  4.,  letztere  geschützten  Stand  verlnntjend.  Sämmt- 
lichc  Arten,  vorzüglich  jedoch  A.2.,  dem  Borkenhäf'erf'rass  ausgesetzt, 
diese  auch  durch  fVindbruch  leidend.  A.  3.  gegen  fVitterung  sehr 
empfindlich ,  die  übrigen  nicht.  Durch  Verbeitzung  sämmtlich  wenig 
leidend.     A.1.  den  Hoden  verbessernd 

g.Giuppe.  CrpRES§INi:AE.  CYmMSSEX GMWÄCJtSM. 

Scbeinkätzclien  2-hüusig,  acbsel-,  selten  eiidständig.  Friicht  ein  liec- 
rcnartiger  Zapfen. 

J.INN.    Gea.   n.  1134. 

Männliche  Sclieinkälzchen :  Staiibljcutel  3-^7- fächerig  mit 
sehiUlföi-miger  Ausbreitung  des  Beutelhandes.  Weibliche :_  an 
der  Spitze  3,  mit  der  Basis  unter  sich  verwachsene^  1-eiige 
Fruchtschunnen.  Tnigbeere  1— 3-samia-,  Samenschale  knochen- 
hart.    Gesclil.  Syst.  XXII.  9.  * 

Bäume  oder  Strauche  mit  zähem  Holz,  ausdauernden,  in  wenigblät- 
trigen <^)uirien  stehenden  oder  gegenständigen,  starren  und  nadclartigen 
oder  sihuppcniormigen  Ulättern.  —  Keimen  mit  2  über  die  Erde  treten- 
den Keimblättern. 

1.    J.  conununls.     Gemeiner  Wachholder,    Blätter 

sperrig  zu  dreien,  lineal  -  pfriemenlörmig,  stechend,  zugespitzt;  unter- 
seits  stumpf  gekielt;   Trugbeeren  gespitzt  kugelig,  aufrecht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1134.  Chi.  han.  506.  Koch  Syu.  II.  764.  Sciik,  Handb. 
IV.  T.338.     Beit.  u.  Akel  Holzart.  T.  100.     Engl.  bot.  1. 1100. 

In  den  Heiden  des  Flachlandes  auf  Sandboden,  einzeln  und  trupp- 
weise, liäufig,  auf  dürre  Kallihügel  und  Vorgebirge  übergehend  nur  ein- 
zeln und  strauchig.     April,  Mai.  —    Herbst  des  zweiten  Jahrs. 

Geringer  Baum,  bei  uns  selten  über  Lciterliauuidicke  stark,  oder  Strauch.  Wurielliau 
flacli ,  weit  verbreitet.  Astslellung  unrcgclniässig.  Mannliclier  Baum  si'lilanlier  mit  oft  liän- 
genilcn  jungen  Zn eigen,  wcililicher  mit  liiirxcrn  sperrig- bengigen  Ästen.  Rinile  rüllilicli- 
Jiraiin,  der  jungen  Triclie  grün.  Blätter  Iiart  und  steif.  Selieinli.'ilzclien  in  den  BlaltacLseln, 
klein,    Trugbccrcn    im    Islcn   Jalirc   grün,    im   'Jteo    scliwarzblau ,    grau    bereift. 

GM  WMRBI-I  CHE)8, 

^Technisches  u.  ÖTeonomisCheS,  Uolz  von  feiner  Textur, 
sehr  fest,  dauerhaft  und  balsamisch  riechend,  gesucht  zu  Drechslerarbei- 
ten, Geschirrholz,  fVeinp fühlen,  Bohnenstantjen  u.  s.  w.  Das  wohlrie- 
chende Harz  als  unächter  Sandarak  verkäuflich.  Beeren  zur  Brantwein- 
hereitung  und  Veredelung,  Anfertigung  eines  cssbaren  Muses,  Gewin- 
nung eines  ätherischen  (WO  Pf.  reife  Beeren  T'/i  Unze)  und  eines  fetten 
Öls,  zum  Räuchern,  als  Gewürz  u.s.w.  anwendbar  und  in  Ueidgcgen- 
den  (im  Hannoverschen  aus  der  Lüncburgerheide  durch  Absatz  nach  11  am- 
hurg  und  Bremen)  einen  bedeutenden  Ertrag  gewährend.  In  den  Apo- 
theken werden  Lignum,  Baccac,  Bcsina,  Oleum  und  Boob  Juniperi  vor- 
räthig  gehalten. 

3.   Gruppe.     TAXINEAE.     MEB MN GMn^ÄCnSEi. 

Scheinbätzcbcn  2 -häusig,  achselständig.  Frucht  ein  halb  freier,  nuss- 
artiger  Samen. 


524  CONIFERAE.  Taxus. 

3.     TAXUS.     JSMBS!, 

I.INN.    Gen.     n.    ll.J.',. 

Männllclic  Scheliikälzchen:  Staulibeiilel  viel-  meist  7 -fäche- 
rige üJierragt  von  einer  .schildförmigen  Aushreiluiiff  des  Iteutel- 
handes.  Weihliche:  au  der  Spilze  mit  einem  aufrechten  Eichen. 
Samen  oben  frei,  i>i.s  iiher  die  Mitte  mit  einer  zweiten  napf- 
förniiffcn,    tleischiffen    Samenhaut  umwachsen.       Geschl.   Svst. 

xxir9. 

liäunic  mit  sehr  festem  Holz  und  wässerigen  Säften.  Blätter  2- zeilig, 
scbninl,  1-rippig,  in  ein  kurzes  Stielclien  versclnnälert ,  in  der  Knospen- 
lage hügelig  gehallt  auf  einander  liegend.  —  Heimen  mit  2  über  die 
Erd<^  tretenden  Keimhlättein. 

1.    T.  baccata.    Gemeine  Mibe  {Mihenhauni),    Blätter 

einzeln,  genähert,    iineal  und  spitz;    Frucht  1-saniig. 

LiNN.  Sp.  pl.l472.  Chi.  han.505.  Koch  Svn.  II.  765.  Schk.  Handh. 
IV.  t.  339.     Reit.  U.Abel  Uolzart.  T.  81.     Engl.  bot.  t.  746. 

In  Waldungen,  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  auf  sandigem  Ocid- 
lioden  und  auf  Kalkstein  im  Untergrunde  führendem  Hügel-  und  \orge- 
birgsboden,  hier  und  da,  ursprünglich  einheimisch,  aber  immer  mehr  sich 
verlierend  {Mk.  Rostoeker  Heide;  Hn.  Ilübichenstein,  Winterberg  am 
Harze,  Göttingen:  Albeshausen,  Plesswald — ;  Hs.  Berlepsch,  Hörner- 
liuppe  und  Eulenkopf  bei  Allendorf,  IXase  bei  Asbach,  Habichtswald  liei 
Cassel;  Pr.  Bodegebirg  am  Harze  von  der  Rosstrappe  ]>is  Treseburg; 
Schw.  Jechaburg,  Straussberg;  Ly.;  Pr.  fV.  jenseit  der  westliehen  Ge- 
bietsgrenze:   Rorup,  Coesfeld).     April,  Mai.  —    September. 

INietlrigcr  Itaura  bis  ti'/i'  ""  Biiiclimcsser  liallend  (wie  EllHIIART  ihn  noch  im  Plesswalile 
antraf).  AViiizelliau  ziemlich  tief  gehcnJ.  Slaiiimhil<liing  niiregelniässig.  Aste  ahstebenil, 
»>urz,  l.ogig  nn.l  knichig.  Rinde  lolhhraun  ,  der  jungen  Triebe  gelhgrün.  Ilelanbung  dicht 
und  dunkel.  Männliche  Scbeinhälzchen  klein,  gelb;  „eibliche  auf  kurzen  Sliclchen,  unigc- 
kehrtkegcllörmig,    grün,    später   violct,    zur    Reifzcit    scharJaehroth. 

Vechnisches  u.  ÖTconomigches,  Holz  von  feiner  Textur, 
rötlilirher  Farbe,  tjrosser  Härte,  Festiijkeit  und  Dauer,  m  Drerhsler- 
und  Tischlerarbeiten  fjanz  vorzüfflich.  Hecken  und  ausi/esc/tnittene  Fi- 
f/uren  in  den  Gürten  ausser  Mode  rjekommen.  Zweitje  und  Blatter  an 
Thicre  verfuttert  fuhren,  nach  sichern  Erfahrunijcn ,  den  Tod  herbei. 
Über  die  fVirkunff  des  Genusses  der  Früchte  sind  die  Aufjaben  wider- 
sjircchend. 

Classi^i  MM« 
mOMOCOTYIiElioMEAE. 

Xttveite  BLlasse, 
EMJVH^EIMnEtÄTTMIGJE 

oder 

Ma]¥a  Ca  TYijBn  ojvjew. 

Keim  mit  einem  Keimblatt  verseben.  Gefässbiindel  des 
Stengels,  obuc  Anordnung  In  eine  concentrisebe  Scblcht, 
unregclmässig  zerstreuet. 


§tratiotes.  HYDRO  €H  ARIDE  AE.  525 

Jier  Wachsthuni,  unter  bescbränktem  Gipfelansatz  neuer  Tlieile,  durch 
fortschreitende  Entstehung  von  Gefässbündeln  im  Umfange  und  gleich- 
zeitiges Auflösen  derselben  gegen  die  Basis  erfolgend.  Wurzeln  in  der 
Hegel  z^viehel  -  oder  stockförniig,  mitunter  Knollen-,  büschel-,  sehr  sel- 
ten rübenförniig.  Der  Stengel  (nur  in  den  Tropenländern  zum  Baume 
werdend)  ohne  Centralmark  und  ohne  Binde  als  dem  Holze  entgegen- 
gesetzter Körper,  hiiufig  knotig  und  rund,  sonst  fast  immer  3-kantig, 
die  Kanten  den  Blattzeilen  zugewandt.  Die  dem  Keimblatt  hlütenwärts 
folgenden  Blatter  w  echselstiindig,  in  einfacher  Schraubenlinie  mit  3  (sel- 
tener 2),  6  oder  mehrern  Zeilen  aufsteigend,  liisweilcn  nach  oben  zu  wir- 
telförniig  gestellt  oder  in  mehrfache  Schraubenlinien  übergehend.  Blatt- 
scheiden meistens  frei;  Blattstiele  nicht  häufig  und  wenig  ausgebildet; 
Blattplatte  meistens  schmal  und  lang,  parallelnervig  oder  -rippig,  selten 
mit  anastomosirendem  Adernetz.  Blüten  unter  vorherrschender  Dreizahl 
der  Theile,  oder  deren  Terdoppelung,  mit  Kelch  und  Krone  versehen, 
welche  mit  wenigen  Ausnahmen  zu  einer,  bald  mehr  bald  weniger  tief 
getheilten,  Geschlechtsdecke  verschmolzen  sind.  Früchte  aus  geschlos- 
senen Fruchtblättern  (dem  Stenpel)  gebildet.  Eiweisskörper  des  Samens 
im  Aerhältniss  zum  Keim  beträchtlich,  nur  in  einigen  Familien  nicht  vor- 
handen. Das  scheidenartige  Keimblatt  l>eim  Keimen  mit  wenigen  Aus- 
nahmen unter  der  Erde  zurückbleibend. 

ILCII.    HYDROCIIJLRIDEAC:. 

De    CaND.   11.   fran?.    III.    2ö5. 

Blüten  Zwitter  oder  2-häii.sig.  Geschlechtsdecke  mit  der 
Röhre  dem  Fruchtknoten  angewachsen,  tief  Ö-lheiliff,  Abschnitte 
in  2  Kreisen,  äussere  kelch-,  innere  kronarfig.  Slauhgefässe  3 
oder  mehrfach  3.  Fruchtknote  1-  oder  6-facherig,  mit  vielen 
Eichen  an  wandständigen  Samenpolstern,  und  3  oder  6,  mei- 
stens gespaltenen  IVarben.  Beerenfriicht  mit  vielen,  eiweisslosen 
Samen.     Keim  gerade,  aufrecht,  mit  verdicktem  VVürzelehen. 

Vorkommen,     im  Wasser. 

Gehalt,      Unbekannt. 

1.    STRATIOTES.     J^JlSSJERAXiOJE* 

LiNN.    Gen.    n.  687. 

Blüten  2-häusig.  Geschlechtsdecke  in  beiden  Kreisen  3- 
tlieiliff.  Männliche  Blüten  mit  12  Staubgefässen  und  ungefähr 
ffleicf  vielen,  beutellosen  Trägern.  Beere  (j-kantig,  ß-fächerig, 
vielsamig.    Geschl.Syst.Xm.  6  (XXII.9.). 

Mehljährige,  untergetauchte,  zur  Blütezeit  sich  über  das  W^asser  er- 
hebende, stengellose  Kräuter.  Blätter  sitzend,  büschelig  gehäuft,  lang 
liueal,  zugespitzt.  Blütenstiele  blattwinkelständig,  männliche  3 — mehr- 
blütig,    weibliche   1 -blutig.  

1.   S.  aloides*   Gemeine  W^asseraloe»    Blätter  dreieckig- 


rinnenförmig,   winiperig- gestachelt. 
LiNN.  Sp.  pl.  754.     Chi.  hau.  51^ 
IV.  T. 335.  a.b.     Beichenb.  Ic.  XVII.  f.  111.     Fl.  da«,  t.  337.     Engl.  bot. 


LiNN.  Sp.  pl.  754.     Chi.  hau.  514.     Koch  Syn.  II.  771.     Schk.  Handb. 


t.  379. 

In  Teichen,  Gräben  und  stehenden  Gewässern,  im  nördlichen  und  süd- 
westlichen Theile  des  Gebiets,  sehr  häufig,  trupp-  oder  heerdenweise, 
östlich  schon  gegen  die  Mitte  selten  und  im  süd- östlichen  Theile  {An. 
Dessau,  Oranienbaum  — )  sich  verlierend.  Juli,  August.  —  September» 
October. 


52G  HYDROCHARIDEAE.  Hydrocharis. 

Lange,  cinfaclie  Faserwurzcln  in's  Wasser  sciikcnil  iinil  Aiisläiirer  treibend.  Uläller  ro- 
sctlenartig  geonlnct,  liogig  anfreclit- alistelienJ ,  markig,  üleif,  scliün  grün.  lilülcn  aus  einer 
aufgelilasenen,  gespaltenen  Scheitle.  Innere  Absclinille  der  Gesclileclilsdcclie  melirfach  grösser 
als    die   äussern,    zart,    weiss,    Grillel    6,    tiel    gespalten. 

OTCOnomisCheS,     Die  Blätter  ein  t/utes  Schweiuef'uttcr. 

9.     HYDROCHARIS.     FMIOS  CUBMSS, 

I.,INN.    Gen.    n.  lliö. 

Blüten  2-liäuslg.  _  Gcschleehtsileclie  in  heiden  Kreisen  3- 
theilig.  Männliche  mit  9  Staiibgefassen  und  meistens  3  äussern 
Trägern  ohne  Beutel;  weibliche  mit  S^heutellosen  Trägern  uiul 
zwischen  diesen  3  Schuppen  um  den  Griffel.^  Beere  (i- fächerig 
mit  vielsamigcn  Fächern.      Geschl.   Syst.  XXII.  8. 

Mehrjährige,  scliwimniendc  Kräuter.  Blätter  gestielt,  an  tler  Basis 
scheidig.  Blutenscheiden  Llattwinliclständig,  niännliehe  gestielt,  meist  3- 
Itlütig,  weihliche  sitzend,   1 -blutig.     Blüten  lang  gestielt. 

i.  H.  Horf^iis  ranae.  Genteiner  JFroschbiss.  Blät- 
ter herzförmig -hreisrund,  ganzrandig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1466.  Chi.  han.  515.  Koch  Sjn.  II.  771.  Schk.  Ilandh. 
IV.  T.  333.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  44.  Beichenb.  Ic.  XVII.  f.  112.  Fl. 
dan.  t.878.     Engl.  hot.  t.  808. 

In  Teichen,  Gräben  und  stehenden  Gewässern,  häufig  und  truppweise, 
gegen  den  Süden  des  Gebiets  abnehmend. 

Ausläufer  in  die  Tiefe  treibend.  Stengel  laug,  rund.  ßlaller  obcrseits  grün,  glänzend, 
unterseils  rütlilicb.  Innere  Ahsebnilte  der  Gescbleelilsdecke  luelirl'acli  grösser,  krooarlig, 
weiss   mit  gelber  Basis. 

WMOSCMXiÖWXIiAHVMGJE   JPVIiJLNZJEN, 

Jl'SS.    Diet.    sc.    nat.    MI.  474.    Galt,    ausgescbi. 

Blüten  Zwitter  oder  1-häusig.  Geschlechtsdeche  in  2  Krei- 
sen, äusserer  kelch-,  innerer  kronartig.  Slauhgefässe  unter- 
ständig,  ü  oder  mehrfach  6.  Beiitel  der  Zwittcrhlülen  einwärts, 
der  1- häusigen  auswärts  aufspringend.  _  Friichlknoteu  3  oder 
mehrfach  3,  oherständig  mit  1  oder  2  Eichen,  das  zweite  hän- 
gend.  In  Kreise  gestellte,  an  einander  schlicsscndc  weiche  iVüsse. 

l/^orkommeii.     Im  V^'^asser. 

Gehalt.  fVenifj  bekannt.  In  der  fVtirzel  Stärkemehl,  Gummi,  Ei- 
weiss,   Harz   und  wetiiy  ätherisches  Ol. 

1.     AliISIflA.     JFnOSCHIiÖVJFJEXi, 

LiNN.    Gen.    n.  4(50. 

Blüten  Zwitter.  Geschlechtsdecke  in  heiden  Kreisen  3-thei- 
lig.  Stauhg'efässe  6  oder  mehrere,  paar-  oder  bündelweise  mit 
den  kronartigen  Abschnitten  abwechselnd.  Kreisständige  1-sa- 
mige  Nüsse.     Geschl.  Syst.  VI.  5. 

Mehrjährige,  truppweise  wachsende  V^'^asserkräuter.  Blätter  gestielt 
mit  breiterer  Platte,  oder  lineal  und  sitzend,  in  der  Knospenlage  mit 
den  Scitcnrändern  eingerollt.  Blüten  lang  gestielt,  meistens  in  quirligen 
Trauben  oder  Bispen. 

I.  A.  Plantago.  Genteiner  Vroschlöj^el,  Blätter  ei- 
rund oder  eirund -länglich,  spitz,  langstielig;  Schaft  ciuirlständig- rispig, 
vielblütig;  INüsse  stumpf,  unbegrannt  mit  rundlichen  1 — 2-riefigem  Bü- 
cken, in  ein  stuinpf-3- eckiges  Köpfchen  zusammengestellt. 


Alisma.  AI.ISJIIACEAE.  527 

LiNN.  Sp.  pl.486.  CLL  ban.  516.  Koch  Syn.  II.  771.  Schk.  Haii.lb. 
I.  T.  102.     Ueichenb.  Ic.  XVII.  f.  100.     Fl.  dan.  t.561.     Engl.  bot.  t.  837. 

b.  lanoeolatuni.    Her  lanxettblättrige.    Ulätter  lanzettförniig,  in 
die   Basis  versclimälert ;   ]\üsst'  am  Rücken  kantig. 

Cbl.  ban.  das.     KocH  das.  772.     Reichenb.  das.  f.  101. 

c.  graminifoliuiu.    Her  grasblättrige.    Blätter  scbnial  lineal,  gras- 
artig und  scbwininiend. 

Chi.  ban.  das.     Koch   das.     A.  Plantago    y.   graminifolla  Wahlenb. 
Fl.  siior.  I.  228.     Reichenr.  das.  f.  102. 

d.  terrestre.    Her  landständige.    IViedriger;  Blätter  auf  balbzoll- 
langen  Stielen,   zugespitzt;   Blütenquirle  zusammengezogen. 

In  Gräben,  an  Teicben  und  stellenden  Gewässern,  sebr  bäufig;  c.  auf 
überscliwemnit  gewesenem  Boden,  selten.  Juni  bis  August. —  Septem- 
ber, Octobcr. 

BliiUer  säiiimtlicli  wiirzclstänaig,  steif  anfrcclit,  riatte  5 — 11-ncr.lg,  bis  4,  ö",  au 
b.    1  —  l'/s"   '"■•^'t  ""<•  lang  ziigespiUt.       Stengel    bis  4'  hoch.       Blütenstaiul  |i^raini<leiilurmig, 

Quirle   am    Gruiiile    mit    zuges|iitzten    bäiitigen    Decliblattern ,     Quirläsle   3 6,     von    Quirl    zu 

Quirl  weclisclstiinilig,  kronenartiger  Kreis  tier  Gesclilecblsdecke  blassrosa ,  in  weiss  verblei, 
cbend.  nie  -Spielart  c.  <len  übrigen  Formen  nicht  ähnlich,  Blatter  2'"  breit.  4  —  6  —  8" 
lang,    zart,    scblalT  und    durchscheinend.      Dlutcnsebäfte    dagegen    nnr   -  —  4"   lang. 

Bemerk.  Hie  Pflaojc  keimt  im  AVasser  stets  mit  den  grasartigen  Blattern  der  Spiel- 
art c. ,  die  nächstfolgenden  sind  oval  -  elliptisch  (und  in  diesem  Zustande  nur  durch  schwache 
Verschmälerung  nach  der  Spitze  zu  von  den  rein  ovalen  der  A.  2.  zu  unterscheiden),  sie  er- 
heben sich  auf  langen,  feinen,  scblalTen  Stielen  zur  Oberfläche  des  Wassers,  auf  welcher  die 
^/^  —  1"  lange  Platte  schwimmt.  Im  Jahre  darauf  bilden  sich  die  steifstengeligen  Blätter 
der  gewöhnlichen  Form,  Können  die  Blätter  die  Obcrlläche  des  Wassers  nicht  erreichen, 
so   bildet   sich    stets    die    Spielart   c.       Demselben    Wachslliiimsprocessc    folgt    A.  4. 

_^  !S.  A.  ranunciiloides*  ttanunJcelhlättriger  Vrosch- 

VÖffeXm  Blätter  schmal  lanzettförniig,  beiderseits  zugespitzt,  3- nervig; 
Schaft  tjuirlig- doldig;  Nüsse  schief  ellipsoidiscb,  5- kantig,  spitz,  in  ein 
kugeliges  Köpfchen  zusammengestellt. 

LiNN.  Sp.  pl.487.  Chi.  ban.  516.  Koch  Syn.  11.772.  Reicuenb.  PI. 
crit.  I.  t.37.  f.79.    Ic.  XVH.  f.  97.     Fl.  dan.  "t.  122.     Engl.  bot.  t.  326. 

In  Gräben,  stehenden  Gewässern  und  Sümpfen,  im  nördlichen  und 
-westlichen  Theile  des  Gebiets,  ziemlich  häufig,  gegen  Süd- Osten  sich 
verlierend  (süd- östlichstes  "Vorkommen  im  Gebiet  Pr.  Barby).  Juni  bis 
August.  —    September,  Octolier. 

Schaft  bogig  ansteigend,  '/j  —  ^4'  '"'=''•  «'"rk.  Blattplatte  3  —  6"  lang,  '/j"  breit. 
Bluten  meistens  in  einem,  selten  in  2  über  einander  stehenden  doldigen  Quirlen,  Aste  6  —  9, 
einfach. 

3.  A.     parnasiiiifolluiii«       Parnassienhlättriger 

WrOSChlÖjßt'el»  Blätter  herzförmig- eirund,  kurzspitzig;  Schaft  (|uirl- 
ständig-trauhig,  wenigblütig,  ]\üsse  umgekehrteiförmig,  an  der  Spitze 
auswärts  abgerundet,    an  der  innern  Spitze  lang  begrannt. 

LiNN.  Mant.  371.  Roca  Syn.  II.  772.  Reichenb.  PI.  crit.  III.  t.228. 
Ic.  XVII.  f.  99. 

In  Seen,  sehr  selten  (nur  31k.  See  beim  Basedower  Theerofen  und 
am  Langwitzer  See,  hier  häufig).     Juli,  August.  —    October. 

Schaft  1  —  l'/i'  hoch,  steif,  aufrecht.  Blätter  I'/,/'  lang,  ^/^  —  1"  breit,  tief  herz- 
förmig ausgeschnitten,  7  —  9 -nervig.  Blattstiele  stark,  bald  kürzer  bald  länger.  Quirle 
1 — 3,  mit  einfachen  Asten;  Blüten  zart.  Grannen  im  Centrum  der  Fruchtköpfcheu  zusam- 
menstehend ,    länger   als    die   Küsse. 

4.  A.  nataiis.  Schwimmender  Wroschlöffel*  Sten- 
gel blättertragend;  Blätter  oval,  langstielig,  grundständige  lineal,  sitzend. 
Blüten  an  den  Gliedknoten  des  Stengels  einzeln  oder  zu  3 — 5;  Nüsse 
länglich,  stumpf  mit  einem  aufgesetzten  meist  abwärts  gcbogenea  Spitzchen. 


528  AL.ISnACEA£.  Sagiitari«. 

LiNN.  Sp.  pl.487.  Chi.  han.  517.  Koch  Svn.  11.  772.  Heichenb.  PI. 
clit.  I.  t.37.  f.  77.  78.    Ic.  XVII.  f.  95.  96.     Engl.  bot.  t.  775. 

In  Gräben,  stehenden  Gevviissern  nntl  an  Teichen,  im  westlichen  und 
nördlichen  Theilc  des  Gebiets  ziemlieli  hiiiifig,  süd-üstlich  sich  verlie- 
rend und  südlich  vom  Harze  nicht  mehr  vorliommend.  Juni  bis  August. — 
September,  October. 

Stengel  fast  fadenförmig,  viell.eugig.  Blaltcr  an  iler  Basis  und  an  den  Gliedliiiolcn 
des  Stengels  stellend,  scliwiminend ,  ■^j^ —  1"  lang,  .'» —  6"'  breil,  olien  und  nnlen  diiicli 
einon    gleiclifüruiigen    Dogcusclinilt    begrenzt    nnd    3-neriig.       Uliiten    selr   zart. 

GM  UMRBL.ICMJES, 

ÖTeonOiniSCTieSt  Dax  L'rmit  besitzt  Schärfe  und  soll  ijcnossen 
UMclitheilif/  wirken.  Doch  ist  etwas  sicheres  darüber  nicht  bekannt.  Zie- 
fjen  fressen  es  ohne  Nachtheil. 

«.     SAOITTARIA.     JPF'MIJLKnAWTJP, 

Link.   Gen.    n.  1007. 

BUiten  1  -  häusig.  Geschleclilsdccke  in  beiden  Kreisen  3- 
tlieilig.  Sfaubgefässe  zahlreieh.  INiisse  zahlreich^  in  spiralför- 
miger Stellung  auf  einem  kugeligen  Fruclitbotlen.     Geschl.Syst. 

Melirjährige  Wasserkräuter.  Blätter  gestielt,  oft  pfeil-  oder  lanzen- 
förmig.  Schäfte  vielblütig.  Blüten  gestielt,  quirlig- traubig,  Quirle  mit 
Deckblättern,   untere  weiblich,  obere  männlich. 

1.     ^.  sa^ittifolia.      Gemeines  PfeilTeraut.     Blätter 

lang  gestielt,  pfeilförmig;    Schaft  einfach. 

LiNN.  Sp.  pl.  1410.  Chi.  han.  517.  Roch  Sjn.  II.  778.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.289.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  18.  Beichenb.  Ic.  XVII.  f.  94.  Fl. 
dan.  1. 172.     Engl.  bot.  t.  84. 

In  Gräben,  stehenden  Gewässern  und  an  Teichrändern,  truppweise 
sehr  häufig.     Juni,  Juli.  —    September. 

Uulic  lV2l>is4'  (im  Solilaininc  der  Elliinscln).  Blätter  » urzelsländig ,  saltig  nnd  glän- 
zend, auf  3-liantigen,  n.arliig  -  saftigen  Stielen,  Blattplaltc  kurz  oder  laug  zugespitzt,  ai.cli 
um  das  Doppelte  sclimaler,  mit  gestreeliten  und  verlangerleo  Zipfeln  der  Basis  (v.  angnsli- 
folia  Clil.  lian.)  vuriirend.  Blütentr.iube  aus  3  —  .S  dreiästigen  Quirlen  mit  seluippenfürmigen 
Decklilättern  zusammengesetzt.  Alisclinitte  des  äussern  Blüteukreises  o\»\ ,  liolil  ,  grün,  des 
ionern    rundlicli,     weiss    mit   rötLlieliem    INagel. 

GM  n^MBBT.ICHMS. 

ÖJeonomiScheS»  Die  fVwzel  ist  essbar  itnd  die  Blätter  dienen 
zum  yiehfutter. 

li.€lT.     BUTOHIEAE. 

RiCll.    Mcm.    d.    mus.    II.    aö-'j. 

Gesclilechtsdecke  unterständiff,  lief  ß-tlieilig^  Abschnitte  in 
2  Kreisen^  bald  nur  die  des  innern  bald  beider  kronartig. 
Staubgefässe  6.  Fruchtknoten  3  oder  mehrfach  3,  frei  oder  an 
der  Basi.s  verbunden,  1-griffeliff,  vieleiig,  Eichen  an  einem 
netzförmigen,  die  ganze  innere  Fläche  überziehenden  Samen- 
polster. "Samen  ohne  Eiweiss  mit  geradem  oder  gekrümmtem 
Keim. 

Vorkommen.     Im  \^''asscr. 

Gehalt.     Scharf  und  bitter,    iibriffens  nicht  bekatmt. 


Butoiiius.  BUTOHEAE.  529 

1.     BVTOJflUS.     JTJLSSMBIiISCH. 

I.INX.    Geo.   II.  507. 

Geschlechtsdecke  lief  6-theillg,  kroiiarlig,  aber  bleibeiul. 
Sfaubgefässe  9,  davon  6  paarweise  vor  den  äussern,  3  einzeln 
vor  den  iniiern  Zipfeln  stehend.  Sechs  am  Grunde  verbundene, 
naeb  innen  aufspringende  Scbläuebe.     Gescbl.  Syst.  IX.  3. 

Mehrjäliiige,  steiigellosc ,  hohe,  unbehaarte  Wasserkräuter  mit  wage- 
rechtem Wurzelstock.  Blätter  verlängert,  lineal  mit  scheitliger  Basis. 
Schaft  <lie  Blätter  üherragend,  rund,   Blüten  an   der  Spitze  des  Schafts. 

1.    B.  nnibellatiis.     Ifoldenhlütiger  Jf^asserJisch, 

Blätter  lineal -rinnenförmig,  unterseits  3 -kantig;   Blutendolde  endständig. 

Linn.  Sp.  pl.  532.  Chi.  han.  515.  Koch  Svn.  11.773.  Schk.  IJandh. 
I.  T.  111.  Sturm  Dentschl.  Fl.  H.  18.  Beichenb.  Tc.  XVII.  f.  203.  Fl. 
dan.  t.604.     Engl.  bot.  t.651. 

In  Teichen,  Gräben  und  stehenden  Gewässern,  häufig.  Juni  bis  Au- 
gust. —    September,  October. 

Die  schönste  Wasserpflanze  des  Gebiets.  Schaft  gerade,  aufrecht,  his  4'  hoch,  finger- 
dick, »ie  die  Blätter  glatt  nnd  glänzend.  Blüten  ".»O  —  25  in  einer  Enddolde  anf  einiaehen. 
ungleich    langen    Stielen,    weiss    mit    Rosastreifeu. 

XCV.    TRIGIiOCmilfEAE. 

Chi.    han.    .518.       Juncagineae,    KlCIl.    Mein.    d.    nuis.    II.  365. 

Gesebleclitsdecke  unterständig,  6 -blättrig,  Staubgefasse  6, 
nnterständig.  Fruchtknoten  3,  (5,  jeder  uiit  einem  Griffel  ver- 
sehen, am  "Grunde  verbunden,  oder  in  einen  3  — 6 -fächerigen 
Fruchtknoten  vereinigt,  mit  1  oder  öaufrechtenEichcn.  Schlaueh- 
früehte  3  —  6,  nur  an^der  Basis  oder  die  Achse  entlang  verbun- 
den.    Samen  ohne  Eiweiss.     Keim  gerade. 

Torknmnien.  Im  Sumpfe,  einige  an  Salzgehalt  des  Bodens  ge- 
bunden. 

Gehalt,  ff^eniif  bekannt.  Einige  Natron,  Chlor,  Kalk  nnd  Hiexel 
säure  führend. 

1.     TRieiiOCHIIV.     nUEMZACM, 

Li>:y.  Gen.    n.453. 

Geschlechtsdecke  6-theilig,  abfallend.  Staid>gefässe  6.  Beu- 
tel am  Bücken  befestigt,  fast  sitzend.  Früchtchen  3  oder  ti, 
an  einem  säulenförmigen  Fruchtträger,  zur  Beifzeit  von  der  Ba- 
sis her  sich  ablösend.      Geschl.  Syst.  VI.  3. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  einfachem,  schaftartigem,  an  der  Basis  be- 
blättertem Stengel.  Blätter  schmal  mit  scheidiger  ßasis.  Blüten  in  einer 
endständigen  Ähre,  klein,  kurz  gestielt,  ohne   Deckblätter,   röthlichgrün. 

fl.  T.  palllStre.  Sumpf -ü reis acTe,  Früchtchen  lineal, 
zu  dreien  zusammengestellt. 

LiNN.  Sp.  pl.482.  Chi.  han.  518.  Kocu  Syn.  II.  774.  Schk.  Ilandb. 
T.  T.  102.  Stürm  Deutschi.  Fl.  H.  13.  Beichenb.  Ic.  XVII.  t.51.  Fl. 
dan.  t.490.     Engl.  bot.   t.366. 

Aufwiesen,  auf  sumpfigem  oder  nassem  Boden,  trupp-  oder  hcerden- 
■\veise  sehr  häufig.     Juni,  Juli.  —    August,   September. 

Stengel  1'  hoch,  dünn.  Blätter  schmal  liu.al.  Früehtclien  gesondert  stehend,  an  die 
Spindel    gedrückt. 

Ä.  T.  ■iBaritimiini.  Seestrands •  Itreiaacle,  Frücht- 
chen ellipsoidisch,  zu  6  zusammengestellt. 


530  TRIGLOCHOIEAE.  §oheuchzerifl. 

LiNN.  Sp.  pl.482.  Chi.  hau.  518.  Koch  Syn.  II.  774.  Gaertn.  Fruct. 
I.  t.  84.     Reichenb.  Ic.  XVII.  f.  92.  93.     Fl.  daii.  t.  306.     Engl.  I.ot.  t.  25.5 

Am  Seestrande  häufig,  auch  auf  salzhaltigen  Wiesen  des  Uinnenlan- 
des,   trupp-  oder  heerdenweise.     Juni,  Juli.  —   August,  Septcniher. 

Ilälier,  dickstengcliger  und  breitcriilälterig  als  A.  1.  Friiclite  an  einander  schliesscnd 
lind    etwas    abstehend. 

ÖJCOnOtnischeSt  Itdde  Arten  werden,  ihres  salzigen  Gesclimarhs 
weijen,    vom   f'iclie  fjcrn   tje fressen 

».    ISCHEUCHZERIA.    SCHMUCMXMUMX, 

LiNN.    Gen.    n.  452. 

Geschleclitsdecke  6-theilig,  bleibend.  Staiibgefasse  6,  Beu- 
tel an  der  Basis  befe.stigt,  3  völlig  freie,  1  —  2-sainige  Frücbt- 
chen.     Gesehl.  Syst.  VI.  3. 

Mehrjährige  Kräuter,  mit  gegliedertem  kriechendem  Wurzelstoth. 
Stengel  aufrecht,  heMättcrt.  Blätter  schmal ,  steif  mit  aufgehlaseu  -  hau- 
chiger Scheide  stengelunifassend.  Blüte  zerstreuet  traubig,  gelhgrüu, 
Blütenstielchen  mit  einem  Dechhlatt. 

t.    $$.  palustris.    SutnpjfScheuchzerie»    Blätter  Hneal, 

halbcylindrisch;    Traube   arniblütig. 

LiNN.  Sp.  pl.482.  Chi.  han.  518.  Koch  Syn.  II.  773.  Scuk.  Ilandb. 
I.  T.  100.     Sturm  Deutschi.  Fl.  11.78.     Fl.  dan.  t.  76.     Engl.  bot.  t.  1801. 

Auf  Wiesen  und  Heidgründen,  auf  nassem  sumpfigem  oder  torfigem 
Boden,  selten  und  n»ir  im  nördlichen  Thcile  des  Gebiets  {31k.  IVeustre- 
litz  häufig,  Ludwigslust  im  weissen  Moore — ;  Hb.  Eppcndorfer  Moor  —  ; 
Hn.  Lesumer  Moor  im  Bremschen — ;  Pr.  Mölien).  Juni,  Juli.  —  Au- 
gust, September. 

Stengel  6  —  8"  Loch,  aufrecht,  meist  hin  und  Lcr  gebogen,  unten  von  Scheiden  abge- 
storbener Blatter  eingefasst.  Itlätter  etwas  fleischig,  gestreckt,  steif,  an  der  Spifie  durch 
ein  Grübchen  bezeichnet.  Blüten  "2 — 6.  Staubbeutel  an  feinen  Trägern  hängend.  Früchte 
aufgeblasen. 

X€TI.     POTAIlIOeEXOIVEAE:. 

Potameac    Juss.    Dict.    sc.    nat.    93. 

Blüten  Zwitter  oder  1 -häusig.  GescLlechtsdecke  4-blätfrig' 
oder  verkümmert.  Staubgefässe  4,  frei.  Fruchtknoten  4,  mit 
den  Staubgefässen  abwechselnd.  Narbe  sitzend.  Früchte  nuss- 
oder  pflaunienartig.^  Samen  hängend.  Keim  hakenförmig  ge- 
krümmt oder  spiralig  eingerollt. 

Vorkommen.     Im   Wasser. 

Gehalt,     Unbekannt. 

1.    POXAIflOCiETOIV.     XiJLMCBlMn^trV, 

LlNN.    Gen.   n.   174. 

Blüten  Zwitter.  Geschleclitsdecke  4 -blättrig.  Staubgefässe 
4,  auf  der  Basis  der  Geschlechlsbläller  stehend.  Fruchtkno- 
ten 4,  ohne  GrijQfel.  Früchte  pflaumen-  oder  nussartig.  Keim 
hakenförmig.     Gesehl.  Syst.  IV.  4. 

Mehrjährige,  -wurzelnde  und  stengeltreibcnde,  untergetauchte  oder 
theilweise  schwimmende,  trupp-,  niassen-  und  heerdenweise  wachsende 
Kräuter.  Blätter  2-zeilig,  oberste  bisweilen,  sehr  selten  alle,  gegen- 
ständig, mit  freien,  winkelständigen,  selten  seitlich  an  die  Blattbasis  ge- 
wachsenen Nebenblättern  versehen.     Blüten  in  kolbenähnlichen,  gestielten. 


Potaiiiogeton.  POTAIIO€£TOIKEAE.  531 

nackten,  blattwinkel -  oder  endständigen  Ähren,  welche  sich  zur  Itlüte- 
zcit  über  das  \^'ass(;r  erheben. 

-:•       l  ntcic    Blattei    oder    alle    »  e  cli  s  e  1  s  ta  u  d  i  g. 
Blätter   lauliartig -breit    oder    dojjpelförmig. 

t.    P.  iiatans*    Schwimmendes  MJaich^raut.    Stengel 

einfach;  Blatter  lang  gestielt,  mit  oben  llachrinnigen  Stielen,  schwim- 
mende lederartig,  kreisrund- oval,  oval  oder  lanzettlich- oval ,  nnterge- 
tanchte  kaum  durchscheinend,  länglich -lanzettlich  oder  lanzettlich;  JJlü- 
tenstiele  stengeldick  oder  wenig  stärker ;  Früchte  etwas  zusammenge- 
drückt, mit  breitkieligem  Vorderr.inde  und  einer  A'ortretenden  Linie  zu 
beiden   Seiten. 

LiNN.   Sp.  pl.  182.     Chi.  han.  519.     Koch  Svn.   II.  774.     Schk.  Ilandb. 

I.  T.  28.      Reichenb.  Ic.  XYII.  89.     Fl.  dan.  t.  1025.     Engl.  bot.  t.  1822. 

b.  angustifnlius.     Her  schmalblättrige.     Stengel   und  Blattstiele 

verlängert,   Blätter  oval -lanzettförmig  oder   lanzettförmig,    beiderseits 

verschmälert. 

Chi.  hau.  das.  P.  serotinus  Schrad.  P.  natans  ß.  prolixus  Roch  das. 
In  Teichen,  Gräben,  stehenden  oder  langsam  flicssenden  Gewässern, 
sehr  häufig;  b.  in  tiefen  Quellen  und  in  fliessendem  Wasser,  selten  (Iln. 
Göttingen  in  den  Quellen  des  Rasemülilenteichs,  Celle  in  der  Fuse  und 
ilem  Adamsgraben,  Spikaer  Neufeld  im  Brenienschen).  Juni,  Juli.  — 
September. 

Blattform  veränderlich,  indem  sie  mit  vom  Beivegiingsziislande  des  AVassers  aMiängt. 
In  stellendem  Wasser  die  Basis  der  Blätter  oft  scliwacli  liorzfiirniig.  Im  tiefen  AVasser  unterste 
Blattstiele  olnie  Plalle.  Die  Spielart  erhielt  den  SCHRADER'schen  tarnen,  »veil  sie  in  den 
kalten  Rasciuühlciii|iiellen  14  Tage  später  hliihet,  als  die  Haii|)tform  in  «armern  stehenden 
Gewässern. 

9.     P.    oblongust.      JParnassienhlt'itfriges   Iiaich- 

Teratlt»  Blatter  langgestielt  mit  oben  Nachen  Stielen,  schwimmende 
schwach  lederartig,  oval  oder  oval -lanzettlich,  untergetauchte  kaum  durch- 
scheinend, lanzettlich;  Blütenstiele  stengeldick;  Früchte  wenig  zusam- 
mengedrückt,   mit  rundlichem  Vorderrande. 

Viv.  Fragm.  11.  ital.  2.  t.  13.  Chi.  han.  519.  Roch  Syn.  Tl.  774.  P. 
natans  *.  minor  Mert.  u.  Roch  Dcutschl.  Fl.  I.  839.  P.  polygonifolius 
Reichenb.  Ic.  XVIl.  f.  79 — 81.     P.  parnassifolius  Schrad. 

In  flachen  Bachen  und  Gräben  der  Heidegegenden,  auf  sumpfigem  und 
torfigem  Boden  im  nördlichen  J'heile  des  Gebiets,  hier  und  da  (Hm.  im 
Eppendorfer  Moor  häufig — ;  Br.;  Hn.  Insel  Borkum,  Ilermannsburg, 
Benthclm,  Osnabrück — ;  Pr.  fV.  Dülmen — ).     Juni,  Juli. —  September. 

Allen  Thcilcti  nach  2  —  3  Mal  kleiner  als  P.  natans,  übrigens  keine  «esentlichen  Ver- 
schiedenheiten zeigend.  Obere  Blätter  meist  1"  lang,  '/j"  '•feit,  untere  bis  doppelt  so 
lang.       Ähren    zierlich,    Trüchte   klein. 

3.    P.  fltiitans.    flutendes  XtaichJeruut*     Blätter  lang 

gestielt,  mit  oben  etwas  couvcxen  Stielen;  schwimmende  schwach  leder- 
artig, länglich -lanzettförmig,  an   der  Basis  verschmälert,    untergetauchte 
lang  lanzettförmig  durchscheincnd-hautartig,   Blütenstiele  stcngeldick  oder 
wenig  stärker,  Ähren    sehmal;    Früchte    zusammengedrückt,    mit   schmal- 
kieligem  Vorderrande  und  einer  schwachen  Linie  zu  beiden  Seiten  derselben. 
Roth   Tcnt.  fl.  germ.  I.  72.   IL  202.     Roch  Syn.  IL  776.      Reichenb. 
Ic.  XVIL  f.  88.     Fl.   dan.  t.  2105.     P.  oblongus  v.  fluitans  Chi.  han.  520. 
b.    spatbulatiis.      lias   spatelhlätirige.      Blätter  allmälig   und  lang 
in  den  Blattstiel   herabgezogen,    unterste  weniger  durchscheinend. 
P.  spathulatus  Schrad.  in  Roch  u.  Ziz  Cat.  pl.  palat.  5.  u.  18.     Roch 

Syn.    das.    (nach    Esempl.    in    ScilRADERs  Herbarium    und    andern    aus   KoCHs    Händen). 

Reichenb.  das.  t.  47. 


532  POTAJnOGETOiKEAE.  Potagonieton. 

In  Flüssen  und  sclini-llfliessendL-n  stärkern  Bäcliin,  im  ganzen  nöril- 
lichen  Gebiet  häufig,  im  mittlem  und  südlicbcn  seltener  (//ji.  in  der 
Werra  und  Fulda  bei  Münden  — ;  b.  in  der  Ilardau  unweit  Uelzen  — ; 
Hs.  in  der  Weser  zwischen  Rinteln  und  Dangersen  — ;  7*»-.  Günthersdorl' 
unweit  Halberstadt  — ).      Juli.  —     September. 

Bei  der  Dahen  VerwandUcliafl ,  die  xwiscben  V.  üiiilans  nnd  V.  naUns  Statt  Iiat,  gcwalirt 
der  oben  scliwack  niDdlieke  Blattstiel  des  erstem  allerdings  ein  Kennzeichen,  dem  einiger 
Wcrih  beizulegen  ist.  I>aLer  ist  die  Beobaclitiing  DÖLL's,  nacli  weleber  diese  Rnndnog 
Folge  des  nähern  Zusammentrelens  der  INerven  im  verschmälerten  Blaflgtielc  seyn  könnte, 
«eiterer  Beachtung  z»  empfehlen.  SONDERs  Bemerkung  (KoCH  das.  III.  1028.),  dass 
die   Blattstiele    in    der   Jugend    oben    (lack    wären,     scheint   hiermit    im    Einklänge    zu    stehen. 

Bemerh.  1.  Die  Aufstellung  des  V .  spathnlatus  als  Art  mag  ihren  Grnnd  darin 
hrfhen,  dass  sie  zu  einer  Zeit  eintrat,  wo  kaum  Jemand  wusste ,  was  P.  fluitans  R.  eigent- 
lich sey,  nnd  noch  jetzt  sehen  blanche  eine  schmalblättrige  Form  ron  P.  natans  für  P.  fluitans 
an.  Ob  auch  BÖLL  ?  der  diese  Alt  nicht  anerkennen  will,  während  er  P.  spathulalus  als 
Art   anfliihrt. 

Benierl;.  2.  Bie  Form  der  Früchte  ist  hier  überall  in  reifem,  trockenem  Zustande 
angegeben.  Bocb  bemerke  ich,  dass  sich  dieselbe  nicht  immer  völlig  gleich  bleibt,  wenn 
ein  Theil  der  Blüten  fehl  schlägt,  so  bilden  sich  die  alsdann  einzeln  stehenden  Früchte 
meistens   rundlicher  oder  dicker  aus,   als  im    zusammengedrängten  Zustande  der  Fall  ist. 

4.  P«  rtifescens«    Möthliches  MjaichTcraut»    Stengel 

einfach;  schwimmende  Blatter  schwach  lederartig,  umgel;ehrteirund-läng- 
lich,  stumpf,  in  den  langen  Blattstiel  verschmälert,  unteigetauchte  sitzend, 
lang  lanzettförmig,  beiderseits  zugespitzt  und  durchseheinend  -  häutig; 
Blütenstiele  stengeldick  oder  -wenig  stärker;  Früchte  etwas  zusammenge- 
drückt, sjiitzig,    mit  scharfkieligem   Vorderrande. 

ScHRADER  in  Cham.  Adnot.  ad  Kunth  Fl.  berolinens.  5.  Chi.  han.  522. 
Koch  Svn.  II.  777.  Reichenb.  PI.  crit.  II.  t.  184.  Fl.  dan.  1450  (P.  üui- 
tans).     Fngl.  bot.  t.  1286  (desgl.  beste  Abbild.).     P.  serratuin  Roth  Fl.  gerin. 

I.  73.   II.  205. 
b.  lanceolatug.     JDer  lanisettblättrige.     Alle  Blätter  lanzettförmig 

>pitzt,    oberste  kurz  gestielt. 

I.  han.  das.      Reichenb.  Ic.  XVII.    f.  56   (P.  rufescens).      FI.  dan. 
t.  1635  (P.  lucens  var.). 
In  Teichen,  Gräben  und  Sümpfen,  b.  in  fliessendeni  Wasser,  häufig. 
Juni,  Juli.  —    August,   September. 

\^'ird  getrocknet  ruthlich.  JNicIit  immer  ist  diese  Farbe  schon  im  frischen  Zustande  be- 
merklich.       An    der,     seltener,    nur    in    ruhigem   Wasser    TOrkommenden  ,     scharf    ausgeprägten 

Hauptform     sind     die    Blätter    der    ohcrn     '2 3    Paare    abgerundet,     nmgekchrleirund     in     den 

1 l'/.j"    langen    Blattstiel    verschmälert.       Diese   Form    gebt    unter   Einlluss    des  lYasscrzuges 

in  die  zugespitzte,  lanzettfurmig  längliche,  in  die  verlängert  längliche  und  endlich  lanzett- 
förmige von  b.  über,  womit  zuletzt  der  Blattstiel  auch  der  obersten  Blätter  verschwindet  nnd 
alle    Blätter    sitzend    erscheinen. 

5.  P.    plantaglneus*     W^egerighlättrige*  Itaich. 

Teraut»  Stengel  meistens  ästig;  Blätter  sämmtlich  gestielt  und  durch- 
scheinend-häutig, schwimmende  eirund- elliptisch,  untergetauchte  umge- 
kehrteirund-länglich, eirund-lanzettlich  und  lanzettlich;  Blütenstiele  sten- 
geldick oder  stärker;  Früchte  zusammengedrückt  mit  stumpfem,  schwach 
3 -kieligem  Vorderrande. 

P.  plantagineum  Du  Croz  in  Rom.  et  Schult.  Syst.  vegct.  III.  504.  Rei- 
chenb. Ic.  XVII.  f.  82  — 84.      P.   Horiienianni   Chi.  harn  521.      Koch  Syu. 

II.  777.     P.  coloratus  Uornem.  Fl.  dan.  1. 1449.     Nolte  Nov.  Fl.  hols.  18. 
In  Gräben,    flachen  stehenden   Gewässern   und  Sümpfen,    hier  und  da 

(Hl.;  Lb.;  Iln.  Wustrow  und  Fuhrberg  im  Lüncburgschen,  Warienhafe 
in  Ostfriesiand  — ;  i*r. /F'.  Gütersloh,  etwas  jeuscit  der  westlichen  Grenze 
des  Gebiets  bei  Coesfeld).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 


suges, 
Chi. 


Potaiuogetoii.  POTAmOGETONEAE.  533 

Stengel  1 — 2'  lang,  eiafacb,  später  meist  ästig.  Blätter,  die  oliersten  mit  gerundeter 
Dasis  ausgenommen,  mehr  oder  weniger  in  den  '/j — ^l^"  langen  Blattstiel  versclimälert 
(herzförmige  sah  ich  nicht),  unterste  an  beiden  Seiten  stärker  terschmälcrt  und  dadurch  in 
die  lanzetlliche  Form  lilicrgehend ,  kürzer  gestielt,  auch  fast  sitzend.  Ähren  gewöhnlich 
schmal,  Früchte  klein.  —  Die  Pflanze  ^ariirt  häufig  mit  dickern  Ähren  und  Blülenstielcn, 
die  fast  doppelt  so  dick  als  der  Stengel  sind  (hei  AVuätrow),  wo\on  ReicIIENB.  t.  46  P. 
planlag.  ß.  pachystachjus  suhspathaceus  eine  zulrcft'endc  Abbildung  giebt.  Auch  iverden  die 
obern  schwimmenden  Blätter  nicht  selten  sehHach  lederartig.  Im  Wasser  stets  giün,  an  aus- 
trocknenden   Snmiifstcllen   bisweilen    rothlicbbraim    gefärbt. 

6.  P.lieteroiihylluis«  Verschiedenblättriges MJaich- 

lerOiUtt  Stengel  vieiastig;  scbwiinineiitle  Blätter  lang  gestielt,  leder- 
artig, elliptisch  oder  länglich- eirund,  untergetauchte  sitzend,  lanzettför- 
mig-lineal,  beiderseits  zugespitzt,  am  Rande  scliärflich,  durchscheinend- 
häutig; Itlütenstiele  dicker  als  der  Stengel;  Früchte  wenig  zusammenge- 
drückt mit  rundlichem  Riel  des  Torderrandes  und  einer  erhabenen  Linie 
zu  beiden  Seiten. 

ScHREB.  Spie.  11.  lips.  21.  Reichenb.  Ic.  XVII.  f.  73  — 75.  u.  f.  76— 78 
(v.  platypbyllus).  Fl.  dan.  t.  12ö3.  Engl.  bot.  t.  1285.  P.  gramineus  v. 
platyphyllus  Chi.  han.  520.  V.  gramineus  ß.  heterophvllus  liocu  Syn. 
II.  777. 

b  gramineus.  üas  grasblättrige.  Blätter  sämmtlich  unterge- 
taucht, sitzend,  lanzettförmig- lineal  und  durchscheinend- häutig,  oberste 
gegen   die  Basis  verschmälert. 

P.  gramincum  Link,  nach  Fries' Behauptung.  Fl.  dan.  t.  222.  P.  gra- 
mineus V.  stenophyllus  Chi.  han.  das.  P.  gramineus  «.  graminifolius 
liocu  das.      Reichenb.  das.  f.  71   (P.  beterophyllus  a.  gramineus),    f.  72 

(P.  beterophyllus;  den  Übergang  in  die  Hauptform  nachHeisend).  P.  lanceola- 
tum  Engl  bot.  t.  1985  (gehört  entweder  hierher,  oder  ist  eine  sclimalhlätlrige  Form 
von  P.  nilcns,  darüber  ohne  Exemplare  von  England  —  die  nicht  zu  erhallen  sind  —  mit 
Sicherlipit   zu    entscheiden,    ist    unmöglich). 

C.  Zizii.  üas  Xisische.  Doppelt  und  3- fach  grösser;  Blätter  läng- 
lich oder  lineal -länglich,  stumpf  mit  vortretender  Spitze,  alle  gleich- 
förmig und  durchscheinend-häutig,  oder  oberste  undurchseheinend,  sel- 
ten lederartig,  doppelt  breiter  und  oval. 

P.  gramineus  v.  Zizii  Koch  das.  778.    P.  gramineus  v.  platyphyllus  Chi. 

han.  das.  Reichenb.  das.  f.  66.  67  (P.  Zizii  mit  Ausschluss  der  untern  quer- 
stehenden   Figur,    die    allerdings    zu    P.  lucens   gehurt),    f.  68    (P.  ZizÜ    ß.    clongatus; 

schmalblättrige  Form)  und  f.  65  (P.  luceus  (^.  coriaccus  Nolte). 
d.  terrestre.     üas  landständige.     Stengel  kurz,  Blätter  genähert, 
sämmtlich  elliptisch. 
Chi.  han.  521. 
In   Teichen    und   Gräben,    auch    in    langsam    fliessenden   Bächen    und 
Flüssen,   häufig;    d.  in  ausgetrockneten  Teichen.     Juli,  August.—    Sept. 

Stengel  1 — 4'  lang.  Bei  aller  Veränderlichkeit  der  Blätter  durch  Blütenstiele,  doppelt 
so  dick  als  der  Stengel,  ausgezeichnet.  ]\ur  P.  lucens  und,  als  Miltelform  zwischen  diesen 
beiden    stehend,     P.   nitens    schliessen    sich    iu    dieser    Hinsiebt,    wie   überhaupt,     nahe    an. 

Bemerk.  1.  INnr  die  Versicherung  von  KoCH,  bestimmte  Übergänge  von  P.  Zizii 
in  P.  heteropbjllus  gefunden  zu  haben,  kann  mich  davon  abhalten,  erstere  vielmehr  (mit  !>  ÖLTE 
und  Fries)  für  eine  Form  von  P.  lucens  mit  obern  scbnimmenden  Blättern  zu  ballen.  Die 
gesammte  BcschafTcnheit  der  Pflanze  spricht  für  diese  letztere  Ansicht.  Dagegen  ist  es  of 
fcnbar  irrig,  wenn  FR.  Summ.  veg.  Scand.  68.  auch  die  Abbild.  Ton  P.  heteroph\llns  Engl. 
bot.    zu    P.  lucens    zieht. 

Bemerk.  2.  Da  I.INNE  ziemlich  crwicsenerraassen  3  .4rlen  (vergl.  Ail.7.  lö.)  mit 
dem  >anien  P.  graniincuui  belegt  hat  und  die  verscbiedenblällrige  Form  dieser  Art  unstreitig 
die  Form  der  höchsten  Ausbildung  ist,  so  scheint  es  angemessen,  den  ScHREItERschen  IVamen 
für   sie    zu    wählen. 


534  POTAMOGETONEAE.  Potamogetoii. 

9     P.  niteiis.    Glänzendes  JLaichTeraut.     Ulättei-  nu-ist 

alle  uiiti-rgetauclit,  sclimal  läiiglieli,  mit  «'twas  gerundeter  Basis  halltsteii- 
gcluinfasseml,  am  Uaiitle  liiinig  aiiJ\vartsgel)ogeii  und  scbürflieh,  dnrcL- 
scheiuend- häutig,  obere  gegen  die  Spitze  lueiter  und  allinälig  in  den 
kurzen  Blattstiel  verlängert,  selten  oberste  sclnvininiend  und  schwach  le- 
derartig; Blütenstiele  wenig  dicker  als  der  Stengel;  Früchte  mit  rund- 
kieligem  Vorderrande  und  einer  erhabenen   Linie   zu  beiden   Seiten. 

Web.  Fl.  hols.  supi»!.  n.  11  ISoltk  J>iov.  H.  hols.  18.  Reichenb.  Ic. 
XVII.  1".  60 — 62.     Fl.  dan.  1. 1807.     P.  granüneum  Linn.  Fl.  suec.  53  (nach 

Ausweise   von   Ehriiart    /.ii    LlNNEs    Zeit   in   Ujisala   eingelegter   Exemplare).       V^'^AHLENB. 

Fl.  suec  I.  104.     Chi.  han.  520. 

In  Seen,  fliessenden  Gewässern  und  Sümpfen  des  nördlichen  Gebiets- 
theils,  hier  und  da  (Hl.  im  Silentersce,  Einfeldersee,  I\'ortorf — ;  Lh.  im 
Schallsee  — ;  Hn.  Ottersberg,  Langemoor  bei  Wilstcdt,  Bremervörde, 
Dorum  — ).     Juli,  August.  —    September. 

Grösser  und  slarhcr  als  die  Spielart  I).  der  vorliergclK-naeu  Art.  Blätter  l'^— 2"  lang,_ 
4__.')"'  Iircit,  last  gleieli  lircit,  liald  stiimpl',  bald  spitzlicli,  gestreckt  oder  bogig- zurüek- 
gekrüuimt  (l*.  ciirvifolms  IlARTM.)-  Iu>  flicssendcn  ^Vasser  werden  die  Blätter  länger  und 
die  Abrundung  an  der  Basis  verliert  sich.  • —  Die  specifisclic  Vcrscbiedcnlieit  dieser  Art 
von  der  voilicrgcbenden  bedarf  bestätigender  Beobachtungen.  Sie  weicht  viel  weniger  davon 
ab,    als    der    daliin    gezogene    V .   Zizii. 

S.    P.  decipieiis.    Väuschendes  XiaichTeraut,    Stengel 

knickig  gebogen;  Blätter  alle  untergetaucht,  oval -länglich  oder  länglich, 
schwach  stachelspitzig,  mit  rundlicher  Basis  aufsitzend,  am  Bande  theil- 
•weise  schärflich,  durchscheinend  -  häutig;  Blütenstiele  wenig  dicker  als 
der  Stengel;   Früchte  (abortircnd). 

]>OLTE  in  briefl.  Mitth.  Roch  Syn.  IT.  779.  Reichenb.  Tc.  XVII.  f.  63. 
Fl.  germ.  exs.  n.  1603. 

In  Flüssen  {Hl.;  Lh.  im  Schallsee  und  in  der  Bille,  l>ei  Riel— ;  Hm. 
in  der  Bille  bei  der  Aumühle  unweit  Bergedorf  — ;  Hn.  Verden — ).  Juli, 
August.  — •    September. 

Wie  schon  KOCII  gesagt  bat,  dem  V.  praelongus  in  der  Stcngelbilduug  und  Blattform 
ähnlich,  und  dem  V.  Zizii  durch  letztere  und  das  luslimmeudc  Adernnelz ;  verschieden  aber 
von  jenem  durch  die  verselmiälerte  Blattbasis  und  nicht  happenartige  Spitze  der  Blätter,  von 
diesem  so  wie  von  P.  luccns  durch  die  aufsitzenden  Blätter.  Kaum  minder  nahe  stehend  als 
P.  praelongus,  an  welchen  unsere  Pflanze  unverhcnnbar  zunächst  sich  scbliesst,  dürfte  P.  niteus 
seyn.  Mit  diesem  stimmt  die  gcsamrate  Bildung  zu,  nur  in  der  Grösse  und  Stärke  liegt  ein 
Unterschied.  —  Stengel  lang,  Blätter  3"  lang,  1  — 1'/4"  breit,  abgerundet  stumpf  mit 
hanm  etwas  vortretender  Spitze,  meistens  ganzrandig,  doch  hier  und  da  etwas  gesägt.  Blü- 
fcnstiele  meistens  etwas  stärker  als  der  Stengel,  auch  wohl  mit  schwacher  Verdickung  nach 
den  Ähren  zu.  —  INOLTE  fand  die  Pflanze  zwischen  P.  praelongus  und  P.  lucens  wachsend, 
nie  Blüten  entwickeln  sich  vollständig,  abortiren  aber  immer,  daher  vielleicht  eine  hybride 
Wasserpflanze  ! 

9.  P.  lucens.   Spiegelndes  JJaichTeraut»    Blätter  meist 

alle  untergetaucht  und  gestielt,  länglich  oder  länglich  -  lanzettförmig,  sta- 
chelspitzig und  in  den  Blattstiel  verschmälert,  am  Rande  fein  gesägt, 
durchscheinend -häutig;  Blütenstiele  dicker  als  der  Stengel;  Früchte  zu- 
sammengedrückt,  mit  3 -kieligem  Vorderrande. 

LiNN.  Sp.  pl.  1S3.     Chi.  han.  522.     Koch  Syn.  IL  778.     Reichenb.  Ic. 

XVII.  f.  69.  70  (lelztere  eine  sehr  langblältrige  Form).  Fl.  daU.  t.  195  (breithlältrige 
Forin).       Engl.    bot.    t.  376    (kurzblältrige  Form). 

In  Teichen,  Gräben  und  langsamfliessenden  Gewässern ,  häufig.  Juni, 
Juli.  —    September. 

Blätter  durchleuchtend  und  oft  firnissartig  glänzend,  in  üicssendem  Wasser  bis  5"  lang 
und  l'/o"  breit,  in  stehenden  nicht  selten  bis  in  die  länglich -kreisrunde  Form  sich  verkür- 
zend   (».'obtubifolius  Chi.  han,  523.).      Die  Stachelspitzc    dmch  Vortreten    des  Mittclnervs  bis- 


Potaniogeton.  POTAHOGETONEAE.  535 

iveilen  bis  '/j"  lang  sich  Terlängernd  (v.  corniciilatus  Chi.  han.  f>22.  Fl.  daii.  t.  ViSi  als 
P.  acuminatura).      Itlütensticle    nach   ohen   meistens   stark   verdickt. 

lO*    P«  praelongiis*    JJange*  XtaichTcraut,     Stengel 

knickig  gebogen;  Blatter  alle  untergetauelit,  ans  stengeiumfassender  Basis 
»cLmal  iäiiglich  oder  länglich  -  lanzettlicb ,  stumpf,  an  der  Spitze  etwas 
kappent'örinig  zusammengezogen,  ganzrandig  und  durcbsclieiiiend- häutig; 
Blütenstiele  gleicbdick;  Früchte  flachgedrückt  mit  scharikieligem  Vorder- 
rande und  einer  vortretenden  Linie  zu  heiden  Seiten. 

\^^ULF.  in  llöM.  Arch.  III.  331.  Chi.  han.  522.  Roch  Svn.  H.  779. 
Reichenb.  PI.  crit.  II.  1. 18.5.  Ic.  XVII.  f.  59.  Fl.  dan.  1. 1687.  P.  flexi- 
caule  Dethard.  Strel.  Anz.  1809.  n.  50. 

In  Teichen  und  tiefem  Flüssen,  im  nördlichen  Theile  des  Gebiets, 
ziemlich  häufig,  in  der  Mitte  des  Gebiets  sich  verlierend  {Mk.  im  Barnin- 
schen  See,  Mühlenteich  bei  Rostock,  Rösterbeck,  Tollensee  bei  IVeu- 
brandcnburg,  See  bei  V^^eisdin ;  Hm.  Bitterwerder — ;  Lb.;  Ul.;  Hn. 
Uelzen  — ;  Br.  in  der  Ohre  am  ßrömling  als  südlichstes  Vorkommen). 
Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Stengel  sehr  lang,  durch  seine  knickigen  von  Blatt  zu  Blatt  laufenden  Biegungen  und 
die  nach  ol>en  zu  stets  wcissliche  Faihe  ausgezeichnet.  Blatter  einander  genähert,  4  —  6" 
lang,    1  —  l  V2"   hreit.       Friiehte   fast   linsenförmig. 

li.   P.  perfoliattis*  durchwachsenes  JJaichJeraut, 

Stengel  ästig;  alle  Blätter  untergetaucht,  rundlich- eirund ,  eirund  oder 
eirund -länglich,  mit  abgerundeter  Spitze  und  herzförmiger,  stengeium- 
fassender Basis;  Blütenstiele  stengeldick;  Früchte  zusammengedrückt, 
mit  schwach  3 -kieligem  Vorderrande. 

LiNN.  Sp.  pl.  182.     Chi.  han.  523.     Roch  Syn.  II.  779.     Reichenb.  Ic. 
XVII.  f.  53.  54. 
b.  terrestrig.    Bas  landständige.     Blätter  gedrängt,  breiter,  steif 
und  dicklich. 

P.  perfollatus  v.   densiflorus  Chi.  lian.   das. 
In  Seen,  Teichen  und  Gräben,  häutig;  b.  in  austrocknenden  Sümpfen. 
Mai,  Juni.  —    August. 

Stengel  oft  sehr  lang,  meist  weisslicb ,  gabelig  -  wenigästig.  Biälter  regelmässig  ge- 
schnitten, ändern  iilirigens  ah  von  der  rundlichen  bis  in  die  schmal  längliche  Form,  stehen 
meistens    entfernt,     bisweilen    aber    auch    ganz    dicht. 

19*  P*  crij^piis.  Kraushlüttriges  MJaichJcraut»  Sten- 
gel ästig,  zusammengedrückt;  Blätter  sämmtlich  untergetaucht,  sitzend, 
lineal- länglich  gesägt,  wellig -krausrandig  und  durchscheinend -häutig; 
Blütenstiele  stengeldick;   Früchte  zusammengedrückt,  lang  geschnäbelt. 

LiN\.  Sp.  pl.  183.  Chi.  han.  523.  Roch  Syn.  II.  779.  Reichenb.  Ic. 
XVII.  f.  50.     Fl.  dau.  t.927.     Engl.  bot.  t.  10r2. 

In  Teichen,  Gräben  und  Bächen,  sehr  häufig.     Mai,  Juni. —  August. 

Yariirt   mit    fast    flachrandigen   Blättern. 

■•       Biälter   gleichförmig   grasartig- schmal. 

13.  P.  conipressus*   Blattstengeliges  MtaichTeraut. 

Stengel  geflügelt -plattgedrückt;  Blätter  alle  untergetaucht,  sitzend,  lang 
lineal,  stumpf  mit  kurzer  Stachelspitze,  vielnervig  und  durchscheinend- 
häutig; Ähren  langgestielt,  walzenförmig,  vielblütig,  Früchte  zusammen- 
gedrückt mit  stumpfem  Vorderrande  und  schwach  gebogenem  Schnäbelchen. 
LiNN.  Sp.  pl.l83.  Chi.  han.  524.  Rocu  Syn.  II.  779.  Reichenb.  Ic. 
XVII.  t.  27.  P.  zosterifolium  Schum.  Enum.  pl.  Saelland.  I.  50.  Reichenb. 
PI.  crit.  II.  1. 175.    Ic.  XVII.  f.  45.     Fl.  dan.  1. 1865.  und  t.  2046  (r.  acuti- 

folius;  wie  die  langgestielten  walzenförmigen  Ähren  beweisen,  hierhergehörig,  obgleich  im 
Te\tc    t.  1747    dazu   citirt    wird,    welches    der   wahre    P.  acutifolius   ist). 

In  Teichen ,  Gräben  und  langsam  fliessenden  Gewässern,  häufig.  Juni, 
Juli.  —    September. 


536  POTAJtIO  GETONE  AE.  Potaniogeton. 

Ausgcieiflinet  «Inrcli  den  völlig  lilattarlig  ziisammengeilrücklen  Stengel,  oberer  Tlicll  des- 
selben vuii  ISIaltlircite ,  gcg<!n  die  Wurzel  zu  slcli  fadenlürmig  verdünnend.  lilätler  genau 
parallellinig    begrenzt,    »IraIV,    3  —  4"   lang,    l'/s"    '»reit. 

fl4.  P.  acutifoliiis.   Gespitatblättriges  JLaichTcraut, 

Sten^L'l  gellügeit-platlgeilriickt;  IMatti-r  alle  untergetaucht,  sitzend,  laug 
liueal,  fein  zugespitzt,  vicl-neivig  und  durelisc!u!ineud-li:iutig ;  Aliren 
kurz  gestielt,  eiförmig,  armhlütig;  Früchte  zusammengedrückt  mit  ge- 
kieltem Vorderrande  und   hakcntorniigem  Schnähelchen. 

Link,  in  llöni.  u.  Schult.  Syst.  veg.  lll.  513.  Chi.  han.  524.  Koch 
S>n.  II.  780.  Reichenb.  PI.  crit  II.  t.  17ß.  Ic.  XVII.  f.  44.  Fl.  dan. 
t.*1747. 

In  Teichfen  und  Gräben,  ziemlich  selten  (HL;  Lb.;  Ol.  .Tever — ;  /Zu. 
Varel,  Lüneburg,  Schwöbber,  Offensen  — ;  Br.  Braunschweig).  Mai, 
Juni.  —    August. 

Gesammtanselien  der  vorliergehenden  Art.  Durch  die  nicht  aufgesetzte,  sondern  allinalig 
verschmälerte  Spitze  der  gestreckten  ,  1  '/j'"  breiten  Blätter  und  den  verschiedenen  Blutenstand 
leicht   zu    unterscheiden. 

15.  P.  obtiisifoliiis.  Stumpf  blättriges  Xtaichleraut, 

Stengel  zusaniinengedrückt  mit  abgerundeten  Kanten;  Klatter  alle  unter- 
getaucht, sitzend,  lineal,  stumpflich  oder  spitziich,  3  —  5  -  nervig  und 
durchscheinend -hautig;  Blütenstiel  kaum  länger  als  die  eiförmige,  dicht- 
blütige  Ähre;  Früchte  zusammengedrückt  mit  gekieltem  Vorderrande, 
einer  beiderseits  vortretenden  Linie   und  geradem  Schnäbelchen. 

Mert.  u.  Koch  Deutschi.  Fl.  I.  855.  Chi.  han.  525.  Kocu  Syn.  II. 
780.      IlEicHKNB.  Ic.  XVII.   f.  43.      Fl.  dan.  2107.      P.  gramineum  Sm.  Fl. 

brit.    I.    lyü   (und    nach    dessen  Versicherung   des  LlNNEschen    Herbariums).      Lngl.   bot. 

t.  2'253. 

In  Gräben  und  Teichen,  häufig.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Blätter  straff,  2  —  -'/j"  '""g»  1 '/j'"  l"*''»  meistens  gegen  die  bald  stumpf  gerundete, 
bald  spitzlichc  Spitze  etwas  an  Breite  zunehmend,  die  beiden  seitlieben  Nerven  sehr  zart, 
näher  beim  Blatliande  als  beim  Milleliicrv  stehend.  Bliileustiel  eben  so  wie  die  Ähre  'f.^" 
lang,    letztere    daher   unter    der    »lilte    der   umgebenden    Blätter   siebend. 

IfS.  P.  €>edei*i.  OederS  M/aichTeraut,  Stengel  zusam- 
mengedrückt mit  abgerundeten  Kanten;  Blätter  alle  untergetaucht,  sitzend, 
lineal,  stumpflieh  oder  spitzlich,  3  — 5 -nervig  und  durchseheinend -häutig; 
Blütenstiele  nach  oben  verdickt,  3  —  4  Mal  so  lang  als  die  längliche, 
lockerblütige  Ähre;  Früchte  schief  ellipsoidisch  mit  rundlieh  gekieltem 
Vorderrande,  einer  beiderseits  vortretenden  Linie  und  geradem  Schuä- 
belchen. 

P.  compressum  Oer.  Fl.  dan.  t.  203.  Sm.  Fl.  brit.  I.  195.  Engl.  bot. 
t.  418.  P.  pusillus  T.  latifolius  Chi.  han.  525.  Kocu  Syn.  II.  780.  Rei- 
CHENB.  Ic.  XVII.  f.  42  (P.  Cftmpressus  Linu.  Oed.). 

In  Gräben  und  Teichen  im  nördlichen  Gcbietstheilc,  hier  und  da,  zum 
Theil  auch  wohl  übersehen  (///.,-  //n.  V^'ilhelmsburg,  Quackenbrück — ). 
Juni,  Juli.  — ■    September. 

Gesamnilanseben  der  vorhergehenden  Art.  Blätter  scblaflcr,  zarler,  die  beiden  seitlichen 
Aerven  fast  in  der  Mitte  zwischen  Band  und  Mitlclnerv  stehend  (also  weiter  vom  Rande  ent- 
lernt als  bei  jener  All).  Blütenstiele  1 '/i"  —  -"  '«"g'  U'"'«"  »''  •'"  Ähre  .juirlig,  etwas 
gesondert  stehend.  Früchte  ^a  so  gfs«  »'s  ""  ^"  voihergehendcn  Art.  —  Variirt  mit  um 
die    Hallte    M'hmäleru    Blällern. 

fj.  P.  llllslllllS.  Kleine«  MjaichTeraut,  Stengel  zu- 
sammengedrückt-rundlich;  Blätter  alle  untergetaucht,  sitzend,  schinal 
lineal,  zugespitzt,  3- nervig  und  durchscheinend -häutig;  Blütenstielc  fein, 
2  —  4  Mal  so  lang  als  die  lockerblütige  Ähre;  Früchte  schief  ellipsoi- 
disch mit  rundlich  gekieltem  Vorderrande  und  einer  beiderseits  vortre- 
tenden Linie. 


Potamogetoii.  POTAJIIOGETONEAE.  537 

LmN.  Sp.  pl.l84.     Chi.  han.  5-25.     Fl.  Ann.  t.  1451.     Engl.  bot.  t.  215. 
P.  pusillus  ß.  vulgaris  Koch  Syn.  II.  780.     Keicuenb.  Ic.  XVII.  f.  38. 
b.  tenui88iinu8.     Das  J'eine.     Zarter  und  kleiner;  Stengel  uiul  Blät- 
ter last  haart'örmig. 

P.  pusillus  y.  tenuissiinus  Roch  das.     Reichenb.  das.   f.  39. 
In  stehendem  V^'asser  und  Graben,  häufig.     Juni,  Juli.  —  September. 

Ausser  Jen  angegebenen  CliaraUleren  durch  grössere  Feinheit  und  FJaccidität  »on  dem 
vorigen  zu  unterscheiden.  Blätter  1 '/.^  —  2"  lang,  '/.^  —  ^/^"'  hreit.  An  breiten  Blattern 
zeigt    sich    bisweilen    ein    Ansatz    zum    4tcn    und    5ten    Nerv. 

'IS.     P.  triclioides.     Maarförntiges  Mtuichleraut. 

Stengel  rundlich;  Blätter  alle  untergetaucht,  sitzend,  borstcnförmig- li- 
neal,  spitz  oder  haarspitzig,  1 — 3-nervig  ohne  Queradern  und  durch- 
scheinend-häutig; Blütenstiele  2 — 3  Mal  länger  als  die  feine,  wenigblü- 
tige  Ähre;  Früchte  llachgedrüclit,  halbkreisrund -eckig  mit  schwach  ge- 
kieltem Yorderrande. 

V.Cham,  u.  v.  Schlechtend.  Linn.  II.  176.  Roch  Syn.  II.  780.  I\ei- 
CHEiNB.  Ic.  XVII.   f.  .34.     P.  pusillum  Schk.   Handb.   I.  93. 

In  Sümpfen  und  Wassergräben,  an  wenigen  Puncten  beobachtet  (Lb. 
Gräben  an  der  Elbe;  Bm.  bei  Bremen;  Pr.  Wittenberg  auf  dem  Anger). 
Juli.  —    Septemlier. 

Gesammtansehen  Her  Spielart  h.  der  vorigen  Art.  Stengel  und  Blätter  schlafl'  und  viel 
beugig,  letztere  1  —  2"  lang.  Bliitenstiele  fadenförmig,  Ähre  2  —  4'"  lang,  kaum  1'" 
breit.  Die  Früchte  denen  von  P.  acutifollns  ahnlich,  jedoch  viel  Kleiner,  an  der  Basis  am 
Hinterrandc  schwach  ausgeschnitten    und  am  >  orderrande  durch  kurze  Zähnchen  etwas  höckerig. 

19.    P.  pect■natl■i^.    Katnmformiges  JJaichTcrauU 

Stengel  zusammengedrückt-rundlich;  Blatter  alle  untergetaucht,  schmal 
lineal,  1 -nervig,  zugespitzt  mit  breiterer,  scheidig  den  Stengel  umfas- 
sender Basis;  Blütenstiele  fadenförmig,  Ähren  unterbrochen  -  quirlig; 
Früchte  halbkreisruud,   mit  3-kieligem   Vorderrande. 

LlNN.  Sp.  pl.  183.  Fl.  SUeC.  53  (nach  Ausweise  von  EhRIIART  zu  ^lN^fE  s  Zeit 
zu  lT,>sala  eingelegter  Evemplare).        Chi.   han.  .526.       ROCU    SyU.   II.  781 .     111.1028. 

IlEicuEiNB.  Ic.  XVII.  f.  30.  Fl.  dau.  t.  186  (P.  marinum).  Engl.  bot.  t.  323. 
b.  latifolins.  Das  breitblättrige.  Grösser  und  stärker;  Blätter 
breiter  mit  etwas  aufgeblasener  Seheide. 

Chi.  han.  das.      Reichenb.   das.   f.31.      Fl.  dan.  t.  1746.     Vaill.  Bot. 
paris.  t.  32.  f.  5.     P.  Vaillantii  Rom.  et  Schult.  Syst.  vcg.  III.  514. 
C.    tenuis.     Jtas  J'einblättrige.     Rleiner  und  zarter;    Blätter  dicht 
stehend,  lineal -borstenformig  mit  dicht  anschliessender  Scheide. 
Reichenb.  das.    f.  rechts  ß.  scoparius. 
In  Flüssen,    Teichen  und  Gräben,    sowohl   im   salzigen,    halbsalzigen 
(Brak-)  als  süssen  Wasser,   häutig,  massen-  oder  schwadenweise;   b.  in 
stärkern  Flüssen;    c.  in  Gräben.     Juni,  Juli. —    August,  September. 

Stengel  in  tiefem  Wasser  oft  sehr  (bis  .5  —  6')  lang,  weisslich,  2-seitig  sperrig- ästig. 
Blätter  etwas  fleischig,  besonders  im  salzigen  Wasser.  Nebenblätter  seitlich  angewachsen. 
Blütenstiel  bis  doppelt  so  lang  als  die  Ähre,  Quirle  dieser  '/.j  —  1"  von  einander  abstehend. 
Das  kurze,  gerade,  gestutzte  Schnäbelcben ,  der  halbrunden  Form  der  Früchte  wegen,  über 
der  hinfern  geradlinigen  Kante  derselben  stehend,  wodurch  sich  die  Früchte  von  denen  der 
i'olgendea   Art   uulerscheidcn,    deren    Schnäbelehen   fast    auf   der    Mitte    der   Frucht   steht. 

Bemerk.  Die  ElIHHART'sehen  in  Lpsala  eingelegten  Exemplare  gross,  mit  starken 
brcitscheidigen    Blättern,     sehliessen    sich    an    die    Spielart   b. 

90,  P*  marinus.  S'adenähriges  JJaichTeraut»  Sten- 
gel zusammengedrückt-rundlich;  lUätter  alle  untergetaucht,  borstcnför- 
mig, 1 -nervig,  zugespitzt  mit  scheidig  den  Stengel  umschlicssender  Basis; 
Blütenstiel  lang  fadenförmig,  Ähre  entfernt- quirlig;  Früchte  etwas  zu- 
sammengedrückt,  schief  ellipsoidisch  mit  rundlichem  Vorderrande. 

LiKN.    Sp.    pl.  184.      Fl.    SUeC.    .53  (nach  Ausweise    von   ElIRHART    zu  LlNNEs  Zeit 


538  POTAmOGETONEAE.  Ruppia. 

zu  Upsala  eingelegter  Exemplare).  Chi.  liail.  526.  KoCIl  Syil.  II.  781  (mit  Aus- 
schluss   des    StauJorts    bei    Stöfterilz).        ReICUENB.    Ic.    XVII.     1".  27.        1».    ülilofiuis 

Pers.  Syii.  I.  152.  ISolte  IVov.  11.  hols.  20.  Fl.  dan.  t.  2506.  1».  seta- 
ccunk  ScHUM.  Eiiiiiii.  pl.   Saelland.  51. 

In  Teichen,  Laclicn  und  am  Meeresstrande,  liäufiger  in  süssem  als  in 
salzigem  Wasser,  hier  und  da  (iWA.  Tollensee  bei  llehsc;  Hl.;  7/n.  Alten- 
brueii,  Spiliaer-IXeufeld,  Walsrode,  Brachede,  Gottingen  im  Denl;ers- 
hüuser  Teiche).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

SeLr  zart,  fein  iinil  scIilalV.  Blatter  weniger  sperrig  als  an  der  vorbergcbenden  Art  und 
Iiüsclielig  genähert.  J>cbenblalter  seitlich  angewachsen.  Blütenstiel  sehr  fein,  2  —  4,  ja 
bisweilen  ö"  lang,  Qiiiile  1",  untere  auch  wohl  2"  von  einander  entfernt  stehend,  2  —  4- 
bliilig.  Früchte  fcaum  halb  so  gross  als  an  der  vorhergehenden  Art,  tun  deren  Spielart  C. 
sie   ohne   Früchte   niclit  immer   sicher   zu   unterscheiden   ist. 

ff      Blatter    alle    ge  gen  s  t  a  „  d  i  g. 

91.  P.  densus«  JDichtblättriges  XtaichTcraut,  Illätter 

sämmtlieli  untergetaucht,  halb  stengeluiiuassend ,  eirund-  oder  schmal 
lanzettlieh,  durchseheinend- hiiulig,  Ülütenstiele  blattwinhelständig,  kurz, 
nach  dem  Ulüben  zurückgebogen;  Früchte  plattgedrückt,  last  kreisrund, 
mit  scharfem  in  einen  hakenl'örmigen  Schnabel  übergehenden  Kiel. 

LiNN.  Sp.  pl.  182.      Chi.  han.  527.     P.  densus  «.  Roch   Sjn.  II.  781. 

liElCUENB.    Ic.    X\TI.    1".  47 49.       Engl.    bot.    t.  3ü7    (gcdrangtblättrige  Form). 

b.   major.     Bas  grössere.     Stengel  verlängert;  Blatter  entfernt  ste- 
hend,   lanzettlich  lang  zugespitzt. 

Chi.  han.  das.     P.  densus  ß.  lancifolius  Kocii  das.     P.  serratum  Link. 
das.   183.     Fl.  dan.  t.  1264  (P.  densum). 

o.    angustifolius.      üas    schmalblättrige       Kleiner,    kurz-    und 
schwächstengelig,  Blätter  liueal,   zugespitzt. 

Koch  das.  Beichenb.  das.  f.  46.  P.  setaceum  Linn.  das.  184. 
In  Gräben  und  Sümpfen,  im  nördlichen  und  westlichen  Gebietstheile, 
häutig  {31k.;  JII.  Dithmarsen — ;  Hin.  Teufelsbrücke,  Grasbrook;  Hn. 
Wilhelnisburg,  Lüneburg,  Lauenbruch,  Harburg,  Hohcschaar,  Lesum, 
Buxtehude — ;  OZ.  Elsfleth,  Golzwarden,  llodenkircheu — ;  Pr.fV.  häu- 
fig), im  mittlem  Tlieilc  nicht  vorhanden,  im  südlichen  und  süd- östlichen 
selir  selten  (Pr.  in  der  Luppe  bei  Kl.  Licbenau,  in  der  Elster  bei  Schkeu- 
ditz).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Blätter  abstehend,  mit  der  Spitze  meist  zurückgebogen,  fein  gesagt.  Ähre  klein,  2  —  4- 
blütig. 

P.  CaCSpitoSUS  INolTE  in  REICHENB.  Ic.  XVII.  t.  23.  mit  dem  Synonym  P.  rutilns 
Wolf,  in  Rom.  et  Schult.  Syst.  veg.  3Iant.  362.  n.  42.  (C.  iu  grossem  L.aodseen  in  Hl. 
vorkommend,    sehr   nahe    mit    P.  pusillus    verwandt,    ist   nur    unix-kanut. 

01e  onomisch  es»  Der  Fischzucht  nützlich,  indem  die  Fische  tjern 
ihren  Laich  in  den  Schwaden  dieser  Kräuter  absetzen.  Den  Sunien  lie- 
ben die  wilden  Enten.  Kühe  und  Schafe  fressen  das  Kraut  nicht,  doch 
ist  es  zum  Schweinefutter  und  wo  es  iti  Menge  ausgeworfen  werden  kann, 
zur  Felddünguny  anwendbar. 

«.     RUPPIA.     nUPPEM, 

I.INN.    Gen.    n.  175. 

Blüten  Zwitter.  Gesehleclitsdecke  nicht  vorhanden.  Slaub- 
sef'Jisse  2  (scheinbar  4).  Träger  kurz,  schuppentVirniig,  Beutel- 
fächer aus  einander  weichend.  Fruchtknoten  4.  INarhen  sitzend. 
Lang  gestielte  weiche  Nüsse.    Geschl.  Syst.  IV.  4. 


zanichellia.  POTAJflOGETONEAE.  539 

Melirjäluige  Wasserkräuter  mit  fadenföriiiigeni,  ästigem  Stengel.  Blät- 
ter liiieal  -  hoistent'örmig,  mit  selieidiger  üasis  stengelumtasseiid.  Itluten 
in  Mattwinlielständigen,  anfänglich  von  der  Blattscbeide  eingeschlossenen 
Koihen. 

1.  R.  ntaritilUa.  See-Mtuppie»  Beutelt'ächer  länglich; 
Früchte  eiförmig,  fast  gerade  aufgesetzt,  mit  wechselständigen  Schnä- 
helchen. 

LiNN.  Sp.  pl.l84.  Chi.  han.  527.  Kocu  Syn.  IT.  781.  Beichenb.  Ic. 
XVII.  t.  17.  f.  26.     Fl.  dan.  t.864.     Engl.  bot.  t.  ISfi. 

Am  Seestrande  in  salzigem  und  Brackwasser,  auch  in  Binnenseen, 
ziemlich  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel  fadenförmig,  '/o — 1 '/.,'  lang,  wccliselständ  ig  -  ästig ,  am  nnlein  Tlicilc  an  cU-n 
Gelenken  wurzelnd,  mit  dem  ol.crn  Tlicile  sclnvlrnmend.  Bl;.tler  2  —  3"  lang,  selimäler  als 
der  Stengel,  znges|)ilzt,  auf  einer  aufgelilasencn  «eisslielien  Scheide  ohne  hlaftliaulehenartige 
Verlängerung  sitzend.  Früihfclien  trngdoldig,  zu  6  —  8  auf  3/^"  langen,  feinen  Slielchcn 
au    der    S])itze    eines    8  —  4"    langen,    meistens    spiralig    gewundenen,    Stiels. 

•  Ä.    R.  rostellata.    Schieffrüchtige  JRuppie.    Beutel- 

fäclier  rundlich-länglich;  Früchte  schwach  gekrümmt- eiförmig,  mit  seit- 
lich ansteigendem  Schnähclchen. 

Koch  in  Beicherb.  PI.  crit.  II.  66.  t.  174.  Chi.  han.  527.  Koch  Syn. 
11.782.  Beichenb.  Ic.  XVII.  f.  25.  K.  maritima /3.  minor  Mert.  u.  Koch 
üeutschl.  Fl.  I.  861. 

In  salzigem  V^'asser  an  den  Küsten  und  auch  im  Binnenlande,  hier 
und  da  {Mk.  Warnemünde,  im  Breitling  hinter  den  Pinnengrahen  — ; 
Hl.  im  salzigen  See  beim  Banter  Kirchhofe  unweit  Jever  — ;  Schw.  Fran- 
l.enhausen,  Numburg — ;  Pr.  Stassfurth,  im  Soolgraben  bei  Artern,  zwi- 
schen Amsdorf  und  Büblingen  — ).     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Steht  der  A.  I.  allerdings  sehr  nahe.  Kleiner  und  feiner,  Blattseheiden  schmaler,  Beu- 
Iclfacher  kürzer  und  daher  der  kugeligen  Form  sich  nähernd.  Früchte  kleiner,  kürzer  ge- 
stielt, aus  eirunder  Basis  fast  halhniondförmig  gebogen  (eine  Biegung,  die  man  in  geringcrm 
Grade  auch  an  A.  1.  wahrnimmt)  ansteigend,  wonach  das  Schnähelchen  seitlich  oder  ausser- 
halb   der   Achsclrichtung   des    Stielchens   steht. 

3.    ZA^ICHEIililA.    •EA.NICMMIiEtEM, 

LlNN.    Gen.    n.   1043. 

Blüten  1- häusig,  blaltwinkclstäiidig.  Männliche:  keine  Ge- 
schlechtsdecke,  1  Staubgefäss.  Weihliche:  Geschlechtsdecke 
glockig,  unffelheilt.  Fruchtknoten  4,  sitzend.  Weiche  iNüsse 
mit  hleihendeui  Griffel  und  IVarhe.      Geschl.  Syst.  XXI.  1. 

Mehrjährige,  zarte,  sehr  ästige,  untergetauchte  V\'^asserkräuter.  Blät- 
ter sehr  schmal  lineal.  Blüten  sitzend,  männliche  einzeln  oder  neben 
einer  weiblichen.     Keim    spiralförmig. 

1.     5B.  pedicellata.      Gestielte  XanicheUie,     Früchte 

lang  gestielt,  am  >  orderrande  mit  buchtig  ausgeschweiftem  häutigem  Kiel; 
Grilfel  fast  so  lang  als  die  l>uss. 

Fries  IVov.  3Iant.  III.  135.  Koch  Syn.  II.  782.  Z.  palustris  ß.  pe- 
dicellata Wahlenb.  Fl.  suec.  II.  577.  Z.  pedunculata  Beichenb.  Ic.  XVII. 
f.  21.     Z.  maritima  ISolte  Nov.  11.  hols.  75.     Chi.  han.  528. 

b.  gibbero§a.     Die  doppeltkielige.     Früchte  auch  am  Hinterrande 
schwach  gesehw  eift  -  gekielt. 

Z.gibberosa  Beichenb. PI. crit.  VIIT.24.t. 759.  Fl.  exe. 7.  Ic.XVII.  f.22. 
In  See-  und  Brackwasser  an  den  Küsten  und  im  Unterlauf  der  in's 
Meer  mündenden  Flüsse,  auch  in  Gräben  in  der  Nähe  von  Salinen,  hier 
und  da  (Mk.  Dassow;  Lb.;  HL;  Hrn.;  Iln,  Harburg,  Gestendorf,  Neu- 
haus, Akumer  Siel,  Borkum — ;  Pr.  Halle).  Juli,  August. —  Septem- 
ber, Octobcr. 


540  NAJADEAE.  Najas. 

Sicngel  fadciifönuig,  gcgIioJcrl,  gahelig  -  ästig,  «o  Jas  Wasser  zurücklrilt  kriechend 
und  wurzelnd  (Z.  leplans  WalLM.)-  Ulatler  zu  3  sicliend ,  niclit  lireiter  als  der  Steogcl. 
Früclitchcn    duldeiiailig    zu    4  —  6    m    den   lilnit»  inkeln    ziisainiiiPiistcliend. 

2,     Z.  iialiistrii^.     ^untpf'Xanichellie»     Früditc  Imrz 

gestielt,  am  Vorilciiimde  mit  scliinalcm,  gelieildeiii  Kiel;  Grillel  so  lang 
als  lue  ]\iiss. 

LiNN.  S]>.  pl.  1375.  Fl.  SUeC.  321  (nach  Ai.s»oise  loii  EllRIIART  zu  LiNNi's 
Zeit  zu  llpsala   eingelegter  Exemplare).       Chi.  lian.  328.       KoCIl   Sjll.   11.782.       Engl. 

Lot.  t.  1844.     Z.  major  IlEICUE^B.  Ic.  t.  16.  1".  24. 

In  Teichen,  Giähen,  Pfützen  untl  Sümpfen,  häufig.  Juli,  August. — 
Septeniher,  OctoLer. 

INur  durch  die  angegebene  Fruchtbildung  und  etwas  grössere  ]>'arl>en  lon  der  vorigen  Art 
abweichend.  Im  Wasser  stehend,  ist  sie  reichlicherer  Nahrung  wegen  grösser  als  im  Schlamme, 
«0  sie  ebenfalls  AVurzeln  aus  den  Gelenken  treibt  (%ar.  repens  Chi.  ban.  das.  »E  BÖN- 
NINGH.  0.  inonast.  271.  KeichENII.  das.  f.  "JO.  Z.  palustris  ScilK.  Uandh.  III.  T.  "JSO.). 
Der  Hautrand  der  Früchtchen  variirt  breiter  und  schmäler,  verliert  sich  auch  wohl  fast,  oder 
zeigt    sieh    schwach    auch    ani    Hinferrande. 

'3.    Z.  polycarpa.     Kurxschnähelige   Xanichellie, 

Früciitc  fast  sitzend,  am  Vordeirantle  mit  ausgerandetem  häutigem  Kiel; 
Grillel   seht-  kurz. 

]>ioLTE  ]>ov.  fl.hols.75.     Koch  Sjn.  II.  782.     IIeichenb.  Ic.  XYH.  f.  23. 

In  salzigem  Wasser  an»  Seestrande,  hier  und  da  {Ul.  Ileiligciihaven 
an  der  Ostsee,  Brunshüttel  an  der  IVordsee).  Juli,  August. —  Septem- 
ber,  Octoher. 

Früclitclien  gedrängt,  meistens  zu  G,  auch  wohl  zu  8,  etwas  breiter  und  kürzer  als  an 
den    Torhergehcndeo    Arten.       Griffel    zur    Rcllzeit    etwa    '/^    so    laug  als    die    Nüsse. 

Bemerk.  Die  speci&sche  Verschiedenheit  säramtlicher  aufgeführten  Formen  mochte 
ich   nicht   verhürgen. 

XCVII.     ]irA.JA»EAE. 

I.INK.    Uan.lb.    I.    SZQ. 

Blüfeii  1-  oder  2-Iiäiisigj  hlatt^vinkelsiändig.  Männliche: 
Sfaiibgcfasse  1 — 3,  mit  trägerlosen  Beuteln^,  in  einer  selieiden- 
oder  seiiii|>|)enföriiiigen  Gesehlechlsdeeke?  Weildiclic:  ohne 
Geschlechtsdeelie  1  einfäcücriger,  1-eiiger  Fruchtknoten  mit  1 
sitzenden  Oller  2 — 3  fadenförmigen  iXarhen.  Früchte  nussartig. 
Samen  ohne  Eiwciss,  Keim  gerade,  das  Würzclchen  stark  ver- 
dickt. 

Vorkoiumen.     Im  Weisser. 

Gehalt.     Nicht  hchunnt. 

1.     J^AJTAS.     JVAJAHE, 

EiNN.    Gen.    n.  1096. 

Blüten  1-  oder  2- häusig.  Männliche:  Slaidjbeutel^  mehrfä- 
cherig, von  einer  sehlauchartigen,  doppelten  oder  einfachen, 
zur  IJliilezeit  mehrzähnig- zerreissendcn,  Geschlcchtsdecke  ? 
eingeschlossen.  Weihliche:  1  sitzender  1- fächeriger,  1-eiiger 
Fruchlknotcn,  Geschlechtsdechc?  wie  hei  der  männlichen  Blüte. 
JNuss  1 -sämig.     Gesehl.  Syst.  XX.  1. 

Filijährige,  untergetauclite  W'^asscrkräuter  mit  paarweise  einander  ge- 
nälicrten,  scheinbar  gegenständigen,  lineaieii,  stachelig  gezähnten  Blät- 
tern mit  scheidiger  Basis. 

1.  üf.  marina.  See-JVaJade*  Blätter  lineal,  ausgeschweift 
und  stachclspitzig  gezähnt.    Scheiden  ganzrandig. 


Zostera.  NAJADEAE.  541 

LiKN.  Sp.  pl.  1441.  Chi.  Lau.  530.  De  Schlecht.  Liiinaea  IX.  t.  7. 
ri.  claii.  t.  2121.  N.  major  Roth  Teilt,  fl.  gcrin.  II.  2.  499.  Koch  Syn. 
1I.7Ö3.  I^.monospeima  WiLLD.  Sp.  pl.l\.331.  Stürm  Deutschi.  Fl.  11.41. 
Ittneia  ]>iajas  Gmel.  Fl.  batl.  III.  590.  t.  3.  Mich.  Gen.  t.  8.  f.  2  (Fluvia- 
tilis   latit'ulia). 

In  stehenden  süssen  nnd  salzigen  Gewässern,  selten  (Mh.  Rahnenfel- 
tler  See,  Tollense  dicht  bei  der  Landzung;e  hei  Rehse,  Friedrichsthaler- 
see  bei  Schwerin,  Dessauer  See;  Lneh.  in  der  Trave  bei  Schlutup  nahe 
der  Herrenfiihre;  Hn.  in  der  Oste  bei  Rentwisch  — ;  An.  Dessau  häufig, 
namentlich  im  Grosshühnauer  See  — ;  Pr  Mühlhausen,  Rolldorf  im  sal- 
zigen See  — ).     Juli,  August.  —    September. 

Zwcihansig.  Stengel  7,_  l !/._,'  hoel, .  geglie.lcrt  iin.l  iistig.  Biälter  1  —  1 '/•/'  lang, 
1  —  l'A'"  '"^«^'t.  gfg«^"  ''ie  Basis  «enig  sclimäler.  Zäline  3-cikig,  Scheide  beiilersrils 
rnndlicli.  Stjiiliheutel  länglich  -  lineal ,  .körnig  piinctirt,  innere  Gesclileclilsdeeke?  in  4  7.11- 
rückrollende  Klappen  zerreissend,  äussere  lappig  aiilVeissend  nnd  später  elienfalls  zurückgerollt. 
Nüsse    in    den    Blallacliseln    sitzend,    ellipsoidiscb ,     hart,     vom    Griflel    und    2    Karlen    gekrönt. 

'Ä.  !\[>  IMinor.  Kleine  Naj ade,  Rlattcr  schmal  lineal,  aus- 
geschweift, stachclspitzig  gezähnt  und  zurückgebogen,  Seheiden  wimpc- 
rig-gezähnelt. 

Allion.  Fl.  pedcm.  II.  221.  Koch  Syn.  II.  783.  Schk.  ilandb.  III. 
T.296.  Caulinia  fragilis  Willd.  Sp.  pl.IV.  182.  Ittnera  minor  Gmel. 
Fl.  bad.  III.  .592.  t.4. 

In  Gräben  und  stehenden  Gewässern,  sehr  selten  (Pr.  Wittenberg  vor 
dem  Elblhore  auf  dem  Anger,  n<'ben  der  ersicn  Rrüclic  Hnlis.  Schk.  Ah. 
in  Lachen  bei  Oranienbauni  ?  Schwabe).  Juni  bis  August. —  September, 
October. 

EinLUusig.  Stengel  4  —  6"  hoeli,  ästig.  Blätter  zugespitzt,  Sclieidcn  länglicli.  Männ- 
liclie  nnd  «eihlielie  Blüten  an  den  Spitzen  der  Zweige  in  den  Achseln  der  obern  huschelig 
znsammengrdräugtcn    Blätter,    zusammen    stehend,     seJir   klein,    rolhlich. 

9.     ZOSTERA.     SUMGMAS, 

I.IINIV.    Gen.    n.    103i. 

Keine  Geschlechtstlecke.  Männliche  Blüten  als  einzelne 
Slaubgefässe,  yveihliehe  als  einzelne  Fiuehlknotcn  an  einer  Seife 
abwechselnd  einer  platten,  von  der  Blattseheide  eingeschlosse- 
nen Spindel  aufsitzend.     Weiche  IVuss.      Geschl.  Syst.  XXI.  1. 

Im  Meereswasser  untergetaucht  vegetirende,  mehrjährige  Kräuter  mit 
kriechendem  Stengel.  Rlätter  lang  lineal,  ganzrandig,  stumpf  mit  schei- 
diger Rasis. 

f.     Z.  mariiia.     Gemeines  Seegras,     Rlätter  3-nervig; 

Früchte  walzenförmig,   schwach  gerieft. 

LiNN.  Sp.  pl.  1374.     Chi.  han.  529.     Koch  Syn.  II.  783      Schk.  Handb. 

III.  T.279.    Fl.dan.  1. 15.    Engl.  bot.  t.  467.    Hook.  Fl.  londin.  IV.  T.  35. 

b.   aiigustifolia.    Das  schmalblättrige.    Kleiner;  Rlätter  schmäler. 

Fl.  <lan.   t.  1501.     Chi.  hau.  das.     Z.  nana  Roth  Enum.  pl.  germ.  1.  8. 

Z.  uninervis  Reicüenb.  Fl.  cxc.   137. 

Am   Meeresgründe    der   ]\ord-    und   Ostsee,    auf  schlammig -saudigem 

Boden  schaaren weise;  b.  daselbst  auf  magerm  Sandboden.     Juni,  Juli.  — 

August,    Septeirber. 

Stengel  2  —  4'  lang,  2-kantig,  gegliedert,  ästig,  unterer  Theil  wurzelnd,  oberer  fluthenil. 
Biälter  bandförmig,  bis  1 '/j'  Jang,  '6'"  breit,  dunkelgrün,  trocken  tabacksbraun.  rollen 
confervenartig. 

«.  Z.  IVoltei.  JVolte'S  Seegras,  Rlätter  1- nervig;  Früchte 
ei -walzen  förmig,   eben. 

HoRNEM.  Fl.  dan.  t.  2041.     Chi.  han.  529.     Z.  nana  Koch  Syn.  II.  783 

(BoTH's    und    BEICHEIVB.    Syn.    ausgcschl.). 


542  l.EiaNEAE.  Lemna. 

Am  Meeresgrunde  der  Nordsee  auf  Sandhoden  (//»».  Inseln  Nordernei 
und  Borlium).     Juni,  Juli.  —    August. 

Zarter  als  A.  1.  1).  und  die  IMiiUer  iiocli  scLiiialor,  1'"  l.reil.  l'rüclile  kleiner  mit  srlinacli 
aiigcileiilcten    Linien. 

Bemerk.  ifljer  die  Verwandtschaft  der  liier  aiil'gefülirtcn  rönnen  icrgl.  meine  ans- 
fULrlieiie    Äusserung    CM.  lian.    a.  a.  O. 

OIC  anomisch  es,  .Die  Benutzuntj  des  getrochicten  Seeyrasex  riir 
Polstermuf  von  Matratzen,  Betten,  Meubeln  u.  s.w.  bekannt.  Frisch  auch 
als   Diinijmittel  anwendbar. 

XCVIIl.     liElflMEAE. 

Lemnaceae   I>INK    Uandb.    I.    'ISd- 

Blüten  1- häusig,,  ohne  Geschlephtscleche.  3Iännliche :  1 
Staubgefäss,  von  einer  unregelmässig  aufreisscntleu  Hülle  um- 
schlossen, Träger  fädlieh,  Beutel  2-fächerig,  Fächer  unten 
vpn  einander  abstehend,  fast  kugelig.  Weil)liche:  1  einfächc- 
riger,  1-,  oder  mehreiiger  Fruchtknoten  mit  Irichterförmjger 
INarbe.  Einsamige  weiche  Nuss  oder  umsehnittene  Kapsel.  Keim 
gerade  in  der  Achse  des  fleischigen  Eiweisses. 

Vorkommen.     Auf  der  Wassertläelie. 

Gehalt.     Unbekannt. 

1.     liEiniVA.     mNVKNGnVN. 

LlNN.    Gen.    n.  1038.    Art.    ausgescl.l. 

Zwei  ungleichzeitig  sich  entwickelnde,  männliche  Blüten. 
Staubfäden  gleichmässig.  Fruchtknoten  1-eiig.  AVciche  INuss 
mit  1  wagerechten  Samen.     Geschl.  Syst.  XXI.  2  (II.  1.). 

Einjälirige,  schwimmende  oder  untergetauchte,  hiattlose  Wasserl.räu- 
ter  mit  gegenständigen,  plattgedrüchten ,  zu  Lauh  ausgehildetcn  Zwcigeu 
und  einfachen,  im  Wasser  haftenden  Wurzehi,  deren  Spitze  mit  einem 
wassersaugenden   Säclichen    endigt. 

1.  li.  minor.  Kleine  Tf^aSS erlins e»  Laub  umgekehrt- 
eirund -rundlich,   h(;iderseits  flach;    V^'urzel  einzeln. 

LiNN.  S|>.  pl.  1376.  Chi.  hau.  530.  Rocii  Sjn.  II.  784.  Schk.  Ilandh. 
III.  T.281.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.44.  Beicuenb.  Ic.  XVII.  f.  15.  Fi. 
dan.  1. 1.597.     Engl.  hot.  t.  1095. 

In  Gräben,  Teichen  und  stehenden  oder  langsan»  fliessenden  Gewäs- 
sern, allgemein  verbreitet  und  schaarenweise  die  AVasserlläche  bedeckend. 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Häufig  Ijjiiliend.  Meistens  zu  'A  —  4,  selten  mehrere  durch  zerbrechliche  Stiele  zusani- 
wenhUngend.       Wurzel    1  —  1 '/.^    Zoll    lang.       Frncht   flaschenfoiniig. 

Bemerk.  Die  Karhe  soll  nach  UoyERs  (Flora  der  Grals.  Schanmburg  18.)  „ge- 
nauer"   Beobachtung   2 -spaltig   se\n    (?). 

Ä.    li.  trisulca.    ISpitzbliittrige  JW^asserlinse,    Laub 

elliptisch -lanzettlich,  gegeu  die  Spitze  seicht  ausgeseliweilt  gezähnt,  mit 
der  Basis  in  den  Stiel  verschmälert. 

Link.  Sp.  pl.  1376.  Chl.han.531.  Kocu  Sju.  11.784.  Sturm  Deutsehl. 
Fl.  H.44.  Beichenb.  Ic.  XVII.  f.  19.  Fl.  dan.  1. 1586.  Engl.  bot.  t.  926. 
Hook.  Fl.  lond.  t.  119. 

In  Gräben,  Teichen  und  stehenden  Gewässern,  trupp-  oder  hcerdcn- 
•weise  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Ziemlich    selten    blühend,    und    nur  zur  Blütezeit   einportauchcnd ,    mehrseitig   kreuzartig    zu- 
nliiingend.      Wurzel   einzeln. 


Teliiiatopliace.  E.E9IMEAE.  543 

SCHLEIDEN    in   V.   SCIII-ECHTEIVD.    liinnaea    XIII.    391. 

Zwei  männliche  Blüten.  Staubfäden^ gegen  die  Basis  ver- 
scbpälert,  Fnichtknoteii  2— mehreiiff.  Kapsel  iimsehnitten  auf- 
springend, 2 — mehrsaniig,  Samen  aufrecht.    Geschl.  Syst. XXI.  1. 

1"^  ic   Leiiina. 

f.     T<  gibba.     BlöcTeerige  T9^asserlinse.     Lauh  liieis- 

rundlicli,    olteilialb  elieii,  unteihall»  liocli  gi'wölht;    Wurzeln  einzeln. 

ScHLEiDEN  Linnaea  Xlll.  391.  Lemna  gihlta  Linn.  Sp.  pl.  1377.  Chi. 
han.530.  Koch  Syn.  II.  784.  Schk.  Handl..  III.  T.  281.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.44.  IlEicHENB.  Ic.  XVII.  1. 14.  f.  16.  Fl.  dan.  t.  1588.  Engl.  bot. 
t.  1233. 

In  Teichen,  Gräben  und  stehendem  Wasser,  schaarenweise  sehr  häufig. 
Juni.  —    September. 

AiifänglicL  zu  '2,  4  —  6  durch  sebr  zerlirecLlicIie  Stiele  verbunden  zusamnienLängend, 
später  oft  einzeln.  Wurzel  oft  sehr  lang  (L.  trichorrhiza  THIILL.).  Frurlit  kugelig  mit 
sitzender   IXarhe.       Samen    in    der    Regel    '2. 

IS.  T.  polyrrliiza.  Vieltvurzelige  W^asserlinse»  Laub 

rundlich- iinigebehrteiriind,  oberiialb  platt,  unterhalb  sehwach  gewölbt; 
W^urzeln  in  Büscheln. 

Spirodela  polyrrhiza  Schleiden  Linnaea  XIII.  391.  Lemna  polyrrliiza 
LiNN.  Sp.  pl.l377.  Chi.  han.  531.  Koch  Syn.  IL  784.  Schk.  Üandb. 
ni.  T.281.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  44.  Reichenb.  Ic.  XVIL  f.  17.  Fl. 
dan.  1. 1.589.     Engl.  bot.  t.  2458. 

In  Gräben,  Teichen  und  stehendem  W^asser,  schaarenweise  Läufig. 
Mai,  Juni. 

Laub  grösser  als  an  den  übrigen  Arten  heider  Gattungen,  unregelmässig  gcschnitfen, 
dicklich  mit  bandförmigen  IServcn,  unterseits  meistens  violetrotb.  Grillel,  INarbe  und  Frucht 
unbekannt. 

Bemcrli.  T.  gibba  und  Spirodela  polvrrbiza  kommen  in  den  wesentlichen  Theilen 
des  Bliitenbaues  überein.  Es  scheint  daher  angemessen,  sie  in  einer  Gattung  zu  belassen, 
bis  der  noch  unbekannte  Fruchtbau  der  letztern  etwa  über  die  generische  Trennung  entschei- 
det. Ocm  Auftreten  vollständiger  Spiralgefasse  bei  letzterer,  von  denen  die  erstem  eben- 
falls Spuren  enthalten,  dürfte,  ohne  gegen  das  Princip  anzustosscn ,  eine  Entscheidung  hier- 
über  nicht   einzuräumen    se}ii. 

Tjpbaceae    JUSS.    Gen.    25. 

Blüten  ähren-  oder  bopfförmig,  obere  männlich^,  «intere  weib- 
lich. Geschlechtsdecke  fädlich  oder  schuppig.  Staubgefässe 
einfach  oder  27-3-spaltig5  mit  einem  Beutel  an  jeder  Spitze. 
Fruchtknote  frei^  l-eiig^  Eichen  hängend.  Griffel  1,  mit  zun- 
genförmiger  Narbe.  Kornfrucht  mit  doppelter  Decklage.  Keim 
mittelstäudig  in  mehligem  Eiweiss,  das  Würzelehen  zum  Nabel 
gewandt. 

l/orkomnien.     Im  Sumpfe. 

Gehalt»     Im  fVinzelstocke  vorzüfjlich  Stärke. 

I.     TYPHA.     nOUntiOJLSMlV. 

LlNN.    Gen.    n.  1040. 

Weibliche  und  männliche  Blüten  an  ..derselben  Spindel  in 
übereinander  stehenden  walzenförmigen  Ähren,  getrennt  durch 
hinfällige  Deckblätter.    Geschlechtsdecke  borstenförmig.    Mann- 


544  T¥PHEAE.  Sparganium. 

liehe  Blüten  mit  2 — 3  Beuteln  auf  genieinschaftliehem  Trager; 
weibliche,  mit  1  Fruchtknoten  auf  stielarlig  verlängertem  Fruehl- 
boden.  Äussere  Deeklaffe  der  Fruchlhülle  längs  aufreissend. 
Gesehl.Syst.  XXI.  3.  . 

Melirjährige,  aufreclite  Kräuter  mit  wagcrcclitfin  Wurzel stoch  und 
einfachem  knotenlosen  Stengel.  Blätter  lincal  mit  sclieidiger  Basis.  liol- 
])en   endständig. 

1.   T.  aiigiistifolia.   Schmalblättrige  Mohrlkolben, 

Blätter  sclimai  lineal,  unten  rinnen  förmig;  mäunlielie  und  ^veibliclie  Ähren 
von  einander  gcrücht. 

LiNN.  Sp.  pl.  1377.  Chi.  han.  574.  Koch  Syn.  II.  78.5.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.281.     Fl.  dan.  t.  81.5.     Engl.  hot.  1. 1456. 

In  Teichen,  tiefen  Gräben  und  Sümpfen,  truppweise,  häufig.  Juni, 
Juli.  —    Septemljer. 

Schalt  riind,  4  —  o'  hoch.  Bialter  IcJcrartig,  2'/,,— 3'"  l.rcit,  ilm.helgrün.  Walzen- 
förmige Kolhen  vor  dem  Blühcu  in  scheidige  I)ecl;hliitter  gcliiillt.  —  Variirt  niedriger  und 
Blatter    um     '/s    schmaler. 

^,  T.  latifolia.  BreitbliittrigeJMtohrJeolben,   Blätter 

breit  lineal,  tlach ;    männliche  und  weibliche  Ähren  einander  genähert. 

LiNN.  Sp.  pl.  1377.  Chi.  han.  573.  Koch  Syn.  II.  785.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.281.     Fl.  dan.  t.  645.     Engl.  bot.  t.  1455. 

In  Teichen,  tiefen  Gräben  und  Siimpl'en,  trupp -  oder  heerdenwcise 
häufig.     Juni,  Juli.  —    September. 

Schaft  ■'}  —  6'  hoch,  Blatter  6  —  7'"  hreit,  heller  grün  und  Kolben  doppelt  so  diel;  als 
an    A.  1. 

ökonomisches,  lilätter  zu  rU-chlwerf;,  Decken,  Matten,  Dicht- 
machen der  Tonnenstabe  im  Gebrauch.  Die  Sanienwolle  zum  Stopfen  von 
Polstern,    Hissen  und  zum   f'erpacken   ffeeif/net. 

».    SPARCiA^IUIfl.     EGMIiSKOIiBKN, 

I.INN.    G.n.     n.    1041. 

Kugelige  Blütenköpfe  an  gemeinschaftlieher  Spindel^  männ- 
liebe Blüten  in  den  obern  Köpfen,  Staubffefässe  mit  Spreublätt- 
ehen als  (ieschleehlsdecke;  weibliehe  in  den  untern  Köpfen^ 
Fruchtknoten  mit  3  -  schuppiger  (iesehlechtsdeekt».  -\j'ssere 
Decklage  der  FruehthüUe  nicht  aufreissend.   Gesebl.  Syst.  X\l.3. 

Mehrjährige,  aufrechte  oder  schwimmende  Wasserhräuter  mit  beblät- 
tertem einfachem  oder  ästigem  Stengel.  Blätter  sitzend,  lineal,  mit 
scheidiger  Basis. 

I.    S.  raniosiini.    Astige  Igelsleolben,    Blätter  an  der 

Basis  3-kantig,   Seitenlläehen  ausgeholt;    Spindel   ästig;    IVarhcn  lineal. 

HuDS.  FI.  angl.  Ed.  I.  401.  Koch  Syn.  II.  786.  Schk.  Ilandb.  III.  7. 
282.  Fl.  dan.  1. 1282.  Engl.  bot.  t.  744.  S.  crectum  (c.  Linn.  Sp.  pl.  1378. 
Chi.  han.  574. 

An  den  Bändern  von  Teichen  und  Gräben,  sehr  häufig.  Juli,  Au 
gust.  —    September,   October. 

Stengel  l'/^  — 3'  hoch,  stark,  steif,  an  der  Spitze  asiig.  MUnnliche  Bliitenl;öpfc  «lel 
kleiner   als    die    »cihlichen. 

«.     S.  iiiiniiilex.     Minfache  Igelsleolben.     Blätter  an 

der  Basis  3 -hantig,   Seitenflächen   eben;   Spindel  einfach;  IVarben  lineal. 

HuDS.  Fl.  angl.  401.  Chi.  han.  574.  Koch  Syn.  II.  786.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.282.  Fl.  dan.  t.  932.  Engl.  bot.  t.  745.  S.  crectum  ß.  Linn.  Sp. 
pl.  1378. 

In  Gräben,  an  Teich-  und  Flussufern,  häufig.  Juli,  August.—  Sep- 
tember, October. 


Arilin.  ABOIDE  A£.  54ä 

Slengel  .lufrt-.l.t ,  1  —  l '/./  Iiorl..  Männliche  I{l.itciik.,|ir.-  wenig  kleiner  als  die  «cil.- 
liclicn.   —       Flioninil    liisweileu    fliiten<l    »ur. 

3.    !S.  iiatan§(.     Flutende  EgelsTeolhen*    Blätter  flach; 

Spindel  einfatli;    IVaihen  eiförmig;- ländlich. 

LiNN.  Si>.  pl.  1378.  Chi.  hau.  573.  Koch  Svn.  II.  78G.  F!.  daii.  t.  260. 
Fngl.  hot.  t.273. 

In  Bächen  nnd  Grähen ,  hesonders  auf  Moor-  und  Torf1)oden,  weni- 
ger häufig  als  Art.  l.u.2.  und  gegen  Süden  und  Süd-Osten  abnehmend. 
Juli,  August.  —    Octoher. 

Zarler  als  Art.  I.  •-'.  ,  .loci.  I>is  1'  lang.  Blatter  lang,  scl.lafl',  liegend  oder  Üntend. 
Meist    nur    1    n.ännliclies    Köpfchen. 

€.     AROIDEAE. 

JUSS.    Gen.    23. 

Blüten  an  einer  fleischigen  Spindel,  1 -liäusia;  und  ohne  Ge- 
schlechfsdeelie,  oder  Zwiller  mit  3  —  Ö-theiliger  Geschleehfs- 
deeke,  6  Sfatihgefässen  und  1  Fruehlhnoten.  Stauhgefä.sse  der 
cinhäusig;en  einzeln  zwischen  den  einzelnen  Fruchthuofen  oder 
üher  diesen.  Sfauhgefässe  vor  den  Zipfeln  der  Geschlechts- 
decke. Fruchtknoten  frei,  l-,  selten  mehrfächerig,  1-,  selten 
mehreiig.  Frucht  heerenartig.  Keim  mittelständig  im  mehligen 
Eiweiss. 

Vorkommen.     Feuchten,  schattigen  Boden  und  Humusgelmit  liebend. 

Gehalt.  fVtirzeln  reich  an  Stärke,  auch  ein  flüchtifjes ,  scharfes  Ol 
enthaltend.  Im  liratite  Kali,  Erden  nnd  Phosphors  (iure.  In  den  Blüten 
zum    Theil  scharfe  Stoffe,    unter  welchen  ein  scharfes  Harz. 

I.Gruppe.   AROIDEAETERAE.   MIGX:i¥TX.I CHK  A H  OJl. 
GMVrÄCKSM. 

Blüten  ohne  Geschlechtsdeche. 

1.     ARUJTI.     JLWtON. 

LlNN.    Gen.    n.    lOJS. 

Blütenkolhen  an  der  Spitze  nackt,  von  einem  lutenförmiffen 
ffeschlitzfen  Scheidendeckhlatt  umgehen.  Stauhgefässe  in  Rei- 
hen geordnet  dem  ohern  Theile  des  Kolhens  eingesetzt,  Fj-ucht- 
knoten  dem  untern.    Beere  1-samIg.     Geschl.  Syst.  XX.  7. 

Mehrjährige,  stengellosc  Kräuter  mit  kolbigem  Wurzeistoch  und  lang 
gestielten,  ganzrandigen  Blättern,  aus  deren  scheidiger  Basis  der  Blü- 
tenschaft hervortritt. 

f.    A.  niaculatuiti.     Gejlecleter  jAron,    Blätter  spiess 

pfcilförmig;  kolbenförmiger,  nackter  Theil  der  Blütenspindel  mehrfach 
länger  als  der  blütentragende. 

Link.  Sp.  pl.  1370.  Chi.  han.  .531.  Koch  Syn.  II.  787.  Stürm  Deutschi. 
Fl.  H.44.  Fl.  dan.  t.  505.  Engl.  bot.  t.  1298.  Hayne  Arzneigew.  XIII. 
T.  .32. 

In  Vorhölzern,  Hainen  und  an  Hecken  auf  feuchtem  schattigem  Bo- 
den, häufig,  gegen  Worden  ahnelimend  und  im  nördlichen  üacben  Theile 
des  Gebiets  selten.     April  bis  Juni.  —    Juli,  August. 

zn    2  —  3,    glänzend   griin,    olt 


nrzelstoeh    fleischig,    fasi 

:   ei  fori. 

,jg,    > 

tagerecht. 

Blatte. 

cHechig.        Scheide    l>ald 

rechts 

hald 

links    gcr, 

»11t,    Ut 

Holben.       Beeren    schar 

laehroll, 

GM  n^MRBljICHJES. 

IPharmaceutisch- Medicinisches.    Die  ff^mzel,  der  man 


546  AROIDEAE.  Calla. 

(/eltnd  ubf'ülireiule ,  reinitfende  liräf'te  zuschreibt,  ivird  in  den  Apotheken 
als  Radix  Ari,  s.  Aroiiis,  s.  Alaini  aufbewahrt.  Im  frischen  Zustande 
kann  der  Gemtss   der  Pflanze  ififtartiy  wirken. 

Vechnisches,     Die  Beeren  enthalten  Färbestoff. 

MlVN.    Geil.    n.  1030. 

Blutenkolben  bis  zur  Spitze  mit  Blüten  besetzt.  ScLelilen- 
(leckblatt  ausgebreitet.  Beere  mehrsauiif.  Geselil.  Svst.  XXL 
1.  (VII.  1.).  ^  ^ 

Mclirjährige  Sumpfkrimter  mit  geglietlertein,  krieclieiulem  \^'urzcl- 
stock  und  laiiggcstieltcn,  ganzrandigcn  Blättern.  BlütenscLäftc  lilatt- 
winkelständig. 

1.    C.  palustrl.«.    Gemeines  Schlang enTeraut,    Bläi 

ter  herzförmig;    FrucLtkolhen  kugelig. 

LiN\.  Sp.  pl.  1030.  Chi.  han.  532.  Koch  Syu.  II.  787.  Schk.  Handh. 
in.  T.278.     Fl.   dan.  t.  422.     Hayne  Arzneigew.  IV.  T.  .5. 

In  Sümpfen  des  nördlichen,  m  estlichen  und  süd- öslliehcn  Gebicts- 
theils  häufig.     Juni,  Juli.  —    August,  SepteniLer. 

Eodc  des  W'urzeUtoclis  l)Ogig  als  Stengel  aDsleigend.  Blätter  ledrrarlig,  glaDzend. 
Scheide  länger  als  der  Kolben,  innen  weiss.  I'rucLlknoten  in  geringerer  Zaiil  den  Staub 
gefässen  beigemengt,  gegen  die  Spitze  des  Kolbens,  unter  Zunahme  der  Staubgefässe,  sich 
verlierend.      Beeren    corallenroth. 

OlCOnOtnischeS»  Die  getrocknete  und  gemahlene  fVurzel  liefert 
ein  essbares  Mehl.  Der  Genuss  frischer  Theite  der  Pflanze  kann  gift- 
artig wirken. 

2.  Gruppe.      ORONTIACEAE.      U^AISISJEBAROJW. 
GMIVÄCMSM. 

Blüten  mit  Geschlechtsdecke. 

.1.     ACORUS.     KA-EtMUS. 

LiNN.    Gen.    n.  434. 

Blutenkolben  seitlich,  sitzend,  bis  zur  Spitze  mit  Blüten  be- 
setzt. Geschlechtsdecke  6-blättria;.  Beere  3 -fächerig,  viel- 
samig. 

Mehrjährige  Sumpfkräuter  mit  geringeltem,  wagerecht  kriechendem 
Wurzclstock.  Blätter  lineal- schwertförmig,  mit  reitender  Basis.  Schaft 
aussen  scharfkantig,    an  der  iunern  hlütentragenden  Seite  rinnig. 

1.    A.  Calaniti«!.    Gemeiner  Malmus,    Schalt  ühcr  dem 

Blutenkolben  blattartig  fortgesetzt. 

LiNiv.  Sp.  pl.462.  Chi.  han.  532.  Koch  Syn.  II.  787.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.  97.     Fl.  dan.  1. 1158.     Engl.  bot.  t.  356.     Uavne  Arzneigew.  VI.  T.  31. 

An  Teich-,  Gräben-  und  Flussrändern,  häufig  eingebürgert.  Juni, 
Juli.  —    Se])tember,  October. 

■\Vurzelstock  walzenl'urmig,  wie  die  ganze  Pflanze  stark  aromatisch  riechend.  Schaft  und 
markige   ßläller   3  —  4'    hoch.       Kolben   'i  —  3"    lang,    Blüten    grünlich. 

GM  wyMBBI.ICMMS, 

Pharmaceutisch.Medicinisches,    Die  JVurzel  (Radix  Ca- 

lami  aromatici)  wird  als  reizendes  imd  magenstärkendes  Mittel  in  den 
.iipotheken  aufbewahrt. 

Öle  onomische*»  Im  Haushalte  dient  sie,  mit  Zucker  eingemacht, 
als  Gewürz,  zur  t'eredelnng  des  lirantweins  und  als  fVohlgeruch  ver- 
breitendes Streumittel. 


Cypripediuni.  ORCHIDEAE.  547 

€1.     ORCmDEAE. 

Juss.  Gen.  64. 

Geschlechtsdecke  kronarfig,  aus  2  Kreisen  bestehend,  Röhre 
derselben  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen,  Saum  unregel- 
mässig, meist  rachenförniig  oder  2-lippig_,  unparer  Lappen  des 
innern  Kreises  —  während  tles  Blühens  meistens  durch  eine  Dre- 
hung des  Fruchtknotens  nach  aussen^  gewandt,  in  der  Hegel 
grösser  als  die  übrigen  und  oft  in  ein'en  Sporn^  auslaufend  — 
die  Unterlippe  bijdend,  die  anderen  beiden  des  innern  und  die 
3  des  äussern  Kreises  den  Helm.  In  der  Mitte  der  Blüte  als  ge- 
meinschafllicher  Träger  der  Geschlechtstlicile  die  Griffelsäule. 
Ein,  selten  2,  Staubbeutel  an  der  Spilze  dieser.  Pollcnkörner 
jedes  Beutels  zu  2  bestimmt  geformten  Massen  verbunden.  I\arbe 
am  vordem  und  untern  Thcile  desselben  als  klebrige  Scheibe, 
nach  oben  in  ein  Schnäbelehen  oder  kleine  Platte  endigend. 
Fruchtknoten  1- fächerig,  meistens  gedreht  mit  3  stärkern  und 
3  schwachem  Rippen.  Kapsel  1- fächerig  mit  3  fensterförmi- 
^c\\  Klappen,  Samenp<»lsler  auf  der  Mitte  der  Klappen.  Keim 
ohne  Eiweiss  in  schlaffer  Samenschale. 

Torkominen.  Feuchten  oder  nassen  linmushaltigen  Boden  und  yiele 
zugleich  Kalkunterlage  liehend,    andere  an  Sumpf  gebunden. 

Gehalt.  fViirzclknollen  ausgezeichnet  durch  Gehalt  an  liassorin, 
daneben  Stärke  und.  Gummi,  ^ausserdem  ätherisches  Öl,  fettes  Öl,  Harz, 
Gummi,  Zucker,  Essigsäure.  — •  In  der  Asche  vorzüglich  phosphorsaurcr 
Kalk  und  Kochsalz. 

1.    Gruppe.      Ciri>RIPEDIEAE.      WRAVMN SCtKVM. 

gjeutäcmse:. 

Zwei  Staubgefasse.     Pollenniassen  breiartig. 

1.     ClfPRIPEIlIUin.     FBAtIXiJVSCaUM, 

LiNN.    Gen.    n.    101.1. 

Lippe  pantoffelförmig  aufg'eblasen.  Griffelsäule  3-theilig, 
beide  Seitenarme  einen  Staubbeutel  tragend.  Mittelarm  kraus- 
blättrig ausgebreitet.    Geschl.  Syst.  XX.  1.  (XX.  2.). 

Mehrjäbrige  Kräuter  mit  faseriger  Wurzel,  beblättertem  Stengel  und 
grossen  ausgezeiebnet  sebönen  Blüten. 

1.  CCaleeoUts,  Xuropäigcher  Frauenschuh,  Blät- 
ter elliptisch,  spitzig;  Lippe  bauchig,  hängend,  kürzer  als  die  lanzett- 
liehen  Helmzipfel. 

LiNN.  Sp.  pl.l346.  Chi.  han.5.S3.  Koch  Syn.  IT.  804.  Schk.  Handb 
III.  T.275.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  8.  Engl.  bot.  1. 1.  IIook.  Fl.  lond. 
t.  42. 

In  Bergwäldern,  auf  schattigem  humoseni  Boden  mit  Kalkunterlage, 
im  südlichen  und  mittlem  Gebietstheile,  die  ]\ord  -  A^'estgrenze  des  Vor- 
kommens in  Deutschland  Iln.  Deisler  oberhalb  Springe,  Br.  an  der  Asse 
bei  Wolfenbüttel   erreichend,  häufig. 

Hölie  1  —  l^/i-  Sicngel  meistens  l-bliilig.  Lippe  lilasst-ieroiieiigelb  mit  rotlion  Pune- 
ten,    Zipfel   der   GescIilecLtsdecke   gcdieLct,    purpiirliraiiii. 

2.  Gruppe.     CEPHA^LANTHEREAE.     STMlVn X:X.1V  UaX. 
GJE1VÄCMSM. 

Ein  Staubgefäss.  Staubbeutel  deckclförmig  über  der  j>'arlM'.  Pollen- 
niassen kornig,   ohne  Anheftungsdrüse. 


548  ORCHIDEAE.  Cephalanthera. 

«.    CEPHAEiAlVTHERA.    SOPÜJVlfXiEiW^UBZ. 

RlCIl.    Uiil.iil.    ciirui..    ;iM. 

Ilelmzipfel  fast  gleich,  halb  offen,  Lippe  in  der  Miffe  glied- 
artig abgesetzt,  hinterer  Theil  sackföruiiff  eingesenkt.  GrilVel- 
säule  gerade,  halbrund;  Pollenmassen  in  2  neben  einander  lie- 
gende" keulenförmige  Theile  gesondert.     Gesehl.  Syst.  XX.  1. 

Mehrjährige,  wal<ll)evvohnende  liriiuler  mit  faseriger  Wurzel  und  Le- 
blätterteni  Stengel.  Itlätter  nervig.  Blüten  fast  sitzend,  locker-ährig, 
gross,   ohne  Sporn. 

1.     C  palleiiiii«     JBlasse  Stendelwura,     Blätter  eirund 

oder  eirund- lanzettförmig,  zugespitzt;  vorderer  Li]>pentlieil  herzförmig- 
eirund, l>reiter  als  lang;   Declihlättcr  länger  als  der  kahle  Fruclitliuoteii. 

RiCH.  Orchid.  europ.  38.  Chi.  han.  537.  Hoch  Syn.  II.  800.  Epi- 
paclis  pallens  Sw.  ]>ov.  act.  ups.  YI.  232.  Fl.  dan.  t."  1400.  Hook.  Fl. 
lond.  t.  76.  E.  lancifolia  Both  Tent.  fl.  germ.  IT.  2.  409.  Serapias  gran- 
diflora  Scop.  Fl.  carn.  II.  203.  Engl.  bot.  t.  271.  S.  Lonchophyllum 
Ehrh.  in  Link.  Suppl.  405. 

In  Hainen  und  lichten  Waldungen  auf  hnmushaltigem  Boden  mit  liall;- 
steinunterlage,  im  südlichen  und  mittlem  Gehietstheile,  die  iXordgrenze 
des  Vorkommens  in  Deutschland  Hn.  Deisler,  Gehrdenerberg  unweit  Han 
nover  erreichend,  ziemlich  häußg.     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  1  —  l'/s'  liocli.  Blüten  aiil'reclit,  geibllcliiveiss  mit  gelbem  Fleck  an  Jer  Basis 
<lcr   Lippe. 

9*    C?.  enslfolia.    Schwerdtblättrige  Stentlelwurz. 

Blätter  lanzettförmig,  obere  lanzettförmig  -  lineal ,  langs|)itzig;  vorderer 
Lippentheil  eirund,  sehr  kurz;  Deckblätter  der  mittlem  und  obern  Blü- 
ten viel  kürzer   als  der  kahle  Fruchtknoten. 

RiCH.  Orch.  europ.  38.  Chi.  han.  538.  Koch  Syn.  II.  800.  Epipactis 
ensifolia  Sw.  IVov.  act.  holm.  1800.  232.  Engl.  bot.  t.  494.  Hook.  Fl. 
lond.  t.  77.  Serapias  ensifolia  Schk.  Handb.  III.  T.  274.  S.  grandiflora 
Fl.  dan.  t.  506.     S.  Xiphophyllum  Ehrh.  in  Linn.   Suppl.  404. 

In  Hainen  und  lichten  Waldungen,  auf  humosera  Boden  mit  Kalk- 
unterlage, im  südlichen  und  mittlem  Theile  des  Gebiets,  die  IMordgrenze 
des  Yorkoinmens  in  Deutschland  //ii.  am  Deisler,  Gehrdenerberge  unv\eit 
Hannover  erreichend,  häufig.     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  1  —  1 '/i'  Iiocli.  Obere  Blatter  allmälig  langer  und  nur  V«  —  Vß  «"  '"■«''  ■>'>^ 
die    untern.       Bli.ten    aulVeclit,    »eiss. 

3.  C  rubra.  Mtothe  Stendelwura,  Blätter  lanzettför- 
mig, zugespitzt;  vorderer  Lippentheil  eirund  zugespitzt,  Hclmzipfel  sämmt- 
licb  spitz;   Fruchtknote  vveichhaarig. 

BiCH.  Orchid.  europ.  -38.  Chi.  han.  537.  Koch  Syn.  Tl.  800.  Serapias 
rubra  Linn.  Syst.  nat.  Ed.  12.  II.  594.     Engl.  bot.  t.  437.     Fl.  dan.  t.  345. 

In  Hainen  und  lichten  Waldungen,  auf  feuchtem  humosem  Boden  mit 
Kalkunterlage,  im  südlichen  und  mittlem  Gehietstheile,  die  IVordgrenze 
des  Yorkommens  in  Deutschland  IFn.  am  Deisler  erreichend,  weniger 
häufig  als  Art.  1.  und  2.     Juni,  Juli.  —     August,  September. 

Stengel    1'   hoch.       Blüten    anfreelit ,    liell|iur|)urn. 

3.  Gruppe.     NEOTTIEAE.     ]V  M&TU^  URXGMU^ÄCBSM. 

Ein  Staiibgefäss.  Staubbeutel  hinter  der  I^iarbe  mit  an  einander  lie- 
genden Fächern.  Pollenmassen  körnig,  einfach  oder  getheilt,  ohne  Stiel 
einer  gemeinschaftlichen  Drüse  angeheftet. 

3.     IVEOTTIA.     NMSTWUnX. 

Kinn.  Act.  ups.    1740.  AI. 
Helmzipfel  gleichförmig,  gegen  einander  geneigt,  Lippe  hän- 


Listera.  ORCHIDEAE.  549 

send,  2-lappifi;,  mit  2  Seitenläppelieii  an  der  sackföi-migen  Ba- 
sis. GrifFelsäule  kurz,  rund,  Stauhheufel  einem  schnabeltörmi- 
gen  Fortsatz  der  Narhe  aufliegend,  Pollenmassen  ungetheilt 
Geschl.  Syst.  XX.  1.  .        ,    ..     ,^     ,,, 

Melirjähiige  Kräuter  mit  hüsclieltörniiger,  nestarhg  geknauelter  Wur- 
zel.    Sttngel  blattlos.     Blüten  gestielt,  traubig,  obne  Sporn. 

1.     ]«.  ]!Vidu»  avis.     Gemeine  Nestwurz,     Stengel  mit 

anliegenden  Sebeiden  besetzt;  Lippe  tief  umgebebrtherztörniig;  Deck 
blätter  länger  als   die  Blütenstiele. 

llicH.  Orcbid.  europ.  37.  Chi.  bau.  534.  Koch  Syn.  II.  802.  Epi- 
pactis  ISidus  avis  Link.  Sp.  pl.  1339.  All.  Fl.  ped.  II.  151.  Ophrys 
TSidus  avis  LiNN.  Sp.  pl.  13.39.  Fl.  dan.  t.  181.  Engl.  bot.  t.  48.  Listera 
ISidus  avis  HoOK.  Fl.   lond.  t.  .58. 

In  Hainen  und  Waldungen ,  in  schattiger  feuchter  Lage,  auf  modern- 
dem Laube  oder  Holze,   ziemlich  häufig.      >Iai,  Juni.—    Juli,  August. 

Wurzcllasern  dick,  walzig  unil  kurz.  Slciigel  1  —  1'//  Loci..  Bluten  in  dicLlen  Trau- 
ben.      Die    ganze    Tflanze    trül.    gell.l.iaunlicli. 

4.     IiI$»T£RA.     XWmEBEiA.W. 

R.  Br.    in    AlT.    Hort.    kew.    V.    ZOl. 

Helmzipfel  fast  gleich,  aufrecht,  Lippe  hangend,  2-Iai)pig, 
Basis  eben.  Griffelsäule  sehr  kurz,  vorn  lang  geschnäbelt,  hinten 
mit  einem  idjergeneigicn  Fortsatz,  Stauhheutel  diesem  einge- 
senkt.   PoUenmasseu  ungelheilt.     Geselil.  Syst.  XX.  1. 

31ebr  jährige  Kräuter  mit  faserig -büscheliger  Wurzel.  Stengel  mit  2 
scheinbar  gegenständigen  Blättern.  Blüten  gestielt,  traubig,  von  Deck- 
blättern unteistül/.t. 

1.     li.   cordata.     MEersförmiges  Xweiblatt.     Blätter 

herzförmig-eirund;    Lippe    an    der    Basis    beiderseits    mit    einem    kurzen 

'''irBR.  Hort.  kew.  V.2()l.  Chi.  han.  534.  Koch  Syn.  II.  801.  Hook. 
Fl.  loud.  t.  143.  Epipactis  cordata  All.  Fl.  ped.  IL  152.  Opinis  cor- 
data Linn.  Sp.  pl.  1340.     Fl.  dan.  t.  1278.     Engl.  bot.  t.  358. 

In  Brüchern,  auf  Torf-  und  Sumpfboden,  auch  auf  faulem  Holze, 
die  IMordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  /f«.  bei  Harburg  im  Für- 
stenthum  Lüneburg  erreichend,  kleintruppweise,  selten  (Pr.  am  kleinen 
Brocken,  auf  dem  Brockenfelde,  bei  den  Hirschhörnern,  unter  den  Heher- 
klippen  — ;  Hti.  auf  dem  Harze:  am  llehberger  Graben  auf  dem  Zulege- 
holze, Oderbrück,  Bruchberg,  W^olfswarle  bei  Staufenburg;  dicht  hinter 
Bergen  im  Gehölze,  bei  Harburg — ). 

Ein  z.->rlcs  Pllanzrlien.  Wurzel  liel'  eindringend.  Slengel  3  —  .5"  liocb .  BläUer  in  der 
Mltle    des    Stengels,    sitzend.    Tranl.e    « enlgl.liitii; ,    Bl.iten    klein,    bränniicligrün. 

Ä.  li.  0%ata.  Eirundes  Xweiblatt»  Blätter  eirund;  Lippe 
ohne   Seitenzähne. 

R.Br.  Hort.  kew.  V.  201.  Chi.  han.  .534.  Koch  Syn.  IL  800.  Ophrys 
ovata  LiNN.  Sp.  pl.  1.340.  Schk.  Handb.  III.  273.  Ueichenb.  PI.  crit.  VI. 
t.  593.     Fl.  <lau.  t.  137.     Epgl.  bot.  t.  1.548. 

Auf  Waldwiesen  und  in  grasigen  Hainen,  auf  feuchtem  humosem  Bo- 
den, zerstreuet  oder  truppweise,  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel  1  — l'/./  l-oeb.  Blätter  an  der  Basis  des  Stengels  bis  2'//'  •>■•«''.  dicklieh, 
nenig.       Traube    lang,    »ielblütig,    Blüten    klein    mit   langer   linealer   Lippe,    gelblichgriin. 

5.     EPIPACTIS.     SUMPFWUnii, 

Blcn.    Orcl.id.    curop.    -il. 

Helmzipfel  fast  gleich,  offen,  Lippe  in  der  MitJe  gliedartig 
ahgeselzt,   hinterer  Theil  eine  Honiggruhe    bildend,    vorderer 


550  ORCHIDEAE.  Epipaotis. 

breiter  mit  2  Schwielen  au  der  Basis.  Griffelsäule  gerade,  rund. 
Staulibeutel  über  einen  aufrechten,  fast  4 -kantigen Fortsatz  der 
Narbe  geneigt.  Pollenmassen  ungetheilt.  Geschl.  Syst.  XX.  1. 
Meliijäbiige  Kräuter  mit  tlicktaseriger  Wurzel.  Stengel  bclilattert, 
Blatter  nervig.     Blüten  gestielt,  traultig,    ohne  Sporn. 

1.    E.  latifolia.   Breitblättrige  ^umpfwurz,    Blätter 

eirund,  spitz,  oberste  lanzettlörniig,  zugespitzt;  äusseic  3  llelmzipfel 
grösser,  länger  als  d<!r  zugespitzte  vordere  Lippentlieil,  Schwielen  rund- 
lich,   last  glatt. 

Allion.  Fl.  pedeni.  II.  151.  Chi.  hau.  536.  Koch  Syn.  IL  801.  Rei- 
CHKNB.  PI.  crit.  IX.  t.  8-50  (E.  viriditlora).  Serapias  latifolia  Linn.  Mant. 
491).     Fl.  dan.  t.  811.     Engl.  l>ot.  t.  269. 

In  Waldungen  und  Ilainen  auf  schattigem,  feuchtem  und  humosem 
Boden,  nördlicher  auch  auf  SunipfJ>oden,  ziemlich  häufig,  meist  einzeln. 
August.  —    September. 

^Viirzclstocli  verlängert,  viell'aserig.  Slcngcl  1 '/.^  —  A'  liocli.  BlüUcr  stengeluiiifdssend, 
untere  2 — -'/s"  '"'«''•  Dlüten  griinlicli,  auf  liclilerin  SLinilurt  grünlich- rotlibraiiu ,  untere 
Dcckhlälfcr  langer  aU    lUc   Blüte. 

9.  E.  atroriibeiiN.  Mothbraune  Suntpfwure.  Blät- 
ter eirund,  spitz,  oberste  lanzettförmig,  zugespitzt;  Uelmzipfel  gleich 
gross,  so  lang  als  der  zugespitzte  vordere  Lippentlieil,  Schwielen  läng- 
lieh,   etwas  kerbig-liraus. 

Beichenb.  Fl.  exe.  133.  IM.  crit.  IX.  t.  849.  Chi.  han.  536.  E.  rubi- 
ginusa  Koch  Syn.  IL  801.     Serapias  atrorubens  IIoffm.  Fl.  gerui.  IL  182. 

In  lichten,  sonnigen  Ilainen,  auf  magerm  Boden  mit  Kalksteinunter- 
lage, im  mittlem  und  südlichen  Gebictstheile,  häufiger  als  A.  1.  und 
meist  truppweise.     Juni,  Juli.  —    September. 

Wnrzelstock  kurz.  Stengel  1  —  1  7^'  liocIi.  Bliilen  kleiner  als  «u  .4..  1.  Dunkel  pnr- 
purbraun.       Untere   Dccklilälter    wenig   lluigcr   alü    die    Itlute. 

Bemerk.  UngeacLtct  der  angegebenen  .\l)\veicl»ingen  in  Itildnng,  Fürbung  und  lilüte- 
icil,  bleibt  die  specifisebc  Versebiedenbeit  der  beiden  lorstebcnden  Arten  ztveil'elbaft,  indem 
jene    nicbt   unwahrsebeinlicb    Folge    des    ganz    verscliiedeiiartigen    Standortes    sind. 

3.  E.  nticropliylla»     M£l einblättrige  Suntpfwura, 

Blätter  schmal  lanzettlich,  zugespitzt  und  kurz;  Ileiinziprel  gleich  gross, 
so  lang  als  der  vordere  zugespitzte  Lippentlieil,  Schwielen  länglich,  etwas 
Iserbig- kraus;  Fruchtknoten  mehlig- zarthaarig. 

Sw.  Act.  holm.  1800. 232.  Chi.  han.  536.  Koch  Syn.  IL  801.  Waldst. 
et  Kit.  PI.  rar.  Uung.  III.  t.  270.    Serapias  microphylla  Ehrh.  Beitr.  IV.  42. 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  magerm  kalkhaltigem  Boden,  selten 
und  einzeln  oder  zu  2 — 3  (Iln.  im  neuen  Gehäge  bei  Missburg  als  ISord- 
grenzc  der  Gesammtverbreitung,  Gchrdencr  Berg,  Süntel,  Uohcnstein, 
Külf,  Pyrmonterberg,  Siebenberge,  am  Selters  unweit  Einbeck,  Knüll 
bei  Keinhausen  — ;  Pr.  Wernigerode,  Naumburg,  an  den  Schmonschcn 
Bergen — ;  IIs.  Cassel  am  Prasselberge  — ;  Pr.  fV.  Tecklenburg,  Biele- 
feld am  Altenbeige).     Juli,  August.  —    September. 

AVurzcl  dick-  und  langrascrig.  Stengel  1  —  l'/.)'  '•"'§,  unten  mit  Scbeiden  besetzt,  die 
boher  in  wenige,  1"  lange  und  3  — 4"'  breite  Blatter  übergeben.  Blüten  graulicbgelb  mit 
bald  mebr  bald  weniger  rothbrannem  Anbaucb.  —  Das  Stbärflicbc  beider  Blaltseiten  mit 
Ausnahme  der  INerven  ist  sämmtlichen  3  Art.  nur  in  verscbiedencm  Grade  gemein,  indem 
es  bei  der  Istcn  am  wenigsten,  bei  der  letzten  am  meisten  bemerklieb  wird.  Dasselbe  gilt 
lon    einer   sebwacben    mebbriigcn    Pubeszenz    des    Traubcnstiels    nnd    der    Fruchtknoten. 

4.  E.  palustris.  Gemeine  Sumpfwurz,  Blätter  eirund- 
länglich,  obere  lanzettförmig;  vorderer  Li]>peiitheil  abgerundet,  so  lang 
als  die  Helmzipfel. 

Crantz  Stirp.  austr.  Fase.  \'I.  462.  t.  1.  f. 5.  Chi.  han.  537.  Kocu 
Syn.  IL  801.     IloOK.  Fl.  lond.  t.  89.     Scrapias  palustris  Scop.  Fl.  carn. 


Ooodyera.  ORCHIDEAE.  551 

II.  -204.  Engl.  l.ot.  t.270.  S.  longifolia  Linn.  Syst.  nal.  Ecl.  12.  II.  593 
ScuK.  Haudb.  III.  T.274.     Stuhm  Deiitschl.  Fl.  11.18. 

Auf  Wiesen  iinrl  Weiden,  auch  in  lichten  Ilainen,  auf  Sumpf-  oder 
Torfhoden,  durch  das  Gebiet  bis  auf  die  ]>iordseeinseIn,  meist  truppweise 
häulig.     Juli^  August.  —    Scpteni])er. 

AViiriel  hiisclielig.  Stengel  1  —  2'  hocli.  Traube  ciiiseitwenHig.  Bluten  gross.  Äussere 
TLeile    bräiiDlicLQeiscIifarlicn ,    innere    weisslicL,    Lippe    blassrutli    gestreift. 

6.    ciOonYfiRA.    €toomi:mnm. 

II.  «R.    in    Air.    Uort.    I,ew.    V.    197. 

Paarige  Zipfel  des^ äussern  Kreises  offen,  uiitllerer  mit  den 
paarigen  des  innern  Kreises  zusammenneigend,  Lippe  vorn  ge- 
sfreeki  spitzj,  hinten  saekförmig  vertieft  mit  einer  Mittelrinne. 
Griffelsäule  halbrund,  über  der  Narbe  2-sehnäbelig.  Staub- 
beutel dem  Rüeken  der  Narbe  beweglich  eingesetzt^  Pollen- 
niassen  ungetheilt  an  einer  fast  4-kantifi:en  Narbe.  Geschl.  Svst. 
XX.  1..  * 

Mehl-jahrige  hriechende  liriiuter.  Stengel  unten  beblättert.  Blüten 
l.urz  gestielt,  ährig,   ohne   Sporn. 

■  1.    G*  repeiis.    Kriechende  Goodyere»    Wurzelblätter 

eirund,  g(!stielt,  netzartig  geädert,    Stengelblätter  schei<lenförinig. 

I\.  Ür.  Hort.  kew.  V.  19H.  Koch  Syn.  II.  801.  Satyrium  repens  Linn. 
Sp.  pl.  1839.  ScHK.  Handb.  III.  T.272.  Jaco.  Fi.  austr.  IV.  t.  369.  Engl, 
bot.  t.289.     rSeottia  repens  Sw.  Act.  holin.   1800.  226. 

In  waldigen  Ileidegegenden,  im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  sehr 
selten  (Pr.ff-'.  Bielefeld,  Warendorf,  im  Hohlter  \^'alde  in. der  Senne — ; 
Ah.  Lingenauer  Ueide  bei  Dessau),  im  nord- östlichen  häufig  {Mk.  an 
vielen  Orten).     Juli,  August.  —    September. 

Wurzel  lang,  kriecLend.  Stengel  (j  —  M"  l.oeli ,  ulierw.irl»  nebst  den  Blatlern  bebaarl. 
Äbre  sclimal,  spitz  mit  gedrebeter  Spindel.  IJliiten  einseit«  endig,  klein,  weiss  und  wohl 
riechend. 

».     NPIRAIVTHES.     nUMMEiENG. 

RiCIl.    Ortb.    curop.    -ZS. 

llclmzipfel  zusanimenschliessend,  paarige  des  äussern  Kreises 
zuletzt  zuriickgebogen,  Lippe  an  der  üasis  rinnig,  vorn  zurück- 
gekrümmt und  gekerbt.  Sehnäbelchen  der  Narbe  gespalten, 
Staubbeutel  hinter  jenem  aufsitzend,  frei.  Pollenmassen  aus  je 
4  Körnerklümpchen  bestehend.     Geschl.  Syst.  XX.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  knollig  verdickten  Wurzelfasern.  Stengel 
blätter-  oder  sclicidentragend.  Ähre  vielblütig,  sehraubig  gedrehet,  Blü- 
ten  sitzend,   ohne  Sporn. 

fl.  i<>.  ailtlintlialls.  Merbst-Mtrehling»  Wurzelblätter  ei- 
rund-länglich, in  den  Stiel  verschmälert,  Stengel  mit  zugespitzten  Schei- 
den besetzt;    Lippe  spitzlich. 

Ilicit.  Orchid.  europ.  -37.  Chi.  han.  ä^ü.  Koch  Syn.  II.  802.  !Veottia 
spiralis  Sw.  Act.  holm.  1800.  2-26.  Ophrys  spiralis  Link.  Sp.  pl.  1840. 
Fl.  dan.  t.387.     Engl.  bot.  t.541. 

Auf  Weiden  und  kurzgrasigen  Triften,  auf  hügeligem  trockenen»  Bo 
den,  truppweise  aber  intcrmittircnd,  in  der  Mitte  des  Gebiets  bäulig, 
nördlich  in  der  Linie  von  Osnabrück,  Ilannover  sich  verlierend,  höher 
gegen  Norden  {Jlk.  IXeubrandenbuig)  wieder  auftretend,  südlieh  eben- 
falls abnehmend  und  selten  (Schw.  W^aldränder  bei'm  Pfaffenteichc,  Heide 
am  Passberge — ;  Pr.  Rossleben  früher,  zwischen  W^eissenfels  und  Lan- 
gendorf).    September,  October. 

Trugknollen  schmal  länglich.  Blätterroscllcn  neben  dem  blattlosen,  6  —  8"  hohen  blü- 
henden  Stengel.      Diiitcn   klein,    weiss. 


552  ORCHIDEAE.  Eliipogon. 

4.   Giupve.      EPIPOOONIEAE:.      B ARTSTJEX D MI,. 
GMIVÄCMSM. 

Ein  Staubgefäss.  Pollenniasson  aus  kantigen,  elustiscli  Tcrljundencii 
Läppchen  zusamniengcitetzt. 

GMtL.    ii.     Sil).    I.     11.     t.  i.    1.  J. 

Wiüten  ohne  Drehmia;  iiäiigciid.  Ileluizipfel  lincal-iunzcU- 
förmigj  Lipj)e  hnieig  gebogen,  3-lappiginii  ansteigendem  auf- 
gehlasenem  Sporn.  Staubbeutel  ge.stiell ,  endstandig,  auf  der 
au  der  Basis  narlientragenden  GriÜ'elsäule.^  Pollenuiassen  ge- 
stielt an  einer  geuieinscliaftlichen  Drüse.     Geschl.  Syst.  XX.  1. 

Mehrjährige,  blattlose,  bleiche  liräuter,  mit  korallenföiniigcr  Wurzel. 
Itlüten  im  Winkel  kurzer  Deckblätter  rückwärts  übergebogen,  in  wenig- 
Llütiger  Ahic. 

1.  E.  Cinielini.    Gtnelin's Bartstendel»  Blattlos;  Schalt 

mit  häutigen,  abgestutzten   Scheiden  versehen;    Ähre   armblülig. 

Uicii.  Orchid.  eiuop.  28.  liocu  Sju.  II.  799.  E.  aiWiyllum  Chi.  hau. 
538.  Satyrium  Epipogium  Li.\n.  Sp.  pl.  1338.  IIoffm.  Phvtogr.  «lätt.  II. 
T.  1.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  18.  Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  84.  Fl.  dan. 
t.  1233. 

In  schattigen  Waldungen  und  Ilainen,  auf  faulem  Holze,  intermitti- 
rend  bald  häufig,  bald  selten  {Mk.  Scinverin  aut  den»  Schilfwerder  — ; 
Hu.  Deisler,  Miukenstein,  Süntel,  Göttingen:  am  Fuchsberge  bei  ]>leen- 
sen,  im  ^^'alde  unter  den  Gleichen,  an  der  Brück  — ;  Pv.  am  Benneken- 
J)ergc  in  der' Nähe  des  Brockens).     Juli,  August.  —    Sejitember. 

SIcislens  in  Melirzalil  büscheJig.  Stengel  l'  lu.cli ,  l.leiiligell) ,  olinc  Giüu ,  «ie  aus 
«liirclisclicineuilciu  Wachs  geformt,  sclilall'  iiiid  zerlnc.lili.Ii.  Biulen  4  —  .5 ,  gross,  wclss- 
gelb,     Sporn    in    l.lass    flt-isel.larl.cn    spielend. 

S.Gruppe.     OPHRVDEAE.     RA  G  1^  V  RXGMIVÄCIESE, 

Ein  StauFigii'äss.  i'ollenmassen  wachsariig,  ungetlieilt,  durch  spiiine- 
we])artige  Fäden  \<rl(uuden,  welche  unten  in  emeu  Stiel  /.iisanimcnlaufeu. 

9.     OKCIIIÜ.     M£]¥AnJE]VKM^tJJP. 

lATSy.    Gen.    n.  1009.    Arten    ausgesclil. 

Lippe  3 -lappig,  an  der  Basis  in  einen  Sporn  endigend,  2 
paarige  Zipfel  des  Innern  und  mittlerer  des  äussern  Kreises  oder 
alle  5  über  dem  sehräg  ansteigenden  Staubbeutel  lielmartig  zu- 
sammenneigend. Jede  Pollenmasse,  vermittelst  einer  Drüse,  mit 
dem  kappenförmif?  diese  überziehenden  IXarbenrande,  verbun- 
den,    (ieschl.  Sysi.  XX.  1. 

Mehrjährige  liräuter  mit  knollentrageuder  Wurzel.  Stengel  beblät 
tert,  Blätter  etwas  saftig.     Blüten  sitzend,  in  Ähren. 


t.     O.    pyraniidalis.     Pyramiden  •  Knabenkraut» 

Blätter  lineal;  Lippe  halb -3-lappig,  an  der  Basis  mit  2  seitwärts  ge- 
richteten Kämmen,  Lappen  gestutzt,  gleich  lang,  Uelmzipfel  spitz,  obere 
3  aufrecht,  seitliche  2  sperrig  abstehend;  Sporn  pfriemlich,  so  lang  als 
der  Fruchtknoten. 

LiiMN.  Sp.  pl.  1332.  Chi.  hau.  541.  Beichenb.  PI.  crit.  VI.  t.  561.  Jacq. 
Fl.  austr.  III.  t.  266.  Engl.  bot.  t.  110.  läooit.  FI.  lond.  t.  106.  Ana 
camptis  pyramidalis  Bicii.   Orchid.  curop.  2ö.     Kocii  Syn.  II.  7Ö3. 

An  waldigen  oder  grasigen  Bergabhängen,  auf  steinigem  Boden,  im 
südlichen  und  mittlem  Theil  des  Gebiets,    die  Nordgrenzc  des   Vorkoni- 


Orcliis.  OBCHIDE^f.  553 

mens  in  Deutschland!  bei  Uannover  erreichend,  selten  und  interniittirend 
(Pr.  Steinklippen  hei  Wendelstein,  Ahhängc  des  Buchbcrges  bei  Ross- 
leben, liibra  — ;  Pr.  ff'.  Medebach,  zwischen  Leugerich  und  Leeden, 
INienberge,  Ilolzniinden  am  llolzberge,  hier  häulig  — ;  Jln.  Capellenha- 
gen,  Bcttenser  Garten  nnweit  Hannover.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Stengel  1  _  1 1/.^'  J,ocli.  Blatter  2  —  4'"  breit,  untere  lang,  oliere  allmälig  kürzer,  nur 
Scheiden  liildend,  Itisweilen  auch  säinuitlich  nur  scbeidenförmig.  Ähre  eiförmig  oder  ellip- 
tisch,   1'/.^  —  2"   lang,    ganz    dichtlilütig ,    Blüten    lebhaft   purpurn. 

XJ.      Die    beiden    Urüsen    der    Pollenmassen    getrennt. 
Triiglinolleu     iingelheiJt. 

!3.  O.  globosa.  Miugelblütiges  Knahenleraut,  Blät- 
ter lineal- länglich;  Lippe  3-spaltig,  Lappen  last  gleich  stumpf,  mittlerer 
länglich  mit  oder  ohne  Stachelspitze,  seitliche  länglich -lineal,  Uelmzipfel 
lanzettförmig,  zuges|)itzt,  obere  3  sperrig -aufrecht,  seitliche  zusanimen- 
neigend;    Sporn  gekrümmt,  doppelt  kürzer  als  der  Fruchtknoten. 

LiNN.  Sp.  pl.l332.  Koch  Syn.  II.  790.  Jacq.  Fl.  austr.  III.  t.265. 
Meicuenb.  PI.  crit.  \I.  t.  562.  tSigritella  globosa  Reichenb.  Fl.  exe.  121. 
Traunsteinera  Ders.  Fl.  sax.  87. 

Auf  Gebirgswiesen,  im  mittlem  Gebietstheilc.  sehr  selten  (Pr.  ehe- 
dem bei  Barby,  jetzt  am  Ochsenberge  bei  Stassfurt).     Mai,  Juni. —  Juli. 

Gesanimtansehen  der  «orherg.  henilen  Art,  durch  die  schmal  zugespit/.ten  Helmzipfel  und 
den  Kurzen  Sporn  jedocli  leicht  zu  unfeischeiden.  Ähre  eiförmig- kugelig ,  dichtblütig,  Blü- 
ten   hillpurpurn    oder    gesättigt    lila    mit   dunhleri.    Punctcn    auf   der    Unterlippe. 

3.  O.  fusca.  Braunes  KnahenTeraut,  Blätter  eirund- 
länglich;  Lippe  3-theilig,  saminetartig  punctirt,  mittlerer  Lappen  unige- 
kchrteirund,  2-lappig  und  ausgenagt- keibig  mit  einem  zwischenstehen- 
den Zahn,  llelmzinfel  kurz  eirund,  zusammengeneigt;  Sporn  niederge- 
bogen, fast  dreifacu  kürzer  als  der  Fruchtknoten;   Deckblätter  sehr  kurz. 

Jacq.  Fl.  austr.  IV.  4.  t.  307.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  41.  Fl.  dan. 
t.  1277.     Engl.  bot.  1. 16  (O.  militaris).     O.  militaris  ß.  ö'.  Lmw.  Sp.  pl.  1334. 

Auf  Triften,  zwischen  Gebüsch,  auf  humoseni  Kalkstein  im  tiiter- 
grunde  führenden  Boden,  stellenweise  und  meist  einzeln,  doch  in  I\ord- 
Westen  mit  den  lialksteintlötzcn  sich  verlierend  (nordwestlichstes  Vor- 
kommen //h.  Uildesheim,  Missburg  bei  Hannover).  April,  Mai. —  Juni, 
Juli. 

Grösse  und  Gesanimtansehen  der  folgenden  Art,  Ähre  länglich,  4  —  6"  lang.  Blüten 
gross,  Helm  aber  kaum  halb  so  lang  als  an  jener  und  rotlibraun ,  hieran  und  au  den  über- 
bau|it  kürzern,  st.-irlicr  mit  rotlien  Lluien  und  Puncten  bezeichneten  Blütenthcilen  von  O.  mi- 
litaris   zu    unterscheiden. 

4.  O*  militaris^.    Gehelmtes  Knabenicraut,     Blätter 

länglich;  Lippe  3-theilig,  sammetartig  punctirt,  mittlerer  Lappen  läng- 
lich, vorn  breiter,  tief  2-lappig  mit  zwischenstehendem  Zahn,  seitlielie 
schmal  lineal  und  kürzer,  Uelmzipfel  länglich-lanzettlich,  kielig  zusam- 
mengeneigt; Sporn  niedergebogen,  doppelt  kürzer  als  der  Fruchtknoten; 
Deckblätter  sehr  kurz. 

LiNN.  Sp.  pl.  13^3.  Chi.  han.  544.  Koch  Syn.  II.  789.  Reichenb.  PI. 
crit.  VIIL  t.  701.     Jacq.  Ic.  rar.  III.  t.  598.     Engl.  bot.  1. 1873. 

Aufwiesen,  in  Grasgärten  und  im  Gebüsch,  auf  humoscm  Boden  mit 
Kalksteinuntergrund,  ziemlich  häulig,  doch  in  IXord- Westen  mit  den 
Kalksteinflötzen  sich  verlierend  (noidwestlichstes  Vorkommen  IJn.  Ilil- 
desheim,  Külf  bei  Duingen).     Apiil.   Mai.  —    Juni,  Juli. 

TriighnoUen  eiförmig,    gross.       Stengel    1'  hoch,    stark,    rührig,    wenig   belil.-illert.      Blätter 

Helm    hläulichivciss. 


bis    2"   breit.       Ähre    ei 

fori 

uig- 

länglich,    3-4"    lang,     Blüten     gr, 

gegen    die    Spitze    grüut 

othl 

lich 

angelaufen.        Die    an.scheineud     4-1; 

blassrolh,    dunkler   punct 

irt. 

— 

Form    der  Blütenthoile    und    deren    I 

554  ORCHIDEAE.  Orchis. 

5*  O*  varlegata.  Buntes  KnabenTeraut.    Blattei-  lang- 

lieh;  Lijtpe  3-tlieilig,  fast  glatt,  mittlerer  Lappen  umgel;ehrteiruiul,  aus- 
gebuclitet  und  gezäliiielt  mit  zwisclieiistelieiuler  Stachelspitze,  seitliclie 
länglich,  gestutzt,  Ilclmzipi'el  länglich -lanzettturniig  und  zusanimennei- 
gend;  Sporn  fast  gerade,  doppelt  kürzer  als  der  Fruchtknoten;  Deck- 
blätter wenigstens  halb  so  lang  als  dieser. 

All.  Fl.  ped.  II.  147.  Chi.  han.  543.  Koch  Syn.  II.  789.  Hall,  in 
Rup.  FI.  Jen.  t.  6  (O.  militaris  minor).     Jacq.   Ic.  rar.  t.  599. 

Auf  Weiden,  Wiesen,  au  W^cgen  und  Waldrändern,  auf  trockenem 
Boden  mit  Kalkstcinunterlage,  im  südlichen  und  liäufiger  im  mittlem  Ge- 
bietstheile,  stellenweise;  gegen  INorden  sich  verlierend  (nicht  über  die 
Linie  Quedlinburg  —  Osnabrück  hinausgehend).     Mai,  Juni.  —    Juli. 

GesammtaDSchen  und  Bildung  der  vorliergchenden  Art  in  Kleinem.  Stengel  nur  6 — -8" 
liocli.  Blätter  '/.^  —  ''A"  '"'P''-  Ähre  eiförmig,  1"  lang.  Blütenfiirlinng  wie  die  jeuer, 
mit  uiclu-   weiss. 

<».  O*  UHtiilata.  KleinhlUnge«  KnabenTeraut,  Blät- 
ter länglich -lanzettförmig;  Lippe  3-llieilig,  samnietartig  punctirt,  mitt- 
lerer Lappen  gespalten,  seitliche  längllch-liueal,  schwach  kerl»ig,  Ilelm- 
zipfel  eirund,  zusanimensehliessend;  Sporn  ein  Drittheil  so  lang  als  der 
Fruchtknoten;    Deckblätter  lialb  so  lang  als  dieser. 

LiNX.  Sp.  pl.  1333.  Chi.  han.  543.  Koch  Syn.  II.  790.  Reichenb.  PI. 
crit.  VI.  t.  569.     Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  12.     Fl.  dan.  t.  103. 

Auf  Gcbirgs-  und  Bergwiesen  des  Harzes  und  des  südlichem  Gcbiets- 
theiles,  selten  (//n.  Elbiiigerode ,  rothe  Hütte,  Windehäuserholz ,  am 
SoUing  bei  Dassel  — ;  Schw.  Frankenhausen,  Badra  — ;  Pr.  über  V^'^er- 
nigerode  nach  Elbingerode  zu,  Steinklippen  bei  Wendelstein,  Freiburg — ). 
Mai,  Juni.  —    Juli. 

Trugknollen  rundlich- eiförmig.  Stengel  4 — 8"  hoch,  beblättert.  Ähre  länglich,  vor 
dem  Autliliihen  gegen  die  Spitze  lirannscii>varz ,  gleichsam  brandig.  Bluten  klein,  Helm 
sch»arziiur|iiiru  ,    Lippe    weiss    mit    purpurnen    Punelcn. 

9.    O.  eoriopliora.    jyanzen-KnabenTcraut,    Blätter 

lineal- lanzettförmig;  Lippe  halb-3- la|i])ig,  haarig,  herabliäugend,  Lappen 
fast  gleichförmig,  mittlerer  wenig  länger,  ganzrandig  oder  gezähnelt, 
Ilelmzipfel  gegen  einander  geneigt,  spitz;  Sporn  kegelförmig,  bogig  nie- 
dersteigend; Deckblätter  so   lang  oder  länger  als  der  Fruchtknoten. 

LiNN.  Sp.  pl.  1332.  Chi.  han.  543.  Kocu  Syn.  11.  790.  Schk.  Ilandb. 
III.  T.271.     Ueichenb.  PI.  erit.  VI.  t.  507.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  122. 

Auf  Wiesen  tiud  V^'^eiden,  auf  feuchtem,  aucii  auf  trockenem  Boden, 
im  südlichen  und  mittlem  Gebietstheile  ziemlich  häutig,  in  der  Gegend 
von  Hannover  (Kirchrödcr  Thiergartcn)  die  IVordgrenze  der  Gesanimt- 
vcrbreitung  erreichend.     Juni,  Juli.  —    August. 

Trugkuolleu  kugelig.  Sieugel  6  —  8  bis  Ti"  hoch,  bebliitlert.  Ähre  2  —  3"  lang, 
dichtbliitlg.  Bluten  kurz,  Helm  trüb  purpurn,  Lippen  licllioth  mit  dunklem  Puneten ,  Sei- 
tenzipfel grünlich,  am  Rande  rolh.  Diese  Färbung  variirf,  indem  sie  bald  mehr  bald  we- 
niger   in    grün    übcrgelit. 

S.   O*  ITlorlo.  Mileinknolliges  Knabenkraut,   Blätter 

länglieh -lanzeltlieh  oder  länglich;  Lippensaum  3- lappig,  mittlerer  Lap- 
pen abgestutzt-ausgerandet,  seitliche  niedergebogen,  Ilelmzipfel  eirund, 
stumpf;  Sporn  walzen-  oder  fast  keulenförmig,  wagerecht  oder  aufstei- 
gend, etwa  so  lang  als  der  Fruchtknoten;  untere  Deckblätter  mit  3 — 5 
einfachen  Nerven. 

LiNN.  Sp.  pl.  113:1     Chi    han.  542.     Koch  Syn.  II.  790.     Schk.  Handb. 

III.    T.271    (unserer  Pnanze    enlspreehcnd).       Engl.    bot.    t.  2059    (mit  grössern  Blüleu). 

b.   major.      Bas  grössere.      Doppelt  grösser  und   stärker;    Blätter 
länglich  -  lineal   oder  lineal. 
O.  Morio  Fl.  dan.  t.  253. 


Orchis.  OnCHIDEAE.  555 

Aul'  Triften,  Wiesen,  an  '^^'^egen,  auf  trockenem  lehmigem  Boden, 
meist  truppweise  liuufig.     Mai,  Juni.  — •    Juli. 

Triigkaolleii  kiigc)ig.  Stengel  6"  liocli ,  obere  Blatter  in  diclit  anliegende  grüne  Sclicl- 
dco  übergellend.  Ulüten  locker  (6  —  8),  kleiner  und  grosser  variirend ,  purpurn  mit  »eiss- 
liclier,  punctirter  J^ippe,  oft  heller  gclarlit  bis  in  lila,  selten  weiss.  Die  Spielart  1 — l'/^' 
liocb.       Stengel    dick,    Blüten    bcträrbilicb    grösser. 

9.  O*  niascula.    JtKännliches  MlnabenJeraut,   Blätter 

lünglicli  oder  liueal -länglicli ;  Lippe  liaih-3- lappig,  hinten  kurzhaarig, 
mittlerer  Lappen  ausgerandet  mit  oder  ohne  zwischenstehenden  Zahn, 
Uelmzipfcl  eirund -länglich,  spitz;  Sporn  walzenförmig  wagerecht  oder 
aufsteigend,    etwa  so  lang  als  «1er  Fruchtknoten;    Deckblätter  1 -nervig. 

LiNN.  Sp.  pi.  1333.  Chi.  han.  542.  Koch  Syn.  II.  791.  Scuk.  Handb. 
III.  T.  271.    Ueichenb.  PI.  crit.  Yl.  t.  563.    Fl.  daii.  t.457.    Engl.  bot.  t.  631. 

Auf  Wiesen,  in  Grasgärten  und  in  lichten  Hainen,  auf  humoseni  feuch- 
tem Boden,  häufig,  gegen  I>ord  Westen  abnehmend.     3Iai,  Juni. —  Juli. 

XrugknoUen  eiförmig.  Stengel  1 — l'/j'''*"^'''  stark,  röbrig.  Obere  Blätter  scheiden- 
artig. Xhre  länglich,  vollblütig  aber  locker.  Blüten  und  auch  meist  die  Deckblätter  pur- 
purn.  —     Die    Helmzipfcl    ändern    bald    kürzer   bald    länger    zugespitzt    ab. 

10.  O.  laxiflora.    MJocJcerblütige*  Knabenkraut, 

Blätter  lanzettfurmig-lineal  oder  lineal;  Lippe  seicht  3-lappig,  mittler 
Lappen  tief  ausgerandet,  kürzer  oder  länger  als  die  niedergeliogeneu  seit- 
lichen, llelmzipfel  länglich,  stumpf;  Sporn  etwa  halb  so  lang  als  der 
Friichtkuoten,  wagerecht  oder  aufsteigend;  untere  Deckblätter  mit  3 — 5 
netzartig  verbundenen  ]\erven. 

Lam.  Fl.  franv-  Ed.  2.  III.  504.  Chi.  han.  542.  RocH  Syn.  II.  792. 
O.  palustris  Jacq.  Ic.  rar.  I.  t.  181.     Reichenb.  PI.  crit.  IX.  t.  831. 

In  Wiesen,  auf  sumpfigem  oder  torfhaltigem  Boden,  im  süd- östlichen 
Gebietstheile  truppweise,  ziemlich  häufig  aber  intcrmittirend  (Pr.  Benn- 
stedt,  Wansleben,  Dollnitz,  Naumburg,  Aschersleben,  Stassfurt — )  im 
mittlem,  die  nord- westliche  Grenze  der  Gesammtverbreitung  bei  Han- 
nover erreichend,  selten  (//.v.  Meissner  — ;  Br.  zwischen  Blankenburg 
und  Westerhausen  — ;  Iln.  Salzgitter,  Pferdethurm  bei  Hannover — )  in 
Osten  höher  gegen  IVorden  gehend  {Mk.  Pötenitz  unweit  Dassow).  Mai, 
Juni.  —    August. 

Grösse  und  Gesanimtansehen  ton  O.  mascula ,  an  den  vielnervigen  Deckblättern  leicht  zn 
unterscheiden,  im  AVescnllicIicn  näher  mit  O.  Morio  verwandt,  deren  Deckblättern  indessen 
die  Qucradernvcrbindung  fehlt.  Trugknollcn  länglich.  Stengel  1 — l '/j'  l""^'' >  Abre  locker- 
blutig,    Blüten    gross,    purpurn.   —       Form    und    Länge    ilcr    I.ippenlappen    sind    veränderlich. 

'  11.    0>  palleim.    Blassgelbes  Knabenkraut,    Blätter 

länglich,  gegen  jlie  Basis  versehni.ilert;  I.iippe  nietlergebogen ,  schwach 
3-lappig,  saniniethaarig,  mittlerer  seicht  ausgerandet,  seitliche  rundlich, 
kürzer;  Helmzipfel  eirund,  stumpf,  seitliehe  äussere  abstehend,  Sporn 
kegelförmig,  wagerecht  oder  ansteigend,  fast  so  lang  als  der  Fruchtkno- 
ten, Deckblätter  1 -nervig. 

LiNN.  Mant.  292.  Roch  Syn.  II.  791.  Beichenb.  PI.  crit.  IX.  t.  808. 
Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.  45. 

In  Bergwäldern,  auf  humoseni,  Ralkstein  im  Untergrunde  führenden 
Boden,  im  südlichsten  Theile  des  Gebiets,  die  IXordgrenze  der  Gesammt- 
verbreitung in  Süden  des  Harzes  im  Sehwarzburgischen  erreichend,  sel- 
ten (Pr.  Halle:  Schönburg,  im  Buchholze,  auf  dem  Pfortenberge,  Ross- 
bach, Freiburg  besonders  im  Schaafholzc  unweit  IMsmitz  und  an  den 
Abhängen  des  Mühlholzes,  selten  westlich,  an  der  Steinklippe  links  des 
W^endelstein-INebraer  Weges  und  an  den  Sehmonsehen  Bergen;  Scltw. 
Sondershausen,  Badra).     April,  Mai.  —    Juni. 

Stengel  8  bis  12'  hoch.  Blätter  V/^~V/^"  breit.  Ähre  eiförmig  oder  länglich.  Blüten 
blassgelb,    seilliche    Uelmzipfcl    mit   3   grünen    Linien. 


556  ORCHIDEA.E.  Orehis. 

'  19.    O.  sanibuciiia.    lEolunderüuftiges  Knaben- 

ICVaut»  Itlätter  langlicli,  spitz;  Lippe  riiii<liicli  -  eiiuiid,  mit  si-Lwach 
8-lappigeiii  Saiiiii,  initticifr  Lappen  sclir  lileiii,  nebst  den  seitlichen  ab- 
gerundeten ausgenagt-Uerljig,  tielniziplel  lanzettförmig,  obere  3  zusam- 
menscbliessend,  seitliche  abstehend;  Sporn  kegeiig-walzenloimig,  abwärts 
gerichtet,    so   lang  als   der  Fruclitknoteii. 

LiNN.  Sp.  pl.  1334.     Chi.  han.  544.     Koch  Sjn.  IL  792.     IUichenb.  PI. 
crit.  IX.  t.  809.     Jaco.  Fl.  austr.  IL  t.  108. 
b.   incArnata.     JDas  hellrothe.      Blüten  hcllroth. 

Chi.  han.   das.     Kocu  das.     O.  incarnata  Willd.  Sp.   pl.  IV.  30. 

Auf  Ilergwieseu  und  zwischen  Gel>üsch,  auf  troclienem  Kalkstein  im 
Untergründe  führenden  Boden,  im  südlichen  Gebietstheile ,  die  Nord- 
grenze  der  Gesammtverbreitnng  am  südlichen  llarzrande  erreichend,  beide 
Formen  meist  zusammen  vorkommend,  selten  {Pr.  Halle:  im  Mittelholze, 
Naumburg  in  Wäldern  über  der  Henne,  Freiburg  besonders  am  Uödel, 
Allstedt  im  Theilholze,  Eisleben  im  Bischofsröder  Holze  und  im  Katha- 
rinenholze;  Schw.  bei  Hamme  — ;  Pr.  die  Spielart  am  Südabhange  des 
Huy,  links  über  dem  weissen  Brunnen,  im  Steinholze  bei  Quedlinburg). 
Mai.  —    Juli. 

Kiiollrn  lliiiglich,  eine  oder  die  andere  (den  ijbergang  zur  folgeudcn  VnteralilLeiliing 
l.ildend)  in  l'ascrn  lul^.ilend.  Slengel  6  —  8"  lioci. ,  Bhillcr  ^4  —  1"  l>ieit,  gegen  die 
Basis  meistens  versclinialcrt.  Ähre  eiluiiiiig  oder  liiuglieli,  Bliilen  stroligclli ,  Lipjie  mit  oder 
ohne    rotlic    riinetc.       Die    Spielart    in   Übergangen    Lellrotli. 

■•       TriigUnollen    l.ai.dfürmig   getl.eilt. 

13.  O.  niaciilata.    GeflecTetes  KnabenJcraut.    Blätter 

länglieh,  mittlere  ian'>rettförmig,  oberste  unter  abnehmender  Grösse  lan- 
/-ett-|>frienienförmig;  Lippe  3-lappig,  seitliche  Lappen  breiter,  abgerun- 
det, llelmzipfel  sämmtlich  oS'en- abstehend;  Sporn  nach  unten  gerichtet, 
kürzer  als  der  Fruchtknoten. 

LiNN.  Sp.  pl.  1335.  Fl.  SUeC.  311  (»ach  Ausweise  von  EllRHART  z»  I.INNE's 
Zelt  in   Ipsala  eingelegter  Esemplare).       Chi.   bau.  545.       KoCH    Sjn.    IL    792.       IIeI- 

CHENB.  PI.  crit.  VI.  t.  566.  Fl.  dan.  t.  933.  Engl.  bot.  t.  632.  Hook.  Fl. 
lon.l.  t.  112. 

Auf  Wald-  und  Feldwiescn,  auf  feuchtem  oder  sumpfigem  Boden, 
liäniig.     Mai,  Juni.  —    Juli. 

Stengel  1  —  1'/./  liorli,  dielil.  BlSIter  liald  roll.l.rann  geflcekt,  liald  ungefleckt,  oberste 
blattsclie.deniiln.lieb.'niel.t  die  Blute  erreiebe.id.  Äl.re  pyramidal  dirblMutig.  Blüten  blass- 
rosa,  blasslila  oder  last  \ieiss,  mit  rollien  Linien  und  I'nnelen  beziicbnet.  Decliblatter  bald 
langer    bald    l.iirzer   als    die    Blute. 

14.  O.  latii'olia.    KucTeucTes .  MlnabenTeraut»    Blatter 

länglich,  spitz,  obere  lanzettlörinig,  Lippeiisauin  seicht  3-lappig  und 
kerbig,  milderer  Lappen  wenig  länger,  seitliche  abgerundet  und  nieder- 
gebogen, seitliehe  Helmzipfel  abstehend;  Sporn  nach  unten  gerichtet, 
kürzer  als  der  Fruchtknoten. 

LlN\.    Sp.    pl.  1334.       Fl.    Suec.    312    («ach   Ausweise   Ton   EllRHART   zu   LiNNEs 
Zeit    In    tpsala    eingelegter   Exemplare).        Chi.    hau.    545.        KoCH    SjU.    IL    792    (O. 
majalis   REICIIEIVB.   ausgesolilossen).      Beiciienb.   PI.  crit.   VI.    t.  .564.      Fl.  sax.86. 
Fl.  dan.   t.  266.     Engl.   bot.  t.  2308.     O.  incarnata  Koch  Syn.  IL  793. 
b.  aiigustifolia.     Hie  schmalblättrige.      Blätter  sciunäler,   lineal- 
lanzettförmig;   Lippe  deutlich  3-lappig    und  stärker  gekerbt,    seitliche 
Lappen  weniger   niedergebogen. 

O.  latifolia   v.   foliis    maculatis    Chi.   hau.   das.      O.  majalis   Reichenb. 
PI.   crit.    VL    t.  565.       O.    incarnata    Kocti    das.  793.       Ö.    angustifolia 
WiMM.  u.  Grau.  Fl.  v.  Scbles.  IL  252. 
Aufwiesen,   auf  nassem,  sumpligem  oder  torfigeni  Boden,  beide  For- 


Oyninadeiiia.  ORCHIDEAE.  557 

nien  durch  das  ganze  Gebiet  truppweise,  häufig.  Mai,  Juni.  —  Juni, 
Juli. 

Gesaniinlanselien  luul  Grösse  der  \origen  Art,  /.iiiiäelist  (hircli  die  oliern  Blätter,  «elolic 
/.«ar  kleiner  und  seliniSler  werden,  aber  nielit  in  Silieidenforni  iil.ergrlieii  und  den  Stengel 
bis  znr  Äbre  bekleiden,  zu  unterscLeideu.  Lippe  der  Hanplart  fast  ganz,  mit  kaum  be- 
stimmt ausgedrückter  Anlage  lur  Dreilappigkeit  (wie  sie  denn  aueb  in  Fl.  dan.  ii.  Engl.  bot. 
ganz,  d.  h.  ohne  Seitenlappeu  nur  irreg.iliirkerbig  abgebildet  wird).  Blatter  breiter  und 
sclimliler,  spiti  und  stumpf,  gefleckt  und  ungefleckt  »ariiiend  und  die  Deekbliiller  meistens 
langer  (Fi.  dan.),  selir  oft  aber  auch  so  lang  oder  kürzer  (Engl,  bot.)  als  die  Bliilcn.  — 
Die  Spielart  durch  bestimmtere  Dreilappigkeit  der  Lippe  meistens  in  Verbindung  mit  scbmä 
lern  Blättern  und  längern  Deckblättern  abweichend.  —  Ton  dem  Übergänge  beider  Formen, 
die  in  der  Bli.tezclt  nicht  gleichbleibend  von  einander  abweichen,  unter  manchen  ■\Vecbsel- 
lällen  des  Zusammentreffens  der  vdnircnden  Theile,  kann  man  sich  in  sumpfigen  Waldge- 
genden   leicht   überwngen. 

gx:i§^x:rbx.iche:s, 

PharmacetltiSCh- Jn.€(licinisches,  Die  nicht  gethcHten 
Truydoldcn  maurlici-  Artcu  dieser  als  aueii  der  iibrifjen  Gatttnifjcn  der 
Familie  werden  getrocknet  als  Radix  Salep  ;ii>-  liereitinifj  des  Sulep, 
als  eines  lindernden ,  stärkenden  Arzneimittels  und  als  nahrhafte  Speise 
für  liinder  in  den  Officincn  aufbewahrt.  Am  meisten  eignen  sich  zur 
Einsannnlunf/   der   Unollcn   die  Art.  3.  4.  8.  9. 

ÖTeonontiSCHeSt  Das  F^iek  frisst  das  liraut  der  ijrössern  Arten 
dieser  und  der  übrigen  Orehideengattungen  in  Ermangelung  eines  bessern 
Futters.      Die  Cultür  dieser  schönen  Zierpflanzen  in  Gärten  ist  schwierig . 

lO.     eVIUIVADEIVIA.     BÖSWZTRX, 

K.   BR.    n.    AlT.    Hort.    kew.    V.    191.    zum    Theil. 

Jede  Pollenmasse  vermittelst  einer  naekten  (nicht  kappen- 
förmi^-  bedeckten)  Drüse  mit  dem  Narbenrandc  verbunden. 
ÜbrigxMis  wie   Orcbis.     Geschl.  Svst.  XX.  1. 

Wie  Orchis      Trugkiiollcn  handförmig  getheilt. 

■f      Pollenniassen    den    Drüsen    seitlich    angeheftet. 

1.  O.  coiiopsea*   SchnaJcenblütige  Möswurz,   Untere 

Blatter  lanzetliicl»  -  hiieal ;  Lippe  3- lappig,  Lappen  gleicliniässig  eirund, 
stumpf;  Sporn  fadenförmig,  last  doppelt  so  lang  als  der  Fruchtknoten, 
äussere  3  Uelnizipfel  sperrig  abstehend. 

R.  Br.  Hort.  kew.  Y.  191.  Chi.  hau.  540.  Koch  Syn.  IL  794.  Rei- 
CHENB.  PI.  erit.  \l.  59fi.  Orchis  conopsea  Linn.  Sp.  pl.  1335.  Schk. 
Uandb.  IIL  T.271.     Fl.  dan.  t.  224.     Engl.  bot.  1. 10. 

In  Wiesen,  auf  feuchtem  sumpfigem  und  trockenem  Boden,  trupp- 
weise häufig,  gegen  ]>ord-AVesten  jedoch  abnehmend.  Mai,  Juni.  — 
Juni,  Juli. 

Stengel  l  —  l'/j'hoch.  Obere  Blätter  betrachtlich  kleiner,  lanzett-pfriemenförmig.  Ahrc 
lang  walzenförmig,  Blüten  purpurneiscbfarben,  selten  weiss.  Deckblätter  3-neriig.  Ändert  ab 
mit  dichter  und  lockerer  Blüte,  um  die  Hälfte  kürzere  Sporen,  stärker  und  schwächer  wohlriechend. 

•Ä.     C   odoratissinia.     Starkriechende  BLöswura» 

Untere  Blatter  lanzetllieh-lineal ;  Lippe  3-lappig,  Lappen  langlieh,  stumpf, 
seitliehe  kürzer;  Sporn  fadenförmig,  etwa  so  lang  als  der  Fruchtknoten, 
äussere  3  Helmzipfel  sperrig  abstehend. 

RiCH.  Meni.  d.  -^lus.  d'hist.  nat.  IV.  35.  Reiciienb.  PI.  erit.  VI.  t.  595. 
Orchis  odoratissima  LiNN.   1335.     Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  264. 

In  Wiesen,  auf  feuchtem  Boden  im  südlichsten  Gebietstheile,  die 
Nordgrenze  der  Gesammtverhreitung  erreichend,  sehr  selten  ( Pr.  klein 
Liebenau,  klein  Dölzig;  Pr.  fV.  Lengerich  auf  dem  Galgenberge,  Alten- 
berge).    Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 


Zierlicher   .111.1 

^chmälcr   als    A.   1. 

B 

nächst   <l..rcl>  <lic    k.i 

rzeo  Sporen    .....1  .lic  sei 

scheiden. 

ff 

Pollenm.sson 

<len 

558  ORCHIDEAE.  Platanthera. 

kleiner,    anf   .licselLc    Weise    gcfärht.       Zii- 
n    meist  nur  "2  —  li"'   breiten  Itlätler  i.i  unler- 

iisen    geraile    angeheftet. 

3.    C  albida.    Weissblütige  Htösicurz,    Lhitcrc  Blatter 

läiiglicli,  stumpf,  gegen  die  Basis  verselniiälert ;  Lippe  3 -lappig,  mitt- 
lerer Lappen  länglich  stum]>flicli,  seitliche  kürzer,  schmäler  unil  gesj>ilzt, 
Hclmzlpfel  ziisammenncigend ;  Sporn  dreifach  kürzer  als  der  Fruchtknoten. 

Bio«.  Mem.  du  Mus.  d'hist.  nat.  IV.  35.  Chi.  han.  541.  Hoch  Sjn. 
11.  794.  Habenaria  alhida  B.  Br.  Hort.  kew.  V.  195.  Hook.  Fl.  lond. 
t.  107.  Leucorchis  alhida  E.  Me\er  Pr.  Pflauzengatt.  50.  Beichenk.  Fl. 
sax.  90.  Satyrium  alhidum  Linn.  Sp.  pl.  1338.  Fl.  dau.  t.  115.  Engl, 
bot.  t.  505. 

In  Bergvviesen,  auf  feuchtem  Boden  auf  den  mittlem  Gehietstheil  be- 
schränkt (//,v.  Meissner,  unterm  Hirschberge  nach  Komrode  zu  — ;  Br. 
Braunlage  am  Harz  — ;  litt.  Göttingen:  Dransherg,  Solling,  z.  B.  am 
Knollen  bei  LIslar,  Neuhaus,  ]>loosberg;  Andreasberg,  Elbingerode,  Zel- 
lerfeld,  Staufenburg,  am  Idt  als  nördlichstes  Vorkommen).  Juni,  Juli. — 
August,    September. 

Stengel  4  —  6'  hoch ,  steif  aufrecht,  ohcrstc  Blätter  lanzctt-pfriemcnforiuig.  Ähre  schmal 
walzeDlürmig,   Blüten   klein,    weisslich. 

11.    PIiATAWTHERA.    KUCKUCKSBXiUMX, 

RiCH.    OrcLid.    europ.   35. 

Lippe  (an  unsern  Arten)  ungcthcilt,  gespornt.  Slauhbejitej- 
fächer  durch  eine  dazwischenliegeiule  Platte  verbunden.  Übri- 
gens wie  Orchis.     Gescbl.  Syst.  XX.  1. 

V^'^ie   Orchis. 

1.  P.  blfolla.  Xweiblättrige  KucTeuclesblutne.  Un- 
terste 2  Blätter  fast  gegenständig,  umgekehrteirnnd  oder  umgekehrteirund- 
länglich;  Lippe  lineal,  Sporn  fadenförmig;   Staubbeutelfächer  fast  parallel. 

Bleu.  Orciiid.  europ.  35.  Koch  Syn.  II.  795.  Beichenb.  PI.  crit.  IX. 
t.  852  (P.  brach yglossa).  Gymnadenia  bifolia  Chi.  han.  .540.  Habenaria 
bifolia  B.  Br.  Fl.  Nov.  holl.  312.  Orchis  bifolia  h\m.  Sp.  pl.  1331.  Schk. 
Ilandb.  IIL  T.271.     Fl.  dan.  t.  235.     Engl.  bot.  t.  22. 

In  lichten  Hainen,  zwischen  Gebüsch  und  auf  V^^'lldwieBen,  auf  fri- 
schem humoseni  Boden,  häufig.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Trugknollen  eiförmig.  Stengel  1 — l'/s'  hoch,  grundständige  Blätter  2  —  3"  breit, 
folgende  klein,  lanzettlich.  Ähre  lang,  locker,  Blüten  weiss  in  grüngelb  übergehend.  — 
Variirt  an  schattigen  Orten  mit  lerschmälerten  und  längern  Blütentheilen  (v.  tenuiflora  Chi. 
han.    das.      V.  bifolia   Reichenb.    das.    t.  S.51.). 

H,   P.  clilorantlia.  Breitnarbige  KucTeucTesblume» 

Unterste  2  Blätter  fast  gegenständig  umgekehrteirund- länglich;  Lippe 
lineal,  Sporn  fadenförmig;  Staubl»eutelfächer  unten  von  einander  weichend. 

KusTOR  bei  Beichenb.  in  Mösl.  Uandb.  II.  15fö.  Koch  Syn.  IL  795. 
Beichenb.  PI.  crit.  IX.  t.  853. 

Mit  der  vorigen,  jedoch  seltener,  auch  wohl  übersehen  {Hn.  Göttin- 
gen, Weserthal  u.  s.w.;  Pr.  Bibra,  Halle:  Naumburg  im  Sperlingsholze, 
Lengefeld,  Schafliolz  bei  INismitz  unweit  Freiburg;  Schw.  Sondershau- 
sen).    Juni,   Juli.  —    August. 

Die  \'crscliiedeuheit  >oii  A.  1.  ist  geringfügig  und  eignet  sich  eher  dazu,  diese  Form 
>ielmehr  als  Sjiiclart  anzueikenncn,  als  eine  eigene  Art  daraus  zu  machen.  Sie  beschränkt 
sich  auf  den  angegebenen  Unterschied  in  der  Stellung  der  Staubbeutclfächer,  ivovon  man  den 
Gruud  in  einer  breiteren  Ausbildung  der  Blütentheile  erkennt.  Wie  sehr  diese  yariire,  zeigt 
die  schmalblütige  Form  jener,  an  der  alle  Blülenlh(;ile  doppelt  schmäler  und  länger  gezogen 
sind,    als    an    der   am   inchrstcn    terbreiteteu    Ilauptform.       Die   für   A.  2.    in    Anspruch    gcnoni- 


Himaiitoglossuni.  ORCHIDEAE.  559 

nienc  ADscIiwcliiiiig  des  Sporneuilrs  kommt  hei  A.  1.  ebenfalls  käufig  vor,  nicht  raiuiler  tlie 
etwas    griinlielierc   Itiütenfarbe. 

3.  P.  viridis.    Grünblütige  KucTeucJeshlunte,  Blatter 

eirund  oder  eirund -länglicli;  Lippe  an  der  Spitze  3- lappig;  Sporn  kurz 
sackförmig. 

Gymnadenia  viridis  lliCH.  Orcli.  europ.  35.  CIil.  hau.  541.  Reiche>b. 
PI.  Grit.  YT.  t.594.  Coeloglossuni  viride  Hartm.  Fl.  seand.  329.  liocu 
Syii.  II.  795.  Peristvins  viridis  Lindl.  Koch  Tasclienh.  491.  Orcliis  vi- 
ridis Sw.  Act.  Lolni. '18(X).  207.  Satyrium  viride  Link.  Sp.  pl.  1337.  Fl. 
dan.  t.77.     Engl.  Lot.  t.  94. 

In  Bergwiesen,  auf  feuclitcm  und  sumpfigem  Boden,  auf  den  mittlem 
Gchietslbeil  beseliriinkt  (//*.  Meissner,  Hirscliherg  auf  der  Pffefferwiese — ; 
Pr.  Wernigerode  im  Mühlentlial,  llsenliurg — ;  Br.  Braunlage,  Wien- 
rode— ;  IIh.  am  Solling,  z.B.  Knobben  bei  Uslar,  Harz:  Clausthal, 
Elend,  Elbingerode,  Andreasberg,  Osterode;  Steinbeig  bei  Jerstedt, 
Idt  als  nördlicLstes  Vorkommen).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Tiugkoollen  lianai'üiniig.  Stengel  G — Vi"  liocli ,  nur  ilie  oliersten  Blätter  sclima]  lau- 
zcttlieh.  Xhre  u  alzenfüimig.  Itlüten  gesättigt  grün,  an  den  Eilremitäten  oft  in  braun  über- 
gehend.   —       Vaiiirt   mit    DecUblältern  ,     kurier    als    die    Blüte    und    fast    dojipelt   so    lang. 

19.     HIIflAHTOCSIiOSSU]?!.     nOE,Ii7^UN  GM, 

Spreng.   Syst.  veg.   III.  694.^, 
Lippe  in  der  Knospenlage  eingerollt,     übrigens  wie  Orcliis. 
Geschl.  Syst.  XX.  1. 

Wie  Orcliis. 
'1.     H.  hlreiniim.     JSocICS-Soliaunge*     Blatter  länglich- 
lanzettförmig;  Lippe  3-tlieilig,  Zipfel  lincal,  mittlerer  sehr  lang,  ander 
Spitze  gespalten. 

Sp.  Syst.  veg.  III.  694.  Koch  Syn.  11.  795.  Loroglossum  hircinum 
BiCH.  Mem.  d.  Mus.  d'hist.  nat.  IV.  46.  Satyrium  hircinum  Link.  Sp. 
pl.  1337.     Jaco.  Fl.  austr.  IV.  t.  367. 

An  W^aldrändcrn,  auf  buschigen  Hügeln  und  W^einbergen,  im  süd- 
lichsten Gcbietstheile,  die  I\ordgrenze  dei- Gesammtverbreitung  erreichend, 
sehr  selten  und  meist  einzeln  (Pr.  Halle:  INaumburg  auf  dem  Pforteu- 
berge,  BossLach,  Weinberge  bei  Zcugfeld  unweit  Freiburg,  am  Schilfter 
bei  Freiburg — ;  Schiv.  Rtidolstadt).     Juni,  Juli.  —    Septentber. 

Tnigknollen  ellipsoidisch.  Stengel  bis  3'  hoih.  Ähre  8 — l'i"  lang,  Blüten  2"  lang, 
Helm  weiss,  innen  purpurn  und  grün  gestreift.  Mittellappen  der  Lippe  l'/j"  lang,  2"' breit, 
Heissliebgrüo,     roth   punctirt. 

13.     HERlfll^IUIVI.     MAGWUHZ, 

R.  Br.    in    AlT.    Hort.    kcw.    \.    191. 

Lippe  ansteigend,  spiessfürmig,  an  der  Basis  sackartig  ver- 
tieft, ohne  Sporn,  innere  paarige  llelmzipfel  beiderseits  mit 
einem  Zahn,  säuimtliehe  Theile  glockenartig  ziisammenneigcnd. 
Uebrigens  wie  Platanthera.     Geschl.  Syst.  XX.  1. 

Wie  Orehis.     W^urzel   1 -knollig. 

1.    H.  ITlonorclils.     Minlenollige  JRagwurz,    Blatter 

lanzettlich;  samnitliche  Blütentheile  fast  gleich  lang,  innere  3  dreilappig, 
mittlerer  Lappen  der  Lippe  etwas  langer. 

B.  Br.  Hort.  kew.  V.  191.  Chi.  han.  539.  Koch  Syn.  IL  798.  Ophrys 
Monorchis  Linn.  Sp.  pl.  1342.  Fl.  dan.  1. 102.  Engl.  bot.  t.  71.  Hook. 
Fl.  lond.  t.  138. 

Auf  Wiesen  und  W^eiden,  auf  trockenem  Boden,  durch  das  ganze 
Gebiet,  ziemlich  häufig,  doch  gegen  IVord- Westen  abnehmend.  Juni, 
Juli.  —    August. 


560  OBCHIDEAE.  Oplirys. 

IViir  ein  kugeliger  Triigknollen  ,  Anlage  zu  einem  zwcilen ,  <!as  näelisic  ilalir  znr  Aus- 
bildung koninicn.len,  an  einer  wagercelilen  Wurzellascr  hefindllcli ,  «ocUircli  die  PHnnzc  «än- 
dernd «ird.  Stengel  4  —  6"  lioeli ,  steif  aufreclit,  untere  2  Rlaller  grosser,  fast  gegen- 
ständig.      Blüten    sehr   klein,    gleieliniassig    grüngelb. 

6.Giupp<>.  UfALAXIDEAE.   IVEICBKRAVTGMn^ÄCMSJE. 

Ein  Staubgef'ass.  Pollcninasseii  waclisartig,  jeJe  in  2  «licht  vci'l)ini- 
dene  Massen  getlieilt,    ohne  Stiel  an  der  Nai-he  sitzend. 

LlNN.    Gen.    n.   101.    Art.  ausgesebl. 

Lippe  3-lappig  mit  Mlttelriancs  ohne  Sporn,  äussere  paarige 
Helnizipfel  abstehend,  mitflerer  kappenföruiig,  innere  paarige 
kleiner  als  die  äussern.  Griffelsäule  kurz.  Pollenmassen  wie 
bei  Orchis.     Geschl.  Syst.  XX.  1. 

Gesaninitansehcn  von  Orchis.  Ähren  locker  und  wenighlütig.  Die 
Lippe  mit  mehrl'arhiger  Zeichnung. 

1.    O*  niyodes*     Gemeine  Fliegenblume,    ßlätter  el- 

üptiscli- länglich  oder  lanzettlieh;  Lippe  3- theilig,  oberlialli  saininetartig 
mit  kahlem  Mittellleck,  mittlerer  Lappen  oval,  vorn  ausgeschnitten,  seit- 
liche dreifach  kürzer,  schmal  lincal,  innere  paarige  Uelmzipfel  schmal 
lineal,  fadlich  gerollt  und  zarthaarig. 

Jaco.  Miscell.  II.  373.  Dessen  Ic.  rar.  I.  t.  148.  Chi.  han.  546.  1\ei- 
CHENB.  PI.  crit.  IX.  t.854.  Stürm  Deutschi.  Fl.  H.  40.  O.  inscctifera  a. 
niyodes  Linn.  Sp.  pl.  1343.  O.  muscifera  Huds.  Fl.  angl.  Ed.  I.  340. 
Hook.  Fl.  lond.  t.31.     Kocu  Syn.  IL  796.     Engl.  hot.  t.  64. 

Auf  Triften  und  grasigen  itügeln,  auf  sonnigem,  trockenem,  Kalk- 
stein im  Untergrunde  führenden  Boden,  im  südlichen  und  mittlem  Ge- 
bietstheile  ziemlich  häufig,  aber  einsam  oder  zu  2  —  3  und  intermittirend, 
die  Nord- W^estgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  in  der  Linie  von 
Hildesheim,  Hannover,  Osnabrück  —  erreichend;  nord-üstlich  höher  vor- 
kommend (Mk.  IVeubrandenburg  Tortwiesen  hinter  der  Kuhweide,  Ga- 
lenbeck an  der  Teufelsbrücke,  Brunn).     Mai,  Juni. — •    Juli. 

Trngknollen  kugelig.  Stengel  bis  1'  lioeh.  Bluten  cutferni  stehend,  zu  3  —  6.  I.iiipe 
schwarz|Mirpnrn    mit    hellasehgrauem    Miltelneek.       Uelmzipfel    des    äussern    Kreises    grün. 

'  !3.    O*  aranifera.    Spinnenblütige  Wliegenhlume* 

Blätter  länglicli  -  lanzettförmig;  Lippe  oberseits  gewölbt  und  sainmetartig, 
mit  kahlen  Längslinien,  ungctheilt,  umgekehrteirund  und  ausgerandet,  mit 
einem  die  seitlichen  Lappen  vertretenden  Zahn  zu  beiden  Seiten,  innere 
paarige  Helmzipfel  lineal,   stumpf,   kahl  oder  zerstreuet  zarthaarig. 

Huds.  Fl.  angl.  Ed.  I.  392.  Koch  Syn.  II.  796.  Beichenb.  PI.  crit. 
IX.  t.863  u.  864.     Engl.  bot.  1.6.5. 

Auf  Wiesen  und  an  Waldrändern,  auf  trockenem  sonnigem  Boden, 
im  südlichsten  Gebietstheile,  die  Nordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutsch- 
land erreichend,  sehr  selten,  meist  einsam  und  intermittirend  {Pr.  Halle: 
am  Pfortenberge  bei  Naumburg).     Mai,  Juni.  — ■    Juli. 

Trugknollen  kugelig.  Stengel  1  —  1 '/j'  hoch.  Blüten  doppelt  so  gross  als  an  A.  1., 
entfernt  stehend,  zu  4  —  6.  I.ij)pe  im  Mittelfelde  mit  4  —  6  an  der  Basis  ipier  »«rbundencn 
Linien,     tabakshraun    mit    hellerm    S.inm.       Helmzipfel    « eissliehsrün. 

:i.  O.  apifera.  Bienenblütige  Fliegenblume»  Blät- 
ter länglich -laiizettlitii;  Lip]>e  rundlich  -  umgekehrteirund  ,  oberhalb  ge- 
wölbt und  sammetartig,  mit  5 -lappigem  Saum,  hintere  2  Lap])en  nieder- 
gebogen, an  der  Basis  mit  einem  rauhhaarigen  Höcker  verbanden,  vor- 
dere 3  zurückgekrümmt,  mittlerer  mit  einem  kahlen,  hakenförmigen  An- 
hängsel versehen,  innere  paarige  Ilclnizipfel  linral- länglich  mit  gewim- 
perteni  Bande. 


Malaxis.  ORCHIDEAE.  561 

HüDS.  Fl.  angl.  Ed.  I.  340.  Chi.  Iian.  546.  Reichenb.  PI.  crit.  IX. 
t.866.     Engl.  bot.  t.  383.     O.  iiisectif'eia  f.  Link.  Sp.  pl.  1343. 

Auf  Wahhvicscn,  in  Hainen  und  \^'^einhergen,  auf  sonnigem  grasigem 
Boden  mit  Kalksteinuntcrlage,  im  südlichen  und  mittlem  Gebietstheile, 
hier  die  IVoidgrcnze  des  Voriiouiniens  in  Deutschland  erreichend,  sehr 
selten,  einsam  und  oft  Reihen  von  Jahren  hindurch  intcrmittirend  (Pr. 
Halle:  Naumburg  in  Weinbergen,  Kroppenthalc  zwischen  Schönburg 
und  Wetau,  am  Abhänge  des  Pfortenl)erges  nach  der  Windlüehe  zu. 
Kosen,  besonders  an  Abhängen  des  Berges  jenseit  Lengofeld;  Pv.  IV. 
Frechenhorst  bei  Warendorf  an  der  Lcyen,  Höxter  am  W^einberge  — ; 
IIh.  am  Solling,  bei  Moringen  am  Böllenberge,  Göttingen:  W^aldwiesen 
hinter  Hessendreisch,  Waalie  an  der  Brück,  Lichtenstein  bei  Forste,  in 
neuerer  Zeit  an  diesen  Standorten  nicht  gefunden;  Br.  Uolzminden — ). 
Mai,  Juni.  —    Juli. 

TrugkiioUen  eiförmig.  Stengel  1"  hoch.  Blüten  gross,  entfernt  steheml ,  zu  li  —  5. 
Lippe    clnnhelbraiin,    schmal,    gelb   gesäumt.      Helm    griinlichweiss ,    rosa   angelaufen. 

Das  Vorkommen  Ton  O.  arachuileS  JiNGST  Fl.  t.  Dielcf.  Pr.  fV.  auf  einem  Gras- 
anger oberhalb  Brack«  eile  scheint  einer  Bestätigung  zu  beiliirfen ,  weil  diese  Pflanze  übrigens 
so  weit  nörillieh  nirgends  gefunden  ist,  und  gar  leicht  eine  ^  erwechselnng  mit  O.  aranifcra 
eingetreten    seyn    kann. 

Das  Vorkommen  ton  AccraS  anthropophora  R.  Bk.  hei  Halle  (  W  ALLR.  ann.  bot.  104.) 
ist  zweifelhaft,  weil  nach  GaRCKE  Fl.  v.  Halle  4'jl.  seit  181)  die  Pflanze  am  angegebe- 
nen   Standorte    nicht    gefunden    wurde. 

15.     IflAIiAXIS.     WMÄCMIinA^UT. 

Sw.    Act.    holm.    1«00.    133. 

Fruchtknotenstiel  nicht  gedreht.  Zipfel  beider  Kreise  aus- 
ffespreizt^  Lippe  ganzrandig,  au  der  Basis  ausgehöhlt,  unge- 
spornf,  innere  jjaarige  Helmzipfel  schmäler  als  die  äussern.  Grif- 
felsäule kurz,   Pollenmasscn   länglich.     Gesehl.  Syst.  XX.  1. 

Mehrjährige  Sumpfhräuter.  Stengel  unten  beblättert,  an  der  Basis  ein 
seitliches,  zwicbelartiges  Knöspchen,  welches  im  folgenden  Jahre  zum 
Stengeltreiben  kommt.     Blüten  klein,  gestielt,    in  vielbliitigen  Trauben. 

t.    ]?I.  paliidosa.    SumpJ-Jf^eichJcraut*    Stengel  5-kan- 

tig,  Blätter  spateiförmig;  Traube  dichtblütig;  Lippe  zugespitzt. 

Sw.  Act.  holm.  1800.  133.  Chi.  han.  547.  Koch  Syn.  IT.  803.  Ophrys 
paludosa  LiNN.  Sp.  pl.  1341.  Fl.  dan.  1. 1234.  Engl.  bot.  t.  72.  Hook. 
Fl.  lond.  1. 197. 

In  Sümpfen  und  Torfbrüchern  des  nördlichen  und  westlichen  Gebiets- 
theils,  die  Süd -Ostgrenze  des  Vorkommens  in  Norddeutschland  am  nörd- 
lichen Harz  erreichend,  hier  und  da  {91k.  Neustrelitz  zwischen  Prelank 
und  Userin,  Weisdin,  Neubrandenburg  im  Soll,  Sidium  — ;  Um.  Eppen- 
dorfer  Moor;  Ol.  Oldenbrock-Altendorf,  Bloherfelde;  Wildeshausen  — ; 
Pr.  fV.  Seppenrader  und  Steveder  Moor,  Telgte  — ;  Hn.  Alten -Warm- 
bücher Moor  bei  Hannover,  Westerbecker  Moor  bei  Gifhorn,  Ostarbruch 
zwischen  Langenfort  und  Celle — ;  Br.  hinterer  Taubensee).  Juli,  Au- 
gust. —    September. 

Stengel    3  —  6"  hoch.      Blatter    2  —  4,    dicklich.      Traube  sehr  schmal.      Blüten  grüngelb. 

16.     STIJRJVIIA.     SVUMMMM. 

Reichenb.   PI.  crit.   IV.  39. 

Fruchtknotenstiel  nicht  gedreht.  Lippe  ansteigend,  unge- 
fheilt,  rinnenförmig  gefaltet,  ohne  Sporn,  Helmzipfel  gespreizt, 
lineal.   GriflFelsäule  halbrund,  lang,  oben  flügelig  geraadet  mit 


562  ORCHIDEAE.  Corallorrliiza. 

tlecliclfüimisein  Slauhbeulel.  PoUeiiinasscn  lialbeiföiniig.  Gc- 
sel.l.  Syst.  XX.  1. 

Meliijälnige  liWiutcr  mit  au  .1er  Basis  l;nollig  vcrdiclitcm  Stengel  und 
faseliger  Wurzel.    Untere  llliitter  zu  2  fast  gegenständig.    Blüten  traubig. 

1.    S.  lioeselii.    Mjöselsche  Sturntie.    Schaft  3 -kantig; 

unter  der  Mitte  mit  2  lanzettförmig- längliclien  stumpfen  Blättern;  Trauhe 
armblütig,  Lii)i»c  umgekelirteirund,  feinherhig,  so  lang  als  die  Helmzipfel. 

Rkichem).  PI.  crit.  IV.  89.  Koch  Sjn.  II.  803.  Liparis  Loeselii  Bicii. 
Orchid.  europ.  38.  Ch\.  hau.  547.  Maiaxis  Loeselii  Sw.  Act.  Iioliu.  1800. 
235.  Oplirys  Loeselii  LmN.  Sp.  pl.  1341.  Engl.  bot.  t.  47.  Oplirys  pa- 
hidosa  Fl.  dan.  t.  877. 

An  Teichen,  Siiuipfen  und  auf  sumpfigen  Wiesen,  hleintruppweise 
und  intermiltirend,  im  nördlichen  tiel.ietslheile  ziemlich  häufig  (ßlk:  Hm. 
Lb.  III.),  im  mittlem  und  südlichen  selten  (//ii.  Göllingen :  Denhershäu- 
ser  Teich,  Dudersladt  im  Thalc  bei  Wende  — ;  Pr.  Blcicherode  und  an 
mehrern  Puneten  des  Eichsfelds,  Hechlingen  bei  Stassfurt ,  zwischen 
Querfurt  und  I\emsdorf).     Juni,  Juli. —    August. 

Stengel  .111  der  IJusis  oft  mit  einem  von  Blatlsclieiilen  eingeselilossenen  IVeliinlinolleii, 
4_G"  Tioeh,  «eisslieli.  BL-itter  lielitgiiio  nnJ  glänzend.  lUiilen  zu  4,  (5  —  10,  griin- 
lichgelli. 

19.     CORAl^liORRHIKA.     CO»AX,X,X]¥W^UHZ, 

Hall.   Hist.   stirp.   Hclv.   II.    I.i9. 

Zipfel  beider  Kreise  gespreizt.  Lippe  länglich  mit  einem 
stumpfen  Zahn  zu  beiden  Seiten,  an  der  Basis  zwischen  Z  lanss- 
laufenden  SebAvielen  sackförmig  eingesenkt,innere  paarigellelm- 
zipfel  den  äussern  gleich.  Griftelsäule  lialbrund,  »taul>l)eutel 
breiter  als  lang,   Pollenmasse  kugelig.     Geschl.  Syst.  XX.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  doppelt-ficdcrspaltig-ästiger,  coralleniihnlicher 
Wurzel.  Stengel  ohne  Blätter  von  Scheiden  umfasst.  Blüten  auf  kur- 
zen gedreheten  Slielchen,    traubig. 

1.    C  innata.    Verwachsene  Corallenwurz,    Stengel 

mit  3—4  stumpfen  Scheiden;    Ähre  wenigblütig,    Lippe  länglieh. 

R.  Br.  Hort.  kew.  Y.  209.  Chi.  ha«.  535.  Roch  Sjn.  11.803.  Ophrys 
Corallorrliiza  Linn.  Sp.  pl.  13.39.     Fl.  dan.  t.  451.     Engl.  bot.  t.  1547. 

In  Torfbrüchern  des  östlichen  Gebictstheils,  sehr  selten,  hleintrupp- 
weise  und  iutermittirend  (.WA.  ]>(eustrelltz  in  der  Kalkhorst;  Iln.  am  Ober- 
harzc:  Bruchhcrg,  Radauer  Bruch  beim  Borkenkruge  am  Brocken,  am  alt. 
Stollberge  im  humosen  Boden  des  Latibholzwaldes  — ;  Pr.  Schierke, 
Hohneklippen,  Halle:  Lodersieben  und  Ziegelrode,  neuerlich  nach  langer 
Zeit  hier  wieder   gefunden).     Juli,  August.  —    September. 

WiiPiel fasern  flcis.lilg,  in  corallenarliger  Ansbreilnug  ver».wcigl.  Stengel  4  —  8"  Loch. 
Tr;uil.c  6  — lO-bliillg.  Bluten  anfierlit,  griinlicliweiss ,  äussere  Zipfel  rotlilich,  Lippe  rotli 
pnneliit.       Fiiiclile   nirgend. 

€11.     IRIDGAE. 

Juss.   Gen.   .57. 

Geschlechtsdeeke  mit  dem  Fruchtknoten  verwachsen,  Saum 
6-theilig.  Staubgefässe  3,  den  äussern  Abschnitten  eingesetzt, 
Beutel  aus^värls  gekehrt.  Fruchtknote  3-fäeherig,  vieleiiK, 
Griffel  einfach,  3  meist  kronblaltarlige  IXarben  vor  den  Slaub- 
gefässen.  Dreiklappige  Kapsel.  Keim  im  fleischigen  oder  knor- 
pelartigen   Eiweiss.       Krauler  mit  meistens  knolliger  Wurzel. 

Torkomiuen.     Feuchtigkeit  Hebende  Pflanzen. 


eiadiolus.  IRIDEAE.  563 

Gehalt.  In  den  ff'nrzcln  vorherrschend  SfärfiC ,  ein  ätherisches  öl, 
ein  scharfes  fVeichhnrz,  E.vtrnctivstoff  mit  Gerbestoff',  Gummi.  Fiirbe- 
stoff'e  in  den   weiblichen   Gaschlechtstheilen  einif/er. 

1.     CiliADIOIilJ^i.     ^EmGWVH'E, 

I-INN.    Gen.     II.  hl. 

Gesclileohtsdecke  livoiiartig,  6-Uieilig,  unregelmässiff ,  fast 
2-lippia:.  Narben  8,  oben  blattartig  breiter.  Samen  geflügelt. 
Geschl.^Syst.  III.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  hnolligcni  oder  zwielieligeni  Wiirzelstocl.% 
2- zeilig- reitenden  Blättern.     Blüten  in  einfachen,  einseitigen  Ähren. 

"1.  G.  palustris.  Sumpf. Sie gWUra.  Zwiebeldeche  starh- 
faserig,  netzartig  geweht;  Blätter  lineal  -  scliwertlörniig;  Kapsel  tnnge- 
behrteit'örinig- länglich,   schwach  6- furchig  mit  ahgerundeter  Spitze. 

Gaud.  Fl.  helv.  I.  97.  Koch  Syn.  II.  805.  Sturm  Dentschl.  Fl.  11.86. 
G.  pratensis  Dietr.  Fl.  horuss.   t.  13. 

Auf  \l^iesen,  auf  sumpfigem  Boden,  im  südlichsten  Theile  des  Ge- 
biets, die  IVordgrenze  der  Gesamintverbreitung  in  ^/m.  erreichend,  hier 
und  da  (Pr.  Halle:  ßenndorfer  Mühle  bei  Delitzsch — ;  ^n.  Kl.  Dölzig, 
zwischen  Göliren  und  Bodden,  Mosighau  unweit  Dessau,  Oranienbaum 
auf  der  Buchwiese).     Juni,  Juli.  —    August. 

Sleiigel    1  —  l'/j'   ho«"''-       Ähre    2  —  6-bliitig.       Blüten    purpmviolet. 

!3.    IRIiÜ.    scBiirmnvMi,, 

LiNN.    Gen.    n.  hQ. 

Geschleehsdecke  krqnartig  mit  röhriger  Basis.  Äussere  3 
Absclinitte  rückwärts,  innere  aufrecht  oder  einwärts  gebogen. 
Slaubgefässe  gedeckt  von  den  blattartigen,  oben  ausgeschnit- 
tenen, vorn  2-lappigen  Narben.    Geschl.  Syst.  III.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  hnolligeni,  kriechendem,  selten  zwiebeligem 
Wurzelstoch.  Stengel  einfach  oder  ästig.  Blätter  2  -  zeilig  reitend. 
Blüten  endständig,  einzeln   oder  ährig. 

Äussere    Abschnitte    inwendig    bärtig. 

1*  I.  germanica*  JOeutscheSchwertel,  Blätter  schwert- 
förmig, kürzer  als  der  mehrblütige  Stengel;  innere  Abschnitte  breit  um- 
gekehrteirund, Staubbeutel  so  lang  als  der  Träger,  Lippen  der  Narbe 
ausgespreizt. 

LiNN.  Sp.  pl.55.  Chi.  hau.  .561.  Koch  Syn.  II.  807.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  87.     Keicuenb.  PI.  crit.  X.  t.  92i.     Bed.  Liliac.  t.  309. 

In  der  IVähe  von  Wohnungen  und  Ortschaften,  hier  und  da  verwil- 
dert.    Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Höhe  !'//•  Blüten  gernthlos,  äussere  Abschnitte  dunkel  -  \iolet  mit  gcJblicb  weissen, 
violet    geäderten    IVägcln ,    Bart    gelb    oder   braun,     innere   Abschnitte    lila. 

'13.     I.  sambiicina.     Bolund  er  duftige  Schwertel, 

Blätter  schwertförmig,  kürzer  als  der  mehrblütige  Stengel;  innere  Ab- 
schnitte oval,  spitzkerbig  ausgerandet,  Träger  beträchtlich  länger  als  die 
Staubbeutel. 

LiNN.  Sp.  pl.  55.  Koch  Syn  II.  808.  Sturm  Deutschi  Fl.  H.  87. 
J.CQ.  Hort,  vindob.  I.   t.  2. 

Auf  hochgelegenen  Bergwiesen,  an  Felsen,  im  südlichsten  Theile  des 
Ge»iets,  sehr  selten  {Pr.  im  Mordthale  bei  Naumburg).  Mai,  Juni.  — 
Juli    August. 

HOie  IV2  —  2'.  Blüten  schwach  wohlriechend.  Süssere  Abschnitte  violet,  hinten  wciss- 
lieh,    ai  der   Basis    gelb    geädert,    innere    unrein    bläulichgrau,    an    der   Basis   gelblich. 

**•    I.    boliemica.     Böhmische  Schwertel»     Blätter 


564  IRIDEAE.  Iris. 

schwerlförmig,  zur  Fruclitzt-it  «loppclt  langer  als  der  inehrblütige  Stengel ; 
Sclieiden  ganz  Ivraulig,    Fruchtknolt-n    stielrundlicb ,    fast   gleiclunüssig  6- 

F.  W.Schmidt  Fl.  bol.cm.  Cent.  IV.  5.(5.  n.303.  Koch  Syn.  II.  808. 
Sturm  Deutschi.  Fi.  H.:j6. 

In  Laul»Nväldern  und  auf  Itlössen  im  südliclien  Geldetstlieile ,  stellen- 
weise {Pr.  Steinliolz  und  Iloppelherg  ?  unweit  Itlankenburg ;  Halle:  im 
Lindheige,  Mittclliolze ,  IXaunihurg  in  den  Weinbergen,  mit  Kalkunter- 
lage, z.B.  au  der  Henne,  bei  Ilossbach ,  Freiburg  am  südlichen  Rande 
der  neuen  Gieble  und  iu  den  "V^'einbergen  daselbst,  an  der  Steinklippe 
Lei  "Wendelstein).     Mai.  —    Juli. 

Hohe  7j  —  l'/j'.  S,l..i.Icn  /.ur  Blurczcit  iiiclit  oI>cr«hrls  tioclccuLüiillg  wie  an  acn  toi- 
hergelienilcn    Arten.       Rliitrn    \iulet. 

*  4.  I.  iiiiniila.  Niedrige  Schwertei»  Blätter  schwert- 
förmig, länger  als  der  sehr  kurze,  1 -blutige  Stengel,  Abschnitte  läng- 
lich -  umgekehrteirund . 

LiNN.  Sp.  pl.  56.  Koch  Syn.  II.  809.  Stürm  Deutschi.  Fl.  II.  40. 
Jacq.  Fl.  aust.  I.  t.  1.     Red.  Liliae.  t.  261.262. 

In  der  ISiiUc  von  Wohnungen  im  südlichen  Gebletsthcile ,  auf  Mauern 
und  an  Hügeln,  hier  und  da  verwildert. 

Höhe  3— 4".     Bliitcn  im  Verlibltniss  zum  Stengel  gross,  violct,    aucL  liellLlau,    seilen  weiss, 
■•       Absclinitte    bartlos. 

5.  I.  Pseiid.Acoriii«.     Gemeine  Schwerte!*    Blätter 

schwertförmig,  etwa  so  lang  als  der  stielrundc,  mehrblütige  Stengel; 
äussere  Abschnitte  umgekehrteirund,  innere  lineal,  schmäler  und  kürzer 
als  die  Narben. 

LiN\.  Sp.  pl.56.  Chi.  han.  562.  Koch  Syn.  II.  810.  Schk.  Handb. 
I.  T.5.  a.b.     Fl.  dan.  t.494.     Engl.  bot.  t.  578. 

An  Teichen,  Gräben  unil  iu  Sümpfen,  allgemein  verbreitet.  Mai, 
Juni.  —    Juli,  August. 

Höhe   2  —  3'.      Blüten   schön    gclli. 

6.  I.  sibirica.    Sibirische  Schwertel.    Blätter  lineal, 

kürzer  als  der  stielrunde,  meist  2- blutige  Stengel;  äussere  Abschnitte 
umgekehrteirund. 

LiNN.  Sp.  pl.57.  Chi.  han.  562.  Kocu  Syn.  II.  810.  Stdrm  Deutschi. 
Fl.  11.40.  Reichenb.  PI.  crit.  X.  t.911.  Jaco.  Fl.  austr.  I.  t.3.  Red. 
Liliae.  t.  438. 

Auf  Wiesen,  auf  nassem  oder  sumpfigem  Boden,  im  süd- östlichen 
und  mittlem  Gebietstheile  häufig,  die  westliche  Grenze  des  Vorkommens 
in  Deutschland,  Hn.  Osnabrück,  Fürstenau  —  erreichend,  im  nördlich- 
sten Gebietstheile  nicht  vorhanden,  im  nord  -  östlichen  selten  {Mk.  im 
Jasnitzer  Ziisehlage).     Mai  bis  Juli.  —    August. 

Höhe  1'/.^  —  2'.  Blätter  •i'/.^  — 3'"  hreit.  Äussere  Ahschnitte  helll.lau,  »iolet- nel/,. 
ailerig,    innere    violet. 

Ökonomisches,  Die  frische  fFttnel  der  ^.5.  soll  gegen  Zahn- 
weh wirksam  seyn ,  das  Laub  Pferden,  Kühen  und  Schafen  schädlich 
werden.     Säinmtliche  Arten  eignen  sich  zu  Zierpflanzen. 

technisches,  Blüten  der  j4.  3.  einen  gelben  Färbestoff  enthal 
tend,    die   f-J^urzeln  einen  Leder  roth  färbenden  Stoff. 

CHI.     AJflARYIililDEAE. 

A.MA.ni[JjI,ESAVLVMGM    PWJjAN^JEN. 

R.   BR.    Prodr.    fl.    IVov.    Holl.    296. 

Staubgefässe  meistens  6,  und  dann  oft  einKrönchen  imO"unde 


Narci8su8.  AJüARYLIilDEAE.  565 

der  Geschlcclitsdecke.  Beiiiel  eimviirls  gekehrl.  ÜJirigens  wie 
Irideae. 

Vorkommen.     Unsere  Arten  Ilunnis  o«lci-  lialliiintei-lage  liebend. 

Gehalt.  In  den  Zwiebeln  reichlich  Gummi  oder  Sliuke ,  denen  bei 
einifjen  ein  nicht  hinlänglich  bekannter  fjif'tartitjer  Stoff'  (Narcitin)  bei- 
ffcfiifjt  ist. 

1.     :WARCISSUS.     JV^MCMSSIS. 

I.INN.    Gen.    n.  408. 

Geschjecblsdeclic  fellerförmia;  mit  glelchniässig  6-Uieiligeni 
Saum  auf  walzenförmiger  Röhre^  und  glockiger  INebeiikroiie  am 
Schlünde.     Staubgefasse   abwechselnd  kürzer.     G.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Rränter  mit  schaliger  Zwieltel.  Blätter  wurzelständig, 
scheitlig.  Schaft  stielrund  oder  hantig.  Seheide  1- blättrig,  seitlich  aut- 
reissend  und  1 -blutig,      niiiten   aiiseliiilieh. 

1.    IV.  PsendO'JVarcissiisü.    Beeher-JVarcisse»     Blätter 

lineai;  IXebenhrone  beelierlorinig,  so  lang  als  die  Geschlechtsdecke,  am 
Rande  lirauswellig. 

LiNN.  Sp.  pl.414.  Chl.han.561.  Koch  Syn.  II.  812.  Engl.  bot.  t.  17. 
BüiLL.  Herb.   t.30(5. 

In  Gras-  und  Obstgärten,  seltener  an  Grabenrändern  nnd  auf  Wie- 
sen, hier  und  da,  mit  Ausnahme  des  südlichsten  Thcils  durch  das  ganze 
Gebiet,  wohl  nur  verwildert.     März,  April.  —    .luni. 

Biälter  oliiic  Kiel.  Schaft  -i-hantig,  1  l.liitlg.  Blüte  gross,  gesättigt  gelb,  wolil- 
r.ecl.en.l. 

«.     liEUCOJUIfl.     tiJVOVJENGEäÖCKCMMN. 

I.tNN.    Geu.    ...  40-.'. 

Geschlechtsdecke  glockig,  ü-theilig,  innere  Abschnitte  kaum 
etwas  kürzer  als  die  äussern,  an  der  Spitze  verdickt.  Geschl. 
Syst.  VI.  1.       .  ... 

Mehrjährige  Kräuter  mit  sehaliger  Zwiebel.  Blätter  an  der  Basis  von 
häutigen,  geschindelten  Scheiden  umgeben.  Schaft  hantig.  Blutenscheide 
1 -blättrig,   seitlich  aufreissend,   1  —  mehrblütig. 

f.  li.  verniiin.   Friihlings-Knotenglöclechen,    Blätter 

lineai;    Si.haft  1 -blutig;  Griffel   li.uleufürmig. 

LiNN.  Sp.  pl.414.  Chi.  han.  561.  Koch  Svn.  II.  812.  Schk.  Handb. 
I.  T.  89,     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  11.     Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.  312. 

In  Hainen,  zwischen  Gebüsch  und  an  Hechen ,  seltener  auf  Wiesen, 
auf  feuchtem  schattigem  Boden,  im  südlichen  und  mittlem  Gebietstheile, 
die  Nordgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  in  der  Linie  von  Osna- 
brück, Hannover,  Braunsehweig  —  erreichend  (nördlicher  nur  als  Flücht- 
ling aus  Gärten),  häufig.     März,  April.  —    Mai,  Juni. 

Blätter  3  I>is  6,  auf  dem  Rücken  gekielt.  Scliaft  6  —  8"  hoch,  znsanimengedriictit -3- 
kantig.  Blüte  gestielt,  überliängcnd ,  weiss  mit  grüulicligelbvm  Fleck  linier  den  stnmpf- 
licbcn    Spitzen. 

'9.  li.  aesti«'iini.  Somtner-Knotenglöclcchen,  Blätter 

lineai;  Schaft  mehrblütig;   Griffel   fadlich- keulenförmig. 

LI^N.  Sp.  pl.  414.  Koch  Syn.  If.  812.  Stürm  Deutschi.  Fl.  H.  414. 
Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  203.     Fl.  dan.  t.  1265.     Engl.  bot.  t.621. 

Auf  Wiesen,  auf  feuchtem  oder  nassem  Boden,  an  wenigen  Puncten 
(Pr.  fV.  Sassenberg;  Hrn.;  Lüb.  an  der  Wacknitz).     Mai.  —    Juli. 

A.  1.  äfanlicb  ,  jedoch  1  —  l '/j'  hoch.  Blüten  zu  -3 — 6,  «us  einer  Scheide,  lon  Stel- 
lung,   rorm   und    Färbung   der    torliergehenden   ,4.rt. 


566  AJ!aARYE.l.IDEAE.  Onlanthus. 

3.     CAIiAlVTHUS.     SCBLNSlMGEtÖCtiCMKN, 

LiNN.   Geil.    II.  401. 

Geschleolitsdecke  6-lhcillgj  äussere  3  Abschnilte  abstchciul, 
innere  3  aufrecht,  kürzer  und  ausgerandet.     Gesclil.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  liräiitcr  mit  schaliger  Zwiebel,  wenigen  Wiirzelhliittcrn 
und  zusiunniengeilrüclilem  Schaft,  ßlütcnscheifle  l-hliittrig,  seitlich  auf- 
rei.ssend,    1  -hlütig. 

i.    G.  nivalis.    Gemeines  ^chneeglöcTechen.    Blätter 

lincal,   an  der  Spitze  abgerundet,    blütenstielständiges   ohne  Scheide. 

LiNN.  Sp.  pl.413.  Chi.  han.  560.  Koch  Syii.  II.  812.  Sciik.  Ilandb. 
I.  T.89.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.H.  Jaco.  Fl.  austr.  IV.  T.31.S.  Engl, 
bot.  t.  19. 

In  llaum-  und  Grasgärten,  seltener  aufwiesen,  auf  humosein  Boden, 
horstweise   fast  verwildert.     Februar,  Hiärz. —    Mai,  Juni. 

niiillcr  srliiual.  Scl.afl  6"  liocli.  Blüten  iiiclienil  ,  blcntlcnil  sclinecwciss ,  innere  3  Ali- 
scLnittc    aussen    mit   einem    grünen    rleek,     innen    mit    grünen    Mnien. 

«?JE  1VMRm.ICllMS, 

ÖTeonomiSCheSt  Nebst  den  beiden  vorhcrijehenden  Galtunrjen 
liebliche  Zierpflanzen   der  Gärten,    auf  Rasenplätzen  und  im  Gebüsch. 

CIV.     ASPARAGEAE. 

Juss.    Gen.    40.    G.-.H.  .-iiisgeselil. 

Geselileclitsdecke  tief  6-theilig,  kronartia;.  Staubgefasse  6, 
den  Abschnitten  oder  einem  Fruchtboden  eingofiigt.  Frucht- 
knote frei.  3-fächerig,  vieleiig,  mit  einfachem  GriÜel.  Frucht 
eine  Beere. 

l/orkomiue^.     Sandboden  und  das  Küstcnhlinia  liebend. 

Gehalt,  ^nsf/ezeichnct  durch  das  Asparaijin  in  den  Sprossen,  wäh- 
rend es  in  der  fVurzel  nicht  enthalten  ist.  In  diesen  ausser  den  fje- 
wöhnlichen   Bestandtheilcn  Extractivstoff  und  ein  eirjcnthüinliches  Harz. 

1.     ASPARAGiUS.     SPA-nGME,. 

I.INN.    Gen.    U.4.S8. 

Geschlechtsdeckc  glockig.  Staul)fäden  pfiiemlich,  Beutel 
schildförmig.  Beere  3-faeherig,  Fächer  2-samig.  Geschl.Syst. 
VI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  (A.I.)  oder  Stauden.  Wurzel  biischelig.  Büschel 
nadclföriniger  Zweige  aus  den  Achseln  zu  Schuppen  reducirter,  häutiger 
Blätter.  Blüten  gestielt,  zu  1 — 3,  Blütcuslielcheu  mit  einem  gliedarti- 
gen Knoten. 

f.    A.  ofAcinalis.    Gemeiner  Spargel.    Büschelzweige 

nadeiförmig,  l.ahl;    Gliederung  des  Blütenstielchens    in  der  Mitte. 

LiNN.  Sp.  pl.448.  var.  Y-  Chi.  hau.  559.  Koch  Svn.  II.  813.  Schk. 
Ilandb.  I.  T.  96.  Fl.  dan.  t.  805.  Engl.  bot.  t.  339.  IIayne  Arznelgcw. 
VIII.  T.29. 

Auf  Triften,  Wiesen,  an  Waldrändern  und  am  Meeresufer,  auf  san- 
digcm  und  Sandboden,  häufig,  einzeln  oder  bleintruppweise.  Juni,  Juli.  — 
August. 

Siengcl  2  — 3'  liocIi,  i.vrami.lal -islig.  Zweige  ansgelireilct.  lÜülen  meislens  J  -  li.iiisig, 
gtünllcl..       Beeren    sol.arldclirolli. 

gi:w^jerbi.iche:s, 

ÖTeonomiSCheS»  Die  Sprossen  als  eine  anijenehme  und  rjcsunde 
Speise,    von  urintreibender   liraft  bekannt 


CuiivallariM.  SJUILACEAE.  567 

€V.     ISilllliACfiAC:. 

u.  br.  Prodi.  11.  Aüv.  uoii.  'isn. 

Geschlechtsilecke  kroiiartigj  inelsleus  6-lheilig,  seltener  4  — 
8-theiHg  oder  -spaltig.  Staubgefasse  der  Gesehleclitsdeeke 
seltener  dicht  vor  derselben  eingesetzt.  Fruchtknote  frei,  3-^ 
seltener  2-  oder  1- fächerig,  mit  eben  so  vielen  freien  oder 
balbyerbundenen  Griffeln.  Beere  1  —  wcnigsaniig.  Samenschale 
häutig,  schlaff.  Keim  im  fleischigen  oder  fast  hornartigen  Ei- 
neiss. 

17orkommeii.     Iluinus-   iiiul  Kalligehalt  de.s  Itoth'iis  lieheiid. 

Gehalt,  Gummi  vui/ierrsc/iend,  ferner  eif/ettthinnliche  Extractit'stoff'r, 
in   einiyen  mich  ^spnrufjin.      In  den    ff'urzeln    viel  Gerbestoff'. 

1.     CO^VAIiliARIA.     MA.KBI,UMm, 

LlNN.    Gen.    M.  4^^.     Art.   diisgestl.1 . 

Geschlechtsdecke  6-spaltig  oder  -zähnig.  Beere  3-fächerig, 
6 -sämig.       Gcschl.  Syst.  VI.  1. 

Mcitrjülirige  Kräuter  mit  ^vagereclit  tiriecbeiulein  Wiirzelslotl..  Sten- 
gel einfach,  l>eljlättert,  Blätter  Wechsel  -  oder  qiiirlständig,  nervig.  Blü- 
tenstiele blattwinkelständig,  1 — niehrhlütig;  selten  ein  nackter,  trauhig- 
hlütiger  Schaft.      Blüten  weiss. 

~       Gcscl.leilils.lc.-ke    r  o  I.  r  i  g.        «  e  c  r  e  ..    .1  u  i.  k  c  1  b  1  ^  .1. 

f.    C.  verticillata.    Q/uirlblüttrige  Maiblume»    Stcn 

gel   eckig;    Blätter  ijuirlständig. 

LiNN.  Si>.  pl.451.  Chi.  han.  558.  liocn  Sjn.  II.  814,  Fl.  dan.  t.  86 
Engl.  bot.  t.  128. 

In  Berg-  und  Gebirgswaldungen  ,  auf  IViselicni  scliattigeni,  vorzüglich 
lialU  im  IJntergrnade  führendem  Boden,  im  mittlem  Tlieile  des  Gebiets 
häufig,  nicht  mehr  in  Süden  des  Harzes  und  nördlich  nur  sehr  selten 
(Mk.  Boitzenburg)  über  der  Linie  von  Osnabrück,  Hannover,  Braun 
schweig — ).     Mai,  Juni.  —    September. 

SIcngcl  l'/.^  —  2'  liocli.  Blallcr  iii  3,  4  bis  ü,  iii.lit  streng  qiiirlsländig ,  schmal  lan- 
zellfnnnlg,    milcrscils    graugrün.       Itlulcn    an    .len    .S|,i|,.Pii    jürünllcb. 

H*    C  Polygoiiatiim.    W^eisswurzelige  Maiblume» 

Stengel  kantig,  nach  oben  2-schneidig;  Blätler  2- zeilig- wechselständig, 
eirund-länglich  oder  elliptisch;  Blütenstiele  1 — 2-blütig,  Staubfäden  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.451.  Chi.  han.  5.58.  Koch  Syn.  II.  814.  Fl.  dan.  t.  377. 
Engl.  bot.  t.  280.     IIavne  Arzneigew.  III.  T.  19. 

In  bergigen  ^Valdungen  und  Ilainen,  auf  schattigem  huuiosem  Boden, 
ziemlich  häufig,  gegen  IXor«! -Westen  abnehmend.  3Iai,  Juni.  —  Sep- 
tember. 

Stengel  1 —  l'/..'  borb,  iiberblingend.  Blätter  slcngcliimlasscnd ,  unterseit:,  grangrüii. 
Bluten    scbivacb    l...uciiig,    an    den    Spitzen    grünlieb. 

3.     C  niultiflora.     Vielblütige  Maiblume»     Stengel 

rundlich;  ISlätter  2- zeilig-wechselst.iudig,  elliptisch  oder  eirund-länglich; 
Blütenstiele  2 — 5- blutig,   Staubfäden   i)ehaart. 

LiNN.  Sp.  pl.452.  Chi.  han.  558.  Koch  Syn.  11.814.  Scuk.  Handb. 
I.  T.97.    Fl.  dan.   t.  192.    Engl.  bot.  t.  279.     Hayne  Arzneigew.  III.  T.20. 

In  Waldungen  und  Hainen,  auf  schattigem  humosem  Boden,  häufig. 
Mai,  Juni.  —    September. 

Stengel  l'/j  —  2'boch.  nbeibangend.  Blallcr  stengclumfassend.  Blüten  scbm.il  rbhrig, 
an    den    S|>itzen   griin. 


568  SJnil.ACIi;AE.  majanthemuiu. 

•]-|-      G  c»cli  1  cell  ts  cl  ecke    gl  od;  ig.       Beeren    rotli. 

4*    C>  inajalls.    Gemeine  Maiblume»    Schaft  lialhrund; 

Blätter  meist  zu  2,  neben  dem  Schaft,    elliptisch  und  lang  gestielt. 

LiNN.  Sp.  pl.451.  Chi.  han.  5.'j8.  Koch  Syn.  II.  814.  Scuk.  Ilaudh. 
I.  T.97.    Fl.dan.  t.854.    Engl.  bot.  t.  1035.    IIayne  Aizneigew.  III.  T.  18. 

In  Laubholzwäldern  und  Hainen,  auf  schattigem  huniosem  Buden,  sehr 
häufig.     Mai,  Juni.  —    September. 

Blüten  hauliig,  in  Winlicln  von  lileicLcu  DeckMätlcrn,  Spitzen  aiis«ärls  geliogcn,  Grifl'el  Uuri. 

GM  n^MHBJLMCMMCIS. 

ÖTCOnomiSClieS»  fj'wzehi  snwmtlicher  ^irlcn  ein  tfutes  Stärke- 
mehl liefernd.  Die  ätherisch- starhdtif'lenden  Blüten  der  Ji.4.  ff'asser, 
ff^'ein,  fVeinessiij  und  Ölen  diesen  Geruch  mittheilend ,  als  Sttibenblume 
beliebt  und  daher  ein  Verkmtf'sartihel  der  armem  Dorfbewohner.  Das 
Kraut  wird  vom  f'ieh  rjefrcssen  und  die  Bienen  besuchen  die  Blüten. 
Sämnttlich  zu  Zierpflanzen  tjeeitjnet. 

».    ITIAJA^THElflUIfl.    SCMAVTX]VBX,tTMX. 

WiCG.    Prim.    fl.    hols.    11. 

Geschlcclitsdecke  4-  otlcr  ö-tlieiliff,  sperrig- oft'en.  Beere 
1-2-saDiig.     Geschl.  Syst.  VI.  1.        *       *         * 

Mehrjährige  Kräuter  mit  hriecheudeni  Wurzelstocl;.  Stengel  einfach, 
blättertragend.  Blätter  wechselständig.  Blüten  hlein ,  traubig  oder 
rispig  am  Ende  des  Stengels. 

1.  JTI.  bifoliiiin.  Xweiblättrige  Schattenblume.  Sten- 
gel 2-blättrig;    Blätter  gestielt,  herzförmig;    (leschlechtsdeche  4-theilig. 

De  Cand.  Fl.  franc.  III.  177.  Chi.  han.  559.  Kocu  Syn.  IL  814. 
Smilacina  bifolia  Endl.  Gen.  154.  Convallaria  bifolia  Link.  Sp.  pl.  4-52. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  13.     Fl.  dan.  t.29I. 

In  Hainen  und  Waldungen,    auf  schattigem  frischem  Boden,  häufig. 

Stengel  3  —  6"  Locli,  liciigig.  Traube  einfach,  Blüten  neisslicli.  Beeren  anfäDglicIi 
weiss    mit  rothen    Puncten,    später   rotli. 

S.     PARIS.    KENBMMnM, 

I.INN.    Gen.    n.  .500. 

Geschleclitsdecke  8-theillg,  sperrig- offen ^  innere  4  Ab- 
schnitte schmäler  als  die  äussern.  Stauh^efässe  8^  an  der  Basis 
verwachsen.  Mittelhand  über  die  Beulelfächer  hervorragend. 
Griffel  4.    Beere  4-fächerig5  vielsamia;.     Gesehl.  Syst.  VIII.  4. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  wagerecht  hriechendem  Wurzelstoch.  Stengel 
einfach,  an  der  Spitze  quirlig,  4  —  8-blättrig.     Blüte  einzeln,  endständig. 

f.    P.  «luadrifolia.    Vierblättrige  JEinbeere,    Stengel 

4-blättrig;  Blätter  rundlich-elliptisch;  äussere  Abschnitte  der  Geschlechts- 
decke breiter  und  länger  als  die  innern. 

LiMV.  Sp.  pl.526.  Chi.  han.  560.  Koch  Syn.  IL  81-3.  Fl.  dan.  t.  139. 
Engl.  bot.  t.  7.     IIayke  Arzneigew.   III.  t.  7. 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  schattigem  feuchtem  Boden,  stellen- 
weise, gegen  IXord- Westen  abnehmend.     Mai,  .luni.  —    Juni,  Juli. 

Stengel  3/4  —  l'  liocli.     Blüte  grünlich,    I>arl)cn  purpurbraiin.     Beere  hügelig,    sch>varzblaii. 

GWMVMHBI.ECMKES. 

Pharmaceutisch.Meaicinisches*    Ehedem  officinell.   Ein 

drastisches  Purtjirmittel ,  welches  besonders  in  FoUje  des  Beerenijenusses 
tödlich  werden    kann. 

technisches»  Die  Blätter  mit  Alaun  f/elbf'ärbend ,  Beeren  eine 
fjrüne  Farbe  liefernd. 

Öleononiisches,      Uühe  fressen  das    Laub  nicht. 


Tulipa.  I.II.IACEAE.  569 

CVI.     lillilACEAE. 

De    Cand.    Tbcor.    elem.    Ed.l.    '249. 

Geschlechtsdecke  kionaitie:^  tief  6-tlieilig  oder  6 -spaltig. 
Staubffefässe  6,  den  Abschnilten  oder  einem  Iruchtboden  ein- 
gesetzt, Beutel  nach  innen  gewandt.  Fruchtknote  frei,  3-fäche- 
rig  mit  zahlreichen,  in  2  Reihen  geordneten  Eichen  am  innern 
Winkel  der  Fächer.  Ein  Griffel;  INarhen  3  oder  1.  hapsel 
3 -klappig,  Scheidewände  in  der  Mitte  der  Klappen,  heim  im 
lleiscliigen  Eiweiss. 

IZorkoninien.     Humus  und  Kalk  liebcntl. 

Gehalt.  Durch  scharfe  Stoffe  und  flüchtifje ,  schwefelhaltige  Ole 
ansfjezeich}iet.  Ferner  in  manchen  viel  Schleim,  gerinrfe  Mengen  von 
Stärke,   Säuren,   Gerbestoff — : 

1.    Gruppe.      TULirEAE.      TVZ.PEX Gl&Ji^ÄCIKS K. 

Geschlccbtstlecke  tief  6-tlieilig;,   Sjuiienlaeher  vielsamig.     Samen  flach, 
mit  häutiger  (nicht  schwarzer  und  hrustenartiger)  Schale. 
f.     TUIilPA.     VUEiPM, 

LiMV.    Gen.    n.  41Ö. 

Geschlechtsdecke  glockig,  ohne  Honiggruhen.  Narhe  sitzend, 
3-lappig.     Geschl.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Krauter,  Schaft  mit  schaliger  Zwiebel,  einblütig.  Blätter 
eirund- länglich  oder  länglich-lanzettförmig. 

1.  T.  .«ylvestri^i.  Jg^aia-Tulpe.  Blüte  vor  dem  Auf- 
blühen nichend,  innere  Abschnitte  und  Stauhgefässe  an  der  Basis  bärtig. 

LiNN.  Sp.  pl.438.  Chi.  hau.  .548.  Roch  Syn.  II.  816.  Schk.  Handb. 
I.  T.93.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  29.     Fl.  dan.  t.  37.5.     Engl.  bot.  t.63. 

In  Bergvvaldungen,  >^^einbergen ,  an  Hecken  und  auf  Wiesen,  auf 
humosem  Boden,  im  mittlem  und  südlichen  Gebietstheile,  früher  häufi- 
ger, jetzt  selten,  meist  truppweise;  verwildert  in  Baumgärten  hier  und 
da  (Pr.  Halle:  Weinberge  bei  Naumburg,  z.B.  an  der  Henne,  am  Bür- 
gergarten; nur  verwildert  am  Waisenhausgarten,  hinter  dem  Schloss- 
garten bei  Zörbig,  Aschersleben,  Tanzwiese  bei  Halberstadt;  An.  ver- 
wildert bei  Dessau;  Schiv.  Frankenhausen  — ;  Us.  im  Holze  vor  Hüben- 
thal, hier  ehedem  häufig,  später  durch  Ausroden  zur  Yerpflanzung  fast 
ausgerottet,  zwischen  Witzenhausen  und  Bischhausen;  verwildert  bei  Al- 
lendorf— ;  Hn.  Leimbach  im  Hohnsteinschen;  verwildert  bei  Catlenburg, 
Hildisheim,  Hannover — ;  Hl.  verwildert  an  Buinen).  April,  Mai. — 
Juni,  Juli. 

Hölic  1  — l'/j'.  Blätter  Jineal-lanzeltfürmig.  Blüten  gel!.,  äussere  3  AbscLnitle  sclimä- 
1er,  Idnzelllicli,  innere  elliptisch.  —  Variirl  mit  Kurz  gespitzten  Abscliniften  (v.  bracliyloha 
CI.1.    Lan.    .las.). 

«.     FRITIIiliARIA.     SCMACMBXiflMJE. 

I.INN.    Gen.    n.4II. 

Geschlechtsdecke  fflockig,  Abschnitte  mit  einer  Iloniggrube. 
Narbe  3-theilig.    Geschl.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter,  Stengel  mit  zwiebeligcr  Basis.  Blätter  wechsel- 
oder  fast  «juirlständig.     Blüten  blattwinkelständig,    nickend. 

1.     F.  ITIeleagrii^.     Gemeine  Schachblume.     Stengel 

1— 2-blütig;    Blätter    rinnenförmig,    alle  wechselständig;    Blüte   glockig, 
würfelig  getiegert. 

LiNN.  Sp.  pl.436.  Chi.  han.  549.  Koch  Svn.  II.  817.  Schk.  Handb. 
I.  T.92.     Sturm  Deutschi.  Fl.   H.  18      Jacq.  Fl.  austr.  App.  t.  32. 


570  lillilACEAE.  Lilium. 

Aufwiesen,  auf  liuiiiosem  t'euehtem  Boden,  sehr  selten  (Pr.  fV.  Sas- 
senberg, Steinfurth — ;  lln.  Hildeslieim  auf  den  Inuerstewiesen — ;  Hm. 
Eppcndorfer  Moor  — ;  Lüb.  Wiesen  an  der  Trave,  an  der  Malzfälire  bei 
LübeeK— ;    Hl.  Flottbeck—).     April,  Mai.—    Juli. 

Stengel  1'  hocL.  Blatter  li  —  6,  lincal,  tiurzsclieidig.  Blüten  1  —  -i ,  purpurbraiiii, 
niclit    selten    iveiss. 

3.     lillilU]?!.     XiMMjMXI. 

I.IMV.    Gen.    n.  40. 

Geselileclils<leeke  g-lockig-lrichterförmig,  Ahschiiille  niit  ei- 
ner lionigfiilireiuleu  Kinne.     Narbe   3 -lappig.     G.  Syst.  VI.  1. 

Zwiebel  schuppig.  Stengel  einfacli,  beblättert.  lUätter  wechselstäii- 
dig  oder  quirlig.      lUüten  in   Mehrzahl,    gross,  aufrecht  oder  nickend. 

1.    li.  biilbiferiini.    Xtviebeltragende  Mdilie.    Blätter 

lanzettlicii,  kurz  gespitzt;  Blüten  aufrecht,  glockig,  Abschnitte  innen 
warzig  und  befasrrt. 

LiNN.  Sp.  pl.433.  Chi.  han.  549.  Koch  Syn.  II.  817.  Scuk.  Ilandb. 
T.91.     Jaco.  Fl.  austr.  111.  t.  226. 

Auf  Wiesen  am  Harzgei>irge,  an  wenigen  Puncten  {lin.  Andreasberg 
auf  der  Wiese  D(»r<ithea  dicht  über  dem  Hülfe  -  Gottes -Teiche ,  Jenseit 
des  Berges  der  Grube  Catharine  -  IXenfang,  auf  den  W^iescn  rechts  von 
dem  Glück -auf- Klippen;  Schw.  Frankenhausen  im  Erdfallc  und  Jecha- 
burg,  üb  au  diesen  beiden  Puncten  wild,  ist  ungewiss).  Ende  Juni, 
Juli.  —    August,  September. 

Scl.M|.,.en  der  ZwicI.cl  dick,  loelier  anfliegend.  Stengel  steil',  1—1'//  ''Oi'' >  einlael., 
fnrcLlg-celiig.  Blätter  diclitsteliend  ,  fast  lineal  -  lanzettlicii,  iintcr-stc  kürzer,  langlicli  -  lan- 
zettlicb,  scliarflicli-beliaart.  Blüten  an  der  Spilie  zu  2  —  3,  doldig  oder  trngdoldig  auf 
kurzen,  dicken,  ungleich  langen  Stielen,  um  '/j  kleiner  als  an  der  Garlcnpllauie ,  nelist 
den  Geschlechtstlieilen  trüliorange  in  braun  übergebend,  obne  Gerneb,  äussere  3  Abschnitte 
schmaler  mit  keilfonniger  Basis  nnd  kürzerer  Saltrinne,  innere  eirund,  plötzlich  in  eine  ver- 
schmälerte   Basis    zusa cngezogeu    mit    doppelt    so    langer    Saftrinne. 

9»    li.  ]fIartagon.    Vüricsche  Miilie,    Blätter  quirl-,  obere 

wecbselständig,  elliptisch,  zugespitzt;  Blüteu  nickend,  Blütenblätter  zu- 
rückgerollt. 

LiNN.  Sp.  vl.43.5.  Chi.  han.  549.  Kocti  Syn.  11.818.  Jacq.  Fl.  austr. 
IV.  t.351.     IlAYMä  Arzueigew.   VIll.  T.  28. 

In  bergigen  Waldungen  und  Hainen,  auf  schattigem  humosem  Boden, 
im  südlichen  und  mittlem  Theile  des  Gebiets,  die  IXordgreiize  der  Ge- 
saicmtverbreitung  in  der  Linie  von  Osnabrück,  Hannover,  Hildesheini  — 
erreichend,  ziemlich  häufig.     Juni,   Juli. —    August,  September. 

ZHiebel  gell.,  loekersebuppig ,  Stengel  2'  hoch,  neebig.  Bluten  langgeslielt .  traubig. 
zu    4  — Ü,     trüb    rosapurpurn,    dunkler   gelleekt. 

8.  Gruppe.     ASPHODELEAEi.     AWWOn IZ.GMn^ÄCnS E. 

Geschlechtsdecke  tief  fi-theilig.  liapselfächer  wenigsamig.  Samen 
kugelig  oder  kantig  mit  schwarzer  (tiefbrauiier)  zerbrechlicher  Schale. 

4.    A^THERICU]?!.     « Ä^ÄÜTJE ü JtfJE. 

I>INIV.    Gen.    u.  4-i-i.    Art.  ausgescbl. 

Geschlechtsdecke  ansgespielzt,  ohne  Hoiiigliehällci".  Bliitcn- 
sliele  mit  einem  Gelenkkuoten^  Staul)l)eutel  aufliegend.  Fruchl- 
knotc  sitzend.     Gesehl.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  dickfaseriger  Wurzel.  Blätter  wurzelstän- 
dig, schmal.      Blüten  an  sehaftartigem   Stengel   rispig  oder  traubig. 

t.    A.  lilliago.    Gemeine  Graslilie.    Blätter  lineal,   et 

was  rinnig;  Blüten  traubig,  Griflel  in  halbem  Bogen  gekrümmt. 


Ornithogaluni.  lillilACEAE.  571 

LiNN.  Sp.  pl.  445.  Chi.  hau.  554.  Koch  Syn.  11.  819.  Jacq.  Hort. 
\iiidol..  I.  t.  83.     Fl.  daii.  t.  616. 

In  bergigen  Waldungen  und  auf  Waldwiesen,  auf  trockenem  sonni- 
gem sandigem  oder  kalkhaltigem  Boden,  im  südliehen  und  mittleren  Theile 
des  Geliiets,  die  Nord-A^'^estgrenze  des  Vorkommens  in  Deutschland  in 
der  Linie  von  Pr.  fV.  Brackwede,  Hn.  Celle,  Hitzacker,  Mk.  Kemplin 
erreichend,  ziemlich  häufig.     Mai  Lis  Juli.  —    August,  September. 

Stengel    1  —  V/^'  liocL  ,    einfach.       Blülcn  auf  einfachen   Stielen  stehend.    1 '/j"  im  Durch- 

messer   hallcntl,    milch»  eiss.  Deckhlättcr   mit    breit    Hcisshäutlger   Basis.  Variirt   hauGg 

mit    nnten    l  —  "i-asligor    Inflorcsicni. 

9*  A.  rainosuni.  Ästige  Graslilie,  Blatter  lineal,  rin- 
nig;   Blüten  in  Bispen,  Grill'ei  nach  oben  schwach  gebogen. 

LiNN.  Sp.  pl.445.  Chi.  hau.  554.  Koch  Svn.  II.  819.  Schk.  Handb. 
I.  T.95.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  t.  161. 

Standörter  und  Verbreitung  der  A.  1.     Juni,  Juli.  —    September. 

Stengel  höher  als  au  A.  1.  Blülcn  nur  10'"  im  Durchmesser  haltend  und  .on  /.arlcrcr 
Substanz.  Deckblätter  an  der  Basis  schmiler,  kaum  etwas  i?eisshäutig  gerandet.  K.i])scln 
und    Samen    kleiner. 

Bemerk.  Obgleich  die  von  den  mehrsten  Schriftstellern  in  die  Diagnosen  der  A..'l. 
eingeführte  Angabe  des  geraden  Grifl°els  nicht  begründet  ist,  so  verhalten  sich  doch  übrigens  beide 
allerdings  sich  sehr  nahe  stehenden  Arien  iu  ihren  übrigen  Charakteren  constaut,  ueslialb  dit 
»un  IJÜLL  Uhein.  Fl.  "JOO.  lorgeschlagcne  >  erbinduug  beider  Arten  kaum  zulässig  erscheint. 

5.     OR^IXHOCiAIilJIfl.     rOGXiXiMlIiCB. 

^l^•^■.    Gen.    n.  418.    Art.    ansgescbl. 

GesclilecLtsdecke  offen^  oline  Honiffhehällei'.  Bliitensfiele 
uiigegliedei'l.  Staubbeulel  aufliegend.  Griffel  ungellieilt,  INarbe 
stumpf.     Gesebl.  Syst.  VI.  1. 

3Iehrjalirigc  Kräuter  mit  schaliger  Zwiebel.  Blätter  wurzelständig, 
lineal.  Schalt  an  der  Spitze  ährig- vielblütig,  seltener  doldentraubig- 
wenigblütig. 

•;•       Staubfäden    einfach. 

f.     O*  iiiiibellatiint»     JDoldenblütige   Vogelmilch, 

Biälter  lineal,  rinnig;  Blüten  doldeutraubig,  Fruchtstiele  sperrig  abste- 
hend,  halb  so  lang  als   die  Deckblätter  oder  kürzer. 

LiNN.  Sp.  pl.441.  Chi.  han.  557.  Koch  Svn.  II.  822.  Schk.  Handb. 
I.  T.91.     Jacq.  Fl.  austr.  IV.  t.  343.     Fl.  dan.  1. 1266.     Engl.  bot.  t.  1.30. 

In  Baumgärten  und  auf  grasigen  Plätzen,  auf  humosem  Boden,  in  der 
INähe  von  Ortschaften,  hier  und  da,  verwildert. 

Schaft  6  —  8"  hoch.  L  niere  Blülensliclo  lerlängert,  Blüteu  aussen  grün  mit  häutigem, 
weissem    Bande. 

ff       Äussere    Staubfäden    oben    ^-spitzig. 

«.    O.  nutans.    NicTeende  Vogelmilch,    Blätter  lineal; 

Blüten  in  sciilaÜer,  einseitweudiger  Traulie,  hangend. 

LiNN.  Sp.  pl.441.  Chi.  han.  557.  Koch  Syn.  II.  822.  Fl.  dan.  t.  912. 
Engl.  bot.  t.  1997.     Myogalum  nutans   Link  Handb.   I.  164. 

In  Baumgärten  und  auf  grasigen  Plätzen,  auf  humosem  Boden,  in  der 
INähe  von  Ortschaften  hier  und  da,    verwildert. 

Schaff  1  —  1'/./  hoch.  Blülensticlc  kurz  mit  weisshäuligem  Deckblatt;  Blüten  »cias, 
ä.isserlich    grün    mit    neissem    Rande. 

6.    GACiEA.     GOIinSTMBN, 

Sai.ISH.    in    Ann.    of   bot.    II.    .S.J.S. 

Gescblecblsdeclic  gespreizt,  ebne  llonigbebaltei;  Slaub- 
beulel  an  der  Basis  befestigt,  aufreebt.  Griffel  ungetbeill.  IXarbe 
3- kantig.      Gesebl.  Syst.  VI.  1. 


572  I.II.IACEAE.  «agea. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  schaliger  Zwiebel.  Blätter  wurzelständig. 
Stengel  schattartig,  Blüten  dohlentrauhig,  gelb  mit  grünem  Uüchenstreif. 
Untere  Dechhlätter  stengelhlattartig,  folgende  sehr  viel  hleiner  und  schmäler. 

1.  C:.  lutea.  Wraia-  Goldstern.  Ein  lincnles  Blatt,  nach 
unten  allmälig  verschmälert,  schwach  3-kielig,  mit  stuniider  kappeii- 
artiger  Spitze;  untere  2  Deckblätter  fast  gegenständig,  so  lang  als  die 
Doldentraube;   Blütenstiele  kahl;  Blütenabschnitte  länglich,  stumpf. 

G.  lutea  Schult.   Syst.  vcg.  VII.  548.      Koch   Syn.   II.  825.     Ornitho- 

galuni  luteum  LiNN.  Sp.  pl.439.  Fl.  suec.  106  (na.l.  Ausweise  ,on  EHR.IART  ... 
I>lNNEs    Zeit   zu    Upsala    eingelegter   Eiemplare).        Chi.     han.    555.        l'-STER!    Alinal. 

St.  XI.  T.  1.  F.  1.     Engl.  bot.  t.  21.     O.  sylvaticum  Pers.  in  Isteri  das.  7. 
In    Hainen   und  Waldungen,    auf  frischem   schattigem  Boden,    häufig. 
Mai.  —    Juni. 

Zwiebel  einzeln.  HoIic  6  —  8".  Blliller  etwas  rinnig,  3  —  4'"  lireil.  IJol Jentraube 
meist  '2  —  3 -Mutig.  —  Die  Deckblätter  >on  den  mehrsten  Scbrirtslcllern  liabl  angegeben, 
sind  in  der  Regel  mit  zerstreuet  siebenden,  zarten,  llockigen  Uarcbcn  am  Itaude  verseben, 
welcbes    aucb   bei    der   folgenden    Art    der   Fall    ist. 

«.   Ci.  iiratensis*    W^iesen- Goldstern,   Ein  lineales  Blatt, 

nach  unten  verschmälert,  mit  scharfem  Kiel  und  allmälig  zulaufender 
Spitze;  untere  2  Deckblätter  fast  gegenständig,  so  lang  als  die  Doldeu- 
traube;  Blütenstiele   kahl,    Blütenabschnitte  länglich -lanzettförmig. 

Schult.  Syst.  veg.  VII.  536.  G.  pratensis  (n.728.)  Beichenb.  PI.  exe. 
107.  G.  stenopetala  ß.  pratensis  Kocii  Syn.  II.  823.  Ornithogalum  pra- 
tense  Pers.  in  Usteri  Ann.   St.  XI.  8.  T.2.  F.  I.     Chi.  han.  555.     Fl.  daii. 

t.2225.  O.  Stenopetalium  Fr.  IXoV.  11.  suec.  Ed.  II.  87  (»enu  das  untere  Deck- 
blatt  etwas    schmaler   ist;     vcrgl.    A.5.    welche    auf   gleiche  Weise   variirl). 

Auf  Wiesen,  Weiden  und  Grasängern,  seltener  auf  Äckern,  auf  bu- 
llösem  Lehmboden,   sehr  häufig.     April. —    Mai. 

Zwiebel  an  beiden  Seilen  mit  einer  wagereebl  anhängenden  Tocblerzwiebel.  Höbe  4  —  Ö". 
Blüller    nach,    "i— 2'//"    breit.       Doldenlranbc    meist    3  —  .5  -  bli.lig. 

Vi.  im.  ai'»ensiS.  ^Clcer- Goldstern.  Zwei  schmal  lineale 
Blätter,  nach  unten  versdimälert,  rinnig  mit  stumpfem  Kiel,  oben  zurück- 
gekrümmt;  Deckblätter  gewimpert,  untere  2  wechselständig;  Stiele  der 
vielblütigen  Doldentraubc  dicht  zarthaarig;  Blütenabschuitte  länglich- 
lanzeltlich,   zugespitzt. 

Schult.  Syst.  veg.  All.  547.  Koch  Syn.  II.  823.  Ornithogalum  ar- 
vcnse  Pers.  in  l  steri  Ann.  St.  XI.  8.  T,  1.  F.  2.  Stürm  Deutschl.  Fl. 
O.  12  (O.  miniiniim). 

Auf  Äckern,  an  Aekerrainen  und  V^'egen,  auf  sandig- lehmigem  und 
sandigem   Boden,  häufig.     März,  April.  —    Mai. 

Zwiebel  mll  einer  anlieo-endeii  Tochterzwiebel  in  gemeinschaftlicher  Hülle.  Hube  2 — 4". 
Doldentraubc    6-,    8—  10-blutig. 

•4.    O.  .«^axatili;«.    Felsen.  Goldstern.    Zwei  fadenförmige 

Blätter,  halbrund  und  schwaciirinnig,  oben  zurückgebogen;  untere  2—3 
Deckblätter  wechselständig  hcrabgerückt ,  meist  blütenlos,  lanzettlich, 
zugespitzt  oder  fadenförmig  verlängert  und  nebst  dem  Stengel  zarthaarig; 
Abschnitte   der  meist  einzelnen   Blüte   länglich -lineal ,   stumpf. 

Koch  in  Schult.  Syst.  veg.  VII.  5.jO.  Syn.  II.  824.  G.  arvensis  sub- 
uniflora  Beichenr.  Fl.  exe.  108.  Ornithogalum  fistulosum  Wallr.  Sched. 
crit.  140. 

An  feuchten  Felsen,  im  südlichsten  Theile  des  Gebiets,  stellenweise 
Pr.  Quedlinburg  an  den  Weinbergen,  Klus,  hinter  den  Bergen,  Halle: 
zwischen  Giebichenstein  und  Trotta,  Galgenberg,  Felsen  au  der  Saale, 
in  der  TSähe  der  Papiermühle  bei  Kröllwitz,  Felsen  bei  Ilohentburm  und 
Landsberg,  Wettin,  AscUcrslcben  nach  Westorf  und  Welbslebeii  zu). 
März.  —    Juni. 


Scilla.  I.IIilA€EA£.  573 

Zwielieln  "J  in  gciueinscLartlicLrr  Hülle.  Höhe  1  —  3".  FriicLtknoten  langlleli  -  umge- 
liehrteifoimig.       Ändert    in    Zalil    iler    IJlufenaliscliniHe ,    FrncLlkuoten    un.l    Griftel    vielfacL    ab. 

ö.    Ci.  minima.     Kleiner  Goldstern.     Ein  schmal  hin- 

zettlicb-linealcs  Blatt,  nach  unten  ladlich  zulaufend,  schwach  linnig, 
lang  zugespitzt;  unteres  ücchhlatt  heiahgeiiiclit,  lanzettlich,  mit  schei- 
diger Uasis  den  Stiel  der  Doldentrauben  umfassend  und  so  lang  oder 
langer  als  diese,  obere  Deckblätter  lineal -borstenförmig  und  sehr  kurz; 
Blütenabschnitte  lineal -lanzettlich,  zugespitzt. 

Schilt.  Syst.  vcg.  \1I.  539.     Koch  Syn.  II.  824.     O.  minimum  Linn. 

Sp.  pl.440.  Fl.  Suec.  107  (naoh  Ausweise  von  EllRIIART  zu  LlKNE  s  Zeit  za  tpsala 
eingelegter  Eiemplare).  StlRM  Dcutschl.  Fl.  H.  28  (O.  Sternbergü;  kleinere, 
schmälerblalterigc    Form). 

In  Hainen,  zwischen  Gebüsch,  auf  magerm  schattigem  Boden,  im  süd- 
lichen und  mittlem  Theile  des  Gebiets,  ziemlich  häufig.    April,  Mai  —  Juni. 

Zwiebeln  "i  in  genieinscbaftlicher  Sehale.  Höhe  3  —  ^" ■  Allen  Tbeilen  nach  fein  und 
schmächlig.  —  Das  äussere  oder  untere  Deckblatt  bald  "i'/j  —  '^"'  ^'"^  (*"  namentlich  an 
den    tpsala'schcn    Exemplaren),    bald    nur    1'"   breit. 

6.    G.  spatliacea.     Scheidiger  Goldstern.    Zwei  sehr 

schmal  lineale  Blätter,  fast  llach,  nach  unten  fädlich  zulaufend,  oben 
lang  zugespitzt;  unteres  Deckblatt  herabgerücht,  mit  breit  lanzettlicher 
Basis  scheidig  den  Stiel  der  Doldentraube  umfassend  und  länger  als  diese, 
obere  Deckblätter  lineal -borstenförmig  und  sehr  kurz;  Blütenabschnitte 
länglich,  stumpf. 

ScHiJLT.  Svst.  veg.  yil.  541.  Roch  Syn.  11.824.  Ornithogalum  spa- 
thaceum  Hayne  in  Usteri  Annal.  St.  XXI.  11.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.27 
(O.  Haynii).     Fl.  dan.   t.  612  (O.  minimum). 

In  Ilainen  und  Waldungen,  auf  feuchtem,  nassem  oder  sumpfigem 
Boden,  mit  Ausnahme  des  süd- östlichen  Gebietstheils,  wo  die  Pflanze 
südlich  des  Uarzes  nicht  mehr  vorkommt  oder  selten  ist,  häufig.  April, 
Mai.  —    Juni. 

Zwiebeln  2  in  gemeinschaftlicher  Sriiale.  Von  G.  minima,  ausser  durch  die  angegebe- 
nen Charaktere ,  durch  eine  Höhe  von  ü  —  8"  und  die  längern  genau  gleichbreitcn  Blätter 
zu    unterscheiden. 

Bemerk.  Es  ist  für  den  IVichtkenner  irre  führend,  wenn  in  den  Diagnosen  der 
Schriftsteller  bald  nur  eins  der  einem  jeden  Blütenstielchen  zukouiuienden  Deckblüttcr  berück- 
sichtigt und  als  iolium  floreale  solitarium  angegeben  wird  (G.  minima,  G.  spathacea) ,  bald 
zwei  derselben  (G.  lutea  etc.),  und  wenn  wieder  bei  andern  Arten  diese  Deckblätter  als 
Stengelblätter  aufgeführt  werden  (G.  saxalilis).  Die  Zahl  der  Deckblätter,  von  denen  die 
äussern  oder  untern  durch  ihre  stärkere  Ausbildung  von  den  Innern  oder  obern  sich  unterschei- 
den, ist  stets  der  Zahl  der  Blüten  analog.  Sie  ist  um  einige  geringer  als  diese,  weil  eins 
oder    das    andere    der   obersten    Blüten    nicht    zur    Eutwickelung    gelangt. 

'S.     ll^CIIiliA.     MJEMRIiWEMBJEIi. 

I.IIVN.    Gen.     n.  419. 

Gesclilechtsdecfce  offen  oder  fast  gloekiff,  ohne  Honigbehäl- 
ler.  Staubbeutel  auflieffend.  Griffel  ungelheilt^  l>arbe  stumpf, 
Geschl.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  schaliger  Zwiebel.  Stengel  schaftartig.  Blu- 
ten in  lockern  Trauben,    mit  oder   ohne  Deckblätter,    blau  oder  Aveiss. 

"1.     S.  amoeiia.    Schöne  Meerzwiebel.     Schaft  kantig, 

meist  4-blättrig,  Blätter  lineal,  kappenförmig- stumpf;  Blütenstiele  von 
häutigeu  Deckblättern  unterstützt. 

LiNN.  Sp.  pl.443.     Koch  Syn.  II.  825.     Jaco.  Fl.  austr.  III.  t.  218. 

Im  Walde,  auf  frischem  schattigem  Boden,  nur  Pr.  bei  Wallbeck  am 
östlichen  Harze,  wahrscheinlich  verwildert  und  jedenfalls  die  ISordgrenze 
der  Gesammtverbreitung  erreichend.     April,  Mai. —    Juni. 


574  lillilACEAE.  AUium. 

Uülic  6  —  9".  nlülon  z.ti  .3  —  4  rnifernt  s-lclirnd ,  lilassl.laii  mit  Hflsscr  Basis  dor  AL- 
srbniUe.       Deckhlaller    sehr    lileln .    al.fallip.       IViid.llraiil.e    I.liiigcnd. 

*Ä.    S.  bifolia.     Xtveiblättrige  Meerzwiebel,     Schaft 

riiinl,  2-,  selten  3- hiattiig,  Blätter  ianzettlicli  -  liiienl,  nacL  oben  rinnen 
förmig  -  stielrund  :    Itlütcnstielc   ohne   Declählätter. 

LiN\.  Sp.  pl.443.     Koch  Syn.  II.  825.     Jaco.  Fl.  austr.  II.  1. 117. 

In  Wahlern  und  Gebüschen,  auf  luimosem  feuchtem  Boden,  die  ]>iord- 
grenze  der  Gesanimtverhreitung  erreichend,  sehr  selten  und  vielleicht  nur 
verwildert  {Pr.  BIcicherode,  hei  Weisscnfels  nnmittelhar  liintcr  Leislin- 
gen  linlss  vom  Wege  nach   Schönhurg).     März.  —    Mai. 

IIölic  4  —  6".  Dliiten  m  3 — 10,  etwas  über  hall,  so  gross  als  die  der  A.  1.,  gc- 
siitligf    uolothlaii.       FriichtlraHl.e    uicliciid. 

ÖJeonomiSCheS»     Beide  Zierpflanzen  der  Gärten 

8.     AlililUJfl.     XiA-tTCMt, 

LINN.    Gen.    n.  409. 

^  Geschlecbtstlcclie  glockig  oder  offen.  Stauhfädeii  pfrieinlieli, 
mit  der  Basis  der  Geschlechtsdecke  mehr  oder  weniger  zusam- 
menhängend. Staubbeutel  aufliegend.  Kapsel  3-,  selten  1-fä- 
cherig.     Gesehl.  Syst.  VI.  1. 

31ehr jährige,  stark  riechende  Kräuter  mit  schaliger  ZwieJii^l,  schaft- 
artigem, bald  nacktem,  bald  mehr  bald  weniger  mit  Blättern  bekleidetem, 
festem  oder  hohlem  Stengel.  Blätter  stielrund,  halbstielrund  oder  flach, 
oft  theilweise  oder  ganz  hohl.  Blüten  gestielt,  in  Dolden  zusammenge- 
häuft, die  aus  einer  häutigen,  welkenden  Blütenscheide  hervortreten  und 
häufig  sitzende  Zwiebelchen  tragen.  Blütenstielc  von  Occkidättchen  un- 
terstützt. 

1.     A.  iirsiniiiti.    Bärenlauch*    Schaft  nackt,  stumpf  3- 

kantig;  Blätter  lang  gestielt,  elliptisch-lanzettförmig,  Dolde  locker,  fast 
flach,   Staubgefässe  kürzer  als  die  langgestieltc  Geseiilechtsdecke. 

LiNN.  Sp.  pl.  431.  Chi.  hau.  .^O.  Koch  Syn.  II.  826.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.41.     Fl.  dan.  t.  757.     Engl.  bot.  1. 122. 

In  Waldungen  und  Ilainen,  auf  hninosem  feuchtem  und  schattigem 
Boden,  häufig.     April  bis  Juni.  —    ,Iuni,  Juli. 

Srhalt  1  —  1 1/2'  hoch.  Dolde  5— 10  Mutig,  kapsellragcnd.  ISliiteii  «eiss.  Kapsel 
l-faeherig. 

H»    A.  aciitansiilunt»    Kantiges  Etauch.    Schaft  nackt, 

nach  oben  kantig;  Blätter  schmal  lineal,  llacli,  nach  unten  bald  mehr 
bald  weniger  gekielt;  Dolde  gewölid,  Staubgefässe  so  lang  als  die  Ge- 
schlechtsdecke. 

ScHRAD.  im  gött.  bot.  Gart.  Willd.  Enum.  hört,  berol.  Suppl.  16. 
Chi.  hau.  551.     Koch  Syn.  II.  828. 

b.  fallax.     Staubgefässe  länger  als  die  Geschlechtsdccke. 

A.  fallax   Don.  Monogr.  AH.  61.      Koch  das.      A.  angulosuni    Jaco. 
Fl.  austr.  V.  t.  423. 
Auf  W^ieseii,   auf  feuchtem  oder  nassem  Boden;   b.  auf  grasigen  Hü- 
geln nnd  Felsen,  im  ganzen  östlichen  Theile  des  Gebiets  ziemlich  häufig. 

Wiirzelslorli  »agerecht.  Zwiebeln  diesem  aufgewachsen.  Schan  1  —  l '/./  hoch.  Blätter 
•2'"  breit.  Dolde  kapscltragend.  Blüten  rosenroth.  Die  Spielart  8  —  10"  hoch,  Blätter 
Vj.J"  bielt,    Staubgefässe    '/a  — '/■,    '»"ger   «Is    die    Geschlceblsdecbe. 

Bemerk.  Conslante  Verschiedenheiten  ,  welche  dam  berecbligtcn,  obige  beiden  For- 
luen  als  Arten  zh  trennen,  habe  ich  so  wenig  wie  DÖI.L ,  der  beide  schon  vereinigt,  finden 
können.        Wenn    nun    übrigens   JACQ.    Abbildung   zu    einer   Diagnose    citirt    wird,     worin    folia 


Allium.  I.Il.lAeEAE.  575 

plana  ecarinata  angegeben  wciilcn  ,  «ie  <Iic  Diagnose  von  A.  fallax  besagt,  so  widerspricLl 
(lies  suHolil  der  AMiililnng  als  Besclireiluing.  Jene  zeigt  5  —  G,  gegen  tlic  Basis  hin 
ilureligcselinillene    BUtter,     y-eel;ig    niil    sriiarfeni    Kiel,     und    in    lel/.tcier    lieisst    es:     »Folia 

3.    A.  oleraceiiiii.    Gemeines  JJauch»    Schaft  his  gegen 

die  Mitte  von  Blattscheiden  bedeckt,  rund;  Blätter  iineal ,  rinnig,  gegen 
die  Spitze  llach,  unterseits  vielstreifig;  eine  Klappe  der  Blütenscheide 
lang  geschnäbelt;  Staubgefässe  kürzer  als  die  stiinipl'cn  oder  spitzlichen 
Abschnitte  der  Geschlechtsdeckc. 

Lina.  Sp.  pl.  429.  Chi.  han.  553.  Koch  Sjn.  II.  831.  Reichenb.  PI. 
crit.  t.  415.     Fl.  dan.  t.  1456.     Engl.  bot.   t.  488  anel.  t.  1658  (A.  carinatum). 

Auf  Äckern,  Triften,  an  grasigen  Plätzen  und  zwischen  Gebüsch, 
auf  kalkhaltigem  Boden,  ziemlich  häufig  eingebürgert.  Juli,  August. — 
September. 

Sehaft  l'/ä  — 2'  lioeb.  Blätter  so  lang  oder  länger  als  der  Scliaft.  Dolde  kapsei-  und 
zwiebellragend.  Blülen  auf  langen,  beugigen  Stielen.  Gesebleebtsdecke  gclblicb»  eiss  oder 
rothlich,  mit  rolblieben  oder  grünlicben  I.bngsslreilen.  —  Yarilrt  luit  boblen  Blättern  (A. 
oleraeeum  Engl.  bot.  t.  488.)  nnd  mit  Blutcnscbeidenblappen ,  an  denen  beide  gleicbniässig 
verlängert   sind. 

. '  4.    \,  carinatum.    Geleieltes  JJauch,    Schaft  bis  gegen 

die  Mitte  von  Blattscheiden  bedeckt,  run<l,  Blätter  Iineal,  rinnig,  gegen 
die  Spitze  flach,  unterseits  mit  3  —  5  etwas  vortretenden  Streifen;  eine 
Klappe  der  Blütenscheide  lang  geschnäbelt;  Staubgelasse  zuletzt  doppelt 
so  lang  als  die  stumpfen,  an  der  kappenförmigen  Spitze  etwas  ausge- 
randeten  Abschnitte  der  Geschlechtsdeckc. 

LiNN.  Sp.  pl.  426.  Koch  Syn.  II.  832.  Fl.  dan.  t.  2109.  A.  flexum 
Walbst..  et  Kit.  PI.  rar.  Hung.  III.  307.  t.  278. 

Auf  Äckern  und  Hügeln,  auf  sandigem  Boden,  nur  im  nördlichsten 
Theile  des  Gebiets  (JLfc.  an  der  Elbe — ;  Hl.  Ottensen,  Apenrode).  Juni, 
Juli.  —    August,  September. 

Dem  vorigen  sebr  nabe  stebend.  Sebaft  1  —  l'/j'  bocb.  Blätter  sebmälcr  als  an  jener. 
Dolde   kapsel-    nnd    zwiebellragend.       Gesebleeblsdeobe    gleiebniässig  blasslila. 

5»  A*  sibiriciini.  Sibirisches  MJauch»  Schaft  am  un- 
tern Theil  beblättert,  stielrund;  Blätter  Iineal,  halbrund,  röhrig,  gegen 
die  Spitze  flach;  Blütenscheide  so  lang  als  die  kugelige  l>olde;  Abschnitte 
der  Geschlechtsdeckc  länglich -lanzettlich  mit  verschmälerter  umgebogener 
Spitze. 

LiNN.  Mant.  562.  Chi.  han.  552.  Reichenb.  Fl.  sax.  78.  Gmel.  Fl. 
sib.  I.  t.  15.  f.  1.  Murr,  in  INov.  coinment.  Gott.  1775.  t.  4.  A.  Schoeno- 
prasnm  ß.  alpinum  Koch  Syn.  II.  833. 

Am  Eibufer,  im  aufgeschwemmten  Sande,  cinständig  aber  schaaren- 
weis  eingebürgert  (Iln.  Vietze,  zwischen  Barförde  und  Hohnstorf,  zwi- 
schen Hohustorf  und  Artlenburg  — ;  Mk.  Kaltenhof).  Juni,  Juli.  — 
August,    September. 

Stengel  l'/j  — -'  bocb.  Blätter  so  laug  als  der  Sebaft,  3"'  breit.  Dolde  l'/j"  im 
Durebmesser    baltend  ,    bellpfirsicbbliilenrotb ,    stark    glänzend. 

IS*    A^  ^»clioeiioprasuni«     Schnitt-  IJauch»    Schaft  am 

untern  Theil  beblättert,  stielrund;  Blätter  stielrund,  röhrig;  Blüten- 
scheide so  lang  als  die  kugelige  Dolde;  Abschnitte  der  Geschlechtsdecke 
lanzettlich,  spitz. 

LiNN.  Sp.  pl.432.  Chi.  han.  .5.52.  Kocn  Syn.  II.  832.  Schk.  Ilandb. 
I.  T.91.     Fl.  dan.  t.971.     Engl.  bot.  t.2441. 

Auf  Mauern  und  an  Wegen,  in  der  ]\ähe  von  Ortschaften  hier  und 
da,  rasenartig  wachsend  verwildert.     Juni  bis  August.  —    Seplember. 

Stengel  ü  — 8"  bocb,  Blatter  ^4  —  1'"  breit.  Dolde  8—10'"  im  Durebmesser  bal- 
tend,   plirsiebblütenrotb,    stark    glänzend. 


576  lillilACEAE.  Aiiium. 

f-f      Innere   .'J    Staubfäden    zu    l.ei.len    Scil.-n    der    Basis    mit    einem    »tnmpt'en 
zaiinartigen    Ansatz    versehen. 

"J.    A.  strictiini.    Netxschaliges  JJauch,    Zwiebclliäute 

netz -faserig;  Schaft  unten  von  Itlattselieiden  Jn-deckt,  stielrund;  lilätter 
lialhi'untl,    nuten  rinnig;    Dolde  lialbkugclig,   diclitblütig. 

ScHRAD.  Hort.  Gott.  1.  7.  t.  1.  Chi.  han.  551.  Kocu  Syn.  II.  629. 
Reichenb.  PI.  crit.  V.  t.  405. 

An  Basaltfelsen,  in  sonniger  trockener  Lage,  nur  Bs.  an  den  steilen 
felsigen  Ahhängen  des  Bielsteins  zwischen  Alhungen  und  dem  Meissner 
und  am  Goldherge  zwischen  dem  Bielstein  und  dem  Schlosse  Fürsten- 
stein, im  J.  1815  vom   V<!rf.  entdecht.     Juli.  —    September. 

Zwiebel  lünglicli ,  von  liänfigen,  im  Aller  in  steife  netzartige  Fasern  sieli  anflösenilen 
Schalen  eingeselilossen.  Schaft  1'  hoch  ,  steif  aufrecht.  Blätter  2  —  3,  kürzer  als  der  Schaff, 
2  —  -V'^'"  '"'<'''•  halbrund,  stumpf  gegen  die  Basis  verschmälert  und  riiinig,  häutigen,  den 
Stengel  2 — -3"  hoch  einsehliessenden ,  oben  geradlinig  gestutzten  Scheiden  aufsitzend.  Blü- 
tenscheide 2  -  klappig  ,  kaum  so  lang  als  die  BlUtenstiele.  Dolde  kapseltragend.  Ge- 
schlcchtsdecke  blasspurpurn,  Abschnitte  l.TnglJch,  stumjillich.  Staubgcfässe  so  lang  als  diese, 
Träger  der  innern  3  etwas  längere  und  breitere,  an  der  Basis  mit  einem  kurzen  Zahn 
versehen.  Kapsel  3-fächerig,  Fächer  2  -  sämig  ,  Samen  länglich  zusammengedrückt- 3  -  eckig, 
schwarz. 

.J.-J.f      Innere   3    Staubfäden    3-spitzig.       Staubbeutel    auf   der    mittlem 
Spitze    befestigt. 

*  8.    A.  rotundiini.     Gerundetes  JKJauch,    Mehrere  von 

einer  gemeinschaftlichen  Schale  eingeschlossene  Zwiebeln;  Schaft  bis  zur 
Mitte  beblättert,  stielrund;  Blätter  lineal,  llach,  Dolde  mit  sehr  kurzem 
seitlichem  Blütenstiele  laigelförmig;  Staubgcfässe  kürzer  als  die  aussen 
schärflich  punctirten  Absciniitte  der  Geschlechtsdecke. 

LiNN.  Sp.  pl.423.  Koch  Syn.  II.  830.  A.  ampeloprasum  Waldst.  et 
Kit.  n.  rar.  Ilung.  I.  84.  t.82. 

An  Hügeln,  an  Weinbergen  und  auf  Äckern,  auf  dürrem  sonnigem 
Boden,  im  südlichen  Thcile  des  Gebiets,  die  INordgrenze  der  Gesammt- 
verbreitung  in  Schw.  erreichend,  selten  eingebürgert  (Pr.  Weinberge  an 
der  Henne  bei  Naumburg,  Vl\-inberge  bei  Frciburg,  Steinklippen  bei 
Wendelstein,  Schmon;  Schiv.  Sondershausen,  Frankenhausen).  Juli, 
August.  —    September. 

Schaft    1'/.,  — 2'    bocb.       Dolde    dicht,    kapseltragend.       Blüten    vioictpurpurn. 

9.  A.  spliaeroceiilialnni.    JlugelTcöpßges  Iiauch, 

Mehrere  von  einer  gemeinschaftlichen  Schale  eingeschlossene  Zwiebeln; 
Schaft  bis  zur  Mitte  beblättert;  Blätter  halbstielrund,  tief  rinnig,  hohl; 
Dolde  kugelförmig,  Staubgcfässe  doppelt  so  lang  als  die  aussen  glatte 
Geschicchtsdecke. 

LiNN.  Sp.  pl.426.  Koch  Syn.  II.  831.  Gaud.  Fl.  helv.  II.  t.31.  Fl. 
dan.  t.2111. 

Auf  Äckern  unter  dem  Getreide,  auf  magerm  Boden,  im  südlichen 
und  mittlem  Theile  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung 
erreichend,  selten  eingebürgert  {Pr.  zwischen  Alsleben  und  dem  Yor- 
■werke  Zeitz,  bei  Aschersleben — ;  flu.  bei  Ilunteburg  am  Stämmerberge, 
hier  häufig).     Juni,  Juli.  —    September. 

Schaft  1  —  1'/.,'  hoch.  Blätter  bisweilen  nach  unten  zu  hohl.  Dolde  kapseltragend, 
bald    grösser   und    gedrängtblütig ,    bald    kleiner   und    lockcrblütig.       Geschicchtsdecke   purpurn. 

10.  A.  vineale.     JW^einhergs .  JJauch,     Schaft  bis  zur 

Mitte  beblättert;  Blätter  stielrund,  schmal  rinnig,  hohl;  Klappen  der 
Blütenscheide  aus  breiter  Basis  in  eine  pfriemliche  Spitze  verschmälert, 
Staubgcfässe  dojipelt  so  lang  als  die  Geschicchtsdecke. 

LiNN.  Sp.  pl.428.     Chi.  han.  553.     Koch  Syn.  11.831.     Reichenb.  PI. 


Endyniioii.  lillilACEAE.  577 

<iit.  \.  t.  404.  Fl.  claii.  t.:2227.  Engl.  hot.  t.  1974.  A.  aicnaiium  Lina. 
Fl.  siiec.  104. 

Auf  Acker»,  Gartenläiulern  und  "V^'^einlu'rgcn,  auf  sandigem  Roden, 
ziemlich  liüufig  eingebürgert.     Juni,  Juli.  —    August. 

Schaft  l'/a  — 2'  liocli,  .lünn  und  sol.lank.  Dolile  hloiii,  z»  iel>ellrjgen<I ,  .lle  wenige. 
BJiiten    lang    gcsliclt,    pnrpnrn. 

II.    A.  Scorodoiirasuin.    Schlang en.Iiauch,    Schalt 

Ins  zur  Mitte  hchlättert;  Blatter  hreit  lineal,  flach,  am  l'.an.le  scharf; 
Blutenscheide  2  —  3-lilappig,  last  so  lang  als  die  Dolde,  Stauhgctasse 
kürzer  als  die  Geschlechtsdcche,  hcuteltragende  Spitze  der  Träger  kür- 
zer als  die  pfiienilich  verlängerten  seitlichen. 

LiNN.  Sp.  pl.425.  Chi.  han.  5.52.  Koch  Syn.  II.  831.  Hall,  in  Bipp 
Fl.  Jen.  t.  IL  f.  2.  Fl.  dan.  t.  290  u.  t.  1455.  A.  arenariuni  Sm.  Fl.  hril. 
I.  a56.     Engl.  l.ot.  t.  13.58. 

Zwischen  Gebüsch,  in  '\^'^äldern  und  an  \^^ildrändern,  im  östlichen 
Gebietstheile  häufig,  gegen  Westen  abnehmend.    Juni,  Juli.  —  September. 

ScLaft  2  —  3'  liocIi.  BLitlor  4'"  lircif,  unfer  iler  I.oiij.e  am  RanJe  «liclit  mit  .lureli- 
scheinenden  Zalioclien  besetzt.  Blüten  dnnkeljinipurn.  —  Die  kurzen  Klappen  der  ßliiten- 
srheide  eirund  (iric  saraiiitlicbe  eitirten  Aliliildungen  sie  angeben),  spitzlieb  oder  stumpf, 
wäehst  bisweilen  in  2  —  3"  lange  slielrnnde  Spitzen  aus  (so  bei  DOLI.  Übeln.  Fl.  196  n. 
Garcke   Fl.    V.   Halle   473). 

JPhamtacetitisch  -  Medicinisches,     Der  Saft  der  Lauch- 

arten ,  durch  ein  sehr  scharfes,  fliichtirjes ,  schwe feihalf itjes  Ol  ausrje- 
zeichuet,  wird  zum  officinellen  Gebrauch  meist  von  A.  sativum  tfenommen. 
iUeonomiSCheS»  Der  Gebratich  der  ^rt.  3.  u.  5.  als  Gewürz  au 
Suppen,  Gemüse  und  Salat  bekannt,  doch  uiird  in  der  Rerjel  die  culti- 
virte  Pflanze  dazu  benutzt. 

5.   Gruppe.      HEMEROCALLIDEAi:.      TAG»T.VMM]%i. 
GM  ITA  CM  SM. 

Gescblechtsdeckc  1 -blättrig,  6  -  spaltig.  Kapselfächer  wenigsamig. 
Samen  (bei  unsern  Arten)  mit  schwarzer  zerbrechlicher  Schale. 

9.     E^Dl^IfllOaf.     MJ¥IH[]IEI01lfK, 

DUMONTIER    Flor.    belg.    140. 

Geschlechtsdecke  glockig.  Abschnitte  zusammenhängend. 
Staubfäden  den  Abschnitten  unter  der  Mitte  eingesetzt  und"  her- 
ablaufend.    Samen  fast  kugelig.      Gcschl.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  schaliger  Zwiebel.  Stengel  schaftartig.  Blüten 
in  lockern  Trauben,  blau,   Blütenstielc  von  je  2  Deckblättern  unterstützt. 

1.     E.  iiutans.     NicTcende  JEndymione.     Blätter  breit 

lineal;    Traube  nickend,    Blüten  glockig -cylindrisch. 

DuMORT.  Florul.  belg.  140.  Koch  Syn.  II.  834.  Scilla  nutans  Sm.  Engl. 
Lot.  t.  377.  Agraphis  nutans  Link  Ilandb.  I.  166.  Reichenb.  PI.  crit.  I\. 
t.  833  (rotbblüiige  Spielart).     Hyacinthus  non  scriptus  LiMV.  Sp.  pl.  453. 

In  der  IVähe  von  Ortschaften  und  Gärten,  aus  diesen  entwichen  und 
daher  kaum  der  Flor  angehörig  (lln.  bei  Berum  und  dem  Schlossgarten 
von  Gödens  vom  Dr.  Lantzils- Beninga  angetrofl'en.  Unter  ähnlichen 
Verhältnissen  etwas  ausserhalb  der  Gehietsgrenze  in  Pr.  JV .  bei  Coesfeld 
durch  V.  Bönninghaüsen  beobachtet).     Juni,  Juli. — •    September. 

Zwiebel    rundlicb- eiförmig.       Schaft    1'   hoch.       Blüten    6—10,    bimgend,    gesättigt  blau. 

tO.     ITIlJSeARI.     BMSAJtrMEYACMJVTMX:. 

TOURNEF.    Inst.    347.    t.   180. 

Geschlechtsdecke  kugelig -eiförmig  oder  walzig  mit  veren- 


578  EiIIilACEAE.  Illuscitrl. 

wertem  Scliliiiulc  und  kurzem  6-zähiugen  Saum.  Staubgefässe 
der  Rühre   eingesetzt.        Gesclil.  Syst.  VI.  1. 

Jtlfbijjilnig«' Kräuter  mit  sclialig;er  Zwiebel.  Wurzelltlätter  Hneal.  Blü- 
ten  in  eiiilaciier  Traiil>e,   Utütenstiele  von  2   Üeclihl.ittern   unterstützt. 

1.  ]TI.  coinosnin.  fSchopJige  Bisamhyacinthe,  Blät- 
ter lineal,  rinnig;  Blüten  hantig- walzenlormig ,  untere  wagerecht  abste- 
hend, obere  schopliörmig  genähert,    aufrecht  und  unfruchtbar. 

MiLL.  Garteiilex.  n.2.  Willd.  Enum.  bort,  berol.  I.  378.  Chi.  ban. 
550.  Koch  Svn.  II.  834.  Ilvatinthus  comosus  Linn.  Sp.  pl.  455.  Jacq. 
Fl.   austr.  II.  t.  126. 

In  Wäldern,  Hainen,  Weinbergen  und  auf  Äckern,  auf  magerm  son- 
nigem Bodeu,  im  südlichsten  Gcbietstbeile  häufig,  die  ]\or(]grenze  der 
Gesammtvcrbreitnng  in  Pr.  bei  Quedlinburg  am  Steinbolze  erreichend. 
Juli,  August.  —     September. 

Scliaft  l  —  i'/i'  lioeh,  Blilter  kürzer  als  der  Schaft.  BlUre.i  Irüblilaii,  gegen  die  BasU 
und    Spitie   ol'uengrün.       Scliopriiliilen    geschlechtslos,     schün    blau    in    violet    übergehend. 

H,     ]?I.   racenioHiim»      JPraubige  Bisamhyacinthe, 

Blätter  lineal,  rinnig,  bogig  zurückgekrümmt ;  Blüten  eiförmig,  nickend, 
oberste  aufrecht  und  unfruchtbar. 

MiLL.  Gartenlex.  u  3.  Willd.  Enum.  bort,  berol.  I.  378.  Chi.  han. 
550.  Roch  Svn.  11.834.  Hvacinthus  raccmosus  Linn.  Sp.  pl.455.  Jacq. 
Fl.  austr.  II.  t.  187.     Kngl.^.ot.  t.  1391. 

In  Bergwaldungen  und  Hainen,  auf  humosem  Kalkstein  im  Unter- 
grunde führendem  Boden,  einsam  wachsend,  selten  und  immer  mehr  sich 
verlierend  (Pr.  W%;inbcrge  bei  Seeburg,  in  neuerer  Zeit  jedoch  vergeb- 
lich gesucht  — ;  Schw.  Steinthalleben,  Frankenhausen,  Kroll  bei  llon- 
stedt;  //«.  Forstwiese  im  Hohnsteinschen,  Göttingen;  Ruinen  der  Plesse, 
auch  dicht  über  Eddigehausen).     April.  —    Mai. 

Schaft  3  — •^"  hoch.  Blätter  schmal,  schlaff,  länger  als  der  Schaft.  lur  Blütezeit  an 
den  Spitzen  schon  absterbend,  Traube  gedrängt.  Blüten  schwarzblau  mit  bläulichem  Reif, 
wohlriechend. 

*  3.    M,  botryoides.    JPerlbiütige  Bisanthyacinthe. 

Blätter  lanzettlich  -  lineal ,  rinnig,  gegen  die  Basis  verschmälert;  Blüten 
kugelig- eiförmig,  überhängend,    oberste  aufrecht  und  unfruchtbar. 

MiLL.  Gartenlex.  n.  1.  Willd.  Enum.  bort,  berol.  I.  378.  Koch  Syn. 
II.  834.  Hyacinthus  botrvoides  Linn.  Sp.  pl.  455.  Stlrm  Deutschi.  Fl, 
II.  7.  .' 

In  Weinbergen,  auf  Äckern  und  Grasplätzen,  auf  magerm  sandigem 
Boden,  selten  (Pr.  Weinberge  bei  "V^^eissenfels,  Naumburg,  Burgwerben, 
Eulau,  an  der  Ilenne  — ;  Scliw.  Frankenhausen,  Sondershausen,  Schlot- 
heim— ;  3/A'.  Grabow,  Güritz,  Eldena,  Malck,  Konow — ).  April,  Wai. — 
Juni. 

Schaft  4  — 6"  hoch.  Blätter  aufrecht- abstehend  ,  straff,  kurzspilzig.  Blüten  klein,  hell- 
blau  mit  neisslichen   Zähnen. 

Ökonomisches.     Zierpflanzen  der  Gürten. 

€TI1.     COIiCHICEAK. 

Calchicaceae    DE    CaNH.    Fl.    fran^.    III.    192. 

Geschlechtsdecke  kronartig,  mit  6-lheiIigem  Saum  und  sehr 
langen  in  eine  Röhre  verwachsenen  INägelu.  Staubgefässe  6, 
den  Abschnitten  der  Geschlechlsdecke  eingesetzt;  Beutel  nach 
aussen  g:ewandt.  Fruchtknote^  frei,  3 -fächerig,  mit  3  GriflFeln. 
Kapsel  in  3  schlauchförmige  Tbeile  sich  lösend.     Samen  zahl- 


Colchicum.  COLCHICEAE.  579 

reich  aoi  innern  Winkel  der  Tlieilkapselii  hefesllfft,  Sainen- 
sehalc  (lünnhäutig.     heim  lui  rteischigeii  Eiueiss. 

Torkonimen.     Feurbtt-n  tiefginndigen  Bo.liii   lieJ.end. 

Gehalt.  In  der  Zwiebel,  deren  Hanjitniaxie  aiix  Sfärhe  besteht,  als 
ein  eifjentliiimliclies  Alkaloid  Coleliiiin. 

1.     eOIiTHICU]?!.     XMEVItOSm. 

Ll-NN.    Gen.    n.  4Ö7. 

Geschlechfsdecke  glockig- trichterföiiuig^  mit  veilän^eitei- 
Köhre.  ISfauhgefasse  iiher  dem  Schlünde  >inge.selz(,  Tiäffei- 
aussen  an  der  Basis  luit  einem  Honigmal.  Kapseltheile  innen 
unter  der  Spitze  aufreisscnd.     Geschl.  Syst.  VI:  3. 

Mehrjäluige  Kräuter  mit  dichter  zwiehellinolligcr  Wurzel ,  ul.geJjürz- 
tem,  unterirdischem  Schaft  und  lilüten,  die  sich  im  Herhst  .Tuf  kurzen 
unter  der  Erde  lileibenden  Blütenstielen  ent'vvielieln.  Wechselständige, 
an  der  Basis  seheidige  Blätter,  die  im  folgenden  Frühjahre  zugleich  mit 
der  Frucht  üher  die  Erde  sich   erheben. 

1.  C  autuninale.  IMerbst-Zeitiose,  Blätter  länglich- und 

Imeal -lanzettförmig,  gestreckt,  aufrecht  ^  äussere  Abschnitte  der  Ge- 
schlechtsdeche  umgebehrteirund  -  länglich ,  innere  schmäler;  Staubfäden 
abwechselnd  kürzer,  Narben  schwach   keulenförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.485.  Chi.  hau.  547.  Fl.  d.  Königr.  Hannor.  Beschreib. 
Abtheil.  III.  T.4.  Roch  Syn.  II.  83-5.  Sciik.  Handb.  I.  T.  101  En<rl 
bot.  t.  133.     IIayne  Arzneigew.  V.  T.45.  "  ' 

Auf  Wiesen,  auf  feuchtem  humoscm  Boden,  schaarenweise  häufio-, 
die  Nordgrenze  des  Vorkommens  in  JIn.  unter  52"  12'  in  der  Linie  vo^n 
Braunschweig,  Hildesheim,  Binteln  —  erreichend  und  am  ll;irze  bis  zur 
Höhe  von  1800'  gehend,  nördlicher  auf  den  Wiesen  in  HL  wieder  auf- 
tretend.    Ende  August  bis  Mitte  Octobers.  —    Jnli  des  folgenden  Jahrs. 

Zwieljcl  linollcnarlig.  mit  '2  Sfockknospen  verseLen.  Sclidfl  dem  olicrn  Ende  der  ZMiehe) 
glledarlig    eingesetzt,    zur  Dlülezeit   '2  —  3'"   lang   <ind    unterirdiscL ,    zur    Zeit    der   FriiolilreiCe 

8—12"  Jang,    stielruud.       Blätter  3,  4,    selten  .5,    innere  sriimaler.     Blüten  tranbig  zu  2 3. 

selten  1  oder  mehr  als  3,  auf  3—4'"  langen,  unter  der  Erde  l.leilien.Ien ,  Blütenslielen. 
Gesciilechtsdecke  p6rsichl)lütenfi.rl)en  mit  allasartigem  Glanz.  Slanlifäden  aussen  an  der  ge- 
srhivollenen  Basis  mit  einem  (bislier  übersebenen)  orangefarbenen  Honigmale,  dessen  Driiseu  einen 
gelb  gefärbten  Honigsaft  in  eine  flaumbaarige  Rinne  an  der  Basis  der  GescMeehtsdecke  absetzen. 

Bemerk.  Wie  mangelbaft  und  zum  Tbeil  unrichtig  der  Bau  und  die  I.el.ensokonomlc 
dieser  Pflanze  von  den  Schriftstellern  aufgefasst  wurden,  ist  aus  der  ausführlichen  Beschrei- 
bung und  den  gegebenen  Analysen  der  innern  Tbeile  in  der  Flora  d.  Königr.  Hannov,  zu 
ersehen. 

GM  WrjERBX.ICXJES. 

Pharntaceutisch. Medicinisches,      fVurzel,   blüien  und 

Samen  (Uadix,  Flores,  Semen  Colchici)  of'ficinell.  Anwendttnn  vor- 
sichtiif  in  Pulverform,  als  Vinuni  und  Acetuni  Colchici,  f/erjen  Brustbe- 
sehwerden,   ff'assersucht  U.Gicht,      tjbrifjens  ein  tödtlich  wirkendes  Gift. 

technisches,     Blüten  und  Blätter  enthalten  Fürbestoff. 

OlCOnomischeS,  Die  fVurzel  zur  Gewinnuntj  von  Stärkemehl 
anwendbar.  Den  im  Herbst  zum  Beweiden  benutzten  fT'iesen  wird  die 
schöne  Pflanze  ein  nachtheiliffcs  Unkraut.  Als  Zierpflanze  in  Gärten 
bildet  sie  mehrfache    f'arietäten. 

CTIII.     TERAXREAE. 

Aees    u.    EBERMATER    Handb.    I.     1.50. 

GescMeehtsdecke  tief  ß-theilig  mit  eingeschlagener  Knospen- 


580  TERATREAE.  Tofieldia. 

läge.  Sjaubgefässe  6,  selten  9,  den  Absclinitteii  tlerGeseblechts- 
tleeke  .einfi;esetzt;  Beutel  schildförmig  aufliegend  oder  nach 
aussen  gewandt.  Fruchtknote  frei,  3-fächerig,  mit  3,  selten  1 
Grift'el.  Kapsel  in  3  sclilauchförmige  Theile  sieh  lösend,  sel- 
ten eine  Beere. ^  Samen  am  innern  Winkel  befestigt,  Samen- 
sehale dünnhäutig.     Keim  im  fleischigen  Eiweiss. 

Torkoninieii.     Bodenvag  oder  l>alkliebend. 

Gehalt.  Giimmireieh.  In  den  fVurzeln  Stärke  und  als  Alhaloide: 
Jervin,  f'erafrin  und  Sabadillni.  In  den  Samen,  ausser  letztern  beiden 
Basen,  Öl,   Harze  und  fT'^achs  (Myricin).     In  der  Asche  vorzüglich  Kalk. 

1.     TOFIEIiUIA.     VOWlMXinEm. 

HUDS.    Fl.    angl.     \hl. 

deschleehtsdecke  tief  6-theilig,  offen.  Staubbeutel  auf  der 
Mitte  des  Kückens  befestigt,  beweglich.  Kapseltheile  innen 
unter  der  Spitze  aufreissend.  Samen  feilspanförmig.  Geschl. 
Syst.  VI.  3.       _ 

Melnjälirige  Kräuter  inii:  faseriger  W^urzel.  Blätter  grasartig.  Blü- 
ten in  Trauben  oder  Äliren,  selir  lileiu,  von  3  lileincn,  lielcliartig  vcr- 
waclisenen   Dectiblättclien  unterstützt. 

■f.    T.  calyciilata.    SumpJ"' Vojieldie,    Blätter  meistens 

wurzelständig,  liiieal,   spitz;    Blüten  ährig  an  der  Spitze  des  Stengeis. 

Wahlenb.  De  veg.  Helv.  68.  Kocii  Syn.  II.  837.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  78.  T.  palustris  Hoppe  und  v.  Sternb.  Dcnkschr.  1815.  T.  2. 
F.  k  — s.  Engl.  bot.  t.  .536.  Hebelia  allenianiiica  und  collina  Gmel.  Fl. 
liad.  II.  t.  1.  Antherlcuni  calyculatuni  a.  LiiXN.  Fl.  suec.  107.  Fl.  dan. 
t.  36. 

Auf  sumpfigen  und  torfigen  Wiesen,  im  südliehen  Gebietstheile,  die 
Nordgrenze  des  Vorliommens  in  Deutschland  erreichend,  selten  (Pr.  Halle: 
bei  Bückmarsdorf  in  der  IXähe  der  Chaussee  zahlreich,  zwischen  Nenis- 
dorf  und  Querfurt,  an  der  Benndorfer  Mühle  nördlich  von  Delitzsch). 
Juli,  August.  —    September. 

Wurzel  dick-  1111.1  wellaserig.  Stengel  (j  —  10"  Iiocli.  Blatter  welnervig,  Blütensflele 
selir  kurz,  an  der  Basis  mit  einem  einfachen  länglichen  und  unter  der  gelblichen  Blüte  mit 
einem    anscheinend   3 -lappigen   Deckblatte    versehen. 

R.  Br.    Prodr.    fl.    Nov.    Hall.    237. 

Blüten  mit  2 — 3  wechselständigen,  selten  1  Deckblättchen, 
zur  Spirre,  Trugdolde,  selten  zur  Traube  zusammengestellt 
oder  einzeln.  Geschlechtsdecke  tief  6-theilig,  iii  2  abwechseln- 
den Kreisen,  meist  spreuartig  und  bleibend.  Staubgefässe  (5, 
selten  3,  der  Basis  der  Abschnitte,  seltener  dicht  vor  diesen, 
eingesetzt.  Fruchtknote  frei,  3-fächerig  und  vieleiig,  oder  1- 
fächerig  und  3-eiig.  Griffel  einfach,  INarben  3  meist  fädlich, 
selten  1.  Kapsel  3  -klappig,  Klaijpen  in  der  3Iitle  scheidewand- 
tragend. Samenschale  häutig,  oft  schlaff.  Keim  im  fleischigen 
oder  knolligen  Eiweiss. 

l/orkomnien.  Dauernd  nassen  Boden  und  Säuregehalt  desselben  lie- 
bend, unter  diesen  Bedingnissen  fast  unabhängig  von  der  übrigen  Be- 
standmasse. 

Gehalt.  Nicht  hinreichend  bekannt.  In  der  Asche  von  J.  Gerardi 
hauptsächlich  I\ali ,  ferner  Kalk,  Chlor ,_  Kieselsäure,  Natron,  in  der 
Asche  anderer   ziemliche  Mengen  Mangan. 


Narthecium.  JUBfCEAEi  581 

1.     JVARTHEeilJ]?!.     BEIJVBRKCM, 

MülIRlNO    iu    EpLeiii.    nat.    curios.    1742.    389.    t.  .5.    f.  1. 

Geschlechtsdecke  6-theilig,  Stauhfäden  härlig.  IXarhe  1, 
3 -kantig.  Kapsel  3-fächerigj  vielsamig'.  Samen  beiderseits 
fadenförmig  zulanfend.      Geschl.  Syst.  VI.   1. 

Mehrjährige  Rriiuter  mit  kriochcii<!er  Wurzel.  Bliitter  grasartig,  schei" 
dig.      Blüten   in    endstiindigen   Trauiien. 

I.  I¥.  ossifragiini.  Gemeines  Beinbrech.  Wurzel- 
ständige  Blätter  schmal  lineal -sehvvcrdttormig,  Kapsel  zugespitzt,  länger 
als  die  Lleiliende  Geschlechtsdccke. 

HuDS.  Fl.  angl.  145.  Chi.  han.  554.  Roch  Syn.  II.  S35.  Engl.  bot. 
t.  53-5.     Anthericum  ossifragum  Linn.  Sp.  pl.  446.     Fl.  dan.   t.  4*2. 

In  Torfmooren  und  Heiden,  im  westliehen  und  nürdlieheii  Gehiets- 
theile  häufig  (Pr.;  Pr.  fV.;  Ol.;  Br.;  Hn.  Provinzen  Ostfriesland,  Hoya, 
"Verden,  Bremen  und  Lüneburg,  nord- westlicher  Theil — ;  iHA-.),  in  Süd- 
Osten  der  Linie  von  Osnabrück,  Celle,  Döniitz  —  nicht  mehr  vorkom- 
mend.    Juli,  August. —    September. 

Stengel  ansteigend,  6 — 10"  liocli ,  runil,  mit  knrzen  Sflieidenartigcu  liiatlerD  besetzt. 
Wurzelstandigc  Blätter  zweizeilig,  )iall>  so  lang  als  der  Stengel.  ner>ig.  Traube  länglicb, 
vielblütig.  Absebnitte  der  Gesebleebtsdecke  lineal  -  lanzettlicb,  gelb,  aussen  griingelb  ge- 
säumt.      Kapsel    |)iisniatiseh.    rotbbraun. 

«.     lillZUIiA.     MtAENBINSm. 

De    C.4ND.    Fl.    frnn?.    III.    1.58. 

Geschlechtsdecke  6-theilig.  Narben  3,  Kapsel  1 -faclierig, 
3- sämig.       Geschl.  Syst.  VI.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  einfachem  beblättertem  Halm  (itinst-nhalni). 
Blätter  grasartig,  flach,  mit  scheidiger  Basis.      Blüten  in  Spirren. 

1.  li.  pilOSa.  frühe  ßKainbinse*  Wurzelblälter  lanzett- 
förmig-lineal;  Spirre  einfach.  Äste  1 — 3- blutig,  nach  dem  Blühen  zu- 
rückgebogen, Abschnitte  der  Geschlechtsdecke  gleichmässig ,  kürzer 
als  die  Kapsel,    Samenschale  an  der  Spitze  sichelförmig  erweitert. 

WiLLD.  Enum.  bort,  berol.  I.  393.  Chi.  han.  571.  Koch  Syn.  IL  845. 
Juncus  pilosus  LiNN.  Sp.  pl.468.  Host  Gram,  austr.  HL  t.  100.  Engl, 
bot.  t.  736. 

In  lichten  Hainen  und  Waldungen,  auf  sonnigem  trockenem  Boden, 
sehr  häufig.     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Höbe  '/.j — 1'.  Blätter  beim  Ansbrueb  unten  wimpcrartig  langbcbaart,  Blüten  vor  Aus 
bildung  der  Blätter  sieb  ent«  iclielnd.  Kapsel  nmgekebrtbirnenförmig,  3-kantig.  Samen 
sebalc  mit  scbnabclformiger  Erweiterung  an  der  Spitze.  —  Variirt  mit  lauter  1 -blutigen 
Ästen,  ferner  mit  grossem  bis  10"  langen  und  4"'  breiten  Blättern,  eine  lorm ,  die  man 
bei  rcicber  Ausbildung  der  Spirre,  oberüäcblicb  betrachtet,  mit  der  folgenden  .irt  verwech- 
seln   kann. 

Ä.  li.  niaxlllia.  Grosse  Mainbinse.  Blätter  lineal -Lan- 
zettförmig; Spirre  mehrfach  zusammengesetzt.  Ästchen  meist  3- blutig; 
Abschnitte  der  Geschlechtsdecke  so  lang  als  die  Kapsel,  Samenschale 
anschliessend. 

De  Cand.  Fl.  fran?.  HL  160.  Chi.  han.  571.  Koch  Syn.  IL  845. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  36.  Juncus  maximus  Host  Gram,  austr.  HL 
t.98.  Fl.  dan.  t.  441.  J.  sylvaticus  Sm.  Fl.  biit.  I.  385.  Engl.  bot.  t.  737. 
J.  pilosus  ()'.  Ll^N.  Sp.  pl.468. 

In  Gebirgs-  und  Bergwaldungen,  auf  frischem  humushaltigcm  Boden, 
im  ganzen  westliehen  und  im  mittlem  Gcbietstheile  häufig,  süd- östlich 
des  Harzes  und  nord- östlich  jenselt  der  Linie  von  Bratinschweig,  Celle. 
Lüneburg  —  nicht  mehr  vorkommend,  im  nördlichsten  Theilc  des  Gebiets 
selten  (///.)•     Juni,  Juli. 


582  JUWCEAE.  Luzula. 

Hohl-  bis  'J'/j'  ■■'"^■''  ^'-  •"■■'tcr  ^ — Ö'"  lircit,  an  der  Basis  «iinpcrig  lang  behaart. 
Äste  der  off  8-racli  ziisjinnicngesciacn  Spirrc  wieder  spirrig  gellieilt.  Kapsel  ellijisoidisch 
mit    Sla(l.cli.p;i/.e.       Sinnen   Janglieli,    gebogen,    sliiniiif- 3  -  kantig. 

3.  li.  albida.    Weis*hlütige  Mainbinse,    Blätter  schmal 

liiieal;  Spiiie  iiu-lii  lacli  zusamineiigeselzt,  Ulütcii  zu  8  —  4  in  Köpfchen, 
AbÄthnitte  der  GescIilcchtsJcche  uiigleicli,    lihiger  als  «lie  Kapsel. 

Dt;  Cand.  Fl.  fraiic.  III.  159.  0hl.  han.  57-2.  Koch  Sjn.  II.  846. 
Jiincus  alhidus  Host  liiaiii.  aiistr.  III.  I.Ü5.  J.  iiiveus  Scuk.  Hantlh.  I. 
T.9S.     J.  pilosits  i.  LiNN.  Sp.  pl.468. 

In  Waldungen  und  Hainen,  auf  trocl.enem  sonnigem -Boden,  häufig. 
Juni,  Juli.  —    August,   September. 

Hohe  ly,  —  -'.  ßliilter  sehr  lang  ziigcs|.ilzt ,  stark  wimperig  behaart.  Blüten  weiss, 
bisweilen  in  biassrothelrolh  «hergebend  (Var.  rnbelL  Chi.  han.  d..s.).  Kapsel  seharf  3-Kantig- 
ellipsoidiseh. 

4.  li.  canipestris.    Gemeine  Mainbinse»  Blätter  lincal; 

Spirie  einfach,  Blüten  in  rundlich  -  eiförmigen  Köpfchen,  mittleres  Köpf- 
chen fast  sitzend,  seitliche  langgestielt;  Abschnitte  der  Gesclilechtsdecke 
länger  als  die  Kapsel,    Samenschale  unten  am  IVabel   erweitert. 

De  Cand.  Fl.  frane.  III.  Ißl.  Chi.  hau.  572.  Koch  Syn.  II.  847.  Fl. 
dan.  t.  1333.  J.  neinörosus  Host  Gram,  austr.  111.  t.  97.  f.  1.  J.  cani- 
pestris  f..  LiNN.  Sp.  pl.  468. 

b.  niultiflora.  nie  vielblütige.  Halm  höher;  Spirre  ^ielästig,  .4slc 
meistens  straff. 

Chi.  han.   das.     Luzula  niultiflora    Lejkun.  Fl.   d.   Spa  I.  169.      KocH 
das.     Sturm  Deutschi.  Fl.   11.77.     J.  iiemorosus  Host  das.  f.  5. 

c.  paHesceiis.  Hie  blasshlütige.  Halm  höher;  Spirre  wenigästig. 
Äste   hürzer,    Blüten   etwas  l;leiner,    strohgelb  oder  gclblichweiss. 

Chi.  han.   das.   (v.  floribus  albitlis).     Juucus  pallesccns  Wahlenb.   Fl. 

läpp.  87  (mit  unserer  Pflanze  völlig  tibereinslininiend).       J.  campestris  ß.  LlNN.   das. 

d.  sudetica.  nie  dunkelblütige.  Halm  mittelhoch;  Spirre  wenig- 
und  kurzästig,  Blüten  in  1 — 2  Köpfchen  zusammengedrängt,  schwärz- 
lichbrauii. 

L.  campestris  v.   alpestris    Chi.  han.   <las.      L.   mullillora   ;'.  nigricans 
Koch  «las.     Jtincus   sudeticus  Willji.  Sp.  pl.  II.  221.      Host  das.  IV. 

e.  congesta.  nie  geknäuelte.  Halm  höher;  Spirre  mit  fast  sitzen- 
de«,   iu  einen  lappigen  Kopf  zusammengezogenen  Köpfchen. 

Chi.  han.  das.     Luzula  multiUora  ß.  congesta  KocH  das.     Juucus  con- 
gestus  Thuill.   Fl.  ]iar.  I.   179. 

f.  colliiia.  nie  hügelständige.  Halm  sehr  niedrig,  ansteigend; 
Spirre  2  —  3-höplig,  mittleres  Köpfchen  sitzend,  seitliche  nickend, 
duiikclbrauu. 

Auf  Triften,  Weiden,  Heiden  und  an  grasigen  Plätzen,  die  Haupt- 
form auf  sonnigem  inagerm  Lehmboden,  allgemein  verbreitet;  b.  auf 
warmem  sandigem  Boden,  in  Hainen  und  in  buschigen  Heiden,  häutig; 
c.  hier  und  da  mit  b.  ;  d.  nur  in  rauhem  Klima  am  Harze;  e.  in  Berg- 
gegenden, selten  (Hn.  Solling);  f.  an  magern  und  steinigen  dem  Sonueii- 
braiide  ausgesetzten  Hügeln,  sehr  häufig.  April  bis  .luni.  —  Juni,  Juli. 
Die  Spielart  f.  14  Tage  bis  3  Wochen  —  die  Hauptart  8  —  14  Tage  frü- 
her blühend,    als  die  sehattenständige  Spielart  b. 

Halm  der  Uauptart  und  d.  ()  —  8"  hoeh  .  der  Spielart,  b.  c.  c.  1  —  1  74'  hoeh  ,  der  Spiel- 
art f.  2  —  4"  hoeh.  ninlen  h.llbra.in  .  gelblich-  oder  weisslichbrau« ,  »eisslicb,  >on  t.  ba^la- 
nieiibva.in.       Kapsel    nnig.l.ebrreirorn.ig  -  bugelig    mit    .'^lachelspitic. 

Bemerk.  I>ie  Irnberc  Blnleteit  der  Spielart  f.  und  der  Hauptloim  hangt  Icdiglieh 
»om  angegebenen  Standoile  ab,  die  "Wurtelbildung  ist  bei  allen  Formen  dieselbe,  nur  bil- 
den   sich    im    lochet  n    Uedcn    uel    mehr    raser.vnrielu ,    ahei    auch    im    reichen   lasernhuschel   der 


Junous.  JVNCEAE.  583 

Spielart  b.  Hndet  sich  aicsellie  schlag  absteigende  Iljiipt.viiricl  ,  .lie  an  f.  kaum  einige  Fa- 
sern bildet  und  daher  hier  mehr  ins  Auge  fallt.  Die  im  Vergleich  mit  dem  SlaubbruUl 
langem  Trager  langhalmiger  Formen,  namcutlich  der  Form  b.  ,  sind  natürliche  Folge  der 
mehreren  Linge  aller  sticUrtigen  Organe  an  dieser.  Übrigens  finden  sich  die  Übergänge  lon 
der  Hanptlorm  in  b.  und  f.  so  häuBg  und  in  so  vielfachen  Mitteklulen ,  dass  Niemand  an 
diesen   PILiiijen    irre    werden    kann,    der    sich    die    Mühe    geben    will,     im  Freien    et>»as    fleissig 

OlCOnontischeS»  Sümmtliche  urteil  sind  ein  mittelmäxsitjes  Fut- 
ter für  Pferde  und  Schafe. 

I.INN.    Gen.    n.  437.    Art.   ausgeschi. 

Geschlcclitsdecke  6-theilia;.  i\arJjcii  3.  Kapsol  3 -fächerig, 
vielsauiJg.     Geschl.  Syst.  Vf.  1. 

Ein-  (Alt.  12—14.)  oder  inehijäliiige  (Art.  1  —  11.  1.5  —  18.)  lir.iutcr 
mit  oft  starkem,  wagerecht  kriechendem  Wuizclstock  und  einfachem  (sehr 
selten  ästigem)  blattlosem  oder  hebliittertein  Halm.  Blätt(-r  grasartig  mit 
scheidiger  Basis.  Blüten  in  Spirrcn,  Trugdolden,  selten  Tiauhen,  immer 
endständig,  nnr  hei  einigen  durch  das,  scheinbar  den  Halm  fortsetzende, 
äussere  Blütendeckblatt  zur  Seite  gedrängt.  Blüten  mit  2 — .'J  wechsel- 
ständigen Deckblättern. 

•J-      Halm    Schuppen    tragend,    blattlos. 

1.  J.  elTuSUS.  flatterige  Binse*  Halm  vollmarkig,  ge- 
streift, glatt;  Spirre  seitlich,  mehrfach  verzweigt,  ausgebreitet  oder  zu- 
sammengezogen; Abschnitte  der  3 -männigen  Geschlechtsdecke  lanzett- 
lich, zugespitzt,  wenig  länger  als  die  umgekehrteiförniige ,  gestutzte 
Kapsel. 

LiNN.  Sp.  pl.464.  Koch  Sjn.  II.  888.  Llers  Fl.  herb.  t.  13.  f.  2.  Host 
Gram,  austr.  III.  t.  83.  Fl.  dan.  t.  1096.  Engl,  bot  t.  836  (Kapsel  umeif). 
J.  conglomeratus  v.  effusus  und  v.  laxus  Chi.  han.  563.  J.  communis  ß- 
E.  Meter  Syn.  junc.   12. 

b.     conglomeratus.     Ute  gefcnäuelte.     Schaft  gestreift  oder  nach 

oben  schwach  gerieft;    Spirre   kopfformig  zusammengezogen. 

J.  conglom<'ratus  Li^?(.   das.      Chi.  han.  das.      Koch  das.     Leers  das. 

t.  13.  f.  1.    Sturm  Deutschi.  Fl.  H.71.    Host  das.  t.  82.    Fl.  dan.  t.  1094. 

Engl.  bot.  t.  835.  .1.  communis  «.  E.Meyer  das. 
Auf  Triften,  Heiden,  in  lichten  Waldungen,  an  Giäben  und  in  Süm- 
pfen, auf  nassem  Lehm-  oder  Sandboden,  auch  an  und  im  AVasscr;  b. 
auf  Säure  führendem  austrocknendem  Torf-,  Sumpf-  oder  Sandboden, 
truppweise  allgemein  verbreitet.  Juni,  Juli. —  August,  September.  Die 
Spielart,  in  Folge  des  trocknern  Standortes,  meist  8 — 14  Tage  früher 
]>lühend  als  die  Hauptart. 

Halm  "2  —  4'  hoch,  von  b.  l  —  2'  hoch ,  gesättigt  grün,  mit  dunklern  Linien,  Scheiden 
fahlbraun,  ohne  Glani.  —  Auf  trockeuen  Sandboden  übergehend  wird  die  Farbe  gelblich-grau- 
grün ,  und  es  bilden  sich  gegen  die  Spitze  hin,  durch  Abnahme  des  Saftes  im  Zellstoll, 
Furchen  zwischen  den  dunklern,  gefässführenden  Linien  des  Schalls.  Im  tiefen  Sande  de» 
Strandes  und  der  Inseln  gehen  diese  Riefen  in  tiefe  Furchen  über,  und  die  Halme  geben 
einen  rauschenden  Ton  beim  Angreifen.  Spirre  '2 — 3  -  fach  tusamiucnge.sctzt ,  oll  bis  -'/i" 
laug,  hellbraun  und  grünlich,  unter  Einfluss  von  Trockenheit  und  besonders  von  Säuregehalt 
des  Bodens  sich  zusammenziehend  und  als  Exircm  der  Zusammcuzieliung  einen  compaklen 
kugeligen,    im  Sonnenbrände  oft  dunkel  kastanienbraunen   Kopf  von  ^/^"  Durchmesser  bildend. 

Bemerk.  1.  „Abgesehen  von  dieser  Wandelbarkcit  der  »i  citschwcifigen  Inllorcszenz  bis 
in  die  dicht  zusammengeballte,  variiren  die  Kapseln  hinsichtlich  der  Länge  im  Vergleich 
mit    der  üeschicchtsdeckc  um  etwas,    ferner  mit  schwach  gerundeter,    geradlinig  geslulzler  und 


584  JIINCEAE.  Junous. 

.scLwjcli  aiisgcramlclfr  Sjdtie,  mit  liürzciiii  iiiiil  l;iiigpriii  GiiflcU'iiss ,  ohne  ilass  ilicsc  Dc- 
sdiaft'eiilicilcii  mit  ciiit-m  gewissen  Zustande  der  »ieliligkcil  der  Splrie  lilcibend  znsainnien- 
tiiifen.  l>cr  Halm  über  der  Spirre  (äusseres  Dcclililatt)  ist  liüraer,  wenn  diese  dici.tcr,  langer, 
»Clin  sie  crw eitert  ist,  weil  licide  derselben  Waelistluimsnonu  folgen.  —  Auch  hiermit  triflt 
nicht  immer  dieselbe  Beschafl'enheit  der  Spirre  zusammen,  obgleich  in  der  Regel  mit  zuneb- 
jiicnder  Trockenheit  des  Dodci.s  die  Spirre  dichter,  der  Halm  kürzer  und  seine  Oberfläche 
bemcrhhaier   linint   wird.«       Chi.    lian.    a.  a.  O. 

Bcinerlj.  2.  Diese  IJcobachlungen  b.ihe  ich  seit  Herausgabe  der  Cbloris  nur  bestä- 
tigt, die  ^on  spätem  Schriftstellern  zur  Trennung  beider  Foriucn  herbcigcsnchten  Unlerscbei- 
dungszeichcn  dagegen  sämintlich  unhallhar  befunden.  In  den  Einscbonungsgräbcn  eines  Buchen- 
bcsamiingsscblagcs  (am  Vnterharze)  ,  dem  Quell «a.sscr  zugeführt  war,  traf  ich  nur  Formen  von 
J.  cllusiis,  wo  im  Jahre  vorher,  nacli  Austroeknung  des  Frübjahrsregenwassers ,  nur  J.  con- 
glomeratus  zu  sehen  war.  —  Dazu  kommt,  dass  diese  Zusammenzichung  eines  ausgchrelleten 
Blutenstandes  ganz  auf  gleiche  Weise  bei  den  mehrsteu  übrigen  Arten  dieser  und  der  vor- 
hergehenden   Gattung   eintritt. 

Ä.    J.  glaiiciisi*    JUKeergriine  Binse»    Halm  mit  untci-bro- 

cIi<-iiL-in  Mail«,  fein  gerieft  uml  meergrün;  Spirre  seitlich,  mehrfach  ver- 
zweigt und  ausgebreitet;  Abschnitte  der  6 -männigen  Geschlechtsdeche 
lanzett-pfriemenförmig,  so  lang  oder  lauger  als  die  eliipsoidische  stachel- 
spitzigc  Kapsel. 

EiiRii.  Beitr.  VI.  83.  Chi.  han.  564.  Roch  Syn.  II.  839.  Sturm 
Dcutschl.  Fl.  U.71.  Host  Gram,  austr.  III.  t.81.  Fl.  dan.  1.1159.  Engl, 
bot.  t.ßa^.     J.  inllexus  Leers  Fl.  herb.  87.  t.  13.  f.  3. 

b.  gubglonieratus.     JDte   dichtspirrige.     Spirre   zusamniengezogen, 
Abschnitte  der  Geschlechtsdeclse  bald  länger  bald  kürzer  als  die  Kapsel. 
J.  glaucus  V.  mclanocarpus  Chi.   han.   «las. 

:<  J,  eiTiiso-glaiicus«.  I'latter.tneergrüne.Bastard. 

hinse»  Halm  vollmarhig,  fein  gerieft,  grasgrün;  Spirre  schwach  aus- 
gebreitet; Abschnitte  der  6-männigen  Geschlechtsdeclie  schmäler;  Kap- 
sel umgekchrteiförmig,    stumpf  und  kleiner. 

ScHNiTZL.  und  FRicKti.  Vegct.  d.  .Iura-   u.  Kcuperf.  201.      J.   diflusus 
Hoppe   Dec.  gram.  n.  155.     Koch    Syn.  II.  839.      Sturm    Heutschl.  Fl. 
II.  77.     J.  tcnuissimus  KuRU.  Herb. 
Auf  Triften,    Weiden,    an   Wegrändern    und  Wegen,    auf    IVuelilciu, 
nassem  oder   sumpfigem  Boden,    hörst-  oder   truppweise,    allgcnieiu  ver- 
breitet,   doch  weniger  häufig  als  A.  I.;    b.  hier  und  da  (Hu.  Olterndorf, 
Hannover,    Göttingen — ;    //*.  beim  Arensteiu);    die   Bastardform    selten 
(//u.  Hannover).     Juni,  Juli.  —     August,  September. 

Halm  1 — 2'  hoch,  Basis  der  Scheiden  purpnrkaslanicnbraun ,  stark  glänzend,  das  Mark 
fäeberförmig  unterbrochen.  Spirre  reicbblütig.  Das  Längenvcrhältuiss  der  Abschnitte  zur  Kapsel 
sehr  veränderlich.  Letztere  bell-,  dunkel-  und  schwarzbraun.  —  Hie  Bastardform,  die 
keinen  reifen  Samen  trägt,  durch  die  Scbuppcnfarbe ,  Obernäcbc  des  Halms  und  Sechsmän- 
nigkeit  J.  glaucus  —  durch  die  Farbe  des  Halms  und  die  Vollmaikigkeil  J.ellusus  reprä- 
sentirend. 

*3.  «I.  lialtiClIS.  Baltische  Binse,  Halm  vollmarkig,  glatt; 
Spirre  seitlich  mehrfach,  verzweigt,  schwach  ausgebreitet;  innere  Ab- 
schnitte der  6-männigen  Geschlechtsdeckc  eirund,  äussere  eirund -lan- 
zettförmig, zugespitzt,  wenig  kürzer  als  die  eliipsoidische,  stachelspitzige 
Kapsel. 

WiLLD.  Bcrl.  Mag.  1809.  298.  Chi.  han.  565.  Koch  Syn.  11.  8-39. 
Svensk    bot.  t.  479.   f.  3.  (J.  glaucus). 

Am  Ost-  und  ]>lordseestrande,  auf  sandigem  Boden,  selten  (J//..,-  Um. 
Insel  INeuwerk).     Juni,  Juli. —     August,  September. 

Schaft  1— l'/a'  ''0«^''>  s'«^'''  nuficihl,  stark,  grasgrün.  Schuppen  sliohgclh,  glänzend. 
Kapseln    abgerundet,    liellbraun. 


Juncus.  JIJNCEAE.  585 

-J-f       Halm    Scliti]i)icn    tragend,    welche    in    Blatter    ii  li  e  rg  c  Ii  e  n. 

4.     J»  filiforniis).     Itünnhalmige  Binse»     Halm  last 

radenloriiiig,  ühcrbäiigeml,  glatt;  Spirrc  seitlich,  last  finfatli  und  arm- 
Idütig;  Aliscliiiitte  der  6-inJiiinigeu  Geschlcclitsdecl;e  laitzettlich,  spitz, 
so  lang   als  die  last  kugelige  Kapsel. 

LiNN.  Sp.  pl.4a5.  Chi.  hau.  564.  Roch  Syn.  II.  840.  Host  Gram, 
austr.  III.  t.  84.     Fl.  dan.  t.  1207.     Kngl.  bot.  1. 1175. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  an  Teichen,  auf  sumpfigem  oder  moorigem 
Koden ,  seltener  auf  dürrem  Sandboden,  truppweise  ziemlich  häufig, 
gegen  Süd-Osten  abnehmend,  auch  zum  Theil  sich  verlierend.  Juni,  Juli. — 
August,   September. 

Halme  '/j — l'  tocb,  bindfaJendick  und  sclilaff.  gellilicligrün ,  selten  eine  oder  die  andere 
Blattsclieidc  iiiui  Bialte  sich  aiisliildend.  Spirie  fast  in  der  Mitte  oder  etwas  über  derselben 
siebend,     6  —  7 -blutig.       Kapseln    gelblicbbraun. 

3.    J.  ntarltinuis.    Seestrand« -Binse.    Innere  Scheiden 

des  Halms  in  runde,  starre,  vollniarkige  IJIätter  ausgehend;  Spirre  auf- 
recht, mehrfach  verzweigt  und  locker;  Abschnitte  der  6-niännigeu  Ge- 
schlechtsdecke lanzettlich,  pfricnienförmig  zugespitzt,  so  lang  oder  wenig 
kürzer  als  die  3-seitig- ellipsoidische,  stachelspitzige  Kapsel. 

Lam.  Dict.  III.  264.  Chi.  hau.  .565.  Ko(;h  Syn.  II.  838.  Host  Gram, 
austr.  III.  t.  80.     Fl.  dan.   t.  1689.     Engl.  bot.  t.  1725. 

Auf  den  IHordseeinseln  und  am  Ostseestrande,  auf  nassem  oder  feuch- 
tem Sandboden,  die  Südgrenze  des  Vorkommens  in  INorddeutschland  er- 
reichend, truppweise  häufig  {Hu.  Inseln  Borkum,  Juist,  Nordernei,  Spi- 
ckcroge ;  III.  Küstenstrich  von  Travemünde  bis  an  Schlesswig,  Insel 
Feniern  ;  3Ik.  Markgrafenheide,  Schnattermann,  Wustrow,  Dassow). 
Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Halme  2  —  "i'/j'  hoch,  stark,  steif  aufrecht,  wie  die  ganze  Pflanze  gelblich  •  graugrün, 
niätter  stechend,  knotenlos.  Spirre  2  —  3"  lang,  äusseres  Blütendecbblatt  wenig  länger. 
Kapseln    oft    etwas    lugcspilzt. 

4-j-f       Halm    mit   sticirnnden    durch    Knotcnwäude    kamnierigen    Blättern. 

6.    J.  obtuisifloriis.    Stumpf  blutige  Binse*    Halme 

aufrecht,  meist  2-blattrig;  Spirre  aufrecht,  sperrig-ästig,  seitliche  Ast- 
chen zurückgekrümmt;  Abschnitte  der  6-niäunigen  Geschlechtsdecke  läng- 
lich, stumpf,   fast  so  lang  als  die  eiförmig-3- kantige ,  spitze  Kapsel. 

Ehru.  Beitr.  \'I.  83.  Chi.  hau.  565.  Koch  Syn.  II.  841.  Sturm 
Ueutschl.  Fl.  H.77.     Svensk  bot.  t.615.     Engl.  bot.  t.2I44. 

An  Teichrändern,  in  Gräben  und  Sümpfen,  auf  nassem  Bodeii,  trupp- 
weise ziemlich  häufig,  im  südlichen  Gebietstheile  abnehmend.  Juni,  Juli. — 
August,  September. 

Halme  2  —  3'  hoch.  Scheiden  strohgelb,  Blätter  straff,  kurzkammerig.  Spirre  gross, 
äussere    Abschnitte    an    der    Spitze    etwas    kappenförroig.       Kapsel    klein,    bräunlicbgelb. 

«.    J.  sylvaticus.    Spitablütige  Binse»    Halm  aufrecht, 

rundlich -zusammengedrückt,  2  — 3-blättrig ,  Blätter  glatt;  Spirre  auf- 
recht, sperrig- ästig.  Ästchen  gestreckt;  Abschnitte  der  6 -männigen  Ge- 
schlechtsdeckc  lincal -lanzettlich  fein  zugespitzt,  kürzer  als  die  3- kantige 
zugespitzt-geschnäbelte  Kapsel. 

Reich.  Fl  moeno -francof.  II.  181.  Koch  Syn.  II.  842.  Host  Gram, 
austr.  III.  t.  86.  J.  acutiflorus  Eurh.  Beitr.  VI.  82.  Chi.  hau.  .566.  Fl. 
dan.  t.2112.     J.  articulatus  y.  Linn.  Sp.  pl.465.     Engl.   bot.  t.  238. 

Aufwiesen,  Triften,  an  Teichen  und  Gräben,  auf  nassem  oder  sum- 
pfigem Boden,  truppweise  sehr  häufig.  Juni,  Juli.  —  August,  Sep- 
tember. 

Halm  2— 2V2'  hoch,  Blätlcr  etwas  beugig  und  scblan',  langkamm.rlg.  Spirre  gross, 
meist    langästig    und    ausgebreitet,     äussere  Abscbuillc    mcisl    etwas   länger   als    die    inncrn,     oJI 


586  JIJNCEAE.  Juncus. 

an    (Irr    Spitze    aiiswärisgekrüiumt.       Kapseln    LellkasUnienbraun.  —       Variirt   mil    etwas    lusam- 

mengrzogencr    diclilblütiger    Spirre    (v.   coarctatiis    Clil.    han.    das.). 

'S.  «r.  atratus.  Schtvarabiütige  Binse,  Halm  anstei- 
gend, rundlicli- zusammengedrückt,  2 — 3 -blättrig,  Blätter  gefurcht- eckig; 
Spirre  aufreclit,  vielästig;  Abschnitte  der  6- männigen  Geschlechtsdecke 
zugespitzt -begrannt,  innere  länger,  an  der  Spitze  schwach  zurückge- 
krümint,  etwa  so  lang  als  die  3-kantige   zugespitzt -geschn:ii)elte  Kapsel. 

Knok.  Fl.  siles.  n.  539.  Koch  Syn.  II.  842.  J.  melananthos  Reichenb. 
Fl.  exe.  96. 

Auf  Triften  und  Waldwiesen,  auf  feuchtem  Boden,  nur  im  süd- öst- 
lichsten Theilc  des  Gebiets,  selten  (Pr.  an  der  Ziegelscheune  von  Gun- 
dorf  und  auf  Waldwiesen  bei  Leutzsch).     Juli,  August. —    September. 

Halin  2  —  3'  hoch.  Illättcr  durch  die  Riefen  fast  7 -kantig,  langkainmerig  mit  schwa- 
chen Querwänden.  Bliilen  schwarzbraun  und  glaniend.  —  Im  Gcsamn.lansihen  ,  Spirre  und 
Blüten  der  vorhergehenden  Art  .so  nahe  stehend,  dass  kaum  ein  Unterschied  hemcrkhar  wird. 
Die  eigenthümliche  BeschaH'enheit  der  ßlatler  trennt  jedoch  J.  atratns  von  den  vor-  und 
nachslehcnden  nächsten  Verwandten.  —  Variiit,  eben  so  wie  diese,  mil  grossem  nnd  klei- 
nern   Bliiten,    auch    mit    grossem    und    kleinern    Blütenkopfchen. 

9.  J.  articiilatus.  Glansfrüchtige  Binse,  Halm  an- 
steigend, rundlich-zusammengedrückt,  2  —  3-blättrig,  Blätter  glatt;  Spirre 
aufrecht,  sperrig- langästig,  Aestchen  gestreckt;  Abschnitte  der  6-männi- 
gen  Geschlechtsdecke  gleichlang,  innere  spitz,  äussere  stachelspitzig, 
kürzer  als  die  3-kantig  zugespitzte,    stacbelspitzige  Kapsel. 

Link.  Sp.  p1.46.'j.  a.ß.  Fl.  Suec.  113  (nach  Ausweise  von  EHRIIART  zu  I.INNE's 
Zeit   in    Upsala    eingelegter    Ejemplare).        Chi.     hau.     566.        J.     lampOCarpuS     EhRH. 

Calani.  n.  126.  Koch  Syn.  II.  842.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.71.  Engl, 
bot.  2143.     .1.  adsc<"ndens   Host  Gram,  austr.  III.   t.  87. 

b.  maritinius.  Die  strandständige.  Halm  niedriger,  steif;  Spirre 
knauelartig  zusammengezogen  oder  fast  einfach  und  wenigblütig;  Kap- 
seln grösser,    fast  schwarz. 

J.  articulatus  v.   maritiinus   und  v.   coartatus   Chi.  han.   das. 

c.  fliiitaiis.  Die  ^flutende.  Halm  schwimmend,  sprosscml,  oder  lie- 
gend und  wurzelnd;    Spirrenäste    wenigblütig. 

J.  articulatus  v.  fluitans  und  v.   radicans  Chi.  han.  das.     Koch  das. 
Auf  Wiesen  und  Triften,    an  Gräben  und  Teichen,    auf  nassem   leh- 
migem   sandigem  oder  Sandboden,    truppweise    sehr  häufig;    b.  im  Sande 
der  INordsecinseln  und  am  Strande;  c.  im  Wasser  und  im  Sumpfe.     Juni, 
Juli.  — •    August,   September. 

Halm  1  —  l'/i'  hoch,  ausleigend.  Blatter  schlaff  und  heugig,  langkammerig.  Kapseln 
dunkelbraun,  bis  in  schwarz,  stark  glänzend,  im  Schalten  und  im  Wasser  geihlichhraun  oder 
grünlichgelb. 

10.  «f.  alpinu!«*    Mothhraune  Binse,     Halm  aufrecht, 

meist  2-blättrig;  Spirre  aufrecht,  vielästig,  mit  kurzen  Ästchen  und  ge- 
nähertsteheiiden  Blütenköpfchen;  Abschnitte  der  6-männigen  Geschlechts- 
«lecke  gleichlang,  innere  länglich,  abgerundet,  äussere  lanzettlich,  mit 
vor  der  Spitze  aufhörendem  ]>erv,  kürzer  als  die  ellipsoidische,  stachel- 
spitzige Kapsel. 

VlLL.    Hist.    d.    pl.    d.    Dauph.    11.233    (die  wenigblutige   Gebirgsform).        KoCH 

Syn.   II.  842.      J.  fusco-ater    Schreb.  in    Schweig,  et    Körte    Fl.   erlang. 

149    (Jie    reicbblütigc    I.andfo.m).       Chi.    hau.    566. 

Auf  Wiesen  und  Triften,  auf  Torf-  oder  Sandboden,  im  westlichen 
und  nördlichen  Gebiete,  als  J.  fusco-ater,  trupj)weisc  ziemlich  häufig 
{Pr.fV.;  OL;  lln.  I>lordseeinseln — ;  Lb.;  ]^lk.),  von  Hamburg  und  Bre- 
men süd -östlich  bis  zum  Harze  nicht  vorkommend,  am  Harze  als  J.  al- 
pinus  ViLL.;  südlieh  vom  Harze  beide  Formen  nicht  mehr  vorkommend. 
Juli,  August.  —    September,  October. 


Junons.  JCJKCEAE.  587 

Halm  1  —  l'/j'  hoch.  Scheiden  scliarftielig.  Bialter  i.ielsfcns  2,  seltener  3,  lang- 
kammerig.  Kis|>c  der  Hauptform  gross,  »ieläslig  unil  rciclikliitig ,  Blütenl;ö|>rclien  klein  und 
geaiibert,  vor  den  verwandten  Arten  durch  eine  in's  Rost  oder  Oiangerothe  sjiiclendc  Farhe 
ausgezeichnet.  —  Die  Gebirgsforni  hat  eine  einfache,  dunkler  gefärbte  Spirre,  mit  ii  —  5 
Köpfchen,  während  deren  Zahl  an  der  Landpflanze  gegen  100  steigt,  weshalb  es  im  Grunde 
nnpasslich    ist,    die    Pflanze    mit   dem    I>amcn    der   verkümmerten    Varietät   zu    belegen. 

11.  J.  SUpillUS.  Schlamm- Binse.  Halm  l'adenfürmig, 
I  —  3-blattrig,  Blätter  fast  borstent'örinig,  unten  scbwacb -rinnig;  Spiire 
eintacb,  mit  wenigen  langen  Asten  ;  Alisebnitte  der  8-männigen  Gescbleclits- 
decke  fast  gleicb  lang,  lanzettlieb,  kürzer  als  die  sebmal  ellipsoidiscbe, 
oben  3 -kantige,  stacbelspitzige  Kapsel. 

WöNCH  Enum.  pl.  Hass.  inf.  1.  296.  Koch  Syn.  II.  843.  Fl.  dan. 
t.  1099.     .1.  uliginosus  Cbl.  ban.567.     J.  subverticillatus  Host  Gram,  austr. 

111.    t.88.       J.    capitatus    SCHK.    Ilandb.    I.    T.  98.  b.    (obere   Figur). 

b.  repens.      Miie   Kriechende.      Halm    niederliegend,   >vurze1nd   und 
weiterrankend. 

Cbl.  ban.  das.     Kocu  das.     <T.  uliginosus  IloTU  Mag.  f.d.  Bot.  II.  16. 

n.9.       J.    SUl)inuS    uliginosus    ScHK.    das.    (untere    Figur). 

c.  fluitans.     Bie , flutende.     Halm  verlängert,  flutend  und  sprossend. 
Cbl.  ban.   das.      Kocu  das.      Fl.  dan.   t.  817  (Junci  bulbosi  var.).      J. 

liuitans  Lam.   Diet.  III.  270. 
Auf  Triften  und  Weiden,  auf  nassem  scblammigcm  Boden;  b.  in  stär- 
kcrin    Sumpfe;    c.    in  Wasserpfützen,    Gräben    und   Teichen,    truppweise 
li:iufig.     Juni,  Juli.  —    August,   September. 

Halme  -J— 10"  lang,  aufrecht  ansteigend  oder  liegend,  Spielart  c.  bis  l'/.i'  lang-  Blü- 
ten griinlirh  oder  gelblich  -  hellbraun  ,  Blüten,  die  bisweilen  4-  und  .5  -  männig  vorkommen, 
und  Hlüicukupfchen  variiren  fast  um  das  Doppelte  in  der  Grösse.  Häufig  entwickeln  sich 
auf  letztern    schopCge  Blätterbü^chel. 

_•..•,_•..•..       Halm    mit    rinnigen    oder    flachen    Blättern. 

19.  «1.  Capitatll».  KÖpJige  Binse.  Halme  blattlos,  Wur- 
zelblätter borstenförmig,  unten  rinnig;  Spirre  aus  1 — 3  Köplcben  beste- 
hend, oberstes  sitzend,  untere  kurz  gestielt;  Abschnitte  der  3-mäniii- 
geii  Geschlechtsdecke  lanzettförmig,  iangstacbelspitzig- zugespitzt,  innere 
durchsichtig- häutig,  kürzer  gespitzt,  länger  als  die  eiförmige,  stumpfe 
Kapsel. 

Weig.  Observ.  28.  Cbl.  bau.  568.  Koch  Syn.  II.  841.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  13.     Fl.  dan.  1. 1690, 

Auf  Triften,  W^eiden,  Äckern  und  an  Flussufern,  auf  feuchtem  san- 
digem oder  überschwemmt  gewesenem  Boden,  im  nördlichen  und  mittlem 
Gebietsthcilc  ziemlich  bäuiig,  im  südlichen  selten  (^h.  Dessau  an  den 
Ufern  der  l>Iulde  und  Elbe,  südlicher  nicht  mehr  vorkommend).  Juni, 
Juli.  —    .\ugust,   September. 

Halme  "J  —  Ü''  bocli.  Köpfchen  wenigblütig,  gelblich  -  hellbraun.  Im  Gesammtanseheo 
der    ^orhergrllenden    Art   ähnlich. 

13.  J.  bufoilius.  KrÖten.Binse.  Halm  beblättert,  Blät- 
ter borstenförmig,  an  der  Basis  rinnig;  Spirre  gestreckt,  langästig; 
Blüten  einzeln,  Abschnitte  der  6-inännigen  Gesebiechtsdecke  lanzettlich, 
zugespitzt,  äussere  länger  als  die  länglich  -  ellipsoidiscbe,  stacbelspitzige 
Kapsel. 

LiKN.  Sp.  pl.466.  Chi.  ban.  568.  Koch  Syn.  II.  844.  Schk.  Ilandb. 
1.  T.  98.  Host  Gram,  austr.  III.  1.90.  Fl.  dan.  t.  1098.  Engl.  bot. 
f.  802. 

Auf  Wiesen  und  Weiden,  auf  feuchtem  Boden,  oft  hecrdenweise. 
allgen!Pin  verbreitet.     Juni   Itis  September. 

Halme    •.'— 10"    hoch.       Spirre    g.ibeltbeilig.       Blulcn    «cis.slich.       Kspscl    gelblicbbraun. 


588  JUNCEAE.  Junous. 

14.  J«  Tenaseja.  Sand-Binse»    Ualm  wcaighiättii^,  Blat- 

tt-r  borsleiitöriiiis,  nach  unten  linnig ;  Spirre  langästig,  aiisgclueilcl, 
Illütcn  einzeln,  Abschnitte  der  6-niannigcn  Geschlechtsdecke  eirund -lan- 
zettlich, stachelspitzig,   Itauni  länger  als   die   fast  hügelige   Kapsei. 

Ehrh.  Ileitr.  IV.  148.  Chi.  ha».  569.  Koch  Syn.  II.  844.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  11.10.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  91.  Fl.  dan.  t.  1160. 
\aill.   Bot.  par.  t.20.  f.  1. 

Auf  Weiden,  an  Wegen,  auf  nassem  Sandlioden,  vorzüglich  in  den 
Ebenen  des  nördlichen  und  mittlem  Gebietstheils,  gegen  Süden  seltener. 
Juli,  August. —    Se|itcniber. 

Ilaliii  4  —  6"  bufli.  Von  «U'r  äliiiliclicn  vorliergelienden  Art  durcL  ilii-  etwas  sperrige 
Stellung  der  Spirrcnzweige ,  voinelimlicli  .ilicr  dnrcli  Hie  riindlielien  Kapseln  lei.lil  zu  nntcr- 
scbeiden.  AliscLnitte  iler  Gesclilecblsileclie  braun  mit  l'cinem  weissem  Saum  unil  grünem 
Miltelnerv. 

15.  JF.  conipressiis.    Xusammengedrüclcie  Binse» 

Halm  etwas  zusamiucngedrüclit ,  wenigblättrig,  Blätter  schmal  lineai, 
rinnig;  Spirre  ästig  verzweigt,  locker,  innere,  etwas  kürzere  Abschnitte 
der  6-männigeii  Geschleclitsdecke  elliptisch,  stumpf,  äussere  länglicli 
kappenl'örmig- stumpf,  fast  um  die  Hälfte  kürzer  als  die  elliptisch-kuge- 
lige Kapsel,  Griffel  beträchtlich  kürzer  als  der  Fruchtknoten. 

Jaco.  Enum.  stir]>.  vind.  60.  u.  235.  Chi.  han.  570.  Koch  Syn.  II. 
843.      ,f.  bulbosus    Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  36.      Host   Gram,  austr.   III. 

t.  89    (PSarl.en    fast   sitzend    oUne    Griflel). 

Anf  Wiesen,  Weiden,  an  grasigen  Wegen,  auf  feuchtem  Boden, 
trupp-   oder  kleinschaarenweise,    sehr  häufig. 

Halm  6"  l>is  1'  liocli ,  bald  steif  aiifrccbt ,  bald  ansteigend,  Spirre  reicbblütig,  äusseres 
ISlütendeekblatt  meistens  langer  als  die  Sjiirre.  GriH'el  niclit  halb  so  laug  als  der  Frncbt- 
knüten.  ^ —  Variirt,  eben  so  wie  die  folgende  Art,  mit  zusammengezogener  Rispe  und  ancli 
mit    grössern   Friirbten. 

1(>.    J.  Gerardi.    Gerard*s  Binse»     Halm  fast  stielnmd, 

Avenigblättrig;  Blätter  schmal  liiieal,  rinnig;  Spirre  ästig  verzweigt  mit 
wenigen  Ästchen],  innere  etwas  kürzere  Abschnitte  der  6-niännigen  Ge- 
schlechtsdecke elliptisch,  stumpf,  äussere  länglich  kappenloriiiig- stumpf, 
fast  so  lang  als  die  3- kantig- ellipsoidische  Kapsel,  Griffel  so  lang  als 
der  Fruchtknoten. 

Lois.  Nolic.  60.  Fl.  gall.  Ed.  II.  360.  Koch  Syn.  II.  844.  ,1.  bul- 
bosus Chi.  han.  569.  Link.  Fl.  SUec.  113  (naeb  Ausweise  von  EhrIIART  zu  I.lNNE's 
Zeit  zu  Ilpsala  eingelegter  Exemplare).  Fl.  dau.  l.  431  (entsebiedcn  diese  Art  unter  Zu- 
treflen  Ibrer  sSmmlliclien  Cbaralitere).  Engl.  bot.  t.  934  (der  (iriflel  iu  doppeller  Abbil- 
dung langer  als  der  Frucblknoten  dargestellt,  ergiebt,  ungeaelilct  die  HaupKigtir  nicht  cha- 
rakteristisch ist,  dass  die  Abbildung  hierher  gebort.  Es  bestätigen  dies  die  ^Voite  der  Be- 
schreibung:    „This    Juncus    is    to    he    fonud    in    meist   meadows    and   pastures    that    are    esposed 

to  tbc  Salt  watcr  etc.")-  J.  bottnicus  Wahlenb.  Fl.  läpp.  82.  t.  5.  J.  bul- 
bosus   ß.    ders.    (in    der    später   heransgegebenen)    Fl.    SlieC.    215. 

Auf  W^icscn,  W^eiden  und  grasigen  Plätzen,  stets  auf  salzhaltigem 
Boden,  trupp-  oder  kleinschaarenweise,  sehr  häufig,  daher  besonders  am 
Seestrande,  am  Unterlauf  der  seemündenden  Flüsse  und  im  Binnenlande 
in  der  Nähe  von  Salinen  oder  Salzquellen.  Juni,  Juli. —  August,  Sep- 
tember. 

Lnterscheidet  sich  von  der  vorhergehenden  Art  durch  die  angegebenen  Charaktere,  die 
jedoch  sammtlich  variiren.  Dies  gilt  namentlich  von  dem  Eängenvcrhältniss  z\<ischen  Ge- 
schlcchtsdeckc  und  Kapsel,  und  von  der  Kapseirorm,  die  auch  bei  J.  coinpressus  eine  bald 
mehr  bald  weniger  hervorlietcnde  I>eigung  zur  nreilianligkcit  hat.  I^EERS,  dessen  Graser- 
abbildungen zu  den  genauesten  und  zuverlässigsten  geboren,  die  wir  haben,  bildet  t.  XIII. 
f.  7.  den  Griflel  der  blühende«  Tllanzc  so  lang  als  den  Fruchtknoten  ab,  die  Ka|.seln  aber 
doppelt   so    lang    als    die    Gcschicchtsdctke ,     wodurch    also    die   Charaktere    heider   Arten    vcr- 


Juiiciis.  JIJNCEAE.  589 

einigt  werden,  ncini  Verfolgen  der  Pflanze  von  nnsern  Küsten  in  das  Binnenland  auf  Siiss- 
Masserl>oden  stosst  man  liäufig  auf  Formen,  von  denen  man  ungewiss  lileibi  ,  zu  welclicr  Att 
man    sie   bringen    soll. 

Bemerk.  Wenn  die  ElIRllART'sclien  L'psaler  Exemplare,  J.  bulliosns  benannt,  zn 
der  bier  als  J.  Gerardi  aufgeführten  Form  geboren  — ,  wenn,  übereinstimmend  damit,  in 
der  Flora  danica  nnd  in  der  Engl.  bot.  unter  dem  iXanien  J.  bnibosns  die  bier  als  J.  Gerardi 
aufgeführte  Form  abgebildet  wird,  nnd  wenn  jenem  J.  bulbosns  sowohl  in  lelztcrm  Werke 
als  auch  in  Sni.  Fl.  hrit.  1.  381.  der  Standort  auf  Sah.vasserboden  zngesehrichen  wird;  so 
erscheint  das  Citat  der  Chi.  han.,  wonach  J.  bnibosns  ElNN.  suec.  zu  J.  Gerardi  gezogen 
wird,  wohl  vollhommen  gerechtfertigt;  sey  es  nun,  dass  LlNNB  nur  lelztere  vor  Angen  halle, 
oder    beide    Formen    nicht    unterschied. 

l'J.    tl.  teiiiiis.    SchlanTchalntige  Binse*    Halm  etwas 

zusammengedrückt,  blattlos,  an  der  Basis  von  Blattsclieiden  eingesclilos- 
sen,  Blätter  lincal ,  rinnig;  Spirre  verzweigt.  Ästchen  verlängert,  ästig; 
Blüten  einzeln,  Ahsclinitte  der  6-männigcn  Gcsclileclitsdecke  lanzettlich- 
stacbelspitzig,  äussere  3-nervig,  länger  als  die  3- kantig- ellipsoidische, 
gestutzte  un«i  stachelspitzige  Kapsel. 

WiLLD.  Sp.  pl.  II.  214.     Koch  Syn.  II.  844.     Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  71 . 

An  Wegen,  sehr  selten,  und  als  nordanierikanische  Pflanze  >valir- 
scheinlich  nur  durch  Zufälle  verhrcilet  ( ///.  Oldesloe;  Iln.  auf  einer 
Elbinsel  Hamburg  gegenüber;  Hs.  an  Waldwegen  in  der  Winterlitt  bei 
Cassel).      Juni,   Juli. —    August,  September. 

Halm  2  —  'i'/o'  l"»-!'.  Sjiirre  reichblütig,  Blüten  gross,  genähert  stehend,  oft  3  .m 
den  Endigungen  der  Ästcbcn  in  einer  Linie,  AbschniUe  sperrig,  steif.  Kapseln  gross, 
scberbengelli. 

IS.  J*  scfiiarrosiis.  Sparrige Binse,  Halm  scbw acheckig, 

blattlos,  au  der  Basis  von  Blattscheiden  eingeschlossen;  Blätter  sehr 
schmal  lineal ,  rinnig  und  starr;  Spirre  wenigästig,  Blüten  einzeln,  Ab- 
schnitte der  6-männigcu  Geschlechtsdecke  gleich  lang,  länglich -lanzett- 
lich, s«  laug  als  die  3 -kantig -umgekehrteirunde,  stumpfe  und  kurz  sta- 
chelspitzige Kapsel. 

LiNN.  Sp.  pl.465.  Chi.  ban.  570.  Koch  Sy«.  11.842.  FI.  dan.  t.  430. 
Engl.  bot.  t.933. 

Auf  Triften  und  Heiden,  auf  sandigem  Sumpf-  und  Torfboden,  borst- 
weise häufig,  gegen  Süden  abnehmend.  Mai  bis  Juli. —  August,  Sep- 
tember. 

Halm  1  —  1'/./  hoch.  Blätter  zahlreich,  büsehelig  um  die  Halme  angehäuft,  sperrig 
abstehend  mit  kurzer  breilscheidiger  Basis.  —  Tariirt  mit  stumpfen  und  mit  spitzen  Ab- 
schnitten   der    Geschlechtsdecke,    auch    mit    Abschnitten,     die    langer    als    die    Kapsel    sind. 

Technisches»  Die  (jrösscm  Arten  der  Gattung  und  am  meislcH 
A.  1.  IM  Auf'ertitjumj  von  Fl'echtwerken  zu  Eörhen,  Fischreusen,  kleinern 
Matten,  Überziehen  von  Glas  und  Porzellan,  zum  Heften  und  Binden 
in  Gärten  u.  s.  w.   (jeeitjnet.     Das  Mark  zu  Dochten  zu  benutzen. 

ÖJeonomiSCheS*  SUmmtUche  Arten,  besonders  die  (frössern  tind 
horstweise  wachsenden  ein  schxver  zu  vertiltjendes  Unkraut  auf  fViesen 
und  rVeiden.  Das  Vieh  weidet  nur  die  kleinern  zartem  Arten  ab,  und 
vergreift  sieh  nur  aus  Hunger  an  den  grössern  härtern  Arten. 

CX.     CYPERACEAE. 

Blüten  Zwilfer  oder  eingeschlccbtjg,  in  den  Winkeln  sprcu- 
aitiffer  Deckhlältchen  zu  einzelnen,  end.standigen,  oder  uian- 
nicKtach  zusammengestellten,  meistens  durch  JJe.ckblalter  unter- 


590  CYPERACEAE.  Carex. 

stützten  Älirchen  vereinigt.  Unterste  Deckblättchen  meistens 
blütenlos.  Geschlechlsdecke  nicht  vorhanden  oder  aus  Borsten, 
Schuppen  oder  einem  bleibenden  in  die  Frucht  übergehenden 
Schlauche  gebildet.  Slaubgefasse  in  der  Regel  3,  mit  aufrech- 
ten an  einander  sehliessenden  Beuteln.  Fruchkiiote  frei.  Grif- 
fel 1,  in  3  oder  nur  2  fädliehe  Narben  ausgehend.  Frucht  1- 
samig,  eine  weiche  Nuss  (bei  ausländischen  Arten  auch  wahre 
INuss),  sehr  selten  eine  trockene  Pflaume  (Gatt.  Cladium). 
Same  aufrecht.  Keim  oberflächlich  im  fleischigen  Eiweiss  in 
der  Nähe  des  Nabels  liegend.  —  Stengel  knotenlos  mit  aus- 
dauerndem Mark  und  meistens  ganz  geschlossenen  Blattschei- 
den (Riethalm). 

ITorkominen.  Die  mehrsten  einen  nassen  Standort,  viele  zugleich 
Säniegehalt  des  liodens  verlangend  und  alsdann  fast  gleichgültig  gegen 
die  übrige  Bestandmasse;  daher  vorzüglich  im  Sumpf  und  Moor  verhrei- 
tet.  Einige  mit  frischem  Boden  vorliebnehmend  und  dann  Humusgehalt 
verlangend,  während  andere  an  reichen  Sandgehalt,  einige  au  Schvi'än- 
geriing  des  Bodens  mit  Salzwasser  gebunden  sind.  Wenige  Yorliebe 
für  Kai h  zeigend.  W'^achstbumsweise  der  mehrsten  hörst-  oder  heerden-, 
seltener  schaarenwcise. 

Gehalt.  Im  Halme  und  den  Blättern  Jiieselsäiire,  die  zum  Theil  in 
reinen  Ausscheidunijen  (Zähnchen  u.s.w.)  vorkommt,  dann  Alkali.  In 
den  Stocksprossen  mehrerer  xveniti  Zucker  und  Gummi,  Inulin,  kratzen- 
der Extractivstoff,  Satzmehl—,  selten  etwas  ätherisches  Öl  (C.  arenaria). 

1.  Gruppe.     CARICEAE.      SMGGMIV GMirÄCMSJE. 

Blüten  1-,  selten  2-häusig.  Geschlechtsdeclse  den  Fruchtknoten  ein- 
scbliessend  und  zur  Reife  mit  ihm  fortwachsend. 

1.     CAREX.     SmCtGM. 

LlNN.    Gen.    n.  1064. 

Geschlechtsdecke  schlauchförmig,  bleibend,  mit  der  weichen 
Nuss  die  Frucht  bildend.      Geschl.  Syst.  XXI.  3. 

Mehljährige  Kräuter  mit  stark  kriechender,  Stocksprossen  treibender 
oder  faseriger  und  oft  dickbüscheliger  "V^'urzel.  Ualm  einfach  (selten 
ästig),  meist  3-kantig.  Blätter  grasartig,  sehr  häufig  am  Rande  und 
dem  Rückenkiele  scharf.  Blüten  in  den  Achseln  ringsum  geschindelter 
Deckblätteben  zu  Ährchen  vereinigt,  die  zu  endständigen  oder  im  Win- 
kel von  Deckblättern  stehenden  Ähren  oder  Rispen  zusammengestellt  sind. 
A.  Ähre  einzeln,  endständig. 
I.      Ztveihäusig. 

t*  C  dioica«  Xweihäusige  Segge,  Früchte  fast  auf- 
recht-abstehend oder  fast  wagerecht,  seltener  zurückgebogen,  eiförmig, 
kurzscbnäbelig;   Wurzel   kriechend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1379.  Chi.  han.  575.  Kocii  Syn.  II.  862.  Schk.  Handb. 
IV.  T.  286.  A.  n.l.  Fl.  dan.  t.  369.  Engl.  bot.  t.  543.  C.  Linnaeana 
Host  Gram,  austr.  III.  t.  77. 

In  Wiesen,  Weiden  und  Heiden,  auf  moorigem  oder  torligein  Boden, 
rasenartig  häufig,  süd- östlich  des  Harzes  jedoch  verschwindend  oder 
sehr  selten.     April,   Mai.  —    Juni,  Juli. 

Wiirielspiosscn  wcnigfascrig.  Hdlme  4  —  6"  lang,  nach  dem  Blnben  oft  his  tu  1'  an- 
wachsend.      Früchte    fcnrzschnäbelig   mit   iegelinü.ssig   ahgeriindoter   Basis. 

a.  C.  Davalliana.  üavaWsche  Segge.  Früchte  wage- 
recht oder  abwärts  gerichtet,  länglich,  langschnäbelig  mit  höckerig  vor- 
tretender Basis;. W^urzel  faserig. 


Carex.  CYPERACEAE.  591 

Sm.  in  Tiansact.  of  Liiin.  Soc.  V.  266.  Chi.  lian.  575.  Roch  Sv". 
11.862.  ScHK.  Handb.  IV.  T.  286.  A.G.W,  n.  2.  Engl.  bot.  t.  2123. 
C.  dioica  IlosT  Gram,   aiistr.  1.   t.  41. 

Aul"  Wiesen  nncl  offenen  Waldplätzen,  auf  moorigem  oder  torfigeni 
Boden,  lasenartig  selten  {Pr.  Halle:  vor  dem  Sebenschen  Ruscb,  Guten- 
berg unter  dem  Tannenberge,  Moritzscb,  Gr.  Oöizig,  zwischen  Kl.  Uölzig 
und  dem  Kienitz,  Benndorl'er  Mühle  — ;  Pr.  JV.  zwischen  IJillerbeck  und 
Osterwik— ;  Hs.  Allendorf  zum  Hain,  Ilörnekuppe,  zwischen  Kireh- 
ditmold  und  dem  Habicbtswald  — ;  flu.  Hochmoor  bei  Aurich;  Mk.). 
April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Gesammtanseheu  der  vorigen  sehr  ähnliclien  und  nahe  verwandten,  in  allen  Theilen  elwa» 
grössern  Art.  Die  starl>büschclige  Wurzel  zeigt  Neigung  kriechend  zu  werden.  Halme 
und  der  Rand  junger  Bialter  sind  mehr  oder  weniger  schärilich,  welches  bei  C.  dioira  zwar 
im    geringern    Grade  jedoch    auch    der    Fall    ist. 

Bemerk.  WaHLENBEKG  zieht  die  nordische  Tflanze  als  ß.  parallela  zu  C.  dioica. 
DavALL  nannte  die  Pflanze  C.  decipiens  ,  unter  welchem  INamen  ich  ein,  mit  unserer  Pflanze 
völlig  iihercinslimmendes,  Originalexemplar  von  ihm  selbst  besitze,  worauf  er  bemerkt  hat: 
„pro  C.  dioica  I..  fere  ab  Omnibus  Botanicis  Europae  auslralis  habita.«  —  Ich  hezweillc 
kaum,  das»  fortgesetzte  Untersuchungen  dazu  nuthigeu  werden,  C.  Daiailiaua  als  >ar.  major 
zu    C.   dioica    zu   bringen. 

II.       Ähre     zwitterig 
•      '2    Narben. 

3.  C.  pillicariS.  Floh. Segge.  Äbrchen  oben  männlich, 
unten  weiblich;  Früchte  gesondert  und' abwärts  gerichtet,  länglich,  an 
beiden  Seiten   zugespitzt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1380.  Chi.  bau.  576.  Koch  Syn.  Tl.  862.  Host  Gram, 
austr.  IV.  t.  75.     Fl.  dan.  1. 166.     Engl.  bot.  t.  1051. 

Auf  Wiesen,  Weiden,  in  lichten  Holzungen,  auf  sumpfigem  und 
moorigem  Boden,  zerstreuet  oder  in  lockern  Rasen,  ziemlich  häufig,  ge- 
gen Süd -Osten  abnehmend  (JWA.,-  Lb.  Boika— ;  Hn.  Wiedcnbausen, 
Soltau,  Deelsen,  Barsinghausen,  Hunteburg,  Münden  auf  dem  Hühner- 
felde, Soliing,  Harz,  z.B.  Sophienhof—;  Pr.  Schiftgrabenbruch  bei 
Aschersleben,  Hornburg,  östlich  von  Bitterfeld —;  Pr. /r.  Tecklenburg, 
Lotte  in  der  Senne  an  vielen  Stellen).     Mai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Helme   6"   hoch.       Früchte    spindelförmig,    flohfarhen.    Deckblättchen    abfallend. 
••      3   Narben. 

4.  C.  pauciflopa.    Armhlütige  Segge,    Ähreben  4—6 

blutig,  meistens  nur  eine  an  der  Spitze  stehende  männliche  Blute ;  Fruchte 
abwärts  gerichtet,  lineal -länglich ,  pfriemlich  zugespitzt.  „       ,, 

LiGHTF.  Fl.  scot.  II.  543.  t.6.  f.  2.  Koch  Syn.  11.863.  Schk.  Handb. 
IV  T.286.  A.  n.4.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.61.  Host  Gram,  austr.  1. 
t.  42.  Engl.  bot.  t.  2041.  C.  Leucoglocbin  Ehrh.  in  Linx.  Suppl.  431. 
Chi.  hau.  576.  .      .  „  i  i 

Auf  Weiden,  auf  Bruch-  und  Torfboden  in  kleinen  Rasen,  sehr  sel- 
ten (Hn.  Munster,  Gifhorn  im  Lüneburgseben,  Oberharz:  Andreasberg, 
am  Rehberge,  Oderbrück,  rothe  Bruch,  Borkenkrug—;  Pr.  Brocken). 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Halme   3  —  6"    hoch.       Früchte   hlassstrohgelb .     Dcckblatlchcn   abtallend. 

•5.    C.  obtusata.    Stumpffrüchtige  Segge,  ^^^rchcn 

an  der  Spitze  männlich;  Früchte  fast  kugelig,  glänzend,  mit  einem  sehr 
kurzen,  2-spaltigcn,  durchscheinend- weissllchen  Schnabel ;  Blatter  lineal, 

'^ViLjEBL.  Vet.  acad.  Handl.  1792.  69.  t.  4.     Roch  Syn.  11-862^,  C.  spi- 
cata  Schk.  Handb.  IV.  T.  286.  Q.  q.  q.  f.  159.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  bl. 


592  CirPERACEAE.  Carex. 

Auf  Triften,  auf  trockenem  sandigem  Boden,  nur  Pr.  Halle:  im 
Rienitz,  besonders  an  der  Siid-'V^'^estseite,   liäulig.     Mai.  —    Juli. 

Wiirjel  Stociisprossen  treilioiiJ.  Ilalnio  3  —  4"  Iiocli.  Blätler  lincal ,  zuges|iitzt ,  liiirzpr 
als  cid  Halm.  Friiclitäbre  kurz,  cifoiinig,  3  —  5  -  friirhtig,  mit  aciu  sleliciilileibcmU-ii  «el- 
keii  maniiliclion  Tlicile  an  ilor  Spitze.  Irürlile  aufierlit  -  abstclifna ,  liastanienbraiin.  Drei. 
I.liittclicii    kürzer   als    ilio    Friicliti'. 

B.     Mehrere   Ährchen. 

I.      Zwitterig   oder   tlieils    zwitterig,    tlicils    l-liiitisig.      INarbeii   2. 
•f      Oberes    Ahrclien    zwitferig,    an    der    Spitze    weiblieb,     untere    weiblich. 

6.  C  nilcrostacliya.  Mleinahrige  Segge,  Endstän- 
diges Aehrchen  männlich,  an  der  Spitze  weihiich  oder  iinregelmässig  ge- 
mischt, Aveihliche  2  —  3  dicht  angedrückt,  sitzend;  Früchte  aufrecht,  ei- 
förmig, glatt,  in  einen  2-zähnigen  Schnabel  zugespitzt;  Ualm  3-kantig 
mit  scharfen  Kanten. 

Ehrh.  Beitr.  III.  72.  Calam.  n.9.  Chi.  han.  583.  Kocu  Syn.  IT.  871. 
ScHK.  Haudb.  IV.  T.286.    C.    n.Il.     Sturm  Deutschi.  Fl.  11..%. 

Aufwiesen,  auf  sunipligem  oder  torfigem  Boden,  im  nördlichen  iic- 
bietstheile,  selten  {Iln.;  Munster  im  Lüneburgschen ,  Aurich  — ;  Bin.; 
Hl.  Schlutup  nach  dem  Schwarzteiehc  zu).     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzel    Stocksprossen    treibend.       Halme    1 '/.^ ~'   hocb ,     srblank,    Blatter    sebr   sclimal 

(!"'  breit),  tief  rinnig,  am  Kiele  und  den  Kanten  scharf.  Männliche  Ährchen  langlich- 
kenlenlürmig,    weibliche    Ährchen    3  —  4"'   lang. 

■f-^      Alle    Ahrchen    zwitterig,     au    der    Spitze    männlich, 
a.       Ahrchen    kopfförniig   zus.imniengcdrängt. 

9«   C*  cliordorrliiza.   JPaAenwur selige  Segge»   Aebr- 

chenköpfchen  eiförmig;  Früchte  ruudlich- eiförmig  in  einen  2-zähnigen, 
an  den  Kanten  glatten  Schnabel  zugespitzt;  Halm  an  der  Basis  verzweigt; 
Wurzel  weit  kriechend. 

Ehrh.  in  Linn.  Suppl.  414.  Chi.  han.  576.  Koch  Syn.  II.  446.  Schk. 
Haudb.  IV.  T.286.  G.  u.  I.  i.  n.31.     Fl.  dan.  t.  1408. 

Auf  V^'^eiden,  auf  Torfboden,  im  nord- westlichen  Gebietstheile,  die 
Südgrenze  des  Vorkommens  in  IVord-Deutschland  erreichend,  selten  {Mk.; 
Hn.  Grenzmoor  bei  Haaren,  Hochmoor  bei  Aurich  rechts  vom  Cauale  — ; 
Hl.  Suseische  Sümpfe,  Leesten).     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Wurzel  wagerechte,  fusslangc  Sprossen  und  ansteigende  glatte  Halme  treibend,  welche 
viel    länger    als    die    Blätter   sind.      Früchte    nervig    gestreift. 

*  8.  C  stenoiiltylla.    Steif  blättrige  Segge.    Aehrehen 

köpfchcn  eiförmig  oder  länglich;  Früchte  ellipsoidisch,  9 — 11 -nervig, 
in  einen  kurzen,  ausgcrandeten,  an  den  Kanten  gesägt -scharfen  Schnabel 
zugespitzt;  Halm  glatt  oben  sehärflicb;  Wurzel   weit  kriechend. 

Wahlenb.  Act.  holm.  1803.  142.  Koch  Svn.  II.  564.  Schk.  Ilandb. 
IV.  t.  286.  G.  n.  32.  Stürm  Deutschi.  Fl.  H.  47.  C.  glomerata  Host 
Gram,  austr.  I.  t.  44. 

Auf  Wiesen  (nur  ///.  IVolte).     April,  Mai.  —    Juni. 

Halme  4  —  6"  hoch,  a- kantig.  Blätter  schmal,  rinnig.  »ockblättchen  eirund,  spitz, 
rostroth    mit    weiss -häutigem    Bande. 

b.       Ährchen    z«    einer    zusammengesetzten    Ähre    oder   Rispe    verbunden. 

9.  C  Vtllpina.  Wuchs-Segge,  Aehre  dick  walzenförmig, 
nach  unten  oft  doppelt  zusammengesetzt,  dicht  oder  an  der  Basis  etwas 
gesondert,  Früchte  gedrängt,  sperrig  abstehend,  eiförmig,  5 — lO-nervig, 
in  einen  platten  kurz  gespaltenen  an  den  Kanten  scharfen  Schnabel  zu- 
gespitzt;  Halm  scharf  3-kantig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1382.     Chi.  han.  578.     Koch  Syn.  II.  866.     Schk.  Ilandb. 


Carex.  CYPEBACEAJE.  593 

IV.  T.  286.  C.  11.10.  Sturm  IJeutschl.  Fl.  11.57.  Host  Gram,  austr.  f. 
t.r^e.     Fl.  tlaii.  f..S08.     Kiigl.  bot.  t.  307. 

b.  nenioroga.  Die  hainständige.  Halm  Löher,  Aolire  länger, 
Aebrcheii  mehr  gesondert,    Decliblättcheu  weiss  gerändert. 

Koch  das.     C.  nemorosa  Willd.  Sp.  ]»1.  IV.  232.     Stukm  das.  H.  87. 
Auf   Triften,    Weiden   und    in    Holzungen,    an    Bachen,    Giäben   und 
Sümpfen,    horstweise  allgemein  verbreitet.     I^Iai ,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

\Viir7.el  l.nsclielig.  Halme  1'/.^— 2'  hocli,  dick  und  steif.  Ähre  aus  •'i  — -_8  -  dicLllilii- 
tigeo  Älirolicii  gebildet,  griinlicli,  später  fucbsigbraun.  Die  Ileckbliilter  der  .'\hi'cben  ler- 
längern    sieb    bisweilen    beträcbtlicb    (v.  bia.teata    Cbl.    bau.    das.). 

10>  C  intiricata.  MtachelTc'öpJige  Segge.  Aehre  wal- 
zenförmig, untere  Aebrchen  gesondert;  Früchte  gedrängt,  sperrig-ab- 
stehend, eiförmig,  in  einen  platten,  kurz  gespaltenen,  an  den  Kanten 
scharfen  Schnabel  zugespitzt,  schwachnervig  oder  nervcnlos;  Halm  3- 
liantig  mit  ebenen  Flächen. 

LiNN.  Sp.  pl.  1382.  Chl.ban.  579.  Koch  Syn.  11.  866.  Schk.  Handb. 
IV.  t.286.    E.  n.  22.     Host   Gram,  austr.  I.  t.  54.  aucb  t.  55  (C.  divulsa;   als 

grössere   Form).       Engl.    bot.    t.  1079. 

b.  virens.  Ute  grünliche.  Aehre  länger,  sämmtHchc  Aebrchen  ge- 
sondert,   Früchte  etwas  grösser  und  grünlich. 

C.  vircns  Lam.  Dict.  III.  384.  Chi.  han.  das.  C.  loliacea  Schreb. 
Spic.  fl.  Ups.  64.    Schk.  das.  E.  e.  n.91.    C.  nemorosa  Host.  das.  IV.  t-81. 

c.  divulsa.  Die  unterbrochenährige.  Aehre  länger  und  schmä- 
ler, Aebrchen  entfernt  stehend,  Früchte  etwas  kleiner,  weniger  sperrig 
gestellt. 

DöLL  Rhein.  Fl.  134.  C.  divulsa  Good.  Transact.  of  Linn.  Soc.  II. 
160.  Chi.  han.  das.  Koch  Syn.  das.  Schk.  das.  W.w.  n.  89.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  57.     Fl.  dan.  t.  1280.     Engl.  bot.  t.  629  (im  Beginnen  der 

Blüte).  C.  gUCStphalica  V.  BÖIVNINGH.  Samenkat.  KOCH  das.  (als  nocb  zar- 
tere   scbmälere  Form). 

Auf  Wiesen,  in  Hainen  und  Waldungen,  horstweise  sehr  häufig;  b. 
in  schattigen  Gebüschen;    c.  im  Sumpfe.     Mai,  Juni. —    Juni,  Juli. 

Wurzel  büsebelig.  Halme  1 '/./  lang.  Früchte  grünliclibra.in  ,  von  b.  iiielir  grün.  Spiel- 
art c.  bisweilen  mit  untern  gestielten  Äbrcheu  und  laugcr  ausgewachsenem  unterstem  Deckblatt. 

Bemerk,  >aeh  Herausgabe  der  Cbloris  bei  Melle  im  Osnabrüekscben ,  ko  sämml- 
licbe  hier  aufgeführte  Formen  iu  Gesellschaft  vorkommen,  angestellte  Beobachtungen,  lassen 
keinen    Zweifel,    dass    ihre    Charaktere    ÜbergUnge    darbieten. 

lt.    C.  teretiuscula.     Stielrundliche  Segge,     Aehre 

zusammengesetzt  oder  nach  unten  rispig,  Aebrchen  gedrungen;  Fruchte 
schmal  eiförmig,  beiderseits  convex,  an  der  Basis  schwach  gestreift,  in 
einen  kurz  gespaltenen,  an  den  Kanten  scharfen  Schnabel  zugespitzt; 
Halm  oben  3- kantig  mit  schwach  gewölbten  Flächen;  Wurzel  kurze 
Stocksprossen  treibend.  ^,  ,    ,         ro.-y 

GOODEN.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.  163.  t.  19.  t.  3.  Chi.  han.  583. 
Koch  Syn.  11.867.  Schk.  Handb.  IV.  T.286.  D.  n.  19.  T.  n.  69.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  50.     Engl.  bot.  1. 1065.  und  Analyse  2.  auf  t.  1064. 

b.   major.     Die  grössere.     Fast  doppelt  höher;    Aehre  dicker  und 

mehr  zusammengesetzt. 

Koch  das.  C.  Ehrhartiana  Hoppe. 
Aufwiesen,  Triften  und  in  Waldungen,  auf  sumpfigem  oder  moori- 
gem Boden,  auch  an  Bächen,  kleinhorstweise,  im  nördlichen  und  mitt- 
leren Gebietstheile  ziemlich  häufig,  im  südlichen  selten  (hier  Pr.  Halle: 
zwischen  dem  Bienitz  und  Uückmarsdorf ;  Pr.  fV.  Lotte  im  Ueetbrock; 
b.  in  Mk.).     Mai,  Juni. —    Juli.  _, 

Halme  3/^  —  1 '/j'  lang.  Die  oft  rispenarlige  Ähre  dunkelbraun.  Früchte  nervcnlos, 
glatt,    stark    glänzend.  —       Variirt  mit  auseinander  gerückten   .'Vhrcl.en    und  mit  rispigrr  Al.rc. 


594  C¥PERA€EAE.  Carex. 

lÄ.  C.  paradoxa.  Abweichende  Segge,  Aehre  lappig- 
rispig;  Früchte  t-ilorniig,  beiderseits  convex,  ringsum  nervig  gestreift, 
in  einen  kurz  gespaltenen,  an  den  Kanten  scharfen  Schnaliel  zugespitzt; 
Halm  3 -kantig  mit  schwach  gewölbten  Flächen;    Wurzel  faserig. 

WiLLD.  in'Act.  acad.  berol.  1794.  39.  t.  1.  f.  1.  Chi.  han.  582.  Koch 
Syn.  II.  867.  Schk.  Ilandb.  IV.  t.  286.  E.  n.  21.  C.  canesccns  Uost 
Gram,  austr.  T.  t.  57. 

Auf  Weiden  und  W^iesen,  auch  an  Gräben,  auf  moorigem  Boden, 
horstweise  hier  und  da ,  im  südlichen  Gebietstheile  abnehmend.  April, 
Mai.  —    Juli,  August. 

Halme  1 '/j  —  2'  Loch.  Früchte  dick,  die  fein  sägezähnigen  Kanten  bis  zur  Basis  sieb 
heraliz.iehciid.  INerven  auf  der  äussern  Seite  10 — 1*2,  die  bis  zum  Schnabel  laufen,  dessen 
Basis    liauni    y^    so    breit    als    die    Frucht   ist. 

1».      C.    panieiilata.      Mispige    Segge»     Rispe    locker; 

Früchte  eiförmig,  beiderseits  convex,  an  der  Basis  schwach  gestreift  mit 
auslaufendem  Wittelnerv,  in  einen  kurz  gespaltenen  an  den  Kanten  schar- 
fen Schnabel  zugespitzt;  Halm  oben  3 -kantig,  sehr  scharf,  mit  ebenen 
Flächen;  W"urzel   faserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1383.  Chi.  han.  582.  Hoch  Syn.  11.867.  Schk.  Handb. 
IV.  T.286.  D.  n.20.     Sturm  Deutschi.  Fl.  H.50.     Host  Gram,  austr.  I. 

t.85.       Fl.    dan.    t.  1116.       Engl.    bot.    t.  106f  (Analyse  2   ausgeschlossen). 

Auf  W^eiden  und  V^'^iesen,  auch  an  Gräben,  auf  moorigem  Boden, 
horstweise  sehr  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli. 

Ilaluic  l'/2  —  3'  hoch.  Kanten  der  gelbliclibraunen  ,  matten  Früchte  bis  unter  die  Mitte 
sich  herahzieliend.  —  Auf  trockcncrm  Boden  bleibt  die  Pflanze  kleiner,  hat  schmälere  Blätter 
und  einen  fast  übrigen  Friiihtstand.  Diese  Form  ist  den  beiden  »orhergcbenden  Arten  sehr 
ähnlich,    wie  denn  überhaupt   alle  3  nur  an  den  Frücliten    mit  Sicherheit  zu  unterscheiden   sind. 

•J"|"J-      Mittiere  Ahrchen    an  der  Spitze    männlich,    obere    ganz    männlich,    untere  ganz   treiblicb. 

14.    C.  arenaria.    Sand-Segge.    Aehre  zusammengesetzt, 

an  der  Basis  meistens  unterbrochen;  Früchte  eiförmig,  plaii-convex,  aussen 
7 — 9 -nervig,  innen  5 -nervig,  in  einen  langen  Schnabel  mit  geflügelten 
Kanten  zugespitzt;    Wurzel  lang  wagerecht  kriechend. 

LiNN.  Sp.  pl.  1381.  Chi.  han.  577.  Koch  Syn.  II.  865.  Schk.  Handb. 
IV.  T.286.  B.  und  D.d.  n.6.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  2  und  69.  Host 
Gram,  austr.  I.  t.  49.  Fl.  dan.  t.  1766.  Engl.  bot.  t.  928.  IIayne  Arz- 
neigew.  V.  T.  7. 

Auf  Heiden,  Triften,  an  Fluss-  und  Meeresufern,  im  fast  reinen  Sande, 
besonders  auf  Flugsand,  im  nördlichen  Thcile  des  Gebiets  bis  nach  Han- 
nover truppweise  häufig,  im  mittlem  Theile  kaum  vorkommend,  im  süd- 
lichen sehr  selten  (hier  ^n.  Dessau).     Mai.  —    Juni,  Juli. 

Wurzelstock  walzig,  mehrere  Fusse  weit  unter  der  Erdoberfläche  fortlaufend,  regelmässig 
gegliedert,  an  den  Knoten  mit  in  Fasern  sich  auflösenden  Scheiden  besetzt,  ^/^  —  1'  hohe 
Halme  emporsehiekend  und  Faseriiurzcln  treibend.  Ähre  länglich,  breit,  1"  lang,  oberste 
Abrchen  ganz  männlich,  untere  weihlich,  aus  dem  Strohgelben  in's  Rostfarbene  überge- 
hend, —       Stengel    und    Wurzeln    gerieben    nach    Terpentin    riechend. 

■J-J-J-J-      Mittlere   Ahrchen   ganz    männlich,    obere    und    untere   ganz    weiblich. 

th,    C   Intermedia.     Mittelmännige  Segge.     Aehre 

zusammengesetzt  gedrungen,  selten  an  der  Basis  iinterbrochen;  Früchte 
eiförmig,  plan-convex,  aussen  11 — 15-nervig,  in  einen  niittellangen  Schna- 
bel mit  scharfen  Kauten  zulaufend;  Wurzel  kriechend. 

GoODEN.  in  Transact.  of  Linn.  See.  II.  154.  Chi.  han.  577.  Schk. 
Handb.  IV.  T.286.  B.  n.  7.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  55.  Host  Gram, 
austr.  I.  t.  50.  Engl.  bot.  t.  2042.  Hayne  Arzneigew.  V.  T.  8.  C.  di- 
stieha  IIuDS.  Fl.  angl.  403.     Hoch  Syn.  II.  865. 


Carex.  CYPERACEAE.  593 

Aufwiesen  und  Weiden,  an  Flüssen,  Gräben  und  Teielien,  auf  nia- 
gerni,  feucliten»  oder  sumpfigem  Boden,  häufig,  im  mittlem  und  südliclien 
TLcile  des  Gebiets  zunehmend.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Der  vorigen  selir  ülinlicb ,  ziinäclist  durch  die  aljwciclicnde  Stellung  der  GescLleehtcr  zu 
untersclieidcn.  AVurzel  geruclilos.  — •  Der  wenn  aueli  ültcre  HunsON-'selie  J>anic  eine  un- 
richtige   Bezeichnung   enthaltend    und    daher   irrcCührcnd. 

ffftf      Ährchen    z.vitlerig,    an    der    «asis    männlich. 

1«.    C  brizoides.    Zittergras  ähnliche  Segge.    Aehre 

aus  meistens  5  (3  —  7)  genäherten,  länglichen,  spitzen  Aehichen  zusam- 
mengesetzt; Früchte  aufrecht,  eiförmig -länglich,  plan- convex  mit  häutig 
geränderten,  gesägt -winiperigen  Rauten,  in  einen  Schnabel  mit  liurz  ge- 
spaltener Spitze  auslaufend;   Wurzel  stark  kriechend. 

C.  brizoides  a.  campestris  W^imm.  Fl.  v.  Schles.  401.  C.  Schreheri 
Schrank  Rairsch.  Fl.  T.  278.  Chi.  han.  577.  Kocu  Syn.  II.  868.  Schk. 
Handb.  IV.  T.  286.  B.  n.  9.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  46.  Host  Gram, 
austr.  I.    t.  46. 

b.  neiuoralis.     Die  waldständige.     Höher;   Blätter  breiter;  Aehr- 

chen  länglich -kegelförmig,  J)leieh;    Früchte  schmäler. 

WiMM.  das.     C.  brizoides  LiNN.  Sp.  pl.  1381.     Chi.  han.  578.     Kocu 

das.  C.  und  U.  n.  12.      Sturm  das.  H.  50.      Host  das.    t.  47.     Fl.  dan. 

t.  2180. 
Auf  Triften,  an  Ackerrainen,  auf  trockenem  sonnigem  Boden,  trupp- 
weise ziemlieh  häufig,  doch  gegen  ]\orden  abnehmend;  b.  in  \^'^aldungen, 
auf  humoseni  frischem  oder  feuchtem  Boden,  im  südlichen  Gebietstheile 
ziemlich  häufig,  im  mittlem  seltener  (hier  /Jh.  W^eserthahvaldungen,  z.B. 
Lei  Büren,  Soliing,  Gchrdener  Berg,  Eilenriede  bei  Hannover),  im  nörd- 
lichen sehr  selten  (W/.  Reinbeck;  Lb.).  April,  Mai,—  Juni,  Juli;  b.  14 
Tage  bis  3  Wochen  später  blühend  als  die  Hauptart. 

Wurzel  stark  hriechend.  Halme  fein  und  schlank .  '/j— l'lang,  ,on  h.  1  — l'/j'lang, 
oben   3 -kantig    und    scharf.       Ahrchen    hlassbraun ,    an    der    lichlgrünen    Spielart    strohgelb. 

IV.  C  leporlna.  Masen-Segge.  Aehre  aus  meistens  6 
(3 — 8)  genäherten,  rundlich -ellipsoidischen  Aehrchen  zusammengesetzt; 
Früchte  aufrecht,  eiförmig,  plan -convex,  nervig,  mit  schwach  geflügelten 
schärf  liehen  Kanten,  in  einen  2 -zähnigen  Schnabel  zulaufend;  Wurzel 
faserig. 

LlNN.  Sp.  pl.  1381.  Fl.  suec.  326  (nach  Ausweise  von  EllRHART  zu  LlNNEs  Zeit 
in    Ipsala    eingelegter   Ejemplare).       Chi.    han.    578.       KOCH    Syn.    II.    869.       StURM 

Deutschi.  Fl.  11.47.  C.  ovalis  Good.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.  148. 
Schk.  Handb.  IV.  T.  286.  B.  n.  8.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  47.  Host 
Gram,  austr.  I.   t.  51.     Fl.  dan.  t.  1115.     Engl.  bot.  t.  306. 

b.  argyrog^lochin.     nie  silberweisse.     Schlanker;  Aehrchen  etwas 

schmäler,  hellgrün   oder  weisslich. 

Kocu  das.     C.  argyroglochin  HoRNEM.  Fl.  dan.  t.  1710.     Chi.  han.  579. 

Sturm  das.  II.'55. 
Auf  Wiesen,  V^'eiden,  Grasplätzen  und  an  Gräben,  auf  feuchtem  oder 
nassem  Boden,  oft  rasenartig  allgemein  verbreitet;  b.  selten  (lim.;  Lb.; 
Iln.  Lucie  im  Lüneburgschen).     Mai  bis  Juli.  —    Juni,  August. 

Wurzel  starke  Büschel  bildend.  Halme  V2 — 1'  ''"<■''•  Ährchen  graubraun,  Deckblätter 
meist    gelblichbraun    mit    grünem    Mlttelstrcif. 

18.    C.  sttellulata.    Sternjrüchtige  Segge.    Aehre  aus 

meistens  3(  —  5)  gesonderten,  rundlichen  Aehrchen  zusammengesetzt; 
Früchte  sperrig  abstehend,  eiförmig,  plan -convex,  fein  gestreift,  mit 
schärflichen  Kanten,   in  einen  2-zähnigeu  Schnabel  zugespitzt. 

Good.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.  144.  Chi.  han.  580.  Kocu  Syn. 
II.  869.     Schk.  Handb.  IV.  T.286.  C.  n.M.     Sturm  Deutsehl.  Fl.  H.50. 


596  CYPERACEAE.  Carex. 

Host  Gram,  austr.  I.  t.  53.  En^l.  bot.  t.  806.  C.  inuvicata  IIuds.  Fl. 
aiigl.  40fi.  Fl.  dan.  t.  284.  C.  ecliinata  Murr.  Prodi-,  fl.  gott.  76.  Fhrh. 
Calain.   11.68. 

Aul'  Triften,  Grasplätzen,  an  Gräben  und  Teichen,  in  Wäldern,  auf 
nassem  oder  bruchigem  Boden,  horstweise  häufig.    Mai,  Juni. —  Juni,  Juli. 

Wiiriel  stark  büscUclig.  Halme  6"— 1'  l.otli .  na(-li  oben  scharf.  Blallcr  l.cllgiün. 
I'rüelite    stcru-irllgc    Köplolieii    bil.leiiil  ,     ndist    eleu    DcckMiillclien    grüulieli. 

19.    C.  Meleoiiastes.    ^utnpf -Segge,     Aehre  aus  3—4 

genäherten,  rundlichen  Aehrcheii  zusamniengesetzt;  Früchte  cilorniig,  plan- 
convex,  fein  gestreift  mit  rundlichen  Kanten,  in  einen  kurzen  ungezähn- 
ten Schnabel   zugespitzt. 

Ehrh.  in  LiNN.  Suppl.  414.  Koch  Syn.  II.  870.  Schk.  Ilaiidb.  IV. 
T.  286.  l.  i.  n.97. 

In  Mooren,  auf  den  Bulten,  im  Wasser,  nur  IIa.  Esterwege  im  Mep- 
penschen.     Mai.  —    August,  September. 

Wuiiel  faserig,  aichtlmscliclig.  Halme  straiV  aufrecht,  1'  hoch,  dicht  unter  iler  Ähre 
scl.arllich.  übrigens  glatt.  Blätter  '/j'"  breit,  gefalzt  -  rinnig  luit  vortretendem  Kiel.  Ähr- 
chen an  einander  slossend  ,  3'"  lang.  Kapseln  wenig  länger  als  die  eirunden  spitzen  Dcck- 
blättchcn.    or,ingebrann. 

Benierl».  IVach  einer  Andeutung,  die  sich  jetzt  nicht  weiter  verfolgen  lässt,  ist  es 
wahrscheinlich,  dass  diese  Segge,  mit  C.  teretiuscula  verwechselt,  auch  im  Holstcinschen 
vorkommt. 

ao.     C.    eloiigata»      Verlängerte   Segge»     Aehre  aus 

8  — 12  locker  siehenden,  länglich-walzigen  Aehrchen  zusammengesetzt; 
Früchte  aufrecht-abstehend,  ellipsoidisch-eiformig,  fast  beiderseits  convex 
mit  abgerundeten  Kanten  und  ringsum  gestreift,  Schnabel  kurz,  undeut- 
lich 2-zähiiig;  W^urzel   faserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1383.  Chi.  han.  581.  Koch  Syn.  II.  870.  Schk.  Handb, 
IV.  T.  286.  E.  n.  25.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  79.  Fl.  dan.  t.  1236. 
Engl.  bot.  t.  1920.     C.  multiculmis  Euru.  Cal.  n.  88. 

b.  Oebliardi.     Die  Gebhardsche.     INiedriger;    Aehrchen    rundlich- 
länglich;    Früchte  schmäler. 

C.  Gebhardi   Schk.  das.  H.h.h.h.   n.  192.      Willd.  Sp.  pl.  IV.  240. 
C.  elongata  b.  alpestris  Chi.  han.  das. 
Auf  Wiesen,    an  Gräben   und   Teichen,    auf  sumpfigem    oder   nassem 
Boden,    horstweise  ziemlich  häufig;    b.  am  Oberharzc  (Bruchberg,  Bro- 
cken).    Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Halme  l'/j  —  3'  hoch.  niäticr  schmal,  hellgrün.  Ähren  bis  3"  lang,  ÄLrchen  gelb- 
lich,   dann    branngrün. 

AI.    C.  canesceiif^.     Graue  Segge»     Aehre  aus  meistens 

6  (4  —  7)  wenig  abstehenden,  rundlich- länglichen,  stumpfen  Aehrchen  zu- 
sammengesetzt; Früchte  aufrecht -abstehend,  cllipsoidisch,  fast  beider- 
seits conve\  mit  abgerundeten  Kanten,  ringsum  fein  gestreift,  Schnabel 
sehr  kurz,  kaum  merklich  2-zähnig;  Wurzel  kurze  Stocksprossen  treibend. 
LiNN.  Sp.  pl.l383.  Chi.  han.  581.  Koch  Syn.  Tl.  870.  Schk.  Handb. 
IV.  t.  286.  C.  n.  13.  Sturm  Deutschi.  Fl.  Ü.  50.  C.  curta  Good.  in 
Transact.   of  Linn.   Soe.   II.  145.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  48. 

b.    brunegcens.      Mtie  bräunliche.     Aehrchen  kürzer,  fast  kugelig; 
Deckblättchen  braun. 

Koch  Syn.  Ed.  I.  753.    C.  Persona  ders.  Ed.  II.  11.870.    C.  cancscens 
V.  alpestris  Chi.  han.  582.      C.  Gebhardi  Sturm  das.  H.  50. 
Aufwiesen,    Weiden   und   au  Gräben,    auf  nassem,    sumpfigem   und 
bruchigem  Boden,  horstweise  sehr  häufig;   b.  am  Oberharze  (Bruchberg, 
Brocken).     Mai,  Juni. —   Juli,  August. 

Blassgrün,  Halme  1  —  1 '/j'  hoch.  Blätter  sehr  schmal.  Ährchen  griinlichweiss  ,  später 
graubraun,    au    b.    dunkelbraun    mit    weissgcrSiiderlen    Heckblättchen. 


Carex.  CYPEBACEAE.  597 

«».    C  reniota.    Mntferntährige  Segge»    Untere  3—4 

Aehrchen  weit  entfernt  stehend,  mit  verlängerten,  die  ganze  Aehre  über- 
ragenden Deckblättern;  Frücbte  aufrecht,  länglieh- eiförmig,  plan-convex, 
in  einen  etwas  gespaltenen,  an  den  Kanten  scharfen  Sehnabel  zugespitzt; 
Halm  schwach  und  überhängentl;  Wurzel  faserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1383.  Chi.  han.  580.  Koch  Syn.  II.  869.  Schk.  Handb. 
IV.  t.286.  E.  n.23.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  50.  Fl.  dan.  t.370.  Engl. 
bot.  t.832.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  52. 

In  Hainen  und  lichten  "V^^aldungen,  besonders  an  Bächen,  auf  fri- 
schem, nassem  oder  sumpfigem  Boden,  horstweise  häufig.  Mai,  Juni. — 
Juli,  August. 

Haluic  1  —  '2'  lioch,  schlank,  fein,  nebst  den  selir  scliinalen  BlUllern  Logig  und  sclilafl. 
Ähreben    scbni.il    länglich,    obere    zu    4  —  6    genähert    stehend,    hellgrün. 

«3.    C.  axillaris.     WinJcelährige  Segge»     Untere  2—3 

Aehrchen  entfernt  stehend  mit  verlängerten  üeckblättein,  deren  unter- 
stes die  ganze  Aehre  überragt ;  Früchte  aufrecht ,  länglich  -  eiförmig, 
plan-convex,  vielstreifig,  in  einen  an  den  Kanten  scharfen  2-zähnigen 
Schnabel   zugespitzt;    Halm  straff. 

GOODEN.  in  Transact.  of  Liun.  Soc.  II.  151.  t.  19.  f.  1.  Chi.  han.  581. 
Koch  Sjn.  II.  869.     Schk.  Handb.  IV.  t.286.  R.  n.  62.  und  D.d.  n.22b. 

(besser).      Engl.    bot.    t.  993. 

b.  Büniiinghausiana.  Die BSnningAausensehe.  Niedriger;  Blät 
ter  etwas  schmäler;  Deckblatt  des  untersten  Aehrchens  die  Spitze  der 
Aehre  nicht  erreichend. 

C.  Bönninghausiana  V^'eiue  in  Reg.  bot.  Zeit.  IX.  2.  743.     Koch  Syn. 

II.  868.     Sturm  das.  H.55.     Fl.  dan.  t. 2:300.     C.  remota  v.  macra  Chi. 

han.   das. 

Auf  >Yicsen,  auf  sumpfigem  Boden,   sehr  selten  (nur  Hn.  Osnabrück. 

Dissen,    nebst  b.,    Iburg,    Lingen,    Wühlenburg   im  Lüneburgscheu,    am 

Ith).     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Gesammlunseheu  der  vorherigen  Art,  durch  die  straff  aufrechten  Halme,  die  untern  we- 
niger entfernten  Ährchen  und  die  weniger  langen  Deckhlälter  derselben,  von  denen  nnr  das 
unterste  die  Halmspitzc  erreicht,  nicht  selten  noch  helrnchtlich  unter  derselben  lurückblelbt, 
lu    unterscheiden. 

«4.  C  loliacea.  Iiolchartige  Segge.  Meistens  4,  ent- 
fernt stehende,  rundliche,  arinblütige,  vom  Deckblatt  nicht  oder  kaum 
überragte  Aelirchen;  Früchte  ellipsoidisch.  stumpikantig,  spitzlich,  fem 
gestreift  und  ohne  Schnabel.  rv      .l     i  i 

LiNN.  Sp.  pl.  1382.  Cl.I.han.580.  Koch  Syn.  11.871.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.69.     Schk.  Handb.  IV.  T.286.  P.p.  n.  104.  (C.  tenelia).     Fl.  dan. 

t-  1403.  .         .         .  „      „ 

In  Mooren,  an  etwas  trockenen  Stellen,  sehr  selten  (nnr  Hn.  «our 
tanger  Moor  eine  Stunde  von  Schede).     Mai.  —    Juni. 

SVurzel    kriechend.       Halm    fein,    xart.     1  —  1 'A'   '»"S'    3 -eckig.        Hlälter    fast    so    l..ng 

als    der    Halm,    sehr   schmal,    1"'   breit,    fein   zugespitzt,    heuglg.       Aehrchen   2— 4-blül.g, 

durchscheinend  weiss.     Deckblätter  halb  so  lang  als  die  Früchte,  weiss  mit  braunlicher  M.ttelr.i.i.e 

II.      Aehrchen    eingeschlechtig,    obere   männlich,    untere    weiblich;     selten 

das    endständige    zivitterig. 

•      Zwei   Narben. 

«5.  C.  .«triCta.  Straffe  Segge.  Männliche  Aehrchen  mei- 
stens 2,  weibliehe  meistens  3,  an  der  Spitze  oft  männlich,  verlängert 
walzenförmig,  spitz,  sitzend  oder  kurz  gestielt,  aufrecht;  Fruchte  dieht 
geschindelt,  zusammengedrückt- ellipsoidisch,  schwach  ^— ' " ^V?"'  S  ""„• 
kurzem  stumpfem  Schnabel;  Halm  an  den  Kanten  scharf.  Blatter  strall 
mit  netzfaserig  aufieissendcn  Scheiden. 


598  CIPERACEAE.  Carex. 

GOOD.  in  Tiaiisael.  ot  Linn.  Soc.  II.  196.  t.  21.  f.  9.  Chi.  l.an.  590. 
Koch  Syii.  II.  872.  Sturm  Deutscbl.  Fl.  II.  56.  Scuk.  Ilandb.  IV.  T.  286. 
V.  n.  78.     Host  Gram,  a.istr.  I.  t.  94.     Engl.  hot.    t.  914. 

Auf  Wiesen,  auf  suinpligem  oder  moorigem  Boden,  liorstweisc  ziem- 
licli  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzel  Slocksprossen  treibeiMl.  Halme  I '/j  —  2'  lioch ,  straff  un.l  steif,  nel.sl  <len 
ULitlcin  hliinlleligriin.  .Mannllel.c  sowol.l  als  «eil.liclic  Aehrelicii  1  —  1 V2".  selten  2"  lang. 
i>ü.l.te    gri.nliel.,    lial.l    naeli    .1er    Kelle    anfallend. 

94».  O.  CaespitOi^a.  HasenSegge.  Männliches  Aehrclu-n 
meistens  einzeln,  weibliche  2 — 3,  länglich-walzenförmig,  stumpf,  aufrecht 
sitzend  oder  unterstes  sehr  l.urz  gestielt;  Früchte  dicht  stehend,  zusam- 
meiigedrüclit-ellipsoidiscb,  streifenlos  mit  sehr  kurzem  stumpfem  Schna- 
bel; Halm  an  den  Kanten  scharf,  Blätter  später  schlaff  mit  netzfaserig 
aufreissenden  Scheiden. 

Linn.  Fl.  SUCC.  333  (ob  auch  Sp.  pl.  scbeint  zweifelhaft;   vergl.  C.  vulgaris).      Svensk 

bot.  t.222.     Fl.  dan.  t.  1281  ?     C.  pacifica  Drej.  Fl.  exe.  hafn.  292.      C. 
Drejeri  Koch  Syn.  II.  872. 

Auf  \^'^iesen,  auf  nassem  oder  sumpfigem  Boden,  horstweise  im  nörd- 
lichen und  mittlem  Gebiet  ziemlich  häufig  (Hin.;  Hn.  Celle,  Hannover, 
Osnabrück  — ),    im  südlichen  bis  jetzt  nicht  gefunden. 

"Wurzel  kurze  Stochsprossen  treibend.  Halme  1  —  1 '/j'  hoch ,  sIralT,  nebst  den  Blattern 
licbt-blänliebgrÜD.  Mannlicbc  Aehrcbeii  rostbraun,  wie  die  «eiblicben  '/;  '''«  V4"  '""g- 
Früchte  unreif  olivengrün  mit  si'bwaeli  angedeuteten  l'altcn,  reif  etwas  abstehend,  stärker 
glall,     strohgelb    oder    liclilbrauu.   —       Variirl    mit    breitern    Blattern;    mit    '/./'   lang 


elten    Aebrchen ;    mit   fast   faltiecn    Früchten. 


Bemerk.  1.  Eine  im  EHRHART'schen  INachlass  befindliche,  in  Ipsala  unter  dem 
IVamen  von  C.  caespitosa  L.  eingelegte  Anzahl  von  Exemplaren,  beweisen,  dass  diese  mit 
lielfascrigen  Scheiden  und  sireifcnlosen  Früchten  versehene  Segge  C.  caespitosa  L.  Fl.  succ.  ist. 

Bemerk.  2.  Koch  sagt  in  der  Diagnose  von  C.  I>rejeri:  „radicc  stolonibus  de- 
slituta.«  LANt;  a.a.O.  sagt:  „die  Wurzel  ist  rascnbildend  und  sprossend."  In  der 
gleich  folgenden  KoCH'schen  Diagnose  lon  C.  vulgaris  heisst  es:  „radicc  stolonifera."  Ein 
hieraus  zu  folgernder  scharfer  Gegensatz  im  Wurzelbauc  zwischen  C.  caespitosa  und  C.  vul- 
garis findet  indessen  nicht  Statt.  Beide  Arten  treiben  Stocksprossen  unter  der  Erde  (soboics), 
hei  C.  caespitosa  sind  diese  nur  kürzer,  ivonaili  sich  ein  dichlerer  Horst  bildet,  wahrend 
der    Horst   von    C.  wilgaris    lockerer   ist,    auch    wohl    ]\cbeuhurste   hat. 

ÄV.  C  vulgaris.  Gemeine  Segge»  Männliches  Aehrcheu 
meistens  einzeln,  weibliche  meistens  2 — 3,  länglich-waizenfönnig,  stumpf, 
aufrecht,  sitzend  oder  unterstes  kurz  gestielt;  Früchte  dicht  geschindelt, 
linsenförmig -ellipsoidisch,  auf  dem  Kücken  undeutlich  3 — 7-streifig,  mit 
sehr  kurzem  stumpfem  Schnabel;  Halm  an  den  Kanten  scharf,  Blätter 
straff  mit  faserlosen  Scheiden. 

Fr.  IVov.  Fl.  suec.  Maut.  III.  158.  Koch  Syn.  II.  872.  C.  caespitosa 
GooD.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  IL  195.  Chi.  bau.  588.  Scuk.  Handb. 
IV.  T.  A.a.  und  B.  b.  n.85.  c.  d.e.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  50.  Host 
Gram,  austr.  I.  t.91.     Engl.  bot.  t.  1507. 

Auf  Triften,  V^'^eiden,  V^'iesen,  auf  feuchtem  nassem  oder  sumpfigem 
Boden,  horstweise  allgemein  bis  auf  die  Brockeuhöhe  verbreitet.  Mai, 
Juni.  —    Juli  bis  September. 

Wnrzel  Stocksprossen  treibend.  Halme  meistens  zwischen  6"  bis  1'  hoch,  bisweilen 
auch  höher,  Blatter  gestreckt,  etwas  steif,  kürzer  als  der  Halm,  nebst  diesem  bell  hlangrün. 
Männliche  Achreben  6ch»arzbraun ,  ^4  —  1"  lang,  weibliche  '/j  kürzer.  Früchte  blassgrün, 
nach  der  Reife  noch  lange  stehen  bleibend.  —  Variirl  luit  hühern ,  schiankern  Halmen  und 
um  '/.^  auch  «ohl  2/3  schmälern  Blättern  (v.  juncclla  Fk.)  ;  mit  fast  glatten  Halmen  und 
um  '/.^  breileru  Blattern;  mit  verkürztem  (6"  hohem)  nehst  den  gedrängten  Bl.nttern  bogig 
nnstcigcndiin  Halmen  und  wenigen  kurzen  Aehrchen  (v.  Bructcri)  ;  mit  doppelt  so  vielen  Aehr- 
cheu;   mit    /.«iticrigem   Endahrcheu,    mit   längern    und    schmalem,    so    ivie   mit    um    -/j    kürzern, 


Carei.  CYPERACEAE.  599 

8  —  10  -  blutigen  ,  weiblichen  Aebrchen  ;  mit  etwas  schmälern  Acbrchen  ,  die  langer  als  itic 
sluiupfen  Deckblattchen  unil  mit  breitern,  ilie  kiirjcr  als  die  oft  lang  iiigi-spititen  Derkblüttcben 
sind;  mit  stärker  convcicn  Früchten,  an  denen  die  INerten  last  gänzlich  verschwinden;  mit  fast 
»erschwindendem  Schnabel  der  Früchte;  mit  auffallend  weisslicbgrüu  und  mit  thcilweise  oder 
ganz  schwarzbraun  überlaufenen  Früchten ;  mit  ganz  schwarzbraun  gefärbten  Derkblättchcn  ohne 
grünen  Slittclslreif. 

C.  prolixa  Fr.  Summ.  veg.  Scand.  "üS.  seheint  der  Beschreibung  nach  eine  Form 
von  C.  acuta  zu  seyn ,  mit  stärker  gestreiften  Früchten,  zugespitzten  und  kräftiger  gefärbten 
Deckblältchen,  die  auch  bei  uns  an  Teichrändern  vorkommt.  Doch  habe  ich  die  Beschaffenheit 
der  >Vurzel,  welche  FRIES  ciespilosa  (also  ohne  Stocksprossen)  angiebt,  bislang  nicht  unter- 
suchen   konucn. 

*Ä8.  C  rigida.  Starre  Segge»  Männliches  Achrclien  ein- 
zeln, weihliche  2  —  3,  länglich  oder  kurz  walzenföi-mip;,  aufrecht,  oberste 
sitzend,  untere  gestielt;  Früchte  locker  geschindelt,  zusammengedrückt- 
eüipsoidisch,  ungestreift,  mit  sehr  kurzem  stumpfem  Schnabel,  Halm 
scharfkantig,  unter  der  Aehre  schiirflich,  Blätter  steif,  hogig  zurückge- 
krümnit. 

GooD.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.  193.  t.22.  Kocii  Sjn.  II.  873. 
ScHK.  Handb.  IV.  T.286.  U.  n.  71.  Engl.  bot.  t.  2047.  C.  saxatilis  Wäh- 
lend. Fl.  läpp.  247.     ScHK.  das.  T.  t.  n.  40.     Fl.  dan.  t.  159. 

Auf  den  Höben  des  Harzes,  auf  niagcrm  Boden  und  in  rauhem  Klima 
(nur  auf  dem  Brocken  über  3000'  Hohe,  besonders  am  südlichen  Ab- 
hänge).    Mai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

AVurzelstock  vielköpfig,  starke,  von  braunen  Scheiden  umschlossene  Stocksprossen  trei- 
bend.      Ualm    6 10"    hoch,    aus   hogiger,    mit   abgestorbenen    Blättern    umgebener  Basis    an- 

blcigend,  steit,  furchig,  mit  Ausnahme  der  Spitze  glatt.  Blätter  an  der  Basis  des  Halms 
dicht,  fast  "J- zeilig  stehend,  2 — "2 '/•/"  breit  und  etwas  schwertförmig.  Männliche  und 
weibliche  Aebrchen  schwarzbraun,  Deckblältchen  oval,  stumpf  mit  feiner  grüner  Mittelrippe, 
oder  ohne  diese.  Steht  der  Torhergehcnden  Art  sehr  nahe,  und  lässt  sieh  von  alpinen  For- 
men derselben,  die  denselben  Halm-  und  Blällerwnchs  zeigen  (C.  vulgaris  v.  Briieleri)  zu- 
nächst durch  den  gedrängtem  Bau,  die  unten  knotig  verdickten,  stets  in  krummer  Biegung 
aufsteigenden  Halme,  dreilach  breitere  Blätter  und  die  wenig  schmälern  Früchte,  von  denen 
die  untern  oft  etwas  auswärts  gebogen  sind,  unterscheiden.  —  Es  kommt  eine  Spielart  mit 
schmälern  etwas  schlaft'eu  Blättern  vor,  auch  trifft  man  Exemplare  mit  lichthraunen  männlichen 
Aebrchen. 

ä9.  C.  acwta.  Spitze  Segge»  Männliche  Aebrchen  2—3, 
weibliche  4  —  5,  meistens  an  der  Spitze  männlich,  verlängert  walzenför- 
mig, gegen  die  Basis  verschmälert,  gestielt,  zur  Beifzeit  überhängend, 
unterstes  Deckblatt  meistens  den  Halm  überragend;  Früchte  locker  ge- 
schindelt, unterste  gesondert,  zusammengedrückt  ellipsoidisch ,  auf  dem 
Bücken  schwach  3  —  7- nervig,  in  einen  kurzen  Schnabel  verschmälert; 
Halme  an  den  Kanten  scharf,   Blätter  schlaff  mit  faserlosen  Scheiden. 

Linn.  Sp.  pl.  1388  ß.  Chi.  bau.  592.  Kocu  Sjn.  873.  Schk.  Handb. 
IV.  T.  28G.  F.  e.  und  F.  f.  n.  92.  Sturh  Deulschl.  Fl.  H.  57.  Host 
Gram,  austr.   I.   t.  95.     Fl.   dan.  t.  2247.     Engl.   bot.  t.  580. 

b.  nervosa.  Hie  nervige.  Halm  doppelt  und  3- fach  niedriger. 
Blätter  gedrängt,  bogig  ansteigend;  Aebrchen  genähert,  weibliche  kurz 
walzenförmig,    Früchte  breiter  mit  schärfer  vortretenden  Nerven. 

C.  trinervis  Degland  in  Lois.  Fl.  gall.  731.     Pers.  Syn.  II.  54fi.     I)k 

Cand.  Fl.  franr.  VI.  219.     C.  frisica  W.  Koch  in  Ucg.  bot.  Zeit.   181(). 

S.  273. 

Auf  Triften  und  Wiesen,  auch  in  liebten  Waldungen,  aul  sunipligeni 

oder  moorigem  Boden,    horstweise  bis  auf  die  Brockenhöhe    sehr  häufig. 

Mai,  Juni.  —     Juli,  August.  ^      ow -.  , 

Wurzel  starke  Stocksprossen  treibend.       Halme    2  —  3'    hoch,    nebst    den /^       b.ei 

ten   Blättern    grasgrün.       Fruchtährcbcn    -i—'i'/j"    lang.    —       Variirt   fast    eben    so    m.nnichfach 


600  CYl^EBACEAE.  Carex. 

hikI  iiacli  (Ipiisclbcn  Momi'iik'ii  ,  die  ohcn  lici  <;.  vulgaris  angegeben  uorflco  »iiid.  Die 
SnieJIidt't  h.  ein  Krzeugniss  tlet*  Sdndhodons ,  ItisH-eileii  nur  4  —  O'  hoch,  stufig  zusaninien- 
g.Mliängt,  Stocksprosscn  unil  Wurzeln  dagegen  st:irl>er  ansgchildet :  Erseheinnngcn ,  die  sieh 
liei  allen  krantai'tigen  Cjewäclisen  wahrnehmen  lassen,  wenn  sie  auf  einen  magern,  sandigen 
ttodcn  übergehen.  SUinnitliche  Tormen  dieser  Art  sind  von  den  viell'aehen  Formen  der  C. 
«ulgaris    durch    die    etwas    6|)itz    in    den    Schnabel    »nlanlendc    Frucht   i.i    unterscheiden. 

■■       Drei    Warben. 

a.  Endslandigcs   Aehrchen    zwitterig. 

30.  C  Biixbauniii.     Buacbaum's  Segge*    Endährchen 

oben  weil)lieli,  unten  miinnlicli,  folgende  2 — ti  xlehrchen  weiblich,  sanunt- 
lich  länglich,  fast  sitzend;  Früchte  gedrängt,  3- hantig -ellipsoidisch, 
schwach  5 — 7-faltig  mit  sehr  kurzem  Schnabel,  Blätter  später  schlaft", 
mit  netzfascrigen  Sciieiden. 

Wauleivb.  in  Act.  IJolm.  1803.  163.  Chi.  han.  589.  Koch  Syn.  II. 
874.  SciiK.  Ilandb.  IV.  T.  286.  G.  g.  n.  76  (C.  polygama).  Sturm  Deutschi. 
Fl.   11.61.     Fl.  dan.  t.  1406. 

In  Wiesen,  auf  Sumpfboden,  selten  (Pr.  Halle:  zwischen  Dölau  und 
der  Heide,  rechts  vom  Kröllwitz -Dölauer  "Wege,  Südseite  der  Üölauer 
Heide  — ;  Iln.  Zwischen  Meppen  und  Haaren  östlich  der  Ems  in  geringer 
Menge  — ;   Hl.  Trittau  in  der  Hasenheidc  — ).     Juni,  Juli.  —   August. 

AVnrzel    wenige    Sfochsprossen    treibend.        Halme    1 '/^  —  2'    Loch,     schlank,  oben    wenig 

soliarf,    nebst   den  Blättern   hlaugriin.       Aehrchen  nur  6  —  7'"  lang  und  3'"   breit.  «ccfcblätf- 

chen  der  männlichen  Blüten  hellrosffarben ,  der  weibliehen  rostfarben  mit  grünem  Mittclstrcif. 
Früchlc    klrin,    hli.ulichgrün. 

b.  Endständige    Aehrchen    männlich. 
a.  il.       Schnabel    lang   oder   Früchte   gross. 

a.  a.  a.-     Früchte    kahl. 

31.  C.  palllflOi>«a.  Sumpf -Segge,  Männliche  Aehrchen 
1 — 3,  weibliche  2  —  4,  walzenförmig,  untere  gegen  die  Basis  verschmä- 
lert und  gestielt;  Früchte  geschindelt,  zusammengedrückt- eiförmig,  7- 
streifig,  in  einen  niittellangen  2- zähnigen  Schnabel  verschmälert;  Halm 
3-kantifi;  mit  scharfen  Kanten;  Blätter  straff  mit  nctzfascrig  aufrcisscn- 
den  ScJieiden. 

GooD.  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.  202.  Chi.  han.  593.  Koch  Syn. 
II.  887.  ScHK.  Handb.  IV.  T.  286.  O.  o.  und  V.  c.  n.  103.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.53.  Host  Gram,  austr.  1.92.  Fl.  dan.  1. 1767.  Engl.  bot.  t.  807. 
C.  acutiformis  Ehrh.  Calani.   n.30. 

Auf  Triften,  Wiesen,  an  Bächen,  Gräben  und  Teichen,  auf  nassem 
oder  Sumpfboden,  horstweise  häufig.     April,  Mai. —    Jnni. 

Gesammtanschen  der  C.  acuta,  aber  noch  breitblätlrigcr.  "Wurzel  Sfochsprossen  treibend. 
Halme  2  —  .5'  hoch,  nebst  den  Blättern  blänlichgrün.  Früchte  mit  der  Siiilzc  locker  abste- 
hend, olivenfarben,  Deckblältehcn  rostbraun.  —  Variirt  mit  etwas  längern  Früchten  (C. 
Itocliiana  I)E  CanD.  Fl.  fran?.  V,  297.);  mit  linealen  Ucckblallchen  und  mit  pfriemlich 
verlängerten,    die    Früchte    weit   überragenden    ncckblällehen. 

3Ä.  C  riparia.  Ufer -Segge»  Männliche  Aehrchen  1— -5 
mit  stachelspitzigen  Deckblättchen,  oberste  vor  dem  Blühen  3 -hantig, 
weibliche  2  —  5,  dich  walzenförmig,  gestielt,  aufrecht,  untere  später 
nickend,  Früchte  ei-kegelförmig,  dicht  gestreift,  mit  zngespitzten,  sperrig 
gelichteten  Schnabelzähnen;    Halm  3 -kantig  mit  scharfen  Kanten. 

Curt.  Fl.  lond.  Fase.  IV.  t.  60.  Chi.  han.  593.  Koch  Syn.  II.  887. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  69.  Schk.  Handb.  IV.  T.  286.  Q.  «j.  und  l\.  r. 
n.  105.  Fl.  dan.  t.  1218.  Engl.  bot.  t.  579.  C.  erassa  Ehrh.  Calam.  n.  59. 
Host  Gram,   austr.   I.   t.  93. 


Cai-ex.  CYPERACEAE.  601 

An  FIuss-  und  Teichufern,  iii  Gräben  und  Sümpfen,  horstweise  häu- 
fig.    April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Wurzel  kricilieuile,  kurz  gegliederte  Stoclisprosscii  treibend.  Halme  3  —  6'  Loeb.  Blat- 
ter   bis    '/2"    '"''^''-       Scheiden    nicbt   nctzl'aserig. 

33*     €'.    ampiillacea.     Wlaschen-  Segge»     Männliche 

Aehrchen  1 — 3,  weibliche  2  —  3,  entfernt  stehend,  aufrecht,  dick  walzen- 
förmig, hurz  gestielt;  Früchte  gedrängt,  fast  wagerecht,  aufgeblasen 
kugelig -eiförmig,  ringsum  gestreift,  in  einen  langen  schmalen  Schnabel 
mit  2  stachelspitzigon  Zähnen  übergehend;  Halm  stumpf  3- kantig,  glatt. 

GOOD.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.  207.  Chi.  hau.  594.  Koch  Syn. 
II.  886.  Scan.  Ilandb.  IV.  T.286.  T.  t.  n.  107.  Sturm  Deuschl.  Fl.  H.  2 
und  57.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  99.  Fl.  dan.  t.  2248.  Engl.  bot.  t.  780. 
C  obtusangula  Eurh.  Calam.  u.  50.     C.  vesicaria  ß.  Linn.  Sp.  pl.  1389. 

Auf  Triften,  an  Gräben  und  Teichen,  auf  nassem  oder  sumpfigem 
Boden,    hörst-  oder  truppweise  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

WurzelstoeU  kriecbcnd.  Halme  bis  2'  hoch,  nebst  den  Blättern  graugrün.  Frucbt- 
iihrelien  2  —  .3"  lang,  Früchte  dünnhäutig,  hell  grüngelb,  unterste  des  unteren  Aehrchens 
gesondert    stehend.       Kommt   liiswcilcn    mit    lerlangerten ,     hängenden    unteren    Aehrchen    vor. 

3<i.    C  lesicaria.    Blasen- Segge»    Männliche  Aehrchen 

I — 3,  weibliche  2  —  3,  entfernt  stehend,  <ricK  walzenförmig,  gestielt, 
untere  später  oft  hängend;  Früchte  gedrängt,  abstehend,  aufgeblasen, 
ei -kegelförmig,  ringsum  gestreift,  in  einen  langen,  zusammengedrückten 
Sehnabel  mit  stachelspitzigen  Zähnen  auslaufend,  Halm  3  -  kantig  mit 
scharfen  Kauten. 

Linn.  Sp.  pl.  1388.  Chi.  hau.  594.  Roch  Syn.  11.886.  Schk.  Handb. 
IV.  T.286.  S.S.  n.  106.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  69.  Host  Gram,  auscr. 
I.  t.98.     Fl.  dan.  t.647.     Engl.  bot.  t.  779. 

Auf  Triften,  an  Gräben  und  Teichen,  auf  nassem  oder  sumpfigem 
Boden,    borst-  oder  truppweise  häufig.     Mai,  Juni.  — •    Juli,  August. 

Wiirzelslocl;  lirieehend.  Halme  1 '/,.  —  -3'  lioch ,  nchst  den  Blättern  grasgrün.  Frueht- 
ährehen    ly^  —  ^V,,"    "-»"g,    Trüehle    hell    grüngelb. 

35.  C  Pseiido-CyperMs.  Cypergras.Segge,  Männ- 
liches Aehrchen  einzeln,  weibliche  Aehrchen  3 — 6,  einander  genähert, 
dick  walzenförmig,  lang  gestielt  und  hängend;  Früchte  gedrängt,  abste- 
hend, ei -kegelförmig,  dicht  gestreift,  in  einen  schlanken  Schnabel  mit 
2  langen  stachelspitzigen  Zähnen  übergehend;  Halm  3 -kantig  mit  schar- 
fen Kanten. 

LiNN.  Sp.  pl.l387.  Chi.  hau.  591.  Koch  Syn.  II.  886.  Schk.  Handb. 
IV.  T.286.  M.ra  n.  102.  Sturm  Deutschi.  Fl.  Ü.  .57.  Host  Gram,  austr. 
Lt.  85.     FI.  dan.  t.  1117.     Engl.  bot.  t.  242. 

An  Teich-  und  Flussufern,  auf  sumpfigem  Boden,  häufig.  Mai,  Juni.  — 
Juli,  August. 

Wurzel  faserig.       Halme   1 '/.^ — 2'  hoch.       Deckblältchen  lanzett- iilriemenföruiig,    stachcl- 

•3«.  C  laevis^ata.  Glatte  Segge.  Männliche  Aehrchen 
1  oder  2,  weibliche  3  —  4,  entfernt  stehend,  schmal  walzenförmig,  aus 
langscheidigem  Deckblatt  vortretend,  gestielt  und  nickend;  Früchte  locker, 
3-kantig- eiförmig,  dicht  gestreift,  in  einen  zusammengedrückten  Schna- 
bel mit  2  langen  stachelspitzigen  Zähnen  übergehend;  Halm  glatt. 

Sm.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  V.  272.  Koch  Syn.  IL  686.  Schk. 
Handb.  IV.  T.  286.  Z.  n.  83  (C.  aethiopica)  und  B.  b.  b.  n.  116  (C.  patula). 
Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  55.     Engl.  bot.   t.  1387. 

Auf  Vi'iesen,  auf  sumpfigem  Boden,  sehr  selten  (nur  ///.  Clausdorf  bei 
Kiel  in  einem  Sumpfe  IMolte).     M;ii,  Juni.  —    Juli.  August. 

Wurzel  faserig.  Halm  2  —  4'  hoch.  Blalter  aufrecbl  ,  ziemlich  breit.  Aehrchen  TCr- 
l.ingcrl,    Früchte    aufreiht  -  abstehend  ,    grün. 


602  C¥PERACEAE.  Carex. 

3».  C.  Sylvatica.  ITaia. Segge.  Männliches  Aelircheu 
einzeln,  weibliche  3—5,  schmal  ^valzentorniig,  langgcsüelt  und  Längend; 
Früchte  locker,  aufrecht,  schwach  3- hantig- eiförmig,  ungestreift,  in  ei- 
nen langen  kurzgespaltenen   Schnabel   zugespitzt;    Halm  stielrund,    glatt. 

DuDS.  Fl.  angl.  411.  Chi.  hau.  591.  Kocu  Syn.  II.  886.  Schk.  Ilandh. 
IV.  T.286.  L.  1.  n.  101.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  55.  Host  Gram,  austr. 
T.  t.  84.  Fl.  dan.  t.  404.  Engl.  Lot.  9Ü5.  C.  Drymeja  Euru.  in  Link. 
Suppl.  414. 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  frischem  humosem  Boden,  häufig. 
Mai,  Juni.  —    Juli  his  September. 

Wurzel  faserig,  vielköiifig,  oft  unfruclitliarc  KehenbüscLel  treibend.  Halme  1 — 2'  Loch, 
nebst    den    Blattern    sclilalV   und    überliangcnd.       Deekblältcbcn    durchscheinend -bäntig. 

38.    C  extensa.    Iianydeclehlättrige  Segge.     Mann- 

liches  Aehrchen  einzeln,  weibliche  2  —  4,  obere  diclit  an  der  männlichen 
stehend,  rundlich  -  eiförmig  oder  länglich,  fast  sitzend;  Früchte  gedrängt, 
3-kantig-eifürmig,  gestreift  und  erhaben  punctirt,  in  einen  glatten,  an 
der  Spitze  2- zähnigen  Schnabel  zugespitzt;    Halm  glatt. 

GoOD.  in  Transaet.  of  Linn.  Soc.  II.  175.  t.21.  f.  7.  Chi.  han.  587. 
Roch  Syn.  II.  885.  Schk.  Handb.  IV.  T.286.  V.  n.  72.  X.x.  n.  72.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.62.     Host  Gram,   austr.  I.  t.  73.     Engl.  bot.  t.  833. 

Auf  Triften  und  V^^iesen,  auf  sumpfigem,  besonders  salzhaltigem  Bo 
den,  selten  (//»i.  Bourtanger  Moor  unweit  Haaren,  Aurich  nach  Dorum 
zu—;  Hrn.;  Lüb.  Travemüude;  Hl.  IXcustadt,  Heiiigenhafen,  Fehmer- 
sund — ;  iWA-.  Warnemündc).     Juni,  Juli. —    August. 

Wurzel  faserig.  Halme  1'  lang,  scblanli,  fein,  stumpf  3 -hantig.  BlaKer  sehr  schmal, 
rinnig,  bogig  überhängend.  Dechblätter  meist  wagerechl  abstehend,  auch  wohl  ab>värts  ge- 
richtet.      Dcchbl.,ttchcn    eirund,    spitz,    Kürzer    als    die    olivengrüneu    Trüchte. 

*39.     C  biiiervis.     Xweinervige  Segge.     Männliches 

Aehrchen  einzeln,  weibliche  Aehrchen  meistens  3,  weit  von  einander  ge- 
rückt, walzenförmig,  aufrecht,  aus  scheidigem  Deckblatt  vortretend,  ge- 
stielt; Früchte  3 -kantig -eiförmig,  gestreift,  mit  2  stärker  vortretenden 
IVerven,  in  einen  gestreckten,  fein  gesägten  Schnabel  auslaufend;  Halm 
glatt. 

Sm.  in  Transaet.  of  Linn.  Soc.  II.  175.  Koch  Syn.  IL  885.  SciiK. 
Handb.  IV.  T.286.  R.r.r.  n.  160.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  55.  Engl.  bot. 
t.  12*3.  ,    . 

In  Heiden,  auf  trockenem  Boden,  sehr  selten  (//n.  Bentheim  nach 
IVordhorn  zu  hinter  dem  Walde  in  den  Zuschlägen  — ;  Ul.;  iVA.  Dassow, 
Warneniünde  — ).     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Wurzel  hnrzc  Stochsprossen  treibend  und  nebenstehende  Rlätlerhüschel  bildend.  Halme 
V/r^  —  3'  hoch,  schlank  und  diinn.  Biälter  bis  272'"  breit,  bläulichgrün.  Männliche  Achre 
1  —  V/./'  lang,  weibliche  2  —  5,  bisweilen  a»  der  Spilze  männlich,  auch  wohl  unten  zu- 
sammengesetzt-lappig,      rrüebte    unten   blutroth    überlaufen    und    glänzend,    INerien    grün. 

40.  C  di$«taiis.  Wernährige  Segge.  Mnnliches  Aehr- 
chen einzeln,  weibliche  Aehrchen  2—3,  weit  von  einander  geruckt,  läng- 
lich, aus  langseheidigem  Deckblatt  vortretend,  gestielt;  Früchte  gedrängt, 
aufrecht,  3-kantig-eiförmig,  gleichmässig  gestreift,  in  einen  gestreckten, 
fein  gesägten,  an  der  Spitze  gespaltenen  Schnabel  auslaufend;  Halm  glatt 

Linn.  Sp.  pl.  1387.  Chi.  hau.  587.  Koch  Syn.  IL  885.  Scuk.  Handb. 
IV.  T.286.  T.  und  Y.y.  n.  68.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.53.  Host  Gram, 
austr.  I.  t.  77.     Engl.  "bot.  t.  1234. 

Aufwiesen  und  Weiden,  auf  nassem  oder  sumpligem  Boden,  rasen- 
artig  ziemlich  häuGg.     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Wurzel  faserig,  »ielhöpfig.  Halme  1 '/i  —  2'  lang,  schlanh  und  fein,  n.bst  den  Blät- 
tern schldir.  Llnlcrsles  «eiblicbcs  Aehrchen  3  —  •'>"  vom  folgenden  enlfcriit  stehend.  Dccl; 
blätlchen    Läutig,    eirund,    hellbraun   mit   hrcitcm    grünem    Miltclslrcif. 


Carex.  CTPERACEiLE.  603 

41.    C  fulva.    Wuchsfarhene  Segge»    MännHcbes  Aehr- 

cheii  einzeln,  weibliche  Aebrehen  2  —  3,  etwas  von  einander  gerückt ,  ei- 
lömiig-liiiiglicb,  aufrecht,  aus  langscbeidigeni  Decl.blatt  vortretend,  ge- 
stielt; Früchte  gedrängt,  rundlich- eiförmig,  gestreift,  in  einen  gestreck- 
ten, am  Kande  gesagten,  an  der  Spitze  gespaltenen  Schnabel  zusammen- 
gezogen;  Halm  nach  oben  scharflich. 

GooD.  in  Transact.  of  Linn.  Soc.  II.   177.  t.  20.  f.  6.      Chi.  han.  586. 
Koch  Syn.  11.  884.     Scuk.  Ilandb.  IV.  T.  286.  T.  n.  67  (Figur  recl.es).     Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.  54.     FI.  dan.  t.  1049  (C.  distans).     Engl.  bot.  t.  1295. 
b.    HornsohucIiianA.     nie  Mornschuchsche.     Halm  höher,    fast 
glatt;    unterstes  weibliches  Aebrehen  weiter  abgerückt   und  länger  ge- 
stielt. *  "       *= 

C.  fulva  V.  reinota   und  y.  longipcdicellata    Chi.  han.   das.      C.  fulva 
Host  Gram,  austr.  IV.  t.95.     Schk.  das  (Fig„r  lial^s).     C.  Uornschuchiana 
Hoppt  in  Reg.  bot.  Zeit.  VII.  599.     Roch  Syn.  das.     Fl.  dan.  t.  2249. 
Auf  Triften    und  "Wiesen,    auf  nassem  oder^  inoorigcm  Boden,    ziem- 
lich häufig;    b.   am   oder  im  Wasser.     Mai  bis  Juli.—    Juni  bis  August. 

Wurzel  liurze  Stocksprossen  treibend.  Halu.  1'  liocli ,  von  1..  1 '/j  —  2'  IiocL.  Männ- 
liches AehrcLen  lincal ,  »/.,"  lang,  f  nchsrotb ,  «ciMicbe  iira  <lie  Hallte  kürzer,  unterstes 
-  —  ^"  >om  näclst  folgenacn  enllernt  stellend.  Früchte  olivengrün. —  Die  Spielart,  die 
nicht  ohne  Sch.vierighell  von  C.  distans  unterschieden  »erden  hann,  ist  ein  Erzeugniss  des 
wasserreichem,  l'ruchtharern  Standorts.  Daion  ahgcsehcn  honinit  die  Pilanze  (ivie  mehrere 
Arten,  namentlich  C.  caespitosa)  oft  mit  aborlirendcn  Früchten  vor,  wovon  DOLI.  Rhein.  Fl. 
146.  unter  C.  bilormls  eine  ansführliehe  Beschreibung  gegeben  hat.  EhRHART  machte  diese 
Beobachtung    schon    1787    und    benannte    diese    Form    in    seinem    Herbarium    C.  sterills. 

4Ä.  CJ.  flava.  Gelbe  Segge,  Männliches  Aebrehen  einzeln, 
weibliche  Aebrehen  2 — 3,  einander  genähert,  selten  mehrere  und  alsdann 
das  untere  tiefer  stehend,  eiförmig  oder  fast  kugelig;  Früchte  gedrängt, 
sperrig  abstehend,  untere  abwärts  gerichtet,  rundlich- eiförmig,  in  einen 
Zurück-gekrümmten  langen  Schnabel  übergehend;  Halm  glatt. 

Linn.  Sp.  pl.  1384.  Chi.  han.  586.  Koch  Syn.  11.884.  Scuk.  Handb. 
IV.  T.286.  H.  n.36.  Sturm  Deutscbl.  Fl.  11.57.  Host  Gram,  austr.  I. 
t.63.     Fl.  dan.  t.  1047.     Eng!,  bot.  t.  1294. 

b.   Oederi.     Die  Oedersche.     Um  mehr  als  die  Hälfte  kleiner;  weib- 
liche Aebrehen  fast  kugelig,    Schnabel  der  Früchte  fast  gerade. 

Chi.  han.  das.     C.  Oederi  Ehrh.  Calam.  n.  79.     Scuk.  das.  F.  26  (Über- 
gang in   die  Hauptart).     HosT   das.   t.  65.      Engl.   bot.   t.  1773. 
Auf  "Wiesen   und   in   lichten  Holzungen,    auf  nassem  oder   sumpfigem 
Boden;  b.  auf  weniger  nassem  sandigerm  Boden,  häufig.   April  bis  Juni. — 
Juli  bis  September. 

Wurzel  laserig.  Halme  '/a  —  1'  hoch,  von  b.  V>"— l/^'  hoch.  Männliches  Aebrehen 
luchsrolh  oder  blassorange.  Früchte  grün,  Schnabel  sehr  lang.  —  Man  niuss  sich  billig 
wundern,  dass  auch  in  neuem  Floren  diese  beiden  Formen  noch  immer  als  Arten  aufgeliihrt 
werden,  da  man  sich,   wo  sie  nur  zusammen  vorkommen,  \on   Ihrem  Übergänge  überzeugen  kann. 

h.b.li.       Früchte     behaart. 

43.    C.  liliforniis.    Fadenförmige  Segge,    Männliche 

Aebrehen  1 — 2,  ^veiblicbe  2 — 3,  entfernt  stehend,  aufrecht,  länglich, 
sitzend  oder  unteres  kurz  gestielt;  Früchte  ellipsoidiscb,  gestreift  und 
struppig  behaart,  in  einen  kurzen  Schnabel  mit  sperrigen,  von  einander 
tretenden  Zähnen   übergehend;    Blätter  sehr  schmal  und  kahl. 

Linn.  Sp.  pl.  1385.  Chi.  bau.  .594.  Kocu  Syn.  II.  888.  Schk.  Ilandb. 
IV.  T.286.  K.  n.45.  Sturm  Deutscbl.  Fl.  11.53.  Host  Gram,  austr.  I. 
t.  86.  Fl.  dan.  t.  1344.  Engl.  bot.  t.  904.  C.  lasiocarpa  Ehrh.  Calam. 
n.  19. 

Auf  Wiesen,    auf  moorigem    oder  vom  Wasser   überslaueteiu   Boden 


604  CYPERACEAE.  Carex. 

und  in  Teichen,  hier  und  da,  gegen  Süd -Osten  abnehmend  und  selten 
(hier  ^in.  Dessau  in  der  Törteu'schen  Torfstecherei,  nicht  weiter  süd- 
lich).    April,  Mai.  —   Juni,  Juli. 

Wiirzelstock  dick,  stark  krieclieiid.  Halme  '-i — 3'  hocli ,  steif  atifreclit,  später  an  der 
Spitze  überhängend,  sckarf,  im  Wasser  stehend  fast  glatt.  Blätter  sehr  lang,  rinnig, 
1  —  l'/j"'  •»'•eit.  -Männliclies  Aehrchen  sclimal  Jineal ,  doppelt  so  lang  als  die  weibliclicu. 
Decklilällclien  dieser  eirund  -  UnjelHich,  dunkelbraun.  —  Im  Wasser  stehende  Exemplare 
haben    oft   fast  kable    Früchte. 

41.  C  liirta.  Murzhaarige  Segge,  Männliche  Aehr- 
chen 2  —  3,  >veihliche  2  —  3,  entfernt  stehend,  aufrecht,  länglich-walzen- 
förmig, obere  fast  sitzend,  unteres  hervortretend,  gestielt;  Früchte  ei- 
kegellörniig,  gestreift  und  hurzhaarig,  in  einen  Schnabel  mit  langsta- 
chelspilzigcn  Zähnen  übergehend;    Blätter  und   Blaltscheiden  behaart. 

LiKN.  Sp.  pl.  1389.  Chi.  hau.  594.  Koch  Syn.  11.888.  Schk.  Uandb. 
IV.  T.286.  U.U.  n.  108.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  .55.  Host  Gram,  austr. 
I.  t.  96.  Fl.  dan.  t.  425  und  1711.  Engl.  bot.  t.  615.  Hayxe  Arzneigew. 
Y.  T.9. 

Auf  Triften,  Weiden,  in  Holzungen  und  an  Flussuferu,  auf  sandi- 
gem feuchtem  Boden,    sehr  häufig.     Mai,  Juni.  — •    Juli,  August. 

Wurzelsloek    lang   kriechend.       Halme    1 — 2'    hoch,    nebst    den    •  —  3'"    breiten  Blättern, 

schlaff.       Männliche  Aehrchen    kürzer    oder    so    lang  als  die  weiblichen.       Deckblätlcben    an   den 

Seiten    durchscheinend    häutig  und  weiss,    in  eine    lange  Haarspilze  auslaufend.  —     Im  Wasser 

stehende   Exemplare   legen   die   Behaarung   der   Blätter   und    Scheiden   gänzlich   ab. 

b.  b.       Schnabel   kurz    und    slielrundlich. 

a.  a.  a.      Früchte   kahl. 

45.  C  siupina.      Übergebogene  Segge.     Männliches 

Aehrchen  einzeln,  weibliche  1  oder  2,  dicht  angedrückt,  hügelig,  sitzend; 
Früchte  cllipsoidisch -kugelig,  3-liantig,  glatt  und  glänzend;  Blätter  am 
Bande  und  Iliele  scharf. 

Waluenb.  Act.  holm.  1803.  158.  Chi.  hau.  585.  Koch  Syn.  II.  875. 
SouK.  Ilandb.IV.  T.286.  n.  41  (C.  glomerata).  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.48. 
C.  campestris  Host  Gram,  austr.  lY.   t.  88. 

An  Hügeln,  auf  sonnigem  begrastem  Boden,  im  nördlichsten  und  süd- 
lichen Theile  des  Gebiets  ziemlich  häufig  (111.;  tln.  Ilitzacher  — :  Schw. 
Steinthallcbcn,  Frankenhausen,  am  Galgenberge,  bei  der  IVuinburg — ; 
Pr.  Spiegeische  Berge  bei  Halberstadt,  Steinbrüche  über  der  kalten 
Y^'^arte,  Halle:  Kröllwitz,  Donnersberg,  Bischofsbeig  in  der  Dölauer- 
heidc,  Lindenberg,  Mittelholz,  zwischen  Weisseiifels  und  I\auinburg),  im 
mittlem  Theile  des  Gebiets  nicht  Torkommend.     April,  Mai. —  Juni,  Juli. 

Wurzel  Stoclisprosscn  treibend,  Halme  4  —  6"  hoch,  meist  bogig,  3-5eitig,  oben  scharf. 
Blätter  schmal,  riunig.  INur  das  unlere  Aehrchen  mit  einem  kurzen  spitzen  Oeckblalt  ver- 
sehen.   Deckblattchen    eirund,    gespitzt,    hellbraun. 

46.  C.  liallescens.  Bleiche  Segge*  Männliches  Aehr- 
chen einzeln,  weibliche  Aehrchen  2 — 3,  einander  genähert,  eiförmig  oder 
länglich,  hervortretend  gestielt,  aufrecht  oder  schwach  nickend;  Früchte 
gedrängt,  länglich -ellipsoidisch,  stumpf,  wenig  zusammengedrückt,  un- 
deutlich gestreift;    Blätter  an   der  Basis  nebst  Blattscheiden  behaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  II.  1386.  Chi.  hau.  590.  Koch  Syn.  II.  880.  Schk. 
Handb.  IV.  T.286.K.k.  n.99.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.53.  Host  Graifi. 
austr.  I.   t.  74.     Fl.  dan.  1. 1050.     Engl.  bot.  t.  2185. 

In  V^'iesen,  ^Veidcn  und  in  lichten  Wäldern,  auf  feuchtem  oder  sum- 
pligem  Boden,  horstweise  oder  rasenartig  häufig.  Mai,  Juni.  —  Juli, 
August. 

Wurzel  huschelig -faserig.  Halme  1'  hoch,  nebst  den  am  Ilandc  scharfen  Blulkrn  hell- 
giüo.      Männliche   Aehrchen    blassstroligclb. 


Carex.  CYPERACEAE.  605 

A'i.     C  s^trigosa.    Hchlanleührige  Segge.    Männliches 

Aehrchen  einzeln,  ^veihliche  Aebrelien  3 — 5,  von  einander  entfernt,  lang 
lineal,  hervortretend  gestielt;  Früchte  locker,  eiförmig- länglich ,  beider- 
seits verschmälert,  oben  schräg  gestutzt,  3-kantig  und  nervig;  Blätter 
am  Rande  schärflich. 

HuDS.  Fl.  angl.  411.  Roch  Svn.  Tl.  880.  Schk.  Handb.  IV.  T.  286. 
N.  n.53.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.'.55.  Fl.  dan.  t.  1237.  Engl.  bot.  t.  994. 
C.  leptostachys  EiiRH.  in  Linn.  Suppl.  414.     Chi.  han.  590. 

In  A^'aldgegenden,  auf  feuchtem  Boden,  auch  an  Bächen,  im  nörd- 
lichen und  mittlem  Gebietstheile  ziemlich  selten  {Mk.;  HL;  Hn.  Hannover 
in  der  Eilenriede  beim  Heiligersbruunen,  am  Süntel,  Deister  bei  der 
Wienstedter  Mühle,  Hildesheim  am  Bischofssundern,  Westerhof,  als  süd- 
östliche Grenze  des  Vorkommens  in  IVorddeutschland).  April,  Mai.  — 
Juni,  Juli. 

Im  Gesammtanselicn  C.  STlvatica  äbolic)! ,  dnrcL  die  Frnclitbiltlung  aber  LestiniiDt  »er- 
scliiedeo.         Wurzel     Stocksprossen     und    seilenstündige    unrrucbtbare    Blätterbiiscbel    (reibend. 

Halm    l'/j -'   Jiocb.      Weiblicbe  Aebrchen  2"   lang,    l'/^'"   breit.       Früchte    ungescLnäbclt, 

blassgrÜD. 

48.  C  lliaxlnia*  Grosse  Segge.  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliche  3  —  6,  von  einander  entfernt,  verlängert  walzenförmig, 
untere  langgestielt,  hängend;  Früchte  gedrängt,  gegen  die  Basis  geson- 
dert, etwas  aufgeblasen,  ei -kegelförmig,  3- eckig  und  ungestreift;  Halm 
nach  oben  schärf  lieh. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  229.  Koch  Syn.  II.  880.  Sturm  Deutscbl.  Fl. 
H.  55.  C.  pendula  Good.  in  Transact.  of  Linn.  See.  II.  168.  Schk. 
Handb.  IV.  T.286.  G.  n.60.  Host  Gram,  austr.  1.  t.  100.  Engl.  bot. 
t.  2315. 

An  Teichen,  Gräben  und  auf  Wiesen,  auf  nassem  Boden,  mit  Aus- 
nahme des  süd- östlichen  Gebietsthcils  (die  Süd- Ostgrenze  des  Yorkom- 
mens  am  Harze  erreichend),  truppweise  ziemlich  häufig. 

AVurzel  faserig.  Halme  2  —  4'  bocb.  Blatter  bis  '/^"  breit.  Frncbläbren  schlaff  her 
abhängend,  bis  3"  lang.  Deckblattchcn  kurzstachelspitzig.  Früchte  gegen  die  Spitze  etwas 
gebogen. 

49.  C.  liniOSa.  Schlamm- Segge.  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliehe  Aehrchen  1 — .3,  länglich,  lang  gestielt  und  hängend; 
Früchte  rundlich -oval,  linsenartig  zusammengedrücl;t,  schwach  und  fein 
gestreift;   Blätter  lang,  3-kantig  zugespitzt. 

Linn.  Sp.  pl.  1386.  Chi.  hau.  591.  Koch  Syn.  11.875.  Schk.  Handb. 
IV.  T.286.  X.  n.78.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  53.  Host  Gram,  austr.  I. 
t.89.     Fl.  dan.  t  646.     Engl.  bot.  t.  2043. 

b.  laxa.     Die  schlaffe.     Stengel  länger,  nebst  den  Blättern  schlaffer; 

weibliche  Aehrchen  entfernter  stehend,    länger  gestielt  und  schmäler. 

C.   laxa    WAHLt;^B.    Fl.    läpp.    237   (nach   Exemplaren). 

In  Wiesen,  auf  nassem  Boden  und  in  torfigen  Brüchern,  im  nördli- 
chen und  mittlem  Gebietstheile  stellenweise  in  kleinen  Sehaaren,  südlich 
des  Harzes  im  Gebiete  nicht  vorkommend;  b.  im  Wasser  stehend.  Mai, 
Juni.  —    Juli,  August. 

Wnrzelstocl;  lang  kriechend.  Halme  und  Blätter  fein  und  schlank,  'Yl  —  l'A'  ''»cb, 
bläulichgrün,  fast  glatt.  Männliches  Aehrchen  bisweilen  mit  einigen  weiblichen  Blüten  an 
der  Spitze.  Deckblältchen  der  weiblichen  Aehrchen  orangebraun.  —  Aehrchen  der  Spiel- 
art b.  doppelt,  die  unterste  wohl  3-fach  länger  gestielt  und  aus  langem  Scheiden  herior- 
tretend  ,    fuchsig  -  orangelarbcn. 

50.  C.  pauicea.     XEirsenartige  Segge.     Männliches 

Aehrchen  einzeln,  weibliche  Aehrchen  1 — 3,  etwas  von  einander  entfernt, 
walzenförmig,  aus  scheidiger  Deckblattbasis  hervortretend,  gestielt,  auf- 
recht;   Früchte  locker,  eiförmig,  schwach  3-kantig,   mit  zusammengezo- 


606  CYPERACEAE.  Carex. 

gencp   Basis    und   kurzem    geradlinig   gestutztem    Sclinahel;    Ilalm   glatt, 
Blätter  nach  der  Spitze  zu  schärt'lieli. 

LiNN.  Sp.  pl.  1387.  Clil.  hau.  588.  Kocii  Syn.  II.  879.  Schk.  Ilandl». 
IV.  t.286.  L.l.  n.  100.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  11.50.  Host  Gram,  austr. 
I.  t.  79.     Fl.  dau.  t.  2G1.     Engl.  bot.  t.  1505. 

b.   livida.     Die  inattgrüne.     Stärlier  graugrün;    Aehrclien  genäher- 
ter, kürzer;  Früchte  weniger  hauchig. 

C.  livida  Wahlenb.  Fl.  läpp.  236.     Fl.  suec.  II.  601.     Schk.  das.  S.  s. s.  s. 
f.  211. 
Aufwiesen  und  Weiden,  auf  nassem  oder  sumpfigem  Boden,  häufig; 
1».   auf  den  Berghöhen  des  Uarzes  (Brockenhöhe,  mit  C.  vaginata). 

Wurzel  Stocksprossen  Irciiirnd.  Hahne  1'  Iioeli ,  liliitlei  lil.iiilicligniii.  Fniclitälirelicii 
1"  lang,  Früclite  vor  <ler  Reife  olien  ctuas  .iiifgchlaseii ,  fast  iimgcliehrl- eifüriuig,  Sclinahel 
dicli ,    seliwaeli  aiisgeranilet. 

'  51.  C«  nitida.  Glänzende  Segge,  Männliches  Achrchen 
einzeln,  weihliche  Aehrchen  2  —  4,  selten  6,  zusammengedrückt,  auf- 
recht, länglich,  hervortretend  gestielt;  Früchte  kugelig- eiförmig,  glatt, 
glänzend,  mit  kurzem  2- lappigem  Schnahel;    Blätter  am  Bande  scharf. 

In  lichten  V^'äldern,  auf  trockenem  gypshaltigcm  Boden,  nur  am  süd- 
lichen Ilarzrande,  die  INordgrenze  der  Gesammtverhreitung  erreichend, 
selten  Wallr.     April,  Mai. —    Juli. 

AVurzel  Stocks|)rosscii  treihend.  Halme  4  —  6"  Iioch  ,  mit  nclicnstaniligen  iinfrucktliaren 
Blätterl.üsclieln.  Blätter  l'/o  — '2'//"  ''"='''  '»"S  «"gesp'fz'.  uiilcres  Deckblatt  kürzer  als 
die  Aelire,  olirre  mit  kurzer  Platte  oder  oline  diese.  Männliclies  Aelirclien  kurz,  liaucliig, 
welbliclic  4  — !}"'  lang,  bisweilen  fast  eiförmig.  Deckblätteben  breit,  stumpf,  rostrolb  mit 
weissem    Saum.      Friiobtc   fast   kugelig,    rothbraun. 

.^Ä.  C  pilosa.  Behaarte  Segge.  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliehe  Aehrchen  2 — 3,  weit  von  einander  gerückt,  aufrecht, 
walzenförmig,  hervortretend  gestielt;  Früchte  gesondert,  ei -kegelförmig, 
vielstreilig,  mit  verschmälerter  Basis  und  kurz  gespaltenem  Schnahel; 
Blätter  zerstreuet  behaart. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  226.  Chi.  hau.  588.  Koch  Syn.  II.  878.  Schk. 
Handh.  IV.  T.286.  M.  n.49.     Host  Gram,  austr.  I.   t.78. 

In  V^'äldern,  auf  humushaltigem  Boden,  die  Nordgrenze  der  Gesammt- 
verhreitung erreichend,  sehr  selten  (nur  ffn.  Göttingen:  unweit  Catlen- 
burg  zwischen  Forste  und  Dorste).     April,  Mai. —    Juli,  August. 

AVurzelstoek  kriechend.  Halme  1  —  1 '/i'  l«och,  seitenständige  unfruchtbare  BLitterhiiscbel 
eben  so  hoch,  Blätter  4  —  ü'"  breit,  dicht  und  kurz  wimpeng,  Deekhläller  langschcidig 
mit    kurzer   lanzcttfiirmiger   riatle.       Fruchtährchen    1"   lang,    armfrüchtig. 

Bemerk.  In  neuerer  Zeit  ist  diese  Segge  vergeblich  an  dem  angegebenem  Stand- 
ort, wo  PERSOON  sie  entdeckte  und  Exemplare  an  ScilKUllR  zur  Abbildung  mittbeiltc, 
gesucht    worden. 

'53.  C  vaginata.  Scheidige  Segge»  Männliches  Aehr- 
chen einzeln;  weibliche  Aehrchen  2  —  3,  aufrecht,  hervortretend  gestielt, 
lineal;  Früchte  locker,  ellipsoidisch- eiförmig,  sehwach  3- kantig,  sehr 
glatt,  in  einen  schräg  gestutzten  ausgerandeten  Schnabel  verschmälert; 
Halm  glatt,    Blätter  am  Rande  scharf. 

Tausch  Reg.  bot.  Zeit.  1821.  557.  Chi.  hau.  588.  Roch  Syn.  II.  879. 
C.  tetanica  Beichenb.  Fl.  exe.  63.  C.  sparsiflora  Fr.  Summ.  veg.  Scand. 
235.     C.  panieea  ß.  sparsiflora  V^'^ahlenb.  Fl.   läpp.  236. 

Auf  magerm  Boden  und  im  rauhen  Klima  nur  auf  der  Höbe  des  Bro- 
ckens, nicht  unter  3000'  hinabgehend,  an  der  Süd-  und  Westseite.  Juni, 
Juli.  —    August. 

Wurzel  kriechende  Stocksprossen  treibend.  H.ilmc  von  6"  bis  1'//  hoch.  Blätter 
2  —  3"'  breit,  etwas  steif,  lineal,  zugespitzt,  grasgrün.  Deckblätter  schmäler  als  diese, 
meistens   kürzer   als   ihr  Aehrchen.      Dcckblätlcbcn   eirund,    stumpflich,   kürzer   als   die  Frucht. 


Carex.  CYPERACEAE.  607 

orangebraiin  mit  breitem  grünen  Miftelstreif.  Von  C.  pauicca  durch  scliniälere  Aelrrlicn  und 
FrUclite,    wie    durch    den   längern    in   schräger   Linie   abgestutzten    Schnabel   zu   unterscheiden. 

b.b.b.       Früchte    schUrflich   oder   behaart. 

54.     C  digitata.    Fingerige  Segge*    Mannliclics  Aehr- 

chen  einzeln,  weibliclie  Aelnelien  2—3,  cUvas  entJ'erut  stehend,  lineal, 
von  häutigen  Dechl)lättcrn  umschlossen,  gestielt,  oberes  das  männliche 
Aehrchcn  überragend;  Früchte  gesondert,  3- kantig -umgehehrteit'örmig. 
zarthaarig;   Blätter  lineal. 

LiNN.  Sp.  pl.  1383.  Chi.  hau.  583.  Roch  Syn.  II.  878.  Schk.  Handh 
IV.  T.286.  H.  n.38.  Sturm  Deutschi.  Fi.  H.61.  Host  Gram,  austr.  I 
t.  60.     Fl.  dan.  1. 1466.     Engl.  bot.  t.  615. 

b.    oriiithopoda.     Oie  kleinere.     Kleiner;  Aehrchen  genähert  ste 
hend,  hürzer. 

Chi.  han.  das.     C.  ornithopoda  WiLLD.  Sp.  pl.  IV.  255.     Sturm  das 
Schk.  das.  n.37  (C.  pcdata).     Host  das.   (desgl.). 
In  bergigen  Hainen  und  Waldungen,  aul"  trockenem,  besonders  Kalk 
stein  im  Untergrunde  führendem  Boden,  horstweise  häufig.     April,  Mai.  — 
Juni,  Juli. 

Wurzel  büschclig-faserig.  Ilahne  4  —  8"  hoch.  Dechhlattschciden  fast  ohne  Tlatte, 
liurz    ziigespit/l.       Dcckblältchcn    luirpnrn. 

35.  C  Itliniilisi.  Niedrige  Segge,  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliche  Aehrchen  2 — 3,  aufrecht,  zwei-  bis  vierblütig,  einge- 
schlossen gestielt,  Deckblätter  scheidig,  ohne  Platte,  am  Rande  durch- 
scheinend-weisshäutig;  Früchte  gestielt,  rundlich -umgekehrteiförmig,  3- 
kantig,  nach  oben  zarthaarig;  Halm  kürzer  als  die  rinnigen  Blätter. 

LEYS.SER  Fl.  hal.  n.  952.  Chi.  han.  584.  Kocu  Syn.  II.  877.  Sturm 
Deutschi.  Fl.  H.2und  69.  C.  clandestina  Good.  Transact.  of  Linn.  Soc. 
II.  167.  Schk.  Handh.  IV.  T.286.K.  n.  43.  Host  Gram,  austr.  I.  67. 
Engl.  bot.  t.2124. 

An  Hügeln  und  kalkfelsigen  Berghängen,  auf  trockenem,  magerm  und 
sonnigem  Boden,  im  mittlem  und  südlichen  Gebietstheile,  horstweise 
ziemlich  häufig.     April,  Mai.  —    Mai,  Juni. 

Wurzel  faserig -biischelig.  Hohe  der  ganzen  Pflanze  2  —  4".  Halme  in  den  Blätter- 
biischeln    versleckt ,    Blätter  sehr  schmal ,    wie  vertrochnet  rinnig- zusammengefaltet  und  gehielt. 

56.  C  glaiica.  Meergrüne  Segge*  Männliches  Aehr- 
chen einzeln,  weibliche  Aehrchen  1 — 3,  etwas  von  einander  entfernt, 
walzenförmig,  lang  gestielt  und  nickend;  Früchte  rundlich -oval,  etwas 
zusammengedrückt,  stumpf,  ungestreift,  fein  schärflich;  Halm  glatt. 

Scop.  Fl.  carn.  II.  223.  Chi.  han.  592.  Koch  Syn.  II.  879.  Schk. 
Handh.  IV.  T.286.  O.P.  n.57.und  Z.z.  n.ll3.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.53. 
C.  flacca  ScuREB.  Spie.  App.  n.969.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  90.  C.  re- 
eurva  HuDS.  Fl.  angl.  413.     Fl.  dan.  1. 1051.     Engl.  bot.  1. 1506. 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  feuchtem  oder  nassem  Boden,  häutig 
April  bis  Juni.  —    Juni  bis  August. 

Wurzel  Slochsprosscn  treibend.  Halme  1  —  l'/j'  hoch,  nebst  den  2'"  breiten  Blättern 
blaugriin.  Früchte  innen  ziemlich  flach,  aussen  stark  convex ,  reif  nebst  den  Deckblättchen 
russfarben.       .Scbarflichkeit    der    Früchle    nur    durch    die    Loupe    bemerklich. 

5».    C  toiuentosa.    JFilzig früchtige  Segge.    3Iänn- 

liehes  Aehrchen  einzeln,  weibliche  Aehrchen  1  oder  2,  aufrecht,  läng- 
lich-walzenförmig, stumpf,  fast  sitzend;  Früchte  umgekehrteiförmig- 
kugelig,  schAvach  3 -kantig,  kurzhaarig  -  filzig  ;  Halm  straff,  aufrecht, 
oben  scharf. 

Linn.  Mant.  123.  Chi.  han.  586.  Koch  Syn.  II.  876.  Schk.  Handh. 
IV.  T.286.  F.  n.28.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.53.  Host  Gram,  austr.  I. 
t.  82.     Engl.  bot.  t.  2046.     C.  sphaerocarpa  Ehrh.  Calam.  n.  89. 


608  CTPEBACEA.E.  Carex. 

Auf  Walilwieseu  und  in  Holzungen,  auf  feuchtem,  kalkhaltigem  cxlcr 
sandigem  Boden,  im  mittlern  und  südlichen  Gehietstheile  ziemlich  häufig, 
gegen  ISoiden  abnehmend  (//«.  Benlliei-  Keig,  Kirehrode,  Misshing  als 
bis  jetzt  ermitteltes  nördlichstes  Vorkommen).     April,   Ulai. —   ,)nni,  .Juli. 

WiirzclsloeU  liiieclicna,  Blallirliiisclipl  niid  wenige  1'  JioLc  Halme  lrc-il>en<l.  IJlallsclici- 
.Icn  Mass  hlulrolli  iiborlanfen.  OeckhlSttcr  1"  lang,  steif,  pliicmlicl.  zugespitzt.  Früchte 
griinliehgiau.  Deelihlällelien  a.ifinglicli  liliiliotli ,  spater  rotlilirauu.  —  Konimt  aiieli  mit  3 
weil.liclicii  Aclircn  vor  und  selten  mit  einigen  niännlielicn  Blüten  au  der  Spitze  der  «eib- 
licben  Aelirclicn.  Diese  variiren  liinsicl.tlicli  der  Stellung  in  Beziehung  zum  roännliehe« ,  in- 
dem   sie   bald    näher   bald    entfernter    stehen. 

5S.  C  pilulifera.  Pillenfrüchtige  Segge,  Männ- 
liches Aehrchen  einzeln,  weibliche  Aehrchen  meistens  3,  dicht  angeruckt, 
fast  kugelig,  sitzend;  Früchte  kugelig -umgekehrteiförmig,  schwach  3- 
kantig,  kurz  zugespitzt  und  zarthaarig,  Deckblätter  ohne  Scheide,  Üeck- 
blättchen  zugespitzt;   Halm  fast  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.  1385.  Chi.  hau.  581.  Roch  Syn.  II.  876.  Schk.  Uandb. 
IV.  T.286. 1.  n.39.  Sturm  Üeutsclil.  Fl.  H.  50.  Host  Gram,  austr.  IV. 
t.  84.     Engl.  bot.  t.  885. 

Auf  oflenen  Waldplätzen  und  in  Heiden,  auf  sandigem  sonnigem  Bo- 
den, ziemlich  häufig-     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Wurzel  faserig-büschelig.  Halme  nebst  den  Blattern  schlaff,  jene  bis  1'  hoch.  Deck- 
hlättcben    hellbraun    mit   breitem    grünem    Mittelsireif. 

59.  C  ntontana.  Berg-Segge»  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliche  Aehrchen  1  oder  2,  dicht  angerückt,  kugelig  oder  ei- 
förmig, sitzend;  Früchte  ellipsoidisch-umgekebrteiförmig,  3-kaiilig,  zu- 
gespitzt, nervig  und  zerstreuet  kurzhaarig;  Deckblätter  mit  häutig- schei- 
diger Basis,  Deckblättchen  stumpf  mit  Stachelspitze. 

LlNN.  Sp.  pl.  1385.  Fl.  SUeC.  338  (nach  Ausweise  von  EJIRIIART  zu  LiNNEs  Zeit 
in  Upsala    eingelegter  Exemplare).        Chi.    hau.    584.       KoCH    Syn.    II.    876.        StURM 

Deutschi.  Fl.  H.2  und  69.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  66.     Fl.  dan.  1. 1769. 
C.  coUina  WiLLD.  Sp.  pl.  IV.  "260.     Schk.  Handb.  IV.  T.286.  F.  n.29. 

In  Hainen  und  Waldungen,  auf  trockenem  Boden,  kleinrasenweise 
häufig.     April.  —    Mai,  Juni. 

Wurzel  faserig -büschelig.  Halme  6—10"  Loch,  nebst  den  Blättern  schlaff,  dichte 
Büschel  bildend,  von  abgestorbenen  Blattern  des  vorigen  Jahrs  umgeben,  untere  Bkttschei- 
den  blutroth  überlaufen.  Blühende  Aehrchen  durch  eine  anfänglich  sehr  dunkle  schwarzbraune 
Farbe    ausgezeichnet. 

60.  C  ericetornill.  BaidSegge,  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliche  Aehrchen  1  oder  2,  dicht  angerückt,  eiförmig,  sitzend; 
Früchte  ellipsoidisch-umgekehrteiförmig,  3-kan(ig,  zerstreuet  kurzhaa- 
rig, Deckblätter  häutig -scheidig,  abgerundet  mit  aufgesetzter  lanzettlich- 
pfrieinenförmiger  Spitze,  Deckblättchen  mit  faserig- wimperigem  Bande. 

PoLL.  Hist.  pl.  Palat.  II.  580.  Chi.  han.  585.  Kocu  Sjn.  II.  8/6. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  57.  C.  ciliata  Willd.  in  Act.  acad.  bciol.  1794. 
47.     Schk.  Handb.  IV.  T.286.  I.  n.  42.     Host  Gram,  austr.  I\.  t.  83 

In  Waldungen  und  Heiden,  auf  dürrem  sandigem  Boden,  ziemlich 
häufig,  gegen  Nord- Westen  abnehmend.     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Wurzel  bogig  ansteigende  Stoeksprossen  treibend  und  wenigblättrige  Büschel  bildend. 
Halme  4  —  6"  hoch.  Blätter  2  —  3"'  breit,  schnell  lang  zugespitzt  und  bogig  gekrümmt. 
Aehrchen    vor    dem    Aufblühen    bellbraun. 

«1.  C.  praecox.  Frühe  Segge,  Männliches  Aehrchen 
einzeln,  weibliehe  Aehrchen  2— 3,  genähert  stehend,  kurz  walzenförmig, 
stumpf,  obere  fast  sitzend,  unterste  kurz  gestielt;  Früchte  ellipsoidisch- 
uingekehrteiförmig ,  3 -kantig,  zerstreuet  kurzhaarig,  Deckblätter  mit 
breitscheidiger  häutig  geränderter  Basis,  unterstes  mit  lanzett-pfriem^- 
förmiger,  feingesägter  Platte;  Deckblättchen  zugespitzt. 


Blysmus.  CYPERACEAE.  609 

Jaco.    Fl.  austr.  V.  23.   t.  446.      Chi.    hau.   085.      Koch   Syn.  II.  877. 

ScHK.  Ilaiulb.  IV.  T.286.  F.    ii.  27.      Sturm   Deiitschl.  Fl.  H.  69.      Host 

Gram,  austr.  I.   t.  68.      Fl.  dan.  t.  1527.      Engl.  l.ot.  t.  1099.       C.  stoloni- 

l'era  Ehrh.   Calain.  ii.  99. 

b.  iimbrosa.    Die  schattenständige.     Doppelt  höher,  hlättcrreicher, 

Blätter  schmäler  und  länger. 

Chi.  han.  das.      C.  uuihrosa  HosT  Gram,  austr.  l.    t.  69.      C.  polyr- 
rhiza  \^''allr.   Sched.   crit.  492.     Koch  das. 
Auf  Triften,   grasigen  Hügeln,    auf  magerm    sonnigem   Boden;    b.  in 
Hainen  und  zwischen  Gebüsch,    auf  humosem  schattigem  Boden,    häufig. 
März,  April.  —    Mai. 

Wurzel  vielliöpfigc  Stociisprossen  treibend.  Haliue  glalt,  Ulätter  kaum  halb  so  lang, 
untere  Blattscbeiilen  umgeben  von  steifen  braunen  Fasern  als  den  Resten  abgestorbener  Blatter 
I orbergebender  Jabre.  —  Dnrcb  die  dicken  etwas  kenlcnformigen  niunnlicben  Aebrcben  von 
den    näcbstcu    Verwandten   leicbt    zu    unlerscbeiden. 

Bemerk.  C.  jiolyrrbiza  AlALLR.  treibt,  wie  die  Hanptart,  kurze  dicke  Wurzel- 
sprossen  ,  die  in  Enlfernungeu  vou  1 — "2"  vielköpfige  reicbfascrige  Blätterbüscbel  mit  wenigen 
Halmen  tragen.  Im  buuiosen  Waldboden  baiifen  sieb,  in  Folge  reicblicberer  Blatterbildung, 
die  Fasern  aufgelöster  Blatibasen ,  nacb  Art  nianeber  Unibellaten,  zu  dicken,  schwarzbraunen 
Tosten  nm  die  Wurzelköpfe.  liocil,  der  die  Wurzel  für  faserig  hält,  sab  wabrscbeinlicb 
nur   einzelne    solche   Wurzelköpfe,    ohne   die   sie   verbindenden    Kuotenstücke   des    Stockes. 

GM  n^MRBZ.1  CHES, 

Pharmaceutisch-Medicinisches.    Die  ffmzel  von  A.  14. 

of'ficinell  (Radix  C.  arenariae  s.  Sassaparillae  germanicae).  Bestandth. 
kratzender  Extrnclivstafff ,  etwas  fJ^eichharz,  viel  guminiartifjer  Extrac- 
tivstoff,  Satzmehl  utid  S/mren  von  ätherischem  Öle.  Anwendunf)  als 
reizendes ,  Ausdünstung  und   Urinabsonderung  beförderndes  Mittet. 

Ölconotnisches»  Die  mit  stark  kriechenden  fVurzeln  versehenen 
Arten,  besonders  Art.  14.  15. ,  werden  durch  Bindung  des  Flugsandes 
nützlieh.  Alle  den  Sumpf-  und  Moorboden  liebenden  Arten  tragen  durch 
ihre  Verbreitung  zur  Austrocknung  der  Sümpfe  wie  nicht  minder  zur 
Torfbildung  bei.  Die  lang-  inid  zühehalmigen  Arten  können  zum  Em- 
balliren  und  Verpacken  in  Anwendung  kommen ,  die  in  dichten  Horsten 
wachsenden  Arten  als  Brennmaterial.  —  Nachtheilig  werden  sämmtliche 
Arten  dem  fViesenbaue ,  indem  sie  mit  ihrer  Überhandnähme  die  soge- 
nannten sauern  fViesen  bilden,  deren  Futter  mir  etwa  den  Pferden  zu- 
träglich ist,    während  es  Kühen  und  Schafen  nachtheilig  wird. 

8.  Gruppe.     §CIRPEAE.     SIIHSI1X GMW^Ä  CMSM, 

Blüten  Zwitter.  Geschlechtsdecke  aus  Borsten  bestehend  oder  nicht 
vorhanden. 

».     BliiriüIVIlJS.     Q,UX!I,X,nMJEr. 

Tanz,  in  Rom.   et  Schult.  Syst.  vcg.  Mant.  II.  41. 

Aehre  zusammengesetzt,  nebst  den  Aehrchen  unvollkommen 
2-zeili^.  Geschlechlsdecke  aus  6  Borsten  gebildet.  I\uss  vom 
fadenförmigen  Griffel  gekrönt.     Geschl.  Syst.  Ilf.  1. 

Mehrjährige  Kräuter.  Halm  beblättert.  Aehre  endständig,  zusam- 
mengedrückt, Aehrchen  an  einander  liegend. 

fl.    B.  coinpressus*     Gemeines  Q/uellriet,     Aehrchen 

10  oder  mehrere,  6  —  8-blütig;  Deckblättchen  eirund -lanzettlich;  Borsten 
der  Geschlcchtsdecke  mit  Widerhäkchen  besetzt;  Blätter  rinnig,  gekielt. 
Panz.  in  Link  Hort,  berol.  I.  278.  Chi.  han.  605.  Scirpus  compres- 
s^s  Pers.  Syn.  I.  66.  Koch  Syn.  II.  858.  Stlrm  Deutschi.  Fl.  II.  85. 
S.  caricinus  Schrader  Fl.  germ.  I.  132.     Schoenus  compressus  LiNN.  Sp. 


610  €1PERA€EAE.  Eriophorum. 

1)1.  65.  UOST  Ciram.  auslr.  III.  t.  J7.  Fl.  «lau.  t.  1622.  Engl.  bot. 
t.  791. 

Auf  Wieseil  und  Triften,  auf  qiieUigeni,  nassem  oder  sumpfigem  Bo- 
den, häufig.     Juni  bis  August.  —    August,   September. 

Halme  4  lii»  l'  Locli ,  stumpf  3-)iaulig.  Itlätler  sclieidig.  Aclire  bis  1"  lang,  h'" 
liicit,  loslfaihcn.  Aelirchcn  lincal  -  länglich ,  «ntcislcs  in  Aer  Achsel  eines  Dcckhlalls  %nn 
>ariiron<lcr  I.iinge,  Iciiiicr,  so  lang  oder  «lojipelt  länger  als  die  Aehre.  Ulatter  am  liiel 
ichärflich.       BlciheuJes    Grillelonde    so    lang   als    die    ^uss. 

!S.    B>  riifiis.    Jaothbraunes  Q,uellriet,    Aebrchcn  4—6, 

2  — 3-bliitig;  Deckblättelien  eirund;  Borsten  der  Geschlechtsdecke  llaum- 
liaarig  oder  niclit  vorbanden;    Blätter  rinnig,  ungekielt. 

Link  Hort,  berol.  I.  278.  Chi.  han.  603.  Scirpus  rufus  Schrad.  Fl. 
germ.  I.  133.  1. 1.  f.  3.  Koch  Syn.  II.  858.  Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  85. 
Schoenus  rufus  Sm.  Fl.  brit.  I.  45.     Engl.   bot.  1. 1010. 

Auf  Triften  und  Wiesen,  auf  salzhaltigem  Boden,  am  Seestrande  und 
auch  im  Binnenlande,  selten  (Lb.;  Br.;  Mk.  W^arnemünde,  Markgrafen- 
heide  bei  Sehnatermaiin,  auf  den  Kirclnviesen — ;  Iln.  an  der  Salzqulle  bei 
Davenstedt — ;  Pr.  Stassfurth,  Hecklingen,  Seeburg,  Dicskau,  Wans- 
leben).     Mai   bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Halm  4" — 1'  hoch,  rundlich,  unter  der  Aehre  schwach  3-kantig.  Blattet  sclimälcr 
als  an  A.  1.,  glatt  und  hläulichgrün.  Deckblatt  meistens  kürzer  als  die  Aehre,  häufig  feh- 
lend; nenn  die  PBanze  im  Wasser  steht  bisweilen  2  »erlangerte  neckblätter.  Aehre  kiirzer 
und    schmäler    als    an    A.  1.,    meistens    dunkel    kastanienbraun. 

».     ERIOPHORUJfl.      WOEtljGMJLS, 

LiNN.    Gen.    n.  68. 

Aehre  einzeln,  endständig  oder  einfache  Spirre.  Geschlechts- 
decke aus  zahlreichen,  selten  wenigen,  Borsten  gebildet.  Bor- 
sten nach  der  Bcfruchtuna:  zu  langer  Wolle  auswachsend.  Wei- 
che ]>uss.      Geschl.  SystriII.  1.* 

Mehrjährige  Kräuter  mit  kantigem  oder  rundem,  beblättertem  oder  un- 
behlättertem  Halm.  Blüten  in  den  Achseln  ringsum  geschindelter  Deck- 
blättchen. 

Aehre    einzeln. 

t.  E.  alpilllint«  Alpen-W^oltgra«»  Halm  3-seitig,  scharf; 
Aehre  länglich,  aufrecht,    Samenwolle  gesclilängelt. 

LiNN.  Sp.  pl.77.  Chi.  han.  595.  Koch  Syn.  II.  859.  Sturm  Deutsch!. 
Fl.  H.  10.     Host  Gram,   austr.  I.  t.  40.     Engl.  bot.  t.311. 

In  Torfmooren,  im  nördlichsten  Gebietstheile,  die  Südgrenze  des  Vor- 
kommens in  IVorddeutschland  erreichend,  rasenartig,  an  wenigen  Stellen 
(31li.  Pustohl,  Brühl,  Sülz,  Waren;  Lb.;  Hm.  Eppendorfer  Moor;  Br. 
Bremen;  Iln.  Friedebiirg  in  Ostfriesland  Lantz.  Beni^c).  April,  Mai. — ■ 
Juni,  Juli. 

Halme  blülicud  3"  hoch,  sjialer  liis  1'  hoch.  Blühende  Aehre  2 — 3'"  lang,  orange- 
hraunlicli.  Zwei  iNarben,  grüner  Nerv  der  Deckblältchen  stachelspitzig  zulaufend.  Silbcr- 
weisse    Samenwolle   etwa    3    .Mal    so    lang    als    die    Aehre. 

18,  E*  Yaginatuni.    Scheidiges  W^ollgras»    Halm  glatt, 

oben  3- kantig,  mit  et>vas  aufgeblasenen,  plattenlosen  Scheiden;  Aehre 
länglich  -  eiförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.76.  Chi.  han.  595.  Koch  Syn.  II.  860.  Stir.m  Dcutschl. 
Fl.  H.  10.  Fl.  dan.  t.  236.  Engl.  bot.  I.  873.  E.  caespitosum  Host 
Gram,  austr.   I.  t.  39. 

Auf  den  Torfmooren  des  flachen  Landes  und  moorigen  Waldwiesen 
der  Berg-  und  Gebirgsgegenden,  in  Schaaren  bildenden  Rasen,  sehr 
häufig,  gegen  Süden  almchmend,  im  süd-östlicbeu  Gebietstheile  selten  (hier 


Scirpus.  C¥PERACEAE.  611 

yin.  sücllicli  von  Dessau,  Oraiiieiibauin  — ;  /*»•.  östlich  von  Ititterfelil 
zwischen  Pouch  und  Crina  — ).     April   bis  Juni.  —    Juli,  Aug;ust. 

Halme  blüheml  G"  liocb,  später  l  —  l'/o'LocIi.  Wiiizclblälter  sehr  scl.mal  lin.-al  fast 
horstlith.      Drei  >"arl.en.      Deokblältclieii   zugespitzt,    oliiie    Mitteinen. 

--      Aehrchen    in    Mehrzahl. 

3.  E.  polystacliyniii.  Schmalblättriges  W^ollgras. 

Halm  rundlich,  Blätter  unten  riiinig,  oben  3-seitig,  Stiele  der  nicken- 
den Aehrchen  glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.  76.  Chi.  han.  596.  Schk.  Handb.  I.  T.  8.  Stlrm 
Deutschi.  Fl.  H.  10.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  37  (mittlere  und  rechts  stehende 
Figur).  E.  angustifolium  Roth  Tent.  fl.  germ.  I.  24.  II.  63.  Koch  Syn. 
II.  860.     Engl.  bot.  t.  564. 

In  Brüchern,  Sümpfen  und  auf  sumpfigen  Wiesen,  horstweise  häufig. 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Blühende  Halme  1'  hoch,  später  l'/j'  hoch.  Blätter  von  l'/j  bis  S'/j"'  Breite  >arii- 
rend.     Aehrchen  3  —  6,    kürzer  oder  langer  gestielt.     Samenwolle  in  der  I/änge  etwas  variirend. 

t.    E.  latifoliiim.   Breitblättriges  JTollgras,    Halm 

stumpf  3 -kantig,  Blätter  unten  flach,  oben  3-seitig;  Stiele  der  nicken- 
den Aehrchen  scharf. 

Hoppe  Bot.  Taschenb.  v.  J.  1800.  108.  Chi.  han.  596.  Koch  Syn.  II. 
860.  Sttirm  Deutschi.  Fl.  H.  10.  Host  Gram,  austr.  IV.  T.  73.  E.  po- 
lystachion  Engl.  bot.  t.  563.     E.  polystachium  ß.  Linn.  Fl.   suec.  17. 

In  Brüchern,  Sümpfen  und  auf  sumpfigen  Wiesen,  horstvveise  weni- 
ger häufig  als  die  vorhergehende  Art.     April,  Mai.  —    Juni,  Juli. 

Grösse  der  »origen  Art.  Blätter  2  —  3'"  hreit.  Aehrchen  8  his  in  zusammengesetzter 
Splrre    Vt.       Sjmcuwolle    in    der   Regel    um    '/s    hilrzer   als    an  jener. 

5.    E.  gracile.    Schlanlees  Jf^ollgras,    Halm  stumpf  3- 

kantig,  Blätter  3-seitig,  Stiele  der  fast  aufrechten  später  etwas  nicken- 
den Aehrchen  filzig -scharf. 

Koch  in  Roth  Catal.  bot.  II.  259.  Syn.  II.  860.  Engl.  bot.  t.  2102. 
E.  triquetrum  Hoppk  Taschenb.  v.  J.  1800.  106.  Sturm  Dcutschl.  Fl.  H.  10. 
Host  Gram,  austr.  IV.  t.  74.  Fl.  dan.  t.  1441.  E.  polystachium  Y-  Linn. 
Fl.  suec.  17.  .    ,    ,      ^ 

In  Mooren,  Sümpfen  und  an  Teichrändern,  ziemlich  häulig,  gegen 
Süden  abnehmend  und  südlich  des  Harzes  nicht  mehr  oder  selten  vor- 
kommend.    Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Halme    I 1'/,'    lang.      Durch    die    V"   breiten,    von    unten    bis    oben   3-seillgen   Blätter 

sehr    ausgezeichnet.       Samenwolle    so    lang    wie    an    der    vorigen   Art,    aber    die  Toste    schmäler. 

ÖJeonomiSCheS,  Die  Samemvolle  zu  fVatten,  Polstern,  Fer- 
paeken,  Dochten  anwendbar,  auch  swm  Fersatz  der  fVolle  zu  geringen 
Fabrikaten  zu  empfehlen,  für  sich  allein  aber  nicht  verwebbar.  Sammt- 
liche  ^rten  traqen  zur  Torfbildunfj  und  Austrochnumj  der  Brücher  hei, 
den  fViesenwdchs  dagetjen  benach'theilifjen  sie  als  sauere  Kräuter,  wer- 
den vom  Vieh  nnijern  gefressen,  und  die  Samenwolle  zwischen  Heu  ge- 
rathen  ist  erfahrungsmnssig  den  Schafen  nachtheilig  geworden. 

4.     $>CIRPU$i'     SJTJBTSJB, 

lASV.   Gen.    n.  67. 

4ehre  einzeln,  endständig,  oder  Aehrchen  zum  Büschel  oder 
zur  Spirre  verbunden.  Geschlechtsdecke  aus  2  bis  b  Borsten 
bestellend  oder  nicht  vorhanden.  JXuss  stumpf  oder  durch  ei- 
nen nicht  ffliedartiff  an  der  Basis  eingeschnürten  LJeberrest  des 
Griffels  staehelspitzig.      Geschl.  Syst.  III.  1. 


612  CYPEBACEAE.  Scirpns. 

Ein-  (All.  5.  6.  13.)  üdcr  inelnjähiige  (AiL  1—4.  7—12.  14.)  Kräuter. 
Halm  bcbliittert  oder  unliehlüttert,  Blätter  riiinig  -  liiieal  oder  flach.  Blü- 
ten ia  den  Acliseln  ringsum   geschindelter   Dechhiättehen. 

f      Ael,,e    ein.el...     en-lsländig. 

1.  S.  CaeSl>itOJmiS>  Rasen- Simse»  Aehre  eiförmig;  Dech- 
Itlälter  mit  vortretendem  stumpfen  Mittelnerv,  unterstes  so  lang  als  die 
Aelire;  Deckblättchen  stumpf;  Nuss  3- hantig -unigekehrteiförmig,  stumpf; 
oberste  Blattscheide  des    straften  Halms    in   eine   kurze  Platte  verlängert. 

LiNN.  Sp.  pl.71.  Chl.han.  599.  Koch  Syn.  11.853.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  10.     Host  Gram,  austr.  III.  t.  .59.     Engl.  bot.    1. 1029. 

In  Torfbrüchern  und  Mooren  des  nördlichen  und  mittlem  Gebiets- 
theils,  horstv\'eise  häulig,  gegen  Süden  abnehmend  (noch  am  Harze  und 
Schw.  bei  Esperstedt;  in  Garckü  Fl.  v.  Halle  nicht  aufgeführt,  von 
Spreng,  bei  Lieskau,  Liederstädt,  Crumpa  angegeben).  Mai,  Juni.  — 
Juli,  August. 

■\Viiiicl    fascijg.      Halme    iii    dichten    BUscIieln    4 8"   hoch.      Acliren    orangebratin.      INar- 

).en    3. 

Bemerk.  Hie  Aehrenbildung  dieser  Art  wie  mehrerer  anderer,  x,  B.  S.  setaceiis  und 
verwandter  Arten,  deutet  es  an,  dass  es  richtiger  sey,  nach  Analogie  der  grössern  ülehrzahl 
dieser  Gattung,  die  untcritlen  Deckhlattchen ,  denen  man  eine  von  den  übrigen  abweichende 
Form  zuschreibt,  vielmehr  als  Decliblätter  zu  betrachten,  die  sich  hier  weniger  von  den  Deck- 
hlattchen iintcrschcideu.  Dasselbe  gilt  von  Heleocliaris ,  wo  auch  der  Uebergang  der  grünen 
Ilalmsubstanz   von    11.   palustris    in    die    beiden    untern    lilrittchen    für    diese    Annahme    spricht. 

S.  I§.  iiaiicifloriis.  W^enigblütige  Simse»  Aehre  ei- 
förmig, 2  —  7- blutig;  unterstes  Deckl>latt  die  Aehre  umfassend;  Deck- 
blättchen stumpf;  Nuss  3  -  kantig  -  umgekehrteiförmig,  stachelspitzig; 
Halm  rund,    an  der  Basis  mit  plattenlosen  Scheiden. 

LiGHTF.  Fl.  scot.  1078.  Koch  Syn.  II.  854.  Host  Gram,  austr.  III. 
t.59.  Engl.  bot.  1. 1122.  S.  Baeothryon  Ehrh.  in  Lina.  Suppl.  103.  Sturm 
Deutschi.  Fl.   H.  10. 

Auf  Wiesen  und  "V^''eiden,  an  Gräben  und  Teichrändern,  auf  sumpfi- 
gem oder  torfigem  Boden,  sehr  häufig.     Juni,  Juli.  —   Juli,  August. 

Wurzel  kurze  Stocksprossen  treibend.  Halme  2  —  6"  hoch,  fast  fadenförmig.  Borsten 
mit    Widerhäkchen    versehen.       Narben    3. 

3.  ü«  parVIllllS*  Zwerg- Simse»  Aehre  eiförmig -länglich, 
3  —  4-blütig;  Deckblättchen  eirund,  stumpf;  IVuss  3- kantig -umgekehrt- 
eiförmig; Halme  scheidenlos,  Vl'^urzel  faserig. 

BöM.  et  ScHLLT.  Syst.  veg.  Mant.  II.  72.  Chi.  hau.  600.  Koch  Syn. 
II.  8.54.     Sturm  Deutschi.  Fl.  U.  85.     S.  nanus  Spreng.  PugiU.  pl.  I.  4. 

An  Teich-  und  Flussnfern,  auf  überschwemmt  gewesenen  Stellen  ,  sel- 
ten (/*»•.  am  Binnensee  bei  Rollsdorf,  am  salzigen  und  am  süssen  See 
zwischen  Ilollsdorf  und  Erdeborii  — ;  Iln.  Elbinseln  bei  Vietze  — ;  Lb.). 
Juli.  —    August. 

Sehr  zartes  mänzcheii,  der  Heleocharis  acicularis  sehr  ähnlich.  Wurzel  haarfein,  krie- 
chend und  Auslaufer  treibend.  Halme  fein  horsteuförmig,  1  —  1  Vj"  '""g»  weisslichgrün 
und  fast  durchscheinend,  gegen  die  Basis  weiss.  Aehre  kaum  1'"  lang,  Deckhlattchen 
grünlich,  am  Sauuic  durchscheinend,  hüulig  und  weiss.  Borsten  4  —  Ü,  länger  als  die  Nuss. 
Narben   3.   —       Bringt    selten   reife    Früchte. 

4.  S.  fliiitansi.    flutende  Simse»    Aehre  eiförmig,  3—5- 

blütig;  Nuss  zusammengedrückt  mit  fast  scharfem  Bande;  Halm  ästig. 
Scheiden  in  Blätter  übergehend. 

LiNN.  Sp.  pl.  71.  Chi.  hau.  600.  Koch  Syn.  11.854.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.85.     Fl.  dan.  t.  1082.     Engl.  bot.  t.  216. 

In  stehenden  Gewässern,  flachen  Teichen  und  Sümpfen,  im  nördlichen, 
mittlem  und  süd -westlichen  Gebietstheile  häufig,   gegen  Süd -Osten  siel» 


Soirpus.  CYPERACEAE.  613 

verlierend  (bis  jetzt  beobachtetes  süd -östlichstes  Voi-konimen  bei  Han- 
nover).    Juli  bis  September.  —    August  bis  Oeto))er. 

Halme  Vi  —  l'/i'  'a"g>  schlaff,  flulcna  oder  iiieiletliegend  ,  gegliedert,  an  den  Gelenken 
wnrielnd  und  nach  ohen  Aesle  treibend.  Blätter  rinnig  -  schniallineal  bis  ins  Haarförmige 
Aehrentragendc  Aestc  etwas  verdickt.  Dcckblattchen  hellgrün  mit  weisshäiitigcm  Saum 
Keine   Borsten  ,    ISarben   2. 

ff      Aehrchen    huschelig,    scheinbar    s  e  i  t  e  us  t  a  n  d  i  g. 

5.    S.  setaceus.    Mtorstenhalmige  Simse,     -4.ehrchen 

meist  zu  2  (1 — 3)  seitenstäudig  unter  der  Spitze;  Declibliittchen  eirund; 
INuss  stumpf  3 -kantig  und  liings  gerippt  mit  St.Tehelspitze;  Halm  an  der 
«asis  beblättert. 

LiNN.  Sp.  pl.72.  Chi.  hau.  602.  Koch  Syn.  II.  855.  Sturm  Deutschi 
Fl.  H.  10.  UOST  Gram,  austr.  III.  t.  65.  Fl.  dan.  t.  311.  Engl,  bot 
t.  1693. 

Auf  Wiesen,  Triften,  an  Gräben  nnd  Tcichoii,  auf  nassem  grasigem 
Boden,  häufig.     Juli,  August.  —    August,   September. 

Halme  in  dichten  Büscheln,  '2 — 4"  hoch.  Unterstes,  scheinbar  die  Halmspitze  bilden 
des  Deckblatt  2  —  -t .  selten  6  Mal  so  lang  als  die  Aelue.  Keine  Bürsten .  Narben  3.  — 
Variiit   mit    sitzenden    Aehrchen    und    mit    nnterm    gestiellein    Aehrchen. 

*«.     S.  supiniis.     Xiiegende  Simse,      Aehrchen  meist  5 

(2 — 9),  seitcnstäudig  unter  der  Spitze;  Decliblättcluen  eirund,  stachel- 
spitzig;  IXuss  stumpf  3 -kantig,  quer  gerunzelt. 

LiNX.  Sp.  pl.73.  Chi.  hau.  604.  Bemerk.  Koch  Syn.  II.  855.  Schrad. 
Fl.  germ.  I.  1. 1.     Stürm  Deutschl.  Fl.  H.  85.     Host  Gram,  austr.  III.  t.  64. 

Auf  Triften,  an  Teichufern,  auf  nassem  oder  übersclnvemmt  gewe- 
senem lioden,  im  süd  -  östlichen  Theile  des  Gebiets,  die  ISordgrenze  der 
Gesanimtverbreituug  erreichend,  sehr  selten  (nur  Pr.  Aschcrsleben  an 
den  Teichen  nach  Hecklingen  zu).     Juli,  August.  —    September. 

Halme   in   Büscheln   4  —  6"   lang,    seitlielie   zum   Tbeil    liegend.      Unteres    Deckblatt   fast 
60    lang   als   der   Halm.      Keine   oder   nur   einzelne   Borsten.      INarben   3. 
fff       Aehrchen    zur    Spirre    <ereinigl. 
Aehrchen    mehr    oder    iveniger    cifiirmig. 

'S,  S.  laCHStriS.  Sumpf.Simse,  Spirre  zusammengesetzt, 
scheinbar  seitenständig;  unterstes  Deckblatt  etwa  so  lang  als  die  Spirre, 
Aehrchen  theils  spirrig,  theils  l)iischelig  und  sitzend,  eiförmig- länglich ; 
Deckblältchen  glatt;  IMuss  uingekehrteiförmig,  3 -kantig  mit  Stachelspitze  ; 
Halm  rund,    oberste  Scheide  meist  mit  Plattenansatz. 

LiNN  Sp.  pl.72.  Chi.  han.  600;  und  S.  glauous  v.  major  (wenn  der  Halm 
meergrün  ist).  K OCH  Syn.  II.  855.  Sturm  Deuf schl .  Fl.  H.  10.  Host  Gram, 
austr.  III.   t.  61.     Fl.   dan.  t.  1141.     Engl.  bot.  t.  666 

b.  Duvalii.  Oie  mittiefe.  Halm  weniger  hoch,  nach  oben  schwach 
kantig,  obere  Scheide  mit  oder  ohne  Platte;  Spirre  zusamniengcselzt ; 
Deckblättchen  glatt  oder  schwach  scharfpunetig. 

S.  Duvalii  Hoppe  in  Sturm  Deutschl.  Fl.  H.  36.  FI.  dan.  t.  1743. 
Koch  Syn.  II.  856.  S.  earinalus  Sm.  Engl.  bot.  t.  1983.  S.  lacustris 
y.  Sm.  Fl.  brit.  I.  52.  S.  trigouus  Roth  INcue  IJeitr.  I.  90.  Chi.  han.  (t03. 
C.  Taberneiiioiitaul.  Die  Jeleinere.  Halm  niedriger  und  schwä- 
cher, nach  oben  schwach  kantig.  Scheiden  plaltenlos;  Spirre  mehr  zu 
sammengezogen,  Aehrchen  meistens  büschelig  sitzend  und  dunkler  ge- 
färbt; Deckblättchen  scharfpunetig. 

S.   Tabernemontani   Gmel.  Fl.  bad.  I.   101.      Koch  Syn.   II.  "5-»'* 

glaUCUS    Sm.    Fl.   brit.   I.  52    (wenn  der  Halm  meergM.n   ist).       Engl.    bot.    t.  2321. 

S.  glaucus  V.  minor  Chi.  han.  das.  (»enn  der  Halm  mcerg.iin  ist).  S.  lacu- 
stris /?.   Sm.   das.      Fl.   dan.  t.  451  (S.  holoschoenus). 


614  CYPERACEAE.  §cirpuH. 

Iii  Teichen,  an  Fluss-  und  Seeufern ,  im  und  am  Wasser,  beerdeii- 
oder  scbaarenweise;  h.  daselbst  im  seicbteu  Wasser  oder  im  Suinpl'e, 
auch  auf  sumpfigen  oder  nassen  Wiesen;  e.  entfernter  vom  Wasser,  all- 
gemein verbreitet;  beide  letztere  truppweise,  aueb  einzeln  und  weniger 
häufig.     Juni,  Juli.  — ■    August,  September. 

Ilaliiic  <lei-  Ilaiiptrorm  6 — l"i',  von  b.  ■i  —  6',  von  c.  '2 — -3'  Loch,  von  allen  grgeo 
die  8|iiire  zu  etuas  spauiiriickig ,  welclies  bei  b.  und  c.  zunebmciul  in  scLnacb  liaiiligc  liil- 
diiiig  iibcrgelil,  aber  auch  an  der  Ilaujitfoim  in  geringcrni  Grade  oft  benierklicb  wird.  Farbe 
der  Halme  gelblich  -  graugrün ,  entl'ernter  »oni  >Vasscr,  mit  Abnabrae  der  Ualmfaulie,  mehr 
lu  graugrün  —  unter  Einwirbnug  von  Salzwasser  stets  in  bläulicbgrün  übergebend.  Farbe 
der  Acbrchcn  im  und  am  AVasser  rostrotli ,  entfernter  von  diesem  dunkler,  oft  in  purpurbraun 
übergebend.  Horsten  6  mit  AViderbiibclien.  Narben  der  Hanplform  3,  seilen  2  (in  dem- 
selben Aebrcbcn) ,  der  bleiucrn  Formen  meistens  2.  Staubbeutel  an  der  Spilze  bald  melir 
bald  weniger  weicbLaarig,  Nüsse  an  der  innern  Seite  flach,  v^eniger  oder  mehr  zusammen- 
gedrückt und  danach  3-  oder  fast  nur  *2.  kantig,  mit  schmalen  oder  mit  breitern,  stuuipf- 
iichern  Kanten.  Die  Besetzung  der  DeckMättchen  mit  Puncten,  wie  es  in  den  Diagnosen 
angegeben,  variireud.  Drei  (ollständige  Excmpl.  des  S.  Duvalii  von  HOPPE  selbst  haben 
sparsam  mit  Puncten  bestreuete  Deckblattehen.  Andere  Arten  dieser  Gattung  variircn  eben- 
falls  mit   und    ohne    Puncte    (z.  li.    S.  triqueter). 

Bemerh.  So  habe  ich  die  Bildung  auf  einer  i.  J.  1838  wiederholten  Bcrcisung  des 
L'nlcrlaufs  der  Elbe  und  der  Ems  von  Lingen  bis  Emden  beobachtet  und  mich  an  mcbrcru 
Stellen  (om  Lebergauge  dieser  Formen  überzeugt.  Damit  stimmen  mchrenibeils  die  Beob- 
achtungen   von    DüLL    Khein.  Fl.    164.    überein. 

S.    $i.  piingens*    JDreiJeantige  Sitnse»    Spirre  einfach, 

gdiniiuelt,  scheinbar  seitenständig;  unterstes  Dcchblalt  6 — 10- fach  län- 
ger als  die  Spirre,  Aehrchen  sitzend,  eiförmig;  ]\uss  umgchchrteiförmig, 
plan-convex  mit  kurzer  Stachelspitze;  Ualm  stumpf  3- kantig,  Blatt- 
sch(!iden  in  lange  Blätter  ausgehend. 

Vahl  Enum.  pl.  II.  2bb.  Chi.  han.  602.  S.  Uothii  Hoppe  in  Sturm 
Deutschi.  Fl.  11.36.  Koch  Syn.  II.  857.  S.  triqueter  Roth  IHeue  Beitr. 
I.  91.     Fl.  dan.   t.  1563.     S.  mucionalus  Khru.  Calam.  n.  2. 

Am  Unterlauf  der  F.lbe  und  Fms  auf  schwammigem  Boden,  häufig. 
Juli,  August.  —    September,   October. 

Halm  3  —  3'//  hoch,  schlank,  schmal  und  zähe.  Blaltplattcn  '/j  — ^4'  l^ng,  den 
Halm  scheinbar  forlsetzeudcs  Deckblatt  -4  —  5"  lang,  aufrecht.  Aehrchen  meistens  3,  dick, 
kurz,  rostbraun.  Borsten  mehrfach  kürzer  als  die  IVuss.  Narben  '2.  Nüsse  matt  oder  schwach 
glänzend. 

9.  S.  trlqiietei*.  UreiecJeige  Simse»  Spirre  zusammen- 
gesetzt, scheinbar  seitenständig;  unterstes  lieckblalt  doppelt  so  lang  als 
«lie  Spirre,  Aehrchen  theils  sitzend,  thcils  gestielt,  eiförmig  oder  eiför- 
mig-länglich; IXuss  umgekehrteiförmig,  plan-convex  mit  kurzer  Stachel- 
spitze; Halm  scharf  3-eckig  mit  flachen  Seiten,  obere  Blattscheide  mit 
einer  kurzen  lanzettförmigen  Platte. 

Link.  Mant.  29.  Chi.  han.  602.  Koch  Syn.  II.  8-56.  Sturm  Deiitschl. 
Fl.  II.  36.  Fl.  dan.  t.  1983.  Engl.  bot.  t.  1694.  S.  mucronalus  Host 
Gram,  austr.  III.  t.66. 

Am  Unterlauf  der  Elbe  und  Ems,  auf  dem  schlammigen  dem  Strome 
zunächst  liegenden  Striche  den  die  Flut  überstauet,  scbaarenweise  häu- 
fig.    Juli,  August.  —    September,  October. 

Halme  l'/j— S'/z'  hoch,  doppelt  so  dick  als  an  der  vorhergehenden  Art,  sieif  aufrecht, 
slarr  und  saftig.  Seiten  ganz  flach,  fast  etwas  hohl.  Den  Halm  schciubar  forlsctzeiidis 
Deckblatt  1"  lang.  Eben  so  lang  die  Plalle  der  olicrn  Scheide,  folgende  Scheiden  plat- 
tenlos. Aehrchen  6—  l'J.  Narben-.'.  Nüsse  stark  glaubend.  —  Die  Deckbl.-.llcl.cn  .ariircn 
glatt   und    scharf  puuclirl. 

10.  S.  iiiaritimufi^.     Seestrands. Sintse.     Spirre  mei 

stens  zusammengesetzt;  3  —  4  unterste  üeckblätter  länger  als  die   Spirre, 


Scirpus.  €¥PERA€EA£.  615 


gcst 
ekel» 


^  lulen  Rüscbelii.    eiförmig  odei 

länglick;  INuss  umgeTiebiteitoruiig,  stuinpl"  3-l;aiitig  mit  kurzer  Stachel- 
spitze; Halm  3 -eckig,  unten  beblättert. 

LiNN.  Sp.  pl.  74.  Chi.  ban.  603.  Koch  Syn.  II.  857.  Scuk.  Handb. 
I.  T.8.  Stlwi  Deutschi.  Ft.  U.  13.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  67.  Fl. 
dan.  t.937.     Engl.  bot.  t.  542. 

b.  oompactus.     Die  Knäuel  ährige.      Aebrcbeu   sämmtlich   sitzend 
und  geknauelt. 

Chi.  lian.  das.     liocH  das.     S.  eompactus  IIoffm.   Fl.  gerni.  I.  25. 

c.  niaoro8taohy§.     Oie  grossährige.     Aehrchen  doppelt  grösser. 
Kocu  das. 

d.  leptoHtaohys.      Die  sehmalährige.       Aehrchen    doppelt    längt-! 
und  schmäler. 

S.  niaritinius  v.  lanceolatus  Chi.  ban.  das. 
Am    Seestrande,    an    Flussufern,    Gräben    und   Teichen,    häufig;    die 
Spielarten  seltener.     Juli,  August.—    Atignst,   September. 

Wurzel  später  diikliiiulig.  Halme  1 '/^  -3'  liotli.  Ulällcr  so  laiig  oder  länger  als  der 
Halm,  rinoig.  Borsten  mit  Wlderliakclicn  besctit,  bald  länger  bald  büizer  als  die  Nuss 
Farben    3.       Aehnbeu    der    Spielart    d.    fast    lli.cal. 

11.  S.  SylvaticilS«  Jf^ald- Simse*  Spirre  mehrfach  zu 
sammengesetzt,  trugdoldig;  unterste  2  Deckblätter  etwa  so  lang  als  die 
Spirre,  Aehrchen  rundlich -eiförmig,  endständige  meist  zu  2  —  3;  IVuss 
umgekehrteiförmig,  scharf  3- kantig  mit  Stachelspitze;  Halm  stumpf  3- 
kantig,  gleichmässig  beblättert. 

Li>N.  Sp.  pl.75.  Chi.  han.  604.  Koch  Syn.  11.858.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.  36.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  68.  Fl.  dan.  t.  307.  Engl.  hol. 
t.  919. 

Auf  >Yiescn,  zwischen  Gebüsch,  an  Gräben  und  Teichen,  auf  nassem 
Boden,  sehr  häufig.     Mai,  Juni.—    Juli,  August. 

Halm  1— 3'hocb.  Blätter  4— •')"'  bteil.  Spirre  gross,  »lelästig  und  reichblütig. 
Borsten    mit    U  idcrliäfcclien   besetzt.       INarben    3.       Nüsse    äusserst   klein,    blass    strohgelb. 

19.    S.  padicans.     jyuraelnde  Simse.     Spirre  mehrfach 

zusammengesetzt,  trugdoldig;  2  unterste  Deckblätter  länger  als  die  Spirre, 
Aehrchen  länglich,  zugespitzt,  endständige  einzeln;  IVuss  ellipsoidiseh- 
umgekehrteiförmig,  scharf  3- kantig  mit  Stachelspitze;  Halm  stumpf  3- 
kantig,  gleichmässig  beblättert. 

ScHK  in  UsT.  Annal.  d.  «ot.  IV.  t.  1.  48.  Chi.  han.  604.  Koch  Syn. 
II.  858.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  36.  Host  Gram,  austr.  IV.  t.  69.  Fl. 
dan.  t.  1742. 

Auf  Vliesen  und  an  Flussufern,  auf  sandigem  Boden,  selten  (I  r.  an 
der  stillen  Elster  bei  Osendorf,  zwischen  Döllnitz  und  Burg  LieJtenau. 
zwischen  dem  Bicnitz  und  Bückmarsdorf  — ;  ^/»i.  bei  Dessau  häufig,  z.  B. 
im  Thiergarten,  Georgengai  ten ;  Pr.  fV.  bei  Bheine— ;  //h.  zwischen 
Hohnstori'  und  Artleuburg  im  Liineburgschen ;  III.  bei  Trittau).  J>Iai, 
Juni. —    Juli.  August. 

Gesammtanseliin  der  vorigen  Art,  durch  die  einzelnstehenden,  langgesliellen ,  schmalen 
und  zugespitzten  Aehrchen  leicht  zu  unterscheiden.  —  Von  den  in  Mehrzahl  auf  einer  Wurzel 
sich  erhebenden  Halmen  verlängert  s.ch  oft  einer  oder  der  andere  nach  der  Blütezeit,  senl.l 
sieh    bogenförmig    z.,r    Erde    nnd    schlagt    Wurzeln,     «o    die    Spitze    den    Boden    berührt. 

13.    S.  JTliclteliaiius.    Michelisehe  Simse.     Spure  n. 

einen  lappigen  Blütenkopf:  zusammengezogen ;  untere  2  Deckblätter  lan- 
ger als  der  Halm,  Aehrchen  eiförmig;  TSuss  ellipsoidisch,  spitz,  schwach 
3- kantig;    Halm  verkürzt,  3- kantig,   dicht  mit  Blattscheiden  besetzt. 

LiNN.  Sp.  pl.76.  Koch  Syn.  II.  858.  Scuk.  in  Ust.  Aimal.  d.  «ol. 
V.  T.20.     Sti'RM  Dcutschl.  Fl.  H.  85.     Host  Gram,  austr.  III.  t.  bJ- 

An   der  Elbe  bei  Wittenberg  in.  Sandboden,   die  3iordgrenze  der  Ge- 


616  CYPERACEAE.  HeleochariH- 

samiutverhreiluiig  nrreicliciul,  i.  J.  1784  von  Scukuur  heokachtet,  später 
auch  von  Nitzsche,    seitdem  nicht  wieder.     Juli,  August.  — •    Septeniher. 

Wurzel  faserig,  Halm  nur  'Jl/j  —  3"  liocli,  steif  und  dirk.  Untere  DccliMäHer  4  —  •'>" 
lang,  ziiriickgckriiraiut,  rinnig.  Bliitenköpfe  silzenil,  4  —  -'S'"  im  Diirdimesser  ii.iitentl.  Kciiic 
Borsten.      Narben  2.      Samen   äusserst  klein,    blass    strohgelb. 

Acliriheu    in    kugeligen   Kopfclicn. 

'14.    IS.  Holosclioeiius.     Kugel- Simse.    Spine  einfach, 

scheinbar  seitenständig;  unterstes  Declii)latt  6 — 8  Mal  so  lang  als  die 
Spirre,  Blütenköpl'e  gedrängt  dichthliitig,  gestielt  und  sitzend;  JNuss  um- 
gehchrtciförniig,  3- kantig  mit  Stachelspitze  ;  Halm  rund,  unten  beblättert. 

LiNN.  Sp.  pl.  72.  Roch  Syn.  II.  857.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  36. 
Host  Gram,  austr.  III.  t.  62. 

An  Sümpfen  zAvischen  Barhy  und  Zerbst,  auf  sandigem  Boden,  die 
Nordgrenze  der  Gesammtverlireitung  erreichend,   selten. 

Halm  2  —  .'i'  boch,  steif.  Ulattplatten  auf  langen  Scheiden  stehend,  nur  die  obersten 
zu  JKngern  Ulattern  aiiswaehsend ,  diese  steif,  schmal  rinnig  mit  rundem  Kücken,  in  eine  3- 
cckigc,  am  Rande  sehärflicbe  Spitze  endigend.  Blülenköpfc  3  —  .^  bis  selten  8.  Keine 
Borsten.       Karben    3.  —       Variirt    mit   niedrigem»    Halm    und    kleinern    oder    grüsscrn    Kopien. 

GM  ¥i^JSRJBX.ICMJEIS, 

technisches  «.  ÖTe anomisches,    A.  6.  zur  Anfertif/unr/  von 

Fleclitwerh  vorzüfjlich  fjeeiijnet ,  liefert  Fxissdecken  in  Zimmer  (besonders 
in  Ostf'ricsland  und  Holland  beliebt).  Matten,  Stuhlsitze,  liörbe,  Fisch- 
körbc  II.  s.w.  und  dient  zum  Decken  i'on  Schoppen,  Hütten,  Schüf'er- 
karren  u.  s.  tv.  Art.  6 — 11.  sind  zur  Streu  anwendbar.  Sätnmtliche  Arten 
sind  im  jünqern  Zustande  ein  mittelmässiges  Pferde-  und  Schweine- 
futter. A.i.  trätft  wesentlich  zur  Torfbildunfj  bei  und  die  Art.  6  —  iS. 
zur  Abtrocknuug  der  Sümpfe  und  des  eintjedeichten  Landes. 

5.    HEIiEOCHARIIS.     BMMOP. 

n.  BR.    Prodr.    fl.    >ov.    Uoll.    I.   80. 

Aehre  einfach,  entlsläiitlig.  GeschlecJitstlccke  ans  3  oder  6 
Borsten  gclnldet.  Welche  Nnss  vom  verdickien,  an  der  Basis 
gliedartig  eingeschnürten  Üeherreste  des  Grifl'els  gekrönt.  Ge- 
schl.  Syst.  III.  1. 

Ein-  (Art. 3.  4.)  oder  mehrjährige  (Art.  1.  2.)  Kräuter.  Halm  unserer 
Arten  an  der  Basis  von  1 — 2  plattenlosen  Scheiden  umfasst.  Blüten  in 
den  Achseln  ringsum  geschindelter  Dociiblättchen.  Dechblätter  in  die 
Dcckhlättchen  übergehend  oder  mit  ihnen  gleichförmig. 

1.  H.  palustris.  SumpJ"- Biet,  Aehre  länglich,  2  abge- 
rundete Declil>lätter  die  Basis  der  Aehre  umfassend;  Dcchblättchcn  spitz- 
lich; Nuss  umgekehrteiförmig,  schwach  zusammengedrückt  mit  abgerun- 
deten Hauten;  Schaft  glatt;  Wurzel  kriechend. 

R.  Br.  Prodr.  fl.  Nov.  Holl.  224.  Roch  Syn.  II.  852.  Scirpus  palu- 
stris LiNN.  Sp.  pl.70.  Chi.  hau.  597.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  9.  Host 
Gram,  austr.   III.   t.  55.     Fl.  dan.  t.273.     Engl.  bot.  t.  131. 

b.  uniglnmis.     Bas  eindeckblättrige.     Ein  Deckblatt  die  Basis  der 
Aehre  umfassend. 

H.  uniglumis  LInk  Hort,  berol.  I.  281.      Roch  das.      Scirpus  unigiu- 
mis  Link  Jahrb.  d.  Gewächsk.  III.  77.     Clil.  hau.  das.     Sturm  das.  11.78. 
Beichenb.  PI.  crit.  II.  182. 
Auf  Triften   und  Wiesen,    an  Gräben,    Teichen   und  Flussufern,    auf 
nassem  oder  sumpfigem  Boden,  horstweise  liäuiig. 

Halme  1  —  1'/./.  im  Wasser  bis  2'/./,  auf  magerm  Sandboden  oft  kaum  3  —  4"  Horb, 
lundlrch    oder    zusammcDgcdiuckl ,    glatt,    eegru  die  Basis  safranfarbcnbraun    gefärbt    und    gl.'Ju- 


Heleocharis.  CYPEBACEAE.  617 

zcnd.  INarben  2,  Borsicn  meistens  4,  hleibeiid.  —  Die  Aehre  rariirt  eiforuiig  iiud  kegel 
formig.       Die    Borsten    sind    länger    iiiul    kürzer    als    die    INuss. 

Bemerk.  Die  Ausbildung  der  untersten,  Jic  Aehre  deekenden  Blättchen  zu  1  oder 
2  Deckblättern  ist  wandelbar  und  daher  lür  die  Arlenfestslcliung  ohne  AVerth.  Man  trifft 
nicht  selten  Exemplare,  die  3  abgerundete  Blättchen,  d.h.  3  Deckblätter  haben.  Aus  die- 
sen uiüsste  man  conse(|ueot  eine  dritte  Art  machen.  Dieselbe  Krscheinung  kann  man  bei 
S.  cacspitosHS    wahrnehmen. 

9.    H.  niulticaiilijs.    Vielhalmiges  Biet.    Achic  ellip- 

soidisch- länglich,  Deckhlätter  und  üeckhlättclien  gleichtörmig  länglich; 
IViiss  3- kantig -eiförmig;  Halm  gegen  die  Basis  gestreift;  Wurzel  schwach 
kriechend. 

Koch  Syn.  II.  852.  Scirpus  multicaulis  Sm.  Fl.  brit.  I.  48.  Chi.  hau. 
598.     Sturm  Deutschi.  Fl.  11.78.     Fl.  dan.  t.  1923.     Eugl.  bot.  1. 1187. 

Auf  Wiesen  und  Triften,  auf  moorigem  oder  torfigem  Boden,  horst- 
weise selten  {Pr.  fV.  ;>Iünster,  Diuslacken,  Gronau — ;  Un.  Bcntheim, 
Schiittorf,  Nordhoru,  Celle  am  Entenfange  —  Ostfriesland  zwischen  der 
Holtlander  IVükke  und  Logabirum  Lantz.  Bening.  — ;  Ol.  Jever,  jenseit 
der  ISordgrenze  des  Gebiets  auf  der  Insel  Ilöm).  Juni,  Juli.  —  Juli, 
August. 

AVurzel  lang-  nnd  dickfaserig.  Halme  in  dichten  Büscheln,  6 — 10"  hoch  mit  violel- 
roth  gefärbter  Basis.  Borsten  6.  kürzer  als  die  IVuss.  Narben  3.  Deckhlältchcn  stunipf- 
spilzlich  mit  «ioletrotbem  Mittelfelde,  grünem  Mittelnerr  und  rostbraunem  etwas  durchschei- 
nendem   Saum.       I>üsse    fast   scharfkantig.   —       Kommt   mit    sprossenden    Aehrcn    vor. 

Bemerk.  Die  Wurzel  ist  nur  in  den  erstem  Jahren  völlig  faserig,  später  treibt  sie 
kurze  Stocksprossen,  die  sich  gleich  nach  oben  biegend  Halme  treiben,  weshalb  sie  wenig 
bemerklich   werden, 

3.  H.  OVata.  JEirUndährigeS  Miet.  Aehre  rundlich -ei- 
rund, Deckblätter  und  Deckblättchen  gleichförmig,  rundlich,  stumpf; 
ISuss  3-kantig-umgekehrteiförmig;   Schaft  glatt;  Wurzel  faserig. 

B.  Br.  Prodr.  11.  IVov.  Holl.  224.  Roch  Syn.  II.  852.  Scirpus  ovatus 
BOTU  Tent.  11.  gerni.  II.  2.  562.  Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  10.  Host  Gram, 
austr.  III.  t.  56.     Fl.  dan.  t.  1801. 

Aufwiesen,  an  Gräben  und  Teichen,  auf  nassem  oder  überschwemmt 
gewesenem  Boden,  die  Nordgrenze  der  Gesanimtverbreitung  erreichend, 
selten  und  gegen  Süd-Osten  abnehmend  (An.  Dessau;  Pt:  fV.  Lipp- 
stadt — ;  Un.  Bentheim,  TVeuenkirchen,  Haaren  — ;  Ol.  Wiesen  bei 
Schwei  — ;  Hrn.;  Lb.;  Hl.  Trittau,  Stenzer  Teich,  Hahnenheide—;  Lb.; 
Mk.  Lankower  See  bei  Schwerin).     Juni,  Juli.  —    August. 

Halme  in  dichten  Büscheln,  4 — 10"  hoch,  rund.  Scheiden  der  Basis  gelblichbraun, 
oft   roth    überlaufen.       Borsten    länger   als    die    >nss.       j>'arben    2. 

4.  H.  acicularis.  Nadelhalntiges  Miet.  -4ehrc  läng- 
lich, spitz;  Deckblätter  eirund,  stumpf.  Deckblättchen  länglich;  JXuss 
schmal  ellipsoidisch-umgekehrteiförmig;    Halm  borstenförmig,    4- kantig. 

B.  Br.  Prodr.  fl.  TVov.  Holl.  224.  Koch  Syn.  II.  853.  Scirpus  aci- 
cularis  LiNN.  Sp.  pl.  71.  Chi.  han.599.  Sturm  Deutschi.  Fl.  IL  10.  Host 
Gram,  austr.  III.  t.  60.     Fl.   dan.    t.  287.     Engl.  bot.  t.  749. 

Auf  Triften,  an  Gräben  und  Teichrändein,  auf  feuchtem  oder  ubcr- 
schweniint  gewesenem  sandigem  Boden,  häufig.  Juni  bis  August. —  Juli 
bis  October. 

Zartes  2  —  3"  hohes  Pllänzchen  mit  haarfeiner,  kriechender  Wurzel.  Scheiden  der  Hnlmc 
strohgelb,    rölhlicl    angelaufen.       Aehre    Vi  — 'A'"    •"«''•       Borsten    hinfällig.       Narben    3. 

Bemerk.  Die  Gattung  Heleocharis  hat,  wie  ich  bereits  vor  30  Jahren  in  den 
Triniit.  fl.  esseipieb.  nachgewiesen  habe,  weder  eine  bestimmte  Begrenzung,  noch  ist  sie 
natürlich,  indem  sie  die  nächstverwandten  Pflanzenarten ,  wie  H.  raulticanlis  von  Scirpus  panci- 
Uorus,    H.  acicularis  von    S.  panulus   trennt.       Es  ist  daher  zu  lioflen,    dass  die  Zell  sie  wieder 


618  €¥PERA€EA£.  Rhynoliospora. 

VahL    Enuni.    II.    23(3. 

liüschel  endständig.  Geschleclilsdecke  aus  3  —  9  Borsten  ge- 
bildet. Weiche  IVuss,  von  der  stehenbleihenden  breiten  Basis 
des  Griffels  gekrönt.     Geschl.  Syst.  III.  1. 

Mehrjährige  Kräuter  mit  behlättertem  Halm.  Aehrcbeii  zu  hopfi'ör- 
migen  Büscheln  zusammengestellt  (bei  ausländischen  Arten  auch  in  Spir- 
ren  oder  Rispen).     Deckblättchen   meistens  abfällig. 

1«    R.  alba.    IW^eisses  Schnabelriet*     Blütenbüschel  fast 

so  lang  als  die  Deckblätter;  Geschlechtsdecke  9- borstig;  Wurzel  spar- 
sam Stocksprossen  treibend. 

Yaiil  Enum.  II.  236.  Kocu  Syn.  II.  851.  Schoeiius  albus  Linn.  Sp. 
pl.65.  Chi.  han.606.  Schk.  Ilandb.  I,  T.  7.  Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  40. 
Host  Gram,  austr.  IV.  t.  72.     Fl.  dan.  t.  320.     Engl.  bot.  t.  985. 

Auf  Mooren  und  in  Torfhrüchern,   häutig. 

Halme  y.j — 1'  liocli,  3 -kantig.  Blätter  schmal,  rinnig.  Blütenbüschel  run<Uicli,  weiss; 
nach  <lcm  Blühen  chamois.  Die  Zahl  der  Borsten  variirt  zwischen  8—14.  die  Ncimzahl 
scheint    torziiherrschen.       Sic    sind    bald    so    lang   als    die    Piiiss,    bald    kürzer. 

Ä.    R.  fiisca.     Braunes  Schnabelriet,     Bliiienbüschel 

mehrfach  kürzer  als  die  Dechblätter;  Geschlechtsdccke  3 -borstig;  Wur- 
zel stark  kriechend. 

Rom.  et  Schult.  Syst.  veg.  II.  88.  Koch  Syn.  II.  851.  Bhyncho- 
spora  alba  ß.  Vaul  Enuni.  II.  236.  Schoenus  fuscus  Linn.  Sp.  pl.  1664. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  11.40.     Fl.  dan.  t.  1562.     Engl.  bot.  t.  1575. 

Auf  Mooren  und  in  Torfhrüchern,  häufig.  Mai  bis  Juli.  — •  Juli  bis 
September. 

Halme  '/.j  —  ^/^'  hoch,  stumpf  3  -  kantig.  Blätter  sehr  schmal,  ziisaiiimengclegt  -  rinuig. 
Blütenbüschel  länglich,  hell  kastanienbraun.  Borsten  viel  länger  als  die  Nuss.  Basis  des 
stebeogebliebenen    Grin'elrestes   doppelt    so    breit   als    an    der   vorigen    Art. 

Bemerk.  £s  gilt  für  diese  Gattung,  wie  ich  in  den  Tiiniit.  <1.  esseijueb.  bereits 
erwähnt  habe,  dasselbe,  was  ich  hier  am  Scliluss  der  Gattung  licleocbaris  iibcr  diese  gesagt 
habe.  Auch  Bli\ncbospora  ist  eine  nur  künstliche  und  unbestimmt  begrenzte  Gattung.  Wer 
die  ausländischen  Arten,  z.B.  Rhyncbos)iora  sparsa ,  R.  inexpansa,  R.  ciliala  etc.  im  Gegen- 
satz der  R.  aurea  untersuchen  will,  wird  sich  hierion  überzeugen.  Bei  letzterer  bleibt  der 
ganze  Grilfel  verhärtet  stehen,  hei  andern  Arten  der  halbe,  die  Basis  —  eine  Spur  der  Basis, 
und  bei  manchen  auch  nicht  eine  Spur  dieser.  Schriftsteller,  welche  Rhjnchospora  und 
Schoenus  des  erwähnten  Grundes  wegen  trennen  und  doch  iu  letzlerer  Gattung  S.  nigricans 
und  S.  I'uscus  zusammenordnen,  übcrseben  es,  dass  sie  eben  dadurch  die  Charaktere  jener 
Gattungen  wiedci  aufheben  —  oder  sie  willhürlich  benutzen.  Die  IVuss  des  erstem  ist  ohne 
Rest  der  Griilelbasis ,  die  des  letztem  trägt  allerdings  eine  Spur  desselben.  Wird  nun  sogar 
eine  gliedartige  Verbindung  des  stehen  bleibenden  Griffelrcstcs  in  den  Galtungscharakter  auf- 
genommen, wie  dies  mehrentheils  geschieht,  so  passt  der  Charakter  nicht  einmal  auf  unsere 
beiden  Arten,  die  nichts  Gliedartiges  nachzuiveiscn  haben.  Und  dies  minutiöse  und  schwan- 
kende Kennzeichen  tritt  in  der  Gattung  Rbvnchospora  als  INorm  für  die  gencrische  Vereini- 
gung   in    der    Gcsammtbildung    und    Tracht    mannigfach    von    einander    abweichender    Pflanzen 

«.    eiiAuiiJifi.    scuNMEnm, 

Patr.  Brown  Jam.   114. 

Spirren  zur  Bispe  zusammengestellt.  Keine  Gescblecbtstlccke. 
Frucht  eine  trockene  Ptlaume.     Geschl.  Syst.  III.  1. 

Mehrjährige  hohe  Kräuter  mit  beblättertem  Halm.  Spirren  KnA-  und 
nchselständig,  Aehrchen  unvollkommen  2- zeilig,  armblülig. 

f.    C  IWarlscuis.     Getneine  Schneide*    Aehrchen  hopf 

förmig  gehuäuclt;  Halm  fast  rund,  Blätter  am  Bande  und  dem  Kiel  fein 
.sägezähiiig. 


Solioenus.  €¥PEBACEAE.  619 

R.  Br.  Piodr.  11.  TVov.  Holl.  236.  Cbl.  hau.  604.  Kocu  Syii.  II.  851. 
Scboenus  Maiisciis  Likn.  Sp.  pl.  62.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  53.  Fl. 
dan.  t.  1302.  Engl.  hol.  t.  950.  C.  gcrmanlcum  Scurad.  Fl.  germ.  I.  75. 
t.5.  f.  7. 

In  Teichen  und  Sümpfen,  lieerdeuweisc  ziemlicli  selten  (HL;  Mk. 
Schweriner  See,  Friedland,  Malchin,  "V^'^ankow — ;  Hn.  Misslmrg,  Osna- 
brück, Göttingen  im  Denkershauser  Teiche—;  Ol.  im  Sager  Meere  — ; 
Pr.  TV.  Münster  auf  der  Roerheide;  Pr.  Artern).  Juli,  August.—  Sep- 
tember, October. 

^Vurzc)  dick.  kriecLeiid.  H;.lni  4  —  6'  liocli ,  stark,  steif.  Blattei-  riiiiiig,  in  eine 
sehr  lange,  3  -  eckige  Spitze  verscliinalert.  Rispe  1  —  1 '/i'  J^ng.  ästig,  Deckbliilter  dopiielt 
so  lang  als  die  »ueist  iii  2  »usauimenstchcnden  Sjiirrcn.  Aclirchen  länglich,  aus  meistens  6 
Deokblättchen  bestehend,  wovon  nur  die  obcrn  '2  —  3  fruchtbar  sind.  Sfauhgefiisse  2 — '6. 
Frucht  schwach  3  -  kantig  -  ellipsoidisch ,  durch  einen  Rest  des  Griflcls  gespitit,  äussere 
Lage   inwendig   mehlig.      INuss    knöchern. 

GM  irjERBLICHMS. 

technisches»  tun  dauerhaftes  Deckmaterial  für  Hütten  und 
Ncbenfjebände  auf  dem  Lande. 

8.     SCHOEIVIJS.     MJVOPJFGUAS. 

LiNN.    Gen.    n.  (j5. 

Aehre  endsländig  2-zeilig.  Gescbleclilsdecke  aus  1  —  5  Bor- 
sleu  abstehend  oder  nicht  vorhanden.  Weiche  J>uss.  Geschl. 
Syst.  III.  l. 

Mehljährige  Kräuter.  Ilalmc  an  der  Basis  beblättert.  Achrchen  un- 
vollkommen 2 -zeilig,    nur  die   obern   Deckblättchen   fruchtbar. 

I.  S.  oigricans.  Schwärzliches  Mnopfgras,  Blü- 
tenköpfchen aus  5  — 10  Aehrchen  zusammengesetzt;  unterstes  Deckblatt 
schräg  abstehend;    Blätter  halb  so  lang  als  die  Halme  oder  länger. 

LiNN.  Sp.  pl.  64.  Chi.  han.  606.  Koch  Syn.  II.  850.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  H.40.     Host  Gram,  austr.   III.  t.  54.     Kngl.  bot.  t.  1121. 

Auf  Vliesen  und  Triften,  auf  sandig -toriigem  Boden,  horstweise  sel- 
ten {Mk.  Rcniplinische  Wiesen  an  der  Peene,  Friedland,  SchillVerder 
J)ci  Schwerin,  Malchin;  Hl.;  Hn.  Insel  IVordernei;  .fir.  Helsuuger  Bruch; 
Pr.  Westerhauscn,  im  Schiffgraben;  Pr.  JV.  Driburg.  Im  süd- östlichen 
Theile  des  Gebiets  nicht  vorkommend).  Juni,  Juli.—  August,  Sep- 
tember. ,         o    ,    •  .  1 

Halme  1'  hoch,  rund,  an  der  Basis  mit  schwarzbraunen  glänzenden  Scheiden  umgilicn. 
Blätter  fadenförmig,  bald  halb  so  lang  als  der  Halm,  bald  fast  eben  so  lang,  halbsÜeliund, 
oben  rinnig.  Blütenköpfchen  eiförmig,  schwarzbraun.  Deckblatt  2  —  5  Mal  so  lang  als 
jenes.  Aehrchen  länglieh,  fast  sitzend.  Borsten  bald  >orhanden.  bald  fehlend.  INuss  sehr 
klein,    weiss,    glänzend,    ohne    Grill'elrest. 

•».     S.  ferrugiiieus.     Uostfarhenes  I£nopfgras* 

Blütenköpfchen    aus   2  —  3  Aehrchen    zusammengesetzt;    unterstes    Deck- 
blatt gerade  aufrecht;  Blätter  die  Hälfte  der  Halmlänge  nicht  erreichend. 
LmN.  Sp.   pl.  64.      Koch   Syn.  II.  8-51.      Sturm  Deutschi.  Fl.   II.  40. 
Scurad.  Fl.  germ.  I.  1. 1.  f.  4.     Host  Gram,  austr.  IV.  t.71. 

In  Torfmooren  und  Sümpfen  des  nördlichen  und  des  südlichen  Ge- 
bietstheils,  selten  {Mk.  Wiesen  am  Galenberger  See,  Bronn,  Gr.  ISien- 
dorf  nach  Wanikow  zu;  Pr.  Benndorfer  Mühle  nördlich  von  Delitztsch; 
im  mittlem  Gebictstheile  fehlend.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Halme  l'  hoch,  schlank  und  fein,  fast  stielrund;  Scheiden  der  Basis  schwarzbraun,  glän- 
zend. Blatiplalle  der  Scheiden  1—2",  selten  3"  lang.  Deckblatt  steif,  kaum  länger  als 
die    .lehre.       ^uss    sehr    klein,    weiss,    glänzend,    mit    einer    Spur    Giift'elrcst. 


620  CYPERACEAE.  Cyperus. 

9.    CYPERUS.     CJ^^BUGUAS. 

I.INN.    Gen.    11.  66. 

Spirre  oder  Büschel  mit  vollkoumien  2-zeilig  gescbindelteu 
Aelirchen.    Keine  Geselilechtsdecke.    Weiche  INiis.s. 

Ein-  (Art.  1.2.)  otlcr  inehrjäbrigc  Kräuter  mit  bel>lätlertein,  seltener 
Llattlosem  Ualin.  Bliiltcr  grasartig,  fast  tiacli.  Aehrchen  vielLlütig, 
DecViblättcben  gekielt. 

1.   O.  flaYescens.    Gelbliches  Cypergra«,    Spirre  end- 

ständig,  einlacb,  Aebrcben  boptTormig  zusaniinengestellt ,  langiicb,  ge- 
gen die  Spitze  vcrscbmälert;  Decbblättcben  stumpf,  aneinander  liegend; 
Uahn  stumpf  3 -kantig. 

LiNN.  Sp.  pl.68.  Cbl.  ban.  607.  Koch  Syn.  II.  849.  Schk.  llandb. 
I.  T.7.  Sturm  Deutscbl.  Fl.  H.  52.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  72.  Fl. 
dan.  t.  1682. 

Auf  Triften  und  Wiesen,  auf  fcuebtem  oder  sumpfigem  Boden,  die 
Nordgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreicbend ,  truppweise  ziemlicb 
bäufig.     Juli,  August.  —    September. 

Halme  2  —  6"  liocli,  biiscliclig.  Blältei-  rinnig,  lang  zngcsjiitxt.  DeckiilüUer  meistens 
3,  w.igercclit  abstellend,  länger  als  die  Spirre.  Aelirchen  Iviib  ockerfarben.  Deckblättcben 
mit  grünem  unter  der  Spitze  aufhörendem  Alittelstreif.  —  Variirt  mit  doppelt  längern  linealen 
Achrclien. 

Ä.    C  ftiscii8>    Braunes  Cypergras»    Spirre  endständig 

zusammengesetzt  oder  cinfacii,  Aebrcben  kopfförmig  zusammengestellt, 
lineal;   Deckblätteben  spitzlicb,  locker;   Halm  sciiarf  3- kantig. 

LiNN.  Sp.  pl.69.     Cbl.  ban.  607.     Koch  Syn.  II.  849.     Schk.  Handb. 

1.  T.7.  Stürm  Deutscbl.  Fl.  H.  52.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  73.  Fl. 
da».  t.l79. 

Auf  Triften  und  Wiesen,  auf  nassem  oder  sumpfigem  Boden,  trupp- 
weise ziemlicb  bäufig.     Juli,  August.  —    September. 

Halme  3  —  8"  lioch.  Blätter  und  Deckbl:.tler  wie  an  der  vorhergehenden  Art,  jedoch 
doppelt  so  breit.  Aehrchen  schwärzlichbr-iun  ,  Deckblätter  uiit  grünem  in  die  S]iitze  auslaufen- 
dem MilteKtreif. —   Aarilrt  an  schattigen  Orten  mit  grünen  Aehrchen  (v.  virescens  Chl.han.  das.). 

€1LI.     €;]«A]fII]VEAE. 

GMÄSJEn. 

Juss.    Gen.   28. 

Blüleii  Zwitter  oder  l-geschleehtig,  in  1-  oder  niehrblüti- 
gen  Achrclien j  die  zu  Achren,  Trauben  oder  Rispen  zusam- 
mengestellt sind.  Deckblätter  (Calyx^  Glnniae  caJycinae,  Lepi- 
cena)  und  Deckblätteben  (Corolla,  Gluniclla,  Paleac)  je  2j  ei- 
nes das  andere  umfassend,  selten  nur  je  1,  und  noch  seltener 
erstere   fehlend,    sämmtlieb  spreuartig.      Gesehleehtsdecke_  aus 

2,  seltener  3,  mehr  oder  weniger  verkümmerten,  etwas  saftigen 
Schuppen  (Neetarium,  Lodiculae,  Squamulae  hypogynae)  ge- 
bildet. Staul)g^efässe  meistens  3,  selten  weniger  oder  doppelt 
sp  viel;  Staubbeutel  aufliegend,  Fächer  an  beiden  Enden  spal- 
tig von  einander  weichend.  Fruchlknote  frei;  Griffel  2,  selten 
1  (oder  3)  mit  2  fadenförmigen,  nadclformigcn  oder  gliedri- 
gcn  Narben.  Frucht  eine  Kornfrueht  (Caryopsis),  frei  oder 
später  mit  den  Deckblättehen  verwachsen.  Keim  am  mehlig'en 
Eiweiss  iinten  und  aussen  anliegend.  —  Stengel  mit  Knoten,  früh 
sich  verlierendem  Mark  und  geschlitzten  Blattscheiden  ,  deren 
innere  Haut  meistens  als  Blaltbäutehen  vortritt  (Grashalm). 

1/orkoniineii.  Die  in  grösstcr  Verbreitung  und  reicbster  Individucn- 
zabl,  meist  in  grosser  Geselligkeit  auftretende  Familie  des  Gebiets,   vor 


Leersia.  GRAIUINEAE.  621 

allem  Feuclitigl.eit  des  Bodens  oder  der  Atmosphäre  in  Anspruch  neh- 
mend, einige  die  Nähe  des  Wassers,  sehr  wenige  den  Stand  im  Wasser 
liebend,  sämmtlich  aber  Sumpf  und  Säure  des  Kodens  (Nardus  ausge- 
nommen) fliehend.  Unter  den  festen  Substanzen  besondere  Vorliebe  für 
Kiesel  zeigend,  \iele  für  ihr  höchstes  Gedeihen  Humus  in  Anspruch  neh- 
mend, einige  kallihold,  einige  Salzgehalt  des  Bodens  verlangend. 

Gehalt  churakterisirt  durch  das  reichliche  Vorkommen  von  Kiesel- 
säure, liali,  Zucker,  Stärke,  auch  Kleber;  erstere  vorziUflich  im  Halm, 
Blatt  und  Infloreszenz,  Kali  in  den  fVurzeln ,  Zucker  vorzüfjlich  im 
Halm,  Stärke  und  Kleber  im  Samen.  Erden,  besonders  T hon  er  de ,  im 
Halm  vorkommend.  Selten  sind  Chlormetalle ,  aromatische  Substanzen 
und  €jif'tarti(jcr  Stoff',  von  denen  das  Daseyn  des  letztern  noch  nicht 
hinlänf/lich  eriviesen  ist.      Medicinischcr  fVerth  sehr  (jerimjfiKjifj. 

t.  Gruppe.      ORirZEAI].      RMISGRÄSMR. 

Rispe.  Aehrchen  von  den  Seiten  zusammengedrückt,  1 — 3-blütig. 
Deckblätter  nicht  länger   als  die  Deckblättchen ,    oft  nicht  vorhanden. 

I.     liEJERSIA.     liMMnSMK, 

SOLA>fD.    in    Sw.    Fl.    Ind.    occident.    I.    VA'i. 

Aehrchen  l-hliilig^  ohne  Deckhlätter.  Dechhlättchen  gleich 
langa  iinbegrannt,  inneres  viel  schmäler  als  (las  äussere.  Blü- 
ten   Zwitter  mit   1  —  3^    selten   6   Slaubgefässen.      Geschl.   Syst. 

Mehrjährige  Gräser  mit  flachen  Blättern.  Rispe  offen,  einfach  oder 
ästig.  Aehrchen  traubig,  kurz  gestielt,  fast  einseitwendig.  Geschlechts- 
dccke  aus  2  Schuppen  bestehend. 

1.  li.  oryzoides.  Mteisartige  IJeersie.  Rispe  ausge- 
breitet,  Aehrchen  halb -oval;   Deckblättchen  am  Kiel  stacbelvsimperig. 

Sw.  Fl.  Ind.  occident.  I.  132.  t.  4.  f.  a.  Chi.  han.  646.  Koch  Syn. 
II.  900.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  35.     Phalaris  oryzoides  Linn.  Sp.  pl.81. 

An  Teichen  und  fliessenden  Gewässern,  in  der  Nähe  von  Wohnun- 
gen, hier  und  da  verwildert,  im  südlichen  Theil  des  Gebiets  nicht  vor- 
kommend.    August.  —    Octobcr. 

Halme  2  —  3'  lioch,  aiifreclit  oder  knicl>ig  ansteigend.  BläUer  3  —  4'"  breit,  liclilgrün. 
Rispe  nur  zum  Tlieil  ans  der  obein  Blattsclieidc  hervortretend,  mit  der  Spilze  überhangend, 
Aeste  geschlängelt.  Aehrchen  giünlichH-eiss,  bald  mehr  bald  weniger  mit  steifen  Härchen 
besetzt,    meistens    vor   der   Reife   al)fallend. 

GM  WMRIiI,ICUMS. 

Ökonomisches»  fVird  vom  Viehe  nicht  gefressen.  Auf  den 
Reisfeldern  in  Italien,    wo  sie  zu  Hause  ist,   ein  wucherndes    Unkraut. 

Ä.  Gruppe.      PHALARIDEAE.      GI.ANXGRÄSJBR. 

Ofl'ene,  lappige  oder  ährig  zusammengezogene  Rispe.  Aehrchen  von 
den  Seiten  zusammengedrückt,  mit  1  zwitterigen  Endblüte  und  1  oder  2 
untern  männlichen,  geschlechtslosen  oder  durch  Ansätze  dazu  nur  ange- 
deuteten Blüten.  Deckblätter  länger  oder  wenig  kürzer  als  die  zur  Reif- 
zeit meistens  knorpeligen  glänzenden  Deckblättchen. 

S.     PHAIiARI^.     GXiAJVXGMJLS. 

Linn.  Gen.  n.  74. 

Rispe  ährenförmig,  Aehrchen  1- blutig  mit  schuppcnförmi- 
gen  Ausätzen  zu  1  oder  2  untern  Blüten.  Deckblätter  zusam- 
mengedrückt-gekielt,  Kiel  geflügelt.     Geschl.  Syst.  III.  -i. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  Gräser  mit  flachen  Blättern,  zusammen- 


622  GRAHINEAE.  Digraplil«4. 

gedrängter,  eiförmiger,  längliclier  oder  «alzeiiförinigcr  Rispe.  Aclir- 
clicn  auf  der  vordem  Seite  etwas  coiivex,  auf  der  liinleni  concav.  lllü- 
tenansät/e  behaart.  Gcsclileclitsdeclie  aus  2  stumpfen  Schuppen  beste- 
hend.    Narben  wedeiförmig. 

1.    P.  canarieiisis«    C anarisches  Glanxgras,   Rispe 

eiförmig,  Aehrchen  umgekehrteiförmig,  mit  ganzrandigem  Kielflügel  und 
2  Ansätzen  verkümmerter  Blüten. 

LiNN.  Sp.  pl.  79.  Kocu  Syn.  II.  894.  Reichenb.  Ic.  f.  1492.  Host 
Gram,  austr.  II.  38.     Engl.  bot.  t.  1310. 

An  Wegen,  hier  und  da  verwildert.  Juli,  August. —  September, 
October. 

Halme  2  —  2'//  hoch.  Blätter  3  —  4'"  hreif.  Deckblälter  fast  iloppelt  so  lang  als  die 
Blüte,    oben  schräg  gestuf?.t,    iinfcii  licilförmlg  vcischiiiäleit ,    lieiderseits  mit  2  grünen  Streiten. 

GM  WMHBZICHMS. 

ÖJeonomischeS»  fVird  besonders  südlicher,  zur  Geivinnuntj  der 
Samen  zu   yöyelf'nttcr,  (jebauet. 

3.    »IGiRAPHIi^.    B^JVnGMJLS, 

TRIN.   Fund.    127. 

Rispe  gelappt.  Aehrchen  1-hlütig  mit  schuppenförmiffcii 
Ansätzen  zn  2  untern  Blüten.  Deckblätter  scharfkielig  ohne 
Flügelrand.     Gesehl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  hohe  Gräser  mit  flachen  Blättern,  kurzästiger  Rispe  und 
gestielten  Aehrchen.  D^ckblättchen  ohne  Flügclrand  am  Kiel.  Ge- 
schlechtsdecke aus  2  stumpfen  Schuppen  bestehend.     Narben  -wedelförmig. 

1.     D.   arundinacea.     Mohrblättriges  Bandgras. 

Rispe  einseitwendig,  Aehrchen  büschelig  zusammengestellt,  Schuppen- 
ansätze behaart. 

Trin.  Fund.  127.      Baldingera  colorata   Fl.  d.  Wetterau  I.  96.      l»ha- 
laris  arundinacea  Linn.  Sp.  pl.  80.     Chi.  hau.  643.      Kocu  Syn.  II.  894. 
ScHK.  Ilandb.  I.  T.9.    Host  Gram,  austr.  II.  t.  3-3.    Fl.  dan.  t.259.    Engl, 
bot.  t.  402. 
b.  piota.     Bas  gestreifte.     Blätter  grün  und  weiss  gestreift. 
Chi.  hau.  das.     Kocu  das. 
An  Fluss-,  Bach-  und  Teichufern  allgemein  verbreitet;  ]>.  durch  Cul- 
tur  erzeugt   und  aus  den  Gärten  hier  und  da  wieder  ausgewandert   {Hn. 
früher  bei  Andreasberg — ;    Mk.  Neustrelitz  am  Mühlenleiche,    Güstrow 
am  Kanal  — ).     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Hahne  3  —  5'  hoch,  glatt.  Blätter  sehr  lang,  liis  »/j"  hrcit.  Rispe  grünllrhweiss, 
iKinfig   violct   oder   röthlich    angelaufen. 

Bemerk.  Da  die  ältere  Baldingera  NECK,  wieder  allgemeiner  zu  Ansehen  gelangen 
Könnte,    so    scheint    es    rathsamcr   den    IVamcn    Dlgraphis   heizuhehalten. 

GM  IVKRBJjICnmS. 

technisches  u.  ÖJe  anomisch  es.  Zum  Decken  von  mitten, 
Flechten  von  Schutzdecken  in  Gürten  u.  s.  w.  brauchbar.  Nur  junf)  als 
Pf'erdef'utter  zu  benutzen. 

ä.     AIITHOXAIVTHUJTI.     nUCMGM^S. 

Linn.  Gen.  n.  42. 

Rispe  fast  ährenförinig  zusammengezogen.  ^  Aehrchen  3 -blu- 
tig: obere  mittelständige  Blüte  zwltlerlg,  zweimanniff,  grannen- 
los; untere  2  geschlechtslos  ohne  inneres  Deckblattchen,  aut 
dem  Rücken  des  äussern  Deckblättchens  begrannt.  Gesehl.  !*yst. 
II.  2. 


Hierocliloa.  GRAJflllVEAE.  623 

Mehrjährige  Gräser  mit  faseriger  Wurzel  uinl  flachen  BläUern.  Rispe 
einfach.     Keine  Geschlcclttstleche. 

1«     A*  odoratuin»     Gemeines  Much gras»    Rispe  ]äng 

lieh,  locker;  Granne  der  untern  Blüte  auf  der  Mitte  des  Rückens  ent- 
springend, gerade,  die  der  ohern  Rlüte  üher  der  Basisiientspringend, 
knieig  und  länger. 

LiNN.  Sp.  pl.40.  Chi.  han.  643.  Koch  Syn.  Tl.  895.  Sciik.  Handh. 
I.  T.  4.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  5.     Fl.  dan.   t.  666.     Engl.  bot.  t.  647. 

Auf  W^iesen  und  Weiden,  auf  trockenem  Boden,  allgemein  verbreitet. 
April,  Mai.  — •    Juni,  Juli. 

Gerieben  und  trocken  angenelini  rieclientl.  Halme  1  —  1 '/i'  tocli.  Blätter  Ijreit,  knri. 
Rispe  oft  nach  unten  zu  untcrliroeheii  —  Varlirt  uiil  scbinälern  Blattern,  mit  lieliaarlcn 
Aelirclien,    mit    langern    Grannen. 

GM  1VMRBI.ICHJES. 

OTCOnomiSChes,  Eins  der  nahrhaftesten  fVi'eseuffräser,  welches 
der  Chiltur  der  fViesen  sowohl  aitf  feuchtem  als  trockenem  Boden  be 
sonders  der  frühen  Entwickelung  wegen  zu  empfehlen  ist,  obgleich  der 
Ertrag  nicht  sehr  gross  ist. 

5.    HIEROCHEiOA.     JttABMXilfGnAIS. 

Gmel.    Sibir.    I.    101. 

Rispe  offen  oder  zusammengezogen.  Aelirchen  3  -  blutig  : 
obere  mittelständige  Blüte  zwitterig^  zwelmännig,  grannenlos; 
untere  2  männlich,  dreimänniff,  meist  beffrannt.  Geschl.  Syst. 
III.  2.  s  ö  j 

Mehrjährige  Gräser  mit  kriechender  Wurzel  und  flachen  Blättern. 
Rispe  ästig.     Gcschlechtsdccke  aus  2  gespaltenen  Schuppen  bestehend 

1*    H.  odorata.   Nördliches  JtEariengras,    Rispe  ofien, 

vor  und  nach  dem  Blühen  zusammengezogen,  Aehrchenstiele  glatt;  beide 
männliche  Blüten  mit  kurzer  gerader  Granne  unter  der  Spitze  der  Deck- 
blättchen. 

Wählend.  Fl.  suec.  1.  .53.  H.  boreaiis  Rom.  et  Schult.  Syst.  veg.  II. 
513.  Reichenb.  Ic.  f.  1728.  IIolcus  odoratus  Linn.  Sp.  pl.  1485.  Schk. 
Handb.  IV.  t.  344.    Fl.  dan.  t.  968.    H.  repens  Host  Gram,  austr.  III.  t.  3. 

Auf  Wiesen  und  Waldplätzen ,  auf  feuchtem  sandigem  Boden  im 
nördlichen  Gebietstheile,  selten  (itf/..  Rostock—;  Lb.;  flLKiel— ;  Htn.; 
An.  Stade — ;  Br.).     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Angenehm  riechend.  Halme  1 '/..  —  -'  ''od'.  g'^".  ""len  knieig  und  von  niatlscheiden 
bedeckt.  Blätter  aufrecht,  balmständige  sehr  kurz,  am  Rande  schärflich .  Blaftscheiden  glatt, 
oberste  sehr  lang.  Aehrchen  grüngelb,  später  bräunlich  -  strohgelb.  —  Yariirt  mit  etwas 
hakerigen    Aehrchcnstielen . 

Gi:WMRBZ.ICMMS. 

ÖJCOnOtniSCheS»     Ein  den  Schafen  vorzüglich  angenehmes  Futter. 

3.  Gruppe.      PANICEAE.     JURIS JEGRÄ SJER, 

Blütenstand  mehrfach.  Aehrchen  vom  Rücken  her  zusammengedrückt, 
2-blütig,  untere  Blüte  nur  männlich,  oder  1 -blutig  mit  einem  Ansatz 
zur  zweiten  Blüte.  Acusscres  Deckblatt  oft  nicht  vorhanden.  Griffel 
lang,   IN'arben  wedeiförmig. 

fS.     JflllilUITI.     I'XiA.WMUGnA.S. 

LlNN.    Gen.    n.  79.    Art.  ausgescbl. 

Rispe  offen,  ohne  Borsten.  Aehrchen  1 -blutig  ohne  Ansatz 
zu  einer  zweiten  Blüte.  Deckblätter  bauchig,  spilz,  Griflel 
kurz.    Geschl.  Svst.  III.  2. 


624  '  GRAiniNEAE.  Paniouiu. 

Mehrjälirigc  Gräser  mit  flachen  Blätlerii.  Rispe  weitschweifig,  Aehr- 
cheii  an  wagerechten  Aesten  lang  gestielt.  Geschlechtsdecke  aus  2  Schup- 
pen hestehend. 

1.  Ifl.  efrusitiiii.  Gemeines  Wlattergras»  Rispe  aus- 
gebreitet, wenig-  und  entrcrntästig;  Aehrchen  eit'öiinig;  Hahn  hahl  und 
glatt. 

LiNN.  Sp.  pl.90.  Chi.  han.  649.  Kocu  Syn.  II.  907.  Schk.  Haiidb. 
I.  T.  11.  Reichenb.  Ic.  f.  1456.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  22.  Fl.  dan. 
1. 1143.     Engl.  bot.  1. 1106. 

In  Waldungen  und  Hainen ,  auf  frischem  etwas  humosem  Boden,  sehr 
häufig.     Mai,  Juni.  —   Juli,  August. 

Halme  2  —  3'  Iiocb.  ßlättei  Ui.zclUormig-Ili.eal,  scl.laft',  BlaHhäiilcLen  lang.  Rispe 
IiotU  jijiaiuidal,  mit  seblaiiken,  zuleUt  licrabgcbogeneii ,  nur  an  ihren  Enden  »crjweigleii, 
«eniglilutigen    Aeslcn. 

ge:wjerbx.icmi:s. 

ÖTCOnOimiSChes»  Ein  ifutes  Futterijras  für  Pferde,  Kühe  und 
besonders  Schafe.  Gelrochnet  fjiebt  es  dem  Heue  den  nn(]enchmen  Ge- 
ruch von  Anthoxanthum  odoratiim.  Aus  den  Samen  kann,  wo  das  Gras 
häufig  ist,    ein  gutes   Mehl  gewonnen  werden. 

9.     PA]¥ICU]TI.     BinSM, 

LlNN.    Gen.    n.  76.    Art.  ansgesclil. 

Rispe  offen,  ohne  Borsten.  Aehrchen  2-hlntig,  unlere  Blüle 
nur  männlich  oder  geschlechtslos.  Griffel  lana;.  Geschl.  Syst. 
III.  2.  , 

Einjährige  Gräser  mit  flachen  Blättern.  Rispe  vielfach  gabelig  gc- 
theilt.     Schuppen   der  Geschlechtsdccke  klein,    eirund,   nicht  gestutzt. 

I.    P.  iiiiliaceunt»    Genteine  Mtirse»    Rispe  weitschweifig, 

überhängend;  Deckblätter  zugespitzt -stachelspitzig;  Blätter  und  Blatt- 
scheidcn  rauhhaarig. 

LiNN.  Sp.  pl.86.     Koch  Syn.  II.  892.     Host  Gram,  austr.  II.  1.20. 

Auf  Aeckern  und  an  Ackerrändern,  auf  etwas  sandigem  Boden,  hier 
und  da  fast  verwildert.     Juli,  August.  —    September. 

Halme  l'/j  —  i'/i'  l>ocU,  kalil.  Blätter  lanzettförmig,  am  Ilande  meist  «eilig.  Rispe 
sehr   ausgebreitet.      Aeste    rücliwärts    scharf.       Kornfrucht   rundlich  -  ellipsoidisch ,    gelb. 

GJElTMHJaijICItES, 

ÖTe  onomisch  es»  ist  bekanntlich  in  mehrfachen  Spielarten  ein 
Gegenstand  des  Ackerbaues ,  besonders  im  südlichen  Theile  des  Gebiets, 
in  warm  belegenen  bruchigen  ISiederungen. 

9.    $i^£TARIJL.    SOnSVEJVUMMSE» 

pai.l.  d.  beauv.  Agrosf.  ai.  t.  la.  f.  3. 

Rispe  ährenförmig  mit  zahlreichen  die  Aehrchen  umfassen- 
den Borsten.  Untere  Blüte  der  Aehrchen  männlich  oder  ge- 
schlechtslos.    Geschl.  Syst.  III.  2. 

Gräser  mit  flachen  Blättern.  Rispe  walzig,  Spindel  nicht  gegliedert. 
Schuppen  der  Geschlechtsdecke  eirund,  gross. 

1.  S.  verticillata.   Q^uirlblütige  Borstenhirse.  Rispe 

locker,  gegen  die  Basis  unterbrochen,  Borsten  von  Widerhäkchen  scharf; 
Deckblätter  der  Zwitterblüten   schlicht. 

Fall.  d.  Beauv.  Agrost.  51.  Chi.  han.  647.  Koch  Syn.  II.  893.  Rei- 
CUENB.  Ic.  f.  1465.  Panicüm  verticillatum  Link.  Sp.  pl.82.  Host  Gram, 
austr.  II.  1. 13.     Engl.  bot.  t.  874. 

Auf  Aeckern,  au  Ackerrändern  und  Wegen,  hier  und  da  eingebür- 
gert.    Juli,  August.  —    September. 


i^cliinocliloa. 

GRI 

Halme    l'/j  — -'   l^ool. , 

aufrecht   o.lci 

[ispe    -I  —  '-i"    lang,    Borsl. 

n    I.leicI,K„.a. 

GRAJniNEAE.  625 

»on.l.       Blallor    am    Rande   und    Kiele   stL.iif. 

«.  S.  vifidist.  Grüne  Borstenhirse»  Rispe  dicht ,  Bor- 
sten von  aufrechten  Häkchen  schärflich;  Dechhlätter  der  Zwitterblüten 
schlicht,  dem  Dcchhlatt  der  geschlechtslosen  an  Länge  gleich. 

Pall.  d..  Beauv.  Agrost.  51.  Chi.  han.  647.  Koch  Syn.  II.  893.  Rei- 
CHEiNB.  Ic.   f.  1467.     Panieum  viride  Liinn.  Sp.  pl.83      Host  Gram,  austr. 

II.  t.  14.     Fl.  dan.  t.332.     Engl.  bot.  t.  875. 

Auf  Aeckern  und  Triften,  auf  sandigem  Boden,  ziemlich  häufig  ein- 
gebürgert.    Juli,  August.  —    September. 

Halme  hiiscliclig,  1  —  1 '/i'  lang.  Blätter  am  Rande  und  Kiele  srlurf.  Rispe  l'/j" 
lang,  in  der  Mille  oft  an  Breite  zuuclimend.  Borsten  wcisslicligrün.  —  >ariirt  mit  langen 
und  sclir  kurzen  Borsten,  mit  auswaclisenden  Aelirclien  und  mit  melir  oder  weniger  scUnärz- 
licli-Tiolet    iiherlaufcncr   Rispe 

3.  S.  glauca.  Gelbe  Borstenhirse»  Rispe  dicht,  Bor- 
sten von  aufrechten  Hähchen  schärflich;  DechbUittchen  der  Zwitterblüten 
regelmässig  fein  quergerunzelt,  doppelt  so  lang  als  das  der  geschlechts- 
losen. 

Pall.  D.  Beaüv.  Agrost.  51.  Chi.  han.  648.  Koch  Syn.  II.  893.  Rei- 
CHENB.  Ic.  f.  1466.  Panieum  glaucum  Linn.  Sp.  pl.  83.  Host  Gram, 
austr.  II.  t.  6. 

Auf  Aechern  und  Gartcnländereien ,  auf  sandigem  Boden,  besonders 
nach  der  Ernte,  häufig  eingel)ürgert.     Juli,  August. —    September. 

Halme  '/.^  —  'i'/s'  ^^och ,  nebst  den  am  Rande  seliärfliclicn  Blättern  hläulicligrün.  Rispe 
l/,^_ll/./'   lang.       Borsten    zur   Reifzeit   fucLsiggell,    bis    ins  Goldgelbe. 

GM  JTMRBLICMMIS. 

ÖleonomiSCheS »  SümmtUche  Arten  ein  gesundes  f'iehfutter,  zu- 
gleich aber,  luo  sie  überhand  nehmen,   ein  lästiges  Ackerunkraut. 

9»     ECHII¥OCHIiOA.     SVACBJEXiBMMSXi. 

Pall.  d.  Beauv.  Agrost.  53.   t.  11.  f.  2. 
Traube  aus  Aeliien  zusammengesetzt.      Aehrchen   2-hliitiff, 
untere  Blüte  männlich  oder  geschlechtslos,   mit  einer  Stachel- 
spitze  oder  Grannen  auf  dem  äussern  Deckblatt.    Geschl.  syst. 

III.  2. 

Einjährige  Gräser  mit  flachen  Blättern.  Aehren  in  Trauben  oder 
Rispen.  Aeste  aus  zusammengesetzten,  einseitwendigen,  kurz  gestielten 
Aehrchen  bestehend.  Spindel  nicht  gegliedert.  Schuppen  der  Geschlechts- 
deche  gestutzt.  ,     ,,  .  .    , 

1.     E.  Ci'iis  galli.      Genteine  Stachelhtrse»     Aehren 

theils  weclisel-,  theils  gegenständig,  lineal,  Aehrchen  gedrängt,  Spindel 
unten  5 -kantig.  ,<,.,,/ 

Pall.  d.  Beauv.  Agrost.  53.  Chi.  han.  648.  Reicbenb.  Ic.  t.  1411  (uni.e- 
grannt).  1412  (begrannt).  Pauicuni  Crus  galli  LiNN.  Sp.  pl.  83.  KocH  Syu. 
II.  892.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  19  (zerstreuet  begrannt).     Engl.  bot.  t.  876. 

Auf  Aeckern  und  an  Wegen,  auf  feuchtem  Boden,  hier  und  da  ein- 
gebürgert.    Juli,  August. —    September. 

Halme    "2 4'    boeh,     nnlen    knieig    und    an    den    Knien    oft    »vurzelud.       Blätter   bis     /^ 

breit,  am  Rande  meist  wellig.  Rispe  grün  oder  »iolct  angelaufen,  Stiele  der  Aebrolieu 
hakerig.  —      Variirl   begrannt,    zerstreuet   begrannt    und    uubegrannt. 

GEirMBBI,I€HMIS. 

Ökonomisches»  Dient  nur  den  Schweinen  zum  Futter  und  ist 
ein   Unkraut  der  Aecker. 


626  GRAHINEAE.  DIgitaria. 

lo.  niciiTARiA.    wiNGmnmnsm, 

SCOP.    Fl.    carii.    1.    52. 

Aeliieii  einseitig,  diircli  eine  kurze  Spindel  fingerartig  ver- 
bunden. Aehreheii  paarweise  neben  einander,  eins  sitzend,  an- 
deres kurz  gestielt,  1 -blutig;  Ansatz  zu  einer  zweiten  untern 
Blüte  gescbleehtslos.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Einjährige  Gi-äser  mit  flachen  Blättern.  Schmal  linealc,  fast  «loldig 
vcrhundene  Achrcn.  Spindel  nicht  gegliedert.  Geschlethtsdeckc  aus  2, 
gestutzten  lappigen  Schuppen  Jjestehend. 

1.    D.  sangulnalls.    Blut-  Fingerhirse.    Aehien  4—5, 

Aehrchen  eilorniig- länglich,  zugespitzt;  unteres  Dechblatt  behaart;  Blät- 
ter und  Blaltscheiden  zerstreuet  behaart. 

Scop.  Fl.  carn.  I.  52.  Beichenb.  Ic.  f.  1407.  Panicum  sanguinale  L. 
Sp.  pl.84.     Chi.  hau.  649.     Koch  Syn.  II.  891.      Schk.  Ilandb.  I.  T.  10 

(nülieit    sicli    in    <Icr  Acliiclieufoim    zu    scLr  .Icr  folgciulcn  Art).       IloST    Gram,  austr.    II. 

t.  17.  Fl.  dan.  t.388.  Engl.  bot.  t.  849.  Synthcrisma  vulgare  Schrad. 
Fl.  germ.  I.   161. 

AufÄchern,  auf  sandigem  Boden,  ziemlich  häufig  eingebürgert.  Juli, 
August.  —    August,  September. 

Halme  1  —  1  l/j'  bocli.  I.nsclielig ,  an  den  Blallsclieidcn  ,  BlaUiändern  «nd  ancli  auf  der 
Platte  mit  langen  lerstrencten  Haaren  besetzt.  Achrcu  1 '/j  —  '<i"  '•""g.  >«olet  angclanfen.  — 
Variirt  südliclier  (schon  in  Olierliessen)  mit  stcifliaarig  -  geirimperten  seitlichen  Kielnerien  der 
neckhlätlcr  (D.  ciliaiis  KOEI,.  Gram.  27.  Tanicnm  cili.irc  RetZ.  Ohs.  IV.  16.  liOCil 
Syn.    II.   892.       Synlhcisma    ciliare    ScilRAD.    Fl.    germ.    I.    160.    t.  3.    f.  7.). 

«.    ».  filifoi'niis.     Glatte  X'ingerhirse.    Aehren  3—4, 

Ährchen  cilipsoidisch ,  Üechblätter  «cichhaarig  mit  bahlcn  I>'erven;  Blät- 
ter und  Blattscheiden  last  kahl. 

KoEL.  Grum.  25.  Beichenb.  Ic.  f.  1406.  Panicum  glabrum  Gaud. 
Agrost.  helv.  I.  163.  22.  Chi.  hau.  694.  Roch  Syn.  II.  892.  Syiithe- 
risma  glabrum  Schrad.  Fl.  gern».  I.   163.  t.3.  f.  6. 

Auf  Äckern ,  auf  sandigem  Boden,  hier  und  da,  borst-  auch  ^^■ohl 
heerdenweisc  eingebürgert.     Juli,  August.  —    September. 

Halme    dicht    büschelig,    'Vj 1'   lang,    Blatter    und    Blattsehei Jen ,    einige    Haare    an    der 

Blatthasis  ahgercchnet,  kahl.  Aehren  l'/2"lang,  meist  violct  augelanl'en.  Ansitz  zur  zwei- 
ten   Blüte    kaum    zu   hemcrken. 

ÖTCOnontischeS»  Beide  Arten  werden  vom  Rindvieh  ycrn  (je- 
f'ressen.  Die  Samen  rjcben  eine  gute  Grütze,  weshalb  die  Pflanze  früher 
unter  dem  Namen  Htmmelsthau  ijebnuet  wurde.  Ihrer  fjunzen  fVnchs- 
thumsweisc  nach  scheinen  sie  auf  Flugsand  ausijesäet  zu  dessen  Befe- 
stigung  sehr  geeignet. 

4.  Gruppe.      CHLORIDi: AE.     GBÜ JV GRASMR, 

Blütenstand  mehrfach.  Aehrchen  in  einseitige  Aehren  geordnet,  von 
der  Seite  zusammengedrückt,  1-  oder  mehrblütig,  obere  Blüten  nur 
männlich  oder  aus  einem  Ansatz  zur  Blüte  bestehend.  Spindel  nicht  ge- 
gliedert.    Grift'el  lang,  TNarbeu  wedeiförmig  oder  fie<lerig. 

RlCH.  in  Fers.  Sjn.  I.  85. 

Fingerarlig  (zu  2  oder  traubig)  gestellte  Aehren.  Aebrchen 
1-blütig,  mit  einem  übern  pfriemlieiien  Ansatz  zu  einer  zweiten 
Blüte  oder  ohne  diesen.  Deekblätter  gekielt.  Geschl.  Svst. 
III.  2.  .        . 

Mehrjährige,  kriechende  Gräser  mit  ästigen  Halnicit  und  flachen  Blät- 


Andropngoii.  GRAüllNEAE.  627 

tern.  Gcscliieclitstlcclie  aus  2  fleischigen,  meistens  verwachsenen  Schup- 
pen  hesteheiul. 

'fl.    C  Uactylon.    Kriechender  Mundsaahn,    Aehieu 

zu  3 — 5  lingerig  gestellt;  Dechblättclien  Kahl  mit  winiperigeni  Ilüchen 
lind  Rande;    Halm  wurzelnde  Ausläufer  treibend. 

Pers.  Syn.  1.85.  Koch  Sjii.  II.  900.  Ueicuekb.  Ic.  f.  1104.  Digitaria 
stolonifera  Scurad.  Fl.  gerni.  I.  1G5.  t.  8.  f.  9.  Panicuni  Dactylon  Linx. 
Sp.  pl.85.     Host  Gram,  anstr.  II.   18.     Engl.  bot.  t.  850. 

Auf  Triften  und  Wiesen,  auf  magerm  sandigem  Boden,  nur  im  süd- 
westlichen Theile  des  Gebiets  (Pr.  fV.  an  den  Ufern  der  Lippe  unter- 
halb Dorsten,  jenseit  der  Gebietsgrenze  am  Ilhein).  Juli,  August.  — 
September,   Octobei-. 

U..lme  Vj — l'/s'  '•'"'g-  I^irgende,  belilättertc  Ausläufer  bis  3'  lang.  Blatler  spärlich 
behaart,  am  Itanile  seliarl'lirh ,  ßlallhaiitebcn  ein  niinperigcr  Rand,  Aehren  fast  aus  einem 
Pnnct    ents|iriiigcn<l ,    »iihrenil    sie    hliihcn    ausgespreizt,    meistens    »iolet    angelaufen. 

5.  Gruppe.     ANDROPOGONEAE.     BARTGRÄSMR. 

Itlütenstand  mehrfach.  Aehrchen  zu  zweien  auf  einem  gemeinschaft- 
lichen Stielchen,  am  Ende  des  Blütenstandes  zu  dreien,  wovon  das  mitt- 
lere sitzend,  die  seitlichen  gestielt  sind,  sämmtlich  vom  Bücken  zusam- 
mengcdrücht,  1 -blutig,  mit  dem  Ansätze  zu  einer  untern  Blüte  oder  mit 
einer  untern  männlichen  Blüte.     Grifl'el   laug,   Narben  wedeiförmig.  . 

19.    AIVÜROPOCiO]!.    ßA.nvGnA.^, 

Lliv>\    Gen.    n.  114.5. 

Aehren  fingerstäiidifi^.  Aehi'clien  lineal,  paarweise  neben  ein- 
ander, ein  sitzendes  zwitterig  und  hegrannt,  das  andere  gestielt 
und  männlich,  kürzer  oder  gar  nicht  begrannt;  endständige  zu 
3.  alle  1-hlütig  mit  einem  Ansatz  zu  einer  zweiten  untern  Blüte 
aus   einem   einzelnen  Deckhlättchen  bestehend.      Geschl.   Syst. 

III.  2  cxxin.  1). 

Mehrjährige  Gräser  mit  flachen  Blättern.  Aehren  einzeln,  zu  zweien, 
Lüschelig,  traubig  oder  rispig  zusammengestellt.  Spindel  gegliedert. 
Schuppen  der  Geschlechtsdeclie  ausgerandet. 

I.    A.  Iscliaeitiiiin.     Vieljähriges  Bartgras*    Aehren 

5  —  7,  fingerartig  zur  Traube  zusammengestellt;   Deckblätter  nervig. 

LiNN.  Sp.  pl.l483.  Chi.  hau.  647.  Roch  Syn.  11.890.  Scuk.  Handb. 
III.  T.  343.  Beichenb.  Ic.  f.  1500.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  2.  Jacq. 
Fl.  austr.  IV.   t.  384. 

An  grasigen  Anhöhen  und  Wegrändern,  auf  trockenem  sonnigem  Bo- 
den, im  südlichen  Gebietstheile ,  die  l^ordgrenze  der  Gesammtverbrei- 
tung  am  nord- östlichen  Ilarzrande  {Pr.  Steinholz  bei  Quedlinburg,  Su- 
derode, Aschersleben,  Sandersleben  — ;  An.  Bernburg  — )  erreichend, 
häufig. 

Halme  büscbellg,  1  —  l '/j'  hoch,  glalt,  au  den  untern  Gelenken  oft  wurzelnd.  Blülter 
etwas  steif,  am  Rande  und  nach  oben  am  Kiele  schärflicli ,  anstatt  des  Blatlhüutehens  eine 
Reihe  Haare.  Aebrige  Aeste  der  Traube  seifen  bis  zu  10  sich  vermehrend,  gegen-  oder 
wechsclbländlg,    meistens    mehr    oder    weniger    violet    gefärbt. 

6.    Gruppe.      ALOPECUREAE.      F  U CHS S CHH^AIW Sfi. 
GRÄSER. 

Bispe  oder  Traube  ährenförmig  zusammengezogen,  selten  eine  Aehre. 
Aehrchen  1-,  seltener  2-  oder  mehr  blutig,  von  den  Seiten  her  zusam- 
mengedrückt. Deckblättchen  von  den  Deckblättern  ganz  oder  fast  ein- 
geschlossen. Grifl'el  lang  (mit  Ausnahme  von  Sesleria),  an  der  Basis  ge- 
nähert oder  verwachsen.     Narben  fiederig  und  lang. 


628  «RAJflllKEAE.  Alopecum«. 

13.     AliOPECtJRUi^.     WUCU^SCMn'JLNX, 

IjINN.    Gen.    n.  78. 

Rispe  älircnförinig-.  Aelirohea  1-bliifig.  Deckblätter  halb 
verwachsen.  Deckblältcben  einzeln,  Inlenförniig^  meistens  auf 
dem  Rücken  begrannl.     Gesclil.  Syst.  III.  2. 

Ein-  (Alt.  2.  3.)  oder  ineliijähiige  (A.  1.)  Giiisoi-  mit  flaclieii  Kliitteiii. 
l\is)t(Mi   sict.s  zusaiiiinenffczog«'!!  und  walzig.      Keine  Gesclileclitsde<l;e. 

1.    A.  pratensis.     Wiesen-Fuchsschwanz,    Halm  aui- 

rcclit,  g;latt;  Rispe  walzenförmig,   stumpf;  Deckidalter  bis  zur  Mitte  yer- 
waclisen,  spitz,   am  liiele  zottig  gewimpert, 

Link.  Sp.  pl.88.  Cl.l.  lian.  646.  Roch  Syn.  II.  896.  Schk.  Handb. 
I.  T.  11.  RE1CHE^B.  le.  f.  1479.  Host  Gram,  austr.  II.  t.31.  Fl.  dan. 
f.  1985.     Engl.  bot.  t.  759. 

b.  nigricans.     Oer  schwärsliche.     Rispe  sehwärzlicb. 

Chi.  bau.  das.     A.  nigricans  Hornem.  Hort.  bafn.  1.68.     Rocii  Syn. 

II.  SiM).     Reiciiknb.  das.  f.  1478. 

x\uf  Wiesen,    Grasplätzen,    an  Aekerrainen  nnd  Gräben,    auf   i'eueb- 

teni    tbunigem    oder   buninsbaltigem  Boden,    allgemein  verl>reitet;    b.  liier 

und  da,  l)CSonders  im  nördlicben  nnd  südlieben  Tlieiie  des  Gebiets.     Mai 

bis  Angnst,  im  Herbst  ri't  zum  zweiten  Mal. —    September  nnd  Octolier. 

Wiiiv.cl  Stoclisprosscn  lieilicml.  Ilaliuc  1 '/j  —  Ü'  Loch.  Uiiteie  Rispenäste  mit  4  —  6, 
obere    mit    1    oder   2    Aelirclicn.       DecMilältclien     mit    einer    Uürzcrn    orfer    längern,    anfänglicli 


geraden  , 

,     später 

k, 

nie! 

igen 

Granne 

ül.er    der    » 

asis.  —       Die    S 

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Treiben   längerer  Stochsprosseii    mit  der    schwärzlichen  Farbe   zusammen.       riilenin  alpiiuiiii  nnd 
mehre. e    Gräser    bilden    eine    eben    solche    seb»  ärzllcbrispigc    Spicl.irt. 

Ä.   A.  agrestis.    JLcTc  er -Fuchsschwanz,    Halm  atifreclit, 

oben  scbärflieli;  lUspc  sclimal,  au  beiden  Enden  zugespitzt;  Decbblätler 
bis  über  die  Mitte  verwacbsen,  zugespitzt,  am  Kiel  solimal  geflügelt  und 
wimperig. 

LiNN.  Sp.  ]>l.89.  Cbl.  ban.  645.  Roch  Syn.  II.  896.  Reichenb.  le. 
f.  1473.     Host  Gram,  austr.  III.  T.  12.     Fl.  dan.   t.697.     Engl.  bot.  t.  848. 

Auf  Aeckern,  au  Aelierrainen  und  Wegen,  bäulig  eingebüigert.  Mai, 
Juni.  —    Juli,  August. 

Halme  1  —  1 '/.j'  hoch.  Rl!,peiia.sle  kurz,  I  -  blutig.  Aebrchen  angedri.ckt,  Granne 
knicig,  am  untern  Theile  des  Elnekcus  \om  Ucckblättchen  entspringend.  —  Rispe  oft  lila 
oder    violet    angelanlen. 

3*   A.  geniculatus*    Mnieiger  Fuchsschwanz.    Halm 

knieig  ansteigend,  glatt;  Rispe  uaeb  oben  Kegelförmig  abnehmend;  Deck- 
blätter nur  an  der  Basis  verwacbsen,  stumpf,  zarthaarig,  am  Riele  ge- 
wimpert. 

LiNN.  Sp.  pl.89.  Chi.  ban.  645.  Roch  Syn.  II.  896.  Reichenb.  Ic. 
f.  1477.     Host  Gram,  austr.  11.  t.  32.     Fl.  dan.  t.861.     Engl.  bot.  t.  1250. 

b.  bulbosus.     Uer  knollige.     Wurzel  zwiebelarlig  verdickt. 
Chi.   ban.  das.     A.  geniculatus  ß.  Huds.  Fl.  angl.  27. 

c.  fulviis.     Der  orangehliitige.     Bläulich  bereift,  Granne  meistens 
eingeschlossen,   Staubbeutel   orangefarI>en. 

Chi.  hau.  das.   (v.  coerulescens).     A.  fulvus  Sm.  in  Engl.  ])ot.   t.  1467. 
Roch  das.     Reicueinb.  das.  f.  1476. 


Plileiini.  .«RAiniNEAE.  (i29 

Auf  Triften,  Wiesen,  auf  feuchtem  besonders  sandigem  Buden,  und 
an  Gewässern,  hörst-  und  truppweise  häufig;  b.  auf  trockenem  magerni 
kalkhaltigem  Boden,  selten  (Wii.  Göttingen);  e.  in  stehendem  Wasser, 
oft  heerdenweise  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Halm  1—1'//  liocli,  hall,  liegend,  aiieli  «oLl  im  Wasser  nutc.i.l  ,  nel.st  ileii  Itlallci» 
c(»as  Llaulicligrilu.  Rispenäsle  mit  2  —  4,  im  Wasser  slelicntl  oft  6  — 8  Aelirelieii.  Granue 
in  der  Regel  fast  doppelt  so  lang  als  das  Aelirebcn,  seltener  lianm  llinger  als  dieses. 
Siaulibentel    IcbLaft    ockerfarbeu ,    naek    dem    Verblühen    oekerlirniin ,    an    li.    Iriib    oianoe. 

C?  JE  WMRBIjICHKS. 

ÖJeononiiSCheS»  A.1.  fViesemjras  erster  Güte,  dessen  Cnllur 
auf  etwas  feuchten  fV lesen,  sey  der  Boden  sandiij ,  lehmiy  oder  tkoniij, 
sehr  zu  empfehlen  ist.  A.2.  nur  ein  mittelmüssiijcs  f'iehfutter  und  auf 
lehmifjen  Aeckern  bisweilen  ein  beschiverliches  Unhraul.  A.3.  wird  von 
Pferden  tnid  liiihen  gefressen,  Schafen  kann  es  sehr  nachtheiliij  wer- 
den, indem  Erfahrungen  nach  ein  häufiger  Genuss  Faulwerden  zur 
Folge  hat. 

14.     PlIIi£lI]?I.     MjMXlSCMMGnJLS, 

lANti.    Geu.    n.  77. 

llispe  ähreiiföriiiig.  Achrchen  l-blülig,  uiit  oder  ohne  An- 
satz /AI  einer  zweiten  liliile.  Deekhlätler  fast  gleielimüssig,  kie- 
lig-zusamiuengedrückt,  gestntzt- stachelspitzig  oder  zugespitzt. 
Aeusseres  DeekbläUclien  auf  dem  Rücken  begrannl  oder  gran- 
nenlos.    Geschl.  Syst.  III.  2. 

Ein-  (Art.  2.  4.)  oder  mehrjährige  (Art.  1.3.)  Gräser  mit  tiachen  Blät- 
tern. Kispt;  dicht  gedrungen,  vom  Eiförmigen  bis  in  das  Walzigc.  Ge- 
schlechtsdeckc  aus  2  gespaltenen  Schuppen  bestehend. 

j-       Ohne    Ansatz    zu    einer    ^»eilen    Bliite. 

1.    P.  iirateiise.     J§^ieJicn- Itieschgras.     Bispe  walzen 

förmig,    stum]>f;    Deckblätter    gestutzt,    mit   graiiiienförmig  verlängertem 
Mittelnerv,    am   Kiel   steifhaarig  gewimpirt. 

LiAN.  Sp.  pl.87.  Chi.  han.  644.  IIoch  Syn.  II.  898.  Sciik.  Uandb. 
1.  T.IO.  Beichekb.  le.  f.  1483.  Host  Gram,  austr.  III.  T.  ü.  Fl.  dau. 
t.  1984.     Engl.  bot.  t.  107G. 

b.  nodosiini.     Bas  Knollige.     Wurzel   zwiebelartig  verdickt;    Ilispe 
verkürzt,   länglich.. 

Chi.  han.  das.      Beichenb.  das.    f.  1484.      P.  nodosuin    Lin\.  das.  88. 
Host  das.  t.2l.     Fl.  dau.  t- 380. 
Aufwiesen  und  Grasplätzen,    auf   etwas    feuchtem,    lehmigem,    auch 
sandigem  Boden,    allgemein    verbreitet;    b.   an  Ackerrainen    und  Wegen, 
auf  magern!  besonders  thonigem   Bo<leii. 

Halu.e  MM.  ü-'  bis  :\'  bu.b,  anfreobl,  oberste  Blaltsel.eidc  etwas  aufgeblasen.  Rispe  bis 
3"  lang,  an  b.  oft  nur  ^  —  4"'  lang.  —  Vaiiirl  mit  doppelt  längerer  Granne,  die  in  der 
Regel    Kürzer   als    das    Deckblall    ist. 

•;    ■•       Mit    stielr.indein    .i  n  s  a  t  z    zni    zweiten    Blute. 

Ä.  P.  asperuni.  Scharfes  I/ieschgras,  Bispe  walzen- 
förmig, oben  zugispitzt;  Deckblätter  keilförmig,  nach  oben  kappenför- 
mig  aufgeblasen   und  gestutzt,   mit  kurzer  Stachelspitze. 

ViLL.  Ilist.  d.  pl.  d.  Dauph.  II.  61.  t.  2.  f.  4.  Chi.  han.  644.  Kocit 
Syn.  II.  898.  Sturm  Deutschi.  Fl.  11.26.  Beichenb.  Ic.  f.  1487.  T.  pa- 
ni'culatum  Huns.  angl.  26.  I^ngl.  bot.  1. 1077.  Phaiaris  aspera  Host  Gram, 
austr.   II.  t.37. 

Auf  .ackern,    Ackerraiiicn    und  au  Wegen,    im   mittlem  Gebietstheile 


630  GRAÜIINEAE.  Scsicria. 

selten  eingebürgert  (//»i.  Göltingen:  Mcensen,  Ellersliausen ,  SieJiolds- 
hauscn,  ZAvisehen  Gr.  Lengilen  und  Geismar,  zwischen  Wecnde  und  Kd- 
dicbausen,  Roliringcn,  llcssendreiscli ;  Leimhacli  und  Lirbacli  im  llolin- 
steinschen  — ;  Schw.  Diclenborn  — ;  Pr.  Rosla — ).  Juni  bis  August.  — 
Juli  bis  September. 

Uuliiic  y.j  —  •^f^'  hoch,  hüsclicllg.  Ähre  nach  der  Spitze  kegelförmig  versehmalerf,  his- 
« eilen  gegen  die  Basis  etwas  l.i|>i>ig.  Scheiden  glalt  oder  schärflich,  ohcrste  clwas  aufge- 
blasen.       Dcchldiillcr    kurz,     etvv.Ts    knorpelig,    nach   ohen    eckig,    äusseres    Deckhlaltchcn    3- 


nervig. 

:{.    P.  Boelinieri.    Böhmersches  Mjieschgras.    Rispe 

-walzenförmig,  an  beiden  Enden  zugespitzt;  Decliblatter  lineal -langlicli, 
schräg  abgestutzt,  in  eine  liurze  Stachclspitzc  verschmälert,  schart'  und 
am  Kiele  steifhaarig  gewiinpert. 

WiB.  Prim.  fl.  werth.  125.  Chi.  hau.  644.  Koch  Syn.  II.  898.  Rei- 
CHENB.  Ig.  f.  1488.  Phaiaris  phleoides  Linn.  Sp.  pl.  80.  Host  Gram, 
austr.  11.  t.34.     Fl.   dan.   t.531.     Engl.  bot.  t^4.59. 

Auf  Triften  und  in  lichten  Waldungen,  auf  niagcrm  steinigem  oder 
felsigem  Roden,  ziemlich  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    August,  September. 

Halme  1  — l'/j'  hoch,  schlank,  oft  hranmlolet  angelaufen.  IJlallerkurz,  kaum  '/j  der 
Halmlänge  erreichend,  oberste  Blaltscheide  mit  nur  '/j — 1"  langer  Platte.  Deckblätter  fast 
'd  Mal  so  lang  als  an  der  vorigen  Art,  äusseres  Deckblallchen  5 -nervig.  —  Variirl  mit 
Deckblätlern,    deren    Kiel    uugcwiuipert    ist,    nnd    mit    sprossenden    Blüten. 

4.    P.  arenarliiiu.    Sand-JtJieschgras*    Rispe  länglich 

oder  eiförmig;  Decliblatter  lanzettlich,  in  eine  Stachclspitzc  alimälig 
verschmälert,  am  Kiele  steifhaaiig  gcwimpert. 

Linn.  Sp.  pl.88.  Chi.  hau.  645.  Koch  Syn.  II.  898.  Sturm  Deutschi. 
Fl.  11.29.  Reiohenb.  Ic.  f.  1482.  Fl.  dan.  t.  915.  Engl.  bot.  t.  222  (Pha- 
iaris arenaria). 

Am  Meeressaumc  und  auf  den  Inseln  (MA.  "V^^trnemündc — ;  flu.  Ost- 
friesische  Inseln — ;  Ol.  am  Strande  bei  Jever — ).  Juni,  Juli.  —  Au- 
gust, September. 

Halme  '2  —  6"  hoch,  ansteigend  oder  aufrecht.  Biälter  wenige  und  sehr  kurz,  Blalt- 
scheiden  aufgelilnsen.  Längere  Uispen  der  grossem  Exemplare  1"  lang,  meist  gegen  die 
Basis  verschmäleit,  kürzere  der  kleinem  Exemplare  von  magerm  Standorte  '/^"  lang  mit  ei- 
runder Basis. 

ÖJeonomischeS»  ^i-  1.  junfj  ein  yutcs  lind  sehr  er(jiehi(jcx  Fut- 
feryrax,  ährenlrtibeitd  schon  hart  nnd  als  llen  dann  mir  noch  zumPf'erde- 
l'ntler  lant/lich.  Deshalb  verdient  dies  Gras  nur  bedinijunffsweise  die 
Empf'ehlunij  zum  Anbau,  die  ihm  unter  dem  Namen  Thimothytjras  ver- 
schiedentlich zu  Theil  yeivorden  ist  Art.S.  u.  3.  werden  ebenfalls  mir 
junff  vom   Fiehe  yern  ye/ressen. 

13.     ^»ESiiliERlA.     SJESXiSSUMM. 

ARDUIN.    Specim.    alt.     18.    t.  6.    f. -3  —  0. 

Traube  äliren  -  otlcr  kopfförmig.  Aelircbeii  2  — ß-bliUig-. 
Aeusseies  Deckblättchc»  an  der  Spitze  begiaiint  oder  stacbel- 
spitzig,  meistens  mit  1  oder  2  ]>ebenborsten  an  jeder  Seite  der 
Granne.     Griffel  kurz,  IVarben  sebr  lang.     Gesebl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  Ilachen  bisweilen  borstenförmigen  Rlältern. 
Trauben  dicht,  vom  Linealen  bis  in  das  Kugelförmige.  Geschlechtsdecke 
aus  2  Schuppen  bestehend. 

t.    S.  coemlea.    Blaue  Seslerie.    Aehre  eiförmig  oder 

eiförmig-länglich,  Aehrchen  2  — 3-blütig;  äusseres  Deckblattchen  mit  1 
oder  2  Rorsten  an  jeder  Seite  der  liurzen  Stachclspitzc. 

Arduin.  Specim.'  IL  18.      Chi.  hau.  G35.      Koch   Syn.  IL  911.      Rei- 


Chaiiiagrostis.  GRAMIWEAE.  631 

CHENB.  Ic.  f.  1510.  Host  Giain.  austi.  II.  t.98.  Fl.  daii.  t.  1506.  Engl. 
bot.  t.  1613.  Cynosurus  coeiuleus  Linn.  Sp.  pl.  10«.  Sturm  Deutsthl 
Fl.  H.  6. 

In  lichtcii  Bergwal  düngen  ,  auf  sonnigem,  kalksteinigeni  oder  sandi 
gern  Boden,  im  südlieben  oder  mittlein  Gebietstlieilc,  die  Nordgrenze 
des  Vorkommens  im  nördlielien  Deutschland  (Hn.  Laueiistein,  an  der 
Barenburg  bei  Eldagsen,  an  der  Burg  unweit  Herrenliausen)  erreiehend, 
horstweise  häufig. 

Halme  in  dicbteo,  steifen  Düscbeln,  6 — 10"  hocli.  Ulatlei  lincal,  »li.iui.l  und  Kiir/. 
slaclielspiUig.  Aebrc  etwas  zusammengedrückt,  silberglänzend  -  blassliimniellilau.  —  Variir» 
mit   strohgelben    Aebren    (v.  flavescens    Cbl.   han.  das.). 

16.     €HA]?IACiROSTIN.     XWMRGGRAS. 

HOBK.HAUS.    Fl.    V.    Oberkatzenellenb.    im    Rbein.  Mag.    I. 

Einfache  Aebre.  Aehrchen  1-Llülig,  iinbeffianul.  Deck- 
blätter ffcslulzt,  mit  geruiulelem  Rücken.  Deckbiättchen  spitz, 
ausserbalb  mit  Haaren  beselzt.  IXarben  sehr  lang.  Geschl.  ^ysl. 
II  f   2 

Einjährige,  sehr  kleine,  dichtbüsehclige  Gräser  mit  last  haarfeinen 
Halmen  und  fädliehen  Blättern.  Aehre  schmal  llneal,  Aehrchen  zwei- 
zeilig und  einseitwendig.    Geschleehtsdecke  aus  zwei  Schuppen  bestehend 

1.    C.  minima.    Braunes  Xwerggras.    Wurzel  faseng; 

Blätter  schmal  lineal,  rinnig,    aufgeschlossenen  Scheiden  stehend. 

BoRKUAUSEN  Fl.  V.  Oberkalzenellenb.  im  Uhein.  Mag.  I.  Schrad.  Fl. 
germ  1.  158.  Koch  Sjn.  II.  899.  Sturmia  minima  Hoppe  m  Sturm 
Deutschi.  Fl.  U.7.  Knappia  agrostidea  Sm.  Fl.  brit.  III.  1387.  Engl, 
bot.  t.  1127.  Ulibora  verna  Fall.  d.  Beauv.  Agrost.  29.  Reichenb.  Ic. 
f.  1405.     Agrostis  minima  Linn.   Sp.  pl.93. 

Auf  Äckern  und  Triften,  auf  Sandboden,  in  kleinen  Basen,  selten 
(nur  Hl.  Koch;  alsdann  erst  wieder  jenseit  der  Südgrenze  des  Gebiets 
bei  Hanau,  Frankfurt,   Bingen).     März,  April.  —    Mai. 

Halme  1—3"  bocb.  Blällcr  '/■,"•  A<-'»«  Vs  — '//'  '="'6-  ^^-l"^«;!"^»  ''"^'''  •'■"  ''"  •"" 
und  hergebogenen  Sj.indel  liegend,  kurz  gestielt,  violetbraun.  —  Variirt  mit  »elsslubgrunen 
.4  ehren. 

r  Gruppe.      ARUNDINACEAE.      ROIKRGRÄSMH. 

Rispe.  Aehrchen  l-l.lü(ig,  mit  oder  ohne  Ansatz  zu  einer  obern 
Blüte,  oder  mehrblütig.  Blüten  au  der  Basis  von  meistens  langen  (nur 
bei  Agrostis  kurzen)  Haaren  umgeben  Deckblälter  und  Deckbiättchen 
krautig -häutig,  von  letztern  das  äussere  begrannt  oder  unbegrannt. 

«.     PHRAGlfllTES.     ROUn, 

TRIN.    Fund,    agrost.    134. 

Rispe  offen.  Aebrcben  vielbliilig  mit  lang  behaarler  Spin- 
del, liniere  Blüte  männlich,  die  obern  Zwitter,  l^riüel  lang. 
Gesehl.  Sysl.  III.  2.  ... 

Mehriäluige,  hohe  Gräser  mit  flachen,  breilen  Blättern.  Rispen  sein- 
ästig  und  ausgebreitet.     Schuppen  der  Geschleehtsdecke  stumpf. 

1.  P.  communis.    Gemeines  Rohr,    Rispe  weitschweibg, 

später  fast  einseitwendig  und  überhängend,  Aeste  und  Aestchen  an  der 
Basis   behaart;   Aehrchen  3— 5 -blutig. 

Irin.  Fund,  .\grost.  134.  Chi.  han.  650.  Koch  Svn.  11.909.  Arundo 
Fhragmites  Linn.  Sp.  pl.  120.  Schk.  Handb.  I.  T.  18.  Host  Gram,  austr. 
IV.   T.39.     Engl.  bot.  t.401.  c       .        i 

In  Teichen,  Stadtgräben,  stehendem  Wasser  und  am  Scestrande, 
schaarenwcisc  sehr  Läufig.     Juli,  August.  -    September,   October. 


632  GRAJUINEAE.  Anmdo. 

Wurzel  Kriccilcnd.  Hjlnic  bis  12'  liocli  iina  liülier ,  steif  uiiil  sljrr.  Uiu  grosse  Ilisiie 
>iolc(,  in  slalillilati  glänzend,  iiacii  dciu  Veiblülien  clnrrli  Waclisen  der  ispindelliaare  in  tvollige 
grane  AVcdel  unigewandelf.  —  Im  Küslensandc  liomnit  eine  nur  1  —  1 '/j'  liolie,  zur  «liilc 
gelangende  Zwergl'orin  vor  (v.  naniis  Clil.  lian.  das.),  aucli  eine  auf  dem  liaihfeacblen  Saude 
10 — lö'   Img   forlkrleclicndc ,    aus    den    Gelenken    wurzelnde  Form    (v.  repcns    das.). 

technisches  u.  ÖJCOnoniiSChes»  Zum  Berohren  der  Ilnus- 
wiinde,  die  mit  Putz  iiberzor/en  werden  sollen,  ein  vortreffliches  Mate- 
rial, auch  zum  Dachdechen,  Decken-  und  Matten  flechten,  Rohr  stiften,  . 
ff^cbersjntlen ,  zur  Streu  u.s.w.  anwendbar.  Juntj  abfjemiihet  tind  mit 
anderm  Futter  gemengt,  wird  das  Rohr  von  Pferden  und  Hühen  gefres- 
sen. Es  trägt  wesentlich  zur  Austrocknung  der  Sümpfe  und  Herstel- 
lung eines  festen  Rodens  bei  utid  kann  daher,  tvo  künstliche  yiulagen 
zur  Gewinnung  von  Sumpfboden  eingeführt  werden  sollen,  mit  Erfolg  in 
Anwendung  kommen. 

flS.     ARUHDO.     SCUEEiF. 

LlNN.    Gen.    n.  93.    Art.   ausgcsclil. 

Rispe  zusammengezogen  oder  offen.  Aehrclien  1 -blutig  mit 
oder  ohne  stielförmigen  Ansatz  zu  einer  zneijen  Blüte.  l)eck- 
hlättchen  an  der  Basis  mit  einem  mehrreihigen  Kranze  von 
Ilaaren  urnffeben,  äusseres  mit  oder  ohne  Granne.  Geschl.  Syst. 
III.  2.        *  ^  . 

Mehijälirigc,  meistens  bolie,  scliilfartige  Gräser.  Halm  einfacli,  sel- 
ten au  der  Basis  ästig  gctheilt.  Blätter  flach  oder  eingerollt.  Bispen 
ästig,  selten  äbrcnförniig.  Achrchen  gestielt.  Scliuppcn  der  Gescbleclits- 
decke  kahl.  —  Länge  und  Zuspitzung  der  Decliblätter,  Länge  und  In- 
sertion der  Granne  veränderlich. 


•f       Äusseres    Deckblatt    etwas    kürzer    als    das    innere.       Ausatz    zu    einer 
z«  eitcn   Blüte. 

1*  A.  arenaria.  Sand-Schilf,  Bispe  gleichmässig,  ähren- 
förmig  zusammengezogen;  Decliblätter  lineal -lanzettförmig,  zugespitzt, 
steif,  Uaarbriinz  ein  Viertbeil  so  lang  als  die  Decbblättchen,  äusseres 
Decbblatt  an  der  Spitze  gespalten  mit  unter  derselben  stacbelspitzig  aus- 
tretendem Mittclnerv;   Blätter  eingerollt. 

LiNN.  Sp.  pl.  121.  Fl.  dan.  t.  917.  Engl.  bot.  t.  520.  Ammophila 
arundinacea  Host  Gram,  austr.  IV.  t.  41.  Ammophila  arenaria  Link 
Hort,  berol.  I.  245.  Chi.  ban.  651.  Reighenb.  Ic.  f.  1454.  Psanima  are- 
naria Koch  Syn.  II.  907. 

Am  Nord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  Inseln,  im  tiefen  Sand- 
boden, scbaarenweise  häufig,  im  Binncnlande  auf  Flugsand,  in  beiden 
Lokalitäten  zum  Theil  auch  durch  Cultur  verbreitet.  Juli,  August.  — 
September,   October. 

Scegrün,  trocken  blass  strobgclb.  Wurzel  kriecbend.  U.ilme  2  —  3'  bock,  steif,  glatt, 
mit  den  langen,  scbmal  linealen  ,  starren,  steifspitzigCD  Blättern  in  dicbtcn  Büscbeln  stcbend. 
Rispe  gedrungen  walzenförmig,    oben  und  unten  verscbmälert,  steif  aufreckt.     Aekrcben  anliegend. 

Bemerk.  Es  scheint  angemessener  für  die  Blchrzabl  der  LlNNEscken  Gattung  Arnndo 
diesen  Kamen  keiznbebalten  und  für  die  wenigen  davon  zu  (rennenden  die  Gattungsnamen 
Pbragmites  und  Donax  zu  wäblen.  —  Die  Gattung  Ammopkila  (Psanima),  von  Arundu  einzig 
und  allein  dadurch  verscbieden,  dass  bei  ilir  das  äussere  Deckblatt  ein  wenig  kürzer  als  das 
innere,  bei  Arundo  das  innere  Deckblatt  ein  wenig  kürzer  als  das  äussere  ist,  scheint  um 
so  weniger  der  Beibehaltung  werth ,  weil  bei  vielen  Arten  der  lelzlcrii  Gallung  der  Längen- 
Unterschied  ganz  wegfällt  oder  doch  kaum  merklich  ist  (A.  Epigeios ,  A.  siricta,  A.  sjlva- 
tica,    A.  varia    etc.),    nicht   minder   .uiib    genau    gleich    lange   und   an  Lauge    ctivas    diffcrircnde 


Arundo.  «RAJÜIKEAE.  633 

in  derselben  Rispe  TOrkoiumen.  Auch  der  Bliitcostand  erlaubt  keiDen  bestimmlen  Abscbnilt, 
indem  der  äbrige  Stand  von  A.  arnndinacea  durch  den  lapjiig- rispigen  von  A.  haltica  und 
A.  Epigeios    in    den    rispigen    der    übrigen    Arten    übergebt. 

9*  A«  baltica.  Baltisches  Schilf »  Rispe  zusammenge- 
zogen, lappig;  Deckblätter  lanzettförmig,  lang  zugespitzt,  steif;  Uaar- 
ki-auz  balli  so  lang  als  die  Decklilättclien,  äusseres  Deckblatt  an  dei- 
Spitze  zerscblitzt  mit  unter  derselben  kurzgrannig  austretendem  3Iittel- 
nerv;   Blätter  eingerollt. 

ScHRAD.  Fl.  germ.  1.  22.3.  t.5.  f.  3.  Fl.  dan.  t.  1684.  Ammopbila  bal- 
tica Link  Uort.  berol.  I.  lO-'j.  Cbl.  ban.  651.  Reichend.  Ic.  f.  1455. 
Psamma  baltica  Kocu  Syn.   II.  907. 

Am  Nord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  Inseln,  im  tiefen  Sandbo- 
den, trupp-  oder  beerdenweise  bier  und  da  {Mh.;  Hl.  am  Kiistensaum 
von  Travemünde  bis  znm  Kieler  Hafen;  lim.  Insel  Neuwerk;  Iln.  Ost- 
friesische Inseln,  besonders  Nordernei  undBorkum;  Of.  im  Jcvcrscben). 
August.  —    September,  Oetobcr. 

Im  Gesainnilanschen  der  »orbergehenden  Art  nahe,  doch  durch  die  loclicrc,  lappige,  nach 
oben    stärker   verschmäierle ,     lila    oder    »iolct   angelaufene    Rispe    —  eine    Färbung   die     ich    bei 

Andererseils    nahe   an  A.  Epigeios  sich 
Arten ;     nach    oben   viel     länger    als    an 


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Die  Bildung 

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ieht   : 

uvar 

für 

die 

Idee  der  Erzeugung  durch  hybride  Ein- 
A.  Epigeios  auf  Ä.  arenaria  (vergl.  REICIIENB.  Fl.  sas.  13.),  aber  Vorkommen 
und  CÖnsortium  bestätigen  sie  nicht.  A.  baltica  kommt  häufig  und  oft  in  grosser  Verbrei- 
tung  vor,    und    kaum    traf  ich   irgendwo    A.  Epigeios   in    der   Kähe. 

f-|-      Äusseres    Deckblatt   etwas   länger   als    das    innere.      Ansatz   zu    einer 
zweiten   Blüte. 

3.  A.  Sylvatlca.  Wald-Schilf»  Rispe  aufrecht,  scbmal; 
Deckblätter  lauzettlicb,  spitz  oder  zugespitzt;  Ilaarkranz  ein  \iertbcil 
so  lang  als  die  Deckblätteben;  Granne  knieig,  fast  doppelt  so  lang  als 
ihr  Deckblätteben. 

ScHRAD.  Fl.  germ.  I.  t.  IV.  f.  7.  Calamagrostis  sylvatica  De  Cand. 
Fl.  frane.  V.  2.53.  Cbl.  ban.  653.  Koch  Sjn.  II.  907.  Reichenb.  Ic. 
f.  1440  (lockerrispige  wenigblütige  Form).     C.  pyramidalis  IIosT  Gram,  austr.  IV. 

t.  49  (breit-  und  lockerrispige  Form).  ReICUENB.  Ic.  f.  1441  (zusammengezogene  gc- 
drängfährigc   Form). 

In  V^'aldungen  und  Hainen,  auf  etwas  bumosem  feuchtem  oder  trocke- 
nem Boden,  sehr  häufig.     Juni  bis  August.  —    September,  October. 

Halme  3  —  4'  hoch.  Blätter  lanzctlfürmig- lineal ,  hell  bläuliebgrün.  Rispe  3  —  4" 
lang,  gelblichgrün,  hclllila  oder  rosa  angelaufen.  —  Variirt  mit  mehr  oder  minder  lockerer 
Rispe,  kürzern  nur  spitzen  Deckblättern  (ScHRAD.  u.  REICIIENB.  Abb.)  und  mit  bcträehllirh 
längern,  fein  zugespitzten  Dcckblällern  (HosT's  Abb.),  auch  mit  fast  gerader  Granne  (HosTs 
Abb.).  Diese  ist  über  der  Basis  bald  etwas  hüher  bald  tiefer  eingesetzt.  —  Die  Blüten 
wachsen    selten    in    Spitzkeime    aus    {(H.    bei    Jever    gcfiuulon). 

4.  A.  varia.     Veränderliches  Schilf,    Rispe  aufrecht, 

schmal;  Deckblätter  lanzettiicb,  spitz  oder  zugespitzt,  Ilaarkranz  fast  so 
lang  oder  wenig  kürzer  als  die  Deckblättchen;  Graniie  knieig,  um  die 
Hälfte  oder  drei  Vieribeil  länger  als  ihr  Deckblättcben. 

SciiRAD.  Fl.  germ.  I.  216.  t.  4.  f.  6.  Calamagrostis  varia  Link  Ho.t. 
berol.  101.     Chi.  ban.  652.     C.  montana  Host  Gram,   austr.  IV.  t.46  (m.t 

länger  zugespitzten  Dcckbkittern  und  längerer  Granne).  ReICHENB.  Ic.  f.  1443.  C.  Syl- 
vatica    Host    t.48    (mil    breiterer,     lockerer   und    schlafferer    Rispe).  ,,,...,    , 

b.  aoutiflora.  nie  sugespitste.  Deckblätter  und  D.ckblattchen 
zugespitzt;  Ilaarferone  kürzer  (wenig  über  lialb  so  lang)  als  ihr  Deck- 
blättcbcn. 


634  GRAJniNEAE.  Arundo. 

A.  acutifloi-a  Scurad.  das.  217.  IIeichenb.  f.  1442.  Calainagrostis 
inontana  ß.  acutiflora  Koch  das. 
In  Hellten  Bergwaldungen  nnd  auf  Triften,  zwischen  Gcbüscb,  auf 
trockenem,  Lesondcrs  Rallistein  im  Untergrunde  führendem  Boden,  im 
mittlem  Gehietstheile  nehst  h.  ziemlich  selten  (Iln.  alte  Stollherg  im 
Uohnsteinschen  nehst  h.,  Mühherg  hei  INicdersachswcrfen,  h.  am  Kohn- 
stein,  Uatzehurg,  hei  Göttingen — ;  Hs.  Meissner,  Hörnerkuppe  — ;  Pr. 
Kalhherge  hei  Heiligenstadt  — ),  im  nördlichen  und  südlichen  selten  (Mk. 
IVeustrelitz,  Torwitz  nach  Prelanfc  zu—;  Pr.  Halle  Ziegelroder  Torst, 
Kalhfelsen  hei  T^^endelstein  nach  T^'allr.,  von  Garcke  nicht  gefunden). 
Juni  his  August.  —    Septeniher,   October. 

GcsammUnselicn,  Form  und  Färbung  tler  Risi)C  wie  «ler  vorliergcbcnden  Art,  ilinäclisl 
durch  die  Kürze  der  Granne  und  die  beträclilliclierc  Länge  des  Haarliranzes  zu  untcrsclieiden, 
dennocli  a]>er  vielleici.t  zu  nahe  »erwandt.  —  Beide  variiren  gleichartig,  besonders  hinsicht- 
lich der  Granne,  welche  hier  über  der  Basis  eingesetzt.  In  mehrfachen  Abstufungen,  sogar 
fast  kürzer  als  das  Dechblällchen ,  also  nicht  vortretend  —  nnd  beinahe  doj)J)elt  so  lang  als 
ihr    Dcchblättchcn    (HoST    t.  46.)    vorkommt.   — 

Bemerk.  A.  acntillora  ScHRAD.  ist  die  Form  mit  länger  zugcspitzlcu  Deckblältern 
uud  Dechblätlchcn,  eine  Abänderung,  die  sich  bei  den  mehrsteu  Arten  dieser  Gattung  wie- 
derholt. Eben  dieser  A'crlängerung  wegen  erscheinen  die  Haare  hier  etwas  kürzer  als  au  der 
Hauptform. 

5.    A.  Meglecta.     Straff  rispig  es  Schilf-    Rispe  straft" 

aufrecht,  sehmal  und  kuizästig;  Deckhiatler  länglich,  spitz;  Haarkranz 
wenig  kürzer  als  die  Deckhlattchen;  Grannen  gerade,  kaum  über  ihr 
Deckhiättchen  vortretend. 

Ehrh.  Beitr.  VI.  137.  Calam.  n.  118.  A.  stricta  Timm,  in  Siems.  ]>Iekl. 
fliag.  II.  236.  ScHRAD.  Fl.  germ.  I.  215.  t.  IV.  f.  5.  Beichenb.  Ic.  f.  1439. 
Sturm  Deutschi.  Fl.  H.  29.  Calaniagostis  neglccta  Chi.  hau.  652.  C. 
stricta  Koch  Syn.  II.  906. 

Auf  Wiesen  und  an  Flussufern,  auf  nassem  Boden,  im  nördlichsten 
Gehietstheile  die  Südgrenze  der  Gesammtverbreitung  erreichend,  ziem- 
lieh  häufig  (Mk.  Neustrelitz  am  Zierker  und  hinter  dem  Glamhecker  See, 
Neuhrandcnhurg  auf  den  Birkhuschwiesen,  Grahow  auf  den  Eidewiesen, 
zwischen  Ludwigslust  und  Kriwitz;  Lb.  besonders  au  der  Waeknitz; 
HL  im  östlichen  und  nördlichen  Theilc;  Hn.  Stapel  im  Lüneburgschen). 
Juli,  August.  —    September. 

Halme  1 '/.^  —  2'  hoch,  straft',  etwas  steif.  Blätter  schmal  lineal  ,  n.uh  oder  eingerollt. 
Kisiie  a  —  6"  laug,  '/2 — V4"  '"C'''  Aeste  und  Aehrchen  scharf.  Blüten  des  magern  Haar- 
hranzes  wegen  mehr  geschlossen.  Deckblätter  und  Deckhiättchen  gegen  die  Spitze  hellbraun 
(dnnkel  ockerfarben).  —  Die  Granne  tritt  meistens  erst  unicr  der  Mitte  des  Rückens,  also 
beträchtlich  hoher  als  bei  den  Art.  3.  u.  4.,  nicht  selten  aber  auch  liefer  (,,  pone  basin" 
ScilRAD),  in  andern  Fällen  fast  unter  der  Spitze  („snb  apice"  >VaiII.ENB.  Fl.  suec.) 
hervor.  Auch  giebt  es  eine  Form,  an  der  die  verlängerten  Decklilätler  und  Deckblältchen 
schmal  lineal  sind  und  die  Granne  ebenfalls  verlängert  ist.  Diese  Form  verhält  sich  zu  A. 
neglecta  eben  so  wie  Aira  caespit.  b.  Iluvialilis  zu  .\..  caespitoso.  Diese  Form  hat  WAH- 
LENBERR    in    Fl.    läpp.    28.    A.  stricta    ß.    anguslata    genannt. 

|.J-i-      Äusseres   Deckblatt   etwas    länger   als    das   innere.       Kein  Ansatz    einer 
zweiten    Blüte. 

ß.  A.  EpIS^eioS*  Xiantl  -  Schilf  ,  Uispc  straft"  aufrecht, 
lappig;  Deckblätter  lineal  -  lanzettförmig,  in  eine  dreikantig-pfrieniliche, 
steife  Spitze  verschmälert;  Uaarkranz  fast  so  lang  als  die  Deckblätter, 
Granne  gerade,    etwas  länger  als   ihr  Deckiilättchen. 

LiNN.  Sp.  pl.  120.  ScHRAD.  Fl.  germ.  1.211.  t.  4.  f.  1.  Engl.  bot.  t.  403. 
Calamagrostis  Epigeios  Uoth  Tent.  fl.  germ.  I.  34.  Chi.  hau.  651.  KocH 
Syn.  II.  905.     Host  Gram,  austr.  IV.  t,  42.     Heichenb.  le.  f.  1453. 


Arundo.  GRAMIBIEAE.  635 

b.  glaiica.  Jtas  blütilichgfüne.  Ilalnic  und  Rlättcr  «tcifcr,  nebst 
»Icr  gleiclifai'liigen  Rispe  blaulicligrün,    sjiäter  strobgelb. 

Calaniagrostis   Epigeios    c.  glauca    Uoll    llbeiii.  Fl.  112.      C.  glauca 

ReICHE.NB.    Fl.   sax.   12    («las  Syn.  von  MARSCH.  BlEBERST.   ausgescbl.).      fc.    f.  1452 

und   C.  lluebneriana  das.    Ic.   1'.  1451. 

c.  laxa.  Das  schlaffe.  Halme  und  Blatter  graugrün;  llispe  weni- 
ger lappig  und  bart,  scbwacb  nickend;  Granne  oft  su  lang  als  das 
längere  Deckblatt. 

Auf  Triften,  an  Waldrändern  und  in  liebten  Waldungen,  auf  trocke- 
nem niagerm  oder  sandigem  Boden,  bäufig;  b.  an  Flussufern;  c.  in  etwas 
scbattigen  Waldungen,  auf  feucbtem  Boden.     Juli,  August. —  September. 

Graugrün.  Halme  2  —  6'  liocli ,  ätark  ,  strafl',  hiswcileii  unten  äslig.  Blätter  lanzett- 
förmig -  lineal ,  etwas  starr.  Risj)e  '/j — l'  lang.  Blüten  scLindelig-geliäiift,  fast  einscit- 
nendig.  Decklilätter  steifllcb,  nebst  den  Rispcnäsfen  st'barf  oder  sehr  scbarf.  Farbe  der 
Rispe  licbtgrün  und  \iolef.  —  Lange  der  Granne  sebr  veränderlicb.  Die  Spielart  c.  nähert 
sieb  unverkennbar  der  folgenden  Art,  deren  specifiscbe  Verscbicdenheit  weitere  Prüfung  in 
Anspriicli    nebmen    dürfte. 

*?'.  A.  litorea*  MTferSchilf»  Rispe  aufrecbt  oder  scbwacb 
nickend,  ausgebreitet;  Deckblätter  lineal- lanzettförmig,  in  eine  dreikan- 
tig-pfriemlicbe  Spitze  verscbmalert,  Haarkranz  so  lang  als  das  kürzere 
Deckblatt;    Granne  meist  gerade,    so  lang  als  die  Haare  oder  länger. 

ScHRAD.  Fl.  germ.  I.  212.  t.  4.  f.  2.  Calamagrostis  lilorea  De  Cakd. 
Fl.  franv.  V.  255.      Cbl.  ban.  653.      Koch   Syn.  11.  905.      Reicuenb.  Ic. 

f.  1449.       C.    laxa    Host    Gram,    austr.    IV.    t.  43    (längeräsfige,    scblaffere,    stärker 
nickende   und   länger  begrannte   Form).      ReICHENB.    f.  1450. 

An  den  L'fern  von  Gebirgsbäcben  (nur  Pr.  an  den  Ufern  der  Bode  im 
Bodctbal   am  Harz  unweit  der  Blecbbütte).     Juni,  Juli.  —    September. 

Halme  2—4'  boeb,  nebst  den  sebmal  linealen  Blättern  bläulicbgrün ,  Knoten  ,iolet. 
Bispe  fast  gleicbmässig,  scblaff  und  wcicb ,  meistens  gerade,  nur  im  Scbalten  zwiscben  an- 
dern Gewachsen  bis»eilen  so  «rtheilt,  locker  und  slark  überbängend ,  « ic  C.  laxa  HosT. 
Blüten  nacb  dem  Verblühen  sperrig- offen.  Farbe  der  Achrcben  violet  oder  »iulet  und  grün, 
nach    dem    Verblühen    fuchsig. 

8.   A.  ealaniagrostis.    Sumpf  Schilf,    Rispe  aufrecbt, 

ausgebreitet,  Deckblätter  sebmal  lanzettlicb,  zugespitzt;  Ilaarkranz  so 
lang  als  das  kürzere  Deckblatt,  Granne  gerade,  im  Einschnitt  des  Deck- 
blättcbens  entspringend  und  >venig  über  die  Spitze  desselben  vortretend. 
LiKN.  Sp.  pl.  121.  SciiRAD.  Fl.  germ.  I.  t.  4.  f.  4.  Fl.  dan.  t.  2159. 
Engl.  bot.  t.  2159.  Calamagrostis  lanceolata  Roth  Tcnt.  11.  germ.  I.  34. 
Cbl.  ban.  653.  Roch  Syn.  II.  905.  Reicuenb.  Ic.  f.  1448.  C.  Gaudiuiana 
ders.  Fl.  sax.  12.    Ic.  f.  1447.     C.  ramosa  Host  Gram,  austr.  IV.  t.  44. 

b.  nutans.  Das  nickende.  Rispe  länger,  scblaff,  voll-  und  diebt- 
blütiger;  Granne  unter  der  Spitze,  auf  oder  etwas  über  den  Rücken 
des   Deckblättebens   entspringend. 

C.  nutans    Reichenb.  Fl.  exe.  26.     Ic.    f.  1446.      C.  pseudopbragmites 
NOLT.  Priui.  11.  bols.   11.      Agrostis  canescens  Web.  Spie.  11.  bols.  10. 

c.  HaUeriana.  Bas  Hallersche.  Rispe  aufrecht,  schmäler;  Granne 
unterhalb  der  Mitte  des  Deckblättebens   entspringend. 

A.  HaUeriana  Gaud.  Fl.  belv.  I.   197.     A.  pseudopbragmites  Schrad. 
das.  213.    t.  4.  f.  3.      Calamagrostis   HaUeriana   De  Cand.  Fl.  frau?.   V. 
256.     Chi.  ban.  652.     Koch  Syn.  II.  905.     C.  pseudopbragmites  REictiENB. 
f.  1444.     C.  varia  Host  Gram,  austr.  IV.   t.  47. 
In  liebten  Waldungen,    auf  Triften,    an  Gräben,  Teichen  und  Fluss- 
rändern,  auf  nassem  oder  sumpfigem  Boden ,  bäufig;  b.  meistens  im  nord- 
lichsten Tbeile  des  Gebiets  (i»/A.,-  Lb.;  111.);    c.  im  Gebirge  des  mittlem 
Gebietstbeils    (//«.  u.  Pr.  am  Oberbarz   bis  auf  die  Brockcnböbe,    ziem- 
lich bäufig)  und  im  Flacblande  des  nördlichen  Theils,   besonders  m  den 


636  GRAJmJK£A£.  Agrostis. 

Mooren,    Läufig   (ilfA-.,-  Um.;  Hn.;   OL).      Juli,   August.  —     Sopteiuber, 
Octoher. 

Halme  2 — 4'  hoch,  aufrecht,  schl.mk,  bisweilen  an  der  Basis  ästig.  BUller  liueal, 
iiiges|>itzt,  am  Rande  und  oberscits  oder  beiderseits  scharf,  Blatlhäutcben  vorlrelcnd ,  stunii>f 
oder  spitülich.  Rispe  bald  breiter  bald  scbmiiler,  stets  mehr  oder  weniger  schlaIV  und  weich 
im  Anfühlen.  Dcchblätter  und  «echblättchen  Mrlhänlig  (nicht  hart  und  steif).  Granne  dem 
Ursprünge  n.ich  wie  angegeben  variircnd,  auch  in  der  J..auge  elw..s  »cranderlich,  an  b.  und  c. 
meistens  länger,  gewohnlich  gerade,  wenn  sie  noch  länger  ist  meistens  schwach  gebogen, 
selten  ganz  fehlend.  Farbe  der  Aehrchen  violet  oder  violet  nnd  grün,  später  gegen  die 
Spitien  der  Deekblättchcn  fuchsig,  verblühet  hellfuebsig,  im  Schalten,  besonders  au  der 
Spielart   b.,     hellgrau,    bis    in    schmutzig    weiss. 

technisches  u.  ÖlConotnischeS»  .4.  1.  unter  allen  Oiäsem 
die  vorzüf/licliste  Art  zur  Bef'esliyitnfj  der  Dünen  und  des  eintjedeicliten 
Landes,  vermittelst  Bepflanzung  des  Sandes  in  dicht  stehenden  Büscheln, 
ivoiu  es  auch  in  Ostf'riesland,  unter  dem  Namen  Ilelm,  jedoch  nicht  in 
hinreichender  Ausdehnung,  in  Anwenduntj  kommt.  Nicht  minder  eifjnet 
sie  sich  zum  Stetit/machen  des  Flufjsandes  im  Binnenlande.  In  Nord- 
amerika  hat  man  ein  gutes  Papier  und  eine  dauerhafte  Pappe  daraus 
bereitet  (Erfinder  S.iXnEliSO.y  aus  Dorset.  —  S/LLi:»^lNiy's  Journal. 
Uamb.  Corresp.  IS.  Nov.  1839).  A.  2.  kann  zum  Dimenbau  mit  ähnlichem 
Erfolge  in  Anwendung  kommen.  Sümmtliche  übrige  Arten  eignen  sich 
zur  Streu,  zur  Geschirrreinigung  iind  zu  Flechtwerk,  zur  Fiehfütterung 
aber  nur  im  jungem  Zustande. 

19.     AGROSTIS.     WEJ¥I9MA.I,M. 

LlIVN.    Gen.    u.  80. 

Rispe.  Aehrchen  1-hlütig,  ohne  oder  mil  Ansatz  zu  einer 
zweiten  lilüte.  Blüten  kleiner  als  die  in  einen  spitzen  zusam- 
mengedrüekteu  Kiel  zulaufenden  Deckblätter,  an  der  Basis  von 
kurzen  Härchen  unterstützt.  Aeusseres  Deckhlättchen  grannen- 
los oder  zartsrrannig,  inneres  nicht  immer  ausgehildet.  Geschl. 
Syst.  III.  2.^ 

Ein-  (A.4.)  otler  mi-liijährige  (A.  1 — 3.)  Gi-äsei-  mit  einfachem  oder 
ästigem  Halme.  Blätter  üacli,  bisweilen  eingerollt,  llispe  otlen,  weit- 
scliweitig,  liurzüstig  und  zusammengezogen  an  denselben  Arten  variiiend. 
Aehrchen  gestielt.  Geschlechtsdeclic  aus  2  Schuppen  bestehend.  —  In- 
sertion der  Grannen  und  Länge  derselben   veränderlich. 


Deckblatt 


lUgt 


1.    A.  alba.    JFeisser  Jf^indhalm,    IVispc  pyramidal  oder 

länglich,  Aeste  scharf,  Aeslchen  abstehend,  nach  dem  Ulühen  zusam- 
mengezogen an  den  Aesten  liegend;  Blüten  meistens  unbegrannt;  Blatt- 
häutchen  lang  vortretend. 

LiNN.  Sp.  pl.93.  Chi.  han.  655.  Schrad.  Fl.  germ.  I.  209.  t.  2.  f.  1. 
Fl.  dan.  t.  1623.  Engl.  bot.  t.  1189.  A.  stolonifera  Koch  Syn.  II.  901. 
A.  varia  llosT  Gram,  austr.  IV.  t.  57  (gewöhnliche  Form).     A.  sylvatica  dcrs. 

t.  58    (der    Spielart   b.    sich    nähernd). 

b.  gigantea.      Her   hohe.       Höher   und   stärker,    Bispc   sehr   ausge- 
dehnt, vielfach  verzweigt  und  reichblütig;    Blüten  meistens  begrannt. 

Chi.  han.  das.     A.  stolonifera  ß.  giganlea  Roch  das.  902.     A.gigantea 
Roth  Fl.  germ.  I.  31.     Beicuknb.  Ic.  f.  1433. 

c.  stolonifera.     Her  Kriechende.     Halme    zum  Thcil   liegend   und 
aus  den  Knoten  >Yurzeln  treibend. 


Agrostis.  CRAmiNEAE.  637 

Fl.  d.  Künigr.  Haniiov.  Beschreib.  Abtlil.  III.  T.  8.  Chi.  hau.  das. 
A.  stolonifera  y.  prorepeiis  Roch  das.     A.  stoloiiifera  Host  das.  t.  56. 

Eg  1.    bot.    t.  1532  (in  Aonäliening  der  Spielart  d.).      A.  diflusa  IIOST   das.    t.  55. 

d.  maritima,  öer  strandständige.  Aus  liegender  Basis  anstei- 
gend. Blätter  starr,  nebst  dem  Ualuie  mit  bläulichem  Duft  überzogen; 
Bispc  kegelförmig,   lappig  zusammengezogen. 

Chi.  hau.   das.     A.  stolonifera  (f.  maritima  KocH  das.     A.  stolonifera 

LiNN.  Skänsh-.  resa  338  («las  SciiEucnzERsche  Syn.  ausgesdil.)-     Fl.  dan.  t.564 

(selileebt).     A.  stolonifera  ß.  arenaria  Link.  Fl.  suec.  22.    Sp.  pl.  93  (jenes 

Sjn.  ausgesdil.).      A-  maritima   Lam.  Encyc.  meth.  I.  61.      De    Cakd.   Fl. 

fi-ane.  III.  23.     Reicherb.  f.  1436  («icLt  durakteristiscL). 

Auf  Wiesen,    Triften   und    in    lichten    Hainen,    auf  trocKenem   etwas 

bumoseni    Boden,    liorst-    oder   rasenweise    allgemein   verbreitet;     b.    auf 

feuchtem  Boden,    besonders  an  Lfern  zwischen  Gebüsch;    c.   auf  nassem 

sandigem  Boden;  d.  im  Sande  der  Meeresküsten  und  der  Inseln,  auf  der 

Flut    ausgesetztem    Grunde,     sämmtlich    häufig.      Juni,    Juli.  — ■    August, 

September. 

Hulrae  1  —  2'  liocli,  aus  knieiger  Basis  ansteigend,  von  b.  4'  bodi ,  inelir  gesircdit; 
«on  c.  und  d.  aus  stärker  kniciger,  zum  Tlieil  liegender  und  wurzelnder  Dasis  schräg  an- 
steigend, au  d.  auch  olt  ganz  niedergestreckt  und  nur  das  blütcntreiheiide  Kuotenstück  sich 
erbebend.  Rispe  mebr  oder  weniger  griinlicbweiss,  bisweilen  blassrosa  oder  lila,  selten  blass- 
(iolct  angelaufen,  nach  dem  Verblühen  strohgelb.  —  Über  das  variireude  Vorkommen,  I^ängc 
und  Ursprung  der  Granne  vergl.  die  monographische  Behaudlung  dieser  Species  iui  Hannov. 
»lagaz.  1.  J.  182.3.  Stück  18  folg.,  wo  auch  die  Luler- Spidarten  aufgeführt  sind,  welche 
zwischen  den  hier  hervorgehobenen  3  Haupfformcn  stehen.  Das  sichere  Unlerschcidungs- 
zeichen  sämmllichcr  Formen  von  der  folgenden  Art  gewähren  die  nach  dem  Blühen  an  die 
wagerecht  »idiendcn  Acsle  der  l'.i»pe  sbrcnartig  sich  anlegenden  blütentragenden  Aestchcn 
und    das    lau»    M.itritmde    Dl.aibanicben.  

Ä.  A.  vulgaris.  Gemeiner  Jf^indhaltn*  Bispc  läng- 
lich-eirund, Aeste  fast  glatt,  Aestchcn  schärflich,  während  und  nach 
dem  Blühen  sperrig  abstehend;  Blüten  meistens  unbegrannt;  Blatthäut- 
clien  ein  kurzer  Hand. 

'WiTii.  Arrang.  132.  Chi.  han.  656.  Rocu  Sjn.  II.  902.  Schrad.  Fl. 
germ.  I.  206.  t.  3.  f.  1.  Beichenb.  Ic.  f.  1427.  Host  Gram,  austr.  IV. 
t..59.     Engl.  bot.  t.  1671.     A.  capillaris  FI.  dan.   t.  163. 

b.  stolonifera.  Jter  kriechende.  Halme  zum  Theil  liegend  und 
aus  den  Knoten  Wurzeln  schlagend. 

Chi.  han.  657.  Rocu  Syn.  II.  903.  Scuk.  Ilandb.  T.  T.  12  (A.  capil- 
laris). A.  stolonifera  LlNN.  Fl.  suec.  22  (nach  Ausweise  von  EHRHART  zu  LlNNE's 
Zeit    in    Upsala    eingelegter   Exemplare).       BeICHENB.    Ic.    f.  1430. 

c.  tenella.  Der  »arte.  Rispe  länglich,  wcnigblütig.  Aeste  ver- 
kürzt, haarfein,  Aestchcn  recht-  und  stumpfwinkelig  ausgespreizt,  Blü- 
ten kleiner. 

Chi.  han.  das.     A.  tenella  Hoffm.  Deutschi.  Fl.  Abthl.I.  36.     A.  sto- 
lonifera  LeERS  Fl.  herb.   t.  IV.    f.  6  (»enn   die   Halme  zugleich  kriechen). 
Auf  Triften,   an  Ackerrainen  und  Wegen,  auf  Wiesen  und  in  Hainen, 
auf  trockenem  niagerm  Boden,  hörst-  oder  rasenweise  allgemein  verbrei- 
tet; b.  und  c.  meistens  auf  nassem  sandigem  Boden,  hier  und  da.     Juni, 
Juli.  —    .\ugusl,  September. 

Halme  1 ^1'/''  hoch,  aus  hnieiger  Basis  ansteigend,  schwächer  und  nicht  so  hoch  auf- 
treibend, wie  die  der  A.  1.  Blätter  schmaler  und  gesättigter  grün.  Rispe  in  der  Regel 
dunkelviolet,  an  schatleuständigen  Exemplaren  bisweilen  hellgrün.  Durch  die  angegebenen 
Kennzeichen  von  A.  1.  meistens  leicht  zu  unterscheiden.  —  Es  kommt  eine  ausgebildete, 
blühende,  nicht  durch  Brand  im  Wachslhum  unterdrückte  Zwergform  vor,  die  nur  2  —  3" 
hoch    ist    (v.  tendla    E.  MEyER    in    Fl.    der   Prov.    Preussen    6.). 

3.     A.  caiiina.    Mäunds-irindhalm»    Bispe  pyramidal- 


638  GRAmiNEAE.  Asrostin. 

eirund  oder  läiiglicli,  Aeste  scharf,  Acstcbeii  sperrig  und  geschlängelt; 
äusseres  Deckhlättchen  meistens  mit  knieiger  Granne,  inneres  felilend  oder 
sehr  klein;    Wurzelbliitter  horstlich,    Itlatthäutchen  lang  vortretend. 

LiNN.  Sp.  pl.9:2.  Chi.  hau.  657.  Koch  Syn.  11.903.  Lekrs  Fl.  herb. 
t.4.  f.  2.     Reichenb.  Ic.  f.  1424.     Host  Gram,  austr.   IV.  t.  53  (selir  üppige, 

grosse  Form,    wie  sie  selten  vorkommt).       Engl.   bot.    t.  1856.       Trichodium    Caniuum 

ScHRAD.  Fl.  germ.  I.   198. 

b.  rubra.  Der  gebirgsständige.  IViedriger;  Rispe  pyramidal, 
Aeste  fast  glatt,  Rlüten  etwas  grösser,  mit  knieiger  Granne,  nach  dem 
Verblühen  fuchsig -röthlich. 

A.  rubra  LiNN.  Sp.  pl.92.     Fries  Summ.  veg.  Scand.  238.     A.  alpina 
Roth  Tcnt.  fl.  germ.  1.31.  Tl.  I.  82. 

c.  ooartata.  Der  schmalrispige.  ISiedriger;  Halm-  und  V^^irzel- 
blalter  borstlich  -  eingerollt ;  Rispe  länglich,  schmal,  Aeste  abgekürzt; 
Rlüten  mit  kurzer  fast  gerader  Granne. 

Chi.  hau.  das.     A.  coarctata  Ehrh.   Calam.    u.  133  (von  Schrad.  p.  209. 

irrig    zu    Agrostis   allia    gezogen). 

Auf  V^'iesen,  Triften,  in  Sümpfen  und  an  Teichrändern,  auf  nassem 
Thon-  oder  Lehmboden,  trupp-  auch  schaarenweise  häufig;  b.  im  Ge- 
birge; c.  auf  Heiden  und  dürren  Anhöhen.  Juli,  August. —  August, 
September. 

Halme  1 '/^  —  2'  liocli,  fein,  sHilank.  In  dlcLtcH  Biisclieln  nel.cnständige  ^Vursell.latler 
horstenformig,  sclimal ,  HalmMälter  <ler  Hanptart  und  li.  gestreckt,  '/'i  —  74'"'  j"  '"  **•" 
üppigen  Exemplaren  bis  1 '/j'"  '"•^'t  (  HosT's  Abb.)-  Blätter  von  c.  etwas  starr  und  ge- 
krümmt. Rispe  fein  und  zartästig,  an  allen  Formen  etwas  sebdrflieb.  INacb  dem  Terbliiben 
legen  sieb  die  Acstoben ,  wie  bei  A.alba,  doeb  im  mindern  Grade,  an  ibre  Aeste,  welcbe 
sieb  bald  nnr  nnter  slnrnpfem  Winkel  (besonders  an  der  gcbirgssliindigen  Form),  bald  nnter 
inebr  spitzem  Winkel  (besonders  an  der  sebnialrispigen  Form)  gegen  die  Spitze  der  Haiipt- 
spindel  ricLten.  Farbe  der  Uispe  in  der  Regel  violet,  an  der  Geblrgsforni  etwas  fucbsig 
(wie  von  A.  Calamagrostis).  Im  Scbatten  kommen  bcllgriine  Rispen  vor,  nnd  als  Abände- 
rung  findet   man    bisweilen  sirobgclbe.  —     Die    lange  knieige   Granne,    in  Verbindung  u.it   den 

fadenäbulicbcn  Wnrzelblällern ,    lässt   A.  eaniiia    oliiic  «liitenuntersucl g    sebon  auf   den  ersten 

Bliek  von  A.  vulgaris  nnterscbciden.  I>ie  unbegranntc  Form  kommt  selten  vor. —  Man  Iriffl 
auf  trockenem    Roden    bisweilen,    wie    von    A.   vulgaris,    eine   3"    bebe    bliibcnde   Zwergform. 

Remerk.  Aenerlicb  mir  zu  Händen  gekommene  vollständigere  Escmplare  der  A.  rubra 
von  WaiU.ENBERG  nnd  aus  O.  SwARTZ  Sammlung  ergeben  es  binreicbcnd ,  dass  jene  bicr 
ibre  ricbtige  Stelle  bat.  l>Iil  ibnen  kommt  unsere  Gcbirgsform  der  A.  canina,  lon  RoTIl 
iinricbtig  für  A.  alpina  gelialten ,  wie  von  ibm  selbst  eibaltenc  nnd  mit  Kamen  bezeicbnetc 
Exemplare  dartbun,  überein.  Mit  UnrecLt  ziebt  Wahlenb.  Fl  suec.  I.  40.  A.  rubra  zu 
A.  vulgaris,  deun  sie  ist  allerdings  ein  Tricliodium  und  bat  eine  ligula  elongata.  —  In 
tlcn  Blattern  und  dem  Rau  der  Wurzel  findet  zwiscben  A.  canina  und  A.  rubra  gegen  KoCll 
(„ab  omnlbns  Triebodiis  nostris  A.  rubra  dilTert  foliis  planis  radicalibus  rpiidem  angustiori- 
hus,  tarnen  planis"  p.  903)  kein  Vnfersebied  Statt,  denn  unser  T.  caninum  bat  ebenfalls 
keine  andere  als  flache  Wurzelblättcr,  wie  sie  schon  der  genaue  I.EERS  richtig  beschreibt 
(„folia  radicalia  angustissima,  longa,  plana,  laevia«  p.  19),  nur  auf  trockenem  Standort  ziehen 
sie  sich,  besonders  an  A.  coarctata,  rinnig  zusammen;  und  A.  rubra  treibt,  nach  WA51LEIV- 
BERG'schen   Exemplaren,    nicht   minder   als    unsere   A.  canina,    kurze   Stocksprossen. 

ff      Äusseres    Deckblatt    länger   als    das    innere.       Ein    s  tielf  ü  rmlger    Ansatz 
zu    einer   zweiten   Blüte. 

4.     A.   »pica  veiitl.     Xianggranniger   Windhalni. 

Rispe  verlängert,  eirund,  ^^eitsch^veilig  und  reichblutig;  Rlüten  begrannt, 
Granne  3  —  4  Mal  länger   als  die  Rlüte. 

LiNN.  Sp.  pl.91.  Chi.  hau.  654.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  47.  Fl. 
dan.  t.  853.  Engl.  bot.  t.  951.  Apera  Spica  venti  Reaijv.  Agrost.  31. 
Roch  Syn.  II.  904.     Reichenb.  Ic.  f.  1421. 


stipa.  GRAHIBiEAE.  639 

b.  inferruptH.     Der  schmalrispige.    Rispe  sclmial  znsaminengezo- 
gcn,   Aeste  verkürzt. 

A.  interrupta  Linn.  das.  92.     Chi.  Iian.  655.     IIost  das.  t.  47.     Apera 
interrupta  Beauv.  das.     Koch  das.     Reichenb.  f.  1419. 
Auf  Aeckern,  auf  Boden   jeder  Art,    fast  allgemein  eingebürgert;    h. 
selten,  auch  wohl  übersehen  (tfii.  Salzderhelden).     Juni,  Juli. —  August, 
September. 

Halme  aiifrcelit.  1'/.^  — 3'  bocli.  Blatter  lineal,  iiigcspitzl,  scblaff,  Blatlhäutchen  lang 
vortretend.  Rispe  im  Yerlialtiiiss  zum  Halme  sehr  lang,  aiifrecLt  oder  schwach  nickend,  ge- 
wähnlich hellgiiin,  etwas  >iolet  angelaufen.  Granne  unter  der  Spitze  her>ortretcnd,  ct«as 
schlängelig.  Die  Spielart  b.  kleiner,  kümmerlicher,  zeigt  hei  abgekürzten  Aeslen ,  wodurch 
die  Rispe  schmal  lineal  wird,  nichts  wesentlich  yerschiedenes ,  und  hSugt  durch  Übergänge 
(A.  Spica  venti  y.  interrupta,  die  ich  in  der  Chi.  noch  ron  A.  interrupta  unterschied)  mit 
der    Hauptform    zusammen. 

ÖTCOnontitcheS»  A.  1.  c.  ist  das  berühmte  Fiotint/ras  der  Etig- 
länder,  dessen  fJ'erth  sich  in  iinser-m  Klima  darauf  beschränkt,  dass  es 
auf  nassen  fViesen  als  ein  vorzütflich  nahrhaftes  Futteryras  den  Anbau 
xterdient.  Auf  trochenem  Boden  verliert  es,  zur  Stammart  zurüclikehrend, 
seine  Eigenschaft  wurzelnde  Ranken  zu  treiben,  und  damit  einen  grossen 
Theil  seiner  Eryiebi(jkeit.  Davon  abgesehen  wird  es  noch  fortwährend 
von  Handels  gärtnern  und  Ökonomen  mit  der  rankenden  Spielart  b.  von 
A.S.  verwechselt,  welche  bei  weitem  weniger  ergiebig  ist.  Art. 1.2.  ge- 
hören einem  f/uten  fViesenstande  an  und'  werden  vom  JVeidevieh  gern 
gefressen;  A.S.  weniger  gern;  A.4.  ist  ein  geringes  Schaffutter  und  ein 
lästiges   Utikraut. 

Berichtig.  1.  Tolvpogon  litoralis  SM.  Comp.  fl.  hrit.  ed.  III.  13.  KoCH  Syn. 
II.  901.  Agrostis  litoralis  Engl.  bot.  t.  1'2.51.  A.  lutosa  ToiR.  Encjc.  meth.  Suppl.  I. 
•249.  wächst  auf  der  Insel  INordernel  nicht.  Ich  möchte  kaum  bezweifeln,  dass  MEKTENS 
(1803)  unsere  A.  alba  v.  ma.llima  ohne  Blülcnunlcrsuchuug  dafür  angesehen  hat,  denn  diese 
sieht   ihr    so    ähnlich,     dass    sie    in    einiger   Entfernung    nicht    davon    zu    unterscheiden    ist. 

Berichtig.  2.  Lasiagrostis  variegata  Chi.  han.  Ü54.  nehme  ich  als  dem  Gebiet  an- 
gehörige    Art    hiermit   zurück. 

8.  Gruppe.      §TIPi:AE.      PWBIMMMNGRÄSJER. 

Rispe.  Aehrchen  1 -blutig.  Blüten  an  der  Basis  von  Ilaaren  unter- 
stützt. Aeussercs  Dcckblättcheu  eingerollt,  au  der  Spitze  bcgrannt  und 
meistens  mit  der  liornfrucht  verhärtend.  Granne  an  der  Basis  geglie- 
dert und  abfällig.     Gcschlechtsdeche  stark  ausgebildet. 

«O.     STIPA.    PWUEMMmNGnj^S, 

Linn.   Gen.  n.  90. 

Rispe  ausgebreitet.  Aehrchen  l -blutig  auf  dicht  behaarter 
Spindel.  Deckblättchen  knorpelig,  äusseres  walzenlormig  ein- 
gerollt mit  sehr  langer  gewundener  an  der  Basis  verdickter 
Granne.  Kornfiucht  von  den  Deckblättchen  bleibend  einge- 
schlossen.    Geschl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  meist  eingewieheltcn  Blättern  und  langer  bei 
uns  aber  aus  den  Blattseheiden  nicht  ganz  hervortretender  Rispe.  Gran- 
nenlänge die  der  Blüten  vielfach  übertreffend.  Geschlechtsdeelie  d- 
scIiuppi^T. 

1.    S.  pennata.    Wiedergranniges  Pfriemengras, 

Granne  oberhalb  des  doppelten  Knies  zart  getiedert. 

Linn.  Sp.  pl.  115.     Chi.  han.  658.     Koch  Syn.  II.  908.     Schk.  Uandb. 


640  GRAHINEAE.  Holcus. 

I.  T.  16.  Reichenb.  Ic.  f.  1468.  Host  Gram,  austr.  IV.  T.  33.  Engl, 
bot.  t.  13.j6. 

Aul"  Triften,  an  Wegen,  auf  sonnigem  sandigem  oder  Italkigcm  Bo- 
den, im  süd-östliclicn  Gebietstheile  ziemlicli  häufig  {Pr.  Halle:  am  Lind- 
hergc,  ]>lauml>nrg  und  Freiliurg  auf  Kalldüigeln ,  Sleinlilippe  bei  Wen- 
delstein, Steinbolz  bei  Quedlinburg;  ^n.  Dessau  — ;  Schw.  Franken- 
bausen,  Badra,  Hacbelbieh,  Sondershausen  —  ;  i/»i.  Windehäuserholz  im 
Ilohnsteinschen,  Elbingerode  — ;  Br.  Bübeland,  Begenstein,  Hoppell>erg, 
Teufelsmauer),  im  westliehen  und  ganzen  mittlem  Gebiete  nicht  vorhan- 
den, im  nord- östlichen  und  nördlichen  selten  {Mk.  am  'V^'cge  zwischen 
IXeubiandenburg  und  Weitin — ;  HL).     Blai,  Juni.  —    Juni,  Juli. 

Halme    l'/j  — -'  l'ocli,     iu    Mehrzalil    vereinigt.        Uh.ller    l.oislenfü.mig.        Granne   bis    1' 

Ä.     S.  caiiillata.     Mahlgranniges  Pfriemengras, 

Granne   iadenförmig,    rückwärts  scharf. 

LiNN.  S|>.  vi  116.  Chi.  han.  6-58.  Koch  Syn.  II.  908.  Beichenb.  Ic. 
f.  1462.     Sturm  Deutschi.  Fl.  II.  20.     Host  Gram,  austr.  III.  t.  5. 

Auf  Triften  und  an  Wegen,  auf  sonnigem  sandigem  und  kalkigem 
Boden,  im  süd- östlichen  Theil  des  Gebiets,  die  Nordgrenze  der  Ge- 
sammtverbreitung  erreichend,  hänüger  als  A.  1  (Pr.  Flor  von  Halle 
häufig,  Suderode,  Steinholz,  Derenburg — •;  ^n.  Bernburg  — ;  Schw. 
Frankenhausen,  Badra,  Hachelbich,  Sondershausen  — ;  Bv.  Uegenstein, 
Helmburg — ;  Hn.  Windcbänserholz ,  Steigerthal,  Steinberg  zwischen 
Petersdorf  und  Buchholz).     Juli,  August.  —    September,  October. 

H.-ilinc  l'/-2  —  -'  IiocL  ,  liiiscbelförinig  ztisaniuicnstcljend  ,  Blatter  riniiig  i'adenl'örmig, 
Granne   viclbcngig. 

9.  Gruppe.      AVENACEAF.     MAWMRGRÄ SMH. 

Rispe,  selten  Traube.  Achrchen  I-  oder  mehrblütig,  von  der  Seite 
zusammengedrückt,  oberste  Blüte  oft  verkümmernd.  Aeusseres  Deck- 
blatt die  Blüte  ganz  oder  fast  bedeckend.  Aeusseres  Deckblältchen  meist 
bcgraiint,  Granne  gewöhnlich  gewunden  oder  knieig.  Griüel  weit  von 
einander  abstehend  und  seitwärts  gebogen. 

«1.    HOIiCIJS.    MOJVMGGMjM^S, 

LiNN.    Gen.    n.  1I4Ü.    Art.    ansgeselil. 

Rispe.  Aehrcheii_  2-l)lütig.  Untere  Blüten  ^Zwifter^  unbe- 
grannt,  obere  männlich  mit  später  gebogener  Granne  auf  dem 
Kücken  des  äussern  Deckblatts.      Gescbl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  flachen  breiten  Blättern.  Bispen  ästig.  Blü- 
ten mit  schwieliger  Basis.  Geschlechtsdecke  aus  2  meistens  gespaltenen 
Schuppen  bestehcml. 

1.    H«  laiiatiiH.    Wolliges  Moniggras,    Granne  wenig 

vortretend,  nach  erfolgter  Biegung  zurückgckrüinmt  und  eingeschlossen; 
Blätter  wollig;  Wurzel  faserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  1485.  Chi.  han.  641.  Koch  Syn.  II.  916.  Reichenb.  Ic. 
f.  1718  — 1720.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  2.  Fl.  dan.  t.  1181.  Engl.  bot. 
t.  1169. 

Aufwiesen,  Weiden,  an  Ackerrainen,  auf  humoseni  lockerm  Boden, 
häufig.     Juni,  Juli.  — •    August,    September. 

Blaulleli.  Halme  mit  .1<-n  lilattern  in  tlielitcn  BiiscLeln,  l'A— -'  '•<>«<>>  "«■'^t  Blat- 
tern nnit  Blattscliriden  wollig- wcieliliaarig.  Rispe  ani'reclit ,  lircit,  reiclihlütig.  Aelirclien 
weisilicL,    gegen    die    Basis    rosa    oder    liellviolct   angelaufen. 

9*    H.  mollis.    W^eiches  Moniggras,    Granne  stets  weit 

vortretend,  nach  erfolgter  Biegung  knieig  einwärts  gebogen;  Blätter  zart- 
haarig;  Wurzel  kriechend 


Arrlieiiateruni.  CRAMIMEAE.  641 

LiNN.  Sp.  pl.  1485.  Chi.  lian.  642.  Koch  Sjn.  II.  916.  Reichenb.  le, 
f.  1721.     Host  Gram,  austr.  T.  t.  3.     Engl.  l»ot.  t.  1170. 

In  ^^'iiltlcni ,  z%visclicn  Geitüscli,  seltener  auf  Wiesen,  auf  trockenem 
vorzüglich  mergeligem  Boden,  weniger  häufig  als  A.  1.  Juni,  Juli.  — 
Juli,  August. 

In  Gi.111  spieleiiil.  II.ilme  loclxeiliiisoliclig  oder  grtreiiiit  stellend,  1 '/^  —  3'  Locb.  Obere 
DIätter  nad  Ulatlsclieidcn  kalil ,  untere  meist  knrz  weieldi.iarig,  seltener  ganz  kahl  (v.  glaber 
Chi.  han.  das.).  Rispe  weniger  reicbblUtig,  Aebrcben  weisslich,  an  der  Basis  bellviolet 
angclanfen. 

GEirjERBZICHES. 

ÖTeonomiSCheS»  Beide  nur  mittehnässiye  f fiesen-  und  Ftitter- 
fjräxer.  ^/.  /.  jedoch  besser  und  als  Mischyrns  auf  humosem  Boden  der 
IViescnctdtur  zu  empfehlen. 

Ä«.     ARRHE^'ATERU]?!.     WMESMJV  B^FSU* 

Fall.   d.   Beauv.  Agrost.   5».   t.  11.   f.  5. 

llispe.  Älirchen  2-l>lmulg.  Untere  Blüte  niäniilicli  mit  kniei- 
ffer  Granne  auf  dem  Rücken  des  äussern  Deckblätfclicns,  oliere 
Zwitter,  ffi-annenlos  oder  unter  der  Spitze  kurz  begrannt.  Ge- 
schl.  Syst? III.  2. 

Mehrjährige,  hohe  Gräser  mit  flachen  Blättern.  llispe  ästig,  ofTen. 
Gcschlechtsdeclic  aus  2  langen,  lanzettlich- lineulen  Schuppen  bestehend. 

1.     A.  elatiiis.     ttoher   IWiesenhafer*      IVispe  aufrecht 

oder    schwach    gebogen,   gleichmässig   ausgebreitet,   Aestc    schon    an  der 
Basis  verz-weigt;  Blätter  schlaft",  kahl. 

Mert.  n.  Roch  ücutschl.  Fl.  I.  546.  Koch  Syn.  II.  916.  Reichenb. 
Ic.  f.  1715.  A.  avenaceum  Chi.  han.  635.  Holcus  avenaceus  Scop.  Fl. 
carn.  11.276.  Engl.  bot.  t.  813.  Avcna  elatior  Linn.  Sp.  pl.  117.  Schk. 
Ilandb.  I.  T.  17.     Host  Gram,  austr.  II.   t.  49. 

b.  bulbosuni.    Her  knollige.    Mit  zwiebelig  angeschwollener  Wurzel. 

Chi.  han.  das.     Koch  das.     llolcus  bulbosus  Schrad.  Fl.  geim.  1.248. 

IIOST  das.  IV.   t.30. 

Aufwiesen,    in  Grasgärten,    zwischen   Gebüsch  und  in  Hainen,    anl 

Boden  mehrerer  Art,  häufig;  b.  auf  magerin  trockenem  Boden,  hier  und 

da.     Mai,  Juni.  —    August,  September. 

Gesamn.tansel.en  bafeiartig.  Wurzel  faserig.     Halme  einzeln  oder  zu  2  —  3,    bis  5'  boeb, 

k.ibl.      Blatter  breit,    zugespitzt.  obe.seits  und  an  den  Ründern  scbarf,    Scbcidcn  glatt.       Rispe 

langlicb,     Aesle    ziemlicb    knrz.  Aebrcben     glänzend,     weissliebstrobgelb    mit     blasswolct     an- 
gelaufener  Basis. 

ÖleonomiSCheS»  liin  vorzw/Uchcs  n'iesen-  tind  Futterf/rns,  un- 
ter dem  ISamen  französisches  Raynras  auch  häufir/  cultivirt ,  und  selbst 
auf  trockenem  Boden  noch  sehr  eintriUjlich,  doch  dem  enrflischen  Ray- 
nras (Loliuin  pereune)   an  ISahrhaflitjheit  um    '/a  nachstehend. 

«3.     CORl^^EPHORUS.     UMUEiMN  GUA^S. 

Pall.    d.    Beauv.    Agrost.    90.    t.  IS.    »'■  2. 

Risne.  Aebrchen  2-  selten  3-blütig.  Aeusseres  Deckblätt- 
eben  auf  dem  Rücken  l)ogrannt,  Granne  keulenförmig,  in  der 
Mitte  ffeeliedert  und  mit  einem  zarten  Ilaarkranz  umgeben. 
Gescbfsfst.  III.  2. 

1."^  C.' canesceiis.      Silherfarhenes    Keulengra». 

Rispe  länglich,  offen,  vor  und  nach  dem  Blühen  zusammengezogen;  Blat- 
ter borstlich,    Blatthäutchcn  verlängert. 

Pall.  d.  Beauv.  Agrost.  90.     Chi.  han.  641.     Koch  Syn.  11.915.     Bei- 


642  ORAJÜIBiEAE.  Aira. 

CHENB.  lo.    f.  1674.      Aiia    cai.esceiis   Linn.   Sp.    pl.  97.      Schk.  Ilaiull..  1. 
T.  12.     Host  Gram,  ausir.  IV.  t.36.     Fl.  daii.  t.  1023.     Engl.  bot.  I.  1190. 
Aul"  Tiil'teii,  Äcliein,  Heiden,  auf  sandigem  Boden,  tiiipi»-  «der  seliaa- 
renweise  liäiifig.     Juli,  August.  —    Scptemliei-,   Octo)>cr. 

Giaiigiüii  luit  lötlilifliciii  Anflug.  Halme  iinil  Blallci  in  Jicliten  Biis.lieln  ,  crslere  6 — 10" 
hocli,  glalt.  Iflitcic  stau-  aiificoht  oiler  zuriickgebogen ,  nclisl  den  Sdiciileii  soliarf.  Granne 
gerade.  Slaiilil.eiilel  violet.  —  Variirt  mit  stroligelheii  ISlülcn  un.l  cilronengelben  Sraiib- 
beuleln,    (so    bei    Lüneburg    und    Hannover   häufig). 

«4.     AIRit.     SCUMlMIiM. 

LININ.    Gen.    n.  81. 

Rispe.  Aehrchen  2-l)lnliff,  mit  oder  ohne  Ansatz  zu  einer 
dritten  Blüte.  Aeusseres  Deckblättchen  an  der  Spitze  gestutzt 
oder  gespalten,  mit  einer  geraden  oder  schwaeii  gehoffenon 
Granne  auf  dem  Rücken  oder  über  der  Rasis.    Geschl.  Syst.  III.  Z. 

Melirjäliiige  Grii.ser  mit  flachen,  gefalzten  oder  eingerolU-boistlicIieu 
ßlättcrn,  und  meistens  gleiclimässiger,  vielästiger,  selten  z.iisammenge- 
zogener  Kispe.  Gesclileelitsdeclie  aus  2  oft  gespaltenen  Scliuppen  beste- 
hend. Dieselben  Arten  mit  längern  und  sehmälern  Deckblättern  und 
Deelvblätlchen,    längerer  und  bürzerer  Granne  variirend. 

■J-       Granne    gerade.       Äusseres    Dceliblalt   kürzer. 

1.     A.  eaesipitosa.     Masen- Schmiele,     Rispe  länglieh, 

aufrecht,  gleichmässig  ausgebreitet,  Acste  vielzweigig,  scharf;  äusseres 
Dechblatt  kürzer  als  die  an  der  Basis  von  einem  Haarbranz  umgebenen 
Blüten,    Granne  meistens  gerade;    Blätter  flach  oder  rinnig. 

Link.  Sp.  pl.  96.  Chi.  han.  639.  Kocn  Syn.  II.  914.  Beicuenb.  Ic. 
f.  1682  — 1686.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  42.  Fl.  dan.  t.240.  Engl.  bot. 
t.  1453. 

b.    fluviatilis.      J>»e   uferständige.      Halme   höher;    Bispc   länger, 
strair,    Blüten  fast  doppelt   grösser;    Deckblätter   fast   so    lang   als  die 
Blüleu,  Grannen  etwas  kürzer,   so  lang  oder  länger  als  die   Blüte. 
Chi.  han.  639.       A.  paludosa  Wie.  Prodr.  Fl.  vverlh.   18  (»aeb  Ejen.,.l. 

von  ihm  selbst)  uud  A.  Wilteliaua  Roch  das.  915  (Grannen  nicisl  so  lang  als  die 
Bliilen).  A.  bottnica  WauLENB.  Fl.  läpp.  36.  t.  4  (Grannen  länger  als  die  Bluten; 
nach    E\eni|)larcn   von    ibm    selbst). 

Aufwiesen  und  in  Hainen,  auf  frischem  humosem  Boden,  horstweise 
oder  rasenartig  allgemein  verbreitet;  b.  am  Unterlauf  der  Elbe  auf  nassem 
Boden,   auch  an  der  Küste. 

Wurzel  faserig,  starkbüsebelig,  auf  feuchtem  Boden  nicht  selten  schwache  Stocksprosse» 
treibend,  Halme  in  Mehi/.ahl  nebst  nebenstehenden  Blätterhüseheln  ernährend.  Blätter  ober- 
bcits  furchig  und  sehr  scharf.  Rispe  bis  1'  lang.  Aehrchen  meist  violet  und  grünlich,  später 
gelblich -scheckig.  Blüten  an  der  Basis  von  Haaren  umgeben,  äusseres  Oeckblattchcn  an 
der  Spitze  gestutzt  und  gczähnelt.  —  Variirt  1  —  h'  hoch;  mit  gerader  und  schwach  nicken- 
der, sehr  lang-  und  kiirzerästiger ,  auch  zusammengezogener,  reich-  und  armblütiger  Rispe; 
mit  2-,  3-  und  selten  4 -blutigen  Aehrchen;  mit  kleinem  und  grössern  Blüten  im  Liingen- 
verhältniss  der  Deckblätter  zu  den  Blüten  ;  mit  Grannen  über  der  Basis  des  «e.kbläll.bens, 
in  der  Mitte  des  Rückens  und  über  der  Mitte  entspringend,  selten  ganz  ohne  Grannen,  mit 
sehr  kurzen  eingeschlossenen,  mit  läjigern  und  die  Bluten  fast  doppelt  an  Länge  übertreffeD- 
den  und  alsdann  meist  etxas  beugigen  Grannen.  Endlieb  auch  mit  sprossender  Aehrc  (Halle: 
Dölauer  Heide).  Auch  (riflt  man  eine  Abänderung  mit  blassstrohgelben,  grnnrnckigen ,  übri 
gcns  un\cränderten  Blüten,  wie  sie  an  vielen  Gräsern  vorkomuit,  wenn  sie  in>  Schatten  wachsen 
(A.  caespilosa   ß.    pallida    KoCH    das.). 

Bemerk.  Hie  Spielart  b.  erreicht  oft  eine  Hohe  von  3'  und  ist  durch  die  grossen, 
nahe  am  AVasser  bleichgelben  Blüten,  mit  schmälern,  längern  Deckblättern  und  Deckblällchen 
iin    Gesanimfansehen   sehr    ansgeieirhuel.      Am  Wasser  sind  ihre  Blätter  breit  und  völlig  flach. 


Aira.  GRAMINEAE.  643 

ilie  Rispen  iiinr.ingsi'clcli ,  si-lir  reirhlilutig.  ilie  Grannen  »enig  länger  als  <Iic  Blülcn;  riit- 
feinter  von  jenem  werden  die  Blätter  scbmäler,  linnig,  die  Uispen  sebl.inker,  und  zniseiien 
den  Granithluclicn  der  Ellidänime  erscheinen  die  Ulätler  l.is  ins  Borstenfürmige  eingerollt, 
die  Rispen  kurzästiger,  die  Grannen  der,  sich  zum  Tlieil  wieder  violet  l'ärhcnden,  Blüten  länger. 
Diese  Form  ist  es  gerade,  welche  'WaiilENBERG  A.  Iiollniea  nennt,  deren  Grannen  zum 
Theil  noch  etwas  länger  sind.  Mit  zunehmender  Trockenheit  und  mehrcrni  S.uidgehalle  des 
Bodens  werden  die  Blüten  kleiner  und  es  tritt  die  gewöhnliche  liuntc  Färbnng  ein.  Diese 
Veränderungeu,  welche  den  Übergang  dieser,  isolirt  betrachtet  sehr  auffallenden  Spielart,  in 
die  gewöhnliche  A.  caespilosa  nachweisen,  liann  nun  in  günstigen  Lokalitäten  >om  Strande 
ab    in    20    Schritt   Entfernung   »erfolgen. 

•J--J-      Granne    schwach    gebogen.       Äusseres   Deckblatt   kürzer. 

!3.   A.  flexuosa*    Geschlängelte  Schmiele»    Rispe  hrelt, 

eirund,  iiickeiul,  Äste  schärflicli,  sclilängelig  verzweigt;  Deek])lätter  fast 
so  lang  als  die  an  der  Basis  von  einem  Ilaarkranz  umgcl)enen  Blüten; 
Blatter  borstlicb. 

LiNN.  Sp.  pl.96.  Cbl.  han.  639.  Koch  Sjn.  II.  915  Beichenb.  Ic. 
f.  1678.  Host  Gram,  austi.  II.  t.43.  FI.  dan.  t.  1322  (A.  montana).  Engl, 
bot.  1. 1519. 

b.  montana.  nie  gebirgsständige.  Niedriger;  Rispe  aufrecht, 
etwas  zusammengezogen;   Äbrcben  dunkler  gefiirbt. 

Cbl.  ban.  das.     A.  montana  Linn.  Fl.  suec.  24  (nach  Ausweise  von  Eiirhart 

zu    LlNNEs    Zeit   zu    l'psala    eingelegter  Exemplare).      ReICHENB.    f.  1679.      Fl.    dan. 

1. 157  (A.  flexuosa). 

c.  uliginnsa.  Die  sumpfständige.  Niedriger;  Rispe  aufrecbt; 
etwas  zusammengezogen,  Blüten  fast  um  die  Hälfte  kleiner,  Granne 
etwas  länger. 

Cbl.  ban.  das.  A.  uliginosa  Weihe  in  de  Bönningu.  Fl.  monast.  25. 
Koch  das.  Beichenb.  PI.  crit.  II.  t.  150  und  Ic.  f.  1681. 
Auf  Bergwiesen,  Triften,  Heiden,  auf  magerm  Boden,  sebr  bäufig 
und  oft  scbaarenweise ;  c.  auf  sauerhumosem  Bruch-  und  Torfboden, 
stellenweise  (Pr.  f F.  Gronau,  Bocholt,  Drohne — ;  Hti.  Bentheiin,  Hunte- 
burg auf  der  Kl.  Heide,  Stemshorn  — ;  Ol.  Holländer  Meer  Lei  Jever). 
Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Halme  in  lockern  Horsten,  1  —  2'  hoch,  glatt.  Blätter  scbärflich.  Rispe  kurz ,  flat- 
terig, feinäsllg,  Acsfe  erst  gegen  das  Ende  verzweigt.  Granne  schwach  knieig.  —  Variirt 
auf  ähnliche  Meise,  wenn  auch  weniger  mannichfach,  wie  A.  caespitosa.  Eine  Form  mit 
haarfeinen    wenigblütigen  Aesten    und    sehr    kleinen  Blüten    zeichnet    sich    besonders    aus    (v.   ca- 

pillaris    Cbl.    han.    das.).  Ein     bleibender    Unterschied    im    Verhallen    der   Blätter   und    des 

Blatthäulchens    zwischen    der    Hauplforni    und    der    Spielart   c.    findet    nicht    Statt. 

Bern  erb.  Die  Spielart  c.  wurde  zuerst  i.  J.  1818  vom  Thierarzt  J.  H.  HoRST  in 
Hunteburg,  einem  fleissigen  und  eifrigen  Botaniker,  entdeckt  und  dem  verst.  WeimE  mit- 
gclheilt. 

-j-J-J-       Granne    schwach    gebogen.        Deckblätter    gleich    lang. 

3.  A.  caryopliyllea.  Silber.  Schmiele.  Rispe  rund- 
lich, sperrigastig*  Deckblätter  länger  als  die  an  der  Basis  unbehaarten 
Blüten;    Blätter  eingerollt -rinnig. 

Linn.  Sp.  pl.97.  Cbl.  ban.  640.  Beichenb.  Ic.  1. 1678.  Host  Gram, 
austr.  II.  t.44.  Fl.  dan.  t.  382.  Engl.  bot.  t.  812.  Avena  caryopliyllea 
Koch  Svn.  II.  922.  ,      .        , 

Auf  Äckern  und  Triften,  auf  sandigem  Boden,  trupp-  oder  heerden- 
weiSe  bäufig.     Juni,  Juli.  —    August. 

Fein  und  zart.  Halme  2  — 6"  hoch ,  einzeln  oder  zu  2  —  3.  Blätter  sehr  kurz.  Rispe 
blassröthlich  angelaufen.  Deckbliittchen  um  '/4  kürze,  als  die  Deckblätter,  an  der  Spitze 
gespalten    und    doppelt   haarspitzig. 


644  CIRAIHIIKEAE.  Aveiia. 

4.    A.  praecox.     Wrühe  Schmiele*    Rispe  äbrciiförmig, 

zusammengezogen;  Deckblatter  kaum  etwas  länger  als  die  an  der  Basis 
unbebaarten  Blüten;   Blätter  eingerollt -rinnig. 

LiNN.  Sp.  pl.97.  Cbl.  bau.  640.  Reichemb.  Ic.  f.  1675.  Host  Gram, 
austr.  IV.  t.37.  Fl.  dan.  t.  38.3.  Engl.  bot.  t.  1296.  Aveiia  praecox  Kocu 
Syn.  II.  922. 

Auf  Triften,  in  liebten  Hainen  und  Waldungen,  auf  sandigem  oder 
magerm  Boden,  truppweise  häufig.     Mai. —    Juli,  August. 

Halme  in  Itiisclivln ,  1 —  'i"  Loch.  Blatler  selir  kurz.  Rispe  liiiiglicb,  scLr  schmal, 
blass    sliohgelU.      I>echblältchcn    an    der   Spitze   gespalten. 

Öle  onomisch  es»  ^-  1-  ist  ein  mittelmüssitjes  fViesenf/ras ,  und 
als  grünes  Futter  nur  jnnfj  zu  (jcbrauchen ,  alt  tuuijt  es  höchstens  zu 
Pferdefutter.     Art.  2 — t.  gehen  nur  Schafen  wenig  Nahrung. 

»5.     AVE]¥A.     UJLWMn. 

JjltiTS.    Gen.    n.  91. 

Rispe,  seltener  Trauhe.  Aehrchen  2-,  seltener  mejirblütig. 
Äusseres  Deckblältchen  an  der  Spitze  gespalten  «der  in  2  Sta- 
chelspitzen oder  kurze  Grannen  ausgehend^  mit  knieiger  unten 
gewundener  Granne  auf  dem  Rücken.  Kornf  ruckt  meist  mit  den 
Deckblättchen  verwachsen.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Ein-  (Art.  1 — 4.7.)  oder  mebrjäbrige  (Art.  5.  6.  8.)  Gräser  mit  llacben, 
seltener  eingerollt -borstlicheu  Blättern.  Rispen  gleicbmässig,  einseit- 
wendig  zusammengezogen,  selten  Aveitsclnveifig.  Blüten  meistens  gross. 
Geschlechtsdecke  aus  2  meistens  gespaltenen  Schuppen  bestehend. 

4-      Dechblätter   5  —  9-nervig.      FriicLtknote    oben    behaart.      Ah r eben    nach 
dem    Verblülicn    hängend. 

1.  A.  llPevlS.  Murzhlütiger  BLafer,  Rispe  zusammen- 
gezogen, fast  einseitwendig,  Aehrchen  eiförmig,  meistens  2- blutig;  Deck- 
blätter so  lang  als  die  Blüte;  äussere  Deckblättchen  an  der  gespalteneu 
Spitze  wimperig. 

RoTu  Abhandl.  42.  Chi.  bau.  mi.  Koch  Syn.  II.  916.  Reichenb.  Ic. 
f.  1708.     IIosT  Gram,  austr.  III.  t.42. 

Auf  Äckern  unter  der  Saat  und  an  Ackerrändern,  auf  sandigem  Bo- 
den hier  und  da,  gleichsam  verwildert  (besonders  Iln.  in  den  Herzog- 
thümern  Bremen  und  Verden).     Juli.  —    September. 

Gesammtanseben  der  folgenden  Art,  doch  sogleich  durch  die  kurzem  Aehrchen  zu  unter- 
scheiden.      Yariirt   mit   3  -  blutigen    Aehrchen    und    mit   ungewimperten    Deckblättchen. 

».  A.  orientallt!^.  VürTeischer  Mafer,  Rispe  zusam- 
mengezogen, einseitwendig;  Aehrchen  länglich,  2- blutig,  nur  die  untere 
Blüte  begrannt;  Deckblätter  länger  als  die  glatte  Blüte;  äussere  Deck- 
blättchen an  der  gespaltenen  Spitze  gezähnelt. 

ScHREB.  Spie.  fl.  lips.  52.  Chi.  han.  637.  Koch  Syn.  II.  917.  Host 
Gram,  austr.  III.  44. 

Auf  Äckern,  auf  Boden  mehrerer  Art,  hier  und  da  verwildert  oder 
durch  Zufall    verbreitet.     Juli.  —    September. 

Ton  A.  sali»a  nur  durch  die  zusammengezogene,  cinseitweiidige  Rispe,  jedoch  constant, 
verschieden.   —       Yariirt    unbegrannt. 

3.  A.  StrIgOSa*  XLauh-tEafer»  Rispe  etwas  zusammenge- 
zogen, fast  einseitwendig;  Aehrchen  schmal,  länglich,  meistens  2- blutig; 
Deckblätter  so  lang  wie  die  glatten  Blüten;  äussere  Deckblättchen  zu- 
gespitzt und  in  2  begrannte  Zipfel  gespalten.  Stielchen  der  zweiten  Blüte 
unter  deren  Basis  behaart. 


Aveiin.  GRAmiMEAE.  645 

ScHREB.  Spie.  fl.  ups.  52.  Chi.  han.  636.  Koch  Syn.  II.  917.  IIei- 
CHENB.  Ic.  1".  1710.     Host  Gram,  aiistr.  II.  t.  56.     Engl.  Lot.  t.  1266. 

Auf  Äckern  unter  dem  Getreide  und  an  Aclserrändeni,  hier  und  da 
gleichsam  verwildert.     Juni,  Juli.  —    September. 

GesammUDschen  der  vorigen  Art,  durch  die  zu  3  vortretenden  Grannen  jedocb  ausge- 
zeichnet. 

4*  A*  fatua*  Vlug •  tiafer»  Rispe  gleichmässig  ausgehrei- 
tet, Aehrchen  meist  3-hIütig,  untere  2  Blüten  begrannt;  Deckblätter 
länger  als  die  Bluten;  äussere  Deckblättclien  unten  borstig,  an  der  Spitze 
kurz  gespalten  und  gczähnelt. 

LiNN.  Sp.  pl.  118.  Chi.  han.  636.  Koch  Syn.  II.  917.  «eichene.  Tc. 
f.  1712.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  58.     Fl.  dan.  t.  1629.     Engl.  bot.  t.  2221. 

Auf  Ackern  und  an  Wegen,  ziemlich  häufig  eingeJiürgert.  Juni,  Juli. — 
September. 

Aehrchen  fast  doppelt  so  gross  als  an  den  vorhergehenden  Arten.  Gegen  die  Reife 
färben  sich  die  üeckblättchen  >on  unten  her  nebst  den  Grannen  fuchsfarhen.  Die  Samen 
fallen  frühzeitig  aus.  —  Variirt  mit  liahlen  oder  fast  hahlen  Deckblättern  (A.  fatua  b.  gla- 
brata    GaKCK.    Fl.    ^.    Halle    h'lS.       A.  hyhrida    KOCII    das.    917. 

Bemerk.  ISach  GaRCKE  a.a.O.  soll  auf  Feldern  bei  Dölzig  und  Riichmarsdorf 
eine  andere  A.  hjbrida  PETERM.  Flor.  d.  Bien.  INr.  80  vorkommen,  die  mir  nicht  bekannt 
ist.  Die  Diagnose  lautet:  »Rispe  etwas  zusammengezogen;  Uälge  meist  2 -blutig;  Klappen 
an  der  Spitze  ziemlich  breit,  die  untere  9-,  die  obere  11 -nervig;  Blüten  kahl;  die  Haare 
der  Schvticie  am  Grunde  der  Blüten  nur  so  lang  als  die  Schwiele,  untere  Spelze  an  der 
Spitze   breit  abgestutzt  und   kuri   4- zähnig. •( 

ff     Deckblätter   1  —  3-nervig.       Fruchtknote   oben   behaart.      Ährchen 
nicht   hängend. 

5.     A.  pubeseens.      JT  eichhaarig  er  Mafer.     Rispe 

traubig,  Aehrchen  2 — 3-blütig,  alle  Blüten  hegrannt;  äussere  Deckblätt- 
chen an  der  Spitze  ungleich  geschlitzt;  Blätter  flach,  untere  nebst  den 
Scheiden  zerstreuet  behaart. 

LiNN.  Sp.  pl.  1665.  Chi.  han.  637.  Koch  Syn.  II.  918.  Reichenb.  Ic. 
f.  1700.  Host  Gram,  austr.  II.  50.  Fl.  dan.  t.  1203  (A.  sesquitertia). 
Engl.  bot.  t.  1640. 

Auf  Trifteil,  Wiesen,  an  Hecken  und  Gebüsch,  auf  trockenem  etwas 
humosem  Boden,  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

AVurzel  schwach  Slocksprossen  treibend.  Halme  1 '/j  —  3'  hoch.  Blätter  lineal  ,  kurz 
gespitzt.  Rispe  aufrecht,  wenig  ästig,  Aesfe  aufrecht,  1  —  .5  Aehrchen  tragend.  Achse 
der  Blüten  behaart.  Deckblätter  und  »cckhlältclien  nach  der  Spitze  zu  silberglänzend  weiss- 
liäiitig.  Variirt    mit   kahlen    Blatlcrn    und    Blaltscheidcn. 

<;.    A.  pratensis.    Wiesen. Mafer*    Rispe  traubig,  oder 

Traube;  Aehrchen  4  — 5-blütig,  alle  Blüten  begrannl;  äussere  Deck- 
blättchen an  der  Spitze  gespalten;  Blätter  gefalzt,  nebst  den  Scheiden 
kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  119.  Chi.  han.  637.  Koch  Syn.  11.919.  Reichenb.  Ic. 
f.  1697  u.  1698.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  51.  Fl.  dan.  t.  1083.  Engl, 
bot.  t.  1201. 

Auf  Triften,  Wiesen,  Helden,  auf  trockenem  und  steinigem  Boden, 
•weniger  häufig  als  die  vorhergehende  Art.     Mai,  Juni.  —   Juli,  August. 

Wurzel  stark  faserig.  Gesammtausehen  der  vorigen  ^Irt.  Blätter  kaum  halb  so  breit, 
zugespitzt  und  steifer,  oberseils  scharf.  Blutenstand  nicht  selten  eine  wirkliche  Traube ,  in- 
dem   die   Aehrchen   ohne   Aesle   aufsitze»    (Hosx's   Abb.). 

fff      Blätter    1  —  9    nervig.      F  r  uch  tk  n  o  le   g  1  a  1 1. 

9.    A.  tenuls.    Schlanker  Mafer-    Rispe  weitschweifig, 

lang-  und  feiiiästig;  Aehrchen  meist  3-blütig,  Blüten  länger  als  die  Deck- 


646  CJRAOTIWEAE.  Triodon. 

blätter;  äussere  Dcclsblättchcii  der  untern  Klüte  in  eine  gerade  Granne 
zugespitzt  ohne  Ilüekengranne ,  der  ohern  lilüten  in  2  hurze  gerade 
Grannen  auslaufend,  mit  Ilüekengranne. 

Mönch  Meth.  195.  Enun».  pl.  Oass.  inf.  1.  t.  2  (A.  dubia).  Chi.  han. 
638.    Koch  Syn.  II.  920.    Ueichenb.  Ic.  f.  1690.    Host  Gram,  austr.  II.  t.  .55. 

Auf  Triften,  auf  sonnigem  magerm  Boden,  die  Nordgrenze  der  Ge- 
sammtverlireitung  erreichend,  sehr  selten  (Hu.  bei  Sophienhof  — ;  lls. 
Oberkaufungen,  Sievershausen  — ;  Pr.  fV.  Höxter  — ;  Pr.  nach  Rok  und 
Sprengel  bei  Eisleben;  von  Garcke  nicht  gefunden).  Juni,  Juli. —  Sep- 
tember. 

Fast  Lliiiiliclignin.  Wurzel  ciii  Meiner  Biisclicl  Fasern.  Halme  zu  1 — 3.  sflir  «lünn, 
fcnieig  ansteigend.  BläHer  scliinal  lincal ,  zngespilit,  obcrseils  scIiärOicL,  Sclici<leii  lial.1. 
Rispcnüsle  fadenförmig,  gescLliiiigelt.  Äbrclien  schmal,  unteres  Deckblatt  7-,  oberes  9- 
nervig,    nebst    den    Deekblättcben    silberbäulig   gerandct. 

8.    A.  flavesceiis.    Gelblicher  Mafer.    Ilispc  länglich, 

kurzästig  und  vollblütig;  Aeln  eben  meistens  3-l)lütig,  lilüten  kaum  län- 
ger als  das  äussere  Deckblatt,  alle  begrannt;  äussere  Deckblättchen  in 
2  kurze  Stachelspitzen  ausgehend. 

LiNN.  Sp.  pl.  118.  Chi.  han.  638.  Koch  Syn.  II.  921.  Reichenb.  Ic. 
f.  1694  u.  1695.  Host  Gram,  austr.  III.  t.  38.  Fl.  dan.  t.  1-507.  Engl, 
bot.  t.952. 

b,  alpestri8.     Her  buntährige.     Niedriger;  Rispe  schmäler,  Aehr- 
chen  oft  4- blutig,  violet  und  gelb  scheckig. 

A.  flavescens  v.  variegata   Chi.  han.  das.      Reicuenb.  Ic.  f.  1696.     A. 
alpestris  Host  Gram,  austr.  III.  t.  39.     Scurad.  Fl.  germ.  I.  379.     Koch 
das. 
Auf  \^'^iesen  und  Triften,    auf  trockenem  Boden,    häufig;    b.  im  Ge- 
birge,   selten    in   Hügelgegenden    (//m.   Harz,    Salzderhelden  — ).      Juni, 
Juli.  —    August,  September. 

Wiiriel  Slocbsprossen  treibend.  Halme  1 V2  —  3'  bocb ,  stark,  steif  aufreobt,  an  der 
Basis  wenig  knieig.  Blätter  und  Blaltscbeiden  scbwacb  bebaart  oder  fast  kabl.  Rispe  2  —  3" 
lang,  3/^  —  1"  breit,  meist  bengig.  Äste  fein,  geschlängelt.  Unteres  Deckblatt  1-nervig, 
oder  durch  2  schwache  seitliche  l>icrven  3- nervig,  oberes  3 -nervig  oder  durch  sehr  schwache 
ISebcnncrven  .5  —  7 -nervig,  nelist  den  Deckbliittchen  strohgelb,  in  sillierweiss  der  obern 
Blüten  übergehend. 

Bemerk.  In  der  Chi.  a.  a  O.  bemerkte  ich  bereits  die  ungemeine  Annäbernng  der 
dort  aufgeführten  v.  variegata  mit  A.  alpestris.  Im  J.  1837  sucljte  ich  diese  Form  auf 
Waldwiesen  zwischen  Konigsbof  und  Grund  wieder  auf  und  überzeugte  sowohl  mich  als 
SCIIRAOER    vom    Übergänge    derselben    in    die    vermeintliche   Art   der    A.  alpestris. 

ÖTeonomischeS.  ^rt.  S  u.  5.  sind  vorziUfUche,  auf  humosen  leicht 
zu  bewässernden  fliesen  den  Anbau  verdienende  Futtert/räser.  A.  6.  ist 
ein  gutes  fVicsenip-as  und  verdient  Anbau  auf  trockenem  Boden.  Art. 
3  II.  4.  sind  lästige  und  schwer  zu  vertilgende  Unkräuter. 

%6.     TRIOnOJV.     J9BJEEXAIMJV. 

R.  Br.    Trodr.    fl.    I>ov.    HoU.     182. 

Rispe  traubig  oder  aus  Aehren  zusammengesetzt.  Aelircheu 
3  — iO-Mütig.  Deckblätter  bauchig,  fast  gleich  lang",  Aeussc- 
res  Deckblattchen  auf  dem  Rücken  abgerundet,  an  der  gespal- 
tenen  Spitze  mit  zwischenliegender  kurzer   Granne.      Geschl. 

Syst.  in!  2.  * 

Mehrjährige,  büschelig  wachsende  Gräser  mit  2-zeilig  gestellten  Ris- 
pcnästeii.  Deckblättchen  an  der  Basis  behaart.  Geschleehtsdecke  aus  2 
dicklichen  Schuppen  bestehend. 


ITIolinia.  GRAMOEAE.  647 

1.    T.  deeiiiiibens.   Miiegender  üreizahn.    llispc  trau 

l»ig,  Aestc  eiuf'acl«,  ein  einzelnes  Aehrchcn  oder  die  untern  2 — 3  dersel- 
ben tragend;  Aehrchen  3 — 5-lilütig;    Blätter  hebaart. 

Pall.  d.  Beal'v.  in  Rom.  et  Schult.  Syst.  veg.  II.  597.  Chi.  han.  684. 
Koch  Syn.  II.  923.  Poa  decumbens  Scop.  Fl.  tarn.  1.69.  Host  Gram, 
austr.  II.  t.72.  Festuea  decumbens  LiNN.  Sp.  pl.  110.  Fl.  dan.  t.  162. 
Engl.  bot.  t.792. 

Auf  Triften,  Heiden,  an  Waldrändern,  auf  niagerm  sandigem  Boden, 
liäußg.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Halme  liiiscliellg  in  Melirzal.l ,  1'  hooli ,  schräg  .mfreclit  oder  liegciul.  BlUUer  flach, 
nldllscheiilen  behaart.  Blatthautchcii  ein  Borstenkraii!;.  Rispe  !>ehr  einlach,  4  —  6  .\chrchen 
tragenil.       Aehrchcn    länglich  -  cirärinig  ,    grün    mit    violelem    Anhauch. 

GM  irERBMCHMIS. 

ÖJConomiSCheS»  Ein  mittehnnssitjcs  Futtergras ,  welches  früh- 
zeiiiy  hart  wird. 

10.   Gruppe.      FESTUCACEAE.      S  C H  iriJV GMI.  GRÄ SM R. 

llispe,  seltener  Traube.  Aebrcben  viel-,  seltener  wenig-  oder  1 -blu- 
tig, von  den  Seiten  zusanimengedriiclit  oder  rundlieb.  Deckblätter  sebr 
kurz,  die  unlern  beiden  Blüten  kaum  bedeckend.  Deckblätteben  unbe- 
granut  oder  mit  nicht  gewundener  Granne  an  oder  fast  an  der  Spitze 
Grifl'el  sehr  kurz. 

«9.     ]?IOIiI]VIA.     MOMjKWMM, 

Schrank  Baiersch.   Fl.   I.  li-U. 

Rispe.  Aeliicheii  2— 5 -blutig,  aus  luudlich  verdicklei'  Basis 
schmal  kegelförmig,  granneulos.  Aeusscies  Deckblättelien  un- 
ten bauchig  mil  vorgcshcckter  Spitze.  GiiflFel  an  der  Dasis  ein- 
ander   geiiäheit.        Geschl.  Syst.  III.  2. 

Mebrjiibrige,  hohe,  starre  Gräser.  Ualniknoten  von  Seheiden  be 
deckt.  Uispe  zusammengezogen  oder  weitschweifig.  Aehrchen  gestielt. 
Schuppen  der  Gesehlechsdecke  bobelförmig,   kahl. 

1.  ]fl.  COerillea.  Blaue  Molinie.  lÜspe  et%vas  zusam- 
mengezogen, Aehrchen  meist  3 -blutig,  äussere  Dcckblätlchen  3-nervig; 
Halm  nur  an   der  Basis   beblättert. 

Mönch  Mcth.  I.  183.  Chi.  hau.  626  nebst  v.  major.  Koch  Syn.  11. 
932.  Beicuenb.  Ic.  f.  1606.  Melica  coerulea  Link.  Mant.  II.  825.  Schk. 
Handb.  1.  T.  13.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  8.  Engl.  bot.  t.  750.  Aira 
coerulea  Link.  Sp.  pl.95.     Fl.  dau.  t.  239. 

In  Wäldern  und  aufwiesen,  auf  sumpfigem  Boden,  horstweise  bäuüg. 
Juni,  Juli.  —    Augnst,  September. 

Halme  von  Z  bis  5'  hoch,  steil  aulrecht,  glatt.  Blaltcr  .slraff,  ohcrseils  und  an  den 
Randern  scharf.  Rispe  kiirzäslig  und  ahrenfdrmig  ,;usaramengeio§en  ,  langastig,  weitschweifig 
„nd  reichl.lulig  »ariirend.  Aelüclie»  woIeUchecUlg ,  in.  AValdschatleu  grün.  Slaubheulel 
dunkel  violelblaii.  —  Geht,  ohne  «euere  ^'erschiedenlnit  m  »eigen ,  in  eine  his  8'  hohe, 
langrispigc  Form    (M.  altissima  I.INK   Hort,  herol.  I.  197.      >I.  litoralis  REICIIENB.    f.  1007.) 

GMU^MRBX.ECnMS. 

technische«.  fVird  nebst  andern  hocliludnufjen  Griiscrn  (na 
mentlicli  Agrostis  alba  v.  gigantea)  ziiw  Beinigen  der  Pfeifenrohre  in 
manchen  Städten   in   Menije  verhanft. 

«8.     IflEIiieA.     PMUEiGUA.». 

I.INN.    Gen.    u.K,'. 

Rispe  oder  Tiaubc.    Aehrchen  2-,  selten  1-bliilig,  mit  einem 


648  GRAlTIIZVEAE.  Briza. 

durch  Eiiitrllt  der  Spindel  keulenförmigen  Ansalz  zu  einer  oder 
nielirern  Blüten.  DeckMätter  haueliig  gerundet,  fast  gleich 
lang.  Deckhlättchen  unhegrannt,  später  knorpelig.  JNarhen  fast 
an  der  Basis  der  Blüten  hervortretend.      Geschl.   Syst.  HI.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  in  der  Knospeiilage  riiinigeii,  gclalztcii  oder 
gcrolUeii  Blättern.  Rispen  oder  Traiihen  einfach  oder  ästig,  Aehichen 
gestielt.  Gesehlechtsdecke  aus  2  fleischigen,  bisweilen  zusaniniengeMaeh- 
senen  Schnppen  bestehend. 

1.    ]TI.  tiniflora.    Minhlütiges  Perlgras,    Rispe  schlaft", 

einseitweiidig  und  armhlütig;  Aehrchen  aiilVcciit,   i-hlütig. 

Rktz.  Ahh.  I.  10.  Chi.  han.  627.  Koch  Syn.  II.  923.  Reichenb.  Ic. 
f.  1576.     Host  Gram,  auslr.  II.  1. 11.     Fl.  dan.  t.  1144.     Engl.  bot.  t.  1058. 

In  Laubholzwaldnngen,  auf  schattigem  humoseni  Roden,  häufig.  Mai, 
Juni.  —    August. 

lleUgrun.  Halme  1  —  1 Y^'  lang,  selilafl ,  meist  kürzer  als  die  Blatter.  Diese  breit, 
lang  zugespitzt.  Dach  dem  Itlülicii  mit  ciiigesclilageiicn  Rändern  doppelt  scLmaler  ersclici- 
uend.       AclircLcn    eifürmig.    blcitlirolli    aiigolaiifeii. 

S*    I?I.  nutans.    NiclcenAes  Perlgras*    Rispe  trauben- 

fürmig,  einseitvvendig;   Aehrchen  hängend,  2- blutig. 

LiNN.  Sp.  pl.98.  Chi.  han.  627.  liocu  Syn.  II.  924.  Reichenb.  le. 
f.  1577.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  10.     Fl.  dan.  t.  962.     Engl.  bot.  t.  1059. 

In  Laubholzwaldungen,  auf  schattigem  humoseni  Roden,  häufig.  Mai, 
Juni.  —    August. 

Matt^rüii.  Ualme  aus  liogiger,  von  licllrotlicn  Scheiden  bekleideter  Basis  ansteigend, 
1  —  IV  hoch.  Blatter  breit,  lang  zugespitzt.  Bispe  selten  unten  mit  einem  oder  dem  an- 
dern   Ast,    Aehrchen    genähert,    aus    violet   in    hlcichroth    und    rothlichgelh    übergehend. 

"  3«    ]?I.  ciliata.     Gefranstes  Perlgras,     Rispe  ährcn- 

förmig,    äussere  Deehblätteheu  langzottig  gewimpert. 

LiNN.  Sp.  pl.97.  Chi.  han.  627.  liocu  Syn.  II.  923.  Reichenb.  Ic. 
f.  1574  u.  1.575.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  12. 

An  Rainen  und  Abhängen,  auf  felsigem  steinigem  Grunde,  im  süd- 
lichen Theile  des  Gebiets,  die  IVordgrenze  der  GesanimtverJ)reitung  am 
östlichen  Harze  erreichend,  ziemlich  selten  (Pr.  Halle:  l^aumburg,  Frei- 
burg, Weinberge  bei  Rollsdorf,  am  Kyft'häuser,  Rosstrap]»e,  Rodethal — ; 
Schw.  Frankenhausen,  ]\umbnrg,  Ilachelbich,  Sondershausen  — ;  Br. 
Treseburg — ;    j4n.  Rcrnburg — ).     Juni,  Juli. —    August. 

Graugrün.  Halme  1  —  '6'  hoch,  überhängend,  schärt'lich.  Blätter  schmal  lincal,  zuge- 
spitzt, scharf.  Bispe  walzeururmig,  Aehrchen  sehr  kurz  gestielt,  blasstiolet  und  »ciss- 
scheckig,    später   gelblichweiss. 

GMWMRBZMCHJE8. 

ÖJeonomischeS,  Art.  1.  u.  2.  werden  vom  Viehc  und  auch  vom 
fFildpret  abgeüset. 

99.    BRIKA.     XMWJEUGUAS, 

lAVN.    Gen.    n.8-i. 

Rispe.  Aehrchen  vielhlütig,  dicht  zweizeilig  geschindelt. 
Blüten  fast  wagerecht  stehend.  Aeussere  Deckhlättchen  hreit 
eiförniiga  hauchig  aufgehlasen,  ohen  ahgerundet  und  unhe- 
grannt.      Geschl.  Syst.  IH.  2. 

Ein-  oder  mehrjährige  (A.  1.)  Gräser  mit  flachen  Blättern.  Rispe 
einfach  oder  ästig,  Aehrchen  an  zarten  Stielchen  hängend.  Geschlechts- 
decke aus  2  Schuppen  bestehend. 

1.     B*  media*     Mittleres  Xittergras.     Rispe  aufrecht, 

often,  Aehrchen  fast  herz- eiförmig,  RIalthäutchen  sehr  kurz  und  gestutzt. 
LiNN.  Sp.  pl.l03.     Chi.  han.  628.     Koch  Syn.  11.  924.     Schk.  Handb. 


Eragrostis.  GRAüIlNEAE.  649 

I.  T.14.  «EICHENE.  Ic.  f.  1665.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  29.  Fl.  dan. 
t.258.     Kiigl.  bot.  t.  340. 

Aufwiesen  und  Triften,  auf  humushaltigein  Boden,  allgemein  ver- 
breitet.    Juni  bis  August.  —    August,  September. 

Halme  auf  clivas  krleclicudcr  'Wurzel  meist  eiuzelu.  Blatlsciieiden  selir  lang,  glalt,  sel- 
tener, wie  ilie  Blatter  am  Rande  und  gegen  die  Spitze,  seharflicb.  Rispenäste  in  Zweige 
gesclilängclt ,    Aclirclicn    nickend. 

ÖleonomiscHeSm  fVird  von  allem  Vieh  gern  gefressen  und  ist 
um  so  mehr  ein  schätzbares  fViesengras ,  weil  es  die  übrige  Gräserei 
nicht  verdrängt. 

30.    £RAC}ROSTIS.     X, IXB ES  GHuAS. 

Pall.  d.    Beauv.    Agrost.    71.    t.  14.    1.  11. 

Rispe.  Äbrcheii  vielhlütlg,  länglich  und  zusammengedrückt, 
Blüten  gegen  die  blei])ende  Spindel  bauchiff ^  zur  Ileifzeit  mit 
dem  äussern..  Deckblätlchenj  unter  Zurückbleiben  des  innern, 
abfallend.     Übrigens  wie  Poa.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Einjiibrige  Gräser  mit  faseriger  Wurzel.  Blatter  flacb,  in  der  Knospen- 
lage gerollt.     Gescblecbtsdecke  aus  2  Sebuppen  bestehend. 

"1.     E.  niegastacliya.      Grossähriges  Xtiebesgra*. 

llispe  steif,  kurziistig,  ollen;  Aebrehen  lineal- länglich,  kurz  gestielt, 
1.5 — 20- blutig;  äussere  Deckblätteben  stumpflieb,  schwach  ausgerandet 
mit  kurzer  Stachelspitzc,    3-nervig;    seitliche  ]>erven  stark  vortretend. 

Link  Hort,  bcrol.  I.  187.  Koch  Syn.  II.  924.  Beichenb.  Ic.  f.  1662. 
Eragrostis  major  Host  Gram,  austr.  IV.  t.  24.  Poa  megastachya  Koel. 
Gram.   181.     Briza  Eragrostis  Linn.  Sp.  pl.  108. 

Auf  Äckern  und  an  Ackerrändern,  auf  sandigem  Boden,  nur  im  süd- 
lichen Thcilc  des  Gebiets  mit  der  Saat  eingeschleppt  und  kaum  als  ein- 
gebürgert zu  betrachten  {Pr.  W^esterhausen  nach  Blankeiiburg  zu). 

Halme  1 — 2'  liocli,  stark,  liegend  oder  scLwacli  ansteigend.  Bialter  l)is  3"'  breit, 
liulnisläudige  länger  als  die  Rispe,  am  Rande  entfernt  knorpelig  gezälinclt.  Rispenaste  be- 
haart  oder   kabl.    Stiele  der  Aebrehen   kürzer  als  diese  breit  sind.       Bliilen  atlasgrau  glänzend. 

'IS,    E.  iioaeoides.    Mtispengrasartiges Xäiebesgras, 

Rispe  feinäslig,  oflen  ;  Aebrehen  länglich  -  lineal,  mittellang  gestielt, 
8 — 16-blütig;  äussere  Deckblättchen  stumpf,  3-nervig,  seitliehe  ]>er- 
ven   fein. 

Pall.  d.  Beauv.  Agrost.  71.  Koch  Syn.  II.  924.  Ueichenb.  Ic.  f.  1661. 
Poa  Eragrostis  Linn.   Sp.  pl.  100.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  69. 

Auf  Aeckern  und  an  Ackerrändern,  auf  sandigem  Boden;  nur  im 
südlichen  Theil  des  Gebiets,  mit  der  Saat  eingeschleppt,  intermittirend 
und  kaum  als  eingebürgert  zu  betrachten  {Pr.  Westerhausen,  früher  Mal 
zwischen  Schmon  und  Leimbach).  Juni  bis  August.  —  Juli  bis  Sep- 
tember. 

Halme  in  Biiscbeln,  1 — '1'  hoch,  knieig  ansteigend.  Biälter  lineal,  gegen  die  Basis 
nebst  dem  obern  Theile  der  Scheiden  behaart.  Blatthäulohen  der  folgenden  Art.  Rispen- 
äste   ziemlich    kurz  ,    unlere   am  Ursprünge   mit   oder   ohne  Haare.      Stiele  der  Aebrehen   kürzer 

*3.    E.  pilosa.     Behaartes  Xtiehesgras,     Rispe  fein- 

nnd  scblallasJig;  Aebrehen  schmal  lineal,  lang  gestielt,  4— 12-bIütig; 
äussere  Deckblättcheii  spitz,   3-nervig,    seitliche  IVerven  fein. 

Pall.  d.  Beauv.  Agrost.  71.  Koch  Syn.  IL  925.  Reichenb.  Ic.  f.  1659. 
Poa  pilosa  Linn.  Sp.  pl.  100.     Host  Gram,  austr.  IL   t.  68. 

]>ur  Pr.  Halle:  auf  sandigem  feuchtem  Boden,  am  Felsen  zwischen 
Giebichenstein  und  Trotlia  der  Papiermühle  schräg  gegenüber,  durch 
Zufall  verbreitet  und  verwildert. 


650  GRAHINEAG.  Poa. 

Ilaliiic  büsclielig,  6  —  12"  lang,  knioig  aiisteigcn.l.  Dlälter  schmal  liiical ,  üiclicidcn 
glalt,  Blattli.iutclieii  ein  sckiiialer  «im|ierig  licli.iarlcr  Raiul.  Rispcoäslc  fiellaeli  icrzweigt, 
imtete    an    ilirer    Basis    mit    zaricn    Haaren    Ijesetit.       Aeliii-Iien    violet. 

Ökonomisches,     A.  1.  ei(/net  sich  zu  einer  Zierpflanze  der  Gärten. 

31.     POA.     HMSPM]¥GnJllS, 

LiIMN.    Gen.    n.  83.    Art.    ausgosclil. 

Rispe.  Aelirclien  2-,  häufiger  mehrhlütig,  eiförmig  oder 
länglieb.  Deckblätter  und  äussere  Deckblätlchen  gekielt  und 
grauuenjos.  Frucbtknote  kabl.  Blüten  zur  Reifzeit  mit  dem 
zugebörigen  Gliede  ihrer  Spindel  abfallend.    Gesebl.  Syst.  III.  2. 

Kill-  (A.  I.)  otlcr  niehi'jäliiige  (Arl.  2 — 8.)  Gräser  mit  tlaclien  in  der 
Knospeiilagc  gefalzten  niättern.  Rispen  ausgebreitet  oder  ziisanimcn- 
gezogen,  selten  traulug.  Aelirclien  gestielt,  l>is>vcilen  sitzend.  Ge- 
sclileclitsdeclve  aus  2  Schuppen  liesteliend. 

f.  P.  aiiniia.  Einjähriges  Mispengras,  Rispe  pyra- 
midal, Aeste  fast  einseitwendig,  gespreizt,  iiacli  dem  Itlühen  alnvärts 
gerichtet,  nehst  den  Decliblätlern  glalt;  Aelirchen  länglich  -  eiförmig, 
3  — 7-hlütig;  Deckhlättcheii  eirund- länglich,  am  Kiel  und  auf  den  Ner- 
ven zarthaarig,  seltener  kahl;  untere  Blatthäutchen  gestutzt,  Halm  schwach 
zusammengedrückt. 

LiNN.  Sp.  pl.99.  Chi.  han.  633.  Koch  Syn.  II.  926.  Rkichenb.  Ic. 
f.  1621.     UosT  Gram,  austr.  II.  t.64.     Fl.  daii.   t.  1686.     Engl.  hot.  1. 1141. 

An  \^''egen,  Strassen  und  auf  liultivirtem  Lande,  auf  frischem  oder 
feuchtem  humushaltigem  Roden,  truppweise  oder  rasenartig  allgemein 
verbreitet.     April  bis  ]\oveml>er.  —    Ende  Aprils  bis  in  den   Winter. 

Halme  und  Blatter  in  4  —  8"  lioben  liclitgrüncn  Büscheln.  Aebrchcn  lockcrhliilig  ,  weiss 
grün.  —  Variirt  mit  stnni|iflichen  und  spitzlichen  auch  mit  schmälern  Bliiten ,  ferner,  he- 
sonders  in  hüherer  Lage  und  der  Sonne  ausgesetzt,  mit  kurzem  Halmen  und  Blättern ,  mehr 
zusammengezogener  Rls|>e  und  mit  Ausnahme  des  weisslichcn  iraums  violet  angelaufenen  Blü- 
ten   (v.    vaiiegala    Chi.   han.    das.       V.  sujiina     ScHRAO.    Tl.    germ.    I.    -289.       ReicueNB.    Ic. 

f.  1622.     Host  das.   IV.   t.  27.). 

9.    P.  alplna*    Alpen. Mtispengras, 

h.  oollina.  üas  hügelständige.  Rispe  länglieh -eiförmig,  Aeste 
abstehend,  nach  dem  Rlüheii  zusammengezogen  anliegend,  schärflich 
oder  glatt;  Aelirchen  meistens  4 — .5-blütig,  Dechblältehen  eirund- lan- 
zettlich, am  Riel  und  den  Randnerven  zarthaarig -gewimpert  oder  kahl, 
mit  zwischenliegcndem  Flaum  oder  ohne  diesen;  Wurzelblätter  kurz, 
Ilalmblätter  langscheidig,    Blatthäiitehen  vorgezogen. 

1*.  alpina  v.  brevifolia  Cht.  hau.  (531.  P.  alpiiia  (f.  brevlfolia  und  f. 
Iiadensis  Roch  Syn.  II.  928.  P.  collina  Host  Gram,  austr.  II.  t.  66. 
P.  badensis  Reicuenb.  Fl.  sax.  29.  Ders.  Ic.  f.  1624  u.  1623  (P.  cenisia). 
o.  bulbosM.  Itus  Knollige.  Halme  an  der  Basis  zwiebelig  verdickt; 
Aehrchen  häufig  sprossend. 

P.  bulbosa  LiNN.  Sp.  pl.  1Ü2.  Chi.  hau.  das.  Koch  ilas.  Reichknb. 
f.  1619.  Host  das.  t.  (w.  Engl.  bot.  t.  1071. 
Auf  Hügeln  und  an  Felsen,  auf  sonnigem  inageriu  Kalb-  oder  Saud- 
boden, im  östlichen  Gebietstheilc  {Ulk.  IVeiibraiideuburg  bis  Pr.  Halle, 
Merseburg),  horstweise  ziemlich  häufig,  gegen  W^esten  sich  verlierend 
{Un.  zwischen  Schnalsenburg  und  Eibholz  im  Lüiuiburgschcn ,  Osiiabrüeb 
als  westlichstes  Yorlioiunien).     Mai,  Juni. —    Juli,  August. 

Halme  in  Büscheln,  von  4"  his  1'  hoch,  gerade  aufrecht,  nehst  den  Blätlern  schwach  hlau- 
lichgrün  oder  grasgrün.  Wurzelhlälter  l — 2"  lang,  ctivas  steif,  auf  hcsserni  Boden  oder  im 
Schalten  fast  schlaft',  schmal  liueal,  kurz  gcspilzl  oder  sluuipilich  ;  Halmhialler  mit  langen  Schei 
den  den  Halm  dicht  umschliesscnd.     Platte  '/,—  !"  laug.     Rispe  grünlich  micr  violet  angelaufen. 


Poa.  GRAmiNEAE.  651 

De  III  er  It.  Poa  bulliosa  küinmt  keineswegs  immer  mit  knollig  verdickter  Basis  «ler 
Halme  vor,  und  dann  findet  kein  L'nterscliied  lon  der  Form  li.  mebr  Statt.  Was  man  zur 
Ciilersclieidnng  angegeben  liat,  ist  unerlieblicli  und  unbeständig ,  «ie  letzteres  namentlicli 
aucb  vom  '^  erlialten  des  Blattbäntcljens  gilt,  wovon  man  sieb  überzeugen  kann,  wenn  man  die 
Bcsclireibungen  uicbt  naeb  einzelnen  getrockneten  Exemplaren  iiiacbeu,  sondern  die  Data  dazu 
im  Freien  aufsuchen  will.  Die  knollige  Bildung  der  Halmbasis  ist  bier  ebenso« obl  «ie  bei 
mancben  andern  Urasarten  ,  die  in  diesem  Zustande  vorkommen,  eine  abnorme  Bildung,  die 
beim  Vorbandenseyn  einer  natürlichen  Anlage  dazu,  von  der  BodenbescbalVeuheit  ausgebt.  — 
Die  kräftiger,  höher,  breitblatlriger  lind  grosscrrispig  gebildete  Hauptform  :  V.  alpina,  kommt 
erst    im   hölicrn    Gebirge   vor. 

3.  P.  serotina.    ^päthblütiges  Rispengras.    Hispe 

eirund -länglich,  aufrcclit,  weitsclnveilig, 'nach  dem  Ulühen  schwach  ni- 
ckend, Aeste  abstehend,  scblängelig  und  schäi-llich ;  Aehrchen  liinglich- 
eiförmig,  3 — 5-bliitig;  äussere  Deckbiättchen  eirund -länglich,  stumpf, 
5 -nervig,  gegen  die  Basis  an  den  IVerveii  und  am  Rande  zarthaarig  mit 
zwischengewebtem  Flaum,  selten  ohne  diesen;  Blätter  lineal ,  gespitzt, 
Blatthäutcheu  länglich  und  geschlitzt. 

EhRH.    Beitr.  \I.  8-3.       Calani.    n.  82   («ie   das   gedruckte   Zettel   besagt  zu   Upsala 

gesammelt).     Chi.  han.  632.     ScuRAD.  Fl.  gerni.  1.  299.     1».  pratensis  Leers 
Fl.  herb.  28.  t.  6.  f.  4.      P.  fertilis   Host  Gram,  austr.  III.  t.  14.      Koch 
Syn.  II.  929.  auch  P.  nemoralis  y.  rigidula  Koch  das.     P.  palustris   IIoth 
Tent.  fl.  germ.  II.  1.   117.     P.  angustifolia  IlElCHE^B.   Ic.  1".  1645 — 1647. 
b.  effusa.     Die  Jlatterrispige.     Rispe  doppelt  grösser,  länger-  und 
schlallästig,  Aehrchen  5-  auch  6- blutig;  Blätter  breiter  und  lang  über- 
hängend. 

Chi.  han.  das. 
Auf  Wiesen,    an  Bach-,    Fluss-  und  Teichufern,   auf  nassem  Boden, 
auch  in  Sümpfen,    häufig.     Juni  bis  September. —    August  bis  Octobcr. 

Wnrzel  schwache  Stocksprossen  und  Blätterbüscbel  treibend.  Halme  in  lockern  Büscheln 
ly.^  —  3'  hoch.  Blätter  1 '/j  —  2'"  breit,  nebst  den  Scheiden  scharflich  oder  fast  glatt, 
letztere  ohne  ein  oonstantcs  Verhaltniss  der  Länge  zu  der  der  Platte.  Blatthäutehen  l'" 
lang,  rundlich,  nur  durch  Zerschlilzung  spitzig  erscheinend.  Rispe  sehr  ästig  und  viclabrig. 
Aeste  fein,  Aesichen  stets,  oft  auch  jene,  geschlängelt.  Aehrchen  locker,  gelblicbgrün  oder 
violet  überlaufen,  Deckblätter  lanzettlich,  3 -nervig,  gegen  die  Spitze  sägezäbnig  -  scharf. 
Deckblättchen  »tumpflich,  äusseres  gegen  die  Spitze  ockergelb,  inneres  an  der  Spitze  ge- 
spalten. —       Variirt    mit    knrzerästiger,    gerader,    etwas    steifer,    wenigeräbriger   Rispe. 

4.  P.  nemoralis.   Main.Stisp engras,    Rispe  pyiamid:.!, 

zugespitzt,  weitschweifig,  etwas  einseitwendig  und  nickend,  Aeste  auf- 
recht-abstehend, schlängelig  und  scharf;  Aehrchen  länglich,  spilz,  2—4- 
blütig,  Blüten  gesondert;  äussere  Deckbiättchen  lineal  -  länglich ,  spitz, 
schwach  5 -nervig,  am  Kiel  und  Rande  zarthaarig;  Blätter  lineal,  zuge- 
spitzt,   Blatthäutcheu  ein  kaum  vortretender  Rand. 

LiNN.  Sp.  pl.  102.  Chi.  han.  633.  Schrad.  Fl.  germ.  I.  301.  Leers 
Fl.  herb.  30.  t.  5.  f.  3.  Reicuenb.  Ic.  f.  1640.  Eurh.  Calam.  n.  5  (wie  d.is  ge- 
druckte Zettel  besagt  zu  Upsala  gesammelt).  HoST  (»ram.  aUStr.  II.  t.  71.  Engl, 
bot.  t.  I26.J  (der  rtlanze  ><enig  entsprechend  und  vielleicht  zu  P.  serotiua  gehörig).  Fl. 
dan.    t.  749    (  t'orm    mit    zusammengezogener,    kurzästiger,    wenigblütiger    Rispe).        P.    UO- 

moralis  a.  vulgaiis  Kocu  Syn.  II.  929. 

b.  glaucesceiis.  Das  bläuliche.  Rispe  aufrecht,  Aehrchen  2  —  3- 
blütig,  eiförmig- länglich,  etwas  weniger  behaart;  Halme  und  Blätter 
bläulich. 

Chi.  han.  das.     Poa  glauca  De  Cand.  Cat.  pl.  monsp.  51.     Il-  Iran?. 
V.  273. 

In  Hainen  und  lichten  Waldungen,  zwischen  Gebüsch  und  an  Hecken, 
auf  humushaltigein  schattigem  Boden,  b.  an  ofl'enen  Stelleu  auf  magerm 
Boden,  an  Mauern  u.  s.w.,  häufig.     Juni  bis   August.  —    Juli  bis  Sept. 


652  CRAiaiKEAE.  Poa. 

Wurzel  schwache  Stocksprossen  treiliciid.  Halme  in  lockern  Büscheln,  auch  einzeln, 
2  — a'/j'  hoch,  fein  nnd  schwach.  Biälter  '/.,  —  V2'"  •'fei'.  ""  Ualme  V"  hreil.  Blalt- 
hUulchen  ein  selir  schmaler  meist  ganzraiuliger  Saum.  Untere  Rispenaste  die  längsten,  daher 
pyramidale  Form  der  Rispe.  Aehrchen  halb  so  hreit  als  an  P.  serotlna.  Kein  Flaum  zwi- 
schen den  Blüten;  Beckblätter  slacheJspItzig  zulaufend,  Dcckhlättchen  schmäler  und  länger 
als  an  jenen.  —  Kommt  auch  mit  fast  horstenförmigen  Wurzclhlättcrn  TOr ,  und  \ariirt  mit 
sehr  zarter  wenigästiger  Rispe  und  1 —2  -  Mutigen  Aehrchen  (P.  palustris  Fl.  dan.  t.  750. 
P.   nemoralls    suhnuiflora    REICHENB.    f.  1638.    u.    P.   ueuioral.    teuella   i.  1639.). 

Bt-merk.l.  Zur  Erörterung  der  Verwechselung  von  P.  serotina  u.  P.  nemoralis  in  neuern 
Floren  folgendes.  SCMRADER  hat  beide  Arten  , ollkommen  richtig  dargestellt,  Keuere  un- 
richtig. AVenn  ScilRAUEK  die  ligula  von  P.  serotina  hrevis  nennt,  so  ist  dies,  hesonders 
auf  die  untern  Blätter  bezogen,  eben  noch  nicht  unrichtig,  sobald  man  nicht  übersehen  will, 
dass  er  die  von  P.  nemoralis,  im  hinreichenden  Gegensatz,  „brevissima"  bezeichnet.  — 
I.EERS  t.  VI.  f.  4.  ist  zu  P.  serotina  von  ScriRADER  u.  mir  richtig  citirt  (gegen  E.  MEYER). 
Ich  sammelte  sie  während  meines  '2 -jähr.  Aufenthalts  in  »illenburg  an  dem  von  LEERS  an- 
gegebenen, nicht  zu  verfehlenden.  Standorte  (unter  der  neuen  Brücke  bei  Herborn)  und 
schickte  sie  im  J.  1806  mit  meinem  Supplementum  florac  herbornensis ,  l-lO  von  LEERS 
nicht   aufgeführte    Pflanzen    enthaltend,     als    Beitrag    zur    Fl.    germ.    an    SCIIRADER    (aufgeführt 

ScilKAD.    Fl.    germ.    I.    Script,    p.  47  ,     wo    der    IName    unrichtig    MAYER    gedruckt    ist).  

Diese  P.  nemoralis  ist  nun  ferner  allerdings  P.  angustifolia  I.IINN.  Fl.  suec.  27,  als  solche 
führt  sie  EllRIlART  noch  in  seinem  „Verzeichnisse  der  um  Lpsal  wildwachsenden  Pflanzen« 
Beitr.  V.  9.  auf,  ohne  eine  P.  serotina  aufzuführen,  obgleich  er  in  der  Einleitung 
sagt,  dass  er  die  von  ihm  dort  entdeckten  Pflanzen  in  das  Verzcichniss  aufgenommen  habe. 
Als  er  später  sah,  dass  der  LiNNEsche  Charakter  auf  die  Pflanze  nicht  passe,  belegte  er 
sie  mit  dem  IVamen  P.  serotina,  und  publicirtc  sie  unter  diesem  >amen  Beitr.  VI.  83,  indem 
er  auf  der  Eticjuette  hemerkte,  dass  die  Pflanze  zu  Upsala  gesammelt  sey. 
Hiernach    dürfte    das    Sachverhältniss   klar   seyn. 

Bcinerli.  2.  I>ie  nahe  Verwandtschaft  von  P.  serotina  und  P.  nemoralis  ist  unver- 
kennbar, ludessen  habe  ich  nie  Übergänge  finden  küu 
Überganges  der  beiden  sehr  geschiedenen  Formen  der 
eine  zahllose  Menge  von  Eieniplaren  beider  Arten  zu  cl 
ich  die  Möglichkeit  davon  um  so  weniger  in  Abrede 
Fl.    v.    Scbles.    427.)   für    einen    sehr    guten    Beobachter 

5.     P.    conipressa*     Vlachhalntiges   Mispengras, 

Rispe  länglich,  Acste  kurz  und  al.stehcud;  Aehitlien  eiförmig- länglich, 
5_7.  (selten  9-)l>lütig;  äussere  Dechblättchen  am  Kiel  und  Ilande  weich- 
haarig mit  zwischengewehtem  Flaum,  oder  fast  liahl  und  ohne  diesen; 
Halm  plattgedrücht,    Itlallhäutchen  kurz  und  gestutzt. 

LiKN.  Sp.  pl.lOl.     Chi.  han.  634.     Koch  Sjn.  11.931.     Reigüenb.  Ic. 
f.  1636.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  70.     Fl.  dan.  t.  742.     Engl.  hot.  t.  3(i5. 
b.  Langeana.    nie  Z.angesche.    Halme  höher;  IVispe  länger,  schlaft 
und  sehr  reiehblütig. 

P.  Langeana  Kocu  Syn.  II.  932.     Reichenb.  Ic.  f.  1657. 
Auf  Triften,    an  Wegrändern,    Mauern   und   Felsen,    auf  trockenem 
hartem  Boden,  allgemein  verbreitet;  b.  hier  und  da.     Juni,  Juli.  —   Au- 
gust, September. 

Wurzel  mit  langen  Stocksprossen  kriechend.  Halme  1'  hoch,  von  beiden  Seiten  lu- 
sammeugedrückt,    nebst    den    Blättern    graugrün.       Rispe    kurz    und    etwas    gedrängt. 

e.    P.  pratenisi»'     Wiesen. Bispengras,    Aehre  eirund 

oder  eirund -länglich,  Aeste  abstehend,  schärflich;  Aehrchen  länglich- 
eiförmig,  3— 5 -Mutig;  Deckblättchen  am  Kiel  und  Rande  weichhaarig 
gewimpert,  mit  zwischengewebtem  Flaum;  Halm  und  Blattscheiden  glatt, 
Biatthäutchen  kurz  und  gestutzt;    "Wurzel  kriechend. 

LiNN.  Sp.  pl.99.     Chi.  han.  631.     Kocu  Syn.  II.  931.     Reichenb.  Ic. 

f.  1650.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  61  («ispc  und  Aehrchen  nicht  naturgetreu,  viel- 
mehr P.  trivialis  darstellend).     Engl.  bot.  t.  1073.     Fl.  dan.  t.  1444  (P.  trivialis). 


ncn    u 

nd 

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1    ich 

AV 

IMMER 

(vergl. 

halte. 

Pon.  €nAmBI£A£.  653 

b.  anceps.  Bas  JlachTialmige.  Halme  zusammengedrückt,  fast 
zweikantig. 

P.  pratensis  IV.  aneeps  Gaud.  Fl.  belv.  I.  260.  Chi.  lian.  das. 
Koch  das. 

O.  8ubooerulea.  Das  bläuliche.  Bläulicbgrün ;  Halm  niedriger, 
fast  l)is  zur  kurzästigen  Kispe  mit  Biattscbeiden  liedeckt,  Blatter  kurz. 

P.  pratensis  v.  cocrulcscens  Chi.  lian.  das.  P.  subcoerulea  Sm.  in 
Engl.  bot.  t.  1004.  P.  pratensis  ß.  latifolia  Kocu  das.  P.  buniilis  EuRii. 
Calam.  n.  113.     Beichenb.  f.  1651. 

d.  angustifoHa.  Das  schmalblättrige.  Halm  und  Bispe  der 
Hauptart;  Halmblätter  schmal,  Wurzelblätter  zusammengeroUt-borst- 
licb. 

Chi.  ban.  das.  Roch  das.  Beichenb.  f.  1648.  P.  angustifolia  Link. 
das.     ScHK.  Handb.  I.  t.  13.     Leers  Fl.  herb.  t.  Tl.  f.  3. 

e.  humilis.  Das  niedrige.  Graugrün;  Halme  niedriger,  Scheidru 
nicht  über  die  Mitte  gehend,  Blätter  kurz,  zusammengerollt  borstlich, 
Bispe  kurzästig  und  zusammengezogen. 

Chi.  ban.  das. 

Auf  Wiesen  und  Weiden,  auf  humosem  frischem  Boden,  rasenbil- 
dend allgemein  verbreitet;  b.  und  c.  in  Berggegenden  meist  auf  sumpii- 
gem  Boden  (häufig  am  Brocken);  e.  und  auch  wieder  c.  auf  Sandboden 
der  Ebenen;  d.  an  Mauern,  auf  Triften  und  Hügeln  mit  niagerm  trocke- 
nem Boden.     Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

■Wurzel  weit  auslaufenilc  Slocksprossen  treibend.  Haluic  iler  Haiiptart,  b.  u.  i.  1 '/j  — 
2'/,'  hoch,  ton  c.  u.  e.  6"  hoch.  Blatter  der  Haiiptform ,  b.  und  c.  1"'  breit,  grasgrün, 
von  d.  n.  e.  kaum  ^/^"'  breit.  Blatlhäutchen  an  allen  Formen  kurz  und  gestutzt.  Aehrcben 
weisslichgrün ,    lon    c.    und   e.    meistens   violct   überlaufen. 

Bemerk.  Koch  a.  a.  O.  giebt  Poa  cenisia  All.  Auct.  40.  auf  dem  Brocken  wach- 
send an  nnd  schreibt  ihr  radicem  stolonibus  elongatis  repentem  zu,  womit  es  in  doppelter 
Hinsicht  zweifelhaft  bleibt,  welche  Pflanze  Kocil  mit  diesem  >amcn  bezeichnet  habe.  Die 
wabre  P.  cenisia  ALL.  (P.  cenisia  HOST  Gram,  ausir.  III.  t.  16.  ScilRAD.  Fl.  gcrm.  I. 
422)  hat  radicem  fibrosam  und  ligulam  uiiniuiam.  —  P.  dislichopbjlla  Gaud.  Fl.  helv.  I. 
250.  aber  (P.  flciuosa  HoST  1\  .  t.  26.),  die  KoCH  zu  seiner  P.  cenisia  cilirt,  hat  die 
stark  kriechende  Wurzel  von  P.  pratensis,  unterscheidet  sich  aber  von  dieser  durch  die  streng 
2 -zeilige  Stellung  der  Blatter  und  ligula  elongala.  Diese  beiden:  P.  cenisia  All.  und 
P.  distichophylla  Gaid.  sind  specifisch  verschiedene  Pflanzen,  und  wachsen  beide  am  Brocken 
nicht.  Was  KoCH  dafür  annahm,  ist  wohl  eine  Form  von  P.  pratensis  gewesen,  wahrschein- 
Jich   unsere   Spielart   b.    oder  c. 

'S,  P.  trivlalls.  Scharfes  Mispengra».  Bispe  pyra- 
midal-eirund, Aeste  abstehend,  lang  und  scharf;  Aehrcben  breit  eiför- 
mig, meist  3- blutig;  üeckblättchen  am  Kiel  und  Bande  schwach  behaart 
oder  kahl;  Biattscbeiden  gekielt,  scharf,  Blatlhäutchen  verlängert  und 
spitz. 

Li-NN.  Sp.  pl.99.  Chi.  ban.  632.  Koch  Syn.  II.  930.  Beichenb.  Ic. 
f.  1653—1655.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  62.     Engl.  bot.  t.  1072. 

Auf  Triften,  Wiesen,  au  Wegen  und  Feldrainen,  allgemein  verbrei- 
tet.    Juni  bis  September.  —    Juli  bis  October. 

Wurzel  faserig,  bisweilen  Ausläufer  über  der  Erde  treibend.  Halme  l'/j  —  <i'  hoch. 
Rispe  meist  doppelt  so  gross  und  weitschweifiger,  mit  3 — 4  IVcbcnästen  an  den  unfern 
Aesten,  wahrend  jene  selten  mehr  als  2  iVcbenSste  zeigt.  —  Yariirt  auf  nassem  Boden  mit 
gani   glatten    .Scheiden    uud   Rispen,    und    wird    an    Flussufern    4'   hoch. 

S.     P.   sudetica.     Schlesisehe«  JEtispengras.     Bispe 

länglich,  Aeste  abstehend,  lang  und  scharf;  Aehrcben  eiförniig- länglieb, 
3 — 5-blütig;  Deckblättchen  lineal-lanzettlich,  am  Kiel  und  Bande  scharf; 
Biattscbeiden  zusammengedruckt- zweischneidig,  Blatthäutchen  länglich; 
W^urzel  kriechend. 


654  GRAMIWEAE.  Olyceria. 

IlÄNCKK  Ripscngel».  120.  Clil.lian.C34.  Kocii  Syii.  II.  930.  Rkiciienb. 
le.  f.  1G57.  1658.  Host  Giam.  austr.  III.  t.  13.  1».  quailiipedalis  Ehru. 
Calniii.  II.  135. 

b.  hybrida.     Das  schlajfhlütige.     llispci.zwclgc  länger  iin.l  schlaf- 
fer;   Deelsltlaltclieu  an   <ler  Basis  mit  einzelnen  Härchen  biselzt. 

l».  smletica  v.  laxa   Clil.  han.  das.     1».  hyhriila  Gaud.  Agrost.  I.  215. 
Koch  Syn.  das.     Keichenb.  f.  1656. 
In    Berg-    und   Iliigelwaldungen ,    auf  "V^^iescn    und    an    Buchen,     auf 
ftuchteni  huniosem  Boden,    durch   das   ganze  Gebiet,    mit  Ausnahme  des 
nord-wcstliehcn  Theils,    horstweise  ziemlich  häufig.     Juni,  Juli. —  Au- 
gust,  September. 

Halme  4  —  6'  hoch  mit  ntheiistehenden  2 -zeiligen  Blattei  triel.cn ,  .in  der  Basis  ton 
ahgeslorhenen,  strohgelben  Blättern  nmgehen.  Blatter  lineal,  '6'"  breit,  mit  h.irzer,  oft  etwas 
I;a].l.cnförmiger  Spitze,  Blattscheiilen  his  gegen  die  Mitte  durch  Aerwaehsniig  der  Räuder 
geschlossen,  scharf.  Rispe  oft  1'  laug,  hesonders  an  der  S|>iclait  b. ,  welche  Isauin  die 
Auszeichnung  als  solche  lerdieut,  weitschweifig,  im  Schatten  hellgrün,  dem  Sonnenbrände 
ausgesetzt  sch«ärzlich>iolet.  —    Varlirt  mit  fast  glatten  Dechhlätlehcn  und  glatten  Scheiden. 

GM  ITMRBJjICHJES» 

ÖTCOnOmiSCheS»  ^rt.  7.  u.  6.  sin  dvorziifjUche  fJ'iesen-  und  Fiit- 
terfiräser,  letztere  eitjnet  sieh  fjanz  besonders  zur  Atdefjmuj  von  Ueher- 
stnuumjswiescn  (in  Enf/land  und  der  Lombardei  macht  sie  den  Ilaupt- 
bestun'd  der  reichsten  fVicsen  aus).  A.3.  ist  ein  erfjiebitfes  Gras,  wel- 
ches vom  f'ieh  besonders  ijern  gefressen  wird.  Sämmtliche  übrifje  ^rten 
sind  mittelmässige  fVeid'egräser  und  verdienen  keinen  Anbau. 

3».     Glil^fERlA.     »CMWA-nrnN. 

R.    Br.    Prodr.    £1.    I>ov.    IIoll.    179. 

Rispe.  Aeliicben  2-  oder  mehrbliUig,  walzenformiff ,  iinhe- 
graiint.  Deckblättcheii  mit  geiuiuletem  Rücken  und  abgerun- 
deter Spitze.     Lebrigens  wie  Poa.     Geschl.  Syst.  lU.  Z. 

Mehrjährige  wasserliebende  Gräser  mit  flachen  Blättein.  llispe  aus- 
gebreitet mit  schon  an  der  Basis  verzweigten  Aesteu  und  zerbrechlicher 
Spindel.     Gcschlechtsdeche  aus  2  fleischigen  Schüppchen  bestehend. 

lo    G.  aqiiatica.    Mohe  Schwaden.    Bispe  umfangsrcich 

mit  vielfach  verzweigten  Aestcn;  Aehrchcn  länglieh,  5— 9-bliitig;  Deck- 
blättchen 7- nervig;    Wurzel  Kriechend. 

Sm  Engl.  Fl.  I.  116.  Chi.  han.  628.  Bkichenb.  Ic.  f.  1614.  G.  specta- 
bilis  lilEUT.  und  Koch  Deutschi.  Fl.  I.  586.  Koch  Syn.  II.  932.  Poa 
amiatica  Linn.  Sp.  pl.  98.  HosT  Gram,  austr.  II.  60.  Fl.  dan.  t.  920. 
Engl.  bot.  t.  1315. 

An  Fluss-  und  Teichufern,   häufig.     Juli,  August.—    September. 

Halme  {)  — 8'  hoch,  steif,  anfrecht,  dich  und  rohrarlig.  Scheiden  geschlossen.  Rispe 
6_S"   lang    und    fast    eben    so    breit,     nach    allen    Seiten    gleichmässig    ausgebreitet. 

«.     G,,  fliiitan».     Flutende  Schwaden,     Bispe  schmal 

länglich,  fast  einseitw endig,  Aeste  gespreizt,  nach  dem  Blühen  zusam- 
meiVgezogen;  Aehrchen  anliegend,  lineal ,  6— 10-blütig;  Deckblättchen 
7-nervis;;   Wurzel   kriechend. 

B.  Br.  Prodr.  Fl.  ISov.  Holl.  I.  179.  Chi.  han.  628.  Kocu  Syn.  II. 
932  Beichenb.  Ic.  f.  1615.  Festuca  fluitans  Linn.  Sp.  pl.  111.  Schk. 
Ilandb.  I.  T.  15.  Host  Gram,  austr.  II.  77.  Fl.  dan.  t.  237.  Engl.  bot. 
t.  1520  (Poa  fluitans). 

All  Gräben,  Bächen,  Teichen  und  Sümpfen,  auf  der  W^isserflachc 
flutend,  sehr  häufig.     Mai  bis  Juli.  —    Juni  bis   September. 

Halme  2'  lang,  aus  liegender  wurzelnder  Basis  ansteigend,  bis  zur  Rispe  lon  gcsehlos- 
*encn    Blaltschcidcn    umgeben.       Blätter    lineal.    kurz    gespitzt.       Aeh.ehen    hlassgriin,     Deck- 


Olyceria.  GRAJUINEAE.  655 

lilättclien    )>rcit,    ncissliäulig   grraiulct.      Kommt   aiicb   mit   vcrkiirzlen   Rispciiästen    tor    (v.  stib- 
spicala    Chi.    Lan.    das.). 

3.  G.  distans*  Sperriger  Schwaden,  Rispe  aus  brei- 
ter itasis  zugespitzt,  Acste  gespreizt,  zum  Tlieii  alnvärts  gerichtet;  Aehr- 
clien  länglich,  4 — 6-blütig;  DeckMättehen  eirund -länglich,  schräg  zuge- 
stutzt, sclnvach  5-nervig,  an  tler  Basis  etwas  flaumig  oder  ohne  Flaum ; 
Wurzel  faserig  oder  schwache  Stoeksprossen  treibend. 

"Wahlenb.  Fl.  ups.  36.     Chi.  han.  629.     Roch  Syn.  II.  932.     Reichenb. 

Ic.  f.  1609  u.  1610.     Poa  distans  Lina.  Maut.  32.     Host  Gram,   austr.  II. 

63.     Engl.  bot.  t.986. 

b.  niHritinia.  Her  seestrandständige.  Rispe  kurzästiger  und  mehr 
oder  weniger  zusammengezogen,  Aehrchen  breiter,  4  —  8-blütig;  Halme 
und  Rlätter  dicker  und  saftiger;  Wurzel  meist  Stocksprossen  treibend. 
Glycera  maritima  Mert.  u.  Koch  Deutschi.  Fl.  I.  588.  Chi.  han.  das. 
Kocu  das.  933.  Reicuenb.  f.  1612.  Poa  maritima  Hcds.  Fl.  angl.  42. 
Fl.  dan.  t.  2.51  u.t.  1626.  Fngl.  bot.  1. 1140.  P.  festucaeformis  Ileynh.  Rei- 
cuenb. f.  1613.    Koch  das.  932.    Host  das.  III.  t.  17  (mit  stocI;sprosscndcrWiirzcl). 

Am  Strande  der  Nord-  und  Ostsee  und  auf  den  Inseln,  auch  am  Aus- 
fluss  der  Ströme  auf  sandigem  Roden,  im  Rinnenlande  in  der  Nähe  von 
Salinen  auf  salzhaltigem  Roden;  auch  in  Dörfern  und  an  Strassen  auf 
amnioniakhaltigem  Roden;  b.  am  Seestrande,  auf  fettem  Schlammboden 
(Schlick),    beide  Formen  häufig. 

lilaiilicligriin  liis  in  graugrün.  Halme  beider  Formen  knieig  ansteigend,  1—3'  hocb, 
an  der  Basis  oft  wurzelnd.  ßUtter  gestreckt,  rinnig  oder  flach  schärflich;  Halme  und 
Blatter  lon  b.  dicker,  saftiger,  letztere  etwas  starr,  meist  gegen  die  Spitze  zu  eingerollt, 
Blaltscbeideu  3/4  ihrer  LUnge  ofl'cn.  Rispe  beider  6  —  8 — 10"  lang,  Aste  scharf.  Äussere 
Deckblättchen  bald  stunipflich,  bald  spitzlich  abgeschrägt,  stets  .5-nervig  (wohl  nur  in  Folge 
eines  Druckfehlers  giebt  sie  E.  METtER  Fl.  d.  Trov.  Preuss.  18.  von  P.  distans  im  Gegen- 
sätze   der    P.    maritima    sechsner» ig   an). 

Bemerk.  Die  Verbindung  von  3  vermciutlichen  Arten  dieser  Gattung  ist  ein  Re- 
sultat einer  im  J.  1842  wiederboltcn  Bereisung  des  Unierlaufs  der  Ems  und  des  Aordsce- 
strandes,  die  vorzüglich  der  Cnlcrsuehung  zweifelhafter  Cjperaceen  und  Gr.nser  gewidmet 
war.  In  Ermangelung  des  Raums  für  eine  ausführliche  Auseinandersetzung  der  IVatur  und 
des  Verhaltens  der  hier  verbundenen  Arten  muss  ich  mich  auf  folgendes  beschränken.  P. 
distans  kommt  anf  bumosera  Boden  nicht  seilen  mit  kurz  sprossender  Wurzel  vor.  An  üppi- 
gen Eiemplarcn  bildet  sich  am  innern  Deckblatt  die  stets  vorhandene  Anlage  zu  einem  Sei- 
lennerv beiderseits  des  scheinbar  einzelnen  Mitlelncrvs  zur  Dreinerv igkeit  aus.  Wo  P.  ma- 
ritima vom  fetten  Schlammboden  auf  balbsandigen  übergebt,  triflt  man  häufig  Escmplare, 
deren  untere  Rispenäste  eben  so  stark  wie  bei  P.  distans  abwärts  gerichtet  sind;  die  saftige 
Dicke  der  Hulme  und  Blätter  nimmt  ab,  während  die  Rispenäste  noch  kurz,  dicklich  und 
die  Xhrcben  noch  breit  bleiben;  wobei  aber  oft  1- nervige  innere  Deckblätter  vorkommen. 
Wo  dieser  Boden  weiter  vom  Meere  an  Salzgehalt  verliert,  werden  die  Ährchen  magerer 
und  schmäler,  die  Rispenäste  langer  und  viel  feiner,  womit  ihre  Reizbarkeit  zuzunehmen 
scheint,  und  als  Folge  hiervon  eine  stärkere  Neigung  sieh  abwärts  zu  richten  eintritt.  —  Es 
kommen  auf  weniger  gutem  Boden  Exemplare  der  legitimen  P.  maritima  ohne  Stocksprossen 
vor,  deren  Ausbildung  stets  durch  den  nabrungsreichen  Schlickboden  befördert  wird,  während 
magerer  Boden  sie  weniger  oder  gar  nicht  hervorlockt.  —  P.  festucaeformis  ist  eine  höhere, 
langrispi^e  und  rcichblülige  P.  maritima,  wie  sie  auch  bei  uns  vorkommt.  IVach  Kocil 
a.a.O.  ist  die  radix  fibrosa.  HoST  a.a.O.  giebt  ihr  in  der  Abbildung  und  Beschrei- 
bung eine  radix  repens.  IVach  beiden  sind  die  rami  panieulae  erectopatuli ;  an  Scill-EICIIEK'- 
schen,  genau  zustimmenden  Exemplaren  sind  sämmtliche  Äste  so  stark  abw  ärlsgerichtet ,  wie 
sie  je  bei  P.  distans  vorkommen.  —  Auch  P.  halopbila  SciIIEDE  (ad  aijnas  gradatas  propc 
Servola  fl.  tergestiuae  lecta  und  Freunden  mitgelheill)  gehört  als  P.  maritima  radicc  fibrosa  hierher. 

4.  G.  airoides«    Schntielenartige  Schwaden,    Rispe 

pyramidal.    Äste  gespreizt;    Ährchen  lineal,   2-,    selten  1-bliitig;    Dcck- 
blättchcn  3-nervig;    Wurzel  kriechend. 


656  CBAiniJKEAE.  Sclerochloa. 

Reicuenb.  Fl.  cxc.  45.  Ic.  f.  1608.  Cbl.  lian.  630.  G.  ai|uatic;«  Rocii 
Syii.  II.  933.  Aira  aqiiatica  Lixn.  Sn.  pl.  95.  IIost  Gram,  austr.  II. 
t.  41.     Engl.  bot.  t.  1557. 

All  Gräben,  langsam  liiesscntlcn  Bächen  und  stclienticni  ^^^•»sse^ ,  auf 
sclilamniigcm  Boden  häufig.     Juni,  Juli.  — ■    August,  Se|ttL'iul»er. 

AVurzcl  kriechende  Slocksprossen  treibend.  Ilaluie  1 — 2'  liorli ,  aus  liegender  llasis 
ansteigend,  glatt.  Blätter  flaeli  bis  3'"  breit,  stuni|iriieL ,  am  Rande  und  Kiele  sciiärflicb. 
Uis|icn:istc    glatt,    Abrcben    meist    lioletsclieekig. 

Benierl'i.  Die  Spielart  miiltiflosculosa  Clil.  Iian.  am  Scliluss  eines  Reise -Journals 
Jurcli  die  I.iineburger  Heide  ohne  Standorf  notirt,  habe  ich  später  nie  wieder  finden  kön- 
nen. Demnach  kann  die  Vcrnuilhnng  von  E.  MeyEK  (Fl.  d.  Prov.  Prcuss,  18.)  richtig  scjn, 
dass    es    eine   verkümmerte    Form    von    G.  distans    gewesen    sei. 

ißTeonomiSCHeS»  A.2.  liefert  unter  dem  Ntimen  Mnnnnifras  durch 
den  Samen  eine  sehr  nahrhafte  Grütze,  die  in  Polen,  Schlesien  und  dem 
nördlichen  Deutschland  als  polnischer  oder  frankfurter  Schwaden  in  den 
Handel  kommt.  A.  3.  ist  auf  Salzboden  eins  der  nahrunifsreichsten  Ful- 
terf/räser  und  wird  daher  in  Ostfriesland  unter  dem  Namen  Queller  vor- 
züylich  (/eschätzt  (verjfl.  meine  Abhandl.  über  die  Ostfries.  Inseln  im 
JUannöv.  lUai/.  1824.  S.  15T.).  Sämmtliche  Arten  werden  vom  f'ieh  fjern 
(fe fressen,  A.  1.  aber  nur  im  junt/en  Zustande ,  dayetfen  eiynet  sich  diese 
Art  zur  Streu. 

33.     SeiiEROCHIiOA.     UAHTGMjAIS. 

Tali..   d.   Beauv.  Agrost.   9S. 

liispe  älirenformig,  2-zeilig.  Aehrchea  5 -blutig,  plattge- 
drückt, unhegrannt;  ücckblältelicn  zusamuicngcilrüclit-gekiclt^ 
siuinpf  und  knorpelig.     Goselil.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  flaeheii  Blättern.  Ähre  einseit'weiidig,  Spin- 
del zähe.  Geschleehtsdcclic  aus  fleischigen  oben  gezähnclten  oder  ge- 
spaltenen Schüppchen. 

'1.   $i.  dura.    Gemeines  läartgras,    lUspe  länglich- eirund, 

flach  und  stumpf,  aus  kurzen,  nach  unten  etwas  gestielten  Aehrcn  mit 
5- blutigen  Aehrchen  zusammengesetzt;    Wurzel  faserig. 

1»ALL.  D.  Beauv.  Agrost.  98.  Chi.  hau.  624.  Beichenb.  Ic.  f.  1516. 
Poa  dura  Scop.  Fl.  carn.  I.  70.  Kocu  Syn.  II.  925.  Host  Gram,  austr. 
II.  t.  73.     Cynosurus  durii&  Link.  Sp.  pl.  105. 

Auf  Triften,  an  Waldrändern,  auf  trockenem  sandigem  Lehmboden, 
im  südlichen  Theile  des  Gebiets,  die  IVordgrenze  der  Gesammtverbrei- 
tung  erreichend,  truppweise  hier  und  da  (Pr.  Flor  von  Halle  ziemlich 
liäulig.  Auleben,  (Quedlinburg  im  Stcinholzc  als  nördlichstes  Yorhom- 
men).     Mai,  Juni.  —    August,  September. 

Halme  in  DIehrzahl  aus  huscheliger  Wurzel  ,  4  —  6"  lang,  nicderliegend  ,  plattgcdriickt, 
glatt.  Itliitter  lineal,  schwach  rinnig,  stumpf  mit  kurzer  eluas  lappenformigcr  Spitze ,  Blalt- 
scheiden  geschlossen,  anl'  dem  Rücken  gekielt.  Spindel  der  Rispe  zusammengedrückt,  ge- 
schlängelt,   starr.       Deckblätlchcn    7 -nervig,     weisshäutig   bcrandet. 

34.     eifJVOSURlJIS.     MjAMMGRJLS. 

lATsy.    Gen.    n.  87. 

Aehrc^  2-zeilig,  einseitig.  Aehrchen  zu  2  nehen  einander: 
eins  3  —  5-l)lütig  mit  Zvvitlerhlüten  und  zugespitzteUi  gekielten 
Deckblättern;  anderes  geschlechtslos  ohne  innere  Deckblält- 
chen.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  faseriger  Wurzel  und  flachen  Blättern.  Ähre 
einfach,  gedrängt.     Deckblüttchen  der  geschlechtslosen  Blüten   von  ein- 


Koeleria.  «BAIOINEAE.  657 

ander   entfernt,    doppelt   kammfürmig    gestellt.      Gescblechtsdecke    aus   2 
Schuppen  bestehend. 

f.    ۥ  cristatiis*     Gemeines  Kammgras,    Aehre  steif 

aufrecht,  lineal;   äussere  Deckhliittchen  der  Zwitterblüte  stachelspitzig. 
LiNN.  Sp.  pl.l05.     Chi.  han.  (524.     Koch  Syn.  II.  934.     Schk.  Handb. 

I.  T.  15.     Reichenb.  Ic.  f.  1351.  1352.     Host  Gram,  austr.  II.  t.  96.     Fl. 
dan.  t.238.     Engl.  bot.  t.  316. 

Aufwiesen,  auf  frischem  humusbaltigem  Boden,  allgemein  verbreitet. 
Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

AVurzcI  gering.  Halme  1 '/j  —  -'  hoch.  Aelirc  zur  Reifzeit  gclbliclibraun.  Staiili- 
beulel    tiolct. 

iPJeonOmiSCheSt  ist  tmerfjicbif/ ,  wird  indessen  von  den  Schafen 
gern  (jef'ressen,    i<on  den  liühen  aber  nicht  abgeweidet. 

35.     KOEIiERIA.     KÖIiMUim. 

PERS.  Sjn.    I.  97. 

Rispe  ährenförmig.  Ährchen  2-  oder  mehrblütig ,  seitlich 
zusammengedrückt.  Blüten  sämmtlich  Zwitter.  Deckblätter 
zusammengedrückt -kielig.  Äusseres  Deckblättchen  an  der 
Spitze  nnffctheilt  oder  gespalten,  staehelspitzig  oder  mit  einer 
geraden  Granne.       Geschl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige,  aufrechte  Gräser  mit  meistens  flachen  Blättern  und  zu- 
sammengezogener dichtblütiger  Rispe.  Schuppen  der  Gescblechtsdecke 
an  der  Spitze  2— 3 -spaltig. 

1.    HL.  cristata.    Gemeine  Kölerie»    Rispe  lappig,  gegen 

die  Basis  unterbrochen,  Aehrchen  2  —  4-blütig,  Blätter  flach,  Blatthäut- 
chen  kurz. 

Pers.  Svn.  1.97.  Chi.  han.  625.  Koch  Syn.  11.912.  Sturm  Dcutschl. 
Fl.  H.  85.  'Reichenb.  Ic.  f.  1668  —  1670.  R.  pyr.imidata  ders.  Fl.  sax.  34. 
Ic.  f.  1670  b.      Poa  cristata   Link.   Syst.  nat.  11.  94.      Hosx   Gram,  austr. 

II.  75.     Aira  cristata  Linn.  Sp.  pl.  94. 

b.  glauca.    Die  meergrüne.     Bläulichgrün;  Rispe  schmäler;  Blätter 
steifer.. 

Chi.  han.  das.      R.  glauca  Koch   das.      Reichenb.  f.  1672.      Fl.  dan. 
t.  1566  (Aira  glauca). 
Auf  Triften,    schlechten  Wiesen   und  in  Heiden,    auf  trockenem  san- 
digem Boden,    horstweise  oder  einzeln  häufig;    b.  vorzüglich  auf  dürrem 
Boden  und  am  Küstensaume.     Mai  bis  Juli.  —    Juli,  August. 

Halme  '/j — 1'/.,'  boeh.  BläUcr  l>iiscbellg,  kurz,  flach  oder  besonders  an  b.  rinnig. 
Rispe  Lellgrün,  gelb,  von  b.  bläulieb.  Läufig  belhiolet  angelaufen.  —  Eine  6"  bebe,  sehr 
sebmalrispigc  Form  ist  K.  cristata  v.  alpestris  Chi.  ban.  ,  welcbe  ElIRHART  auf  ilen  Gebirgs- 
böben    iles    Harzes    unter   «lern    Namen    Aira   subspicata    sammelte. 

36.     »ACTYIiIl§».     KWÄUXJDGn^S. 

LlTSy.    Gen.   n.  86. 

Rispe  lappig -geknäuelt,  halb  einseitwendig.  Aehrchen  viel- 
blütiff,  an  der  inneru  Seite  concav.^  Deckblätter  imd  äussere 
Deekblättchen  zusammengedrückt-kielig,  letztere  in  eine  kurze 
Granne  zulaufend.    Kornfrucht  frei.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Mehrjährige  Gräser  mit  flachen,  vor  der  Entwickelung  gefalzten  Blät- 
tern.    Aehrchen  kurz  gestielt,  büschelig  gehäuft,  fast  2- zeilig. 

1.    D.  gloiiierata.    Gemeines  Knäuelgras»    Rispe  auf- 
recht, kurzästig,  Blütcnknäuel  rundlich;  äusseres  Deckblättchen  5-nervig. 
Linn.  Sp.  pl.  105.     Chi.  han.  625.     Koch  Syn.  II.  934.     Schk.  Handb. 


658  GRAJÜUVEAE.  Festuca. 

1.  T.14.  Stürm  Deutschi.  Fl.  H.6.  Reicuekb.  Ic.  f.  1523.  Host  Gram, 
austr.  II.  t.94.     Fl.  «lan.  t.  743.     Engl.  bot.  t.  33.5. 

Auf  Wiesen,  au  Felthaineu  und  Wegen,  ohne  Auswahl  des  Bodens, 
allgemein  verbreitet.     Mai  bis  September.  —    Juli,  August. 

Wuriel  faserig.  H.ilmc  1 '^  —  4'  hoch,  knieig  ansteigcnH.  Rispe  3"  lang,  iiiiteic 
Aesle   abgerückt,    Blüteiikiiäiicl    wcisslicligrün,    bisweilen   ^lolet   überlaufen. 

GJE  WJERBZICMES, 

ÖJConomiScheS»  Jung  ein  f/ntes  tnid  sehr  reichliches  Futtertp-as 
der  rViesen,  welches  cultivirt  eine  3-malitje  Schur  gestattet.  Später 
rvird  es  hart  und  eignet  sich  dann  nur  zu  Pf'erdefulter. 

39.     FESTUCA.     SCMEWENGMJL. 

LiNN.  Gen.  n.  SS- 
Rispe,  seltener  Traulie.  Aehrchen  länglich  oder  länglich- 
lineal;  vielhlütig.  Deckblätter  und  äussere  üeckhlättclien  aut 
dem  Rücken  gewölbt  oder  schwach  gekielt,  letztere  in  eine 
ganze,  2-  oder  3 -zähnige,  unbegrannfe  oder  hegrannte  Spitze 
zulaufend.  Kornfrueht  mit  den  Ueckblätlchen  verwachsend. 
Gcschl.  Syst.  IIJ.  2. 

Ein-  (A.  1.)  oder  mehrjährige  (Art.  2 — 8.)  Gräser  mit  zusammengc- 
roUt-borstlicheu  oder  llaclien  Blättern.  Rispen  weitsclmeilig,  traubig 
zusammengezogen,  selten  fast  ährenförmig.  Aehrchen  gestielt,  selten 
sitzend.  Geschlechtsdecke  aus  2  an  der  Spitze  gespaltenen  Schuppen 
bestehend. 

I       Wurzclblättcr   oder   alle    z  u  sam  m  e  nge  ro  1 1  t-b  o  rs  1 1  i  cL.      B  1  a  t  tLä  iitc  lien 
•2 -lappig. 

fl.     F.  JVIyiirus.     jniius es chwana- Schwingel»     Rispe 

ährenartig  zusammengezogen  und  einseitvvendig ,  schwach  gelirümmt, 
Aehrchen  5 — 7 -blutig;  äussere  Deckblättchen  lanzettlich,  pfriemlich  zu- 
gespitzt und  in  eine  sehr  lange  Granne  ausgehend;  alle  Blätter  zusam- 
mengerollt-borstlich;  Wurzel  faserig. 

LiNN.  Sp.  pl.  109.  Chi.  hau.  619.  Koch  Syn.  II.  937.  Host  Gram, 
austr.  II.  t.  93.  Engl.  bot.  t.  1412.  Vulpia  Myurus  Gmel.  Fl.  bad.  I.  8. 
V.  Pseudo- Myurus  Soyer  Willem.  Observ.  132.  Reicuekb.  Ic.  f.  1525. 
Mygalurus  caudatus  LmK  Enum.  hört,  berol.  I.  92. 

"b.  bromoides.    Der  trespenartige.    Rispe  kürzer,  gerade,  weniger 

zusammengezogen   und  untere  Aeste  länger. 

F.  bromoides  Linn.  das.  110.      Chi.  hau.  G18.      Koch  Syn.  das.      Fl. 

dan.  t.  1445.      Engl.  bot.  t.  1411.      Vulpia  bromoides  Link  Hort,  berol. 

I.  147.    Reichenk.  f.  1529. 
Auf  Triften,  Heiden,  au  grasigen  Hügeln,  auf  magerm  sandigem  oder 
felsigem   Boden,    l>leinhorst-    oder    truppweise    ziemlich    häufig.        Mai, 
Juni.  —    Juli,  August. 

Halme   6" l'/j'  bocb,    knicig   ansteigend,    dünn   aber   steif,    bei   beiden  Formen,    deren 

Arfenkennzcicbcn  ungenügend  und  inconstant  sind,  bald  hübcr  bald  minder  bocb  von  den 
langen  Blaltscbeiden  eingescblosscn.  Blattplaltc  meist  kürzer  als  die  Scbeide,  Blalthäutchen 
knrz,  kaum  dentlicb  '2 -lappig.  Rispe  die  Hälfte  oder  ein  Drittel  der  Gesammtlünge  ein- 
nehmend. Acbrclien  scbr  scbmal ,  Granne  gestreckt,  haarfein  auslaufend,  4 — S  I>Ial  so 
lang   als    ihr   Deckblallcben.       Blüten    einmännig. 

Ä.  F.  OVilia.  Schaf  '  Schwingel,  Rispe  abwechselnd  2- 
zcilig,  üö'en,  nach  dem  Blühen  zusammengezogen,  Aehrchen  4  —  8-blü- 
tig;  äussere  Dechblättchen  lanzettlich,  kurz  begrannt;  alle  Blätter  zu- 
sammengerollt-borstlich;   Wurzel  faserig. 

Linn.    Sp.    pl.  108.       Fl.   SUCC.    30   (nach  Ausweise   von  EHRIIART    zu   LiNNE's    Zeit 


Festuca.  GRAmiNEAE.  659 

in  Upsala  eingelegter  Exemplare).       Chi.  Iian.  619.      RoCH   Syn.  II.  937.      ReICUENB. 

Ic.  f.  153().     Host  Gram,  austr.  II.  t.  84.     Engl.  bot.  t.5S5. 

1>.I>.  glauce§cen8.     Her  bläuliche.     Illäullcligrüii;  ßlütter  steifer. 

Clil.  ban.  das.     F.  canesccns  Reichenb.   f.  1541.     F.  caesia  Engl.  bot. 
t.  1917. 

c.  c.   mutioa.      Her  unbegrannte.      Aebreben   unbcgrannt;    Deck- 
]>lättcben  stuni]>t'lieb. 

Cbl.  ban.  das.     F.  tenuifolia  Sibth.  Fl.   oxon.  n.  138.     Schrad.  Fl. 
germ.  I.  318.     IIeichenb.  f.  1532. 

b.  major.     Her  grössere.     Huhne    höher;    Halmblütter   rinnig   oder 
fast  llaili;    Uispe  und  Aebreben  grösser. 

Cbl.  ban.  620.  F.  ovina  Schrad.  das.  319.  F.  ovina  f.  dnriuscula 
Koch  das.  9-38.  F.  duriuscula  Linn.  das.  Sm.  Fl.  brit.  I.  115.  Rei- 
chenb. f.  1538.  Engl.  bot.  t.  470.  Host  das.  t.  83.  F.  strieta  Host 
t.  86.     F.  birsuta  Host  t.  85  (behaarte  Form).     F.  dura  Host   t.  87  (kleinere 

Leliaarte    Form). 

li.b.   glauca.     Her  blaugriine.     RIaugrün,   Blätter  steifer;   Aebr- 
eben nach  dem  Yerblüben   strohgelb. 

Cbl.  ban.  das.  F.  glauea  Lam.  Encyel.  metb.  bot.  II.  4.59.  Schrad. 
das.  322.  Reichenb.  f.  1542.  F.  palleiis  Host  t.  88.  und  F.  panno- 
niea  IV.  t.  62.  Reichenb.  f.  1.544.  u.  f.  1540.  F.  valesiaca  Gaud.  Fl. 
belv.  I.  285.  Reichenb.  f.  1547.  F.  guestphalica  Reichenb.  f.  1543. 
c.c.  mutioa.  Der  unbegrannte.  Aebreben  unbegrannt,  Deck- 
hlättcbcn  stumpflieb. 

F.  ovina  7.  anictbystina  Roch  das.     A.  amethystina  Host  II.  t.  89. 
Reichenb.  f.  1536.     Schrad.  das.  321. 

c.  heterophylla.   Der  verschiedenblättrige.    Halme  höher,  Halm- 
blätter llaeh,   doppelt  so  breit  als  die  "V^'^urzelblätter ;   Rispe  schlaff. 

F.  dnriuseiila  Schrad.  das.  328.     F.  heterophylla  Lam.  Fl.  frane.  Ed.  1. 

II.  600.     Haenck.  in  Jaco.  Coli.  II.  93.     Roch  das.  939.     Host   das. 

III.  t.  18.     Yaill.  Bot.  paris.   t.  18.  f.  6.     F.  ueinorum  Leys.  Hall,  naturf. 
Gesellscb.  I.  368.     F.  rubra  v.  sylvatica  Chi.  ban.  621. 

Auf  Weiden,  Triften  und  Heiden,  auf  magcrm  oder  sandigem  trocke- 
nem Boden,  borstweise  und  rasenartig  allgemein  verbreitet;  b.  weniger 
häufig,  gern  in  Steinbrüchen  und  an  Waldrändern,  c.  in  lockern  Hor- 
sten in  liebten  Hainen;  die  bläulichen  Formen  der  Hauptart  und  b.  an 
Kalkbügelu,  Felsen  und  im  Ries  au  Flussufern.  Mai,  Juni.  —  Juli, 
August. 

Wurzel  aus  zalillosen,  «lurcli  einander  gesclilängelfcn ,  Laarförmigen  Fasern  hestcbend. 
Halme  aus  gebogener  IJasis  zu  dicbten  ßiiscbeln  emporsteigend,  spannelang.  Blätter  fein 
liorstcnföriiiig,  '/s — Vi  *"  '""S  "'*  *''*'  Ualme,  «eich,  gerade  oder  beugig,  auf  troekrncn 
Hügeln  kürzer,  bärilich  und  oft  fast  einseitig  gekrümmt.  Rispe  kurzästig  und  sclimal. 
Aebreben  kabl ,  oder  gegen  die  Spitze  der  Deekblättcben ,  seltener  ganz  kurz  bebaarl.  Die 
Spielart  b.  1—1'/./  buch,  Halmblälter  kaum  breiter  als  die  AVurzelbliitler ,  Rispe  aufrecbl, 
öfterer  )>ebaart  als  ganz  kabl.  —  Die  Wurzel  treibt,  meinen  erneuerten  Beobacbtungen  nacb, 
auf  steinigem  Rüden  allerdings  seitlich  abweichende  schwache,  f  a  d  e  n  f  ü  r  m  i  g  e  ,  1  —  "Z" 
lange  Sprossen,  die  sich  alsbald  wieder,  BUtlerbüsehel  und  Halme  tragend,  nach  oben 
«enden  und  daher  leicht  im  dicken  AVurzelbüschel  verstecken,  aber  bestimmt  sich  wahrneh- 
men lassen,  wenn  man  solchen  auseinander  zupft.  Ries,  so  wie  später  erhaltene  vollständige 
englische  Ejcmplare  erweisen,  dass  F.  diniuseula  Engl.  bot.  t.  470.  dennoch  hierher  und 
nicht  zu  F.  rubra  gehört.  —  Die  Spielart  c.  lässt  dasselbe  Verhalten  des  AVurzclwachs- 
thums  wahrnehmen,  wenn  der  bnmosc  Waldboden,  auf  welchen  sie  meistens  TOrkommt ,  mit 
Stein    gemengt   ist.       Halme    bis    'i'/j'   hoch,    Halmblätter   bis    V"   breit. 

3.     F.  rubra*     Mother  Schwingel.     Rispe  abwechselnd 

2 -zeilig,    offen,    straff,    nacb   dem   Rlüben    zusammengezogen,    Aebreben 
4 — 5 -blutig;  äussere  Deckblättchcu  laug -lanzettlich  in  eine  kurze  steife 

42» 


660  GRAüniNEAE.  Festuoa. 

Granne  zugnspitzt;  WiirzelMättcr  zusainniengerollt-horstlicli,  Ilalnihlät- 
tcr  flach  oder  rinnig;    V'^'^iirzel  kriecliend. 

LiNN.  Sp.  pl.  lOy.  Chi.  hau.  621.  Koch  Syn.  II.  939.  Reicuenb.  Ic. 
1.  1557.      Host    Gram,  auslr.  II.    t.  82.      Engl.  hol.    t.  2056  (AehrcLen  ci«as 

k«r.haarig). 

b.  latifolia.  JDer  breitblättrige.  Halm  beträchtlich  höher,  Blät- 
ter weich,  Halmhlälter  breiter;  llispe  verlängert,  Aehrchen  meist  6- 
bliitig. 

Chi.  han.  das.      F.  rubra  ß    Schrad.  Fl.  germ.  I.  33Ü.      F.  nemorum 
Reichenb.  Fl.  sax.  36.     Ic.  f.  1558. 

c.  villosa.  Der  iveichhaarige.  Halm  mittelhoch  oder  niedrig, 
Halmblätter  meist  eingerollt,    Aehrchen  weich  behaart. 

Chi.  han.  das.     F.  arenaria   Osbeck  in  Retz.   Suppl.  fl.  scand.  I.  4. 

d.  Htoralis.  Der  strandständiye.  Halme  mittelhoch  oder  niedrig, 
nebst  den  eingerollten  Blättern  blaulieh,  später  strohgelb;  Rispe  schmal 
und  steif. 

Chi.  han.   das.      F.  dunietorum    Fr.    Summ.   veg.  Scand.  246   (ol>   nucli 

LlNN.    ist   srluverlicli    7.11    ciilscliciden).       F.  glauca    Fl.    dan.    t.  1628. 

Aul"  Triften,  schlechten  Wiesen  und  Heiden,  auf  magerm  tronhenem 
meistens  sandigem  Boden,  horstweise  häufig;  b.  meistens  an  Waldrän- 
dern, auch  in  lichten  Waldungen  auf  etwas  hiimushaltigem  Boden;  c. 
besonders  am  Meeresstrande  auf  Sandboden  ;  d.  am  L'ntcrlauf  der  Ströme 
so  weit  die  Flut  geht,  am  Meeresstrande  und  auf  den  Inseln.  Juni  bis 
August.  —    August,  September. 

Von  «Icn  Spielarten  li.  um!  c.  der  votbergelienden  Art  nur  zu  untersclicldeii  durch  die 
wiiklieli  kriechende  Wurzel,  deren  Stocksprossen  so  dick  als  die  Ilalmbasis  sind,  durch 
mehr  gradstreckigc  fast  et>vas  siechende  Blätter,  die  straffere  meist  sleiCc  Rispe  und  längere 
Bliitendeckhlättchen.  —  Die  Spielart  b.  ,  in  ihrer  ganzen  Bildung  der  Spielart  c.  von  F. 
ovioa  analog,  3  —  3'/.^'  hoch,  die  Halmhlätter  his  2'"  lireit,  die  Rispe  aber  gestreckt  (nicht 
schlaff  und  nickend)  wenn  auch  gegen  die  Spitze  wohl  etwas  beugig.  —  J>ie  Spielarten 
c.    und    d.    von    4"   bis    1'    hoch,    letztere    durclf  Gesamnitansehen    und    Färbung   ausgezeichnet. 

ff      Blätter   flach.       Bl  a  t  thä  u  t  eben    gestutzt    oder    länglich,     nicht  'i-lappig. 

4.  F.  elatior.  Moher  Schwingel,  Rispe  einseitig,  we- 
nigästig. Aeste  3  —  4-ährig  mit  hürzern  1 — 2 -  ährigen  IMebenästen,  Aehr- 
chen länglich  -  lineal  ,  5  —  10  -  blutig  ;  äussere  Decliblättchen  länglich, 
stumpflich  oder  spitz,  grannenlos  oder  an  der  Spitze  kurz  begrannt; 
Blätter  lanzettförmig -lineal. 

LlNN.  Fl.  suec.  32  (nach  Ausweise  von  EllRHART  zu  LiNNEs  Zeit  in  Lpsala  ein- 
gelegter Exemplare).  Chi.  han.  62:2.  RocH  Syn.  II.  943.  Host  Gram,  austr. 
II.  t.  79.  F.  pratensis  Huds.  Fl.  angl.  Ed.  I.  37.  Reicuexb.  Ic.  f.  1565. 
Fl.  dan.  t.  13-23.     Engl.  bot.  t.  1592. 

b.    loliacea.      Der    lolchartige.      Aehrchen    2 -zeilig    an    einlacher 

Spindel,  untere  gestielt,   obere  sitzend. 

F.  loliacea  Huds.  Fl.  angl.  Ed.  I.  38.     Chi.  han.  623.     Koch  Syn.  II. 

943.     Reichenb.  Ic.  f.  1566.     Engl.  bot.  t.  1821. 
Aufwiesen,    auf  humosem    oder   nassem  Boden,    häufig;    b.  mit   der 
Hauptart,  nicht  häufig  und  nicht  beständig.     Juni,  Juli.  —   August,  Sep- 
tember. 

Wurzel  faserig,  bald  ohne  bald  mit  Stocksprossen.  Halme  2  —  3'  hoch,  nebst  den 
Blättern    glatt.       Blatthäutchen    sehr    kurz,    gestutzt    auch    wohl     ausgerandct.       Rispe    6  —  8" 

elatior  vorkommende  ährige  Form 
ästige  Form  (v.  ramosa),  wodurch 
en  Arten  als  Aarietälen  auf,  weil 
ittchen    nud     bin-    und    hergebogene 


lang,    scharf.       A. 

■brchen    w 

eissli 

chgrüu. 

oft    lila    angelaufe. 

Bemerk. 

In    der 

Chio 

ris    führte    ich    die    von   F. 

(v.    subspieata)    so 

wohl,    als 

die 

vou  F.  lo 

liacea   angelrollenc 

beide    Arten    in    eine    zusani 

menfl 

liessen,    i 

inter    den    benannt 

mir   F.   loliacea   v. 

ramosa 

durch 

slun.pfli 

che    Bli.tendeckblä 

Festuca.  GRAmiMEAE.  661 

Spindel  nocli  einen  geringen  UnlerscliieJ  von  F.  elatior  v.  suhsjiicata  ilaitiiliieten  scLicn.  lui 
J.  18-38  traf  ich  zwischen  Osnahrücfc  iiiid  xOlJendorf  die  entschiedensten  Übergänge  beider 
vermeintlichen  Arten  in  niannichl'achen  Abstufungen,  so  dass  kein  Zweifel  über  ihr  Verwandt 
■  schaftsverhaltniss  mehr  Statt  finden  kann.  Eine  ßastardbildung  zwischen  F.  elatior  und  Lo- 
lium  perenne  anzunehmen,  ist  meiner  Ansicht  nach  gar  kein  Grund  vothauden.  Wahre  Ver- 
wandtschaft mit  Lolium  findet  nicht  Statt,  die  Ähnlichkeil  liegt  nur  im  Habituellen,  wäh- 
rend die  wesentliche  Bildung  mit  F.  datier  übereinkommt.  Auch  habe  ich  jene  Meinung 
durch  das  Consortium  nicht  bestätigt  gefunden.  Das  Taubblei!>eu  der  Blüten  auf  nassem 
Boden    tritt  auch   bei    F.   elatior   und    F.   arundinacea    nicht    selten    ein. 

5*  F.  arundinacea*  Mohrartiger  Schwingel»  Rispe 

weitschweifig,  nickend.  Aeste  spater  überhangend,  Aelirchen  länglich, 
4  —  3 -blutig;  äussere  Deckblättchen  lanzettlich,  an  der  Spitze  kurz  l»e- 
grannt  oder  grannenlos;    Blätter  lanzettförmig -lineal. 

ScHREB.  Spio.  fl.  lips.  57.  Chi.  han.  622.  Koch  Syn.  II.  943.  IIei- 
CHENB.  Ic.  f.  1568.  F.  elatior  Sm.  Fl.  hrit.  I.  124.  Engl.  bot.  t.  1593. 
Bromus  litoreus  Retz.  Fl.   scand.   140.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  8. 

An  Teich-  und  Flussufern,  zwischen  Gebüsch,  auch  an  Gräben,  auf 
nassem  oder  schlammigem  Boden,  häufig.     Juni,  Juli. —    August,  Sept. 

Fast  doppelt  so  hoch,  stark,  und  breit  in  Blättern  als  die  vorhergehende  Art.  Rispe 
oft  1'  lang.  Aehrchen  dagegen  fast  kürzer  und  breiler,  der  eiförmigen  Gestalt  sich  nähernd. — 
Beide  Tflanzen  stehen  sich  so  nahe,  dass  fortgesetzte  Beobachtungen  darüber  wünschensweriL 
werden,     ob    nicht    lelztcrc    nur    eine    grossere    Spielart    der   erstem    sey. 

6.  F.  borealii«.  Nördlicher  Schwingel»  Rispe  weit- 
schweifig, vielästig,  später  nickend,  Aehrchen  länglich,  4  —  5-blütig; 
äussere  Deckblätt('heii  5 -nervig,  mit  3- zähnig  geschlitzter  Spitze  und 
einem  kurzen  die  Basis  umgebenden  Haarbüschel. 

Mert.  u.  Roch  Deutscbl.  Fl.  I.  664.  Rocu  Syn.  II.  942.  F.  arundi- 
nacea LiLjEBL.  Svensk  11.  11.47.  Svensk  bot.  t.  370.  Arundo  festucacea 
WiLLD.  En.  bort,  berol  I.  126.  Schedonorus  arundinaceus  Rom.  et  Schult. 
Syst.  veg.  II.  7(X).  F.  donacina  Wahlenb.  Fl.  suec.  T.  64.  Scolochloa 
festucacea  Lk.  Reicuenb.  Fl.  exe.  42.  Ic.  f.  1573.  Donax  borealis  Trin. 
Fund.  156.     GKceria  arundinacea  Fr.  Nov.  Mant.  II.  8. 

In  Flüssen  und  Seen,  Ins  jetzt  nur  Hl.  bei  der  Stcinschleuse  am 
Eiderkanal  bei  Friedrichsort.     Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Gesammlanschen  der  F.  arundinacea;  nur  die  Aehrchen  kleiner.  Wurzel  kriechend. 
Halme  h  —  6'  hoch,  gegen  die  Basis  mit  (juirlformigen  fiederästigen  Wurzelfascrn  au  den 
Gelenkknoten.  Blätter  steif,  4  —  5"'  breit,  am  Rande  scharf,  Blatthäutchcn  vorgezogen» 
länglich,  am  Rande  zerschlitzt.  Rispe  '■^|^  —  1'  lang,  locker.  Aehrchen  an  der  obern  Hälfte 
der  Aeste  und  kurzer  rSebenäste  etwas  entfernt  stehend.  Beckblätter  fein  zugespitzt,  fast 
so  lang  als  die  untern  Deckblättchen  (aber  nicht  so  lang  als  das  Aehrchen,  wie  FRIES  will). 
Spitze  der  äussern  Deckblättchen  unregelmässig  3-  auch  4-zähnig,  der  inneren  2- zähnig. 
Härchen    der    Basis    sehr    kurz. 

Bemerk.  I>>e  Deekblältchenbildung  weicht  nur  dadurch  unbedeutend  von  jener  der 
vorhergehenden  Art  ab,  dass  die  beiden  seitlichen  der  3  Hauptnerven  etwas  höher  hinauf- 
laufeu,  indem  sie  in  die  beiden  Zähnchen  der  wie  an  jener  gespaltenen  Spitze  treten,  deren 
dritten  mittlem  Zahn  der  vortretende  Sliltelnerv  bildet.  Wenn  die  unbegrannlc  Form  der 
F.  arundinacea  anfängt  eine  kurze  Granne  zu  treiben,  so  erscheinen  deren  Deckblättchen  eben- 
falls 3-zähuig.  Die  Trennung  in  eine  besondere  Gattung  scheint  daher  um  so  weniger 
motivirt,  da  beide  der  gesanimteu  Bildung  nach  einander  so  nahe  stehen,  dass  man  sie  auf  den 
ersten  Blick  kaum  unterscheidet.  —  FR.  Summ.  veg.  247  ist  anderer  Meinung,  indem  er 
unsere  rflanzc  mit  dem  7fen  Gattungsnamen  „Fluminia«  beschenkt,  und  7  Puncle  hinzufügt, 
wodurch    sich    diese    Gattung   von    Fesluca    unicrscheldet. 

S*.  F.  gigantea»   B.iesenSchwingel»    Rispe  vyeitschweifig, 

nickend,  Aeste  später  überhängend,  Aehrchen  schmal  länglich,  meist  5- 
(3  —  8)  blutig;  äussere  Deckblättchen  an  der  Spitze  begrannt,  Grannen 
doppelt  länger  als  diese,  geschlängelt;   Blätter  breit  lineal. 


662  GRAMINEAE.  Brachypodinni. 

ViLL.  lIJst.  d.  pl.  d.  Danpli.  II.  110.  Koch  Syn.  II  942.  Engl.  bot. 
t.  1820.  Bromus  gigantcus  Li\n.  Sp.  pl.ll4.  Chi.  lian.  617.  Reichenh. 
Ic.  f.  1G02.     Host  Gram,  aiistr.  I.  t.  6.     Fl.  daii.  t.  1630. 

b.  triflora.     Her  dreiblütige.     iMcdriger;  Blätter  sclimäler;  Rispe 
liüizci'ästig,    Aelirchen  meistens  3-J»lütig. 

Chl.han.das.    Koch  das.    B.  tiifloiiis  Linn.  das.  115.    Engl.  bot.  1. 1918. 
In  Wäldern,  Hainen  nnd  z>\ischen  (rcbüsch,  auf  schattigem  huniosem 
Boden,    häufig;    b.  daselbst   an  schattigen  Stellen.      Juni  bis  August.  — 
August,  September. 

Wurzel  faserig,  hisweilcn  Stoeksprosscn  (reil>eiul.  Halme  3  —  ö'  liocli.  Blädcr  liis 
V2"   Lreit,    hell    grasgrün.       llispe   vielasllg,    6  —  8"   lang. 

S.   F.  isylvatica.    JFaldSchivingel»    Rispe  weitschweifig, 

aufrecht,  nach  dem  Blühen  schwach  nicliend,  Aeste  fadenförmig  gespreizt- 
vielästig,  Aehrchen  länglich,  meist  3 — 4-  (2 — 5-)  blutig;  äussere  üech- 
blättchen  unbegrannt,  schmal  lanzettlich,  zugespitzt  5-nervig  mit  3  stär- 
l;ern  Nerven;  Blätter  breit  lincal. 

YiLL.  Bist.  d.  pl.  d.  Dauph.  II.  105.  Chi.  han.  623.  Kocu  Syn.  II. 
941.  Reichenb.  Ic.  f.  1562.  F.  calamaria  Sm.  Fl.  brit.  I.  121.  Host 
Gram,  austr.  IV.  t.  60.     Poa  trinervata  Schrad.  Spie.  3.     Fl.  dan.   t.  1145. 

Engl.    bot.    t.  1005.  Wenn  die  AViirzel    stärkere  Sfoel.sprossen    treibt:     F.   drymeia 

Mert.  u.  Koch  Deutschi.  Fl.  I.  670.  Roch  das.  942.  Chi.  han.  das.  F. 
sylvatica  Host  das.  II.  t.  78. 

In  Bergwaldungen  und  Hainen,  auf  schattigem  humosem  tiefgründi- 
gem Boden,  in  der  IVähe  von  Felsen  oder  Gestein,  im  mittlem  Gcbiets- 
theile,  kleintruppweise  oder  einzeln  ziemlieh  häufig,  gegen  ]>orden  und 
Süden  abnehmend.     Juni,  Juli. —    August,  September. 

W^arzel  scliwaeli  oder  stark  Sfocksprossen  treibend.  Halme  scliwacli,  3  —  4'  liocli. 
Blätter  4  — .'}'"  breit,  anfänglieli  stralT,  später  sclilaff.  grasgrün,  oft  mit  blänlitbem  Diifl. 
Kispc  5  —  G"  k"igj  bald  niclir  bald  weniger  vielästig.  Aesle  und  Aestcben  fast  haarfein. 
Aehrchen   hellgrasgrün. 

Bcmcrl».  Uie  schon  Chi.  624.  erörterte  Meinung,  dass  F.  dr\mei.i  nicht  spcci- 
fisch  von  F.  sylvatica  verschieden  scy ,  indem  auch  diese  unter  Umständen  Stocksprossen  trei- 
be, ist  dnrch  fortgesetzte  Beobachtungen  beslätigl  worden.  Aneb  DüLL  Bbein.  Fl.  79. 
fand   die   Wurzel   der   F.  sylvatica   mit   ganz    kurzen,   den   Rasen   vergrässernden   Ausläufern. 

GM  n^MR»Z.ICnM8. 

ÖTConontiSCheS»  A.2.  ist  ein  vorzUrjUches  Schaffutter  und  eifjuet 
sich  daher  in  sandi(jen  Getfenden  zur  Anlcyunri  von  ff^^eiden,  wie  nicht 
minder  als  Untcrijras  zur  liesattuuif/  solcher  fliesen,  die  nicht  beviäs- 
scrt  werden  können.  A.  3.  ist  ein  erfjiebifjes  Schaf'f'utter.  A.  4.  tjehört 
zu  den  vorziiijlichsten  fViesenijräsern  und  empfiehlt  sich  iiir  Anler/unf/ 
von  ßf^'iesen  auf  humosem,  müssiff  feuchtem  Hoden,  auf  welchen  es  als 
Obertjras  2  —  3  Mal  für  Rindvieh  und  Pferde  qemähct  werden  kann. 
A.5.  ist  bei  fjleicher  yorzüfjlichkeit  auf  nassem  Boden  noch  erfjiebir/er, 
auch  auf  ihonir/em  hultcm  Boden  ist  sie  noch  zu  empfehlen.  A.  7 .  eifjnet 
sich  auf  fValdwiescn  und  schuttitje  Plätze,  jedoch  muss  sie  vor  der 
Reifzeit  gemähet  iverden.  Auch  zur  Gründüntjunf/  ist  sie  in  neuern  Zei- 
ten vorf/eschlacfen. 

3S.     BRACHYPODIIJ]?!.     ZWJEJVMJE, 

Fall.  d.  Beauv.  Agrost.    100.   t.  XIX.   f.  3. 

Traubegegenslänilis;,  2-zeiHg.  Aelircben  einzeln,  kurz  ge- 
stielt:, an  vierkantiger  Spindel  fast  walzenförmig,  5  — niehrhlüfig. 
Aeussere  Deckhlaltehen  auf  dem  Kücken  abgerundet,  an  der 
Spitze  begrannt.  Kornfrucht  mit  dem  Deckblätteben  verwacb- 
send.    Gctcbl.  Syst.  III.  2. 


Bronius.  «RAJUIMEAE.  663 

Melirjiilirige,  flachblättrige  Gräser.  AelircLcn  abwechselnd  von  ein- 
ander entfernt  stehend.  Spindel  gegliedert.  Geschlechtsdeche  aus  2 
Schuppen  bestehend. 

t.    B*  piiinatiini.     Gefiederte  XwenTee.     Traube  viel- 

ährig,  gestreckt;  Granneu  sämnititch  kürzer  als  ihr  Deckblättchen ;  Wur- 
zel kriechend. 

Pall.  d.  Reauv.  Agrost.  101.  Koch  Sjn.  944.  REICHE^B.  Ic.  f.  I37G. 
Triticum  pinnatuni  Moncu  Enum.  pl.  Hass.  inf.  53.  Chi.  han.  612.  Bro- 
mus  pinnatus  Liinjj.  Sp.  pl.  115.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  22.  Engl.  bot. 
t.  730. 

Auf  grasigen  Hügeln,  an  Waldrändern  und  Wegen,  auf  trockenem 
lehmigem  und  humushaltigera  Boden,  hauiig.  Juni,  Juli.  —  August,  Sep- 
tember. 

Halme  steif  aiifrecbl ,  2 — 4'  liocl.  Biälter  etwas  steif,  kurz,  lineal ,  zugespitzt,  gelb 
licbgriin.  .Scheiden  kabl ,  seltcu  iiuterc  etwas  bebaart.  Spindel  der  Aehre  später  hin-  und 
hergeliogen.  —       Yariirt   wie    die    folgende   Art    mit    hahlen    und    behaarten    Aebrchen. 

Ä.  B.  SylvatiCUlll.  If^ald-  Xwen^e.  Traube  vielährig, 
schlank  und  nickend;  Granne  der  obern  Blüten  länger  als  ihr  Deckblätt- 
chen; W^urzel   faserig. 

UÖM.  et  Schult.  Syst.  veg.  II.  741.  B.  gracile  Beichenb.  Ic.  f.  1373  — 
1375.  Triticum  sjlvaticum  Mönch  Enum.  pl.  Hass.  inf.  54.  Chi.  han. 
612.  Bromus  sylTaticus  Pall.  Hist.  pl.  palat.  I.  118.  Host  Gram,  austr. 
I.  t.  21.     Engl.  bot.  t.729.     B.  pinnatus  ß.  Linn.  Sp.  pl.  115. 

In  Hainen,  zwischen  Gebüsch,  an  Waldrändern  und  Hecken,  häufig. 
Juni,  Juli.  —    August,  September. 

Halme  .3  —  4'  hoch.  Blatter  schlaff,  länger  als  an  A.  1.,  gesättigt  grün.  Blattschei- 
den   abstehend    behaart.       Achrehen    kürzer. 

Öleonomisches»  Beides  nahrreidie  Futteryräser ,  die  anrjebnuel 
auch  auf  trockenem  Boden   fortkommen. 

39.    BROIfllJS.     vnmsPM, 

LlNN.    Gen.    n.  89. 

Rispe,  seltener  Traube.  Aehrchen  vielbliitig,  länglich  und 
zugespitzt  oder  fast  walzenförmig.  Aeussere  Deckldätlciien  ge- 
kielt oder  gcnölbt,  unter  der  oft  gespaltenen  Spilze  begrannt, 
selten  nur  stachelspilzig.  Griffel  sehr  kurz,  unterhalb  der  be- 
haarten Spitze  des  Fruchtknotens  eingesetzt,  hornfrucht  mit 
dem  innern  Deckblättchen  verwachsend.     Geschl.  Syst.  III.  Z. 

Ein-  (Art.  8.  9.),  1-  oder  2-  (Art.  1—4.)  oder  mehrjährige  (Art.  5— 7.) 
Gräser  mit  flachen  Blättern.  Rispen  olTen  oder  traubig  zusammengezo- 
gen ,  Aebrchen  gestielt,  Spindel  gegliedert.  Geschlechtsdccke  aus  2 
ganzrandigen  Schuppen  bestehend. 

j-      Fraebtährcben    nach    oben    schmäler.       Ä  u  s  ser  e  s   D  eckbla  1 1   3 — j-nervig. 

Inneres    h  —  mehrncrvig.      Inneres   Deckblättchen   am    Rande   kammformig 

gewimpert. 

f.     B.   Necaliiiiis.     Moggen- Trespe.     Rispe  offen,   zur 

Reifzeit  nickend,  Aehrchen  eiförmig- länglich ,  zusammengedrückt,  kahl, 
Blüten  zur  Reifzeit  rundlich  und  locker  stehend;  Deckblättcheu  breit 
oval,  äussere  unter  der  Spitze  stachelspitzig  oder  kürzer,  selten  so  lang 
als  sie  selbst,  begranut;  Blätter  zerstreuet  behaart,  Blattscheiden  kahl. 
LiNN.  Sp.  pl.  112.  Chi.  han.  615.  Beichenb.  Ic  f.  1600  u.  1601  {ß.  .H- 
vergcns).  Host  Gram,  austr.  I.  1. 12.  Fl.  dan.  1446.  Engl.  bot.  t.  1I7I. 
B.  secalinus  y.  vulgaris  Kocu  Syn.  II.  945. 


664  GBAniNEAE.  Bromus. 

b.  multiilonis.  JDte  vielblütige.  Aehrclien  grösser,  Blüten  zahl- 
reicher, länglich,  länger  Legrannt,  zur  Fruchtzeit  von  einander  wei- 
chend. 

B.  segetalis  A.  multiflorns  Döll  Rhein.  Fl.  73.     B.  segetalis  a.  grossus 
Koch  das.     Reichenb.  Ic.  f.  1594  (B.  multillorus). 

C.  velutinus.  Hie  sammetartige.  Aehrchen  grösser,  Blüten  zahl- 
reicher,   länger  begrannt  und  schärflich  behaart. 

B.  secalium  ß.  vclutinus  Kocu  das.      B.  velutinus  Schrad.  Fl.  germ. 
I.  147.     B.  niultiflorus  S.m.  Fl.  brit.  I.  126.     Engl.  bot.  1. 1884.      Rei- 
CHENB.  Ic.  f.  1596  (B.  multifl.  velut.). 
Auf  Aeckern,  besonders  unter  Roggen,  ohne  Fnterschied  des  Bodens, 
oft  schaarcnweise  allgemein  eingebürgert;  b.  seltener;  c.  nur  im  südlich- 
sten Theile  des  Gebiets  und  auch  hier  selten  {Pr.  Naumburg — ;  Pr.  fV. 
Uöxter,  Dortmund — ).     .Mai  bis  Juli. —    Juli,  August. 

Halme  1 '/j  —  3'  iocli.  Blalter  oberseits,  besonders  gegen  den  Rand  bin,  spärlicli  be- 
baart  ,  breiter  als  an  den  nachfolgenden  Arien  dieser  Abtbeilung.  Rispe  lebbaft  grün. 
Aebrcben  kabl   oder  etwas  bebaart.      Gegenstandige  Blüten  mit  den  Randern  sieb  nicbt  deckend, 

äussere   Deckblätlcben    7-ncr>ig,     bis^reiien     selir    kurz    oder   kaum     begrannt.  b.    und    c. 

durcb  breitere  und  längere  Aebrcben,  mebr  voneinander  tretende  Blüten,  die  lor  der  Reif- 
»eit  mit  den  Rändern  aneinander  liegen,  ancb  wohl  etwas  sieb  decken,  und  Grannen  der 
obern    Blüten,    die    länger   als    diese    sind,    ausgezeicbuet. 

Ä.  B.  mollis.  TPeiche  Vre«pe»  Rispe  traubig,  aufrecht, 
nach  dem  Blühen  zusammengezogen,  Aehrchen  eiförmig -länglich,  viel- 
blütig,  wenig  zusammengedrücht,  weichhaarig,  Blüten  gedrängt;  Deck- 
blättchen breit  oval,  Granne  gestreckt,  etwa  so  lang  als  ihr  Deckblält- 
chen;    Blätter  und  ßlattscheiden  stark  behaart. 

Link.  Sp.  pl.  112.  Chi.  han.  614.  Hoch  Syn.  U.  946.  Reichenb.  Ic. 
f.  1592.     ScuK.  Handb.  I.  T.  16.     Host  Gram,  austr.  I.  1. 19  (Form  mit  sehr 

iusjmmengezogener  straffer  Rispe,  wie  sie  seltener  vorkommt).  Fl.  dan.  t.  1324  (ge- 
vvöbnlicbe   Form).       Engl.    bot.    t.  1078    (desgl.). 

Auf  "Wiesen,  Grasplätzen  und  an  Aeckcrn,  auf  trockenem  Boden, 
allgemein  verbreitet.     .Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Halme  1 '/j'  boch ,  zwergige  mit  1  —  3  Aebrcben  nur  4  —  6"  hoch,  meistens  steif  auf- 
recht, Knoten  zottig.  Blühende  Rispe  stets  straff  aufrecht,  fruchttragende  an  der  Spitze  oft 
etwas  gebogen,  Aehrchen  an  normal  ausgebildeten  Exemplaren  h  bis  9 -blutig  (12  —  14- 
blütig,    wie    Reichenbachs   Abb.    sie   darstellt,    sah   ich    sie   nie). 

Bemerk.  B.  mollis  unterscheidet  sich  von  B.  raccmusus ,  ausser  der  nnwesentlichcn 
Uaarbekleidung,  die  sich  bisweilen  grösstcntheils  verliert,  durch  mehr  SteiBgkeit,  untere 
kürzere  Aeste  der  Rispe,  etwas  grossere  und  >ollblütigere  Aehrchen.  Er  steht  zu  diesem 
also  in  dem  Verhältnisse,  in  welchem  B.  velutinus  zu  B.  secalinus  steht,  welche  man  bereits 
allgemein  zu  einer  Art  »ereinigt  hat.  —  Dass  dies  auch  das  Resultat  fortgesetzter  Beob- 
achtungen hinsichtlich  jener  beiden  der  Fall  sejn  wird,  ist  um  so  mehr  zu  erwarten,  weil 
sämmtlicbe  erwähnten  Unterschiede  keines» eges  constant  sind,  sondern  häufig  zur  Bildung 
von  B.  racemosus  binüberschwanken ,  sobald  B.  mollis  auf  bessern  etwas  feuchten  Boden  über- 
geht. An  der  Spitze  2  -  zähnige  Deckblätlcben,  wodurch  ScilRADEK  B.  mollis  von  B.  ra- 
cemosus trennt,  kommt  .bei  letzterm  ebenfalls  vor,  and  zwar  nicht  selten  mit  gantspitzigen  in 
derselben   Rispe. 

3.    B.  racemosus«    Vraubige  ODrespe»    Rispe  traubig, 

schwach  nickend  und  nach  dem  Blühen  zusammengezogen.  Ährchen  läng- 
lich-eiförmig, wenig  zusammengedrückt,  kahl,  Blüten  gedrängt;  Deck- 
blättchen umgekehrteirund -oval,  Granne  gestreckt,  etwa  so  lang  als  ihr 
Deckblättchen;  Blätter  und  untere  Blattscheiden  zerstreuet  behaart,  sel- 
tener fast  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.ll4.     Chi.  han.  615.     Koch  Syn.  II.  946.     Reichenb.  Ic. 

f.  1590.      Engl.    bot.    t.  1079   (wenigährige   Form). 

b.   commatatus.     JDie  schlankährige.     Aehrchen  länglich,   Blüten 


Bronius.  GBAJÜISEAE.  665 

zahlreicher,    oval;    Blätter  und  untere  Blattscheiden  meistens    stärker 

behaart.  ,  ,    ,  ,  ^.  -, 

B.  commutatus  Schrad.  Fl.  germ.  t.  353.      Chi.  han.  das.      KocH  das 
Reiche>b.  Ic.  f.1.589.    B.  pratensis  Ehrh.  Calam.  n.  116.    Eng;!,  bot.  t.yüU 

(B.  arvensls,    in    Sm.   Comp.   fl.  brit.    Ed.  III.   19    als    B.  pratensis    corrigirt). 

c.  patalns.     nie  schlaffe.     Rispe  lang-  und  zartästiger,  daher  stär- 
ker nickend.  Blüten  schmal  oval,  locker,  Grannen  et^vas  sperng-heugig. 
B.  commutatus  v.  patulus  Chi.  han.  das.     B.  patulus  RocH  das.  (nach 
Exemplaren  von  Rocu).     Beicuenb.  Ic.  f.  1588.     B.  multiflorus  UosT  Uram. 
austr.  I.  t.  H. 
4uf  AYiesen    und  Grasplätzen,    auf  frischem   etwas    humosem  Boden 
allgemein  verbreitet;    b.  und  c.  vorzüglich  an  Ackerrainen ,   >^  egen  und 
auf  ickern,  auf  magerm  trockenem  Boden,   weniger  häufig.     Mai,  Juni.— 
Juli,  August. 

Halme  1'  V  hoch,  .«ergige  mit  1  —  3  Aehrchen  n,.r  4  —  6"  hoch,  nlcLt  sle.f,  rae.slens 
et«as  hogig  ansteigend.  Blühende  Rispe  mit  meistens  langern  und  feinern  Aesten  als  die 
,on  A.-2.,  bald  mehr  bald  weniger  nickend.  Aehrchen  .5  —  10  -  blutig.  Die  Spielart  b. 
hat  et>.as  schmälere  und  längere,  meist  9— U-blütige  Aehrchen:  die  Spielart  c.  ist  .n 
allen  Theilen  schlanker  nnd  schlaffer,  die  noch  etwas  schmälern  Aehrchen  sind  bald  toU- 
/9_12-)  bald  wenig-  (4—6-)  hlütig,  die  Blüten  stehen  locker,  und  hiuBg  sondern  sich 
die  untern  2  —  3  einerseits  etwas  ab  und  bilden  ein  scheinbar  lappiges  Aehrchen.  Die 
Grannen  stehen  bald  gerade,  wie  an  der  Hauplform  und  b.  (so  bildet  sie  REICHERE,  auch 
Host  ab,  die  Koch  a.a.O.  citirt,  obgleich  es  in  der  Diagnose  heisst :  „aristis  matur.tate 
ditaricato-reüeiis«),  bald,  besonders  auf  magerm  Boden  nnd  in  sonniger  Lage ,  »eichen  sie 
Ton  der  Richtung  ihrer  Deckblattcheu  etwas  nach  aussen  ab  nnd  sind  ein  wenig  wellig.  Diese 
Form  im  Gesammtansehen  sehr  dem  B.  arrensis  sich  nähernd,  ist  ^on  Einigen  irrig  als  dessen 
Spielart  angesehen  worden.  Simmtliche  Formen  kommen  mit  ganz  kahlen,  seltener  (besonders 
südlicher)  mit  «rt  behaarten  Aehrchen,  auch  wohl  mit  behaarten  Puspenästen,  »or.  Die  Haar- 
bekleidung  der  Blatter  und  Blattscheiden  variirt  wie  angegeben,  und  verliert  sich  an  letztern, 
die  unterste  Scheide  nebst  Blatt  etwa  ausgenommen,  biswe.len  fast  ganz.  In  diesem  Zustande 
erfordert  die  Unterscheidung  von  der  langgrannigen  Form  des  B.  secalinus  grosse  Vorsicht. 
Geschichtliches.  Dass  B.  pratensis  EhRU.  .  der  sich  in  dessen  >achlasse  in 
Exemplaren  Endet,  die  meistens  unsere  Spielart  b.  darstellen,  wahrend  einzelne  sich  mehr 
an  die  Hauptart  schliesscn,  hierher  gehöre,  habe  ich  in  Chi.  han.  a.a.O.  nachgewiesen. 
Hier  noch  Folgendes.  Auf  die  Etiquette  eines  dem  verst.  ScHRADER  im  J.  18.J4  zu  schrift- 
licher Abgabe  seiner  Meinung  zugestelltes  vollständiges,  mit  >amen  versehenes  Exemplar  von 
B  patulus  .MeRT.  et  KOCH  schrieb  derselbe:  „Ist  mein  B.  commutatus,  der  aber  —  wie 
aus  den  beiden  milfolgenden  Exempl.  zu  ersehen  ist  —  mit  spiculis  hreviorihus  and  longio- 
ribus.  vorkommt.  Das  Ihrige  nähert  sich  mehr  der  ersten  Form.  In  der  Länge  der  G.annen 
zu  den  glumis  findet  sich  kein  Unterschied,  bei  beiden  sind  die  Grannen  bald  etwas  länger, 
bald  kürzer.  Erstere  Form  habe  ich  erst  später  kennen  gelernt.  In  meiner  Flora  ist  nur 
das  Synonvm  von  ROTH  za  streichen,  von  welchem  ich  kein  vollständiges  Exempl.  zu  sehen 
Gelegenheit  hatte.  HOST  B.  multiflorus  gehört  bestimmt  zu  meinem  commutatus.  A^  as  also 
KOCH  mit  seinem  patulus  will,  begreife  ich  nicht  wohl.  Beide  sind  bestimnit  eine  u-d 
dieselbe  Pflanze."  Diese  HosTsche  Abbildung,  von  ScHRADER  Fl.  germ.  I.  606.  zu  B. 
commutatus  cit.rt,  wird  nicht  minder  von  Kocil  Svn.  II.  948.  zu  B.  patulus  gezogen.  Diese 
vortrefl-lichen  Abbildungen,  nicht  wieder  erreicht  und  in  Wahrheit  unübertrefi^lich,  sind  aber 
der   Art,    dass    sie    keine    Zweideutigkeit    zulassen.  ^         w 

4.  B.  ar%eil8iS.  AcJcer-Vrespe,  Bispe  oflfen,  aufrecht, 
vor  und  nach  dem  Blühen  schwach  nickend,  Aehrchen  lineal- länglich, 
wenig  zusammengedrückt,  kahl,  Blüten  etwas  entfernt;  Deckblattcheu 
länglich -lanzetHich,  Granneu  gestreckt,  etwa  so  lang  als  ihr  Deckblatt- 
cheu, später  schwach  abwärts  gebogen;  Blätter  und  untere  Blatlschei- 
den  behaart.  „         ,,    ^,_      .„  _ 

Li.NN.  Sp.  T)l.  113.  Chi.  han.  616.  Roch  Syn.  II.  947.  Reichhnb.  Ic. 
f.  1587.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  14.     Engl.  bot.  t.  1984. 


666  «BAHINEAE.  Bronins. 

b.    brachystachys.     Die  steijrispige.      Rispe   wenig-ährig,    nicht 
nicl;cii<l,    Aehrehen  meisti.-iis   et>vas   kürzer. 

B.  braehystachys  IIornung  in  lieg.  bot.  Zeit.  XYI.  2.  418.     Koch  Svii. 
II.  947. 
Auf  Aecliern  und  an  Acherraincn,  besonders  auf  niagerm  Boden,  all- 
gemein,  doch  mit  örtlichen  Unterbrechungen,    eingebürgert;    b.  hier  und 
da  (Aschersleben,  Göttingen,   Lüneburg).     Juni,  Juli. —    Juli,  August. 

Hulnic  1 — l'/i'  l'ocli,  Rispe  ausgebreitet  und  vieladrig,  Aelirclicn  häufig  violet  und 
griinselicekig.  —  A'orziiglicli  diircli  die  grosse  vicUsligc  Rispe  und  die  sclimulen  zugespitz- 
ten Aelirelicn  ausgezeiclinel,  variirt  übrigens,  wie  alle  Arien  dieser  Abtbeiliing ,  mit  längern 
und    kürzern,    aiicli    mit   zartliaarigen    Aebreben,    und    in    der   Riebtung   der    Granne. 

■^       F  rucbt  ähreben     oben    und    unten    fast    gleich     breit    oder    oben     schmäler. 

Äusseres    Deckblatt    1-,    inneres   3-nervig.       Inneres    Deckblättchen    am 

Rande    kurz    feinhaarig. 

5.  B.  ai^per.  Scharfe  Trespe,    lUspe  langästig  und  schlaff 

überhängend,  Aelirehen  lincai,  lang  zugespitzt;  äussere  üechblättchen  an 
der  gespaltenen  Spitze  nicht  ganz  so  lang  ^vie  sie  selbst  begrannt;  Blät- 
ter und  untere  Blattscheiden   lang  behaart. 

Murr.  Prodr.  fl.  goett.  4:2.  '  Chi.  hau.  617.  Rocu  Syn.  II.  948.  Bei- 
CHENB.  Ic.  f.  1603.     Host  Gram,   austr.  I.  t.  7.     Engl.  bot.  t.  1172. 

In  Waldungen,  Hainen  und  zwischen  Gebüsch,  besonders  auf  magerm 
Berg-  und  Gebirgsboden,  im  mittlem  und  südlichem  Gcbietstheile  häu- 
fig, gegen  ]\orden  abnehmend  (hier //m.  Beinbeck,  Friedrichsruhe).  Juni, 
Juli.  —    Juli,  August. 

Halme  'A  —  4'  hoch.  Rlälter  bis  4'"  breit,  schlaff  überhängend.  Rispe  6  —  8"  lang, 
scharf,    Aehrehen    7  — 9 -blutig. 

6.  B»  erectiiis»  Steifrispige  Trespe»  Bispe  zusammen- 
gezogen, kurzästig,  steif  aufrecht,  Aehrehen  lineal  zugespitzt;  äussere 
Deckblättchen  an  der  gespaltenen  Spitze  nicht  ganz  so  lang  als  sie  selbst 
begrannt,    ncbenständige  Wurzelblätter  schmäler,   wiuiperig  behaart. 

HuDS.  Fl.  angl.  49.  Chi.  han.  617.  Koch  Syn.  II.  948.  Beichenb.  Ic. 
f.  1604.  Fl.  dan.  t.  1383.  Engl.  bot.  t.  1471.  B.  agrestis  Uost  Gram, 
austr.  I.  t.  10. 

Auf  Triften,  auf  magerm  sonnigem  und  unfruchtbarem  Boden,  im  süd- 
lichen Gebietstheile  hier  und  da  (Pr.  A'ogelsberg  bei  Bennstedt,  INaum- 
burg  auf  dem  Bürgergarten,  Kalkl)erge  bei  Querfurt.  Karsdorf  nnd  Burg 
Scheidungen,  Allstedt,  Wernigerode—;  Pr.  fV.  Höxter,  Münster—; 
Jln.  Bentheim  — );  im  mittlem  und  nördlichem  Gebietstheile  selten  (//h. 
Moringen,  Gartow  an  der  Elbe  — ;  Mk.  Mechow  nnweit  Batzeburg,  an 
mehrern  Orten).     Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 

Wurzel  kurze  Stocksprossen  treibend.  Halme  l'/j  —  2'  hoch.  Blätter  vor  der  Entfal- 
tung gefalzt,  später  rinnig,  halniständige  auch  flach,  unlere  RIattscheiden  kurz  behaart  oder 
kahl.  Rispe  3  —  4"  lang.  —  Eine  mannicbfatli  variirendc  Grasarl,  deren  specifische  Ver- 
schiedenheit   von    der   folgenden    sehr    zwcifelhart   ist. 

'S.  B.  ilierniis.  Grannenlose  Vrespe»  Rispe  zusam- 
mengezogen, kurzäslig,  steif  aufrecht,  Aehrehen  lineal,  zugespitzt;  äussere 
Deckblättchen  mit  Stachelspitze  oder  sehr  kurzer  Granne;  Blätter  mei- 
stens kahl. 

Leyss.  Fl.  hal.  ed.I.  16.  Linn.  Mant.  II.  186.  Chi.  han.  616.  Koch 
Syn.  II.  949.  Scureb.  Gram.  I.  1. 13.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  9.  Fl.  dan. 
t.  180.5. 

An  W^ald-  und  W^iesenrändern,  W^cgen  und  Ackerraiueii,  auf  etwas 
humosem  oder  feuchtem  Boden,  im  mittlem  und  südlichen  Theile  des 
Gebiets  ziemlich  häufig,  im  nördlichen  seltener.  Juni,  «Juli.  —  Juli, 
August. 


Agropyriini.  GRAJUIMEAE.  667 

Wurzel  laiigere  Stocksprossen  treibend.  Blätter  flaeb,  bis  3'"  breit,  übrigens  wie  die 
vorbcrgcbende  Art,  deren  brelterMnllcrige ,  weniger  bebaarle  und  kürzer  begrannte  Form  des 
frucbtbarern    Bodens    sie    wabrscbcinlich    ist. 

f-^f      Äbrcben    nacb    oben    zu    breiter.       Äusseres   Deckblatt     1-,    inneres    3- 
ncrvig.       Inneres    Deckblatt    entfernt    kammförmig    gewimmert. 

8.  Bo  i^terili».  Vauhe  JPrespe»  Rispe  langästig,  schlaft", 
Aeste  an  der  Spitze  üljcrliangcnd ;  Granne  gestreckt,  länger  als  ibr  pfrie- 
menförniiges  Declihlättchen;    Halm  lialil. 

LiNN.  Sp.  pl.  113.  Chi.  han.  618.  Kocu  Syn.  II.  949.  Reichenb.  Tc. 
f.  1583.     Host  Gram,  austr.  I.  1. 16.     Fl.  dan.  1. 1325.     Engl.  bot.  t.  1030. 

An  Felsen,  Mauern,  \^'^egen  und  Ackerrainen,  auf  magerm  unfrucht- 
barem Roden,    truppweise  häufig.     Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 

Halme  1  —  'i'  lang,  kabl  und  gl.itt.  Blatter  gegen  die  Scbeide  zu  lang  behaart.  Ähr- 
eben   scharf,    oft    blass   >iolct   angelaufen. 

9.  B.  tectoriini.  Ifach-Vrespe»  Rispe  langästig.  Äste  in 
Rogen  einseitig  überhängend;  Granne  gestreckt,  so  lang  als  ihr  lineaU 
lanzettliches  Deckblättchen;   Halm  unter  der  Rispe  zarthaarig. 

Li\N.  Sp.  pl.  114.  Chi.  han.  618.  Koch  Sjn.  II.  949.  Reichenb.  Ic. 
f.  1582.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  15.     Fl.  dan.  t.  1806. 

An  Felsen,  Hauern,  Häusern,  auch  an  Wegen,  auf  magerm  unfrucht- 
barem Roden,  truppweise  häutig,  gegen  Nord -Westen  abnehmend.  Juni, 
Juli.  —    Juli,  August. 

Halme  1'  lang,  selten  oben  kabl.  Blätter  und  Blatlscbeiden  behaart,  selten  kahl  wer- 
dend. Äbrcben  behaart  oder  unbehaart  und  schärflich,  seilen  3 -blutig  vorkommend.  Zu 
diesen    Abweichungen    geboren    \.  viUosus    und    v.   triflorus    Chi.    han.    das. 

R.  SquarrOSUS  wird  in  TRENTEP.  oldenb.  Fl.  4"2.  im  Jcierscbcn  wachsend  angegeben. 
Die  Pflanze  wächst  indessen  dort  nicht.  Wahrscheinlich  liegt  der  Angabe  eine  Verwechse- 
lung   mit    B.  racemosus    v.  patulus    zum   Grunde,    den    ich    in  Üstfriesland    und   Oldenburg   nicht 

ÖTeonontisehe»*  Art.l  —  T.  sind  treffliche  Futtergräser,  die  un- 
ter Umständen  den  Anbau  verdienen,  Art.  8.  9.  sind  unerfjiehig.  Von 
Art.  1 — 3.  kann  auch  der  gemahlene  Samen  vortheilhaf't  dem  Mehle  zu- 
gesetzt werden.  Dagegen  sind  aber  auch  Art.  1  — 4.  dem  Acherbaue  oft 
sehr  nachtheilige  Unkräuter,  besonders  die  in  feuchten  Jahren  den  Rog- 
gen nicht  selten  fast  verdrängende  A.  1. 

11.   Gruppe.      HORDEINAi:.      GERSTEN  GRÄSER, 

Ähre,  seltener  einfache  Traube.  Ährchen  3 — vielblütig,  seltener  I- 
blütig,  au  den  Ausschnitten  der  S])iiidel  sitzend  oder  kurz  gestielt.  Grifl'el 
sehr  kurz,   seitwärts  gebogen,  oder  fast  fehlend. 

«O.     AOROPlfRUITI.     atTKCKJE, 

Pall.   d.   Beauv.  Agrost.    101.   t.  XX.   f.  1.  2. 

Aelire  gegenständig j  2- zeilig.  Aehrchen  einzeln,  mit  einer 
Seite  der  Spindel  zusevvandf,  3-  oder  mehrblütig,  znsammen- 
gedrückt.  Dcckblälter  schlank,  zugespitzt,  unffleichhälftig. 
Aeussere  Deckbiäftclien  an  der  Spitze  mit  oder  ohne  Graniie. 
Kornfrucht  vom  äussern  Deckhiättchen  enff  eingeschlossen.  Ge- 
schl.  Syst.  III.  2.  *        * 

Mehrjährige  Gräser.  Aehre  einfach,  Spindel  zähnig  gegliedert,  Aehr- 
chen sitzend  oder  kurz  gestielt.  Deckblätter  nicht  bauchig  wie  bei  der 
Gattung  Triticum;  Geschlechtsdccke  aus  2  meistens  ganzrandigen  gewim- 
perten  Schuppen   bestehend 

1*    i%.  jllilCeiini.    Binsen-QiUecTee»    Aehre  steif,  zur  Frucht- 


068  GHAJniNEAE.  Agropyrnm. 

zeit  zerbrcclilicb,  Aehrclicn  ciitfcnit  stehend,  5  —  8 -Mutig;  Decliltl.itter 
länglitli,  ü — 11 -nervig,  stinnpf;  Dechbiättciien  unbegiannt ;  Blätter  olier- 
seits  liurz  zarlliaarig;    Wurzel  starl;   hriecliend. 

Pall.  d.  Bealv.  Agrost.  102.  Ueicuenb.  Ic.  1".  1394.  Triticnm  junceiini 
LiNX.  Sp.  pl.  108.  Chi.  han.  609.  Koch  Syn.  II.  951.  Uost  Gram, 
austr.  111.  t.33.     Fl.  Jan.  t.  916.     Engl.  bot.  t.  814. 

Am  INord-  und  Ostseestraude  und  auf  den  Inseln,  auf  Sandboden, 
häufig.     Juni  bis  August.  —    September. 

Gellilicli  luceigriin  mit  blhiilicli»  cisscm  Dult.  Halme  1 '/2  —  Ji'  Iiocli.  Biälter  haU  mehr 
liaia  weniger  stell ,  nacli  <ler  Spilzc  zu  stark  ciiigc-ruUt  iinil  slerlicnd ,  untere  Bl.itlscliei<len 
gegen  die  Basis  meist  violet  gelarbt.  Acbre  2  —  4"  lang,  Spinilel  glatt.  —  Vjiriirt  mit 
bcLaarten  Acbrcben  (v.  birtum  Chi.  bau.  610.)  und  mit  doiipelt  schmälern  Blättern  (v.  angu- 
stifolium    Chi.  han.   das.). 

Ä.  A.  acutum.  Schmalblütige  Q,uecTee.  Aebre  ge- 
streckt, zur  Fruchtzeit  biegsam,  Aehrchen  genähert,  5 — 8-blütig;  Deck- 
blätter schmal  lanzettlich,  5— 7-nervig;  Deckblättchen  grannenlos  oder 
kurz  begrannt;    Blätter  obcrscits  scharf;   Wurzel  stark  kriechend. 

llöM.  et  Schult.  Syst.  veg.  11.  751.     Reichenb.  Ic.   t.  1393  (eine  kleine  nahe 

an   li.    sich    schliessendc    Form    darstellend).       Triticum    aCUtum    De    CaND.    FI.   franc. 

M.  282.     Chi.  han.  611.      Kocu  Syn.  II.  952.     Fl.  dan.  t.  1986  (mittelmässig 

und    unvollständig,    indem    nur    eine    faserige    Wurzel    gezeichnet   ist).       T.    litorale    HoST 

Gram,  austr.  IV.  t.  9  (.ortrelllieh). 

b.  decunibens.  JDie  liegende.  Niedriger,  aus  liegender  Basis  an- 
steigend, Blätter  doppelt  schmäler;  Aehre  kürzer;  Deckblättchen  mei- 
stens begrannt. 

Triticum   litorale    Chi.  han.  das.      T.  litoreum    Schumacu.    Enum.    pl. 

Sael.  Fl.  dan.  t.  1863  (kaum  mit  Sicherheit  zu  citiren,  die  Aehre  nicht  ent>vickell, 
Blätter   zu    breit   und    AVurzel    nur    faserig    dargestellt). 

Am  ]>ord-  und  Ostseestrande  und  auf  den  Inseln,  auf  salzhaltigem 
Sandboden,  einzeln  oder  truppweise  häufig;  b.  entfernter  vom  Strande, 
auf  trockenem,  lehmig -sandigem  Boden,  borst-  oder  truppweise  häufig 
(Um.  llitzebüttel — ;  lln.  Benser-,  Dorumer-,  Wremer-Siel,  Insel  Bor- 
kum).     Juni  bis  August.  —    September,  October. 

Blass  bläulichgrün,  schwach  duftig,  im  Schalten  anderer  Gewächse  blass  gelblichgriin. 
Halme  aufrecht,  l'/j  — 2'/./  hoch.  Blätter  2"'  breit,  sperrig  absiebend,  steif,  gegen  die 
starre  Spitze  bald  mehr  bald  weniger  eingerollt  -  riunig.  Aehre  (die  sich  ohne  zu  brechen 
um  den  Finger  wickeln  lässt)  3  —  4"  lang,  mit  12  —  20  Aehrchen,  die  so  genähert  sieben, 
dass  die  untere  die  Basis  der  folgenden  erreicht.  Blüten  sehr  seilen  begrannt  (IlOST 
Aehrchen  n.  2.).  —  Variirt  mit  mehr  oder  weniger  zugespitzlern  Deckblällcben  ,  mit  schwach 
flaumhaarigen  Aehrchen,  mit  scliärflicher  und  glaller  Spindel.  —  Die  Spielart  b.  mehr  grau- 
grün. Halme  1  —  ly./  hoch,  mit  dem  untern  Theile  nebst  den  seitlichen  Blätlcrtriehen 
liegend,  meist  verworren  und  sperrig  durch  einander  stehend.  Biälter  2/4  —  1'"  breit,  stärker 
eingerollt  und  meist  hoglg  gekrümmt.  Aehren  1  —  2"  lang,  Aehrchen  dichter  stehend  als 
an    der    Hauplform. 

Bemerk.  Bei  meiner  im  J.  1838  wiederholten  Bereisung  eines  Theils  des  Kord- 
secstrandcs  und  der  Inseln  habe  ich  die  Chi.  han.  611.  ausgesprochene  Vcrmuthnng,  dass  b. 
nur  eine  mehr  landständige  Form  von  A.  acuUim  sey,  bestätigt  gefunden.  Die  HosT'schc 
Abbildung  von  T.  litorale  und  Beschreibung  entspricht  genau  der  Hauptform.  Die  Garten- 
pQanze  aber  geht  immer  in  die  Forin  b.  über,  welches  sehr  natürlich  ist,  weil  letzlere  ihren 
abweichenden  Charakter  eben  durch  die  mehrere  Entfernung  vom  Meere  und  den  Übergang 
auf  salzlosem  Boden  erhält.  —  Mit  T.  repens,  wohin  diese  Form  wiederholt  in  Kocil  Sjn. 
II.    9.'>3.    gezählt    wird,    hat    sie    gar    nichts    zu    Ibun. 

3.    A.  repens.    Gemeine  Q,uecTee.    Aehre  lang  gestreckt, 

biegsam,  Aehrchen  genähert,  meist  5-blütig;  Deckblätter  lanzettlicL, 
meist  5-(7-)nervig,  zugespitzt;  De«  kblältchen  stumpflich,  spitz  oder  zu- 
gespitzt, unbegrannt;  Blätter  flach,  oberseifs  schärflich;  Wurzel  kriechend. 


Agropyrum.  GRAMOiEAE.  669 

Pall.  d.  Beaüv.  Agrost.  102.  IIeichenb.  Ic.  f.  1384  (A.  rep.  aivciise) 
und  1385  (A.  rep.  subulatum)  f.  1383  (A.  firmum;  als  etwas  siärlier,  »oUcrbl»- 
tige  Form).  Triticum  repeiis  Linn.  Sp.  pl.  128.  Chi.  Jiaii.  611.  Koch  Syn. 
II.  933.  ScHK.  Ilandb.  I.  T.20  (Figur  rechts).  Host  Gram,  austr.  Tl.  t.21. 
Fl.  dan.  t.  748.     Engl.  hot.  t.  909. 

b.  aristatuni.  Die  hegrannte.  Decl>]>lätter  und  äussere  Oeckblütt- 
chen  niiUellang  oder  lang  liegrannt. 

T.  repens  v.  Yaillantianuni  und  v.  Leersianum  (üppiger  und  die  untern 
Älirchcn  m  '2  —  3  stellend).  Chi.  han.  das.  Reichenb.  Ic.  f.  1386  (A.  rep. 
duniet.).   13S7  (A.   rep.  Taillantianum).    1388  (A.  rep.  Leersianum).^ 

c.  strictuni.  Die  straffe.  Halm  stärker,  höher  und  strafter.  Ähr- 
chen kahl  oder  theiNveise  behaart;  Deckblätter  meist  7-  (.5-)  nervig, 
Deekbliittthen  stumpflich. 

T.  repens  v.  strictum  Chi.  han.  das.  T.  strictum  Deth.  Consp.  pl. 
niegap.  11.     Koch  das.  9.52.     Reichenb.  Ic.  f.  1395. 

d.  glaucescens.  nie  meergrüne.  Halm  niedriger,  nebst  den  schmä- 
lern etwas  eingerollten  Blättern  steifer  und  stark  bläulichgrün. 

T.  repens  v.  glaucescens  Chi.  han.  das.  T.  repens  y.  Sm.  Fl.  brit. 
I.   158.     T.  pungens  Pers.  Sjn.  I.  109.     Koch  das.  952  (uielit  A.  pungcns 

Reichenb.   Ic.    f.  139"2.  ,    «elclies    eine   sclinialälirige   Forin    von    A.  acutum    ist).       T.   rc- 

pons  b.  maritimum  Koch  et  Ziz  Cat.  pl.  Pal.  5. 
Auf  Kulturland,  Aeckorn,  an  'Vl'^egen ,  Zäunen,  Ufern  u.s.w.,  auf 
hunuishaltigeni  und  Marschboden,  allgemein  verbreitet,  auch  auf  lehmi- 
gen und  hnibsandigen  Boden  übergehend;  b.  auf  feuchtem  sehliekhalti- 
geni  Boden;  c.  auf  magerm  etwas  sandigem  Boden  an  den  Küsten  und 
auch  im  Binnenlande.     Juni  bis  September.  —   August   bis  October. 

Halme  von  1 '/.,  —  4'  hocli.  Blätter  3  —  4"'  l>icit,  straff,  aber  nicLt  steif,  bis  in  die 
Spitze  flach,  oberseits  in  der  Regel  mit  einzelneu  zerstreuet  siebenden,  anliegenden  Haaren 
besetzt,  unterseil.s  und  am  Rande  scbarf,  grasgrün,  Acbren  nebst  dem  Halme  gelblicbgrün, 
Grannen  gerade.  —  Zwischen  schattigem  Gebüsch  werden  die  Halme  bis  h'  lang,  Blätter 
ctMJS  schlaff,  auch  wohl  überhangend,  die  Aehre  länger,  die  Aehrchen  vielblUtiger  (A.  fir- 
mum Reichenb.  f.  138.3.).  Mit  dem  Uebergange  auf  mehr  trockenen  sandigen  Boden 
im  Binnenlandc,  und  auf  salzhaltigen  Boden  oder  die  mit  Salztheilen  geschwängerte  At- 
mosphäre der  Küstenstriche,  geht  die  Färbung  in  die  bläulichgrüne  über,  die  oft  bogig  an- 
steigenden  Halme  nehmen  an  Hohe  ab,  die  Blätter  werden  schmäler,  etwas  steif  und  rollen 
sieh  an  «arnicii  Tagen  und  im  Sonnenschein,  gegen  die  etwas  steife  Spitze  zu,  einwärts 
(Spielart  d.).  Im  fetten  Marschboden  der  Küsten  dagegen  nehmen  Halme  und  Aehren  um 
das  Doppelte  an  Länge  und  Stärke  zu,  die  Aehrchen  werden  6  —  7 -blutig  und  die  alsdann 
trübgrünc  Färbung  neigt  sich  kaum  etwas  zum  Bläulichen  hin  (Spielart  c).  Sämmlliche  For- 
men   Tariireu    bisvi  eilen    mit  kürzern    stumpfern   Aehrchen. 

Bemerk.  T.  glaucum  DESF.  Cat.  bort,  paris.  16.  KOCII  Syn.  II.  952.  T.  in- 
termedium  HosT  Gram,  austr.  II.  t.'ll.  steht  A.  repens  d.  strictum  sehr  nahe,  indem  es 
sich  nur  durch  noch  stumpfere  oft  fast  gestutzte  Deckblällchen  unterscheidet,  worauf  indessen, 
wie  schon  der  von  T.  repens  gegebene  Charakter  nachweist,  wenig  Werth  zu  legen  ist. 
SehMerlich  von  diesem  »erschieden,  ist  indessen  diese  Form  bislang  im  Gebiete  nicht  ge- 
funden. An  dies  T.  glaucum  schliesst  sich  wiederum  ganz  zunächst  T.  rigidum  (/'.  T.  elon- 
galum  Host  II.  t.  18.  jedoch  durch  9-neriige  Deckblätter  und  radix  fibrosa  spccilisch  ler- 
schiedeu.  Diese  Art  kommt  im  I>orden  nicht  vor.  Die  in  Holstein,  Dänemark  u.  Schwe- 
den   dafür    ausgegebene    Pflanze    ist    nicht    die    rechte. 

4.     A.   caniiiuni.     Munds-  Q,uecTee»     Aehre  schlaff  und 

schlank,  Aehrchen  gesondert,  meist  5 -blutig;  Deckblätter  lanzettlich, 
3 — 5 -nervig;  Deckblättchen  spitz,  begrannt,  Granne  geschlängelt,  län- 
ger als  ihr  Deckblättchen;   Wurzel  faserig. 

Schult.  Syst.  veg.  II.  756.     Reichenb.  Ic 


Rom.  et  Schult.  Syst.  veg.  II.  756.  Reichenb.  Ic.  f.  1381.  Triticum 
caninum  Scureb.  Spie.  fl.  lips.  51.  Chi.  han.  612.  Koch  Syn.  II.  953. 
ScHK.  Handb.  I.  T.  19.     Host  Gram,  austr.  II.  t.25.     Engl.  bot.  t.  1372. 


670  ORAjniNEAE.  Oaudiiiia. 

In  Waltluiigeu,  Hainen,  an  Hecken  und  Gebüsch,  auf  feuchtem  hu- 
luushalti^eni  Itoilen,   ziemlich  häuflg.     Juni  his  August. —   August,  Sept. 

Halme  2  —  3'  liocli.  Blätlcr  s.IilalT,  Ueidcrseils  friii  scliirilioli.  Aclirc  friichllrageu.l. 
meist  iiicliCi.J.  Dnrcli  die  Bescliaficnlicit  der  Wurzel  und  der  Grannen  >on  den  änsserlieli 
älinliclien    Formen    der   vorlicrgel.enilcn    Art   leicht    zu    untersrlieiden. 

T.  rigidum  SchRAD.  ivird  von  ]>01.TE  !>oi.  U.  Iiols.  13.  aufgclülirt.  Oline  Ansicl.t 
eines  Originalescuiplars  lasst  sieh  mit  Siclierlicit  iiiclit  angehen,  «as  dariinler  i  erstanden  sc\. 
Das    ScilRADER'scLe    T.   rigidnni    ist    es    nicht.       Aergl.    IJemerli.    zu    A.   lepens. 

GM  n^MRBI^ICllES. 

Pharmaceutiich-  Jtteaicinisches.    Die  fVur-.el  von  A.4. 

rtZ.v  Iladix  Graniiuis  of'ficincll.  Ilauptbcstandtheil  ein  besonderer  Zucker 
(Grasivurzelzucker).  Anweiidiinfj  als  Extract  und  Dieksaf't  als  Brust- 
mit  tri  und  bei   f 'erstopf  iinfjcn. 

ÖTeonomiSCheS*  liic  ffetrochnete  und  fjeinalene  ff^urzcl  von  A.4. 
kann  dem  Mehle  zum  Brodbacken  zufjesetzt  werden,  (f'erf/l.  Amtsblatt 
V.  Frankf.  a.  d.  Od.  28.  Apr.  1847.  worin  die  in  Hinter pommern  ange- 
stellten Versuche  ausführlich  mitgethcilt  sind,  8  Pf.  f/eschable  FVurzel 
gehen  7  Pf.  Mehl,  ivelches  mit  '/a  oder  auch  nur  '/s  Roggenmehl  ver- 
mengt  zu  einem  angenehmen  und  gesunden  Brot  verbacken  wird).  Auch 
lässt  sich  die  fVurzel ,  der  geistigen  Gährung  fähig,  zum  Bierbrauen 
und  Brantcweinbrennen  benutzen.  Bas  liraut  ist  so  wie  A.  5.  ein  gutes 
Futtergras,  zugleich  aber  eins  der  nachthciligsten  Unkräuter  auf  allem 
Kulturlande. 

41.     CiAtJDIKIit.     GAUniJVME. 

Fall.  d.  Beauv.  Agrost.  i)'>.  t.  19.  f.  ö. 

Aehre  fi;egcnst!JndIg,  2-zeilig.  Aehrchen  einzeln,  mit  einer 
Seite  der^Spindel  zufi;ewandt^  4— 7-bliilig.  Deckl>lätfei- selilank, 
äusseres  Deckblättchen  unter  der  Spitze  hegrannt,  Granne  ge- 
wunden und  knieig.      Geschl.  Syst.  IJI.  2. 

Einjährige  flachl)lältiige  Gräser.  Aehre  einfach,  Spindel  gegliedert 
und  zerbrechlich.  Aehrchen  sitzend.  Geschlechlsdeckc  aus  2  Schuppen 
bestehend. 

*  1.  €£•  fragilis.  Zerbrechliche  Gaudinie.  Aehre  auf- 
recht, Aehrchen  liueal,  locherblütig ;  Deeliblättehen  an  der  Spitze  ge- 
spalten;  Wurzel  faserig. 

Pall.  D.«iJEAUV.  Agrost.  95.  Koch  Syn.  II.  950.  Reicuekb.  Ic.  f.  1367. 
Avena  fragilis  Li^n.  Sp.  pl.  118.  Schreb.  Gram.  I.  t.  24.  f.  3.  Host  Gram, 
austr.  II.  t.54. 

Auf  einer  Wiese  bei  Eppendorf  unweit  Hamburg  Kocii,  vielleicht  nur 
als  verirrte  Pllanze,   da  sie  in  Istrien  zu  Hause  ist.     Juni.  —    August. 

Wurzel  schvvacli  und  wenigfascrig.  Halme  in  Mehrzahl  linieig  ansteigend,  bis  1'  lang. 
Blultcr  und  etwas  aufgeblasene  Blaltscheiden  abstehend  behaart.  Aehre  3  —  4"  lang,  die 
sehr  zerbrechliche  Spindel  l>ahl.  Granne  am  obern  Thcil  des  Rückens  entspringend,  lang, 
fein   zugespitzt. 

49.     EliYJTIUS.     MAJLMGMAS. 

LlNN.    Gen.    n.9(i. 

Aehre  gegenständig,  2 -zeilig.  Aehrchen  zu  2  oder  3,  mit 
einer  Seite  der  Spindel  zugewandt,  2-  oder  vielhliitig.  Deck- 
blätter schmäler  als  die  Deckblätlchen ,  an  der  Aussenseite  der 
Aehrchen  neben  einander  stehend.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Ein-  oder  mehrjährige  (Art.  1.2.)  Gräser  mit  flachen  Blättern.  Aehre 
einfach,  sehr  selten  ästig.  —  Geschlechtsdecke  aus  2  Schuppen  beste- 
hend.    Kaum  generisch  von  Hordeum  verschieden. 


Hordeum.  GRAMOEAE.  671 

1.   E.  arenarlui^*    Sand-Maar  gras»    Aehre  dicht,  Aehr- 

chen  zu  2 — 3  stehend,  meist  3-hlütig,  -weicJihaarig,  grannenlos;  Deck- 
blatter spitz,  so  lang  oder  langer  als  das  Aehrchen,  auf  dem  Rücken  gc- 
wimpert;   J$lütter  starr,   nebst  den  Scheiden  kahl. 

LiNN.  Sp.  pl.  122.  Chi.  han.  608.  Koch  Syn.  II.  954.  Reichenb.  Ic. 
f.  1360.     Host  Gram,  austr.  IV.  t.  12.     Fl.  dan.  t.  847.     Engl.  bot.  1. 1672. 

Am  Unterlauf  der  Flüsse  des  Gebiets,  am  Meeresstrande  und  auf  den 
Inseln,  auf  dürrem  sandigen  oder  Sandboden,  ziemlich  häufig.  Juni, 
Juli.  —    September. 

AVunelslock  weit  umher  kriechend.  Halme  dick  und  steif,  3  —  S'  hoch,  nebst  den 
spater  zusammengerollten  Blättern  graugrün.  Aehre  6 — 10"  lang,  aufrecht,  steif,  gclb- 
lichgrün. 

Ä.  E.europaeuis.   Gemeines  Haargras*  Aehre  schlank; 

Aehrchen  zu  3  stehend,  2-,  selten  1 -blutig  mit  Ansatz  zur  zweiten  Blüte; 
Deckblatter  pfriemlieh,  in  eine  lange  Granne  auslaufend;  äussere  Deck- 
blätlchen   fast  doppelt  so  lang  begrannt;    Blätter  kahl.    Scheiden  haarig. 

LiNN.  Jlant.  35.  Chi.  han.  608.  Koch  Syn.  II.  854.  Reichenb.  Ic. 
f.  1359.     BosT  Gram,  austr.  I.  t.  28.     Fl.  dan.  t.  1621.     Engl.  bot.  t.  1317. 

In  Berg-  und  Gebirgswaldungen,  auf  humosem  schattigem  Boden,  im 
mittlem  Gebietstheile  häufig,  gegen  IVorden  und  Süden  abnehmend.  Juni, 
Juli.  —    September. 

Halme  3  —  ■'>'  huch,  schlank,  nebst  den  flachen  Blattern  licht  grasgrün.  Aehre  aufrecht, 
2-2'/,"  lang. 

43.     HORHEUJ?!.     GMnSVM. 

I.llVPl.    Gen.    n.  98. 

Aehre  gegenständig,  2-zeilJff.  Aehrcben  zn  3  an  jedem  Zahn 
der  Spindel  j  mit  einer  Seite  dieser  ziigewjuidtj  1-hlülig,  mit 
oder  ohne  Ansatz  zur  zweiten  Blüte.  Seitliche  2  Aehrchen 
(meist)  nur  mannlich  oder  geschlechtslos.  Ueckhlätler  schmäler 
als  die  Deckhiättchen,  an  der  Aussenseite  der  Aehrchen  neben 
einander  stehend.     Gcschl.  Syst.  III.  2. 

Einjährige  Gräser  mit  meistens  flachen  Blättern.  Aehrcn  einfach,  im 
fruchttragenden  Zustande  oft  gegliedert.  Geschlechtsdecke  aus  2  Schup- 
pen  l>esteiiend. 

1.  H.  nilirinuilt.  Mäuse -Gerste,  Deckblätter  der  mitt- 
lem oder  Zwitlerährchen  schmal  lanzettlich,  gev.inipert,  der  scitenstän- 
digen  nur  männlichen  scharf,    ohne  Wimpern. 

LiNN.  Sp.  pl.  126.  Chi.  han.  609.  Kocu  Syn.  II.  95.5.  Schk.  Handb. 
I.  T.  19.  Reichere.  Ic.  f.  1362.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  32.  Fl.  dan. 
t.629.     Engl.  bot.  t.  1971. 

An  Mauern,  Gebäuden  und  Wegen,  auf  steinigem  oder  sandigem  Bo- 
den, sehr  häufig.     Juni,  Juli.  —    Juli,  August. 

Halme  10— IJ"  hoch.  Blalt»cheiden  sehr  lang,  obere  etivas  aufgeblasen.  Aehre  2 '/^ 
bis   3"   lang,    eiförmig- länglich ,    dicht,    sammtlichc  Deckblätter   in    lange   Grannen    ausgehend. 

«.  H.  seealiniiin.  Moggenartige  Gerste.  Deckblät- 
ter aller  Aehrchen  borstenförmig  und  scharf. 

Schrei?.  Spie.  fl.  lips.  148.  Koch  Syn.  II.  955.  Host  Gram,  austr. 
I.  t.33.  H.  pratense  HuDS.  Fl.  angl.  56.  Chi.  han.  608.  Reichenb.  Ic. 
f.  1363.     Engl.   bot.  t.  409.     H.  niaritimum  Fl.  dan.  t.  630. 

Aufwiesen,  Weiden  und  an  Wegen,  auf  Lehm-  und  Sandboden, 
häufig.     Juni,  Juli. —    Juli,  August. 

Halme  1 '/,^  —  3'  hoch,  schlanker  und  feiner  als  von  A.  1.,  obere  Scheiden  dicht  anlie- 
gend. Aehrcn  schmäler,,  lineal.  Sämmtliche  Deckblätter  in  »enige  lange  Grannen  aus- 
gehend. 

3.     H.   maritiniiim.     Meerstrands  -  Gerste»     lunere 


672  «RAJfllNEAE.  Lolium. 

Declil)lätter  der  scitenstiincligeii  Aelircbcn  etwas  geflügelt,  halblniizett- 
förmig,  übrige  bnrsteiilorniig,  alle  scbarf. 

VI'iLH.  Bot.  airang.  172.  Chi.  lian.  609.  Kocii  Syii.  Tf.  9.56.  Rei- 
CHENB.  Ic.  f.  1364.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  34.  Fl.  dan.  t.  1632.  Engl, 
bot.  t.  120.5. 

Auf  Wiesen  und  an  Deichen  am  IHordseestrandc,  auf  salzlialtigem 
Marschboden,  kleinhorstweise  ziemlieh  selten  (fin.  am  Ausfluss  der  We- 
ser, am  Emsdeichc  unweit  Pethum  Lantz.  Bening. — ;  Ol.  StoUhammer 
Grodcn,  Bechmannsfeld,  Mariensiel — ;  ///.).     Mai,  Juni.  —    August. 

Halme  iii  Büselieln,  ',i  —  6"  liocL ,  lialb  ÜPgciid  niid  mit  stark  gchroclieneo  Hiiicii  an- 
steigend. Itlälter  liiirz.  Aclirc  der  von  A.  1.  aliiilicli ,  aber  um  die  Hälfte  kleiner,  starr, 
kaum   aus    der   Scheide   Yortretcud. 

11.  Imlbosum  LlNN.  H.  strictum  Desf.  FI.  atl.  I.  113.  KocH  Svn.  II.  955.  in 
Afrika,  dem  Orient  und  Italien  zu  Hause,  ist  als  verirrte  Tflanze  in  einigen  Exemplaren  in 
/*;•.  ff^,    bei    Oldendorf  gefunden    worden. 

GJE1VJERBX,ICHES, 

Öleotiomisches  ?».  Vechnisches»  SämmtUch  sehr  mitlelmässige 
Fulter(/7-aser,  doch  der  ylussnat  zur  Bcfestiyxmy  des  Sandbodens  rt»i  ge- 
eitjneten  Stellen  zu  empfehlen. 

41.     liOIilUJTI.     EiOIiCB. 

LlNN.    Gen.    n.DÖ. 

Aelire  gegenständig,  2-zeiliff.  Achrchen  einzeln,  yielblütiff, 
mit  beiden  Seiten  von  der  Spindel  abgewandt.  Beide  Dcek- 
blätter  nur  am  Endährchen  ausgebildet,  an  den  übrigen  das 
innere  unvollständig  oder  gar  niebt  vorbanden.  Gescbl.  Syst. 
III.  2.  &  & 

Ein-  (A.2.)  oder  mehr-  und  einjährige  (A.  1.)  Gräser  mit  flaehcu  Blät- 
tern. Aehren  einfach,  Spindel  nicht  gegliedert.  Geschicchtsdeche  aus 
2  fleischigen  Schuppen  l)estehend. 

1.    li.  pereniie.    Mehrjähriger  Xtolch,    Aehrchen  ein 

Drittheil  länger  als  das  Dechblatt,  7  — 9- blutig;  äussere  Dechblättchcii 
stumpf  oder  stachelspitzig;   Wurzel  mehrjährig. 

LiNN.  Sp.  pl.  122.  Chi.  han.  613.  Kocii  Syn.  II.  936.  Schk.  Uandb. 
I.  T.  19.  Reicuenb.  Ic.  f.  1346.  Host  Gram,  austr.  I.  t.  25.  Fl.  dan. 
t.747.     Engl.  bot.  t.  31.5. 

b.  tenue.     Der  dünne.     Halm,  Blätter  und  Aehre  schmäler,  Aehr- 
chen von  einander  gerächt,    3  —  5 -blutig. 

Chi.  han.  das.     L.  tenue  Linn.  das. 
o.  annuuni.     Jter  einjährige.     Aehrchen  wenig  länger  als  ihr  Deck- 
blatt;   äussere  Deckblättchen    stumpf,    ohne    oder   mit   kurzer  Granne; 
W^urzel  1 -jährig. 

L.  arvense  Scbrad.  Fl.  germ.  I.  399.  Chi.  hau.  613.  Reichenb.  Ic. 
f.  1337—1339.  L.  liuicola  Roch  das.  957. 
Auf  Wiesen,  "Weiden,  an  Weg-  und  Ackerräudern,  auf  Humus-, 
Lehm-  und  Sandboden,  rasenbildend  allgemein  verbreitet;  b.  einzeln 
mit  der  Ilauptart;  c.  im  Sommergetreide,  besonders  zwischen  Lein,  durch 
Kultur  1 -jährig  geworden,  hier  und  da.  Juni  bis  August.  —  Juli  bis 
September. 

Halme  ansteigend,  1 '/^  —  'i'/j'  l'oeb ,  nebst  den  HelmbLitlern  und  diebten  Blattbüscbeln 
glatt  und  dunkelgrün.  Acbre  bis  1'  lang,  Aebreben  zweizeilig,  genabelt,  (la.b  gedrückt, 
einfacb,    als    Abänderung   ästig. 

Bemerk.  Zur  Anl.ige  von  Grasplätzen  in  einen  Garten  früb  ausgesäeter  Samen  von 
L.  pcrcnnc   blübete  thcilweisc   in   demselben   Jabte    als   L.  arvense,    verwinicrtc   stark    und   die 


Lepturus. 


GRAmiNE  AE.  673 


gebliebenen  rflanzen  blülieten  im  nächsten  Jabr  als  h.  perenue.  Dies  in  Verbindung  mit  dem 
Umstände,  dass  man  bisweilen  L.  arvensc  mit  scitlicben  Blättertrieben  antrifft,  spricht  für  die 
hier  eingcliibrle  Verbindung  beider  Arten,    worüber  weitere  Beobachtungen  wiinschcuswerth  sind. 

«.    li.  teinulentnni.    Vaum,eI*Iiolch.    Aehichen  kürzer 

als  ihr  Deckblatt;  äussere  Deckblättchen  lang  begrannt,  Wurzel  1-jährig. 

LiNN.  Sp.  pl.  122.     Chi.  han.  614.     Koch  Syn.  II.  957.     Schk.  Handb. 

I.  T.18.     Reicbenb.  Ic.  f.  1342— 1344.     Host  Gram,  austr.  I.  t.  26.     Fl. 

dan.  1. 160.     Engl.  bot.  1. 1124. 

b.   arvense.     Oer  leurxgrannige.     Schwächer;  Aehrchen  meist  so 

lang  als  ihr  Deckblatt,  äussere  Deckblättchen  kurz  begrannt  oder  gran- 

neulos.  ^      ^     ,    , 

L.  arvcnse  WiTH.  Bot.  arrang.  168.     Sm.  Fl.  brit.  I.  150.     Engl.  bot. 
t.  1125.  ,      ^ 

Auf  Aeckern  im  Sommer-  und  Wintergetreide,  am  häufigsten  zwi- 
schen Gerste  und  Hafer,  auf  Humus-,  Lehm-  und  Sandhoden,  einzeln 
oder  truppweise  häufig;  b.  mit  jenem  jedoch  nur  im  Sommergetreide,  hier 
auch  an  grasigen  Wegrändern,  hier  und  da.  Juni,  Juli.  —  August, 
September. 

Halme  straff  aufrecht,  '2  —  3'  hoch,  glatt,  nach  oben  nebst  den  Blättern  meistens  schärf- 
lieb. Aehrchen  weniger  zusammengedrücht  als  an  A.  1.  Grannen  so  lang  oder  länger  als 
das  Aehrchen.  Farbe  gegen  die  Blütezeit  gelhlichgrün.  —  Variirt  mit  glatten  Halmen. 
Die  Spielart  b.  meistens  glatt,  halmig  und  die  Grannen  kürzer  als  das  Aehrchen,  auch  ganz 
fehlend. 

Bemerk.  Die  Arten  und  Formen  dieser  Gattung  bedürfen  einer  Revision  und  sicherer 
Feststellung. 

Ökonomisches»  ^-1.  ein  ijutes,  eine  3  -  malifje  Schur  (jestattcn- 
des  Futter ijias  für  Pferde,  Kühe  und  Schafe,  doch  wird  es  mit  dem 
Samenansatz  zu  hart,  weshalb  es  zu  Heu  bestimmt  vor  ilieser  Zeit  tfe- 
mähet  werden  muss.  —  Fon  A.  2.  sollen  die  Samen  betäubend  seyn, 
Schwindel  und  Zuckungen  bei  Menschen  und  Thieren  erregen.  Jedoch 
hommen  widersjtrechende  Erfahrungen  vor,  die  es  nicht  unwahrscheinlich 
machen,  dass  jene  Erscheinungen  von  andern  Ursachen  ausgegangen  sind. 
Jedenfalls  ist  das  Kraut  vor  der  Samenreife  ganz  unschädlich. 

13.  Gruppe.     ROTTSOi:Lf.IACi:Ai:.     UOTTB ÖZIiIElV. 
GRÄISMB. 

Aehre.  Aehrchen  1—2-,  sehr  selten  3 -blutig,  in  den  Aushöhlungen 
einen  meistens  gegliederten  Spindel,  bald  einzeln,  bald  zu  zweien  ste- 
hend, Ton  denen  eins  gestielt  ist.  Die  zweite  Blüte  oft  unvollkommen. 
Deckblätter  1  oder  2,  bisweilen  gänzlich  fehlend.  Griftel  bisweilen  sehr 
kurz  oder  nicht  vorhanden. 

45.     liEPTURUS.     VA.JDMNSCUWA.NX, 

R.  BR.    Prodr.    fl.    Nov.    Holl.    207. 

Aehre.  Aebrehen  einzeln,  einblütig  mit  einem  Ansatz  zu 
einer  zweiten  Blüte,  den  Aushöblungen  einer  geffliederten  Spin- 
del eingesenkt.  Deckblätter,  mit  Ausnahme  der  Endblüte,  neben 
einander  vor  dem  Aehi-cben  stehend,  dieses  nebst  der  Spmdel- 
höhlung  deckend.    Zwei  Griffel.     Geschl.  Syst.  III.  2. 

Einjährige  Gräser  mit  liegenden  oder  ansteigenden  ästigen  Halmen. 
Blätter  sehr  schmal,  flach.  Achren  verlängert,  zugespitzt,  gerade  oder 
gekrümmt. 

1.    li.  filiforiiiis.    SchlanTeähriger  Wadenschwans. 

Aehre  stielrund,  fein,  schlank  und  gerade;  Deckblätter  etwa  so  lang  als 
das  Aehrchen. 


674  GRAülI^iEAC.  Nardus. 

Trin.  Fmul.  agrost.  123.  Kocii  Syn.  II.  958.  Rf.ichenb.  Ic.  f.  1334. 
Uottboellia  »ilifoiinis  RoTH  Cat.  I.  21."  II.  iiicuivata  ISolt.  Nov.  fl.  Lols. 
14.     Fl.  daii.  l.  938.     Opliiuins  fiiiforinis  llöM.  et  Schilt.  Syst.  vcg.  II.  797. 

Am  Nordseestrande,  auf  fettem  Thoiiboden  (Scbliek)  selten  (Ol.  Lei 
Varel;  jenseit  der  Nordgreuze  des  Gebiets  auf  der  Sebleswigschen  Insel 
Amrum  und  auf  Beenshallig).     Mai,  Juni.  —    August,  September. 

Halm  6 — 10"  lang,  fast  failonfüriiiig ,  meistens  licgciitl  und  linieige  Acste  einportrei- 
liciid.  nlällcr  srbnial  lincal,  zugespitzt,  lialinstaiulige  kurz  iin<l  scliiäg  oder  nagercclit  ali- 
steLcnd.  Sclicidcn  etwas  baucbig,  oft  den  Halm  bis  zur  AcLrc  bekleidend.  Acbrc  4 — 6" 
lang,  der  Halm  scbwacb  znsammengcdriiclit,  ctnas  steif,  bisweilen  wenig  gebogen.  —  Die 
Deetiblältei  sind  bald  weniger  bald  mehr  zugcsiiilzt ,  nnd  die  Blüte  ist  oft  etwas  Liirzer 
als  jene. 

Remcrli.  Verbült  sieb  zu  L.  incurvatuii  etwa  wie  Lolium  tenuc  zu  L.  pcrenni'  und 
bedarf  hinsielillirb    der   specifiscben   Verschiedenheit   >ou  jenem    erneuerter   L'ntcrsuebungen. 

46.     IVARDIJfi.     nOnSTMJVGMAS, 

Mnn.    Gen.    n.  69. 

Aelire  2-zeIli'g.  Acln-chcn  einzeln,  einLlülig,  ohne  Deck- 
blätter auf  vortretenden  Zahnen  der  Sj)indel  sitzend.  Acusseres 
Deckldättchen  in  eine  Granne  verschmälert.  Ein  Griftel.  Ge- 
schl.  Syst.  III.  1. 

Starre  Gräser  mit  einfaclicm  Halme,  eiiigewielieltcn,  starren  Itlütterii. 
Aehre  einfach,  Spindel  aussen  convex,  inwendig  mit  Aushöhlungen  zur 
Aufnahme  der  Aehrchen.     Keine  Geschlechtsdecke. 

1.  IV*  stricta.    Genteine*  Borstengras,  Aehre  gestreckt, 

Aehrchen  in  abwechselnd  2- zeiliger  Stellung  eiiiseitwendig;  Blätter  bor- 
stcnförmig. 

LiNN.  Sp.  pl.77.  Chi.  han.  659.  Kocu  Syn.  II.  959.  Scuk.  Ilandb. 
I.  T.  9.  Reiciienb.  Ic.  f.  1733.  Host  Gram,  austr.  II.  t.  4.  Fl.  dan. 
t.  1022.     Engl.  bot.  t.  290. 

Auf  Triften  und  Heiden,  im  Gebirge  wie  in  der  Ebene,  auf  Säure 
führendem,  sowohl  moorigem  als  trockenem  sandigem  Boden,  schaarcn- 
wcise  häufig.     Mai,  Juni.  —    Juli,  August. 

Hahne  und  Blätleibiiscbcl  in  8 — 12"  hohen,  dicht  gedrüngtcn ,  harten,  blaulichgriincn 
Käsen  den  Boden  bcdecbcnd  und  ,ille  bessere  A  egcfation  TCrdrängend.  Blatter  speriig  und 
beugig,  auf  geschindelten  starren  strohgelben  Scheiden  stehend,  »on  denen  die  untern  keine 
rlatlen  tragen.  Aebren  2  —  3"  lang,  Spindel  fadenförmig,  Aehrchen  in  paralleler  Rich- 
tung   sehrag    abstehend,    Irüb    tiolet    überlaufen. 

gehm:rbe.ichje&, 

ÜTCOnontiScheSt  Zum  luittertjras  untaut/lich.  Stets  ein  Zeichen 
eitles  verödeten  und  vcttine/tlässifjtcn  unf'ruchfbmeu  Rodens,  sowohl  im 
Halde  als  im   Felde. 


Verbessern  II  gen. 


S.3.  Z.24.  S..'j.  Z.27.  8.8.  Z.5.  S.U.  Z.  2.  S.22.  Z.  1  v.  u.  S.  .50.  Z.Gv.n. 
S.  112.  Z.  1.  S.  116.  Z.  1  v.u.  S.  127.  Z.20.  S.  128.  Z.  1.  S.  1.^4.  Z.  l.'j.  S.  176. 
Z.21.  S.264.  Z.17.  S.304.  Z.  12  v.  ...  S.315.  Z.24.  S.  420.  Z.  1.5.  S.  454.  Z.20. 
S.487.  Z.9T.n.  S.527.  Z.  16».  u.  S..5.53.  Z.H.  S.  589.  Z.  12.  S.  627.  z.21v..,. 
feLlt  '. 

S.  31.  Z.  3  V.  u.  S.  33.  Z.  19  y.  n.  lies  2.  sCatt  1.  S.  .58.  Z.  10.  S.  69.  Z.  25  v.  ... 
S.70.  Z.  15  un<l  Z.  11  v.u.  S.71.  Z.  16.    S.72.  Z.  22.  lies   1.  sUii  2.    S.84.  Z.7. 

lies  3.  statt  2.  S.88.  Z.19.  füge  hinzu  :  GescLl.  Syst.  X.  2.  S.  95.  Z.2.  lies  4.  statt  3. 
S.96.  Z.  12  y.  u.  lies  5.  statt  4.  S.  104.  Z.  15  v.  ...  lies  4.  statt  5.  S.  105.  Z.  10. 
S.  125.  Z.  13.  lies  5.  statt  4.  S.  189.  Z.  6  V.  u.  lies  I.  1.  statt  IV.  2.  S.  213.  Z.  20. 
lies  1.  statt  2.  S.  216.  Z.  10.  lies  5.  statt  4.  S.  222.  Z.  3  v.  u.  lies  hinter  Syst.  YIII.  2. 
auch.  S.  237.  Z.  8.  füge  hinzu  :  Geschl.  Syst.  \.  2.  S.  277.  Z.  12.  lies  XIX.  statt  XX. 
S.2S3.  Z.6.  lies  3.  statt  1.  und  Z.  12  v.  n.  2.  statt  4.  S.  335.  Z.  26.  lies  hinler  Syst. 
V.  1.  und  S.351.  Z.23  ».n.  lies  4.  statt  3.  S.  353.  Z.  5.  lies  hinter  Syst.  II.  l.  und 
S.355.  Z.  12.  S.  359.  Z.  12  v.u.  lies  1.  statt  2.  S.  418.  Z.  8.  füge  hinzu:  Geschl. 
Syst.  XIV.  1.     S.  425.  Z.  26.  lies  1.   statt  0.      S.  454.   Z.  19  v.  u.   lies  3.   statt  5.       S.  457. 

Z.26.  lies  2.  statt  1.  S.  523.  Z.  18.  S.  .524.  Z.8.  lies  13.  statt  9.  S.  525.  Z.  15. 
lies  10.  statt  9.  S.  540.  Z.  6  v.  u.  lies  XXI.  statt  XX.  S.  .542.  Z.  27.  lies  1.  statt  2. 
S.  545.  Z.  18  >.u.  lies  1.  statt  7.  S.  546.  Z.  19.  füge  hinzu:  Geschl.  Syst.  VI.  1. 
S.  568.  Z.  19.  lies  hinter  Syst.  IV.  1.   oder.     S.  620.  Z.  4.  füge  hinzu:    Geschl.  Syst.  III.  1. 

S.  39   lies    Daiharaea    statt   B.iibarea.       S.  479     Z.  22.    lies    Elaeagneac    statt   Eleagnaeae. 

S.65.    Z.  23>.n.    schalte    ein:     ffii.    Kohnstein    hei    IVicdersachs.verfcn.  S.69.    Z.9. 

schalte    ein:     Hu.    zwischen    Harburg    und    Esteburg. 

S.91.    Z.25  v.u.     S.5.39.    Z.17.    ist   •    zu    tilgen. 

S.  94.    Z.  19.    lies    .Mierenartige   statt   INierenartige. 

S.  104.  Z.  10.  und  Z.  19  V.  n.  lies  Weichling  statt  Weichkra.it.  S.  213.  Z.  9.  und 
Z.  19.  lies  Uferling  statt  Slrandling.  S.  319.  Z  19.  lies  Kuh-  stall  nullorblume.  S.  570. 
Z.  9  V.  u.   Jics    Graslilie    statt    Grasnelke. 

S.  172.  Z.  4  V.  u.  lies  5.  statt  4.  S.  173.  Z.  22  <.  u.  lies  6.  sUit  5.  S.  182.  Z.  13 
lies   8.    stall   7. 

S.467.  z.24  v.u.  lies  LXXIX.  sl..lt  LXXVIII.  ;  «onacb  die  folgenden  Fan..!. en  um 
eine    Nummer    weiter    rücken. 

S.  .572.  Z.  20  V.  n.  schalte  ein:  Chi.  han.  5.56.  S.  573.  Z,  9  Ornithogalu.n  „unimum 
Chlor,   han.  .556.       Z.  25  :    Chi.   han.  5.57. 

S.  6;30.    Z.  27   >.  n.    schalte    ein:    auf   Sandhoden,    ziemlich    selten. 


liateiiiisclies  Register 

der  Klassen,  Ordnungen,  Familien  und  Gattungen. 


Acer    118. 
Aceriiieae  118. 
Achillea  290. 
Aconitum  22. 
Acorus  546. 
Actaea  24. 
Adonis  10. 
Adoxa  256. 
Aegopodiuni  228. 
Aetliusa  234. 
Agatliopliytuin  462. 
Agi'inionia    181. 
Agropyriiiii  667. 
Agrostis  636. 
Aii-a  642. 
Ajuga  436. 
Albersia  454. 
Aicbcmüla   189. 
Alisma  526. 
AHsniaceae  526 
AUiuin  574. 
Almis  .515. 
Alopecurus  628. 
Alsine  99. 
Aisin cac  94. 
Altbaea  111. 
Alyssum  .55. 
Amarant liaceae  453. 
Amaranthus  454. 
Ainaryllideae  564. 
Ambrosiaceae  334. 
Anagallis  442. 
Anchusa  368. 
Andromcda  345. 
Andropogon  627. 
Androsacc   444. 
Anemone  8. 
Anctbiun  241. 
Angclica  2.38. 
Antennaria  286. 
Antbcmis  291. 
Antbcricum  570. 
Antboxanllium  622. 


Antbriscus  248. 
Antbyllis  136. 
Antirrbinuni  388. 
Apbaiies   189. 
Apium  226. 
Apocyneae  354. 
A  q  u  i  fo  I  i  a  c  e  a  c  351 . 
Aquilegia  21. 
Arabis  41. 
Araliaceac  253. 
Arcbangelica  239. 
Arctostapbylus  344. 
Arenaria  101. 
Aristolocbia  480. 
Aristolocbieac  480. 
Armeria  448. 
Arnioracia  59. 
Arnica  295. 
Arnoseris  312. 
Aroideae  545. 
Arouia  194. 
Arrbenaterum  641 . 
Artemisia  286. 
Aruni   545. 
Arundo  632. 
Asariim  481. 
A  s  c  1  c  p  i  a  d  e  a  e  353. 
Asparagcae  566. 
Asparagus  567. 
Asperugo  365. 
Asperula  261. 
Aster  277. 
Astragalus   148. 
Aslrantia  224. 
Atriplex  464. 
Atropa  377. 
Aveiia   644. 


Baiiota  434. 
Ralsaniincae  124. 
Barbaraca  39. 
Uatvacbium  16. 


Bcllis  278. 
Berberideae  25. 
Berberis  25. 
Berteroa  56. 
Berula  2;31. 
Beta  463. 
Bctoiiica  4:i5. 
Betula   516. 
Bc  tili  cac  514. 
Bidcns  283. 
Biscutclla  65. 
Blitum  462. 
Blysnius  609. 
Borragineac    365. 
Borrago  367. 
Bracbypodiiim  662. 
Brassica  51. 
Briza  648. 
Bronius  663. 
Bryonia   210. 
Buliiarda  215. 
Bunias  70. 
Buplcurum  232. 
B  u  t  o  m  c  a  e  528. 
Butomus  529. 

Cakile  70. 
Calamintba  418 
Calendula  300. 
Calla  546. 
Callitricbe  206. 
Callitricbeae  206. 
Calhina  345. 
Caltba  18. 
CALYCIFLORAE 

128. 
Canielina  60. 
Canipanula  337. 
Cainpanulaccae  335. 
Cannabis  489. 
Caprifo liaceae  256. 
Capsclla  67. 


REGISTER. 


677 


Cardauiine  43. 
Carduus  303. 
Carex  591. 
Carlina  307. 
Carpinus  497. 
Canim  229. 
Caucalis  246. 
Celastrineae  128. 
Centaurea  308. 
Centuiiculus  443. 
Cepbalantera  548. 
Ccrastiuni  105. 
Ccratoceplialus  11. 
Ceratopbylleae207. 
Ceratopliyllum  208. 
Cliaerophylliiin  249. 
Chamagrostis  631. 
Cheiranthus  35. 
Chelidonium  30. 
Chcnopodiaceae 

4.55. 
Clieiiopodium  458. 
Chimopliila  449. 
Chondiilla  :«0. 
Clirysantbeinuin  293. 
Chrysocoma  277. 
Cbrysospleniuni   222. 
Cicendia  361. 
Cicboriuni  312. 
Cicuta  226. 
Cineraria  296. 
Circaea  202. 
Cirsimn  301 . 
eiste ae  73. 
Cladium  618. 
Clematis  3. 
Cnidiiim  236. 
Cocblearia  58. 
Co  Icbi'ceae  578. 
Colcbicum  379. 
Comarum  175. 
Compositae  273. 
Coniferae  520. 
Coiüum  251. 
Convallaria  567. 
Convolvulaceae 

362. 
Convolvuliis  362. 
Conyza  282. 
Corallorrbiza  562. 
Coriandrum  252. 
Cornus  2-54. 
COROLLIFLOUAE 

351. 
Coronilla  149. 
Corrigiola  213. 


Corydalis  31. 
Corylus  495. 
Corynepboriis  641. 
Cotonoaster  192. 
Cotula  289. 

COTYLEDOINEAE  1. 
Cramhe  71. 
Crassulaceae   215. 
Crataegu.s  191. 
Crepis  324. 
Cruciferae  35. 
Cucubalus  90. 
Cucurbitaceae  210. 
Cupuli ferae   492. 
Cuscuta  363. 
Cydonia  193. 
Cynancbum  354. 
Cynodon  626. 
Cynoglossum  366. 
Cynosurus  658. 
Cyperaceae  588. 
Cypeius  620. 
Cypripedium  547. 


Dactylis  657. 
Dapbne  476. 
Dapbneae  476. 
Datuia  379. 
Daucus  245. 
Delphinium  22. 
Dentaria  4.5. 
Diantbus  86. 
DICOTYLEDOINEAE 

1. 
Dictamnus  127. 
Digitalis  390. 
Digitaiia  626. 
Digrapbis  622. 
ü  i  p  s  a  c  c  a  e  270. 
Dipsacus  270. 
Doronicuin  295. 
Diaba  57. 

Dracocepbalum  421. 
Drosera  82. 
Droseraceae  82. 
Drupaceac   161. 

Aicliinocbloa  625. 
Ecbinops  300. 
EcbinospermuHi  366. 
Ecbiuni  370. 
Elaeagncae   479. 
Elatlnc  107. 
Elatineao  106, 


Elodes  117. 
Elsboltzia  409. 
Elynius  670. 
Empctreae  481. 
Einpetrum  481. 
Endymion  577. 
Epilobiuin  197. 
Epipactis  549. 
Epipogon  552. 
Eragrostis  649. 
Erautbis  19. 
Erica  346. 
Ericineae  344. 
Erigeron  279. 
Eriopborum  610. 
Erodium  123. 
Erucastrum  54. 
Eryngium  225. 
Erysimuni  49. 
Erytbraea  359. 
Eupatoriuni  274. 
Eupborbia  482. 
Eupborbiaceae   482. 
Eupbrasia  398. 
Evonymus  129. 


Fagus  493. 
Falcaria  228. 
Festuca  658. 
Ficaria   18. 
Filago  283. 
Fragaria  174. 
Fraxinus  353. 
Fritillaria  569. 
Fumaria  33. 
Fumariaceaf  31. 


dagea  571. 
Galantbus  567. 
Galeopsis  428. 
Galium  262. 
Gaudinia  670. 
Genista  133. 
Gentiaua  3.57. 
Gen tiaiieae  355. 
Geraniaceae   120. 
Gcranium  120. 
Gcuin  166. 
Gitbago  94. 
Gladiolus  563. 
Glauciuin  29. 
Glaux  446. 
Globularia  447. 
Globularieac  447. 


678 


REGISTER. 


Glyceria  654. 
Gnaplialiuin  284. 
Goodycra  ö-'jl. 
G  ra  111  i  II  e  a  e  620. 
Giatiola  388. 
Grossularicae  219. 
Gymiiadenia  557. 
Gypsopliila  88. 

Mmnliiitus  463. 
Haloragcac  203. 
Hedcia  253. 
Heleocharis  616. 
Ilcliaiithemum  73. 
Hellchorus  20. 
Ilelniintia  315. 
Hclosciadiuni  227. 
Ilepatica  9. 
Heracicuin  242. 
Hcrniinium  559. 
Hei-ii!»ria  213. 
Ilesperis  46. 
Hieracium  327. 
Hierocliloa  623. 
Himantoglossiim  559. 
Hippocrcpis  151. 
Hippopliae  479. 
H i p p iir i  d e  a c  205. 
Hippuris  205. 
Holcus  640. 
Holosteuin  101. 
Hoiikcnya  99. 
Hordcuiii  671. 
Hornungia  64. 
Uottonia  445. 
Humulus  490. 
II  y  d  r  o  c  h  a ri  d  e  a  e 

525. 
Hydrocbaris  526. 
Hydrocotylc  224. 
Hyoscyainus  378. 
llypericiiieae  115. 
Hypericum  115. 
Hypochocris  318. 
Hyssopus  418. 

«f  nsione  336. 
Ibcris  64. 
Hex  351. 
Illeccbrum  214. 
Inipaticiis   124. 
Inula  280. 
liideae  562. 
Iris  563. 


Isatis  69. 
Isnardia  201. 
J  u  II  c  c  a  e  .580. 
Jinicus  5S3. 
Juniperus  523. 

Allnautia  271. 
Kochia  458. 
Kocleria  657. 
Kolilrauscliia  88. 

Elahiatac  408. 
Lactuca  321. 
Laiiiiuin  431. 
Lappa  306. 
Lapsaua  311. 
Laserpitiuin  244. 
Latl.raea  408. 
Latbyrus  158. 
Lavatera  112. 
Ledum  346. 
Leersia  621. 
Leiniia  542. 
Leiiiiieae  542. 
Lciis  4. 

L  c n  ti b u  1  a r i  e  a  c  439. 
Leoutodon  313. 
Lconiirus  430. 
Lcpidiuni  65. 
Lepigonuiii  97. 
Lepturus  673. 
Leucojum  566. 
Libanotis  235. 
Ligiisfruni  852. 
L  i  i  i  a  c  c  a  c  569. 
Lilium  570. 
Liinnantbcniuin  356. 
Liinosella  398. 
Linaria  386. 
Lindcniia  389. 
Lineae  108. 
Linnaea  259. 
Linuin  108. 
Listera  549. 
Litbospcrniuni  372. 
Litorella  450. 
Lobelia  335. 
Lobeliaceae  335. 
Lolium  672. 
Lonicera  2-58. 
Lorantbaceae  255. 
Lotus  145. 
Lunaria  56. 
Luzula  581. 
Lycbnis  93. 


Lycopsis  368. 
Lycopus  414. 
Lysiinacbia  441. 
Lytbrarieae   208. 
Lytbrum  209. 

Jrl-ajantbemuin  568. 
Malacbiuin   104. 
Malaxis  561. 
Malva  109. 
Malvaceac   109. 
Marrubiiini  424. 
Matricaria  292. 
Medicago  137. 
Melampyruin  402. 
Melandriuni  93. 
Mclica  647. 
Melilotus  139. 
Melittls  42:^. 
Mentha  409. 
Menyantbcs  355. 
Mercurialis  486. 
Mespilus  193. 
Meuni  237. 
31ilium  623. 
Moebringia  100. 
Moencbia   104. 
Moliiiia  647. 
MOl^OCIILAMY- 

DEAi:  453. 
MOT\OCOT\LEDO- 

ISEAE  524. 
Monotropa  350. 
Monotropcae  350 
Montia  212. 
Muscari  577. 
Myosotis  373. 
Myosurus  11.  * 
Myrica  519. 
Myriceae  519. 
Myriopbylium  204. 
Myrrbis  2.50. 

J^aiadcae  540. 
ISajäs  540. 
Narcissus  565. 
IVardus  674. 
IVartbcciuin  .581. 
Nasturtium  36. 
rVeottia  548. 
IVepeta  420. 
ISeslia  61. 
Wigclla  21. 
I^issolia  157. 


REGISTER. 


679 


rVouiiea  369. 
IVupliar  27. 
Nyinpliaca  26. 
]\  y  Hl  p  li  a  c  a  c  c  a  e  2G. 

Oeuantlie  233. 
Oenothei-a   197. 
0 1  e  a  c  e  a  e  352. 
Omphalodcs  367. 
Onagrariae  196. 
Oiiobiycbis   151. 
Ononis   135. 
Onopordon  305. 
Opbrys  ;j60. 
Orchideae  547. 
Orchis  552. 
Oiiganum  415. 
Oilaya  244. 
Ornithogaluin  .571. 
Ornithopus   150. 
Oi-ohanclic  404. 
Orohaucheac  403. 
OioIjus   159. 
Ostericum  238. 
Oxalidcao  125. 
Oxalis  1-25. 
Oxytropis  147. 


Jl  anicuni  624. 
Papaver  28. 
Papaveraceac  27. 
Papilionaccae  131. 
Parietaiia  488. 
Paris  568. 
Parnassia   83. 
Pa  lony  cliieac  212. 
Passeriiia  477. 
Pastinaca  242. 
Pedicularis  401 , 
Pcplis  209. 
Petasites  275. 
Petrosclinuni  227. 
Peucedanum  240. 
Phalaris  621. 
PH.4ISEI\OGAMAE  I. 
Phlcum  629. 
Phragmites  631. 
Physalis  377. 
Phyteuma  336. 
Picris  314. 
Pimpinella  ^229. 
Pinguicula  439. 
Pinus  521. 
Pisuni  157 


PInntagincae   450. 
Plantago  451. 
Platanthcia  558. 
Plcurosperma  252. 
Pluniltagiueae  448. 
Poa  650. 

Podosperinum  317. 
P  o  1  c  in  o  n  i  a  c  e  a  e  361 . 
Polenionium  362. 
Polycncmum  455. 
Polygala  84. 
Poiygalcae  83. 
Polygoneae  467. 
Polygoniiin   472. 
Poniaceac  191. 
Populus  512. 
Poitulaca  211. 
Portlila  ceae  21 1. 
Potaniogeton  530. 
P  o  t  a  ni  o  g  c  l  o  n  e  a  e 

530. 
PotcnHIla   175. 
Poteriiiin   190. 
Prcnaiitlii'S  320. 
Prinuila  444. 
Prinml  a  cea  c  441. 
Piun.lla  421. 
Prunus  162. 
PulJcaiia  281. 
Pulinouaria  370. 
Pulsaliila   7. 
Pyrola  347. 
Pyrolaccae  347. 
Pyrus   194. 


:iis  494. 


adiola  109. 


» 

R  a  n  u  u  c  u  I  a  c  e  a  e  2. 
Unnuncuhis    12. 
Raplianistruin   71. 
Rapistruin  72. 
Reseda  81. 
Resedeaccae  81. 
R  h  a  m  11  e  a  c    130. 
Rhainnus  130. 
Rliinanthus  400. 
Rliynchospora  618. 
Ribes  219. 
Roripa  37. 
Rosa   182. 
Rosacea  c    164. 
Rubus  167. 
Rum  ex  467. 


Uula  127. 
Ruppia  .538. 
Rutaceae   12(r 


JSagittaria  528. 
Sagina  94. 
Salicineae  497. 
Salieornia  457. 
Salix  497. 
Salsola  456. 
Salvia  419. 
Sainbucus  256. 
Samolus  446. 
Saiiguisorba  190. 
Sauguisoibeac  188. 
Sanicula  224. 
Santalaceae  477. 
Sapoiiai'ia  89. 
Satureja  417. 
Saxifraga  221. 
Saxifrageae  220. 
Scabiosa  272. 
Scaudix  248. 
Scbeuebzeria  530. 
Scboenus  629. 
Seiila  573. 
Scirpus  611. 
Sclerantlieae  214. 
Sclerantbus  214. 
Sclcrocbloa  658. 
Scorzoneia  316. 
Scropbularia  385. 
S  c  r  o  p  b  u  1  a  r  i  n  e  a  c 

379. 
Scutellaiia  422. 
Seduin  216. 
Seliuum  237. 
Seinpcrvivum  218. 
Seuebiera  68. 
Senecio  297. 
Serratula  308. 
Sesell  235. 
Sesleiia  630. 
Selaiia  624. 
Sberardia  260. 
Silaus  236. 
Silene  90. 
Sileneae  85. 
Silcr  243. 
Silybum  305. 
Sinapis  5.3. 
Sisyinlirium  47. 
Sium  231. 
S  m  i  1  a  c  e  a  e  566. 
S  o  1  a  n  e  a  e  376. 


680 

Soianuui  376. 
Solidago  279. 
Soncbus  323. 
Sorbus  195. 
Sparganiuin  .'J44. 
Spaitiuni  132. 
Specularia  341. 
Spergula  96. 
Spiraca  164. 
Spirantlies  551. 
Stachys  426. 
Stapliylca   129. 
Statice  450. 
Stellaiia  101. 
Stellatac  260. 
Stipa  639. 
Stratiotcs  525. 
Sturmia  561. 
Suacda  456. 
Subularia  61. 
Succisa  272. 
Sweertia  357. 
Synipbytum  369. 

JLanacctuin  289. 
Taraxacum  319. 
Taxus  524. 
Teesdalia  63. 
Telmatopbace  543. 
Tctragoiiolobiis  147. 
Teucrium  435. 


REGISTER. 

TUALAMIFLORAE  2. 

Tbalictium  4. 
Tbesium  477. 
Tblaspi  62. 
Thrincia  313. 
Tbymus  415. 
Tilia  113. 
Tiliaceae    113. 
Tofieldia  580. 
Tordylium  243. 
Torilis  246. 
Tragopogon  315. 
Trapa  203. 
Trientalis  441. 
Trifolium  141. 
Triglocbiii  529. 
Triglochiiicnc  529. 
Triodon  646. 
Trollius  19. 
Tulipa  569. 
Turgenia  246. 
Tuiritis  40. 
Tussilago  275. 
Typba  543. 
Typbaeae  543. 


Ulex  132. 
Ulmeae  490. 
Ulnius  491. 
Umbelliferae  223. 
Urtica  487. 


L'rticeae  487. 
Utricularia  439. 


w  accaria  90. 
Vaccincae  342. 
Vaccinium  342. 
Valeriana  267. 
Valerianeae  267. 
Valerianella  268. 
Veratreae  579. 
Vcrbascuin  380. 
Verbcna  437. 
Verbenaeeae  438. 
Veronica  392. 
Viburnum  257. 
Yicia  152. 
Vinca  355. 
Viola  75. 
Yioleae  75. 
Viscaria  92. 
"Viscum  255. 

Il^nblenbcrgia  342. 

^Xantbium  a34. 

Kanicbellia  539. 
Zostera  541. 


Deutscltes  Regiister 

der  Klassen,  Ordaung^en,  Familien  und  Gattungen. 


A-bbiss  272. 
Adonis  10. 
A fielet  21. 
Ahorn  118. 
Ahornartiqe    Pf'lan- 

ZCH    118.     "^ 

Alatit  280. 

Albersie  454. 

Altmannshraxtt  279. 

Amaranth  454. 

Amar  anthar  ti(f  e 
Pflanzen  453. 

Amaryllis  artige 
Pflanzen  564. 

A mbrapflanzen  334. 

Ampfer  467. 

Andorn  424. 

Andromede  345. 

Angelika  238. 

Aniskerbel  250. 

Apfel  fr  ü  c  hti  ti  e 
Pflanzen  191. 

^ro»t  545. 

Aronartigc    Pflan- 
zen 545. 

Aschenkraut  296. 

^ifei-  277. 

Astrantia  224. 

Augentrost  398. 

^Bachburgel  209. 
Baldrian  2(>7. 
Baldrian  artige 

Pflanzen  267. 
Bandgras  622. 
Barbarakraut  39. 
Bärenbeere  344. 
Bärenklau  242. 
Barenwurz  '2iVi. 
Bartgras  627. 
Bartstendcl  552. 
Buucrnsenf  64. 


Becherblume  190. 

Beermispel  194. 

Beifuss  286. 

Beinbrech  581. 

Beinwurz  369. 

Berqminze  418. 

Äerie  231. 

Berterie  56. 

Besenpfrieme  132. 

Betonie  425. 

Biebernelle  229. 

Bienensaug  42^^. 

Bilsenkraut  378. 

Binqelkraut  486. 

ßtH,$e  583. 

Binscnartifje  Pflan- 
zen 580. 

UiVAe  516. 

Birkenartine  Pflan- 
zen 514.     ' 

Birn-(Apfel-)baum  194. 

Bisamhyacinthe  577. 

Bisamkraut  256. 

Bitterklee  355. 

Bitterkraut  314. 

B  le  iwurz  ar  t  i  (j  c 
Pflanzen  448. 

Blutauge  175. 

Bocksbart  315. 

Borretsch  367. 

Bor  retschartige 
(r  auhblät  t  r  i  g  e) 
Pflanzen  365. 

Borstengras  674. 

Borstenhirse  624. 

Braunivurz  385. 

Braunw  tir  z  ar  t  i  n  e 
Pflanzen  379.      ' 

Brcnndolde  236. 

Brillenkraut  65. 

Brom-(  Him-)beere  167. 

Bruchkraut  213. 

Brunelle  421. 


Brunnenkresse  36. 
iJ.cr/te  493. 
Bulliarde  215, 
Bunqe  446. 
Butterblume  18. 


M^hristophskraut  24. 
Corallenwurz  562. 
Coriander  252. 
Cypergras  620. 

JO  ickblüttrige 

Pflanzen  215. 
Z)/CO  TYLEDONEIS 

1. 
öiZf  241. 
Diptam  127. 
Z>t*fef  303. 
D  o Idenb  lütig  e 

Pflanzen  223. 
öoff  415. 
Drachenkopf  421. 
Drehling  551. 
Dreizack  artige 

Pflanzen  529. 
Dreizack  529. 
Dreizahn  646. 
Dürrivurz  282. 


Eberiüurz  307. 
Ehrenpreiss  392. 
JJifee  524. 
Eibisch  111. 
/?tcAc  494. 
Einbeere  .'i68. 
Einblatt  83. 
ElNIiEIMBLA  T  T- 

BIGE PFLANZEN 

524. 
Eisenhart  437. 


682 


RECilSTER. 


E  i  s  e  nh  a  r  t  a  r  t  i  fi  e 

Pflanzen  438. 
ElshoHzie  \m. 
Endymlnnc  •tll . 
Eni/elivurz  2^^9. 
Entcnyvün  542. 
Entenfj  r  ü  nar  t  iif  e 

Pflanzen  542. 
Enzian  357. 
EnzianartifjeP  fl  a  ii- 

zcn  355. 
Epheu  ;253. 
Ephcuart iij e  P fl a n - 

zen  253. 
Erb  sc  157. 
Erdheere  174. 
Erdbeerspinat   4(J2. 
Erdrauch  33. 
Er  dr  a  nc  har  t  i  y  c 

P  flanze  n  31 . 
Erle  515. 
£:*cAe  353. 
Eselsdistcl  305. 
Esparsette  151. 

Jr  adenkraut  3(51. 
Fadenseide  3ü3. 
Fadenschwarz  673. 
Feinwar  zenUraut  18. 
Feldsalat  268. 
Ferkelkraut  318. 
Fetthenne  216. 
Fettkraut  439. 
Filzkraut  283. 
Finyerhirse  626. 
Finyerhut  390. 
Finyerkraut  17.5. 
Flatteryras  ()23. 
Flieder  2;J6. 
Flieyenblume  560. 
Flockenblume  308. 
Flöhkraut  281. 
Frauenmantel  189. 
Frauenschuh  547. 
Froschbiss  526. 
F r  o  s  c  h  b  issartiye 

Pflanzen  525. 
Froschkraut  16. 
Froschlöffel  .526. 
Froschlö  ffe lart  iy  e 

Pflanzen  526. 
FliUCIlTJiODEN- 

BLÜTIGE 

PFL.irSZEIS  2. 
Fuchsschwanz  628. 


€r«r/tf  519. 

Gaaclartifjc    Pflan- 
zen 519.  ' 

iß  umander  4;ij. 

Gänseblümchen  278. 

Gänsedistel  323. 

Gänsefitss  458. 

Giin  s  e  fu  s  s  ar  t  i  y  e 
Pflanzen  455. 

Gänsekraut  41. 

Gauchheil  442. 

Gaudinie  670. 

Gedenkemein  367. 

Geisfuss  228. 

Geisshla  t  t  ar  t  iae 
Pflanzen  2.'>6. 

Gemswurz  295. 

G ermerartiff e  Pflan- 
zen 579.       ' 

GcMfe  671. 

Ginster  133. 

Glanzqras  621. 

Glaskraut  488. 

Glasschmalz  457. 

GZetV.ve  234. 

Glockenblume  337. 

Glockenblumartiyc 
Pflanzen  33;j. 

Gnadenkraut  388. 

Goldhaar  277. 

Goldruthe  279. 

Goldstern  571. 

Goodyere  .551. 

Gräser  6;20. 

Graslilie  570. 

Grasnelke  448. 

Gypskraut  88. 

Mmaaryras  670. 
Haarstranff  240. 
Habichtskraut  327. 
/I«/j?r  644. 
Huferwurzel  316. 
Haftdolde  246. 
Ilahnenfuss   12. 
Hahnen  fussarliae 

Pflanzen  2. 
Hainbinse  .581. 
Hainbuche  497. 
//«.!/•  489. 
Hartyras  658. 
Hartheu   115. 
H  n  r  th  e  u  ar  t i y c 

P  flanze  n   115. 


Hartrietfcl  254. 
/i«.vfi  495. 
Hasclivtuz  481. 
Hasenblattiy  320. 
Hasenohr  23:2. 
Hauhechel  13-5. 
Hauslaueh  218. 
Heckensamc  132. 
^eirfe  346. 
Heideartiye    Pflan 

zen  .344. 
Heidelbeere  'i42. 
Heidclbeevartiye 

Pflanzen  342. 
Heidenrcttiy  71. 
Heilwurz  23-5. 
Heinrichskraut  462. 
Hexenkraut  20:2. 
//«■»•.ve  62^1. 
Hohlripp  2)2. 
Hohlzahn  428. 
Hohlwurz  31. 
Honiyyras  640. 
Honkenye  99. 
Hopfen  490. 
Hornkraut   105. 
Hornmohn  29. 
Hornunyie  64. 
Höswurz  5.57.    . 
Hotlonic  Air}. 
Hufeisenklee  151. 
Huflattiy  275. 
Hühnerbiss  90. 
HülsenartiyePflan- 

zen  351. 
Hülsen  351. 
Hundsranke  54. 
Hundssalat  313. 
// »« >j  rf  *■  iw  li  rqerartiye 

Pflanzen  .354. 
Hundszahn  627. 
Hundszunye  366. 
Hunycrblümchen  57. 

•masione  336. 
lyelsame  366. 
I(jelskolben  .544. 
I  ns  e  k  te  nblüti  g  e 

Pflanzen  547. 
Isnardie  201. 
/ao/;  418. 
Judenkirsche  377. 


Miälberkropf  249. 


REGISTER. 


683 


Ealmus  546. 
Kamille  Ä)l. 
Kamtnfjra.i  658. 
Karde  270. 

Kardeuartif/e  Pflan- 
zen 270. 
Katzenminze  420. 
Katzenpfötchen  286. 
Keilmelde  463. 
KEIMBL^TT^ 

PFLANZEN  1. 
KELCU  BLUTIGE 

PFLANZEN  128. 
Kerief  248. 
Kettlentjras  641. 
Klapper  400. 
Klebnclke  90. 
itie  bnclken  urtif/e 

Pflanzen  85. 
/»Yee  141. 
Kleinlinif  443. 
ft7e«e  :^i)6. 
Klettenherbel  246. 
Knabenkraut  552 
Knäuel  214. 
/»' »I  äuelartige  Pfla  n- 

zcn  214. 
Knäuelffras  657. 
Knautie  271. 
Knopffjras  619. 
Knorpelblume  214. 
Knorpelkraut  455. 
Knorpelsalat  320. 
Knotenglöckehcn  566. 
Knötcrick  472. 
/»'  nötericliartifje 

Pflanzen  467. 
Kocliie  458. 
/;«,/,  i  51. 
Kohlrauxchie  88. 
Kölerie  657. 
Korbblütiffe    P f tan- 
ze ti  273. 
Krähenbeere  481. 
Krähcnbeerenarticfe 

Pflanzen  481. 
Krafjdistcl  301. 
Kresse  (55. 
/» >•  euzblütitje  Pfla n 

zun  3.J. 
Kreuzdorn  130. 
Kreuzdornartige 

Pflanzen  130. 
Kreuzkraut  297. 
KBOMtLüTIGE 

PFLANZEN  3.51. 


KRONLOSE 

PFLANZEN  453. 
Kronwicke  149. 
Krummhals  368. 
Kuckucksblume  558. 
Kuffelblume  447. 
Kl«  aelblumen  artige 

Pflanzen  447. 
Kuqeldistcl  300. 
Kiihdille  289. 
Kuhnelke  90. 
Kuhschelle  7. 
Kümmel  229. 
Kürbisartigc  P  flan- 

zen  210. 


Ejahkraut  262. 

LrtcA-  35. 

Laichkraut  530. 

Laichkrau  turtige 
Pflanzen  530.' 

Lämmer salal  312. 

Laserkraut  244. 

Lauch  574. 

Lausekraut  401. 

/.a«t7  321. 

Lavatere  112. 

Leberblume  9. 

Leer  sie  621. 

/Le.H  108. 

Leinartige     Pflan- 
zen 108. 

Leinblatt  477. 

Leindotter  60. 

Leinkraut  386. 

Leiterblatt  362. 

Le  it  er  blatt  artige 
Pflanzen  361. 

Lichtnelke  93. 

Liebesgras  649. 

Lieschgras  629. 

I,i7ie  570. 

I^ilienartige  Pflan- 
zen 569. 

/.mrfc  113. 

Lindenarti(ie  Pflan- 
zen 113. 

Lindernie  389. 

Linnäe  259. 

Linse  156. 

Lipp  enbl ü t  i  n  c 
Pflanzen  408. 

/.oftche  335. 

I^obeliettartif/c 
Pflanzen  *%. 


Löffelkraut  58. 
iofcA  672. 
Lonicere  258. 
Lofii*  145. 
Löwenmaul  388. 
Löwenzahn  313. 
Lungenkraul  370. 
Lgsimachie  441. 

Jftaiblume  567. 
i»/ah-f  109. 

MalvenartigePflun 
zen  109. 

Mangold  463. 

Mannsschild  444. 

Mannstreu  225. 

Mariendistel  305. 

Mariengras  623. 

Marienröschen  93. 

Mäuseschwanz   11. 

Meerkohl  71. 

Meerrettig  59. 

Meersenf  71. 

Meerzwiebel  573. 

i»/eirZe  464. 

MerA  231. 

Miere  99. 

Mierenartige  Pflan- 
zen 94. 

Milchblume  84. 

Milchblumenavliffe 
Pflanzen  83. 

Milchkraut  446. 

Milzkraut  222. 

jWiKie  409. 

J»/t5/<ei  193. 

^/t•A<eZ  255. 

Mistelartige  Pflan- 
zen 255. 

iWo/i.i  28. 

Mohnartige     Pflun 
zen  27. 

iVöAre  245. 

Möhrinrjie  100. 

Molinie  617. 

Mönchie  104. 

MONOCOTYL  EDO 
NEN  5:24. 

iWo.iae  212. 

Mummel  27. 

Mutterkraut  292. 

Mutterwurz  238. 


]¥achtkerze  197. 


664 


REGISTER. 


Nachtkerzen  artige 
Pflanzen   196. 

Nachtschatten  37(5. 

Nacht  schattenarti- 
fje  Pflanzen  376. 

Nachtviole  46. 

Nadelkerbel  248 

Natfelkrautartige 
Pflanzen  212. 

Najade  540. 

N  aj  a  d  e  nur  t  i  II  c 
Pflanzen  540. 

Näu  f'c  h  e  n  fr  ü  chtiqe 
Pflanzen  492. 

Narcisse  565. 

Natterkopf  370. 

Nelke  86. 

Nelkenwurz  166. 

iVe^^ie  61. 

iVe**e«  487. 

Nesselartinc  Pflan- 
zen 487. 

Nestwurz  549. 

iViesiüitrs  20. 

Nissolie  157. 

iVoJtHce  369. 

Wßchscnzuufje  368. 
Odermcnniq  181. 
Ohmkraut  189. 
Ohnblatt  350. 
Ohnblattartifjc 
..  Pflanzen  350. 
Ölbaumartiye  Pf'lan 

zen  b52. 
Orlaya  244. 
Osterlucci  480. 
Osterliiceiarlifjv 

Pflanzen  480.' 

Pappel  512. 
Pastinak  242. 
Pechnelke  92. 
Perlgras  647. 
Pestwurz  275. 
Petersihje  227. 
Pfeilkraut  528. 
Pfennif/ kraut  62. 
Pflamke  162. 
P  /7  rt  H  m  e  M  /V  i'i  cht  ige 

Pflanzen  161. 
Pfriemengras  639. 
Pfriemenkraut  61. 
PHANEROGAMEN 

1. 
Pimpernuss  129. 


Pippau  3:i4. 
Platterbse  158. 
Por.sf  346. 
Portulak  211. 
Portulak a r  t  i  g e 
Pflanzen  211. 

Quecke  667. 
(Juellriet  609. 
Quendel  415. 
(>i«ffe  193. 

JBarfe  94. 

Rariwurz  5-59. 

Rainfarn  289. 

Rainkohl  311. 

Rainweide  352. 

Rappsdotter  72. 

Raukensenf'  47. 

firtiifc  127. 

Rauten  a  r  tige  P  fl  a  n 
zen  126. 

Rebendolde  233. 

Reiherschnabel  123. 

/{icf  616. 

i{  t  c  t  n  r  a  s  ar  t  i  g  e 
Pflanzen  589. 

Ringelblume  300. 

Rispcnffras  6.50. 

Rittersporn  22. 

«o/ir  631 

Rohrkolben  543. 

Rohrkolbenartigc 
Pflanzen  543. 

Rollzunge  559. 

Roripe  37. 

i{o*e  182. 

Rosenartif/e    Pflan- 
zen 164. 

Rossküinmel  243. 

Ruchgras  62:2. 

Ruhrkraut  284. 

Ruppie  538. 


Salbei  419. 

Salzkraut  456. 

Sandkraut  101. 

Sanickel  224. 

Santelartine  Pflan- 
zen 477.    ■ 

.Vrthoci  417. 

Sauerdorn  2b. 

S  auer  d  Omar  t  i  f/  e 
Pflanzen  25. 


Sauerklee  125. 

S a  u  e  r  k l e  c  ar l i n  e 

Pflanzen  125. 
Scabiose  272. 
Schachblume  569. 
Schaff/arbe  290. 
Schärfliiif/  365. 
^c/iarft'  308. 
Schattenblume  568. 
Schaumkraut  43. 
Scheuchzerie  530. 
Schierling  251. 
Schildkraut  422. 
^c/n7/'  63r2. 
Schlangenkraut  546. 
Schling  Strauch  257. 
Schlüsselblume  444. 
Schlüs  selb  lumenar- 
tige Pflanzen  441. 
Schmctterlintf  sblü- 
tige  Pflanzen    131. 
Schmiele  642. 
Schnabelriet  618. 
Schneckenklee  137. 
Schneefjlöckchen  567. 
Schneide  618. 
Schöllkraut  30. 
Schotendotter  49. 
Schotenweiderich  197. 
Schuppenmiere  97. 
Schuppenwurz  408. 
Schwaden  654. 
Schwalbenwurz  354. 
Schwalbenwurz  ar- 
tige Pflanzen  353. 
Schwarzkümmel  21. 
Schwarzncssel  434. 
Schwertcl  563. 
Schwert  dar  tige 

Pflanzen  562. 
Schwertie  357. 
Schwinr/el  658. 
^eerforu  479. 
Seedorn  artige 

Pflanzen  479. 
Seegras  541. 
Seerose  26. 
Seerosenartige 

Pflanzen  26. 
Senae  591. 
Seidelbast  476. 
Seidelbastartige 

Pflanzen  476. 
Seifenkraut  89. 
Sellerie  226. 
Senebierc  68. 


REGISTER. 


685 


Senf  53. 
Sesel  235. 
Seslerie  630. 
Sherardie  260. 
Sicheldolde  228. 
Sichelsame  11. 
Siebenstern  441. 
Sienwurz  563. 
5t7«u  236. 
Silberblatt  56. 
5i7//e  237. 
Simse  611. 
Sinnfjrün  355. 
5'orf«  456. 
Sonnenröschen  73. 
Sonnenrose  henarti- 

ge  Pflanz  en  73. 
Sonnenthau  82. 
Sonnenthauartiae 

Pflanzen  82.     ' 
Sparrjel  567. 
Sjtarqelartitfe 

Pflanzen  566. 
.  Sparqelerbse  147. 
Spark  96. 
Spntzenziinfje  477. 
Spierstande  164. 
Spindelstrauch   129. 
Spindel s  trauchar- 

tifie  Pflanzen  128. 
Spitzkiel  147. 
Spitzklette  334. 
Sprinrjkraut  124. 

Sprinakrau  tarticie 
Pflanzen  124. 

5^iir)e  101. 

Stachel-    (Johannis-J 
beere  219. 

Stach  elbeer  artige 
Pflanzen  219. 

Stachelhirse  625. 

Stechapfel  379. 

Stechwitidenartifje 
Pflanzen  566. 

Steinbrech  221. 

Stein  brechartifje 
Pflanzen  220! 

Steinklee  139. 

Steinkraut  55. 

5fe»(wiV/»c/  191. 

Steinsaame  372. 

Stendelwurz  548. 

Sternblütifje  Pflan- 
zen 260. 

Sternmiere  101. 

Äfteisame  317. 


Storchschnabel  120. 
Storchschnabelarti 
fje  Pflanzen  120. 
Sirändlinq  4-50. 
Strandneike  450. 
S'fHrm/tHf  22. 
Sturmie  561. 
Sumpfblättchen  398. 
Sumpf  heu  117. 
Sumpfschirm  227. 
Sumpfwurz  549. 


TrtHne  521. 
r«HHe«  107. 
TiinnelartiqeP  flan- 

zen  106. 
Tannenwedel  205. 
Tannenwedelartige 

Pflanzen  205. 
Täschelkraut  67. 
Taubnessel  431. 
Tausendblatt  204. 
Tausendblatt  artige 

Pflanzen  203. 
Tausendgüldenkraut 

359. 
Teichblume  356. 
Teesdalie  63. 
Tofieldie  580. 
Tollkirsche  377. 
Traganth  148. 
Trespe  663. 
Trollblume  19. 
Turqcnie  246. 
Titi^e  569. 

Wlferling  213. 
l;7me  491. 

Ulmenartige  Pflan- 
zen 490. 


w  eilchen  75. 
Veilchenartige 

Pflanzen  75. 
Venusspiegel  341. 
Vergissmeinnicht  373. 
Vie'rling  94. 
Vogelbeere  195. 
Vogelfuss  150. 
Vogelmilch  571. 

fFac/ioWer  523. 


fVachtelweizen  402. 
rVahlenbergie  342. 
^^'«.'d  69. 
fValderbse  159. 
fValdkohl  40. 
FValdmeister  261. 
fValdrapünzel  336. 
JValdrebe  3. 
fVasseraloe  525. 
JVasserlinse  543. 
fVasserdost  274. 
fVasserhelm  4-39. 
f  1^«  sserhelmart  ig  e 

Pflanzen  439. 
Wasserlisch  529. 
f  Vass  erlisch  artig  c 

Pflanzen  528. 
fVassernuss  20-3. 
fV  asser  Schierling   226. 
JVasserstern  206. 
JVass  er  sternartige 

Pflanzen  206. 
fVassernabel  224. 
fVasserzinken  208. 
FVass  er  zinkenarti- 
ge Pflanzen  207. 
^^rtu  81. 
f  Vau  artine     Pflan 

seu  81. 
IVegerich  4.51. 
TV  e<i  erichartige 

Pflanzen  450. 
fVegwarte  312. 
fFeide  497. 
ff  eiden artige 

Pflanzen  497. 
JVeichkraut  561. 
fVeichling  104. 
fVeiderich  209. 
FVeider  ichartige 

Pflanzen  208.' 
fVeissdorn  191. 
fFtcAe  152. 
f'Viesenhafer  641. 
fViesenknopf  190. 
f  f  i  e  .5  e  »i  A-  nopf  n  r  t  ig  e 

Pflanzen  188. 
fViesenraute  4. 
fFmrfe  362. 
f  F"  in  d  enar  t  i  g  e 

Pflanzen  m2: 
rVindhalm  636. 
fVindröschen  8. 
IVintergrün  347. 
JV  int  er  grünartige 
Pflanzen  347.    ' 


REGISTER. 


fFintcrlicb  M9. 
fVinterlimi  19. 
fVohlverlei  295. 
rVolfsfuss  414. 
rVolfsmilch  482. 
fVolfsmilchartifit 

Pflanzen  482. 
rVolfstrnpp  430. 
rVollmas  610. 
rr^ollhaut  380. 
rVucherbbime  293. 
rVundkraut  136. 
fHirffcr  404. 


f  F'  ürtjerart  i  «  e 

Pflanzen  403. 
fVitimkraut  315. 

mj ac kenschote  70. 
Zahnwurz  4-5. 
Zanichellie  53f>. 
Zaunrübe  210. 
Zap  fe  n  l  r  a  «  e  i»  li  c 

Pflanzen  520. 
Zeitlose  379. 
Zeitlosenartiffe 

P fl a n zcn  578 . 


Zie5^  426. 

ZiVme«  243. 

Zitterf/ras  648. 

Zweiblatt  549. 

ZrVEIKEIM 
BLÄTTRIGE 
PIL^^yZEN  1. 

Zweizahn  283. 

Zwenke  662. 

Zwerf/aras  631. 

Zwerijlein  109. 


QK314.M352  gen 

Meyer,  Georg  Friedr/Flora  Hanoverana  exe 


3   5185   00083   8142 


1 


L_